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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Mo 31. Jul 2017, 09:47 
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1)
"Was war das für eine?", grollte Urako, als man ihnen die Tür vor der Nase zuschlug. Eigentlich hatte er gehofft, dass Varmi sie als erstes begrüßte. Pavo und Dave arbeiteten ja meistens, aber Varmi lungerte viel herum, darum hatte Urako angenommen, er würde ihnen die Tür aufmachen. "Das neue Zimmermädchen? Die Reinemachfrau?"

Dave oder Varmi war doch hoffentlich nicht eingefallen, dass ihm die holde Weiblichkeit fehlte?! Andererseits sah sie sehr jung aus, zu jung eigentlich. Vielleicht war es nur eine von Daves zahllosen Verwandten. Irgendeine Nichte oder so. Urako beschloss, diesmal nicht zu explodieren, auch wenn es ihm schwer fiel, ruhig zu bleiben, wenn jemand Fremdes von außen in seine Familie eindrang. Er hatte Angst. Sein Schweif peitschte nervös um seine Beine.

Immerhin blieb Gasmi diesmal ruhig und geriet nicht so freudig aus dem Häuschen wie bei dem unsäglichen Waldalb. Ihm fiel ein, dass er Gasmi noch fragen wollte, ob er sich früher mal für Frauen interessiert hatte.

Da kam schon Dave mit breitem Grinsen und Urako grinste zurück. Er freute sich sehr, den Magier wiederzusehen, stapfte samt Gasmi auf ihn zu und umarmte ihn zu einer kuschligen Dreierumarmung. Er sog den gepflegten Geruch von Dave ein, der nach sich selbst, nach sauberer Wäsche und nach Rasierwasser duftete. Er liebte diese vertraute Mischung. Auch der typische Geruch des Geisterhauses haftete ihm an. Dave roch nach zu Hause. Es fühlte sich gut an, in der Mitte zu stecken, zwischen zweien, die ihm sehr viel bedeuteten und Urako beruhigte sich etwas.

Dave stellte anschließend Marcella vor. Sie war seine Schülerin. Seine Schülerin. Sie würden sehr viel Zeit zu zweit miteinander verbringen, Zeit, in der Urako nicht stören durfte, in der er Dave nicht besuchen durfte, Zeit, in der er überflüssig war, ja, lästig. Ihm zog sich der Hals zusammen.

"Hallo Marcella", quetschte er hervor und reichte ihr eine kalte, schweißnasse Hand.

Gasmi erzählte anschließend auf die ihm eigene übersprudelnde Art und Weise die Geschichte ihrer Reise, während sie Dave ins Haus folgten. Urako zog eine von Gasmis Händen in sein Gesicht und küsste sie die ganze Zeit und rieb sein Gesicht an ihr, um sich irgendwie zu trösten. Er musterte Marcella im Gehen verstohlen. Das Mädchen wirkte harmlos und zurückhaltend und war im Gegensatz zu dem nackten Waldalb, der Varmikan regelrecht die Eier ins Gesicht gedrückt hatte, anständig gekleidet. Das und Gasmis körperliche Nähe halfen ihm sehr dabei, ruhig zu bleiben, während Dave die Antwort las.

_________________
"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen, warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Mo 31. Jul 2017, 14:27 
Freiherr
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Volk: Naridische Almanen
Beiträge: 106
Dave genoss die Begrüßungsumarmung von Urako. Er hatte ihn schmerzlich vermisst. Irgendwie war Dave mittlerweile die Anwesenheit von zwei Männern gewöhnt.

Wäre es ihm möglich gewesen, dann hätte er Urako zur Begrüßung geküsst, aber die Möglichkeit war ihm aufgrund Gasmis Anwesenheit verwehrt. Allerdings gab es eine weitaus intimere Möglichkeit Urako willkommen zu heißen.

Während Urako seinen Schatz Gasmi und ihn umarmte, erwiderte Dave die Geste - allerdings mental.

Ein Gefühl absoluter Freude und eines Lächelns, brach in Urakos Geist ein.
Auf einmal war sich der Tiefling nicht nur seiner eigenen Erinnerungen bewusst, sondern sah ferne Erinnerungen von jemand anderem.

Die Dunkelheit die Puschels Geist sonst teilweise verhüllte, verschwand und er war eingehüllt von Licht.

Warmes, goldenes Licht, dass ihn umfing, liebkoste und beruhigte. Irgendwie war er mittendrin und trotzdem ganz verschwunden. Urako erkannte den Zustand.

Das Licht war lebendig, es war fassbar. Ein Lebewesen, aus einem ihm völlig unbekannten Material.

`Hallo Süßer, schön dass Du wieder Zuhause bist´, begrüßte ihn Dave.

Aber Urako hörte die Stimme des Magiers nicht wie er sie sonst in seinem Schädel wahrnahm, wenn Dave mental zu ihm sprach, sondern er spürte sie bis in die Tiefen seiner Seele.

`Du hast nicht verstanden was das Licht ist, nicht wahr? Es ist greifbar, fast wie Wasser, aber dennoch ist es das nicht. Wie eine Mischung aus Wasser und Stoff und Luft. Was es ist wollte ich Dir nicht nur erklären, ich wollte es Dir zeigen...´, übermittelte Dave freundlich.

`Kurzum, dass bin... ich´, erklärte Dave schlicht.
`Meine Farben. Du bist nicht verschwunden, keine Angst. Du bist hier bei mir und ich halte Dich fest. Ich umarme Dich.

Ein Schön-dass-Du-wieder-da-bist-Geschenk...
ein Blick durch meine geistigen Augen´,
flüsterte Dave in Urakos Seele.

Das Universum war nicht länger ein Ort der Dunkelheit. Manche Dinge die Urako in dem Moment sah, konnte er nicht begreifen und er konnte sie auch nicht beschreiben.

Dann sah er farbenfrohe, elegante Fakten sich mit seinem Gedanken verbinden bis sie zu einer Offenbarung wurden. Und innerhalb dieses eigenartigen Zustands der Erleuchtung schwebte er irgendwie gestaltlos als Licht-Pünktchen hinter Dave her, während er von einer Erinnerung zur nächsten reiste und Dave kein Wort der Erklärung abgab.

Urako bemerkte dass große Teile der Geschichte fehlten.

`Das sind einige meine Erinnerungen, meine Geschichte. Ich habe auch Wissen dass mir andere geschenkt haben. Ein Großteil meiner Erinnerungen aus meiner Kindheit habe ich versiegelt. Du möchtest es nicht sehen, glaub mir´, teilte er Puschel mit.

Dave schien einen Moment zu überlegen, Urako spürte so etwas wie Unruhe in dem Licht. Es zog sich zusammen und ein Strahl löste sich aus dem Ganzen und umwickelte Puschel.

`Anker, ich binde Dich an diese Welt und zeig Dir meine. Varmi möchte dass Du mich später hütest. Dann sollst Du auch wissen, wer und was ich tatsächlich bin´, entschied Dave.

Das Wissen und die Gabe die Dave offenbarte waren einfach gewaltig. Urako sah Dave wie er selbst war, sein pures ich. Es war kein Licht, es waren keine Farben, es war die Seele selbst - die reine Energie die Puschel sah.

Urako sah sich ebenfalls für einen Moment, durch die Wahrnehmung seines Gegenübers. Er war nicht gestaltlos, er war im Gegensatz zu Dave nur blass und sehr winzig.

Dave zeigte Puschel wundervolle Dinge und abscheuliche Dinge.
Der Tiefling sah Dinge, jenseits der Grenze, die normale Menschen niemals zu Gesicht bekommen.

Urako sah warum Dave ihn festhielt, denn er gewährte ihm auch einen Blick in die zweite Sphäre, ließ Puschel durch seine geistigen Augen in den Nexus sehen - für Sekunden vielleicht. Einen Blick dahin werfen zu dürfen, war überragend und entsetzlich zu gleich.

`Ich liebe Dich´, spürte Urkao und das Licht umschloss ihn wieder. In dieser Form schien Dave völlig anders zu reagieren, als er es sonst tat.

`Puschel, ich bin froh dass es Dich gibt, denk nicht in so düsteren Bahnen. Sie ist meine Schülerin mein Mündel. Ich habe immer Zeit für Dich´, übermittelte er und schämte sich irgendwie für die plumpe Erklärung.

Die mentale Umarmung von Dave war liebevoll, fest und ziemlich verlangend. Eine Aussicht darauf, was er Urako bei der Überreichung gewähren und schenken wollte.

Während Urako noch für einen Sekundenbruchteil die Aussicht in den Nexus und reine mentale Zärtlichkeit genießen konnte, schloss Dave mental die Augen und löste sich sanft von ihm.

Schlagartig war Puschel wieder im Hier und Jetzt.
"Willkommen Zuhause", flüsterte Dave ihm ins Ohr.

Während Dave nun mit Marcella vorging hörte er Gasmi mit halben Ohr zu, als der Düsterling Bericht erstattete. Gedanklich plante Dave lieber den Umzug, aber dass musste nun leider einen Moment warten.

"Gasmi, ich glaube kaum, dass sich Tarkan extra im Staub gewälzt hat um Euch zu beleidigen. Das mit der Kost und Logis, sieht natürlich anders aus. Die Vorbehalte die viele gegen Düsterlinge und Tieflinge hegen, sind nicht von der Hand zu weisen.

Aber wie Du selbst schon folgerichtig erwähnt hast, benötigst Du Tarkans Nahrung nicht. Die Botschaft wurde zugestellt, Ihr beide seid wohlbehalten zurückgekehrt und das ist doch das Wichtigste an der Mission gewesen.

Dafür dass Ihr beiden wegen meiner Botschaft hungern musstet, geht die erste Grillparty in unserem gemeinsamen Garten auf meine Rechnung",
grinste Dave gut gelaunt.

Der Magier rollte die Botschaft von Tarkan aus und las sie durch.


**


(Was hat Tarkan geschrieben? :))
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Mi 2. Aug 2017, 11:31 
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Volk: Waldalb
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Schlüsselloch (1)
Marcella

war beruhigt als ihr Meister sagte alles war in Ordnung. Er stellte den Tiefling und den Düsterling vor. Vor dem Tiefling wurde sie schon gewarnt. Der Düsterling schwatzte lang und breit wie er einen Brief abgegeben hatte. So besonders fand Marcella den Job eines Boten nun nicht. Aber dem Düsterling schien er zu gefallen. Ihren Helferjob in der Bäckerei hätten andere bestimmt genauso lahm gefunden. Das war er auch, aber es gab Taler fürs Fegen, Putzen und Wegräumen. Dafür war seine Erklärung witzig. Marcella war erstaunt, wie der Tiefling mit dem Düsterling und dem Meister umging. Er umarmte sie und freute sich riesig.
Marcella fand, dass er ganz nett wirkte. Gar nicht so bösartig wie sie zuerst gedacht hatte. Seine komische Mortadellahaut und seine Ziegenhörner hatten ihr Angst gemacht. Er hatte scheinbar den Meister vermisst und freute sich riesig ihn wieder zu sehen. Ihr Meister war genauso froh, dass der Tiefling wieder hier war. Marcella dachte an Wolfis Worte. Vielleicht mochte der Tiefling nur keine neuen Mitbewohner. Sie gehörte ja zum Meister. Marcella war neugierig wer Tarkan war.

„Wer ist Tarkan Meister? Ist das ein Magierkollege?.“
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Do 3. Aug 2017, 08:14 
Freiherr
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Volk: Naridische Almanen
Beiträge: 106
Dave schmunzelte Marcella an.

"Tarkan ist ein Freund von mir. Er wohnt ziemlich weit entfernt, aus diesem Grund habe ich einen persönlichen Boten zu ihm geschickt. Wir halten Briefkontakt.

Er hat mir vor einiger Zeit zur Seite gestanden, wo ich in einer persönlichen Sache nicht weiter gewusst habe. Tarkan hat mir eine Lösung angeboten und seitdem sind wir Freunde.

Tarkan ist ein anständiger, hilfsbereiter und selbstloser Mann. Anders habe ich ihn jedenfalls nie kennengelernt. Das was Gasmi und Urako geschehen ist, beruht vermutlich auf einem Missverständnis.

Da kleine Geschenke die Freundschaft erhalten, habe ich Tarkan eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Und wie mir Gasmi soeben versicherte, hat er sich darüber gefreut, was mich natürlich freut.

Der Mann hat viel um die Ohren wie man so schön sagt. Man könnte behaupten, er leitet so etwas wie ein Großunternehmen, wobei es wohl eher eine Großunternehmung ist. Deshalb wird es ihm nicht möglich gewesen sein, sich entsprechend um seine Gäste zu kümmern.

Möglicherweise lernst Du ihn eines Tages persönlich kennen Marcella",
antwortete Dave freundlich.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Do 3. Aug 2017, 09:44 
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Volk: Rakshaner
Beiträge: 22
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Das Chaos (1)
Verehrter Freund,

es ist etwas geschehen, das nicht oft passiert: Dein Brief hat mich sprachlos gemacht. Ich erwarte gespannt die in Aussicht gestellte Lieferung.

Um unseren neuen Freund werde ich mich, sobald er eingetroffen ist, gebührend kümmern und zwar persönlich, damit ich weiß, dass es ihm an nichts mangelt und er seiner Aufgabe zu unserer vollsten Zufriedenheit nachkommen kann. Er wird hier leben wie Noldil in Obenza und keinen Grund zur Beanstandung haben.

Deine Boten waren sehr zurückhaltend und höflich. Das ist sehr angenehm, jedoch weise sie bitte ausdrücklich darauf hin, dass es wirklich nicht nötig ist, eine Einladung zum Essen auszuschlagen. Ganz so verarmt sind wir noch nicht. Für den Fall, dass ihnen unsere Küche nicht munden sollte, so mögen sie es das nächste Mal sagen - dann organisiere ich ihnen etwas anderes - anstatt demonstrativ vor dem Restaurant stehen zu bleiben, den Rücken zur Sitzgruppe gekehrt. Ich habe ihnen eine Wegzehrung aus süßem Gebäck mitgegeben, ich hoffe, dass wenigstens diese den Weg in ihren Magen gefunden hat.

Leider kann ich auf die Schnelle keinen Kaffee organisieren, der als Geschenk für Dich taugen würde, ich bin hier gerade beruflich sehr gebunden. Bitte sieh es mir nach. Ich werde das so schnell wie möglich nachholen. In Ledwick hat man einen Torfkaffee geborgen, viele hundert Jahre muss er da eingeschlagen in Leinen überdauert haben, luftdicht im Schoße des Sumpfes liegend wie eine pflanzliche Moorleiche. Sobald seine Genießbarkeit überprüft wurde, werde ich dir eine Kostprobe zukommen lassen.

Hochachtungsvoll und mit einer brüderlichen Umarmung,
T.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Fr 4. Aug 2017, 13:22 
Freiherr
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Volk: Naridische Almanen
Beiträge: 106
Dave las gut gelaunt den Brief von Tarkan. Einen sprachlosen Rakshaner hatte die Welt vorher vermutlich auch noch nicht gesehen. Ein Verdienst, den sich Dave gerne auf die Fahne schrieb, vor allem da es sich um einen Freundschaftsdienst gehandelt hatte.

Der Magier rollte den Brief zusammen und verstaute ihn in seiner Robe.

"Marcella geh zu Seddik. Das ist der große weiße Ork, der im Moment vermutlich im Wohnzimmer sitzt und sich sein Bierchen gönnt. Erläuterte ihm wer Du bist, Du sprichst in meinem Namen.

Sed soll sich den Greif aus dem Vorhof schnappen und umgehend aufbrechen. Er hat unseren Goblin-Gast unverzüglich abzuholen und auf dem schnellsten Weg zu Tarkan zu bringen. Über alles weitere weiß Seddik bereits bescheid. Er wartet nur auf den Abrückbefehl, welchen ich hiermit erteile",
erklärte Dave.

Der Naridier zückte seinen gezackten, mattschwarzen Dolch und händigte ihn Marcella aus.

"Als Zeichen des Beweises und dass Du von mir kommst. Beeile Dich Marci, ich erwarte Dich schnellstmöglich zurück", erklärte Dave und verschwand in der Schreibstube.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Mo 7. Aug 2017, 13:19 
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Volk: Waldalb
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Schlüsselloch (1)
Marcella

nahm den Dolch von ihrem Meister entgegen und schluckte. Sie sollte alleine zu dem Ork gehen? Marcella hatte Angst. Der Dolch in ihre Hand fühlte sich grauenvoll schwer an. Sie konnte mit so eine Waffe nicht umgehen.
Und sie glaube nicht, wenn sie es könnte, dass sie eine Chance gegen den Ork hatte. Marcella nahm ihren Mut zusammen und lief ins Wohnzimmer.
Da sass der weisse Ork, wie eine riesige fette Made sah er aus. Überall hatte er Narben und Rillen, dass er noch mehr wie eine Made aussah. Marcella gruselte sich vor ihm.
Sie wünschte sich, Wolfi oder Fedor wären an ihre Seite. Sie dachte an Wolfis Worte. Der Ork hasste Neulinge. Was sollte sie tun wenn er sie angriff?
Sie konnte nichts tun nur nach ihrem Meister schreien.
Aber dann war sie bestimmt schon tot und aufgefressen von dem aufgedunsenen bleichen Ungeziefer. Ganz langsam ging Marcella auf ihn zu. Sie war bereit sofort wegzulaufen, falls er sie bedrohte.

„Ork ich spreche im Namen von Meister Hohenfelde. Geh zum Hof und sprich mit dem Greif. Der Meister wünscht, dass du sofort aufbrichst und den Goblin zu Tarkan bringst. Der Meister sagt, du weisst bescheid.“

Marcella hielt den Dolch hoch, dass ihn der Ork sehen konnte. Dann rannte sie so schnell sie konnte in die Schreibstube und schlug die Tür hinter sich zu. Marcella verschnaufte und legte ihren Meister den Dolch auf den Tisch.

„Meister, ich hab den Ork bescheid gesagt.“

Freundlich lächelte Marcella ihren Meister an, obwohl ihr Herz noch immer vor Angst klopfte.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Di 8. Aug 2017, 08:05 
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Seddik musterte verstört das kleine Menschenmädchen. Zuerst schlich sie sich total ungeschickt an, dann hielt sie ihm fast noch Daves Dolch unter die Nase und befahl ihm, dass er in den Hof ging um dort mit dem Greif zu sprechen und direkt aufzubrechen.

Sed war bewusst worum es ging und er machte sich auch umgehend auf den Weg. Trotzdem fand er das Verhalten des Mädchens verwunderlich. Nicht zuletzt weil sie wie von allen Dämonen gehetzt weglief, nachdem sie ihm Daves Befehl weitergegeben hatte.

Hätte er ihr noch antworten wollen, wäre das wohl kaum möglich gewesen. Es sei denn, er hätte die Verfolgung aufgenommen. Nur das hielt Seddik für keinen guten Einfall, vermutlich wäre der Zwerg dann noch vor Angst gestorben.

Seddik konnte über das Verhalten nur den Kopf schütteln. Die Kurze schien von Dave zu kommen, also hatte sie nichts von ihm zu befürchten. Manche Menschen waren einfach unverbesserlich. Aber wenn sie jedes Ammenmärchen glaubte, was sich Menschen über Orks erzählten, dann würde er der Kleinen beim nächsten Mal auch einen Grund zum Fürchten geben. Rein so zum Spaß, beschloss Sed.

Der Ork musste bei der Vorstellung grinsen.

Seddik marschierte in den Hof und erklärte Kariakin sein Anliegen. Der Greif wurde seinerzeit von Morasa mitgebracht. Der vermaledeite Waldalb war über alle Berge, nachdem er sie mehrfach bedroht hatte. Aber der Greif war geblieben. Im Gegensatz zu dem Waldalben war er eine ganz umgängliche Person.

Bei seiner Größe hatte es der Greif auch nicht nötig, ständig Leute zu bedrohen. Eigentlich hätte das Morasa auch nicht nötig gehabt, fand Seddik. Aber so waren Alben nun einmal. Anders hatte Seddik sie nicht kennengelernt. Selbst beim ersten Gespräch mit Varmikan kam er zum Schluss, dass der Frostalb ein nutzloses Stück Albenscheiße war.

Dave hatte drauf bestanden ihn zu rekrutieren, also war Varmikan rekrutiert worden. Auch wenn er sich dabei aufgeführt hat, als wäre er der König der Welt. Sed hatte dem Alben gezeigt, wo der Frosch seine Locken trug. Nach nur einem Knuff war der Frostalb kuriert. Soviel dazu. Morasa war schließlich auch nach einem Warnschuss die Luft ausgegangen und er hatte das Weite gesucht.

Sed schnaubte bei dem Gedanken daran. Weshalb Alben meinten die Welt jedes Mal aufs Neue retten zu müssen, war ihm schleierhaft. Immerhin kannten sie weder Kampfstärke noch Ehre. Sie besaßen keine Tugend, nur ihre Arroganz. Einen Alben konnte man eigentlich zu nichts gebrauchen, bis man ihn sich zurechtgestutzt hatte und das Spitzohr begriffen hatte, wo sein Platz war.

Leider hatte Varmikan sich Dave als Mann geangelt. Cleverer Schachzug, fand Sed. So genoss er Welpenschutz und konnte sich Dinge herausnehmen, die er sonst garantiert nicht gedurft hätte. Aber Sed ließ sich von so etwas nicht beeindrucken. Wurde es ihm zu bunt, bekam Varmikan eben seine Packung, sobald Dave für fünf Minuten nicht anwesend war.

Das Urako den Frostalben so schätze verstand Sed nicht. Bei Mo hatte der Tiefling seiner Meinung nach auch richtig gelegen. Seddik zuckte mit seinen gewaltigen Schultern und verwarf seine Gedankengänge.

Er stieg auf den Greif und machte sich auf den Weg Richtung Tulik. Dort würde er gemeinsam mit Kariakin Sancillo abholen und den Goblin zu Tarkan bringen. Sed war froh, etwas raus zu kommen. Die letzte Zeit war wirklich ein Trubel gewesen. Ein guter Auftrag, eine Reise und vielleicht ein Kampf und die Welt sah wieder ganz anders aus.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Di 8. Aug 2017, 08:16 
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Volk: Naridische Almanen
Beiträge: 106
Dave nahm seinen Dolch wieder an sich und verstaute ihn im Gürtel, dabei verkniff er sich ein Grinsen.

"Danke Marcella. Und was hat Seddik Dir geantwortet?", schmunzelte Dave. Einen Moment ließ er seine Novizin noch schmoren, ehe er sie erlöste.

"War nur Spaß. Du musst Seddik nicht fürchten. Er gehört genauso zu diesem Haus wie Du oder ich. Nur sind einige Personen in einigen Belangen außen vor. Unter anderem Wolfi und Du. Zwar kann Euch jeder Mitbewohner mit Aufgaben betrauen, aber ob und wann Ihr diese erledigt, entscheide ausschließlich ich. Ihr seid mit persönlich unterstellt.

Das bedeutet nicht nur, dass Dir eigentlich keiner etwas zu sagen hat, sondern dass bedeutet viel mehr Du unterstehst meinem persönlichen Schutz. Also wird Dich Seddik nicht angreifen. Erstens weil wir beide befreundet sind, Sed und ich und zweitens wie soeben erläutert, Du meine Schutzbefohlene bist. Also reiß Dich zusammen Marcella.

Es ist löblich, dass Du meine Worte dermaßen verinnerlichst, dass Du sie eins zu eins umsetzt. Aber wenn ich Dir auftrage schnellstmöglich zurückzukommen, reicht es trotzdem aus, wenn Du gehst. Du musst deshalb nicht rennen.

Falls ein Grund besteht, dass Du die Beine unter die Hand nimmst, glaube mir Marci, dann werde ich Dich rechtzeitig warnen und Dir dass eindeutig mitteilen.

Und nun schnapp Dir einen Kaffee oder Tee und setz Dich hin. Du wirst gemeinsam mit Wolfi die eingehenden Rechnungen sortieren und überprüfen. Zudem Randnotizen fertigen, falls Dir Unstimmigkeiten auffallen. Grund hierfür Du lernst Buchführung. Schreib bitte so, dass ich und jeder andere es auch problemlos lesen kann. Das gehört dazu. Ordentlicher Arbeitsplatz, ordentliche Abheftung und selbstverständlich ordentliche Schriftführung.

Hat auch den Vorteil, dass Du Dir Dein erstes Lehrbuch nicht versaust, denn dass wirst Du per Hand schreiben, wie all Deine zukünftigen Bücher auch. Übung macht den Meister",
erklärte Dave freundlich und widmete sich wieder seiner Arbeit.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zum Henker und zum Heiler
BeitragVerfasst: Mi 9. Aug 2017, 09:24 
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Schlüsselloch (1)
Marcella

Wollte ihren Meister nicht widersprechen. Sie setzte sich direkt neben Wolfi und nahm sich von den Rechnungen welche vom Haufen.

„Danke Dave. Ich hatte mich vor dem Ork gefürchtet. Er ist so rieisig und hässlich wie eine Made. Er hat überall Furchen und Rillen, er sah widerwärtig aus und ich hatte Angst er würde mich schlagen oder töten.
Darum bin ich gerannt. Ich hatte Angst er verfolgt mich und greift mich an.
Ich kann nicht mit dem Dolch umgehen. Das musst du wissen Dave. Ich weiss nicht wie ich mich damit verteidigen soll und ich denke er hätte mir nichts genützt. Danke dass du mich beschützen würdest.
Ich werde so sauber und ordentlich schreiben wie ich kann, darauf kannst du dich verlassen Meister.“

Marcella ordnete die Rechnungen nach den Datum das oben drauf stand. Dann rechnete sie jede Rechnung nach, damit sie niemand bescheissen konnte.

"Wir müssen unsere Rechnungen nachher wieder zusammen sortieren Wolfi. Oder machst du das?."

Marcella freute sich, dass sie mit Wolfi zusammenarbeiten durfte.
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