Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Doppelhochzeit -- 15.09.202

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Crize

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#21

Beitrag von Crize » Sa 16. Sep 2017, 11:23

"Oh, ich sehe schon, ich habe einen wahren Kenner vor mir", schwärmte Crize.

"Ich brauche nicht zu töten, um Ghule zu erschaffen, das erledigen die Krieger für mich. Ich kann bequem dasitzen und brauche ihnen nur neue Existenz einzuhauchen. Auch das Futter organisiert sich auf diese Weise von selbst. Meine Ghule sind Freigänger und Selbstversorger, sie kümmern sich um die Hygiene im Kriegsgebiet. Außer jene, denen meine besondere Fürsorge obliegt, wie Mauli oder Flecki.

Ich beneide dich um deine Frau! Meine hat mich geheiratet, weil ich ein Zebra bin und von unserer Einheit der einzige Mann, der noch frei war, wir gehen weg wie warme Semmeln. Hat sie mir so gesagt. Meine Nekromantie erträgt sie, aber sie mag meine Babys nicht im Zelt haben, sie hat Angst vor ihnen, glaube ich.

Selbstverständlich möchte ich gern deine Kunst bewundern, dein Labor und vor allem Timi und Berta! Golems, nein wirklich! Dazu fehlt mir selbst leider die Zeit und die Ausrüstung."

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#22

Beitrag von Crize » Sa 16. Sep 2017, 11:45

Durukin

Er bemerkte das Nicken seines Gegenübers und den Blick, den er Urako zuwarf, als sein Gatte mit einer Frau plauderte und sah auch, wie der Tiefling langsam zurücknickte und dabei einen Moment die Augen schloss zum Zeichen, dass er verstanden hatte. Das wortlose Bündnis der beiden und Varmikans Sorge war für einen anderen Frostalben wie ein offenes Buch zu lesen, auch wenn die Umstehenden es wohl eher als einen harmlosen Gruß gedeutet hätten.

"Ich verstehe", sagte Durukin. "Die Bande unseres Volkes sind stark. Loyalität ist eine Tugend." Er ließ offen, ob er damit Davard und die Dame meinte, deren Zutraulichkeit er kritisierte oder seine eigene Loyalität gegenüber einem frostalbischen Bruder. Varmikan würde verstehen, dass er beides gleichzeitig meinte. Ebenso würde er verstehen, warum Durukin übergangslos zwischen den Themen hin und her sprang. Niemand in ihrer Heimat sprach so umständlich, wie es die Südländer taten mit ihren energieraubenden Höflichkeiten. Es ging schließlich darum, Informationen zu vermitteln und das möglichst effizient.

"Welchen Magier schützte dein Onkel? Wie hieß das Schiff? Vielleicht hat man voneinander gehört. Der Eisbär war der erste Eisbrecher im Einsatz, ich vermisse ihn mehr als alles sonst aus der Heimat. Warum hast du Xash'ir verlassen? Du hattest eine sichere Zukunft. Ich stamme aus Milat'Sil. Lange ist es her. In Zentralrakshanistan ist es im Winter angenehm, im Sommer unerträglich, ich schlafe viel. Meine Frau ist Rakshanerin. Und er auch."

Er wies mit dem Kopf in Richtung Crizes, der ohne Punkt und Komma redete, womit er nur Tarkan nachstand, der sich gerade in Fahrt redete und die arme Melisande mit einem seiner gefürchteten Monologe über rakshanische Geschichte und Kultur quälte. Durukin weigerte sich, von Crize als seinem Mann zu sprechen.

"Es gibt nicht viele Alben dort und am wenigsten Frostalben. Man wird von den Damen umworben und reich beschenkt. Wer die Wärme erduldet, lebt als Frostalb gut in Rakshanistan. Es zehrt, ich schlafe viel. Aber das sagte ich bereits."

Er machte eine Pause und überlegte.

"Die Freude ist meinerseits", sagte er ehrlich und weil es ein besonderer Tag war, spendierte er ein zweites Lächeln. Die Tränensäcke seiner schwarz umschatteten Augen traten noch deutlicher hervor. Man sah ihm an, dass die Wärme ihm zu schaffen machte, da er nur kleine Dunkelsteine trug.

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Urako

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#23

Beitrag von Urako » Sa 16. Sep 2017, 12:02

Urako registrierte Varmikans Besorgnis. Aber wie üblich war Varmikan zu weich, um sein Revier vernünftig abzustecken. Natürlich würde auch Urako heute keinen lautstarken Streit vom Zaub brechen, aber trotzdem war es legitim, Dave vor Zudringlichkeitenzu schützen. Die zwei plauderten eindeutig eine Spur zu vertraut miteinander und standen einen Handbreit zu nah.

"Warte mal kurz, Hase, ich muss Varmi helfen. Ich bin sofort wieder bei dir. Oder noch besser - komm einfach mit."

Er zog Gasmi mit sich und trat zu Dave und Eloise, um ihr vertrauliches Gespräch zu sabotieren. "Der Priester hat seine Sache gut gemacht, ich bin begeistert, wer ist das?", fragte er Dave. Er hoffte, dass die Frage dazu geeignet war, Dave eine lange Erklärung abzuringen.

Er stellte sich zudem unangemessen dicht neben Eloise, um sie dazu zu bringen, einen Schritt von ihm und somit auch von Dave zurückzuweichen.
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Brandur von Hohenfelde

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#24

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 13:08

<< Was zuvor geschah - Der Hexenmeister

Die Sterne zogen an ihnen vorbei und der Mond leuchtete ihnen der Weg. Sie hatten Naridien nach einigen Stunden überquert und die Lichter verrieten, dass sie sich einer großen Stadt näherten. Brandur kannte den Weg. Seine Finger fühlten sich klamm und steif an totz der Handschuhe. Lange war es her, dass er Shohiro erblickt hatte und er war lange unsicher gewesen, ob er überhaupt jemals zurückkehren sollte.

Der Wyvern beschrieb einen eleganten Bogen und nutzte die Straße, die zum Anwesen führte, als Landebahn. Er parkte in der Nähe der Kutschen auf einer großen Wiese, wo der große Gleiter nicht stören würde, aber dafür schön im Mondlicht in Szene gesetzt wurde. Mit zufriedener Verächtlichkeit musterte er die Kutschen der anderen Gäste und betrachtete die Wappen, wer alles anwesend war. Sein Blick wanderte nach oben zum Herrenhaus und ihm wurde heiß und kalt. Das Rauschen des Flusses, der durch das Anwesen verlief, schien in seinem Kopf zu dröhnen. Aus Trotz seiner Gefühlsregung gegenüber ging er nicht gleich zum Tempel, sondern spazierte um das Herrenhaus herum bis zu der Stelle, die ihn gleichermaßen abstieß und rief.

"Von dort oben bin ich gestürzt", erklärte er Wolfram sachlich.

Eine Weile blickte er hinauf. In diesem Haus war seine Familie gestorben, in einer Nacht wie dieser. Darunter schäumte der Fluss. Sein Gesicht blieb vollkommen ausdruckslos. Er verlor jedes Zeitgefühl und kam erst wieder zu sich, als er hinter sich Kasimirs Stimme hörte.

"Mein Herr?"

Brandur riss sich aus seiner Erstarrung und ging zum Tempel. Kasimir öffnete für die beiden Herrschaften die Tür und ließ sie eintreten, um hinter ihnen die Tür wieder zu schließen.

Im Tempel fiel Brandur zuerst das vollkommene Durcheinander auf, was darin herrschte. Er sah viele bekannte Gesichter, unter anderem erkannte er seinen Schwager Massimo wieder und erspähte Ansgar, aber auch Personen, die er weder kannte, noch erwartet hatte. Zu seiner Verblüffung und Verstörung waren da mindestens zwei Rakshaner, zwei Tieflinge, zwei Gargoyles, zwei Frostalben, ein Düsterling und ein Ghul, der sich witternd aufrichtete, als er Kasimir bemerkte. Brandur stützte sich leicht entrüstet ob dieser unordentlichen Zusammenkunft auf seinen Spazierstock und wartete, ob man ihn wenigstens vernünftig empfangen würde.

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Ansgar von Hohenfelde
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#25

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 16:01

Ansgar musterte Wolfram einen Moment wohlwollend als dieser eintrat, ehe er den Mann erblickte, der hinter ihm in den Tempel schritt... Brandur von Hohenfelde!

Sein totgesagter Onkel.

Dunwins Bruder, jener Bruder den sein Vater so hinterhältig hintergangen und abgeschlachtet hatte. So wie Dunwin jeden hintergangen hatte...

Ansgar beorderte mit einem knappen Nicken seine Frau und seine Söhne hinter sich. Zeitgleich ließ Dave Eloise, wie auch Gasmi und Urako stehen und stellte sich Schulter an Schulter mit seinem Bruder.

Ansgar versuchte genau wie Dave ihm im Gesicht des alten Mannes zu lesen. Es war still geworden.

Die Grabesstille...
Die Ruhe vor dem Sturm...
Die Stille eines neuen heraufziehenden Morgens...

Um welche Art der Stille es sich handelte, lag nun in ihrer Hand. Es war die Entscheidung von zwei vielleicht auch drei Männern, was aus dieser Begegnung werden wurde.

Ansgar warf kurz einen Blick auf seine Frau, seinen Bruder, seine Söhne und auch auf Varmikan. Rein mental, ohne dabei Brandur nur eine Sekunde aus den Augen lassen zu müssen.

Sie standen sich als Feinde gegenüber und dennoch waren sie beide Opfer der gleichen Umstände, wie auch der selben Personen. Man hatte ihnen gar keine andere Wahl gelassen, als Feinde zu werden. Schärfstes Konkurrenzdenken, Neid und Hass waren ihnen von klein auf eingebläut worden.

Brandur war kein Feind.
Er war ein gebrochener, alter Mann.
So wie Dave und Ansgar selbst.

Ein Relikt aus einer Vergangenheit, die Ansgar und Dave hatten auslöschen wollen. Für sich selbst, aber vor allem für ihre Kinder.

Ansgar machte einige Schritte auf Wolfram und Brandur zu, blieb aber in ausreichendem Abstand stehen. Er hatte nicht vor, die beiden am Eintritt zu hindern.

Ansgar schirmte Fingard und seine Familie ab. Einen Moment später trat Dave erneut so dicht neben ihn, dass sie auch optisch wieder einen Schulterschluss vollzogen. Wer an Fingard, Lin und Wolfi oder an Varmikan heran wollte, musste an ihnen vorbei.

"Hör zu Dave", flüstere Ansgar um jede mentale Kraft für einen eventuellen Kampf aufzusparen.
"Ich höre", flüsterte Dave zurück.

"Ich möchte ihn nicht töten, er verdient nicht durch unsere Hand zu sterben. Aber ich werde ihn ohne zu zögern umbringen, sollte er mich dazu zwingen indem er Fin, die Jungs oder Dich bedroht. In dem Fall, selbe Vorgehensweise wie bei Ala Dave. Pass auf", flüstere Ansgar.
"Verstanden", flüsterte Dave zurück.

"Ein Friedensangebot Brandur - wähle einen Sitz und keine Seite, denn ich wünsche Deinen Tod nicht. Ein einmaliges Angebot meinerseits Brandur", sagte Ansgar und zeigte seine offenen Handflächen.

Brandur würde die Geste verstehen, er hatte keinen Knochenpfeil zwischen den Fingern um ihn zu attackieren oder zu töten.

"Hört zu... Brandur... Dave", sagte Ansgar leise.

"Wir haben Alastair und Dunwin beim Umzug geholfen und wir hatten allen Grund dazu. Du Brandur hättest ebenfalls allen Grund dazu gehabt.

Siehst Du uns als Brüder im Geiste?
Sieht Du uns als Mitopfer oder als die Söhne Deines Peinigers?
Gleichgültig ob er uns ebenso peinigte?

Ungeachtet dessen wie Du uns siehst, solltest Du nur das Haus fordern, wirst Du es von mir bekommen Brandur. Solltest Du uns als Mitopfer sehen, heiße ich Dich in unserer neuen und dennoch uralten Familie an meiner Seite aufrichtig willkommen.

Solltest Du uns als Feinde sehen, werden wir als Feinde auf Deine Provokation reagieren - solltest Du agieren.

In diesem Fall wirst Du dieses Grundstück nicht lebend verlassen. Was niemanden groß stören dürfte, denn Du bist bereits tot. Tote kann man nicht ermorden. Möglicherweise bedeutet dies auch meinen Tod, aber der gehört zum Leben. Und nichts was ein fähiger Nekromant wie Du oder ich fürchten würde, nicht wahr?
Nur leider hast Du keinen Binder dabei, wie ich sehe.

Ich werde mich auf die Fähigkeiten von Maghilia und Osmund verlassen, sollte mich dieses Schicksal ereilen.

Nun ich teile Dir dies nicht mit um Dir zu drohen lieber Onkel, sondern nur um Dir aufzuzeigen, was ich bereit bin zu opfern um unseren derzeitigen Stand und Status zu halten.

Geht es nach mir, schließen wir Frieden und Du schließt Dich meiner Person an.

Bleiben wir vorerst beim neutralen Standpunkt. Du verlangst für die Schmach der Ermordung eine Abfindung... das Herrenhaus. Wenn dem so ist Onkel Brandur, dann sei das Haus das Deine.

Ich frage mich gerade selbst, wieso ich überhaupt diesen Kasten behalten habe.
Irgendwie war dieses alte Gemäuer eine Trophäe für mich.
Der sichtbare, fühlbare Beweis meines Sieges über Alastair und Dunwin.

Aber ist es das wirklich?

Schaue ich Dich an Brand, sehe ich das Haus nicht mehr als Trophäe, es ist eine Eisenkugel. Eine Fußfessel die ich mir selbst ans Bein geschmiedet habe. Mit der irrsinnigen Illusion, dass es damit enden würde.

Das wird es nicht.
Es endet nicht und sie sind immer noch hier...
Du begreifst was ich damit verdeutlichen möchte?
Sie können nicht gehen, da ich sie nicht gehen lassen kann...

Das Haus hat so viel Leid, Qual und Blut der Familie gesehen, dass es geradezu davon durchzogen ist. Es ist wie ein Schwamm, dass Jahrhunderte Hass und Missgunst in seinen schwarz-grauen Mauern gespeichert hat.

Wir haben es als Kinder gehasst Dave und ich.
Erinnerst Du Dich Dave?
Dieses fensterlose, steinerne Monstrum das unser Gefängnis war.

Mal ehrlich, welcher Knastbruder der flieht, erobert sein Zuchthaus und lässt sich darin häuslich nieder? Bei einer Revolte übernehmen Zuchthäusler vielleicht kurz das Zuchthaus, aber nicht um dort zu wohnen, sondern um zu fliehen. Und was haben wir gemacht?

Vielmehr was habe ich gemacht?

Ich habe mir eingeredet, das dieses Haus nun mir gehört und ich ein Anrecht darauf habe es zu besitzen.

Mittlerweile glaube ich, dieser uralte, vor Hass triefende Kasten besitzt uns... von Generation zu Generation füttern wir es mit Intrigen und Belustigungen bis hin zum Mord.

Erinnerst Du Dich an Deinen Traum Davy? Du hattest vor es abzufackeln. Es bis auf die Grundmauern niederzubrennen. Dein Traum sah vor, hier ein neues Haus zu errichten. Genauso wehrhaft nur neu und frei von allen Altlasten, mit Freude und Liebe erbaut und mit einer Pferdezucht vor der Tür.

Sobald man aus dem Fenster schauen würde, würde man auf Pferde blicken - auf lebende, atmende schöne Geschöpfe. Und man könnte hinaus schauen... denn es gäbe Fenster.

Das hattest Du damals gesagt, das waren Deine Worte Dave.

Lass es uns durchziehen. Lass uns dieses Haus vernichten oder an Brandur verschenken, sollte dies sein Wunsch sein. Kurzum lass es uns loswerden mit samt seinen Erinnerungen.

Lass uns ein neues Herrenhaus bauen, nach unserer beider Wünschen und Vorstellungen. Auf einem anderen Grundstück in Shohiro, einen unverbrauchten Ort Davy.

Wir haben einige Grundstücke zur Auswahl. Wähle Bruder, wo soll unser neues Herrenhaus stehen... eines wo Du und Varmikan Euren eigenen Bereich habt und wo Ihr gerne lebt. Ich stelle Deine Ehe zukünftig mit keinem Ton mehr in Abrede Bruder. Varmikan gehört zu Dir wie Fin zu mir.

Wir brauchen ein Zuhause, Wo auch Ihr wisst, dass Ihr dort ebenso Zuhause seid, wie im Geisterhaus... oder sogar mehr. Dort wo Du Dich traust, Deine Freunde und Deine Lieben mitzubringen. Bist Du dabei?",
fragte Ansgar.

Dave musterte seinen Bruder erstaunt.
"Ehm... ja. Ja ich bin dabei", antwortete Dave.

"Nun zu uns beiden Brand. Denn darauf läuft es letztendlich hinaus - Du gegen mich, in welcher Form hättest Du es gerne?

Was verlangst Du Brand? Was wählst Du?
Einen Sitz- sprich einen Platz in unserer Familie, dann bist Du einer von uns.
Oder wählst Du eine Seite?
Es gibt nur zwei Seiten, entweder bist Du für oder gegen uns Brandur.

Du sollst nur eines wissen, weder Dave noch ich sind Dunwin. Wir sind seine Söhne, aber wir sind nicht ER. Wir haben weder Deinen Tod, noch Dein Leid gewollt.

Ich biete Dir ehrlichen Herzens Frieden mit uns an.
Wir sehen Dich als Mitopfer.
Deine Sicht ist uns unbekannt.
Dir dürfte klar sein, dass wir uns zu Not verteidigen... aber wir greifen Dich nicht an.

Weder Dave noch ich, ich spreche hier in seinem Namen als Familien- und auch Sippenoberhaupt",
erklärte Ansgar und machte eine kurze Pause und musterte Brand.

"Persönlich darf ich Dinge mein Eigen nennen, die mir sehr am Herzen liegen. Es wäre wünschenswert wir könnten uns friedlich einigen. Du bist zurück, Du könntest Deinen Platz einfordern Brand. Du wirst mittellos sein Onkel.

Wir könnten beide alles verlieren was wir haben, einschließlich unseres Leben wie auch unserer Lieben, oder wir beide einigen uns. Du folgst unserem Beispiel und brichst mit der alten Familientradition die so viel Leid über uns alle seit einer Ewigkeit gebracht hat.

In diesem Falle verlieren wir beide nichts.
Mehr noch ich teile mit Dir alles was ich besitze.
Damit spreche ich allerdings nur von meinem persönlichen Besitz, nicht dem meiner Söhne oder Davards. Aber wie gesagt, ich bin für alle bereit, mein Besitz mit Dir zu teilen.

Wie Deine Wahl auch aussehen mag Brand, ich hoffe es ist und bleibt eine Sache zwischen uns beiden. Meine Frau, meine Jungs und mein Bruder haben mit der Sache nichts zu tun.

Nun liegt es an Dir Onkel. Wählst den Frieden mit uns oder wählst Du Deinen Tod?",
fragte Ansgar entgegenkommend.

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Comte Massimo de la Cantillion

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#26

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Sa 16. Sep 2017, 18:24

Massimo

grüsste Wolfram. Er mochte den ruhigen Kampfmagier, der anders war als der Rest von seine Familie. Gemeinsam mit Wolfram kam Brandur in den Tempel. Beide sagten nichts, denn sie hatten keine Gelegenheit dazu. Ansgar reagierte zuerst wie Massimo es von ihm erwartete. Er stellte sich vor seine Familie und sprach für sie alle. Aber Massimo war erstaunt darüber was er sagte. Er bot Bandur Frieden an. Natürlich nicht ohne ihn zeitgleich zu sagen, was sonst passieren würde. Das musste Ansgar tun um sein Gesicht vor seine Familie zu wahren. Zeitgleich wollte er seine Familie beschützen. Er zeigte seine offenen Handflächen, was ein gutes Zeichen war. Massimo hoffte, dass es Ansgar mit den Frieden ernst war. Das Angebot war gut, wenn es Ansgar ernst meinte. Jetzt war Brandur an der Reihe seinen Posten zu verteidigen oder das Friedensangebot anzunehmen. Massimo stellte sich zu Wolfram und Brandur.

"Seid gegrüsst Schwager Brandur. Ich grüsse euch ebenso Wolfram. Wenn du Frieden möchtest Ansgar, vermittele ich gerne. Aber dann braucht dein Onkel genauso wenig ein Binder wie du. Den alten Weg abzuwählen halte ich für eine gute Idee. Aber was Brandur wählt muss er selber wissen. Ich beziehe hier Posten, damit ihr beide friedlich miteinander umgeht. Ihr seid eine Familie, ihr seid sogar meine Familie.
Glaubt mir, sogar Streit kann man mit Worte regeln. Dazu muss man sich nicht abstechen. Dein Angebot, deine Worte über das Haus und deine Familie sind richtig Ansgar. Das ist die Hochzeit von deinem Bruder. Du möchtest Frieden, dann helfe ich euch, aber bleib selber friedlich. Ich wäre dafür ihr beide redet miteinander. Wenn ihr möchtet mit mir als Vermittler. Also wir drei alleine. Solange die Drohung im Raum steht, bleibe ich an Brandurs Seite Ansgar."

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Brandur von Hohenfelde

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#27

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 20:15

Brandur hörte aufmerksam zu, ohne die Körperhaltung zu ändern. Er stand da, einen Fuß leicht vorgestellt und die Hand auf den Spazierstock gestützt, die andere locker in der Hüfte. Sein Blick war ebenso unverwandt auf die Augen Ansgars gerichtet, wie dieser die seinen fixierte. Nachdem Ansgar geendet hatte, zeigte sich ein spöttisches Lächeln auf Brandurs bleichem Gesicht.

»Ich danke dir für die herzliche Begrüßung, mein lieber Ansgar, da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause.
Deinen Worten entnehme ich, dass du entweder ein schlechtes Gewissen hast, weil du meinen ehrenwerten Bruder und unseren lieben Herrn Vater in die Obhut Ainuwars übergeben hast oder fürchtest, ich könnte damit womöglich nicht einverstanden gewesen sein und aus diesem Grunde heute hier aufschlagen. Vielleicht aber bin ich, wie die anderen Gäste, ja auch angereist, um meinem Neffen zu seiner Hochzeit zu gratulieren.

Zu meiner Zeit war es üblich, dem Gast einen Stuhl anzubieten, insbesondere, wenn es sich um ein Mitglied der älteren Generation handelte. Einen Stuhl hast du mir zwar angeboten, doch die Höflichkeit in diesem Hause lässt heute zu wünschen übrig. Ich bin es noch gewohnt, dass man seine Morddrohungen subtiler verpackt. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu alt für die heutigen Sitten.«


Einen Moment betrachtete er Daves Ehemann, ohne die Mimik zu verändern oder ein Wort über diesen zu sagen. Der Blick allein sagte, dass er ihn in die erwähnten ›heutigen Sitten‹ einbezog.

»Tatsächlich überrascht mich, wie freimütig du mir dieses Mausoleum, genannt ›unser zu Hause‹, anbietest. Als Obdach benötige ich es nicht, ich habe eine Burg mit Personal und allen Annehmlichkeiten, die sich ein in die Jahre gekommener Mann nur wünschen kann. Aber vielleicht könnte man ein Asylum für Bedürftige oder Vertriebene von der Front daraus machen, auch eine Gedenkstätte für die Opfer missgünstiger Familienmitglieder wäre eine überdenkenswerte Option, in welcher je nach Ausgang des Abends vielleicht auch dein oder mein Kopf ausgestellt sein wird, als krönender Abschluss seiner blutigen Historie - oder das sogenannte ›Haus‹ einfach einzuebnen und eine Betonkuppel darüberzugießen.«

In diesem Moment gesellte sich sein Schwager an seine Seite und plädierte für eine friedliche Einigung. Auch sicherte er Brandur seine Unterstützung zu, so lange Ansgars Drohung im Raum stünde. Brandur wandte den Blick nach wie vor nicht von den dunklen Augen seines Neffen, so dass er Massimo kurz mental anstupste, um ihm seinen Dank zu versichern. Er war kein Geistmagier, sondern Nekromant, doch diese Grundübung der Geistmagie, mentalen Kontakt herzustellen, beherrschte auch er als Nekromant. Bei Manipulation und Einflussnahme allerdings, der hohen Schule der Geistmagie, hörte sein Können auf, dafür hätte er einen anderen magischen Weg einschlagen müssen. Er widmete Ansgar wieder seine volle Aufmerksamkeit.

»Deinen Angaben zufolge sind also die Leichname von Dunwin und Alastair noch hier, oder wie soll ich deine Äußerung verstehen, dass du nicht von ihnen lassen könntest? Warum ruhen sie nicht in der Familiengruft? Das ist keine Frage von Zuneigung oder Ehrerbietung, sondern des Anstandes. In diesem Falle bitte ich höflich um die Körper meines Bruders und meines Vaters, damit ich mich um die Angelegenheit kümmern kann.

In einer Sache stimme ich dir vorbehaltlos zu, mein lieber Neffe.«


Brandur lächelte nun.

»Die Zeit, da ich noch lebte, ist lang schon vorbei. Ich bin so tot, wie du es sagst. Mich kümmern deine Drohungen daher nicht, weder habe ich Angst darum, dass mein Körper meinem Herzen in den Nexus folgen könnte, noch gibt es irgendjemanden oder irgendetwas auf dieser verfluchten Welt, was ich noch zu verlieren habe, denn ich habe bereits alles verloren. Ein Binder ist daher müßig.

Möchtest du tatsächlich deine Macht mit der meinen im Kampfe messen, so wisse, ich werde bedenkenlos in aller mir zur Verfügung stehenden Rücksichtslosigkeit agieren, da ich mir um nichts und niemanden mehr Sorgen zu machen brauche. Meine Liebsten weilen nicht mehr unter uns. Ich brauche keine Rücksicht zu nehmen und mich an keine Konventionen zu halten, da ich keine Blutrache gegen meine Familie mehr zu fürchten brauche. Es wird daher nicht bei einem Kampf von mir gegen dich bleiben, wie du es gern hättest, sollte es dazu kommen, sondern ich werde jeden Schaden anrichten, den ich nur anzurichten imstande bin. Sollte ich obliegen, wird von deiner Familie noch weniger übrig bleiben als von meiner, nämlich gar niemand mehr und deine Scholle werde ich in ein totes Brachland verwandeln, auf dem die Bauern verhungern. Sollte ich unterliegen, reiße ich so viele von den deinen mit, wie ich vermag, bei dem Schwächsten angefangen.

Eine Wahl, auf wessen Seite ich zu stehen gedenke, werde ich nicht blind fällen, nur weil du dies zu deiner Beruhigung verlangst. Ich möchte mit dir und den anderen zunächst in Ruhe sprechen - wenn möglich ohne den traditionellen Austausch weiterer Morddrohungen, den wir ja nun hiermit bereits hinter uns gebracht haben. Sei versichert, wöllte ich dich oder jemanden anderen der hier Anwesenden heute tatsächlich tot sehen, wäre ich nicht persönlich erschienen, sondern hätte einen meiner Diener geschickt. Offene Duelle sind ja bekanntlich nicht meine Stärke.

Mein Gegenangebot lautet daher wie folgt:

Für heute mögen jegliche Waffen ruhen, unabhängig davon, ob wir am Ende der Nacht in Freundschaft oder Feindschaft auseinander gehen werden. Weitere Vorschusslorbeeren braucht ihr von jemandem mit meiner Biografie nicht zu erwarten. Den Rest müsst ihr euch erarbeiten, so wie auch ich ein eventuelles Bündnis - von Freundschaft möchte ich nicht sprechen - mit Sicherheit nicht aus lauter Freundlichkeit und gutem Willen sowie familiärer Verbundenheit von dir geschenkt bekomme, wenn du ehrlich bist, mein lieber Ansgar. So viel selbstlose Zuwendung wage ich anzuzweifeln.

Jetzt aber möchte ich meinem jüngsten noch lebenden Neffen zu seiner Hochzeit gratulieren. Anschließend werde ich dein Angebot annehmen und mir einen Sitzplatz suchen.«

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#28

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 21:07

Ansgar schüttelte belustigt den Kopf allerdings auch nur so, dass er dabei Brandur nicht aus den Augen ließ.

"Mich deucht Ihr beliebt zu scherzen lieber Onkel, wie sollte ich ein schlechtes Gewissen haben? Meine Person besitzt keinerlei Gewissen, folglich kann jenes logischerweise nicht schlecht geworden sein.

Es freut mich ungemein, dass Ihr über ausreichend Mittel verfügt um Euch eine Burg zu halten und nicht am Hungertuch nagen müsst. Dies soll der Gesundheit ja abkömmlich sein, wie mir zugetragen wurde.

Wäre ein Leibdiener dann nicht auch zuträglich, der Euch einen Stuhl reichen könnte? Schon Onkel Friedulin, die Götter haben diesen schwachsinnigen Idioten selig, beging den grausamen und tödlichen Fehler ohne geeignete Domestiken sich selbst um seine Verpflegung zu kümmern. Nunja das Ergebnis sprach für sich.

Zurück zum Thema.

Meine Person war lediglich freundlich, selbstlos ist meine Person ist keinerlei Art und Weise. Das Angebot beinhaltete den Schutz der meinen. Ihr habt nichts mehr zu verlieren, ich habe verstanden. Meine Person hat alles zu verlieren, da mir meine Frau alles bedeutet. Ich hätte mit Euch um des Friedens und der Sicherheit meiner Familie Willen geteilt.

Völlige Selbstlosigkeit ist nicht nur Utopie, sondern Idiotie.

Folglich werden wir beide wohl mit der gleichen Härte, wenn auch aus völlig anderen Beweggründen kämpfen. Ihr für die völlige Vernichtung, ich für den Erhalt.

Nun liebster Onkel, wie ich bereits sagte - mein Begehr ist Euer Tod ganz gewiss nicht. Sollte ein Kräftemessen Euer Anliegen sein, werde ich dem Folge leisten. Rein vorsorglich weise ich Euch daraufhin, dass es meine Person war, die Euren "Fast-Mörder" tötete.

Möglicherweise ist der Ausgang unseres Duells doch ganz erquicklich, nicht wahr?

Aber eines dürfte Euch klar sein lieber Onkel, meine Person ist durchaus ab und an freigiebig, aber ich werde garantiert keinem Nekromanten meine zwei toten Erzfeinde aushändigen. Die Gefahr einer "versehentlichen" Wiederbelebung ist mir da doch eine Winzigkeit zu hoch.

Aber um den Tag nicht mit unnötiger Konversation über Mord und deren Planungen zu verunglimpfen, schweigen heute die Waffen und ich beuge mich dem Friedensgesuch vollumfänglich.
Mehr habt Ihr auch von einer Person mit meiner Vita nicht zu erwarten.

Es ist weder der Eurige Tag Brandur noch der meinige.
Dieser Tag gehört meinem Bruder und seinem Angetrauten, wie seinem Wahl- und Sippenbrüdern, die ebenfalls heute den Bund der Ehe eingingen.

Ihr habt vor nach der Feierlichkeit zu verhandeln?
Gut damit erkläre ich mich einverstanden. So soll es sein",
erklärte Ansgar.

Der Nekromant dachte einen Augenblick nach und stimmte mit knappen Nicken zu.

"Ihr habt mit Euren Einwand Recht Brandur. Ich zog nicht in Erwägung dass Ihr hier seid um Eurem Neffen sprich meinem Bruder zu seiner Hochzeit zu gratulieren.

Das war unziemlich Euch gegenüber, verzeiht. Gratuliert meinem Bruder und feiert mit uns. Was die kommenden Tage bringen wird sich erweisen",
antwortete Ansgar eine Spur umgänglicher.

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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#29

Beitrag von Pavo » Sa 16. Sep 2017, 21:34

Pavo stellte sich zwischen Brandur und Ansgar.

"Hört mal zu Ihr beiden. Ich bin zwar kein Familienmitglied aber Trauzeuge. Bezeugen musste ich allerdings gerade nur, Euren äußerst höflichen, wie auch verstörenden Streit.

Eure Tradition nach lustiger Mordkonversation kannte ich bisher nur aus Erzählungen und ich muss gestehen, ich hielt sie fast für übertrieben. Nun Dank Euch wurde ich eines besseren belehrt, sie waren sogar untertrieben.

Etwas worüber Ihr beide nachdenken solltet, Ansgar und Brandur.

Falls Ihr Euch gegen den Frieden entscheidet, lasst Euch gesagt sein, dann haben Eure Väter alles erreicht, was sie zu erreichen gedacht haben.

Und Dein Bruder hätte Dich damit hier und heute das zweite Mal getötet Brandur.

Denn die Personen die Ihr beiden eigentlich seid, beerdigt Ihr unter dem alten Hass Eurer Väter und Vorfahren. Und dieser Hass ist nicht mal Euer eigener.

Ich war der Heiler der Dave einst das Leben rettete. Aber damit war es noch lange nicht getan. Seine zerschmetterten Knochen konnte ich weitgehend heilen. Sein Vater und sein Großvater zwangen mich, ihm seiner Familie zu entreißen.

Sie haben ihn seelisch zerstört. Ich konnte ihn nicht in eine Familie zurück schicken, in der er vermutlich vor Einsamkeit und seelischer Grausamkeit gestorben wäre. Dafür habe ich ihn nicht gerettet.

Und was macht Ihr beiden hier, an seinem wichtigsten Tag?
Wie führt Ihr Euch auf?

Seid Ihr etwa die Leichenpuppen Eurer Väter und nichts weiter als derren Marionetten?
Eure Puppenspieler sind tot Brandur und Ansgar. Sprecht mit eigenem Verstand und Willen. Überlegt Euch was Ihr beiden tatsächlich möchtet. Und auch wovor Ihr beiden wirklich Angst habt.

Möchtest Ihr als Männer des Geistes, tatsächlich diese "Traditionen" verteidigen?
Möchtet Ihr Euer Leben für etwas riskieren, vielleicht sogar wegwerfen, dass den Großteil Eures eigenen Lebens zerstört hat?

Möchtest Du das Brandur?
Oder Du Ansgar?

Ihr messt meinen Worten vielleicht keinen Wert bei, aber denen Ainuwars. Und ich war einer seiner Untertanen. Drum bedenkt dies bitte bevor Ihr Euch beide das nächste Mal zusammensetzt.

Und nun achtet bitte den Hochzeitstag meiner beiden Ziehsöhne Dave und Urako. Dankeschön",
sagte Pavo schlicht.

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Die Handelsallianz
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Re: Doppelhochzeit -- 15.09.202

#30

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 16. Sep 2017, 22:36

Ansgar ließ es sich nicht nehmen, den Ball noch einmal zurückzuspielen. Brandur nahm es hin, denn der Hausherr musste natürlich das letzte Wort behalten, um nicht sein Gesicht zu verlieren. Brandur wusste, wann es genug war und fügte keine weiteren Drohungen hinzu. Alles, was er seinem Neffen dazu zu sagen hatte, war ausgesprochen worden, die Fronten klar gezogen. Nebenbei hatte Ansgar offenbart, dass seine Frau seine größte Schwachstelle war und nicht etwa seine Söhne oder seine Geliebte. Brandur merkte es sich.

Er nickte Ansgar kühl lächelnd zu. "Ich weiß deine Sorge um mein Wohlergehen zu schätzen, lieber Neffe, wo du doch so lange mit der grauenvollen Vorstellung leben musstest, keinen Onkel mehr zu haben, doch ich habe einen tüchtigen Leibdiener bei mir. Ein paar wunderliche Marotten sollte man einem alten Mann zugestehen. Ich bin trotz allem bislang nicht vertrocknet und wenn ich dies plötzlich doch tun sollte, dann liegt es nicht daran, dass mein Diener versäumte, mir einen Stuhl zu bringen oder sich um meine Verpflegung zu kümmern, wie bei dem unglücklichen Friedulin, sondern der Grund ist dann wohl eher in externen Ursachen zu finden."

Das kühle Lächeln wurde zu einem steifen Schmunzeln in den Mundwinkeln, während die Mitte seines Mundes ein schmaler Strich blieb. Auch ein alter Goblin, den Brandur nicht kannte, mischte sich nun besorgt ein. Brandur fand es durchaus schmeichelhaft, dass er als derart bedrohlich wahrgenommen wurde, doch die Worte des Goblins, denen er anfangs eher gelangweilt und aus Höflichkeit zugehört hatte, vermochten am Ende tatsächlich ein wenig an dem verkrüppelten schwarzen Etwas, das sein Herz war, zu rühren, das sich kaum merklich, aber doch spürbar regte. Denn von der Sache sprach er aus, was sie alle wussten und doch niemand wagte zu sagen oder gar dagegen aufzubegehren, denn dies konnte jederzeit den sicheren Tod bedeuten.

"Unser unterhaltsamer Disput sollte in der Tat auf später verlagert werden. Für Verhandlungen nach den Feierlichkeiten bin ich offen, Ansgar. Zu diesem Anlass können wir auch den Verbleib der beiden Leichname und das 'Haus' noch einmal thematisieren."

Er ging, um den beiden Paaren zu gratulieren und begann beim Machtvollsten. Im Abstand von drei Schritten hielt er vor Urako inne. Er nahm die rechte Hand zum Gruße vor die Brust und legte die Linke auf den Rücken, wobei er sich verneigte, so gut er es in Anbetracht der Schmerzen in seinem Rücken vermochte. Das war nicht mehr als eine kleine Neigung. Gleichzeitig zog er den rechten Fuß ein Stück nach hinten.

"Eure Durchlaucht, Kronprinz Urako von Lyridime zu Phintias, meine Person erbietet Euch die besten Glückwünsche für Euch und Euren Manne. Ich wünsche euch, dass euer gemeinsames Leben von einem glücklichen Miteinander und einem liebevollen Füreinander getragen ist. Das verleiht eurer Ehe die zarte Lebendigkeit, die sie so schön macht, und diese stille Kraft, die sie allem standhalten lässt, was immer geschehen mag."

Der Prinz wurde zu Brandurs Überraschung krebsrot im Gesicht, am Hals und auf der Brust, so dass seine rote Körperbemalung kaum noch zu sehen war. Unwillkürlich fragte Brandur sich, ob er versehentlich gegen die Ettiquette verstoßen hatte. Vielleicht war der Glückwunsch zu emotionslastig gewesen und er hätte eher weltliche Freuden wünschen sollen. Der Prinz nickte etwas steif.

"Wir bedanken uns bei Euch für Eure Glückwünsche", erwiderte er und damit ging Brandur, noch immer kritisch über seinen Glückwunsch nachdenkend, zu dem kleinen Düsterling, den der Kronprinz sich aus welchen Gründen auch immer zum Manne auserkoren hatte. Er fragte sich, welche politischen Pläne da hineinspielen mochten, vielleicht ein Bündnis mit der Unterwelt. Düsterlinge hatten keine Adelstitel, somit musste es nichts heißen, dass dieser hier ebenso keinen führte, er konnte dennoch machtvoll sein in seinem Volke.

"Ich wünsche euch viele schöne gemeinsam verlebte Stunden, denn nichts ist wertvoller als ein Schatz von Erinnerungen aus dem man jederzeit schöpfen kann", sprach Brandur zu dem kleinen Dämon.

Er begab sich anschließend zu Davard, gab ihm mit dünnem Lächeln die Hand und nahm sich eine Sekunde Zeit, sein Gesicht zu betrachten.

"Mein lieber Davard, ich freue mich für dich und auch für deinen Mann." Das Wort 'Mann' in diesem Kontext fühlte sich falsch in seinem Munde an, als hätte er ein Haar auf der Zunge. Er fand es unerhört, dass einer der ihren eine gleichgeschlechtliche Ehe vollzog und das auch noch mit einem Bürgerlichen und, schlimmer noch, einem volksfremden Manne! Doch auf der anderen Seite bedeutete dies einen Machtverlust dieses Zweiges, der seinem Zweige hätte nützen können - wenn da noch ein Zweig gewesen wäre. Die Schatten zogen sich dichter um seine Seele, als ihm dies bewusst wurde.

"Für den Alltag wünsche ich euch die Kraft, mit der die Sonne am Morgen ihren Lauf beginnt. Ich wünsche euch die Heiterkeit, mit der sie am Tage ihr Licht verströmt und die Gelassenheit, mit der sie am Abend untergeht."

Die Worte, obwohl freundlich gemeint, taten ihm mehr weh, als er selbst erwartet hätte. Trotz der Angespanntheit der Situation war ihm nicht entgangen, wie glücklich Davard heute aussah und während er die Worte sprach erfüllte ihn bitterer Neid ob des Glücks. Bei seiner eigenen Hochzeit war er unglücklich gewesen und Aster hatte geweint, während Magdalena an seiner Seite gestrahlt hatte. Sie hatte ihn geliebt, doch es war ihm nicht möglich gewesen, diese Gefühle zu erwidern.

"Gut siehst du heute aus, Dave", fügte er hinzu, da er sich erinnerte, dass Davard immer sehr viel Wert auf seine äußere Erscheinung gelegt hatte. "Dein Mann hat Glück, dass du dich für ihn entschieden hast."

Varmikan drückte er nur kurz die Hand. Er bemühte sich, irgendwelche positiven Worte zusammenzukratzen, doch im Inneren war er stinksauer, dass sich dieser bürgerliche Parasit in ihre Familie schlich um auf ihre Kosten am Reichtum und der Macht teilzuhaben.

"Auch dir meine Glückwünsche", zwang er sich zu sagen, ehe er nach einem Stuhl Ausschau hielt.

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