Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt. Die √ľberlebenden V√∂lker beginnen zu ahnen, dass der Schl√ľssel zur Herrschaft √ľber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W√§hrend die Almanen auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb√ľnde der Schatten sehen in der Magie die m√§chtigste Waffe und f√ľr die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Weißer Kaffee -- 203 n.d.A.

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsm√∂rdern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f√ľr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalit√§t und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Archibald von Dornburg
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Weißer Kaffee -- 203 n.d.A.

#1

Beitrag von Archibald von Dornburg » Do 22. Feb 2018, 13:46

Weißer Kaffee -- 203 n.d.A.

Er wusste nicht was er denken sollte, eine Clanschwester gefallen, dabei gehörte er eigentlich nur zu Dave. Aber das spielte momentan keine Rolle. Sie war eine liebe und anständige Frau gewesen, mit der man abends auch mal bei einem Bier lachen konnte.

Oder nat√ľrlich auch bei einem Kaffee.

Sie hatten nach dem Übeltäter suchen wollen, aber Dave hielt sie davon ab. Ob er tatsächlich mit seiner Vermutung richtig lag? Warum sollte dieser Mann ausgerechnet jetzt zuschlagen?

Das w√ľrde die Verb√ľndeten des Mannes, also Daves Verwandte, nicht dulden. Damit riss dieser Kerl die zarte Pflanze des gerade vereinbarten Friedens mit Stumpf und Stiel aus. Nein er konnte sich nicht vorstellen, dass einer der Hohenfelde ihm dies durchgehen lassen w√ľrde.

Und nach dem was Dave erzählt hatte, war der Verdächtige auch kein Mann, der sich versteckte oder eine Herausforderung scheute.

Er h√§tte sich in der Stra√üe gezeigt, vermutlich nur um Dave zu dem√ľtigen und zu verh√∂hnen. Es gab sicher mehr Schwertmeister als diesen einen, der dazu in der Lage war eine Frau in der Mitte durchzuschlagen.

Der Hass saß bei Dave zu tief um noch objektiv urteilen zu können.

Und bei einer Familienangelegenheit, hätte man Wolfi, Varmikan oder Dave selbst angegriffen. Wozu eine wehrhafte Kriegerin wie es Rinelda war stellen und töten, wenn man sich einen der Magier aus Daves Familie wesentlich leichter vorknöpfen konnte?

Das ergab alles keinen Sinn.

G√§hnend ging er zu seiner Quartiert√ľr und schloss ab. M√ľde rieb er sich die Augen. Morgen fr√ľh w√ľrde die Welt anders aussehen.

Er zog sich aus, legte sich ins Bett und mummelte sich gem√ľtlich in die Decke. In Nardien war es dauerkalt, nicht nur in den N√§chten.

Etwas fiel von der Zimmerdecke auf seine Bettdecke. Der Rakshaner schaute verdutzt, dort saß eine kleine schwarz-grau melierte Maus. Oder etwas das einer Maus sehr ähnelte. Tsounai streckte ganz vorsichtig einen Finger nach dem Wesen aus. Das kleine Geschöpf blieb sitzen und ließ sich von Tsounai mit einem Finger streicheln.

"Dein Fell ist aber weich und flauschig", fl√ľsterte er dem kleinen Wesen zu und kraulte es zwischen den Ohren.

Ganz so als ob es ihn verstehen w√ľrde, schloss es halb die Augen und √∂ffnete das kleine Maul, mit den rasiermesserscharfen Z√§hnen. Die Maus kroch etwas n√§her und blieb erneut hocken.

Tsounai lachte leise.

"Jetzt weiß ich wer Du bist!", lachte der Rakshaner.

Die Augen der Maus verengten sich zu schmalen Schlitzen, fixierten ihn und das kleine Tier richtete sich etwas auf.

"Pulga! Du bist Pulga! Jeelens zahme Ratte, die er immer mit sich herumschleppt. Ich habe Dich noch nie gesehen, Du musst schon entschuldigen. Hallo Pulga, schön Deine Bekanntschaft zu machen. Verrat keinem dass ich mit einer Maus quatsche", grinste er sie gut gelaunt an.

Urpl√∂tzlich war aus der Maus ein Mann geworden. Ein schwarzhaariger, drahtiger, nackter Kerl, dessen K√∂rper mit zahlreichen T√§towierungen geschm√ľckt war. Bevor Tsounai nur einen Ton von sich geben konnte, hatte der Kerl ihn an der Kehle gepackt. Der Griff war unglaublich hart, so dass er noch gerade genug Luft bekam um zu atmen. F√ľr einen Schrei reichte es nicht mehr aus. Der nackte Mann beugte sich ganz nah an Tsounais Ohr.

"Versprochen... ich verrate es keinem...", säuselte er.

Tsounai packte die Hände des Feindes und versuchte sie aufzubiegen, aber die Hände mit den messerscharfen Krallen, packten fester zu.

Das Gesicht seines Angreifers schälte sich aus der Dunkelheit, als er ihm ins Gesicht blickte. Der Mann lächelte. Das Lächeln wurde ein wenig breiter.

"Angst?!?... Du bist so blass... mein rakshanischer Freund... Irgendwie siehst Du aus wie wei√üer Kaffee... falls es sowas √ľberhaupt gibt...", kicherte der Fremde leise und entbl√∂√üte dabei gewaltige Fangz√§hne.

"Bi..t...te...", gelangt es Tsounai hervor zu pressen.
"Gerne", grinste der Mann.

Archibald rollte sich auf den Rakshaner, umklammerte ihn noch fester und rammte ihm die mächtigen Fangzähne in den Hals. Arch trank in maßloser Gier.

Tsounai wehrte sich, strampelte, versuchte sich zu befreien, als ihn auf einmal eine Welle der Lust √ľberrollte. Tonlos st√∂hnend legte er den Kopf zur Seite und streichelte Archibald √ľber den R√ľcken. Archibald l√∂ste seinen Klammergriff und erwiderte die Geste. Fast liebevoll nahm er Tsounai in die Arme und biss fester zu. Archibald trank ohne jede R√ľcksicht auf Verluste.

Die Augenlider des Rakshaners wurde schwer, er w√ľrde m√ľde, er blinzelte.
Schwärze um fing ihn.

Als Jeelen Tsounai am Morgen wecken wollte, muss er die von innen verschlossene T√ľr aufbrechen. Der Mann der einst dunkel wie Kaffee gewesen war, lag schneewei√ü und blutleer tot in seinem Bett.
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"Damaged people are dangerous. They know they can survive." - Josephine Hart

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