Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. Während die Urvölker auf Altbewährtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimbünde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Iphidamas

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
Antworten
Benutzeravatar
Varmikan Eisseher
Marquis
Beiträge: 94
Registriert: Fr 24. Mär 2017, 08:13
Steckbrief: [ externes Bild ]

Iphidamas

#1

Beitrag von Varmikan Eisseher » Do 18. Jan 2018, 20:29

Iphidamas

Varmikan schreckte mitten in der Nacht hoch, schaute sich desorientiert um und klammerte sich dann an Dave. Der Naridier blinzelte erstaunt und nahm Varmi fest in die Arme.

„Was ist denn los? Schlecht geträumt?“, fragte Dave liebevoll.
„Ja“, murmelte Varmikan und drückte sich fest an Daves Brust.

„Erzähl, ich höre Dir zu Schatz“, forderte Dave ihn auf und deckte Varmikan mit zu.
„Über Iphi. Ich wache auf, drehe mich um und er ist… ist… voller Blut.

Er… er lag im Bett neben mir, so wie immer.
Er war nicht mehr da…
Ich habe sofort erkannt, dass etwas fehlte. Er war gegangen.
Aber aus seinem Gesicht lief immer noch dunkles, fast schwarzes Blut. Aus seinen Augen, seinen Ohren, seiner Nase und vor allem aus seinem Mund.
Das… hm davon träume ich manchmal, wenn ich ihn vermisse“, flüsterte Varmikan.

„Du bist mit ihm eingeschlafen und als Du aufgewacht bist, hast Du das gesehen? Kein Wunder dass Du davon träumst. Was hatte er?“, fragte Dave und küsste Varmikan.
„Er war krank“, antwortete Varmi und mummelte sich bei Dave ein.

„Schon klar, dass hast Du mir bereits einmal erzählt. Aber was genau?“, hakte Dave nach und kraulte Varmikan.
„Wie? Genau? Hast Du da Spaß dran oder was?“, knurrte Varmi.

„Ruhig Klingenohr, ich meine das lieb. Verbinde Dich mit mir. Du weißt doch wie ich zu Dir stehe. Ich möchte von Dir wissen, was für eine Krankheit er hatte“, erklärte Dave.
„Ach so, entschuldige. Das weiß ich nicht. Für so etwas haben wir keine eigenen Namen. Ein gebrochenes Bein ist ein gebrochenes Bein. Sowas erkennt man. Aber wenn man innerlich krank ist, dann ist man einfach krank. Wir haben keine beschreibenden Worte dafür wie, er hat eine Lungenentzündung oder sowas.

Das habt nur ihr. Wie beschreiben höchstens wie die Schmerzen sind. Rückenschmerzen, Bauchschmerzen oder so. Aber eine Krankheit hat bei uns keinen Namen – Rückenschmerzen kann zig Ursachen haben, aber wir wissen sie nicht, wir erforschen sie nicht. Wir heilen sowas nicht. Kann es nicht alleine wieder heilen oder durch Verband oder durch Nähen, dann wirst Du die Krankheit behalten“, erklärte Varmikan leise.

„Dann nenne mir die Probleme die er hatte“, bat Dave.
„Er konnte nichts mehr essen. Mal ging es gut, mal schlecht. Mal kam aus seinem Mund Blut nach dem Essen, mal war es eine ganze Zeit wieder in Ordnung. Als es schlimmer wurde hat er nicht mehr gegessen nur getrunken. Er hatte Schmerzen, wenn er Nahrung runtergeschluckt hatte. Ich weiß nicht warum“, flüsterte Varmi.

„Wart Ihr noch intim? Das meine ich nicht böse, beantworte es Schatz“, fragte Dave.
„Zum Ende? Nein, eine ganze Zeit nicht mehr. Wir waren uns nah, wir haben uns gestreichelt. Aber bei ihm funktionierte es nicht mehr. Er wollte sich auch so nicht mehr anfassen lassen. Er war bis auf die Knochen abgemagert, klar wenn man nichts mehr isst. Meist lagen wir gemeinsam im Bett tagsüber. Entweder hatte ich ihn im Arm oder wir hatten die Köpfe aneinander gelehnt und mental gequatscht bis wir eingeschlafen sind“, antwortete Varmi.

„Und vorher als er gesund war?“, fragte Dave und zog seinen Schatz fester an sich.
„Da? Na klar, ziemlich oft. Geben und nehmen“, grinste Varmikan und küsste Dave.

„Er war Dein erster Partner, dass hast Du mir verraten“, sagte Dave und küsste Varmikan ebenfalls.
„Das war er. Mein erster Mann, meine erste Beziehung, mein erster Vereinigungskontakt, mein erster Verschmelzungspartner. Gibt es hier Leute die Krankheiten benennen und heilen können?“, fragte Varmi und unterdrückte ein Gähnen.

„Heiler? Pavo?“, grinste Dave.
„Oh Scheiße, stimmt ja! Das hab ich total vergessen! Und ich ranze den Kerl immer so an. Ich muss zukünftig mit Pavo auskommen und mich gut mit ihm stellen. Verdammte Kacke“, knurrte der Frostalb.

„Was ist denn jetzt los? Dass wusstest Du doch auch vorher schon“, lachte Dave leise.
„Ja. Nein. Keine Ahnung, dass ist irgendwie komplett an mir vorbeigegangen! Ich habe Pavo nur als lästig empfunden. Er mischt sich in unsere Beziehung ein. Na toll, jetzt muss ich bei ihm den Bückling geben. Ab heute muss ich mich zusammenreißen und freundlich zu dem kleinen Biest sein“, maulte Varmikan.

„Aha und warum dass auf einmal?“, gibbelte Dave.
„Wegen Dir natürlich! Wenn Du krank wirst, muss Pavo Dich heilen! Meine Meinung über ihn ist zweitrangig, solange er Dich nur heilt und rettet. Auf Dich aufzupassen ist schließlich meine Pflicht. Dein Wohlergehen gehört dazu.
Also auch Deine Gesundheit und ist die in Gefahr hilft Dir Pavo. Drum muss ich zu ihm freundlich sein, damit er Dir auch zukünftig weiter hilft. Man ich baue auch ständig irgendwie Scheiße ohne es zu merken!

Kacke, verdammte Drecksscheiße. Der hat das gewusst und mir nichts gesagt! Insgeheim hat er sich sicher schon die knorrigen Finger gerieben, wenn Du endlich krank wirst. Dann hätte er es mir brühwarm aufs Brot geschmiert, Dir nicht zu helfen – weil ich Dein bescheuerter Ehemann von einem strunzdummen Gletscherwurm das Maul nicht halten konnte.

Haha haste nun davon Varmi. Kannst Du knicken dass ich Dave helfen. Alles Deine schuld!!! Von wegen!
Am Arsch geleckt. Warte nur ab, ab heute werde ich immer total scheiß-freundlich zu ihm sein. Egal was er sagt, ich werde mich bemühen. Dem wische ich eins aus! Ha! Mit mir nicht!“, grollte Varmi und rollte sich auf die andere Seite. Einige Sekunden später war der Frostalb eingeschlafen.

Antworten