Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

Das Geisterhaus
Die Geister waren bis zum Jahr 202 eine erfolgreiche Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bot das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause für Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen waren absolute Loyalität und Verschwiegenheit - sonst endete man rasch selbst auf der Todesliste. Die ehemaligen Geister verdienen ihren Lebensunterhalt heute auf ehrbare Weise als "Fantomes" in Souvagne.
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Kariakin
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#171

Beitrag von Kariakin » Mi 12. Jul 2017, 08:07

Kariakin musterte Morasa der schlagartig gute Laune hatte. Der Greif wartete bis Morasa richtig saß. Der Waldalb hielt sich an seinem Hals fest, was im Grunde ausreichend war. Kariakin war groß, im Grunde war er sogar gewaltig im Vergleich zu dem kleinen Waldalben.

Und wenn Menschen oder auch Alben problemlos auf ungesattelten Pferden reiten konnten, dann durfte es auch kein Problem darstellen, wenn Mo auf seinem Rücken saß. Genug Platz hatte der Waldalb auf seinem Kreuz.

Kariakin breitete seine gewaltigen Schwingen aus, sprang mit einem gewaltigen Satz in die Luft und schlug hart mit den Flügeln um so schnell an Höhe zu gewinnen.

Der Greif kreiste einmal über dem Waldstück, wo er Morasa aufgelesen hatte und hielt nach dem Reithirsch Ausschau. Einen Hirsch im Wald aufzuspüren war nicht ganz so leicht, aber einen gesattelten, handzahmen Hirsch erkannte man sofort.

Nach einigen Kreisen die der Greif am Himmel zog, entdeckte er das Tier von Morasa. Kariakin wählte seinen Anflug so, dass er die Sonne im Rücken hatte und dadurch verdeckt wurde.

Der Greif ging im Gleitflug herunter und hielt auf den Hirsch zu. Als der Hirsch Kariakin entdeckte war es für ihn bereits zu spät. Der Greif flog genau hinter dem Reithirsch und als er über dessen Rücken hinwegglitt, griff er mit seinen Vorderpranken in den Sattel und pflückte Morasas Reittier vom Boden.

Zuerst zappelte der Hirsch noch etwas vor lauter Panik, aber der Griff der Raubvogelkrallen des Greifs war unerbittlich. Der Hirsch kam zu seinem eigenen Glück nicht frei.

Das Tier gab auch bald seine Gegenwehr auf, als der Boden unter ihm immer kleiner wurde. Verschreckt und schlaff hing es in seinem Sattelgurt und starrte nach unten.

Kariakin schraubte sich im Flug immer höher und schlug kräftig mit den Flügeln um schnell voran zu kommen, um dann in einen gemütlichen Gleitflug überzugehen.

Der Greif flog Richtung Innenstadt von Shohiro, da der Waldalb von der Stadt gesprochen hatte aber keinen zusätzlichen Namen, außer den seiner Ex-Heimat Kalthorst erwähnt hatte, ging der Greif davon aus, dass Morasa genau in jener Stadt wohnte, die unter ihnen lag.

"Wo genau wohnst Du? Beschreibe mir den Weg oder deute auf das Haus, sobald es in Sicht kommt.

Ich glaube Dein Hirsch ist von seiner neuen Art zu Reisen wenig begeistert",
sagte Kariakin während er über Shohiro kreiste.

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Urako

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#172

Beitrag von Urako » Mi 12. Jul 2017, 10:17

Urako verank in der Umarmung und dann geschah etwas sehr merkwürdiges - er versank in Dave und Dave versank in ihm. Auf einmal war da kein störender Körper mehr zwischen ihnen, sondern sie berührten sich im tiefsten Inneren. Er spürte, wie dessen Seele ihn umarmte und Urako wurde von intensiven, rein positiven Gefühlen durchströmt. Es war, als würde er in Honig baden, süß und golden. Einen Moment lang leistete Urako Widerstand, da er Angst hatte vor so viel Gutem. Er glaubte, es nicht aushalten zu können. Doch dann konnte er nicht anders. Ein einziges Mal in seinem Leben wollte er erfahren, was es hieß, rundum glücklich zu sein. Nicht diese Illusionen von Glück, die sich durch einen Drogenrausch ergaben, sondern echtes. Und er versank. Das Gefühl war überwältigend. Dave übermittelte ihm mental alles, was Urako wissen sollte. Urako hatte Mühe, sich auf die Informationen zu konzentrieren und das Elebnis selbst ein wenig in den Hintergrund zu schieben. Es war wunderschön und Daves Worte zu wundervoll, um wahr zu sein. Aber da ihre Seelen sich berührten, spürte Urako, dass sie stimmten, sonst hätte er sie schulterzuckend abgetan.

Er spürte wieder ein Stück seines Körpers, seinen Mund, als dave ihn küsste. Urako erwiderte den Kuss. Er erwiderte ihn voller Leidenschaft und er konnte nicht verhindern, dass sein Körper auf die Berührung ihrer Lippen und ihrer Seelen mit einer heftigen Erektion reagierte. Hoffentlich kam nicht genau jetzt Gasmi aus dem Haus.

Als Dave die Berührung wieder lösen wollte, kam Urako ihm hinterher und zerrte ihn an sich heran, um ihn noch weiter zu küssen. Erst danach gab er ihn widerstrebend wieder frei. Er musste sich immer wieder vor Augen halten, dass weder Varmi noch Dave ihm gehörten. Sie gehörten sich gegenseitig und er war und blieb Gast in ihrer Beziehung. Dennoch wünschte er sich gerade, es wäre anders und er könnte jetzt Dave die Robe vom Leib reißen, das Stück Stoff einfach zerfetzen, bis er nackt vor ihm stand und ihn dann öffentlich durchrammeln, damit jeder sah, dass er seine war!

"Ich liebe dich auch, Dave"
, sagte Urako und versuchte, dabei sachlich zu klingen. "Vertretungsdienst kannst du haben, wann immer du ihn brauchst." Seine Wangen glühten, sein ganzer Hals, wahrscheinlich war er mal wieder pink angelaufen. "Und Varmi liebe ich auch. Er weiß das schon, ich glaueb, es ist mir mal rausgerutscht. Jetzt weißt du es auch. Aber zum Geier, sagt das nicht Gasmi!" Er rieb sich mit beiden Händen das Gesicht und begann sich wieder schäbig zu fühlen, weil er Gasmi so hinterging. Aber er konnte es ihm nicht sagen. Niemals! Gasmi durfte nicht gehen oder ihn weniger lieben! Ohne Gasmi war er verloren in dieser Welt. Gasmi war noch immer seine unangefochtene Nummer eins und eher hätte er auf Varmikan oder Davard verzichtet, als auf seinen Verlobten. Aber eigentlich wollte er sie alle drei haben und Pavo noch dazu.

"Grillecke ist eine gute Idee, das machen wir. Wann wir umziehen, ist mir egal, so schnell wie möglich, oder?

Ach so und ähm, noch was. Varmi und ich, also Varmi hatte überlegt, ob Aino nicht die Mutter eures Kindes werden könnte. Und ich hab eingewilligt, sie mal zu fragen. Wenn du auch einverstanden bist. Ich meine, sie ist eigentlich doch eine gute Partie.

Der Knollo ist mein Ex. Der ist fett wie ein Schwein und dumm wie Bohnenstroh, aber hilfsbereit. Der macht alles, worum man ihm bittet, wenn es nur dringlich genug ist. Und kann halt Wasserzauberzeug."


Urako ließ unerwähnt, dass er genau diese Eigenschaften, über die er gerade so rüde sprach, stets sehr an Firxas geschätzt hatte. Er hatte viel Fleisch zum Kneten und Grabschen gehabt und war unfähig gewesen, Urakos Eröterungen seiner Weltsicht argumentativ Paroli zu bieten und hatte einfach bei dessen Tiraden geschwiegen und es über sich ergehen lassen. Seine Begründung war gewesen, dass er nicht streiten wollte, aber natürlich war er einfach zu doof gewesen.

Er grinste. "Von dem geht keine Konkurrenz mehr aus, nur so für den Fall, dass irgendwer hier auf die Idee kommen könnte, eifersüchtig zu sein." Urako wartete auf Bestätigung, andernfalls wäre er etwas beleidigt. Nur ein wenig, aber immerhin. "Ich weiß aber nicht, ob wir den wirklich hier brauchen, ihr könnt gern mal in meinem Kopf nach dem suchen. Er ist nicht zu übersehen, er ist groß, rund und braun und sieht aus wie ein Rakshaner ohne Augenbrauen und ohne Haare."
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warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Morasa

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#173

Beitrag von Morasa » Mi 12. Jul 2017, 10:17

Morasa
 
hielt sich gut an Kariakin fest. Der Greif hatte seinen Hirsch gut eingefangen und das Tier war lieb und ruhig. Oder aus Panik. Eigentlich war das egal, Hauptsache es zappelte nicht rum. Morasa hielt Ausschau nach dem Haus der Geister. Von oben hatte er es natürlich noch nicht gesehen.  Aber er kannte die Form und die Mauer drum rum und den Baum an der Seite. Als der Waldalb es erspähte zeigte Mo auf das Haus.
 
„Das dort. Das mit der Mauer drum rum und den kleinen Stall an der Seite. Dass vor dem Fluss siehst du? Lande dort auf dem Hof vor dem Stall bitte. Da wohne ich.“
 
 

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Davard von Hohenfelde

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#174

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 12. Jul 2017, 11:37

Das sich Urako zuerst etwas gegen die mentale Umarmung gedanklich sträubte, hätte einige Magier sicher verwundert, Dave hingegen nicht. Er kannte Puschel und seine Gedankengänge mittlerweile gut und er selbst hatte genauso wie Puschel Angst vor Gefühlen und vor unbekannten Dingen.

Er ließ den Tiefling gewähren. Stillschweigend und liebevoll hielt Dave Puschel einfach weiter fest umarmt und streichelte ihn behutsam mit seinen Gedankenfäden. Einzig und allein Wohlwollen, Zuneigung und Liebe übermittelte er ihm.

Pure Geborgenheit und das Versprechen auf Schutz in dieser sphärischen Welt.
Es gab nichts was Puschel fürchten musste, solange Dave ihn wie ein Schutzschild mit seiner Seele umarmte.

Durch die feste Umarmung fühlte sich Urako nicht nur umarmt und behütet, er fühlte sich auch von der Welt außerhalb positiv abgeschnitten.

Für diesen einen Augenblick war die Welt um ihn herum bedeutungslos. Er war ein Gefangener in einem Kokon aus purer, liebender Geborgenheit, aus dem es von seiner Seite aus keine Fluchtmöglichkeit gab, genauso wenig wie einen Fluchtgrund.

Dave hielt Urako einfach stillschweigend fest, bis sich dieser selbst überwunden hatte und die Umarmung nicht nur zuließ, sondern sie auch genießen konnte.

Da sie in dem Moment tatsächlich Eins wurden, ihre beiden Bewusstseine zu einem verschmolzen, empfand Dave die gleichen Gefühle wie Urako.

Dave genoss nicht nur die Verbindung zwischen ihnen beiden, es war für ihn pure Ekstase.

Puschel hatte Mühe Gefühl und Information zu trennen, aber er war diese Form der Vereinigung auch nicht gewöhnt. Dave spürte kurz einen Moment des Zweifels, aber Zweifel gab es in dem Zustand nicht, genauso wenig gab es Lüge. Denn man übermittelte die ureigenen Gedanken und Gefühle selbst.

Allerdings war er nicht anders gewesen und hatte genau wie Urako reagiert, als er das erste Mal mit Varmikan verbunden war.

Dave gestand Puschel seine Gefühle, durch einen einzigen übersandten Gedanken.
Er sah keine Veranlassung dazu, sie ihm zu verschweigen.

Im Gegenteil, so wie er sich selbst über jede positive Aufmerksamkeit freute, so freute sich auch Puschel über das Geständnis. Viel mehr noch, der Tiefling nahm das Geständnis nicht nur einfach freundschaftlich hin, sondern er sog die Gefühle auf wie ein Schwamm.

Ganz so, als ob er sie für schlechte Zeiten auf Reserve aufheben wollte.
Dave konnte es ihm nicht verdenken.

Was vorher so seltsam begann, hatte eine ganz andere Wendung genommen und nun standen sie hier draußen vor dem Geisterhaus und dennoch waren sie in Wahrheit ganz woanders.

Sie sagten und zeigten sich Dinge, die sie beide öffentlich anderen niemals zeigen würde, jedenfalls nur ausgewählten Personen.

Dave war zuerst verwundert, dass Puschel ebenso für ihn empfand. Er war davon ausgegangen, dass ihn Urako mochte, er hatte gehofft, dass ihn der Bursche vielleicht ein bisschen scharf fand, aber dass er ihn liebte überraschte den Magier und freute ihn gleichermaßen.

Sie beide waren es nicht gewöhnt mit positiven Gefühlen überhäuft zu werden und sie beide waren wahre Meister darin ihre Gefühle hinter einer Maske zu verstecken.

Puschels Maske hieß Wut.
Daves Maske hieß Gleichgültigkeit.

Dennoch waren sie von einem Geist und einer Meinung erfüllt, sie sahen die Welt fast mit gleichen Augen, sie bedeutete ihnen nichts.

Wobei, einst war es so gewesen. Nun nach langer Suche hatte Puschel Gasmi gefunden und Dave Varmikan.

Dave spürte Urakos Gedanken, er war nur Gast in ihrer Beziehung. So ganz stimmte der Gedanke nicht mehr. Für Varmikan und Dave gehörte Puschel fest dazu. Selbst wenn Urako es nicht sah, Dave gehörte ihm, jedenfalls bis zu einem gewissen Anteil.

Der Magier war sich dessen durchaus bewusst. Er hatte nichts dagegen, im Gegenteil er fühlte sich gut und geborgen in Puschels Nähe. Puschels Seele verbunden mit seiner fühlte sich wundervoll an. Es war eine ganz andere Umarmung als die von Pavo. Pavo hatte er als Freund und Vater umarmt.

Puschel umarmte er als Zweit-Mann und Geliebten. Dave grub seine Seelenfäden in die von Urako, das mentale Gegenstück zu einer felsenfesten Umarmung. Er schmiegte seine Farbe fest in die von Puschel und genoss einfach den Zustand reinen Seins gemeinsam mit dem Tiefling in seiner Umarmung.

Dass Puschel so heftig auf seinen Kuss reagierte, ließ Dave breit grinsen, ohne dass er davon groß etwas mitbekam. Das Spüren, dass Auslesen und die Rückkopplung der Gefühle ließen Dave genauso heiß werden wie Urako.

Als er sich von Puschel lösen wollte, da Dave befürchtete sich sonst in der Umarmung zu verlieren, oder auf die äußerst geile Einladung einzugehen, packte ihn Urako und zerrte ihn wieder zu sich.

Puschel entließ ihn nicht aus dem Kuss, was Dave leise, erregt und vor Lust gequält aufstöhnen ließ.

`Wenn es danach ginge, bräuchte ich den Vertretungsdienst genau… jetzt. Du hast keine Ahnung was mir die Aussage über uns beide bedeutet´, übermittelte Dave glücklich.

Er löste sich vorsichtig, geradezu behutsam von Urako, blieb aber so vor ihm stehen, dass keiner sah wie Urako gerade empfand… oder er selbst.

Die Erklärung wäre etwas schwierig geworden.

`Ich schweige Uako. Ob Du es Gasmi offenbarst ist allein Deine Entscheidung, sie obliegt weder mir noch Varmikan´, flüsterte Dave mental.

Der Naridier verschränkte die Arme vor der Brust und leckte sich kaum merklich über die Lippen, er atmete einmal durch und musterte dann Urako.

„Ehm… Umzug, genau. Ich kümmere mich drum. Schnellstmöglich, dass sehe ich auch so. Ich sage Euch die Grillecke wird perfekt. Wir können abends draußen sitzen, lesen und sogar Fleisch dabei essen.

Wir könnten uns auch eine Grillecke im Wohnzimmer einrichten, kurzum so etwas wie einen offenen Kamin. Aber die genaue Planung vom Innenraum ist Eure Aufgabe. Sprich Du und Varmi, Ihr kümmert Euch darum, soweit ich weiß, liebt Ihr beide Deko. Nur bitte übertreibt es nicht damit. Die Hunde müssen sich auch noch bewegen können“,
erklärte Dave.

Als Urako den fremden Magier erwähnte musterte Dave Puschel mit hochgezogener Augenbraue.

„Du glaubst doch nicht allen Ernstes, dass wir Dir Deinen Ex suchen? Soweit kommt es noch. Du sagst, er ist keine Konkurrenz, weiß er das auch?

Wassermagie ist ja nun nicht soooooo selten, dass wir unbedingt den brauchen. Also in mein Haus kommt er schon mal nicht. Und Varmikan möchte den Kerl auch gar nicht kennenlernen, stimmts Varmi?“,
fragte Dave.

„Nö, so wichtig ist mein Wohlbefinden nicht. Dann fühle ich mich zwar körperlich gut, aber seelisch Scheiße, zudem artet dass echt in Stress aus! Mo im Auge behalten, damit er Dave nicht anfällt. Den Knollo im Auge behalten, damit er Urako nicht flachlegt. Leute ich bin kein Chamäleon, das in zwei verschiedene Richtungen gucken kann. Wir finden wen anders… hoff ich“, murrte Varmi.

„Gut Thema durch. Thema Aino als unsere Leihmutter. Nein damit bin ich nicht einverstanden. Sie ist eine gute, ehrliche und taffe Frau. Sie ist mir nahe wie eine Schwester und allein deshalb könnte ich nicht mit ihr intim werden. Auf diese Art empfinde ich nichts für sie.

Der zweite Punkt ist, sie wäre ständig präsent, es würde uns extrem zusammenschweißen. Gut man könnte als Argument aufführen, ich habe eh keine Chance die Geister je zu verlassen. Ich bin einer der „tragenden Pfeiler“ der Gruppe.

Sollte ich je beschließen zu gehen, könnte ich ihnen sogar gewaltig schaden, ganz ohne Magie. Sie würden mich nicht gehen lassen. Weder würden sie es wollen, noch dürften sie es der Logik halber. Und ich selbst möchte die Geister auch nicht verlassen, es ist meine Familie. Hätte ich vor gehabt, mir eine Hintertür offen zu halten, hätte ich niemals Wolfi hierher gebracht.

Es geht mir darum, Aino und ich wären dann als Eltern extrem verbunden und diesen Bund möchte ich nicht mit ihr eingehen. Sie ist und bleibt meine Gilden-Schwester, ich liebe sie als Schwester, aber da bei soll es auch bleiben.

Wählt bitte jemand anderes. Ich schlage im Gegenzug Eloise vor. Sie ist nicht mit den Geistern verbunden und wird es nicht sein. Sie eine Freundin aus Kindertagen und wir waren uns einmal nahe. Das würde funktionieren“,
erklärte Dave leise.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#175

Beitrag von Varmikan Eisseher » Mi 12. Jul 2017, 21:38

Varmikan starrte mit riesigen Augen Richtung Himmel hinter Urako und Dave.
Der Frostalb deutete mit einem Finger hinter die beiden.

"Leute...!!!", setzte Varmi an und räusperte sich, da seine Stimme eher wie ein Piepsen klang.

"Bei Malgorions Eiern!!! Leute, passt auf!
Hinter Euch kommt ein riesiges schwarzes Hähnchen angeflogen und das Ding ist riesig wie ein Berg, mindestens doppelt so riesig wie ein Eisbär! In seinen Krallen trägt es einen Hirsch und... beim Abgrund Morasa sitzt auf dem Rücken der Riesen-Poularde!",
keuchte Varmikan und grabschte nach Dave und Puschel um sie in Sicherheit ins Haus zu zerren.

Dave riss sich mit einem Ruck los, der Varmikan fast von den Füßen riss. Allerdings klammerte sich Varmikan fest und bedachte Dave mit einem flehentlichen Blick, den man von dem Frostalb sonst nicht gewöhnt war.

"ES REICHT! Deine Witze sind nicht witzig! Hör auf mit dem Unfug verdammt!", schnauzte Dave.
"Dave das ist die Wahrheit, dreh Dich doch um!", bettelte Varmikan.

"Wieso kommt da nun auch noch Jozo angeflogen?", fragte Dave sarkastisch.
"Nein Schatz guck doch einfach über die Schulter...", flehte Varmi.

"Varmikan sag einfach was Du mopsen möchtest Du bekommst es auch so von mir ausgehändigt. Du und Deine Hirngespinste... was soll...", erklärte Dave gerade noch, als Varmi ihn am Kiefer packte und seinen Kopf Richtung "Hühnchen" drehte.

"Heilige Scheiße...", keuchte Dave.
"Riesen-Hühnchen, Hirsch in den Fängen und Mo als Krönung oben drauf", keuchte Varmikan.

"A L A R M!!!", brüllte Dave aus voller Kehle und übermittelte allen Geistern zeitgleich mental dass sie per Luftangriff von Morasa angegriffen wurden.

Innerhalb eines Augenblicks standen Aino, Lydia, Jeelen und Pavo draußen mit gezückten Armbrüsten.

"Dave was schreist Du so? Bist Du in Ordnung Großer? Was für ein Luftangriff?", fragte Pavo besorgt und schaute sich um.

"Luftangriffe kommen von oben Pavo, pass auf verdammt!", bellte Dave Pavo besorgt an.
"Da ist was dran", grinste Jeelen und zielte grinsend auf den schwarzen Giganten.

"Was greift uns... bei allem was heilig ist!", keuchte Lydia.
"Gib das Ding her und geh ins Haus", fauchte Dave Lydia an und nahm der Zwergin die Armbrust ab.

"Du kannst damit nicht umgehen", knurrte Lydia und riss Dave die Armbrust wieder aus den Händen.
"Gleichgültig, Du hast hier nichts verloren, Du weißt warum! Geh ins Haus!", befahl Dave und riss die Armbrust wieder an sich.

"Wegen ihrem Zustand?", fragte Varmi.
"Welchen Zustand???", fragte Jeelen verdattert.

"Lasst den Unfug! Soll ich Mo, den Hirsch oder Riesenhuhn abknallen?", fragte Aino.
"Töte das Mörderhuhn, dann sterben sie alle", grinste Varmikan breit, was Aino eine Augenbraue hochziehen ließ.

"Das war eigentlich ein Scherz", antwortete Aino.
"Ja und der war genauso lustig, wie die von Varmi", hielt Dave dagegen.

"Du liebst meine Witze doch Sternchen", grinste Varmikan.
"Welcher Zustand Varmikan, was meintest Du???", fragte Jeelen lautstark.

"Es wird niemand getötet, wir warten ab was Mo und der Vogel machen, aber haltet Euch bereit!", befahl Aino.
"Er kann uns nicht angreifen, er hat einen Hirsch in den Pfoten", sagte Lydia.

"Hirsche kann man fallen lassen. Welcher Zustand Schatz?", fragte Jeelen Lydia.
"Konzentriere Dich auf den Feind Grüner", befahl Lydia und zückte ihr Kurzschwert, da Dave scheinbar beschlossen hatte, die Armbrust nicht wieder herauszurücken.

"Richtig etwas mehr Konzentration! Ich glaube nicht das Mo uns angreifen wird, aber der Waldalb ist manchmal etwas von der Rolle und zückt ohne Grund und Vorwarnung die Waffe", warnte Aino vor.

"Das ist ein Greif, vermute ich. Ich habe noch nie einen echten Greif gesehen. Falls es ein Feind ist und wir ihn umlegen, kann ich ihn obduzieren?", fragte Pavo hoffnungsvoll.
"Na klar, warum denn nicht?", stimmte Aino zu und zielte mit der Armbrust auf den Greif.

"Wo zum Abgrund ist Wolfi?", fragte Dave leise und besorgt.
"Der hat mit Seddik auf dem Dach Stellung bezogen, ist alles gut", flüsterte Pavo.

"Danke, die Frage war zwar an mich selbst gerichtet, da ich nach ihm gespürt habe, aber Danke Pavo", sagte Dave und knuffte Pavo kurz.
"Bitte bitte", grinste der alte Goblin glücklich.

"Sie haben sich wieder lieb", grinste Lydia.
"Haben sie", stimmte Aino zu.

"LANDET SOFORT!", befahl die Almanin schneidend dem sich nähernden Trio.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#176

Beitrag von Urako » Mi 12. Jul 2017, 22:16

Ihre seelisch so intime Zweisamkeit wurde jäh unterbrochen. Einmal mehr verfluchte Urako diesen Morasa. Wahrscheinlich hasste Ardemia wirklich alle Tieflinge, so wie man es sagte, dass sie ihm derart ihre Brut auf den Hals hetzte, erst Töli und nun diese zweite Pestilenz! Die Geister bezogen Stellung, während Urako hasserfüllt nach oben starrte.

Aber nicht alle Geister. Einer fehlte.

"Wo ist Gasmi?!", brüllte er mit überschlagender Stimme, als er dessen Fehlen bemerkte. Die Geister wirkten chaotisch, aber kampferfahren, nur er selber hatte derartiges noch nie erlebt und verlor völlig die Fassung. Er packte Varmi an der Schulter. "Sag ihm, wir haben Mauli! Ich reiß den Ghul auseinander!" Dann stürmte er Hals über Kopf ins Haus, um seinen Mann zu suchen.

"GASMIII!", hallte es durch alle Räume. Urako riss rücksichtslos alle Türen auf, stieß Einrichtungsgegenstände um und war völlig von Sinnen. "Wo bist du?!" Vorhin war er doch noch hier gewesen, er konnte nicht weit sein! Urako würde nicht eher aufhören wie ein Wirbelsturm durch das Haus und notfalls auch durch die Umgebung zu fegen, bis er seinen Mann gefunden hatte, und wenn Morasa in der Zeit drei Mal auf seinem Riesenmonster das Geisterhaus zerquetschte!

Distel versteckte sich zitternd und weinend im Keller. Doch Enzian kam herbeigaloppiert, den Köcher mit seinen knöchernen Wurspeeren auf dem Rücken, um die Geister in ihrem Kampf zu unterstützen. Er hatte den Befehl Ainos, abzuwarten, nicht gehört und sogleich schleuderte er aus vollem Lauf einen der Speere durch die Luft. Ohne in seinem Sprint innezuhalten, zog er den nächsten.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#177

Beitrag von Gasmi » Do 13. Jul 2017, 07:18

Der kleine Düsterling hatte gewartet bis Varmikan und Urako miteinander gesprochen hatten. Dann hatte ihm sein Schatz eine Unmenge an Essen auf den Teller geschaufelt.

Kein Mensch, geschweige denn ein Düsterling konnte so einen Berg verschlingen. Gut, vermutlich konnte Gasmi schon so einen Berg verschlingen, wenn es sich dabei um reines Fleisch gehandelt hätte.

Aber hierbei handelte es sich um Hühnerfrikasse und der Reis dabei machte Gasmi zu schaffen. Bei jedem Bissen und bei jedem Kauen fühlte sich das Frikasse in seinem Mund an als würde es beständig mehr werden.

Als Puschel gemeinsam mit Varmikan losgezogen war und ihm deutlich sagte, dass er sie nicht begleiten durfte, wartete der Düsterling noch einen Moment und würgte einen weiteren Löffel Hühnerfrikasse herunter.

Was immer Varmikan und Puschel auch vorhatten, es betraf ganz sicher die Hochzeit, sonst hätte er mitgedurft. Gasmi selbst hatte auch noch einiges für die Hochzeit zu erledigen. Wichtig war ihm vor allem Puschel ein schönes Ersatzgeschenk für seinen verloren gegangen Glücksanhänger in Form einer Axt zu kaufen.

Gasmi nahm noch einen Löffel vom Hühnerfrikasse zur Tarnung, ehe er kurz aufstand als ob er mal aufs Klohäuschen musste. Dabei holte er seine Geldkatze aus seinem Quartier und schaute hinein. Seine Taler waren unterteilt und abgezählt.

Nicht von ihm persönlich, da er weder rechnen noch schreiben konnte, aber Aino oder Dave halfen ihm immer dabei, so konnte er ganz sicher sein, dass in jedem kleinen Säckchen in seiner Geldkatze 20 oder 100 Taler waren.

Gasmi steckte die ganze Geldkatze ein, knotete sie an seinem Lendenschurz fest und schlenderte zum Klohäuschen. Allerdings suchte er es nicht auf, sondern kletterte da über die Mauer des Geisterhauses und spazierte seelenruhig in die Stadt.

Da Puschel und Varmikan nach vorne hinaus verschwunden waren, nahm er die Rückseite. Er kannte den Frostalben zwar nicht so gut, wie sein Mann ihn kannte, aber eines wusste er – Varmikan ging keinen Schritt zu viel. Folglich waren sie in eine ganz andere Richtung unterwegs.

Unterwegs kaufte er sich etwas zu Trinken, bevor sich Gas daran machte die Juweliere abzuklappern um nach einer schönen Kette für seinen Puschel Ausschau zu halten.

Gasmi schaute sich viele Anhänger an, aber letztendlich entschied er sich für einen Bronzeanhänger einer kleinen Prunkaxt, die zwei Hörner trug, genau wie sein Puschel.

Link:
https://www.fashn.de/mode/Wulflund/Baer ... 128359.jpg

Die Farbe, die Form und das Material waren nicht etwas Alltägliches und der Schmuck würde sehr gut an Puschel aussehen entschied Gasmi. Nachdem er das erste Geschenk erstanden hatte schlenderte Gasmi weiter.

Er nahm sich fest vor, auf dem Nachhause weg etwas Süßes zu kaufen um Puschel eine Freude zu machen. Aber vorher musste er die Stadt nach einem Tätowierer durchkämmen.

Der Schmuck war schön und gut, und sollte seine Liebe zu Puschel ausdrücken, aber Schmuck konnte man verlieren.

Wie man an Urakos erster Axt gesehen hatte. Das Zeichen ihrer Verbundenheit, quasi ihre Eheringe, wollte sich Gasmi gemeinsam mit Puschel unter die Haut stechen lassen. Erstens konnte Puschel den Schmuck dann nicht erneut verlieren und zweitens konnte er ihn nicht zerstören.

Gasmi dachte angestrengt nach.

Gut mit genug Wut im Bauch, konnte man sich selbst sogar eine Tätowierung ruinieren, indem man seine Haut verunstaltete. Der Düsterling schüttelte den Kopf und die düsteren Gedanken loszuwerden.

So etwas durfte er nicht denken. Das würde nur das Unglück anziehen. Seine Gedanken mussten positiv sein, wenn er einen passenden Meister für die Tätowierungen finden wollte.

Ob in Shohiro ein Tätowierungsmeister niedergelassen war, wusste Gasmi nicht. Aber er vermutete dort wo einige Arashi oder Noraka lebten, dort musste es auch jene Meister geben, die sie tätowierten. Andernfalls gab es sie sicher in Hafengegenden.

Falls Gas keinen in Shohiro fand, beschloss er sich auf den Weg nach Obenza zu machen. Er wusste wer in Obenza lebte und jagte. Aber er fürchtete Jozo nicht. Und die Stadt war so groß, es musste schon an ein Wunder oder einen Zufall grenzen sollten sie sich über den Weg laufen.

Und selbst wenn dies der Fall sein sollte, Gasmi war dies mittlerweile gleichgültig. Er würde Jo grüßen, aber das wäre auch alles was er tun würde.

Vorsorglich erkundigte sich Gasmi schon einmal bei einem Fuhrwerk was es kosten würde, nach Obenza in den Hafen zu reisen.

Danach machte sich der Düsterling auf in die Gassen, wo die Arashi lebten. In so einer großen gemischten Hauptstadt von einem Land in dem alle Völker willkommen waren, war es nur natürlich, dass sich die meisten Volkszugehörigen in einigen Revieren zusammenschlossen um sich heimischer zu fühlen.

Ob in der Fremde oder Zuhause, jeder lebte gerne mit seinesgleichen zusammen und duldete nur ganz selten oder unter gewissen Ausnahmebedingungen Fremde in direkter Nähe. Als Düsterling wusste das Gasmi nur zu gut.

Ein Düsterling duldete nicht einmal fremde Düsterlinge, da sie einem feindlichen Rudel angehörten. Tatsächlich befeindet musste man dafür nicht sein, es reichte aus, dass man fremd war. Gasmi hatte diese Einstellung schon vor langer Zeit abgelegt.

Sein eigenes Rudel, die Geister, war bunt gemixt und sollte jemals ein weiterer Düsterling ins Rudel finden, dann würde er ihn genauso willkommen heißen wie jeden anderen auch. Denn genau wie alle anderen, hatte er dann das gleiche Schicksal erlitten und seine eigene Familie verloren.

Gasmi spazierte durch das Viertel der Arashi und schaute sich dort überall neugierig um.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#178

Beitrag von Kariakin » Do 13. Jul 2017, 07:19

Der Greif wich mit einer gekonnten Halbdrehung dem Sperr aus und landete genau zwischen den Geistern. Allerdings setzte Kariakin zuerst mit den löwenartigen Hinterpranken auf um den Hirsch vorsichtig absetzen zu können.

Der Veteran der Lüfte stellte Cervini wieder auf die Hufe, was dem Hirsch sichtlich gut tat und setzte dann selbst die Vorderpranken auf den Boden.

„Beruhigt Euch! Ich bringe nur Euer Familienmitglied samt seinem Reittier nach Hause. Morasa hat mich gebeten ihn nach Hause zu fliegen“, erklärte der Greif und musterte dabei die Schar, die ihn mit gezogenen Waffen begrüßte.

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#179

Beitrag von Aino » Do 13. Jul 2017, 07:24

Aino nickte knapp und deutete den anderen an die Waffen zu senken.

„Enzo, wir wollte nicht angreifen, wir wollten warten, was die beiden vorhaben“, flüsterte Aino dem Centrauren freundlich zu und legte ihm kurz die Hand auf den Arm, damit auch er seinen Sperr senkte.

Dann wandte sich die Almanin an den Greif.

„Nun mittlerweile sind wir so einige Scherze von Morasa gewöhnt, die er vermutlich nicht mal als Scherz meint. Der gute Waldalb ist etwas ungehalten und cholerisch. Und wenn er dann nach einem Streit auf einem gigantischen Wesen, nämlich Dir, per Luftpost anreist wird man schon etwas vorsichtig.

Zudem kennt ihn von uns noch keiner so gut, um ihn tatsächlich einschätzen zu können. Leider machen seine sprunghaften Handlungen und seine permanenten Wutausbrüche das Ganze auch nicht leichter.

Natürlich hast Du damit nichts zu tun, aber wir wissen schließlich auch nicht, was Dir Morasa erzählt hat, oder worum Dich der Waldalb letztendlich bat. Für uns bist Du ein Unbekannter, eine unbekannte Gefahr die sich von oben genähert hat.

Und ich lasse Fremde lieber zweimal in eine Waffe schauen, als dass einem meiner Leute nur einmal was geschieht. Du bist fremd, Du bist niemand aus meiner Familie, folglich bist Du für mich bestenfalls bedeutungslos.

Wir waren friedlich, nur bereit uns zu verteidigen Greif.
Verwechsele da etwas nicht, Du stehst auf unserem Grund und Boden.

Etwas anderes hättest Du auch nicht getan, wenn jemand Deine Familie bedroht hätte, beziehungsweise Du eine Gefahr vermutest.

Nun denn, da Du sagst Du kommst in Frieden und Dich ebenso verhältst, schenke ich Dir vorerst Glauben.

Wie kam es zu diesem seltsamen Bündnis Morasa?
Logischer wäre es wohl gewesen, wenn Du mit Deinem Reittier zuerst nach Hause gekommen wärst, um uns „Deinen Gast“ anzukündigen, anstatt uns dermaßen in Alarmbereitschaft zu versetzen“,
erklärte Aino.

„Richtig und wir haben Mauli“, fügte Varmikan an.

Aino musterte Varmi kurz perplex. Das war doch logisch, der stinkende Ghul lebte bei ihnen. Manchmal war Varmikan wirklich neben der Spur. Vermutlich war ihm einfach zu warm.

"Dave geh gemeinsam mit Varmikan ins Haus. Suche Gasmi mental, ehe Urako völlig zusammenbricht. Und kümmere Dich danach um Deinen Mann", wies Aino den Magier an.

"Ich kümmere mich drum", antwortete Dave, hakte Varmikan unter und verschwand gemeinsam mit ihm im Haus.

"Also Morasa, was hast Du Dir nur wieder bei dieser Aktion gedacht?", fragte Aino den Waldalben.

Entweder war Morasa abgebrüht, oder war ein wahrer Meister darin von einem Fettnäpfchen ins andere zu treten.

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Morasa

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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#180

Beitrag von Morasa » Fr 14. Jul 2017, 12:10

Morasa
 
hörte sich auf Kariakins Rücken an, was Aino zu sagen hatte.
 
„Erstaunlich dass du lieber Leute wenn du eine Gefahr vermutest zweimal in die Waffe gucken lässt aus reine Vorsicht. Bei mir ist das natürlich ein Fehler, ich soll mich töten lassen und danach fragen. Vielleicht sollte ich am besten überhaupt nichts fragen und wortlos wie ein Trottel gehorchen. Das Recht sich zu verteidigen hast nicht nur du Aino, das habe ich auch. Und wenn du mich nicht einschätzen kannst, dann ist das dein Problem und nicht meins. Der Tiefling hatte mich angegriffen, ich hab ihn nicht angegriffen. Ich habe mich verteidigt. Aber ich hab das schon kapiert, bei mir ist das was anderes als bei diesen zahnlosen pinken Albenhasser.
Die Aussage sagt noch mehr. Lieber soll wer zweimal in die Waffe gucken, als dass einer aus deine Familie verletzt wird. Gut zu wissen, ich sitze hier auf dem Rücken von dem Greif und gucke auch in die Waffe. Dann bin ich keiner aus deine Familie. Weißte was? Ist mir mittlerweile Recht, du kannst mich mal am Arsch lecken, du und deine ganze Sippschaft.
Wie es zu dem Bündnis kam, geht dich einen Scheiss an Menschenweib. Wozu soll ich dir noch antworten? Ich lüge doch bestimmt, du kennst doch mein sprunghaftes Verhalten.
Schaff den zahnlosen Albenhasser hier ran. Ich habs kapiert und nehme den Rauswurf an. Urako soll mir meinen Dolch zurückgeben. Er war der Pfand, dass er mich ausbildet. Ich scheisse auf die Ausbildung. Ich will meine Waffe zurück und zwar zack zack. Und schaff Dave wieder ran, der soll die Kündigung klarmachen. Der hat es mir angeboten, ich will das Angebot annehmen. Was hat der Frostalb damit gemeint, dass ihr Mauli habt? Das er hier ist , ist wohl klar oder hat dem die Sonne das Hirn verschmort, dass der so eine Kacke sülzt?
Was ich bei der Aktion dachte? Das der Greif freundlich war und ich ihn zeigen wollte wo ich wohne. Mache ich sobald ich hier weg bin. Hier wohne ich nicht mehr. Genug geschwatzt Weib, meine Waffe und mein Gul. Dann bist du mich los.“
 
Der Waldalb hatte im gleichen Augenblick seinen Bogen gezogen und ein Pfeil lag schussbereit auf der Sehne.
 
„Ich mache keinen Scherz, wenn Mauli was fehlt, fehlst du Aino.“

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