Zum Henker und zum Heiler


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Urako
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#81

Beitragvon Urako » Mo 31. Jul 2017, 09:47

"Was war das f├╝r eine?", grollte Urako, als man ihnen die T├╝r vor der Nase zuschlug. Eigentlich hatte er gehofft, dass Varmi sie als erstes begr├╝├čte. Pavo und Dave arbeiteten ja meistens, aber Varmi lungerte viel herum, darum hatte Urako angenommen, er w├╝rde ihnen die T├╝r aufmachen. "Das neue Zimmerm├Ądchen? Die Reinemachfrau?"

Dave oder Varmi war doch hoffentlich nicht eingefallen, dass ihm die holde Weiblichkeit fehlte?! Andererseits sah sie sehr jung aus, zu jung eigentlich. Vielleicht war es nur eine von Daves zahllosen Verwandten. Irgendeine Nichte oder so. Urako beschloss, diesmal nicht zu explodieren, auch wenn es ihm schwer fiel, ruhig zu bleiben, wenn jemand Fremdes von au├čen in seine Familie eindrang. Er hatte Angst. Sein Schweif peitschte nerv├Âs um seine Beine.

Immerhin blieb Gasmi diesmal ruhig und geriet nicht so freudig aus dem H├Ąuschen wie bei dem uns├Ąglichen Waldalb. Ihm fiel ein, dass er Gasmi noch fragen wollte, ob er sich fr├╝her mal f├╝r Frauen interessiert hatte.

Da kam schon Dave mit breitem Grinsen und Urako grinste zur├╝ck. Er freute sich sehr, den Magier wiederzusehen, stapfte samt Gasmi auf ihn zu und umarmte ihn zu einer kuschligen Dreierumarmung. Er sog den gepflegten Geruch von Dave ein, der nach sich selbst, nach sauberer W├Ąsche und nach Rasierwasser duftete. Er liebte diese vertraute Mischung. Auch der typische Geruch des Geisterhauses haftete ihm an. Dave roch nach zu Hause. Es f├╝hlte sich gut an, in der Mitte zu stecken, zwischen zweien, die ihm sehr viel bedeuteten und Urako beruhigte sich etwas.

Dave stellte anschlie├čend Marcella vor. Sie war seine Sch├╝lerin. Seine Sch├╝lerin. Sie w├╝rden sehr viel Zeit zu zweit miteinander verbringen, Zeit, in der Urako nicht st├Âren durfte, in der er Dave nicht besuchen durfte, Zeit, in der er ├╝berfl├╝ssig war, ja, l├Ąstig. Ihm zog sich der Hals zusammen.

"Hallo Marcella", quetschte er hervor und reichte ihr eine kalte, schwei├čnasse Hand.

Gasmi erz├Ąhlte anschlie├čend auf die ihm eigene ├╝bersprudelnde Art und Weise die Geschichte ihrer Reise, w├Ąhrend sie Dave ins Haus folgten. Urako zog eine von Gasmis H├Ąnden in sein Gesicht und k├╝sste sie die ganze Zeit und rieb sein Gesicht an ihr, um sich irgendwie zu tr├Âsten. Er musterte Marcella im Gehen verstohlen. Das M├Ądchen wirkte harmlos und zur├╝ckhaltend und war im Gegensatz zu dem nackten Waldalb, der Varmikan regelrecht die Eier ins Gesicht gedr├╝ckt hatte, anst├Ąndig gekleidet. Das und Gasmis k├Ârperliche N├Ąhe halfen ihm sehr dabei, ruhig zu bleiben, w├Ąhrend Dave die Antwort las.
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"Wenn Kaiser, K├Ânige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker k├Ânnen?"
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Davard von Hohenfelde
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#82

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mo 31. Jul 2017, 14:27

Dave genoss die Begr├╝├čungsumarmung von Urako. Er hatte ihn schmerzlich vermisst. Irgendwie war Dave mittlerweile die Anwesenheit von zwei M├Ąnnern gew├Âhnt.

W├Ąre es ihm m├Âglich gewesen, dann h├Ątte er Urako zur Begr├╝├čung gek├╝sst, aber die M├Âglichkeit war ihm aufgrund Gasmis Anwesenheit verwehrt. Allerdings gab es eine weitaus intimere M├Âglichkeit Urako willkommen zu hei├čen.

W├Ąhrend Urako seinen Schatz Gasmi und ihn umarmte, erwiderte Dave die Geste - allerdings mental.

Ein Gef├╝hl absoluter Freude und eines L├Ąchelns, brach in Urakos Geist ein.
Auf einmal war sich der Tiefling nicht nur seiner eigenen Erinnerungen bewusst, sondern sah ferne Erinnerungen von jemand anderem.

Die Dunkelheit die Puschels Geist sonst teilweise verh├╝llte, verschwand und er war eingeh├╝llt von Licht.

Warmes, goldenes Licht, dass ihn umfing, liebkoste und beruhigte. Irgendwie war er mittendrin und trotzdem ganz verschwunden. Urako erkannte den Zustand.

Das Licht war lebendig, es war fassbar. Ein Lebewesen, aus einem ihm v├Âllig unbekannten Material.

`Hallo S├╝├čer, sch├Ân dass Du wieder Zuhause bist┬┤, begr├╝├čte ihn Dave.

Aber Urako h├Ârte die Stimme des Magiers nicht wie er sie sonst in seinem Sch├Ądel wahrnahm, wenn Dave mental zu ihm sprach, sondern er sp├╝rte sie bis in die Tiefen seiner Seele.

`Du hast nicht verstanden was das Licht ist, nicht wahr? Es ist greifbar, fast wie Wasser, aber dennoch ist es das nicht. Wie eine Mischung aus Wasser und Stoff und Luft. Was es ist wollte ich Dir nicht nur erkl├Ąren, ich wollte es Dir zeigen...┬┤, ├╝bermittelte Dave freundlich.

`Kurzum, dass bin... ich┬┤, erkl├Ąrte Dave schlicht.
`Meine Farben. Du bist nicht verschwunden, keine Angst. Du bist hier bei mir und ich halte Dich fest. Ich umarme Dich.

Ein Sch├Ân-dass-Du-wieder-da-bist-Geschenk...
ein Blick durch meine geistigen Augen┬┤,
fl├╝sterte Dave in Urakos Seele.

Das Universum war nicht l├Ąnger ein Ort der Dunkelheit. Manche Dinge die Urako in dem Moment sah, konnte er nicht begreifen und er konnte sie auch nicht beschreiben.

Dann sah er farbenfrohe, elegante Fakten sich mit seinem Gedanken verbinden bis sie zu einer Offenbarung wurden. Und innerhalb dieses eigenartigen Zustands der Erleuchtung schwebte er irgendwie gestaltlos als Licht-P├╝nktchen hinter Dave her, w├Ąhrend er von einer Erinnerung zur n├Ąchsten reiste und Dave kein Wort der Erkl├Ąrung abgab.

Urako bemerkte dass gro├če Teile der Geschichte fehlten.

`Das sind einige meine Erinnerungen, meine Geschichte. Ich habe auch Wissen dass mir andere geschenkt haben. Ein Gro├čteil meiner Erinnerungen aus meiner Kindheit habe ich versiegelt. Du m├Âchtest es nicht sehen, glaub mir┬┤, teilte er Puschel mit.

Dave schien einen Moment zu ├╝berlegen, Urako sp├╝rte so etwas wie Unruhe in dem Licht. Es zog sich zusammen und ein Strahl l├Âste sich aus dem Ganzen und umwickelte Puschel.

`Anker, ich binde Dich an diese Welt und zeig Dir meine. Varmi m├Âchte dass Du mich sp├Ąter h├╝test. Dann sollst Du auch wissen, wer und was ich tats├Ąchlich bin┬┤, entschied Dave.

Das Wissen und die Gabe die Dave offenbarte waren einfach gewaltig. Urako sah Dave wie er selbst war, sein pures ich. Es war kein Licht, es waren keine Farben, es war die Seele selbst - die reine Energie die Puschel sah.

Urako sah sich ebenfalls f├╝r einen Moment, durch die Wahrnehmung seines Gegen├╝bers. Er war nicht gestaltlos, er war im Gegensatz zu Dave nur blass und sehr winzig.

Dave zeigte Puschel wundervolle Dinge und abscheuliche Dinge.
Der Tiefling sah Dinge, jenseits der Grenze, die normale Menschen niemals zu Gesicht bekommen.

Urako sah warum Dave ihn festhielt, denn er gew├Ąhrte ihm auch einen Blick in die zweite Sph├Ąre, lie├č Puschel durch seine geistigen Augen in den Nexus sehen - f├╝r Sekunden vielleicht. Einen Blick dahin werfen zu d├╝rfen, war ├╝berragend und entsetzlich zu gleich.

`Ich liebe Dich┬┤, sp├╝rte Urkao und das Licht umschloss ihn wieder. In dieser Form schien Dave v├Âllig anders zu reagieren, als er es sonst tat.

`Puschel, ich bin froh dass es Dich gibt, denk nicht in so d├╝steren Bahnen. Sie ist meine Sch├╝lerin mein M├╝ndel. Ich habe immer Zeit f├╝r Dich┬┤, ├╝bermittelte er und sch├Ąmte sich irgendwie f├╝r die plumpe Erkl├Ąrung.

Die mentale Umarmung von Dave war liebevoll, fest und ziemlich verlangend. Eine Aussicht darauf, was er Urako bei der ├ťberreichung gew├Ąhren und schenken wollte.

W├Ąhrend Urako noch f├╝r einen Sekundenbruchteil die Aussicht in den Nexus und reine mentale Z├Ąrtlichkeit genie├čen konnte, schloss Dave mental die Augen und l├Âste sich sanft von ihm.

Schlagartig war Puschel wieder im Hier und Jetzt.
"Willkommen Zuhause", fl├╝sterte Dave ihm ins Ohr.

W├Ąhrend Dave nun mit Marcella vorging h├Ârte er Gasmi mit halben Ohr zu, als der D├╝sterling Bericht erstattete. Gedanklich plante Dave lieber den Umzug, aber dass musste nun leider einen Moment warten.

"Gasmi, ich glaube kaum, dass sich Tarkan extra im Staub gew├Ąlzt hat um Euch zu beleidigen. Das mit der Kost und Logis, sieht nat├╝rlich anders aus. Die Vorbehalte die viele gegen D├╝sterlinge und Tieflinge hegen, sind nicht von der Hand zu weisen.

Aber wie Du selbst schon folgerichtig erw├Ąhnt hast, ben├Âtigst Du Tarkans Nahrung nicht. Die Botschaft wurde zugestellt, Ihr beide seid wohlbehalten zur├╝ckgekehrt und das ist doch das Wichtigste an der Mission gewesen.

Daf├╝r dass Ihr beiden wegen meiner Botschaft hungern musstet, geht die erste Grillparty in unserem gemeinsamen Garten auf meine Rechnung",
grinste Dave gut gelaunt.

Der Magier rollte die Botschaft von Tarkan aus und las sie durch.


**


(Was hat Tarkan geschrieben? :))
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#83

Beitragvon Morasa » Mi 2. Aug 2017, 11:31

Marcella

war beruhigt als ihr Meister sagte alles war in Ordnung. Er stellte den Tiefling und den D├╝sterling vor. Vor dem Tiefling wurde sie schon gewarnt. Der D├╝sterling schwatzte lang und breit wie er einen Brief abgegeben hatte. So besonders fand Marcella den Job eines Boten nun nicht. Aber dem D├╝sterling schien er zu gefallen. Ihren Helferjob in der B├Ąckerei h├Ątten andere bestimmt genauso lahm gefunden. Das war er auch, aber es gab Taler f├╝rs Fegen, Putzen und Wegr├Ąumen. Daf├╝r war seine Erkl├Ąrung witzig. Marcella war erstaunt, wie der Tiefling mit dem D├╝sterling und dem Meister umging. Er umarmte sie und freute sich riesig.
Marcella fand, dass er ganz nett wirkte. Gar nicht so b├Âsartig wie sie zuerst gedacht hatte. Seine komische Mortadellahaut und seine Ziegenh├Ârner hatten ihr Angst gemacht. Er hatte scheinbar den Meister vermisst und freute sich riesig ihn wieder zu sehen. Ihr Meister war genauso froh, dass der Tiefling wieder hier war. Marcella dachte an Wolfis Worte. Vielleicht mochte der Tiefling nur keine neuen Mitbewohner. Sie geh├Ârte ja zum Meister. Marcella war neugierig wer Tarkan war.

ÔÇ×Wer ist Tarkan Meister? Ist das ein Magierkollege?.ÔÇť
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#84

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Do 3. Aug 2017, 08:14

Dave schmunzelte Marcella an.

"Tarkan ist ein Freund von mir. Er wohnt ziemlich weit entfernt, aus diesem Grund habe ich einen pers├Ânlichen Boten zu ihm geschickt. Wir halten Briefkontakt.

Er hat mir vor einiger Zeit zur Seite gestanden, wo ich in einer pers├Ânlichen Sache nicht weiter gewusst habe. Tarkan hat mir eine L├Âsung angeboten und seitdem sind wir Freunde.

Tarkan ist ein anst├Ąndiger, hilfsbereiter und selbstloser Mann. Anders habe ich ihn jedenfalls nie kennengelernt. Das was Gasmi und Urako geschehen ist, beruht vermutlich auf einem Missverst├Ąndnis.

Da kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, habe ich Tarkan eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und wie mir Gasmi soeben versicherte, hat er sich dar├╝ber gefreut, was mich nat├╝rlich freut.

Der Mann hat viel um die Ohren wie man so sch├Ân sagt. Man k├Ânnte behaupten, er leitet so etwas wie ein Gro├čunternehmen, wobei es wohl eher eine Gro├čunternehmung ist. Deshalb wird es ihm nicht m├Âglich gewesen sein, sich entsprechend um seine G├Ąste zu k├╝mmern.

M├Âglicherweise lernst Du ihn eines Tages pers├Ânlich kennen Marcella",
antwortete Dave freundlich.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#85

Beitragvon Tarkan » Do 3. Aug 2017, 09:44

Verehrter Freund,

es ist etwas geschehen, das nicht oft passiert: Dein Brief hat mich sprachlos gemacht. Ich erwarte gespannt die in Aussicht gestellte Lieferung.

Um unseren neuen Freund werde ich mich, sobald er eingetroffen ist, geb├╝hrend k├╝mmern und zwar pers├Ânlich, damit ich wei├č, dass es ihm an nichts mangelt und er seiner Aufgabe zu unserer vollsten Zufriedenheit nachkommen kann. Er wird hier leben wie Noldil in Obenza und keinen Grund zur Beanstandung haben.

Deine Boten waren sehr zur├╝ckhaltend und h├Âflich. Das ist sehr angenehm, jedoch weise sie bitte ausdr├╝cklich darauf hin, dass es wirklich nicht n├Âtig ist, eine Einladung zum Essen auszuschlagen. Ganz so verarmt sind wir noch nicht. F├╝r den Fall, dass ihnen unsere K├╝che nicht munden sollte, so m├Âgen sie es das n├Ąchste Mal sagen - dann organisiere ich ihnen etwas anderes - anstatt demonstrativ vor dem Restaurant stehen zu bleiben, den R├╝cken zur Sitzgruppe gekehrt. Ich habe ihnen eine Wegzehrung aus s├╝├čem Geb├Ąck mitgegeben, ich hoffe, dass wenigstens diese den Weg in ihren Magen gefunden hat.

Leider kann ich auf die Schnelle keinen Kaffee organisieren, der als Geschenk f├╝r Dich taugen w├╝rde, ich bin hier gerade beruflich sehr gebunden. Bitte sieh es mir nach. Ich werde das so schnell wie m├Âglich nachholen. In Ledwick hat man einen Torfkaffee geborgen, viele hundert Jahre muss er da eingeschlagen in Leinen ├╝berdauert haben, luftdicht im Scho├če des Sumpfes liegend wie eine pflanzliche Moorleiche. Sobald seine Genie├čbarkeit ├╝berpr├╝ft wurde, werde ich dir eine Kostprobe zukommen lassen.

Hochachtungsvoll und mit einer br├╝derlichen Umarmung,
T.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#86

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Fr 4. Aug 2017, 13:22

Dave las gut gelaunt den Brief von Tarkan. Einen sprachlosen Rakshaner hatte die Welt vorher vermutlich auch noch nicht gesehen. Ein Verdienst, den sich Dave gerne auf die Fahne schrieb, vor allem da es sich um einen Freundschaftsdienst gehandelt hatte.

Der Magier rollte den Brief zusammen und verstaute ihn in seiner Robe.

"Marcella geh zu Seddik. Das ist der gro├če wei├če Ork, der im Moment vermutlich im Wohnzimmer sitzt und sich sein Bierchen g├Ânnt. Erl├Ąuterte ihm wer Du bist, Du sprichst in meinem Namen.

Sed soll sich den Greif aus dem Vorhof schnappen und umgehend aufbrechen. Er hat unseren Goblin-Gast unverz├╝glich abzuholen und auf dem schnellsten Weg zu Tarkan zu bringen. ├ťber alles weitere wei├č Seddik bereits bescheid. Er wartet nur auf den Abr├╝ckbefehl, welchen ich hiermit erteile",
erkl├Ąrte Dave.

Der Naridier z├╝ckte seinen gezackten, mattschwarzen Dolch und h├Ąndigte ihn Marcella aus.

"Als Zeichen des Beweises und dass Du von mir kommst. Beeile Dich Marci, ich erwarte Dich schnellstm├Âglich zur├╝ck", erkl├Ąrte Dave und verschwand in der Schreibstube.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#87

Beitragvon Morasa » Mo 7. Aug 2017, 13:19

Marcella

nahm den Dolch von ihrem Meister entgegen und schluckte. Sie sollte alleine zu dem Ork gehen? Marcella hatte Angst. Der Dolch in ihre Hand f├╝hlte sich grauenvoll schwer an. Sie konnte mit so eine Waffe nicht umgehen.
Und sie glaube nicht, wenn sie es k├Ânnte, dass sie eine Chance gegen den Ork hatte. Marcella nahm ihren Mut zusammen und lief ins Wohnzimmer.
Da sass der weisse Ork, wie eine riesige fette Made sah er aus. ├ťberall hatte er Narben und Rillen, dass er noch mehr wie eine Made aussah. Marcella gruselte sich vor ihm.
Sie w├╝nschte sich, Wolfi oder Fedor w├Ąren an ihre Seite. Sie dachte an Wolfis Worte. Der Ork hasste Neulinge. Was sollte sie tun wenn er sie angriff?
Sie konnte nichts tun nur nach ihrem Meister schreien.
Aber dann war sie bestimmt schon tot und aufgefressen von dem aufgedunsenen bleichen Ungeziefer. Ganz langsam ging Marcella auf ihn zu. Sie war bereit sofort wegzulaufen, falls er sie bedrohte.

ÔÇ×Ork ich spreche im Namen von Meister Hohenfelde. Geh zum Hof und sprich mit dem Greif. Der Meister w├╝nscht, dass du sofort aufbrichst und den Goblin zu Tarkan bringst. Der Meister sagt, du weisst bescheid.ÔÇť

Marcella hielt den Dolch hoch, dass ihn der Ork sehen konnte. Dann rannte sie so schnell sie konnte in die Schreibstube und schlug die T├╝r hinter sich zu. Marcella verschnaufte und legte ihren Meister den Dolch auf den Tisch.

ÔÇ×Meister, ich hab den Ork bescheid gesagt.ÔÇť

Freundlich l├Ąchelte Marcella ihren Meister an, obwohl ihr Herz noch immer vor Angst klopfte.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#88

Beitragvon Seddik » Di 8. Aug 2017, 08:05

Seddik musterte verst├Ârt das kleine Menschenm├Ądchen. Zuerst schlich sie sich total ungeschickt an, dann hielt sie ihm fast noch Daves Dolch unter die Nase und befahl ihm, dass er in den Hof ging um dort mit dem Greif zu sprechen und direkt aufzubrechen.

Sed war bewusst worum es ging und er machte sich auch umgehend auf den Weg. Trotzdem fand er das Verhalten des M├Ądchens verwunderlich. Nicht zuletzt weil sie wie von allen D├Ąmonen gehetzt weglief, nachdem sie ihm Daves Befehl weitergegeben hatte.

H├Ątte er ihr noch antworten wollen, w├Ąre das wohl kaum m├Âglich gewesen. Es sei denn, er h├Ątte die Verfolgung aufgenommen. Nur das hielt Seddik f├╝r keinen guten Einfall, vermutlich w├Ąre der Zwerg dann noch vor Angst gestorben.

Seddik konnte ├╝ber das Verhalten nur den Kopf sch├╝tteln. Die Kurze schien von Dave zu kommen, also hatte sie nichts von ihm zu bef├╝rchten. Manche Menschen waren einfach unverbesserlich. Aber wenn sie jedes Ammenm├Ąrchen glaubte, was sich Menschen ├╝ber Orks erz├Ąhlten, dann w├╝rde er der Kleinen beim n├Ąchsten Mal auch einen Grund zum F├╝rchten geben. Rein so zum Spa├č, beschloss Sed.

Der Ork musste bei der Vorstellung grinsen.

Seddik marschierte in den Hof und erkl├Ąrte Kariakin sein Anliegen. Der Greif wurde seinerzeit von Morasa mitgebracht. Der vermaledeite Waldalb war ├╝ber alle Berge, nachdem er sie mehrfach bedroht hatte. Aber der Greif war geblieben. Im Gegensatz zu dem Waldalben war er eine ganz umg├Ąngliche Person.

Bei seiner Gr├Â├če hatte es der Greif auch nicht n├Âtig, st├Ąndig Leute zu bedrohen. Eigentlich h├Ątte das Morasa auch nicht n├Âtig gehabt, fand Seddik. Aber so waren Alben nun einmal. Anders hatte Seddik sie nicht kennengelernt. Selbst beim ersten Gespr├Ąch mit Varmikan kam er zum Schluss, dass der Frostalb ein nutzloses St├╝ck Albenschei├če war.

Dave hatte drauf bestanden ihn zu rekrutieren, also war Varmikan rekrutiert worden. Auch wenn er sich dabei aufgef├╝hrt hat, als w├Ąre er der K├Ânig der Welt. Sed hatte dem Alben gezeigt, wo der Frosch seine Locken trug. Nach nur einem Knuff war der Frostalb kuriert. Soviel dazu. Morasa war schlie├člich auch nach einem Warnschuss die Luft ausgegangen und er hatte das Weite gesucht.

Sed schnaubte bei dem Gedanken daran. Weshalb Alben meinten die Welt jedes Mal aufs Neue retten zu m├╝ssen, war ihm schleierhaft. Immerhin kannten sie weder Kampfst├Ąrke noch Ehre. Sie besa├čen keine Tugend, nur ihre Arroganz. Einen Alben konnte man eigentlich zu nichts gebrauchen, bis man ihn sich zurechtgestutzt hatte und das Spitzohr begriffen hatte, wo sein Platz war.

Leider hatte Varmikan sich Dave als Mann geangelt. Cleverer Schachzug, fand Sed. So genoss er Welpenschutz und konnte sich Dinge herausnehmen, die er sonst garantiert nicht gedurft h├Ątte. Aber Sed lie├č sich von so etwas nicht beeindrucken. Wurde es ihm zu bunt, bekam Varmikan eben seine Packung, sobald Dave f├╝r f├╝nf Minuten nicht anwesend war.

Das Urako den Frostalben so sch├Ątze verstand Sed nicht. Bei Mo hatte der Tiefling seiner Meinung nach auch richtig gelegen. Seddik zuckte mit seinen gewaltigen Schultern und verwarf seine Gedankeng├Ąnge.

Er stieg auf den Greif und machte sich auf den Weg Richtung Tulik. Dort w├╝rde er gemeinsam mit Kariakin Sancillo abholen und den Goblin zu Tarkan bringen. Sed war froh, etwas raus zu kommen. Die letzte Zeit war wirklich ein Trubel gewesen. Ein guter Auftrag, eine Reise und vielleicht ein Kampf und die Welt sah wieder ganz anders aus.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#89

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Di 8. Aug 2017, 08:16

Dave nahm seinen Dolch wieder an sich und verstaute ihn im G├╝rtel, dabei verkniff er sich ein Grinsen.

"Danke Marcella. Und was hat Seddik Dir geantwortet?", schmunzelte Dave. Einen Moment lie├č er seine Novizin noch schmoren, ehe er sie erl├Âste.

"War nur Spa├č. Du musst Seddik nicht f├╝rchten. Er geh├Ârt genauso zu diesem Haus wie Du oder ich. Nur sind einige Personen in einigen Belangen au├čen vor. Unter anderem Wolfi und Du. Zwar kann Euch jeder Mitbewohner mit Aufgaben betrauen, aber ob und wann Ihr diese erledigt, entscheide ausschlie├člich ich. Ihr seid mit pers├Ânlich unterstellt.

Das bedeutet nicht nur, dass Dir eigentlich keiner etwas zu sagen hat, sondern dass bedeutet viel mehr Du unterstehst meinem pers├Ânlichen Schutz. Also wird Dich Seddik nicht angreifen. Erstens weil wir beide befreundet sind, Sed und ich und zweitens wie soeben erl├Ąutert, Du meine Schutzbefohlene bist. Also rei├č Dich zusammen Marcella.

Es ist l├Âblich, dass Du meine Worte derma├čen verinnerlichst, dass Du sie eins zu eins umsetzt. Aber wenn ich Dir auftrage schnellstm├Âglich zur├╝ckzukommen, reicht es trotzdem aus, wenn Du gehst. Du musst deshalb nicht rennen.

Falls ein Grund besteht, dass Du die Beine unter die Hand nimmst, glaube mir Marci, dann werde ich Dich rechtzeitig warnen und Dir dass eindeutig mitteilen.

Und nun schnapp Dir einen Kaffee oder Tee und setz Dich hin. Du wirst gemeinsam mit Wolfi die eingehenden Rechnungen sortieren und ├╝berpr├╝fen. Zudem Randnotizen fertigen, falls Dir Unstimmigkeiten auffallen. Grund hierf├╝r Du lernst Buchf├╝hrung. Schreib bitte so, dass ich und jeder andere es auch problemlos lesen kann. Das geh├Ârt dazu. Ordentlicher Arbeitsplatz, ordentliche Abheftung und selbstverst├Ąndlich ordentliche Schriftf├╝hrung.

Hat auch den Vorteil, dass Du Dir Dein erstes Lehrbuch nicht versaust, denn dass wirst Du per Hand schreiben, wie all Deine zuk├╝nftigen B├╝cher auch. ├ťbung macht den Meister",
erkl├Ąrte Dave freundlich und widmete sich wieder seiner Arbeit.
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Re: Zum Henker und zum Heiler

#90

Beitragvon Morasa » Mi 9. Aug 2017, 09:24

Marcella

Wollte ihren Meister nicht widersprechen. Sie setzte sich direkt neben Wolfi und nahm sich von den Rechnungen welche vom Haufen.

ÔÇ×Danke Dave. Ich hatte mich vor dem Ork gef├╝rchtet. Er ist so rieisig und h├Ąsslich wie eine Made. Er hat ├╝berall Furchen und Rillen, er sah widerw├Ąrtig aus und ich hatte Angst er w├╝rde mich schlagen oder t├Âten.
Darum bin ich gerannt. Ich hatte Angst er verfolgt mich und greift mich an.
Ich kann nicht mit dem Dolch umgehen. Das musst du wissen Dave. Ich weiss nicht wie ich mich damit verteidigen soll und ich denke er h├Ątte mir nichts gen├╝tzt. Danke dass du mich besch├╝tzen w├╝rdest.
Ich werde so sauber und ordentlich schreiben wie ich kann, darauf kannst du dich verlassen Meister.ÔÇť

Marcella ordnete die Rechnungen nach den Datum das oben drauf stand. Dann rechnete sie jede Rechnung nach, damit sie niemand bescheissen konnte.

"Wir m├╝ssen unsere Rechnungen nachher wieder zusammen sortieren Wolfi. Oder machst du das?."

Marcella freute sich, dass sie mit Wolfi zusammenarbeiten durfte.
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