Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Doppelhochzeit -- 15.09.202

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#21

Beitrag von Crize » Sa 16. Sep 2017, 11:23

"Oh, ich sehe schon, ich habe einen wahren Kenner vor mir", schw├Ąrmte Crize.

"Ich brauche nicht zu t├Âten, um Ghule zu erschaffen, das erledigen die Krieger f├╝r mich. Ich kann bequem dasitzen und brauche ihnen nur neue Existenz einzuhauchen. Auch das Futter organisiert sich auf diese Weise von selbst. Meine Ghule sind Freig├Ąnger und Selbstversorger, sie k├╝mmern sich um die Hygiene im Kriegsgebiet. Au├čer jene, denen meine besondere F├╝rsorge obliegt, wie Mauli oder Flecki.

Ich beneide dich um deine Frau! Meine hat mich geheiratet, weil ich ein Zebra bin und von unserer Einheit der einzige Mann, der noch frei war, wir gehen weg wie warme Semmeln. Hat sie mir so gesagt. Meine Nekromantie ertr├Ągt sie, aber sie mag meine Babys nicht im Zelt haben, sie hat Angst vor ihnen, glaube ich.

Selbstverst├Ąndlich m├Âchte ich gern deine Kunst bewundern, dein Labor und vor allem Timi und Berta! Golems, nein wirklich! Dazu fehlt mir selbst leider die Zeit und die Ausr├╝stung."

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#22

Beitrag von Crize » Sa 16. Sep 2017, 11:45

Durukin

Er bemerkte das Nicken seines Gegen├╝bers und den Blick, den er Urako zuwarf, als sein Gatte mit einer Frau plauderte und sah auch, wie der Tiefling langsam zur├╝cknickte und dabei einen Moment die Augen schloss zum Zeichen, dass er verstanden hatte. Das wortlose B├╝ndnis der beiden und Varmikans Sorge war f├╝r einen anderen Frostalben wie ein offenes Buch zu lesen, auch wenn die Umstehenden es wohl eher als einen harmlosen Gru├č gedeutet h├Ątten.

"Ich verstehe", sagte Durukin. "Die Bande unseres Volkes sind stark. Loyalit├Ąt ist eine Tugend." Er lie├č offen, ob er damit Davard und die Dame meinte, deren Zutraulichkeit er kritisierte oder seine eigene Loyalit├Ąt gegen├╝ber einem frostalbischen Bruder. Varmikan w├╝rde verstehen, dass er beides gleichzeitig meinte. Ebenso w├╝rde er verstehen, warum Durukin ├╝bergangslos zwischen den Themen hin und her sprang. Niemand in ihrer Heimat sprach so umst├Ąndlich, wie es die S├╝dl├Ąnder taten mit ihren energieraubenden H├Âflichkeiten. Es ging schlie├člich darum, Informationen zu vermitteln und das m├Âglichst effizient.

"Welchen Magier sch├╝tzte dein Onkel? Wie hie├č das Schiff? Vielleicht hat man voneinander geh├Ârt. Der Eisb├Ąr war der erste Eisbrecher im Einsatz, ich vermisse ihn mehr als alles sonst aus der Heimat. Warum hast du Xash'ir verlassen? Du hattest eine sichere Zukunft. Ich stamme aus Milat'Sil. Lange ist es her. In Zentralrakshanistan ist es im Winter angenehm, im Sommer unertr├Ąglich, ich schlafe viel. Meine Frau ist Rakshanerin. Und er auch."

Er wies mit dem Kopf in Richtung Crizes, der ohne Punkt und Komma redete, womit er nur Tarkan nachstand, der sich gerade in Fahrt redete und die arme Melisande mit einem seiner gef├╝rchteten Monologe ├╝ber rakshanische Geschichte und Kultur qu├Ąlte. Durukin weigerte sich, von Crize als seinem Mann zu sprechen.

"Es gibt nicht viele Alben dort und am wenigsten Frostalben. Man wird von den Damen umworben und reich beschenkt. Wer die W├Ąrme erduldet, lebt als Frostalb gut in Rakshanistan. Es zehrt, ich schlafe viel. Aber das sagte ich bereits."

Er machte eine Pause und ├╝berlegte.

"Die Freude ist meinerseits", sagte er ehrlich und weil es ein besonderer Tag war, spendierte er ein zweites L├Ącheln. Die Tr├Ąnens├Ącke seiner schwarz umschatteten Augen traten noch deutlicher hervor. Man sah ihm an, dass die W├Ąrme ihm zu schaffen machte, da er nur kleine Dunkelsteine trug.

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#23

Beitrag von Urako » Sa 16. Sep 2017, 12:02

Urako registrierte Varmikans Besorgnis. Aber wie ├╝blich war Varmikan zu weich, um sein Revier vern├╝nftig abzustecken. Nat├╝rlich w├╝rde auch Urako heute keinen lautstarken Streit vom Zaub brechen, aber trotzdem war es legitim, Dave vor Zudringlichkeitenzu sch├╝tzen. Die zwei plauderten eindeutig eine Spur zu vertraut miteinander und standen einen Handbreit zu nah.

"Warte mal kurz, Hase, ich muss Varmi helfen. Ich bin sofort wieder bei dir. Oder noch besser - komm einfach mit."

Er zog Gasmi mit sich und trat zu Dave und Eloise, um ihr vertrauliches Gespr├Ąch zu sabotieren. "Der Priester hat seine Sache gut gemacht, ich bin begeistert, wer ist das?", fragte er Dave. Er hoffte, dass die Frage dazu geeignet war, Dave eine lange Erkl├Ąrung abzuringen.

Er stellte sich zudem unangemessen dicht neben Eloise, um sie dazu zu bringen, einen Schritt von ihm und somit auch von Dave zur├╝ckzuweichen.
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"Wenn Kaiser, K├Ânige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker k├Ânnen?"
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#24

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 13:08

<< Was zuvor geschah - Der Hexenmeister

Die Sterne zogen an ihnen vorbei und der Mond leuchtete ihnen der Weg. Sie hatten Naridien nach einigen Stunden ├╝berquert und die Lichter verrieten, dass sie sich einer gro├čen Stadt n├Ąherten. Brandur kannte den Weg. Seine Finger f├╝hlten sich klamm und steif an totz der Handschuhe. Lange war es her, dass er Shohiro erblickt hatte und er war lange unsicher gewesen, ob er ├╝berhaupt jemals zur├╝ckkehren sollte.

Der Wyvern beschrieb einen eleganten Bogen und nutzte die Stra├če, die zum Anwesen f├╝hrte, als Landebahn. Er parkte in der N├Ąhe der Kutschen auf einer gro├čen Wiese, wo der gro├če Gleiter nicht st├Âren w├╝rde, aber daf├╝r sch├Ân im Mondlicht in Szene gesetzt wurde. Mit zufriedener Ver├Ąchtlichkeit musterte er die Kutschen der anderen G├Ąste und betrachtete die Wappen, wer alles anwesend war. Sein Blick wanderte nach oben zum Herrenhaus und ihm wurde hei├č und kalt. Das Rauschen des Flusses, der durch das Anwesen verlief, schien in seinem Kopf zu dr├Âhnen. Aus Trotz seiner Gef├╝hlsregung gegen├╝ber ging er nicht gleich zum Tempel, sondern spazierte um das Herrenhaus herum bis zu der Stelle, die ihn gleicherma├čen abstie├č und rief.

"Von dort oben bin ich gest├╝rzt", erkl├Ąrte er Wolfram sachlich.

Eine Weile blickte er hinauf. In diesem Haus war seine Familie gestorben, in einer Nacht wie dieser. Darunter sch├Ąumte der Fluss. Sein Gesicht blieb vollkommen ausdruckslos. Er verlor jedes Zeitgef├╝hl und kam erst wieder zu sich, als er hinter sich Kasimirs Stimme h├Ârte.

"Mein Herr?"

Brandur riss sich aus seiner Erstarrung und ging zum Tempel. Kasimir ├Âffnete f├╝r die beiden Herrschaften die T├╝r und lie├č sie eintreten, um hinter ihnen die T├╝r wieder zu schlie├čen.

Im Tempel fiel Brandur zuerst das vollkommene Durcheinander auf, was darin herrschte. Er sah viele bekannte Gesichter, unter anderem erkannte er seinen Schwager Massimo wieder und ersp├Ąhte Ansgar, aber auch Personen, die er weder kannte, noch erwartet hatte. Zu seiner Verbl├╝ffung und Verst├Ârung waren da mindestens zwei Rakshaner, zwei Tieflinge, zwei Gargoyles, zwei Frostalben, ein D├╝sterling und ein Ghul, der sich witternd aufrichtete, als er Kasimir bemerkte. Brandur st├╝tzte sich leicht entr├╝stet ob dieser unordentlichen Zusammenkunft auf seinen Spazierstock und wartete, ob man ihn wenigstens vern├╝nftig empfangen w├╝rde.

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#25

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 16:01

Ansgar musterte Wolfram einen Moment wohlwollend als dieser eintrat, ehe er den Mann erblickte, der hinter ihm in den Tempel schritt... Brandur von Hohenfelde!

Sein totgesagter Onkel.

Dunwins Bruder, jener Bruder den sein Vater so hinterh├Ąltig hintergangen und abgeschlachtet hatte. So wie Dunwin jeden hintergangen hatte...

Ansgar beorderte mit einem knappen Nicken seine Frau und seine S├Âhne hinter sich. Zeitgleich lie├č Dave Eloise, wie auch Gasmi und Urako stehen und stellte sich Schulter an Schulter mit seinem Bruder.

Ansgar versuchte genau wie Dave ihm im Gesicht des alten Mannes zu lesen. Es war still geworden.

Die Grabesstille...
Die Ruhe vor dem Sturm...
Die Stille eines neuen heraufziehenden Morgens...

Um welche Art der Stille es sich handelte, lag nun in ihrer Hand. Es war die Entscheidung von zwei vielleicht auch drei M├Ąnnern, was aus dieser Begegnung werden wurde.

Ansgar warf kurz einen Blick auf seine Frau, seinen Bruder, seine S├Âhne und auch auf Varmikan. Rein mental, ohne dabei Brandur nur eine Sekunde aus den Augen lassen zu m├╝ssen.

Sie standen sich als Feinde gegen├╝ber und dennoch waren sie beide Opfer der gleichen Umst├Ąnde, wie auch der selben Personen. Man hatte ihnen gar keine andere Wahl gelassen, als Feinde zu werden. Sch├Ąrfstes Konkurrenzdenken, Neid und Hass waren ihnen von klein auf eingebl├Ąut worden.

Brandur war kein Feind.
Er war ein gebrochener, alter Mann.
So wie Dave und Ansgar selbst.

Ein Relikt aus einer Vergangenheit, die Ansgar und Dave hatten ausl├Âschen wollen. F├╝r sich selbst, aber vor allem f├╝r ihre Kinder.

Ansgar machte einige Schritte auf Wolfram und Brandur zu, blieb aber in ausreichendem Abstand stehen. Er hatte nicht vor, die beiden am Eintritt zu hindern.

Ansgar schirmte Fingard und seine Familie ab. Einen Moment sp├Ąter trat Dave erneut so dicht neben ihn, dass sie auch optisch wieder einen Schulterschluss vollzogen. Wer an Fingard, Lin und Wolfi oder an Varmikan heran wollte, musste an ihnen vorbei.

"H├Âr zu Dave", fl├╝stere Ansgar um jede mentale Kraft f├╝r einen eventuellen Kampf aufzusparen.
"Ich h├Âre", fl├╝sterte Dave zur├╝ck.

"Ich m├Âchte ihn nicht t├Âten, er verdient nicht durch unsere Hand zu sterben. Aber ich werde ihn ohne zu z├Âgern umbringen, sollte er mich dazu zwingen indem er Fin, die Jungs oder Dich bedroht. In dem Fall, selbe Vorgehensweise wie bei Ala Dave. Pass auf", fl├╝stere Ansgar.
"Verstanden", fl├╝sterte Dave zur├╝ck.

"Ein Friedensangebot Brandur - w├Ąhle einen Sitz und keine Seite, denn ich w├╝nsche Deinen Tod nicht. Ein einmaliges Angebot meinerseits Brandur", sagte Ansgar und zeigte seine offenen Handfl├Ąchen.

Brandur w├╝rde die Geste verstehen, er hatte keinen Knochenpfeil zwischen den Fingern um ihn zu attackieren oder zu t├Âten.

"H├Ârt zu... Brandur... Dave", sagte Ansgar leise.

"Wir haben Alastair und Dunwin beim Umzug geholfen und wir hatten allen Grund dazu. Du Brandur h├Ąttest ebenfalls allen Grund dazu gehabt.

Siehst Du uns als Br├╝der im Geiste?
Sieht Du uns als Mitopfer oder als die S├Âhne Deines Peinigers?
Gleichg├╝ltig ob er uns ebenso peinigte?

Ungeachtet dessen wie Du uns siehst, solltest Du nur das Haus fordern, wirst Du es von mir bekommen Brandur. Solltest Du uns als Mitopfer sehen, hei├če ich Dich in unserer neuen und dennoch uralten Familie an meiner Seite aufrichtig willkommen.

Solltest Du uns als Feinde sehen, werden wir als Feinde auf Deine Provokation reagieren - solltest Du agieren.

In diesem Fall wirst Du dieses Grundst├╝ck nicht lebend verlassen. Was niemanden gro├č st├Âren d├╝rfte, denn Du bist bereits tot. Tote kann man nicht ermorden. M├Âglicherweise bedeutet dies auch meinen Tod, aber der geh├Ârt zum Leben. Und nichts was ein f├Ąhiger Nekromant wie Du oder ich f├╝rchten w├╝rde, nicht wahr?
Nur leider hast Du keinen Binder dabei, wie ich sehe.

Ich werde mich auf die F├Ąhigkeiten von Maghilia und Osmund verlassen, sollte mich dieses Schicksal ereilen.

Nun ich teile Dir dies nicht mit um Dir zu drohen lieber Onkel, sondern nur um Dir aufzuzeigen, was ich bereit bin zu opfern um unseren derzeitigen Stand und Status zu halten.

Geht es nach mir, schlie├čen wir Frieden und Du schlie├čt Dich meiner Person an.

Bleiben wir vorerst beim neutralen Standpunkt. Du verlangst f├╝r die Schmach der Ermordung eine Abfindung... das Herrenhaus. Wenn dem so ist Onkel Brandur, dann sei das Haus das Deine.

Ich frage mich gerade selbst, wieso ich ├╝berhaupt diesen Kasten behalten habe.
Irgendwie war dieses alte Gem├Ąuer eine Troph├Ąe f├╝r mich.
Der sichtbare, f├╝hlbare Beweis meines Sieges ├╝ber Alastair und Dunwin.

Aber ist es das wirklich?

Schaue ich Dich an Brand, sehe ich das Haus nicht mehr als Troph├Ąe, es ist eine Eisenkugel. Eine Fu├čfessel die ich mir selbst ans Bein geschmiedet habe. Mit der irrsinnigen Illusion, dass es damit enden w├╝rde.

Das wird es nicht.
Es endet nicht und sie sind immer noch hier...
Du begreifst was ich damit verdeutlichen m├Âchte?
Sie k├Ânnen nicht gehen, da ich sie nicht gehen lassen kann...

Das Haus hat so viel Leid, Qual und Blut der Familie gesehen, dass es geradezu davon durchzogen ist. Es ist wie ein Schwamm, dass Jahrhunderte Hass und Missgunst in seinen schwarz-grauen Mauern gespeichert hat.

Wir haben es als Kinder gehasst Dave und ich.
Erinnerst Du Dich Dave?
Dieses fensterlose, steinerne Monstrum das unser Gef├Ąngnis war.

Mal ehrlich, welcher Knastbruder der flieht, erobert sein Zuchthaus und l├Ąsst sich darin h├Ąuslich nieder? Bei einer Revolte ├╝bernehmen Zuchth├Ąusler vielleicht kurz das Zuchthaus, aber nicht um dort zu wohnen, sondern um zu fliehen. Und was haben wir gemacht?

Vielmehr was habe ich gemacht?

Ich habe mir eingeredet, das dieses Haus nun mir geh├Ârt und ich ein Anrecht darauf habe es zu besitzen.

Mittlerweile glaube ich, dieser uralte, vor Hass triefende Kasten besitzt uns... von Generation zu Generation f├╝ttern wir es mit Intrigen und Belustigungen bis hin zum Mord.

Erinnerst Du Dich an Deinen Traum Davy? Du hattest vor es abzufackeln. Es bis auf die Grundmauern niederzubrennen. Dein Traum sah vor, hier ein neues Haus zu errichten. Genauso wehrhaft nur neu und frei von allen Altlasten, mit Freude und Liebe erbaut und mit einer Pferdezucht vor der T├╝r.

Sobald man aus dem Fenster schauen w├╝rde, w├╝rde man auf Pferde blicken - auf lebende, atmende sch├Âne Gesch├Âpfe. Und man k├Ânnte hinaus schauen... denn es g├Ąbe Fenster.

Das hattest Du damals gesagt, das waren Deine Worte Dave.

Lass es uns durchziehen. Lass uns dieses Haus vernichten oder an Brandur verschenken, sollte dies sein Wunsch sein. Kurzum lass es uns loswerden mit samt seinen Erinnerungen.

Lass uns ein neues Herrenhaus bauen, nach unserer beider W├╝nschen und Vorstellungen. Auf einem anderen Grundst├╝ck in Shohiro, einen unverbrauchten Ort Davy.

Wir haben einige Grundst├╝cke zur Auswahl. W├Ąhle Bruder, wo soll unser neues Herrenhaus stehen... eines wo Du und Varmikan Euren eigenen Bereich habt und wo Ihr gerne lebt. Ich stelle Deine Ehe zuk├╝nftig mit keinem Ton mehr in Abrede Bruder. Varmikan geh├Ârt zu Dir wie Fin zu mir.

Wir brauchen ein Zuhause, Wo auch Ihr wisst, dass Ihr dort ebenso Zuhause seid, wie im Geisterhaus... oder sogar mehr. Dort wo Du Dich traust, Deine Freunde und Deine Lieben mitzubringen. Bist Du dabei?",
fragte Ansgar.

Dave musterte seinen Bruder erstaunt.
"Ehm... ja. Ja ich bin dabei", antwortete Dave.

"Nun zu uns beiden Brand. Denn darauf l├Ąuft es letztendlich hinaus - Du gegen mich, in welcher Form h├Ąttest Du es gerne?

Was verlangst Du Brand? Was w├Ąhlst Du?
Einen Sitz- sprich einen Platz in unserer Familie, dann bist Du einer von uns.
Oder w├Ąhlst Du eine Seite?
Es gibt nur zwei Seiten, entweder bist Du f├╝r oder gegen uns Brandur.

Du sollst nur eines wissen, weder Dave noch ich sind Dunwin. Wir sind seine S├Âhne, aber wir sind nicht ER. Wir haben weder Deinen Tod, noch Dein Leid gewollt.

Ich biete Dir ehrlichen Herzens Frieden mit uns an.
Wir sehen Dich als Mitopfer.
Deine Sicht ist uns unbekannt.
Dir d├╝rfte klar sein, dass wir uns zu Not verteidigen... aber wir greifen Dich nicht an.

Weder Dave noch ich, ich spreche hier in seinem Namen als Familien- und auch Sippenoberhaupt",
erkl├Ąrte Ansgar und machte eine kurze Pause und musterte Brand.

"Pers├Ânlich darf ich Dinge mein Eigen nennen, die mir sehr am Herzen liegen. Es w├Ąre w├╝nschenswert wir k├Ânnten uns friedlich einigen. Du bist zur├╝ck, Du k├Ânntest Deinen Platz einfordern Brand. Du wirst mittellos sein Onkel.

Wir k├Ânnten beide alles verlieren was wir haben, einschlie├člich unseres Leben wie auch unserer Lieben, oder wir beide einigen uns. Du folgst unserem Beispiel und brichst mit der alten Familientradition die so viel Leid ├╝ber uns alle seit einer Ewigkeit gebracht hat.

In diesem Falle verlieren wir beide nichts.
Mehr noch ich teile mit Dir alles was ich besitze.
Damit spreche ich allerdings nur von meinem pers├Ânlichen Besitz, nicht dem meiner S├Âhne oder Davards. Aber wie gesagt, ich bin f├╝r alle bereit, mein Besitz mit Dir zu teilen.

Wie Deine Wahl auch aussehen mag Brand, ich hoffe es ist und bleibt eine Sache zwischen uns beiden. Meine Frau, meine Jungs und mein Bruder haben mit der Sache nichts zu tun.

Nun liegt es an Dir Onkel. W├Ąhlst den Frieden mit uns oder w├Ąhlst Du Deinen Tod?",
fragte Ansgar entgegenkommend.

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#26

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Sa 16. Sep 2017, 18:24

Massimo

gr├╝sste Wolfram. Er mochte den ruhigen Kampfmagier, der anders war als der Rest von seine Familie. Gemeinsam mit Wolfram kam Brandur in den Tempel. Beide sagten nichts, denn sie hatten keine Gelegenheit dazu. Ansgar reagierte zuerst wie Massimo es von ihm erwartete. Er stellte sich vor seine Familie und sprach f├╝r sie alle. Aber Massimo war erstaunt dar├╝ber was er sagte. Er bot Bandur Frieden an. Nat├╝rlich nicht ohne ihn zeitgleich zu sagen, was sonst passieren w├╝rde. Das musste Ansgar tun um sein Gesicht vor seine Familie zu wahren. Zeitgleich wollte er seine Familie besch├╝tzen. Er zeigte seine offenen Handfl├Ąchen, was ein gutes Zeichen war. Massimo hoffte, dass es Ansgar mit den Frieden ernst war. Das Angebot war gut, wenn es Ansgar ernst meinte. Jetzt war Brandur an der Reihe seinen Posten zu verteidigen oder das Friedensangebot anzunehmen. Massimo stellte sich zu Wolfram und Brandur.

"Seid gegr├╝sst Schwager Brandur. Ich gr├╝sse euch ebenso Wolfram. Wenn du Frieden m├Âchtest Ansgar, vermittele ich gerne. Aber dann braucht dein Onkel genauso wenig ein Binder wie du. Den alten Weg abzuw├Ąhlen halte ich f├╝r eine gute Idee. Aber was Brandur w├Ąhlt muss er selber wissen. Ich beziehe hier Posten, damit ihr beide friedlich miteinander umgeht. Ihr seid eine Familie, ihr seid sogar meine Familie.
Glaubt mir, sogar Streit kann man mit Worte regeln. Dazu muss man sich nicht abstechen. Dein Angebot, deine Worte ├╝ber das Haus und deine Familie sind richtig Ansgar. Das ist die Hochzeit von deinem Bruder. Du m├Âchtest Frieden, dann helfe ich euch, aber bleib selber friedlich. Ich w├Ąre daf├╝r ihr beide redet miteinander. Wenn ihr m├Âchtet mit mir als Vermittler. Also wir drei alleine. Solange die Drohung im Raum steht, bleibe ich an Brandurs Seite Ansgar."

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#27

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 20:15

Brandur h├Ârte aufmerksam zu, ohne die K├Ârperhaltung zu ├Ąndern. Er stand da, einen Fu├č leicht vorgestellt und die Hand auf den Spazierstock gest├╝tzt, die andere locker in der H├╝fte. Sein Blick war ebenso unverwandt auf die Augen Ansgars gerichtet, wie dieser die seinen fixierte. Nachdem Ansgar geendet hatte, zeigte sich ein sp├Âttisches L├Ącheln auf Brandurs bleichem Gesicht.

┬╗Ich danke dir f├╝r die herzliche Begr├╝├čung, mein lieber Ansgar, da f├╝hlt man sich doch gleich wie zu Hause.
Deinen Worten entnehme ich, dass du entweder ein schlechtes Gewissen hast, weil du meinen ehrenwerten Bruder und unseren lieben Herrn Vater in die Obhut Ainuwars ├╝bergeben hast oder f├╝rchtest, ich k├Ânnte damit wom├Âglich nicht einverstanden gewesen sein und aus diesem Grunde heute hier aufschlagen. Vielleicht aber bin ich, wie die anderen G├Ąste, ja auch angereist, um meinem Neffen zu seiner Hochzeit zu gratulieren.

Zu meiner Zeit war es ├╝blich, dem Gast einen Stuhl anzubieten, insbesondere, wenn es sich um ein Mitglied der ├Ąlteren Generation handelte. Einen Stuhl hast du mir zwar angeboten, doch die H├Âflichkeit in diesem Hause l├Ąsst heute zu w├╝nschen ├╝brig. Ich bin es noch gewohnt, dass man seine Morddrohungen subtiler verpackt. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu alt f├╝r die heutigen Sitten.┬ź


Einen Moment betrachtete er Daves Ehemann, ohne die Mimik zu ver├Ąndern oder ein Wort ├╝ber diesen zu sagen. Der Blick allein sagte, dass er ihn in die erw├Ąhnten ÔÇ║heutigen SittenÔÇ╣ einbezog.

┬╗Tats├Ąchlich ├╝berrascht mich, wie freim├╝tig du mir dieses Mausoleum, genannt ÔÇ║unser zu HauseÔÇ╣, anbietest. Als Obdach ben├Âtige ich es nicht, ich habe eine Burg mit Personal und allen Annehmlichkeiten, die sich ein in die Jahre gekommener Mann nur w├╝nschen kann. Aber vielleicht k├Ânnte man ein Asylum f├╝r Bed├╝rftige oder Vertriebene von der Front daraus machen, auch eine Gedenkst├Ątte f├╝r die Opfer missg├╝nstiger Familienmitglieder w├Ąre eine ├╝berdenkenswerte Option, in welcher je nach Ausgang des Abends vielleicht auch dein oder mein Kopf ausgestellt sein wird, als kr├Ânender Abschluss seiner blutigen Historie - oder das sogenannte ÔÇ║HausÔÇ╣ einfach einzuebnen und eine Betonkuppel dar├╝berzugie├čen.┬ź

In diesem Moment gesellte sich sein Schwager an seine Seite und pl├Ądierte f├╝r eine friedliche Einigung. Auch sicherte er Brandur seine Unterst├╝tzung zu, so lange Ansgars Drohung im Raum st├╝nde. Brandur wandte den Blick nach wie vor nicht von den dunklen Augen seines Neffen, so dass er Massimo kurz mental anstupste, um ihm seinen Dank zu versichern. Er war kein Geistmagier, sondern Nekromant, doch diese Grund├╝bung der Geistmagie, mentalen Kontakt herzustellen, beherrschte auch er als Nekromant. Bei Manipulation und Einflussnahme allerdings, der hohen Schule der Geistmagie, h├Ârte sein K├Ânnen auf, daf├╝r h├Ątte er einen anderen magischen Weg einschlagen m├╝ssen. Er widmete Ansgar wieder seine volle Aufmerksamkeit.

┬╗Deinen Angaben zufolge sind also die Leichname von Dunwin und Alastair noch hier, oder wie soll ich deine ├äu├čerung verstehen, dass du nicht von ihnen lassen k├Ânntest? Warum ruhen sie nicht in der Familiengruft? Das ist keine Frage von Zuneigung oder Ehrerbietung, sondern des Anstandes. In diesem Falle bitte ich h├Âflich um die K├Ârper meines Bruders und meines Vaters, damit ich mich um die Angelegenheit k├╝mmern kann.

In einer Sache stimme ich dir vorbehaltlos zu, mein lieber Neffe.┬ź


Brandur l├Ąchelte nun.

┬╗Die Zeit, da ich noch lebte, ist lang schon vorbei. Ich bin so tot, wie du es sagst. Mich k├╝mmern deine Drohungen daher nicht, weder habe ich Angst darum, dass mein K├Ârper meinem Herzen in den Nexus folgen k├Ânnte, noch gibt es irgendjemanden oder irgendetwas auf dieser verfluchten Welt, was ich noch zu verlieren habe, denn ich habe bereits alles verloren. Ein Binder ist daher m├╝├čig.

M├Âchtest du tats├Ąchlich deine Macht mit der meinen im Kampfe messen, so wisse, ich werde bedenkenlos in aller mir zur Verf├╝gung stehenden R├╝cksichtslosigkeit agieren, da ich mir um nichts und niemanden mehr Sorgen zu machen brauche. Meine Liebsten weilen nicht mehr unter uns. Ich brauche keine R├╝cksicht zu nehmen und mich an keine Konventionen zu halten, da ich keine Blutrache gegen meine Familie mehr zu f├╝rchten brauche. Es wird daher nicht bei einem Kampf von mir gegen dich bleiben, wie du es gern h├Ąttest, sollte es dazu kommen, sondern ich werde jeden Schaden anrichten, den ich nur anzurichten imstande bin. Sollte ich obliegen, wird von deiner Familie noch weniger ├╝brig bleiben als von meiner, n├Ąmlich gar niemand mehr und deine Scholle werde ich in ein totes Brachland verwandeln, auf dem die Bauern verhungern. Sollte ich unterliegen, rei├če ich so viele von den deinen mit, wie ich vermag, bei dem Schw├Ąchsten angefangen.

Eine Wahl, auf wessen Seite ich zu stehen gedenke, werde ich nicht blind f├Ąllen, nur weil du dies zu deiner Beruhigung verlangst. Ich m├Âchte mit dir und den anderen zun├Ąchst in Ruhe sprechen - wenn m├Âglich ohne den traditionellen Austausch weiterer Morddrohungen, den wir ja nun hiermit bereits hinter uns gebracht haben. Sei versichert, w├Âllte ich dich oder jemanden anderen der hier Anwesenden heute tats├Ąchlich tot sehen, w├Ąre ich nicht pers├Ânlich erschienen, sondern h├Ątte einen meiner Diener geschickt. Offene Duelle sind ja bekanntlich nicht meine St├Ąrke.

Mein Gegenangebot lautet daher wie folgt:

F├╝r heute m├Âgen jegliche Waffen ruhen, unabh├Ąngig davon, ob wir am Ende der Nacht in Freundschaft oder Feindschaft auseinander gehen werden. Weitere Vorschusslorbeeren braucht ihr von jemandem mit meiner Biografie nicht zu erwarten. Den Rest m├╝sst ihr euch erarbeiten, so wie auch ich ein eventuelles B├╝ndnis - von Freundschaft m├Âchte ich nicht sprechen - mit Sicherheit nicht aus lauter Freundlichkeit und gutem Willen sowie famili├Ąrer Verbundenheit von dir geschenkt bekomme, wenn du ehrlich bist, mein lieber Ansgar. So viel selbstlose Zuwendung wage ich anzuzweifeln.

Jetzt aber m├Âchte ich meinem j├╝ngsten noch lebenden Neffen zu seiner Hochzeit gratulieren. Anschlie├čend werde ich dein Angebot annehmen und mir einen Sitzplatz suchen.┬ź

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Ansgar von Hohenfelde
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#28

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 21:07

Ansgar sch├╝ttelte belustigt den Kopf allerdings auch nur so, dass er dabei Brandur nicht aus den Augen lie├č.

"Mich deucht Ihr beliebt zu scherzen lieber Onkel, wie sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Meine Person besitzt keinerlei Gewissen, folglich kann jenes logischerweise nicht schlecht geworden sein.

Es freut mich ungemein, dass Ihr ├╝ber ausreichend Mittel verf├╝gt um Euch eine Burg zu halten und nicht am Hungertuch nagen m├╝sst. Dies soll der Gesundheit ja abk├Âmmlich sein, wie mir zugetragen wurde.

W├Ąre ein Leibdiener dann nicht auch zutr├Ąglich, der Euch einen Stuhl reichen k├Ânnte? Schon Onkel Friedulin, die G├Âtter haben diesen schwachsinnigen Idioten selig, beging den grausamen und t├Âdlichen Fehler ohne geeignete Domestiken sich selbst um seine Verpflegung zu k├╝mmern. Nunja das Ergebnis sprach f├╝r sich.

Zur├╝ck zum Thema.

Meine Person war lediglich freundlich, selbstlos ist meine Person ist keinerlei Art und Weise. Das Angebot beinhaltete den Schutz der meinen. Ihr habt nichts mehr zu verlieren, ich habe verstanden. Meine Person hat alles zu verlieren, da mir meine Frau alles bedeutet. Ich h├Ątte mit Euch um des Friedens und der Sicherheit meiner Familie Willen geteilt.

V├Âllige Selbstlosigkeit ist nicht nur Utopie, sondern Idiotie.

Folglich werden wir beide wohl mit der gleichen H├Ąrte, wenn auch aus v├Âllig anderen Beweggr├╝nden k├Ąmpfen. Ihr f├╝r die v├Âllige Vernichtung, ich f├╝r den Erhalt.

Nun liebster Onkel, wie ich bereits sagte - mein Begehr ist Euer Tod ganz gewiss nicht. Sollte ein Kr├Ąftemessen Euer Anliegen sein, werde ich dem Folge leisten. Rein vorsorglich weise ich Euch daraufhin, dass es meine Person war, die Euren "Fast-M├Ârder" t├Âtete.

M├Âglicherweise ist der Ausgang unseres Duells doch ganz erquicklich, nicht wahr?

Aber eines d├╝rfte Euch klar sein lieber Onkel, meine Person ist durchaus ab und an freigiebig, aber ich werde garantiert keinem Nekromanten meine zwei toten Erzfeinde aush├Ąndigen. Die Gefahr einer "versehentlichen" Wiederbelebung ist mir da doch eine Winzigkeit zu hoch.

Aber um den Tag nicht mit unn├Âtiger Konversation ├╝ber Mord und deren Planungen zu verunglimpfen, schweigen heute die Waffen und ich beuge mich dem Friedensgesuch vollumf├Ąnglich.
Mehr habt Ihr auch von einer Person mit meiner Vita nicht zu erwarten.

Es ist weder der Eurige Tag Brandur noch der meinige.
Dieser Tag geh├Ârt meinem Bruder und seinem Angetrauten, wie seinem Wahl- und Sippenbr├╝dern, die ebenfalls heute den Bund der Ehe eingingen.

Ihr habt vor nach der Feierlichkeit zu verhandeln?
Gut damit erkl├Ąre ich mich einverstanden. So soll es sein",
erkl├Ąrte Ansgar.

Der Nekromant dachte einen Augenblick nach und stimmte mit knappen Nicken zu.

"Ihr habt mit Euren Einwand Recht Brandur. Ich zog nicht in Erw├Ągung dass Ihr hier seid um Eurem Neffen sprich meinem Bruder zu seiner Hochzeit zu gratulieren.

Das war unziemlich Euch gegen├╝ber, verzeiht. Gratuliert meinem Bruder und feiert mit uns. Was die kommenden Tage bringen wird sich erweisen",
antwortete Ansgar eine Spur umg├Ąnglicher.

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Pavo
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#29

Beitrag von Pavo » Sa 16. Sep 2017, 21:34

Pavo stellte sich zwischen Brandur und Ansgar.

"H├Ârt mal zu Ihr beiden. Ich bin zwar kein Familienmitglied aber Trauzeuge. Bezeugen musste ich allerdings gerade nur, Euren ├Ąu├čerst h├Âflichen, wie auch verst├Ârenden Streit.

Eure Tradition nach lustiger Mordkonversation kannte ich bisher nur aus Erz├Ąhlungen und ich muss gestehen, ich hielt sie fast f├╝r ├╝bertrieben. Nun Dank Euch wurde ich eines besseren belehrt, sie waren sogar untertrieben.

Etwas wor├╝ber Ihr beide nachdenken solltet, Ansgar und Brandur.

Falls Ihr Euch gegen den Frieden entscheidet, lasst Euch gesagt sein, dann haben Eure V├Ąter alles erreicht, was sie zu erreichen gedacht haben.

Und Dein Bruder h├Ątte Dich damit hier und heute das zweite Mal get├Âtet Brandur.

Denn die Personen die Ihr beiden eigentlich seid, beerdigt Ihr unter dem alten Hass Eurer V├Ąter und Vorfahren. Und dieser Hass ist nicht mal Euer eigener.

Ich war der Heiler der Dave einst das Leben rettete. Aber damit war es noch lange nicht getan. Seine zerschmetterten Knochen konnte ich weitgehend heilen. Sein Vater und sein Gro├čvater zwangen mich, ihm seiner Familie zu entrei├čen.

Sie haben ihn seelisch zerst├Ârt. Ich konnte ihn nicht in eine Familie zur├╝ck schicken, in der er vermutlich vor Einsamkeit und seelischer Grausamkeit gestorben w├Ąre. Daf├╝r habe ich ihn nicht gerettet.

Und was macht Ihr beiden hier, an seinem wichtigsten Tag?
Wie f├╝hrt Ihr Euch auf?

Seid Ihr etwa die Leichenpuppen Eurer V├Ąter und nichts weiter als derren Marionetten?
Eure Puppenspieler sind tot Brandur und Ansgar. Sprecht mit eigenem Verstand und Willen. ├ťberlegt Euch was Ihr beiden tats├Ąchlich m├Âchtet. Und auch wovor Ihr beiden wirklich Angst habt.

M├Âchtest Ihr als M├Ąnner des Geistes, tats├Ąchlich diese "Traditionen" verteidigen?
M├Âchtet Ihr Euer Leben f├╝r etwas riskieren, vielleicht sogar wegwerfen, dass den Gro├čteil Eures eigenen Lebens zerst├Ârt hat?

M├Âchtest Du das Brandur?
Oder Du Ansgar?

Ihr messt meinen Worten vielleicht keinen Wert bei, aber denen Ainuwars. Und ich war einer seiner Untertanen. Drum bedenkt dies bitte bevor Ihr Euch beide das n├Ąchste Mal zusammensetzt.

Und nun achtet bitte den Hochzeitstag meiner beiden Ziehs├Âhne Dave und Urako. Dankesch├Ân",
sagte Pavo schlicht.

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Brandur von Hohenfelde
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#30

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 22:36

Ansgar lie├č es sich nicht nehmen, den Ball noch einmal zur├╝ckzuspielen. Brandur nahm es hin, denn der Hausherr musste nat├╝rlich das letzte Wort behalten, um nicht sein Gesicht zu verlieren. Brandur wusste, wann es genug war und f├╝gte keine weiteren Drohungen hinzu. Alles, was er seinem Neffen dazu zu sagen hatte, war ausgesprochen worden, die Fronten klar gezogen. Nebenbei hatte Ansgar offenbart, dass seine Frau seine gr├Â├čte Schwachstelle war und nicht etwa seine S├Âhne oder seine Geliebte. Brandur merkte es sich.

Er nickte Ansgar k├╝hl l├Ąchelnd zu. "Ich wei├č deine Sorge um mein Wohlergehen zu sch├Ątzen, lieber Neffe, wo du doch so lange mit der grauenvollen Vorstellung leben musstest, keinen Onkel mehr zu haben, doch ich habe einen t├╝chtigen Leibdiener bei mir. Ein paar wunderliche Marotten sollte man einem alten Mann zugestehen. Ich bin trotz allem bislang nicht vertrocknet und wenn ich dies pl├Âtzlich doch tun sollte, dann liegt es nicht daran, dass mein Diener vers├Ąumte, mir einen Stuhl zu bringen oder sich um meine Verpflegung zu k├╝mmern, wie bei dem ungl├╝cklichen Friedulin, sondern der Grund ist dann wohl eher in externen Ursachen zu finden."

Das k├╝hle L├Ącheln wurde zu einem steifen Schmunzeln in den Mundwinkeln, w├Ąhrend die Mitte seines Mundes ein schmaler Strich blieb. Auch ein alter Goblin, den Brandur nicht kannte, mischte sich nun besorgt ein. Brandur fand es durchaus schmeichelhaft, dass er als derart bedrohlich wahrgenommen wurde, doch die Worte des Goblins, denen er anfangs eher gelangweilt und aus H├Âflichkeit zugeh├Ârt hatte, vermochten am Ende tats├Ąchlich ein wenig an dem verkr├╝ppelten schwarzen Etwas, das sein Herz war, zu r├╝hren, das sich kaum merklich, aber doch sp├╝rbar regte. Denn von der Sache sprach er aus, was sie alle wussten und doch niemand wagte zu sagen oder gar dagegen aufzubegehren, denn dies konnte jederzeit den sicheren Tod bedeuten.

"Unser unterhaltsamer Disput sollte in der Tat auf sp├Ąter verlagert werden. F├╝r Verhandlungen nach den Feierlichkeiten bin ich offen, Ansgar. Zu diesem Anlass k├Ânnen wir auch den Verbleib der beiden Leichname und das 'Haus' noch einmal thematisieren."

Er ging, um den beiden Paaren zu gratulieren und begann beim Machtvollsten. Im Abstand von drei Schritten hielt er vor Urako inne. Er nahm die rechte Hand zum Gru├če vor die Brust und legte die Linke auf den R├╝cken, wobei er sich verneigte, so gut er es in Anbetracht der Schmerzen in seinem R├╝cken vermochte. Das war nicht mehr als eine kleine Neigung. Gleichzeitig zog er den rechten Fu├č ein St├╝ck nach hinten.

"Eure Durchlaucht, Kronprinz Urako von Lyridime zu Phintias, meine Person erbietet Euch die besten Gl├╝ckw├╝nsche f├╝r Euch und Euren Manne. Ich w├╝nsche euch, dass euer gemeinsames Leben von einem gl├╝cklichen Miteinander und einem liebevollen F├╝reinander getragen ist. Das verleiht eurer Ehe die zarte Lebendigkeit, die sie so sch├Ân macht, und diese stille Kraft, die sie allem standhalten l├Ąsst, was immer geschehen mag."

Der Prinz wurde zu Brandurs ├ťberraschung krebsrot im Gesicht, am Hals und auf der Brust, so dass seine rote K├Ârperbemalung kaum noch zu sehen war. Unwillk├╝rlich fragte Brandur sich, ob er versehentlich gegen die Ettiquette versto├čen hatte. Vielleicht war der Gl├╝ckwunsch zu emotionslastig gewesen und er h├Ątte eher weltliche Freuden w├╝nschen sollen. Der Prinz nickte etwas steif.

"Wir bedanken uns bei Euch f├╝r Eure Gl├╝ckw├╝nsche", erwiderte er und damit ging Brandur, noch immer kritisch ├╝ber seinen Gl├╝ckwunsch nachdenkend, zu dem kleinen D├╝sterling, den der Kronprinz sich aus welchen Gr├╝nden auch immer zum Manne auserkoren hatte. Er fragte sich, welche politischen Pl├Ąne da hineinspielen mochten, vielleicht ein B├╝ndnis mit der Unterwelt. D├╝sterlinge hatten keine Adelstitel, somit musste es nichts hei├čen, dass dieser hier ebenso keinen f├╝hrte, er konnte dennoch machtvoll sein in seinem Volke.

"Ich w├╝nsche euch viele sch├Âne gemeinsam verlebte Stunden, denn nichts ist wertvoller als ein Schatz von Erinnerungen aus dem man jederzeit sch├Âpfen kann", sprach Brandur zu dem kleinen D├Ąmon.

Er begab sich anschlie├čend zu Davard, gab ihm mit d├╝nnem L├Ącheln die Hand und nahm sich eine Sekunde Zeit, sein Gesicht zu betrachten.

"Mein lieber Davard, ich freue mich f├╝r dich und auch f├╝r deinen Mann." Das Wort 'Mann' in diesem Kontext f├╝hlte sich falsch in seinem Munde an, als h├Ątte er ein Haar auf der Zunge. Er fand es unerh├Ârt, dass einer der ihren eine gleichgeschlechtliche Ehe vollzog und das auch noch mit einem B├╝rgerlichen und, schlimmer noch, einem volksfremden Manne! Doch auf der anderen Seite bedeutete dies einen Machtverlust dieses Zweiges, der seinem Zweige h├Ątte n├╝tzen k├Ânnen - wenn da noch ein Zweig gewesen w├Ąre. Die Schatten zogen sich dichter um seine Seele, als ihm dies bewusst wurde.

"F├╝r den Alltag w├╝nsche ich euch die Kraft, mit der die Sonne am Morgen ihren Lauf beginnt. Ich w├╝nsche euch die Heiterkeit, mit der sie am Tage ihr Licht verstr├Âmt und die Gelassenheit, mit der sie am Abend untergeht."

Die Worte, obwohl freundlich gemeint, taten ihm mehr weh, als er selbst erwartet h├Ątte. Trotz der Angespanntheit der Situation war ihm nicht entgangen, wie gl├╝cklich Davard heute aussah und w├Ąhrend er die Worte sprach erf├╝llte ihn bitterer Neid ob des Gl├╝cks. Bei seiner eigenen Hochzeit war er ungl├╝cklich gewesen und Aster hatte geweint, w├Ąhrend Magdalena an seiner Seite gestrahlt hatte. Sie hatte ihn geliebt, doch es war ihm nicht m├Âglich gewesen, diese Gef├╝hle zu erwidern.

"Gut siehst du heute aus, Dave", f├╝gte er hinzu, da er sich erinnerte, dass Davard immer sehr viel Wert auf seine ├Ąu├čere Erscheinung gelegt hatte. "Dein Mann hat Gl├╝ck, dass du dich f├╝r ihn entschieden hast."

Varmikan dr├╝ckte er nur kurz die Hand. Er bem├╝hte sich, irgendwelche positiven Worte zusammenzukratzen, doch im Inneren war er stinksauer, dass sich dieser b├╝rgerliche Parasit in ihre Familie schlich um auf ihre Kosten am Reichtum und der Macht teilzuhaben.

"Auch dir meine Gl├╝ckw├╝nsche", zwang er sich zu sagen, ehe er nach einem Stuhl Ausschau hielt.

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