Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Der Tod des Inspektors

Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Davard von Hohenfelde
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Der Tod des Inspektors

#1

Beitrag von Davard von Hohenfelde » So 3. Dez 2017, 21:16

Der Tod des Inspektors


Yessi musterte Dave und Varmikan. Die Magierin schenkte dem Almanen ein LĂ€cheln, dass jedem anderen einen Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagte. Varmikan verzog keine Miene und schob sich schĂŒtzend vor seinen Mann.

„Wen haben wir denn da? Unser neustes Gildenmitglied samt VerstĂ€rkung. Schön Dich wieder zu sehen, ganz ohne Goblin“, sĂ€uselte die Frau.

Yessi löste sich mit einer lasziven Geste von der Wand und schlenderte in aller Seelenruhe auf Dave zu. Sie kam ungefĂ€hr drei Schritte weit, als hinter ihr auf dem Boden eine schneeweiße Gestalt landete, sich blitzartig aufrichtete und ihr brutal in die nachtschwarzen Haare griff. Yessis Kopf wurde rĂŒcksichtslos in den Nacken gerissen und eine Klinge ritzte ihre empfinde Haut an der Kehle. Ein Frostalb schob seinen Kopf neben den von Yessi und musterte sie eisig. Die Aktion hatte nicht einen Atemzug gedauert.

„Einhalt!“, befahl eine Stimme aus einer Seitengasse und ein weiterer Frostalb trat aus dem Schatten. Er war Ă€lter, hager, trug Robe und war in Begleitung von zwei weiteren Magiern.

„Grund?“, hakte der Frostalb nach, der die Magierin in seiner Gewalt hatte. Zur Unterstreichung seiner Frage legte um einen Millimeter den Kopf schief.

„Sie untersteht mir“, erklĂ€rte Indraneel.
„Unterstand
“, korrigierte Mejdineel.

„Sie untersteht dem Schutz des Ordum Oculum Bruder“, hielt Indraneel dagegen.
„Lauf“, wies der Mejdineel Varmikan an.

Varmikan starrte seinen Onkel an und schĂŒttelte langsam den Kopf. WĂ€hrend sich die Ohrenspitzen von Mej vor Wut rosa fĂ€rbten, stahl sich ein breites Grinsen in Indraneels Gesicht.

Indraneels verhangener Blick wanderte von Mejdineel zu Varmikan und zurĂŒck, dabei grinste er noch breiter, geradezu zĂ€hnefletschend.

„Gib mein Eigentum frei Bruder. Letzte Warnung. Dann verschone ich Deinen Anhang. Ansonsten trag die Konsequenzen. Der Orden verschont keine VerrĂ€ter, dass weißt Du“, bot der Ă€ltere Frostalb an.
„Deal“, stimmte Mej zu.

Mejdineel gab Yessi frei. Keine Sekunde spÀter trat er ihr mit voller Wucht ins Kreuz. Die Magierin flog Indraneel in die Arme und rÀumte ihn samt Ben wie ein Geschoss aus dem Weg.

Die Drei krachten als ein KnĂ€ul hart zu Boden. Mej verschwendete keinen Gedanken an die Frau. Der Frostalb wartete nicht ab, sondern schleuderte sofort seinen Streitkolben dem noch stehenden Farisin vor den SchĂ€del. Mit schmatzenden Knirschen drang die Waffe in den Kopf des Farisin ein. Der SchĂ€del des Echsenwesens gab nach und gefĂ€llt stĂŒrzte der Feuermagier tot zu Boden.

„Scheiße“, keuchte Indraneel und befreite sich mit harten Tritten von Yessi und Ben, die ihm eindeutig zu lahmarschig auf die Beine kamen. Er legte beim Wegkrabbeln den RĂŒckwĂ€rtsgang ein und bereute schlagartig ohne sein Frostalben-Stab losgezogen zu sein.

„Richtig“, pflichtete Mej bei, der mit einem gedrehten SeitwĂ€rtssprung bei der Gruppe landete.

Yessi brĂŒllte wĂŒtend auf, wĂ€hrend Ben erschrocken aufkreischte. Der Frostalb packte Ben am Schlafittchen seiner Roben, riss ihn auf die Beine und presste ihm brutal die Daumen in Augen.

Binnen Sekunden ĂŒberzog Eis den SchĂ€del des feindlichen Magiers und ließ ihn verstummen. Mit einem kurzen Ruck brach Mej dem Menschen das Genick.

Die Almanin rannte was ihre Beine hergaben, aber ein Dolch bohrte sich in ihre Schulter. Die Frostalbin die ihn vom Dach aus geworfen hatte, schaute der Menschenfrau nach, die sich taumelnd um die Ecke retten wollte.

Mej grinste ZĂ€hnefletschend.

Yessi schoss um die Ecke und prallte gegen einen schneeweißen Pelzbauch. Einen winzigen Augenblick spĂ€ter schlossen sich die gewaltigen Kiefer von Pranke um ihre Schulter. Der EisbĂ€r schleuderte die Magierin mit solcher Wucht hin und her, dass man ihre Knochen brechen hörte. Das riesige Tier ließ sich wieder auf alle Viere herab und begann zu fressen.

Indraneel starrte das Schauspiel fĂŒr einen Moment an, ehe ein Schatten auf ihn fiel. Der Frostalb starrte nach oben und schaute Mejdineel ins Gesicht.

"Gnade", keuchte der Àltere Alb und zeigte die offenen HandflÀchen.
"Ordum Oculum, Statuten - Regel 2, Absatz 1", gab Mejdineel zurĂŒck.

Mej trat unter den Streitkolben, so dass die Waffe hochgewirbelt wurde und fing ihn mit einer Hand auf. Aus der gleichen Bewegung heraus, schlug er Indraneel ohne zu zögern den SchÀdel ein.

Der Frostalb schaute kurz auf sein Werk, ehe er Varmikan musterte.

"Dein Hochzeitsgeschenk... nachtrÀglich", sagte Mej freundlich.
"Danke", antwortete Varmikan total fassungslos.

"Was ist der Ordum Oculum?", fragte Dave.
"Geheim", gab Mej zurĂŒck.

"Ehm... in Ordnung. Was besagen die Statuten, Regel 2, Absatz 1?", fragte Dave neugierig.
"In einer Welt wo das Versagen des Einzelnen den Tod aller bedeuten kann, darf es keine Gnade geben. Und jene die es wagen Gnade zu erbitten, sind niemals Gnade wert", antwortete Mej, rÀusperte sich.

Er musterte Dave eingehend ehe er sich an Varmikan wandte und eine Augenbraue hochzog. Varmikan schĂŒttelte kaum merklich den Kopf und schob sich vor Dave.

"Zugehört hm? Geh in Frieden mit Deinem Mensch", erklÀrte Mej.

Der Àltere Frostalb verschwand so schnell wie er aufgetaucht war.

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