Ein neuer Zauberlehrling


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#31

Beitragvon Anwolf » Do 3. Aug 2017, 07:23

Anwolf musterte Marcella mit nicht zu deutendem Blick und hielt mitten im Essen inne. Ihr die Wahrheit ĂŒber die Gilde zu sagen, stand ihm nicht zu. Falls dies ĂŒberhaupt jemand tun wĂŒrde, dann war das Dave als der Meister von Marcella.

Und selbst, wenn man ihm die Erlaubnis erteilt hÀtte, Marcella davon in Kenntnis zu setzen, war der erste Tag sicher nicht der geeignete Zeitpunkt um jemanden zu erlÀutern, dass es sich um eine Wohngemeinschaft von Berufsmördern handelte.

Dass könnte den einen oder anderen doch leicht verwirren.
Nicht jeder hatte so einen familiÀren Hintergrund wie Wolfi, der dies einfach stillschweigend zur Kenntnis nahm.

Das erste was Linhard und er von seinem Vater gelernt hatten war, dass nahe Verwandte eine nahe Gefahr waren. Eine Ausnahme bestÀtigte die Regel - Dave.
Warum auch immer, aber Ansgar behĂŒtete Dave meist genauso wie seine beiden Jungs. Und Dave hatte Ansgar oft genug genauso beschĂŒtzt. Zugeben wĂŒrde das natĂŒrlich keiner von beiden.

Trotzdem handelten sie glĂŒcklicherweise vollkommen anders als ihr eigener Vater oder Anwolfs Opa - Dunwin.

Wolfi erinnerte sich gut daran, dass Ansgar weder seinen eigenen Vater noch seinen Großvater in die NĂ€he von Linhard oder ihn ließ. Die Gefahr war zu groß, dass ihnen etwas zustoßen wĂŒrde. Vor allem fĂŒr Lin, den sein eigener Urgroßvater Alistair als Schandfleck sah. Der uralte Nekromant hĂ€tte sicher jede sich bietende Gelegenheit genutzt.

Linhard und Wolfis Welt war zwar durch den Schutz von Ansgar und Dave nicht mehr annĂ€hernd so gefĂ€hrlich, wie die familiĂ€re Welt fĂŒr Ansgar und Dave gewesen war, aber sie war noch gefĂ€hrlich genug.

Von daher konnte man Wolfi kaum mit solchen Informationen schockieren, dass er in einer Hausgemeinschaft voller Meuchler lebte. Das hatte er vorher auch. Hier bei den Geistern gab es nur einen gravierenden Unterschied, sie töteten andere zum Wohle der Familie.

Marcella war vermutlich in einer völlig anderen Welt aufgewachsen, was Wolfi ihr einerseits wĂŒnschte und zeitgleich auch fĂŒr sie hoffte. Folglich musste er schweigen. Um Marcellas Willen.

Verschwiegenheit war Wolfi gewöhnt. Er konnte stundenlang etwas erzĂ€hlen, ohne nur eine einzige tatsĂ€chliche Information von sich zu geben. Allerdings hatte er nicht vor Marcella zu belĂŒgen oder mit irgendeiner Geschichte abzuspeisen. Er wĂŒrde soweit bei der Wahrheit bleiben, wie es ihm möglich war.

Ihm gefiel die Kleine und er mochte sie.

"Die Hausgemeinschaft entstand vor meiner Zeit, kurzum sie entstand bevor ich geboren wurde. Dass das Haus Pavo gehört ist korrekt. Einst war er ein Priester des Ainuwar, aber er war mit den Ordensregeln wohl alles andere als einverstanden.

Irgendwann verließ er dann seinen Orden und machte sich als Heiler selbststĂ€ndig. Es war wohl noch nicht lange her, als er sich selbststĂ€ndig gemacht hatte Marcella, da kam eine verletzte junge Frau in seine Heilstube.

Diese Frau war Aino. Sie war schwer verletzt, hatte kein Geld und lebte sonst auf der Straße. Pavo hat sie unentgeltlich behandelt und ihr angeboten, die Kosten fĂŒr die Behandlung abzuarbeiten.

Aino stimmte dem Handel zu. Und nachdem sie gesundet war, hatte sie hier fĂŒr ihr Geld, wie versprochen, gearbeitet. Dabei haben sich Pavo und Aino angefreundet. Pavo hat ihr darauf angeboten, bei ihm einzuziehen.

Ähnlich verhielt es sich mit Dave. Allerdings hat mein Onkel vorher selbstverstĂ€ndlich nicht auf der Straße gelebt. Er hatte einen Reitunfall und wurde unter seinem Pferd begraben. Mein Vater hielt ihn am Leben bis Pavo als Heiler zur Unfallstelle kam. Da war er eigentlich schon mehr tot als lebendig.
Pavo brachte ihn in seine Heilstube. Er musste ihn mehrfach operieren und pflegte Dave danach gesund. Das hat mehrere Monate gedauert.

Da Daves Vater sich fĂŒr den Zustand von seinem Sohn leider keinen Deut interessiert hat, beschloss Pavo ihn zu behalten.

Heftige Wahl oder?

Aber Pavo hatte Dave, laut seiner eigenen Aussage, irgendwie ins Herz geschlossen und wie einen eigenen Sohn geliebt. Er konnte ihn nicht zurĂŒck nach Hause schicken. Als es Dave besser ging, hat er der Entscheidung von Pavo zugestimmt und ist bei ihm geblieben.

So entstand der Grundstein dieser Wohngemeinschaft, sprich Pavo, Aino und Dave.

Die anderen wurden vermutlich von den dreien hier irgendwann mitgebracht. Pavo hat zum Beispiel auch Urako mitgebracht. Auch der Tiefling war schwer verletzt und Pavo nahm sich seiner an. Als er gesund gepflegt war, ist er ebenfalls hier geblieben.

Also Deine Vermutung ist schon teilweise korrekt. Manch andere wurden einfach so von irgendwem mitgebracht. Varmikan zum Beispiel. Oder wenn Seddik jemand kennenlernen wĂŒrde, könnte er ihn hier auch vorstellen und die Gemeinschaft wĂŒrde dann entscheiden, ob er einziehen darf oder nicht.

FĂŒr alles weitere musst Du am besten Dave fragen. Denn wie ich bereits sagte, gegrĂŒndet wurde diese Hausgemeinschaft vor meiner Geburt. Und warum manch einer hier wohnt, weiß ich selbst auch nicht.

Bei manchen ist es klar, wie bei Aino, Dave oder Urako. Oder auch bei Varmikan, mir oder Dir. Warum wir drei hier wohnen ist auch verstÀndlich. Von anderen kenne ich den Hintergrund auch nicht oder was sie hierher verschlagen hat.

ErzÀhle mir mal ein bisschen was von Dir. Was hast Du Zuhause so gemacht? Wo kommst Du genau her? Magst Du Hunde oder Pferde? Falls Du Hobbys hast, erzÀhle mir davon",
grinste Wolfi.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#32

Beitragvon Morasa » So 6. Aug 2017, 10:38

Marcella
 
liess sich ihr Eintopf schmecken, wÀhrend Wolfi erzÀhlte.
 
"Danke fĂŒr die ErklĂ€rung der Hausgemeinschaft Wolfi. Pavo hat deinen Onkel nach der Behandlung einfach behalten? Wenn es dem Meister Zuhause schlecht ging und Pavo ihn wirklich mag, dann kann ich das verstehen. Ich wĂŒrde genauso wenig jemanden wegschicken den ich gesund gepflegt hab. Der Vater vom Meister muss sehr herzolos sein.
Meine Eltern hÀtten jeden Tag nach mir geguckt. Pavo scheint ein anstÀndiger Mann zu sein. Vielleicht war er von seinen Orden enttÀuscht. Jetzt gehöre ich genauso zur Hausgemeinschaft."
 
Marcella nahm noch einen Schluck aus ihrem Humpen. Das Wolfi etwas ĂŒber sie wissen wollte, freute Marcella. Sie hoffte sie wurde nicht rot dabei. Mit dem Löffel rĂŒhrte sie verlegen in ihrem Eintopf und dachte nach.
 
"Also meine Eltern haben einen kleinen Hof in Kalthorst. Meine Familie hĂ€lt Federvieh. Wir zĂŒchten GĂ€nse und HĂŒhner. Davon leben wir. Wir verkaufen Eier und Fleisch. Besonders die GĂ€nseeier werden gerne gekauft. Sie sind gross und schmecken sehr gut.
Das liegt am Futter. In den Sommermonaten hĂŒte ich die GĂ€nse draussen auf der Wiese. Davon schmecken ihre Eier besonders gut. Wenn ich nicht auf dem Hof meiner Eltern arbeite, dann hab ich in der Backstube ausgeholfen. Bei unserem BĂ€cker arbeitete ich als Hilfe. Ich habe die Stube sauber gehalten und alle Aufgaben erledigt, die ich tun sollte. So hab ich ein paar Taler fĂŒr unsere Familie dazuverdient.
Ich weiss nicht ob es ein Hobby ist, aber ich hab mir das Lesen selber beigebracht. Und wenn ich abends noch Zeit hatte, dann habe ich KissenbezĂŒge mit schönen Bildern bestickt. Die hab ich dann mit auf dem Markt angeboten, neben unseren Waren.
Ich mag fast alle Tiere Wolfi. Pferde und Hunde mag ich sehr gerne, aber ein Pferd konnte sich meine Familie nie leisten. Wir hatten vor unseren kleinen Karren immer unsere Ziege gespannt. So haben wir unsere Waren auch zum Markt bekommen.
Einen Hofhund hatten wir immer. Er bewacht unser Vieh damit sich kein Fuchs einschleicht und die HĂŒhner und GĂ€nse tötet. Darum ist ein Hofhund sehr wichtig fĂŒr jeden GeflĂŒgelbauer Wolfi. Unser Hund ist klein und sehr wachsam. Er heisst Struppi. Fedor ist ein Riese gegen unseren Struppi.
Was sind deine Hobbys Wolfi?."
 
Marcella  fĂŒhlte sich wohl bei Wolfi.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#33

Beitragvon Anwolf » Mo 7. Aug 2017, 10:17

Wolfi nickte zustimmend.

"Meine Eltern hÀtten mich auch jeden Tag besucht. Vermutlich wÀren sie mir gar nicht von der Seite gewichen.

Wir haben einen eigenen Heiler auf unserem Anwesen, einen Leibmedicus sozusagen. Nur ist der Mann nicht einfach nur ein Medicus, sondern er ist ein Magier der ĂŒber Naturmagie gebietet.

Ich vermute es gibt kaum etwas, was er nicht wieder in den Griff bekommt. Dantoine heißt er. Paps hat ihn vor Jahr und Tag eingestellt, da er nicht noch einmal auf einen Heiler angewiesen sein wollte, den man erst rufen muss. Manchmal entscheiden Minuten ĂŒber Leben und Tod.

Gut mein Vater könnte einen auch am Leben erhalten, bis Rettung eintrifft. Aber es ist trotzdem wesentlich besser, wenn die rettende Hilfe direkt vor Ort ist. Paps hat aus Daves Unfall gelernt. Er möchte nicht, dass einer seiner Lieben noch einmal so etwas durchmachen muss.

Da fÀllt mir ein, ich muss nachher mit meinem Paps Kontakt aufnehmen. Ich wollte ihn noch um etwas bitten",
erklÀrte Wolfi grinsend.

"Gute und ehrliche Arbeit Marcella, nur leider nicht sehr ergiebig was das finanzielle angeht. Aber ich glaube generell, dass man nur Geld mit Geld machen kann. Du brauchst schon ein bisschen Startkapital, sonst wirst Du Dir ein Leben lang den Buckel krumm schuften.

Stimmt, GĂ€nseeier sind besonders lecker, ich habe auch schon welche gegessen. Klingt logisch, dass man fĂŒr Federvieh einen Wachhund braucht. Nicht nur FĂŒchse, sondern auch Marder erbeuten doch HĂŒhner und reißen sie sogar im Stall.

Ein Pferd ist im Unterhalt immer teurer, vor allem wenn es ein reines Reitpferd ist und kein Arbeitstier. Denn dann lohnt es sich fĂŒr den Bauern nicht, so eine Anschaffung zu tĂ€tigen. Um von A nach B zu kommen reicht auch ein Ochsenkarren, oder wie Du schon erklĂ€rt hast, ein Ziegenkarren um seine Waren zum Markt zu transportieren.

Das Ihr keinen Hund wie Fedor hattet, ist verstÀndlich. Die Haltung von ihnen ist dem Adel vorbehalten, genau wie sein Zweck - die Jagd auf Hochwild",
erklÀrte Wolfi gut gelaunt.

"Hobby, tja lass mich mal ĂŒberlegen was ich fĂŒr Hobbys habe. Also mein Pferd Tempestas ist ein Hobby. Manchmal reite ich mit ihm Rennen. Wir sind zwar schnell, aber gewonnen haben wir groß noch nichts.

Dann ist die Magie nicht nur meine Berufung, sondern auch meine Passion und mein Hobby.

Und natĂŒrlich auf meinen Traum hinzuarbeiten und zu sparen. Mein persönlicher Traum ist eine eigene Bank mit allem was dazugehört. Das sind so die ersten Dinge die mir einfallen.

Sonst alles was zu zweit Spaß macht",
grinste Wolfi und zwinkerte Marcella zu.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#34

Beitragvon Morasa » Mo 7. Aug 2017, 12:47

Marcella

fragte sich wie lange Wolfi sparen wollte um eine eigene Bank zu eröffnen. Man brauchte das GebÀude und Geld, dass man verleihen wollte. Das waren schon zwei Sachen, wo das Geld weniger wurde. Der Hauskauf und das Verleihen. Bevor Wolfi Geld verdient hÀtte, musste er viel Geld ausgeben. Das klang nicht nach einen guten GeschÀft.

„Die Bank wĂŒrde ich nicht eröffnen Wolfi. Guck mal du musst zuerst ein Haus kaufen, wo du die Bank drin eröffnest. Und wenn du Leuten einen Kredit gibst, bist du schon wieder Geld los. Klar zahlen die dir das spĂ€ter mit Zinsen zurĂŒck. Aber wann ist das? Bis dahin hast du nur Verlust. Und wenn die Leute nicht zahlen können, machst du danach gar keinen Gewinn. Dann ist dein ganzes Geld weg. Ein Haus hat immer laufende Kosten. Nicht nur eine Bauernkate, ein grosses Haus wie eine Bank genauso. Es muss alles sauber gehalten werden und du brauchst Bedienstete. Die arbeiten nicht umsonst, die wollen Lohn sehen. Lass das lieber sein Wolfi. Banken gibt es wie Sand am Meer und mein Vater sagte immer, dass dort nur Schurken, Ausbeuter und Blutsauger arbeiten. So einer bist du doch nicht.
Dass die Magie dir soviel bedeutet ist schön. Dass ist dein Beruf spĂ€ter Wolfi. Wozu lernst du es sonst? SpĂ€ter wenn du ein Meister bist, wirst du genauso Novizen ausbilden. Du kannst auch Lehrer an einer Akademie werden. Vielleicht nicht die Akademie wo dein Onkel war. Da scheinen die Lehrer sehr unfreundlich zu sein. Oder du fĂ€ngst da an, damit wenigstens einer der Lehrer nett ist. Da verdienst du bestimmt gutes Geld Wolfi und du wirst fĂŒr dein Hobby bezahlt. Vielleicht darf man da sogar forschen. Wenn wir es beide bis zum Meister schaffen, dann könnten wir uns gemeinsam bewerben. Das wĂ€re was, dass wĂŒrde mir gefallen.“

Marcella trank ihren Humpen aus und ass den Rest von ihrem Eintopf.

„Das war sehr lecker. Nein unser Hund ist gar kein Rassehund. Er ist ein Mischling. Unser Nachbar hat viele Hunde. Einen haben wir damals gekauft. Von ihm haben wir alle unsere Hunde gekauft. Struppi geht mir bis zu meinen Knie und hat ganz struppige, harte Haare. Wenn er im Regen kommt perlt er Regen von seinen Locken ab. Er ist ein sehr guter Hund. Er ist anhĂ€nglich und verschmust zu uns. Draussen ist er wachsam und wenn einer auf unseren Hof kommt, schnappt er zu. Fremde kann Struppi nicht leiden. Fremde bedeuten immer Ärger sagt mein Vater. Jedenfalls wenn die auf unseren Hof latschen.
So so ein Hobby von dir ist alles was zu zweit Spass macht. Was sagst du mir nicht? Keinen Ärger bekommen macht Spass. Iss auf Wolfi und dann lass uns nach Hause gehen. Ich will pĂŒnktlich daheim sein und morgen muss ich frĂŒh raus. Wenn du magst, kannst du mir morgen dein Pferd mal zeigen. Darf ich auf Tempestas mal reiten? Pferde sind nicht nur teuer beim kaufen Wolfi, sondern auch im Unterhalt. Sie brauchen mehr als andere Tiere. Aber das weisst du ja selber. Los hau rein und iss auf.“

Marcella freute sich dass alles so gut gelaufen war an ihren ersten Tag. Aber jetzt war sie mĂŒde und sie freute sich auf ihr Bett. Sie wollte nicht zu spĂ€t kommen und sie wollte dem Meister noch Bericht erstatten.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#35

Beitragvon Anwolf » Di 8. Aug 2017, 09:49

Wolfi grinste Marcella an.
„Das kannst Du nur behaupten, da Du Dich noch nicht mit dem BankgeschĂ€ft befasst hast. Eine Bank unterteilt zwei Arten von GeschĂ€ften und zwar sind das die AktivgeschĂ€fte und PassivgeschĂ€fte.

Was Du aufgezÀhlt hast gehört zu den AktivgeschÀften.

AktivgeschĂ€fte beinhalten – Geldleihe, Kontokorrentkredite, Dispositionskredite, Kleinkredite, Investitionskredite, Konsumkredite, Baufinanzierungen, Avalkredite – also Übernahme von Wechseln, BĂŒrgschaften und so weiter.

PassivgeschÀfte sind zur Refinanzierung der AktivgeschÀfte da.

PassivgeschÀfte beinhalten - EinlagengeschÀfte also Sparkonten, Sicht- und Termineinlagen, Bankschuldverschreibungen, Sparbriefe, Dienstleistungen wie Zahlungsverkehr, BargeldgeschÀfte in Form von Barauszahlungen und Bareinnahmen, InkassogeschÀfte, Wertpapierhandeln, Vermögensverwaltungen, Beratungsleistungen und und und.

Nur um einige von beiden GeschÀftsarten aufzuzÀhlen. Du siehst also Marcella, es ist nicht immer Dein Geld, das Du dort verleihst. Eine Bank lebt von ihrem Kundenstamm und der feste Kundenstamm sollte zufrieden sein. Das sind all jene, die bei Dir ihr Geld anlegen und es vermehrt wissen wollen. Deine Sparer sind Deine SchÀfchen.

Solltest Du Geld verleihen, dann verleihst Du das Geld, was sie der Bank zur VerfĂŒgung gestellt haben. Ein Kredit kostet Zinsen, damit vermehrst Du dann das Geld Deiner Bank und natĂŒrlich das Deiner Sparer-SchĂ€fchen. So wĂ€scht eine Hand die andere.

NatĂŒrlich ist es auch schon vorgekommen, dass eine Bank bankrott ging. Bankrott heißt ĂŒbersetzt nichts anderes als die Bank ist gebrochen oder zerschlagener Tisch. Vorbei ist Dein BankgeschĂ€ft.
Geldwechsler haben frĂŒher auf Tischen dem Banco, das kann ein Ladentisch oder eine Werkbank sein, ihre Dienste angeboten.

Konnte ein Geldwechsler seine vertraglichen Verpflichtungen nicht erfĂŒllen, wurde sein Tisch zerstört. Ergo seine Bank wurde zerbrochen. Es ging also bereits frĂŒher darum, dass finanziell angeschlagene Schuldner ihre Existenz gefĂ€hrdeten.

Und Unrecht hat Dein Vater nicht. Sicher arbeiten in einer Bank Blutsauger. Möchtest Du einen Kredit und ich verlange von Dir Zinsen, bin ich ein Blutsauger fĂŒr Dich. Legst Du bei mir 100 Taler an und hast irgendwann 150 Taler, dann bin ich Dein WohltĂ€ter. Es kommt wie ĂŒberall im Leben darauf an, was man von einer Person möchte. Und ob man Geld hat, oder sich leihen möchte“,
erklÀrte Wolfi.

Der junge Magier trank sein Bier aus und machte sich daran sein Essen aufzuessen. Er konnte Marcellas Wunsch nachvollziehen, dass sie nicht am ersten Tag zu spÀt nach Hause kommen wollte. Zudem hatte sie vor, Dave noch von ihrem Ausflug zu berichten. Vermutlich dauerte das auch noch etwas und sie war gegen Mitternacht im Bett.

„Erstatte Dave nicht zu lange Bericht Marcella, Ihr beide mĂŒsst morgen wieder frĂŒh raus. Wir haben gleich 23:00 Uhr, wenn Ihr zu lange redet ist es Mitternacht. Du musst morgen so um 05:00 Uhr herum aufstehen, da Dave um 06:00 Uhr mit der Arbeit anfĂ€ngt.

Du kannst ihn natĂŒrlich auch fragen, ob Du morgen eine Stunde spĂ€ter anfangen darfst. Varmi und ich fangen meist erst gegen 07:00 Uhr an. Das erlaubt er Dir sicher auch. Solltest Du allerdings fĂŒr ihn Kaffee vorbereiten wollen, dann musst Du um 05:00 Uhr aus den Federn“,
grinste Anwolf.

„Ich beeile mich mit essen, keine Sorge. Klar darfst Du mal auf Tempestas reiten. Morgen zur Mittagszeit kannst Du ihn mal ausreiten. Oder wir reiten gemeinsam, falls Dir das lieber ist.

Das Hobby was zu zweit mehr Spaß macht, erklĂ€rt ich besser nicht. Lassen wir das Thema besser.

Ein guter Hund soll auch Fremden gegenĂŒber misstrauisch sein. Und im Fall des Falles muss er zubeißen, ohne zu zögern. Dann hat er gutes Fell, das Fell von Fedor und Brownie nimmt auch keine NĂ€sse an“,
sagte Wolfi.

Er schlang die letzten Bissen herunter und ging dann nach vorne an den Thresen um zu bezahlen.

„Behalte Deine 50 Taler, wer weiß wofĂŒr Du die noch brauchst. Auf geht’s, ab nach Hause“, erklĂ€rte Wolfi, hakte Marcella ein und schlenderte mit ihr gemeinsam zurĂŒck zum Geisterhaus.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#36

Beitragvon Morasa » Mi 9. Aug 2017, 09:15

Marcella

war erstaunt. Zu einer Bank gehörte viel mehr als Kredite verleihen und Geld verwahren. Aber so viel Geld hatte ihre Familie nicht, dass sie eine Bank aufsuchen mussten. Ihre Taler verwahrten sie Zuhause. Das war auch praktisch, denn wenn man die Taler brauchte, konnte man sie sich gleich nehmen. Wolfi hatte sich mit dem essen und trinken beeilt und fĂŒr sie sogar bezahlt. Marcella freute sich sehr darĂŒber. Sie mochte Wolfi sehr gerne.

„Du hast dir sehr viele Gedanken um deine Bank gemacht. Ich glaube du trĂ€umst schon lange davon eine Bank zu besitzen. Das erstaunt mich Wolfi. Ich kenne keinen Jungen in unserem Alter der von sowas trĂ€umt. Ein schnelles Pferd oder erstmal ĂŒberhaupt ein Pferd, ist von den meisten der Traum. Das Latschen hat dann ein Ende. Zudem macht ein Pferd viel her. Pferde sind Luxus. Meist können die Tiere nichts, die schleppten nur ihre Reiter zum Ziel.
Mit einem Ochsenkarren kann man das Ziel genauso erreichen Wolfi. Was eigentlich nur die Bauern wissen ist, dass der Ochse das einzige Tier auf dem Hof ist, dass mit dem Alter immer wertvoller wird.
Ein Pferd ist alt und ist dann nichts mehr wert. Genauso alte HĂŒhner oder GĂ€nse. Deine Ziege wird im Alter weniger Milch geben und immer schwĂ€cher. Alle diese alten Tiere wirst du fĂŒr einen sehr schlechten Preis verkaufen.
FĂŒr deinen alten Ochsen gibt man dir aber viel Geld. Sein Fleisch wird mit dem Alter immer wertvoller. Darum wĂŒrde ich fĂŒr meinen Hof lieber einen Ochsen kaufen als ein Pferd.
Wenn ich soviel Geld ĂŒber hĂ€tte, dass es fĂŒr meinen Spass reicht, dann kaufe ich mir ein Reitpferd.
Ziegen sind nicht nur klug, sondern auch sehr sparsam. Sie liefern Fleisch, Leder, Milch. Sie geben sogar mehr Milch als Schafe, wusstest du das? Und das gute an ihnen ist, sie fressen alles an Pflanzen. Sie sind sehr genĂŒgsam. Sie werden auch als Kuh des kleinen Mannes bezeichnet. Sie sind viel einfacher zu ernĂ€hren als KĂŒhe und du kannst sie leichter halten. Sie brauchen weniger Platz und Futter.
Weisst du was ich mir gerne kaufen wĂŒrde Wolfi?
Eine Reitziege. Sie sind grösser als normale Ziegen und sie sind stark. Ziegen sind sehr kluge Tiere. Danke erstmal fĂŒrs Bezahlen, dass hĂ€tte ich jetzt beinahe vergessen. Wobei ich mir die Reitziege schon leisten kann. Eine normale Ziege kostet so zwischen 5 und 6 Taler. Eine Reitziege kostet 15 Taler manche sogar 20 Taler.
Wollen wir sie zusammen kaufen gehen? Was meinst du? Dann können wir sie gemeinsam aussuchen. Das wĂŒrde mir gefallen. Erlaubt der Meister mir, dass ich mir eine Reitziege kaufe und in den Stall stelle zu seinen Pferd?.“

Marcella lĂ€chelte Wolfi an, weil er sie einfach einhakte. Sie fand das sĂŒss.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#37

Beitragvon Anwolf » Mi 9. Aug 2017, 14:12

Wolfi musterte Marcella grinsend.

„Das Pferde sonst nichts können, erzĂ€hl besser nicht Dave. Es kommt auf das Pferd an. Einige sind ruhig, stoisch und dafĂŒr ausgeglichen, liebe Tiere. So wie Varmikans Choco. Das Pferd wird jeder reiten können, ohne mit dem Tier Probleme zu bekommen.

Dann gibt es noch Pferde wie Rulrot oder Tempestas. Es sind keine Schlachtrösser, sondern Kriegspferde. Sie sehen aus wie normale, schlanke Reitpferde.

Aber glaub mir, die Tiere haben so einiges drauf worĂŒber Du erstaunt wĂ€rst. Zuerst gilt ihr Gehorsam ihrem Herren.

Du kannst natĂŒrlich auch Tempestas reiten. Aber Du könntest ihn mir nicht in meinem Beisein stehlen. Sitzt Du auf ihm und treibst ihn an, aber ich stehe vor Dir und befehle ihm stehen zu bleiben, dann wird er stehen bleiben. Rulrot ebenso. Genauso können wir unseren Pferden befehlen zu steigen oder jemanden abzuwerfen.

Die Pferde bezeichnet man nicht grundlos als Kriegspferde. Sollte Dich ein Feind verfolgen, sind sie erst einmal sehr schnelle LĂ€ufer und ermĂŒden nicht so schnell wie andere Pferde. Dann haben sie eine besondere Ausbildung genossen.

Du kannst sie nicht zum Scheuen oder Steigen bringen. Scheuen werden sie nicht und Steigen werden sie nur auf Befehl. Entweder um jemanden anzugreifen oder um eine Person abzuwerfen.

Greift Dich eine Person auf Deinem Pferd an, wird es Dich freitreten. Entweder schlÀgt es mit einem Huf nach hinten aus oder es springt und schlÀgt mit beiden Hufen aus, sollte Dein Feind beritten sein.

Bist Du von Deinem Kriegspferd abgestiegen und lÀufst in der Gegend herum, dann wird es nicht wie andere Pferde sich einen Platz zum Grasen am Wegesrand suchen. Das Tier bleibt aufmerksam und folgt Dir. Du musst Deinen Pferd also nicht hinterher laufen oder es vorher noch stundenlang suchen, wohin es in die Botanik verschwunden ist.

FĂŒr die Unterweisung von Pferd und natĂŒrlich auch dem Reiter gibt es Hofreitschulen. Vermutlich sagt Dir das nichts. Eine Hofreitschule ist eine tatsĂ€chliche Schule fĂŒr Pferde am Hof eines Herrscherhauses.

Die Hofreitschule hat die Aufgabe der reiterlichen BetÀtigung der Mitglieder einer Herrscherfamilie zu dienen. Es wird dort Reitkunst gelehrt, die Pferde werden bereitgestellt und es gibt selbstverstÀndlich geeignete RÀumlichkeiten zum Reiten, dazu eine Reitbahn und einen Reitplatz zur Ausbildung der Pferde.

Sollte Dein herrschaftliches Anwesen zu klein fĂŒr eine Reitschule sein, ist es unter adeligen Mitglieder eines Hofes ĂŒblich, sie anderen Standesmitgliedern zur VerfĂŒgung zu stellen.

Ein Pferd lernt diese FĂ€higkeiten ein Leben lang, dass Tier muss immer im Training bleiben. Dies ist auch ein Teil der Aufgabe der Hofreitschule und der dortigen Angestellten.

Entsprechend der großen Bedeutung des Pferdes als Transportmittel des Adels nimmt alles, was mit Reiten und Fahren zu tun hat, an den HerrenhĂ€usern, Burgen, Schlössern wie auch Höfen eine wichtige Stellung ein. Hofreitschulen dienen natĂŒrlich auch der ReprĂ€sentation.

Die Äußerung dass ein Pferd „nichts kann“ solltest Du Dave gegenĂŒber also lieber nicht erwĂ€hnen. Er mag Dich, dass merkt man. Aber es gibt zwei Dinge, bei denen er Ă€ußerst empfindlich reagiert und zwar indem Du seine Hunde oder seine Pferde beleidigst.

Da versteht er absolut keinen Spaß und auch wenn er sonst ein ruhiger und ausgeglichener Zeitgenosse ist, in dem Fall steht er in seiner Wut meinem Paps in nichts nach. Dann erlebt man ihn von einer völlig anderen Seite. Und glaube mir Marcella, dass möchtest Du nicht.

Drum stelle solche Bemerkungen wie mit den Pferden oder vorher mit den Nekromanten nicht einfach in den Raum. Du kannst sagen ich habe gehört das Nekromanten Menschenfresser sind, stimmt das?

Aber es ohne es zu wissen zu behaupten, macht Dir gelinde gesagt in gewissen Kreisen sofort Feinde.

Und solltest Du großes Pech haben, werden es Todfeinde. Manche Personen sind da ebenfalls sehr empfindlich und fĂŒhlen sich in ihrer Ehre verletzt.

Ehrverletzungen bedeuten den Wurf des Fehdehandschuhs.
Manche Personen haben den lieben langen Tag nichts zu tun und heben diese Handschuhe geradezu mit VerzĂŒckung auf.

Ab dem Tag haben sie eine neue FreizeitbeschÀftigung, nÀmlich Dir das Leben zur Hölle zu machen und Dich unter die Erde zu bringen.

Ich möchte Dich weder Àngstigen noch Dir drohen Marcella, ich erlÀutere Dir diesen Umstand als Warnung.

Ich möchte nicht, dass Dir etwas geschieht.

Drum noch einmal meine Warnung, solltest Du etwas nicht mit Bestimmtheit wissen, schweig! Weißt Du nicht wie Dein GegenĂŒber reagiert oder welche persönliche Meinung er vertritt, schweig! Was vergibst Du Dir dabei? Nichts! Du hast Dir vermutlich nicht nur den Arsch, sondern auch Dein Leben gerettet.

Bestenfalls hĂ€lt man Dich fĂŒr eine NĂ€rrin und damit unterschĂ€tzt man Dich. Oh und da mache Dir bitte auch keine Sorgen. Mich kann gerne die ganze Welt fĂŒr einen sorglos in den Tag lebenden Narren halten, denn es war schon immer von Vorteil unterschĂ€tzt zu werden. Bedenke dies, lass die anderen reden, hör zu und schweig.

Solltest Du dazu nicht in der Lage sein, erzÀhle Nichtigkeiten. Das ist die verbale Form von Schweigen. Du redest ohne Punkt und Komma, hast aber keine einzige Information preisgegeben.

Dies nennt man in Adelskreisen die hohe Kunst der Konversation. Kurzum nichtssagenden MĂŒll ohne Unterbrechung zu labern und sich dabei noch zu amĂŒsieren. Ich werde es Dir beibringen.

FĂŒr den Fall, dass wir uns einmal in Gesellschaft befinden, wirst Du Dich einfach an mich halten und ich passe selbstverstĂ€ndlich auf Dich auf. Zur Not sage ich Dir mental vor, was Du zu tun oder zu antworten hast. DafĂŒr bin ich schließlich da“,
grinste Wolfi breit.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#38

Beitragvon Morasa » Sa 12. Aug 2017, 08:09

Marcella
 
war erstaunt was die Pferde von ihrem Meister und Wolfi so konnten. Das waren ganz andere Pferde als sie kannte. Aber das war klar. Es waren Luxustiere die bestimmt sehr viel Geld kosteten. Noch mehr Taler, als ein normales schon kaum zu bezahlendes Pferd. Marcella fand es seltsam, dass man bei den feinen Leuten so genau drauf achten musste was sie sagte. NatĂŒrlich musste sie genauso beim alten BĂ€cker aufpassen. Zu dem war sie nicht frech oder unhöflich. Aber seine Meinung durfte sie sagen und musste sie nicht dahinter verstecken dass sie blöde war. Aber Wolfi sagte die Wahrheit. Lieber sollten die feinen Leuten denken sie war blöd, als  dass sie Marcella fĂŒr eine freche Antwort töten liessen.
Marcella grauste es, wenn sie daran dachte Wolfi und den Meister zu solchen Leuten begleiten zu mĂŒssen. Es war alles nur Blendwerk. Die Kleidung, die Manieren, das Stolzieren in Wahrheit waren doch einige von ihnen gefĂ€hrliche Widerlinge wie die Bauern unter der Hand sagten. Aber andere waren auch total lieb und nett wie Wolfi. Wobei sich Marcella sicher war, dass er genauso ein Widerling sein konnte, wenn er wollte. Aber zu ihr war er lieb, er beschĂŒtzte sie und behandelte sie sehr grosszĂŒgig und anstĂ€ndig. Und nur das zĂ€hlte fĂŒr sie.
 
„Ich werde an deine Warnungen denken. Dass du mir vorsagen willst, finde ich gut. Ich glaube das ist die erste Zeit auch besser. Nur zuhören und schweigen. Und dabei noch etwas lernen.“
 
Als sie das Geisterhaus erreicht hatten, drĂŒckte Marcella Wolfi.
 
„Schlaf gut Wolfi und bis morgen frĂŒh. Danke fĂŒr den schönen Abend und die ganzen schönen Dinge. Ich glaube ich melde mich einfach nur beim Meister zurĂŒck und werde ihm morgen frĂŒh Bericht erstatten. Ich lege mich gleich schlafen.“
 
Marcella ging in die Schreibstube, aber der Meister war nicht dort. Das war klar um diese Zeit. Er war bestimmt im Wohnzimmer, oder in seinen Zimmer. Marcella kam der Gedanke, dass Wolfi erzĂ€hlt hatte, dass der Meister abends auf der Treppe sitzen wĂŒrde um mit seinen Kamerad zu reden. Marcella suchte etwas. Als sie endlich den Hinterausgang fand, hatte sie ihren Meister gefunden. Er sass tatsĂ€chlich dort mit einen alten Goblin.
 
„Meister ich melde mich zurĂŒck. Ihr könnt hier einfach sitzen bleiben. Ich erstatte euch morgen Bericht, denn ich bin sehr mĂŒde. Ich lege mich jetzt schlafen. Morgen frĂŒh werde ich euren Kaffee zubereiten und die Schreibarbeiten fĂŒr euch vorbereiten. Schlaft schön und gute Nacht. Genauso fĂŒr euren Mann.“
 
Marcella verbeugte sich kurz und ging dann direkt auf ihr Zimmer. GlĂŒcklich schaute sie sich darin um. Marcella schloss ab, zog sich aus und zog ihr Bettzeug an. Sie schaute auf die Öllampenuhr und schaute dass nichts brennbares in der NĂ€he stand. Dann legte sie sich erschöpft schlafen.  
 
 
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Anwolf
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#39

Beitragvon Anwolf » Sa 12. Aug 2017, 16:27

Wolfi musterte Marcella kurz baff, aber dann drĂŒckte er sie ebenso an sich zum Abschied.

"Gerne Marcella. Freut mich, dass Dir der Abend gefallen hat. Bis Morgen, schlaf auch schön", gab er gut gelaunt zurĂŒck.

Anwolf wartete bis Marcella im Haus verschwunden war, dann schloss er die HaustĂŒr ab und verriegelte sie. Wer nun von den Geistern noch draußen unterwegs war, hatte entweder einen Auftrag oder zu klopfen. Die TĂŒr blieb nachts nie unverschlossen.

Wolfi verzog sich selbst ebenfalls auf sein Quartier. Vorher machte er allerdings noch einen Zwischenstopp in der KĂŒche und holte sich eine Flasche Bier aus dem Vorratsschrank. Damit machte er es sich in seinen vier WĂ€nden vor dem kleinen Kamin gemĂŒtlich.

Er dachte einen Moment ĂŒber Marcella nach, wĂ€hrend er sich das Bier schmecken ließ. Das Geisterhaus war ein seltsames Haus. Im Gegensatz zu ihrem familiĂ€ren Herrenhaus schien das Geisterhaus seinen Bewohnern GlĂŒck zu bringen.

Zuerst stand Gasmis Ehemann vor der TĂŒr und nun hatte er Marcella ebenfalls auf der TĂŒrschwelle gefunden. Das musste ein gutes Zeichen sein. Wolfi beschloss die Tage einmal mit Urako ĂŒber Marcella zu reden. Vielleicht hatte der Tiefling ein paar gute Tipps.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#40

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Sa 12. Aug 2017, 17:44

Dave hatte es sich mit Pavo wie all abendlich auf der Treppe des Hinterausgangs des Geisterhauses gemĂŒtlich gemacht. Manchmal unterhielten sie sich dabei angeregt, an anderen Abenden wie heute saßen sie nur gut gelaunt und schweigend nebeneinander und ließen den Tag mit einem Bier und Rauchstangen ausklingen.

Einen Moment spĂ€ter erschien Marcella, meldete sich zurĂŒck und teilte mit, dass sie erst morgen frĂŒh Bericht erstatten wĂŒrde. Sie wĂŒnschte ihm und Varmi gute Nacht. Dave nickte knapp und schmunzelte sie an.

"Schlaf gut Marci", gab Dave freundlich zurĂŒck.

Pavo schaute dem jungen MenschenmÀdchen nach, als sie wieder im Haus verschwand.

"Du kannst einfach sitzen bleiben Dave? Scheint eine Liebe zu sein", grinste Pavo.
"Ist sie auch", stimmte Dave zu, lehnte sich gegen das GelÀnder und nahm einen Zug aus der Rauchstange.

"Und wo war sie um diese Zeit? Wie alt ist sie?", fragte Pavo neugierig.
"Sie war mit Wolfi ihren Einstand feiern und sie ist 16 Jahre alt. Wolfi passt schon auf", grinste Dave.

"Verstehe. Vielleicht solltest Du ihr lieber einen Hund mit geben, anstatt den Wolf", lachte Pavo.
"Böser Pavo. Wobei ich glaube Wolfi hat es erwischt. Er war so... zuvorkommend und freundlich", gibbelte Dave.

"Falls er einen Liebestrunk bestellt, wissen wir fĂŒr wen er ist", sagte Pavo.
"Mehr oder weniger, mehr weniger als mehr befĂŒrchte ich...", flötete Dave.

"Muss ich das verstehen?", fragte Pavo verdattert.
"Wenn nicht Du wer dann? Falls nicht, vergiss was ich sagte. WĂ€re glaube ich besser. Du musst nicht alles wissen Pavo. Manches Wissen schadet einem. Unwissenheit ist manchmal ein Segen glaub es mir", sagte Dave und legte Pavo einen Arm um die Schulter.
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