PAVOS-HEILSTUBE


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm√∂rdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f√ľr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit√§t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Enzian
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#11

Beitragvon Enzian » Mi 29. M√§r 2017, 09:14

Distel war - nat√ľrlich - sofort begeistert, dass er die Flasche einfach abarbeiten konnte. "Das ist ein guter Vorschlag! Was hat das Fl√§schlein gekostet und wie viele Boteng√§nge sollen wir daf√ľr erledigen?"

Enzian war da etwas zur√ľckhaltender. Nicht zuletzt darum, weil Distel das Wort wir neuerdings inflation√§r gebrauchte, so als ob es in ihrer kleinen Herde keine Individuen g√§be - besonders, wenn es darum ging, seinen eigenen struppigen Hintern aus dem Dreck zu ziehen. Momentan teilten sie sich in alle Kosten herein, aber wenn die Flasche da wirklich teuer war, w√ľrde Enzian sich gut √ľberlegen, ob er dieses Mal nicht getrennte Rechnungen verlangte. Nat√ľrlich war das auch abh√§ngig davon, was seine eigene Behandlung kosten w√ľrde. Wenn die teurer w√§re als die Flasche, w√ľrde er √ľber Distels kleines Missgeschick gro√üm√ľtig hinwegsehen.

Bevor er sich zu einer Antwort herablie√ü, betrachtete er gr√ľndlich seine entfernten Hufeisen. Keins davon war verbogen. Einmal abschrubben, waschen und mit Fett einreiben und die Dinger waren wieder wie neu. "Die kommen so wie sie sind wieder dran", konstatierte er. "Egal, was ihr zwei Pfuscher sagt. Was soll der ganze Spa√ü hier √ľberhaupt kosten? Und wie soll ich Boteng√§nge mit `nem kranken Huf machen?"

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Pavo
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#12

Beitragvon Pavo » Mi 29. M√§r 2017, 11:01

Pavo grinste den kleineren Centauren an, da dieser sofort bereit war seine Schulden abzuarbeiten. Das gefiel dem alten Goblin. Der Kleine war nicht faul.

"Dazu schaue ich mir gleich die Flasche an.
Zu den Behandlungspreisen.

Erstens.
Diagnose und Behandlung einer Wunde, eines Knochenbruchs oder kranken Zahns zuz√ľglich Kosten f√ľr Verbandsstoff, Kr√§uter und oder Heiltr√§nke von 5 bis 12 Gold.

Zweitens.
Diagnose und Behandlung einer Krankheit, von einem bis zu mehreren Tagen oder auf unbestimmte Zeit, zuz√ľglich der Kosten f√ľr Kr√§uter und so weiter von 5 Gold bis 300 Gold f√ľr eine Behandlung oder nach oben offen, je nach Dauer der kompletten Behandlung.

Nur zu Deinem Verst√§ndnis, kein Heiler w√ľrde einen bettl√§gerigen Patienten Monate lang f√ľr 5 Gold behandeln. Das versteht sich von selbst. Und niemand ausser den idealistischen Priestern des Ainuwar w√ľrden sich √ľberhaupt eine derartige M√ľhe mit solch einem Patienten machen, genauso wenig wie mit einem Pockenpatient.

Also versuch nicht mit mir zu feilschen, sonst such zuk√ľnftig den von Dir erw√§hnten Pfuscher auf.

Die stehen auf dem Markt und ab dato wird Dein markantestes Merkmal nicht mehr Dein Streifenmuster sein. Sondern Du gehst ein in die Stadtgeschichte als der Dreibeiner unter den Centauren.

Ach √ľbrigens ein Heiler oder ein Medicus fertig auch Prothesen, Du k√∂nntest dann nat√ľrlich zu mir oder einem meiner Kollegen zur√ľckkehren. Die Sache wird dann allerdings etwas schmerzhafter und nat√ľrlich teurer.

Zudem beschimpfe nicht mich oder Deinen Kameraden f√ľr Deine eigene, selbstverschuldete Krankheit durch Deine Unsauberkeit!

Hättest Du mehr auf Deine Pflege geachtet, wärst Du nicht krank geworden.
Soll ich vorsorglich auch Deine Zähne nachschauen, oder hast Du wenigstens die gepflegt?",
fragte Pavo.

Der alte Goblin ging hin√ľber zu dem Fl√§schchen, schaute darauf herab und holte dann Kehrzeug um den Schaden zu beseitigen, den Distel versehentlich verursacht hatte.

Pavo rechnete kurz im Kopf zusammen wie viel Zeit er ungef√§hr f√ľr die Behandlung von Enzian gebraucht hatte, rechnete die Beleidigung hinzu und zog einen Anteil des Fl√§schchens f√ľr Distel ab - da dieser bereitwillig war zu arbeiten und legte so den Preis f√ľr Enzian fest.

"12 Gold kostet Dich Deine Behandlung bis jetzt. Bei Abarbeiten folglich dann, sobald Du wieder dazu in der Lage bist. Ich sehe innerhalb des Heilungsprozesses gro√üz√ľgig √ľber Verzugszinsen hinweg. Nach Abheilung allerdings kostet es Dich Zinsen, wenn Du Dich vor der Arbeit dr√ľckst", sagte Pavo ernst und wandte sich dann an Distel.

"Du schuldest uns 3 Gold kleiner Centaur", sagte Pavo freundlich.
Der Heiler ging kurz nach hinten.

"Anwolf, schreib einen Schuldschein √ľber 3 Gold, sowie einen weiteren √ľber 12 Gold aus. Wir haben hier zwei Kunden die Ihre Schulden abarbeiten werden.
Den 3er wegen Geringf√ľgigkeit ohne jeglichen Zusatz.
Den 12er auf eine Woche Zinsaussatz, danach 11% Zinsen pro Tag und Versäumnis. Ein Monat bis zur Eintreibung bei Nichtzahlung",
rief Pavo.

"Alles klar, die Schuldscheine kommen gleich", antwortete der besagte Anwolf ebenfalls rufend.

Pavo kam wieder nach vorne und lächelte seine Kunden an.
"Einen Moment Geduld", bat der Heiler freundlich.

Es dauerte ungef√§hr f√ľnf Minuten bis ein junger Mann in Robe erschien und Pavo die beiden Schuldscheine samt Schreibutensilien aush√§ndigte. Er schaute sich beide Centauren neugierig an.

"Wer ist der 12er?", fragte Anwolf Pavo und der alte Goblin deutete auf Enzian.
"Ah... aha", grinste Anwolf breit mit Raubtiergrinsen.

"Du unterschreibst hier", sagte Pavo zu Distel und legte den Schuldschein √ľber 3 Gold dem kleinen Centauren vor.
"Und Du unterschreibst hier", erkl√§rte Pavo Enzian und legte ihm den Schuldschein √ľber 12 Gold vor.

Anwolf musterte die beiden schweigend wie eine Grinsekatze.
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#13

Beitragvon Enzian » Mi 29. M√§r 2017, 13:19

Offenbar f√ľhlte der alte Goblin sich beleidigt. Er begann, Enzian mit einem Schwall von Berechnungen und Zahlen zu √ľbersch√ľtten, denen er schon bei dem Beginn der Darlegung nicht mehr zu folgen vermochte. Beim Versuch, sich auf die Zahlen zu konzentrieren, bekam er f√ľrchterliche Kopfschmerzen und er hatte das Gef√ľhl, dass der Goblin lauter Gr√ľtze erz√§hlte.

"Distel, der beschei√üt uns!", rief Enzian erbost. "Der faselt D√ľnnschiss!"

Distel legte den Kopf schräg und lauschte dem Heiler mit gespitzten Ohren.
"Also dass man noch irgendwo in Asamura mit purem Gold handeln w√ľrde, w√§re mir tats√§chlich neu", sagte er vorsichtig und hob gleichzeitig beschwichtigend die H√§nde, um anzuzeigen, dass er deswegen nicht sofort einen Betrug vermutete, sondern durchaus auch ein Irrtum oder Versprecher vorliegen k√∂nnte, doch die Worte hatten ausgereicht, dass Enzian w√ľtend mit dem Vorderhuf einen Schemel durch die Heilstube donnerte, der an der Wand in lauter Sp√§ne zerplatzte.

"Wusste ich es doch! Dreihundert Goldst√ľcke! So was verdient nichtmal ein almanischer Gro√üherzog im Jahr! Wie sollen wir das auftreiben? Das ist Wucher! Nagel mir meine Hufeisen wieder dran und papp den ganzen Wunddreck wieder drauf und such dir jemanden anders, den du verarschen kannst! Da w√§re ich ja bei einem beschissenen Hufschmied besser drangewesen als ausgerechnet bei einem Goblin! Schau dir deine eigenen schiefen Klopper an, eh du dich √ľber meine lustig machst! Das da in deiner Visage ist ein Zahnfriedhof und kein Gebiss! Mach so weiter und du bist ihn los!"

"Bis zu 300", sagte Distel kleinlaut und betrachtete traurig das Holzh√§uflein, das einmal ein Schemel gewesen war und nun ebenfalls auf ihrer Rechnung landen w√ľrde. "Zw√∂lf hat er gesagt f√ľr dich. Mit meinen dreien also f√ľnfzehn."

"Ja na und?! Selbst wenn er eins gesagt h√§tte! Seh ich so aus, als w√ľrde ich verkacktes Gold mit mir rumschleppen?! Ein paar Handelstaler hab ich bei mir! Aber Gold! Wer bezahlt hierzulande mit Gold?! Daf√ľr, dass er mir Schei√üe vom Huf gekratzt und die Hufeisen ausgerissen hat! Gold! Warum nicht gleich Diamanten! Schau dir die ausgefransten R√§nder an! Der macht mir die Hufe absichtlich zur Sau, um noch mehr abzocken zu k√∂nnen! Wir h√§tten bei den Rakshanern bleiben sollen!"

Distel traute sich gar nicht, √ľberhaupt noch etwas zu sagen und stand nur hilflos in der Gegend rum, w√§hrend Enzian rumbr√ľllte und mit dem Vorderhuf stampfte. Ein paar Kunden, die drau√üen gewartet hatten, verdr√ľckten sich dezent wieder. Distel w√§re ihnen gern gefolgt. Er trappelte zu Enzian und grub ohne zu fragen in dessen G√ľrteltasche, in der sie ihrer beider Verm√∂gen aufbewahrten.
"Also ein bisschen was könnten wir als Anzahlung zusammenkratzen ..."

Enzian stieß ihn weg und verschloss die Tasche wieder.
"Einen Dreck werden wir. Nenn uns einen vern√ľnftigen Preis, alter Mann! Eine eindeutige Zahl und wie viele Boteng√§nge wir daf√ľr erledigen sollen! Kein so Wischiwaschi mit Prozenten!"

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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#14

Beitragvon Anwolf » Mi 29. M√§r 2017, 16:49

Pavo schaute den Centauren giftig an, w√§hrend sich Anwolf vor Lachen sch√ľttelte und kaum wieder ein bekam.

"Sehr witzig, im Gegensatz zu Dir weiß ich nicht nur wie man Hygiene schreibt, sondern auch wie ein Zuber von innen aus sieht!", knurrte Pavo.

"Bei den Göttern, den sollten wir ausstellen! Wir brauchen dann noch einen Shezem, eine Dame mit Bart und einen dieser bunten, sprechenden Vögel - die ständig so einen Scheiß labern. So einen hatten wir mal Zuhause. Der sagte ständig - ich weiß Bescheid! - , scheinbar wusste er nicht Bescheid, denn seine Laberei hat ihn das Leben gekostet.

Den Schwachsinn hat der blöde Vogel mal geschrien als Paps nach Hause kam, der hat das Vieh direkt durch die Gitterstäbe gezogen und ihm den Hals umgedreht. Ma fragte ob er sie noch alle hat, Paps sagte er hätte sich erschrocken.

Der Pferdemensch erinnert mich voll an den Vogel. Mit dem und den anderen Gestalten werden wir reich. Wir machen einen Zirkus auf",
lachte sich Anwolf kringelig.

"Was kostet der Schemel?", fragte der junge Mann gackernd.
"Sag nichts Pavo, lass mich das machen", wieherte Anwolf.

"Vielleicht könntest Du unserem "Gast" dann auch gleich alles weitere erklären...", sagte der alte Heiler.
"Klar, kein Problem", stimmte Anwolf zu und wischte sich die Lachtränen aus den Augen.

"Ich liebe diesen Job, man hat immer was zu lachen", prustete der junge Magier, was Pavo erstaunt eine Augenbraue hochziehen ließ.

Anwolf klemmte sich kurz zwei Finger in den Mund und pfiff. Keine Minute später kam ein riesiger, struppiger Hund angewetzt und bezog neben dem Naridier Stellung.

Den Hund kannten die beiden Centauren schon, er hatte sie gemeinsam mit Aino begr√ľ√üt. Nur diesmal stand sein Nackenfell zu einem Kamm erhoben nach oben und er hatte die Lefzen hochgezogen als eindeutiges Zeichen, nicht n√§her zu kommen. Pavo musterte Anwolf, blinzelte und sch√ľttelte kaum merklich den Kopf.

"Unterlasse dass Junge, daf√ľr hast Du ihn nicht in Obhut. Das ist eine Heilstube keine Abdeckerei", raunte Pavo leise.

"Richtig. Zuerst wird hier niemandem gedroht, sonst gibt¬īs einen Rauswurf. Zum Thema Pinusen, Pekuni√§res, Geld, Zahlungsmethoden. So sch√∂n es auch w√§re, Pavo verlangte keine 12 Goldbarren. Aber wenn Ihr die bezahlen wollt, oder statt dessen Diamanten habt, nehmen wir die auch. Nat√ľrlich nach Echtheitspr√ľfung.

Da die Behandlung bereits vorgenommen wurde, schuldest Du die Bezahlung f√ľr die Behandlung. Du h√§ttest Dich vorher nach den Preisen erkundigen k√∂nnen. Hast Du nicht, Dein Problem Gestreifter.
"Gold" von Krone abgeleitet, so ein Ding ist golden - oder gleichbedeutend mit Taler, er h√§tte auch "Heiamann" f√ľr gro√ües Geld sagen k√∂nnen",
erkl√§rte Anwolf und untermalte dass hervorgehoben Gesagte mit den Fingerzeichen f√ľr G√§nsef√ľ√üchen. Dabei hatte er immer noch Schwierigkeiten ernst zu bleiben.

"Also aufgepasst jetzt wird es kompliziert, ich rechne es Euch vor.
Du schuldest Pavo 12 Taler.
Deine Schulden betragen somit tatsächlich genau - 12 Taler.

12 Taler die Dich 11 Prozent Zinsen am Tag kosten, wenn Du nicht bezahlst.
Du nimmst diese 12 Taler mal 11 Prozent und teilst es durch 100.
Schon hast Du Deinen täglichen Zinssatz von genau 1,32 Taler.

Von dreißig Tagen im Monat ausgegangen wären dass 39,60 Taler Monatszins.
Zusammen mit Deinen 12 Talern Schulden wären dass am Monatsende 51,60 Taler.
Ist der Monat um, bezahlst Du - so oder so. Dann wird der Eintreiber bestellt.

Ich gehe davon aus, dass Du Deine Schulden bezahlst durch Abarbeiten. F√ľr jeden normalen Botengang - Briefe von A nach B tragen hei√üt dass, bekommst Du 1 Goblinkrone. 10 Boteng√§nge - gleich 1 Taler abgearbeitet.

Das ganze mal 12 Talern, bedeutet Du schuldest uns genau 120 Botengänge.
Der Schemel kostet Dich einen zus√§tzlichen Botengang. Denn ansonsten m√ľsste ich einen neuen Schuldschein aufsetzen, was zus√§tzliche Materialkosten verursachen w√ľrde.

Du kleiner Centaur schuldest uns somit 30 Boteng√§nge, wobei Du mit Pavo sicher noch verhandeln kannst. Wenn Du was Schweres transportierst k√∂nnte das f√ľr einige Boteng√§nge gelten.
Soweit verständlich?",
fragte Anwolf mit zuckenden Mundwinkeln und kraulte Fedor ein Ohr.

"Gut erklärt Wolfi, Danke", grinste Pavo.
"Nicht daf√ľr, sagte ich schon dass ich den Job liebe?", kicherte Anwolf.
"Ja sagtest Du", gab Pavo kopfsch√ľttelnd zur√ľck.
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#15

Beitragvon Enzian » Mi 29. M√§r 2017, 18:59

Als der gro√üe Hund ihn anknurrte, wollte Enzian nach seinem Speer greifen. Distel legte ihm beschwichtigend die Hand auf den Arm und starrte ihn beschw√∂rend an. Enzian schnaubte ver√§chtlich. Da der Hund in sicherer Entfernung stehenblieb, lie√ü er die H√§nde von den Waffen. Dennoch wich er schnaubend ein paar Schritte zur√ľck und scharrte mit dem Huf.

"Lass mich das mal machen", sagte Distel freundlich und streckte ihm die Hand entgegen, woraufhin ihm Enzian murrend die G√ľrteltasche reichte. W√§hrend Anwolf vorrechnete und dabei √§u√üerst gut gelaunt schien, r√ľhrte Distel leise vor sich hinsummend mit dem Zeigefinger in den M√ľnzen herum. In aller Ruhe baute er drei sandige M√ľnzt√ľrmchen auf, w√§hrend der Hund immer noch knurrte und Enzian irgendwelche Drohgeb√§rden von sich gab.

"Die genannten Zinsen sind eines Goblins w√ľrdig und das Arbeitspensum ist ja mal √ľbel", konstatierte er grinsend, als Anwolf fertig war. "150 Boteng√§nge, ach kommt schon, seid doch keine Unmenschen. Wir kommen aus Rakshanistan, damit √ľberfordert ihr uns und mein Freund ist hufkrank. Wer soll so viel hin und herlaufen? Enzian w√§re dauerhaft pleite, weil er kaum, dass er die Schulden abgearbeitet h√§tte, schon wieder hufkrank w√§re und von der L√§nge der Boteng√§nge habt ihr auch nichts gesagt. Also seid nicht unfair. Wir wollen zusehen, dass wir die Rechnung m√∂glichst schnell begleichen, vielleicht reicht es ja aus, was wir hier haben, dann sind alle zufrieden und jeder geht friedlich seiner Wege."

Er leerte den Rest der G√ľrteltasche aus. Ein Haufen aus Kleingeld, Sand und Unrat ergoss sich auf die Theke.

"Sieben Handelstaler haben wir dabei. Dann noch einen Haufen Goblinkronen und Kupferlinge, bei denen ich aber zu faul bin, sie zu z√§hlen. Au√üerdem haben wir noch gl√§nzende Federn, zwei Perlen, bunte Steine, Maisk√∂rner, eine tote Hornisse, eine h√ľbsche blaue Scherbe, ein paar Z√§hne und Enzos Goldohrringe. Und hier geistert noch ein B√ľschel Fell von einer rossigen Stute rum, wenn ich das so anschnupper, von dem ich bisher nichts wusste. Ich bin mir aber recht sicher, dass ich das nicht abgeben darf."
"Die Ohrringe werden auch nicht eingetauscht."
"Och Enzo! Mit denen siehst du aus wie ein Tamjid! Andere Leute tragen so was als Armreif."
"Ich find`s schick. Tausch die Zähne ein."
Distel blickte Anwolf an. "Die Zähne sind teilweise von Enzo und teilweise sind das Hyänenzähne. Echt schön und lang! Und Centaurenzähne sollen potenzfördernd sein, wenn man sie als Kette trägt."

Er hob in der einen Hand einen Hy√§neneckzahn hoch, der so lang und dick war, dass man ihn h√§tte zu einem Messergriff verarbeiten k√∂nnen, wie es die Rakshaner gern taten, mit der anderen Hand pr√§sentierte er einen von Enzians Backenz√§hnen zwischen Daumen und Zeigefinger. Enzian bohrte daraufhin aus Gewohnheit mit der Zunge in der klaffenden L√ľcke herum.

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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#16

Beitragvon Anwolf » Mi 29. M√§r 2017, 21:49

Da der kleine Centaur sich direkt an ihn wandte, f√ľhlte sich Anwolf angesprochen. Zumal ihm Pavo vorab auch das Vorrechnen √ľberlassen hatte. Der kleine Bursche packte sieben Handelstaler auf den Tisch, was schon ein guter Schnitt war.

"Goblinkronen nehmen wir nicht, aber die sieben Taler sind schon ein guter Anfang", pflichtete Anwolf gut gelaunt bei.

Bei dem anderen Krempel den Distel zu Tage förderte, leuchtete die Augen von Anwolf begeistert auf. Pavo schlug sich eine Hand vor die Stirn. Sonst schauten die Familienmitglieder von Anwolf dermaßen desinteressiert, dass jeder golbinische Händler neidisch wurde.

Aber ausgerechnet jetzt, wo der kleine Centaur seine Sch√§tze auspackte musste Anwolf wie ein Kind im S√ľ√üwarenladen grinsen. Gut, im Grunde war er irgendwo auch noch ein Kind und nicht wirklich erwachsen, rief sich Pavo ins Ged√§chtnis. Sonst h√§tte er nicht die Verantwortung f√ľr den Burschen zu tragen, so lange Dave au√üer Haus war.

"Geniales Sammelsurium, wir werden uns einig. Ganz sicher", freute sich Anwolf.

"Wenn Ihr aus Rakshanistan bis nach Naridien gereist seid, dann habt Ihr wirklich einen langen Weg hinter Euch. Man sagt die Welt dort w√§re ein endloses Meer aus Sand und sie w√ľrden Nekromanten besonders freundlich gegen√ľberstehen. Ob das den Tatsachen entspricht, wei√ü ich nicht.

Aber die Landschaft und Umgebung soll wunderschön sein. So wird es jedenfalls erzählt und es ist dort angeblich immer warm. Daher der Sand in Deinen Taschen was?",
warf Anwolf gut gelaunt ein.

Der junge Naridier betrachtete zuerst die glänzenden Federn und drehte sie vorsichtig in den Fingern.

"Von welchem Vogel stammen sie? Oder √ľberhaupt von einem Vogel?", hakte Anwolf nach und legte die Federn zur√ľck um sich die Hornisse anzuschauen.

"Die sieht ekelhaft aus. Und wie riesig die ist, ob man stirbt wenn sie einen sticht? Vermutlich", lachte der junge Magier und legte sie vorsichtig zur√ľck.

Er untersuchte die Perlen, die bunten Steine und die blaue Scherbe. Bei dem Fell der Stute machte er ablehnende Handbewegung.

"Mit dem Fell kann ich nichts anfangen. Im Gegenteil, ich will nicht nach Stute riechen. Mein Hengst im Stall ist hat seine Klöten noch, damit er passenden Biss hat. Drum wäre es nicht gerade gut, dann nach einer Stute zu duften", grinste Anwolf.

Der Magier nahm einen der Hyänenzähne zur Hand und grinste begeistert.

"Ich brauche keine Centaurenzähne, ich hab keine Probleme mit meiner Potenz. Alles bestens, aber diesen Hyänenzahn hätte ich gerne",grinste Anwolf Distel mit einem Zwinkern an.

Pavo musterte Anwolf baff mit hochgezogener Augenbraue, verkniff sich aber jeden Kommentar.

"Zudem h√§tte ich gerne die Perlen und die bunten Steine. Wobei ich nehme doch so einen Zahn von Deinem Kumpel, ich werde ja auch √§lter. Man soll an die Zukunft denken, sagt mein Vater immer. Mache ich hiermit. Sagen wir die Sachen und f√ľnf Boteng√§nge von Euch und wir sind Quitt.

Dass was f√ľr Eure Sachen abgezogen wird, bezahle ich, da ich die Sachen schlie√ülich haben m√∂chte. Dass hei√üt wenn Pavo einverstanden ist. Was sagst Du? Kann ich den Messer-Zahn der Hy√§ne behalten?",
fragte Anwolf verz√ľckt.

Pavo war hin- und hergerissen in der Entscheidung dem jungen Kerl einfach die Freude zu g√∂nnen oder ihm dieses St√ľckchen Chaos in Form eines Hy√§nenzahnes zu verbieten.

"Von mir aus, abgemacht. Die sieben Taler, das Zeug und f√ľnf Boteng√§nge", stimmte Pavo wohlwollend zu.
"Er wollte noch wissen, wie weit die Botengänge wären Pavo", erinnerte Anwolf den Goblin.

"Das kommt ganz drauf an. Manche sind tats√§chlich nur um die Ecke, ans andere Ende der Stadt. Manche sind weit, bis zu anderen St√§dten. Ich finde das ist ein faires Angebot. Wir werden Euch schon nicht die Hufe ablaufen lassen, dass ihr nur noch auf St√ľmpfe lauft", grinste Pavo.

"Also, einverstanden? Dann wären der Hyänenzahn, der Centaurenzahn, die bunten Steine und die Perlen meine. Ja?", fragte Anwolf Distel gut gelaunt.
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#17

Beitragvon Distel » Do 30. M√§r 2017, 09:00

"Also in Rakshanistan ist es wirklich sch√∂n, das stimmt. Zumindest in Zentralrakshanistan, in den anderen Teilen war ich noch nicht. Im Sommer ist es da so hei√ü, dass das Gras zu einem im Wind wogenden gelben Meer verdorrt. Im Winter legt es sich zur Ruh unter dem bei√üenden Frost, sinkt m√ľde nieder und im Fr√ľhling erwacht die Steppe zu neuem Gr√ľn. Wohin du auch blickst, siehst du von Horizont zu Horizont nur Gras. Das Gr√§serne Meer hat es mal jemand genannt. Man muss sich an den Sternen orientieren, weil es weder Stra√üen noch St√§dte gibt. Fremde brauchen einen Reisef√ľhrer, wie einen Navigator auf Hoher See, um sich nicht zu verirren und zu verdursten, denn Wasserstellen sind dort im Sommer rar. Nur eine Stadt gibt es da. Cara'Cor Steppenbrand, die H√§ssliche."

Enzian klinkte sich ein.
"So h√§sslich ist Cara'Cor nicht, wenn man sie mit anderen St√§dten vergleicht. Etwas schief und unordentlich, ja. Aber vor allem ist sie nicht aus Steinen, sondern aus Holz und Leder. Wenn die Rakshaner weiterziehen, ist sie fort, als w√§re sie nie dagewesen. Wenn andere V√∂lker das machen, stehen noch f√ľr Jahrtausende die Ruinen rum und verschandeln die Landschaft. Wie in S√ľdrakshanistan. Da komme ich her, man h√∂rt es an meinem Akzent. Dort stehen noch immer die verlassenen Prunkst√§dte der Tamjid, in denen nur die Geister hausen, ein paar Ghule und herumstreichende Pl√ľndertrupps der Rakshaner. S√ľdrakshanistan ist das richtige Rakshanistan in meinen Augen. Die Tamjara, eine winterlose W√ľste, ewiger Sommer, Hitze, welche die Luft zum flimmern bringt. Die Rakshaner in Zentralrakshanistan singen oft von ihr. Ich glaube, sie haben Heimweh, auch wenn sie das nicht zugeben wollen und behaupten, die ganze Welt sei ihre Heimat."

"Sie haben kein Heimweh, das w√ľrde voraussetzen, dass sie ein Herz haben. Die jammern nur rum, damit sie √ľberhaupt etwas haben, wor√ľber sie singen k√∂nnen."

"Sie sind ganz in Ordnung, wenn man sich mal mit ihnen auseinandersetzt und nicht auf der falschen Seite des Schlachtfeldes steht, wirklich. Ich habe etliche Jahre unter ihnen gelebt. Hab sie sogar manchmal auf mir reiten lassen."
Distel zog in gespielter Emp√∂rung scharf die Luft ein. "Du hast dich reiten lassen wie ein Gaul! Hast du denn gar keine W√ľrde?"
"Hast du doch auch. Auf der Kirmes, die Kinder, f√ľr einen madigen Apfel."
"Stimmt. Musstest du das verraten?"
Beide lachten.

Enzian schien sich endlich wieder beruhigt zu haben. F√ľnf Boteng√§nge waren doch um einiges √ľberschaubarer als hundertf√ľnfzig, selbst, wenn ein paar l√§ngere dabei sein sollten. Distel schob Anwolf die gew√ľnschten Dinge her√ľber, die sieben Handelstaler, den Hy√§nenzahn, einen Backenzahn von Enzian, die Perlen und die Glitzersteine.

"Von einem Hornissenstich stirbt man nicht, der tut nur ziemlich weh. Oh, jetzt ist sie auseinandergefallen."
"Schmeiß sie weg, wir finden eine neue."
Distel brachte die Einzelteile der Hornisse in einen Beh√§lter, der f√ľr ihn wie ein M√ľlleimer aussah. Dann widmete er sich wieder der Sortierung ihres Schatzes. "Die Federn hat Enzo angeschleppt. Woher stammen die?"
"Hab ich dir doch schon erzählt. Von der Königin der Harpyien. Sie hat sie mir nach einer heißen Liebesnacht geschenkt. Das war eine Braut."
"Ach, ich erinnere mich an die Geschichte."
"Keine Geschichte. Die Wahrheit."

Distel legte gro√üm√ľtig noch eine besonders sch√∂ne, gr√ľn gl√§nzende Feder auf das H√§uflein, das f√ľr Anwolf und Pavo bestimmt war.

Enzian schnippste noch einen zweiten seiner Z√§hne √ľber die Tischplatte. "F√ľr dich, V√§terchen." Das war seine Art und Weise, Frieden vorzuschlagen. "Und ja, Nekromanten sind dort angesehene Leute. Als Nekromant bist du dort ein gemachter Mann. Jede Frau will dich dann in ihrem Harem haben. Andererseits tun es auch ein paar imposante H√∂rner oder sonswie exotisches Aussehen, h√§h√§. Die sammeln so was. Mich wollte dereinst die Frau des Rakshamanen von S√ľdrakshanistan zum Manne nehmen, aber ihr Gatte hatte was dagegen. So blieb es nur bei einer Liebesnacht unter dem Sternenhimmel. Von ihr habe ich die beiden schwarzen Perlen, sie sollen mich an ihre dunklen Augen erinnern."

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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#18

Beitragvon Anwolf » Do 30. M√§r 2017, 22:55

Anwolf hörte dem kleinen Centauren zu, wie er von dem Grasmeer sprach. Der kleine Pferdemensch beschrieb es regelrecht poetisch, was dem jungen Naridier gefiel.

"Ein Meer aus gelben Gras, dass im Winter verdorrt. Bei der Vorstellung muss ich an die Weizenfelder denken, die wie goldene Haare im Wind aussehen. Vermutlich ein ganz ähnlicher, erhabener Anblick.

Auch wenn man an keinen Gott glaubt, oder keinem zugetan ist - in solchen Momenten weiß man, dass es etwas Höheres gibt, wenn man so etwas sehen durfte. Ich mag solche Beobachtungen und Deine Beschreibung von dem Gras-Meer hat mir gut gefallen.

Seefahrer m√ľssten sich dann in Rakshanistan zu Recht finden, sie orientieren sich doch auch an den Sternen. H√∂rte ich jedenfalls. Auf dem Meer gibt es schlie√ülich auch keine Stra√üen oder Wegweiser. Vielleicht gibt es magische Marker die Wassermagier nutzen, wer wei√ü das schon? Aber da ich noch nie zur See gefahren bin und es vermutlich auch nie werde, werde ich es nie erfahren",
grinste Anwolf.

"Rakshaner besitzen nur eine einzige Stadt und die ist aus Leder? Irgendwie habe ich da jetzt eine sehr merkw√ľrdige Vorstellung von den Bewohnern. Gleichg√ľltig, sehen w√ľrde ich diese verr√ľckte Stadt schon mal gerne. Wobei f√ľr die Ewigkeit ist sie wirklich nicht gebaut. Sicher, wenn man sie abbaut und wieder neu aufbaut bleibt nichts von ihr zur√ľck.

Aber normalerweise baut man St√§dte ja nicht um sie wieder abzubauen, sondern man versucht sie f√ľr die Ewigkeit zu bauen. Genau wie H√§user. Damit man sie an seine Nachkommen weiter geben kann",
√ľberlegte der junge Naridier laut.

"Ob Rakshaner in Ordnung sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne keinen dieser Leute pers√∂nlich. Aber egal woher man letztendlich stammt, den Ort seiner Geburt vergisst man nicht. Warum sollten sie kein Heimweh haben? Manche Leute haben Heimweh nach einem Ort, manche nach einem Haus, andere nach ihrer Familie oder ihren Freunden. Mein Onkel hat sogar Heimweh nach seinem Hund. Ohne sein Hund f√ľhlt er sich nicht Zuhause, egal wo er ist. Ist die Fellnase dabei, k√∂nnte er vermutlich sogar unter einem Stein gl√ľcklich leben", lachte Anwolf.

"So Du hast also Rakshaner auf Dir reiten lassen? Wie steht es mit Naridier? Ihr beide habt es schon getan, also wer l√§sst mich testen wie sich ein Ritt auf einem Centaur anf√ľhlt?", grinste der junge Magier breit.

"Also ich bin √ľberzeugt dass eine Hornisse so viel Gift in sich tr√§gt, dass man daran stirbt. Gut die nicht, die ist schon tot. Ich bin auch kein Nekromant, sonst h√§tte ich sie wiederbelebt und zum Test wen stechen lassen. W√§re ja kein Problem, w√§re der verreckt, h√§tte ich auch den wiederbeleben k√∂nnen...", scherzte Anwolf prustend.

"Ich wusste gar nicht das Nekromantie so erheiternd ist", warf Pavo ein.
"Doch, manchmal schon. Ab und an hat man da gut was zu lachen. Bis auf den Gestank", gab Anwolf zur√ľck.

"Nekromantie ist nicht meins, ich liebe die reine Geistmagie so wie Dave. Zudem lerne ich lieber etwas, was nicht jeder aus der Familie beherrscht. Nekromantie h√§tte ich von Paps gelernt, dass hie√üe Zuhause versauern. Drum habe ich mir gew√ľnscht, dass Davy mich ausbildet - nicht nur in Magie. Sonst w√§re ich nicht hier und wir k√∂nnten nicht so viel Spa√ü miteinander haben Pavo", fl√ľsterte der junge Naridier Pavo gut gelaunt ins Ohr.

"Da ist was dran", grinste Pavo und knuffte Anwolf, "mich freut auch dass Du hier bist".

Anwolf machte große Augen, als Enzian von einer Harpyie sprach.

"Du hast es mit einer Harpyie getrieben? Und nicht nur mit irgendeiner, sondern mit der Harpyie? Der K√∂nigin? Man sagt Harpyien w√§ren doch die Liebhaber schlechthin. Angeblich ein Volk dass nichts anderes kennt als Orgien. Wenn sie tats√§chlich tagt√§glich Orgien feiern, ist kein Wunder dass die es zu nichts bringen. Ich feiere ja auch gerne, aber das? Herbe. Das muss einem ja die Nudel abfallen als Gast - nach zwei Wochen bist Du tot. Ausged√∂rrt wie die Rakshanische W√ľste - Null Fl√ľssigkeit √ľbrig. Und mit deren K√∂nigin hast Du die Laken zerw√ľhlt? Erz√§hl", prustete Anwolf.

"Anwolf! Sowas fragt man nicht! Ich glaube kaum, dass unser Patient sein Liebesleben vor uns breittreten möchte", warf Pavo ein.

Als Distel eine der schönen glänzenden Federn dazulegte, nickte Pavo erfreut.

"Dankeschön, das ist echt lieb von Dir", sagte der alte Goblin freundlich.

Als Enzian dann einen weiteren Zahn von sich selbst dazulegte, um Pavo eine Freude zu machen, starrte der alte Goblin den Centauren wortlos und total entgeistert an.

Er blinzelte mehrfach in Zeitlupe, ehe in Anwolf mit dem Ellenbogen anstupste und grinste.

"Ehm... ja. Danke. Ich denke Du meinst es gut und ich erkenne es an", antwortete Pavo in so einem verstörten Ton, dass Anwolf erneut losprusten musste.

"Er braucht den Zahn nicht, er macht sowas nicht. Ich werde den zweiten Zahn behalten und ihn Dave schenken. Der freut sich bestimmt", grinste der Almane.

"Jau, Du kannst dann sicher noch einige Z√§hne mehr an die Kette h√§ngen - und zwar von Dir, wenn Du ihm sagst, wof√ľr der Zahn ist!", prustete Pavo.
"Stimmt, könnte er falsch auffassen. Na gut, hänge ich mir zwei der Zähne um, dass klappts auch mit den Harpyien", kringelte sich Anwolf vor Lachen.

"Warte mal, die Frauen halten sich Männer als Harem? Man sein froh, dass es nur bei der einen Nacht unter dem Sternenzelt geblieben ist. Gut ich meine, wenn sie heiß war, hättest Du die eine oder andere Nacht dranhängen können, aber in einen Harem einheiraten? Nee lass mal.

Also ich habe es bis jetzt nur mit Frauen meiner Art getrieben. Was mich rei√üen w√ľrde, w√§re eine Arashi, so eine kleine Sch√∂nheit mit Mandelaugen. Die sehen umwerfend geil aus. Finde ich jedenfalls.

Nekromanten sind da gemachte Männer, gut zu wissen. Wie steht es generell mit Magiern?",
fragte Anwolf neugierig.

"Sehr schlecht. Du hast doch geh√∂rt, dass Du da im Harem nur einer von vielen w√§rst. Und jetzt bedanke Dich f√ľr die Feder und sei nicht so neugierig. Zudem sind Rakshaner, egal ob hei√ü oder kalt wie tote Fische, Chaosanh√§nger.

Denk mal dar√ľber eine Minute nach Wolfi. Dein Vater w√§re sicher hellauf begeistert, wenn Du mit so einer Frau anb√§ndelst, wo Du der letzte in der Familie w√§rst. Einer von vielen M√§nnern.

Du h√§ttest bei denen nichts zu melden, √ľberhaupt nichts. Du w√ľrdest das Gegenteil von dem leben, was Du jetzt kennst. Es ist nur der Reiz des Exotischen, hinter dem sich eine gro√üe Gefahr verbirgt. Glaub mir das bitte",
ermahnte Pavo den jungen Mann leise.

"Ja stimmt, Danke f√ľr die Feder. Reg Dich ab Pavo, ganz ruhig! Wir unterhalten uns nur, hier heiratet keiner", lachte Anwolf.

Pavo sch√ľttelte ungl√§ubig den Kopf und musste dann selber grinsen.
"Kindskopf",antwortete Pavo.

"Gut zur√ľck zum Thema testen - wer w√§re bereit mich eine Runde um den Block zu tragen?", fragte der junge Magier breit grinsend.
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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#19

Beitragvon Distel » Fr 31. M√§r 2017, 08:05

Distel musterte das B√ľbchen tadelnd. Der Kleine musste nat√ľrlich auf Enzians Prahlereien einsteigen und sofort mit eigenen Kommentaren kontern. Und selbstredend wollte er die Details aus Enzians Erfahrungsschatz wissen. Aus leidvoller Erfahrung wusste Distel, dass der Zebracentaur nur zu gern seine erlebten und frei erfundenen Liebeleien zum Besten gab und mit Details auch nicht geizte.

"Enzian, bitte, das ist ein Kind! Keiner von deinen komischen Freunden."

Enzian starrte ihn ausdruckslos an.
"Ein Kind? Als ich in dem Alter war, da habe ich ..."

Distel machte eine unwirsche Handbewegung, so dass sein Kumpel missgestimmt den Mund wieder schloss und endlich die Klappe hielt.

Wenn ein Centaur inmitten von Nichtcentauren sein Liebesleben zur Sprache brachte, war das der sichere Garant daf√ľr, die Aufmerksamkeit aller Anwesenden binnen eines Wimpernschlages auf sich zu ziehen. Ihre Anatomie war einfach pr√§destiniert daf√ľr, die Fantasie anzuregen und Enzian war es gewohnt, ein Bier nach dem anderen daf√ľr spendiert zu bekommen, wenn er im passenden Moment seine Geschichten zum Besten gab. Aber sie waren hier schlie√ülich nicht in einer sch√§bigen Taverne sondern in einer Heilstube und zumindest der alte Goblin schien wert auf Seriosit√§t zu legen. Er schien wenig erfreut √ľber den Zahn zu sein, gem√§√ü Anwolfs Andeutungen war er wom√∂glich ein M√∂nch oder Priester.

Der kleine Centaur trippelte zu Anwolf und stellte sich seitlich vor ihn. Sein Pferder√ľcken ging ihm nur bis unter die Brust. "Steig auf!" sagte er freundlich. "Wir drehen eine Runde." Er wartete, bis das B√ľbchen sich auf ihm platziert hatte und sich in seiner M√§hne festhielt, dann spazierte Distel los. Zun√§chst im Schritttempo, damit Anwolf sich daran gew√∂hnen konnte, er wusste ja nicht, wie ge√ľbt er war.

Enzian √ľberlegte, ob er ihnen folgen sollte. Er blickte kurz den Goblin an, der immer noch wenig begeistert wirkte. Den brauchte er wohl nicht zu fragen, ob er mitkam.

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Re: PAVOS-HEILSTUBE

#20

Beitragvon Pavo » Fr 31. M√§r 2017, 10:23

Pavo grinste √ľber Distels Kommentar √ľber beide Ohren.
Der kleine Centaur lag ganz auf seiner Linie, während es der große Centaur mit seinen Abenteuer Geschichten, besonders was Frauen anging, Anwolf angetan hatte.

Eine eindeutige Linie, die beiden Vern√ľnftigen hatten sich zusammengeschlossen und die beiden Kindsk√∂pfe.

‚ÄěEin Kind? Ein KIND?!?‚Äú, keuchte Anwolf schockiert.
‚ÄěIch bin kein Kind, ich bin 16 Jahre!!! Und ob Du es glaubst oder nicht, ich habe bereits seit einem Jahr ein Liebesleben. Also fast ein Jahr. Ein Kind, ich fass es nicht, ich bin erwachsen!‚Äú, schnaubte Anwolf.

‚ÄěDas eine hat nichts mit dem anderen zu tun Anwolf. Nur weil Du mal einen weggesteckt hast, bist Du kein Erwachsener ‚Äď um bei Deiner Sprache zu bleiben! Und so wie Du Dich gerade verh√§ltst, untermauerst Du nur das Gegenteil. Ein Erwachsener w√§re weder schockiert, noch bockig.

Es gibt Leute die sind tatsächlich erwachsen und haben kein Liebesleben. Der kleine Centaur hat völlig Recht, Du bist ein Kind!

Jedenfalls noch teilweise und es geht Dich einen feuchten Kehricht an, was der Patient in seiner Freizeit mit seinen Freundinnen treibt. Also beruhige Dich oder triff Dich sp√§ter mit dem Gro√üen auf ein Bier, da kann er Dir dann sein gesamtes Liebesleben br√ľhwarm erz√§hlen. Ich w√ľrde vorschlagen Ihr trefft Euch so ungef√§hr in zwei Jahren‚Äú,
schlug Pavo gut gelaunt vor.

‚ÄěWitzig, ich lache sp√§ter‚Äú, murrte Anwolf beleidigt.
‚ÄěSchmollen ist auch eine sehr erwachsene Eigenschaft‚Äú, gluckste Pavo √ľber Anwolfs Gesicht, dass der junge Naridier zog.

‚ÄěIch habe ihn nicht gezwungen dar√ľber zu sprechen und man darf doch wohl noch fragen. Zudem hab ich nicht mal gefragt ob es auch weibliche Centauren gibt. Gibt‚Äôs die? Und wie sehen die aus? Wie sehen Flohen von Euch aus?‚Äú, fragte Anwolf, teils aus Neugier, teils aber auch um Pavo zu provozieren.

‚ÄěNein Centauren vermehren sich rein durch Handauflegen bei Pferden. Funktioniert aber nur um Mitternacht bei Regen im Beisein eines Lichtalbenpriesters‚Äú, lachte Pavo.
Anwolf funkelte den Goblin stinkig an.

Als Distel sich zu Anwolf gesellte und ihm den erbetenen Ritt um den Block spendieren wollte, stimmte der Magier schlagartig mit wieder blendender Laune zu.

`Wirklich eine erwachsene Aufmerksamkeitsspanne. Ich hasse Euch alle!
Niemand beleidigt mich!
Ich hatte schon eine Frau! Klar, angeguckt vermutlich.
Ohhh reiten! Alles wieder gut¬ī,
grinste Pavo belustigt √ľber Anwolfs Verhalten.

‚ÄěSuper, ich bin dabei. Reite wie der Malgorion! Das sagen wir immer aus Spa√ü. Galoppiere, so als w√§re der Leibhaftige hinter Dir her. Los!‚Äú, feuerte Anwolf den kleinen Centauren gut gelaunt an.

"Wo wir gerade unterwegs sind und der Gobo nicht lauscht, was stimmt nun an den Geschichten und was nicht?",fragte der Almane neugierig.

‚ÄěFolgen wir ihnen? Dann heb mich hoch, alleine komme ich nicht auf Deinen R√ľcken. Es sei denn, Du kannst nicht richtig laufen, dann warten wir lieber‚Äú, sagte Pavo freundlich zu Enzian.
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