Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Morasas Anwerben -- Schluckspecht Teil2

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsm√∂rdern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f√ľr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalit√§t und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
Antworten
Benutzeravatar
JEELEN
Zweitcharakter
Beiträge: 531
Registriert: Mi 23. Nov 2016, 11:10
Guthaben: Gesperrt
Volk: Goblin
Steckbrief: [ externes Bild ]

Morasas Anwerben -- Schluckspecht Teil2

#1

Beitrag von JEELEN » So 11. Jun 2017, 21:31

Morasas Anwerben - Teil 2

**

Dave hörte Morasa aufmerksam zu.
"Kaffee schmeckt pur ziemlich bitter. Da Du Bier getrunken hast, wirst Du vermutlich den Geschmack mögen. Bei mir ist es genau umgekehrt.

Ich liebe Kaffee und aus dem Grund schmeckt mir auch Bier. Manche mögen ihn aber nicht schwarz, sondern sie trinken ihn entweder mit Zucker oder mit Milch oder auch mit beidem.

Ganz nach Geschmack, teste es einfach aus. Falls er Dir widererwartend gar nicht schmecken sollte, gibst Du ihn mir. Ich trink ihn schon aus", erklärte Dave Morasa.

"Wie Du mich findest? Du wirst bei uns wohnen. Gr√∂√ütenteils zumindest. Die meisten von uns haben zwar eigene H√§user, Wohnungen, Zimmer und Quartiere - dennoch wohnen wir alle unter einem Dach. Von daher wird es kein Problem f√ľr uns beide darstellen miteinander Kontakt aufzunehmen.

Wenn ich Dich um einen "Botengang" bitte, werde ich Dir Bescheid geben, oder einer aus unserer Familie wird Dich zu mir zitieren. Ich persönlich werde Dir den Adressat sprich den Empfänger der Botschaft benennen.

Zudem erh√§ltst Du von mir alle ben√∂tigten Details, Eckdaten und sonstigen Informationen die Du f√ľr die Zustellung der Botschaft ben√∂tigst. Manchmal ist es nicht leicht, den Empf√§nger einer Nachricht ausfindig zu machen.

In dem Fall vertraue ich auf Dein Improvisationsgeschick. Unsere Botschaften werden ohne Sonderzusatz niemals an dritte Unbeteiligte zugestellt. Ausnahmen best√§tigen die Regel. Solltest Du die Botschaft an eine bestimmte andere Person weiterreichen d√ľrfen, informiere ich Dich vorab dar√ľber.

Hast Du keine Information und konntest Du die Botschaft nicht zustellen, kehrst Du zu mir zur√ľck und lieferst Fehlanzeige.

Das kommt allerdings selten vor.

Meist gelingt es meinen "'Adressermittlern" den Aufenthaltsort unseres Empfängers zu ermitteln. Manchmal muss ich den Aufenthalt ermitteln. Von einer groben Schätzung wo sich der Empfänger befindet, bis hin zum genauen Herbergen-Bett wo er nächtigt, ist an Informationen in dem Fall alles dabei.

Es obliegt Dir als Bote vor Ort, das Optimum aus den gegebenen Informationen herauszuholen.

Eine Stadt ist nichts anderes als Dein Wald oder ein Dschungel. Alle Orte haben ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Drum scheue Dich nicht eines Deiner Zunft-Geschwister zu fragen, ob sie Dir mit einem Tipp weiterhelfen können.

Da Du schon fragst, in erster Zeit wirst Du im Team arbeiten. Du wirst nichts allein zuzustellen haben, aus diesem Grund kann ich Dir versichern, gibt es nicht zu f√ľrchten. Wir verurteilen auch niemanden bei Misserfolg. Manchmal macht einem das Schicksal einen Strich durch die Rechnung.

Du kannst nicht zustellen, weil der Empf√§nger nicht Zuhause ist. Es ist auch m√∂glich, dass Dir etwas dazwischen kommt. Eine pikante Lieferung muss nicht von B√ľtteln beobachtet werden. Das w√§re Deiner... unserer Sache abtr√§glich Bruder. Lieber kehrst Du in Ruhe ein anderes Mal zur√ľck als √ľbereilt zu handeln.

Daf√ľr wurde bei uns noch nie ein Bote entlassen.
Du verstehst was ich meine?

Konntest Du nicht liefern, sei es drum.
Aber sei zu uns ehrlich. Das ist das Dogma um das sich alles dreht.

Auf den Punkt gebracht, wende Dich niemals gegen Deine Familie, sonst wendet sie sich gegen Dich.

Alle anderen Informationen die Dich interessieren, erh√§ltst Du Zuhause vor Ort, nachdem Du bei uns nach allen Regeln der Tradition eingetreten bist. Andere, tief greifender Informationen erh√§ltst Du nach Deiner ersten Zustellung. Wiederum andere, sobald die Zeit daf√ľr reif ist. Aber das entscheidet die komplette Chefetage unseres Botendienstes - nicht ich allein.

Du w√§rst zudem auf Expeditionen in der Wildnis ein guter F√ľhrer. Ein Mitglied unserer Familie reist √∂fter in alte Ruinen um dort nach bestimmten Fundst√ľcken zu suchen. Du kannst gerne selbst mit ihm sprechen. Wir haben bereits einen F√ľhrer f√ľr solche Exkursionen in unserer Gilde. Ein weiterer w√§re eine sehr gute Erg√§nzung und Absicherung des Forschungsteams vor Ort.

Den Rest erläutere ich Dir gerne später bei einem Kaffee oder einem Bier Zuhause Morasa", antwortete Dave freundlich.

Varmikan hockte sich erneut wieder ganz eng neben seinen Mann und grinste Dave kurz an.

"Der Kaffee ist bestellt", sagte der Frostalb und kraulte Dave die Seite.

**

Shocai beobachtete die Gruppe G√§ste misstrauisch. Sie sahen aus, als ob sie jeden Moment verschwinden wollten, aber irgendwie machte keiner Anstalten, das Essen zu bezahlen, geschweige denn ihm Trinkgeld zu geben. Er tat, als m√ľsste er wischen und versperrte dabei vors√§tzlich schrubbend die T√ľr.

**

Morasa

beobachtete das Schauspiel das der Fisch bot. Er lächelte versteckt. Varmikan wartete auf die Rechnung und der Fisch wartete auch, nur auf was? Mo trank ein Schluck und deutete heimlich auf den Fisch und lächelte Dave an.

"Ein sehr reinlicher Fisch".

**

Dave hob kurz fragend eine Augenbraue nach dem Morasa ihm ein L√§cheln geschenkt hatte. Der Naridier unterdr√ľckte den Drang zur√ľck zu l√§cheln, dass geh√∂rte sich nicht in seinen Augen. Auch wenn er es irgendwie schmeichelhaft fand, angel√§chelt zu werden.

Dave musterte dann den Fischmenschen, der mit seinem Mopp herumwirbelte und so tat als w√ľrde er arbeiten. Er tippte Varmikan an.

"Ich glaube der Fisch hat Deine Rechnung vergessen", grinste Dave und k√ľsste Varmikan.

**

Varmikan h√∂rte Dave zu und musterte dann ebenfalls den Fischmenschen. Der Kerl schien wirklich die Rechnung vergessen zu haben. Wenn er dann auch sein Trinkgeld verga√ü, w√ľrde Varmikan ihn nicht daran erinnern.

Er hatte dem Shezem extra gesagt, dass er sich ein Trinkgeld aufschreiben durfte, aber scheinbar hatte der Fisch nicht nur das Trinkgeld, sondern komplett alles vergessen.

Der Frostalb k√ľsste seinen Mann zur√ľck und grinste ihn gut gelaunt an.

`Sollen wir uns einfach verdr√ľcken?¬ī, fragte Varmi gedanklich.
`Nein. Wir wollen wieder hierher kommen und einige unserer Lauscher gehen hier ein und aus. Das w√§re dumm Schatz. Erinnere den Fisch¬ī, antwortete Dave mental.
`Weil Du es bist Sternchen¬ī, lachte Varmikan.

Der Frostalb stand auf und musterte den Shezem.

"Eh Fisch, bekomme ich nun die Rechnung oder nicht? Ich habe Dich gerade schon darum gebeten! Jetzt mach mal hin hier!", rief Varmikan.

**

Alaryah kehrte aus ihrer Gedankenwelt zur√ľck. <Was ist gerade passiert?>. Sie sah sich um. Vor gef√ľhlt wenigen Sekunden hatte noch jemand neben ihr gestanden, jetzt hatte sich nicht weit von ihr eine ganze Gruppe an einen Tisch gesetzt. Alaryah musterte die Leute aus der Ferne. Anscheinend hatte sie doch l√§nger herumgetr√§umt als gedacht. Sie nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Becher und drehte sich wieder zum w√§rmenden Feuer. Mittlerweile war auch die N√§sse aus der Kleidung der Albin gewichen. St√ľhle wurden ger√ľckt und die Gruppe schien sich zum Aufbruch bereit zu machen, f√ľr diese Erkenntnis reichte ein fl√ľchtiger Blick √ľber die Schulter. <Vielleicht sollte ich auch bald weiterreisen.>, dachte Alaryah und ging im Kopf ihre weitere Reiseroute durch. Sie lag gut in der Zeit, vielleicht w√§re eine l√§ngere Rast gar nicht mal so schlecht.
Es dauerte nicht lang, da rumpelte es in Alaryahs Magen. <Etwas zu Essen w√§re nicht verkehrt.>. So huschte die Albin wieder in Richtung Tresen. Dort angekommen bestellte sie sich eine kleine Mahlzeit und ein weiteres Getr√§nk. Ihre Bestellung schien gut anzukommen, da die Albin sich nun doch entschlossen hatte etwas Umsatz zu generieren. "Oh, sehr nett, ich danke Euch.", entgegnete Alaryah als ihr gesagt wurde, dass ihre Bestellung zu ihr an den Tisch gebracht wird. Sie l√§chelte freundlich und schwebte auf leichten Sohlen wieder zur√ľck in Richtung Kamin. In der N√§he des Feuers war sogar noch ein kleiner Tisch frei!
Die Albin sah sich kurz um, niemand schien diesen Platz zu belegen. Somit machte sie es sich erst einmal gem√ľtlich. Es dauerte nicht lang, da hatte die Entspannung eingesetzt. Erst jetzt merkte die zierliche Albin, dass ihre Beine sich wirklich schwer anf√ľhlten...auch die Schulter schien leicht verspannt. "Sitzen tut dann doch wirklich gut.", fl√ľsterte sie sachte vor sich hin, w√§hrend sie ihre Schulter kreisen lies. Als sich die Belastung der letzten Tage langsam zu l√∂sen schien wurde Alaryah zusehends zufriedener. Brav wartete sie nun auf ihr Abendessen und ein neues Getr√§nk. Eine Sache st√∂rte die Albin jedoch...sollte es sp√§ter immer noch so regnen wie bei ihrer Ankunft, so w√ľrde sie hier √ľbernachten m√ľssen. Ganz wohl war ihr dabei nicht, jedoch schob Alaryah diese Gedanken erst einmal zur Seite.

**

Shocai zerbrach vor Schreck den Wischmopp, als der Frostalb ihn derart anpl√§rrte. M√ľrrisch betrachtete er die beiden H√§lften. Den Mopp w√ľrde man ihm vom Lohn abziehen. Der bl√∂de Giftstachler am Tresen musste derart lachen, dass er seinen zuvor so elegant zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltenen Cocktail durch die Nasenl√∂cher wieder ausstie√ü. Rasch griff Lahiko nach einem Tuch, um sich das Gesicht zu reinigen und die Peinlichkeit zu verbergen, w√§hrend er immer noch lachte. Shocai fand es nicht einmal zum Schmunzeln.

Mies gelaunt brachte er die h√∂lzernen √úberreste fort und anschlie√üden dem Frostalb die Rechnung, auf der fein s√§uberlich alles untereinander aufgelistet war, inklusive der Freudenhauskapriolen der Orkfrau, die sich mehr als exklusiv hatte verw√∂hnen lassen und zwar gleich von drei Herren gleichzeitig, die alle bezahlt werden wollten und zwar obendrein mit einer fetten Zulage f√ľr schmutzige Sonderw√ľnsche. Die Rechnung war derart astronomisch, dass es Shocai schon vom Lesen weh tat.

Während der Alb und sein Begleiter die Rechnung betrachten konnten, brachte er noch rasch der neu hinzugekommenen Albin ihre bestellte Mahlzeit und das Getränk. "Bitte", knurrte er, noch immer missgestimmt und hielt dabei ohne es zu merken den Daumen in das Essen.

**

Varmikan musterte zuerst kopfsch√ľttelnd den Shezem dann die Rechnung.

"Die hat es aber n√∂tig gehabt", fl√ľsterte der Frostalb.
"Das habe ich Dir doch von Anfang an gesagt. Sie ist eine völlige Versagerin. Wie sollte so eine Frau einen Mann sonst ins Bett bekommen? Wenn nichts hilft, weder Charme noch Flirt hilft der gute alte Notnagel - GELD. Geld regelt fast alles Schatz.

Soll ich sie zu einem Auftrag ausschreiben?
Oder besser noch, soll ich sie der Konkurrenz zum Fraß vorwerfen?

Oder wollen wir die Puffzahlung verweigern?
Der Laden hier käme an sein Geld wenn er einen Kopfgeldjäger beauftragt. Ergo uns und wir schicken Mo. Die Frau sah so aus, als könnte sie was Bewegung gebrauchen. Wollen wir der Ork ein bisschen Spaß gönnen?", fragte Dave lachend.

"Schreib einen Auftrag, lass sie qualvoll umlegen ja? So richtig fies und qualvoll. Ich möchte dass sie leidet. Darf ich aussuchen wie sie leidet? Dann ist der Mickrige endlich frei", lachte Varmi.
"Von mir aus, ich habe keinen Vertrag damit - Verträge zu schreiben. Mach ich", stimmte Dave grinsend zu.

"Oha wir sitzen täglich mit Wolfi in einer Stube, dass färbt ab", gibbelte Varmikan.
"Wir d√ľrfen dass ja, Wolfi noch nicht. In zwei Jahren ungef√§hr macht er das v√∂llig legitim", gab Dave zur√ľck.

"Bei unserem Streit mit Pavo, wo Du ihm gesagt hast, dass wir bereits verheiratet sind, hast Du eine Eloise erwähnt. Wer ist das? Deine Ex? Falls es Deine Ex ist, darf sie nicht auf unserer Hochzeit erscheinen, also wer ist sie?", hakte Varmi misstrauisch nach.

"Die Antwort samt weitreichender Erklärung erfolgt mental. Sonst verstehst Du nicht, warum ich sie so mag", antwortete Dave.

`Nein. Eloise ist nicht meine Ex Varmikan.
Eloise ist eine der wenigen Freunde die ich seit meiner Kindheit habe. Sie ist wirklich lieb, ein bisschen verr√ľckt, war wie ich sehr oft einsam und sie redet wie ein Wasserfall, wenn sie ein Opfer findet, dass ihr zuh√∂rt.

Als wir uns kennenlernten haben wir uns direkt verstanden, weil wir das gleiche Leben lebten. Und was ich zu wenig gequatscht habe, hat sie mit dem doppelten und dreifachen Gerede wieder wett gemacht. Sie ist wie eine Schwester f√ľr mich. Sie ist ein Jahr √§lter. Wenn Du sie kennenlernst, wirst Du sie m√∂gen. Sie l√§stert genauso gerne wie Du und zieht Leute gerne durch den Kakao.

Zu den Lebensumständen.

Wie beschreibe ich Dir das am besten? Stell Dir vor Du sitzt lebensl√§nglich im Zuchthaus. Nur ist der Knast ohne Gitter. Daf√ľr aus Stein und Sicherheitst√ľren.

W√§chter gibt es nat√ľrlich auch und als Luxus obendrauf gibt es f√ľr Dich Personal. Es gibt gute, neutrale und schlechte Tage.

An guten Tagen darfst Du raus, Du hast Hofgang sozusagen. Manchmal triffst Du Deinen Bruder dabei, falls er auch draußen ist.

Neutrale Tage sind der Trott. Ein neutraler Tag l√§uft wie folgt ab. Aufstehen, fertig gemacht werden - also gewaschen und angekleidet werden, Fr√ľhst√ľck, lernen, Mittag, lernen, Abendessen. Bettfertig gemacht werden. Selbe Spiel wie morgens, eben nur r√ľckw√§rts.

An einem neutralen Tag bist Du die ganze Zeit im Haus, in Deinen fensterlosen Räumen mit Deinem jeweiligen Lehrer. Du siehst keinen aus Deiner Familie, Du kommst nicht raus, Du hast zu niemandem Kontakt, Du hast Deine Aufgaben zu erledigen - eben lernen.

Dann gibt es nat√ľrlich die letzte Kategorie - schlechte Tage. Das ist der Abgrund in Deinem Leben, wie Du es nennen w√ľrdest.

An einem schlechten Tag erscheint Dein Vater oder noch schlimmer Dein Großvater. "Opa" nimmt Dich mit ins Labor oder ins Krankenzimmer.

Ein Beispiel. An einem dieser Tage erschien mein Großvater und brachte mich ins Quarantänekrankenzimmer. Die Diener haben mich ins Bett gepackt und fixiert. Großvater hat mir erklärt, dass man als Mensch nur einmal die Pocken bekommt.

Wenn man die Krankheit √ľberlebt ist man ab dato immun dagegen.
Man kann dies bewusst herbeif√ľhren. Diese Form der Impfung nennt man Variolation. Bei einer Variolation wird durch Einritzen der Haut etwas Fl√ľssigkeit aus Pockenbl√§schen √ľbertragen.

Dies geschieht indem man jemanden mit einem Skalpell schneidet und infekti√∂se Fl√ľssigkeit einbringt. Man bekommt die Pocken und √ľberlebt - vermutlich. 30 Prozent sind Deine √úberlebenschance - der Buchhalter in mir.

Um zu genauen Aufschluss √ľber die Dosis zu erhalten, wurde ich zuerst geimpft. Sobald ich krank w√§re, je nach meinem Krankheitsbild und Verlauf w√ľrde danach Ansgar geimpft.

Damit er als Erstgeborener nicht in Gefahr ger√§t, daran zu sterben. Ich habe zwar versucht mich zu wehren, aber das war sinnlos. Es war nur ein kleinen Schnitt. Wenn die Krankheit ausbricht f√ľhlst Du Dich elendig als w√ľrdest Du verrecken.

Du bekommst Ausschlag, der sich zu stinkenden, n√§ssenden und eitrigen Pusteln verschlimmert und im Endstadium als Schorf abheilt. Und so wie Du dann aussiehst, so riechst Du auch. Als w√ľrdest Du verfaulen.

Du hast Schmerzen, permanente fast unertr√§gliche Schmerzen. Bestimmte Diener k√ľmmern sich ein paar Mal am Tag um Dich. Sie m√ľssen immun sein, sprich die Pocken √ľberlebt haben. Sie waschen und f√ľttern Dich. Mehr nicht.

Das heißt, in all der Zeit wo Du Angst hast und Schmerzen leidest, liegst Du da allein in Deinem Krankenzimmer.

Niemand der fragt wie es Dir geht. Wozu auch? Interessiert schließlich keinen.
Das was sie wissen wollen, erfahren sie von den pflegenden Dienern.
Es kommt auch niemand um Dir zu sagen, dass alles wieder gut wird, oder um Dir etwas Gesellschaft zu leisten, Dich zu trösten oder Dir beizustehen.
Du bist nur der Probelauf f√ľr Ansgar.
Du bist entbehrlich.

Bei uns gab es vieles, Geborgenheit nicht.

Irgendwann, wenn Deine Krankheit abklingt, nehmen sie von Deinem Schorf um ihn damit zu impfen. Sie wissen dann, dass der Verlauf dieser Infektion √ľberlebt wird. Jedenfalls hochwahrscheinlich.

Falls nicht, in dem Falle habe ja ich √ľberlebt und w√ľrde Nummer eins der Erbfolge, falls Ansgar widererwartend den Arsch zu macht.

So f√ľrsorglich war mein lieber Opa.

An manchen guten Tagen, habe ich die Diener beobachtet, wenn sie feierten. So wie das Fr√ľhlingsfest. Mitmachen konnte ich nicht und unsere Familie hat sowas nicht gefeiert. Zudem welcher Diener h√§tte schon gerne einen seiner Herren dabei?

Oder wenn die Kinder der Dienerschaft gespielt haben, habe ich manchmal zugeschaut. Sah nach Spa√ü aus, aber f√ľr mich gab es das nicht. Weder durfte ich spielen, noch waren die anderen Kinder meine Freunde.

Ich durfte nicht mal mit dem "niederen Personal" reden und dazu z√§hlten diese Kinder. Wenn ich etwas von so einem niederen Diener wollte, habe ich das meinem Leibdiener gesagt, er sprach f√ľr mich mit den anderen. Ich pers√∂nlich nie.

Schon seltsam, dass mir Pavo einmal sagte, es wäre eine "Unsitte" andere zu beobachten.
Er hat nie begriffen, dass ich nichts anderes hatte, als zu gucken.

Die Herrschaften, so wurden wir von den Dienern genannt und so haben sie uns auch angesprochen. Mit was f√ľr eine Betonung, absolute Ehrerbietung in der Stimme. Nat√ľrlich wird sind "Wohlgeborene" vom h√∂heren Stand.

Wenn die gewusst h√§tten, was ich in Wahrheit f√ľr ein W√ľrstchen war.
Ich hatte weniger Freiheit als die. Was hatte ich außer Geld und einen Titel?
Nichts. Nur permanente Angst vor den eigenen Verwandten.
Je n√§her der Verwandtschaftsgrad, je mehr habe ich mich vor ihnen gef√ľrchtet.

Die Diener hatten hart zu arbeiten, aber sie hatten ab und an Spaß, sie hatten Arbeitskameraden und Freunde. Sie hatten Leute die sich sicher sorgten, wenn einer mal krank war oder so. Ganz bestimmt sogar.

Wo ich klein war, dachte ich immer, als einer von ihnen hätte ich es besser gehabt.
Kein Geld, kein Stand, aber gl√ľcklich.

Es gab Tage, da kamen uns andere von Stand besuchen.
So lernte ich Eloise kennen. Da war ich noch klein.
Das war dann einmal f√ľr ein paar Tage so, dass ich auch einen Kumpel hatte.

Sie kamen nicht so oft auf Besuch, vielleicht zwei-, dreimal im Jahr.
Aber Eloise und ich haben uns trotzdem immer aufeinander gefreut. Ihr Leben war so lustig und fröhlich wie meines. Sie heißt mit vollem Namen Freiin Eloise Leontina von Wolfenberg. Freiin - nicht Freifrau da die Gute unverheiratet ist. Stell Dir das vor und das als Frau! Welch eine Schande!

Eloise ist zu unserer Hochzeit eingeladen, Du wirst sie kennenlernen.

Wenn jemals jemand an meiner Seite und f√ľr mich da war, war es mein Hund. Ohne Siman h√§tte ich nicht gewusst, was Zuneigung oder Geborgenheit ist. Von daher ist es mir gleichg√ľltig, was andere von meiner "Spinnerei" mit meinen Hunden halten.

Oder was sie von uns beiden halten.
Du bist nicht nur mein Mann. Du bist alles f√ľr mich. Du bedeutest mir alles.
Du bist mein bester Freund, mein Besch√ľtzer, manchmal mein Schutzbefohlener, mein Liebhaber, mein Lehrer, mein Lehrling - eben alles.

Gleichg√ľltig was die anderen sagen, ich gebe Dich nicht auf. Selbst Pavos Meinung interessiert mich dazu √ľberhaupt nicht. Was er bei dem Gespr√§ch sagte, ist mir gleich. Wenn er meint mich vor die Wahl stellen zu m√ľssen Du oder er, ist die Wahl klar. Du bleibst, er geht¬ī, erkl√§rte Dave mental.

Varmikan musterte seinen Mann ernst und kaute auf der Unterlippe.

`Ich wusste dass sie Dich misshandelt haben, Du hast schwarze Flecken auf der Seele wie Iphi. Aber Du zeigt mir nicht was. Wenn Du es je möchtest, zeig es mir. Ich weiß, dass Du es dann selbst erneut sehen musst. Aber wenn Du den Schmerz je teilen willst, bin ich jederzeit bereit dazu.

Und noch etwas, dass Du nicht vergessen darfst. Der Schei√ü Schatz, der war einmal. Die beste Art die Gegenwart zu verlieren, ist in der Vergangenheit zu leben. Jetzt hast Du Freunde, zwei erstklassige Hunde und Du hast mich. Niemand wird Dich je wieder so anfassen. Niemand, nur √ľber meine Leiche. Du bist mein Mann. Du geh√∂rst mir. Wenn einer versucht Dich zu verletzten, werde ich ihn umlegen¬ī, antwortete Varmikan auf gleichem Weg und k√ľsste Dave.

"Lass uns die Rechnung bezahlen, ehe der tollpatschige Fisch noch den Tisch zerbricht", grinste der Frostalb.
"Du gewährst Gnade?", grinste Dave.

"Ja dem Besen", gibbelte Varmikan.
"Ja der Ork, ich hab das schon geschnallt", antwortete Dave was Varmikan loswiehern ließ vor Lachen.

****

Antworten