Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ein neuer Zauberlehrling

Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#21

Beitrag von Morasa » Do 27. Jul 2017, 08:51

Marcella
 
grinste Wolfi kĂŒhn an.
 
„Wenn wir einen trinken gehen, können wir meine Lehrstelle feiern Wolfi. Wir sind wieder gut miteinander. Ich werde den Meister aber vorher fragen, ob ich feiern gehen darf. Nicht dass ich wegen Fernbleiben rausgeworfen werde. Er muss wissen wo ich bin, das gehört sich so.
Was du ĂŒber die Frostalben erzĂ€hlst ist interessant. Sie leben ganz anders als wir, drum denken sie anders als wir. Wir mĂŒssen uns keine Gedanken um Nahrung machen. Ein bisschen schon, wir mĂŒssen gut planen und fleissig sein. Aber im Norden ist es bestimmt so kalt, dass dort gar nichts wĂ€chst. Ich werde mit Varmikan sehr gerne ĂŒber seine Heimat sprechen. Mal sehen was er zu erzĂ€hlen hat. Ich hoffe er erzĂ€hlt mir so viel wie dir.“
 
Marcella musste lachen, als sich Wolfi die Finger ableckte und leckte ihre Finger genauso sauber.
 
„Saubere Finger gehören bestimmt zu adligen Benehmen. Ich hab diesmal aufgepasst und was gelernt. Wenn der Meister sowas in der Akademie erlebt hat, hat er sicher keine Lust mehr dahin zurĂŒckzukehren. Das du auf die Akademie verzichtest nachdem was dein Onkel erzĂ€hlt hat, verstehe ich. Ich wĂŒrde genauso wenig hingehen, aber ich kanns mir auch nicht leisten Wolfi. Und du musst nicht hin, du hast deinen Onkel der jetzt sogar Meister ist.
Dann ist mein Meister genau wie ich ganz neu auf seinen Posten. Das er sich dann gleich einen Lehrling gesucht hat, ich meine einen Novizen, freut mich.
Kranke sind oft gemein und biestig zu anderen. Sie sind unzufrieden und lassen andere dafĂŒr leiden. Das dein Onkel ruhig geblieben ist, ist richtig. Was will er sich mit einer alten, behinderten Frau im Rollstuhl streiten? Davon geht es ihr nicht besser und er hĂ€tte sich dafĂŒr sicher spĂ€ter geschĂ€mt. Soll sie schimpfen und schwatzen.
Die hat ihm sicher den Affen geschenkt, weil sie sich selber schĂ€big vorkam, wie sie deinen Onkel behandelt hat. Das war eine versteckte Entschuldigung Wolfi, weil die sowas nicht aussprechen kann. Manche bekommen nur Bösartigkeiten ĂŒber die Lippen, nichts anderes. Wir sind nicht so.“
 
Marcella lachte kurz und knuffte Wolfi.
 
„Das wollte ich vorhin schon, aber ich hab mich nicht getraut. Kann gut sein, dass dein Onkel auf Alben steht. Ich habe schon Waldalben gesehen und einen Frostalben. Ich kann sagen, es waren alles sehr schöne Leute. Zwei MĂ€nner und eine Frau, gut was er bevorzugt ist klar, er ist mit einen Mann verheiratet. Aber ob Alb oder Mensch ist egal Wolfi, die beiden sahen so aus als ob sie sich wirklich lieben. Nur das ist wichtig.“
 
Marcella wechselte das Gestell zur anderen Hand.
 
„War der Weg vorhin auch so weit? Ich glaube der wird immer lĂ€nger."

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#22

Beitrag von Anwolf » Fr 28. Jul 2017, 06:37

Anwolf nickte zustimmend.

"Das stimmt, Du musst Dave vorher fragen. Laut Vertrag bist Du sein MĂŒndel, also so etwas wie seine Tochter. Und der wĂŒrde er vermutlich auch etwas anderes erzĂ€hlen, wenn sie sich abends einfach ohne zu fragen fĂŒr mehrere Stunden verdrĂŒckt. Aber rauswerfen wĂŒrde er Dich nicht. Er wĂŒrde Dir eine Ansage machen, wie man so schön sagt", antwortete Anwolf.

Als Marcella ihm erklĂ€rte, dass Fingerablecken wohl adliges Verhalten war, musste er ĂŒber ihren Sarkasmus grinsen.

"Bis jetzt ist Fingerablecken kein adliges Verhalten, aber vielleicht bringst Du es ja in Mode. Was Du ĂŒber kranke Leute gesagt hast, stimmt. Die meisten sind verbiestert und verbittert.

Sie schießen sich damit allerdings ins eigene Knie. Denn sie können ja nur zu denen biestig sein, die sich noch mit ihnen abgeben. Folglich werden dass immer weniger. Und dann beschweren sie sich vermutlich noch, warum niemand zu ihnen Kontakt möchte.

Und manchen Personen gehen wirklich nur Beleidigungen und Beschwerden ĂŒber die Lippen, unabhĂ€ngig von ihrem Gesundheitszustand. Aber wie Du schon sagst, wir sind anders",
sagte Wolfi.

"Das Dave Varmikan liebt, steht außer Frage.
Marcella, Du kennst Dave noch nicht. Liebe ist kein Ausdruck, er vergöttert Varmikan. Das mein Onkel zwei Kerle fast zeitgleich kennenlernte, ist reiner Zufall.

Vorher war er eine sehr lange Zeit allein. Pavo und meine Mutter haben sich dazu so ihre Gedanken gemacht, wobei meine Mutter meinem Vater immer unter der Hand sagte, Dave steht auf beides oder auf MÀnner. Denn es gibt selten Frauen, mit denen er tatsÀchlich klarkommt.

Er kann weder Zickereien noch Stutenbissigkeiten ausstehen. Sein Partner oder seine Partnerin muss gleichzeitig sein bester Freund sein. So wie bei meiner Ma und meinem Paps, die sind auch so zu einander.

Dave hatte auch nie weibliche Hunde oder Pferde. Immer nur mÀnnliche Tiere. Egal wie wild sie waren, er kam mit ihnen klar. Bestes Beispiel war Blakur sein Pferd.

Blakur war sein Ein und Alles. Paps sagte ein schwarzer Teufel von einem Pferd. Wild und schnell wie der Wind. Keiner kam Blakur freiwillig zu nahe aus Angst.

Dave ritt Blakur ohne Trense, die waren eins. Gegenseitiges absolutes Vertrauen. Das habe ich zu Tempestas auch, aber wie Paps sagte, war Blakur ein ganz anderes Kaliber von einem Pferd.

Vor einigen Jahrzehnten war das, als Dave noch ein junger Kerl war. Er hatte mit Blakur einen Unfall. Bei einem Jagdausritt ist Blakur gestĂŒrzt und hat Dave unter sich begraben. Dave wĂ€re beinahe gestorben.

Ansgar, mein Vater, hat Blakur erschossen um Dave helfen zu können. Und Pavo hat damals Daves Leben gerettet. Daher kennen sich Dave und Pavo.

Was die Albin angeht, da verwechselst Du was Marcella.
Sie war fĂŒr Dave wie ein GemĂ€lde. Wie sagte er?
Wundervoll anzuschauen, aber wer möchte so etwas Zuhause hÀngen haben?
Keiner.

Ob der Weg vorhin schon so weit war? Nein, da wir gerade auf kĂŒrzestem Weg zurĂŒckgehen. Wir sind gleich da",
grinste Wolfi.

Wie versprochen dauerte es nicht mehr lange und sie betraten erneut das Geisterhaus. Wolfi ging direkt mit Marcella zu dem alten Nachtquartier von Pavo und Dave durch und stellte dort ihre Sachen ab.

"Da wÀren wir", grinste Anwolf.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#23

Beitrag von Morasa » Fr 28. Jul 2017, 11:33

Marcella

stellte vorsichtig das Gestell ab. Die junge Frau schaute sich um. Das Zimmer sah gemĂŒtlich aus.

"Packst du bitte das Porzellan vorsichtig aus? Ein Bett, eine Truhe und ein SchrĂ€nkchen mĂŒssen hier bleiben. Der Rest kann raus. DafĂŒr brauche ich dann noch einen Tisch und einen Schrank. Der Schrank hat Zeit. Denkst du an die Uhr Wolfi? Ich gehe schnell in die Schreibstube und frage Dave, ob wir nachher weggehen dĂŒrfen. Ich bin gleich wieder da."

Marcella legte alles ab und ging zur Schreibstube. Sie klopfte und ging hinein.

"Meister ich möchte mit Wolfi meine Lehrstelle feiern. Darf ich heute abend mit ihm weggehen und feiern? Wir gehen nicht weit weg. Nur zur Taverne um die Ecke. Erlauben sie mir das? Bitte?."

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#24

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Fr 28. Jul 2017, 13:56

Dave musterte Marcella und verkniff sich ein Schmunzeln.

"Erlaubnis erteilt, ich wĂŒnsche Dir viel Spaß. Besauf Dich nicht hemmungslos und sei um spĂ€testens 22 Uhr wieder hier", antwortete Dave.
"Erlaub ihr ruhig bis 23 Uhr wegzubleiben, immerhin ist doch Wolfi dabei", grinste Varmikan.

"Du meinst Marcella braucht die Stunde um Wolfi von der Taverne nach Hause zu schleppen? Damit könntest Du Recht haben Klingenohr. Varmi gib Marcella 50 Taler aus der Kasse. Von mir aus sei um 23 Uhr wieder Zuhause Marcella", sagte Dave freundlich.
"Schatz unserer oder die der Geister?", fragte Varmi nach.

"Unserer Kasse, Marcella gehört zu uns. Sie ist mein Lehrling, folglich gehört sie zu uns, nicht zu den Geistern. Du weißt was ich meine", schmunzelte Dave.
"Ja, weiß ich", gab Varmikan zurĂŒck.

Der Frostalb kramte eine Geldkassette hervor, schloss sie auf und entnahm 50 Taler. Er schrieb einen Zettel, legte ihn in die Kassette und verschloss sie wieder. Als der die Kassette wieder weggestellt hatte, reichte Varmikan Marcella die 50 Taler. Dave musterte Varmikan grinsend und schrieb weiter.

"Hier fĂŒr Dich Marcella. Gib nicht alles auf einmal aus. Und sag Wolfi, er soll ja ein Auge auf Dich haben", sagte Varmi gut gelaunt.
"Wolfi macht das schon, keine Sorge. Hab ich Dich mit meiner Zettelwirtschaft angesteckt Klingenohr?", fragte Dave gibbelnd.

"Ja", grinste Varmi, was Dave ebenfalls grinsen ließ.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#25

Beitrag von Morasa » So 30. Jul 2017, 09:50

Marcella

nahm die 50 Taler von Varmikan. Der Meister und sein Mann waren genauso grosszĂŒgig wie Wolfi.

"Vielen Dank fĂŒr das Geld und die Erlaubnis. Ich werde pĂŒnktlich Zuhause sein. Ich werde mich nicht betrinken und nicht das ganze Geld ausgeben. Wolfi hat mir in der Stadt die wichtigsten LĂ€den gezeigt. Wir haben eingekauft. Vier neue Roben, Schreibbedarf und einen Waschtisch. Eine der neuen Roben hab ich an.Wolfi fand die langweilig, aber mir hat sie am besten gefallen. Ich hoffe sie gefĂ€llt euch genauso. Ich habe die Robe gewĂ€hlt Meister, weil Wolfi sagte dass ich euch vielleicht auf wichtige AnlĂ€sse begleiten muss. Und diese Robe sieht edel aus und zeigt nicht zuviel. Zwei andere einfache Roben haben wir noch gekauft. Eine in grĂŒn und eine in rot. Und eine Robe die gepanzert ist. So hat es Wolfi erklĂ€rt. Er nannte sie Forscherrobe. Die wĂ€re so gearbeitet damit einen nichts draussen geschehen kann, wenn man unterwegs ist. Sie ist braun und schlicht aber trotzdem schön. Morgen frĂŒh zeige ich euch all die neuen Roben Meister. Ich fĂŒhre sie euch vor. Ihr mĂŒsst sehen, was ihr bezahlt habt.
Den Waschtisch habt ihr nicht bezahlt Meister. Den hat Wolfi mir geschenkt. Er war sehr freundlich und grosszĂŒgig zu mir. Ich hatte ihn nach einer Waschgelegenheit gefragt und Wolfi sagte mir, dass es hier sogar Zuber gibt. Die wĂ€ren im Keller und man könnte dort absperren. Da ich fĂŒr den Zuber aber heisses Wasser aufsetzen muss und ich morgens nicht zu spĂ€t kommen möchte, habe ich um eine Waschgelegenheit fĂŒr mein Zimmer gebeten. Eine Uhr wollte Wolfi mir noch geben. Wir rĂ€umen jetzt mein Zimmer um, danach gehen wir in die Taverne Meister. Wenn ich wieder da bin, melde ich mich bei ihnen zurĂŒck.
Wolfi hat mir erzĂ€hlt, dass sie noch nie einen Novizen hatten Meister. Sie sind ganz frisch Meister wie ich Novize. Wenn sie möchten, dann bereite ich wie auf meiner alten Arbeit morgens alles vor. Dazu mĂŒssen sie mir nur sagen, was sie vorbereitet haben wollen. Ich erledige dass dann. Ich kann Tee aufsetzen, Brote schmieren oder GrĂŒtze aufsetzen und ihre Arbeitssachen rauslegen. Dann ist schon alles vorbereitet und sie können hier frĂŒhstĂŒcken. So habe ich dass beim BĂ€cker als Hilfe immer ganz frĂŒh gemacht. Wobei sie ja Kaffee getrunken haben. Dass kann ich genauso machen. Nur jemand muss mir sagen, wie man Kaffee macht Meister. Kaffee trinken wir Zuhause nicht. Er ist sehr teuer und wir können uns sowas nicht leisten. Drum möchte ich nichts falsch machen, dass der Kaffee nachher verschwendet ist. Ich gehe jetzt mein Zimmer einrichten. Wolfi hilft mir dabei. Danach gehen wir in die Taverne. Bis heute abend Meister und ihr Herr Varmikan."

Marcella verneigte sich vor ihrem Meister, so wie es ihr Wolfi erklĂ€rt hatte. Dann rannte sie zurĂŒck in ihr Zimmer. Marcella wollte Wolfi nicht die ganze Arbeit alleine machen lassen. Er wĂŒrde sie sonst fĂŒr ein faules StĂŒck halten, dass nur zum Meister gegangen war um sich vor der Arbeit zu drĂŒcken.

"Wolfi hier bin ich wieder. Ich habe den Meister gefragt und er hat uns erlaubt, dass wir gemeinsam feiern gehen. Er hat mir 50 Taler geschenkt, damit wir feiern können. Ich hab mich so gefreut. Der Meister wollte dass ich um 22 Uhr wieder da bin, aber Varmikan hat gesagt, er soll mir erlauben erst um 23 Uhr wieder Zuhause zu sein. Wir mĂŒssen also erst um 23 Uhr Zuhause sein. Und ich soll dir von Varmikan sagen, dass du auf mich aufpassen sollst. Hat er extra gesagt. Ich bin voll aufgeregt. Wo soll ich mit anpacken?."

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#26

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mo 31. Jul 2017, 13:24

Dave starrte einen Augenblick Marcella hinterher, blinzelte in Zeitlupe und legte seinen Kopf auf die Tischplatte.

"Bei Rakshor und Malgorion...", stöhnte er.
"Was ist los Sternchen?", lachte Varmikan.

"Blute ich aus den Ohren? Ich brauche eine Lösung. Pass auf, ich lerne ihr umgehend, sofort, schnellstmöglich mentalen Kontakt und ab dem Tag, lernt sie von mir alles per Fernstudium. Die Kurze spricht ja ohne Punkt und Komma", grinste Dave.

"Sie erstattete Dir Bericht und ist nervös Davy. Biete ihr das Du an. Das entspannt sie und Dich. Zumal sie Dein MĂŒndel ist. Dann muss sie Dir auch nicht alles raporten. Jedenfalls meint die kleine Maus das doch, sie hat einen gewaltigen Respekt vor Dir.

Aus dem Grund meint sie Dir alles erzĂ€hlen zu mĂŒssen. DĂ€mpf das etwas runter, dann funktioniert dass besser mit Euch beiden. Ihr seid beide zu nervös. Ist doch auch klar",
antwortete Varmikan.

"Du hast Recht Klingenohr! Sehr gute Idee, sobald sie nachher zurĂŒck ist, werde ich ihr das Du anbieten. Immerhin ist man einige Jahre als Duo zusammen, wenn alles gut lĂ€uft", stimmte Dave zu.
"Meist ist man sogar ein Leben lang zusammen. Die meisten bleiben ihrem ehemaligen Meister in Freundschaft verbunden. Es ist oft mehr als eine bloße Freundschaft. Man könnte es als gewĂ€hlte Familie bezeichnen Sternchen. Zudem ist es Euer erster Tag. Sei nicht zu streng mit ihr oder Dir", erklĂ€rte Varmi gut gelaunt.

Der Frostalb freute sich ĂŒber den Familienzuwachs.

"Weise Worte Schatz, ich stell Dich als meinen Berater ein", grinste Dave.

"Kein Problem, ich helfe Dir immer und jederzeit Davy. Mein erster Mann Iphi war Dozenten an der Magierakademie in XashÂŽir fĂŒr Geistmagie. Ein bisschen aufgeschnappt habe ich da schon.

Stell Dir einfach vor Marci wÀre Deine Adoptivtochter auf Zeit. Du musst sie so fit in Magie bekommen, dass Du sie voller Stolz in die Welt entlassen kannst. Dabei musst Du Dir absolut sicher sein, ihr alles beigebracht zu haben, was sie erlernen kann. Es geht darum ihr Potential zu erwecken, quasi den Magier in ihr. Du bist Geburtshelfer eines Magiers, so sagte es Iphi",
grinste Varmikan.

"Mir dĂ€mmert so langsam, was Iphi fĂŒr ein Mann war", antwortete Dave und kĂŒsste Varmikan liebevoll auf den Mund.
"So einer wie Du, nur mit hĂŒbscheren Ohren", lachte Varmi und schrieb weiter.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#27

Beitrag von Anwolf » Mo 31. Jul 2017, 15:05

Anwolf grinste Marcella breit an.

"Du musst nirgendwo mehr mit anpacken. Sed hat das ĂŒberschĂŒssige Bett, die Truhe und den kleinen Beistelltisch in den Keller gewuchtet. FĂŒr ihn ist das kein Problem. Ich habe Dir gleich Deine Uhr mitgebracht.

Also falls Du jetzt noch Möbel verrĂŒcken möchtest, machen wir das. Ich wĂŒrde vorschlagen wir lassen alles so stehen. Auf die Seite des fehlenden Bettes könntest Du Deinen Tisch stellen lassen und Dein Waschtisch kannst Du heute Abend oder morgen frĂŒh aufbauen.

Denn dann könnten wir direkt aufbrechen. Das war mein Gedanke, warum ich Sed gebeten habe. Naja und natĂŒrlich, dass wir selbst nicht schleppen mĂŒssen. Er macht das mit links und wir quĂ€len uns hier ab. Zudem wollen wir ja nicht stinken und wenn wir uns vorher erst baden gehen mĂŒssen, dann brauchen wir heute gar nicht mehr loslaufen.

50 Taler einfach so auf die Hand zu bekommen, ist großzĂŒgig von Dave. Varmi scheint Dich zu mögen. NatĂŒrlich passe ich auf Dich auf, dass muss mir Varmi nicht erst auftragen. Um 23 Uhr sind wir garantiert wieder Zuhause. Los komm, folge mir unauffĂ€llig",
forderte Wolfi Marcella auf und gab umgehend die FĂŒhrung.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#28

Beitrag von Morasa » Di 1. Aug 2017, 13:03

Marcella
 
freute sich, dass sich Wolfi um alles gekĂŒmmert hatte. Sie folgte ihm zur Taverne.
 
„Jetzt gibt es nicht mehr viel umzurĂ€umen. Nur mein Tisch muss noch in mein Zimmer und mein Waschtisch baue ich nachher selber auf. Ich muss nur das Porzellan ins Gestellt stellen. Mehr ist nicht zu tun. Ich mag deinen Onkel und Varmikan genauso. Er hat es freundlich gemeint, damit mir nichts passiert. Er wollte dich nicht schelten Wolfi.
Die fĂŒnfzig Taler mĂŒssen wir nicht ausgeben. Wir kaufen uns einfach davon was wir essen und trinken wollen. Den Rest heb ich auf, fĂŒr unseren nĂ€chsten Tavernengang.“
 
Die Taverne war nicht weit weg. Da Marcella die fĂŒnfzig Taler hatte, suchte sie sich den Platz aus. Sie hockte sich in eine Nische und schaute in die Karte.
 
„Ich nehme Fleischeintopf und dazu Bier. Was möchtest du Wolfi?.“
 
Marcella nahm die Kapuze von ihrer Robe ab. Die Taverne war gemĂŒtlich. Die ganze Stadt gefiel ihr. Und ihr neues Zuhause gefiel ihr besonders gut. Sie hatte Angst gehabt, was sie erwartete. Doch nun war Marcella beruhigt. Ihr Meister war nett, sein Mann auch und ihr MitschĂŒler war genauso nett. Sie war froh, dass sie sich so gut mit Wolfi verstand. Die MĂŒdigkeit breitete sich in Marcellas Knochen aus.
 
„Das war ein Tag. Soviel habe ich noch nie auf einmal erlebt. Und soviel Geld habe ich noch nie ausgegeben. Danke fĂŒr die vielen schönen Sachen die du fĂŒr mich gekauft hast. Ich muss aufpassen dass ich meine neue Robe nicht einsaue. Bei meinen GlĂŒck, kleckere ich noch was drauf. Wolfi, falls ich einschlafe, pass auf dass ich nicht im Fleischtopf ertrinke.“
 
Marcella lachte gut gelaunt.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#29

Beitrag von Anwolf » Mi 2. Aug 2017, 07:11

Anwolf fĂŒhrte Marcella wie versprochen in die nahegelegene Taverne. Marcella suchte ihnen sofort einen Platz aus. Wolfi hatte nichts dagegen, er folgte ihr einfach und setzte sich dazu.

"Nun Du wolltest adliges Benehmen lernen. Dazu gehören auch Benimmregeln. Unter anderem auch einfache, reine Höflichkeitsregeln, die jeder Gemeine ebenso einhalten sollte.

Eine davon besagt, der Mann betritt als Erster den Raum und verlÀsst ihn als Letzter.

Grund fĂŒr die Regel ist, dass wenn der Mann zuerst den Raum betritt, kann Dich als Frau niemand frontal angreifen. Und wenn er Dir den Vortritt beim Verlassen des Raumes gewĂ€hrt, deckt er Deinen RĂŒcken. Folglich kann Dir niemand in den RĂŒcken fallen.

Diese Verhaltensregel ist also nicht nur eine Form von reiner Höflichkeit, sondern dient auch ganz pragmatisch dem Schutz der Frau",
erklÀrte Wolfi freundlich und schaute in die Speisekarte.

"Beim Bier schließe ich mich an, ich weiß nur noch nicht was ich essen soll. Doch, ich nehme ein StĂŒck Braten. Also Bier und Braten fĂŒr mich. Ich bin so frei und bestelle fĂŒr uns", grinste Wolfi.

Der junge Magier gab bei der Bedienung ihre Bestellung auf. Lange mussten Marcella und Anwolf nicht warten. Die Bedienung kam mit dem Bier, dem Fleischeintopf und dem Braten zurĂŒck.

"Na dann, guten Hunger Marcella und willkommen in unserer Familie", sagte Wolfi freundlich und nahm einen großen Schluck Bier.

"Stimmt wohl und entgegen aller Benimmregeln wĂŒrde ich in dem Fall nicht den Löffel zum Mund fĂŒhren, sondern den Mund lieber zum Löffel. Sonst hast Du den Eintopf zur Robe gefĂŒhrt.

Die Robe reinigen lassen bei dem Stoff ist glaube ich ganz schön schwierig. Jedenfalls kannst Du sie nicht bei der WÀscherin einfach abgeben. Also Dein Diener gibt sie schon unten bei der WÀscherin ab, aber sie sÀubert und wÀscht die Robe nicht selbst. Roben werden auf andere Art gereinigt. Frage mich aber nicht wie, davon habe ich keine Ahnung.

Der Ehrlichkeit geschuldet Marcella war doch nur der SĂŒĂŸkringel und der Waschtisch von mir. Den Rest hast Du von Dave bezahlt bekommen und das war bei weitem der grĂ¶ĂŸere und kostenintensivere Anteil. Aber es freut mich, dass Dir Deine Sachen gefallen.

Deinen Tisch lasse ich Dir morgen frĂŒh von Seddik in Dein Quartier stellen. Dann kannst Du Deine Schreibutensilien in der Mittagspause einrĂ€umen.

Keine Ahnung wie Dein Tagesablauf ist Marcella, aber ich vermute mal, dass Du Dave einfach ĂŒberall hin begleiten wirst wie es bei einem Novize normalerweise der Fall ist.

Also Dave fĂ€ngt morgens um 06:00 Uhr in der Schreibstube an zu arbeiten. Er bereitet alles vor und Varmikan und ich fangen dann meist so gegen 07:00 Uhr an zu arbeiten. Falls Dave etwas vom Vortag nicht abgearbeitet hat, macht er das ganz frĂŒh am Morgen.

Falls Du ihm eine Freude machen möchtest, setzt ganz frĂŒh Kaffee auf, damit er sich selbst keinen um 06:00 Uhr kochen musst.

Quatsch ihn morgens nicht direkt voll. Gib ihm einige Zeit. Keine Sorge, Dave ist kein Morgenmuffel, aber er braucht immer so seine Anlaufphase. Er redet in der Zeit nur das Nötigste. Nach seinem ersten Kaffee kannst Du ihn alles fragen.

WĂ€hrend er meinst gestört von Varmikan die Buchhaltung macht, lerne ich nebenbei was er mir beibringt. Du natĂŒrlich ab sofort genauso. Gibt es nichts, was ich oder in dem Fall Du, lernen sollst dann helfen wir in der Schreibstube aus.

Kurzum so habe ich die Buchhaltung gelernt und Du wirst es auch lernen. Mir macht das ziemlichen Spaß. Falls Dave mal außer Haus ist, ĂŒbernehme ich seine Vertretung. Dich muss das nicht stören, denn wenn er unterwegs ist, wird er Dich vermutlich mitnehmen.

In der Schreibstube lernst Du oder gehst Dave zur Hand. Wir arbeiten ungefÀhr so bis kurz vor 12:00 Uhr. Um 12:00 Uhr gibt es ein gemeinsames Mittagessen mit allen Hausbewohnern die anwesend sind. Das wird Dir bestimmt gefallen.

Es ist eine große Hausgemeinschaft und die meisten sind befreundet. Du verstehst schon, falls sich nicht gerade wer mal wieder kabbelt. Seddik und Urako musst Du einfach etwas mit Samthandschuhe anfassen, oder ihnen aus dem Weg gehen. Wie ich vorhin schon sagte, sind sie Neulingen gegenĂŒber misstrauisch.

Aber irgendwann ist jeder Neuling auch ein alter Hut beziehungsweise Hase. Von daher, warte einfach ab und halte Dich zur Not von ihnen fern. Auf der anderen Seite musst Du Dir aber auch von den beiden nichts sagen lassen. Niemand außer Dave hat Dir etwas zu sagen, denn Du gehörst nicht der Hausgemeinschaft an, sondern Du gehörst zu Dave - ganz persönlich. Du bist Daves Novizin.
Selbst Pavo und Aino haben Dir nichts zu befehlen.

Pavo ist der Goblin und Heiler dem hier das Haus, samt der Heilstube gehört. Aino ist... tja was ist sie? Er hat sie einst gesund gepflegt und seit dem wohnen sie zusammen und arbeiten zusammen. Nun ich wĂŒrde sagen sie sind Freunde, Familie und Kollegen.

Sollten Dich Pavo oder Aino um etwas bitten, lehne das nicht einfach ab. Das könnte trotzdem Ärger geben. Sage ihnen, dass Du Dich bei Dave erkundigst ob Du das darfst und dafĂŒr Zeit hast. Dann kann gar nichts schief gehen und niemand ist Dir böse.

Falls Dave der Bitte der beiden zustimmt, erledige die Aufgabe. Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen, Pavo kann auch ganz anders reagieren. Er ist zwar lieb und nett, aber wenn er meint, er mĂŒsste einen erziehen - dann macht der Kerl das leider auch. Zudem ist er Daves bester Freund. Drum erspar Dir den Ärger mit dem alten Gobo.

Nach dem Mittagessen, meist so gegen 13:00 bis 13:30 Uhr rum wird weitergearbeitet in der Schreibstube. Dann bis zum Feierabend, der meist so gegen 18:00 Uhr rum ist. Gegen 16:00 Uhr trinken Dave und Varmi beim Arbeiten meist noch einmal eine neue Kanne Kaffee. Das solltest Du Dir auch merken.

Nach 18:00 Uhr ist es meine und ab jetzt unsere Aufgabe, die BĂŒcher und so weiter alles wieder ordentlich wegzurĂ€umen. Die Kasse fasst niemand an, außer Dave erlaubt es. Mach das bloß auch nicht versehentlich, dann bekommst Du wirklich Ärger mit ihm. Er ist ein ruhiger und lieber Kerl, zu mir ist er immer anstĂ€ndig, aber da habe sogar ich von ihm mal eine Ansage bekommen. Also dass benötige ich kein zweites Mal.

Solltest Du die Kasse öffnen oder schließen dĂŒrfen, sagt er Dir das. Oder er weist Dich an, was weiß ich - gib Gasmi 100 Taler aus der Kasse. Dann machst Du das und zeigst ihm aber vor der Herausgabe das Geld. Dann ist alles gut.

Also wie gesagt, nach Feierabend wird Dave Kassensturz machen und die Kasse dann wegschließen. Zur Kasse gehört auch das Kassenbuch. Davon hast Du die Finger zu lassen.

Hat Dave die Kasse geschlossen, geht er, denn er hat ab dato sofort Feierabend. Meist hockt er sich gemeinsam mit Pavo hinten auf die Treppe. Dort rauchen die beiden sich einen und trinken ihr Feierabendbier.

Wir rĂ€umen dann alles andere auf und weg und fĂŒllen die verbrauchten Sachen nach. Normalerweise mache ich das alleine oder mit Varmikan. Ab morgen machen wir das gemeinsam. Das sind so die Eckdaten Deiner Arbeits- und Lernzeiten",
erlÀuterte Wolfi gut gelaunt.

"Ziemlich viel Neues auf einmal. Neuer Stand, neue Familie, neue Wohnort, neue Stadt, neue Klamotten und wir sind ja auch eine ganze Ecke gelaufen. Dazu die Aufregung - nunja dass mit der MĂŒdigkeit passt schon wĂŒrde ich sagen.

Falls Du einschlĂ€fst, passe ich selbstverstĂ€ndlich auf, dass Du nicht im Eintopf ertrinkst. Ich gehe zur Not sogar so weit, dass ich Dich nach Hause trage. Und das sogar an einem StĂŒck",
lachte Anwolf und stieß mit Marcella an.

"Auf Dich", grinste er.

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Re: Ein neuer Zauberlehrling

#30

Beitrag von Morasa » Mi 2. Aug 2017, 11:21

Marcella

hörte sich die ErklĂ€rung von Wolfi an. Das man mit manchen Benimmregeln jemand beschĂŒtzte, hatte sie nicht gewusst. Wolfi war nicht nur grosszĂŒgig, er war klug. Und ziemlich frech. Er bestellte das Essen und es wurde schnell geliefert.

„Danke. Ich hab nicht gewusst, dass manche Regeln zum Schutz von Frauen gelten. Danke, ich freue mich bei euch zu sein. Und ich freu mich, dass wir uns verstehen. Ich wĂŒnsche dir genauso einen guten Hunger.“

Marcella fing direkt an zu essen, denn sie hatte grossen Hunger.

Wolfi trank zuerst ein Schluck Bier. Warum sich das Marcella merkte, wusste sie nicht. Dann fing er an zu essen und zu schwatzen. Wolfi erklĂ€rte ihr ganz genau wie ihr Arbeitstag ablief. Marcella schmatzte und versuchte sich dabei alles genau zu merken. Der Meister stand sehr frĂŒh auf, wenn er schon um sechs Uhr anfing zu arbeiten.
Das alle aus der Hausgemeinschaft gemeinsam zu mittag essen, fand Marcella gut. So konnte man in der Runde schwatzen und lernte die Bewohner kennen. Nur warum hier alle gemeinsam wohnte, dass hatte Wolfi nicht erklÀrt.
Pavo gehörte das Haus und er fĂŒhrte hier seine Heilstube. Aino war nach ihre Behandlung bei ihm geblieben und half ihm. Vielleicht als Schwester? Und Ihr Meister war nach seiner Behandlung geblieben und fĂŒhrte nun Pavos BĂŒcher. Waren die anderen auch alles ehemalige Patienten von Pavo?
Vielleicht hatte er den Leuten die kein Zuhause hatten, ein Dach ĂŒber den Kopf geboten. Jemanden heilen und wieder auf die Strasse zu schmeissen, war keine Hilfe.
Das sie nicht ungefragt an die Kasse oder das Kassenbuch ging, war klar. Jeder nicht nur der Meister wĂŒrden denken sie wĂ€re eine diebische Elster, ein Langfinger der stehlen wollte. Was hatte Wolfi gedacht, als er einfach an die Kasse ging? Marcella lĂ€chelte. Wolfi war gleichzeitig klug und blöd und das machte ihn witzig. Marcella mochte ihn sehr.
Als er mit ihr anstiess, hob Marcella ihr Glas.

„Auf uns und dass wir unsere Lehre sehr gut abschliessen Wolfi. Danke dass du mir den Arbeitsalltag erklĂ€rt hast. Ich verstehe die Hausgemeinschaft nicht. Pavo gehört das Haus. Aino war Patientin und blieb dann hier. Ebenso dein Onkel. Dass der Mann von deinem Onkel hier wohnt ist klar. Oder warum du bei deinem Onkel wohnst. Aber wieso die anderen? Was ist das fĂŒr eine Hausgemeinschaft? Sind das alles ehemalige Patienten von Pavo?
Gut dass du mich retten wĂŒrdest, aber ich möchte an einem StĂŒck nach Hause gebracht werden. Das schaffst du bestimmt.“

Marcella grinste Wolfi an.

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