Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsm√∂rdern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause f√ľr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute Loyalit√§t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#21

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Fr 26. Mai 2017, 13:12

Dave h√∂rte sich Urakos verbales Auskotzen mit steinerner Miene an. Gleicherma√üen wie sich von Urako das Gesicht ver√§nderte, ver√§nderte es sich ebenfalls von Dave. Seine Geduld war am Ende. Er gab dem Tiefling noch seine jedem gew√§hrten f√ľnf Anstandsminuten, die Urako scheinbar dazu nutzte sein gemeinsames Quartier von Gasmi und ihm in Tr√ľmmern zu legen.

"Welche Richtung?", fragte Dave Varmikan.
"Richtung Heilstube. Lass ihn in Ruhe Schatz. Bitte komm, reg Dich ab Dave. Urako ist gerade nicht er selbst", antwortete der Frostalb.
"Ich auch nicht. Alles klar, passt. Bis gleich", grinste Dave und stampfte Urako hinterher.

Der Naridier betrat die Heilstube indem er die T√ľr derma√üen auf knallte, dass sie gegen die dahinterliegende Wand schepperte.

"Jetzt zu Dir, Du aufgeblasener Proleten-Arsch!
F√ľr wen h√§ltst Du Dich?
Du hast ja nicht mal Geld, geschweige denn magische Fähigkeiten.
Wer w√§rst Du denn ohne unsere Gnade? Du w√§rst ein verbranntes St√ľck Fleisch.

Du bist nicht nur auf voller Linie ein Witz, Du bist auch noch ein undankbares Mistst√ľck.
Ich sollte Dir Jozos Adresse raussuchen. Ihr beide k√∂nntet Euch die Hand geben. Du bist genauso ein arrogantes Dreckst√ľck wie der Gelbe, nur eben... PINK.

Ich hab in Dir gelesen, der Schrott ging auf drei Seiten, m√ľsste ich √ľber Dein Leben ein Buch schreiben. Titel - der Waschlappen mit den Fu√ülappen!

Scheinbar zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen.
Nicht mal als Henker!
Versuchs doch mal als Putzfrau, aber das √ľbersteigt vermutlich auch Deine Horizont.

Den Abriss hast Du nicht bekommen weil Du Dich verteidigt hast, Du Superhirn! Sondern weil Du meinen Mann beleidigt hast, Du Spinner! Scheiß drauf, was Du von mir hältst, ich kann Dich auch nicht ausstehen, Du Fatzke, aber bei Varmikan wirst Du Dich entschuldigen! Ranz noch einmal meinen Mann dermaßen an, dann klatsche ich Dich persönlich gegen die Wand, dass wir uns verstanden haben! Du tickst doch nicht mehr ganz sauber!

Was der an Dir findet, ist mir eh schleierhaft.

Du kannst es Dir aussuchen, paar von mir auf die Fresse und wir klären dass hier und sofort.
Oder ich nehme Deine K√ľndigung an.

Du weißt was das heißt Urako. Ich habe es Dir bei Deiner Einstellung gesagt.
Ich bin trotz allem kein Unmensch. In dem Fall gebe ich Dir 12 Stunden Vorsprung.

12 Stunden bevor wir Dich jagen und töten.
12 Stunden Zeit, dass sind Deine zehn Wurstfinger plus zwei. Verstehst Du ja?

Die w√ľrde ich ausgiebig nutzen, denn ab dato wirst Du nie wieder schlafen.
Schläfst Du, finde ich Dich. Und finde ich Dich, wirst Du elendig verrecken.
Ich schwöre es Dir. Wähle",
forderte Dave w√ľtend.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#22

Beitragvon Pavo » Fr 26. Mai 2017, 13:13

Pavo starrte Urako an. Der Tiefling war mit sich und der Welt fertig. Er schwitzte und schnaufte hemmungslos.

Der alte Golbin ging gerade auf den Tiefling zu, um ihn zu fragen, was denn los sei.

In dem Moment kam Dave wie ein Irrer in die Heilstube gest√ľrmt. Die T√ľr riss er dabei fast aus den Angeln und keifte gleich derma√üen los, wie ihn Pavo noch nie geh√∂rt hatte.

Der alte Goblin stellte sich zwischen Urako und Dave. Dabei hoffte er inst√§ndig, dass Dave nicht angreifen w√ľrde. Zwar war der Magier kein Krieger, aber er hatte ihn schon besoffen in Kneipenschl√§gereien gesehen und zulangen konnte der Naridier.

"Du schlägst in meiner Heilstube niemanden Dave! Das hier ist mein Haus. Ihr alle wohnt in meinem Haus. Und dementsprechend benimmst Du Dich jetzt und Urako auch. Ihr beide erzählt jetzt was los ist und was der liebe Varmikan wieder mal damit zu tun hat.

Und dann kl√§rt Ihr beiden dass hier vern√ľnftig.

Weder wird Urako k√ľndigen, dass erlaube ich nicht. Noch wirst Du ihn t√∂ten, oder zusammenschlagen. Sonst geht nicht Urako, sondern Ihr beide geht gemeinsam.

Ich wähle nicht zwischen einen von Euch beiden.
Ihr seid beides meine Jungs, ich habe Euch beide gerettet. Sicher nicht daf√ľr, dass Ihr Euch gegenseitig umbringt!

Also mäßige Deinen Ton hier und beruhige Dich Dave.
Urako war zuerst hier, er hat zuerst das Wort. Dann erzählst Du Deine Sicht Dave.

Urako, bitte",
sagte Pavo freundlich.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#23

Beitragvon Urako » Fr 26. Mai 2017, 13:28

Dave schoss mit gleicher Heftigkeit zur√ľck und setzte auch noch einen obendrauf. W√§hrend Urako ihn nur beschimpft hatte, drohte nun auch er damit, ihn umzubringen. Scheinbar wollte jeder hier ihn totsehen. Und Gasmi war auch nicht hinter ihm hergelaufen, um wenigstens zu versuchen, ihn wieder zu beruhigen. Urakos unsagbare Wut wurde von abgrundtiefschwarzer Verzweiflung durchwebt. Er h√∂rte sich Daves Ansage bis zu Ende an.

"Dann tu es doch", sagte er anschlie√üend und blickte Dave fest ins Gesicht. "Bring mich um. Jetzt und hier." Der Tod war f√ľr ihn frei von jeglichem Schrecken. Mit diesem Leben war er schon vor Jahrzehnten durchgewesen.

Pavo versuchte, die Ruhe zu wahren und zu schlichten. Er bot an, dass sie beide ihr Problem vortrugen. Aber was w√ľrde das n√ľtzen? Niemand verstand Urako. Es war, als w√ľrde er in einer anderen Sprache reden und es war v√∂llig egal, was er sagte. Egal, wie sehr er sich erkl√§rte, niemand schien zu kapieren und umgekehrt raffte er auch nicht die Logik, mit der man gegen seine unumst√∂√ülichen Argumente feuerte. Dabei hatte er f√ľr jedes seiner Argumente handfeste Beweise! Er hatte manchmal den Eindruck, er k√§me von einem v√∂llig anderen Planeten.

Urako war am Ende. Er hatte sich oben in der Stube aufs √Ąu√üerste verausgabt und mit der Ersch√∂pfung kam auch die Verzweiflung. Er versuchte, seine Wut zu erhalten. Aber er konnte nicht mehr. Die Rage, die ihm B√§renkr√§fte verlieh, hatte ihren Preis. Er ging zu Pavo, ohne ein Wort zu sagen. Er sah aus wie ein bleiches Gespenst. Mit beiden Armen umarmte er den kleinen Mann und vergrub sein Gesicht an seinem Hals. Er wollte Dave nicht mehr sehen. Er wollte niemanden mehr sehen, diese ganze beschissene Welt da drau√üen vor der T√ľr der Heilstube nicht und am allerwenigsten sich selbst.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#24

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Fr 26. Mai 2017, 14:11

Dave atmete durch und musterte Urako.

"Dachte ich mir. Dich töten? Wieso sollte ich? Du hast ja weise gewählt, den Rockzipfel von Pavo. Aber glaube nicht, dass ich mir von Dir meine Beziehung ruinieren lasse.

Varmi lasse ich mir nicht wegnehmen, weder von Dir noch von Pavo. Oder sonst irgendeinem Schlaumeier",
knurrte Dave und verschwand auf gleichem Weg wie er gekommen war. Nur diesmal knallte er die T√ľr hinter sich zu.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#25

Beitragvon Pavo » Fr 26. Mai 2017, 14:45

Als Urako Pavo leichenblass und verzweifelt umarmte, dr√ľckte Pavo den Tiefling fest an sich. Was in Dave gefahren war, wusste der alte Goblin nicht.

Aber scheinbar war er der Auffassung, dass er Varmikan und seine Beziehung gegen den Rest der Welt verteidigen musste. Allen voran gegen Urako und gegen ihn.

Was Urako gesagt haben konnte, dass Dave so ausrastete, entzog sich ebenfalls Pavos Kenntnis. Er streichelte dem Tiefling beruhigend √ľber den R√ľcken.

"Urako, rede nicht so einen Unfug, dass Du sterben willst. Ich wei√ü nicht warum Ihr beiden Euch in die Haare bekommen habt. Du und Dave Ihr seid Euch in manchen Dingen sehr √§hnlich, auch wenn Ihr beiden dass mit H√§nden und F√ľ√üen abstreiten wollt. Ihr beide bedeutet Euch selbst nichts und Ihr beiden scheint dem Leben keinen Wert beizumessen.

Wie hätte Euer Kampf aussehen sollen? Du spuckst auf Dein Leben. Er auch. Wollt Ihr Euch gegenseitig umbringen?

Du hast doch mit Gasmi endlich jemanden gefunden der Dich von Herzen liebt. Und wie ich Dir schon einmal sagte, habe ich Dich gerettet, damit Du gl√ľcklich wirst. Ebenso verh√§lt es sich mit Dave. Trotz Eurer Unterschiede habt Ihr gro√üe Gemeinsamkeiten und ich mag Euch beide sehr. Ihr solltet Euch erg√§nzen und gegenseitig helfen, anstatt Euch an die Gurgel zu gehen.

Gut hier ist Dir Dave gerade wie ein Verr√ľckter an die Gurgel gegangen. Aber Du musst keine Angst vor ihm haben. Ich wei√ü, dass er nicht gerade zimperlich ist, wenn er rot sieht. Aber das hier ist immer noch mein Haus und hier hat er sich zu benehmen. Auch Dir gegen√ľber und auch dann, wenn Ihr Streit habt. Das gilt aber auch f√ľr Dich, ja?

Ich verstehe, dass Du bei mir Schutz gesucht hast und ich bin immer f√ľr Dich da Urako. Aber Du musst mir sagen, was geschehen ist, damit ich Dir helfen kann. So kann ich Dir nicht helfen, ich kann Dich nur tr√∂sten. Was war los?",
fragte Pavo liebevoll.

Der alte Goblin löste sich kurz von Urako, schloss zur Sicherheit ab und kramte seine Keksdose aus dem Schrank.

"Hier komm. Setz Dich hin und iss erst mal einen Keks. Meist hilft dass schon ein bisschen um die Nerven zu beruhigen. Ein Bier holen wir uns jetzt besser nicht, daf√ľr m√ľssten wir in die K√ľche laufen und dabei k√∂nnten wir den anderen √ľber den Weg latschen. Aber einen Tee kann ich uns aufsetzen", sagte Pavo und dr√ľckte Urako auf einen Stuhl herunter, damit sich dieser hinsetzte.

Kurze Zeit später hatte Urako eine dampfende Teetasse und einen großen Keks in der Hand.

"Nun erzähl auch", bat der Goblin aufmunternd.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#26

Beitragvon Morasa » Fr 26. Mai 2017, 17:04

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seine Hand wanderte ganz langsam zu seiner Sch√§rpe wo er seinen Dolch versteckt trug. Der Tiefling spielte auf einmal total verr√ľckt, nachdem Dave von ihnen verlangte Frieden zu halten. Morasa wusste nicht, was der Verr√ľckte als n√§chstes machen w√ľrde. Mo konnte Urako nicht mehr einsch√§tzen. Er wollte einsatzbereit sein, wenn ihn der Tiefling angreifen sollte. Der Tiefling br√ľllte und schrie wie von Sinnen. Er tobte vor sich hin und beleidigte die ganze Gilde und besonders Dave. Der Magier sagte nichts, aber sein Gesicht wurde genauso finster wie das von dem Tiefling. Urako spuckte sogar vor Dave aus. ¬†
Nat√ľrlich beschuldigte ihn dann der Tiefling, dass Mo ihn umbringen wollte. Dabei hatte der Tiefling ihn zuerst gedroht. Die Gilde beschuldigte er ihn nicht beizustehen, wenn Mo ihn t√∂ten w√ľrde. Mo verzichtete auf jeden Kommentar. Das Dave ihn verteidigt hatte, w√ľrde er sich merken.
Der Tiefling beendete seinen Koller, indem er k√ľndigte und wegrannte. Morasa h√∂rte ihn etwas zu Kleinholz verarbeiten. Wieder rannte der Tiefling weg. Dave fragte seinen Mann wohin er rannte. Mo konnte das Ger√§usch genauso verfolgen wie Varmikan, aber er wusste nicht welche Zimmer dort im Haus lagen. Varmikan sagte die Heilstube. Dave verfolgte w√ľtend den Tiefling.
Morasa brauchte keine Albenohren um zu verstehen, was Dave schrie. Dave wollte den Tiefling eine aufs Maul hauen.

`Verdient hat er es. Hau ihm eine rein¬ī.
Der Waldalb täuschte ein Räuspern vor und versteckte sein Lächeln hinter seiner Hand.

Die Antwort war ein Schlag um die Ohren. Eine andere Stimme mischte sich ein. Sie sprach leise, aber Morasa verstand was der andere sagte. Varmikan w√ľrde es auch h√∂ren. Der Tiefling schien zu kneifen, was die Schl√§gerei anging. Dave antwortete w√ľtend auf die leise Stimme und knallte die T√ľr, dass es Mo in seinen Ohren schmerzte.

"Jeelen lass uns zum Quartier gehen".
Morasa wartete neben dem Goblin ab.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#27

Beitragvon JEELEN » Sa 27. Mai 2017, 01:46

Jeelen schaute von Aino zu Lydia und dann zu Morasa. Auch er verstand, was Dave und Pavo besprachen, Goblins hatten keine schlechten Ohren im Gegenteil. Als Dave die T√ľr zu schepperte, zuckte Jeel kurz zusammen.

Der Magier war stinksauer und hatte entgegen seiner sonstigen Art komplett die Beherrschung verloren. Urako stand er da im Moment wohl in nichts nach. Auf der anderen Seite hätte jemand Lydia so beleidigt, wäre Jeelen wohl genauso an die Decke gegangen.

Der Goblin wartete noch einen Augenblick, aber Dave kam nicht zur√ľck ins Wohnzimmer. So wie es klang hatte er sich nach drau√üen verzogen. Jeel vermutete nach hinten auf die Treppe, um eine Rauchstange zu rauchen.

Jeelen wollte Morasa nicht noch länger warten lassen. Der Alb hatte bereits mehrfach nach dem Quartier gefragt, aber irgendwie waren sie alle baff gewesen, wie die Situation aus dem Ruder gelaufen war.

Selbst Aino sah so aus, als w√ľsste sie nichts zu sagen. Bevor sie √ľberhaupt etwas sagen konnte, war Dave schon losgest√ľrmt um verbale Vergeltung f√ľr Varmikan zu fordern.

Gasmi hingegen sah bedr√ľckter aus denn je. Urako war nicht einfach nur sein Welpe, es war auch sein Partner.

Jeelen dachte daran wie er sich f√ľhlen w√ľrde, wenn Lydia derma√üen durch die H√ľtte getobt w√§re, wie Urako.

Einerseits fand er, sähe das bestimmt ziemlich sexy aus, aber auf der anderen Seite hätte er dann vermutlich auch nichts mehr zu lachen, wenn er seine wildgewordene Frau einfangen und beruhigen sollte.

Vermutlich hätte er die gleichen Chancen bei der Aktion, wie sie Gasmi gehabt hatte - Null.

Scheinbar war es wesentlich schwieriger Freiwillige in die Gruppe aufzunehmen, anstatt Zwangsrekruten.

Jeel wollte versuchen mit Urako und Dave zu sprechen, sobald sich die beiden einigerma√üen beruhigt hatten. Jetzt hatte er sich erst mal um den Neuling und dessen Quartier zu k√ľmmern.

Aus diesem Grund waren sie eigentlich alle im Wohnzimmer. Und normalerweise war es immer ein Grund zur Freude, wenn ein neues Mitglied in die Zunft aufgenommen wurde. Heute war alles anders.

Der Goblin musterte den Waldalben und nickte zustimmend.

"Gehen wir. Die kleinen Quartiere sind schon teilweise m√∂bliert. Ein Bett, eine Truhe, ein Beistelltisch, ein Stuhl und ein Tisch steht dort meist drinnen. Wenn Du noch etwas anderes haben m√∂chtest, musst Du Dir das selbst anschaffen oder in den leeren Quartieren mal nachsehen, Du dort f√ľndig wirst.

Selber anschaffen kannst Du Dir hier Dinge durch zwei M√∂glichkeiten. Entweder Du kaufst sie Dir drau√üen selbst, oder Du sagst Dave was Du ben√∂tigst und er besorgt es Dir. Sagen wir Du brauchst eine √Ėllampe. Die haben wir ja hier nicht im Dutzend rumstehen. Zwei oder drei auf Reserve nat√ľrlich schon, aber sagen wir Du brauchst eine. Dann kannst Du ihm Bescheid sagen.

Er kauft alles was wir ben√∂tigen aus unserem Gilden-Topf. Sonderw√ľnsche erf√ľllt er auch manchmal, daf√ľr hat er eine finanzielle Reserve. Ansonsten musst Du Dir Deine Sonderw√ľnsche selbst kaufen",
erkl√§rte Jeelen und f√ľhrte den Waldalben durch das Haus.

Der Goblin f√ľhrte Morasa vorbei an einigen der anderen Quartiere, auch an dem von Gasmi und Urako. Neugierig sp√§hte Jeel kurz hinein und zog die Stirn kraus.

"Oha, dass sieht nicht gut aus. Ich glaube Gas und Urako brauchen heute Nacht irgendwo einen Unterschlupf. Da können sie nicht mehr schlafen", erklärte Jeelen und deutete ins Quartier.

Er f√ľhrte den Waldalben in den ersten Keller und dadurch in den zweiten Keller.

Hier gab es ebenfalls einen gro√üen Aufenthaltsraum, mit Sitzb√§nken, einer Theke und einer kleinen K√ľche.

"Unser zweiter Aufenthaltsraum. Hier unten befindet sich noch ein Besprechungsraum, ein Zellentrakt und auf der anderen Seite befinden sich die Quartiere. Varmikan wohnt auch hier unten. Nur im Gegensatz zu ihm wirst Du vermutlich Dein Quartier mit Beleuchtung ausstatten", grinste Jeelen.

"Falls der Raum sonst mal nicht ausreicht, k√∂nnte man auch vom Aufenthaltsraum ein St√ľck abtrennen und in ein gr√∂√üeres Quartier umwandeln. Aber noch ist ja ausreichend Platz. Ein Schwimmbad haben wir auch, aber das zeige ich Dir ein anderes Mal. Heute willst Du Dich sicher erst mal h√§uslich niederlassen", sagte Jeel.

Er f√ľhrte Morasa zu den Quartieren, √∂ffnete eins und deutete hinein.

"Bitte, ab heute ist das Dein Quartier. Den Schl√ľssel hierzu musst Du Dir in der Schreibstube abholen. Wolfi kann ihn Dir sp√§ter geben. Trotz allem, f√ľhl Dich wohl. Ich glaube keiner von den beiden hat das vorhin so gemeint, wie sie es gesagt haben. Ihr habt Euch da gegenseitig hochgeschaukelt, wie man so sagt.

Der Einzige der mit Dir hier unten wohnt ist wie gesagt Varmikan. Er hat das Quartier ganz am Ende des Ganges.

Also so ganz allein und verlassen bist Du hier unten nicht. Und Du kannst Dich jederzeit ins Wohnzimmer setzen, wenn Du jemanden zum Reden suchst. Von uns sitzt eigentlich immer wer Abends dort noch auf ein Bier oder ein Kaffee. Man sieht sich",
sagte Jeelen freundlich und ließ Morasa in seinem neuen Quartier allein.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#28

Beitragvon Urako » Sa 27. Mai 2017, 11:15

Ungl√ľcklich betrachtete Urako den Keks in seiner Hand. Er wollte nichts essen. Er a√ü ihn aber trotzdem, um Pavo einen Gefallen zu tun. Der Keks schmeckte heute √ľberhaupt nicht. Noch kauend packte er Pavo und zog ihn samt Stuhl zu sich heran, um sich bei seinem Ersatzvater und Lebensretter einkuscheln zu k√∂nnen. Pavo hatte die T√ľr abgeschlossen und unterlag der √§rztlichen Schweigepflich, sonst h√§tte Urako sich diese Schw√§che nicht erlaubt. Er hielt ihn fester, als angemessen w√§re.

"Dave hat diesen fremden Mann in unser Rudel geschleppt", begann er mit erstickter Stimme zu erkl√§ren. "Und der hat sich sofort aufgef√ľhrt wie ein Pascha, hat arrogant rumgeglotzt, mich beschimpft und gedroht, mich zu ermorden - und alle fanden es gut! Varmi hat ihn gestreichelt - gestreichelt! Das hat er bisher ja noch nichtmal mit mir gemacht, seinem angeblich besten Freund. Und der dumme Gasmi war so aus dem H√§uschen vor lauter Freude, dass er sich gar nicht mehr eingekriegt hat!" Urako verkrampfte f√ľr einen Moment bei dem Gedanken. "Dave will mich totsehen. Hast du ja grad geh√∂rt. Der Alb auch. Und irgendwie finden das alle in Ordnung! Ich wurde √ľbel beschimpft, als ich mich gegen seine Morddrohungen zur Wehr gesetzt habe! Keiner ist auf meiner Seite! Die spinnen alle! Pavo, ich kann hier nicht bleiben. Ich bin hier falsch. Keine Sau braucht mich hier, ich st√∂re nur. Es war ein Fehler, hierherzukommen, ein riesengro√üer Fehler! Ich muss hier weg, du musst mir dabei helfen!"
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#29

Beitragvon Pavo » Sa 27. Mai 2017, 13:05

Pavo knuddelte Urako beruhigend und hörte ihm dabei aufmerksam zu.

"Nun mal ganz ruhig und der Reihe nach Urako. Ich bin auf Deiner Seite, ich helfe Dir und ich stehe Dir bei, das steht fest.

Du darfst aber nicht mauern und musst Dir von mir auch helfen lassen! Zuerst war es kein Fehler hierher zu kommen.

Ich habe Dich schwerverletzt hergebracht und wenn die anderen Dich nicht als Kollegen haben möchten, bist und bleibst Du immer noch mein persönlicher Assistent. Dagegen kann sich niemand aussprechen, da ich Dich dann zumal aus meiner eigenen Tasche bezahle.

Und wie ich Dave vorhin sagte, dass hier ist mein Haus!
Wer letztendlich hier wohnt, entscheide in letzter Instanz immer noch ich!

Da mag Aino der Boss sein, aber trotzdem ist und bleibt mein Haus mein Eigentum Urako. Von daher, hat niemand das Recht Dich zu vertreiben, wenn ich entscheide, dass Du hier willkommen bist.

Und das ist so.
Du bist bei mir willkommen.

Zu Dave. Ich kenne Dave weit √ľber zehn Jahre Urako. Und glaube mir, tot sehen will er Dich nicht, denn wenn er jemanden tot sehen will, bef√§llt ihn eisige Ruhe, anstatt Rage.

Normalerweise rastet er nur so aus und verliert die Beherrschung, wenn man seinen Hund beleidigt. Du solltest auch nie seinen Hund treten. Selbst ein versehentlicher Tritt und Du erkennst Dave nicht wieder. Besonders dann, wenn er gesoffen hat. Dann ist seine Selbstbeherrschung eh dahin, wenn er ausreichend getankt hat.

Varmikan hat Dave ziemlich am Wickel, meiner Meinung nach.
Dave hat Angst den Frostalb zu verlieren Urako. Was sage ich Angst, Panik ist wohl das bessere Wort.

Dave br√ľllt rum, wenn er Angst hat und nicht fliehen kann. Wenn man ihn in die Ecke dr√§ngt, dann reagiert er so. Wenn Dave etwas unangenehm ist, verschwindet er. Ein unangenehmes Gespr√§chthema und er l√§sst einen einfach stehen! Ein Unart von ihm, die mir sehr stinkt.

In diesem Fall konnte er nicht verschwinden.
Im Gegenteil, seiner Auffassung nach musste er seinen Mann mit Zähnen und Klauen verteidigen. Denn Varmi geht da ja mit gutem Beispiel voran.

Verstehst Du? Er hatte Schiss Varmikan zu verlieren und musste ihn verteidigen, darum ist er so ausgerastet.

T√∂ten wollte er Dich nicht, daf√ľr kenne ich ihn viel zu gut, allerdings h√§tte er Dich vermutlich geschlagen, wenn Du Dich auf das Spiel eingelassen h√§ttest.

Ob aus Vernunft oder aus welchem Grund auch immer, Du hast es nicht getan und ihn damit beruhigt. Jedenfalls so, dass er abgezogen ist. Du hast in dem Moment gut reagiert Urako.

Ihr beide habt Euch da gegenseitig in Eurer Angst hochgeschaukelt.

Du hast Angst Gasmi als Mann und Varmi als Freund zu verlieren.
Dave hat Angst Varmikan zu verlieren.

Er hatte seit Ewigkeiten niemanden, der ihn auf diese Weise liebt Urako.
Genauso wenig wie Du. Aber das ist keine Entschuldigung f√ľr sein Verhalten.

Ich war schlie√ülich nicht dabei, als es bei Euch allen zum Eklat kam. Wenn Du nicht sprechen kannst, aus verst√§ndlicher Verzweiflung, h√§tte er wenigstens seine Sicht darlegen k√∂nnen und zwar im ruhigen Ton. Das hat er nicht getan, er ist mal wieder abgehauen und hat sich gedr√ľckt.

Ein uralter Spruch besagt, Einsamkeit kann sehr mächtig sein.
Das der Spruch wahr ist, dass weißt Du nur zu gut, nicht wahr?

Du weißt was Einsamkeit wirklich bedeutet. Dass sie ein schwarzes Loch ist, dass die Seele verschlingt. Dave weiß das auch. Das wissen einige Leute auszunutzen, oder besser gesagt - sie wissen Euch dann auszunutzen Urako.

Ich weiß nicht ob Ihr Euch so angeht, weil Ihr Euch selbst in dem anderen seht. Aber anstatt sich mit den Attacken durch den Angriff auf den anderen selbst anzugreifen, wäre es doch logischer, wenn Ihr Euch mal auf ein Bier zusammensetzt und Euch gegenseitig helft.

Das w√ľrde ich mir von und f√ľr Euch beide wirklich w√ľnschen.
Ich liebe Euch beide, nicht nur weil ich Euch gerettet habe Urako.

Jetzt zu dem Neuen. Jeder darf hier einen Neuling "anschleppen", Dich habe ich ja auch angeschleppt. Dein Benehmen war am ersten Tag auch nicht sonderlich charmant Urako. Allerdings hast Du keine Morddrohungen ausgesprochen, sondern Beleidigungen.

Ich habe es Dir durchgehen lassen, denn Du warst schwer verletzt, hast unter Drogen gestanden und musstest in einer völlig neuen Umgebung zu Recht kommen.

Warum sich dieser Alb so aufgef√ľhrt hat, wei√ü ich nicht. Vielleicht wollte er vor allen anderen gleich St√§rke demonstrieren um nicht in der Hackordnung ganz unten zu landen. Es ist aber auch gut m√∂glich, dass er jemanden imponieren wollte. Letztendlich k√∂nnte er aber auch einfach Angst gehabt haben, und hat sich deshalb so aufgef√ľhrt. Ich wei√ü es leider nicht, aber ich werde mit Aino reden und ich werde die Sache f√ľr Dich kl√§ren.

Ein Neuling ist und bleibt ein Neuling und hat sich den alt Eingesessenen erst einmal zu f√ľgen. Selbst wenn es ein Welpe ist. Oder gerade wenn es ein Welpe ist. Gut er kann unsere Interna noch nicht kennen.

Aber ein Welpe, in dem Fall Du, untersteht nur seinem Leitwolf. In Deinem Fall ist das Gasmi. Er hat Dir weder Befehle zu erteilen, noch Dich zurecht zu weisen. Das Recht hat ausschließlich Gasmi, oder im Notfall das Tribunal.

Zu Varmikan und dem Neuen. Alben sieht man nicht sehr häufig in der Handelsallianz.

Damit meine ich, ich habe nicht viel Ahnung davon, was unter ihnen normal ist und was nicht, sprich was sie f√ľr Rituale haben oder √§hnliches.

Aber auch ich kenne kein Volk, dass sich zur Begr√ľ√üung streichelt.
Das erscheint mir doch sehr suspekt.
Varmikan hat f√ľr mich eh ein sehr merkw√ľrdiges Verhalten.

Ich weiß, dass Varmikan Dein bester Freund ist. Und Du weißt, dass ich den Frostalben argwöhnisch betrachte. Nicht weil ich ihn persönlich nicht mag. Damit hat das nichts zu tun.

Ich weiß allerdings, wie er Dave die erste Zeit behandelt hat. Unter uns beiden, er ist ziemlich grob mit ihm umgegangen beim "Spielen", Du verstehst?

Das sage ich Dir jetzt unter der Hand und das bleibt unter uns. Vertrauen gegen Vertrauen.

Im Nachhinein hat er sein Verhalten geändert, aber trotzdem genieße ich Varmikan mit Vorsicht. Ich denke Frostalben haben nicht grundlos den Ruf haben dermaßen gefährlich zu sein.

Vielleicht t√§usche ich mich, dass w√ľrde ich Dave f√ľr seine Beziehung w√ľnschen. Dir selbstverst√§ndlich auch, Du kannst jeden Freund dringend gebrauchen Urako und scheinbar tut Dir Varmikan gut.

Aber dass er einfach jemand Fremdes streichelt, empfinde ich schon als sehr dreist. Du meinst wirklich streicheln ja und nicht knuffen? Streicheln einer Liebkosung gleich? Falls das so ist, dann frage ich mich allerdings auch, warum lässt sich das der Neue gefallen.

Ist das so ein "Alben-Ding", dass die beiden da abgezogen haben?
Also ich kann mir das nicht vorstellen.

Dein Gasmi hat sich so gefreut, weil wir seit langer Zeit endlich mal wieder einen freiwilligen Bewerber hatten.

Er hat das nicht b√∂se gemeint. Allerdings h√§tte er sich als Dein Mann und Leitwolf sch√ľtzend vor Dich stellen m√ľssen. Zumal das neben Seddiks Schutz wohl der effektivste gewesen w√§re. Gas ist uns gef√§hrlichster Nahk√§mpfer. Er hat nur einen Fehler, er ist einfach zu lieb und zu gutgl√§ubig. Das hat man damals schon bei Jo gesehen.

Zum Thema T√∂ten. Niemand wird Dich hier t√∂ten, wenn Du keines Deiner Zunftgeschwister angreifst. Der Aggressor wird von den anderen angegriffen. Hei√üt, wenn Dich jemand angreift und Du Dich verteidigst, m√ľssen Deine Zunftgeschwister Dir beistehen und gegen den Angreifer vorgehen.

Drum Urako, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich sage ja, die Emotionen sind hochgekocht. Wir klären dass in Ruhe.

Bleib etwas hier, lass alle durchatmen und dann klären wir gemeinsam die Sache. So kann das nicht stehen bleiben. In Ordnung?",
sagte Pavo aufmunternd und dr√ľckte Urako noch einen Keks in die Hand.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#30

Beitragvon Aino » Sa 27. Mai 2017, 14:34

Aino musterte den Centrauren und sch√ľttelte langsam den Kopf.

"In Ordnung? Nicht wirklich, dennoch Danke der Nachfrage. Helfen kannst Du uns im Moment leider nicht.

Wie das manchmal in großen Familien so ist, kommt es auch bei uns manchmal zum Streit. Nur warum dieser hier jetzt so schlagartig ausgeartet ist, kann ich Dir leider nicht sagen. So richtig verstanden hat das vermutlich niemand.

Macht Euch keine Sorgen Ihr beiden, am besten weicht Ihr den fliegenden Möbeln aus, oder kommt solange ins Haus. Wobei im Moment hört man nichts mehr, der Möbelregen scheint beendet zu sein.

Ich werde nachher mit Urako und Morasa ein ernstes Wort reden. Gasmi am besten gehst Du mal nach oben und schaust, was von Deiner Einrichtung noch steht - vermutlich nichts mehr.

Wir treffen uns heute Abend hier im Wohnzimmer wieder. Weiter abzuwarten ob Urako, Dave oder Morasa noch einmal zur√ľckkommen bringt nichts. Sollten sich die Streith√§hne erneut aufsuchen, bitte sofort eine Info an mich",
sagte Aino.

"Danke f√ľr Deine Nachfrage und dass Du nach uns geschaut hast", sagte Aino freundlich und knuffte Enzian, als sie an ihm vorbei ging.
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