Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. Während die Urvölker auf Altbewährtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimbünde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Magisches Missgeschick

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Davard von Hohenfelde
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Magisches Missgeschick

#1

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 16. Jan 2018, 13:59

Magisches Missgeschick -- erzählt von Dave

Es war eigentlich kein besonderer Tag. Wir mussten mit unserem Vater nach Obenza, irgendwas hatte er zu ermitteln und warum auch immer Ansgar durfte an diesem Tag den Magierstab von Alastair tragen. Dieser Stab ist ganz ähnlich wie meiner mit einer Verzauberung versehen, mit der man Personen einen Schock versetzen kann.

Wer Ansgar kennt, weiĂź dass dies von Dunwin keine gute Idee war.

Wir waren in Obenza, klapperten eine Spielunke nach der anderen ab und folgten Dunwin auf dem Fuße. Zu der Zeit trug Ansgar den Stab noch wie eine Fackel. Ich hoffte inständig Ans würde den Spaß an diesem Abgrundstab verlieren, aber er fand es ganz witzig Leute beim Vorbeigehen versehentlich damit zu berühren. Was diese geschockt zusammenklappen ließ.

Dunwin sprach hier und dort mit Leuten, während es Ansgar gefährlich langweilig wurde.

Solange Dunwin mit seinen Informanten sprach, zeigte mir Ans wie Schwertkämpfer mit den Schwertern kämpften. Der Magierstab machte ganz ähnliche Geräusche, wenn er ihn durch die Luft zog. Sobald Dunwin fertig war, deaktivierte er das Ding schnell und folgte ihm wieder mit Engelsmiene. Ich wusste von der ersten Sekunde an, als Dunwin ihm das Ding in die Hand drückte, dass es ein böses Ende nehmen würde.

Es kam wie es kommen musste.

Dunwin hatte gegen eine Tür gescheppert, ein Fettsack von einem Kerl hatte aufgemacht und unser Vater laberte in einer mir unverständlichen Sprache auf ihn ein. Die Diskussion wurde heftiger und zog sich hin.

Ansgar gähnte und schaute mich breit grinsend an. Da Dunwin mit dem Rücken zu uns stand und mit den Gedanken komplett woanders war, bekam er nicht mit was hinter ihm geschah. Eigentlich waren wir seine Rückendeckung.

Eigentlich…

Ansgar wirbelte feixend den Magierstab herum und verpasste Dunwin versehentlich einen brutalen Hieb quer über den Schädel. Dunwin quiekte kurz auf und sackte wie ein nasser Sack zusammen.

„Oh mein Gott, was hast Du mit ihm gemacht?“, kreischte der Kerl und machte dass er weg kam. Keiner von uns beiden hielt ihn auf.

Ich sah auf Dunwin hinunter, der regungslos vor mir lag. Sein Blick war glasig und der Atem ging ganz flach. Aber was sollte man auch anderes von einem Mann erwarten, der gerade einen magischen Angriff mitten aufs Hirn kassiert hatte?

Er war käseweiß, aber das war er vorher auch schon gewesen.

„Das war vielleicht ein Schock, heftig oder? Laut Alastair hinterlässt er keine bleibenden Schäden“, erklärte mir Ansgar und stupste Dunwin mit einem Fuß an.

Dunwin reagierte nicht.

„Was machen wir denn jetzt? Dafür wird er mich an die Bestie verfüttern, er wird uns trennen. Das hab ich nicht gewollt, das war ein Versehen“, brüllte Ansgar panisch.

Ich packte ihn an den Armen und schĂĽttelte ihn durch.

„Beruhig Dich Ansgar!“, schnauzte ich ihn an.
„Lass uns verschwinden, komm. Es gibt keine andere Möglichkeit“, forderte Ans.

„Sollen wir ihn hier liegenlassen?“, fragte ich.
„Er wird mich bestrafen. Wenn ich Glück hab schlägt er mich nur zusammen, aber wenn er mich zur Bestrafung der Bestie aushändigt, was dann? Wir müssen weg“, überlegte Ansgar fieberhaft und kaute auf seinen Handknöcheln.

„Sag mal, das hat keine Nebenwirkungen? Sieht das für Dich aus, als wäre das ohne Nebenwirkungen?“, grinste ich Ans breit an.
„Wer weiß wie man mit Nebenwirkungen aussieht?“, fragte Ansgar und zuckte die Achseln.

„Wobei… Moment, wieso sollte Dunwin Dich bestrafen? Es war doch seine Schuld!“, fiel mir da schlagartig ein.
„So? Aha, ja wenn Du das sagst, wird´s schon stimmen. Jetzt musst Du nur noch ihn überzeugen. Mich hast Du auf Deiner Seite“, grinste Ansgar entwaffnend.

„Der hätte Dir den Knüppel gar nicht geben dürfen. Der kennt Dich doch. Selbst schuld. Den hätte er sich selbst ins Ohr schieben können, oder dahin wo die Sonne nicht scheint.

Genau genommen ist das Vernachlässigung der Aufsichtspflicht, aber das reiben wir ihm besser nicht unter die Nase. Er könnte beleidigt sein und uns doch bestrafen. Pass auf, so wie er da liegt wird der sich eh an nichts erinnern. Wir sagen einfach er ist umgefallen, zack da lag er“, erklärte ich lachend.

„Na tolle Wurst. Was war mit mir los? Keine Ahnung, wir standen so rum, zack da haste gelegen Alter. Glaubt der uns doch nie!“, prustete Ansgar.
„Man ein bisschen mehr Fantasie Ans. Außerdem das wird er glauben. Das musste so sagen. Also wir standen da so rum, zack da haste gelegen und dann ist der Typ mit dem Du vorher geredet hast abgehauen. Ergo wir haben kein Stück gelogen.

Selbst Alastair wird Zuhause keine Lüge spüren. Wir haben nur weggelassen, dass er umfiel weil Du ihn mit dem Magierstab angegriffen hast. Und der Typ lief ja wirklich weg – weil Du Dunwin angegriffen hast“, lachte ich mich schlapp.
„Dave Du bist wirklich eine Ratte“, schüttelte sich Ansgar vor Lachen, „aber dafür liebe ich Dich“.

„Danke“, prustete ich und wischte mir die Lachtränen weg.

„Warte… was machen wir, wenn er uns fragt was der Kerl mit ihm machte?“, grübelte Ansgar angestrengt.
„Dann antworten wir, dass wir den Burschen vorher nicht richtig gesehen haben, denn Dunwin stand ja vor uns“, antwortete ich mit einem Zwinkern.

„So was von wahr! Welch ein Unglück“, kugelte sich Ans vor Lachen.
„Der Mann hat aber auch ein Pech“, lachte ich.

„Er kann von Glück sagen, dass er uns hat. Er hätte sich nur schrecklich über seinen Fehler aufgeregt. Du kennst ihn ja. Weißt Du was Dave? Um sicher zu gehen, ordne ich lieber noch mal seine Gedanken neu“, erklärte Ans mit weiser Miene und schockte den am Boden liegenden Dunwin erneut.

Dunwin zappelte kurz wie ein Fisch an Land, ehe er völlig still lag.

„Ja welch ein Glück dass er uns hat“, schüttelte ich mich vor Lachen.

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