Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel


Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Urako
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#81

Beitragvon Urako » Di 6. Jun 2017, 12:31

Wie ruhig und freundlich Dave blieb, machte Urako ein wenig zu schaffen. Damit hatte er nicht gerechnet und schon gar nicht, nachdem er ihn in diesen Transportgriff hineingezwungen hatte. Einen Moment lang ĂŒberlegte er, ob das eine Falle sein könnte, aber gleichzeitig wusste er, dass eben dass nicht der Fall sein wĂŒrde. Er hatte schon tausende gerichtet und noch weitaus mehr bestraft, er wusste Körpersprache, Stimmlage und Mimik hervorragend zu intepretieren. Nur, wenn Eifersucht ins Spiel kam, ließ die VerlĂ€sslichkeit seiner Gabe arg zu wĂŒnschen ĂŒbrig.

Er klopfte Dave einmal kurz auf die Schulter und gab ihn frei. Gemeinsam gingen sie in den Keller, so wie Pavo es befohlen hatte.

"Geh da bitte in die Zelle. Man hat nicht gesagt, dass ich absperren soll, also lasse ich die TĂŒr auf und setze mich noch ein Weilchen dazu zum Quatschen, dann ist es nicht so öde."

Ohne zu warten, ob Dave wirklich in die offene Zelle ging, eilte Urako noch einmal davon, holte ein Tablett. Darauf waren Brot und KĂ€se, ein Krug Wein und einen zweiter mit Wasser. Er schenkte jedem von ihnen ein Gemisch davon ein.

"Ist gut gegen Kater", erklÀrte er grinsend. "Kaffee gib`s nicht, der ist irgendwie nicht mehr im Schrank, vielleicht alle oder Lydia hat ihn wieder zum WÀschewaschen benutzt."

Dann setzte er sich mit seinem Becher und einem StĂŒck KĂ€sebrot auf einen Stuhl neben der Zelle.

"Also, du wolltest wissen, warum du anstrengend bist." Urako ĂŒberlegte. Er wollte Dave keinesfalls noch ein zweites Mal beleidigen, aber HöflichkeitslĂŒgen waren auch nicht seine Art. "Du hast schwierige Launen." Aus Urakos Mund klang das sicher etwas komisch nach dem gestrigen Tag, aber Urako fand sich selber kein bisschen schwierig. Er fand sein eigenes Verhalten rundum logisch und gerechtfertigt.

"Du gehst einfach weg, wenn man mit dir ĂŒber Probleme reden will. Das ist kacke. So werden sie nicht gelöst. Klar, das ist mal unangenehm, aber danach ist die Sache auch erledigt, wenn man sich auf eine Lösung einigt. Wie soll man das aber, wenn du einfach weggehst? Die Probleme bleiben dadurch bestehen, du verdrĂ€ngst sie nur, sie werden dir ewig im Genick sitzen. Und im Laufe der Zeit werden es immer mehr. FĂŒr eine Beziehung kann das irgendwann zu viel werden, dann macht es knack und sie ist an dieser Unmenge ungelöster Probleme zerbrochen. Wenn du mit Varmi wirklich langfristig glĂŒcklich werden willst, solltest du daran arbeiten, finde ich. Ansonsten bist du eigentlich nicht schwierig. Nur manchmal etwas ungezogen fĂŒr meinen Geschmack, aber das musst du mit Varmi ausmachen, das geht mich nichts an, hĂ€hĂ€."

Urako aß etwas und spĂŒlte mit dem Weinwasser herunter. Er hatte nur wenig Wein reingegeben, weil er gerade keine Lust hatte, besoffen zu sein. FrĂŒh trank er eigentlich nichts, er hatte Dave nur was gegen den Kater bringen wollen.

"Warum ich Gasmi angegangen bin? Nun ..." Urako sah in eine andere Richtung. Das Thema war fĂŒr ihn sehr empfindlich und er spĂŒrte, wie seine Pulsfrequenz sich sofort verdoppelte, kaum, dass er auch nur daran dachte. Aber er wollte dennoch mit Dave darĂŒber reden. Dave hatte sich ihm anvertraut, jetzt wĂŒrde Urako das gleiche tun. Er musste ja nicht jedes einzelne unangenehme Detail auswalzen, aber das Grobe durfte Dave ruhig erfahren. "Gasmi hat sich fĂŒr meinen Geschmack viel zu sehr gefreut ĂŒber den Neuling. Das schmeckt mir nicht. Er hat sich auf mich zu konzentrieren und andere mit kalter NeutralitĂ€t zu betrachten. Er ist mein Mann."

Er trank nun doch einen Schluck puren Wein direkt aus der Kanne. Sein Unterarm zitterte kaum merklich. Dave wĂŒrde wahrscheinlich nicht verstehen, warum ihn das so aufwĂŒhlte. Wobei ... Urakos Gesicht verzog sich zu seinem schiefen LĂ€cheln.

"Ist so Ă€hnlich wie deine Wut wegen Varmi. Du hast gedacht, ich nehme Varmi dir weg und bist mich darum angegangen. Ich hab Angst, dass Gasmi mir weglĂ€uft, wenn ich die ZĂŒgel zu locker lasse - und bin ihn darum angegangen. Du willst deine Beziehung schĂŒtzen und richtest deinen Zorn gegen die Bedrohung von außen - ich meinen auch gegen die Bedrohung von innen. Man muss fĂŒr seine Beziehungen kĂ€mpfen, Dave. Wenn man sie einfach nur beilĂ€ufig nebenher laufen lĂ€sst, lockert sich das Band zwischen den Partnern immer mehr. Das werden langweilige und oberflĂ€chliche Beziehungen. Ich will eine, die in die Tiefe geht. Mein Herz steht in Flammen fĂŒr Gasmi, Dave. Es lodert. Ich will, dass auch sein Herz fĂŒr mich brennt. Ich will, dass es irgendwann einmal kein Ich und Du mehr zwischen Gasmi und mir gibt, sondern nur noch ein Wir. Dann kann nichts und niemand uns mehr trennen, egal, was geschieht."

Urako machte die ZellentĂŒr noch einmal auf, die sowieso nur angelehnt war und schenkte Dave noch einmal nach, ohne darauf zu achten, ob er ĂŒberhaupt schon ausgetrunken hatte. Ihm ging es nur darum, den restlichen Wein loszuwerden, den er sonst selber ziemlich schnell austrinken wĂŒrde.

"Varum Varmi das Frettchen gekrault hat, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass mir das nicht schmeckt. Erstens, weil Du sein Mann bist und es offenbar nicht mitgekriegt hast. Zweitens, weil ich vielleicht ein ganz kleines Bisschen eifersĂŒchtig war, weil er mich noch nie so gekrault hat." Er grinste entschuldigend. "Keine Sorge, ich nehm dir deinen Varmi nicht weg. Aber nach dem Spaß, den wir drei gemeinsam hatten, darfst du es mir nicht verĂŒbeln, dass ich euch nun beide ein wenig mehr mag als zuvor." Er streckte sich und es knackte zwischen seinen SchulterblĂ€ttern. "Er hat ihn in Frettchengestalt am RĂŒcken gekrault. Danach hat Mo sich zurĂŒckverwandelt und war logischer Weise erstmal nackt. Das passt mir nicht. Geht gar nicht. Mo ist eine Schlampe, wenn du mich fragst. Und obendrein ein Wandler! Mit denen habe ich schon schlechte Erfahrungen gemacht, die sind alle ziemlich falsch. Nutzen ihre Tiergestalt, um sich bei einem einzuschmeicheln, weil man ja nur ein Tier krault und zack, hast du sie plötzlich im Bett! Dann verschwinden sie wieder, weil ihre tierische Natur sie angeblich zu fernen Ufern ruft und du stehst alleine da wie der letzte Depp."

Urako erhob sich, stellte Dave den Rest des FrĂŒhstĂŒcks hin, ĂŒberreichte ihn den ZellenschlĂŒssel und machte von außen die TĂŒr zu.

"So, ich gehe jetzt erstmal. Falls du mal musst, steht da hinten ein Eimer. Ich komme dann in einer Stunde oder so noch mal nach dir sehen, aber ich hoffe mal, dass Pavo dich nicht so lange hier versauern lÀsst. Eigentlich wollte er dich nur festsetzen, damit du nicht wieder wegrennen kannst." Er grinste. "Tu mir den Gefallen und tu eingesperrt. Hör ihm zu und rede mit ihm. Er wird dich nicht bestrafen, zumindest nicht hart, das kann der gar nicht. Leider. Er will nur ein wenig labern."

Urako brachte Dave noch ein dickes, riesiges Kissen und schleppte einen Stapel voller BĂŒcher herbei. FĂŒr derlei GefĂ€lligkeiten hatte er sich frĂŒher die ein oder andere körperliche Gegenleistung von seinen Gefangenen herausgeschunden. Er wusste, wie wichtig solche vermeintlichen Kleinigkeiten einem Gefangenen waren, genau wie ein PĂ€ckchen Pfeifenkraut oder ein heißer Tee. Solche Gesten konnten wahre Wunder bewirken. Von Dave erwartete er jedoch nichts. Urako hatte schlichtweg wieder gute Laune und mochte den Naridier, außerdem hatte Pavo ihm nicht befohlen, ihn zu bestrafen, sondern nur, ihn festzusetzen. So brachte er Dave auch noch ein leeres Notizbuch, sein Tintenfass und die Schreibfeder, die er selber ihm zum FrĂŒhlingsfest geschenkt hatte, damit er sich beschĂ€ftigen konnte und eine Schale NĂŒsse zum Knabbern. Des Weiteren eine WaschschĂŒssel mit Lappen und Handtuch und frische Wechselklamotten, denn Dave roch nicht, als sei er schon zum Baden gekommen nach seinem nĂ€chtlichen Gelage. Urako kam nach zehn Minuten noch einmal vorbei und brachte ihm auch noch sein Rasierzeug und einen kleinen Spiegel sowie einen Kamm. So.

Jetzt erst verschwand er endgĂŒltig, um sich ans AufrĂ€umen zu machen. Varmi konnte ihm nun jedenfalls nicht vorwerfen, er hĂ€tte sich nicht gut um seinen Mann gekĂŒmmert.
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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen,
warum soll`s nicht auch der Henker können?"
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#82

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Di 6. Jun 2017, 17:22

Dave wusste nicht was er erwartet hatte, aber dass er in den Zellenblock gebracht wurde von Urako verwunderte ihn und weckte zeitgleich andere, ziemlich angenehme Erinnerungen. Varmikan und er besuchten öfter den Zellenblock um miteinander zu „spielen“.

In der Anfangszeit ihrer Beziehung hatten sich Varmi und er dort oft heimlich zum Stelldichein getroffen. Es war ruhig, kĂŒhl und angenehme leise, was wollte man mehr?

Das ausgerechnet Urako ihn nun hierhin fĂŒhrte, ließ Dave schmunzeln. Er grinste kurz Urako an und hockte sich wie gewĂŒnscht in die Zelle.

Dass ihm der Tiefling dabei weiterhin Gesellschaft leistete, wÀhrend er hier auf Pavo warten sollte, machte die Sache wesentlich angenehmer.

Urako versorgte ihn zudem mit einem KaterfrĂŒhstĂŒck, was Dave mit dankbarem Nicken entgegen nahm. Der Magier ließ sich Brot und KĂ€se schmecken, wĂ€hrend er dazu die Weinschorle trank, die Urako serviert hatte.

„Danke. Keinen Kaffee? Da mĂŒssten wir eigentlich den Notstand ausrufen. Ich frage mich weshalb die Frauen stĂ€ndig den Kaffee als Reinigungsmittel missbrauchen. Gegen welche Flecken hilft Kaffee? Sag jetzt nicht gegen Kaffeeflecken


Frei nach dem Motto, Fettflecken bleiben wie neu – wenn man sie öfter mit Butter einreibt. Wenn sie ihn schon in die WĂ€sche geben mĂŒssen, dann reicht doch wohl der PrĂŒtt.

Das ist nicht nur Verschwendung, das ist Frevel. Kaffee ist ein Grundnahrungsmittel. Naja fĂŒr mich jedenfalls. FĂŒr mich ist er wichtiger, als was zu essen“,
erklÀrte Dave freundlich und trank seine Schorle aus.

„Richtig, ich wollte wissen warum ich Deiner Meinung nach anstrengend bin“, pflichtete der Naridier Urako bei. Dave hörte sich aufmerksam Urakos ErklĂ€rung an.

"Hm leider sind es nicht einfach Launen Urako. Ich könnte lĂŒgen und behaupten, ich weiß nicht weshalb ich so "anstrengend" reagiere. Tatsache ist, es liegt an meiner Erziehung. Von klein auf wurde uns beigebracht, keine GefĂŒhle zu zeigen, sich stets zu beherrschen, Haltung zu wahren und niemals die Kontenance zu verlieren. Fehler bestrafte mein Vater wie auch mein Großvater rigoros. GezĂŒchtigt, ergo erzogen werden wolltest Du ganz sicher nicht von ihnen.

Ich habe dieses Verhalten so gut verinnerlicht, dass ich bis zu einem gewissen Grad verlernt habe, GefĂŒhle zu zeigen. Sprich dieses Verhalten abzulegen. Auch wenn ich das sehr gerne möchte.

Oft möchte ich etwas sagen und eine Sache verbal klĂ€ren. Mir fĂ€llt in dem Moment nur nichts passendes ein. Zeitgleich fĂ€llt mir aber sehr wohl ein, dass ich viel zu lange geschwiegen habe um noch etwas zu dem Thema sagen zu können. WĂŒrde ich dann noch den Mund aufmachen, wĂŒrde es höchstens peinlich.

Also gehe ich, weil ich nicht weiß was ich sagen soll.

Das betrifft nicht alle Themen. Ich kann ĂŒber manche Themen problemlos reden. Wenn ich mit einem Auftraggeber in Kontakt treten muss, ist das fĂŒr mich kein Problem. Das ist nicht „persönlich“. Im Grunde bin ich in diesem Moment Sprachrohr, sagen wir mal besser Sprecher – der Geister.
Rohr klingt zweideutig.

Die Person mit der ich in so einem Fall kommuniziere kennt mich nicht persönlich. Sie bedeutet mir persönlich nichts, folglich ist mir ihre Meinung gleichgĂŒltig.
Schwierig wird es, sobald mir die Person wichtig ist.
Ich schweige also nicht um Euch zu provozieren oder um Euch zu schneiden.

FĂŒr eine Freundschaft kann mein Verhalten schon belastend sein.
FĂŒr eine Beziehung erst Recht.
Da stimme ich Dir absolut zu Urako.

Thema Varmikan in diesem Zusammenhang.
Er ist anders als alle anderen. Varmikan versteht mich wortlos. Mit ihm kann ich einen geistigen Verbund eingehen und ihm einfach meine GefĂŒhle, Ängste oder Sorgen ĂŒbermitteln. Verstehst Du nun was er mir bedeutet?“,
fragte Dave ernst.

Dave nahm sich noch etwas vom Brot und hörte Urako weiterhin aufmerksam zu.

„Ich verstehe genau was Du meinst. Es ist ein Unterschied ob Du gemeinsam mit Deinem Partner Spaß hast - Beispiel Varmi, Du und ich, oder ob sich Dein Partner ein Bein aus freut fĂŒr eine Person, die mit Euch im Grunde gar nichts zu tun hat.

Du kannst mir natĂŒrlich vorhalten, dass ich Morasa hierher gebracht habe. Das ist unbestreitbarer Fakt. Das habe ich allerdings nicht getan um jemanden zu schaden, sondern um die StĂ€rke der Gilde zu erhöhen.

Wenn man sich ĂŒber einen Neuzugang freut, ist das legitim.
Wenn man sich etwas zu viel freut, bricht das ein Tabu. Man ĂŒberschreitet eine Grenze! Welche auch immer, zumindest die des guten Geschmacks",
erklÀrte Dave.

"Nun auf den Punkt gebracht lautet Deine Sicht, entweder ganz oder gar nicht.
Mich fragte Pavo einmal, wie weit wĂŒrdest Du gehen um Varmikan zu behalten?
Meine Antwort - bis zur völligen Selbstaufgabe.
Du siehst Eure Beziehung genauso wie ich unsere.

Varmikan erklÀrte es mir auch einmal mit passenden Worten.
Man kann nicht ein bisschen zusammen sein, genauso wenig wie man nicht ein bisschen schwanger sein kann. Das musste ich begreifen. Genauso muss es Gasmi lernen. Denn entweder ist er mit Dir zusammen oder er ist es nicht. Die Wahl ist ganz einfach. Ja oder nein.

Ich habe JA gewÀhlt, auch wenn ich mich manchmal ein bisschen dumm anstellte.
Aber JA zum Partner heißt auch, wenn man selbst keine Ahnung hat, ihm die FĂŒhrung zu ĂŒberlassen.
Du vertraust sie ihm an mit Dir",
erklÀrte Dave freundlich.

"Das was Du Dir wĂŒnscht, ist nicht einfach eine Beziehung die sich nicht wieder löst.
Du strebst eine untrennbare, absolute Verbindung an.
Eine Verbindung, in der alles offenbart ist.
In der es keine Geheimnisse mehr gibt.

Eine Vereinigung der kompletten Selbstauflösung zweier Individuen, die sich zu einem Bewusstsein vereinigen. Das ist möglich und das schönste und erhabenste GefĂŒhl, dass Du je erfahren kannst.

Es ist die reinste Form von Liebe.

Varmikan war die erste Person die mir etwas geschenkt hat, was mir vorher niemals eine Person schenkte, nicht nur Liebe sondern zudem pure Geborgenheit.

Man selbst hört auf zu existieren. Du gibst alles auf und erhÀltst trotzdem mehr als Du je besessen hast. Man gibt sein Bewusstsein auf, verliert es um es zu erweitern.

Bewusstseinsverschmelzung.

Das wĂ€re Deine Lösung. Gehe eine Bewusstseinsverschmelzung mit Gasmi ein. Vereinigt Eure Körper und Eure Seelen. Wenn Du es nicht kannst, gebe ich den Vermittler. Ich bin in dem Fall nur das BindestĂŒck - also keine Angst. Du kannst auch Varmikan bitten. Er kann das sogar wesentlich besser als ich.

Ich liebe es, wenn Varmi und ich verschmelzen. Am liebsten wĂŒrde ich mein Klingenohr dann nicht wieder loslassen“,
erklÀrte Dave liebevoll.

Man hörte ihm bei der ErklĂ€rung eindeutig an, wie wundervoll diese Erfahrung sein musste und wie sehr er Varmikan liebte. Urako schenkte ihm noch einmal Wein nach und Dave ließ sich nicht lange bitten zu trinken.

„Zum Thema Kraulen, da musst Du nicht entschuldigend grinsen. Solange Varmi Dich kraulen wĂŒrde, wenn ich dabei bin, ist alles in Ordnung zwischen uns. Es wird erst dann zu einem Problem, wenn es hinter meinem RĂŒcken geschieht. Verheimlichen ist Betrug.

Solange ich davon weiß und mitziehe, hat er mich nicht betrogen. Und wenn er Dir den Pelz dabei krault, nur zu. Er krault ziemlich gut. Solange wir zu dritt spielen, wird mir nichts weggenommen, es ist ein Spieler mehr auf dem Feld.

HĂ€ttest Du mir vor einem halben Jahr gesagt, dass ich jemals so etwas behaupte, ich hĂ€tte Dich ausgelacht. Heute Ă€rgere ich mich höchstens nur darĂŒber, Varmikan nicht viel frĂŒher kennengelernt zu haben.

Varmikan hat mir einige Dinge beigebracht, von denen ich nie gedacht hĂ€tte, dass ich sie jemals tun wĂŒrde. Manches brachte er mir bei, von dem ich nicht mal wusste, dass es diese Dinge gibt. Manche Spielarten davon möchte ich nicht missen. Andere bleiben ein einmaliges Erlebnis – davon brauche ich keine Wiederholung.

Ich denke Du wirst Àhnliche Erfahrungen gemacht haben.

Am Anfang war ich ab und an wĂŒtend auf Varmi, ich fĂŒhlte mich benutzt. Es ging ihm nie darum mir zu schaden, oder mich zu unterdrĂŒcken. Es ging ihm stets darum, dass es mir gut geht. Wie sagte er mal, zu mir?

Mein Mann senkt seinen Blick nicht vor anderen – auch nicht vor mir.
Aber er darf gerne zu mir aufschauen.

Das solltest Du Gasmi sagen. Nur weil man sich vertrauensvoll in die HĂ€nde seines GefĂ€hrten begibt, heißt das nicht, dass man schwach oder dumm wĂ€re.

Varmikan wollte, dass ich gemeinsam mit ihm Neues kennenlerne. Dinge kennenlerne, die mir unbekannt waren. Ohne Kenntnis keine Wahl. Wie sagt er immer? Man sollte alles mal ausprobiert haben.

Dich auszuprobieren war kein Fehler Urako. Du bist zwar ein ganz schön harter Lehrmeister, aber Dein „Unterricht“ hat Spaß gemacht. Ziemlichen Spaß sogar, Deine Optik ist keine Mogelpackung - ich hab es ja hautnah gespĂŒrt. Sogar noch nĂ€her. Ein ausfĂŒllendes und erfĂŒllendes Erlebnis“,
grinste Dave gut gelaunt.

"Thema Gestaltwandler. Wenn Du solche Erfahrungen mit Gestaltwandlern gemacht hast, verstehe ich Deine Reaktion. Ich kannte bis jetzt keinen Gestaltwandler persönlich.

Und auch wenn es jetzt unpassend klingt, ich habe mich in Morasas Gegenwart als ich besoffen war, sicher gefĂŒhlt. Bitte frag nicht warum, aber ich war mir absolut sicher, dass er mich zur Not verteidigen wĂŒrde. Er ist mir nicht von der Seite gewichen",
erlÀuterte Dave.

Der Naridier schwieg einen Moment um nachzudenken.

"Weißt Du Urako, ich habe im Suff etwas Peinliches getrĂ€umt. Ich erzĂ€hle Dir dass, weil ich gut mit Dir reden kann. Lach aber bitte nicht. Ich habe getrĂ€umt, dass Mo mich im Schlaf befummelt hat. Ich lag auf dem Boden und schlief. Dabei konnte ich mich nicht bewegen. Meine Knochen waren schwer wie Steine oder Blei. Du kennst das sicher auch aus anderen TrĂ€umen.

Jedenfalls hat mir Morasa unter die Robe gefasst und ihn gestreichelt. Nicht so wie ich es selbst tun wĂŒrde, oder Du - er hat ihn festgehalten, eingeklemmt und nur seinen Kopf massiert. Als ich aufgewacht bin, war ich von dem Traum total verwirrt. Varmikan stand ĂŒber mir und hat mich wachgerĂŒttelt. Aber irgendwie hatte ich ein komisches GefĂŒhl. Naja gut was erwarte ich? Ich war stockbesoffen",
grinste Dave schief.

"Wer weiß ob sein gespaltenes Verhalten von seiner Gestaltwandlung herrĂŒhrt? Wie verhalten sich Marder von Natur aus? Frage mich etwas ĂŒber Hunde, da könnte ich Dir eine Antwort geben, aber Marder? Nicht mein Gebiet. Ich werde mit ihm reden, sobald ich wieder fit und ausgeschlafen bin“, antwortete Dave.

Der Magier staunte nicht schlecht, als Urako ihm die Zelle wohnlich einrichtete. Er versorgte ihn mit einem Kissen, Schreibutensilien und sogar etwas zu knabbern. Zum Schluss toppte Urako das alles sogar noch mit Wasch- und Rasierzeug.

„Ich muss ehrlich gestehen ich bin beeindruckt. Danke fĂŒr Deine MĂŒhe. Du bist eine sehr ordentliche Vertretung fĂŒr Varmi. Ich verspreche es Dir, ich mache keinen Ärger und höre Pavo aufmerksam zu. Ich will mich doch auch mit ihm versöhnen.

Danke fĂŒrs Kopfwaschen und den netten Plausch. Vielleicht können wir es ja mal wiederholen, wenn Du magst. WĂŒrde mich jedenfalls freuen“,
sagte Dave freundschaftlich und machte es sich in der Zelle gemĂŒtlich.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#83

Beitragvon Distel » Di 6. Jun 2017, 19:58

WĂ€hrend Distel die Dose mit dem Kaffeepulver holte, bereitete Enzian draußen zusammen mit Urako aus dem Sperrholz ein großes Lagerfeuer vor. Der Raktaure half dem Tiefling, die kaputten Möbel alle auf einen Haufen zu schichten und unterhielt ihn derweile mit Anekdoten aus dem 'fernen, schönen Rakshanistan'.

Als Distel mit Gasmi auf dem RĂŒcken wieder nach draußen kam, prasselten bereits die ersten Flammen und eine Zinkwanne voller Wasser stand mitten drin, in die Distel nun die komplette Dose Kaffee ausleerte. Enzian gab noch einige GewĂŒrze hinein und ein forderte Distel auf, noch ein paar Töpfe Honig aus der KĂŒche zu holen, was dieser auch brav machte. Nach kurzer Zeit duftete der gesamte Geistergarten nach frischem Mokka. Enzian rĂŒhrte mit einer langen Kelle darin herum und schenkte jedem Geist, der vorbei kam, so viel davon ein, wie er wollte, wobei er nicht versĂ€umte, irgendein paar passende SprĂŒche zum Besten zu geben. Die Frauen wurden mit ausschweifenden Komplimenten bedacht.

Urako traute sich nicht, irgendetwas zu sagen, als er Gasmi begegnete und ignorierte ihn mit eisiger Miene. Er wollte, dass Gasmi der Erste war, der den entscheidenden Schritt zur Versöhnung unternahm. Distel schĂŒttelte darĂŒber nur seufzend den Kopf und Enzian hielt vorsorglich die Klappe, um nicht wieder den Huf in irgendein FettnĂ€pfchen zu stellen.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#84

Beitragvon Morasa » Mi 7. Jun 2017, 09:35

Morasa
 
hörte die ganze Zeit ĂŒber nur Varmikan in seinen Zimmer rumrĂ€umen. Ein wenig spĂ€ter hörte er Urako und Dave in den zweiten Keller kommen. Sie schwatzten und gingen zu den Zellen. Die Ohren des Waldalben waren gut. Mo versuchte sie zu belauschen, aber sie schwatzten leise und die dicke TĂŒr von dem Zellenblock war dazwischen. Mo gefiel das nicht. Zuerst hatte Urako Dave angegriffen, dann brachte er ihn in den Zellenblock. Warum? Wollte er ihn angreifen oder heimlich ermorden? Dave war ein Magier, er konnte selber auf sich aufpassen. Aber Mo wĂ€re ein schlechter Kamerad, wenn er Dave nicht helfen wĂŒrde. Er hatte es Dave versprochen. Er hatte ihm sein Wort gegeben. Morasa hatte gemeinsam mit Dave gebechert. Dave war vorher schon besoffen, darum hatte ihn Mo nicht allein zurĂŒckgelassen. Das der Tiefling Dave in den zweiten Keller gelockt oder verschleppt hatte, gefiel Mo nicht.
Der Waldalb wollte nachsehen gehen. Morasa löschte die Öllampe. Ein angezettelter FlĂ€chenbrand war genug. Mo wollte nicht das Haus abfackeln. Er stand auf und verwandelte sich in einen Marder. Er sprang aus den KleiderknĂ€ul und schnĂŒffelte.  Morasa schlich los. In seiner zweiten Gestalt war Mo schnell. Er folgte der Spur von Urako und Dave. Seine Nase fĂŒhrte ihn bis zur ZellenblocktĂŒr. Der TĂŒr war ein Hindernis. Mo verwandelte sich zurĂŒck und öffnete die TĂŒr lautlos. Dahinter nahm er wieder Mardergestalt an. Mit langen SprĂŒngen rannte er die Reihen der Zellen ab. Seine Nase fĂŒhrte ihn.
Vor Dave seine Zelle blieb er stehen. Der Magier war allein und eingesperrt. Er war mit BĂŒcher versorgt und Nahrung. Dave sah sehr mĂŒde aus. Mit seinen Krallen kratzte er ĂŒber den Boden. Morasa quetschte sich durch die GitterstĂ€be und schlĂŒpfte in die Zelle von Dave hinein. Drinnen berĂŒhrte er Dave mit einer Tatze und verwandelte sich in seine Waldalbengestalt. Mo zeigte seine ZĂ€hne, so als ob er immer noch ein Marder war. Er war wĂŒtend auf den Tiefling. Das wĂŒrde ein Nachspiel haben. Morasa hockte sich neben Dave und ĂŒberprĂŒfte ob er verletzt war.
 
„Ich habe schlimmes geahnt. Dass war der Tiefling, er hat  dich hier eingesperrt. Er ist ein falscher Kamerad, du darfst ihm nicht vertrauen. Ich befreie dich Dave. Sag mir wo die SchlĂŒssel sind, dann hole ich dich hier raus.“
 
Morasa lĂ€chelte Dave aufmunternd an. Mo nahm sich NĂŒsse und ass sie, wĂ€hrend er wartete.

 
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#85

Beitragvon Aino » Mi 7. Jun 2017, 22:33

Aino und Lydia ließen sich vom Kaffeeduft anlocken. Die beiden gönnten sich einen großen Becher des Rakshanischen GebrĂ€us.

Sie genossen nicht nur das warme GetrÀnk, sondern auch Enzos warme Worte, die Komplimente und seine Geschichten. Der Centaur war unterhaltsam und die beiden Frauen hörten ihm begeistert zu.

"Der Kaffee schmeckt wirklich lecker und ĂŒberhaupt nicht bitter. Ansonsten kann man Zucker hinein kippen wie man möchte, es bleibt immer ein bitterer Nachgeschmack. Dein Kaffee schmeckt wirklich gut", freute sich Aino.

"Ja finde ich auch. Du hast erstklassig gekocht Enzo. Den Job des Kaffeekochers hast Du", pflichtete Lydia bei.
"So hatten die zerstörten Möbel wenigstens noch einen guten Zweck. Es wurde ein Lagerfeuer errichtet und gemeinsam lecker Kaffee getrunken. Wo sind die anderen alle? Schon erstaunlich dass unser Kaffee-Junkie fehlt", lachte Aino leise.

"Der kam heute frĂŒh mit Varmi wieder und sah aus, als hĂ€tte man ihn aus der Gosse gezogen. Ich habe die beiden heute Morgen antanzen sehen. Übel Aino, echt ĂŒbel. Pavo muss darĂŒber mal mit ihm reden", flĂŒsterte Lydia.
"Eigentlich ein Grund mehr sich einen großen Pott Kaffee zu holen. Wenn unser Großer wieder fit ist, rede ich mit ihm. Er sagt mir bestimmt was los war. Er braucht ein bisschen", antwortete Aino.

"Gasmi und Urako gehen sich aus dem Weg. Das ist nicht gut", erklÀrte Lydia.
"Beide hoffen darauf das der andere den ersten Schritt macht. Wenn keiner von beiden die Traute hat, mĂŒssen wir eingreifen", flĂŒsterte Aino.
"Richtig", stimmte Lydia zu und nickte gewichtig.

Beide Frauen nahmen sich noch einen Pott Kaffee und grinsten Enzo an.

"Du hast sehr leckeren Kaffee gekocht Enzo, Du auch Distel", lobte Aino die beiden Centauren.
"ErzÀhl uns noch einige Abenteuer, einige hÀrtere", bat Lydia.

"Ja genau, erzĂ€hl ĂŒber Rakshanistan. Wir sind ganz Ohr und neugierig", grinste Aino.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#86

Beitragvon Gasmi » Mi 7. Jun 2017, 22:41

Gasmi musterte Urako aus traurigen Augen. Der DĂŒsterling wollte sich gerne wieder mit seinem Puschel versöhnen, aber bereits im Wohnzimmer hatte ihn sein Schatz zweimal weggestoßen.

Hier vor allen anderen wieder "verstoßen" zu werden, traute sich Gasmi nicht.

RĂŒckversichernd schaute er zu seinem kleinen, neuen Freund Distel. Vielleicht wusste der Centaur ja einen Rat.

Immer wenn Puschel nah genug an ihm vorbei ging, verpasste ihm Gasmi versehentlich einen Hieb mit dem Greifschwanz.

Wenn Puschel schon nicht den Mund aufmachte um sich zu versöhnen, oder ihm die Versöhnung zu ermöglichen, dann sollte er wenigstens einen Ton von sich geben. Selbst wenn es nur ein wĂŒtendes Zischen war.

Gasmi lief bewusst nah an Puschel vorbei und verpasste ihm einen Hieb auf den Hinter. Mit Unschuldsmiene ging er weiter und fĂŒtterte das Feuer erneut mit Möbelbruch. Die TrĂŒmmerstĂŒcke ließen seine Laune wieder sinken.

Er schaute Puschel ĂŒber die Schulter an, schaute dann lieber weg und warf das Holz ins Feuer.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#87

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Mi 7. Jun 2017, 22:53

Dave musterte den nackten Waldalb vor sich total perplex. Dave wusste nicht wo er hinschauen sollte und versuchte dann, sich auf Morasas Gesicht zu konzentrieren.

Trotzdem wandere sein Blick ab und an dahin, wohin der Naridier eigentlich nicht gucken wollte. Dave rÀusperte sich, grinste und guckte bewusst zu Boden.

"Ehm ja Danke Mo. Vor Urako musst Du mich aber nicht retten, er hat mich hier mit allem versorgt was ich brauche. Ich muss hier auf Pavo warten, da ich mit ihm noch etwas klÀren muss.

Geh, wir treffen uns spÀter Mo - versprochen.

Ich finde nicht, dass Pavo Dich nackt in meiner Zelle sehen sollte. Das bringt uns beide in Schwierigkeiten. Ich möchte keinen Ärger mit Varmi, also geh jetzt bitte, er kommt schon die Treppe herunter, hör doch",
erklÀrte Dave freundlich.

Man hörte wie der alte Goblin die Treppe herunterkam.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#88

Beitragvon Morasa » Do 8. Jun 2017, 09:07

Morasa
 
spitzte die Ohren. Der alte Knacker kam in den Zellenblock. Der Waldalb verwandelte sich sofort in einen Marder und schoss unter Dave seine Robe. Dort versteckte er sich. Falls der alte Knacker Streit suchen sollten, wĂŒrde er sein blaues Wunder erleben.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#89

Beitragvon Davard von Hohenfelde » Do 8. Jun 2017, 13:47

So schnell wie Mo unter seine Robe verschwand konnte Dave gar nicht gucken, geschweige denn reagieren und den Mo-Marder aufhalten. Der Magier blinzelte in Zeitlupe und strich sich ĂŒber das Gesicht.

„Bei Ainuwars Eiern!“, fluchte er leise.

`Na wunderbar! Ich hoffe er stellt dort nichts an. Bei Rakshor, bitte beiß mir nicht in die Nudel.
Wenn Pavo gleich hier ist, beweg Dich bloß nicht. Der denkt nachher noch ich hab Störungen, wenn da was unter meiner Robe wackelt!

Und bitte, bei allem was heilig ist, heb nicht den Kopf und mach nicht „MĂ€nnchen“!
Womit hab ich das verdient?ÂŽ,
stöhnte Dave gedanklich.

In dem Moment klopfte Pavo an die GitterstÀbe.

„Davy sei mir nicht böse. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen, als Dich festzusetzen. Ich möchte mich mit Dir aussprechen und versöhnen. Hörst Du mir zu?“, fragte Pavo freundlich.
Dave grinste Pavo entwaffnend an wie ein Schuljunge, was Pavo dazu veranlasste fragend eine Augenbraue hochzuziehen.

„Hast Du Urako was angetan?“, hakte der Goblin nach.
„Ich nein, wieso? Wir haben uns ganz nett unterhalten“, flötete Dave und rieb sich den Nacken.

„Und weshalb bist Du dann so nervös Davy?“, fragte Pavo.
„Wegen dem Vieh in meiner Hose
“, murmelte Dave kaum hörbar.

„Was?“, hakte Pavo nach.
„Ehm
 nichts. Ich möchte mich auch mit Dir versöhnen. Ich hasse es mit Dir Streit zu haben Pavo“, gestand Dave ein und musterte argwöhnisch seine Robe.

„Dave, bist Du immer noch betrunken, hast Du schon wieder getrunken oder hast Du Dir was eingeworfen?“, fragte Pavo skeptisch.
„Nichts dergleichen, ich bin nur mĂŒde und nervös“, antwortete Dave.

Der alte Heiler langte in die Zelle, zog Dave die Kapuze vom Kopf und packte ihn am Kiefer. Pavo drehte Daves Gesicht zu sich, so dass sie sich in die Augen schauten.

„Hör zu, ich meine das ernst. Es tut mir leid was ich gesagt habe. Du bist nie geizig und den Spruch den ich Dir unter die Nase gerieben habe, hast Du nicht verdient. NatĂŒrlich ist das hier mein Haus. Aber meins ist Deins Davy. Du bist mein „Junge“, gleichgĂŒltig wie alt Du bist.

Ich weiß, dass ich Dich mit dem Spruch verletzt habe. Ich wollte Dich nicht verletzten, hörst Du? Ich wollte nur verhindern, dass Du Urako verletzt. Ich wollte Dich aufhalten, denn Du bist wie ein wĂŒtender Stier in meine Heilstube gestĂŒrmt und hast dermaßen rumgebrĂŒllt, dass mir Angst und Bange wurde.

Ich kenne Dich sonst sehr gut, aber in dem Moment konnte ich Dich nicht mehr einschĂ€tzen. Darum habe ich mich zwischen Dich und Urako gestellt, im Vertrauen auf unsere Freundschaft, dass Du mich nicht attackieren wĂŒrdest. Auch wenn ich mit meiner Aussage Recht habe, heißt es nicht, dass sie richtig von mir war. Es tut mir leid, sei wieder gut mit mir“,
bat Pavo und ließ Dave los.

„Vergeben und vergessen Pavo. Ich bin so ausgerastet, weil Urako Varmikan beleidigte. Zudem dachte ich, er will unsere Beziehung zerstören. Wir haben miteinander geredet. Es ist alles in Ordnung zwischen uns. Wir haben uns versöhnt. Der ganze Scheiß, war nur ein MissverstĂ€ndnis. Und wenn ich mich mit Urako aussöhne, dann doch wohl erst Recht mit Dir. Du wolltest uns beiden ja nichts Böses. Im Gegenteil. Nebenbei, ich ziehe zu Varmi. Das geht nicht gegen Dich Pavo. Er hat mich heute Morgen danach gefragt, ich ziehe zu ihm. Habe ich schon die ganze Zeit ĂŒber gewollt, Du hast also keinen Grund auf Varmi stinkig zu sein“, erklĂ€rte Dave freundlich.

„Varmi hat Dich gefragt? Er hat es nicht angeordnet?“, grinste Pavo.

„Ist es ein Befehl, wenn man etwas befohlen bekommt, was man sich wĂŒnscht?“, hielt Dave dagegen.

„Ein Befehl bleibt es Davy, aber es ist einer der Spaß macht. Oder kurzum, sein Wunsch ist Dir Befehl. Nur zu, freut mich wenn Du glĂŒcklich bist. Pass auf, ich hole von Urako den SchlĂŒssel, lasse Dich frei und wir beide rĂ€umen Dein Zeug direkt in Dein neues Quartier. Dann musst Du nicht so oft laufen“, bot Pavo an.

Dave zog den SchlĂŒssel aus der Tasche.

„Das ist nicht nötig Pavo, ich habe den SchlĂŒssel. Urako hat mich gebeten, Dir zuzuhören und nicht stĂ€ndig wegzurennen“, grinste Dave.
„So lautete mein Pan nicht, Du hĂ€ttest fliehen können“, gibbelte Pavo.

„HĂ€tte ich, wĂ€re ich auch gerne, habe ich aber nicht gemacht. Ich sagte doch, Urako und ich haben geredet. FĂŒhl Dich gedrĂŒckt Pavo, real unterlasse ich das lieber, da ich ziemlich stinke. Ich rĂ€ume hier alleine auf. Bis spĂ€ter auf einen Kaffee, oder Tee. Wo immer Du Lust drauf hast“, bot Dave an.

„Bis spĂ€ter oder heute Abend“, antwortete Pavo, knuffte Dave und machte sich auf den Weg zurĂŒck in seine Heilstube.

Dave wartete noch einen Moment, bis die schwere TĂŒr ins Schloss fiel. Er spĂŒrte sicherheitshalber zusĂ€tzlich mental nach Pavo, der Goblin hatte den Zellentrack verlassen. Dave zog die Robe nach oben, grabschte den Marder und zerrte ihn aus seiner Robe.

Er pflanzte Mo einfach neben sich.

„Verwandele Dich zurĂŒck und binde Dir den Kissenbezug als Lendenschurz um. Zum GlĂŒck hast Du die FĂŒĂŸe still gehalten! Du kannst beim AufrĂ€umen gleich mit anpacken“, befahl er dem Marder.

"ZukĂŒnftig unterlĂ€sst Du solche Aktionen mir in die Klamotten zu kriechen Morasa.

Allerdings auch Danke fĂŒr Deinen Beistand. Hier wie auch gestern im Haus. Und Danke fĂŒr Dein offenes Ohr. Nicht jeder hĂ€tte mir in der Situation beigestanden oder sich mit mir abgegeben. Ich kann betrunken... etwas ungehalten werden. Darum Danke.

Welchen Eindruck Du von uns haben musst, nach dem Einstand ist mir bewusst. Einen derartigen Vorfall hat es vorher nicht gegeben. Der Eklat erfolgte direkt nach Deiner Aufnahme, sprich nach Übergabe des Blutes.

Wie verbleiben wir?

Ich biete Dir an zu gehen, wenn Du möchtest. Du darfst die Gilde verlassen, ohne Konsequenzen fĂŒrchten zu mĂŒssen. Das Prozedere ist in dem Fall ich lösche einen Teil Deiner Erinnerung. Sterben wirst Du nicht. Ich garantiere Dir dabei Deine Sicherheit.

Das ist das Mindeste, da ich Dich anwerben ließ.
Letztendlich war es wohl alles meine Schuld.

Falls Du trotz allem bleiben möchtest, wĂŒrde ich mich darĂŒber freuen. Trotz des Ärgers könnten wir alle miteinander einen Neustart wagen. Du mit der Gilde und die Gilde mit Dir.

Wir beide haben uns von Anfang an gut verstanden, allein stehst Du nicht.
Du musst Dich allerdings auch bemĂŒhen und Drohungen gegen Urako kann ich Dir nicht durchgehen lassen.

Im Moment weiß ich selbst leider nicht wie hier mein Stand ist Mo. Inwieweit Pavo oder Seddik noch zu mir stehen, kann ich nicht abschĂ€tzen.

Ich gehe jetzt nach oben, dann baden und lege mich dann einige Stunden schlafen. So gegen Mittag wollte ich in die Stadt gehen. Du kannst mich begleiten wenn Du möchtest. Dann hĂ€ngst Du hier nicht alleine rum und Du kannst auch ein Unheil stiften“,
grinste Dave.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#90

Beitragvon Morasa » Fr 9. Jun 2017, 13:42

Morasa
 
verwandelte sich wieder in einen Waldalben und setzte sich vor Dave. Mo musste ĂŒber Dave seine Zimperlichkeit lachen.
 
„Den Kissenbezug als Lendenschurz brauche ich nicht. Nackt ist normal, oder bist du mit Robe auf die Welt gekommen? NatĂŒrlich hab ich mich ruhig verhalten, ich wollte dir beistehen. Das ist normal als Kamerad. Der alte Knacker war freundlich. Er vermisst dich Dave. Trauen darfst du ihm trotzdem nicht. Im Streit hat er zu dem Tiefling gehalten und nicht zu dir. Vergiss das nicht Dave, du weisst genau wem seine Kameradschaft gilt. Ich helfe dir beim umrĂ€umen, dass ist kein Problem.
Mein Eindruck ist nicht schlecht von eure Gilde. Nur der fette Ork und der Tiefling sind Albenhasser. Das werde ich nicht vergessen. Ich muss mich noch bei dem Tiefling entschuldigen. Das habe ich Anwolf versprochen. Varmikan war allein in euren Zimmer, das habe ich gehört. Und du wolltest zu ihm umziehen. Ich hab dich und den Tiefling in den Zellentrack gehen gehört. Ich weiss was das fĂŒr einer ist. Ich dachte er will dir etwas antun oder dich ermorden. Darum bin ich dir gefolgt um dir zu helfen. Wer weiss was er von dir will, dass er auf einmal so freundlich ist. Pass bloss auf bei dem. Er hat Varmikan und dich  vor der ganzen Gilde beleidigt, seine Freundlichkeit ist falsch. Ich sage dir, dass ist ein ganz krummer Hund der Tiefling.
Mein Einstand war scheisse, aber es war nicht deine Schuld Dave. Danke fĂŒr das Angebot mich gehen zu lassen. Ich möchte gerne in der Gilde bleiben. Schön dass es dich freut wenn ich bleibe. Da bist du wohl der einzige. Ich möchte gerne dein Kumpel und Kamerad sein. Wenn du magst. Wie du sagst, wir haben uns von Anfang an gut verstanden. Noch vor der Aufnahme in die Gilde.
Ein Neuanfang mit der Gilde wĂŒrde mir gefallen. Es wird keinen weiteren Streit mit dem Tiefling und dem fetten Ork geben. Ich gehe beiden aus dem Weg. Halten sie keinen Frieden wehre ich mich. Dass ist erlaubt, hat Anwolf gesagt. Aber ich werde sie nicht angreifen. Das verspreche ich dir.
Zum baden nimmst du besser Varmikan mit. Du siehst geschafft aus, verteidigen kannst du dich in dem Zustand nicht. Er muss auf dich aufpassen.
Ich bin dabei und begleite dich gerne in die Stadt. Hol mich ab, wenn du losgehst. Ich wohne direkt in der NĂ€he von euch. Nur ein paar Zimmer weiter ist mein Quartier. “
 
Morasa rĂ€umte die Sachen zusammen und packte sich das BĂŒndel.
 
„Gehen wir.“
 
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