Morasas Anwerben -- Schluckspecht Teil1


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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JEELEN
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Morasas Anwerben -- Schluckspecht Teil1

#1

Beitragvon JEELEN » So 11. Jun 2017, 21:30

Morasas Anwerbung - Teil 1

Morasa

umrumdete zuerst die Spelunke. Ein ├ťberblick musste her. Als er sich sicher f├╝hlte verliess er die Deckung und betrat die Spelunke. Sein Bogen war auf seinem R├╝cken geschnallt, sein Dolch in seiner Sch├Ąrpe. Morasa wollte Taler verdienen, nicht alles konnte er selber jagen. Seine Hoffnung war, sich einer Gruppe anzuschlie├čen. Er hatte geh├Ârt, dass es in der Handelsallianz Gruppen gab, die sich wie Familien zusammen schliessen um sich die Arbeit zu erleichtern. Er jagte gerne alleine, aber eine Familie die seine Jagdfreude teilte zuhause zu haben, war viel wert.

Morasas Blick wanderte durch die Kneipe. Er bestellte sich ein Bier und fragte den Wirt nach Arbeit und Ger├╝chte. Viele Gastwirte in Gasth├Ąuser boten kleine Jobs an. Manchmal vermittelten sie die Jobs auch.

Mo sah eine Waldalbin am Feuer stehen und ihren Mantel trocknen der ganz durchn├Ąsst war. Er nahm sein Bier und gesellte sich dazu. Er hob kurz eine Augenbraue bei dem Schauspiel der trocknenden Frau. Sie schien die laute Spelunke genauso zu m├Âgen wie er. Aber der L├Ąrm war besser als die K├Ąlte. Sie sah durchfroren aus.

"Ein Schnaps w├Ąrmt, m├Âchtest du einen?", fragte Morasa die fremde Waldalbin.
Sein Angebot war freundlich gemeint.

Morasa bliess sich eine Haarstr├Ąhne aus dem Gesicht und schaute sich nach Aush├Ąngen um.

**

Die T├╝r der Spelunke ├Âffnete sich und zuerst betraten zwei ├Ąu├čerst gro├če Hunde den Raum. Einer der struppigen Riesen war grau, der andere hatte braunes Fell. Wachsam musterten die beiden Riesen die f├╝r sie seltsame Umgebung, dennoch blieben sie ruhig, stoisch ruhig, genauso wie ihr Herr.

Dave folgte seinen beiden Hunden gemeinsam mit Varmikan. Die beiden setzten sich an den Tresen, w├Ąhrend sich die Hunde neben ihnen ablegten.

Dave bestellte f├╝r jeden ein Gedeck, also einen Schnaps und ein Bier und schaute sich scheinbar desinteressiert in der Spelunke um.

Am Rande bekam er noch mit, wie ein Waldalb sich nach Arbeit und gewissen Aush├Ąngen erkundigte.

Einen Augenblick sp├Ąter gesellte sich der Kerl zu einer weiteren Waldalbin, die es sich an der Feuerstelle mit einem Getr├Ąnk gem├╝tlich gemacht hatte, und sich die N├Ąsse vom Feuer aus den Knochen treiben lie├č.

`Der Waldalb suchte einen Job per Aushang. Damit sind Gesuche gemeint, Steckbriefe, Galgenv├Âgel. Entweder ist er einer von uns, oder ein Kopfgeldj├Ąger. Belausch ihn┬┤, forderte Dave Varmikan mental auf.

Der Magier hatte zwar ein gutes Geh├Âr f├╝r einen Menschen und er achtete stets auf seine Umgebung, schlie├člich geh├Ârte dies zu seinem Beruf, aber gegen die Ohren seines Partners war er taub wie ein T├╝rknauf.

Der Naridier kippte den Schnaps runter und nahm einen Schluck Bier. Dabei h├Ârte er den einzelnen Gespr├Ąchsfetzen zu, die er aufschnappen konnte. Die G├Ąsteschar war bunt gemischt, im Grunde gab es kein Volk, dass in der Taverne nicht anwesend war.

Bis vielleicht auf Farisin, aber denen trauerte Dave eh nicht nach. Seine Erfahrung mit den Wesen war nicht die Beste. Eine Ork war zugegen, mit dem Volk hatte er entgegen der meisten anderen nur positive Erfahrungen gemacht.

Dann gab es noch eine vermutliche Lichtalbin, was Varmikan vermutlich extrem gegen den Strich gehen w├╝rde, Menschen aller Couleur und Shezem. Es war einfach ein bunter Haufen in der Taverne anwesend. Ganz so wie die Stra├čen der Handelsallianz.

Er musterte kurz seinen Partner, der neben ihm sa├č und die zwei Waldalben an der Feuerstelle mit Argusaugen derma├čen anstarrte, als h├Ątte er vor sie umzubringen.
Dave verpasste Varmikan einen Knuff mit dem Ellenbogen in die Rippen und nickte spa├česhalber in Richtung der Lichtalbin.

`Unauff├Ąllig geht anders Klingenohr. Schau die Lichtalbin an, das wirkt nicht so auff├Ąllig. Finde raus, ob der Alb einer von uns ist, versuche herauszuh├Âren was er sucht und achte drauf, ob die beiden zusammen geh├Âren.

K├Ârpersprache und so weiter. Sind sie beim sprechen einander zugewandt?
Wie nah stehen die beiden? Ber├╝hren die sich w├Ąhrend der Gespr├Ąche?

Falls ja versuchen wir beide zu werben, wenn sie passen.
Wenn nicht und nur er der J├Ąger ist, dann sieh zu, dass wir ihn hierher bekommen um ihm ein bisschen auf den Zahn zu f├╝hlen.

Aber subtil Varmi, lade ihn von auf ein Getr├Ąnk ein. Von Alb zu Alb - fernab der Heimat. Oder lass Dir selbst was einfallen. Dein Job, wirb ihn an, wenn er einer von uns ist. Leg los. Mach mich stolz┬┤, schmunzelte Dave in seinen Bierhumpen.

**

Der Frostalb folgte seinem Mann unter Geleitschutz der beiden Hunde in die Taverne. Die Ger├Ąuschkulisse und die W├Ąrme von den vielen anwesenden Personen die ihm entgegenschlug, war fast unertr├Ąglich.

Varmikan blinzelte kurz um sich zu sammeln, als ihm Dave auch schon mental eine Botschaft ├╝bermittelte. Er verfolgte mit dem Blick den Waldalben und h├Ârte genau hin, was dieser zu der anderen Waldalbin sagte.

`Ein Schnaps w├Ąrmt, m├Âchtest Du einen?
Das hat der Waldalb seine Begleitung gefragt.
Folglich trinkt sie wohl nichts Alkoholisches┬┤, antworte Varmikan mental auf Daves Aufforderung.

Das er dann selbst einen "w├Ąrmenden Schnaps" und ein Bier vor die Nase gestellt bekam, verwirrte Varmikan etwas.

Er schob den Schnaps zu Dave her├╝ber. Varmi wollte den Schnaps nicht trinken. Ihm war schon warm genug, zudem wusste er, dass er von dem Kurzen vermutlich sofort einen in der Krone haben w├╝rde.

Er trank sonst so gut wie keinen Alkohol. F├╝r berauschende Zust├Ąnde, gab es angenehmere Stimmungsaufheller als Alkohol, denn davon wurde ihm meist spei├╝bel.

Der Alb musterte kurz das Bier und nahm ebenfalls einen Schluck davon. Einen Moment behielt er die bittere Br├╝he im Mund und zwang sich dann zu schlucken.

Was Dave an dem Zeug derma├čen lecker fand, obwohl er sonst einen erstklassigen Geschmack bei Futter und Getr├Ąnken hatte, entzog sich Varmikans Kenntnis.

Er vermutete, dass hier wohl nur die Wirkung z├Ąhlte und nicht der Geschmack.
Das meiste Naschzeug schmeckte schlie├člich auch so lecker wie ein Kn├╝ppel auf dem Kopf.

Jedenfalls sorgte das kalte Bier daf├╝r, dass er sich nach einigen Moment besser und erfrischt f├╝hlte.

Varmikan musterte kurz sehns├╝chtig die T├╝r und fragte sich, warum es keine Pl├Ątze drau├čen vor der Taverne gab, so wie er es schon bei einigen anderen L├Ąden in Shohiro gesehen hatte.

K├Ąlteempfindliche V├Âlker sa├čen nachts genauso drau├čen, nutzen aber Decken um sich vor der K├Ąlte zu sch├╝tzen. Er hatte immer gerne drau├čen gesessen, aber jetzt hier die ganze Zeit herum zu maulen und aufzuz├Ąhlen was ihm alles nicht passte, warf nicht gerade ein gutes Bild auf ihn.

Wenn er nicht mal f├╝r f├╝nf Minuten eine Umgebung ertrug, die ihm zusetzte, was sollte Dave dann von ihm denken? Zuverl├Ąssigkeit und Loyalit├Ąt sah anders aus.

Dave knuffte ihn in die Rippen und deutete auf eine Lichtalbin. Varmikan musterte die blasse Frau. F├╝r einen Moment dachte er aufgrund der Optik der Albin an seine Heimat und die dortigen, herrlichen frostigen Temperaturen.

Der Frostalb schmunzelte kurz wehm├╝tig und nahm noch einen Schluck Bier. Die Frau war hier genauso fremd wie er, auch wenn sie eine Todfeindin war. Varmikan stand nicht der Sinn danach sie anzugreifen. Sie hatte ihm eine nette Erinnerung geschenkt, auch wenn sie davon nichts wusste.

Varmikan hing gerade noch seinen Gedanken nach, als Dave ihn aufforderte die beiden Waldalben oder wenigstens den Kerl anzuwerben, wenn er einer ihrer Zunft war.

Das die beiden vor dem Feuer standen, hatte Dave entweder bewusst ignoriert, oder es war ein Test. Varmi vermutete Letzteres, denn der letzte Satz, war eine Herausforderung - die konnte Sternchen haben wenn er wollte.

Aber daf├╝r erwartete Varmi auch eine entsprechende Belohnung, wenn ihm die Aufgabe gelang.

Die K├Ârpersprache der Waldalben war Varmikan genauso unbekannt wie die der anderen V├Âlker. Also belauschte er die beiden einfach einen Moment und schaute sie sich ganz genau an.

Der Frostalb nahm noch einen gro├čen Schluck aus seinem Humpen, ehe er zu dem Waldalb her├╝ber ging.

"Du suchst Arbeit? Da k├Ânnen wir helfen. Einladung", sagte Varmikan leise und deutete zum Tresen.

**

Shocai mochte keine G├Ąste, die nur Leitungswasser wollten und sich dann auch noch am Feuer w├Ąrmten und einen Sitzplatz f├╝r zahlende Kundschaft blockierten. Und der Chef mochte sie noch weniger. Shocai w├╝rde ├ärger kriegen. Es gab zwar noch gen├╝gend freie Pl├Ątze in der Taverne, aber die Furcht vor der j├Ąhzornigen Mumie war gro├č. Darum f├╝llte er die Feldflasche auf und sagte: "Macht f├╝nf Handelstaler. Ihr k├Ânnt Euch so lange w├Ąrmen, wie ihr wollt."

Nachdem er die Dame bedient und diese platzgenommen hatte, kam er seinen ├╝blichen Pflichten als Kellner nach. Ein weiterer Waldalb betrat den Schankraum und erkundigte sich nach Ger├╝chten. Klugerweise, nachdem er ein Bier bestellt hatte und so plauderte Shocai drauf los, w├Ąhrend er das Bier einf├╝llte.

"Eine Expedition zum Mittelpunkt Tasmerons, die aber spurlos verschollen ist. Und eine zweite auch. Keine Ahnung, was die da unten gesucht haben. Wahrscheinlich sind alle tot, aber keiner traut sich, nach ihnen zu suchen. Die Zwergenfestung Dunkelbruch steht kurz vor dem Fall, die Truppen des Chaos sind auf dem Vormarsch. Der gute Tarkan heizt ihnen ordentlich ein, hat jetzt eine Luftstreitmacht. In Almanien r├╝hrt sich etwas, dem man noch keinen Namen geben kann. Irgendwas aber ist da im Anmarsch, das meint man zu sp├╝ren. Und nicht zuletzt ein irrer Massenm├Ârder namens Gelber Goblin in Obenza, vor dem sich sogar die B├╝ttel f├╝rchten. Zerst├╝ckelt seine Opfer. Allerdings fehlt mir das Verst├Ąndnis, was daran jetzt so schlimm sein soll, da im Eismeer unter den Sandj├Ągern so was zum guten Ton geh├Ârt." Er zuckte die Schultern. "F├╝r den Gelben Goblin gibt es jedenfalls vermutlich ein betr├Ąchtliches Kopfgeld."

Zwei abnorm gro├če und wegen der N├Ąsse stinkende Hunde betraten den Schankraum, gefolgt von ihren beiden Herrchen. Die G├Ąste drehten sich alle gleichzeitig in Richtung der riesen Viecher um und Gemurmel brandete auf, mehrere Blicke richteten sich gleichzeitig auf Shocai, damit der etwas unternahm. Jetzt musste er auch noch einen Hundebesitzer darauf hinweisen, dass seine geheiligten Lieblinge bei dem Sauwetter drau├čen bleiben mussten. Wenn er Pech hatte, verk├╝ndete der mit Pauken und Trompeten, dass er nirgendwo einkehren w├╝rde, wo seine Hunde unerw├╝nscht waren und erhobenen Hauptes herausstolzieren, um ├╝berall herumzuerz├Ąhlen, dass im Schluckspecht nur Hundehasser w├Ąren. Der eine sah auch noch ziemlich wohlhabend aus, wenn er Pech hatte, verf├╝gte dieser ├╝ber nahmhaften Einfluss.

Augen zu und durch.

Shocai bediente sie zuerst und warf sich l├Ąssig das feuchte Geschirrtuch ├╝ber die Schulter, um cool auszusehen. "Verzeihen Sie, meine Herren, aber Hunde m├╝ssen leider drau├čen bleiben. Ich k├Ânnte aber mit zwei Knochen zur Besch├Ąftigung dienen." Nach diesem Satz hielt er ohne es zu merken, vor lauter Anspannung die Luft an. Lahiko feixte an der Bar und drehte sich zu ihnen um, um das folgende Schauspiel nicht zu verpassen, w├Ąhrend er einen rot-wei├č-gestreiften Cocktail schl├╝rfte, der farblich zu seiner Haut passte. Er zirpte gut gelaunt vor sich hin, w├Ąhrend Shocai vor Anspannung mit der Hand, die das Gerschirrtuch hielt, den Stoff zerquetschte.

**

Varmikan musterte den Shezem ├╝ber die Schulter. Statt der Hunde w├Ąre er gerne nach drau├čen gebeten worden. Frostalben sind hier unerw├╝nscht, lassen sie ihren Kerl drau├čen vor der T├╝r warten, anstatt in der Hitze umkommen!
Aber leider war das nicht der Fall.

Im Gegenteil, der Shezem wusste gar nicht, in welche Gefahr er sich begab.
Er wagte es sich die heiligen Hunde von Dave nach drau├čen zu bitten.

Varmikan hoffte inst├Ąndig, dass Dave jetzt kein Fass aufmachte, denn ein Angriff auf seine Hunde nahm er pers├Ânlicher, als einen Angriff auf sich selbst.

Gut wer ihn und seine obskure Familiengeschichte nicht kannte, konnte auch nicht begreifen, welchen enormen Stellenwert seine Hunde hatten, allen voran Fedor.

Varmikan warf einen r├╝ckversichernden Blick auf seinen Mann.

Dave hatte mitten in der Bewegung innegehalten und musterte mit geradezu versteinerter Miene den Shezem ohne zu blinzeln. Der Frostalb atmete einmal kurz durch. Das konnte ja heiter werden!

`Dave lass es sein! Sofort! Halt die F├╝├če still und mach keinen Aufstand! Du wolltest dass ich den Waldalben anwerbe, wenn Du hier einen Streit vom Zaun brichst, oder eine Messerstecherei, oder dem armen Fisch das Hirn p├╝rierst wird das nichts.

Der kann nichts f├╝r die Gesch├Ąftsbedingungen hier, der bedient hier nur! Denk logisch nach. Ich regele dass, Du bist leise┬┤, ├╝bermittelte Varmikan und warf Dave einen vielsagenden Blick zu, zeitgleich stupste er Dave mental an.

"Kein Problem. Dass Hunde hier drin nicht erlaubt sind, haben wir nicht gewusst. Dass solltet Ihr drau├čen dran schreiben. Danke f├╝r die Knochen. Gib sie meinem Mann, er gibt sie seinen Hunden, denn die Tiere nehmen nichts von Fremden. Sie lassen sich auch von Fremden nicht anfassen", erkl├Ąrte Varmikan dem Shezem freundlich.

**

Dave starrte Varmikan einen Moment lang an, ehe er sich dem Shezem zuwandte. Auf den Stupser von seinem Mann reagierte er nicht. Immerhin hatte Varmikan geh├Ârt, welche unversch├Ąmte, geradezu beleidigende Bitte der Shezem an sie gerichtet hatte.

Und ein Schild hatte auch nicht drau├čen gestanden, das jeden Hundebesitzer warnte, seine Taler lieber wem anderes in den Arsch zu stopfen.

F├╝r einen Sekundenbruchteil ├╝berlegte Dave, ob er die Hunde auf den Shezem hetzen sollte. Wer so Hunde feindlich eingestellt war, hatte es eigentlich verdient von zwei anst├Ąndigen Hunden zerrissen zu werden. Zudem war es immer erhebend zu sehen, zu welchen Glanzleistungen gute Hunde f├Ąhig waren.

Aber die Aktion w├╝rde Varmi ihm gewaltig krumm nehmen. Und er w├╝rde sich selbst wohlm├Âglich noch eine Sperre von seinem Schatz einhandeln, nur f├╝r diesen verr├╝ckten Fischkopf. Auf seinen Mann auch nur eine Nacht zu verzichten, hatte Dave keine Lust. Und schon gar nicht f├╝r den Kellner.

Zudem, gestand er sich ein, war dies eine ├╝berzogene Reaktion. Zumal er selbst immer sagte, erste Pflicht - Ruhe bewahren. Soweit das m├Âglich war, hielt er sich fest an diesen Grundsatz.

Aber wie sollte man ruhig bleiben, wenn von einem verlangt wurde, dass man seine Hunde drau├čen lie├č, nur weil ein paar Hasenf├╝├če, die aufrecht unter einem B├╝gelbrett durchgehen konnten sich vor ihnen f├╝rchteten?

Das war doch an L├Ącherlichkeit kaum noch zu ├╝berbieten. Welche Bitte kam als n├Ąchstes? Ohne Robe zu erscheinen, weil Magier be├Ąngstigend waren?

`VERSTANDEN!┬┤, stimmte Dave Varmikan mental grummelig zu.

Der Magier wusste, dass sein Schatz Recht hatte, trotzdem war er zerknirscht und dass lie├č er Varmikan einen Moment lang sp├╝ren.

Gleich klein beizugeben entspannte zwar die Situation, aber nicht ihn!

Dave musterte Fedor und Brownie als ob er sie nie wieder sehen w├╝rde, streichelte beide ausgiebig und k├╝sste sie dann auf den Kopf. Der Magier ging zur T├╝r und lie├č beide Hunde nach drau├čen.

"Ablegen", sagte er leise zu den beiden und deutete auf einen Platz, etwas abseits neben der T├╝r. Fedor und Brownie machten es sich dort gem├╝tlich und schauten mit treuem Blick zu ihrem Herrn auf.

"Bedankt Euch bei dem Sprotten-Buckel, mir passt dass auch nicht meine M├Ąuse. Dauert nicht lange, ich beeile mich. Bleibt an der Wand liegen", antwortete Dave auf ihre Blicke. Er kehrte zur├╝ck in die Taverne, setzte sich wieder an den Tresen und stupste seinen Mann doch liebevoll mental an.

"Die Knochen kannst Du behalten", sagte Dave dem Shezem tonlos.

"Falls Du trotz Deines Verhaltens doch noch ein Trinkgeld erhalten m├Âchtest, wiederhole was Du gesagt hast, als wir reingekommen sind. Du hast etwas ├╝ber einen gelben Goblin gesagt. Wiederhole es. Erz├Ąhl mir alles, was Du ├╝ber ihn wei├čt oder geh├Ârt hast", forderte Dave den Shezem auf.

`Was ist mit dem gelben Goblin?┬┤, fragte Varmikan verdutzt.

`Jozo - genannt der gelbe Goblin, ist ein ehemaliges Zunftmitglied von uns und der Ex-Partner von Gasmi. Wir hielten ihn alle f├╝r tot, aber der Kerl lebt noch. Und glaube mir Klingenohr, dem m├Âchtest Du nicht begegnen.

Ein ├Ąu├čerst t├Âdlicher Gegner. Wahnsinnig, t├Âdlich, verr├╝ckt. Wie ich Dir einst sagte - Du bist kein M├Ârder, sprich kein Jozo.

Jozo liebt es seine Opfer zu zerst├╝ckeln, teilweise aufzufressen und vorher zu missbrauchen. Meist zieht er ihnen die Haut ab. Er ist ein Meister mit dem Messer. Und er ist tats├Ąchlich gelb. Sonnengelb.

Drum nannte ihn Gasmi nur seinen Butterkeks. Wir haben erst vor kurzem erfahren, dass er noch lebt. Und wenn ich mehr herausfinden kann, umso besser. Allein schon wegen Lydias Sicherheit.

K├╝mmere Du Dich um den Waldalben, ich erkl├Ąre Dir die Sache mit Jozo Zuhause┬┤, antwortete Dave gedanklich.

`Der Ex-Mann von Gasmi?┬┤, hakte Varmikan mental nach.
`Richtig┬┤, pflichtete Dave auf gleichem Weg bei.

Der Magier widmete seine Aufmerksamkeit dem Shezem vor ihm. Er war zwar immer noch zerknirscht ├╝ber die Forderung des Fischkopfes, aber vielleicht w├╝rde eine gute Information, seine Nerven beruhigen, dachte sich Dave.

**

Einen Moment lang blickte der Mensch drein, als w├╝rde er Shocai auf der Stelle zu Hundefutter verarbeiten und der sah sein letztes St├╝ndlein gekommen. Dann aber brachte er die beiden Riesenviecher doch nach drau├čen, ohne ein Widerwort von sich zu geben. Shocai atmete erleichtert aus und schrumpfte dabei um einen halben Kopf. Der Haischwanz, der ihm vor lauter Aufregung zus├Ątzlich zu den Beinen gewachsen war, zog sich wieder ein. Als der zur├╝ckgekehrte Mensch nach Informationen ├╝ber den Gelben fragte, runzelte Shocai die Stirn.

"Also ich kann euch auch nicht viel mehr dazu sagen, als dass es sich um einen gelbh├Ąutigen Goblin handelt, der Leute zerhackst├╝ckelt und vor dem sich sogar die Ordnungskr├Ąfte in die Hosen machen. Die Nachtw├Ąchter streiken wegen dem, was es auch nicht besser macht. Ich hab das von den G├Ąsten aufgeschnappt."

Er wies mit dem Kopf in Richtung eines Tischs, wo ein mitgenommen aussehender Orkmickerling mit seiner Begleiterin sa├č und dieser verzweifelt versuchte zu erkl├Ąren, wohin er letzte Nacht verschwunden war. Sie widerum unterstellte ihm einen Seitensprung und dass seine Geschichte vom Gelben Goblin nichts als eine L├╝ge und faule Ausrede w├Ąre.

"Der gute Mann da ist ihm offenbar leibhaftig begegnet - und hat die Begegnung ├╝berlebt", sagte Shocai. "Den k├Ânntet ihr nach Details fragen, er wei├č sicher mehr. Aber seine Frau scheint sauer auf ihn zu sein, mit der w├Ąre ich vorsichtig. Die hat erst vor wenigen Stunden eine ausgebildete Almanensoldatin in Grund und Boden gepr├╝gelt. Mit diesem Tisch." Er klopfte mit der flachen Hand auf den massiven Eisentisch, an dem der Mensch und der Frostalb sa├čen. "Sie ist besoffen und schlecht gelaunt. Es ist fraglich, ob sie euch mit ihrem Liebsten reden l├Ąsst."

**

Dave h├Ârte dem Shezem aufmerksam zu und musterte dann den Ork, der scheinbar die Begegnung mit Jozo ├╝berlebt hatte. Dave gesellte sich zu der Ork und ihrem mickrigen Freund.

"Wie ich h├Ârte hattest Du angeblich eine Begegnung mit dem gelben Goblin Ork. Du siehst nicht gerade so aus, als w├╝rdest Du ihm Paroli bieten k├Ânnen und so eine Begegnung ├╝berleben. Da muss ich Deiner Begleiterin schon Recht geben.
Ist es Fakt? Bist Du dem gelben Goblin tats├Ąchlich begegnet? Wenn ja wo? Wo genau? Was hat er getan? Und vor allem was hast Du getan, dass Du ├╝berlebt hast?", fragte Dave neugierig.

Er musterte die brachial-brutal aussehende Orkfrau und nickte ihr knapp zu.

"Was m├Âchtest Du trinken? Egal was, geht auf meine Kappe.
Ich will die Geschichte von Deinem kleinen Begleiter h├Âren. Entweder hat der Kerl mehr Gl├╝ck als Verstand, oder er einer der Besten Aufschneider denen ich je zugeh├Ârt habe", sagte Dave und musterte den kleinen Ork.

Irgendwie erschien es total paradox, dass so ein nasses Hemd die Begegnung mit Jozo ├╝berlebt haben sollte.

Bei der Ork h├Ątte es Dave nicht gewundert. Die Frau sah aus wie Seddik, nur kleiner und nicht so blass wie sein gewaltiger Kumpel.

Vermutlich h├Ątte sie Jozo einh├Ąndig totgeschlagen und dabei noch problemlos zu Mittag gegessen. Falls die beiden sich nicht das Hirn aus dem Sch├Ądel gev├Âgelt h├Ątten bei einer Begegnung.

Jozo liebte es martialisch und die Frau sah derma├čen nach Kerl aus, dass Jozo von ihrem Anblick schon einer abgegangen w├Ąre, schmunzelte Dave gedanklich.

**

Skugga betrachtete den Bleichling mit einem Abscheu, als w├╝rde dieser Schei├če im Gesicht kleben haben. Nicht nur, dass der Typ sich als Mensch an den Tisch zweier Orks setzte, was bereits eine Beleidigung f├╝r sich war, nein, er sprach obendrein zuerst Frosch an.

"H├Âr zu, Affengesicht", schnauzte sie. "Wenn du mit Orks redest, sprichst du mit dem Anf├╝hrer und fragst ihn um Erlaubnis, bevor du seine Anh├Ąngsel dumm von der Seite anmachst! Wir sind hier nicht in einer deiner widerlichen Menschenst├Ądte, wo man Gesetze per Abstimmung beschlie├čt - an diesem Tisch sitzen Orks, also hast du dich auch orkischem Gesetz zu beugen! Es z├Ąhlt nur das Wort des Anf├╝hrers! Der kleine Schei├čer hat hier nichts zu melden und er wird das Maul nicht aufmachen, bevor ich es nicht erlaube!"

Sie betrachtete den wei├čh├Ąutigen Mann hasserf├╝llt, seine spie├čerhaft gepflegte Erscheinung mit dem rasierten Gesicht und den s├Ąuberlich geschnittenen N├Ągeln, seine alberne Robe, witterte die alchimistischen Pflegesubstanzen, mit denen Menschen sich andauernd vollschmierten. Sie wollte schon den Schemel unter Froschs Hintern hervorziehen und dem Menschen ├╝ber seinen viel zu glatten Sch├Ądel ziehen, als dieser f├╝r die Informationen eine Bezahlung anbot. Skuggas Hand, die schon in Richtung Froschs Ges├Ą├č gewandert war, um das Sitzm├Âbel zu packen, machte einen Schwenk und verpasste ihrem Begleiter nebenbei eine Backpfeife, als w├Ąre es ihr nur darum gegangen und wanderte danach zur Speisekarte.

"Shociwoki", br├╝llte sie und der Kellner eilte herbei. Ohne eine ├ťberleitung zu dem vorher gesagten herzustellen, gab sie ihre Bestellung auf. "Eine K├Ąseplatte als Vorspeise und als Hauptgang eine doppelte Portion Rubinbarrakuda, dazu ein Fass Geymash und ein Krug vergorene B├╝ffelmilch f├╝r mich. Als Nachtisch nehm ich den Ork, den ich schon das letzte Mal hatte. Er soll auf Knien mit gesenktem Kopf auf mich warten, den Arsch zur T├╝r gekehrt. Alles auf die Rechnung von der Bleichhaut da."

Sie schlug die Karte wieder zu und warf sie vor sich auf den Tisch. Sie schickte dem Menschen einen streitlustigen Blick her├╝ber. Aus reiner Provokation hatte sie die teuersten Speisen gew├Ąhlt. Wenn er nicht damit einverstanden war, ihr diese f├╝rstliche Mahlzeit samt fleischlichem Vergn├╝gen zu spendieren, w├╝rde Frosch nicht eine einzige Silbe verlauten lassen. Skugga stand bis zu den Ohrenspitzen unter Adrenalin. Sie hatte letzte Nacht keinen Sex gehabt, weil Frosch sich sonstwo rumgetrieben hatte und der Kampf gegen die Almanin war nur ein Tropfen auf den hei├čen Stein gewesen, um ihren Zorn zu stillen.

**

Jemand war neben Alaryah aufgetaucht. Sie schaute den Neuank├Âmmling einen Moment lang an, dann erinnerte sie sich, dass sie ja noch antworten musste. "Oh, sehr nett, danke.", sagte sie schlie├člich, sch├╝ttelte dann jedoch den Kopf. "Ich bleibe lieber bei meinem Getr├Ąnk hier.". Sie hob knapp ihren Becher mit dem Wasser. "Wisst ihr, ich vertrage diese Art Getr├Ąnke nicht sonderlich gut. Ausserdem...", Alaryah ├╝berlegte einen Moment. "...bin ich immer in so einer Art, nunja, sagen wir, Alarmbereitschaft?". Dann verzog die zierliche Albin kurz das Gesicht. "Verzeiht, aber wir haben uns noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Alaryah. Alaryah Schattenwind. Wer seid ihr und was bringt euch an diesen..." Alaryah zuckte etwas zusammen, als irgendwo mehrere Gl├Ąser laut scheppernd zu Bruch gingen "...an diesen...Ort?".
Schlie├člich drehte sich Alaryah etwas, sodass weitere Teile ihrer Kleidung trocknen konnten. Der Streifen aus blauer Schminke, der senkrecht ├╝ber ihr linkes Auge verlief, hatte mittlerweile seine Form verloren. Der Regen hatte ganze Arbeit geleistet. Alaryah kramte ein kleines Tuch hervor und wischte sich die Reste der Schminke so gut es eben nur ging aus dem Gesicht. "Werdet ihr euch hier l├Ąnger aufhalten?", fragte Alaryah anschlie├čend und nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Becher.

**

Dave musterte die Orkfrau und ihren Zustand. Jeder aus der Gosse gezogene Penner war reinlicher als dieses vor Dreck starrende, parasitenzerfressene Mannweib.

"Kellner, Ihr habt die Dame in froschfotzen Gr├╝n geh├Ârt. Liefert und zwar z├╝gig", sagte Dave freundlich.

"Interessante Vorspeisenwahl. Und was nimmt die Madame als Hauptgang? Ihr seid doch nicht auf Di├Ąt. Euer Umfang l├Ąsst nicht darauf schlie├čen. Bitte nur keine falsche Zur├╝ckhaltung, es geht doch auf mich.

Wo bleiben meine Manieren, vielen Dank f├╝r die freundliche Aufkl├Ąrung. Selbstverst├Ąndlich habe ich verstanden. Gut, ich soll also zuerst mit dem Anf├╝hrer sprechen.

Eigentlich kein Problem, kommt er heute noch wieder um seinen Clown und seine Hure abzuholen, oder dauert das was l├Ąnger? Ich bin nicht ewig in Geberlaune...", sagte Dave liebensw├╝rdig.

Die Bitte des Shezem hatte ihn auf Krawall geb├╝rstet und das sein Kerl gleich als Friedensbotschafter eingeknickt war, machte die Sache f├╝r Dave nicht besser. Da kam diese Ork und ihr Gehabe gerade Recht.

Dave schnappte sich die Karte die die Ork weggeworfen hatte und st├Âberte kurz darin herum.

"Schnaps", befahl er Shocai und musterte die Ork herausfordernd.

**

Varmikan starrte seinen Kerl wie vom Donner ger├╝hrt an und wurde noch eine Spur bleicher als er sonst schon war. Dave h├Ârte scheinbar nicht nur schlecht, er schien auch blind wie ein Maulwurf zu sein.

`Meine Fresse, ich w├╝rde Dich gerne behalten Dave! Bist Du verr├╝ckt oder lebensm├╝de? Bei Malgorion, antworte nicht! Du bist es! Alles nur wegen den Hunden!

Kannst Du nicht einmal gehorchen? Einmal?
Ein einziges, verschissenes Mal?
Mir geht es darum, dass Dir nichts passiert, Du d├Ąmlicher Hornochse!

Aber nein, der Herr von Hohenfelde wei├č ja alles besser!

Komm Du mir mal nach Hause. ├ťber die Nummer sprechen wir nachher nochmal unter vier Augen! Wenn ich bei Deiner Verteidigung umkomme, bist Du schuld.

Wenn Du umkommst, dann frage ich Deinen Bruder, ob er Dich zur├╝ckholt. Koste es was es wolle. Ich zahle alles, jeden m├╝den Pissling.
Ich liebe Dich Sternchen... falls ich es Dir gleich nicht mehr sagen kann, wei├čt Du es jetzt schon mal┬┤, ├╝bermittelte Varmikan stinksauer und stellte sich sch├╝tzend hinter seinen Kerl.

`Varmi-M├Ąuschen┬┤, ├╝bermittelte Dave und warf ihm einen Kuss zu.

`Nichts Varmi M├Ąuschen, Du kannst Dich nachher warm anziehen, ich schw├Âre es Dir Dave. Du kostet mich Nerven Sternchen┬┤, antwortete Varmikan w├╝tend.

"Rede oder verzichte Ork. Deine Wahl. Entweder willst Du fressen und ficken, oder Du willst es nicht. Was ist mit dem gelben Drecksack? Hat Dein Hans-Wurst den hier nun gesehen oder nicht?", fragte Varmikan.

**

Der Fisch spurtete davon und brachte dem Menschen eiligst den geforderten Schnaps, kurz darauf auch die K├Ąseplatte. Bis dahin sagte Skugga nichts. Raue Umgangsformen war sie gewohnt und die beabsichtigten Beleidigungen kratzten sie nicht die Bohne. Daf├╝r h├Ątten die Schwachk├Âpfe schon andere Kaliber auffahren und beispielsweise weiter mit Frosch reden m├╝ssen, anstatt mit ihr. Oder ihr vorwerfen, sie w├Ąre die Hure von diesem kleinen Schei├čer. Die Hure vom Anf├╝hrer zu sein, war schlie├člich nichts Negatives. Von daher betrachtete sie das Ganze eher als einen Versuch, sich orkischen Sprachgewohnheiten anzupassen und lie├č es dabei bewenden.

Endlich, der erste Gang. Sogleich unterteilte sie es in genie├čbar und ungenie├čbar. Sie rollte und schubste die Brocken Schimmelk├Ąse mit den Fingern zu Frosch. Verschimmeltes Essen sah diesen bleichh├Ąutigen Kackbratzen ├Ąhnlich, die es erfunden hatten. Das w├╝rde sie nicht anr├╝hren. Skugga spie├čte stattdessen ein nach Nuss duftendes St├╝ck Hartk├Ąse auf und kaute. Nicht schlecht.

Derweile analysierte sie die zwei Bleichlinge. Wie bei diesen minderwertigen Kreaturen ├╝blich, war nicht klar zu erkennen, wer von denen rangh├Âher war. Skugga hasste diesen Zustand, da sie keine Lust hatte, versehentlich mit dem Handlanger zu sprechen. Sie analysierte daher sehr genau die K├Ârpersprache der beiden und kam zu dem Schluss, dass der Alb wohl die Hosen anhatte. Erst, nachdem auch der doppelte Rubinbarrakuda geliefert worden war und Skugga sich daher eines Gro├čteils ihrer Bezahlung sicher sein konnte, lie├č sie sich zu einer Antwort herab.

"Frosch, erz├Ąhl diesem Shrimp dein M├Ąrchen." Dabei nickte sie in Richtung des Wei├čhaarigen.

Sie knackte derweile die K├Âpfe der Fische ab und schubste sie zu ihm her├╝ber, w├Ąhrend sie selbst sich ├╝ber die Filets hermachte. Unter normalen Umst├Ąnden h├Ątte Frosch f├╝r sein unerlaubtes Fortbleiben zwei Tage gehungert, doch da es schon mal kostenloses Futter f├╝r sich und ihn gab, sah Skugga die Sache eher praktisch und gab ihm die Dinge ab, die sie selber nicht essen wollte.

**

"Also, das war n├Ąmlich so", begann Frosch unsicher, nachdem Skugga ihm befohlen hatte zu sprechen, w├Ąhrend er nebenbei die geronnenen und verschimmelten Milchklumpen a├č. "Wir waren im Shortys. Das ist so ein gammliges, kleines Loch von Kneipe, nicht mit dem hier zu vergleichen und man findet sie nur, wenn man wei├č, wo sie zu finden ist. Die lassen da auch nicht jeden rein, wei├čt du?" Er sagte das im kl├Ąglichen Versuch, irgendwie elit├Ąr und besonders zu klingen. "Skugga war gerade im Hinterzimmer was einkaufen. Ich wollte derweile ein Bier trinken, aber pl├Âtzlich setzte sich dieser Kerl an meinen Tisch und hat mich geknutscht. Einfach so."

Dabei bekam Frosch dunkle Ohren. Er wurde nicht gerade oft angebalzt. Genau genommen nie. Die Erfahrung war schrecklich geendet, aber sie hatte interessant begonnen, auch wenn er sich eigentlich nicht f├╝r M├Ąnner interessierte. Es hatte seinem mickerlichen Ego geschmeichelt.

Skugga zischte feindselig. "Das hast du vorher nicht erz├Ąhlt! Wieso hast du dich von dem knutschen lassen, h├Ą? Von einem Goblin?! Bist du eklig oder was?"

"Vorhin hatte ich auch noch nichts zu Essen. Ich hatte Hunger, darum hab ich es vergessen zu erw├Ąhnen", entgegnete Frosch spitz. Immerhin konnte er nichts f├╝r all das, was geschehen war. "Aber da bin ich pflichtschuldig aufgestanden, habe sein Bier umgeschubst, ihm gesagt, dass er ein bl├Âder Zitronenkopf ist und bin rausgegangen." Er musste sich ja nicht ganz so schlecht dastehen lassen, wie er wirklich dagestanden hatte. "Er ist mir aber hinterhergekommen. Du hast halt einen guten Geschmack und solltest dir meines Marktwertes bewusst sein."
"Konkrete Ma├če haben nichts mit Geschmack zu tun", entgegnete Skugga trocken.
Frosch lie├č die Ohren h├Ąngen. "Na ja. Dann hat er mir jedenfalls ein Messer an den Hals gehalten, wogegen ich nichts machen konnte und wollte ... ├Ąh ..."

├ängstlich sah er zu seiner Begleiterin her├╝ber und traute sich nicht mehr, zu Ende zu reden. Er f├╝hlte sich wieder klein und wertlos. Aber pl├Âtzlich hellte sein Blick sich auf.

"Dann kam der gro├če Tiefling! Wir haben Seite an Seite gek├Ąmpft und der doofe Goblin hatte trotz seiner gemeinen Waffe Angst vor unserer ├ťbermacht und ist abgehauen. Wir haben es ihm ordentlich gegeben! Der Tiefling hat mich gelobt, wie gut ich gek├Ąmpft habe und hat mir viel Geld daf├╝r angeboten, dass ich ihn zu seinem S├Âldnerlager begleite. Aber ich hab gesagt: Nein, mein Platz ist unter den Stiefeln von Skugga. Da war er traurig, hat es aber akzeptiert. Weil es schon sp├Ąt war, haben wir in einem Lagerhaus am Hafen geschlafen. Ach nein, vorher haben wir noch einen Kopf gefunden mit einer Liste im Mund. Der Tiefling war ziemlich erschrocken, aber ich hab ihm den Zettel da rausgeholt, damit er nicht zusammenklappt, war ja auch ein harter Kampf gewesen. Lauter Namen standen da drauf. Das hat ihn aus irgendeinem Grund w├╝tend gemacht und er hat ihn eingesteckt. Dann sind wir zum Lagerhaus gegangen. Ich hatte die Idee, dass das sicherer ist, als sofort zum selben Ort zur├╝ckzukehren. Und darum bin ich erst so sp├Ąt wieder aufgetaucht."

**

Morasa

"Wie du magst Alaryah. Mein Name ist Morasa".
"Nein ich bleibe nicht l├Ąnger hier. Ich suche Arbeit. Das hier ist kein Ort f├╝r uns. Es ist
zu laut", sagte der Alb.

"Wenn du was warmes ohne Alkohol magst, sag es Alaryah. Die Spelunke scheint einiges auf der Karte zu haben".

Er trank einen Schluck und dachte ├╝ber die Ger├╝chte nach. Die Bedienung erz├Ąhlte von einer verschollenen Expedition. Morasa konnte damit nichts anfangen. Er war kein Wissenschaftler. Dann erz├Ąhlte der Mann von einem Serienm├Ârder in Obenza. Man nannte ihn den gelben Goblin, die B├╝ttel f├╝rchteten sich vor ihn und die Nachtw├Ąchtern streikten sogar wegen ihm.
Morasa dachte an sein Treffen mit Jozo in Kalthorst. Jozo war der Name des Gelben, wenn der nicht gelogen hatte.

Zwei Riesenhund kamen rein, gefolgt von einem grossen Mensch und einem Frostalb. Beide hatten Roben an, dass waren zwei Magier. Morasa beobachtete den weissen Alb. Ihre Art war h├╝bsch aber sehr gef├Ąhrlich.
Der Mensch und der Frostalb setzten sich an die Theke. Sie bestellten und tranken. Mo behielt sie im Auge.

Der Frostalb kam zu Alaryah und ihm. Morasa wapnete sich f├╝r einen Streit. Selten sah man Frostalben, aber jeder kannte den Ruf von ihnen. Der Mann war ungew├Âhnlich freundlich und bot ihm Arbeit an. Morasa wollte ihm antworten, aber die Bedienung zog die Aufmerksamkeit auf sich und verlangte, dass der Frostalb und sein Begleiter ihre Hunde nach drau├čen bringen sollten. Die Leute die sich beschwert hatten stanken mehr als die zwei Hunde m├╝ffeln konnten. Der Waldalb schnaubte ver├Ąchtlich.

"Ungewachenes Pack, aber empfindliche N├Ąschen".

Es entstand eine kurze seltsame Situation und Mo dachte, der Mensch w├╝rde die Bedienung angreifen. Das geschah nicht. Er schickte die Hunde raus und erkundige sich bei der Bedienung nach dem Gelben.

Jozo schien ein gesuchter Mann zu sein. Mo dachte kurz nach, ob er etwas dazu sagen sollte. Aber er wartete im Hintergrund.
Der Mensch gesellte sich zu zwei Orks und fragte nach dem Goblin. Es kam zum Streit. Die Orkfrau motzte herum, der Mensch gab kontra und der Frostalb schien den Streit zu beenden. Wegen dem Gezanke hatte der Frostalb sein Jobangebot f├╝r Mo vergessen. Morasa h├Ątte dem frechen Fisch daf├╝r gerne einen Pfeil in den Hintern gejagt. Er wartete ab. Die Informationen ├╝ber den Gelben war gute Taler wert, wenn die Orkfrau so schmausen durfte.

**

Dave musterte die Ork und fragte sich verdutzt, weshalb sie in Varmikans Richtung nickte und nicht in seine. Varmikan hingegen schien die Bedeutung klar zu sein.

ÔÇ×Korrekt. Im Shortys wird nicht jeder reingelassen. Wozu auch? Ist eine sehr sch├Âne Homokneipe f├╝r einsame HerzenÔÇť, grinste der Alb den kleinen Ork an.

ÔÇ×Der Goblin hat Dich einfach so geknutscht?ÔÇť, hakte Varmi zweifelnd nach.
ÔÇ×Jozo macht noch ganz andere DingeÔÇť, antwortete Dave leise.

`Die Hackfresse von einer Ork war dort im Hinterzimmer was einkaufen?
Was? Kl├Âten? Seife sicher nicht! Ist das ein Kerl der seine Liebeskugeln verloren hat, oder eine Frau die sich welche zulegte?
Voll das Leckerchen. Ich glaube mit Jozo w├Ąre der d├╝rre Ork besser gefahren als mit der Bratze┬┤, lachte Dave mental, w├Ąhrend sein Gesicht v├Âllig ausdruckslos blieb.

Varmi musste sich ein Grinsen verkneifen.

`Du bist b├Âse Schatz und auf Krawall geb├╝rstet. Wobei sie ist aber auch fies zu ihm! Stellt dem kleinen Kerl Fangfragen! Bist Du eklig? Muss er wohl, sonst w├Ąre er mit der nicht zusammen. Wer wei├č wann sich dieses Subjekt das letzte Mal gewaschen hat? Aber ich glaube die Antwort w├╝rde ihren Girps ├╝bersteigen┬┤, ├╝bermittelte Varmikan.

`Ist immer so Klingen├Âhrchen. Wo es oben in der Birne an Beleuchtung mangelt, wirdÔÇÖs mit Brutalit├Ąt wett gemacht.
Egal, was haben wir mit den beiden Gossen-Zwergen zu tun, es geht nur um die Infos ├╝ber Jozo. Und auch Penner machen manchmal wichtige Entdeckungen.

Nebenbei, die Ma├če die das Leckerchen meint, sind Schwanzma├če. Jozo hat jedem als erstes in den Schritt gestarrt. Also falls der schm├Ąchtige Ork gleich wie ein Pinguin hier raus watschelt, dann wei├čt Du er will sich nicht auf den L├Ârris latschen. Der muss traumhaft best├╝ckt sein. Kurzum Mann mit Pferdeschwanz gesucht, Frisur egal┬┤, erkl├Ąrte Dave Varmi hilfreich.

Der Frostalb schloss f├╝r Sekunden die Augen, kaute kurz auf der Unterlippe um einen Lachanfall zu unterdr├╝cken und hatte sich nach einigen Augenblicken wieder gefangen.

`Danke Dave┬┤, antwortete er seinem Kerl und st├╝tzte sich auf Daves Schulter ab.
`Keine Ursache┬┤, gab der Naridier zur├╝ck.

ÔÇ×Wundervolles M├Ąrchen Ork. Jozo kennt keine Angst. Er kennt nur Respekt und den wird er vor Dir kaum gehabt haben. Vermutlich eher vor dem imagin├Ąren Tiefling.
Wie bist Du dem gelben Goblin tats├Ąchlich entkommen? Falls Du ihm ├╝berhaupt jemals begegnet bist. Die meisten w├╝rden eine Konfrontation mit ihm nicht ├╝berleben.
Da sind schon ganz andere als Du gescheitert.

Und wer war der Tiefling, falls es den Kerl tats├Ąchlich gab. Beschreib ihn, wie sah er aus?
Der Kopf den Du angeblich gefunden hast, von welchem Volk war er? M├Ąnnlich? Weiblich?
Was stand auf der Liste? Nur Namen? Oder konntest Du mehr erkennen?ÔÇť, hakte Dave nach.

`W├╝rden wir an Jozo scheitern?┬┤, fragte Varmi Dave.
`Ja. Im Nahkampf w├╝rde er uns t├Âten. Mit dem Kerl ist nicht zu spa├čen. Mach blo├č nicht den Fehler┬┤, antwortete Dave.

ÔÇ×Noch ist das Futter nicht beglichen Ork! Entweder erz├Ąhlst Du uns die Wahrheit, oder Du zahlst aus Deiner Tasche den Fra├č Deiner Freundin.

Wir l├Âhnen nur f├╝r lohnende Infos, nicht f├╝rs L├╝gen. Eine weitere M├Âglichkeit w├Ąre eine Auslesung. Lass Dich auslesen und wir bezahlen Dich in Talern.

L├╝gen ist dann nicht mehr m├Âglich, aber Du musst auch nicht sprechen. Die Infos die Du uns gibst, werden dann sozusagen gedanklich ÔÇô sprich vertraulich behandelt. 100 Taler f├╝r Deine Erinnerung, was den gelben Goblin angeht. Wenn Du dazu bereit bist, gehen wir vor die T├╝r zu den Hunden. Du setzt Dich meinem Kerl gegen├╝ber, erinnerst Dich ÔÇô er liest Dich aus.

Das tut nicht weh und ist auch nicht gef├Ąhrlich. Verletzt wird h├Âchstens Deine Ehre, aber Du scheinst eh keine zu haben. Bist Du dem gelben Goblin tats├Ąchlich begegnet, bekommst Du von uns anstandslos sofort die 100 Taler und wir bezahlen wie versprochen Eure Zeche. Aber f├╝r L├╝gengeschichten gibt es nichts, rein gar nichtsÔÇť, erg├Ąnzte Varmikan.

**

"Eine Homokneipe?", fragte Frosch verdattert und sein Blick wanderte zu Skugga.
"Ein Kumpel arbeitet da", entgegnete sie schulterzuckend.
"Und da hast du mich ... da allein gelassen, ohne mir wenigstens etwas zu sagen?" Frosch glotzte entgeistert. Das erkl├Ąrte auch, warum ihn manche der Typen da so komisch angeschaut hatten.

Skugga a├č unger├╝hrt weiter. Der zweite Rubinbarrakuda verschwand St├╝ck f├╝r St├╝ck in ihrem Maul, genau wie sein Vorg├Ąnger und die K├Ąseplatte. Nach den wenigen Minuten war von dem f├╝rstlichen Mahl kaum noch was ├╝brig. Die zwei Bleichlinge kauften Frosch die Geschichte genauso wenig ab wie sie. Jetzt drohten sie sogar damit, das Mahl nicht zu bezahlen. Skugga popelte mit einer Gr├Ąte.

"Ihr bezahlt mich daf├╝r, dass ihr mit meinem Begleiter quatschen d├╝rft, nicht ihn f├╝r die Wahrheit. Es steht bereits alles auf eurer Rechnung. Hat der Hering notiert. Wenn ihr einen R├╝ckzieher machen wollt, kl├Ąrt das mit dem Kellner. Mich braucht das nicht zu interessieren und Frosch auch nicht. Eure Sache, wenn ihr die Zeche prellt." Sie schnippte die verschmutzte Gr├Ąte durch den Raum. "Und was das Auslesen angeht: Froschs Gedanken gehen nur mich was an. Haltet euch raus da. Frosch, beantworte Shrimpgesicht seine Frage. Wer war der Tiefling?"

Frosch zwinkerte. "Der war einer von den beiden T├╝rstehern im Shortys. Ein riesen Vieh! So gro├č und so breit!" Er zeigte mit den H├Ąnden die Ausma├če an. "Mit wie so B├Ąrenkrallen und so einem langen Schwanz! Wenn der den einpackt, sieht er aber mehr wie ein haarloser Rakshaner aus, hellbraun mit braunen Augen. Weil er keine Fl├╝gel und keine H├Ârner hat. Oder hatte der kleine H├Ârner? Ich wei├č es nicht mehr. Er guckt immer bisschen m├╝rrisch, ist aber, glaub ich, ganz nett."

"Nett", kotzte Skugga, die bereits aufgegessen und ausgetrunken hatte und immer wieder in Richtung Treppe zum Obergeschoss blickte.

"Aber wie hie├č der?" Frosch ├╝berlegte. "Forxi, glaub ich. Ja, Forxi! Aber ihr tut ihm doch nichts, oder?" Pl├Âtzlich f├╝rchtete er sich, weil er einfach die Beschreibung seines Retters herausger├╝ckt hatte. Hoffentlich bekam der keinen ├ärger! Vielleicht waren die zwei hier ja Freunde vom gelben Goblin!

"Ach ja, und der Kopf", sagte er schnell. "Das war ein alter Schrumpelgoblin, also nicht weiter schlimm. Die ganzen Namen waren als Liste angelegt, aber Forxi hatte sie gleich eingesteckt und ich hab mich dann nicht getraut, zu fragen. Er hatte schlechte Laune. Das war`s! Mehr wei├č ich nicht!"

"Na also." Skugga erhob sich, kratzte sich im Schritt und stapfte in Richtung Treppe.
Frosch sah ihr panisch nach und blickte zwischen ihr und den zwei M├Ąnnern am Tisch hin und her. "Darf ich mitkommen, Skugga?", wimmerte er.
"Glaub nicht, dass ich dir deine L├╝gen abkaufe. Das tun vielleicht die Bleichh├Ąute, aber ich nicht. Ein Schlaffi wie du kann nicht k├Ąmpfen, nicht mal gegen einen Goblin. Du hast nach Tiefling gestunken, hast dir hinter meinem R├╝cken was dazuverdient und es nicht an mich ausgeliefert. Du bist kein Ork, sondern ein Waschlappen. Aber wen k├╝mmert das. Wen k├╝mmerst du?" Damit lie├č sie ihn in dieser gef├Ąhrlichen Situation alleine, wohlwissen, dass es ├╝bel ausgehen konnte und verschwand im Freudenhaus.

"Aber es war doch die Wahrheit", wimmerte Frosch.

**

Varmikan verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust und musterte den Ork vor ihm mit stechendem Blick. Was die Ork von sich gegeben hatte interessierte ihn nicht. Die Frau war bedeutungslos, nicht nur als Person, sondern auch was Informationen anging.

Die Infos hatte der d├╝rre Ork.

Einen Moment sp├Ąter war sie auch schon verschwunden. Wer ├╝brig blieb, war der kleine, d├╝rre Ork und er schien Angst vor ihnen zu haben. Angst oder Unbehagen war Varmikan gew├Âhnt.

"Nun von uns hat keiner was bestellt Ork. Das hat Deine Freundin. Und wem glaubst Du, glauben die B├╝ttel ehr? Solchen abgerissenem Lumpenpack wie Euch, oder Leuten wie uns? Du solltest Dir also noch mal ├╝berlegen, ob Du den Fra├č Deiner fetten Frau verdienen willst, oder ob Du Dich weiter stur stellst. Deine Wahl.

In einem gebe ich der Dicken aber Recht - mein Kerl wird sich doch nicht mit Dir verbinden. Ich bestehe auf seiner Gedanklichen Reinheit. Und Du bist mir da nicht ganz sauber", grinste der Frostalb eisig.

"Und mal unter uns beiden, Du bist ja fast sowas wie ein Mann... vermute ich?!?
Wieso l├Ąsst Du Dich von dem Weib so behandeln?

Geh├Ârt was sie sagte?
Du bist ein Waschlappen!
Wen k├╝mmert das?
Wen k├╝mmerst Du?

Jetzt ├╝bersetze ich Dir dass mal, da Du scheinbar dazu nicht in der Lage bist, daf├╝r erwarte ich ein bisschen Entgegenkommen und wir drei hier sind alle zufrieden.

Wen k├╝mmert, dass Du ein Waschlappen bist? Dein Freundin!
Wen k├╝mmerst Du? Deine Freundin!

Ohne Dich ist dieses Weib ein Nichts! Dreck, den kein anderer Mann jemals freiwillig anfassen w├╝rde. Minderwertige Mangelware die sich Kerle im Puff kaufen muss, oder die Kerle wie Dich unterbuttert, damit ihr ├╝berhaupt wer zu Willen ist. Kleine mickrige Jammerlappen, die ihr k├Ârperlich nichts entgegenzusetzen haben. Wow was eine starke und taffe Frau. Schl├Ągt diese knallharte Kriegerin auch Welpen?", hakte Varmikan nach.

Dave zuckte minimal bei der letzten Frage zusammen, Varmikan dr├╝ckte ihm kurz liebevoll die Schulter.

"Wenn Du so ein Waschlappen und Taugenichts bist, was ist dann sie?
Denk mal scharf nach. Sie hat Dich doch als Partner ausgesucht!

Anstatt Dich wie ein Fu├čabtreter behandeln zu lassen, sollte sie Dir die Nudel vergolden!

Du bist der Einzige, der den Wal freiwillig reitet und ihm die Harpune ins aufgedunsene Fleisch jagt!
Wen oder was h├Ątte sie denn? Niemanden. Wer will sich mit so einer Frau abgeben?

Und jetzt erkl├Ąre mir mal, wieso sie die Regeln macht und nicht Du!

Sie braucht Deine Gesellschaft. Sie braucht Deine Nudel. Sie braucht Dich. Du brauchst Sie nicht. Du findest jederzeit ├╝berall irgendwen, der Dich besch├╝tzen w├╝rde.

Was kann sie Dir schon antun? Wenn sie Dir droht, ├Ąndert nichts daran was sie ist.

Welcher Kerl w├╝rde sie aufgrund Ihres Aussehens durchf├╝ttern? Keiner!
Wen kann dieser Trampel um den Finger wickeln? Niemanden.
Selbst was aufziehen? Die? ÔÇô Niemals. Dazu fehlt ihr der Grips.
Jemanden verf├╝hren? Davon hat die keine Ahnung.

Was bleibt ├╝brig? Muskelmasse. Das einzige was sie hat. Ohne ihre Muckies, h├Ątte sie nicht mal Dich als Kerl im Schritt. Sie verkauft Dir ihre Erb├Ąrmlichkeit als St├Ąrke.

Du hast nie eine Wahl gehabt Ork, weil Du nie die Augen aufgemacht hast!
Dreh den Spie├č endlich mal um! Das ist nur eine Frau! Dann steck ein paar Schl├Ąge ein, aber steck ihr keinen mehr weg. Wer wohl l├Ąnger durchh├Ąlt! Ich kann Dir nur raten, werd schleunigst wach!", erkl├Ąrte Varmikan dem scheinbar begriffstutzigen Ork.

Selten hatte der Frostalb einen so verbohrten Mann gesehen. Vielleicht r├╝ttelten seine Worte den Kerl ja wach und er fand seine Eier, samt seiner Ehre und seinem Selbstbewusstsein wieder.

Dave blinzelte kurz und h├Ârte seinem Mann zu. Er sagte kein Ton zu der Angelegenheit. Er kannte die Einstellung von Varmikan. Einst hatte ihm sogar Tarkan erkl├Ąrt, wie die meisten Frostalben tickten, hier stand nun der lebende Beweis, was Dave schmunzeln lie├č.

"So Schluss. Jetzt zum Gesch├Ąftlichen. Ich wiederhole und hast Du was vergessen f├╝ge es an.

Du wurdest von Jozo im Shortys ├╝berfallen und geknutscht.
Harpuniert hat er Dich nicht.

Du bist mit dem Goblin aneinander geraten und hast die Biege gemacht, w├Ąhrend ein Tiefling Deinen Kampf gek├Ąmpft hat, w├Ąhrend Du vermutlich ├╝ber alle Berge warst oder Dich heldenhaft irgendwo versteckt hast.

Irgendwie ist es Euch gelungen den Goblin zu verjagen.
Der Goblin hat Euch, warum auch immer, leben lassen.
Du und der Tiefling seit dann was? Geflohen? Wirklich gemeinsam zum Hafen gegangen?

Unterwegs wurde ein Kopf gefunden.
Der Kopf war ein Goblinsch├Ądel, alt, m├Ąnnlich, unwichtig.

Die Liste war mutma├člich eine reine Namensliste. Weder Best├Ątigung noch Negierung, da Du nicht drauf gesehen hast.

Zum Tiefling. Der Tiefling war riesig, hatte keine Fl├╝gel, keine H├Ârner und hatte einen Schwanz. Davon gehen wir mal aus. Er hat braune Haut und sieht aus wie ein Rakshaner. Vermutlich war es sogar ein Rakshaner. Name Forxi. Klingt irgendwie bekannt, keine Ahnung. Kommt mir vor, als h├Ątte ich den Namen schon mal geh├Ârt. Unwichtig.

Der Tiefling war nett. Gut, dass glaube ich. Den einzigen Tiefling den ich pers├Ânlich kenne, ist auch schwer in Ordnung.

Das waren Deine Eckdaten ja? Oder hab ich was vergessen?", fragte Varmikan Frosch.

`Mach Du mal Varmi┬┤, ├╝bermittelte Dave gut gelaunt.

**

Morasa

ÔÇ×Ich nehm die 100 Taler und die angebotene ArbeitÔÇť.

Morasa hatte die drei beobachtet und gesellte sich zu dem Frostalb. Der Mensch hatte das Gespr├Ąch begonnen, aber er geh├Ârte dem Frostalb, dass stand fest.

ÔÇ×Der Ork l├╝gt nicht. Der gelbe Goblin hei├čt Jozo und ich hab ihn in Kalthorst getroffen. Er ist ein bisschen ├╝ber einen Meter hoch und hat knallgelbe Haut mit gr├╝nen Mustern. Ich h├Ątte ihn fast einen Pfeil in den Hals gejagt. Dann habe ich ihn erkannt. Ich hatte kein Auftrag f├╝r ihn und er ist ehrw├╝rdige Wild. Drum hab ich ihn verschont. Er war ausserhalb von seinen Revier und ich warnte ihn. Er hat nicht in meinen Revier zu wildern. Die Kopfgeldj├Ąger nennen ihn Bestie aus Obenza. Was die Bedienung sagt stimmt. B├╝ttel f├╝rchten ihn, Nachtw├Ąchter wei├č ich nicht, aber viele Kopfgeldj├Ąger f├╝rchten ihn genauso. Man erz├Ąhlt sich das Ger├╝cht, er hat vier schwarze Panther get├Âtet in Obenza. Jozo und ich haben kurz geschwatzt und mitten drin griff er mich ohne Vorwarnung an. Der Goblin ist sehr flink. Ich wich ihm aus. Wir schwatzten erneut. Der Goblin wechselte st├Ąndig das Thema. Als er mir erz├Ąhlte, dass er Gem├╝sebrot essen wollte, kam ich nicht mehr mit. Als n├Ąchstes wollte er wissen ob ich Drogen verkaufe. Ich ├╝berh├Ârte die Frage als Banane. Das hei├čt nichts anderes als die Frage ist Bl├Âdsinn. Darauf erz├Ąhlte Jozo, dass er Spass jagt. Er fragte was ich jage, ausser mein Ungl├╝ck, da ich ihn als Banane beleidigt h├Ątte. Was nicht wahr war, die Frage war Banane. Er sagte mir ich w├╝rde gut riechen und das klang wie eine Drohung. Bei seinen zweiten Angriff benutzte er eine Peitsche. Es kam zu einem Unentschieden und wir trennten uns friedlich. Als ich ihn verlie├č, drohte er mir erneut. Als letzte Warnung jagte ich einen Pfeil neben seinen Hals in die Wand. Er hat den Pfeil aus der Wand gezogen und daran gerochen und geleckt. Sein letzter Satz war, schade dass ich Euch nicht schon fr├╝her kennengelernt habe. Ich war allein, wen er sonst noch meinte, wei├č ich nichtÔÇť.

Morasa trank einen Schluck von seinen Bier.

ÔÇ×Dein Mensch kann die Information f├╝r die 100 Taler ├╝berpr├╝fen. Nur die Erinnerung an das Treffen mit Jozo, mehr nicht. Suchst Du einen Kopfgeldj├Ąger der Jozo erlegt?ÔÇť

**

Frosch h├Ârte geduldig dem Vortrag des Frostalben zu. Der Frostalb betrachtete sich offenbar als rangh├Âher, so wie er sich benahm, aber das war in Ordnung f├╝r Frosch. Nichts anderes war er gewohnt. Es war ja auch nichts Schlimmes daran, am untersten Ende der Rangleiter zu stehen. Schlimm w├Ąre gewesen, pl├Âtzlich den Anf├╝hrer mimen und Entscheidungen f├Ąllen zu m├╝ssen, die B├╝rde der Verantwortung f├╝r eine Truppe zu tragen und Schuld daran zu sein, wenn etwas schief lief. Er war nicht das erste Mal mit der seltsamen Mentalit├Ąt der Bleichlinge konfrontiert und es machte ihm nichts aus, seine eigene Sicht auf die Welt einmal mehr zu rechtfertigen.

"Also", sagte Frosch geduldig, "du hast ein grundlegendes Missverst├Ąndnis im Kopf. Wei├čt du, was ohne Skugga los w├Ąre? Ich w├Ąre tot. So wie meine Mutter. Sie war mickerlich und hat trotz der Begl├╝ckung durch einen guten Krieger einen Mickerling zur Welt gebracht und daf├╝r bezahlt." Er sagte das ohne ein Zeichen, dass es ihm sonderlich etwas ausgemacht h├Ątte. In Wahrheit hatte er sich die Augen aus dem Kopf geweint, aber er war ein Meister darin, seine eigenen Gef├╝hle zu verstecken und sie den Erfordernissen der Situation anzupassen. So l├Ąchelte er sein h├Ąssliches L├Ącheln, w├Ąhrend er erz├Ąhlte.

"Skugga hingegen ist unter Orks eine Sch├Ânheit. Die meisten w├╝rden alles daf├╝r geben, auch nur einmal ihre Stiefel k├╝ssen zu d├╝rfen. Sie w├╝rde hervorragende Krieger und Kriegerm├╝tter geb├Ąren. Es ist eine komische Masche von euch anderen V├Âlkern, zierliche und hilfsbed├╝rftige Frauen zu m├Âgen. Orks k├Ânnen ├╝ber so was nur lachen. Denn das ist der Grund daf├╝r, warum ihr uns im Kampf unterlegen seid und immer sein werdet. Skugga erscheint euch grob mir gegen├╝ber, aber das ist sie doch gar nicht. Die hat daf├╝r gesorgt, dass man mich nicht t├Âtet. Sie hat mich damals gerettet und aufgepasst, dass ich in der Rotte immer ein paar Reste vom Essen abbekomme. Glaubst du, einer von den Kriegern h├Ątte mir auch nur gestattet, seine Sch├╝ssel auszulecken oder unter seinen Schuhen nach Kr├╝meln zu suchen, die heruntergefallen sind? Wenn sie mich nicht totgepr├╝gelt h├Ątten, h├Ątten sie mich verhungern lassen. Ich bin nicht nur unn├╝tz, sondern sogar noch sch├Ądlich, ein Sch├Ądling, weil ich den Kriegern ihr Essen wegesse. Und ich nerve sie, einfach dadurch, dass ich da bin."

Er l├Ąchelte noch immer.

"Erst wegen Skugga habe ich eine Daseinsberechtigung. Sie mag, was ich hier habe. Ich bin n├Ąmlich nicht ├╝berall mickerlich. Und ich bin zuverl├Ąssig, egal, wie m├╝de ich bin, egal, wie schlecht es mir geht. Also darf ich ihr Begleiter auf Reisen sein. Es ist falsch, anzunehmen, sie w├╝rde niemand anders finden. Unter Menschen vielleicht nicht und nicht unter Alben, aber die mag sie ja auch selber gar nicht. Aber Orks hingegen hofieren sie, wo sie geht und steht. Die sind nur au├čerhalb von Rakshanistan nicht so oft zu finden. Aber sie m├╝sste kein Geld f├╝r den da oben ausgeben. Oh, nein. Aber ihr gef├Ąllt, was er macht. Wenn sie H├Ąuptling ist, will sie ihn kaufen."

Auch jetzt blieb Froschs Gesicht freundlich, auch wenn er panische Angst davor hatte, durch diesen H├╝nen ersetzt zu werden. Wenn sie diesen Kerl da wirklich kaufte, dann war sein Leben von einer Minute zur anderen bedeutungslos. Es verlor von einem Moment zum anderen seinen Sinn. Aber das zu ├Ąndern lag au├čerhalb seiner Macht.

"Und nein, ich finde keinen anderen Besch├╝tzer als Skugga und erst Recht nicht ├╝berall. Wie auch? Warum? Warum sollte sich jemand anders meiner annehmen? Mich wollen alle nur tot sehn. Selbst Leute, die mich gar nicht kennen wollen das. Forxi ... oder hie├č er Firxi? ... war der Erste, reiner Zufall. Das war pures Gl├╝ck f├╝r mich und keineswegs w├╝rde er das nochmal machen. Wahrscheinlich hatte er nur mit dem Gelben eine Rechnung offen und mir darum geholfen. Um mich ging es ihm sicher jedenfalls nicht. Wenn ich Skugga ausrei├če oder mich gegen sie erhebe, ist das mein Tod. Die Welt braucht niemanden wie mich."

Er drehte sich um und zog seinen Pullover straff nach unten, so dass man seinen Nacken sah und tippte auf seine Wirbels├Ąule. "Sieht man das? Die Wirbel da sind verschoben. Ein Typ aus der Rotte hat mich im Vorbeigehen geschubst, einfach so, und ich bin mit der Wirbels├Ąule auf eine Kante gest├╝rzt. Er h├Ątte mir dadurch fast das Genick gebrochen. So was ist normal in einer Rotte, wenn einer schwach ist. Skugga hat mich wieder eingerenkt, so gut sie konnte und mit dem H├Ąuptling geredet und noch am selben Tag steckte der Kerl auf einem Spie├č neben unserem Zelt. Sie haut mich ab und zu, aber sie hat mich noch nie verletzt, noch nie. Mir h├Âchstens mal ein kleines Veilchen verpasst oder dass die Nase blutet."

Er drehte sich wieder zum Tisch und blickte vertr├Ąumt. "Ich glaube, sie liebt mich. Sie darf es nat├╝rlich nicht zeigen, weil ich so mickerlich bin. Aber ich bin mir sicher. Es deutet alles darauf hin."

Der Mensch schaute die ganze Zeit m├╝rrisch drein, aber der Frostalb war es hier, der die Initiative in der Angelegenheit hatte, darum sprach Frosch nur mit ihm. Nach ihrem Gespr├Ąch ├╝ber Froschs Situation, wiederholte der Alb noch einmal die Geschichte dessen, was am Abend beim Shortys geschehen war, aber mit einigen ├änderungen, um zu betonen, wo er ihm glaubte und wo nicht.

"Der Gelbe Goblin hat uns nicht freiwillig leben lassen, bestimmt nicht, der wollte uns tot sehen. Wir haben ihn verjagt", erkl├Ąrte Frosch. "Es ging ihm schlecht nach dem Kampf und er musste fliehen. Aber f├╝r den kleinen alten Mann hat es noch gereicht. Forxi ... Firxi? ... hat auch gut gek├Ąmpft und war mir eine gro├če Hilfe. Er ist ein S├Âldner und kann auch ein bisschen Magie. Und er hat dem Goblin sein Zauberpflaster geklaut, w├Ąhrend der ihn an den Eiern gepackt hatte, hihi! Und nein, ein Rakshaner war der nicht, ich wei├č, wie Rakshaner aussehen, in Rakshanistan gibt es viele davon, wei├čt du? Die haben manchmal kleine H├Ârner und sogar Klauen, weil die sich oft mit Tieflingen einlassen, aber niemals einen Schwanz. Und sie haben so dunkle Augenbrauen, wie aufgemalt, Forxi hat gar keine. Aber er sieht trotzdem ein bisschen wie einer aus, vielleicht hat er ja einen in der Familie. Und ja, danach sind wir zum Hafen gegangen, da kennt er einen Unterschlupf, wo wir ├╝bernachtet haben. Aber Skugga hat sich geirrt. Ich hab da nichts mit dem gehabt und erst Recht kein Geld gekriegt. Ich hab nach ihm gerochen, weil ich ihn gest├╝tzt habe, damit er im Laufen nicht umf├Ąllt. Der Kampf war hart und er war danach sehr ersch├Âpft, wei├čt du?"

Unerwartet setzte sich ein Waldalb dazu und bescheinigte, dass er die Wahrheit gesprochen hatte. Frosch nahm sich einen der angenagten Fischk├Âpfe und nagte noch weiter daran herum um zu zeigen, dass er freiwillig den Platz am untersten Ende der Rangfolge in dieser Konstellation antrat und die beiden nicht beim Reden st├Âren wollte.

**

Varmikan h├Ârte dem Waldalben aufmerksam zu. Das was der Kerl erz├Ąhlte, klang logisch und somit hatte auch der kleine, d├╝rre Ork nicht gelogen.

Was Varmikan einerseits erstaunte, aber auf der anderen Seite war die Geschichte wiederum so schr├Ąg und klang so verr├╝ckt, dass sie im Grunde nur wahr sein konnte. Wenn man sich etwas aus den Fingern saugte und log dass sich die Balken bogen, blieb man meist etwas n├Ąher am Glaubhaften. Wer nicht auffliegen wollte, konnte kein haarstr├Ąubendes M├Ąrchen zum Besten geben, dass auf Anhieb niemand glaubte.

Es stellte sich immer wieder heraus, nichts war so unglaubw├╝rdig wie die Wahrheit.

ÔÇ×Die Informationen von Dir klingen glaubw├╝rdig und sind ausf├╝hrlich Waldalb. Nach der ├ťberpr├╝fung erh├Ąltst Du sofort die 100 Taler. So wie ich es dem Ork zugesagt hatte. Wenn Deine Informationen stimmen, dann sind folglich auch die von dem Fisch und dem Ork korrekt.

Jedenfalls gr├Â├čtenteils, bis auf die Aufschneiderei unseres kleinen Freundes. Aber bei seiner charmanten Begleitung kann man seinen Schiss verstehen.

Kalthorst sagt mir nichts. Wo liegt der Ort? Ist er weit entfernt von Obenza? Und warum war der gelbe Goblin in Kalthorst? Was hat er dort gewollt, wenn er als Bestie aus Obenza bekannt ist?ÔÇť, hakte Varmikan nach.

Dave schwieg weiterhin zu den gegebenen Infos. Er beschr├Ąnkte sich darauf zuzuh├Âren.

Selbstverst├Ąndlich h├Ątte er Varmikan ebenfalls die Fragen ├╝ber Kalthorst und Obenza beantworten k├Ânnen.

Aber er wollte h├Âren, was der Waldalb zu sagen hatte. Minimale L├╝gen in scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten, sagten viel ├╝ber eine Person und ihre gegebenen Informationen aus.

Falls der Waldalb sich nicht auskannte, musste er dies der Ehrlichkeit halber offenbaren. Sollte er l├╝gen, entweder um seine Unwissenheit zu ├╝berspielen oder aus einem anderen Grund, war das schon ein gewaltig dickes Minus auf seinem Konto.

Sprach er die Wahrheit, war dies eindeutig ein Plus, dass f├╝r ihn sprechen w├╝rde. Zuverl├Ąssigkeit zeigte sich vor allem in den kleinen Dingen des Lebens und nichts was Dave mehr verabscheute als Unzuverl├Ąssigkeit und Unordnung.

Dave musterte den Waldalb mit nichtssagendem Blick.

`Dein Mensch? Wunderbar. Zuerst ├╝bersieht mich die Ork und hat nur Augen f├╝r Dich! Und jetzt schl├Ągt dieser Waldalb in die gleiche Kerbe! Ich meine ich bin es ja gew├Âhnt ignoriert zu werden, aber seit wann bin ich unsichtbar?

Vielleicht sollte ich eine Bank ├╝berfallen. Wobei, dass funktioniert vermutlich nicht. Wenn ich vorne am Schalter stehe, bin ich ja weiterhin unsichtbar. Der Bankangestellte w├╝rde mich vermutlich nicht mal bemerken!

Ich m├╝sste mich schon in den Tresorraum einschleusen k├Ânnen um die Truhen zu knacken.

Ich verwette mein ganzes Hab und Gut darum, ich k├Ânnte mit den S├Ącken unter den Armen so aus der Bank spazieren und keiner w├╝rde mich aufhalten. Wie auch? Mich sieht ja keiner!┬┤, grummelte Dave in Varmikans Gedanken und sp├╝rte einige Sekunden sp├Ąter die Belustigung von seinem Mann.

`Dave Du bist MEIN Mensch! Jeder begreift es, nur einer nicht. Rate mal wer┬┤, lachte Varmi mental.
`Ich hab das schon begriffen! Ich bin Dein Mann und nicht Dein Mensch!┬┤, hielt der Naridier dagegen.

`Echt nicht? Dachte Du w├Ąrst beides┬┤, gibbelte Varmikan mental.
`Da hast Du jetzt Spa├č dran. Kauf mir doch ein Halsband, samt Leine!┬┤, murrte der Almane.

`Nicht n├Âtig. Du gehst super bei Fu├č, genau wie Fedor und Brownie┬┤, lachte sich Varmikan mental schlapp.
`Arschloch┬┤, grinste Dave.

`Du bist s├╝├č, wenn Du sauer bist┬┤, hielt der Frostalb dagegen und stupste Dave mental an.
`S├╝├č wenn ich sauer bin? Ein Paradoxon┬┤, antwortete Dave und stupste zur├╝ck.

`Um auf Dein Gemaule zur├╝ckzukommen Sternchen, Unsichtbarkeit ist kein Nachteil. In unserem Beruf ist es sogar Pflicht. Das wissen wir beide.

Es gibt sogar eine These der Unsichtbarkeit. Sie stammt von einer Person, der es sehr schlecht ergangen ist, in ihrer Vergangenheit. Dennoch oder gerade deshalb hat diese These ihre G├╝ltigkeit.

Die These der Unsichtbarkeit besagt - wenn Dich niemand sieht, egal wie schlecht es Dir. Wenn Dich niemand sieht, egal was man Dir antut. Wenn niemand Deine Verletzungen und Wunden sieht, die man Dir zuf├╝gt ÔÇô dann handele genauso.

Strafe Deine Peiniger noch brutaler und widerw├Ąrtiger. Denn da Du f├╝r alle unsichtbar bist, wird niemand sehen was Du tust. Du hast die These schon mehrfach angewandt, ohne sie zu kennen Dave.

Jetzt sei ein braver und gehorsamer Ehemann und lass mich meinen Job erledigen.

Frage, soll ich den Waldalben auf Jozo ansetzen oder nicht?
Wer sind die schwarzen Panther? Sagen die Dir was?
Der Name Foxi, hast Du den Namen schon mal geh├Ârt? Ich meine, ich h├Ątte den schon mal irgendwo aufgeschnappt┬┤, ├╝bermittelte Varmikan.

`Foxi hie├č der nicht Sch├Ątzchen. Der Kerl hie├č angeblichÔÇŽ warte malÔÇŽ ├ÂhmÔÇŽ Schei├če, habe ich selber vergessen┬┤, lachte Dave mental.
`Na wunderbar, sind wir schon zu zweit┬┤, st├Âhnte Varmi gedanklich.

`Der Waldalb wird nicht auf Jo angesetzt, denn wenn ihn jemals einer aus unserer Zunft t├Âtet, dann Lydia oder Jeelen pers├Ânlich. Wir w├╝rden ihn nur abliefern.

Die schwarzen Panther sind eine Zunft von Kopfgeldj├Ąger die sich darauf spezialisiert haben, Assassinen zu jagen und abzuliefern.
Sogar tot oder lebendig. Wobei wohl lebendig wesentlich schwieriger ist, als tot.

Stell Dir vor Jozo lebend fangen zu m├╝ssen und ihn wo abzuliefern. Kein sch├Âner Gedanke, vor allem wenn er sich befreien sollte.

Aber wenn Du ihn hinterr├╝cks abknallen kannst und nur den Kadaver bei Deinem Auftraggeber auf den Tisch legen musst, wird die Sache schon sehr viel einfacher┬┤, erkl├Ąrte Dave auf demselben Weg.

Scheinbar hatte der kleine, d├╝rre Ork wirklich ├╝ber seine Worte nachgedacht, denn er erkl├Ąrte seine Gedanken.

Varmikan h├Ârte auch ihm aufmerksam zu. Er hatte ihn belehrt und daraufhin erst erkl├Ąrte der Ork seine Sichtweise. Also stand es ihm zu, dass er ihn anh├Ârte, sonst h├Ątte er den kleinen Kerl nicht belehren d├╝rfen.

Zudem interessierte es Varmikan wirklich, was der Ork zu erz├Ąhlen und er davon zu lernen hatte.

Dave musterte nun den kleinen Ork mit nichtssagendem Blick.

`Der dritte im Bunde der mich ignoriert. Wunderbar┬┤, murmelte er mental.
`Och Schatz┬┤, lachte Varmi gedanklich.

Der Frostalb versuchte die Erl├Ąuterungen des Orks so gut es ging mit seiner Einstellung, seinem ehemaligen Leben und seinen Erfahrungen abzugleichen. Aber sie waren einfach zu unterschiedlich, als dass sie beide je auf einen gemeinsamen Nenner kommen w├╝rden.

Allerdings musste das auch nicht sein. Es reichte Varmikan aus, wenn er davon h├Ârte und vielleicht so etwas mehr die Handlungen vor Orks verstand. Ihm erschlossen sich schlie├člich auch nicht s├Ąmtliche, irrationalen Handlungen die Dave beging. Trotzdem wusste er davon und versuchte sich einen Reim darauf zu machen.

ÔÇ×Wie kannst Du nur so von Dir denken? K├Ârperliche St├Ąrke ist nicht alles. Die anderen h├Ątten Dich totschlagen k├Ânnen, dass stimmt. Aber niemand nimmt Dich als Gefahr wahr Ork.

Sie schenken Dir nicht mehr Beachtung, als Menschen ihren Topfpflanzen. Das hei├čt, Du h├Ąttest jederzeit Deine Feinde in Deiner Rotte vergiften k├Ânnen. Ihnen nachts die Kehle durchschneiden k├Ânnten.

P├ a p├ w├Ąre einem nach dem anderen das Mahl nicht bekommen, ein Unfall hier, ein Ungl├╝ck dort. Etwas dem einen gestohlen und dem anderen untergeschoben.

Alles was Du brauchst ist Geduld, Fingerspitzengef├╝hl und etwas Mumm. Die einen h├Ąttest Du verabschiedet und die anderen h├Ątten sich gegenseitig aus dem Rennen geworfen. Aber gut, es ist Deine Wahl Dich an diese Frau zu ketten.

Kein Mann sollte von dem Wohlwollen einer Frau abh├Ąngig sein. Meine Meinung und vermutlich die meines ganzen VolkesÔÇť, sagte Varmikan.

Als der kleine, d├╝rre Ork von seiner Mutter sprach, sah er etwas dass fast niemand je in den Augen eines Frostalben sah ÔÇô Mitleid.

ÔÇ×Deine MutterÔÇŽ keine Ahnung wie ich das jetzt erkl├Ąren soll. Also pass auf.
Eine Mutter, auch Deine Mutter ist nicht einfach eine Frau. Sie ist eine Frau die Leben geschenkt hat. Zudem ist sie die Person die Dir das Leben geschenkt hat.

Sie hat einen v├Âllig anderen Stellenwert als eine einfache Frau die noch niemals in ihrem Leben ein Kind geboren hat. Das sind einfach nur Frauen. Aber von denen reden wir jetzt nicht.

Eine Frau die ein Kind gebar ist Mutter, logisch. Somit hat sie einen hohen Stellenwert, sie hat ein Kind zur Welt gebracht. Bei uns ist das was Besonders.
Wenn diese Mutter dann noch einem Sohn das Leben schenkte, ist ihr Ansehen ein v├Âllig anderes. Sie ist eine Respektsperson!

Und wenn sie ein Sohn mit Gabe geboren hat, dann ist sie eine ├Ąu├čerste Respektperson. Sie genie├čt gewaltiges Ansehen. Niemand w├╝rde es wagen die Mutter eines Magiers irgendwie anzugehen!

Das ist, ich wei├č kein Wort in Eurer Sprache. Es hei├čt bei uns ÔÇô man f├╝llt dessen Mund mit Schnee. Kurzum man legt so eine Person um, die respektlos einer solchen Mutter gegen├╝ber ist.

Ich verstehe auch nicht wie Deiner Mutter umkommen konnte.
Was war denn mit ihrem Mann, sprich Deinem Vater?

Es ist doch seine Aufgabe seine Frau zu f├╝hren, zu leiten und zu sch├╝tzen. Was hat der getan oder besser gefragt nicht getan, dass sie gestorben ist?
Das istÔÇŽ puh, oh man.

Gerade wenn die Frau Mutter geworden ist, muss man doch besonders auf sie aufpassen, auf sie Acht geben.

Also mein Vater hat meine Mutter nicht eine Sekunde aus den Augen gelassen, als sie mich bekommen hatte. Vorher auch nicht, soweit ich von meinem Onkel wei├č.

Ich kann es Dir schw├Âren Ork, mein Vater hat sich immer um meine Mutter gek├╝mmert. Sie musste niemals Angst haben oder sich um irgendetwas sorgen. Nie, ich schw├Âr es.

Mein Paps hat ihr stets gesagt was sie zu tun hat, er hat sie geleitet, beaufsichtigt, besch├╝tzt und mit allem versorgt. Und dass sogar gemeinsam mit seinem Bruder. Er lebte auch bei uns mit in der Familie.

Also niemand h├Ątte meine Mutter get├ÂÔÇŽ ehm, angegriffen. Und wenn h├Ątte er das garantiert nicht ├╝berlebt.

So muss das in einer Familie sein, man muss sich aufeinander verlassen k├Ânnen.
Ich bin genauso, frag Dave wenn Du mir nicht glaubst. Das ist mein MannÔÇť, erkl├Ąrte Varmikan tonlos.

Irgendwie schn├╝rte sich ihm die Kehle zusammen, als er an seine ÔÇ×MamaÔÇť dachte und daran sie vermutlich im Leben nie wieder zu sehen.

Widererwartend heiterte der Ork aber die Stimmung auf, als der davon sprach, dass Skugga H├Ąuptling werden wollte. Varmikan musste bei der Erkl├Ąrung losprusten vor Lachen.

ÔÇ×Man ich hab nicht gewusst, dass Ihr Orks auch schon unter dieser Degeneration leidet. Das ist jetzt nicht Dein ernst, dass Skugga als Frau H├Ąuptling werden k├Ânnte oder?

Hey bei uns werden Frauen nicht mal Krieger und das hat einen guten Grund ÔÇô es sind Frauen. Sie k├Ânnen es nicht.

Also wenn Deine Skugga wirklich H├Ąuptling wird, sagte ich Dir gleich, such Dir schon mal einen neuen Stamm. Den wird es nicht mehr lange gegeben.

Frauen sind meist launisch und je nach Stimmungslage treffen sie ihre Entscheidungen. Und glaube mir, von so unwichtigen Dingen wie Logik, Fakten und so weiter, lassen die sich in ihren Entscheidungen nicht aufhalten.

Drum f├Ąllen bei uns alle wichtigen Entscheidungen f├╝rs Volk ÔÇô rate mal wer?

Genau, M├Ąnner. Magier.
M├Ąnnliche Magier!

Ihr solltet wirklich nicht jeden neumodischen Menschenschei├č nach├Ąffen. Tschuldige SchatzÔÇť, lachte Varmi sich kringelig und knuffte Dave.

Varmikan brauchte einen Moment ehe er wieder ernst wurde.

ÔÇ×Mag sein, dass Du viele Feinde hast, aber Dein schlimmster Feind bist Du, durch Deine Einstellung Ork.

Wer Dich besch├╝tzen sollte? Nun Dein zust├Ąndiger Magier. Er w├╝rde Dich entsprechend Deinen F├Ąhigkeiten zur Arbeit einteilen. Du musst ja als nasses Hemd nicht Schnee schaufeln.

Jeder hat etwas dass er kann, auch Du. Wenn Du nat├╝rlich wirklich nichts kannst, wirst Du auch bei uns entsorgt.

Wir f├╝ttern auch keine unn├╝tzen Fresser durch, daf├╝r ist einfach nicht genug da. Aber um tats├Ąchlich unn├╝tz zu sein, muss man sich schon ├Ąu├čerst d├Ąmlich anstellen. Was allerdings auch vorkommt.

Oder man ist krank, dann muss man auch sterben. Klingt einfach, logisch und nachvollziehbar, aber wenn es jemanden betrifft den Du liebst, ist das keine Entscheidung die Du treffen willst.

Glaub mir, liebst Du, dann l├╝gst Du.

Du rechtfertigst seine Ausf├Ąlle, seine Fehlzeiten und versuchst es nach besten M├Âglichkeiten zu vertuschen. Das mag nicht f├╝r alle Frostalben gelten, aber zwischen dem Urteil ├╝ber einem fremden Alb oder einem der Dir am Herzen liegt, ist ein Abgrund tiefer UnterschiedÔÇť, sagte Varmi.

Als der Ork ihm seine Verletzung zeigte, musterte der Alb sie mit neugierigem Blick.

ÔÇ×Ich verstehe langsam wo bei Euch beiden der Gletscherwurm langkriecht, Ihr habt die Rollen getauscht!

Sie ist der Kerl und Du bist die Frau. Wenn ich es unter dem Gesichtspunkt betrachte, macht sie alles richtig und Du als ÔÇ×FrauÔÇť auch.

Von daher, wenn Du so leben willst, warum nicht. Selten dass ich mal so lange mit wem quatsche. War interessant Deine Sicht zu h├Âren OrkÔÇť, grinste Varmikan erfreut.

Der kleine Ork schilderte im Nachgang noch, wie der Kampf mit dem gelben Goblin abgelaufen war.

Scheinbar war der Goblin krank und nicht auf der vollen H├Âhe seiner Leistung. Das erkl├Ąrte auch, wie es den beiden gelungen war dem Goblin zu entkommen, den scheinbar sogar Dave f├╝rchtete.

Und genau jener Goblin, war der Ex von Gasmi!
Genannt der Butterkeks.
Ein St├╝ck Geb├Ąck aus den Abgr├╝nden.

ÔÇ×Der gelbe Goblin hatte den Tiefling an den Eiern gepackt? Argh.
Ich habe glaube ich noch keinen echten Rakshaner gesehen. Jedenfalls wusste ich dann nicht, dass er einer ist.

Forxi, genau Forxi so hattest Du gesagt hie├č der Tiefling. Das Du nicht mit dem Tiefling Sex gehabt hast, glaube ich Dir. Sonst h├Ąttest Du nicht so geschockt reagiert, als Du davon erz├Ąhlt hast, dass Dich der Goblin geknutscht hat.

Wenn Du auf Kerle stehen w├╝rdest, h├Ątte Dich der Knutscher wohl nicht derma├čen aus den Socken gehauen. Es sei denn der Goblin ist so grottenh├Ąsslich, dass sogar Du vor ihm zur├╝ckschreckst. Und Du bist ja einiges gewohnt.

Und Du h├Ąttest gewusst, dass das Shorty eine Homobar ist. Beides trifft nicht zu, folglich hast Du auch den Tiefling nicht flachgelegt oder Dich flachlegen lassenÔÇť, antwortete Varmikan dem Ork.

Varmikan wandte sich an den Shezem.

ÔÇ×R├Ąum den Tisch ab. Also den Dreck hier vom Tisch und bring f├╝r jeden von uns Braten. Also f├╝r meinen Mann, mich, den Ork und den Waldalb. Wenn Deine Freundin auch mitessen will Waldalb, soll sie sich zu uns setzen. Und bring uns dazu etwas zu trinken. Irgendwas Leckeres ohne Alkohol. Etwas das nicht bitter schmecktÔÇť, forderte Varmi den Shezem auf.

Er wandte sich dem Waldalb zu.

ÔÇ×Nein, die Arbeit die ich Dir anbiete ist nicht die Jagd auf Jozo. Ich biete Dir eine Festanstellung bei uns an, wenn Du daf├╝r geeignet bist. Mein Mann wird das ├╝berpr├╝fen.

Da Du bereit warst, die Arbeit anzunehmen, d├╝rfte Dir auch eine ├ťberpr├╝fung nichts ausmachen. Sieh es als EinstellungstestÔÇť, erl├Ąuterte der Frostalb, setzte sich eng neben Dave und strich ihm kurz ├╝ber den Oberschenkel.

**

Sie war klatschnass, als sie die Taverne betrat, die leichte Tunika, die sie sich stibitz hatte, war nicht sonderlich geeignet f├╝r dieses Wetter und schon binnen Sekunden nicht mehr als ein nasser Lappen, der an ihrem K├Ârper klebte. Daf├╝r war ihr Kopf aber trocken geblieben. Der dunkelgr├╝ne Turban, ebenfalls gewickelt aus einem geklautem Tuch, hatte wesentlich besser Dienste geleistet. Sie h├Ątte doch besser die Kleidung aus ihrem Versteck nehmen sollen, die w├Ąre ihr jetzt auch nicht zu gro├č. Aber sie hatte es nunmal eilig gehabt und deshalb nur das n├Âtigste gegriffen. Und sie hatte gar nicht vorgehabt so lange unterwegs zu sein. Aber so war das nunmal, irgendwie kam es doch immer anders und dass man sie nun noch f├╝r einen Jungen halten w├╝rde, dass konnte sie vergessen. Also war es mal wieder an der Zeit die Rolle zu wechseln. AraÔÇÖrauns K├Ârperhaltung straffte sich und schnell verschaffte sie sich einen ├ťberblick ├╝ber das Geschehen im Schankraum. Viele verschiedene Leute waren anwesend, die zum Teil nicht unterschiedlicher sein k├Ânnten. Aber genau das mochte sie an Tavernen wie diese hier. Viele Leute bedeutenden auch viele Informationen, wenn man nur ein wenig die Ohren und Augen offen hielt.
Zun├Ąchst lenkte sie ihre Schritte zur Theke, aber ihr eigentlich Ziel w├╝rde der Kamin sein, an dem sich auch schon eine Waldalbin w├Ąrmte.
ÔÇ×Zum Gru├če, machst du mir nen Kaffee?ÔÇť wandte sie sich mit freundlicher Stimme an den Fischmenschen, der hinter der Theke zu Gange war und legte ein paar M├╝nzen auf das feuchte glatte Holz. Dann wandte sie sich auch schon zum Kamin, denn es wurde h├Âchste Zeit, dass diese verdammten Klamotten wieder trocken wurden.
ÔÇ×Das ist ein ganz sch├Ânes Mistwetter da drau├čen.ÔÇť murmelte sie so, dass die Waldalbin das durchaus mitbekommen konnte. Diese wirkte hier doch irgendwie sehr fehl am Platz und ein wenig konnte sie es auch verstehen, das erste was sie schlie├člich gemacht hatte ÔÇô Ara bekam das bewusst gar nichtmal mehr mit ÔÇô war zu schauen, ob wenigstens eines der Fenster offen stand und ob sie durch den gekippten Spalt passen konnte.
Wohlig drang die w├Ąrme des Feuers durch die nasse Tunika, die sich warm und nass doch deutlich besser anf├╝hlte, als kalt und nass. Aber bis sie auch endlich wieder trocken war w├╝rde es noch einige Zeit dauern.

**

Die Laune am Vierertisch wurde immer frostiger. Ob die Orks Schuld daran trugen oder das Mensch-Alben-Duo, konnte Shocai nicht sagen und es war ihm auch egal. Er flehte den Tag herbei, da er endlich ausgewachsen sein w├╝rde und ins Eismeer zur├╝ckkehren konnte. Vorher w├╝rde er alle G├Ąste auffressen, das schwor er sich, jeden einzelnen und den Chef gleich dazu.

Da dieser Tag aber noch fern war, ├╝berpr├╝fte er, ob Kehrschaufel und Besen bereitstanden, um die vermutlich bald entstehenden Scherben und M├Âbbeltr├╝mmer auffegen zu k├Ânnen. Erst, als die Orkfrau ins Freudenhaus verschwand, entspannte sich das Ganze etwas. Der Frostalb gab eine ordentliche Bestellung auf, eine der wenigen, von deren preislichem Umfang her seine Arbeit sich seiner Meinung nach ├╝berhaupt lohnte und Shocai verschwand in der K├╝che. Da nicht-alkoholische Getr├Ąnke gew├╝nscht waren, die nicht bitter schmeckten, brachte er jedem von ihnen einen alkoholfreien Shezemkuss, einen gr├╝nen Cocktail mit einem lebenden Molch darin schwimmend, verziert mit Teichlinsen und einer Seerosenbl├╝te, fruchtig-s├Ąuerlich schmeckend. Kurze Zeit sp├Ąter war auch der Braten fertig (dank eines Farisin in der K├╝che ging so etwas immer recht fix) und Shocai servierte.

Zur├╝ck am Tresen war ihm noch immer keine Pause verg├Ânnt. Aber wenigstens war der neu hinzugekommene junge Bursche freundlich und zahlte sogar noch vor dem Erhalt des Gew├╝nschten. Shocai kochte wohlwollend einen extra starken Mokka mit viel Butter und Zucker und einer winzigen Prise Salz. "Lass es dir schmecken."

**

Varmikan lie├č sich sofort sein Fleisch schmecken und schlang es mit absoluter Gier herunter. Der Braten war erstklassig.

Dass es sogar Fleisch im Getr├Ąnk gab, faszinierte ihn. Sowas hatte er noch nie erlebt, geschweige denn getrunken.

Daf├╝r w├╝rde er dem Shezem ein gutes Trinkgeld geben. Zwischen einigen Bissen, trank er seinen Drink und zerkaute den Molch. Einfach nur lecker.

Dave hingegen angelte den Molch vorsichtig mit einem Finger aus dem Getr├Ąnk und setzte ihn behutsam vor sich auf den Tisch. Dann st├╝rzte er das Getr├Ąnk herunter und a├č in aller Ruhe etwas Fleisch. Varmikan grinste Dave an und sch├╝ttelte kaum merklich den Kopf.

"Iss Sternchen, na los", forderte Varmi seinen Kerl gl├╝cklich auf.
"Mach ich doch", schmunzelte Dave.
"Den Molch! Iss den Molch", grinste Varmi.

"Nein, den hebe ich auf", gab Dave zur├╝ck und a├č weiter.
"Den kannst Du nicht aufheben! Oh nein, Du willst ihn mitnehmen", fl├╝sterte Varmi gespielt verzweifelt.
"Wer weiss?", grinste Dave.

Varmikan schaute sich kurz um, w├Ąhrend Dave sich sein Fleisch schmecken liess.

"Du Davy, Jozo ist kleiner als Gasmi, sonnengelb, und hat dunkle Augen richtig?", fragte Varmikan.
"Ja korrekt. Wieso?", hakte Dave nach.

"Er steht in der T├╝r...", antwortete Varmikan.

Daves Gesichtsausdruck war von einer Sekunde auf die andere eine m├Ârderische Maske. Der Magier drehte sich wie von der Tarantel gestochen zur T├╝r um, hatte zeitgleich seinen Dolch gez├╝ckt und war bereit mental zuzuschlagen.

In der T├╝r stand... niemand.

Dave blinzelte verdutzt und sein Gesicht verlor den m├Ârderischen Ausdruck. Er starrte Varmikan an und dann auf seinen Platz vor dem Teller. Der Molch war weg.

"Weg ist er", lachte Varmikan und k├╝sste Dave.
"Ich brauche einen Schnaps", st├Âhnte Dave.

"Einen Schnaps und noch mal das Getr├Ąnk mit Molch f├╝r mich", bestellte Varmi gut gelaunt.

**

Morasa

nahm an dem Tisch von dem Frostalb Platz. Er setzte sich zu dem Ork und stellte seinen Humpen neben sich. Eine weitere Waldablin rein und ging zu Alaryah an Feuer. Sie beschwerte sich ├╝ber das schlechte Wetter.
ÔÇ×Heute ist hier Albentreffen. Alaryah du bist zum Essen eingeladen worden, wenn du magstÔÇť.

ÔÇ×Wenn ich f├╝r dich nicht Jozo jagen soll, musst du mir schon sagen was du erwartestÔÇť, sagte Mo.
ÔÇ×Kalthorst liegt in S├╝dnaridien, s├╝dlich ├Âstlich von Alessa am Meer, gegen├╝ber der Flussm├╝ndung. Von Sturmfels fast s├╝dlich komplett zur anderen K├╝ste runter. Von Obenza ist Kalthorst ein ganzes St├╝ck weit entfernt. Selbst von Obenzas Stadt Teil auf S├╝dnaridien. Was Jozo in Kalthorst zu schaffen hat? Er ist von Obenza nach Kalthorst umgezogen, hat er gesagt. Dein Mensch darf mich testen, vor allen wenn eine Festanstellung winkt. Worin soll er sich mit mir messen? Wir sollten uns vorstellen. Ich bin Morasa, wer bist du Frostalb und wie hei├čt Dein menschlicher Begleiter und wie der Ork?ÔÇť.

Es dauerte gar nicht lange und die bestellten Speisen des Frostalben wurden serviert. Morasa freute sich ├╝ber das ├╝ppige Fleischmahl und den Molch Umtrunk. Das Getr├Ąnk genehmigte er sich sofort, danach fing er an das Fleisch zu verputzen. Er l├Ąchelte heimlich, als der Mensch den Molch aus dem Glas angelte. Menschen a├čen Froschschenkel, warum a├č dieser keine Molche? Wohin wollte der Menschen den Molch mitnehmen? Der Frostalb stopfte das Fleisch in sich rein, als wollte er einen Rekord knacken und forderte seinen Begleiter auf, den Molch zu essen.

ÔÇ×Der Molch ist gut, schmeckt wie FroschÔÇť.
Morasa l├Ąchelte den Mensch an und spachtelte weiter.

Pl├Âtzlich behauptete der Frostalb, Jozo st├Ąnde in der Tavernen T├╝r. Der Mensch reagierte blitzschnell und hatte seine Waffe gezogen. Morasa war nicht langsamer, er sprang sofort auf und hatte seinen Bogen in der Hand. Die Pfeilspitze zeigte auf die H├Âhe, wo Jozos Hals gewesen w├Ąre. Genauso durcheinander wie der Mensch schaute auch Mo aus der W├Ąsche. Der Frostalb hatte nur einen Scherz gemacht, um seinen Mann den Molch zu klauen. Mo verstaute seinen Bogen und setzte sich wieder hin.

ÔÇ×Mach das nie wieder, du bist ihm nie begegnetÔÇť, warnte Morasa.

**

Varmikan musterte den weiblichen Waldalbenneuzugang in der sonderbaren Kleidung. Morasa hatte es treffend formuliert, ein Albentreffen.

Aber scheinbar handelte es sich dabei um ein Waldalbentreffen, denn keine anderen Frost- oder Lichtalben war hier zugegen.

Die Waldschrate der Albenwelt waren in der ├ťberzahl. Irgendwie schien sie das Feuer magisch anzuziehen, ├Ąhnlich wie Motten vom Licht angezogen wurden. Denn sobald einer von ihnen den Laden betrat, steuerten sie direkt auf das Feuer zu. Die benannte Alaryah und Morasa hatten schon direkt dort gestanden.

Der Frostalb h├Ârte sich an was der Waldalb ├╝ber Kalthorst zu berichten hatte. Warum Dave als Naridier geschwiegen hatte, war Varmikan logisch. Er stellte den Waldalben wortlos auf die Probe.

`Entsprechen seine Aussagen den Tatsachen?┬┤, fragte Varmi Dave gedanklich.
`Ja, es ist alles in Ordnung. Er hat es nach bester M├Âglichkeit beschrieben┬┤, antwortete Dave mental.

ÔÇ×Nein ich habe Jozo niemals pers├Ânlich kennengelernt und ich lege auch keinen Wert drauf. Das war nur ein Scherz und ich wollte den leckeren Molch nicht verkommen lassen.

Aber Du hast ein gutes Reaktionsverm├Âgen, genau wie mein Mann.

Mein Mann wird sich nicht mit Dir messen, sondern er wird Dich einem Test unterziehen. Da Du einverstanden warst, wird er zuerst die Information ├╝ber Jozo ├╝berpr├╝fen und Dich dann gedanklich testen.

Er wird Dir weder schaden, noch Dich irgendwie verletzen. Du musst einfach nur offen sein f├╝r seine Fragen. Wenn er Dich etwas fragt, wirst Du ihm gedanklich antworten und Dich an diese Gegebenheiten erinnern. Ich sage es Dir gleich, mental ist l├╝gen nicht m├Âglich. Versuch es erst gar nicht.

Kurzum, wenn Du den Job haben m├Âchtest, musst Du die Gedankenauslesung bestehen.

Dabei wird ├╝berpr├╝ft, ob Du f├╝r diese Arbeit tauglich bist. Du kennst das sicher von anderen Jobangeboten. Dort testet man auch die F├Ąhigkeiten der Bewerber.

Deine Waffentauglichkeit setzte ich einfach mal voraus. Falls doch nicht so vorhanden, wie gedacht, werden wir Dich schulen lassen von einem unserer Leute.

Wichtiger als die Hand die die Waffe f├╝hrt, ist der Verstand der die Waffe lenkt.

Das hei├čt, wir m├╝ssen uns auf die mentalen F├Ąhigkeiten unserer Mitstreiter verlassen k├Ânnen. Wir ben├Âtigen loyale, nervenfeste, mutige und unersch├╝tterliche Mitstreiter. Aus diesem Grund testen wir vorher unsere Bewerber.

Passt Du zu uns, erwartet Dich ein Team, auf dass Du Dich mit absoluter Sicherheit genauso verlassen kannst, wie jene die wir einfordern.
Und die Bezahlung ist auch nicht zu verachten.

Aber wie ├╝berall im Leben, steht vor der K├╝r die PflichtÔÇť, erkl├Ąrte Varmikan Morasa.

ÔÇ×Du k├Ânntest ihn doch direkt hier befragen oder?ÔÇť, fragte Varmikan seinen Mann leise.
ÔÇ×Die Befragung findet drau├čen bei Fedor und Brownie stattÔÇť, antwortete Dave freundlich.

`Das ist doch hier Schatz!┬┤, grinste Varmikan.
`Achso, ich dachte Du meintest jetzt hier direkt am Tisch. Das w├Ąre mir zu unsicher. Du gew├Ąhrst bei der Befragung meine Sicherheit. Sollte mich jemand angreifen, das Code-Wort f├╝r einen t├Âdlichen Angriff ist Rosbadden.

Die beiden Fellnasen reagieren zwar auch so sofort und besch├╝tzen mich mit ihrem Leben. Aber es ist durchaus auch mal m├Âglich, dass sie einen gewollten Angriff nicht sofort erkennen.

Ein Hund ist ein ehrliches und argloses Wesen. Drum wenn Dich oder mich jemand angreift und Du hast einen der beiden Hunde dabei, nutzt den Befehl.

Aber sprich ihn sonst niemals offen aus. Bei Fass bei├čen sie einfach zu, wohin sie treffen. Kurzum sie fassen wirklich zu.

Rosbadden ist ein T├Âtungsbefehl, sie attackieren sofort die Kehle der Person und versuchen sie niederzurei├čen. Einmal auf dem Boden ist es vorbei.

Sie haben genauso wie die B├╝ttelhunde gelernt auf Waffen zu reagieren. Ziehst Du als Angreifer ein Messer, wird Fedor oder Brownie Deine Messerhand durch einen Biss stoppen und Dich niederrei├čen, der andere zerfleischt Dir die Kehle.
Sie arbeiten gut im Team. Muss ich Dir mal zeigen┬┤, ├╝bermittelte Dave gut gelaunt.

`Darf ich dann den Befehl geben?┬┤, fragte Varmikan mit Unschuldsblick.
`Na klar┬┤, grinste Dave.

`Irgendwie hab ich jetzt Lust mir mit Dir hier ein Zimmer zu nehmen, erz├Ąhl mir sowas Zuhause┬┤, grinste Varmikan.
`Ich erz├Ąhle es Dir Zuhause ÔÇô nochmal. In allen blutigen Einzelheiten und so detailliert wie m├ÂglichÔÇŽ┬┤, antwortete Dave.

Varmikan nickte knapp und wandte sich direkt wieder an Morasa.

ÔÇ×Folge uns nach drau├čen MorasaÔÇť, sagte Varmikan.
Der Frostalb stand ohne Umschweife auf und ging zu dem Shezem.

ÔÇ×Mach f├╝r uns die Rechnung fertig und pack Dir ein angemessenes Trinkgeld drauf. Nicht unversch├Ąmt werden, aber auch nicht mit Dir selber knausern. Wir sind vor der T├╝r bei unseren Hunden.

Wir haben noch etwas mit dem Waldalben zu besprechen. Wir kommen zur├╝ck, keine Sorge. Und dann zahle ich die offene ZecheÔÇť, sagte Varmikan zu dem Shezem und verlie├č dann den Schluckspecht.

ÔÇ×Bereit wenn Du es bist WaldalbÔÇť, sagte Dave und folgte Varmikan auf dem Fu├če nach drau├čen.

Vor der T├╝r begr├╝├čte Dave erstmal ausgiebig seine beiden Hunde, als h├Ątte er sie mindestens ein Jahrhundert oder l├Ąnger nicht gesehen. Er kraulte sie, k├╝sste sie auf ihre struppigen K├Âpfe und hockte sich dann zwischen die beiden. Varmikan stellte sich hinter seinen Mann. Gemeinsam warteten sie auf Morasa.

"Bei uns ist das alles etwas anders", erkl├Ąrte Frosch. Varmikan schien ehrlich entsetzt dar├╝ber, was mit seiner Mutter geschehen war. Warum? Es war doch nicht seine. Und auch Frosch sollte kein Bedauern empfinden. Es war das Beste f├╝r die Rotte, dass sie ausselektiert worden war, bevor sie noch weitere Fr├Âsche in die Welt gesetzt h├Ątte und so die Rotte schw├Ąchte. Dennoch sp├╝rte er den Schmerz des Verlustes noch immer, wenn er daran dachte.

"Unsere M├╝tter leben nicht bei den M├Ąnnern", sagte er unver├Ąndert l├Ąchelnd. "Die Krieger sch├╝tzen sie auf Distanz. Die Bruth├Âhlen sind gut verborgen in der Mitte von Shakorz. Dort, wo kein Fremder hinkommt. Und wenn doch, sind da noch die S├Âhne, die schon fast erwachsen sind und bald zu den Kriegern d├╝rfen und auf sie aufpassen. Nur Menschen und Alben nehmen Frauen und Kinder ├╝berall mit hin, wo es gef├Ąhrlich werden kann. Am komischsten sind da die Rakshaner. Die nehmen sie sogar mit ins Kriegsgebiet. Mein Vater war jedenfalls also gar nicht dabei, als sie get├Âtet wurde. Oder doch? Ich wei├č es nicht. Ich hab ja keine Ahnung, wer mein Vater ├╝berhaupt ist."

Das Essen wurde geliefert. Frosch a├č und sprach mit vollem Mund weiter, da er einen Mordshunger hatte und Angst hatte, dass Skugga zur├╝ckkommen und ihm das Essen wieder wegnehmen k├Ânnte. Vorher musste er es in Sicherheit gebracht haben. Der Frostalb schien ehrlich entr├╝stet, dass Skugga als Frau Ambitionen zeigte, H├Ąuptling zu werden.

"Nee, das ist bei uns auch nicht ├╝blich", sagte Frosch. "Kein bisschen! Normalerweise sind die Frauen ja in den Bruth├Âhlen und bleiben da. Aber Skugga hat sich dort gelangweilt. Oder sie wollte nicht ohne mich sein, denn jemand wie ich w├Ąre sp├Ąter niemals als Krieger zu ihr zur├╝ckgekehrt. Das d├╝rfen nur die Besten, damit sich nicht der Abschaum vermehrt. Die meisten sehen die Frauen nie wieder. Jedenfalls hat Skugga sich aber als Mann verkleidet und ist mit mir mitgekommen, als ich fortmusste. Und irgendwie hat sich das dann alles so ergeben, dass sie bei den Kriegern blieb. Aber normal ist das nicht, nein!"

Als der Alb ihm vorwarf, die Frau in ihrer zweifelhaften Beziehung zu sein, traf das Frosch. Das war eine Beleidigung, die sa├č. Aber er wusste nicht, was er machen sollte, au├čer, sie zu schlucken. Mit dem Alb anlegen w├╝rde er sich nicht, weder verbal noch k├Ârperlich, er war ja nicht lebensm├╝de. Er tat das, was er immer machte und lie├č es wortlos ├╝ber sich ergehen, ohne ein Zeichen, dass es ihm etwas ausmachte. Aber es machte ihm etwas aus.

Pl├Âtzlich sagte der Frostalb, dass Jozo in der T├╝r st├╝nde. Im n├Ąchsten Augenblick war an der Stelle, wo eben noch Frosch gesessen hatte, nur ein kreiselnder Schemel. Erst nach einer ganzen Weile, als nichts geschah, traute Frosch, vorsichtig aus dem Freudenhaus nach unten zu sp├Ąhen, wo sich offenbahrte, dass es nur ein sauschlechter Scherz gewesen war und er kehrte mit noch immer klopfendem Herzen an den Tisch zur├╝ck, wo die zwei Alben sich unterhielten.

Sie a├čen weiter und die zwei Alben sprachen ├╝ber den Gelben Goblin, der, wie Frosch nun wusste, Jozo hie├č. Wenn er sich recht entsann, hatte Foxi den Namen auch hasserf├╝llt gefl├╝stert, als er ihn von der Liste ablas. Frosch war nicht sehr gut darin, sich Namen zu merken, weil er es nicht gewohnt war, sein Gehirn anzustrengen oder gar zu denken. Um sich von seinen finsteren Gedanken abzulenken, lutschte er, nachdem er aufgegessen hatte, auf dem lebenden Molch herum, lie├č ihn mal aus seinem Mund gucken und schl├╝rfte ihn wieder ein.

Morasa fragte den Frostalben nach Froschs Namen, aber der ging nicht darauf ein und Frosch w├╝rde ihr Gespr├Ąch nicht unterbrechen. Sein Name war ja auch nicht wichtig, so wie seine ganze Person. Er war froh, dass er etwas zu Essen und zu trinken bekommen hatte und man ihn nicht vom Tisch fortjagte.

**

Morasa

entging nicht, dass der Frostalb seine Bitte nach den Namen umgegangen war. Er war noch kein Kamerad, anscheinend durfte er sie deshalb noch nicht wissen. Genauso erkl├Ąrte der Frostalb sein Jobangebot ohne zu sagen, was es f├╝r ein Job war. Sie kannten Jozo nur Feinde oder Freunde interessieren sich so f├╝r andere. Der Waldalb beobachtete das Spiel von dem Ork mit dem Molch im Mund. Der Ork passte nicht in die Gruppe. Trotzdem hatte der Frostalb Interesse an ihn und fragte viel. Er war sogar ganz nett zu ihm. Vermutlich war der Ork die Ablenkung und er wurde schon getestet. Das war Theater und der Ork und der Frostalb f├╝hrten ihn vor. Sie schwatzten wie Freunde. Morasa wusste nicht, ob er f├╝hlte, wenn der Magier in seinen Gedanken war. Der Frostalb hatte gesagt, man w├╝rde keinen Schmerz sp├╝ren. Nach seinen Scherz lobte der Alb sein Reaktionsverm├Âgen und das von seinen Begleiter. Der Frostalb wollte seinen Willen testen und brauchte zuverl├Ąssige K├Ąmpfer. Mo nahm einen gro├čen Schluck aus seinen Humpen. Der Gedanke den Mensch gleich in seinen Kopf zu haben machte ihm etwas Angst. Das Verschweigen der Namen und der T├Ątigkeit sagte Morasa, dass sie J├Ąger waren. Dass der Frostalb K├Ąmpfer suchte die Reflexe hatten, sagte ihn noch mehr. Ganz sicher waren sie Kopfgeldj├Ąger oder sogar Killer. Sein Blick ruhte k├╝hl auf den Ork. Unscheinbar sah er aus, so wie der Frostalb gesagt hatte. War das eine versteckte Botschaft? Der Ork bot die Ablenkung und der Magier die Bedrohung. Beide waren sie sicher seine Leibw├Ąchter und sehr gef├Ąhrlich. Ganz egal wie die aussahen.

ÔÇ×Ork ich gehe nach drau├čen zu den beiden. Bis gleichÔÇť.

Morasa klopfte auf den Tisch zum Abschied. So verhielten sich Kameraden. Dann ging er den Frostalb und den Menschen hinterher.

**

Kurz, nachdem die beiden Alben und der Mensch vor die T├╝r gegangen waren, stapfte Skugga die Treppe herunter. Sie blickte ├Ąu├čerst selbstzufrieden drein. Sie blickte auf den leeren Tisch. Shocai hatte inzwischen abger├Ąumt und abgewischt, so dass nichts mehr auf das kleine Festmahl hindeutete. Rasch schluckte Frosch den Molch herunter, damit sie nicht auf den Gedanken kam, er h├Ątte heimlich etwas gegessen.

"Wo sind die Bleichlinge?"
"Kurz nach drau├čen gegangen."
Sie wies mit dem Kopf nach hinten. "Wir hauen durchs Klofenster ab, ehe der Mensch uns doch noch seine Rechnung aufs Auge dr├╝ckt."
Damit ging sie voran.

Frosch trottete traurig hinterher. Gern h├Ątte er sich noch ein wenig l├Ąnger unterhalten, denn es kam selten vor, dass jemand mehr als nur die n├Âtigsten Worte mit ihm wechselte. Aber Skuggas Pl├Ąne sahen das nicht vor. Sie verschwand in der Damentoilette, er in der T├╝r f├╝r die Herren. Wenig sp├Ąter marschierten sie den Waldpfad hinter dem Tempel entlang in Richtung Meer. Skugga summte ein Kriegslied vor sich hin und Froschs Kopf war so leer wie zuvor. Er hatte jeden Gedanken ausradiert.

**

Dankbar hielt AraÔÇÖraun den warmen Mokka in den H├Ąnden. Zusammen mit dem Feuer sorgte er daf├╝r, dass ihr Laune besser wurde und w├Ąhrend sie immer wieder an dem warmen Getr├Ąnk schl├╝rfte lauschte sie in den Raum hinein. Ihr Gesicht war dabei dem Feuer zugewandt, so w├╝rde sich niemand beobachtet f├╝hlen. An einem der Tische, sie erinnerte sich daran, das dort ein Frostalb, ein Waldalb und mindestens ein Mensch gesessen hatten, wurde anscheinend ├╝ber irgendwas verhandelt, was sich durchaus interessant anh├Ârte und vielleicht auch lohnend war dem n├Ąher nachzugehen.
Dann wandelte sich pl├Âtzlich die Stimmung im Raum und wurde angespannt und nerv├Âs, refelxartig begab sie sich in Habachtstellung, nun wieder voll und ganz dem Geschehen in der Taverne zugewandt ÔÇô bereit zu fliehen, oder auszuweichen, was auch immer da kommen mochte. Und auch der Waldelb hatte schon zu seiner Waffe gegriffen. Das fliehende gr├╝ne Etwas, nah sie allerdings nur aus dem Augenwinkel war, zu sehr war die Vogelfrau darauf fixiert den Allgemeinen Gefahrenausgangspunkt ÔÇô die T├╝r ÔÇô im Auge zu behalten. Dann entspannte sich die Lage wieder ohne das wirklich was passiert war. Ein ├╝bler Scherz des Frostelben, der alle in Angst und Schrecken versetzt hatte. Sie kniff die Augen zusammen und funkelte ihn b├Âse an, ohne dass dieser das vermutlich mitbekommen w├╝rde.
Es trieb hier also jemand namens Jozo sein Unwesen ÔÇô und sie war wohl zu lange unterwegs gewesen. Aber darum ging es wohl gar nicht prim├Ąr an diesem Tisch, der f├╝r soviel Unruhe gesorgt hatte, oder doch? Sie wurde das dumpfe Gef├╝hl nicht los, dass sie es doch ein wenig eher h├Ątte in die Taverne schaffen sollen, nicht nur, dass sie dann nicht so nass geworden w├Ąre, sondern auch, dass sie den Anfang dieses durchaus interessanten Geschehens mitbekommen h├Ątte. Nun machten sich die Herrschaften anscheinend daran wieder zu gehen.
Kurze Zeit ├╝berlegte sie, ob es sich wohl lohnen w├╝rde ihnen zu folgen, oder ob der Aufwand ihre Kleidung irgendwo unbemerkt loszuwerden und sich zu verwandeln daf├╝r wirklich gerechtfertigt warÔÇŽ andererseits war sie dann auf jeden Falls in ein warmes Federkleid geh├╝llt.

**

Varmikan kraulte Dave w├Ąhrend sie drau├čen auf den Waldalben warteten.

`Wusstest Du, dass Orks so leben? Ich hatte davon keine Ahnung. Es ist seltsam alles hinterfragen zu m├╝ssen. Was f├╝r mich v├Âllig normal ist, begreift hier kaum jemand, bis auf Dich Sternchen und Urako. Ihr versteht mich. Aber erkl├Ąr mir mal ehrlich, wie kann man seine Frau oder seine Kinder in einer H├Âhle sperren und sie sich selbst ├╝berlassen? Da wundern sich die Orks, warum man sie f├╝r Tiere h├Ąlt?

Also mal ehrlich h├Ąttest Du lieber einen Frostalb als Mann der Dir nie von der Seite weicht und Dich besch├╝tzt, was weniger Freiheit bedeutet. Oder alle Freiheit der Welt mit einem Ork der Dich aber nur mal schubst und dann auf nimmer Wiedersehen in einer H├Âhle verrotten l├Ąsst, jeder darf Dich mal rannehmen und um die Brut kannst Du Dich auch alleine k├╝mmern? Das sind doch keine Kerle, das sind Dr├╝ckeberger! Verantwortung ist f├╝r die ein Fremdwort! Wer braucht Freiheit, wenn er in einer Partnerschaft lebt? Sowas braucht niemand, entweder Partnerschaft, oder Freiheit┬┤, grummelte Varmikan gedanklich.

`Die Frage ist m├╝├čig Klingenohr, ich bin mit Dir verheiratet. Unsere Familie kennt keine Scheidung. Das sollte Dir alles sagen. Warum bist Du ├╝ber das Leben der Orkfrauen so w├╝tend Schatz?┬┤, fragte Dave.

`Weil ich durch die Erz├Ąhlung des Orks wieder meine eigene Mutter vermisse. Passend ist mir dazu eingefallen, dass ich sie vermutlich in meinem ganzen Leben nie wiedersehen werde. Ich werde Dich ihr nie vorstellen k├Ânnen, Du wirst sie nie kennenlernen. Das tut weh┬┤, gestand Varmikan mental.

`Ich w├╝rde Dir gerne sagen, ich k├╝mmere mich drum. Aber das liegt au├čerhalb meiner M├Âglichkeiten. Zudem das B├Âse braucht nie einen Grund. Dein "Scherz" eben, sagte es oft auf die Frage - Warum hast Du das getan? Jozos Antwort -weil ich es konnte. Mehr musst Du nicht ├╝ber das B├Âse an sich wissen.

Ich habe Dir von meiner Mutter erz├Ąhlt und Dir von ihrem Zustand berichtet. Sie war immer wie bewusstlos. Rate mal, wie wir entstanden sind. Meinst Du mein Vater h├Ątte gewartet bis sie mal wach war? Dunwin hat trotzdem...
Meinst Du Dunwin oder meinen Gro├čvater h├Ątten die Probleme meiner Mutter interessiert? Sie war dazu da uns zu bekommen, mehr nicht. Ihr Job S├Âhne zu geb├Ąren und das Maul halten. Ihre H├Âhle ein Zimmer in einem Anwesen. Was machen die Orks anders? Der gleiche Dreck im anderen Gewand. Sie nennen es St├Ąrke, wir nennen den Schwachsinn Tradition.

Nat├╝rlich sagt man Euch unbarmherzige H├Ąrte nach. Genau wie den Rakshanern die Welt vernichten zu wollen. Komisch ist nur, dass bei denen jeder gl├╝cklich zu sein scheint! Jeder k├╝mmert sich um den anderen, sie k├╝mmern sich um ihre Frauen und tragen ihnen den Hintern nach. Entgegen anderen hat mir Tarkan geholfen ohne ├╝berhaupt eine Gegenleistung zu verlangen. Er ist selbstlos. Du solltest ihn kennenlernen.

Ihr k├╝mmert Euch zu viel des Guten um Eure Frauen oder Partner. Bei Euch gibt es tats├Ąchlichen Zusammenhalt. Warum, wenn Ihr falsch liegt? Wenn Frostalb zu sein bedeutet seine Familie zu lieben, bis zum Tod zu verteidigen und seinem Partner nicht von der Seite zu weichen, dann ist das meine Seite. Wenn ich Dich daf├╝r permanent am Robenzipfel habe und Dir gehorchen muss, dann sei es so.

Und jetzt denk nicht weiter dr├╝ber nach. Schluss mit den tr├╝ben Gedanken Varmi. Gl├╝cklich ist, der vergisst, was nun mal nicht zu ├Ąndern ist┬┤, gab Dave mental zur├╝ck.

`Hast Recht. Andere Frage, Du wolltest den Molch doch nicht tats├Ąchlich behalten oder? Ich musste schon f├╝r Agathe eine H├╝tte bauen. Einen Teich f├╝r einen Molch wollte ich nicht ausheben┬┤, grinste Varmi.
`Nein ich h├Ątte ihn irgendwo ins Wasser geschmissen, keine Angst┬┤, lachte Dave mental.

`Meinst Du der Wald-Alben-Auflauf hat einen besonderen Grund?┬┤, hakte Varmikan nach.
`Wei├č ich nicht, aber ich vermute eher nicht┬┤, antwortete Dave.

`Ich glaube die Waldalbin die als letzte reinkam hat mich wegen meinem Scherz angegiftet┬┤, grinste Varmikan.
`Zu Recht Klingenohr┬┤, schmunzelte Dave.

`Wegen Jozo, da sollten wir uns was ├╝berlegen. Wir sollten Gasmi oder Jeelen fragen, ob sie uns Kampfsport beibringen. Wenigstens etwas, das kann ja nicht schaden┬┤, schlug Varmikan vor.
`Gute Idee, dass machen wir┬┤, stimmte Dave zu.

`Ich bin gespannt was die Auslesung von Morasa ergibt. Wer er wohl wirklich ist und was ihn dazu bewogen hat sich direkt auf unser Angebot zu bewerben. Er hat genau wie der kleine, d├╝rre Ork einen Angriff von Jozo ├╝berlebt. Und scheinbar nicht durch Gl├╝ck oder die Hilfe eines Tieflings. Dass hei├čt was, nicht wahr?┬┤, fragte Varmikan.

`Ja das hei├čt einiges, aber er hatte genauso einen gesunden Respekt vor Jo wie ich, sonst h├Ątte er nicht sofort zu seiner Waffe gegriffen. Und selbst wenn es ihm nur um sich selbst gegangen w├Ąre, in dem Fall h├Ątte er uns sogar verteidigt┬┤, erl├Ąuterte Dave.

Varmikan stellte sich ganz dicht hinter seinen Mann der auf dem Boden sa├č und umarmte ihn um den Hals.

Als Morasa aus der Spelunke kam und auf sie zusteuerte, machte Dave eine einladende Handgeste, sich ihm gegen├╝ber zu setzten.

"Komm her und setz Dich zu uns", sagte Varmikan zu Morasa.

**

Morasa

verlie├č die Taverne und ging auf den Frostalben und seinen Menschen zu. Ihre Blicken waren auf ihn geheftet. Die Augen von dem Mensch waren grau wie Steine. Die von dem Frostalb waren blau. Das gleiche blau wie die Augen der Katze von einen seiner Freunde. Ihre Augen waren nicht kalt, dass war ein gutes Zeichen. Der Mensch sass auf dem Boden, die Riesenhunde sassen neben ihn und der Frostalb stand hinter ihm. Morasa folgte der Einladung der beiden und setzte sich vorsichtig gegen├╝ber von dem Menschen hin. Er wollte die Tiere nicht erschrecken, denn sie waren gro├č und kr├Ąftig und wirkten gef├Ąhrlich. Sie sollten keinen Grund zu einem Angriff haben und er wollte ihnen nichts zu leide tun. Die Hunde waren sch├Ân, sie gefielen Mo gut und erinnerten ihn an W├Âlfe. Mo nahm seinen Bogen von seinen R├╝cken und legte ihn vor sich hin. Seinen Dolch legte er dazu, so sollte der Frostalb und der Mensch sehen, dass er friedlich bleiben wollte.

ÔÇ×Was muss ich tun?ÔÇť.

Morasa legte seine H├Ąnde in den Scho├č und wartete ab, was der Magier tun w├╝rde.

**

Dave musterte den Waldalben.

ÔÇ×Du musst gar nichts weiter tun. Ich stelle Dir mental, also gedanklich einige Fragen. Entweder tats├Ąchlicher Natur, oder ich beantworte meine Fragen indem ich mir die Information aus Deinem Geist ziehe. Das bedeutet ich lese in Dir wie in einem Buch, ich raube Dir die Erinnerungen nicht. Sei unbesorgt. Deine ÔÇ×BewerbungÔÇť beruht auf Freiwilligkeit und nicht auf Anwerben unsererseits.

Demzufolge solltest Du einfach locker bleiben. Passt Du in unsere Zunft, wirst Du ein Bruder. Passt Du nicht ben├Âtigst Du von uns keine weiteren Informationen. Wissen ist Macht, nichts wissen macht in Deinem Fall dann auch nichts ÔÇô f├╝r uns allerdings schon. Es ist unsere Absicherung. Los geht esÔÇť, erkl├Ąrte Dave und starrte dem Waldalben in die Augen.

Der Naridier verharrte absolut regungslos in Trance.

Einen Moment sp├Ąter sp├╝rte Morasa eine fremde Pr├Ąsenz in seinem Geist. Ein anderes Bewusstsein existierte in seinem Kopf neben seinem eigenen und rief vors├Ątzlich Erinnerungen auf und schaute sie sich an.

Morasa war ab diesem Moment zum Zuschauen verdammt. Der Waldalb sp├╝rte, dass der Magier ihm nicht schaden wollte. Der Almane verhielt sich bewusst friedfertig, um seinen Gastgeber nicht zu schaden.

Wie Dave dem Mann bereits erkl├Ąrt hatte, war es etwas anderes, ob sie einen Kollegen einfingen und f├╝r die Gruppe z├Ąhmen mussten, oder ob sich jemand ihnen aus freiwilligen St├╝cken anschlie├čen wollte.

Dave durchst├Âberte die Erinnerungen des Waldalben, ebenso durchforstete er die dazugeh├Ârigen Gef├╝hle. Meist sagten diese wesentlich mehr aus, als eine reine bildliche Erinnerung an sich.

Er sah W├Ąlder, er sah Wild, er sp├╝rte die Jagdlust des Mannes und die Freude wenn er eine Beute erlegt hatte. Ein Hochgef├╝hl, einem Sieg im einem Wettlauf gleich. Es gab besondere Beute. Damit meinte der Mann gef├Ąhrliche Gegner, die man nicht ohne weiteres jagen konnte. Eines dieser Exemplare war Jozo.

Der Magier blieb direkt bei der Erinnerung an den gelben Goblin. Der Waldalb hatte ihnen die Wahrheit erz├Ąhlt. Er hatte weder etwas besch├Ânigt, noch hatte er aufgeschnitten um sich besser dazustellen als er wirklich war.

Dave las weiter und schmunzelte gedanklich. Der Waldalb hatte sogar kleine Br├Âtchen gebacken. Dass er Jozo in den Arsch getreten hatte, hatte Morasa gar nicht erw├Ąhnt.

Und wie er Jozo dazu gebracht hatte, einen Patt vorzuschlagen und getrennter Wege zu gehen war hochinteressant. Gut, jeder Mann konnte nachvollziehen, dass man lieber einen Patt vorschlug, als sich die Eier abschneiden zu lassen. Eine fiese, hinterh├Ąltige aber Jozo durchaus angepasste Ma├čnahme, empfand Dave.

Mit dieser Erinnerung sah der Naridier zeitgleich aus dem Blickwinkel Morasas wie die Artefaktpeitsche funktionierte.

In Aktion hatte er die Waffe noch nie gesehen, aber er hatte von ihr geh├Ârt. Wolfi hatte davon gesprochen, er hatte mehrfach ihre Pr├Ąsenz gesp├╝rt und letztendlich auch in Aktion gesehen. Morasa war dem Tod n├Ąher gewesen als ihm bewusst war. Dennoch hatte er klug und besonnen reagiert, indem er Jozo von seiner eigenen Medizin zu kosten gab. Der Gelbe hatte es selbst erstaunt erw├Ąhnt ÔÇô er hatte noch nie seine eigene Peitsche um den Hals h├Ąngen.

Die geteilten Erinnerungen samt Gef├╝hle von Wolfi wie auch die Erinnerungen von Morasa zeichneten ein Bild des Artefaktes, dass nur einen R├╝ckschluss zulie├č ÔÇô eine Person wie Jozo sollte so ein Artefakt nicht besitzen.

Aber scheinbar war dieses Ding, genau f├╝r Tr├Ąger wie ihn geschaffen worden. Denn soweit Dave es mit den wenigen Informationen die ihm zur Verf├╝gung standen beurteilen konnten, setzte Jozo es nicht immer ein. Vermutlich ÔÇ×ern├ĄhrteÔÇť sich dieses Artefakt vom Leid der Opfer oder ├Ąhnlichem.

M├Âglich war auch, dass es durch diese Gef├╝hle erst angestachelt wurde. Kraft musste seine Verwendung kosten, denn so wie er Jozo kannte, w├╝rde der Goblin nicht auf so eine m├Ąchtige Waffe verzichten ÔÇô jedenfalls nicht bewusst.

Eine andere M├Âglichkeit die ebenfalls in Betracht kam, war das Jo dieser Waffe Zuneigung entgegenbrachte. Dass er seine zwei Messer mehr liebte, als jede lebende Person, war f├╝r die Geister kein Geheimnis gewesen und Jozo hatte nie einen Hehl daraus gemacht.

Diese Waffe musste so etwas wie Kultstatus f├╝r Jozo haben. Vielleicht sogar eine Art heilige Reliquie sein, die er nur benutzte, wenn er es f├╝r w├╝rdig empfand. Sein Lieblingsmesser Zwicki hatte er auch nicht in jeden Wanst gerammt.

Zwicki, wie die nachtschwarze, gebogene Klinge hie├č, war dazu da Spa├č zu schenken und Gesichter von Sch├Ądelknochen zu sch├Ąlen. Eine Information, die Dave einst vor langer Zeit in den Gedanken des gelben Goblins selbst gelesen hatte. Das Artefakt war in seinen Erinnerungen nicht vorgekommen. Dave vermutete, Jo hatte es zu dieser Zeit noch nicht besessen.

Der Magier lie├č Morasa kurz sein Wohlwollen bez├╝glich der Erinnerung an Jozo sp├╝ren.

Der Mann hatte rundum die Wahrheit gesagt.
Dave war mit dem Waldalb sehr zufrieden.

Nun machte er sich daran Morasa pers├Ânlich genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Waldalb liebte die W├Ąlder, aber er war anders als die anderen Waldalben. Die Jagd kannte f├╝r ihn keine Grenzen. Es gab nichts, was der Alb nicht jagte. Er hatte keine Hemmungen weder Tier noch andere V├Âlker zu jagen.

Das er eines Tages sein Heim verlassen musste, war bei so einer Einstellung klar. Waldalben waren daf├╝r bekannt, friedliche und tolerante Personen zu sein.

Morasa war dies nicht. Er hatte eine andere Grundeinstellung. Nat├╝rlich konnte man nicht jeden Angeh├Ârigen eines Volkes ├╝ber einen Kamm scheren.

Es gab sicher friedliebende Orks und streitlustige Waldalben ÔÇô aber jeder Ausrei├čer in der Einstellung war auch eines, ein Ausgesto├čener.

Au├čenseiter hatten in ihrem eigenen Volk keinen Platz, bei ihnen hingegen gab es nicht nur Platz f├╝r solche moralischen Einstellungen, sondern auch f├╝r Morasa selbst.

Jemand der sich nicht zu schade war, sich die Finger schmutzig zu machen.
Mehr sogar noch, die Finger in Blut zu tauchen.

Auch hier sp├╝rte Morasa das absolute Wohlwollen von Dave.
Dem Magier gefiel was er sp├╝rte, las und sah.

Dave las weiter und konnte einige Wahrnehmungen aus einer Fremdperspektive nicht klar zu ordnen. Der Blickwinkel auf die Welt, war bei manchen Erinnerungen verschoben.

Von der H├Âhe her vermutete der Naridier, das der Waldalb dabei lag. Aber das war unm├Âglich, denn er bewegte sich von Baum zu Baum fort und dass mit einer sehr hohen Geschwindigkeit.

Dave durchsuchte weitere ├Ąhnliche Erinnerungen, bis er auf eine Verwandlungserinnerung stie├č. Vorher noch ein Mann und dann?
Ja was?

Dave suchte weiter, suchte nach einer bestimmten Erinnerung, einer Selbstwahrnehmung in dieser anderen Gestalt.

Der Waldalb war ein Gestaltwandler. Seine andere Form war die eines Marders! Hochinteressant und ├Ąu├čerst n├╝tzlich um sich unbemerkt an ein Opfer anschleichen zu k├Ânnen.

`Mit korrektem, vollem Namen hei├čt Du Moranor Ranihiel Sarinur - Morasa.
Morasa Du hast den Test bestanden.

Mein Name ist Dave und ich w├╝rde Dich gerne als Bruder in unserer Gilde willkommen hei├čen.
Du vermutest fast korrekt. Du bist J├Ąger und Kopfgeldj├Ąger - wir auf gewisse Weise auch.
Um genau zu sein Assassinen.
Meuchelm├Ârder.

Du hast um den Job gebeten - wir bieten wesentlich mehr. Eine neue Familie. Das bedeutet f├╝r Dich R├╝ckhalt, Zusammenhalt, Loyalit├Ąt und famili├Ąre Bande.

Alle Einnahmen unserer Gilde wandern in einen Topf. Von den Einnahmen werden s├Ąmtliche Ausgaben bezahlt, der Rest wird zu gleichen Anteilen an alle Familienmitglieder ausgezahlt.
Besondere Leistungen bedeuten eine besondere Bonuszahlung f├╝r den ausf├╝hrenden Assassinen.

Varmikan, mein Mann - der Frostalb hat Dir die Wahrheit gesagt. Wenn Du bereit bist, ein Familienmitglied der Geister zu werden, dann entscheidest Du Dich jetzt. Hier. Mental. Ohne die M├Âglichkeit einer L├╝ge.

Sp├╝re ich Z├Âgern oder Ablehnung, werde ich Deine Erinnerung an uns beide sofort l├Âschen. Ich werde Dich nicht t├Âten Alb, das w├Ąre ungeb├╝hrlich und ist nicht n├Âtig. Du bist weder ein Auftrag, noch hasse ich Dich, noch stehst Du auf unserer schwarzen Liste. Wir gehen ab dato neutral getrennter Wege.

Sp├╝re ich gewollten Verrat an uns, t├Âten wir Dich. Das ist unsere Pflicht, unserer Familie gegen├╝ber. Das gleiche w├╝rden wir f├╝r Dich tun, als Bruder - Dich mit allen Mitteln sch├╝tzen, sobald Du uns angeh├Ârst.

Nimmst Du mein Angebot an, wirst Du uns in unser Haus folgen. Es gibt keinen Vertrag zu unterschreiben.

Wir schlie├čen unsere Vertr├Ąge mit Blut. Du wirst durch Schwur und Blut gebunden. Einer unserer Zunftbr├╝der wird Dir Blut abnehmen und wir werden es sicher verwahren. Als Absicherung, aber auch zu Deinem Schutz.

Zur Aufkl├Ąrung der R├╝ckversicherung - wenn Du stiften gehst, werde ich Dich mental suchen und finden. Mit etwas von Dir, vor allem mit Blut finde ich Dich im Nexus ruck zuck. Dann suche ich Deinen K├Ârper hier auf Asamura und sobald ich ihn gefunden habe, war es das f├╝r Dich. Das ist die R├╝ckversicherung.

Zur Erl├Ąuterung des Schutzes - wenn man Dich entf├╝hrt um uns zu erpressen, oder Du verloren gehst, verschollen auf einen Auftrag, dann werde ich Dich suchen und sobald ich Dich gefunden habe, werden Dich unsere Leute rausholen. Egal wie, egal um welchen Preis.

Also Morasa, m├Âchtest Du ein Mitglied der Geister werden? Wie lautet Deine Entscheidung┬┤, fragte Dave mental.

**

Morasa

wollte dem Menschen zustimmen, da war er schon in seinem Kopf. Der Tipp von den Menschen war locker zu bleiben. Morasa war nicht locker, er war handlungsunf├Ąhig. Er hatte Angst, etwas falsches zu tun und sich dadurch in Gefahr zu bringen. Darum tat er nichts und liess den Menschen einfach sein Handwerk erledigen. Der Magier benutzte seine Gedanken wie seine eigenen. Er erinnerte sich als w├Ąre dies sein Geist und Morasa war in seinen eigenen Kopf nur noch ein Beobachter. Der Mensch verletzte ihn nicht. Er hatte gedacht, dass er auch einige Gedanken von dem Menschen sehen konnte, aber so war das nicht. Es war eine einseitige Sache. Der Mensch benutzte ihn wie ein Buch. Er guckte sich alles an was ihn interessierte. Manche Dinge waren Morasa peinlich, aber wie der Mensch diese Dinge beachtete, konnte er nicht sagen. Manchmal konnte Morasa die Gef├╝hle von dem Menschen sp├╝ren. Er musste sie ihm bewusst geschickt haben. Seine Erinnerung an Jozo stellte den Menschen zufrieden. Der Magier testete ihn ausgiebig und schien alles genau wissen zu wollen. Seine Einstellung und Meinung ├╝berpr├╝fte er in allen Bereichen. Aber sie gefielen den Menschen und anstatt ihn zu verurteilen, dass er gerne jagte und auch Alben, Menschen, Orks und andere erschossen hatte, war der Mensch dar├╝ber erfreut. Jeder wusste dass es J├Ąger geben musste, aber niemand wollte mit ihnen pers├Ânlich zu tun haben. Sie waren ein notwendiges ├ťbel f├╝r die anderen.
Dann sprach der Mensch zu ihm in seinen Gedanken. Er erkl├Ąrte dass sie J├Ąger waren und zwar Assassinen. Mo hatte es geahnt. Er sp├╝rte sein Gesicht l├Ącheln. Das was der Mensch versprach, gefiel Morasa. Sogar seinen Namen und den von dem Frostalben verriet ihm der Mensch. Dave und Varmikan hie├čen sie. Das Angebot von Dave war das, was sich Morasa gew├╝nscht hatte. Das was er lange Zeit gesucht hatte. Eine Familie die seine Liebe zur Jagd mit ihm teilte. Der Preis f├╝r die Aufnahme in ihre Gemeinschaft war Blut. Morasa verstand warum Dave das verlangte. Dann forderte Dave von ihm, dass er in seinen Gedanken antworten sollte. Morasa wollte dass Angebot annehmen, aber wie sollte er die Aufgabe schaffen? Er war kein Magier. Den letzten Schritt vor dem Ende der Pr├╝fung wollte er nicht versagen. Er dachte ganz fest daran, dass er das Angebot annehmen wollte und hoffte dass Dave dass lesen w├╝rde. Besser er sagte es noch zus├Ątzlich dazu.

"Ja ich will Dein Angebot annehmen Dave".

**

Nachdem sich Morasa entschieden hatte, l├Âste Dave die mentale Verbindung zu dem Waldalben.

"Du musstest Deine Antwort einfach nur denken. Das war keine gesonderte Aufgabe. Es ist alles in Ordnung Morasa, ich habe Dich geh├Ârt und Du hast die volle Wahrheit gesprochen. In allen Belangen Morasa.

Es freut mich dass Du unser Angebot annimmst. Willkommen in unserer Mitte Bruder", sagte der Naridier freundlich.
"Von mir ebenfalls willkommen in der Familie Morasa", f├╝gte Varmikan an.

`Morasa eignet sich bestens, was seine Talente angeht. Seine Einstellung geht nicht konform mit den Grunds├Ątzen der Waldalben, aber dann h├Ątten wir ihn auch nicht gebrauchen k├Ânnen. Er ist durch und durch J├Ąger und dabei hat er keinerlei Hemmschwelle wen es trifft. Er wird sich gut in unsere Gilde einf├╝gen. Vermutlich besser, als er sich jemals unter seine Leute einf├╝gen konnte.

Zuhause erfolgt noch der Part mit dem Blut. Ich werde Pavo davon in Kenntnis setzen, dass wir ein neues Familienmitglied haben. Der Pakt ist besiegelt, sobald das Blut abgenommen wurde. Erinnere mich Zuhause daran, dass ich f├╝r Morasa ins Auftragsbuch schaue.

Wir wollen unseren Neuling schlie├člich direkt mit einer Aufgabe betrauen. Allerdings wird er nicht wie bevorzugt allein arbeiten, sondern im Team. Erstens m├Âchte ich das einer von uns ein Auge auf ihn hat und beurteilt, wie er sich schl├Ągt. Zweitens m├Âchte ich, dass er lernt, dass wir alle einer Familie angeh├Âren. Alleing├Ąnge gibt es gedanklich nicht mehr. Er soll sich umgehend einbinden, anstatt abzusondern. Daf├╝r haben wir ihn schlie├člich nicht aufgenommen. Ich ├╝berlege gerade, wen ich ihm mitgeben k├Ânnte┬┤, ├╝bermittelte Dave Varmikan.

`Verstehe ich Sternchen, aber das w├╝rde ich jetzt noch gar nicht entscheiden. Lass ihn den Pakt schlie├čen, lass ihn die anderen kennenlernen und dann entscheide. Vielleicht kommt er auf Anhieb mit jemanden gut aus. Dann schickst Du die beiden los. Es sei denn es ist Wolfi┬┤, lachte Varmikan mental.

`Keine Sorge, Wolfi bleibt an unserer Seite. Ansonsten hast Du v├Âllig Recht, so machen wir das┬┤, stimmte Dave zu.

Der Naridier stand auf und nahm dabei die angebotene Hand von seinem Mann mit gut gelauntem Schmunzeln an.

"Kommt, wir gehen wieder rein. Bevor wir uns auf den Heimweg machen, k├Ânnten wir noch einen Kaffee trinken", schlug Dave vor.
"Machen wir", stimmte Varmikan zu.

Sie gingen zur├╝ck in den Schluckspecht. Varmikan ging umgehend an die Theke, bestellte noch drei Kaffee und die Rechnung.

"Wir bekommen noch drei Kaffee und die Rechnung", sagte Varmikan zu dem Shezem.

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Morasa

atmete durch. Er nahm seine Waffen vom Boden und ging Dave und Varmikan nach in die Spelunke. Mo setzte sich zu Dave an den Tisch und wartete auf Varmikan. Der Frostalb bestellte Kaffee f├╝r alle. Den Umtrunk hatte er noch nie getrunken. In seine Heimat trank man klares Wasser aus den Fl├╝ssen und Dorfbrunnen. Manchmal w├╝rzten sie das Wasser mit Fr├╝chte und Gew├╝rze. Oder sie gossen sich einen Sud aus heissen Wasser auf aus Bl├Ątter oder getrocknete Fr├╝chte.

"Wie schmeckt Kaffee?".
Morasa ├╝berlegte.

"Dave wie finden wir zusammen, wenn du deine Familie brauchst? Kannst du sie rufen? Habt ihr Treffzeiten? Wie finde ich dich oder Varmikan? Wie bekomme ich Auftr├Ąge von dir? Habt ihr heimliche Treffpunkte?".

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