Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Akademie und Telepathie

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
Antworten
Benutzeravatar
Davard von Hohenfelde

Die Handelsallianz Weltenbastler in Gold Chronist in Silber Die fleißige Feder in Bronze
Marquis
Beiträge: 480
Registriert: Mi 22. Feb 2017, 12:46
Volk: Souvagner
Steckbrief: [ externes Bild ]

Akademie und Telepathie

#1

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mo 2. Okt 2017, 19:37

Akademie und Telepathie

Varmikan wachte gut gelaunt am Morgen auf und stellte fest, dass ihm Dave durch die Haare streichelte. So konnte jeder Morgen beginnen. Glücklich nahm er seinen Mann in die Arme.

"Du bist glücklich Sternchen, wir waren doch auch vorher schon verheiratet. Gefallen Dir die Ringe besser als der Anhänger? Bedeuten sie Dir mehr?", fragte Varmi liebevoll und neugierig.
"Nein, weder der Anhänger noch die Ringe machen einen Unterschied. Es ist Dein Name den ich trage. Er bedeutet mir sehr viel, damit fühle ich mich frei. Ich gehöre damit zu Deiner Familie", grinste Dave.

"Das hast Du süß gesagt. Können wir über den Privatunterricht der Telepathie reden?", bat Varmi.
"Ja sicher, was möchtest Du wissen?", fragte Dave und streckte sich lang aus.

"Zuerst möchte ich wissen, weshalb Du die Akademie ablehnst und ich möchte gerne wissen, weshalb Du Dich auf den Privatlehrer Noculvon so freust. Er ist ein Lichtalb Dave, hast Du mich nur geheiratet, weil ich spitze Ohren habe?", lachte Varmi.
"Nein, der Rest von Dir ist ja meist auch ziemlich spitz", prustete Dave.

"Dankeschön!", murrte Varmikan gespielt.
"Was gibt es da zu murren? Sei doch froh, dass es so ist", gibbelte Dave.
"Auch wieder wahr. Antworte mir Davard Eisseher", grinste Varmikan.

"Dann hör zu Klingenohr. Ich lehne nicht die Akademie als Einrichtung an sich ab, sondern nur die intermagische Akademie unter Wasser, jene auf dem Grund der Skallischen See. Eben jene Akademie, an der ich meinen Meister absolvierte.

Das hat weniger mit der Akademie an sich zu tun, sondern eher mit dem Lehrpersonal - sprich dem Dekan. Aus welchem Grund auch immer, er sah mich als seinen persönlichen Feind. Und er griff mich während der Prüfung an. Ich bin halt ein Typ, der so die Zähne nicht auseinander bekommt und das nehmen manche gerne zum Anlass mich zu provozieren oder zu schauen wie weit sie gehen können.
Aber ein Dekan sollte über solchen Dingen stehen.

Dazu kamen dann noch einige andere unliebsame Erfahrungen, die nicht weiter ins Gewicht fallen, aber mein Gesamtbild von der Lehreinrichtung dennoch nachhaltig geprägt haben. Meine Meinung von dieser Lehreinrichtung Varmi. Ein anderer mag dort glücklich werden, ich würde meine Kinder niemals hinschicken. Denn das Lehrpersonal ist das Wichtigste an einer Akademie. Andersherum funktioniert das natürlich auch.

Das Lehrinstitut für Geisteskünste in Alessa zum Beispiel.

Dieses Institut hat für immer ein Platz in meinem Herzen. Dort war ich nicht nur glücklich, ich war frei. Das Lehrinstitut für Geisteskünste ist ein Teil der Universität von Alessa der Lichtalben. Dort wird ausschließlich nur Geistmagie unterrichtet. Das Lehrinstitut ist klein, wenig Studierenden werden angenommen, kurzum nur die Talentiertesten. Dekan ist Meistermagier Triton Thragarias – ein Lichtalb aus der Handelsallianz.

In meiner Jugend wurde ich dort unterrichtet. Mein Klassenlehrer, Adurodil Gelodain, war ebenfalls ein Lichtalb. Er war ein freundlicher, fürsorglicher und stets ruhiger Mann. Du konntest ihn alles fragen er hat Dir stets zugehört. Und es war auch gleichgültig wie oft Du ihn etwas gefragt hast. So einen Vater oder Großvater hätte ich gerne gehabt.

Untergebracht waren wir in kleinen Quartieren. Ich hatte den Dekan angeschrieben, ob ich meinen Hund mitbringen dürfte. Unter der Prämisse, dass er niemanden stört, durfte ich ihn mitbringen. Siman hat niemanden gestört, er war stets leise und bewachte mein Quartier.

Mein Leben sah dort folgendermaßen aus. Morgens machte man sich fertig und bevor der Unterricht begann bin ich mit Siman rausgegangen. Es gab Frühstück, der Unterricht begann und ging bis mittags.

Man konnte dort im Kreis seiner Mitstudenten essen oder Du hast Dir Dein Essen mit aufs Zimmer genommen. Ich habe stets Letzteres getan um Zeit für Siman zu haben und um ihn noch eine kleine Runde ausführen zu können.

Nach dem Mittagessen ging der Unterricht bis in den späten Nachmittag weiter. Nach Unterrichtsschluss bin ich dann nochmal eine große Runde mit meinem Hund gegangen. Er hat nie jemanden gestört, manche haben ihn sogar nach einiger Zeit gemocht. Für die meisten gehörte er nach ein paar Wochen einfach zu mir dazu.

Dort habe ich wie in einem Internat gelebt, zu den Ferienzeiten konnte man als Student nach Hause reisen oder vor Ort bleiben. Selbstverständlich bin ich vor Ort geblieben und hab dort meine freie Zeit genossen.

Ich hatte keinen Grund nach Hause zu reisen, dass weißt Du. Ich war sehr oft in der Bibliothek, habe mir Bücher ausgeliehen die ich mir dann an einem gemütlichen Ort durchgelesen habe.

Pure Freiheit, mein Hund und ich in einer absolut friedlichen Umgebung. Ich hätte für immer dort bleiben können, so schön war es dort. Hatte ich eine Frage, wurde sie mir beantwortet, oder manchmal haben wir uns auch zu Studiengruppen zusammengefunden.

Alben sind als hinterhältig und bösartig verschrien, jedenfalls in einigen Kreisen. Ich kann Dir nur eines sagen Varmi, jeder Alb dort - einschließlich der normalen Angestellten und Dienstboten war freundlich und zuvorkommend zu mir.

Es war einfach perfekt, es war rund. Das war die schönste Zeit in meiner Kindheit und Jugend. Daran erinnere ich mich sehr gerne zurück.

Eventuell ist das die Erklärung für meine Vorliebe für Alben. Trotzdem werde ich einen unfreundlichen Alben genauso wenig abgewinnen können, wie ich einen freundlichen Ork vor den Kopf stoßen würde.

Bezogen auf Wolfis Privatlehrer Noculvon musst Du Dir keine Gedanken machen. Falls Dich die Eifersucht zu sehr am Wickel hat Varmi, begleite mich doch einfach zu dem Unterricht. Es spricht nichts dagegen. Es würde mich sogar sehr freuen", grinste Dave.

Varmikan küsste seinen Mann liebevoll auf den Kopf.

"Das mache ich auch, ich begleite Dich. Das Institut von Alessa klingt wirklich nach einem schönen Ort. Die Hauptsache ist, dass Du Dich dort wohl gefühlt hast, da spielen die anderen Dinge fast schon keine Rolle mehr. Einen Großteil dazu machen immer die Lehrkräfte aus. Hast Du einen guten Lehrer fühlst Du Dich verstanden und gut aufgehoben. Das muss er Dir vermitteln können. Mein erster Mann Iphi war auch Dozent. Du hättest Dich gut mit ihm verstanden.

Das stimmt schon, unter Alben gibt es genauso Drecksäcke wie unter jedem anderen Volk auch. Natürlich gibt es unter uns auch ziemlich nette Typen... mich zu Beispiel", grinste Varmikan.
"Da habe ich ja ein Glück, dass ich Dich geheiratet habe", gibbelte Dave.


****


Vorsorglich kämmte sich Varmikan ausgiebig und band seine Haare so akkurat er konnte zusammen. Dazu zog er seine beste Robe an und überprüfte seine Optik mehrfach im Spiegel, bis er mit sich zufrieden war. Zu guter Letzt schmückte der Frostalb sein Gesicht mit dunkler Sepia-Farbe, wie er es zu besonderen Anlässen tat. Dave musterte gut gelaunt das Schauspiel.

"So ich bin bereit, wir können los", erklärte Varmikan.
"Du hast Dich aber hübsch gemacht", grinste Dave.

"Für Dich Sternchen, merk Dir das gut. Du sollst ja im direkten Vergleich sehen, was Du an mir hast", grinste Varmikan zurück, während Dave belustigt den Kopf schüttelte.
"Eifersüchtiger Gockel", lachte Dave, küsste seinen Mann und ging mit Varmikan gemeinsam in die Unterrichtstube von Anwolf.

Kaum dort angekommen, empfing sie ein älterer Lichtalb, mit kurz geschorenen Haaren und hellblauen Augen. Der Mann war in eine schlichte, braune Robe gehüllt und hieß sie mit einem Lächeln willkommen.

"Kommt nur herein. Euer Bruder hatte mir bereits unterbreitet, dass Ihr beabsichtigt Telepathie zu erlernen. Es freut mich immer, wenn jemand ebenfalls reges Interesse an der Geistmagie hegt, ebenso wie Euer Neffe Anwolf. Wer ist Euer Begleiter mein Herr?", fragte Noculvon höflich.
"Danke für die freundliche Begrüßung, mein Begleiter ist mein Ehemann Varmikan. Er möchte dem Unterricht gerne beiwohnen, falls Ihr gestattet. Er ist ebenfalls Geistmagier", antwortete Dave freundlich.

"Natürlich! Verzeiht! Nachträglich alles Gute zu Eurer Hochzeit wünsche ich den Herrschaften. Selbstredend darf Euer Ehemann bleiben. Wie ich hörte habt Ihr vor einiger Zeit Euren Meistertitel erlangt. Da gebietet es allein schon die Neugier seine Fähigkeiten auf diesem Fähigkeitsstand weiter auszubauen, nicht wahr? Nehmt bitte Platz, wir beginnen sofort", erläuterte der Lichtalb.

"Vielen Dank für die Glückwünsche. Das ist korrekt, die Ablegung meines Meistertitels liegt noch nicht so lange zurück", antwortete Dave und nahm an dem Tisch Platz, an dem üblicherweise Wolfi saß und lernte, sobald er Zuhause war.

Varmikan nahm sich einen Stuhl und setzte sich einfach neben seinen Mann, da ein weiterer Schreibtisch nicht vorhanden war. Aber auch so war der Platz für sie beide völlig ausreichend.

"Die Telepathie ist eine magische Fähigkeit Gedanken, Gefühle, Antriebe, Empfindungen in Form von mentaler Fernwirkung von sich auf eine andere Person oder sogar Personengruppe zu übertragen. Mitunter wird sie von Nicht-Magiern auch als Gedankenlesen oder Gedankenübertragung bezeichnet.

Die Telepathie zwischen zwei Geistmagiern ist eine einfache Form der Gedankenübertragung in der beide Magier den Kontakt des anderen mithalten und so ein beidseitiges Gespräch stattfindet. Eine weitere, schwache Form der eigentlichen Telepathie ist die Traum-Suggestion, die wir als Geistmagier gegenüber Nicht-Magiern anwenden können. Wir übermitteln ebenfalls Gedanken. Aber der nichtmagische Empfänger empfängt die Botschaft als Traum-Suggestion, sprich er empfängt sie im Schlaf über seinen Traum.
Die reine eigentliche Telepathie die Ihr von mir erlernt, wird Euch dazu befähigen mit Nichtmagiern ebenfalls mental zu kommunizieren, als handele es sich dabei um Geistmagier. Der Unterschied ist der, dass die Verbindung von Euch alleine gesucht und aufrecht erhalten werden muss.

Sogar die Vorgehensweise ist die gleiche. Ihr richtet Euer gesamtes Denken und Empfinden auf eine Person Eurer Wahl aus. Ihr eicht Euch auf diese Person und übersendet Ihr Eure Gedanken. Zwecks Vereinfachung und Demonstration werden wir beide uns mental verbinden und ich übersende Gianna der Köchin eine Botschaft. Gianna ist selbstverständlich wach.

Danach werdet Ihr das Gleiche tun unter meiner mentalen Aufsicht. Sobald die Übung von Erfolg gekrönt ist, werdet Ihr Gianna selbstständig eine Botschaft übermitteln. Habt Ihr Fragen?", hakte der Lichtalb nach.

"Nein im Moment nicht, Danke", gab Dave zurück.

`Wir verbinden uns´, sagte Noculvon und verband sich mit seinem Schüler.
`Wir leeren unseren Geist von allem was wir nicht benötigen. Wir benötigen Kontakt zu Gianna. Gianna der Köchin. Eine Menschenfrau - sie steht unten in der Küche in ihrer weißen Kluft…´, erläuterte der Lichtalb in Daves Gedanken und ließ Gianna vor seinem geistigen Auge Form annehmen.
`Sie kocht das beste Essen, dass ich je gegessen habe´, fügte Dave an.
`Ja so ist sie, ganz genau. Seht Ihr sie?´, fragte Noculvon.

Dave nickte zustimmend.

`Weiter die bekannte Vorgehensweise. Wir reisen durch den Nexus, hinab zur Küche, erkennt Ihr Giannas Farben unter all jenen der anderen Angestellten? Ich nehme sie fast in ihrer physischen Form wahr, nur in astralen Farben. Ihr müsst rein nach ihren Farben suchen. Schaut in aller Ruhe´, bat Noculvon.
`Dort, das ist Gianna. Ich kenne Ihre Farben´, antwortete Dave mental.

`Korrekt. Diese Kenntnis wird Euch nachher Eure Kontaktaufnahme erleichtern. Ich gehe davon aus, dass Ihr größtenteils eh mit Personen sprechen werdet, die Euch bekannt sind. Nun nehmen wir zu Gianna Kontakt auf. Allein von unserer Seite nehmen wir den Kontakt auf, halten ihn und übermitteln unserer Testperson unsere Botschaft. Und, ganz wichtig, wir lesen sie dabei aus, wir möchten schließlich ihre Antwort hören´, erklärte Noculvon.
`Ich bin bereit´, antwortete Dave.

`Gianna, was kocht Ihr heute?´, fragte der Lichtalb mental die almanische Köchin.
`Hallo! Meine Güte ich bin so aufgeregt, dass ich an einer magischen Übung teilnehmen darf! Antworten, natürlich ich muss antworten! Heute gibt es Wildgulasch mit Preiselbeeren und dazu Schlupfnudeln oder Klöße. Habt Ihr mich gehört?´, fragte Gianna nervös.

`Ja vielen Dank Gianna, wir haben Euch vernommen. Den nächsten Kontakt wird mein Schüler an Euch richten. Haltet Euch bitte bereit. Ich beende den Kontakt´, erläuterte der Lichtalb und ließ behutsam die Verbindung abklingen.
`Nun ist es an Euch mein Herr. Nehmt Kontakt zu Gianna auf, geht behutsam vor und steigert Eure Bemühungen sanft, bis der Kontakt hergestellt ist. Ihr wollt der Frau weder schaden, noch ihre geistige Barriere niederreißen oder gar eintreten. Übt Euch also direkt von Anfang an in Umsicht. Fangt an´, forderte der Lichtalb.

`Natürlich. Ich beginne´, antwortete Dave folgsam.

Dave benötigte einige Anläufe um den Kontakt mit Gianna herstellen zu können. Die ersten Versuche waren zu zaghaft, da er der Frau nicht schaden wollte. Aber nach einigen Fehlschlägen hatte er es geschafft und übermittelte ihr alle möglichen Botschaften, bis seine Übung fast daran scheiterten, da ihm keine weiteren lapidaren Botschaften einfielen.

Gianna und Dave gingen dazu über sich einfach die blödesten Witze mental zu erzählen, zwecks Übung.

So übten Noculvon, Gianna und Dave noch den ganzen Vormittag. Den Nachmittag verbrachten sie damit, die Übung zig-fach zu wiederholen.

Erschöpft aber zufrieden verkündete Noculvon am Abend, dass Dave die Aufgabe bestanden habe. Der Feinschliff würde sich einstellen, je öfter er seine Fähigkeit nutzte. Nur durch permanente Nutzung einer Fähigkeit würde man diese letztendlich meistern.

Glücklich, entkräftet und müde kehrte Dave mit Varmikan nach Hause zurück.

Antworten

Zurück zu „Das Geisterhaus“