Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Nirgendwo sonst liegen GlĂŒck und Verderben nĂ€her beieinander. Am Grund der HĂ€userschluchten Obenzas vegetiert ein Morast von Armut und Verbrechen, wĂ€hrend reiche Bandenbosse durch die blĂŒhenden DachgĂ€rten flanieren.

Freie Stadt Obenza
Nirgendwo sonst liegen GlĂŒck und Verderben nĂ€her beieinander. Am Grund der HĂ€userschluchten Obenzas vegetiert ein Morast von Armut und Verbrechen, wĂ€hrend reiche Bandenbosse durch die blĂŒhenden DachgĂ€rten flanieren.
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Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Jozo » So 9. Apr 2017, 21:40

Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Es war spĂ€ter Nachmittag als Jozo seine Bude verließ. Obenza war im Grunde eine vertikale Stadt, die mit engen Gassen durchzogen war. Es gab Wohnungen, GeschĂ€fte, auf grĂ¶ĂŸeren PlĂ€tzen gab es Ansiedlungen von HĂŒtten. Es war das reinste Labyrinth und ĂŒberall gab es besondere Zeichen, die auf irgendwas hinwiesen. Jo konnte sie lesen und orientierte sich daran.

Er lebte schon lange genug auf der Straße, in der Dunkelheit und auch in Obenza um zu wissen, was die Gaunerzinken bedeuteten.

Er bog in eine Nebenstraße. Die Straße war schmal und wirkte dĂŒster, selbst fĂŒr die niederen Obenza-VerhĂ€ltnisse und das bei Tageslicht. Die Fenster waren schmutzig, schwarzes Geschmiere bedeckte die Fassaden.

Jozo hĂ€tte es nicht gewundert, wenn in diesem Moment jemand mit Schusswunden ĂŒbersĂ€t und blutĂŒberströmt aus einem der HauseingĂ€nge getorkelt wĂ€re. Gelassen schaute er sich um und schlackerte mit den Ohren. Der Gelbe fĂŒrchtete keine Gefahr - er war die Gefahr.

Über dem Eingang einer Bruchbude hing ein schrĂ€ges Schild. Dort stand in krakliger Schrift bei Shortys.

Die Scheiben der beiden kleinen vorderen Fenster waren mit schwarzer Farbe ausgemalt. Die TĂŒr war aus Holz und hatte keine Öffnung. Jozo blickte ĂŒber die Schulter.

Er wusste worum es den meisten Besuchern in dieser Kneipe ging. Sie waren auf Partnersuche. Er war auf der Suche nach einer Beute. Zudem schmeckte das GemĂŒsebrot in dem Laden.

Der plötzliche Schwall von KneipengerÀuschen und der Essensgeruch, der Jo entgegenschlug, hauten ihn beinahe um. Geruch war sein Weltbild, er brauchte einige Sekunden um sich orientieren zu können.

Bei Shorty war es dunkel, und es war rappelvoll.

Die WÀnde sÀumten Sitzecken, und in der Mitte des Raumes standen verstreut Tische. Ein altmodischer Barde plÀrrte Musik.

Das Publikum bei Shorty bestand hauptsĂ€chlich aus MĂ€nnern, die wenigen Frauen sahen von der Statur nicht ungefĂ€hrlicher aus. Die MĂ€nner trugen Arbeitskleidung oder RĂŒstung, schwere Schuhe und Bewaffnung als könnte jeder von ihnen im Alleingang einen Krieg gewinnen.

Es waren alte und junge Kerle, die Gesichter gezeichnet vom Wetter, Rauchstangen, Drogen, Vereinigungen und KĂ€mpfen.

Jozo schlenderte einfach weiter. In einer Ecke fanden er einen gemĂŒtlichen Sitzplatz. Es war so dunkel, dass man Blutflecken und Kakerlaken nicht hĂ€tte erkennen können.

Der Gelbe wirkte zufrieden, er saß mit dem RĂŒcken zur Wand, seine schwarzen Klamotten ging nahtlos in die schwarzen Schatten hinter ihm ĂŒber.

Die Kellnerin trug ein weißes Shirt, damit man sie besser sah, vermutete Jozo.

„Was darf es sein?“, fragte sie.
„GemĂŒsebrot und Bier“, antwortete Jo und sie verschwand wieder.

Jozo war langweilig. Und wer den gelben Goblin kannte, der wusste das dies einer der gefÀhrlichsten ZustÀnde war, in die Jo geraten konnte.

Sein Blick schweifte durch die Taverne, in der es sich der Gelbe gemĂŒtlich gemacht hatte. Auf Vicarri hatte er im Moment keine Lust, er brauchte etwas Abwechslung.

Zudem spĂŒrte er seinen Spiel- und Jagdtrieb. Den wollte Jozo nicht an Vic auslassen. DafĂŒr war Vic zu wertvoll. Wer zerstörte schon freiwillig sein bestes Werkzeug? Niemand der bei klarem Verstand war.

Sein Blick fiel auf einen schmĂ€chtigen Ork, der ebenfalls allein und scheinbar verĂ€ngstigt in der Taverne saß. Kaum dass die Bedienung sein Essen und sein Bier gebracht hatte, schnappte sich Jo sein Zeug und setzte sich ungefragt zu dem Ork.

Der dĂŒrre Ork trank einen Schluck Bier und musterte den gelben Goblin.

"Hab ich Dich herbestellt?", fragte der Ork.
Jozo roch Angst.

Angst war eigentlich ein Wort dass man nur fĂŒr lebensbedrohliche Situationen nutzen sollte - so gesehen, war dann Angst doch der angemessene Ausdruck fĂŒr diesen Ork.

„Nicht so unhöflich. Du gehst ein ziemliches Risiko ein, findest Du nicht? Wo ich der Einzige bin, der Dich vor dem Kerl am Tresen mit dem Schlangen-Tattoo auf der Stirn beschĂŒtzen kann. Er scheint Dich zu mögen, er schaut ziemlich oft rĂŒber. Wenn ich gehe wirst Du heute Nacht einen ziemlich wunden Hintern haben“, flĂŒsterte Jozo grinsend.

Der schmÀchtige Ork sah sich nach dem Mann mit der auf der Stirn eintÀtowierten Schlange um und schluckte.

„Sieht doch ganz nett aus“, antwortete er seine Angst ĂŒberspielend.
`Jedenfalls fĂŒr einen halb irren MenschenÂŽ, dachte sich Frosch.

Jozo lachte, schĂŒttelte nur den Kopf und kĂŒsste Frosch demonstrativ und fest auf den Mund.

„Nur Spaß“, sagte der Gelbe und knuffte den Ork.
Frosch starrte Jozo wie versteinert an und wusste nicht wie er reagieren sollte.

"Was willst Du von mir?", fragte Frosch vorsichtig, als er seine Stimme wieder gefunden hatte.
"Na rate mal...", sÀuselte Jozo lauernd.

"Ich will hier nur in Frieden mein Bier trinken", maulte Frosch und es klang etwas klÀglich.
"Und genau da komme ich ins Spiel - ich ermögliche Dir das. Und noch viel mehr", grinste Jozo ĂŒber beide Ohren.

Irgendwie stellten sich Frosch die Nackenhaare auf bei diesem Grinsen. Es hatte nichts freundliches. Die dunklen Augen in die er starrte hatten etwas von einem Hai. Tote, schwarze Knopfaugen. Nervös nahm er noch einen Schluck Bier und stellte dann seinen Humpen ab.

"Magst Du ein bisschen reden?", fragte der Ork um die Situation zu entspannen.
"Reden?!?", fragte Jo im fast kindlichen Singsang und legte den Kopf schief.

Der gelbe Goblin zog die Ohren nach hinten und seine Ohrenspitzen rollten sich leicht ein. Die Geste hÀtte niedlich ausgesehen, fand Frosch, wenn dem Goblin nicht irgendwie diese unterschwellige Bedrohung angehaftet hÀtte.

Eine Fliege schwirrte an ihrem Tisch vorbei. Jozos Hand zuckte als schwarzer Schatten binnen eines Sekundenbruchteils hoch und fing das Tier aus der Luft ein. Frosch hatte nicht einmal mehr die Zeit aufzukreischen. Seine einzige Reaktion war ein Zusammenzucken, dass durch seinen ganzen Körper lief.

"Fliegen... ich mag keine Fliegen", sĂ€uselte Jozo. Er riss der noch lebenden Fliege die FlĂŒgel aus und warf sie in Froschs Bierhumpen.
"Seemannsbestattung", lachte Jozo und prostete Frosch dann mit seinem Bier zu.

Frosch blinzelte in Zeitlupe und versuchte abzuschĂ€tzen wie weit es bis zum Ausgang dieser Spelunke war. Sein Blick wanderte zurĂŒck zu dem gelben Goblin. Er hatte die Reflexe von dem Kerl gesehen, er wĂŒrde es niemals bis zur TĂŒr schaffen. Was immer dieser Wahnsinnige von ihm wollte, am besten spielte er das Spielchen mit.

"Ich mag auch keine Fliegen und jetzt hab ich eine im Bier", sagte Frosch zu Jo.
"Nicht meine Schuld", flötete Jo.

"Du hast sie doch da rein geworfen", hielt Frosch dagegen.
"Hast Du dafĂŒr Beweise?", fragte Jozo mit Unschuldsblick Retour.

Frosch starrte den Gelben wie vom Donner gerĂŒhrt an. Er hatte doch mit eigenen Augen gesehen, wie der Kerl gerade die Fliege gefangen hatte und in seinem Bier ertrĂ€nkt hatte! Was brauchte er da fĂŒr Beweise?

"Ich habe einen Augenzeugen, mich!", gab Frosch zurĂŒck.
"Ja Du hast schöne Augen. Wie ist denn der Rest so von Dir gebaut? Gib mir mal ein LĂ€ngenmaß", lachte Jozo.
"Von was?", fragte Frosch total durch den Wind und versucht die Fliege aus seinem Humpen zu fischen.

"Trink sie einfach mit. Ist reines Protein, gut fĂŒr Dich. Gut fĂŒr uns", lĂ€chelte Jozo freundlich und strich Frosch einmal ĂŒber seine Haare.

In dem Moment sprang Frosch auf und stĂŒrmte aus dem Laden. Es wurde ihm einfach zu viel. Dieser wahnsinnige Goblin hatte ihm den ganzen Abend ruiniert. Gehetzt drĂŒckte er sich in einen Winkel hinter der Spelunke und linste um die Ecke.

"Ksss ksss, was siehst Du da? Was Interessantes?", flĂŒsterte jemand genau hinter ihm. Die Stimme kam Frosch sehr vertraut vor...

Frosch schluckte, bewegte sich dann aber keinen Millimeter mehr, als er die Klinge an seiner Kehle spĂŒrte.

"Nuckeln und Buckeln Ork! Erst lutscht Du mir einen und dann darfst Du mir zu Diensten sein. Ich esse zeitig. Ausziehen", befahl Jo vergnĂŒgt.

Zeitgleich packte er Frosch felsenfest im Genick, trat ihm die Beine weg und zwang den Ork so auf die Knie.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Firxas » Mo 10. Apr 2017, 10:19

Prolog - Firxas`Ankunft in Obenza

Es war die Zeit, als Firxas sich wortlos von der Gemeinschaft getrennt hatte, die zwei Jahre lang sein Leben gewesen war. Kein Abschied, keine TrÀnen, er war einfach einen anderen Weg gegangen. Ihre Zukunft sollte nicht lÀnger die seine sein. Ohne Urako hielt ihn nichts mehr in der kleinen Truppe.

Von Rantamar aus schlug Firxas sich entgegen aller vernĂŒnftigen Überlegungen allein zu Fuß nach Obenza durch und durchquerte die Front zwischen Naridien und Kaisho. Es war kein freiwilliges Unterfangen und dem Umstand geschuldet, dass er keinerlei Geld bei sich trug oder sonst irgendetwas, um eine Überfahrt mit dem Schiff zu vergĂŒten. Mit viel Geduld und noch mehr GlĂŒck hatte er einen Weg ĂŒber Land gefunden, ohne das es ihn noch weitere Körperteile kostete. Einmal mehr wurde ihm das Fehlen seiner FlĂŒgel bewusst und in dieser Zeit fiel es ihn schwer, den Verlust einfach beiseite zu schieben und sich einzureden, dass andere Wesen auch hervorragend ohne FlĂŒgel auszukommen wussten. Zum Schlafen eingerollt unter Laub und Zweigen hatte er leise geheult und vor sich hin geflucht. Fußwund, hungrig und abgewrackt kam er schließlich nach vier Wochen Wanderung in Obenza an.

Die Stadt wirkte aus der Ferne auf den Tiefling, der wenig mehr als die SĂŒmpfe und die KleinstĂ€dte des SĂŒdens gesehen hatte, wie ein Bollwerk des Wohlstands. Er hielt inne um sie zu betrachten. Etwas derart Großes, das von Hand erschaffen worden war, hatte er noch nie gesehen. Die mehrstöckigen HĂ€user ragten wie schroffe Felszinnen hinauf zum abendlichen Himmel, dahinter versank die Sonne, die Farben schwanden und ließen nur Schwarz und Grau zurĂŒck. Jedoch fehlten die großen Industrieschornsteine und Schmieden, denn Obenza war eine Handelsstadt und so gut wie nichts wurde hier selbst produziert. So war sie auch erstaunlich wohlriechend und auf den ersten Blick sehr sauber, ganz anders, als man ihm große StĂ€dte beschrieben hatte, in denen der Ruß regierte.

Firxas setzte seinen Weg fort, er hielt sich an der KĂŒste, welche die ganze Reise ĂŒber seine Orientierungsliniegewesen war. Sein Ziel war der berĂŒhmte Hafen von Obenza, der weltgrĂ¶ĂŸte Warenumschlagsplatz. Er hoffte, dass es dort Arbeit gĂ€be fĂŒr einen krĂ€ftigen Mann und wenn es die nicht gab, fanden sich in den angrenzenden Vierteln sicher zwielichtige Gassen, in denen die Verlorenen ihr Schicksal in Alkohol ertrĂ€nkten und VerstĂ€ndnis hatten fĂŒr einen der ihren, ob Tiefling oder nicht und ihn einluden, wenn er ihnen ein wenig von seinem schweren Los erzĂ€hlte. Auf diese Weise hatte er schon einige Male kostenlos etwas zu Essen oder zu Trinken organisieren können und manchmal sogar ein Lager zum Schlafen.

Inzwischen war es endgĂŒltig Nacht geworden, als Firxas an der Kaimauer entlangging. Der Hafen war gut beleuchtet mit Öllaternen. So viel Licht bei Nacht hatte Firxas noch nie gesehen. Was fĂŒr eine Verschwendung, aber offenbar konnte man es sich leisten. Seine eigenen Augen waren auf zusĂ€tzliche Lichtquellen nicht angewiesen, auch wenn seine Nachtsicht nicht mit derer von reinblĂŒtigen DĂ€monen oder Vampiren vergleichbar war, so reichte es doch, um sich gut zu orientieren. Es herrschte geschĂ€ftiges Treiben, geregelte Arbeitszeiten schien man hier nicht zu kennen. Die Gestalten, welche die Schiffe beluden oder von ihrer Last befreiten, waren eher Wesen des Tages, die um diese Nachtzeit normalerweise schliefen, vorangig Menschen oder Goblins. Ein paar hundert Kilometer nördlich brachten sie sich gegenseitig um, aber in Obenza schien der Krieg offenbar keine Rolle zu spielen. Firxas sah einstige Feinde, die sich gemĂŒtlich bei einem Pfeifchen miteinander unterhielten und Neuigkeiten von der Front zum Besten gaben. Derart aufgeschlossene Leute, eine solche Gelegenheit fand sich vielleicht so schnell nicht wieder. Wenn er hier keine Arbeit fand, dann nirgends. Mit einem brummeligen Gruß gesellte Firxas sich dazu und fragte nach Feuer, um einen Vorwand zu haben, ein GesprĂ€ch zu beginnen.

So kam es, dass er Söldner Obenzas wurde, angeheuert zum Schutze vor Kaisho und Naridien, denn deren OberhĂ€upter waren nicht ganz einverstanden mit dem freien Status des reichen Stadtstaates und der entgangenen Steuern, die man so gut fĂŒr den Krieg verwenden könnte. Auch nicht damit, dass ihre eigenen Leute gern hierher desertierten und im Gassendschungel fĂŒr immer untertauchten, unerreichbar fĂŒr das MilitĂ€rgericht.

Firxas durchlebte in Obenza vieles, auch die Verbrechen, die sich in den finsteren Gassen abspielten und erfuhr, dass auch hier Krieg herrschte - der Straßenkrieg der Banden, die fĂŒr den Wohlstand der Stadt verantwortlich wahren, das organisierte Verbrechen, dass hier die offzielle Wirtschaftsform war, angefĂŒhrt vom mĂ€chtigen Schmugglernetzwerk. Die Lage der Stadt genau auf der Stelle, wo die beiden Kontinente sich kĂŒssten, war dazu prĂ€distiniert. Über Obenza war es möglich, Waren von Kaisho nach Naridien zu schmuggeln oder umgekehrt und so die Handelsblockaden der verfeindeten Nationen zu umgehen. Der "Zoll", den Obenza dafĂŒr verlangte, war freilich beachtlich.

Firxas erlebte auch, wie schnell es ging, dass jemand sein Leben verlor, der die Regeln und ungeschriebenen Gesetze der Stadt nicht kannte, jener Stadt, die ihre Söhne und Töchter fraß, eine Metropole, die nach oben hin ihren Reichtum zur Schau trug auf herrlichen DachgĂ€rten und geschwungenen BrĂŒcken, die von Haus zu Haus fĂŒhrten, wĂ€hrend im Schatten der tiefen HĂ€userschluchten der Detritus der Unterwelt herrschte, die Kleinkriminellen und Handlanger, Diebe, Schmuggler und Auftragsmeuchler, Prostituierte und DrogenhĂ€ndler, wĂ€hrend die OberhĂ€upter sich auf den DĂ€chern im Sonnenlicht rĂ€kelten oder Arm in Arm mit bezahlten Schönheiten im unsagbar teuren Dachbecken ihres turmartigen Palastes Cocktails tranken.

Firxas hatte in dieser Zeit einen Sterbenden mit aufgeschlitzter Kehle im Arm gehalten, bis es vorbei war und einen BĂŒttel gesehen, dessen Innereien um ihn herum auf dem Pflaster verteilt gewesen waren und der nur darum noch auf Tasmeron wandelte, weil zwei mitleidige Nekromanten ihn zu einem Ghul gemacht hatten. Obenza war trotz ihres Reichtums und der Schönheit ihrer OberflĂ€che im Herzen ein Ungeheuer. Und ein Name war dabei immer wieder gefallen: der Gelbe Goblin. Einer ihrer schĂ€rfsten ZĂ€hne.


Froschjagd

Es gab nur wenige Dinge, die der gleichmĂŒtige Firxas wirklich hasste. Eines davon war Urlaub, ganz zum UnverstĂ€ndnis seiner Kameraden. Er wusste nichts mit sich anzufangen, wenn er nicht arbeiten konnte, langweilte sich und wĂ€lzte dĂŒstere Gedanken. So nahm er einen kleinen Nebenjob an, als er mal wieder mit Urlaub gestraft wurde und verdingte sich als TĂŒrsteher eines schĂ€bigen Lochs mit dem Namen bei Shortys.

Von außen scheinbar nur ein Kellerloch, die Scheiben schwarz bemalt, die TĂŒr ohne Scheiben. Wenn man nicht wusste, dass das Ding noch in Betrieb war, konnte man glauben, es wĂŒrde hier nur noch dem Verfall ĂŒberlassen. Doch dieser Eindruck tĂ€uschte, wie so vieles hier. Der Inhaber war ein zwergenwĂŒchsiger Goblin, was GelĂ€chter quasi vorherbestimmte, so dass der winzige Mann seinen eigenen Spitznamen kurzerhand zum Namen seiner Einrichtung gemacht hatte, um dem Spott zu trotzen. Firxas hatte kurz mit ihm gesprochen, als es um seinen kleinen Nebenverdienst hier ging, natĂŒrlich unter der Hand und unversteuert. Firxas war es gleich, er war kein BĂŒttel und er war auch nur wenig neidisch auf jene, die diesen Job ausgerechnet in Obenza ausĂŒben mussten.

Stoisch trat er des Abends seinen Posten in Shortys an, stand mit verschrĂ€nkten Armen neben der TĂŒr und schaute finster in die Runde. Auf der anderen Seite des Eingangsbereichs stand ein anderer Tiefling namens Baxeda, das harmloseste Exemplar, dass ihm je begegnet war, doch mit seinen Hörnern und den schwarzen FlĂŒgeln machte er nicht minder Eindruck als er selbst. Tieflinge waren oft noch mehr gefĂŒrchtet als Orks, zum einen wegen ihres Äußeren aber auch, weil man nie wissen konnte, welche Magie sie beherrschten.

Offensichtliche Waffen mussten bei den beiden TĂŒrstehern abgegeben werden, aber Dolche und Messer waren Alltag in Obenza und es war nur unter enormem Aufwand möglich, alle GĂ€ste vollstĂ€ndig davon zu befreien, eine Prozedur, mit der man sich schnell die Kundschaft vergraulte, so dass Shorty davon absah. Von daher brauchten Firxas und Baxeda sich nicht die MĂŒhe machen, jeden einzeln abzutasten, sondern ließen sich nur die Langwaffen und Schusswaffen aushĂ€ndigen, um sie sicher zu verwahren und spĂ€ter wieder zurĂŒckzugeben.

Soeben kehrte Firxas wieder zur TĂŒr zurĂŒck, nachdem er eine Repetierarmbrust und einen TotschlĂ€ger weggeschlossen hatte. Zu seinem Missfallen musste er feststellen, dass Baxeda in der Zeit seinen Posten verlassen hatte, so dass die TĂŒr unbeaufsichtigt gewesen war. Firxas fluchte leise. Der Kerl ging am laufenden Band pinkeln, wahrscheinlich hatte er sich eine BlasenentzĂŒndung zugezogen. Er schaffte sich kurz einen Überblick, doch niemand Neues war hinzugekommen. Aber der kleine Ork aus der hinteren Ecke war fort. DafĂŒr standen zwei BierkrĂŒge an seinem leeren Platz. Zwei? Das Kerlchen war mit einer Orkfrau gekommen, aber die vergnĂŒgte sich schon lĂ€ngst an einem anderen Tisch mit zwei stĂ€mmigen OrkmĂ€nnern, wĂ€hrend ihr Begleiter aus irgendeinem Grunde allein an dem Einzeltisch hatte sitzen mĂŒssen. Sein Bier war noch fast voll. Niemand ließ teures Bier stehen um nach Hause zu gehen, es wurde immer zumindest bis zur HĂ€lfte ausgetrunken. Hinterzimmer waren fĂŒr GĂ€ste nicht zu erreichen, der schmĂ€chtige Ork musste also irgendwo draußen sein. Firxas hatte ihn die ganze Zeit im Auge behalten, nicht, weil er fĂŒrchtete, dass er Ärger machte, sondern im Gegenteil, weil einige andere Gestalten hier so aussahen, als ob sie ĂŒble Dinge mit dem Ă€ngstlich und unterwĂŒrfig anmutenden Kerlchen vorhatten. Daher trat Firxas vor die TĂŒr, um sich nach ihm umzuschauen.
Baxeda kam gerade vom Klo zurĂŒck.

"Mann, wenn du das nĂ€chste Mal ne kranke Rohrleitung hast, dann bleib zu Hause", knurrte Firxas. "Man kann sich nicht auf dich verlassen, wenn du stĂ€ndig verschwindest, kaum dass man mal einen Augenblick wegschaut. Die TĂŒr war unbeaufsichtigt!"
Baxeda grinste entschuldigend. "Ich brauch die Kohle. Ich kann nicht zu Hause bleiben."
"Ja, verdammt, ich brauch sie auch! Darum will ich meinen Job hier ordentlich machen! Bleib jetzt hier stehen, bis ich wieder da bin und wenn du dir dabei einpisst. Ich muss kurz nach dem Rechten sehen."

Firxas glaubte nicht, dass er irgendwas entdecken wĂŒrde, doch seine Erwartung wurde enttĂ€uscht. In der Sackgasse, die seitlich am Haus vorbeifĂŒhrte und die nur zum Lagern von GerĂŒmpel verwendet wurde, sah er den vermissten Ork. Er kniete vor einem Goblin, der gerade Anstalten machte, sein Teil aus der Hose zu holen und starrte ihm mit großen Augen auf den Schritt. Im ersten Augenblick wollte Firxas sich beruhigt abwenden, doch dann beschloss er, sich noch einen kurzen Blick zu gönnen. Er war kein Spanner, aber es war schon sehr, sehr lange her, dass er das letzte Mal einen erregten Mann gesehen hatte und noch lĂ€nger, dass es gleich zwei waren. Ein wenig Nahrung fĂŒr seine einsamen Fantasien, das war ja nicht verboten und die beiden legten es ja regelrecht darauf an, indem sie hier in der Öffentlichkeit turtelten.
Dieser zweite, etwas lĂ€ngere Blick allerdings vertrieb sofort jeden lĂŒsternen Gedanken aus seinem Kopf. Er hatte den stehenden Mann noch nie gesehen und doch wusste er sofort, wer es war.

Seine Hautfarbe war nicht nur blass, wie Firxas zunĂ€chst wegen des Schattens er Hauswand angenommen hatte, sondern gelb. Und jetzt sah Firxas auch das Blitzen der Klinge, die er dem Ork unauffĂ€llig an die Kehle hielt. Die Erinnerung an den Söldner mit der aufgeschlitzten Kehle fuhr durch seinen Kopf, der Mann hatte mit offener Hose dagelegen, es hatte sich also vermutlich eine ganz Ă€hnliche Situation abgespielt wie diese hier. Firxas`Herzschlag beschleunigte sich auf ein Trommelgewitter. Der Söldner. Der ausgeweidete Dimzel. Ihr Mörder stand vor ihm, das Monster, dass Meere von Blut vergossen hatte, scheinbar ohne System, willkĂŒrlich, ein Wahnsinniger, ein Irrer, der sich den BĂŒtteln entzog.

Das Messer an der Kehle des kleinen Orks verhinderte, das Firxas sofort angriff und den Kerl mit bloßen HĂ€nden totschlug, auf ihn einprĂŒgelte, bis er nur noch ein zuckender Fleischklumpen war und ihm all das antat, was er verdiente.

Stattdessen riss er sich unter Aufbietung all seiner Beherrschung zusammen, baute sich in voller GrĂ¶ĂŸe in der Gasse auf und knurrte: "Lass ihn gehen, Gelber." Er wirkte Aalglatt, einen völlig unterschĂ€tzten AnfĂ€ngerzauber, den er auch Urako beigebracht hatte, auf das Messer. Die nach Urin stinkende Feuchtigkeit der Gasse kroch den Griff entlang hinauf, legte sich darum und machte das Messer glatt wie eine nasse Seife.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Jozo » Mo 10. Apr 2017, 11:16

Jozo war gerade dabei sich zu entspannen, als ein Schatten, und zwar ein sehr großer Schatten, in die Seitengasse fiel.

Zwar war es hier dunkel, aber er nahm den Unterschied trotzdem wahr. Als Geschöpf der Nacht, fielen ihm die unterschiedlichen Grau- und Schwarztöne sofort auf, auch wenn er sonst einen Dreck auf optische Wahrnehmung gab.

"Lass ihn gehen, Gelber“, forderte ein Tiefling.

Der Kerl war riesig und fett. Jozo musterte den Ork vor sich, ein HĂ€ufchen Elend gegen dieses Fresspaket. Jozo grinste zĂ€hnefletschend als er sich vorstellte wie es sich wohl anfĂŒhlen musste in diesem herrlichen grauen Wanst des Tieflings zu ĂŒbernachten, wĂ€hrend er ihn zeitgleich von innen heraus auffressen konnte.

Jedenfalls teilweise. Die Beute wĂŒrde fĂŒr zig Wochen ausreichen und die schöne Pelle war auch nicht zu verachten.

Jo sonnte sich gerade in seinen Vorstellungen, was er alles mit diesem Tiefling anstellten konnte, zu dessen Leb- und Todeszeiten, als dieser Kerl irgendwas mit seinem Messer anstellte dass es flutschig wie Schmierseife wurde.

Die Waffe glitt Jozo aus den Fingern und wĂŒtend schaute er auf das am Boden liegende Messer.

`Zwicky unzuverlÀssig? Das kann nicht sein, er ist immer zuverlÀssig!Ž, stutzte Jozo perplex. Er hob es allerdings nicht wieder auf, sondern starrte in Zeitlupe von seinem Messer zu dem Tiefling.

`Magie?ÂŽ, schoss es dem Gelben durch den Kopf.
Beunruhigt schlackerte er mit den Ohren.

Sein erster Reflex war, den Ork brutal zur Seite zu treten und den Tiefling anzugreifen. Aber Jozo zĂŒgelte sich, riss sich mit Ă€ußerster MĂŒhe zusammen. Er ging zwar oft seinen Trieben nach, aber er war auch ein Raubtier.

Raubtiere waren nicht dumm, sie wussten wann es angebracht war, vorsichtig vorzugehen. Und dieser Gegner war gefÀhrlich. Und geil. GefÀhrlich und geil, war eine sehr erregende Kombination, fand Jozo.

Wenn er es schaffte diesen Tiefling zu fĂ€llen, wĂŒrde der in seiner Hitliste doppelt zĂ€hlen. Der Gelbe starrte kurz in den Schritt von seinem Gegner und grinste zufrieden.

Jozos Hand krallte sich in den Nacken des Orks, der anfing zu wimmern.
Frosch hatte es die ganze Zeit gewusst, wer immer dieser Goblin war, er war eine Gefahr. Und nun hockte er hier im Dreck der Gasse und sein Ableben stand kurz bevor.

So wie die Gefahr aus dem Nichts erschienen war, so erschien auch seine Rettung in Form eines riesigen Tieflings. Frosch hoffte instĂ€ndig, dass der große Kerl den wahnsinnigen Goblin vertreiben konnte.

Flehentlich schaute er den Tiefling an. Die beiden MĂ€nner kannten sich nicht, dass sah man ihnen an. Aber der Tiefling schien zu wissen, wer der Goblin war. Wer war dieser gelbe VerrĂŒckte?

Der Tiefling legte eine bewundernswerte Ruhe und Beherrschung an den Tag. Frosch hoffte, dass der Goblin einlenken wĂŒrde und ihn gehen ließ oder ihn der Tiefling befreien wĂŒrde.

Der gelbe Goblin schloss halb die dunklen Augen und witterte nach seinem Gegner. Die Geste hatte nichts mehr an sich, was man bei einem Goblin oder einem anderen Humanoiden vermuten wĂŒrde.

Frosch der direkt vor Jozo kniete, bekam in dem Moment hautnah mit, wie abnorm und andersgeartet der Gelbe handelte und reagierte. Dem schmÀchtigen Ork wurde noch mulmiger zumute, ihm wurde regelrecht kotzschlecht vor Angst.

Jo warf ihm fĂŒr einen Sekundenbruchteil einen stechenden Blick zu und riss den Kopf von Frosch in den Nacken.

So appetitlich die Angst von dem Ork auch roch, er brauchte ein Geruchsbild von seinem Feind!

Dieser verdammte Ork, sollte ihn jetzt nicht mit seiner Angst ablenken.

Jozo roch Wut. Irritiert witterte er erneut – eindeutig wĂŒtend. Der Tiefling war nicht einfach nur wĂŒtend, er war am Rande seiner Beherrschung. Aber wieso? Gehörte der Ork etwa ihm? War das sein Eigentum? Nichts ließ darauf schließen.

Der Gelbe leckte sich einmal ĂŒber die Lippen um angestrengt nachzudenken. Was war hier los?

„Wut? Verstehe ich nicht. Ist das Deiner?“, fragte der gelbe Goblin.

„Niemand gibt mir Befehle Tiefling, es sei denn ich hab Lust drauf. Ihn gehen lassen? Hm
 nein. Nein, das mache ich nicht. Ich werde meine Beute verteidigen, es sei denn – Du bietest mir was anderes an“, sĂ€uselte Jozo.

Der gelbe Goblin lÀchelte so, wie er es gelernt hatte, um andere um den Finger zu wickeln. Zeitgleich aktivierte er Kigyo - sein magisches Armband, das Peitschenartefakt.

Jozo schaute dem Tiefling in die Augen und lĂ€chelte so freundlich und liebenswĂŒrdig als könnte er kein WĂ€sserchen trĂŒben. Wer ihn nicht kannte, wĂŒrde in die Falle tappen.

Was Jozo aber nicht wusste war, dass sein GegenĂŒber Firxas mehr ĂŒber ihn wusste, als dem Gelben lieb war.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Firxas » Di 11. Apr 2017, 15:24

Der flehende Blick des hilflosen Orks ging Firxas durch Mark und Bein. Er war nicht mit ĂŒbermĂ€ĂŸiger SensibilitĂ€t gesegnet, doch er war auch nicht immun. Der kleine Kerl wĂŒrde sterben, wenn er jetzt einen Fehler machte, ein weiteres Opfer auf der Liste des Gelben, das der vermutlich abhakte und nie wieder daran dachte, gedanklich schon wieder bei der nĂ€chsten Jagd. Doch diesmal wĂŒrde sie anders ausgehen, das schwor sich Firxas. Dieses Opfer wĂŒrde er nicht kriegen - und auch keines je wieder danach!

Als dem Gelben das manipulierte Messer aus der Hand flutschte, wollte der Ork sofort die Gelegenheit zur Flucht nutzen, doch die Klaue des Goblins hielt ihn unerbittlich fest und drĂŒckte ihn zurĂŒck in eine kniende Position. Der Ork winselte leise, ein GerĂ€usch, dass Firxas bislang nie zuvor von einem seines Volkes gehört hatte. Der arme Kerl musste Todesangst haben, selbst ohne das Messer am Hals.

Und der Gelbe lĂ€chelte derweil zuckersĂŒĂŸ, fehlte nur noch der Augenaufschlag. Und er glotzte Firxas unverholen in den Schritt. In einer anderen Situation und ohne die grauenhafte Vorgeschichte wĂ€re Firxas sicher schwach geworden. Gut sah er ja aus und war offensichtlich auch ein talentierter Schauspieler, denn er wirkte plötzlich ausgesprochen sympathisch. Wahrscheinlich war es genau dieses zuckersĂŒĂŸe LĂ€cheln gewesen, das den Tod von so vielen verursacht hatte, die in die Falle getappt waren.

"Sonnentau", murmelte Firxas, der Name einer Sumpfpflanze aus seiner Heimat, Insekten fressend, die sie mit falschem Nektar lockte, in dem die verfĂŒhrten Opfer kleben blieben, um lebendig verdaut zu werden. Eine sĂŒĂŸe Verheißung, die denjengen tötete, der ihr folgte. Diese Pflanze wĂŒrde er auf das Grab des Goblins pflanzen, nachdem er ihn erledigt hatte.

Am Arm des Sonnentaus begann es zu glimmen. Irgendein magisches Artefakt. Firxas wirkte erneut Aalglatt, doch der Gegenstand blieb davon unbeeindruckt und fest am Arm des Gelben. Womöglich war die Magie darin sehr stark. Aalglatt war nur ein schwacher Zauber und leicht zu blocken, wenn man ihn rechtzeitig bemerkte oder die magische Kraft im Artefakt von einem fÀhigen Magier hineingebracht worden war.

Nicht gut.

Firxas hingegen war kein sonderlich begabter Magier und die beiden Anwendungen hatten ihn geistig angestrengt. Entweder, er verballerte nun sein letztes bisschen Konzentration fĂŒr seinen stĂ€rksten Zauber, in der Hoffnung, es damit sofort zu beenden, oder er versuchte es zunĂ€chst anders.

"Das ist nicht meiner, ich kenne den nicht", grollte Firxas. "Aber das ist scheißegal! Du wirst ihn gehen lassen! Verhandeln willst du um ihn? Gut. Ich biete dir einen schnellen, schmerzarmen Tod, wenn du jetzt keinen Ärger mehr machst. Zickst du weiter rum, werde ich dir das Grinsen durchs Arschloch prĂŒgeln. Wie hört sich das fĂŒr dich an?" Er bewegte langsam die Finger mit den bĂ€renartigen Klauen, so dass seine Muskeln sich von den HĂ€nden bis zu den Schultern hinauf bewegten.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Jozo » Di 11. Apr 2017, 17:02

Jozo war einen Moment irritiert, dass es jemand wagte ihn herauszufordern. Nur selten wagte ihn jemand persönlich, körperlich anzugreifen einmal abgesehen von den ĂŒblichen Attentaten und MordanschlĂ€gen auf seine Person.

Jo pellte etwas aus der Tasche und klatschte es sich dann ins Genick. FĂŒr einen winzigen Moment verschleierte sich sein Blick, ehe er den Tiefling wieder fixierte.

Die drogenaufgepeitschten Sinne des gelben Goblins kreischten warnend auf, zeitgleich schaltete er innerlich auf Kampfbereitschaft, ohne sein bewusstes Zutun. Der Kopf des gelben Goblins zuckte binnen Sekunden zu dem Tiefling, dann zu Frosch und schließlich zurĂŒck zu dem Tiefling.

Er starrte seinen Gegner an. Die Pupillen des Goblins waren riesig, so dass seine Augen fast schwarz wirkten. Jozo sah die Krallen des Tieflings wie in Zeitlupe sich öffnen und schließen, ebenfalls ein Effekt seines Drogenpflasters um entsprechend agieren zu können.

Angst vor Verzögerungen musste er nicht haben. Sein Körper reagierte binnen Sekundenbruchteilen. Aber sein Gegner war ein Koloss im Vergleich zu ihm.

Jozo musterte geradezu verzĂŒckt die Arme von Firxas. Äußerst bedrohlich, der Kerl musste ĂŒber gewaltige KrĂ€fte verfĂŒgen. Packen lassen sollte er sich von ihm nicht.

Ausnahme mit beiden HĂ€nden in der HĂŒfte, wenn er diesem verdammten MiststĂŒck gestattete ihn zu bedienen. Aber dazu musste er ihm zeigen, wer hier das Sagen im Ring hatte. Eier in der Hose hatte der Tiefling, dass musste Jozo ihm lassen.
Wortwörtlich und tatsĂ€chlich, wie ihm ein erneuter Blick bestĂ€tigte. Eine Ă€ußerst lohnende Beute....

"Wie das fĂŒr mich klingt? Nach jeder Menge Spaß!", grinste Jozo diabolisch.

Jozo reckte die linke Faust in die Höhe. Um sein Handgelenk war ein dicker, dunkler Armreif geschwungen.

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Firxas sah ein leichtes Anspannen der Muskeln im Arm des gelben Goblins. Der "Armreif" reagierte sofort - im gleichen Moment explodierte scheinbar eine Peitsche aus dem Armreif und raste in die Höhe. Das GerÀusch durchschnitt die Luft.

Die Welle der Kontraktion lief durch den gesamten "Peitschen-Faden" bis hin zur dĂŒnnen Peitschenspitze und verstĂ€rkte dabei die Bewegung.

Bei einer Neigung von nur wenigen Grad am Körper konnte er voll ausgestreckt einen Bogen von etwas ĂŒber drei Metern mit dieser Waffe schlagen. Seinen Arm dann mit in die LĂ€nge eingerechnet. Mit voller Wucht zugeschlagen, erreichte die Peitsche eine Geschwindigkeit von mehreren hundert Stundenkilometern.

Wurde ein Opfer davon getroffen, reichte die kinetische Energie aus, um Fleisch zu durchtrennen, Knochen bersten zu lassen oder bei leichtem Schlag Gliedmaßen zu betĂ€uben. Eine wundervolle Fernwaffe, besonders um sich unliebsame GĂ€ste vom Hals zu halten.

Der dĂŒnne Draht rotierte wieder in den Armreif zurĂŒck und verschwand darin wie Tentakeln, wĂ€hrend die TrĂŒmmerteile in seinem Weg einfach zerschnitten wurden.

„Grausame Waffe nicht wahr? Du wolltest es so Tiefling. Ich mache aus Dir einen lebenden Torso und dann... ja SĂŒĂŸer, dann spielen wir beide miteinander um genau zu sein ich mit Deinem Pfahl", gluckste Jozo ekstatisch.

Haargenau richtete Jo die Waffe erneut aus, diesmal auf den Tiefling. Ein dunkler Blitz zerschnitt die Luft. Im gleichen Augenblick trat Frosch nach Jozos Beinen und riss ihn damit von den FĂŒĂŸen.

Einen winzigen Moment lang konnte Firxas sehen, wie sich die magische Peitschen-Garotte wieder wie ein Armband um Jozos Handgelenk wickelte.

„Soll denn das?“, konnte Firxas den Gelben murmeln hören.

Sofort schleuderte der gelbe Goblin erneut die Waffe, als zeitgleich ein Besoffener um die Ecke torkelte um zu pissen.

Die Peitsche verwickelte sich ganz von selbst in komplizierte Muster um ihr Opfer. In der nĂ€chsten Sekunde rollte der Draht so heftig und schnell um das Opfer umher, dass der Betrunkene unterhalb seines Bauchnabels sauber zerlegt wurde. Wie ordentliche GulaschwĂŒrfel klatschte sein ehemaliger Unterkörper zu Boden.

"Hopsala. Eigentlich wollte ich Dich treffen, Specki", grinste Jozo und zielte sofort auf Frosch.

Der Ork wurde kreidebleich, rollte ĂŒber den Boden und entkam so dem Wirbelsturm des tödlichen Artefakts.

„Ich bring Dich um
 egal ob Du die Rumkugel gibst oder nicht Ork! Bleib wo Du bist, sonst war es dass“, zischte Jozo Frosch an. Seine mordgierige Stimme hatte jede Vernunft verloren.

Jozos Augen bohrten sich in die von Firxas. Fast unschuldig blinzelte er ihn an.

"Meine Waffen wollen scheinbar nicht so wie ich es will. Verhandeln wir. In Ordnung? Niemand muss hier verletzt werden. Ich suche nur etwas NÀhe und Geborgenheit. Ich gebe auf. Preis - eine Nummer mit Dir. Dann kannst Du mit mir machen was Du willst", sagte Jozo freundlich und lÀchelte.

Fast zeitgleich sprang der Gelbe auf, hetzte mit einer ekelhaften Wendigkeit auf den Tiefling zu und griff mit seinem zweiten Messer an.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Firxas » Mi 12. Apr 2017, 10:51

Firxas war als Sölder einiges gewohnt, aber als der Gelbe den Betrunkenen mit seinem Artefakt derart zerteilte, wurde ihm einen Moment schwummrig. Zu seinem GlĂŒck ging der Goblin im nĂ€chsten Moment nicht auf ihn los, sondern auf den Ork, denn andernfalls hĂ€tte er ihn in diesem Augenblick der SchwĂ€che voll erwischt. Der Ork rollte sich behĂ€nde zur Seite, offenbar konnte er also wenigstens gut ausweichen und abhauen. Nun ja, als KĂŒmmerling war das in einer Rotte vermutlich lebensnotwendig.

Der Gelbe lĂ€chelte ihn wieder freundlich an und machte ihm ein eindeutiges Angebot im Tausch gegen das Leben des Orks. FĂŒr einen Moment war Firxas versucht, darauf einzusteigen, um diese Situation hier zu beenden und den Goblin an sich ranzulassen, damit er ihm in einer Sekunde der Unaufmerksamkeit das Genick brechen konnte. Als der Goblin aber unmittelbar nach dem Satz auf ihn losging wie eine Furie, ohne seine Antwort auch nur abzuwarten, wurde Firxas bewusst, dass er soeben fast in die Falle getappt wĂ€re. Das Gewand war ein anderes - Sex zum Friedenstiften und um ihn in seine NĂ€he zu bringen statt Sex aus Lust - doch die Falle wĂ€re die selbe gewesen. Am Ende lĂ€uft es wohl immer auf den Tod hinaus, wenn dieser Kerl einen dazu brachte, seine NĂ€he zu suchen. Sonnentau. Es wĂ€re Firxas gewesen, der am Ende reglos am Boden gelegen hĂ€tte. Aber mit seiner sprunghaften Launenhaftigkeit hatte der Goblin sich den Erfolg seines Plans selbst verdorben.

Wegen seiner VerblĂŒffung reagierte Firxas etwas zu spĂ€t. Mit diesem Angriff hatte er nicht gerechnet. Es war ihm nicht mehr möglich, auszuweichen oder davonzurennen, der Einschlag war unvermeidlich. Fragte sich nur, wie viel von ihm getroffen wurde und wie verheerend.

Firxas war sich nicht ganz sicher, in welcher Hand das Artefakt gewesen war, ob das die selbe war, die nun das Messer hielt, es war vorhin alles zu schnell gegangen. Er mĂŒsste beide Arme zu packen kriegen, um auf Nummer sicher zu gehen, doch der Erfolg war fraglich bei so einem schnellen Gegner. So konzentrierte Firxas sich darauf, den Arm abzufangen, an dem er das Armband erahnte. Mit dieser Waffe durfte er sich auf keinen Fall treffen lassen, dann lieber ein Messer im Leib! Das bot wenigstens eine gewisse Aussicht, zu ĂŒberleben bei seiner Statur. Gut 20 cm Speck wollten erstmal durchdrungen sein, die meisten Messer waren kĂŒrzer, um sie gut verbergen zu können, so dass zumindest Firxas`Organe gut geschĂŒtzt waren gegen derlei Attacken.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Jozo » Mi 12. Apr 2017, 13:45

Der gelbe Goblin hechtete auf den Tiefling zu. Der große Koloss war zu perplex und zu langsam um jetzt noch ausweichen zu können. Grausamer weise war Jozo wie die meisten Psychopathen nicht nur ein gekonnter Schauspieler und LĂŒgner, er war auch noch wendig und wieselflink.

Ganz so, als wollte irgendeine Wesenheit den Rest der Bevölkerung mit den FÀhigkeiten des Gelben verhöhnen.

Jozo sprang den Tiefling an um ihn niederzureißen und ĂŒber seine Kehle herzufallen.

Er hÀtte genauso gut einen Baum anspringen können, dass Ergebnis wÀre das gleiche gewesen. Firxas erzitterte zwar unter der Wucht des Aufpralls, aber das war auch schon die einzige Reaktion des Tieflings. Er stand wie ein Fels in der Brandung, das Fliegengewicht von Jo konnte seinem nichts anhaben.

Die Ohren des Gelben ruckten erstaunt nach unten. Sofort schwang sich Jo auf den RĂŒcken von Firxas, umschlang dessen Hals mit einem Arm und hing sich mit seinem ganzen Gewicht an den Tiefling.

Auf die Art versuchte er den Tiefling zu strangulieren und durch Atemnot auf den Boden zu ringen.

GeistesgegenwĂ€rtig spannte Firxas einfach seinen gewaltigen Stiernacken an, ein Nacken der diese Bezeichnung wirklich verdiente, ließ sich mit dem Oberkörper nach vorne fallen und pflĂŒckte den gelben Goblin von seinem RĂŒcken.

Kaum vom RĂŒcken des Tieflings gerissen, versuchte Jo sich in dessen Griff zu drehen um ihm das Messer in den Leib zu rammen. Nicht um ihn zu töten oder ihn zu verletzten, sondern einfach um sich damit an ihm zu verankern. Ganz Ă€hnlich wie ein Bergsteiger eine Steighilfe benutzte, so nutze Jozo sonst zwei Messer, wenn er ein großes Opfer erkletterte.

Er hatte die Rechnung ohne Firxas gemacht.

Kaum hatte der Tiefling den Goblin im Griff und dieser dass Messer gezĂŒckt, trat er so fest er konnte zu. Sein Stiefel traf. Firxas BestĂ€tigung war, dass Jozo vor Wut und Schmerz aufbrĂŒllte und er einen Moment zum Verschnaufen bekam.

Jo starrte den Tiefling stinksauer an, starrte an sich herunter und steckte erstmal wieder seinen Schwanz in die Hose.

Dass ihm die Nudel aus der Buxe hing, hatte er im Eifer des Gefechts völlig vergessen!

"HĂ€ttest auch mal was sagen können! Dankeschön. Wobei, Du stehst drauf was?", grinste Jozo ĂŒber beide Ohren.

Firxas machte sich kampfbereit und fixierte nun seinerseits Jo, nur wo er seinen Angreifer getroffen hatte, konnte er nicht ausmachen, da Jozo ihm sofort erneut huckepack ins Kreuz sprang.

Super! Mit so einer bekloppten Aktion hatte nicht mal Firxas gerechnet. Der Angriff hatte eben schon nicht funktioniert, wieso versuchte es der Goblin erneut?

Verzweifelt versuchte der Tiefling diese goblinische Wanze abzuschĂŒtteln, aber im gleichen Moment bekam er wieder einen Arm um den Hals geschlungen. Diesmal spĂŒrte er die Klinge und er wusste, was der Gelbe vorhatte!

WĂŒtend ergriff er den Arm von Jozo und warf seinen Angreifer ĂŒber die Schulter. Allerdings ließ Jozo ihn nicht los, sondern riss Firxas bewusst mit zu Boden!

Die Falle hatte funktioniert, Jo hatte Firxas Eigengewicht gegen ihn ausgenutzt. Er war stolz auf sich, bis zu dem Moment wo der Tiefling auf ihn stĂŒrzte. Um sich tretend und schlagend konnte er sich so gerade noch vor den gewaltigen Pranken des Tieflings in Sicherheit bringen.

Mit einer Kraft die so ein kleiner Körper gar nicht besitzen durfte, riss er Firxas am Boden herum und hockte sich auf ihn. Jo presste ihm das Messer an die Kehle und zeitgleich seine dunklen Lippen auf den grauen Mund.

Das BrĂŒllen das Firxas ausstieß, war in Jozos Ohren ohrenbetĂ€ubend.

Der Tiefling packte Jo unter dem Kinn und drĂŒckte seinen Unterkiefer nach oben. Weder wollte er von dem Irren mit Zunge gekĂŒsst werden, noch wollte er sich ins Gesicht beißen lassen. Bei dem Gegner musste Firxas mit allem rechnen.

Jozo wehrte sich und versuchte seinen Mund zu befreien. Zeitgleich spendierte ihm Firxas eine schallende, doppelte Ohrfeige. Vor- und RĂŒckhand bekam Jo in die Fresse gedroschen.

Der Goblin taumelte stöhnend zurĂŒck und leckte sich das Blut von den aufgeplatzten Lippen.

Sekunden spĂ€ter taumelte Jozo nicht mehr, sondern wurde vom Fuß des Tieflings durch die Luft katapultiert. Der gelbe Goblin landete auf dem RĂŒcken und zog eine Furche durch den Abfall der Gosse die mindestens einen Meter lang war.

„Hast Du Spaß? Gib auf!“, fauchte der riesige Tiefling ihn an, der die Hautstruktur eines alten Ledersofas besaß. Um seine Meinung zu unterstreichen, schlug er mit einer Faust in seine flache Hand.

Jo war mit einem Satz wieder auf den Beinen. Im Moment spĂŒrte er kaum Schmerzen, aber das was er durch den Drogennebel gespĂŒrt hatte, reichte aus um ihm eindeutig Respekt beizubringen. Wie er sich fĂŒhlen wĂŒrde, wenn die SĂŒĂŸe der Drogen verklang, darĂŒber wollte er lieber nicht nachdenken.

„Leck mich am Arsch!“, fauchte Jozo stinksauer.

Erneut griff der Goblin an. Er sprintete zum dritten Mal auf den Tiefling zu, sprang und ließ sich sofort aus dem Sprung zu Boden fallen. Als er auf den Knien aufschlug, grabschte er Firxas mit einer Hand in die Weichteile und packte knallhart zu.

Dem Tiefling wurde schlecht vor Schmerz und schwarz vor Augen.

„Du bist meins! Was nun Großmaul? Wundervolles Paket“, lachte Jo gehĂ€ssig und schnupperte an Firxas. Er spĂŒrte wie ihn der Geruch des Tieflings und dessen GemĂ€cht in seinen Krallen wieder heiß werden ließ.

„Bist ein wĂŒrdiger Gegner. Ja ja ja. Friedlich und freundlich zu mir? Dann ĂŒberlebst Du das hier
“, sĂ€uselte Jozo und leckte dem Tiefling einmal ĂŒber den Hals.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Firxas » Fr 14. Apr 2017, 13:16

Ihm war kotzĂŒbel. Wenn er das hier ĂŒberleben sollte, wĂŒrde er sich fĂŒr seinen Job einen Sackschutz organisieren, so viel stand fest. Dass er das erste Mal in seinem Leben ein Lob fĂŒr sein Paket erhielt, wĂ€hrend Urako immer nur von "dem Kleinen" gesprochen hatte, obwohl er sich selbst keineswegs zu wenig bestĂŒckt fand, machte die Situation irgendwie auch nicht besser. WĂ€hrend ihm vor Schmerz fast die Sinne schwanden, zog der Gelbe ihm die Zunge ĂŒber den Hals und bat ihm ein weiteres Mal Frieden gegen Sex an. Noch einmal wĂŒrde Firxas garantiert nicht in die Falle gehen, aber er musste sich sehr schnell etwas anderes ĂŒberlegen, wie er hier raus kam, ohne dass es ihn die Eier kostete. Wo zum Henker war gerade das Messer?! Hatte der Goblin das irgendwo hingesteckt oder verloren?

Firxas legte ihm die Hand auf den Hinterkopf, zog ihn an sich und kĂŒsste ihn, als wĂŒrde er auf das Angebot eingehen. Als wolle er ihn zĂ€rtlich liebkosen, strich er ihm mit der Hand den Hals hinab, zog beilĂ€ufig das Pflaster ab und klebte es sich selber ins Genick. Ein Blitz fuhr durch seinen SchĂ€del, dann mehrere Kleine. Die Wirkung war vermutlich inzwischen nicht mehr so stark, wie sie am Anfang gewesen war, doch das war wahrscheinlich auch der Grund, warum es Firxas, der Drogen nicht gewohnt war, nicht sofort aus den Latschen haute. Dieses Pflaster hatte der Goblin sich unmittelbar vor dem Kampf auf den Hals geklatscht, womöglich war es die Ursache fĂŒr seinen furiengleichen Zustand, der Firxas mehr an einen wĂŒtenden DĂŒsterling als einen Goblin erinnerte. Die Pupillen des Tieflings weiteten sich, bis seine Augen bis auf einen winzigen braunen Saum komplett schwarz aussahen. Er lĂ€chelte verzerrt. Er hatte keine Ahnung, was das war, aber es fĂŒhlte sich gut an!

VergnĂŒgt schleuderte er den Goblin von sich und in einen Haufen Kisten, die in Zeitlupe zersplitterten und als hölzerne FledermĂ€use in alle Richtungen davonflatterten. Der Kopf des Gelben leuchtete in dem Stapel wie eine Lampe. Alles schien verlangsamt und jeder optische Eindruck ĂŒbertrieben stark. Firxas spĂŒrte zeitgleich keinerlei Angst oder Schmerzen mehr, dafĂŒr unwahrscheinlich gute Laune, regelrechte Euphorie. Die Klaue des Goblins, den er plötzlich ausgesprochen gutaussehend fand, hing zu seiner VerblĂŒffung immer noch an seinen Eiern fest. So weit weg, wie er geglaubt hatte, hatte er den Kerl offenbar gar nicht geworfen. TatsĂ€chlich hatte er ihn lediglich von sich gestoßen, anstatt ihn im hohen Bogen durch die Luft zu schleudern, wie er angenommen hatte. Im Moment tat der brutale Griff nicht mehr weh, aber morgen wĂŒrden seine Dinger vermutlich blau sein, sofern sie sich ĂŒberhaupt noch an seinem Leib befanden. Firxas packte die Finger und bog sie auf. Nicht zu fassen, die Klauen hatten sich sogar durch seine Hose gebohrt und ihm lauter blutige Löcher in seine Haut gestanzt! Firxas setzte sich unter Ausnutzung seines vollen Gewichts mit seinem dicken Hintern auf den viel kleineren Goblin, um ihn fest zu fixieren und ihn dann zu erwĂŒrgen. Der aber war dermaßen wendig, dass er nach einigem hektischen Zappeln unter ihm wegglibberte wie ein glitschiger Fisch, noch bevor der Tiefling zupacken konnte. Weg war er. Firxas ĂŒberlegte, ob er Aalglatt auf ihn angewendet hatte, aber er konnte sich nicht erinnern. Plötzlich war der Goblin verschwunden. Wie ein Trottel saß Firxas allein vor sich hinstarrend auf dem Holzhaufen.

"Vorsicht!", kreischte hinter ihm der Ork, der offenbar noch nicht abgehauen war. Firxas fuhr herum und sprang zeitgleich mit einem großen Schwung seines Schweifs auf die Beine. Er war erstaunt ĂŒber seine eigene Wendigkeit, offenbar auch eine Wirkung der Droge. Normalerweise hatte er eher die Eleganz und Geschwindigkeit eines Nashornbullen.

"Was ist das ĂŒberhaupt fĂŒr Zeug auf dem Pflaster?", fragte er und fuchtelte mit einer Pranke unwirsch vor seinem Gesicht herum, um die grell leuchtenden Insekten zu verjagen. Vor seinen Augen glĂŒhten die Motten im nur schwach glimmenden Licht der Öllaterne, als wĂ€ren sie Funken eines prasselnden Lagerfeuers. Wegen seiner naturgegebenen Nachtsicht war selbst schwaches Licht in diesem Zustand viel zu hell fĂŒr ihn.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Jozo » Fr 14. Apr 2017, 22:37

FĂŒr einen Augenblick legte der Tiefling dem Goblin eine Hand auf den Hinterkopf und kĂŒsste ihn. Gut gelaunt ließ Jozo den HĂŒnen gewĂ€hren und kĂŒsste ihn innig mit. Der Kuss war gut und schmeckte nach mehr.

Die Pranke des HĂŒnen wanderte seinen Hals zĂ€rtlich hinab und dann ging alles plötzlich ganz schnell.

Der Tiefling zog ihm das Pflaster ab und klebte es sich selbst auf die Haut. Aber dass bekam Jozo nur noch am Rande seines schwindenden Bewusstseins mit!

Als der Tiefling dem gelben Goblin das Pflaster vom Hals abzog, gab dieser ein infernalisches Kreischen von sich, dass Firxas einen Schauer ĂŒber den ganzen Körper jagte. Der Goblin kreischte, als hĂ€tte der Tiefling ihn lebend gehĂ€utet.

Alles was Jo in dem Moment fĂŒhlte, waren grauenvolle Schmerzen und einen schlagartigen Entzug, da die Wirkung des Pflasters nicht wie ĂŒblich ausklingen konnte. Jozo fĂŒhlte sich als hĂ€tte ihm jemand glĂŒhende MetallstĂ€be ins Hirn gehĂ€mmert.

Der Tiefling stieß ihn in einer lĂ€ssigen Geste von sich. Jo krachte in einen Haufen Kisten und konnte seinen Sturz nicht abfangen. Er schlug knallhart aufs Kreuz auf und war einen Moment von den Schmerzen paralysiert. Aber das GemĂ€cht hatte er von dem Tiefling nicht losgelassen!

Wie ein Bully hatte er sich in seine Beute "festgebissen" und verstĂ€rkte seinen fiesen Griff noch. Wenigstens etwas Rache fĂŒr den Diebstahl, schoss es Jo durch seinen vor Schmerz pochenden SchĂ€del.

Der HĂŒne packte seine Hand und bog ihm die Finger auf!
Das durfte doch alles nicht wahr sein!

Doch es war wahr und dann setzte sich der Koloss auch noch auf ihn!

Unter anderen UmstĂ€nden hĂ€tte er daran vielleicht sogar Spaß gehabt, aber jetzt bekam Jozo Panik, etwas dass er sehr selten fĂŒhlte.

Der Tiefling begrub ihn mit seinem Riesenhintern unter sich wie ein Fleischberg. Dem gelben Goblin wurde sÀmtliche Luft aus der Lunge gequetscht. Ohne das Adrenalin, dass seine Blutbahnen geflutet hatte, wÀre er sicher sofort ohnmÀchtig geworden.

Jo trat wie besessen um sich. FĂŒr eine Sekunde ließ der Druck etwas nach, denn der auf ihm sitzende Tiefling versuchte, ihn packen zu können. Diese kurze Chance nutze Jozo dazu, sich nach rechts wegzurollen und sich von dem Körper zu befreien. Jetzt musste der Gelbe schnell so viel Abstand wie möglich zwischen sich und dem Tiefling bringen.

Seine Sinneswahrnehmungen hatte er nicht mehr unter Kontrolle. Mal sah er scharf, mal unscharf und dass im Sekundentakt. Jetzt war es der gelbe Goblin, dem speiĂŒbel war.

Vor Wut und Schmerz schlug er sich die FĂ€uste mit brutaler Gewalt vor die SchlĂ€fen, in der irrsinnigen Hoffnung, dies wĂŒrde seine Sicht klĂ€ren. Die Hoffnung bestĂ€tigte sich nicht. Jozo taumelte ein StĂŒck zurĂŒck und brĂŒllte wĂŒtend wie schmerzerfĂŒllt auf.

"Scheiß drauf", keuchte Jo voller Schmerzen und schloss einfach die Augen.
Er wĂŒrde eben komplett nach Gehör kĂ€mpfen.

Jozo warf sich vorwĂ€rts und stolperte in seiner Raserei ĂŒber die eigenen FĂŒĂŸe. Er schlug der LĂ€nge nach hin. Der gelbe Goblin machte eine Bauchlandung.
Der kleine Ork musterte Àngstlich die Szene.

Der gelbe Goblin lag dort wie ein gestrandeter, weißer Hai. Jo fletschte die ZĂ€hne, die Geste war passend zu den Gedanken des Orks. Der Goblin hob den Kopf und riss das Maul auf, so als wollte er sogar noch mit ZĂ€hnen und Klauen kĂ€mpfen, falls nötig.

Wie durch Watte hörte Jozo, wie sein Feind sich nÀherte. In wenigen Sekunden musste das Riesenvieh von einem Tiefling bei ihm sein. Und er konnte nichts mehr tun.

`Freiquatschen!Ž, schoss es Jo durch seinen schmerzenden SchÀdel.

Der gelbe Goblin rappelte sich wieder auf und nahm erneut Kampfhaltung an. Entgegen Firxas Vermutung griff der Goblin aber nicht an, sondern wich zurĂŒck.

„Was willst Du von mir? Wieso tust Du mir weh?“, fragte Jozo anklagend.
Firxas war fĂŒr einen winzigen Moment fassungslos.
Der Ork starrte ebenso verdattert.

„Warum ich Dir weh tue? Wer hat denn versucht hier wen umzubringen?“,
fragte der Tiefling.
Der gelbe Goblin setzte eine schmollende Miene auf.

"Du mich! Du elender Dieb! Was das ist? Man nennt es Alpha-Adrenalin, eine der teuersten Kampfdrogen und Du hast es geklaut. Mein Pflaster gestohlen!“,
klagte Jozo Firxas kreischend an und aktivierte sein Armband.

Erneut wich der gelbe Goblin vorsichtig einen Schritt zurĂŒck. Mit der freien Hand tastete er nach der HĂ€userwand. Jozo wollte sich nur noch verziehen. Auf Dinge wie Ruhm oder Ehre legte der Goblin keinen Wert.

Das Gesicht des Tieflings hatte sich in seine Erinnerung gebrannt. Aber was noch viel wichtiger war, sein Geruch hatte sich in sein Gehirn regelrecht eingegraben. Er wĂŒrde ihn unter allen Tieflingen der Welt wiedererkennen.

Wenn die Zeit reif wĂ€re, wĂŒrde er ihm auflauern und sich auf seine ganz spezielle Art und Weise bei diesem HĂŒnen bedanken.

Er wĂŒrde sich Tage- wenn nicht sogar Wochenlang mit ihm vergnĂŒgen, ehe er ihn Scheibchenweise verspeiste.

Ein weiterer, unsicherer Schritt nach hinten, wÀhrend er auf jedes GerÀusch seines Feindes achtete.

Jozo hoffte, dass er noch genug Puste fĂŒr einen Sprint hatte.
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Re: Jozos Frosch-Jagd -- Obenza 202 n.d.A.

Beitragvon Firxas » Di 9. Mai 2017, 15:10

Firxas starrte auf den Goblin herab, der sich an eine Hauswand drĂŒckte. Trotz seiner noch immer unzweifelhaft vorhandenen Kampfbereitschaft war er jetzt panisch. Wahrscheinlich nicht weniger gefĂ€hrlich, vielleicht sogar noch mehr als zuvor.

Normaler Weise war Firxas niemand, der außerhalb von Kriegshandlungen besiegte Gegner lĂ€nger als nötig traktierte. Als Söldner war es seine Aufgabe, zu töten, damit der Feind nicht mit VerstĂ€rkung im Schlepptau wiederkam oder Informationen verbreitete. Das war seine Pflicht und das tat er. Doch Firxas hatte noch nie jemanden wĂ€hrend einer harmlosen KneipenschlĂ€gerei mehr als nötig verletzt. Wenn einer aufgab, dann war es in Ordnung, er schĂŒttelte ihn noch einmal und sagte irgendwas EindrĂŒckliches, was ihm gerade einfiel, damit der Kerl RĂ€son annahm und hatte keine Probleme damit, beim nĂ€chsten Zusammentreffen ein Bier mit ihm zu trinken und ĂŒber die Geschichte zu blödeln - auch nicht, wenn er der Besiegte gewesen war.

Aber das hier war nichts von beidem. Weder war es eine harmlose SchlĂ€gerei noch war es berufliche Pflicht. Was er hier vor sich hatte, war ein eiskalter Mörder und wahrscheinlich auch Vergewaltiger. Er hatte Firxas`Söldnerkameraden umgebracht, einen, den er gemocht und mit dem er eine Beziehung ins Auge gefasst hatte, obwohl er noch nichteinmal seinen Namen kannte. Was bedeuten schon Namen? Das hier war ein Monster, ein Killer, jemand, der aus Spaß an der Freude tötete und quĂ€lte. Er musste ihn unschĂ€dlich machen wie ein Ungeziefer.

Firxas`Ohren zuckten einen Moment nach hinten, wo der Pimpf von einem Ork plötzlich aufkreischte. Firxas riskierte einen Blick und sah, wie er zusammenbrach. Er konnte aus der Distanz nicht einschĂ€tzen, ob er verletzt war und dringend Hilfe brauchte oder nur eine Panikattacke durchmachte. Firxas beschloss sich aber, auf Nummer sicher zu gehen. Diesen Kerl wĂŒrde der Sonnentau nicht auch noch bekommen!

"Zisch ab", grollte Firxas, der wusste, dass der Goblin die Gelegenheit nicht ungenutzt wĂŒrde verstreichen lassen. "Wenn wir uns wieder begegnen, töte ich dich." RĂŒckwĂ€rts bewegte er sich zu dem Ork und brachte Distanz zwischen sich und seinen Gegner. Das Drogenpflaster warf er in den feuchten Dreck und drehte den Fuß darauf, in der Hoffnung, es so unwirksam zu machen, falls es nochmal jemand aufheben und benutzen wollte.

Er packte Frosch an der Nackenschwarte wie ein KĂ€tzchen und zog ihn auf die FĂŒĂŸe. War er nun verletzt oder nicht? Firxas hatte keine Ahnung und wollte ihn auch nicht untersuchen, so lange der Gelbe hier herumspukte. Der Ork heulte und zitterte wie Espenlaub. Kein Wunder, dass er nicht in einer Rotte unterwegs war. Was sollten ein Volk von Kriegern mit so einem Lappen anfangen?
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