Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Monsterjagd

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Re: Monsterjagd

#11

Beitrag von Urako » Do 23. Nov 2017, 19:14

<< Was zuvor geschah: ├ťberreichung in Alessa

Es gab etwas zu beichten, bevor sie sich aufmachten, um das Monster zur Strecke zu bringen. Archi war gef├Ąhrlich. Es war nicht unwahrscheinlich, dass einer von ihnen ebenso liegen blieb. Urako wollte vorher reinen Tisch machen. Wenn es Varmi traf, hatte Urako fortan nicht nur auf Gasmi, sondern auch auf Davy aufzupassen. Er hatte Varmi sein Wort gegeben und es aus ganzem Herzen getan. Nur hatte er selbst untersch├Ątzt, wie wichtig ihm die Ehe zu Gasmi war und wie sehr sie in ihm den Wunsch geweckt hatte, alles anders zu machen als fr├╝her. Er sch├Ąmte sich in Grund und Boden und hasste sein Spiegelbild noch mehr als sonst.

Urako tat also, was er tun musste.

Er nahm den wunderbar scharfen und hochwertigen Dolch von Morasa zur Hand, sp├╝rte sein Gewicht und sein Puls beschleunigte sich. Bereits das Gef├╝hl der Waffe in seiner Hand, ihr Geruch nach Eisen und ihr Gewicht waren wohltuend und reinigend. Urako schnitt sich kraftvoll unterhalb der Handgelenke tief ins Fleisch. An beiden Armen ├Âffnete er seine Pulsadern. Der Schmerz verursachte eine wohlige G├Ąnsehaut. Er hob die Arme weit ├╝ber sich und blieb so stehen, lie├č das hei├če Blut in Str├Âmen an sich herablaufen, bis er sich von den Handgelenken bis zu den Schultern vollkommen vollgeblutet hatte, dann rannte er zu Gasmi, legte einen Hechtsprung hin und schlitterte ├╝ber den Boden. Er umklammerte Gasmis schwarze F├╝├če und k├╝sste sie innig.

"Hase, ich habe Schei├če gebaut!" rief er unter Tr├Ąnen. "Bitte verlass mich nicht! Ich hab Varmi versprochen, auf Davy aufzupassen, wenn er nicht mehr ist und wir haben miteinander geschlafen! Ich bereue zutiefst und beuge mich deinem Urteil, ich bin nichts weiter als ein minderwertiges und unmoralisches St├╝ck Dreck, du kannst alles mit mir machen, aber bitte bleib bei mir!"
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Re: Monsterjagd

#12

Beitrag von Gasmi » Di 28. Nov 2017, 07:48

Gasmi war gerade aufgestanden und r├Ąkelte sich gen├╝sslich. Ihr neues, gemeinsames Zuhause war wundersch├Ân. ├ťberall gab es Ecken und kleine Nischen in denen man herrlich schlafen konnte. Oder in die man sich einfach hinein quetschte um etwas zu d├Âsen.

Zudem stand das Haus direkt neben dem Geisterhaus. Zum Dienst musste man nur ├╝ber die Gartenmauer h├╝pfen und schon war man dr├╝ben. Man konnte nat├╝rlich auch den langweiligen Au├čenweg entlang gehen und von einer T├╝r zur n├Ąchsten laufen.

Gami ├╝berlegte, ob er nochmal die seltsame Statue in Dave und Varmis Schlafzimmer untersuchen sollte, oder ob er sich etwas im Garten umschaute. Dort wurde von den anderen eine Sitzecke gestaltet. Sobald sie fertig war, konnten sie dort den Abend gem├╝tlich ausklingen lassen und sogar grillen. Gas unterst├╝tzte Puschel und die anderen dabei tatkr├Ąftig in dem er sich versteckte und bei der Arbeit nicht im Weg herum stand.

Gerade als der kleine D├╝sterling beschloss, sich den Garten und die dortigen Fortschritte anzuschauen, kam Puschel regelrecht angesegelt, legte eine Bauchlandung hin und schlitterte ihm vor die F├╝├če.

Seine Arme waren aufgeschlitzt und bluteten heftig.

"Hase, ich habe Schei├če gebaut!. Bitte verlass mich nicht! Ich hab Varmi versprochen, auf Davy aufzupassen, wenn er nicht mehr ist und wir haben miteinander geschlafen!

Ich bereue zutiefst und beuge mich deinem Urteil, ich bin nichts weiter als ein minderwertiges und unmoralisches St├╝ck Dreck, du kannst alles mit mir machen, aber bitte bleib bei mir",
flehte und gestand Puschel in einem.

Gasmi sch├╝ttelte entgeistert den Kopf.
"Was ich mit Dir mache ist wohl klar!", fauchte der D├╝sterling besorgt.

Gas packte Urako mit dem Greifschwanz um die Handgelenke und zerrte ihn so auf die Beine. Gleichzeitig riss er ihm den Lendenschurz von Leib, so dass Urako v├Âllig entbl├Â├čt vor ihm stand. Aber so gerne Gasmi auch gewollt h├Ątte, f├╝r Puschels Pracht hatte er im Augenblick keine Zeit.

Einen Moment sp├Ąter bestand Urakos Lendenschurz nur noch aus Fetzen, die Gasmi seinem Mann fest um die verletzten Handgelenke schn├╝rte, um die Blutungen zu stillen.

Der Greifschwanz griff um und packte Urako um den Hals.

"Wir m├╝ssen sofort zu Pavo und halt ja die Arme nach oben Puschel. War Varmikan das? Hat er Dich aufgeschlitzt, damit er mit Dir schlafen konnte? Wenn wir von Pavo kommen, dann kann der Frostalb sein blaues Wunder erleben.

Zuerst sollst Du Dave f├╝r ihn h├╝ten und so lieb wie Du bist sagst Du auch noch zu. Gut jeder wei├č, Dave ist hochgradig intelligent, aber manchmal stolpert er ├╝ber seine eigenen F├╝├če und speichelhafter Sauberkeit hat er ├╝berhaupt keine Ahnung! Es war gut, dass Du das Varmikan versprochen hast. Du hast es f├╝r Dave getan.

Aber dass der Frostalb danach so mit Dir umgeht, dass ist... ich finde keine Worte! Vielleicht macht man das bei Frostalben so, aber wie man das bei D├╝sterlingen macht, sollte ein Rudelmitglied angegriffen werden, das zeige ich Varmikan nachher sehr deutlich.

Ich werde ihn nicht t├Âten, da er auch zum Rudel geh├Ârt, aber er wird seine Lektion lernen! Vielleicht bei├če ich ihm eine Ohrspitze ab als Mahnung!
Nun erstmal zu Pavo, komm Puschel",
sagte Gasmi vehement.

Gas schliff Urako im Schlepptau hinter sich her und w├Ąhlte bewusst den Weg ├╝ber die Stra├če. Ob dabei jemand den blanken Hintern von Puschel sah, interessierte Gasmi kein St├╝ck. Er schleppte seinen Mann in Pavos Heilstube und dr├╝ckte ihn dort auf den Behandlungsstuhl.

"Varmikan hat Puschel verletzt, Du musst ihm helfen Pavo. Warum er sich nicht gewehrt hat, wei├č ich nicht", murrte Gas und streichelte Urako beruhigend.

Pavo starrte Urako an und sch├╝ttelte in Zeitlupe den Kopf.

"Das sieht nicht nach Varmikans Werk aus. Was war los?", fragte Pavo besorgt und wickelte vorsichtig die Lappen von Urakos Handgelenken.
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Re: Monsterjagd

#13

Beitrag von Urako » Di 28. Nov 2017, 08:32

Urako wollte was sagen, aber er kam gar nicht dazu, da ihn Gasmi ihn Windeseile mit seinem Lendenschurz verarztete und dann den Greifschwanz um den Hals schlang und ihn nackt hinter sich her schliff. Urako stolperte dauernd und grinste breit. "Genau so wollte ich immer sterben! Du wei├čt, was gut ist!"

Bei Pavo angekommen, wurde Urako kurzerhand in den Behandlunggstuhl gedr├╝ckt. Artig lie├č Urako den Heiler seine Wunden betrachten.

"Das war nicht Varmi, das war ich selber. Mit Morasas Dolch. Ich hatte Varmi versprochen, auf Dave aufzupassen, wenn er mal nicht mehr ist und wir haben `nen flotten Dreier geschoben, um den Bund zu besiegeln. Ich hab`s Gasmi gebeichtet, damit er mich bestrafen kann und weil ich reinen Tisch machten wollte vor der Mission, falls einer von uns dabei abkratzt. Ich wollte Gasmi zeigen, wie sehr ich alles bereue, hab mich aufgeschnitten, damit er mir glaubt, wie wichtig mir das ist, dass ich aufrichtig bereue. Und dass ich noch tiefer schneiden werde, wenn er sich jetzt deswegen von mir scheiden l├Ąsst."
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Re: Monsterjagd

#14

Beitrag von Pavo » So 10. Dez 2017, 22:52

Der alte Goblin begann damit Urako fachm├Ąnnisch zusammenzuflicken. Zuerst desinfizierte er Urakos Arme und achtete nicht darauf, dass dieser vor Schmerz zusammenzuckte. Immerhin hatte sich der Gute selbst so tief geschnitten, da musste er nun durch. Welche Schmerzen seine Wunden Gasmi oder Pavo bereiteten, danach schien Puschel nicht gefragt zu haben.

Pavo musterte Urako mit seinem einem Auge sehr ernst.

"Was immer Du Dir dabei gedacht hast, Du musst mit diesem Unfug aufh├Âren. Die Aufgabe auf Dave aufzupassen, sollte Varmikan etwas zusto├čen, ist hochanst├Ąndig von Dir Urako. Aber ich glaube weder Gasmi, noch Varmi, noch Dave haben etwas davon, dass Du Dich in St├╝cke schneidest. Und ich habe genauso wenig davon. Im Gegenteil, mir machst Du Arbeit und Sorgen. Nat├╝rlich ist die Reihenfolge andersherum, erst Sorge dann Arbeit.

Da siehst Du mal wie durcheinander Du mich schon bringst. Du bist wie Dave mein Kurzer, mein Junge, wie kannst Du Dir nur jedes Mal so einen Unfug einfallen lassen? Glaubst Du tats├Ąchlich, Du kannst auf Dave aufpassen? Du machst doch einen ├Ąhnlichen Mist wie er. Du schneidest Dich auf, er verkriecht sich im Nexus und isst nichts mehr. Ihr seid wirklich ein goldiges Duo!

Das Varmikan Dich nicht verletzt hat, ist mir klar.

Er wird Dich kaum bitten, seinen Mann zu h├╝ten und Dich dann aufschlitzen wie einen alten Fisch. Der Frostalb handelt zwar manchmal nicht gerade logisch, aber dass ein toter Urako nur sehr schlecht auf einen wild gewordenen Dave aufpassen kann, dass d├╝rfte sogar dem Frostalben klar sein.

Vielleicht sollte ich Dir statt der Wunden auch noch den Mund und den Hintern zun├Ąhen, damit w├Ąre allen hier geholfen. Dein Mann wird Dich zuk├╝nftig genau im Auge behalten. Einen Dreier schieben um so ein B├╝ndnis zu besiegeln. Auf Ideen kommst Du mit Varmikan, ich fass es nicht. Sollten wir hier alle Vertr├Ąge so ausarbeiten, dann h├Ątte Dave einen ziemlich wunden Arsch nach einem Tag",
grollte Pavo und n├Ąhte Urako die Wunden zu.

Als Pavo mit seiner Arbeit fertig war, kontrollierte er sie noch einmal ausgiebig und bandagierte Puschel dann die Arme bis zu den Handgelenken hoch. Sorgf├Ąltig befestigte er die Verb├Ąnde, dann zog er mehrere Spritzen auf. Pavo packte Puschel im Haarschopf und zerrte ihn so auf die Beine. Dieser verfluchte Tiefling brach ihm noch das Herz und zog Dave gleich mit. Am besten war er legte ihn ├╝bers Knie. Aber daf├╝r war Urako im Moment zu krank.

Aber es gab ja auch noch eine andere M├Âglichkeit. Pavo rammte Urako die erste Spritze in den Hintern und massierte ihm dann dort den Schinken, dass er keinen blauen Fleck bekam. Die beiden anderen Spritzen bekam er jeweils in eine Schulter gerammt. Danach waren seine Arme schlaff und nutzlos. Pavo hatte sie ihm bet├Ąubt.

"So einmal gegen Wundstarrkrampf und einmal damit Du heute nicht wieder kommen musst, da Du Dir den Kopf aufgeschnitten hast oder ├Ąhnliches. Ich bitte Dich Urako, rede mit Deinem Mann oder mir, ehe Du Dir etwas auf- oder abschneidest. So geht das nicht weiter! Weder macht das Dein K├Ârper, noch machen das unsere Nerven mit", erkl├Ąrte Pavo ernst und besorgt.

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Re: Monsterjagd

#15

Beitrag von Gasmi » So 10. Dez 2017, 23:21

Gasmi musterte Puschel mit einer Mischung aus Entt├Ąuschung, Mitleid, Wut und Sorge. Irgendwie spiegelten sich all die Gef├╝hle die dem kleinen D├╝sterling gerade durch den Kopf gingen in seinem Gesicht wieder. Er packte Urako wieder um den Hals mit seinem Greifschwanz und stie├č ihn zur├╝ck auf den Behandlungsstuhl.

Im gleichen Moment bekam Urako eine so schallende Ohrfeige verpasst, dass sein Kopf zur Seite flog und seine Wange h├Âllisch brannte. In Gasmis Gesicht brannte es auch, allerdings brannten seine Augen. Vor Wut und vor Entt├Ąuschung. Puschel sah, dass der kleine D├╝sterling sich nicht die geringste M├╝he gab, seine Tr├Ąnen zu verbergen. Sie liefen seine Wangen entlang herab, aber Gas gab keinen Schluchzer von sich.

Der kleine D├╝sterling starrte seinen Mann noch eine ganze Weile lang wortlos an, ehe er sich r├Ąusperte und erstmal nur ein einziges Wort fragte.

"Warum?", fl├╝sterte Gasmi.

Gas streichelte Urako ├╝ber die geschundene Wange und strich ihm die wei├čen, verschwitzten Haare aus dem Gesicht.

"Ich verstehe nicht warum. Du h├Ąttest mir alles sagen k├Ânnen. Du h├Ąttest mich um alles bitten k├Ânnen, sogar darum. Du h├Ąttest sogar einen anderen Mann erbitten k├Ânnen, oder ein Abenteuer mit Varmikan. Aber wieso musst Du mich bel├╝gen? Wir wollten ehrlich zueinander sein. Ich bin niemand, der nicht verzeiht.

Du kannst mir alles sagen, Du kannst immer auf meine Hilfe z├Ąhlen - nur l├╝ge nicht! Wieso l├╝gst Du mich an? Und wieso erpresst Du mich dann? Wei├čt Du warum? Weil Du wei├čt, dass Du nicht l├╝gen darfst. Bist Du so feige mich vorher zu fragen, ob Du und Varmikan mal was d├╝rft?

Oder hattest Du Angst vor der Antwort? Hattest Du Angst vor dem Ja oder vor dem Nein? Wovor hattest Du mehr Angst? Oder war es sogar die Angst davor, dass ich dann das gleiche verlangen k├Ânnte wie Du? Das ich im Rudel leben wollen w├╝rde, wie es D├╝sterlinge tun? Wo jeder jedem geh├Ârt? So lebte ich einst Urako, aber Du hast mir Treue geschworen. Mir und nicht einem Rudel.

Es geht nicht um diesen einen Dreier, sondern darum, dass Du h├Ąttest aufrichtig sein m├╝ssen.
H├Ątte ich Dich nur f├╝r Deinen Sex verurteilt, dann h├Ątte ich Deinen Puffbesuch damals nicht ├╝bersehen, wo man Dich noch bestohlen hat, weil Du saufen musstest. Und nun verlangst Du von mir, dass ich Dich nicht verlasse, sonst schneidest Du Dich noch weiter und tiefer auf.

Du hast gar nichts zu verlangen Puschel. Nichts.
├ťberhaupt nichts!

Du wirst Dich nicht schneiden, Du wirst mich nicht erpressen und Du wirst mich nie wieder anl├╝gen, hast Du das verstanden?!?

Ich werde es Dir sicher nicht so leicht machen, dass ich Dich einfach verlasse.
Oder dass ich mich von Dir erpressen lasse, damit Du Dein Spielchen weiter spielen kannst.
Ich liebe Dich, ich meinte meinen Schwur ehrlich.
Wenn Du ehrlich fragst, darfst Du von mir alles haben.

Aber Deine L├╝gen und Deine Erpressungen werde ich nicht mehr dulden.
Ab heute gelten meine Regeln und Du wirst Deine Fehler bei mir ausb├╝geln Puschel!
Ich schw├Âre es Dir, sonst lernst Du mich von einer ganz anderen Seite kennen!

Ab heute gehorchst Du mir und wirst mir folgen. Du willst was - Du fragst mich.
Du l├╝gst - ich werde Dich bestrafen.

Was erlaubt ist und was nicht, werde ich Dir in einem Buch aufzeichnen. Damit das f├╝r Dich eindeutig ist und Du Dich nicht rausreden kannst. Das Buch wirst Du bei Dir tragen. Und ich werde in Teil zwei von den Buch auch hinein malen, was ich mit Dir mache, wenn Du nicht gehorchst.

Und nun steh auf und verschwende nicht noch l├Ąnger Pavos wertvolle Zeit und seine Nerven. Das hat er nicht verdient. Er liebt Dich wie einen Sohn und Du spuckst uns allen ins Gesicht. Immer wieder!",
knurrte der kleine D├╝sterling erbost.

"Wir gehen nach Hause Pavo und ich werde gleich mit Urako, Dave und Varmikan gemeinsam reden. Danke f├╝r Deine Hilfe und alles was Du f├╝r uns getan hast", sagte Gasmi leise und dr├╝ckte Pavo dankbar.

"Jederzeit gerne. Ein gute Idee, aber bitte redet vern├╝nftig miteinander. Manchmal gibt es kein "Warum" Gas, dass wei├čt Du. Manchmal denken Personen leider erst hinterher ├╝ber etwas nach. Drum stauch sie zu Recht, aber bitte nur verbal", bat Pavo.

Gasmi nickte knapp und ging ein paar Schritte vor. Der kleine D├╝sterling blieb stehen und schaute ├╝ber die Schulter.
"Puschel komm, wir gehen Heim. Und Zuhause wirst Du sofort Varmikan und Dave in unser Wohnzimmer einladen. Gleichg├╝ltig wie, schaff die beiden Kerle ran, z├╝gig", befahl Gas und stampfte vorneweg.

Einige Sekunden sp├Ąter als Urako aufgeholt hatte, schlang sich sofort der Greifschwanz von Gasmi um den Hals von Urako und zerrte ihn hinter sich her.

"Sag mir ob Du mich noch liebst...", fl├╝sterte Gasmi ganz leise.

Bei dieser Frage drehte sich der D├╝sterling nicht um, er schaute Urako nicht an, aber der Tiefling sp├╝rte, wie der kleine D├╝sterling vor Angst zitterte, er sp├╝rte es sogar in dem Greifschwanz.
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Re: Monsterjagd

#16

Beitrag von Urako » Mo 11. Dez 2017, 09:41

┬╗Ich werde tiefer schneiden┬ź, sagte Urako tonlos, ┬╗wenn ich es f├╝r erforderlich halte. Das ist keine leere Drohung. Ich wei├č, dass ich dich damit erpresse. Das ist ja auch der Sinn der Sache. Ich bin mir nichts wert. Ich m├Âcht gern h├Âren, dass ihr das anders seht ...dass ihr mir sagt, wie wichtig ich euch bin. Ich muss es dauernd h├Âren. Dass ich irgendwem auf dieser verschissenen Welt etwas wert bin!┬ź

Die Spritze in den Hintern und die kurze Massage h├Ątte ihm unter anderen Umst├Ąnden gefallen, aber heute sch├Ąmte er sich, dass Gasmi dabei zusah im negativen Sinne. Er f├╝hlte sich, als l├Ąge nicht nur sein K├Ârper, sondern seine Seele nackt, als sei er aus Kristall und Gasmi w├╝rde die ganzen schmutzigen Einschl├╝sse sehen. Urako versuchte, die bet├Ąubten Arme zu bewegen, aber es ging nicht.

┬╗Unfair. Wenigstens das Schmerzempfinden h├Ąttest du mir lassen k├Ânnen.┬ź Er grinste etwas. Der kl├Ągliche Versuch, irgendwie die Spannung aus der Situation zu nehmen, schlug fehl. Stattdessen musste Urako mit ansehen, wie Gasmi die Tr├Ąnen aus den Augen liefen. Im Gesicht seines Mannes lag so viel Schmerz, dass es Urako weh tat. Er sch├Ąmte sich, wie er sich noch nie in seinem Leben gesch├Ąmt hatte.

┬╗Ja, es gibt ein Warum┬ź, gestand er kleinlaut. ┬╗Viele Warums sogar.┬ź Er h├Ątte Gasmi gern in die Arme genommen, aber das ging ja nicht. So konnte er sich nicht vor der Seelenfolter dr├╝cken, der man ihn gerade aussetzte, nicht sein Gewissen durch das Tr├Âsten erleichtern. Er angelte mit seinem D├Ąmonenschwanz nach dem von Gasmi. Er konnte ihn damit nicht festhalten, aber er konnte ihn lose darum wickeln.

┬╗Du sollst die Antwort bekommen. Die Warums sind nat├╝rlich alle egoistischer Natur. Ist ja nicht so, dass ich das selber nicht merken w├╝rde.

Weil ich sie mag, Varmi und Dave. Weil ich gr├Â├čtm├Âgliche N├Ąhe mit ihnen will, sie scheinen immer viel zu weit weg zu sein. Weil ich nur der Gast in ihrer Beziehung bin. Das kotzt mich an. Ich bin nicht gern zweite Geige. Ich dachte, wenn ich mit ihnen schlafe erh├Âht das vielleicht meinen Wert f├╝r sie.
Weil ich das Gef├╝hl hab, dich zu verschlingen, wenn du allein das abbekommst, was sich jetzt auf drei verteilt. Ich brauch dauernd N├Ąhe, dauernd Sex, muss dauernd h├Âren, wie wichtig ich bin, es dauernd gezeigt kriegen. Das w├╝rde dir rasch auf die Nerven gehen. So ist es doch ertr├Ąglich, oder?
Und weil, weil ich nicht vor dem Nichts stehen will, wenn du mich verl├Ąsst. Das w├╝rde mich umbringen, Gas. Allein der Gedanke daran ist unertr├Ąglich. Ich kann nicht alleine sein, ich war es zu lange. Darum hab ich mir diesen Fluchtweg eingerichtet. Dave und Varmi sind meine Lebensversicherung.

Ja, ich hatte Angst vor einem Nein.
Ja, ich hatte Angst vor einem Streit, wenn ich gefragt h├Ątte.
Angst davor, dass du mich nachher nicht mehr liebst oder unsere Beziehung einen Riss hat, der nie wieder zu kitten geht.
Ja, ich hatte Angst, dass du dann das Gleiche verlangst. Das kann ich nicht ertragen Gasmi! Ich will das nicht. Du bist meiner und ich will nicht, dass du auch nur an so was denkst. F├╝r mich w├Ąre allein die Frage, ob du das dann auch darfst, ein sofortiger Trennungsgrund. Um diese Frage zu vermeiden, hab ich nichts gesagt und nur heimlich mit ihnen geschlafen. Weil ich will mich nicht trennen. Also denk nicht mal dran, mich zu fragen.

Und ich will nicht, dass du mir dauernd mit deinem schei├č Rudel kommst. Es gibt kein Rudel mehr f├╝r dich, wenn du mich an deiner Seite haben willst, sonst gehe ich, egal, wie weh mir das selber tut! Oder geh doch selber! Geh zu deinem tollen Rudel! Ich hab jetzt auch eins.┬ź


Obwohl er es nicht wollte, mischte sich wieder Wut unter Urakos Gedanken. Wieso tat es ihm eigentlich leid, wenn Gasmi eh in Wahrheit nur dem Rudelleben nachtrauerte, wo jeder jeden v├Âgelte? Er belog ihn, er manipulierte ihn, die Tr├Ąnen - nichts als Farce!

Pl├Âtzlich schickte Gasmi ihn weg, um Dave und Varmikan zu holen. Urako ging um die Ecke, blieb auf halber Strecke keuchend stehen und stellte sich mit dem Gesicht an die Wand. Er presste seine Nase gegen den kalten Stein, sein Herz h├Ąmmerte wie nach einem Dauerlauf. Er wollte nicht. Er wollte sie nicht holen. Er wollte Gasmi sagen, er h├Ątte sie nicht gefunden oder niemand h├Ątte auf sein Klopfen geantwortet. Aber er konnte nicht schon wieder l├╝gen. Nicht jetzt. Eine letzte Ecke der Vernunft in ihm war noch vorhanden, vielleicht durch den Blutverlust, der ihn m├╝de machte. Er riss sich zusammen, ging zur Schreibstube, dr├╝ckte die Klinke mit dem Fu├č und schubste die T├╝r mit dem Fu├č auf. Dave sa├č hinter seinem Schreibtisch, wie immer. Ein vertrauter Anblick, der fast ebenso weh tat wie der Anblick von Gasmis Tr├Ąnen.

┬╗Ich habs Gasmi gebeichtet┬ź, sagte Urako mit erstickter Stimme. ┬╗Du und Varmi, ihr sollt in unser Wohnzimmer kommen.┬ź

Dann ging er wieder, ohne die Antwort abzuwarten. Er hoffte, dass die beiden sich einfach weigerten. Er w├╝rde gern eine Abstecher zur Folterkammer machen und sich selber da einspannen oder sich einfach einen Strick nehmen, aber nicht einmal das konnte er ohne Arme. So trottete er zu Gasmi zur├╝ck.

┬╗Habs ihnen gesagt┬ź, murrte er. Kaum war er wieder bei Gasmi, zerrte dieser ihn mit dem Greifschwanz von hinten an sich heran und fragte ihn, ob er ihn noch lieben w├╝rde.

┬╗Noch?┬ź, fragte Urako mit einer Mischung aus Unglauben und Wut zur├╝ck. ┬╗Bist du denn so blind? Mehr, als je zuvor. Es wird immer schlimmer, es ist unertr├Ąglich! Ja, ich liebe dich, aber diese Formulierung wird dem nicht gerecht, was ich wirklich f├╝r dich empfinde. Diese Worte m├╝ssen erst noch erfunden werden! Aber das kann jemand wie du ja nicht verstehen. Geh du mal mit solchen Gef├╝hlen um.┬ź Er lehnte sich von hinten an Gasmi. ┬╗Lass es dir doch von Dave zeigen. Er kann uns verbinden. Dass, was andere unter Liebe verstehen, ist l├Ącherlich gegen das, was ich f├╝hle. Am liebsten w├╝rde ich dich auffressen, dich absorbieren, damit du endg├╝ltig meiner bist! Wie diese Tiefseefische, bei denen das M├Ąnnchen f├╝r immer mit dem Weibchen verw├Ąchst, bis es nur noch ein Organ ist. Aber ich erwarte nicht, dass du oder irgendwer anders diese Form von Liebe begreift.┬ź
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Re: Monsterjagd

#17

Beitrag von Gasmi » Mo 11. Dez 2017, 10:39

Gasmi musterte Puschel ernst und streichelte dessen Gesicht.

ÔÇ×Blind bist nur Du Puschel. Und genau das ist Dein Problem. Ich, ich, ich! Zur Liebe geh├Âren zwei. Und zur Liebe geh├Ârt Vertrauen. Ich liebe Dich von ganzen Herzen.

Ferner habe ich Dir nur erkl├Ąrt, dass ich einmal im Rudel lebte. Mehr nicht, h├Âr mir bitte zu.
Das hei├čt, mir ist sehr wohl bekannt, wie ein Rudelleben funktioniert und ich war damals gl├╝cklich. Folglich kenne ich, dass man eine Person oder sogar mehrere Personen lieben kann.

In Deinem Kopf geh├Âren Varmikan, Dave und ich zu Deinem Rudel. Das h├Ąttest Du mir ehrlich sagen k├Ânnen und Du h├Ąttest es mir sagen m├╝ssen. Meinst Du ich bin so dumm, dass ich nicht begreifen, dass es einen Unterschied zwischen Liebe und Sex gibt?

Aber dass Puschel geh├Ârt zur Ehrlichkeit dazu. Zu den Eckdaten einer Beziehung, zu den Dingen die Du ben├Âtigst, brauchst, Dir w├╝nscht und die Du Dir ersehnst. Ebenso die Dinge die auf meiner Wunschliste stehen.

Mich st├Ârt nicht, dass Du ein Rudel haben m├Âchtest und dass Du f├╝r Varmikan und Dave etwas empfindest. Das Du etwas f├╝r die beiden empfindest, gibt dem Ganzen sogar mehr, als wenn es sich um reine Rammelei gehandelt h├Ątte. Dass Du auch andere liebst, st├Ârt mich nicht. Das macht die Liebe die ich von Dir empfange nicht weniger wert und Liebe nutzt sich auch nicht ab, sobald man sie durch mehrere teilt. Sonst d├╝rfte jedes Lebewesen nur ein Kind zeugen, ist dem nicht so?

Das was mir weh tut ist, dass Du mir so wenig vertraust, dass Du mich angelogen hast!
Dass Du mich so wenig kennst, dass Du Angst vor meiner Antwort hattest!
Dass Du denkst Du k├Ânntest mich verlassen.
Dass Du jetzt sogar noch versuchst mich zu erpressen.

Und das alles nur aus Angst und Unsicherheit, weil Du an MIR zweifelst.
Du an mir!
Du bist Dir meiner Liebe nicht sicher, Du glaubst mir nicht, obwohl ich Dich nie belogen habe.
Ich habe immer mit offenen Karten gespielt Puschel.
Immer.

Und ich habe immer zu Dir gehalten, Dich in Schutz genommen und Dich gesund gepflegt als es Dir so schlecht ging und Du verbrannt warst.

Wieso denkst Du, wenn ich von einem Rudel erz├Ąhle, ich m├Âchte das Gleiche was Du Dir w├╝nscht oder Du brauchst? Wann habe ich das gesagt?

Pass auf, wir machen das folgenderma├čen.

Du h├Ârst sofort auf zu l├╝gen und erz├Ąhlst mir ab sofort die Wahrheit.
Du h├Ârst sofort auf um den hei├čen Brei zu reden und erz├Ąhlst mir was Du Dir w├╝nscht!
Du h├Ârst sofort auf mir Worte in den Mund zu legen, die ich nie sagte. H├Âre hin was ich sage!
Du h├Ârst sofort mit der Erpresserei auf, sonst lasse ich Deine Arme jeden Tag bet├Ąuben.
Du h├Ârst sofort auf, von Trennung zu labern! Keiner von uns geht, wir sind verheiratet!

Deine Warums lasse ich nicht gelten, da sie auf Deiner Feigheit beruhen, und Deinem Misstrauen mir gegen├╝ber. Daf├╝r gibt es keinen Grund. Also l├Ąsst Du es ab sofort sein.

Und noch eins, widersprich mir nicht st├Ąndig, sondern rede mit mir! Hast Du das nun verstanden?

Dave soll uns verbinden, damit ich sehe was Du f├╝r mich empfindest?
Daf├╝r ben├Âtige ich eigentlich Dave nicht, dass sehe ich auch so, wenn Du lieb bist und Dich anst├Ąndig verh├Ąltst. Wenn Du mir eine Zuckerschlange auf das Kopfkissen legst, sagt das mehr als tausend Worte. Sie ist so s├╝├č, dass ich sie gar nicht essen mag vor Freude und R├╝hrung.

Oder wenn Du mir Kuschelsocken fertigst, die aussehen wie Du. Die Dich vertreten, sobald Du nicht da bist.

Aber gut, ich bin einverstanden und neugierig. Dave soll uns verbinden. Denn dann sehe ich ja nicht nur, wie sehr Du mich liebst. Sondern DU siehst auch, wie sehr ich Dich liebe und was Du anzweifelst. Und dann Puschel, wirst Du Dich bei mir entschuldigen und mir schw├Âren, bei allem was Dir heilig ist, Dich nie wieder zu verletzten.

Denn Du dummer Hund schneidest zwar in Dein Fleisch, aber damit schneidest Du letztendlich in meine Seele. Und da redest Du von Liebe? Wenn Du mich wirklich liebst, dann verletzt Du mich nicht. Dann besch├╝tzt Du mich, so wie ich Dich.

Das mit Deinem Rudel, mit Varmi und Dave, dass bereden wir mit den beiden gleich gemeinsam.
Du darfst mich ruhig k├╝ssen, auch wenn Deine Arme zum Gl├╝ck nicht funktionieren, wei├čt Du? Oder hast Du davor neuerdings auch Angst?ÔÇť,
fragte Gasmi liebevoll.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Monsterjagd

#18

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 20. Dez 2017, 11:06

Urako betrat die Schreibstube und zwar indem er den Fu├č anstatt die Hand benutzte. Dave, Varmikan und Anwolf zogen gleichzeitig fast synchron erstaunt die Augenbraue hoch. Selbst Fedor hob seinen grauen Kopf und schaute fragend auf. Als er die Schlabberarme des Tieflings erblickte, legte sich der Hund wieder gem├╝tlich hin.

ÔÇ×Ich habs Gasmi gebeichtetÔÇť, erkl├Ąrte Urako mit erstickter Stimme.
ÔÇ×Du und Varmi, ihr sollt in unser Wohnzimmer kommenÔÇť, sagte Puschel und verlie├č die Schreibstube ohne auf ihre Antwort zu warten.

Varmikan und Dave schauten sich beide einen Moment wortlos an.

ÔÇ×Was hat er Gasmi gebeichtet? Was habt Ihr angestellt?ÔÇť, fragte Anwolf neugierig.
ÔÇ×Nicht jetzt Kurzer, dass erkl├Ąren wir Dir sp├Ąter. Wollen wir Davy?ÔÇť, antwortete Varmikan nerv├Âs.
ÔÇ×Wir m├╝ssen, das sind wir ihm schuldigÔÇť, gab Dave zur├╝ck.

Der Magier stand auf, kraulte im Vorbeigehen Fedor den Kopf und wartete in der T├╝r auf Varmikan. Der Frostalb lie├č sich bewusst etwas mehr Zeit, da er nicht wusste, was ihn erwartete. Irgendwie f├╝rchtete er die Reaktion von Gasmi.

Falls dieser handgreiflich werden sollte, hatte weder er noch Dave dem kleinen D├╝sterling etwas entgegenzusetzen. Er konnte und durfte seinen Wahlbruder Puschel in diesem schweren Moment nicht h├Ąngen lassen, zeitgleich f├╝rchtete sich Varmikan davor, Dave zur Not nicht besch├╝tzen zu k├Ânnen.

ÔÇ×Na komm, es n├╝tzt nichts, dass Unvermeidliche unn├Âtig hinauszuz├ÂgernÔÇť, erkl├Ąrte Dave und hakte Varmikan kurzerhand unter.

Beiden gingen r├╝ber in ihr gemeinsames Haus, dass sie kurz nach der Doppelhochzeit bezogen hatten. Ohne Umschweife betraten sie das Wohnzimmer, wo Gasmi und Urako bereits auf sie warteten.

ÔÇ×Hier sind wir Puschel, lasst uns bitte in Ruhe redenÔÇť, bat Dave.
ÔÇ×Dem schlie├če ich mich an. Wir wollten Euch niemals schaden, im Gegenteil. Puschel bedeutet uns beiden sehr vielÔÇť, f├╝gte Varmikan an.

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Urako
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Re: Monsterjagd

#19

Beitrag von Urako » Do 21. Dez 2017, 17:22

Urako sa├č da mit einem Gesicht, aus dem nicht ersichtlich war, welche Stimmung es widerspiegelte, nur, dass er extrem angespannt war. Er hatte damit zu k├Ąmpfen, ├╝berhaupt schweigend und abwartend auf dem Sofa zu sitzen anstatt rumzubr├╝llen oder w├╝tend das Feld zu r├Ąumen, um irgendeine Bestrafung vorzunehmen.

"Doch, du hast mich mal belogen, was Jozo anbelangt", sagte Urako so ruhig er es vermochte. "Glaub nicht, dass ich das vergessen h├Ątte. Wer einmal l├╝gt, dem glaubt man nicht, Gasmi. Ich versuch`s zu ignorieren. Aber glaube nicht, dass ich das einfach aus meinem Ged├Ąchtnis radieren kann. Wenn einer Schuld daran tr├Ągt, dass ich so zweifle, dann du. Aber ich will deswegen nicht mehr streiten. Ich tu einfach so, als w├╝sste ich es nicht mehr."

Obwohl er sich eigentlich nur noch vers├Âhnen wollte, warf er Gasmi einen feindseligen Blick von der Seite zu. Urako k├Ąmpfte hier um sein Leben. Die ganze Situation hatte f├╝r ihn existenziell bedrohliche Ausma├če. W├Ąhrend andere einen Beziehungsstreit als ebendiesen betrachteten, war es f├╝r Urako jedes Mal ein Feldzug. Er war froh, dass Gasmi sachlich blieb, obwohl er seinen Standpunkt sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

"In Ordnung, versuchen wir es. Mein Part:

Ich l├╝ge nicht mehr.
Ich sage klipp und klar, was ich will, anstatt rumzueiern.
Ich werde nicht mehr von Trennung sprechen. Das ist das Letzte, was ich je wollte.
Ich geb mir M├╝he, dich nicht mehr zu erpressen.

Aber ich werde nicht aufh├Âren, mich zu schneiden. Das tut mir gut. Ich verbiete auch niemandem zu saufen oder zu rauchen und das ist viel unges├╝nder, oder? Es sind meine verdammten schei├č Arme und selbst wenn ich die in Scheibchen schneiden will, ist das mein gutes Recht!"


Varmikan und Dave betraten den Raum. Mit einer Mischung aus M├╝digkeit, Feindseligkeit, Sehnsucht und Resignation betrachtete Urako die beiden. Urako machte ein kurzes ver├Ąchtliches Ger├Ąusch, als die beiden angaben, ihnen niemals schaden haben zu wollen.

"Natürlich wolltet ihr das nicht. Ändert aber nix daran, dass ihr es getan habt, genau wie ich. Gasmi ist sauer und traurig und ihr seid nicht weniger Schuld dran als ich. Da gibt`s nix dran zu rütteln, ist so."

Trotzdem war er froh, dass sogar Dave versuchte, eine vern├╝nftige L├Âsung zu finden anstatt aus Rache f├╝r Urakos kaltes Betragen ihm gegen├╝ber in letzter Zeit ├ľl ins Feuer zu gie├čen. Er betrachtete Gasmi und versuchte, seine Reaktionen in seinem h├╝bschen dunkelgrauen Gesicht zu lesen.

"Ich war dir treu, seit wir verheiratet waren, Gasmi. Hat nicht wirklich einen Wert, wollte es aber gesagt haben. Damit bist du der Erste, bei dem ichs auch nur mit Treue versuche. Dave, Varmi, einer von euch muss Gasmi und mich verbinden. Am besten derjenige, der es mehr drauf hat, ein Geheimnis f├╝r sich zu behalte und es nicht aus Versehen mit einem Hups ausplaudert oder mit Absicht, wenn er mal Ulle auf einen hat."

Gestresst rieb sich Urako mit dem Fl├╝gel das Gesicht. Er war ziemlich durcheinander und es ging ihm hundeelend, aber er w├╝rde das jetzt durchziehen. Wenn er schon mal verheiratet war, w├╝rde er auch f├╝r seine Ehe k├Ąmpfen, auch wenn das mehr R├╝ckgrat erforderte, als er eigentlich bereit war zu zeigen.
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"Wenn Kaiser, K├Ânige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker k├Ânnen?"
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Gasmi
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Re: Monsterjagd

#20

Beitrag von Gasmi » Do 21. Dez 2017, 18:02

Gasmi musterte Puschel und war froh, dass dieser einmal ruhig seinen Standpunkt darlegte, auch wenn diese nicht alle teilen konnte. Gasmi streichelte Urako durch die Haare und schaute ihn ernst an.

"Sch├Ân dass Ihr gekommen seid, ist nicht ganz passend. Und die Worte - wir m├╝ssen reden, klingen abgedroschen. Allerdings bin ich froh, dass Ihr gekommen seid, damit wir reden k├Ânnen. Und reden m├╝ssen wir. Und das bitte, ohne dass irgendwer anf├Ąngt zu mauern oder zu schmollen.

Ich beantworte zuerst die Punkte von meinem Mann. Also Urako, ja ich habe Dich einmal belogen und damit habe ich Dich seelisch betrogen. Dass kann ich nicht abstreiten, werde ich auch nicht. Ich habe Dich damals sogar sehr bewusst belogen und zwar aus einem einfachen Grund, ich wollte Dich vor Jozo besch├╝tzen. Weder Du noch Varmi kennt Jozo. Aber Dave kann Dir best├Ątigen, dass von Jozo eine t├Âdliche Gefahr ausgeht. Niemand wei├č das besser als ich, denn ich habe ihn ausgebildet. Und genau aus diesem Grund habe ich ihn verschwiegen. Ich habe gelogen, damit Du ihn nichts suchst, damit Du Deinen eigenen Tod nicht suchst.

Meine L├╝ge war eine L├╝ge wie jede andere Unwahrheit auch. Was sie von Deinen L├╝gen unterscheidet ist, dass sie selbstlos war. Das ich keinen Vorteil davon hatte. Au├čer vielleicht, wenn Du es als Vorteil siehst, dass ich Angst um Dich hatte und das ich nicht m├Âchte, dass Dich irgendwer verletzt oder t├Âtet. Denn nur darum ging es mir.

Wenn Du deshalb nun an mir zweifelst Puschel, dann sei es so. Das ist ein geringer Preis im Vergleich dazu, was Jozo Dir antun k├Ânnte. Schmolle von mir aus, tue so als wei├čt Du von nichts, ganz wie Du magst Puschel, aber lebe.

Zu Deinen n├Ąchsten Punkten.

Das Du nicht mehr l├╝gen willst, freut mich sehr und ich werde Dich ebenfalls nicht mehr bel├╝gen. Auch nicht mehr zu Deinem Schutz. Ich werde Dir ebenfalls klipp und klar sagen, was ich m├Âchte, wovor ich Angst habe und was ich mir von Dir erhoffe. Wie zum Beispiel bitte jage niemals alleine oder mit Varmikan Jozo. Ihr w├╝rdet sterben. Versucht es nicht, es sind ganz andere Leute an ihm gescheitert.

Das Du nicht mehr von Trennung sprechen m├Âchtest, freut mich auch. Nat├╝rlich wei├č ich, dass Du Dich niemals von mir trennen w├╝rdest. Du drohst es immer nur leer an. Eine echte Trennung w├Ąre wohl die schlimmste Strafe, die Du Dir selbst antun kannst. Aber dennoch tun solche Worte weh, sie schmerzen sogar mehr als w├Ąren sie echt gemeint. Denn sie zeigen mir, Du hast kein Vertrauen. Du musst mich nicht mit Trennung erpressen um zu bekommen was Du m├Âchtest. Du musst es mir nur sagen Puschel.

Das selbe kannst Du Dir auch f├╝r Deine Beziehung merken Dave. Anstatt st├Ąndig wegzulaufen, oder Varmikan Vorhaltungen zu machen, sprich aus was Dich st├Ârt oder Du Dir w├╝nscht. Ich wei├č, dass Du nicht ├╝ber alles reden kannst. Warum, tja das wei├č ich nicht. Aber ich denke und hoffe doch, Varmi wird es wissen. Also rede mit ihm.

Puschel und Dave, Ihr beide braucht uns doch. Wir sind f├╝r Euch lebensnotwendig, also versucht es. Wir brauchen Euch genauso und wir lieben Euch genauso. Und ganz nebenbei Puschel, wo willst Du schon hin? Gleichg├╝ltig wohin Du fliehst, ich verfolge Dich und hole Dich zur├╝ck. Das habe ich Dir schon einmal geschworen.

Das mit dem Schneiden, darfst Du nicht mehr tun. Ich verstehe nicht, warum Dir das gut tut. Nat├╝rlich ist rauchen und saufen schlimm, aber Du verletzt Dich doch bewusst. Hast Du nicht genug Feinde, die Dich verletzen? Musst Du das selbst auch noch tun? Und nein es ist nicht Dein Recht Dich zu schneiden. In einer Ehe geh├Ârt einem alles gemeinsam. Also darfst Du nicht in unsere Arme schneiden. Das ist doch so mit dem Eherecht oder Dave?

Ja das ist richtig, Ihr alle drei habt mich verletzt. Das Ihr mich nicht verletzten wolltet, das glaube ich Euch Dreien sogar. Aber ich bin nicht traurig und sauer, weil Ihr Sex hattet, sondern weil Ihr mich belogen habt! Wir haben zusammen gelebt, wir waren Freunde, wir waren eine Familie. Aber insgeheim geh├Ârte ich gar nicht dazu. Ich war au├čen vor, ausgeschlossen durch Euer Geheimnis. So geht das nicht und das lasse ich mir auch nicht gefallen.

Wenn Ihr Euch schon als Mini-Rudel braucht, dann ist es wohl das Mindeste, dass man mich fragt und informiert. Eure L├╝gen haben mich verletzt. Ihr hattet Angst vor meiner Reaktion, ja und? Wenn Ihr sowas plant, m├╝sst Ihr auch mit Antworten leben die Euch nicht schmecken. Das muss ich ebenso, wenn ich um einen Gefallen bitte.

Also wenn wir unsere Familie retten wollen, wenn wir unsere gemeinsame Wohngemeinschaft retten wollen, dann m├╝sst Ihr ab sofort ehrlich zu mir sein. Selbstverst├Ąndlich werde ich auch ehrlich zu Euch sein. Aber ich habe Dich nie um Dir zu schaden belogen Puschel und Dir Dave habe ich oft genug geholfen. Und wir beide haben uns immer gut verstanden Varmi, also was sollte das von Euch? Was habt Ihr Euch dabei gedacht und habt Ihr ├╝berhaupt gedacht?

Deinen Treueversuch erkenne ich an Puschel, aber innere Dich an Deine Worte. Solltest Du scheitern, rede vorher mit mir. Es gibt nichts, was wir nicht kl├Ąren k├Ânnen. Nur l├╝ge nicht.

Dave wird uns verbinden, er f├╝hrt hier auch die Verh├Âre. Er kann das, drum macht er das. Das machst Du doch f├╝r uns oder Dave? Das w├Ąre es, was ich dazu zu sagen habe. Nun Ihr",
sagte Gasmi ernst und nahm eine von Puschels schlaffen H├Ąnden in sein.

F├╝rs Erste lief es sehr gut, der kleine D├╝sterling hatte gro├če Hoffnungen, dass alle ruhig bleiben w├╝rden und sie ihre Familie retten konnten. Das sogar Puschel ruhig blieb und offen wie auch ehrlich alles auf den Tisch packte machte Gasmi stolz. Immerhin wusste er, wie schwer gerade f├╝r Puschel solche Gest├Ąndnisse waren.
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