Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Monsterjagd

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Re: Monsterjagd

#11

Beitrag von Urako » Do 23. Nov 2017, 19:14

<< Was zuvor geschah: Überreichung in Alessa

Es gab etwas zu beichten, bevor sie sich aufmachten, um das Monster zur Strecke zu bringen. Archi war gefährlich. Es war nicht unwahrscheinlich, dass einer von ihnen ebenso liegen blieb. Urako wollte vorher reinen Tisch machen. Wenn es Varmi traf, hatte Urako fortan nicht nur auf Gasmi, sondern auch auf Davy aufzupassen. Er hatte Varmi sein Wort gegeben und es aus ganzem Herzen getan. Nur hatte er selbst unterschätzt, wie wichtig ihm die Ehe zu Gasmi war und wie sehr sie in ihm den Wunsch geweckt hatte, alles anders zu machen als früher. Er schämte sich in Grund und Boden und hasste sein Spiegelbild noch mehr als sonst.

Urako tat also, was er tun musste.

Er nahm den wunderbar scharfen und hochwertigen Dolch von Morasa zur Hand, spürte sein Gewicht und sein Puls beschleunigte sich. Bereits das Gefühl der Waffe in seiner Hand, ihr Geruch nach Eisen und ihr Gewicht waren wohltuend und reinigend. Urako schnitt sich kraftvoll unterhalb der Handgelenke tief ins Fleisch. An beiden Armen öffnete er seine Pulsadern. Der Schmerz verursachte eine wohlige Gänsehaut. Er hob die Arme weit über sich und blieb so stehen, ließ das heiße Blut in Strömen an sich herablaufen, bis er sich von den Handgelenken bis zu den Schultern vollkommen vollgeblutet hatte, dann rannte er zu Gasmi, legte einen Hechtsprung hin und schlitterte über den Boden. Er umklammerte Gasmis schwarze Füße und küsste sie innig.

"Hase, ich habe Scheiße gebaut!" rief er unter Tränen. "Bitte verlass mich nicht! Ich hab Varmi versprochen, auf Davy aufzupassen, wenn er nicht mehr ist und wir haben miteinander geschlafen! Ich bereue zutiefst und beuge mich deinem Urteil, ich bin nichts weiter als ein minderwertiges und unmoralisches Stück Dreck, du kannst alles mit mir machen, aber bitte bleib bei mir!"
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Re: Monsterjagd

#12

Beitrag von Gasmi » Di 28. Nov 2017, 07:48

Gasmi war gerade aufgestanden und räkelte sich genüsslich. Ihr neues, gemeinsames Zuhause war wunderschön. Überall gab es Ecken und kleine Nischen in denen man herrlich schlafen konnte. Oder in die man sich einfach hinein quetschte um etwas zu dösen.

Zudem stand das Haus direkt neben dem Geisterhaus. Zum Dienst musste man nur über die Gartenmauer hüpfen und schon war man drüben. Man konnte natürlich auch den langweiligen Außenweg entlang gehen und von einer Tür zur nächsten laufen.

Gami überlegte, ob er nochmal die seltsame Statue in Dave und Varmis Schlafzimmer untersuchen sollte, oder ob er sich etwas im Garten umschaute. Dort wurde von den anderen eine Sitzecke gestaltet. Sobald sie fertig war, konnten sie dort den Abend gemütlich ausklingen lassen und sogar grillen. Gas unterstützte Puschel und die anderen dabei tatkräftig in dem er sich versteckte und bei der Arbeit nicht im Weg herum stand.

Gerade als der kleine Düsterling beschloss, sich den Garten und die dortigen Fortschritte anzuschauen, kam Puschel regelrecht angesegelt, legte eine Bauchlandung hin und schlitterte ihm vor die Füße.

Seine Arme waren aufgeschlitzt und bluteten heftig.

"Hase, ich habe Scheiße gebaut!. Bitte verlass mich nicht! Ich hab Varmi versprochen, auf Davy aufzupassen, wenn er nicht mehr ist und wir haben miteinander geschlafen!

Ich bereue zutiefst und beuge mich deinem Urteil, ich bin nichts weiter als ein minderwertiges und unmoralisches Stück Dreck, du kannst alles mit mir machen, aber bitte bleib bei mir",
flehte und gestand Puschel in einem.

Gasmi schüttelte entgeistert den Kopf.
"Was ich mit Dir mache ist wohl klar!", fauchte der Düsterling besorgt.

Gas packte Urako mit dem Greifschwanz um die Handgelenke und zerrte ihn so auf die Beine. Gleichzeitig riss er ihm den Lendenschurz von Leib, so dass Urako völlig entblößt vor ihm stand. Aber so gerne Gasmi auch gewollt hätte, für Puschels Pracht hatte er im Augenblick keine Zeit.

Einen Moment später bestand Urakos Lendenschurz nur noch aus Fetzen, die Gasmi seinem Mann fest um die verletzten Handgelenke schnürte, um die Blutungen zu stillen.

Der Greifschwanz griff um und packte Urako um den Hals.

"Wir müssen sofort zu Pavo und halt ja die Arme nach oben Puschel. War Varmikan das? Hat er Dich aufgeschlitzt, damit er mit Dir schlafen konnte? Wenn wir von Pavo kommen, dann kann der Frostalb sein blaues Wunder erleben.

Zuerst sollst Du Dave für ihn hüten und so lieb wie Du bist sagst Du auch noch zu. Gut jeder weiß, Dave ist hochgradig intelligent, aber manchmal stolpert er über seine eigenen Füße und speichelhafter Sauberkeit hat er überhaupt keine Ahnung! Es war gut, dass Du das Varmikan versprochen hast. Du hast es für Dave getan.

Aber dass der Frostalb danach so mit Dir umgeht, dass ist... ich finde keine Worte! Vielleicht macht man das bei Frostalben so, aber wie man das bei Düsterlingen macht, sollte ein Rudelmitglied angegriffen werden, das zeige ich Varmikan nachher sehr deutlich.

Ich werde ihn nicht töten, da er auch zum Rudel gehört, aber er wird seine Lektion lernen! Vielleicht beiße ich ihm eine Ohrspitze ab als Mahnung!
Nun erstmal zu Pavo, komm Puschel",
sagte Gasmi vehement.

Gas schliff Urako im Schlepptau hinter sich her und wählte bewusst den Weg über die Straße. Ob dabei jemand den blanken Hintern von Puschel sah, interessierte Gasmi kein Stück. Er schleppte seinen Mann in Pavos Heilstube und drückte ihn dort auf den Behandlungsstuhl.

"Varmikan hat Puschel verletzt, Du musst ihm helfen Pavo. Warum er sich nicht gewehrt hat, weiß ich nicht", murrte Gas und streichelte Urako beruhigend.

Pavo starrte Urako an und schüttelte in Zeitlupe den Kopf.

"Das sieht nicht nach Varmikans Werk aus. Was war los?", fragte Pavo besorgt und wickelte vorsichtig die Lappen von Urakos Handgelenken.
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Re: Monsterjagd

#13

Beitrag von Urako » Di 28. Nov 2017, 08:32

Urako wollte was sagen, aber er kam gar nicht dazu, da ihn Gasmi ihn Windeseile mit seinem Lendenschurz verarztete und dann den Greifschwanz um den Hals schlang und ihn nackt hinter sich her schliff. Urako stolperte dauernd und grinste breit. "Genau so wollte ich immer sterben! Du weißt, was gut ist!"

Bei Pavo angekommen, wurde Urako kurzerhand in den Behandlunggstuhl gedrückt. Artig ließ Urako den Heiler seine Wunden betrachten.

"Das war nicht Varmi, das war ich selber. Mit Morasas Dolch. Ich hatte Varmi versprochen, auf Dave aufzupassen, wenn er mal nicht mehr ist und wir haben `nen flotten Dreier geschoben, um den Bund zu besiegeln. Ich hab`s Gasmi gebeichtet, damit er mich bestrafen kann und weil ich reinen Tisch machten wollte vor der Mission, falls einer von uns dabei abkratzt. Ich wollte Gasmi zeigen, wie sehr ich alles bereue, hab mich aufgeschnitten, damit er mir glaubt, wie wichtig mir das ist, dass ich aufrichtig bereue. Und dass ich noch tiefer schneiden werde, wenn er sich jetzt deswegen von mir scheiden lässt."
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Re: Monsterjagd

#14

Beitrag von Pavo » So 10. Dez 2017, 22:52

Der alte Goblin begann damit Urako fachmännisch zusammenzuflicken. Zuerst desinfizierte er Urakos Arme und achtete nicht darauf, dass dieser vor Schmerz zusammenzuckte. Immerhin hatte sich der Gute selbst so tief geschnitten, da musste er nun durch. Welche Schmerzen seine Wunden Gasmi oder Pavo bereiteten, danach schien Puschel nicht gefragt zu haben.

Pavo musterte Urako mit seinem einem Auge sehr ernst.

"Was immer Du Dir dabei gedacht hast, Du musst mit diesem Unfug aufhören. Die Aufgabe auf Dave aufzupassen, sollte Varmikan etwas zustoßen, ist hochanständig von Dir Urako. Aber ich glaube weder Gasmi, noch Varmi, noch Dave haben etwas davon, dass Du Dich in Stücke schneidest. Und ich habe genauso wenig davon. Im Gegenteil, mir machst Du Arbeit und Sorgen. Natürlich ist die Reihenfolge andersherum, erst Sorge dann Arbeit.

Da siehst Du mal wie durcheinander Du mich schon bringst. Du bist wie Dave mein Kurzer, mein Junge, wie kannst Du Dir nur jedes Mal so einen Unfug einfallen lassen? Glaubst Du tatsächlich, Du kannst auf Dave aufpassen? Du machst doch einen ähnlichen Mist wie er. Du schneidest Dich auf, er verkriecht sich im Nexus und isst nichts mehr. Ihr seid wirklich ein goldiges Duo!

Das Varmikan Dich nicht verletzt hat, ist mir klar.

Er wird Dich kaum bitten, seinen Mann zu hüten und Dich dann aufschlitzen wie einen alten Fisch. Der Frostalb handelt zwar manchmal nicht gerade logisch, aber dass ein toter Urako nur sehr schlecht auf einen wild gewordenen Dave aufpassen kann, dass dürfte sogar dem Frostalben klar sein.

Vielleicht sollte ich Dir statt der Wunden auch noch den Mund und den Hintern zunähen, damit wäre allen hier geholfen. Dein Mann wird Dich zukünftig genau im Auge behalten. Einen Dreier schieben um so ein Bündnis zu besiegeln. Auf Ideen kommst Du mit Varmikan, ich fass es nicht. Sollten wir hier alle Verträge so ausarbeiten, dann hätte Dave einen ziemlich wunden Arsch nach einem Tag",
grollte Pavo und nähte Urako die Wunden zu.

Als Pavo mit seiner Arbeit fertig war, kontrollierte er sie noch einmal ausgiebig und bandagierte Puschel dann die Arme bis zu den Handgelenken hoch. Sorgfältig befestigte er die Verbände, dann zog er mehrere Spritzen auf. Pavo packte Puschel im Haarschopf und zerrte ihn so auf die Beine. Dieser verfluchte Tiefling brach ihm noch das Herz und zog Dave gleich mit. Am besten war er legte ihn übers Knie. Aber dafür war Urako im Moment zu krank.

Aber es gab ja auch noch eine andere Möglichkeit. Pavo rammte Urako die erste Spritze in den Hintern und massierte ihm dann dort den Schinken, dass er keinen blauen Fleck bekam. Die beiden anderen Spritzen bekam er jeweils in eine Schulter gerammt. Danach waren seine Arme schlaff und nutzlos. Pavo hatte sie ihm betäubt.

"So einmal gegen Wundstarrkrampf und einmal damit Du heute nicht wieder kommen musst, da Du Dir den Kopf aufgeschnitten hast oder ähnliches. Ich bitte Dich Urako, rede mit Deinem Mann oder mir, ehe Du Dir etwas auf- oder abschneidest. So geht das nicht weiter! Weder macht das Dein Körper, noch machen das unsere Nerven mit", erklärte Pavo ernst und besorgt.

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Re: Monsterjagd

#15

Beitrag von Gasmi » So 10. Dez 2017, 23:21

Gasmi musterte Puschel mit einer Mischung aus Enttäuschung, Mitleid, Wut und Sorge. Irgendwie spiegelten sich all die Gefühle die dem kleinen Düsterling gerade durch den Kopf gingen in seinem Gesicht wieder. Er packte Urako wieder um den Hals mit seinem Greifschwanz und stieß ihn zurück auf den Behandlungsstuhl.

Im gleichen Moment bekam Urako eine so schallende Ohrfeige verpasst, dass sein Kopf zur Seite flog und seine Wange höllisch brannte. In Gasmis Gesicht brannte es auch, allerdings brannten seine Augen. Vor Wut und vor Enttäuschung. Puschel sah, dass der kleine Düsterling sich nicht die geringste Mühe gab, seine Tränen zu verbergen. Sie liefen seine Wangen entlang herab, aber Gas gab keinen Schluchzer von sich.

Der kleine Düsterling starrte seinen Mann noch eine ganze Weile lang wortlos an, ehe er sich räusperte und erstmal nur ein einziges Wort fragte.

"Warum?", flüsterte Gasmi.

Gas streichelte Urako über die geschundene Wange und strich ihm die weißen, verschwitzten Haare aus dem Gesicht.

"Ich verstehe nicht warum. Du hättest mir alles sagen können. Du hättest mich um alles bitten können, sogar darum. Du hättest sogar einen anderen Mann erbitten können, oder ein Abenteuer mit Varmikan. Aber wieso musst Du mich belügen? Wir wollten ehrlich zueinander sein. Ich bin niemand, der nicht verzeiht.

Du kannst mir alles sagen, Du kannst immer auf meine Hilfe zählen - nur lüge nicht! Wieso lügst Du mich an? Und wieso erpresst Du mich dann? Weißt Du warum? Weil Du weißt, dass Du nicht lügen darfst. Bist Du so feige mich vorher zu fragen, ob Du und Varmikan mal was dürft?

Oder hattest Du Angst vor der Antwort? Hattest Du Angst vor dem Ja oder vor dem Nein? Wovor hattest Du mehr Angst? Oder war es sogar die Angst davor, dass ich dann das gleiche verlangen könnte wie Du? Das ich im Rudel leben wollen würde, wie es Düsterlinge tun? Wo jeder jedem gehört? So lebte ich einst Urako, aber Du hast mir Treue geschworen. Mir und nicht einem Rudel.

Es geht nicht um diesen einen Dreier, sondern darum, dass Du hättest aufrichtig sein müssen.
Hätte ich Dich nur für Deinen Sex verurteilt, dann hätte ich Deinen Puffbesuch damals nicht übersehen, wo man Dich noch bestohlen hat, weil Du saufen musstest. Und nun verlangst Du von mir, dass ich Dich nicht verlasse, sonst schneidest Du Dich noch weiter und tiefer auf.

Du hast gar nichts zu verlangen Puschel. Nichts.
Überhaupt nichts!

Du wirst Dich nicht schneiden, Du wirst mich nicht erpressen und Du wirst mich nie wieder anlügen, hast Du das verstanden?!?

Ich werde es Dir sicher nicht so leicht machen, dass ich Dich einfach verlasse.
Oder dass ich mich von Dir erpressen lasse, damit Du Dein Spielchen weiter spielen kannst.
Ich liebe Dich, ich meinte meinen Schwur ehrlich.
Wenn Du ehrlich fragst, darfst Du von mir alles haben.

Aber Deine Lügen und Deine Erpressungen werde ich nicht mehr dulden.
Ab heute gelten meine Regeln und Du wirst Deine Fehler bei mir ausbügeln Puschel!
Ich schwöre es Dir, sonst lernst Du mich von einer ganz anderen Seite kennen!

Ab heute gehorchst Du mir und wirst mir folgen. Du willst was - Du fragst mich.
Du lügst - ich werde Dich bestrafen.

Was erlaubt ist und was nicht, werde ich Dir in einem Buch aufzeichnen. Damit das für Dich eindeutig ist und Du Dich nicht rausreden kannst. Das Buch wirst Du bei Dir tragen. Und ich werde in Teil zwei von den Buch auch hinein malen, was ich mit Dir mache, wenn Du nicht gehorchst.

Und nun steh auf und verschwende nicht noch länger Pavos wertvolle Zeit und seine Nerven. Das hat er nicht verdient. Er liebt Dich wie einen Sohn und Du spuckst uns allen ins Gesicht. Immer wieder!",
knurrte der kleine Düsterling erbost.

"Wir gehen nach Hause Pavo und ich werde gleich mit Urako, Dave und Varmikan gemeinsam reden. Danke für Deine Hilfe und alles was Du für uns getan hast", sagte Gasmi leise und drückte Pavo dankbar.

"Jederzeit gerne. Ein gute Idee, aber bitte redet vernünftig miteinander. Manchmal gibt es kein "Warum" Gas, dass weißt Du. Manchmal denken Personen leider erst hinterher über etwas nach. Drum stauch sie zu Recht, aber bitte nur verbal", bat Pavo.

Gasmi nickte knapp und ging ein paar Schritte vor. Der kleine Düsterling blieb stehen und schaute über die Schulter.
"Puschel komm, wir gehen Heim. Und Zuhause wirst Du sofort Varmikan und Dave in unser Wohnzimmer einladen. Gleichgültig wie, schaff die beiden Kerle ran, zügig", befahl Gas und stampfte vorneweg.

Einige Sekunden später als Urako aufgeholt hatte, schlang sich sofort der Greifschwanz von Gasmi um den Hals von Urako und zerrte ihn hinter sich her.

"Sag mir ob Du mich noch liebst...", flüsterte Gasmi ganz leise.

Bei dieser Frage drehte sich der Düsterling nicht um, er schaute Urako nicht an, aber der Tiefling spürte, wie der kleine Düsterling vor Angst zitterte, er spürte es sogar in dem Greifschwanz.
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Re: Monsterjagd

#16

Beitrag von Urako » Mo 11. Dez 2017, 09:41

»Ich werde tiefer schneiden«, sagte Urako tonlos, »wenn ich es für erforderlich halte. Das ist keine leere Drohung. Ich weiß, dass ich dich damit erpresse. Das ist ja auch der Sinn der Sache. Ich bin mir nichts wert. Ich möcht gern hören, dass ihr das anders seht ...dass ihr mir sagt, wie wichtig ich euch bin. Ich muss es dauernd hören. Dass ich irgendwem auf dieser verschissenen Welt etwas wert bin!«

Die Spritze in den Hintern und die kurze Massage hätte ihm unter anderen Umständen gefallen, aber heute schämte er sich, dass Gasmi dabei zusah im negativen Sinne. Er fühlte sich, als läge nicht nur sein Körper, sondern seine Seele nackt, als sei er aus Kristall und Gasmi würde die ganzen schmutzigen Einschlüsse sehen. Urako versuchte, die betäubten Arme zu bewegen, aber es ging nicht.

»Unfair. Wenigstens das Schmerzempfinden hättest du mir lassen können.« Er grinste etwas. Der klägliche Versuch, irgendwie die Spannung aus der Situation zu nehmen, schlug fehl. Stattdessen musste Urako mit ansehen, wie Gasmi die Tränen aus den Augen liefen. Im Gesicht seines Mannes lag so viel Schmerz, dass es Urako weh tat. Er schämte sich, wie er sich noch nie in seinem Leben geschämt hatte.

»Ja, es gibt ein Warum«, gestand er kleinlaut. »Viele Warums sogar.« Er hätte Gasmi gern in die Arme genommen, aber das ging ja nicht. So konnte er sich nicht vor der Seelenfolter drücken, der man ihn gerade aussetzte, nicht sein Gewissen durch das Trösten erleichtern. Er angelte mit seinem Dämonenschwanz nach dem von Gasmi. Er konnte ihn damit nicht festhalten, aber er konnte ihn lose darum wickeln.

»Du sollst die Antwort bekommen. Die Warums sind natürlich alle egoistischer Natur. Ist ja nicht so, dass ich das selber nicht merken würde.

Weil ich sie mag, Varmi und Dave. Weil ich größtmögliche Nähe mit ihnen will, sie scheinen immer viel zu weit weg zu sein. Weil ich nur der Gast in ihrer Beziehung bin. Das kotzt mich an. Ich bin nicht gern zweite Geige. Ich dachte, wenn ich mit ihnen schlafe erhöht das vielleicht meinen Wert für sie.
Weil ich das Gefühl hab, dich zu verschlingen, wenn du allein das abbekommst, was sich jetzt auf drei verteilt. Ich brauch dauernd Nähe, dauernd Sex, muss dauernd hören, wie wichtig ich bin, es dauernd gezeigt kriegen. Das würde dir rasch auf die Nerven gehen. So ist es doch erträglich, oder?
Und weil, weil ich nicht vor dem Nichts stehen will, wenn du mich verlässt. Das würde mich umbringen, Gas. Allein der Gedanke daran ist unerträglich. Ich kann nicht alleine sein, ich war es zu lange. Darum hab ich mir diesen Fluchtweg eingerichtet. Dave und Varmi sind meine Lebensversicherung.

Ja, ich hatte Angst vor einem Nein.
Ja, ich hatte Angst vor einem Streit, wenn ich gefragt hätte.
Angst davor, dass du mich nachher nicht mehr liebst oder unsere Beziehung einen Riss hat, der nie wieder zu kitten geht.
Ja, ich hatte Angst, dass du dann das Gleiche verlangst. Das kann ich nicht ertragen Gasmi! Ich will das nicht. Du bist meiner und ich will nicht, dass du auch nur an so was denkst. Für mich wäre allein die Frage, ob du das dann auch darfst, ein sofortiger Trennungsgrund. Um diese Frage zu vermeiden, hab ich nichts gesagt und nur heimlich mit ihnen geschlafen. Weil ich will mich nicht trennen. Also denk nicht mal dran, mich zu fragen.

Und ich will nicht, dass du mir dauernd mit deinem scheiß Rudel kommst. Es gibt kein Rudel mehr für dich, wenn du mich an deiner Seite haben willst, sonst gehe ich, egal, wie weh mir das selber tut! Oder geh doch selber! Geh zu deinem tollen Rudel! Ich hab jetzt auch eins.«


Obwohl er es nicht wollte, mischte sich wieder Wut unter Urakos Gedanken. Wieso tat es ihm eigentlich leid, wenn Gasmi eh in Wahrheit nur dem Rudelleben nachtrauerte, wo jeder jeden vögelte? Er belog ihn, er manipulierte ihn, die Tränen - nichts als Farce!

Plötzlich schickte Gasmi ihn weg, um Dave und Varmikan zu holen. Urako ging um die Ecke, blieb auf halber Strecke keuchend stehen und stellte sich mit dem Gesicht an die Wand. Er presste seine Nase gegen den kalten Stein, sein Herz hämmerte wie nach einem Dauerlauf. Er wollte nicht. Er wollte sie nicht holen. Er wollte Gasmi sagen, er hätte sie nicht gefunden oder niemand hätte auf sein Klopfen geantwortet. Aber er konnte nicht schon wieder lügen. Nicht jetzt. Eine letzte Ecke der Vernunft in ihm war noch vorhanden, vielleicht durch den Blutverlust, der ihn müde machte. Er riss sich zusammen, ging zur Schreibstube, drückte die Klinke mit dem Fuß und schubste die Tür mit dem Fuß auf. Dave saß hinter seinem Schreibtisch, wie immer. Ein vertrauter Anblick, der fast ebenso weh tat wie der Anblick von Gasmis Tränen.

»Ich habs Gasmi gebeichtet«, sagte Urako mit erstickter Stimme. »Du und Varmi, ihr sollt in unser Wohnzimmer kommen.«

Dann ging er wieder, ohne die Antwort abzuwarten. Er hoffte, dass die beiden sich einfach weigerten. Er würde gern eine Abstecher zur Folterkammer machen und sich selber da einspannen oder sich einfach einen Strick nehmen, aber nicht einmal das konnte er ohne Arme. So trottete er zu Gasmi zurück.

»Habs ihnen gesagt«, murrte er. Kaum war er wieder bei Gasmi, zerrte dieser ihn mit dem Greifschwanz von hinten an sich heran und fragte ihn, ob er ihn noch lieben würde.

»Noch?«, fragte Urako mit einer Mischung aus Unglauben und Wut zurück. »Bist du denn so blind? Mehr, als je zuvor. Es wird immer schlimmer, es ist unerträglich! Ja, ich liebe dich, aber diese Formulierung wird dem nicht gerecht, was ich wirklich für dich empfinde. Diese Worte müssen erst noch erfunden werden! Aber das kann jemand wie du ja nicht verstehen. Geh du mal mit solchen Gefühlen um.« Er lehnte sich von hinten an Gasmi. »Lass es dir doch von Dave zeigen. Er kann uns verbinden. Dass, was andere unter Liebe verstehen, ist lächerlich gegen das, was ich fühle. Am liebsten würde ich dich auffressen, dich absorbieren, damit du endgültig meiner bist! Wie diese Tiefseefische, bei denen das Männchen für immer mit dem Weibchen verwächst, bis es nur noch ein Organ ist. Aber ich erwarte nicht, dass du oder irgendwer anders diese Form von Liebe begreift.«
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Re: Monsterjagd

#17

Beitrag von Gasmi » Mo 11. Dez 2017, 10:39

Gasmi musterte Puschel ernst und streichelte dessen Gesicht.

„Blind bist nur Du Puschel. Und genau das ist Dein Problem. Ich, ich, ich! Zur Liebe gehören zwei. Und zur Liebe gehört Vertrauen. Ich liebe Dich von ganzen Herzen.

Ferner habe ich Dir nur erklärt, dass ich einmal im Rudel lebte. Mehr nicht, hör mir bitte zu.
Das heißt, mir ist sehr wohl bekannt, wie ein Rudelleben funktioniert und ich war damals glücklich. Folglich kenne ich, dass man eine Person oder sogar mehrere Personen lieben kann.

In Deinem Kopf gehören Varmikan, Dave und ich zu Deinem Rudel. Das hättest Du mir ehrlich sagen können und Du hättest es mir sagen müssen. Meinst Du ich bin so dumm, dass ich nicht begreifen, dass es einen Unterschied zwischen Liebe und Sex gibt?

Aber dass Puschel gehört zur Ehrlichkeit dazu. Zu den Eckdaten einer Beziehung, zu den Dingen die Du benötigst, brauchst, Dir wünscht und die Du Dir ersehnst. Ebenso die Dinge die auf meiner Wunschliste stehen.

Mich stört nicht, dass Du ein Rudel haben möchtest und dass Du für Varmikan und Dave etwas empfindest. Das Du etwas für die beiden empfindest, gibt dem Ganzen sogar mehr, als wenn es sich um reine Rammelei gehandelt hätte. Dass Du auch andere liebst, stört mich nicht. Das macht die Liebe die ich von Dir empfange nicht weniger wert und Liebe nutzt sich auch nicht ab, sobald man sie durch mehrere teilt. Sonst dürfte jedes Lebewesen nur ein Kind zeugen, ist dem nicht so?

Das was mir weh tut ist, dass Du mir so wenig vertraust, dass Du mich angelogen hast!
Dass Du mich so wenig kennst, dass Du Angst vor meiner Antwort hattest!
Dass Du denkst Du könntest mich verlassen.
Dass Du jetzt sogar noch versuchst mich zu erpressen.

Und das alles nur aus Angst und Unsicherheit, weil Du an MIR zweifelst.
Du an mir!
Du bist Dir meiner Liebe nicht sicher, Du glaubst mir nicht, obwohl ich Dich nie belogen habe.
Ich habe immer mit offenen Karten gespielt Puschel.
Immer.

Und ich habe immer zu Dir gehalten, Dich in Schutz genommen und Dich gesund gepflegt als es Dir so schlecht ging und Du verbrannt warst.

Wieso denkst Du, wenn ich von einem Rudel erzähle, ich möchte das Gleiche was Du Dir wünscht oder Du brauchst? Wann habe ich das gesagt?

Pass auf, wir machen das folgendermaßen.

Du hörst sofort auf zu lügen und erzählst mir ab sofort die Wahrheit.
Du hörst sofort auf um den heißen Brei zu reden und erzählst mir was Du Dir wünscht!
Du hörst sofort auf mir Worte in den Mund zu legen, die ich nie sagte. Höre hin was ich sage!
Du hörst sofort mit der Erpresserei auf, sonst lasse ich Deine Arme jeden Tag betäuben.
Du hörst sofort auf, von Trennung zu labern! Keiner von uns geht, wir sind verheiratet!

Deine Warums lasse ich nicht gelten, da sie auf Deiner Feigheit beruhen, und Deinem Misstrauen mir gegenüber. Dafür gibt es keinen Grund. Also lässt Du es ab sofort sein.

Und noch eins, widersprich mir nicht ständig, sondern rede mit mir! Hast Du das nun verstanden?

Dave soll uns verbinden, damit ich sehe was Du für mich empfindest?
Dafür benötige ich eigentlich Dave nicht, dass sehe ich auch so, wenn Du lieb bist und Dich anständig verhältst. Wenn Du mir eine Zuckerschlange auf das Kopfkissen legst, sagt das mehr als tausend Worte. Sie ist so süß, dass ich sie gar nicht essen mag vor Freude und Rührung.

Oder wenn Du mir Kuschelsocken fertigst, die aussehen wie Du. Die Dich vertreten, sobald Du nicht da bist.

Aber gut, ich bin einverstanden und neugierig. Dave soll uns verbinden. Denn dann sehe ich ja nicht nur, wie sehr Du mich liebst. Sondern DU siehst auch, wie sehr ich Dich liebe und was Du anzweifelst. Und dann Puschel, wirst Du Dich bei mir entschuldigen und mir schwören, bei allem was Dir heilig ist, Dich nie wieder zu verletzten.

Denn Du dummer Hund schneidest zwar in Dein Fleisch, aber damit schneidest Du letztendlich in meine Seele. Und da redest Du von Liebe? Wenn Du mich wirklich liebst, dann verletzt Du mich nicht. Dann beschützt Du mich, so wie ich Dich.

Das mit Deinem Rudel, mit Varmi und Dave, dass bereden wir mit den beiden gleich gemeinsam.
Du darfst mich ruhig küssen, auch wenn Deine Arme zum Glück nicht funktionieren, weißt Du? Oder hast Du davor neuerdings auch Angst?“,
fragte Gasmi liebevoll.
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Re: Monsterjagd

#18

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 20. Dez 2017, 11:06

Urako betrat die Schreibstube und zwar indem er den Fuß anstatt die Hand benutzte. Dave, Varmikan und Anwolf zogen gleichzeitig fast synchron erstaunt die Augenbraue hoch. Selbst Fedor hob seinen grauen Kopf und schaute fragend auf. Als er die Schlabberarme des Tieflings erblickte, legte sich der Hund wieder gemütlich hin.

„Ich habs Gasmi gebeichtet“, erklärte Urako mit erstickter Stimme.
„Du und Varmi, ihr sollt in unser Wohnzimmer kommen“, sagte Puschel und verließ die Schreibstube ohne auf ihre Antwort zu warten.

Varmikan und Dave schauten sich beide einen Moment wortlos an.

„Was hat er Gasmi gebeichtet? Was habt Ihr angestellt?“, fragte Anwolf neugierig.
„Nicht jetzt Kurzer, dass erklären wir Dir später. Wollen wir Davy?“, antwortete Varmikan nervös.
„Wir müssen, das sind wir ihm schuldig“, gab Dave zurück.

Der Magier stand auf, kraulte im Vorbeigehen Fedor den Kopf und wartete in der Tür auf Varmikan. Der Frostalb ließ sich bewusst etwas mehr Zeit, da er nicht wusste, was ihn erwartete. Irgendwie fürchtete er die Reaktion von Gasmi.

Falls dieser handgreiflich werden sollte, hatte weder er noch Dave dem kleinen Düsterling etwas entgegenzusetzen. Er konnte und durfte seinen Wahlbruder Puschel in diesem schweren Moment nicht hängen lassen, zeitgleich fürchtete sich Varmikan davor, Dave zur Not nicht beschützen zu können.

„Na komm, es nützt nichts, dass Unvermeidliche unnötig hinauszuzögern“, erklärte Dave und hakte Varmikan kurzerhand unter.

Beiden gingen rüber in ihr gemeinsames Haus, dass sie kurz nach der Doppelhochzeit bezogen hatten. Ohne Umschweife betraten sie das Wohnzimmer, wo Gasmi und Urako bereits auf sie warteten.

„Hier sind wir Puschel, lasst uns bitte in Ruhe reden“, bat Dave.
„Dem schließe ich mich an. Wir wollten Euch niemals schaden, im Gegenteil. Puschel bedeutet uns beiden sehr viel“, fügte Varmikan an.

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Re: Monsterjagd

#19

Beitrag von Urako » Do 21. Dez 2017, 17:22

Urako saß da mit einem Gesicht, aus dem nicht ersichtlich war, welche Stimmung es widerspiegelte, nur, dass er extrem angespannt war. Er hatte damit zu kämpfen, überhaupt schweigend und abwartend auf dem Sofa zu sitzen anstatt rumzubrüllen oder wütend das Feld zu räumen, um irgendeine Bestrafung vorzunehmen.

"Doch, du hast mich mal belogen, was Jozo anbelangt", sagte Urako so ruhig er es vermochte. "Glaub nicht, dass ich das vergessen hätte. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, Gasmi. Ich versuch`s zu ignorieren. Aber glaube nicht, dass ich das einfach aus meinem Gedächtnis radieren kann. Wenn einer Schuld daran trägt, dass ich so zweifle, dann du. Aber ich will deswegen nicht mehr streiten. Ich tu einfach so, als wüsste ich es nicht mehr."

Obwohl er sich eigentlich nur noch versöhnen wollte, warf er Gasmi einen feindseligen Blick von der Seite zu. Urako kämpfte hier um sein Leben. Die ganze Situation hatte für ihn existenziell bedrohliche Ausmaße. Während andere einen Beziehungsstreit als ebendiesen betrachteten, war es für Urako jedes Mal ein Feldzug. Er war froh, dass Gasmi sachlich blieb, obwohl er seinen Standpunkt sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

"In Ordnung, versuchen wir es. Mein Part:

Ich lüge nicht mehr.
Ich sage klipp und klar, was ich will, anstatt rumzueiern.
Ich werde nicht mehr von Trennung sprechen. Das ist das Letzte, was ich je wollte.
Ich geb mir Mühe, dich nicht mehr zu erpressen.

Aber ich werde nicht aufhören, mich zu schneiden. Das tut mir gut. Ich verbiete auch niemandem zu saufen oder zu rauchen und das ist viel ungesünder, oder? Es sind meine verdammten scheiß Arme und selbst wenn ich die in Scheibchen schneiden will, ist das mein gutes Recht!"


Varmikan und Dave betraten den Raum. Mit einer Mischung aus Müdigkeit, Feindseligkeit, Sehnsucht und Resignation betrachtete Urako die beiden. Urako machte ein kurzes verächtliches Geräusch, als die beiden angaben, ihnen niemals schaden haben zu wollen.

"Natürlich wolltet ihr das nicht. Ändert aber nix daran, dass ihr es getan habt, genau wie ich. Gasmi ist sauer und traurig und ihr seid nicht weniger Schuld dran als ich. Da gibt`s nix dran zu rütteln, ist so."

Trotzdem war er froh, dass sogar Dave versuchte, eine vernünftige Lösung zu finden anstatt aus Rache für Urakos kaltes Betragen ihm gegenüber in letzter Zeit Öl ins Feuer zu gießen. Er betrachtete Gasmi und versuchte, seine Reaktionen in seinem hübschen dunkelgrauen Gesicht zu lesen.

"Ich war dir treu, seit wir verheiratet waren, Gasmi. Hat nicht wirklich einen Wert, wollte es aber gesagt haben. Damit bist du der Erste, bei dem ichs auch nur mit Treue versuche. Dave, Varmi, einer von euch muss Gasmi und mich verbinden. Am besten derjenige, der es mehr drauf hat, ein Geheimnis für sich zu behalte und es nicht aus Versehen mit einem Hups ausplaudert oder mit Absicht, wenn er mal Ulle auf einen hat."

Gestresst rieb sich Urako mit dem Flügel das Gesicht. Er war ziemlich durcheinander und es ging ihm hundeelend, aber er würde das jetzt durchziehen. Wenn er schon mal verheiratet war, würde er auch für seine Ehe kämpfen, auch wenn das mehr Rückgrat erforderte, als er eigentlich bereit war zu zeigen.
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warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Re: Monsterjagd

#20

Beitrag von Gasmi » Do 21. Dez 2017, 18:02

Gasmi musterte Puschel und war froh, dass dieser einmal ruhig seinen Standpunkt darlegte, auch wenn diese nicht alle teilen konnte. Gasmi streichelte Urako durch die Haare und schaute ihn ernst an.

"Schön dass Ihr gekommen seid, ist nicht ganz passend. Und die Worte - wir müssen reden, klingen abgedroschen. Allerdings bin ich froh, dass Ihr gekommen seid, damit wir reden können. Und reden müssen wir. Und das bitte, ohne dass irgendwer anfängt zu mauern oder zu schmollen.

Ich beantworte zuerst die Punkte von meinem Mann. Also Urako, ja ich habe Dich einmal belogen und damit habe ich Dich seelisch betrogen. Dass kann ich nicht abstreiten, werde ich auch nicht. Ich habe Dich damals sogar sehr bewusst belogen und zwar aus einem einfachen Grund, ich wollte Dich vor Jozo beschützen. Weder Du noch Varmi kennt Jozo. Aber Dave kann Dir bestätigen, dass von Jozo eine tödliche Gefahr ausgeht. Niemand weiß das besser als ich, denn ich habe ihn ausgebildet. Und genau aus diesem Grund habe ich ihn verschwiegen. Ich habe gelogen, damit Du ihn nichts suchst, damit Du Deinen eigenen Tod nicht suchst.

Meine Lüge war eine Lüge wie jede andere Unwahrheit auch. Was sie von Deinen Lügen unterscheidet ist, dass sie selbstlos war. Das ich keinen Vorteil davon hatte. Außer vielleicht, wenn Du es als Vorteil siehst, dass ich Angst um Dich hatte und das ich nicht möchte, dass Dich irgendwer verletzt oder tötet. Denn nur darum ging es mir.

Wenn Du deshalb nun an mir zweifelst Puschel, dann sei es so. Das ist ein geringer Preis im Vergleich dazu, was Jozo Dir antun könnte. Schmolle von mir aus, tue so als weißt Du von nichts, ganz wie Du magst Puschel, aber lebe.

Zu Deinen nächsten Punkten.

Das Du nicht mehr lügen willst, freut mich sehr und ich werde Dich ebenfalls nicht mehr belügen. Auch nicht mehr zu Deinem Schutz. Ich werde Dir ebenfalls klipp und klar sagen, was ich möchte, wovor ich Angst habe und was ich mir von Dir erhoffe. Wie zum Beispiel bitte jage niemals alleine oder mit Varmikan Jozo. Ihr würdet sterben. Versucht es nicht, es sind ganz andere Leute an ihm gescheitert.

Das Du nicht mehr von Trennung sprechen möchtest, freut mich auch. Natürlich weiß ich, dass Du Dich niemals von mir trennen würdest. Du drohst es immer nur leer an. Eine echte Trennung wäre wohl die schlimmste Strafe, die Du Dir selbst antun kannst. Aber dennoch tun solche Worte weh, sie schmerzen sogar mehr als wären sie echt gemeint. Denn sie zeigen mir, Du hast kein Vertrauen. Du musst mich nicht mit Trennung erpressen um zu bekommen was Du möchtest. Du musst es mir nur sagen Puschel.

Das selbe kannst Du Dir auch für Deine Beziehung merken Dave. Anstatt ständig wegzulaufen, oder Varmikan Vorhaltungen zu machen, sprich aus was Dich stört oder Du Dir wünscht. Ich weiß, dass Du nicht über alles reden kannst. Warum, tja das weiß ich nicht. Aber ich denke und hoffe doch, Varmi wird es wissen. Also rede mit ihm.

Puschel und Dave, Ihr beide braucht uns doch. Wir sind für Euch lebensnotwendig, also versucht es. Wir brauchen Euch genauso und wir lieben Euch genauso. Und ganz nebenbei Puschel, wo willst Du schon hin? Gleichgültig wohin Du fliehst, ich verfolge Dich und hole Dich zurück. Das habe ich Dir schon einmal geschworen.

Das mit dem Schneiden, darfst Du nicht mehr tun. Ich verstehe nicht, warum Dir das gut tut. Natürlich ist rauchen und saufen schlimm, aber Du verletzt Dich doch bewusst. Hast Du nicht genug Feinde, die Dich verletzen? Musst Du das selbst auch noch tun? Und nein es ist nicht Dein Recht Dich zu schneiden. In einer Ehe gehört einem alles gemeinsam. Also darfst Du nicht in unsere Arme schneiden. Das ist doch so mit dem Eherecht oder Dave?

Ja das ist richtig, Ihr alle drei habt mich verletzt. Das Ihr mich nicht verletzten wolltet, das glaube ich Euch Dreien sogar. Aber ich bin nicht traurig und sauer, weil Ihr Sex hattet, sondern weil Ihr mich belogen habt! Wir haben zusammen gelebt, wir waren Freunde, wir waren eine Familie. Aber insgeheim gehörte ich gar nicht dazu. Ich war außen vor, ausgeschlossen durch Euer Geheimnis. So geht das nicht und das lasse ich mir auch nicht gefallen.

Wenn Ihr Euch schon als Mini-Rudel braucht, dann ist es wohl das Mindeste, dass man mich fragt und informiert. Eure Lügen haben mich verletzt. Ihr hattet Angst vor meiner Reaktion, ja und? Wenn Ihr sowas plant, müsst Ihr auch mit Antworten leben die Euch nicht schmecken. Das muss ich ebenso, wenn ich um einen Gefallen bitte.

Also wenn wir unsere Familie retten wollen, wenn wir unsere gemeinsame Wohngemeinschaft retten wollen, dann müsst Ihr ab sofort ehrlich zu mir sein. Selbstverständlich werde ich auch ehrlich zu Euch sein. Aber ich habe Dich nie um Dir zu schaden belogen Puschel und Dir Dave habe ich oft genug geholfen. Und wir beide haben uns immer gut verstanden Varmi, also was sollte das von Euch? Was habt Ihr Euch dabei gedacht und habt Ihr überhaupt gedacht?

Deinen Treueversuch erkenne ich an Puschel, aber innere Dich an Deine Worte. Solltest Du scheitern, rede vorher mit mir. Es gibt nichts, was wir nicht klären können. Nur lüge nicht.

Dave wird uns verbinden, er führt hier auch die Verhöre. Er kann das, drum macht er das. Das machst Du doch für uns oder Dave? Das wäre es, was ich dazu zu sagen habe. Nun Ihr",
sagte Gasmi ernst und nahm eine von Puschels schlaffen Händen in sein.

Fürs Erste lief es sehr gut, der kleine Düsterling hatte große Hoffnungen, dass alle ruhig bleiben würden und sie ihre Familie retten konnten. Das sogar Puschel ruhig blieb und offen wie auch ehrlich alles auf den Tisch packte machte Gasmi stolz. Immerhin wusste er, wie schwer gerade für Puschel solche Geständnisse waren.
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