Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#31

Beitragvon Anwolf » Fr 1. Sep 2017, 13:30

Wolfi schaute von Distel zu Enzian und wieder zur├╝ck. Die beiden waren ein kauziges und lustiges Duo.

ÔÇ×Ein Fr├╝hst├╝ck samt einem kr├Ąftigen Kaffee k├Ânnten wir auch vertragen, da sagst Du was Distel. Lass uns gemeinsam fr├╝hst├╝cken gehen. Sobald wir vor unserem Kaffee sitzen, werde ich Dave eine Botschaft schicken. Er kann ja immer noch nachkommen, falls er Lust dazu hat. Wenigstens sollte er uns die Taler f├╝r unser Fr├╝hst├╝ck vorbeibringen, immerhin hat er uns eingeladenÔÇť, lachte Wolfi.

ÔÇ×Spa├č beiseite, die Hauptsache ist doch, ihm ist nichts passiert und er ist wieder im Haus. In dem Fall ├╝bernehme ich gerne die Zeche f├╝r meinen Onkel. Hat er gesagt mit wem er sich gestritten hat oder wor├╝ber? Und warum sollte er gr├╝n und blau geschlagen werden? Mit wem hat er sich angelegt?ÔÇť, fragte Wolfi verwundert.

ÔÇ×Geht voran, wir folgenÔÇť, bat Anwolf die beiden Centauren.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#32

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Fr 1. Sep 2017, 23:39

Dave hielt genussvoll still, w├Ąhrend ihm Urako ins Ohr biss. Das der Tiefling etwas anderes als eine Umarmung erwartet hatte, wurde Dave erst in dem Moment bewusst.

So kalt und herablassend wollte er sich weder geben, noch tats├Ąchlich sein. Er hatte die Wahrheit gesprochen, er hatte einfach nicht klein beigeben wollen. Und was h├Ątte ihm das gebracht? Nichts, au├čer dass ein Streit den er nicht ertrug noch l├Ąnger angedauert h├Ątte.

Und wof├╝r?
F├╝r etwas, dass er sich besser verkniffen h├Ątte.

Er verachtete seinen Vater Dunwin und wie hatte er vor Urako gestanden? Wie eine Kopie seines Vaters. Genauso kaltschn├Ąuzig, nachtragend und nachtretend. Urakos Handlung hatte ihm einen Spiegel vors Gesicht gehalten, und was Dave dort sah gefiel ihm ganz und gar nicht.

Urakos Gest├Ąndnis, dass er ihn liebte, gleichg├╝ltig wie er aussah und wie viel Geld er besa├č r├╝hrte Dave. Und die Aussage von Urako dass er ihn wollte und nicht bereit war ihn zu teilen, freute Dave. Das war ein gewaltiges Kompliment.

Das was Puschel sagte und tat, veranlasste Dave seinen verdammten Stolz zur Seite zu schieben und einfach einmal das zu tun, was er sich tats├Ąchlich w├╝nschte und nicht, was irgendwer von ihm erwartete.

Dave gab klein bei und bat um Vers├Âhnung. Er gestand Urako ehrlich, dass er bockig gewesen war und ihn nicht verlieren wollte. Urako nahm seine Entschuldigung an.

"Dann lass uns bitte einfach mit dem Streit aufh├Âren. Ich habe un├╝berlegt gesprochen, genau wie Du. Wir beide h├Ątten uns manche Dinge verkneifen sollen die wir gesagt haben.

Wir waren beide unfair zueinander.
Es freut mich dass Du meine Entschuldigung annimmst.

Nun Puschel, wie Du, ich oder auch jedes andere Lebewesen die Welt sehen, ist die Summe unserer Erfahrung die wir gemacht haben. Aber nicht nur das, es ist auch Teil unseres Blutes. Sprich unser Verhalten ist in Grundz├╝gen angeboren.

Schau ein Choleriker wird schon als solcher geboren, genau wie der Sanftm├╝tige.
Die Erfahrungen pr├Ągen den Charakter nur unterschiedlich stark aus.

Deine anerzogenen oder besser gesagt andressierten Charaktereigenschaften von Argwohn bis Misstrauen schaffen Dir nur Probleme denn sie haben keinen eigenen Gegenpol.

Du kannst dem nichts gedanklich entgegensetzen.
Und das Schlimmste ist, es nicht mal Deine Natur.

Du hast mir anvertraut, wer Dir das eingeimpft hat und Du hast mir sogar anvertraut wie hart und grausam er dies vollzog.

Wir gleichen uns auf diese Art. Darum meine Frage, bist Du bereit das gedankliche Erbe von Deinem Vater loszuwerden? Es w├Ąre ein sehr gro├čer Vorteil f├╝r Dich. Du w├╝rdest nicht nur die Angst verlieren, sondern auch seine Ketten, die Dich heute noch an die alten Verhaltensweisen ketten, die er Dir eintrichterte.

Ich w├Ąre mehr als gewillt, es zu versuchen.
Wie ich Dir bereits anvertraute, ich bin es leid Angst zu haben.
Und ich bin es leid, aus Angst wegzulaufen und damit genau das zu zerst├Âren, was mir am meisten bedeutet.

Allerdings wei├č ich auch, dass ich es nicht allein schaffe. Ich habe es versucht, genau wie Du. Und genau wie Du bin ich gescheitert. Du fl├╝chtest Dich in Alkohol und Sex, und ich fliehe in die Flasche und den Nexus.

Warum versuchen wir es nicht zusammen?
Was meinst Du?

Sollte dann einer von uns beiden straucheln, ist der andere da um ihn zu st├╝tzten und um ihm Halt zu geben.

Denn trotz allem, lebst Du nicht das Leben, was man Dir einpr├Ągte. Drum suchst Du Dir mit Deinen Aktionen, unbewusst einen Ausgleich.

Damit m├Âchte ich Dir nichts unterstellen, ich handele schlie├člich genauso wie Du.
Du bist kein Dummkopf, Du folgst ja nicht streng einem Instinkt ohne nachzudenken.

Aber Dein Geist versp├╝rt ein Bed├╝rfnis, ansonsten wirst Du unruhig. Und das Bed├╝rfnis ist NUR anerzogen. Es hei├čt sei N├ťTZLICH, sei effektiv, beweise Deinen Wert, es gibt keinen M├╝├čiggang, denn der Faule ist nichts wert.

Dieser Drill wurde uns anerzogen. Kurzum wir haben diese Weltsicht erlernt, es muss doch m├Âglich sein, es auch wieder zu verlernen.

Dies kostet vermutlich einiges an Arbeit, aber ich w├Ąre bereit dazu. Aus dem einfachen Grund, weil ein angstfreies Leben doch jede M├╝he wert ist.

Ein leicht verst├Ąndliches Beispiel - der menschliche K├Ârper. Der K├Ârper sch├╝tzt sich selbst vor Krankheiten. Ob Dreck oder Krankheitserreger, der K├Ârper ist stets bereit sich zu verteidigen.

Lebst Du nun in einer absolut sauberen Umgebung, wie es einige Adlige zu tun pflegen, k├Ânnten sie theoretisch doch nicht mehr krank werden. Der K├Ârper k├Ânnte sich nun ausruhen und sich sagen, keine Gefahr vorhanden vor der ich mich sch├╝tzen muss. Ruht er sich aber dahin gehend aus? Nein.

Der Mensch entwickelt seltsame Unvertr├Ąglichkeiten. Der K├Ârper bleibt einfach in Kampfbereitschaft, nur sind die Feinde nicht mehr Dreck und Krankheitserreger, sondern es sucht sich einfach neue Feinde.
Jene die dem K├Ârper zugef├╝gt werden ÔÇô auch wenn diese gar keine Feinde sind.
Kurzum auf einmal wird eine bestimmte Nahrung nicht mehr vertragen, oder eine bestimmte Pflanze, der K├Ârper schl├Ągt grundlos Alarm.

Und wie ein menschlicher K├Ârper reagierst Du.

Gibt es nichts zu tun, nichts zu bewachen oder zu bek├Ąmpfen, schaltest Du in eine ├Ąhnliche Situation wie es der K├Ârper in meinem Vergleichsbeispiel macht.

Sind keine Feinde da Urako, dann suchen wir uns welche.
So handeln wir.

Und in Wut ist es f├╝r uns beide schier unm├Âglich zu sehen, dass es keine Feinde gibt. Wir denken immer in Abwehrhaltung, ob ein realer Feind existiert oder nicht. Jedes Wesen folgt seiner Bestimmung, nur uns hat man das aus dem Sch├Ądel gepr├╝gelt.

Rastlosigkeit, st├Ąndiger Argwohn, stetige Alarmbereitschaft, stetige Abwehrhaltung. Grundmisstrauen jeder Person gegen├╝ber. Du hast wie ich gewaltig viele geistige Barrieren im Kopf Puschel, zum Eigenschutz.

Jene die uns auf diese Eigenschaften drillten, trugen sehr viel Hass in sich.
Ich m├Âchte das nicht weitertragen Urako.

Falls ich je ein Kind habe, m├Âchte ich niemals Angst in seinen Augen sehen. Es soll mich niemals f├╝rchten.

Du denkst Deine Bestimmung ist die Abwehr von Feinden. Damit sie Dir nicht wehtun, damit sie Dich nicht verletzten. Aber es kein Feind hier Urako. Wieder nur wir beide und unsere D├Ąmonen.

Falls doch einer auftaucht, dann sollten wir ihn gemeinsam bek├Ąmpfen.

Wir sollten gemeinsam versuchen unsere V├Ąter hinter uns zu lassen, ihnen die Macht ├╝ber uns zu nehmen. Wir m├╝ssen dabei zusammenhalten Puschel. Und ganz ehrlich, wir brauchen jemanden, der uns zur Not beisteht.

Du musst lernen Deine Aggression in den Griff zu bekommen, ohne auszurasten und auf Hilfsmittel zur├╝ckzugreifen. Und ich muss lernen meine Gef├╝hle zuzulassen und nicht kopflos davon zu laufen oder blindlings um mich zu schlagen, sobald keine Flucht mehr m├Âglich ist.

Alleine schafft das keiner von uns beiden. Zu zweit schaffen wir es auch nicht. Alleine im Duo packen wir das nicht. Wir ben├Âtigen jemanden, der uns zur Seite steht. Jemanden der uns hilft - dann schaffen wir es mit dessen Hilfe gemeinsam",
erkl├Ąrte Dave freundlich.

"Wegen unserem Zusammenleben sollten wir klare Regeln aufstellen. Ein erster wichtiger Punkt ist, ├╝ber Probleme die einen st├Âren m├╝ssen wir reden. Schweigen bringt einen nicht weiter. Alkohol auch nicht, denn sobald man wieder n├╝chtern ist, sind die Probleme zur├╝ck.

In solchen Angelegenheiten bin ich wohl der miserabelste Gespr├Ąchspartner, aber wir k├Ânnten einen Schlichter benennen. Sobald einer von uns im Haus ein Problem hat, tr├Ągt er es beim Schlichter vor.

Andere Themen wie das was uns vorhin so aneinander geraten lie├č, erkl├Ąren wir zu Tabuthemen. Das muss auch jeder in unserer Familie akzeptieren. Du hast Themen die Du nicht angesprochen haben m├Âchte, ich habe diese Themen ebenso und vermutlich haben sie auch Gasmi und Varmi. Jeder soll offen und ehrlich mitteilen, wor├╝ber er nicht reden m├Âchte. Sollte einer kein Tabu-Thema haben, wunderbar. Ansonsten nehmen wir darauf R├╝cksicht.

Genauso offen sollten wir aber auch ├╝ber sch├Âne Dinge sprechen, da so etwas meist zu kurz kommt. W├╝nsche, Anregungen, Vorschl├Ąge rund um unser Haus sollte man direkt ansprechen. Je mehr man hat, wor├╝ber man sich freuen kann, umso leichter ist es, die dunklen Wolken zu vertreiben.

Zu unserem gemeinsamen Haus h├Ątte ich noch eine Frage. H├Ąttet Ihr etwas dagegen, dass meine Mutter und Marcella mit einziehen? Ich hatte all die Jahre nichts von meiner Mutter.

Wei├čt Du, ich liebe meine Ma, aber sie war im Grunde eine Mitgefangene und keine Mutter f├╝r mich. Ich habe Melisande ├Âfter zuf├Ąllig im Nexus getroffen, als real in unseren Gem├Ąuern. Ich m├Âchte sie gerne um mich haben und ich m├Âchte sie als Person richtig kennenlernen. Zudem m├Âchte ich ihr helfen und ihr beibringen, mit ihrer Gabe umzugehen. Darum w├Ąre es mir wichtig, dass sie mit bei uns einzieht.

Marcella untersteht mir, sie ist meine Schutzbefohlene und meine Novizin. Ich mag die Kurze und ich m├Âchte sie in meiner N├Ąhe haben. Vielleicht k├Ânnten meine Ma und Marcella sogar zusammen wohnen. Das m├╝sste ich mit ihnen absprechen, falls Ihr daf├╝r stimmt.

Du w├╝rdest mir eine Freude damit machen, wenn Du Melisande kennenlernen w├╝rdest. Und es w├╝rde mir viel bedeuten, wenn Ihr alle mit ein Auge auf meine Ma und Marci habt. Ich m├Âchte sie besch├╝tzt wissen. Du musst nicht sofort darauf antworten, ob Ma und Marci mit einziehen, nur denk bitte einfach eine Runde in Ruhe dar├╝ber nach.

Was sagst Du zu meinen anderen ├ťberlegungen Puschel?",
fragte Dave liebevoll.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#33

Beitragvon Varmikan Eisseher » Sa 2. Sep 2017, 11:46

Varmikan wachte am Morgen auf und rieb sich m├╝de die Augen. Er tastete nach Dave, aber sein Schatz war nicht mehr da. Unwillig brummelte Varmi etwas und rollte sich auf Daves Bettseite.

Varmi dr├╝ckte sein Gesicht in Daves Kopfkissen. Es roch nach seinem Mann. Eine Mischung aus Daves Eigengeruch und seinem Rasierwasser.

Lieber als am Kopfkissen h├Ątte Varmikan an Dave selbst geschnuppert. Er ├╝berlegte kurz, ob er ihn zur├╝ck ins Bett beordern sollte. Varmi entschied sich daf├╝r. Es war eh eine Unsitte von Dave in so einer Fr├╝he aufzustehen, wo normale Frostalben eigentlich erst schlafen gingen und ihn dann noch einfach ungeliebt zur├╝ck zu lassen.

Andere w├Ąren froh, wenn ihr Mann sie ausschlafen lie├č und sie nicht fr├╝h aus den Federn scheuchte. Varmikan rollte sich grinsend auf den R├╝cken und suchte mental nach Dave.

Sein Grinsen gefror.
Sein Mann befand sich in der Heilstube!

Varmikan war mit einem Satz aus dem Bett gesprungen und lief wie die G├Âtter ihn schufen zur Heilstube. Kaum das er hineingeplatzt war, fiel sein Blick auf Dave.

Sein Mann hielt Urako umarmt. Wer nun von beiden krank oder verletzt war, konnte Varmi so auf den ersten Blick gar nicht feststellen.

"Was ist los Leute?
Ist irgendwas passiert?
Ist einer von Euch krank oder verletzt?",
fragte Varmikan verwirrt.

Er trat neben seinen Mann und strich ihm beruhigend ├╝ber den R├╝cken. Puschel wie auch Dave sahen total fertig aus. Warum auch immer, sie waren scheinbar mit den Nerven am Ende. Selbst Pavo sah mitgenommen aus, was selten der Fall war.
Varmikan schaute von einem zum anderen, in der Hoffnung einer der Drei w├╝rde ihn aufkl├Ąren was los war.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#34

Beitragvon Urako » Sa 2. Sep 2017, 16:22

"Ich habe mich schon oft gefragt, wer ich geworden w├Ąre ohne diese ganze Kacke. Ich werde es nie erfahren. Werde nie herausfinden, was davon angeboren ist und was ich h├Ątte werden k├Ânnen. Du wei├čt genau so wenig, welcher Dave sich unter deinem Eispanzer verbirgt, der davon erdr├╝ckt worden ist. Aber wir k├Ânnen es zumindest ausprobieren, die schlimmsten Ecken etwas abzuschleifen, damit sie nicht mehr gar so pieksen. Einverstanden, Davy. Lass uns das gemeinsam versuchen. Aber was meinst du damit, dass wir unser Erbe loswerden m├╝ssen und dass wir das nicht alleine schaffen? Wenn wir nicht, dann schafft es keiner. Uns kann da niemand helfen, wir k├Ânnen uns h├Âchstens gegenseitig unsere Wunden lecken, hehe. Mit dem Streitschlichter, das ist eine gute Idee. Ich hab schon einen. Meiner hei├čt Pavo."

Verliebt betrachtete er hinter Daves Kopf hervor den alten Mann, der etwas verdattert in der Gegend herumstand und sich wahrscheinlich gerade ├╝berfl├╝ssig vorkam. Er wirkte noch kleiner und verlorener in der Heilstube als sonst, aber vielleicht t├Ąuschte das auch und er f├╝hlte sich gar nicht so unwohl, wie es gerade wirkte. Dave erz├Ąhlte sehr viele Dinge, die sich f├╝r Urako sehr klug anh├Ârten. Nur am Ende verzog sich sein Gesicht unwillig.

"Muss das echt sein, dass die Weiber mit in unser Haus ziehen? Nichts f├╝r ungut, aber ich kenne die nicht und au├čerdem wohnen sie ja eh gleich nebenan. Da kannst du deine Mutti jeden Tag besuchen und auch bei ihr pennen, wenn dir danach ist. Aber muss die echt in unserem Haus mit wohnen? Die n├Ârgelt doch garantiert rum, wenns bei uns unordentlich ist oder wir zu lange wach bleiben. Und ein sechzehnj├Ąhriges G├Âr? Mal ehrlich! Au├čerdem wollte ich doch fr├╝h mit dir zusammen fr├╝hst├╝cken - und das geht nun mal weder in eurem noch in unserem Schlafzimmer, da dort ja Varmi und Gasmi pennen, weshalb nur einer der anderen R├Ąume bleibt, wo Marci und Meli dann kreuz und quer rumspuken. Das ist doch kacke."

Er murrte etwas. Seine Vorstellungen von einem ├Ąu├čerst angenehmen Tagesablauf wurde gest├Ârt durch Daves neue Pl├Ąne und nicht zuletzt war Urako nat├╝rlich auch wieder eifers├╝chtig, auch wenn er diesmal nicht zankte. Doch bevor er sich allzusehr sorgen konnte, platzte Varmi herein und fragte, was los war. Urakos Gesicht hellte sich auf.

"Ich hab ein Aua, Flocke. Ein gro├čes Aua. Ihr m├╝sst mich die n├Ąchsten Tage verarzten und bemitleiden, hat Pavo verordnet. Ich muss bekocht und verw├Âhnt werden, damit ich genese. Oh und Varmiiii, mit dir muss ich noch ein W├Ârtchen reden, bevor Dave dich wieder in Beschlag nimmt. Dauert nur zehn Minuten."
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#35

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Sa 2. Sep 2017, 23:39

Dave zuckte in einer etwas hilflosen Geste die Schultern.

"Damit hast Du wohl oder ├╝bel Recht, wobei ich wirklich gerne gewusst h├Ątte wer ich bin, oder h├Ątte sein k├Ânnen. Fr├╝her habe ich mir dazu immer irgendwas zusammen gesponnen... mich in Tagtr├Ąume verloren nach dem Motto was w├Ąre wenn... sobald ich etwas Zeit dazu hatte. Mit fr├╝her meine ich als Kind. Ich bin selbstverst├Ąndlich dabei, immerhin kam der Vorschlag ja von mir. Ein paar Ecken und Kanten weniger k├Ânnen uns garantiert nicht schaden. Gut damit w├Ąre der Schlichter bestimmt - Pavo", grinste Dave gut gelaunt.

"Ich nehme die Wahl an. Bis zu einem gewissen Grad ist von Euch beiden selbst abh├Ąngig. Niemand zwingt Euch dazu, so zu bleiben wie Ihr seid. Mit etwas M├╝he, Selbstbeherrschung oder auch mal Ablegen der Selbstbeherrschung und gutem Willen kann sich jede Person ver├Ąndern.

Niemand behauptet dass es angenehm ist oder leicht wird. Aber m├Âglich ist es. Das versuche ich Euch doch schon die ganze Zeit beizubringen. Ihr selbst seht Euch viel zu schlecht und ich versuche Euch aufzuzeigen, dass Ihr nicht schlecht seid. Ihr wurdet nur schlecht behandelt. Das ist was v├Âllig anderes",
erkl├Ąrte Pavo den beiden.

"Nein es muss nicht sein, dass die beiden Frauen bei uns einziehen. Meine Ma w├╝rde nicht meckern, sie ist froh wach zu sein und in Ruhe gelassen zu werden. Lerne sie kennen. Gut Privatsph├Ąre achtet meine Ma nicht. Sie kommt auch einfach in unser Schlafzimmer, weckt mich und setzt sich aufs Bett. Das w├Ąre doch was ung├╝nstig. Und Marcella ist vermutlich auch froh im Geisterhaus zu bleiben... in Wolfis N├Ąhe. Wobei W├Âlfchen direkt auf Marcella aufpassen k├Ânnte. Ich frage ihn nachher, ob er die Aufgabe ├╝bernimmt. Stimmt unser Fr├╝hst├╝ck! Du hast v├Âllig Recht, wir sollten unser Fr├╝hst├╝ck in Ruhe abhalten, vergiss meinen Vorschlag. Ich bin noch etwas durcheinander vom Streit", schmunzelte Dave.

Einen Moment sp├Ąter schneite Varmikan splitterfasernackt herein. Dave musterte seinen Mann von oben bis unten und grinste ├╝ber beide Ohren. Zeitgleich fragte er sich, wie er Varmikan nur unterstellen konnte, was er seinem Klingenohr unterstellt hatte, nun wo er so besorgt vor ihnen stand.

Varmikan war sicher kein zweiter Dunwin, denn der h├Ątte nicht mal nach einem gegen Bezahlung geschaut. Und nach einer Hure die einem nichts bedeutete, die man nur benutzte, schaute auch niemand. Dave nahm Varmikan in die Arme, dr├╝ckte ihn fest an sich und k├╝sste ihn liebevoll.

Varmi erwiderte die Geste und legte Dave einen Arm um die H├╝fte.

"Ja das d├╝rfte das geringste Problem sein. Sicher k├╝mmern wir uns um Dich. Aber was ist Dir passiert?", fragte Varmikan durcheinander.
"Er hat versehentlich Glas gegessen. Also etwas Glas verschluckt", antwortete Dave.

"Heilige Schei├če... Puschel", keuchte Varmi.
"Beruhige Dich Varmikan, ich habe die Scherben schon aus Urako herausgeholt. Aber etwas Schonung und vor allem Schonkost wird er diese Woche ├╝ber sich ergehen lassen m├╝ssen. Ich wollte Dir gerade vorschlagen, Dir etwas anzuziehen damit Du Dich nicht verk├╝hlst, aber der Tipp ist wohl m├╝├čig", grinste Pavo.

"Danke Pavo. Ja der Tipp ist echt m├╝├čig", grinste Varmikan.
Der Frostalb schaute Puschel fragend an.

"Gut Du hast es geh├Ârt, Schonung und Schonkost. Wor├╝ber m├Âchtest Du mit mir reden Puschel? Dave lass uns bitte einen Moment allein. Geh in unser Quartier Sternchen, ich gehe mit Puschel in die Schreibstube", antwortete Varmikan und zog Urako hinter sich her.

Dave schaute den beiden baff nach.

"Ehm ja... zu Befehl...", grinste der Naridier.
"Guck nicht so baff, Du hast ihn Dir ausgesucht und Du brauchst ihn auch", grinste Pavo.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#36

Beitragvon Urako » So 3. Sep 2017, 08:13

Nur zu gern und ohne den kleinsten Widerstand lie├č Urako sich vom nackten Varmi durch den Flur ziehen, bis sie in der Schreibstube standen. Urako verriegelte die T├╝r, wennauch nicht aus den Gr├╝nden, die er jetzt eigentlich gern h├Ątte und zwang sich, dem Frostalben ins Gesicht zu schauen und sehr wichtig dreinzublicken.

"Also, Flocke. Mach mal kurz deinen Geist zu, Dave soll nicht mith├Âren. Es geht um diesen bescheuerten Mo, der mich und dich umbringen wollte. Der Abschaum steckt noch immer wie ein faulender Splitter in Daves Gehirn. Da er offenbar nicht von alleine da rauseitert, m├╝ssen wir ihn eigenh├Ąndig entfernen. Ich will, das Mo stirbt. Hilfst du mir? Du bist Geistmagier, du kannst ihn aufsp├╝ren und ihn schw├Ąchen, ihn verr├╝ckt machen und ihm den Schlaf rauben, damit er entkr├Ąftet ist, wenn wir ihn stellen. Er d├╝rfte dann schnell erledigt sein. T├Âten kann ich ihn, das macht mir nichts aus. Wenn du mir nicht hilfst, geh ich den Mistarsch mit Gasmi alleine suchen. Gasmi ist der beste K├Ąmpfer der Geister. Aber wenn wir zu dritt anr├╝cken hat der kleine Waldschei├čer keine Chance. Aber sag um Himmels Willen Dave nichts davon! Sag ihm, ├Ąh, keine Ahnung, was du ihm dazu sagst, wenn wir weg sind. Er ist dein Mann, du musst dir was ausdenken. Also, bist du dabei?"
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#37

Beitragvon Varmikan Eisseher » So 3. Sep 2017, 15:58

Varmikan grinste Puschel vergn├╝gt an, als er merkte wie Urako zu k├Ąmpfen hatte seinen Blick in der H├Âhe zu halten und ihm in die Augen zu schauen. Der Forstalb h├Ârte Puschel aufmerksam zu. Was ihm sein Wahlbruder zu sagen hatte, schn├╝rte ihm die Kehle zu.

"Danke f├╝r die Information Puschel. Dave hat nicht an Mo zu denken, denn er geh├Ârt mir. An wen er denkt und wie, das bestimme ich und nicht er. Er ist mein Mann, folglich hat er sich mir zu f├╝gen. Aber wer nicht h├Âren kann muss f├╝hlen.

Dein Plan Mo zu t├Âten ist ein Fehler. Jedenfalls ist es ein Fehler den Kerl schnellstm├Âglich zu t├Âten. Das ist ein Fehler, den man schnell begeht, sobald man eifers├╝chtig ist. Ich erkl├Ąre Dir auch warum und nat├╝rlich wie wir vorgehen.

Pass auf Puschel, sollte Mo heute noch sterben, sind wir den St├Ârenfried scheinbar los. Das stimmt aber so nicht. Denn Mo wird in Daves Erinnerung weiterleben und zwar so, wie mein Mann Morasa zuletzt kannte. Der arme Mo, der hier aufgrund einiger Missverst├Ąndnisse vertrieben wurde und nun ist er auch noch tot.

Wir h├Ątten Mo ein mentales Denkmal gebaut und wir h├Ątten nie mehr die Chance, die Sicht auf ihn zu revidieren. Er bleibt in der Erinnerung ewig der benachteiligte, arme, ├Ąu├čerst attraktive Waldalb, dem wir so b├Âse mitgespielt haben.

Folglich bleibt dieser Mo f├╝r immer bestehen. M├Âchtest Du das? Ich nicht.
Und f├╝r solche F├Ąlle, habe ich etwas ├Ąu├čerst Schlaues von Dave gelernt und genau das wenden wir an.

Wir m├╝ssen Mo ausl├Âschen, aber daf├╝r darf Mo noch nicht sterben. Dave w├╝rde hier anf├╝gen, das klingt paradox, ist aber so. Und das stimmt auch.

Mo muss das Bild, dass Dave von ihm hat selbst zerst├Âren. Mo muss Dave beweisen, dass er weder attraktiv ist, noch ein armes Opfer, noch dass er Dave tats├Ąchlich mag oder sch├Ątzt. Dave muss am eigenen Leib erfahren, dass Mo ihn f├╝r ein Arschloch h├Ąlt. Dass Mo auf ihn spuckt. Das Mo nur vorhatte ihn auszunutzen.

Das er f├╝r den Waldalb nur ein weiterer Arsch war, den der Waldschrat geschubst h├Ątte. Das er bestenfalls als das Eigentum von Morasa geendet w├Ąre, schlimmstenfalls als reine Matratze.

Dass muss Morasa ihm beweisen. Ab dato wird Dave Morasa nicht nur meiden, er wird ihn hassen und verachten. Damit existiert der Mo den Dave so anziehend findet nicht mehr. Und ist dieses Bild von Mo gefallen, dann Puschel rammen wir ihm einen Dolch ins Herz und schicken ihn zum Abgrund.

Vorher darf Mo nicht sterben.

Soweit mir bekannt ist, war Mo sehr kreativ was ├ťberzeugungsarbeit angeht. Er hat Dave in der Stadt gesagt, er h├Ątte mit mir ├╝ber das Problem des Anfassens gesprochen. Die Sache w├Ąre f├╝r mich gekl├Ąrt, allerdings nur unter dem Punkt, dass Dave nie wieder mit mir dar├╝ber sprich - kurzum kein Wort verliert. Hinterh├Ąltig oder?

Ein Waldalb ist kein Frostalb und wo Morasa herkommt, da komme ich schon dreimal zur├╝ck. Das Spiel kann ich problemlos ebenso spielen. Allerdings hat das Spiel einen Haken. Ich m├╝sste meinem Mann etwas schaden um es Mo in die Schuhe zu schieben.

Mo hat sich schon einmal meinen Mann unter den Nagel gerissen und ihn mitgenommen. Was w├╝rde passieren, wenn jemand Dave einsackt und behauptet er wurde beauftragt ihn vor uns zu retten?

Ein lieber G├Ânner hat ihn aus diesem Haus holen lassen und seinen W├Ąrter damit beauftragt ihn so lange zu h├╝ten, bis er ihn abholt. Oder bis er bereit ist, sich seinem neuen Mann v├Âllig zu f├╝gen. Hier und da ein paar Infos eingestreut, die auf Morasa hindeuten und Dave wird vermuten, der Waldalb h├Ątte ihn einfangen lassen um ihn zu brechen.

Sobald Dave das glaubt, werden wir beide uns nicht um die Beseitigung von Mo k├╝mmern m├╝ssen. Dave wird ihn jagen oder jagen lassen. Und sollte er dies nicht tun, wird er von Morasa eine v├Âllig andere Meinung haben als im Moment, er wird ihn verachten.

So m├╝ssen wir vorgehen.

Allerdings muss ich Morasa trotzdem suchen, damit der unseren Plan nicht versehentlich durchkreuzt. Nachdem wir seinen Ruf ruiniert haben, werden wir sein Leben beenden. Und nat├╝rlich sage ich nichts meinem Mann davon.

Das ist eine sehr harte Erziehungsma├čnahme, aber eine andere M├Âglichkeit sehe ich nicht. Sternchen muss begreifen zu wem er geh├Ârt und von wem er sich fernzuhalten hat. Fruchten Worte nicht, m├╝ssen Taten her, auch wenn mir das in der Seele wehtut",
erkl├Ąrte Varmikan vehement.

Der Frostalb musterte Puschel eingehend und trat ganz nah an ihn heran.

"Das ist das eine Thema nun zum anderen. Wieso hast Du Glas gegessen? Wie konnte das ├╝berhaupt passieren? War das ein Unfall, Absicht Deinerseits oder hat jemand versucht Dich... ehm Dich zu t├Âten?

Falls letzteres zutrifft, dann m├╝ssen wir uns sofort darum k├╝mmern. Hast Du noch etwas von der Mahlzeit oder dem Getr├Ąnk? Dann versuche ich ein Echo dessen auszulesen, wer es angefasst oder pr├Ąpariert hat.

Sowas lassen wir nicht auf uns sitzen, wir werden das Mistst├╝ck erdolchen... mit Eis",
grinste Varmikan und streichelte Puschel ├╝ber die Wange, ehe er ihn sanft auf den Mund k├╝sste.

"Erz├Ąhl Puschel, ich bin ganz Ohr", bat Varmi und strich Urako ├╝ber den Arm.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#38

Beitragvon Urako » Di 5. Sep 2017, 09:32

Urako war froh, dass Varmikan mit ihm einer Meinung war. Morasa war ein Feind und obwohl er r├Ąumlich entfernt worden war, schwebte er noch wie eine schwarze Wolke in diesen R├Ąumen und vernebelte Daves Gedanken.

"Ich verstehe deine Bedenken", murrte Urako. "Aber dein Plan ist zu fehleranf├Ąllig. Erstens: Er erfordert viel Zeit. Zeit, in der Morasa sich aus dem Staub machen k├Ânnte. Zweitens: Wenn wir Dave entf├╝hren und einsacken, haben wir die Geister im Genick, denn die werden sein pl├Âtzliches Verschwinden nicht einfach ignorieren. Es sei denn, er verschwindet auf einer l├Ąngeren Reise, aber auch das f├Ąllt fr├╝her oder sp├Ąter auf. Hinzu kommt, dass er Geistmagier ist, der kann seinen Hilferuf hinaus in den Nexus pl├Ąrren und dann haben wir einen Tag sp├Ąter eine ganze Armee aus schlecht gelaunten von Hohenfeldes um uns herumstehen. Kein erbaulicher Gedanke. Andererseits ..."

Urako kam ein Gedanke.

"Sag mal, es gibt doch dieses Messingkraut. Das blockiert die Wandlungseigenschaften von Gestaltwandlern. Vielleicht ist es auch imstande, Geistmagie zu blockieren? Das k├Ânntest du mal an dir ausprobieren!"

Urako kaute auf seiner Wange herum.

"Trotz allem w├Ąre es ein extremer Vertrauensbruch, Dave einzufangen und von vorne bis hinten zu bel├╝gen. Am Ende traumatisiert es ihn. Vielleicht ist er danach nicht mehr der Davy, den wir lieben. Oder er schl├Ągt uns hinterher tot. Oder noch schlimmer - er mag uns nicht mehr."
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warum soll`s nicht auch der Henker k├Ânnen?"
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#39

Beitragvon Varmikan Eisseher » Di 5. Sep 2017, 17:23

Varmikan konnte Urako nur zustimmen, sein Plan war fehlerhaft. Und Dave zu bel├╝gen und viel schlimmer noch zu gef├Ąhrden, passte ihm ganz und gar nicht.

ÔÇ×Das Schlimmste was passieren kann w├Ąren nicht die Geister die uns zum Abgrund w├╝nschen. Ich glaube ich k├Ânnte sogar ertragen, dass mir Daves Familie auf den Fersen w├Ąre, allen voran sein Bruder Ansgar. Der mich scheinbar eh bei jeder Gelegenheit tot sehen m├Âchte.

Was ich gar nicht ertragen k├Ânnte Puschel ist, dass Dave verletzt werden w├╝rde. Sollte es unser Komplize zu gut meinen, dann k├Ânnte er Dave verletzten. Oder Dave versucht sich selbst zu befreien, da er es hasst eingesperrt zu sein.

Dann k├Ânnte eins zum anderen f├╝hren in einer grausigen Kettenreaktion. Dave w├╝rde unseren Komplizen angreifen und der w├╝rde Dave vielleicht am Ende noch so schwer verletzten dass ich ihn verliere. Das w├Ąre unertr├Ąglich f├╝r mich.

Genauso unertr├Ąglich w├Ąre es, wenn er ein Trauma erleidet. Manchmal ist er ja schon mit den Gedanken in der Vergangenheit. Dann bleibt er absichtlich im Nexus, da er nicht in der Physis sein m├Âchte. Er m├Âchte dann seinen K├Ârper nicht wahrnehmen, er m├Âchte dann frei sein. Frei von fast allem. Vielleicht w├╝rde er dann gar nicht mehr zur├╝ck kommen? Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob das ├╝berhaupt geht.

Aber seine Mutter lebte einen Gro├čteil ihres Lebens so ├Ąhnlich. Ihre Seele war auf Wanderschaft im Nexus, ihr K├Ârper war im Diesseits. Dave sagte f├╝r Au├čenstehende sah es so aus, als s├Ą├če sie in ihrem Stuhl und war mit den Gedanken woanders. An schlechten Tagen hat sie sich dabei keinen Millimeter bewegt. An guten Tagen hat sie ihren winzigen Hund gestreichelt, halt soweit wie sie sich bewegen konnte.

Meist konnte sie nur ihre Fingerspitzen bewegen. Er war ihr Anker zu dieser Welt, sie hat den kleinen Hund wohl sehr geliebt auch wenn sie es nicht zeigen konnte. Dave sagte, er war ihre sp├╝rbare Verbindung in die Physis.

Und Pavo fragte mich einmal, ob ich Dave aus dem Nexus zur├╝ckholen kann, falls er wieder seine dollen f├╝nf Minuten hat und nicht zur├╝ck m├Âchte. Ich habe ihm zugesichert, dass ich das nicht nur kann, sondern auch jederzeit tun w├╝rde.

Denk mal scharf nach Puschel, wann hast Du das letzte Mal Dave ohne Grund in Trance gesehen?

Wann hast Du Dave das letzte Mal stundenlang regungslos in der Ecke sitzen sehen?

Ich habe ihn ewig nicht mehr so gesehen. Gut ewig ist stark ├╝bertrieben, aber einige Monate ist das doch her oder? Denke ich genau dar├╝ber nach, muss ich sagen hat sich das doch sehr gut verbessert. Er fl├╝chtet nicht mehr in den Nexus, sobald er sich unwohl f├╝hlt. Gut manchmal l├Ąuft er so weg. Das ist schon grenzwertig genug. Solange ich ihn wieder einfangen oder abholen kann geht es ja noch. Nur mit wem war er dabei letztens unterwegs? Richtig Mo.

Aber sobald er sich mir mental entzieht, sprich seelisch ist das f├╝r mich nicht ertr├Ąglich. Wenn wir mental verbunden sind, ist das eine innige Erfahrung, es f├╝hlt sich wundervoll an. Ich k├Ânnte sofort nach ihm sp├╝ren, seine Seele f├╝hlen und es f├╝hlt sich einfach phantastisch an. Lass Dich mal von ihm mental umarmen. Ich kann Dich gerne auch mal so umarmen, damit Du wei├čt wie sich das anf├╝hlt. Umso schlimmer ist es, wenn er dann nur k├Ârperlich anwesend ist. Dann sitzt sein K├Âper zwar da, aber erÔÇŽ DavyÔÇŽ Sternchen ist weg.

DrumÔÇŽ Du hast Recht. M├Âglicherweise zerst├Âre ich damit alles, was wir gemeinsam erreicht haben. Er, Du und ich. Alleine war ich das schlie├člich nicht. Und ihn vor sich hinvegetieren sehen, w├Ąre das Letzte was ich ertragen k├Ânnte.

Wei├čt Du Puschel, ich glaube er w├╝rde uns daf├╝r nicht mal anschreien, geschweige denn schlagen.

Das ist nicht seine Art.
Er w├╝rde vermutlich einfach gehen, auf die schlimmste Art die mir einf├Ąllt.

Und m├Âgen w├╝rde uns Dave wirklich nicht mehr. Du hast Recht, wir lassen es. Das ist f├╝r Dave viel zu gef├Ąhrlich. Es birgt ein zu hohes Risiko. Ich m├Âchte meinen Mann nicht verlieren, wir haben vor ihn vor Mo zu besch├╝tzen.

Das Messingkraut werden wir uns besorgen und ich teste es aus. Allerdings aus einem anderen Grund. Hat Davy mal wieder seine f├╝nf Minuten, bekommt er es verabreicht. Falls es ihn vom Nexus trennt, ist er gezwungen seelisch im Diesseits zu bleiben. Zudem brauchen wir das Zeug f├╝r Mo. Entweder bleibt er dann ein Waldalb oder ein Marder, was wir besser gebrauchen k├Ânnen. Was sollen wir mit dem Kerl machen? Ich hoffe der funkt uns nicht bei der Hochzeit dazwischen, was soll ich dann machen?ÔÇť,
fragte Varmikan.

Der Frostalb kratzte sich nachdenklich am Kopf und musterte Puschel.

"Ob ich ihm gestehen soll, wie weit mich der Gedanke an Mo schon treibt? ├ťberlege doch nur mal, was ich hier geplant habe. Wozu er mich mit seinem dummen und unreifen Verhalten verleitet!

Es ist meine Aufgabe ihn zu besch├╝tzen und anzuleiten, er muss sich beugen und gehorchen. Aber nein, dass macht Dave nat├╝rlich nicht. Er macht wonach ihm sein Sturkopf steht. Am Ende landet er auf der Nase, wie letztens mit Mo in seinem Haus. Und was ist das Ende vom Lied? Ich habe Recht gehabt. Oder Du hast Recht gehabt. Das sagt Sternchen dann auch noch.

Warum gehorcht er dann nicht vorher einmal, er wei├č doch dass wir Recht haben und es gut mit ihm meinen. Er bringt mich fast dazu seine Entf├╝hrung zu planen, wodurch ihm sonstwas passieren kann. Nur damit er keinen Unfug anstellt.

Der zwingt mich ja geradezu noch gr├Â├čeren Unfug anzustellen um ihn von seinem Bl├Âdsinn abzuhalten! So geht das doch nicht! Dave muss lernen zu gehorchen und mir zu vertrauen.

Meine Idee war nicht nur schwachsinnig, sie war auch gef├Ąhrlich f├╝r ihn. Und es war seine Schuld, weil er einfach nicht dieses Mo vergessen kann. So geht das nicht. Soll ich ihm das erkl├Ąren und gestehen wie weit mich das treibt? Ich bekomme noch wei├če Haare!",
st├Âhnte Varmikan.
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Re: Dunkelheit -- Dave - Urako 202 n.d.A.

#40

Beitragvon Urako » Do 7. Sep 2017, 11:53

"Wei├če Haare, das w├Ąre ja furchtbar." Urako grinste. "Mann, mit wei├čen Haaren w├╝rden wir so was von Kacke aussehen. Willst du Dave das echt sagen, unseren Plan? dann kriegt der doch noch mehr Bock auf den Marder. Verbotene Fr├╝chte und so. Wollen wir Mo nicht einfach t├Âten?"

Er streichelte Varmi an der Schulter.

"Du bist ein guter Ehemann, Dave versteht einfach nicht, dass er deine F├╝hrung braucht. Es tut ihm nicht gut, ohne Anleitung zu sein. Er macht nur K├Ąse, sobald du wegsiehst, siehe Mo. Man darf die Z├╝gel echt nicht locker lassen. Irgendwas muss geschehen, so kann man das echt nicht lassen. Ich sag, Mo muss weg. Messingkraut hat unser Alterchen sicher in seiner Heilstube, wollen wir mal nachsehen?"
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