Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#111

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mo 19. Jun 2017, 17:00

Varmikan und Dave musterten Urako gut gelaunt, als dieser mit ebenfalls blendender Laune ins Wohnzimmer geeilt kam. Gasmi hatte er direkt im Schlepptau.

Einen Moment sp├Ąter zog ein ├ťbelkeit erregender Gestank auf und Mauli der Ghul gesellte sich zu ihnen. Gasmi war sofort au├čer sich, was man bei Maulis Anblick nur zu gut verstehen konnte.

Dave musterte Mauli angewidert und sch├╝ttelte den Kopf. Dabei war es nicht der arme Mauli, der Dave anwiderte, sondern der Umstand wie sehr heruntergekommen der Ghul war. Und Schuld daran war nicht der Ghul.

"Wenn Du schon nicht im Stande bist einen Untoten zu versorgen, wie sieht es dann mit lebenden Gesch├Âpfen aus?

Ich frage Dich dass, weil ich eigentlich vor gehabt hatte Dir Vorschu├člorbeeren zu gew├Ąhren, wenn Du Dich Urako gegen├╝ber anst├Ąndig verh├Ąltst und Dein Wort nicht brichst. Im Gegensatz zu Gasmis Ausf├╝hrung wollte ich Dir keine Topfpflanze schenken, sondern ein Tier. Sowas festigt eigentlich den Charakter, aber wenn wir nun Mauli fragen w├╝rden, was glaubst Du w├╝rde er ├╝ber Deinen Charakter sagen Mo? Was h├Ątte er zu berichten?

Nicht nur dass Du Mauli hast verkommen lassen, Du hast Dich scheinbar kein St├╝ck um ihn gek├╝mmert. Du hast Crize Dein Wort gegeben, dass Du Dich um ihn k├╝mmerst.

Ist ja nicht so, als w├Ąre Crize unwichtig f├╝r meinen Mann!
Das ist zuf├Ąllig der Nekromant, der Varmikan erm├Âglichen soll, mit seinem ehemaligen Partner zu sprechen.

Ich k├╝mmere mich jetzt um Mauli und versorge ihn Mo.
Danach ist dass Deine Aufgabe, ganz so wie Du es versprochen hast. Du wirst mir t├Ąglich Bericht erstatten, ob und wie Du Mauli versorgt hast.

So etwas wie das hier mit Mauli, kommt nie wieder vor, dass wir uns verstanden haben",
sagte Dave schneidend.

Der Magier schaute kurz seinen Neffen an, ehe beide aufstanden, Mauli unterhakten und ihn bis vor die Vorratskammer schleppten. Dort setzten sie den arg in Mitleidenschaft genommenen Ghul ab und pl├╝nderten die Vorr├Ąte. Alles was an Fleisch zu finden war, legten sie Mauli hin, damit er sich satt fressen konnte.

"Schei├če noch eins, Mauli ist doch wirklich ein sch├Âner Ghul. Und er war doch Morasa einziger Untoter. Da ist dass doch nicht so schwer ihn zu versorgen.
Paps hat Horden von denen und keiner sah je so aus!

Mauli war doch immer gut zu Mo.

Hey Davy, im Grunde war doch Mauli sogar Mo┬┤s Freund. Wir sollten Mauli annektieren, oder ihn zu einem Mitglied der Geister machen. Jedenfalls so kann das nicht laufen. Ich dachte gerade ich gucke nicht richtig",
st├Âhnte Anwolf.

"Du guckst schon richtig. Entweder hat er keine Ahnung von Ghulen, dann h├Ątte er Crize fragen m├╝ssen. Oder er hat keine Ahnung was Verantwortung f├╝r andere Personen und Lebewesen angeht, dann wird er das lernen m├╝ssen und zwar z├╝gig.

Wir nehmen ihm Mauli nicht weg. Davon haben weder wir noch Mo was. Denn wenn er ihn aus reiner Bequemlichkeit verlottern lie├č, lernt er daraus nur, dass er sich nicht k├╝mmern muss und schon erledigt wer anderes die unbequeme Arbeit f├╝r ihn. Das ist hier nicht der Fall.

Und wenn ich ihn jede Viertelstunde fragen muss, ob er Mauli versorgt hat, dann werde ich das tun. Solange bis es ihm in Fleisch und Blut ├╝bergegangen ist, oder es ihm derma├čen auf den Sack geht, dass er es von ganz alleine erledigt.

Sch├Âner w├Ąre es nat├╝rlich, Mo t├Ąte es aus ├ťberzeugung und Zuneigung zu Mauli heraus. Ich vermute einfach, der Waldalb hat Null Ahnung was die Versorgung von irgendwelchen Wesen angeht.

Aber nichts was man nicht lernen kann, notfalls auf die harte Tour",
grinste Dave seinen Neffen an.

"Damit Dir nichts entgeht, werden Varmi und ich auch ein Auge auf ihn haben", grinste Wolfi zur├╝ck.
"Keine Ahnung woher, aber irgendwie wusste ich, dass Du das sagen w├╝rdest", lachte Dave leise.

"Weil ich ein netter Kerl bin, darum", gab Wolfi zur├╝ck und strich Mauli ├╝ber den Sch├Ądel.
"Bleibst Du hier und k├╝mmerst Dich um unseren "Patienten Mauli", dann gehe ich zur├╝ck, esse was und kann dann direkt in die Stadt abr├╝cken?", fragte Dave.

"Ja klar, geh nur. Ich passe auf Mauli auf", antwortete Wolfi.
"Ich nehme Mo trotzdem mit, oder gerade deshalb. Bis sp├Ąter Kurzer und Danke", sagte Dave und ging zur├╝ck ins Wohnzimmer.

Der Naridier setzte sich wieder neben Varmikan, nahm sich vom H├╝hnerfrikasse und a├č eine kleine Portion.

"Iss Mo, wir brechen auf sobald ich fertig bin", sagte Dave.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#112

Beitragvon Pavo » Mo 19. Jun 2017, 17:14

Varmikan schaute Pavo fragend an. Der alte Goblin war ├╝ber den offenen, fragenden Blick des Frostalben erstaunt. Pavo sch├╝ttelte langsam den Kopf.

"Keine Ahnung ob Dave und Wolfi Mauli wieder gesund bekommen. Ich kann Dir nicht mal sagen, ob gesund ├╝berhaupt ein passendes Wort f├╝r einen Ghul ist. Immerhin ist er nicht lebendig, aber auch nicht tot, sondern untot. Von gesund oder krank kann man da glaube ich gar nicht mehr sprechen.

Allerdings muss ich da Morasa in Schutz nehmen. Er kann sich doch gar nicht mit Ghulen auskennen, wenn er kein Nekromant ist. Und sind wir mal ehrlich, wenn dieser Rakshaner seine lebende Leiche hier nicht vergessen h├Ątte, w├Ąre sie auch nicht in diesen Zustand geraten.

Jemanden unbedarftes einen Ghul aush├Ąndigen ist doch nicht nur verantwortungslos, sondern auch gef├Ąhrlich. Selbst wenn Morasa um Mauli gebeten hat, h├Ątte sich dieser Rakshaner davon ├╝berzeugen m├╝ssen, dass er mit der Haltung von Ghulen vertraut ist!

Ihr w├╝rdet doch auch niemanden, der keine Ahnung hat einen S├Ąugling aush├Ąndigen. Wie das f├╝r den kleinen Tropf ausgeht, k├Ânnen wir uns vorstellen.

Oder ein anderer Vergleich, keiner von uns w├╝rde jemand ungeschultes eine Repetierarmbrust schenken, weil er die Waffe so sch├Ân findet. Die erste logische Frage w├Ąre doch, kann er damit umgehen und die zweite Frage die man stellen sollte w├Ąre, was will er damit?

Das h├Ątte man von dem Rakshaner auch erwarten d├╝rfen!
Was uns dazu f├╝hrt zu fragen, ob dieser Rakshaner selbst genug Reife besitzt Ghule zu erschaffen. Sein K├Ânnen spricht ihm niemand ab, aber ob er sie erschaffen sollte, die Frage sollte er sich selbst stellen. Ich sage eindeutig nein.

Wie Gasmi schon sagte - das ist keine Topfpflanze.
Ich sehe die Schuld garantiert nicht bei dem armen Mauli, er ist hier das Opfer auf ganzer Linie. Er wurde verschenkt wie ein altes Kissen.

Ich sehe aber auch nicht die Schuld bei Morasa.
Der Waldalb ist hier neu, steht ziemlich f├╝r sich alleine und so ein Ghul macht schlie├člich auch was her. Warum er ihn angenommen hat ist doch eindeutig. Er hatte damit jemanden an seine Seite und die beiden hatten sich doch gut verstanden.

Vielleicht sollte der Rakshaner seine Ghule nicht wie Bonbons an kleine Kinder verteilen oder jedem aufs Auge dr├╝cken, der sich einen w├╝nscht. Das kann sehr b├Âse enden, da hat Gasmi schon Recht.

Aber soviel Weitsicht ist nat├╝rlich zuviel verlangt von einem Rakshaner. Vielleicht hat er ihn auch bewusst Mo angedreht um hier Chaos zu stiften!

Mich w├╝rde das ja nicht wundern. Im Chaos stiften sind Rakshaner ja erste Klasse",
sagte Pavo.

Der alte Goblin sch├Âpfte sich eine gro├če Portion Reis und Gem├╝se auf und fing gen├╝sslich an zu essen.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#113

Beitragvon Lydia » Mo 19. Jun 2017, 17:20

Lydia kam aus der K├╝che und kaum dass sie im Wohnzimmer stand verschlug ihr ein pestilenzartiger Gestank den Atem. Die Zwergin wedelte mit der Hand vor ihrer Nase herum. Auch wenn sie sonst nicht empfindlich war, aber im Moment drehte ihr der Gestank den Magen um

"Da fallen ja die Fliegen von der Wand! Ich glaub das nicht!
Also ehrlich, ist DAS n├Âtig beim Mittagstisch?

Welche Sau von Euch war das und hat beim Mittagstisch gefurzt?",
fragte die Zwergin aufgebracht.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#114

Beitragvon Aino » Mo 19. Jun 2017, 20:56

Aino konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und grinste Lydia breit an.

"Niemand hat hier gefurzt Lydia, Mauli war nur anwesend, der Ghul von Morasa. Leider in einem etwas l├Ądierten Zustand.

Wo wir beim Thema w├Ąren.
Ich glaube nicht, dass Morasa den Ghul bewusst in diesen Zustand gebracht hat. Wir waren gerade alle dabei zueinander zu finden. Mo hatte Urako die Hand zum Frieden gereicht. Das Urako dies nicht so ohne weiteres nach den Drohungen hingenommen hat, d├╝rfte logisch sein.

Mo hat gefragt, was Urako noch erwartet und Urako hat ein Friedensessen vorgeschlagen. Mo erkl├Ąrte sich damit einverstanden. Das Essen steht noch aus und ich hoffe, dass es gut schmecken wird.

Kaum dass die ersten Wogen gegl├Ąttet sind, kommt es zu neuem Unmut.

Einerseits verst├Ąndlich. Aber auf der anderen Seite Leute ich bitte Euch! Wir sind Assassinen, ich glaube wir haben schon anderes gesehen als einen halbverfaulten Ghul. Jeder einzelne von uns ist ein Berufsm├Ârder, wir sind demnach f├╝r mehr verantwortlich als f├╝r einen kriechenden Untoten!

Wie soll Morasa in die Gruppe finden, wenn er leider von einem Fettn├Ąpfchen ins n├Ąchste tritt?
Dass schafft er dann doch gar nicht.

Wenn aus dem Untoten, ein Toter wird ist das eben so. Normalerweise sterben die Leute und weg sind sie. Mauli, so gern man ihn auch haben mag, wurde ja nichts gestohlen. Im Gegenteil, ihm wurde eine Existenz nach dem Tod aufgezwungen, denn ich glaube kaum dass er darum gebeten hat.
Und selbst wenn, wie gesagt wir haben schon mehr Leute bewusst und mit voller Absicht umgebracht, als Morasa jetzt den armen Mauli, den er scheinbar durch das ganze hin und her nur vergessen hat.

Der Streit schadet uns allen und wird sich nicht weiter aufschaukeln!

Du Morasa kochst Dein Vers├Âhnungsessen f├╝r Urako nach besten Wissen und Gewissen. Ich erwarte von Dir, dass dieses Essen so schmeckt, dass man es einem K├Ânig servieren k├Ânnte. Also gib Dir alle M├╝he. Du hast Dir einen Schnitzer geleistet, Du hast die Hand zur Vers├Âhnung gereicht, dies ist Deine Chance es bei Urako wieder gut zu machen.
Jeelen Du bist und bleibst Morasas Ansprechpartner f├╝r die erste Zeit was die Jobs angeht. Mo zieht die erste Zeit nicht alleine los, denn ich gehe davon aus, dass er die Gro├čstadt nicht kennt. Nimm den Waldalben bitte auch so ein bisschen an die Hand und zeig ihm die Stadt und alles was er hier kennen und wissen muss Jeel. Ich verlasse mich auf Dich. Falls das nicht n├Âtig sein sollte, korrigiere mich Mo.

Davy, Ghule interessieren Dich eigentlich nicht, Du magst Mauli als Person. Drum hat es Dich gest├Ârt. Aber weit schlimmer war f├╝r Dich Mos Unzuverl├Ąssigkeit. Jedenfalls war er das in Deinen Augen.

Zur allgemeinen Beruhigung, Mauli ist nicht tot!
Oder eigentlich ist er doch tot, aber nicht... naja auseinander gefallen.

Ich glaube nicht, dass Mo unzuverl├Ąssig ist Dave. Im Gegenteil unser Waldalb ist ein bisschen zu dienstbeflissen... vor allem was Dich angeht Davy. Er wird Mauli in dem ganzen Streit einfach schlichtweg vergessen haben. Oder hast Du heute Morgen die Abrechnung gemacht Gro├čer? Nein, Du bist besoffen nach Hause getorkelt, hast Dich mit Puschel ausgesprochen, hast Dich mit Pavo ausgesprochen, bist baden gegangen und hast Dich schlafen gelegt.

Normal hei├čt es, wer saufen kann, kann auch arbeiten Dave.
Ich habe dr├╝ber hinweg gesehen, weil ich froh bin, dass Ihr drei Euch vers├Âhnt habt. Dass die Vers├Âhnung so friedlich zwischen Dir und Puschel abl├Ąuft h├Ątte ich nicht f├╝r m├Âglich gehalten, freut mich aber au├čerordentlich.

Also siehst Du jetzt auch ├╝ber Mo┬┤s Fehler hinweg Davy.
Was immer Du ihm kaufen wolltest, kauf es ihm bitte.

Der ganze Streit hat nicht nur Mo ganz strubblig gemacht, sondern uns alle.

Eine kleine Aufmerksamkeit Deinerseits Mo gegen├╝ber als Kumpel, kann da nicht schaden.
Mo gibt diese Freundlichkeit dann an Urako weiter, indem er sich besonders gro├če M├╝he bei dem Vers├Âhnungsessen gibt. Du verstehst mich Mo.

Und jetzt essen wir, guten Hunger Ihr Lieben",
entschied Aino freundlich.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#115

Beitragvon Mauli » Di 20. Jun 2017, 09:46

Mauli schnupperte sofort an den H├╝hnerst├╝ckchen, wich dann aber entt├Ąuscht zur├╝ck. Seine Hoffnung kehrte zur├╝ck, als zwei der Leute, deren Namen er dank seines verwesenden Gehirns wieder vergessen hatte, ihn unterhakten und in die Speisekammer zerrten. Dort schn├╝ffelte er alles an, doch nichts war dabei, was er essen konnte, ohne gr├Ąssliche Bauchkr├Ąmpfe, schier unertr├Ągliche Schmerzen und eine Kombination aus Kotzerei und Schei├čerei zu bekommen. Etwas, das die wenigsten Ghule ├Âfter als zwei oder dreimal ausprobierten, ehe sie resigniert feststellten, dass sie nichts als Humanoidenfleisch fressen konnten.

Jemand strich ihm ├╝ber die Glatze und Mauli drehte den Kopf, so dass die Hand ihm versehentlich ├╝bers Gesicht fuhr. Dabei streckte er die Zunge raus und schmeckte f├╝r einen Moment leckere, salzige Haut. Sein Magen knurrte. Selbst wenn ein Ghul schon zerfiel, die Eingeweide blieben bis zuletzt intakt.

Hilflos sah er den beiden Leute nach, die ihn hierhergebracht und ihm wohlmeinend einen ganzen Fleischberg aus tierischem Material aufget├╝rmt hatten, dann aber wieder verschwunden waren. Noch hatte er ein letztes Bisschen Verstand. Er musste es gut einsetzen, bevor er endg├╝ltig zur Fressmaschine wurde. Aber was jetzt? Er konnte nicht mehr einfach auf den Friedhof spazieren, um nachzusehen, ob in der Kapelle jemand aufgebahrt war. Daf├╝r war die Verwesung zu weit fortgeschritten. Aber wenn er hier bleiben w├╝rde, w├╝rde er innerhalb von weniger als vierundzwanzig Stunden vor lauter Hunger jemanden anfallen.

Er kroch noch einmal zu ... Mo. Wenigstens dessen Name wusste er noch. Er stupste ihn zum Abschied an, damit er Bescheid wusste, dass er auf Nahrungssuche gehen w├╝rde. Zumindest sein alter Besitzer hatte diese Geste zu deuten gewusst. Danach w├╝rde er das Geisterhaus aus Sicherheitsgr├╝nden erst einmal verlassen, bis er hoffentlich etwas zu Essen fand, bevor er zerfiel.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#116

Beitragvon Morasa » Di 20. Jun 2017, 10:51

Morasa
 
schaute schuldbewusst Mauli an. Er hatte seinen Gul wirklich vergessen. Der D├╝sterling von Urako beschuldigte ihn sofort, dass er unzuverl├Ąssig ist und man ihn nicht einmal eine Topfpflanze geben konnte. Morasa bliess sich eine Haarstr├Ąhne aus dem Gesicht und wollte passend antworten. Aber er sagte nichts. Er sah Mauli an und schwieg. Der D├╝sterling wollte sich bestimmt nur f├╝r seine Drohung an seinen Mann r├Ąchen, aber trotzdem hatte der D├Ąmon recht. Mo h├Ątte an Mauli denken m├╝ssen. Nicht wegen der Gefahr, die anderen konnten ja die T├╝r abschliessen. Aber er mochte Mauli sehr und dann hatte er ihm das angetan.
 
ÔÇ×Es tut mir leid, dass wollte ich nicht.ÔÇť
 
Der Waldalb sagte das ganz leise. Nur die Goblins, andere scharfe Ohren oder Varmikan mit seine Albenohren konnten h├Âren was er gesagt hatte.
Dann beschloss Dave ebenso auf ihm herum zu haken, weil er versagt hatte. Pavo nahm ihn in Schutz, was Morasa freute. Der alte Goblin hatte sogar ein bisschen Recht. Er wusste wirklich nicht, was Mauli zu essen bekommen sollte. Das Essen was Gasmi ihn hinlegte, nahm er nicht an. Der Nekromant hatte Mauli nicht als Falle f├╝r seine Kameraden zur├╝ckgelassen, daf├╝r hatte er Mauli zu gerne gehabt. Das der Rakshaner ihnen vielleicht schaden wollte, konnte sich Mo vorstellen. Aber seinen Mauli wollte er nicht schaden. Daf├╝r war der Abschied zu freundlich. Mo merkte sich, dass Pavo die Rakshaner genauso hasste wie er selber. Er berichtigte sein Urteil ├╝ber den alten Heiler, jetzt mochte er ihn.
Dave und Wolfi nahmen Mauli mit und verschwanden um ihn zu f├╝ttern.
Als sie wiederkamen nahm sogar Aino ihn in Schutz und sagte Dave etwas zu seinen eigenen Fehlern. Er wollte nicht dass Dave ├ärger bekam, weil er so nachl├Ąssig gewesen war, Mauli zu versorgen. Dabei hatte er Mauli sehr gerne. Aber Aino hatte Recht, dass sie Frieden halten sollten. Und dass er keine Chance hatte in die Gruppe zu finden, wenn sie alle nur seine Fehler sahen und keiner helfen wollte. Das hatte er doch nicht gewollt. Aino verlangte, dass er das Vers├Âhnungsessen perfekt kochen sollte. Morasa hatte vor genau das zu tun. Jetzt nicht nur alleine f├╝r Urako, sondern auch f├╝r Aino und Pavo, weil die zwei zu ihm gehalten hatten und ihn besch├╝tzt hatten. Und genauso f├╝r Dave und Wolfi, weil er sein Wort gegeben hatte.
 
ÔÇ×Danke Pavo und Aino. Das Essen werde ich so gut kochen wie ich kann. Gibt es was, was du nicht essen magst Urako? Oder hast du einen Wunsch was es dazu geben soll? Ich wollte Gulasch machen.
Wegen den Geschenk Dave, ich habs nicht verdient. Du musst mir nichts kaufen. Gib es mir ein anderes mal, wenn ich es verdient hab.ÔÇť
 
Morasa hatte keinen Hunger mehr.
Mauli kehrte zu ihm zur├╝ck und stupste ihn an und wollte sich verdr├╝cken. Der Waldalb hielt den Gul fest und schaute hilfesuchend zu Wolfi.
 
ÔÇ×Wolfi, dein Vater ist Nekromant wie Crize, kannst du ihn ├╝ber Gedanken bitte fragen was Gule essen? Er scheint nichts zu essen von unseren Zeug.
Vielleicht muss es frisch geschlachtet sein? Dann gehe ich auf Jagd f├╝r ihn. Frag deinen Vater, ehe er verhungert.ÔÇť
 
Mo hielt Mauli fest und versuchte ihm etwas von dem H├Ąhnchenfleisch in den Mund zu dr├╝cken, damit er ein bisschen was im Bauch hatte.
 
ÔÇ×Es wird alles wieder gut, es tut mir leid Mauli.ÔÇť
 
 
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#117

Beitragvon Anwolf » Di 20. Jun 2017, 18:23

Wolfi nickte knapp auf Morasas Frage hin. Die meisten Anwesenden verzogen die Gesichter, da Mauli seinen Pestilenz artigen Gestank im Wohnzimmer verbreitete.

Anwolf machte das nichts aus, er war den Gestank der Untoten und Toten gew├Âhnt.

Warum Mauli allerdings nichts fressen wollte, wusste er nicht. Gut Anwolf kannte sich auch nicht mit Untoten aus. Er hatte sich nie f├╝r Nekromantie interessiert, jedenfalls nicht in der Ausf├╝hrlichkeit, wie es sein Vater zu tun pflegte.

Wolfi nahm die Untoten einfach als gegeben hin. Sie waren praktisches Personal. Sie waren an ihren Herren gebunden, sie wurden nicht krank, sie streikten nicht, sie lungerten nicht herum, sich dr├╝ckten sich nicht vor der Arbeit, sie verlangten nie l├Ąngere Pausen oder sogar eine Lohnerh├Âhung, es waren perfekte Bedienstete.

Leibeigene waren selbstverst├Ąndlich auch gute Bedienstete, aber manche von ihnen mischten sich dann doch etwas zu sehr in das Privatleben ihrer Herren ein.

Es war ein schmaler Grat zwischen Aufmerksamkeit und krankhafter Neugier. Irgendwann hatte Wolfis Vater beschlossen, dass jede Aufmerksamkeit f├╝r ihn krankhafte Neugier war.

Da man Leibeigene nicht entlie├č, sondern h├Âchstens versto├čen konnte und Ansgar darin keinen Vorteil f├╝r sich sah, hatte er vor Jahren seine Leibeigenen in Untote ÔÇ×umfunktioniertÔÇť.

Wolfi erinnerte sich nur noch d├╝ster daran. Nicht weil es den jungen Mann anekelte, oder er sich mit Grauen daran erinnerte, sondern aus dem einfachen Grund, weil er sich kaum noch daran erinnerte.

Seine Kindheit und Jugend hatte er in einem Zuhause verbracht, dass andere vermutlich als Abgrund empfunden h├Ątten. Aber im Gegensatz zu seinem Vater und seinem Onkel, hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Linhard das Paradies in diesem Abgrund gehabt.

Auch wenn die Umwelt der kleinen von Hohenfelde scheinbar dem einer D├Ąmonenebene glich, lebten sie darin v├Âllig anders als ihr Vater eine Generation zuvor. Das Wolfis Zuhause kein D├Ąmonenreich mehr war, daf├╝r k├Ąmpfte sein Vater.

Aus diesem Grund musterte Wolfi auch Mauli nicht mit Ekel, Abscheu oder ├ťbelkeit, sondern mit dem Blick mit dem Hundeliebhaber andere Hunderassen bedachten ÔÇô sch├Ânes ÔÇ×TierÔÇť, aber nicht mein Geschmack. Diese Botschaft lag in Wolfis Blick.

Der junge Naridier lie├č sich in den Nexus fallen und rief nach seinem Vater.
Ansgar war nicht in Alessa, sondern praktischerweise in ihrem Herrenhaus in Shohiro.

`Kurzer was ist los?┬┤, fragte Ansgar mental.
`Paps wir haben ein Problem. Also wir haben hier einen Ghul namens Mauli. Das Problem ist, er verwest in unserem Beisein und keiner kann ihm helfen. Sein Besitzer hat vergessen ihn zu f├╝ttern.

Jetzt ist der Mauli fast nur noch Gammelfleisch und er isst ├╝berhaupt nichts mehr.

Weder von unserem H├╝hnerfrikasse noch vom Reis. Dave und ich haben versucht ihm aus der Vorratskammer Fleisch zu geben. Aber scheinbar hat er das auch nicht anger├╝hrt. Sollte uns zu denken geben, was wir hier essen, wenn nicht mal ein verfaulter Ghul das Fleisch futtern m├Âchte. Jedenfalls musst Du mir jetzt erkl├Ąren, was ich tun soll, damit Mauli nicht den L├Âffel abgibt┬┤,
├╝bermittelte Wolfi.

`H├╝hnerfrikasse?┬┤, hakte Ansgar nach.
`Ja, wir haben ihm etwas vom Mittagessen abgegeben, aber er isst es nicht Paps┬┤, erkl├Ąrte Wolfi.

Anwolf sp├╝rte, dass sich sein Vater ├╝ber die ├╝bermittelte Information kringelig lachte.

`Wolfi, siehst Du den Verursacher des Problems in Deiner N├Ąhe mein Kleiner?┬┤,
fragte Ansgar belustigt.
`JaÔÇŽ┬┤, antwortete Anwolf.

`Schneide ihm die Kehle durch, dann hat der Ghul was zu Fressen┬┤, ├╝bermittelte Ansgar lachend.
`Wir haben hier nur L├Âffel liegen. Das f├Ąllt voll auf, wenn ich jetzt in die K├╝che gehe und mit einem Brotmesser wiederkomme. Vor allem wenn ich mich damit hinter den Alben stellen und dann ratschÔÇŽ. Nur Spa├č. Nein dass kann ich nicht machen, weil er einer der Geister ist und Dave mag den Kerl. Die sind Kumpel. W├Ąre bl├Âde wenn ich seinen Kumpel umbringe, dass macht man nicht┬┤, gab Wolfi lachend zu bedenken.

`Ja mache empfinden das als unh├Âflich, ist mir auch schon aufgefallen Du Witzbold. Gut, vergiss den Tipp. Kurzer ein Ghul frisst nur Menschenfleisch. Tote. Bei Euch in der N├Ąhe ist leider kein Friedhof, sonst h├Ąttest Du ihn dort laufen lassen k├Ânnen┬┤, gab Ansgar zu bedenken.

`Na toll, sein Besitzer ist auch ein Waldalb! Ich h├Ątte den v├Âllig umsonst geschlachtet┬┤, lachte Wolfi mental.

`Ein Waldalb? Und Dave mag ihn? Es sind Kumpel? Was hat Dave eigentlich f├╝r ein Tick mit Alben jeglicher Coleur?┬┤, hakte Ansgar nach.
`Keine Ahnung. Er liebt Varmikan, den hast Du ja schon kennengelernt. Varmi ist ein Frostalb. Mit Morasa hat sich Dave gleich gut verstanden und das ist ein Waldalb. Und so eine Lichtalbin auf der Akademie hat ihm einen Affen geschenkt, die fand er von der Optik ansprechend┬┤, ├╝bermittelte Wolfi.

`Eine Lichtalbin? Auch das noch, herje... wir k├Ânnen ja froh sein, dass er den Frostalben gefunden hat┬┤, st├Âhnte Ansgar.
`Genau, der Meinung bin ich auch. Varmi ist meist ein ganz netter Kerl. Paps ich hab ihn schon zweimal ausgenommen┬┤, ├╝bermittelte Anwolf.

`Wer sich ausnehmen l├Ąsst, hat es nicht besser verdient. Alben k├Ânnte der Ghul theoretisch auch fressen, aber ich bin mir nicht sicher. Versuch es nicht, es n├╝tzt nichts, wenn Du da so eine Sauerei veranstaltest und der Ghul l├Ąsst ihn am Ende auch noch liegen. Damit ist keinem geholfen.

Wir machen das anders, Du bist bei Davy wie ich sp├╝re. Ich schicke Dir einen Eilboten mit Fresspaket f├╝r Mauli. Mit den besten Gr├╝├čen an diesen Waldalben. Kl├Ąre ihn auf, dass sein Ghul Menschfleisch braucht und kein H├╝hnerfrikasse!

Meine G├╝te, wer isst ├╝berhaupt H├╝hnerfrikasse? Das abgepuhlte Restefleisch von H├╝hnerknochen. Den Abfall vom Abfall, die Zubereitung von dem Fra├č kann man nicht mal Kochen nennen. Ich glaube das f├Ąllt unter Alchemie, Giftk├╝che. Isst Du den Schei├č gerade etwa?┬┤,
hakte Ansgar nach.
`Nein, ich kam noch nicht dazu, allerdings h├Ątte ich es wohl gegessen. Es sieht essbar aus Paps┬┤, antwortete Wolfi irritiert.

`Vieles sieht harmlos aus und ist es nicht. Und so sieht dieser Schei├č essbar aus und ist es nicht. Das ist genauso wenn Du auf der Speisekarte in einem Restaurant liest ein Potpourri aus schlag-mich-tot.

Das ist eine feine Umschreibung f├╝r ÔÇ×K├╝chenreste vom Vortag mit Durchfall GarantieÔÇť.

Lass die Finger von dem Abfall und vor allem, gib davon nichts den Hunden!
Sie werden krank davon!

Vor allem wenn da Reste von H├╝hnerknochen drin sind.
Warne Dave!

Der Kerl ist genau wie Du viel zu gutgl├Ąubig und harmlos. Euch beide alleine losschicken, die Katastrophe ist vorprogrammiert.

Wie abgemagert ist Mauli, damit ich ungef├Ąhr absch├Ątzen kann was ich Dir schicken muss. N├Ąchste Frage, hast Du dort die M├Âglichkeit den Eilboten zu verarbeiten? Dann m├╝sste ich weniger einpacken. Es w├Ąre ung├╝nstig falls der Gemeine ins Paket guckt und begreift, was er transportiert.

So w├Ąre dem vorgebeugt und Du h├Ąttest etwas Vorrat f├╝r den Ghul. Falls Du keine M├Âglichkeit hast eine Hausschlachtung vorzunehmen, schicke ich Lin vorbei. Ist glaube ich besser, wenn ich Deinen Bruder schicke┬┤,
antwortete Ansgar.

`Schick besser Lin und sag ihm er soll sich beeilen. Es sieht nicht gut f├╝r Mauli aus. Ich wei├č nicht, wie die hier reagieren, wenn wir den Boten in den Keller schleifen.

Das sind zwar alles Entsorger, aber die scheinen manchmal echt zart besaitet zu sein.

Wenn die mich nicht h├Ątten, der hier st├Ąndig f├╝r Ruhe und Ordnung sorgt, es ginge drunter und dr├╝ber. Der Neue zum Bespiel Paps ja, kommt rein. Hallo ich hei├če Mo.

Zwei Sekunden sp├Ąter sagt er zu Urako, das ist hier Dein Vertreter, greif mich an und stirbt. Ich dachte so h├Â?

Ich meine dass ging schneller als auf einer Neujahrsfeier bei uns. Da saufen alle wie ein Loch und jeder will den anderen tot sehen. Aber bei uns warten die Leute mit den Drohungen wenigstens, bis sie alle sch├Ân hacke-dicke-breit sind.

Aber Mo war v├Âllig n├╝chtern! Urako ist dann ausgeflippt, hat rumgeschrien, die Bude demoliert und nun kocht Mo f├╝r ihn. Ich habe Mo ins Gewissen geredet, so kam es zur Vers├Âhnung. Wann meinst Du ist Lin hier?┬┤,
fragte Anwolf.

`Wolfi Du bist eine Marke. In einer Viertelstunde. Pass auf Dich auf M├Ąuschen┬┤, ├╝bermittelte Ansgar liebevoll und trennte die Verbindung.
Anwolf blinzelte und kratzte sich am Kopf.

ÔÇ×Paps schickt Mauli ein Fresspaket, es ist in einer Viertelstunde hier. Mein Bruder bringt es vorbei. Gleich hat Mauli was zu Fressen. Ach und ich soll Dir ausrichten Mo, Ghule fressen ausschlie├člich Menschenfleisch.

Du musst ihn auf einen Friedhof lassen, oder auf einem Schlachtfeld. Oder eben einen Versorger haben, wo Du das Fleisch herbekommst.

Du schuldest mir jetzt 100 Taler. Ich schreib es an, weil ich wei├č dass Du nur noch 17 Taler hast. Allerdings, da es Deine Schuld war, kann ich nicht gro├čz├╝gig sein. Pro Monat werden bei Nichttilgung 15 % Zinsen auf die noch offene Restsumme f├Ąllig.

Die 100 Taler stunde ich Dir, sogar vorerst bis zum n├Ąchsten ersten. Aber f├╝r die erste Stundung verlange ich ebenfalls 15 %.

Das hei├čt ab sofort schuldest Du mir 100 Taler zuz├╝glich 15 %, ergo hast Du ab sofort 115 Taler Schulden bei mir.

Ich werde Dir nachher Deinen Schuldschein ausf├╝llen. Meinen mentalen Dienst, wie auch die Beratung von meinem Vater habe ich jetzt nicht einberechnet. Sieh es als Geschenk, wir verlangen kein Honorar f├╝r unsere Dienste.

Du musst aber rein den Sachwert des Fleisches bezahlen. Wie gesagt 100 Taler, 15 % Zinsen, 115 Taler ab sofort. Und das ist noch g├╝nstig!

Also wag es Dich nicht mit mir zu feilschen. Denn falls Du jetzt feilschen willst, schau Dir Mauli an, er ben├Âtigt das Fleisch dringend. Und vergiss nicht, ich bin der Einzige der Dir die Spezialnahrung f├╝r Mauli besorgen kann.

Drum lasse ich mich nicht aufs Feilschen ein, ich habe Dir schon einen Freundschaftspreis gemacht MorasaÔÇť,
grinste Anwolf freundlich.

Dave musterte Anwolf und hatte M├╝he ein ausdrucksloses Gesicht zu wahren.
Varmikan starrte offen und entgeistert Wolfi an.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#118

Beitragvon Morasa » Mi 21. Jun 2017, 10:02

Morasa
 
wartete ab, als sich Wolfi in Trance befand. Es dauerte l├Ąnger als der Waldalb vermutet hatte. Aber er hatte auch keine Ahnung davon, wie anstrengend oder schwierig es f├╝r einen Magier war Kontakt mit einen anderen Magier aufzunehmen. Es konnte auch schwieriger werden, je weiter der andere Magier entfernt war. Mo fand diese F├Ąhigkeit toll, er h├Ątte es auch gerne gekonnt. Aber hier hatte er kaum jemand mit dem er so reden konnte. Es war sicher besser die Gedanken der anderen nicht zu h├Âren. Vermutlich h├Ątte er sonst doch noch jemand erschossen.
Endlich nach einer Ewigkeit war Wolfi wieder wach und teilte mit, dass Mauli Menschenfleisch als Nahrung brauchte. Mo schockierte das nicht. Und einen Friedhof brauchte er daf├╝r nicht. Er dachte gut nach. Mo wollte sich die kleinen Seitenwege merken, wenn er nachher mit Dave in die Stadt ging. Er w├╝rde Dave ausfragen, wo wenig Trubel war. Wo man ungest├Ârt herumlaufen konnte und wo nachts die Gassen einsam waren. Dort wollte Mo sich auf die Lauer legen um f├╝r seinen Mauli auf Jagd zu gehen.
Das erste Essen hatte Wolfi gleich klar gemacht und bestellt. Mo konnte gar nichts mehr dazu sagen. Aber er hatte auch nichts zu sagen, wenn er Mauli anschaute. Mauli brauchte Fleisch. Jetzt. Sofort. Und es war seine Schuld.
Als Wolfi anfing ohne Ende ├╝ber die Bezahlung zu schwatzen musste Mo sich anstrengen dem Geschw├Ątz noch folgen zu k├Ânnen. Zinsen hier, Stundung da, 15 % von 100 Taler, dass sollten dann auf einmal 115 Taler sein? Morasa glaubte dem Jungen nicht. Aber er traute sich nicht offen vor allen zu fragen. Entweder hielten ihn die Geister f├╝r d├Ąmlich und w├╝rden ihn auslachen. Das w├Ąre nicht gut. Vermutlich h├Ątte er sonst noch jemand erschossen.
Oder sie w├╝rden ihm unterstellen, dass er Wolfi einen L├╝gner schimpfte. Das w├Ąre vermutlich noch schlimmer. Dann h├Ątte er sofort Dave und Varmikan als Feinde gegen sich. Und ganz bestimmt jeden der den Jungen mochte. Mo ├Ąrgerte sich, dass er nicht wusste ob Wolfi die Wahrheit sagte. Er musste rechnen lernen. Dave hatte es ihm angeboten. In vielen Situationen merkte er wie schwer es war, das er nicht rechnen konnte. Ob der Preis stimmte oder nicht, Mo musste ihn sowieso bezahlen f├╝r Mauli. Und wenn Wolfi die Wahrheit sagte, der Preis aber Wucher war, dann musste Morasa das als Lehrgeld abhaken.
Er war ein Idiot gewesen Mauli zu vergessen. Das wollte er sich selber nicht verzeihen und es w├╝rde nie wieder vorkommen. Und er war ein Idiot gewesen, nie lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Gerade wenn man misstrauisch war, sollte man ├╝berpr├╝fen k├Ânnen, was andere einen vorrechneten. Er hielt andere oft f├╝r Idioten. Der einzige Idiot hier am Mittagstisch war er selber. Er schluckte seinen ├ärger ├╝ber seine Dummheit herunter. Er w├╝rde niemanden angreifen, er hatte nicht mal das Recht w├╝tend zu sein. Die einzige Person die einen Pfeil verdiente, weil sie ein Kameradenschwein war, war er.
 
ÔÇ×Von mir aus kostet es 115 Taler. Ich verhandele nicht, dass Fleisch ist f├╝r Mauli. Wenn ich die Taler schneller zusammenhabe, bekommst du sie sofort ausgezahlt. Das ist die einzige Bestellung die ich brauche. Danach besorge ich ihm selber sein Fressen.ÔÇť
 
Morasa schaute k├╝hn zu Wolfi zur├╝ck. ┬áDann ass der Waldalb doch sein Frikassee auf. ┬áEr musste seine Taler jetzt sparen wo er konnte. Mo lauschte auf jedes Ger├Ąusch. Er hoffte das der Bruder von Wolfi sich beeilte.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#119

Beitragvon Anwolf » Mi 21. Jun 2017, 11:30

Es klopfte laut und polternd an der T├╝r. Anwolf stand sofort auf und tippte Morasa auf die Schulter.

ÔÇ×Das wird mein Bruder sein, steh auf und tr├Âdel nicht f├╝r Mauli z├Ąhlt jede Minute! Dass Fleisch darfst Du schon selbst schleppen Mo.

Immerhin wurde es Dir frei Haus geliefert. Ich begleite Dich sicherheitshalber zur T├╝r, ich m├Âchte ja nicht dass Lin einen Pfeil in den Kopf bekommtÔÇť,
grinste Anwolf, packte den Waldalben und zerrte ihn hinter sich her zur T├╝r.

Kaum dort angekommen riss Anwolf freudestrahlend die T├╝r auf. Sein Gesichtsausdruck ├Ąnderte sich so schlagartig, als h├Ątte jemand einen Vorhang herunter gelassen, als nicht Lin, sondern ein dunkelh├Ąutiger Rakshaner mit seltsamer Frisur vor ihm stand.

ÔÇ×Sie w├╝nschen?ÔÇť, fragte Anwolf misstrauisch.
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Re: Aus dem Wald in den Gro├čstadt-Dschungel

#120

Beitragvon Tsounai » Mi 21. Jun 2017, 11:32

Tsounai hatte den weiten Weg von der Chaosfront bis nach Shohiro zur├╝ckgelegt, da ihn sein ehemaliger Herr Tarkan abgeordnet hatte.

Tarkan der Anf├╝hrer der Chaostruppen war befreundet mit Dave, einem Magier und Vorstandmitglied der Geister. Als Zeichen des gegenseitigen Vertrauens, des Respekts und der Freundschaft hatte ihn Tarkan abkommandiert, sich an die Seite des Magier zu begeben und diesen tatkr├Ąftig zu unterst├╝tzen.

Ebenso war es seine Aufgabe f├╝r die Sicherheit des Mannes zu sorgen. Und als Tarkan von den seltsamen Lebensgewohnheiten der B├╝rger der Handelsallianz h├Ârte, konnte er nur eine Entscheidung f├╝r einen einsamen Freund treffen ÔÇô er brauchte einen Rakshaner an seiner Seite.

Denn im Grunde war Dave mit seiner Unterst├╝tzung des Choas nun ebenfalls einer ihrer Leute. Er geh├Ârte dem Chaos an und er geh├Ârte durch seine Freundschaft und seinen Taten der Chaosfraktion an. Was Tsounai geh├Ârt hatte von Tarkan, schien der Wahrheit zu entsprechen.

Die Menschen lebten hier in kalten Steinh├Ąusern und einen gro├čen Zusammenhalt hatte er hier noch nicht erkennen k├Ânnen.

Tsounai war gespannt auf die Person, der Tarkan so viel Respekt und Freundschaft entgegenbrachte.

Und so wie er von seinem Anf├╝hrer erfahren hatte, lie├č sich der Magier auch nicht lumpen, was die Unterst├╝tzung des Chaos anging. Allerdings war das Land, dass er bis jetzt durchreist hatte, v├Âllig anders, als dass was sich Tsounai vorgestellt hatte. Den Rakshaner k├╝mmerte es nicht, solange er nicht fror.

Er nahm fast alles gelassen und mit guter Laune hin. Wenn man sich ├╝ber eine Tatsache oder einen Umstand ├Ąrgerte, ├Ąnderte man nichts an der Situation, nur an der eigenen Laune. Und die lie├č er sich kaum vermiesen. Meist war Tsounai ein gutm├╝tiger und entspannter Zeitgenosse.

Jetzt stand er vor dem Haus, dass ihm genannt worden war und er hatte geklopft. Ein junger Kerl, vielleicht gerade mal Anfang 20 ├Âffnete strahlend die T├╝r. Als er ihn erblickte wurde er sofort misstrauisch.

Der Backfisch hatte eindeutig jemand anderen erwartet. Neben dem jungen Kerl stand ein Alb, dessen Alter Tsounai nicht absch├Ątzen konnte. Auch er schien jemand anderes erwartet zu haben.

ÔÇ×Gr├╝├če und den Segen Rakshors f├╝r Euch meine Freunde! Mein Name ist Tsounai Chalil, ehemaliges Mitglied der Elitetruppe Tarkans der Zebras, ich m├Âchte den Magier Dave sprechenÔÇť, sagte Tsounai freundlich.
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