Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Luxus 01 -- 202 n.d.A.

Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm├Ârdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f├╝r Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit├Ąt und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Varmikan Eisseher
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Luxus 01 -- 202 n.d.A.

#1

Beitrag von Varmikan Eisseher » Mi 3. Mai 2017, 11:18

Luxus
01


Dave war irgendwohin gefahren und hatte mir den Auftrag gegeben die Schreibstube samt seinem Quartier und Fedor zu bewachen. Soweit kein schwieriger Auftrag. Allerdings sollte ich mich auch um das Stadthaus in Alessa k├╝mmern.

Also tat ich das. Allein in seinem privaten Haus umherstreifen zu k├Ânnen w├╝rde sicher Spa├č machen. F├╝r den Notfall hatte mir Dave die Haus-Schl├╝ssel gegeben. Ich sah mir den Schl├╝sselbund von meinem Sternchen genauer an.

Am Ring hingen noch weitere Schl├╝ssel und zwei kleine Artefakte und ein unbekanntes Teil. Ich ging zum Gittertor. Kurzum ich stellte mich genau davor, hielt das Ding vors Gitter und das Gitter samt die T├╝ren dahinter ├Âffneten sich lautlos.

Varmi sagte ich mir, wenn Du ein bisschen Grips hast, dann kehrst Du jetzt besser um, ehe Du auf noch d├╝mmere Gedanken kommst. Leider haben meine logischen ├ťberlegungen nur zwei Stufen.

Stufe 1 ÔÇô genial, dass mache ich!
Stufe 2 ÔÇô Schei├če, warum hab ich das nur gemacht?

Auf der anderen Seite w├Ąre ich ja sch├Ân bl├Âd, wenn ich genau meine Erkundung unterbrechen w├╝rde, wo es gerade spannend wurde. Nur war hinter der Haupt-T├╝r, ein kurzes St├╝ck Flur und erneut eine T├╝r.

"Daves Drachennest - schau mal einer an", grinste ich mir einen ab.

Nur so, aus Langeweile, versuchte ich trotzdem mein Gl├╝ck und zielte mit dem anderen Artefakt auf die T├╝ren. Nichts. Als ich sie damit ber├╝hrte, tat sich etwas. Sanft glitten die T├╝ren auf.

Ich trat ein. Als Fedor mir gefolgt war, schloss ich die Haust├╝r. Keine Fenster nach drau├čen zur Au├čenwand, lediglich ein antiker Einbauschrank auf der einen Seite und direkt vor meiner Nase eine gewaltige doppelte Sicherheitst├╝r.

Ich w├╝rde ja gerne behaupten, ich w├Ąre die ganze Zeit die Ruhe selbst gewesen, aber mir schlug das Herz bis zum Hals, so dass mir fast schwarz vor Augen wurde. Wenn jetzt die T├╝r aufgegangen w├Ąre und mir Dave gegen├╝ber gestanden h├Ątte, w├Ąre ich auf der Stelle tot umgefallen.

Und was war, wenn er gar nicht weggefahren war, sondern selbst hierher gefahren war und dann noch irgendwen bei sich hatte?

Wenn er eine Frau oder einen Kerl bei sich hatte?
Was sollte ich dann machen?

Ich w├╝rde gar nichts machen, schlussfolgerte ich, denn ich war ja bereits tot umgefallen ÔÇô schon vergessen?

W├Ąre ich nicht tot umgefallen, w├╝rde ich den Besucher umbringen.
Dass stand fest.

Egal wen oder was Dave angeschleppt h├Ątte, meine letzte Amtshandlung w├Ąre, die Konkurrenz zu t├Âten. Das geh├Ârt sich schlie├člich so, als liebender Gef├Ąhrte. Alles andere w├╝rde ihm nur zeigen, dass er mir nichts bedeutete.

Gut ich gestehe, ich zeige es nicht offen, aber ich neige leicht zur Eifersucht.

Ich hielt die Luft an und zielte mit den Artefakten auf die T├╝r.
Nichts geschah.
Verdammt.

Ich sah mir die T├╝r genauer an. Sie hatte einen Schlitz an der Seite. Perfekt. Vorsichtig schob ich das seltsame Ding des Schl├╝sselbundes in den Schlitz. Man h├Ârte wie sich irgendwas in der T├╝r tat, dann ging sie mit fast lautlosem hydraulischem Zischen auf.

Irgendetwas technisches vermutete ich und schaute Fedor fragend an. Er schaute zur├╝ck und wartete.

Jetzt stand ich erst recht vor einem Dilemma. Bis hierhin war ich mir nicht wie ein Eindringling vorgekommen, jedenfalls wie kein richtiger. Eigentlich keine gro├če Sache.

Aber mit dem ├ťberschreiten der T├╝rschwelle drang ich in seine Privatsph├Ąre ein. Und ich war nicht von ihm hierher gebeten worden.

Das verstie├č vermutlich nicht nur gegen irgendwelche menschlichen Sitten, sondern auch gegen irgendein Gesetz oder eine Tradition, vielleicht gegen einen Kult... was wei├č ich schon ├╝ber Menschen?

Auf der anderen Seite, wie oft war Dave schon einfach in mein Quartier gelatscht?

Meistens hat er mich mitten im Schlaf, nat├╝rlich am helllichten Tag, ├╝berrascht und mir einen Schreck eingejagt. Ich konnte mich an kein einziges Mal erinnern, wo er vorher geklopft h├Ątte!

Man h├Ârt den Kerl nicht, wenn er herum schleicht und eigentlich h├Âre ich extrem gut. Er schl├╝pft in Quartiere als w├╝rde er wie Nebel durch Schl├╝ssell├Âcher kriechen. Gut, auf der anderen Seite, waren das alles seine Quartiere oder die von Pavo, wenn man es genau nimmt. Und er ist mein Kerl, ich bin ja froh wenn er da ist.

Ich holte tief Luft und trat einfach ├╝ber die Schwelle.
Nichts.
Kein Ton.

Die Diele war erleuchtet, die Wohnung selbst war dunkel. Ich befand mich in einem kleinen flurartigen Foyer. An der Wand rechts war ein antikes Sideboard aus Holz. Auf dem Sideboard stand ein Tablett, das wahrscheinlich f├╝r Schl├╝ssel gedacht war, also legte ich die Schl├╝ssel hinein. Ich t├Ątigte den Schalter neben der T├╝r und zwei Kerzenleuchter, ebenfalls auf dem Sideboard, flammten auf. Gasbetrieben, also Goblin-Zeug ÔÇô schlussfolgerte ich.

Das Foyer war durch einen Bogen begrenzt und dahinter ├Âffnete sich das Wohnzimmer.

K├╝che und Essraum lagen zur Rechten des Wohnzimmers, zur Linken das Schlafzimmer. Die Behausung war gr├Â├čer als ich mir je vorgestellt hatte. Und sie war s├╝ndhaft teuer eingerichtet.

Dave hatte M├Âbel, richtige, teure M├Âbel. Es war ein Stil-Gemisch aus antik und hochmodern, viel Holz und Leder und im Bad, welches sich im Eingangsbereich befand, war alles aus Marmor.

Schwer vorstellbar das Dave in diesen R├Ąumen in Robe oder Kampfmontur herumlief.

Keine Frau hatte hier ihren Einrichtungsplunder oder Dekokram hinterlassen.
Gut. Sehr gut sogar. Die Wohnung war nicht neutral gehalten, sondern hatte eindeutig etwas M├Ąnnliches. Aber nicht wie meine Bude.

Seine Bude war eher im Sinne von handgewebter und gen├Ąhter Seidenrobe und Hand gefertigten Araschi-Lederschuhen, anstatt Robe, Ausr├╝stung, B├╝cher und so weiter.

Die K├╝che war f├╝r Feinschmecker gedacht. Ich warf einen Blick in den Vorratsschrank.
Vier Flaschen Wein, Bier in rauen Mengen, einige Gl├Ąser unbekannter eingelegter Fr├╝chte, die ├╝blichen Gew├╝rze und Kekse. Alle T├Âpfe und Regale waren makellos sauber. Spartanisch und extrem pedantisch, w├╝rde ich sagen.

Ich durchsuchte die K├╝chenschr├Ąnke.
Ein Glas Honig, Kaffee f├╝r eine Armee und Trockenfr├╝chte. Nichts was ich als sattmachend empfinden w├╝rde.

Wie konnte man so leben?

Gedanklich machte ich mir eine Notiz, dass ich meinem Sternchen etwas Ordentliches zu Essen kaufen musste, anstatt ihm als Leckerchen Trockenfr├╝chte mitzubringen. Von Kaffee allein wird keiner satt und von Obst vermutlich auch nicht. Kein Wunder dass er so d├╝rre ist.

Ich durchstreifte das Wohnzimmer.

Hier gab es Sitzecke mit einem bequemen, gem├╝tlichen Sofa und einem riesigen Kamin. Das Schlafzimmer ging vom Wohnzimmer ab. Doppelbett, perfekt gemacht ÔÇô soldatisch ordentlich. Ich dachte einen Moment nach und gr├╝belte, wann ich zuletzt mein Bett ├╝berhaupt gemacht hatte. Gleichg├╝ltig, wird ja eh tags├╝ber wieder zerw├╝hlt.

Vier ├╝bergro├če Kissen mit Schonbezug, dazu passende cremefarbene Laken, besetzt mit drei schmalen B├Ąndern aus dunkelbrauner Borte. Die Bettw├Ąsche sah aus, als w├Ąre sie geb├╝gelt.

Eine leichte Daunensteppdecke, die in einem farblich passenden dunkelbraunen Federbett stecke, war ├╝ber das Bett ausgebreitet.

Keine Tagesdecke. Am Fu├č des Bettes eine Truhe f├╝r weitere Decken. Messinglampen mit schwarzen Schirmen auf den Nachttischen. Die Bezugsstoffe der St├╝hle und die Vorh├Ąnge waren in erdigen Farben gehalten. ├ťberhaupt war alles ged├Ąmpft, dunkel und hatte Stil.

Ich wei├č gar nicht genau, wie ich mir Daves privates Stadthaus vorgestellt hatte, so jedenfalls nicht. Tats├Ąchlich kamen mir allm├Ąhlich Zweifel, ob er hier wirklich jemals wohnte.

Das Haus besa├č keine pers├Ânliche Note. Keine Bilder im Wohnzimmer, kein Buch auf dem Nachttisch. Ich stand neben dem Bett und darauf fiel Licht.

Erstaunt starrte ich nach oben. Ein Ausguck, ein Ochsenauge, ein Oculus, genau ├╝ber dem Bett! Es musste sch├Ân sein, wenn man in diesem Bett lag. Der Ausblick musste beim Sex umwerfend sein, wenn man auf dem R├╝cken lag nat├╝rlich.

An das Schlafzimmer schlossen sich das Badezimmer und ein Ankleidezimmer an. Ich betrat das Badezimmer und im ersten Moment verschlug es mir den Atem.

Ganz entfernt roch es nach meinem Sternchen. Ich sah mich um und stellte fest, dass es die Rasierseife war, von der der Geruch kam. Auch hier, wie in den ├╝brigen R├Ąumen, war alles an seinem Platz, nichts lag verkehrt.

Die Handt├╝cher waren ordentlich gestapelt. Dunkelbraun, genau wie die Bettw├Ąsche. Sehr flauschig. Bei dem Gedanken, dass sich der Dave damit abrieb, wurde mir ganz weich in den Knien vor Verlangen.

Das Doppelwaschbecken war frei von Seifenresten und hing in einer Abdeckplatte aus Marmor. Toilettenartikel waren links, Rasiermesser rechts. Eine riesige Badewanne aus Marmor. Neben dem Luxus-Zuber, an einem Haken, ein dunkler, flauschiger Bademantel. Vorsichtig strich ich einmal dr├╝ber und schnupperte dran.

Das Ankleidezimmer war voller Klamotten, eine Mischung aus Freizeit- und Berufskleidung. Die Berufskleidung erkannte ich sofort. Seine Roben waren aus teuerstem Stoff und teilweise gepanzert.

Der Dave der Freizeitkleidung trug, war mir pers├Ânlich noch nicht begegnet.

Alles hing sauber und ordentlich auf B├╝geln oder lag gefaltet im Regal. Keine schmutzigen Str├╝mpfe auf dem Boden. Alles erstklassig geb├╝gelt.

Zum Gl├╝ck keine Damenunterw├Ąsche oder Weiberpflegezeug.
Nichts was auf eine Frau deuten w├╝rde ÔÇô sehr gut.

Aber auch keine eindeutigen Zeichnungen, die einen sonst die einsame Freizeit vers├╝├čen, aus denen ich einen R├╝ckschluss h├Ątte ziehen k├Ânnen. Verdammt.

Auf der anderen Seite, solange er auf mich stand, war die Info ausreichend.

ÔÇ×UndÔÇť, sagte ich, ÔÇ×es wird doch sicher niemand was dagegen haben, dass ich heute Abend hier penne und von hier aus alles bewache oder?ÔÇť.

Fedor widersprach mir nicht, was ich als Zustimmung wertete.

Zehn Minuten sp├Ąter hatte ich zwei Sch├╝sseln aus den Schr├Ąnken gekramt und stellte sie als Fedors Napf und Wasserschale in die K├╝che. Ich gab ihm Wasser und reichte ihm ein St├╝ckchen Apfel.

Fedor schaute mich nur an. Gut. Dann nicht. Den Rest vom Apfel a├č ich selbst und schlenderte hin├╝ber zur Sitzecke. Ich lie├č mich auf dem bequemen Sofa nieder. Eigentlich h├Ątte ich gerne den Kamin entz├╝ndet, aber ich traute mich nicht. Was wenn jemand Rauch sah und angeblich war das Haus unbewohnt?

Ich siedelte ins Schlafzimmer ├╝ber. So m├╝de wie ich war, sah das Bett unheimlich einladend aus. Aber bei dem Gedanken, mich zwischen Daves Laken zu legen, brach mir der Schwei├č aus.

Hab Dich nicht so, schalt ich mich in Gedanken, Davy ist ja nicht da. Stimmte, antwortete ich mir selbst, aber das hier waren nun mal seine Laken. Seine Intimlaken sozusagen. Andererseits sah es ganz so aus, als w├Ąren die Laken nach dem letzten Gebrauch gewaschen worden. Also waren sie nicht mehr ganz so intim.

Problem Nummer zwei, ich gehe nie ungewaschen ins Bett. Das bedeutete, dass ich in Daves Badezimmer baden musste. Das wiederum hatte zur Folge, dass ich mich nackt ausziehen musste. Und bei dem Gedanken daran, dass ich nackt in Daves Badezimmer stehen w├╝rde, brach mir wieder der Schwei├č aus.

ÔÇ×Fedor, hilf mir doch mal! Ich sollte mich nicht so haben und erwachsen werden! Sag was dazu Fedor! Man Dave ist mein Gef├Ąhrte, wir machen es ziemlich oft. Aber in seine Wanne traue ich mich nicht. Na super!ÔÇť, murmelte ich dem Hund zu.

Er legte nur den Kopf schief und blinzelte mich an.

Leider war genau das Teil meines Problems. Auf die Vorstellung, nackt in Daves Mega-Wanne zu sitzen und zu planschen, reagierte ich n├Ąmlich durchaus erwachsen.

Eine unangenehme Mischung aus Begehren und Verlegenheit. Ich l├Âste das Problem kurzerhand indem ich beschloss das Gef├╝hl von Verlegenheit komplett zu ignorieren.

Dann kniff ich die Augen zu und zog mich aus. Ich machte die Augen wieder auf und benutzte die Pumpe die direkt an der Wanne angebracht war. Was ein Luxus, kein Wasser schleppen. Dann lie├č mich ins kalte Wasser gleiten.

Als ich mich halbwegs mit Daves Rasierseife eingerieben hatte, hatte ich mich kaum mehr im Griff. Mir war hei├č, ich war glitschig vor lauter Seife und ich war umgeben von Sternchens Duft. Qual. Ekstase. Pl├Âtzlich kam ich. Super.

Sollte ich mich noch einmal einfach ungefragt bei Dave einnisten, w├╝rde ich meine eigene Seife mitbringen. Witzig. Schei├č auf die Seife, ich w├╝rde ihn mitbringen! Das ist die perfekte L├Âsung!

Ich wusch mir die Haare, krabbelte aus der Wanne und trocknete mich ab. Ja, ja es waren Daves Handt├╝cher, und wer wei├č, was er damit alles ber├╝hrt hatte. Also blo├č nicht unten rum abtrocknen.

Das war kein stiller Gedanke, das war ein mentaler Aufschrei.

Ich hoffte nur inst├Ąndig, ich hatte ihn nicht versehentlich gerufen. Das w├Ąre dann wirklich peinlich geworden. Aber da ich keine Antwort erhielt, hatte ich das wohl nicht. Malgorion sei Dank.

Ich zog mir die Unterhose und ein Hemd an und marschierte ab ins Bett. Schl├╝pfte unter die Decke, schloss die Augen und st├Âhnte. Es war himmlisch. Meine G├╝te war dieses Bett gem├╝tlich! Vermutlich Rosshaar und Federkerne oder was wei├č ich, was man f├╝r teures Zeug in ein Bett stopfen konnte, damit es sich so anf├╝hlte!

Wolke sieben war ein Dreck dagegen. Der totale Genuss ÔÇô abgesehen von dem dumpfen Gef├╝hl der bevorstehenden Katastrophe, sollte ich erwischt werden.

Als ich am n├Ąchsten Morgen aufwachte, war es im Zimmer dunkel. Nacht! Wunderbar! Ich w├Ąlzte mich aus dem Bett und ging direkt in die Wanne.

Jetzt war ich schon viel mutiger. Und ich freute mich regelrecht auf Daves Wanne. Malgorion sei mir gn├Ądig, ich bin wirklich ein gest├Ârter S├╝chtiger! Ich nahm jetzt einige Wochen kein Sopho mehr.

Daf├╝r war abh├Ąngig von der Rasierseife von meinem Schatz! Unglaublich! Nach dem Baden a├č ich einige der Trockenfr├╝chte zum Fr├╝hst├╝ck.

ÔÇ×Ich habe die Nacht ├╝berstanden und ich habe die Wanne ├╝berlebtÔÇť, sagte ich zu Fedor, dem ich ein St├╝ck der Frucht zu warf.

Der Hund hat dasselbe Problem wie mein Mann. Er isst nichts und ist d├╝rre wie ein Stock. Sein zweiter Hund ist auch nicht dicker.

ÔÇ×Ich wei├č gar nicht wovor ich solche Angst hatte. Wahrscheinlich h├Ątte Dave nichts dagegen gehabt, dass ich hier bin. Schlie├člich hat er mir die Schl├╝ssel ├╝berlassenÔÇť, grinste ich Fedor an.

Die Bude war ruhig und bequem, und ich kam mir nicht mehr wie ein Eindringling vor.

ÔÇ×Wei├čt Du Fedor, es ist doch im Grunde so ÔÇô wir sind hier zu Gast. Nur wei├č Dave eben nicht, dass er gerade G├Ąste hat. Immerhin passen wir auf alles auf, bei uns kommt nichts weg. Reine Formsache, dass wir hier direkt vor Ort viel besser auf seinen Plunder aufpassen k├ÂnnenÔÇť, g├Ąhnte ich, w├Ąhrend Fedor in der Bude umher wuselte und alles ganz genau beschn├╝ffelte und be├Ąugte.

Ich rechnete nicht damit, dass Dave bald nach Hause kommen w├╝rde, drum schlenderte ich r├╝ber ins Wohnzimmer und machte es mir vor dem Riesen-Kamin gemeinsam mit Fedor gem├╝tlich.

F├╝r einen Moment blieb ich still sitzen und nahm den Geruch von Leder und Dave in mir auf.

Ich roch an meinem Arm und st├Âhnte. Es war mein K├Ârper der nach Dave roch. Super, ich hatte mich in seinem Haus aufgehalten und tat es immer noch, ich hatte in seinem Bett geschlafen und seine Rasierseife benutzt. Die Folgen wollte ich mir lieber nicht ausmalen, wenn er das spitz bekam.

Dave zeigt selten offen seine Gef├╝hle. Meist ist er die Ruhe in Person. Geradezu Schnecken langsam. Aber wenn er richtig w├╝tend wird, ist mit ihm nicht zu spassen.

Ich hab es schon gesehen. Er schleuderte andere Menschen gegen die Wand, oder warf mal so einen d├Ąmlichen Penner aus dem Fenster. Dabei verlor er keinen Schwei├čtropfen und verzog keine Miene.

Gut er ist trainiert, ich w├Ąre nach der Aktion noch drei Wochen sp├Ąter aus der Puste gewesen, wenn ich den Fettsack ├╝berhaupt aus dem Fenster gewuchtet bekommen h├Ątte.

Aber verdient hatte er es. Er hatte mich Made genannt und da hat Dave ihm fliegen beigebracht. Romantisch mein Sternchen.

In Wut zischt er meist nur, ÔÇ×Es reichtÔÇť, mit seiner seltsamen, stoischen Aussprache, die ihn irgendwie immer gelangweilt klingen l├Ąsst.

Wenn er wirklich angepisst ist, sagt mein Schatz nichts mehr. Es flie├čt Blut, auf Befehl von ihm oder durch eigene Hand. Dennoch, so scharf mich das macht, dieses Spektakel hat auch etwas Be├Ąngstigendes. Ich kenne keine Person die schneller, brutaler und skrupelloser andere Leute umbringen l├Ąsst, als er.

Mich w├╝rde Dave niemals gegen eine Wand treten oder aus dem Fenster werfen, hoffte ich zumindest. Eigentlich l├Ąsst er sich sogar ziemlich viel von mir bieten.

Meine Sorge war eher, dass er mir nicht mehr vertrauen w├╝rde nachdem ich etwas zu gut auf seine Sache aufgepasst hatte.

Er ist durchweg misstrauisch. Dave beobachtete st├Ąndig alles und jeden mit Argusaugen. Als ob er selbst von seinen Lieben, ein Messer in die Rippen erwartet. Nun, dass musste er fr├╝her auch. Mich beobachtete er besonders. Vermutlich weil wir frisch zusammen sind. Aber sobald er zweifelt, verbinde ich mich mit ihn und er wei├č woran er ist.

Genau, das war auch hier die L├Âsung. Sollte er w├╝tend werden, w├╝rde ich ihm meine Gedanken ├╝bermitteln.

Gut dann w├╝rde er wissen, dass ich mich aus Neugier und Geilheit bei ihm eingenistet hatte.

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