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BeitragVerfasst: Fr 9. Jun 2017, 20:08 
Freiherr
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Volk: Naridische Almanen
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Dave musterte Morasa.

"Schön dass Du mir beistehen willst. Dein Beistand sollte dann alle Aspekte des Lebens abdecken Morasa. Ob ich mit Robe auf die Welt gekommen bin, spielt dem zu Folge keine Rolle. Jetzt trage ich welche und Du trägst den Lendenschurz, wenn ich Dich darum bitte oder Dich dazu auffordere.

Es geht dabei nicht um Prüderie, dass wirst Du hier morgens selbst noch sehen, hier ist niemand prüde. Die anderen Gildenmitglieder verstecken sich nicht, ich ebensowenig. Dennoch gehört es zum normalen Umgang miteinander, dass man Kleidung trägt. Zumindest tagsüber und im Kontakt mit anderen Personen.

Wenn Du keine Kleidung tragen willst, schleich als Marder herum Mo.
Schleichst Du als Waldalb in unserem Haus herum, dann wirst Du Kleidung tragen. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie wenn Du zum Baden gehst oder vom Baden kommst.

All diese für Dich scheinbar nutzlosen Kleinigkeiten gehören zu einem guten Miteinander dazu. Ich fordere Dich nicht umsonst zu etwas auf Mo.

Da Du Dich unter meiner Robe versteckt hast, hast Du selbst gehört worum es Pavo gegangen ist. Natürlich hat mich seine Aussage verletzt. Aber ich kenne den Goblin weit über ein Jahrzehnt Morasa. Der Mann hatte mir einst das Leben gerettet. Er hat mich als erste Person gemocht, mir Zuneigung entgegen gebracht.
Auch wenn ich auf ihn wütend bin, gibt es Dir nicht das Recht so über ihn zu reden. Für mich hat er den Status eines "Papas". Wie würde es Dir gefallen, wenn ich so über Deinen Vater oder Deine Mutter rede?

Ich erkenne den Hintergrund Deiner "Warnungen" bezüglich Pavo und Urako Morasa.

Einerseits schmeichelhaft, dass Du so gerne mein Freund wärst. Aber bitte nicht auf Kosten anderer. Pavo hat Dir persönlich nichts getan und so wird es auch bleiben, wenn Du ihn mit Respekt und Anstand behandelst.
Als Neuling erwarte ich das auch von Dir.

Ebenso verhält es sich mit Urako. Du liegst mit Deiner Meinung falsch. Ich selbst habe mit meiner Meinung über ihn falsch gelegen. Er ist ein Choleriker wie mein Bruder. Wenn er mir etwas antun wollte, wie Du befürchtest, hätte er versucht mir in seiner Wut den Schädel einzuschlagen.

Aber mich extra wohin zu locken, um dann mit mir gemütlich und ausführlich zu plaudern, mich mit einem Frühstück zu versorgen und dann noch mit Unterhaltung nur damit ich auch wirklich auf Pavo warte - entschuldige, so handelt niemals ein Choleriker. Dass ist denen viel zu viel Aufwand. Zudem müssten sie sich für so eine Aktion beherrschen. Choliker können vieles, sich beherrschen gehört nicht dazu.

Ich mag Dich Mo. Ich mag Dich wirklich, sonst hätte ich Dich nicht anwerben lassen. Und ich freue mich auch dass Du bleiben und mein Kumpel werden möchtest. Aber dann nach den Regeln unserer Gruppe. Du bist der Neue, Du fügst Dich ein und damit wird auch alles gut.

Du musst Seddik und Urako nicht aus dem Weg gehen. Du musst ihnen nur zeigen, dass Du gewillt bist, Dich anzupassen. Oder meinst Du die gesamte Gilde passt sich dem Waldalben Morasa an, der tatsächlich schon einen ganzen Tag hier ist?

Na also.

Da Du die ganzen Sachen schon auf dem Arm hast, belassen wir es jetzt dabei. Geh so wie Du bist mit den Sachen nach oben. Zukünftig wirst Du Kleidung tragen und wenn es ein Kartoffelsack aus Jute ist. Mir völlig gleichgültig, Hauptsache Du rennst hier nicht mit nacktem Arsch rum.

Und nebenbei, wir beide können gerne Freunde werden. Das Du mich direkt so magst, sehe ich als Kompliment. Ich gehe gerne drauf ein und schließe gerne Freundschaft mit Dir. Aber mehr werden wir beide niemals.

Wenn ich mich täusche und Du mich nicht "anbalzt", kannst Du die Information einfach als das hinnehmen was sie ist - Fakt.

Ich bin mit Varmikan verheiratet!
Ich werde Varmi noch einmal nach unserem Recht heiraten.
Ich liebe den Mann von ganzem Herzen!
Ich werde ihn nicht verlassen, unter keinen Umständen.
Zur Not würde ich ihn bis zur letzten Konsequenz verteidigen.

Beachte das, akzeptiere dass, respektiere das und vor allem respektiere meinen Mann! Das verlange ich von Dir als Neuling und als Freund.
Gleiches gilt für meine Freunde, unter anderem Urako.
Zudem ist Urako der beste Freund von meinem Mann.

Schadest Du Urako, schadest Du Varmikan. Und schadest Du Varmi... nunja versuche nicht herauszufinden was dann passiert.

Hast Du keinen Respekt vor meinen Leuten, wie meiner Gilde, meinen Freunden, meiner Familie und meinen Mann können wir keine Freunde werden.

Da Du allerdings gesagt hast, dass Du einen Neuanfang wagen willst, gehe ich davon aus, dass Du Dir auch meine Ratschläge und meine Bitten zu Herzen nehmen wirst",
erklärte Dave freundlich und öffnete die Zellentür.

"So jetzt gehen wir. Natürlich nehme ich Varmikan mit zum Baden. Aber nicht dass er mich bewacht, dafür habe ich schließlich meine Fellnasen, sondern dass er mir Gesellschaft leistet und mich vielleicht abschrubbt, wenn er Lust drauf hat", grinste Dave.

"Für den Stadtgang hole ich Dich nach dem Mittag ab, oder wir gehen direkt nach dem Mittagessen. Ich sag Dir auf alle Fälle bescheid", sagte Dave.

Der Naridier gab die Führung zurück zu ihren Quartieren.
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BeitragVerfasst: Sa 10. Jun 2017, 08:21 
MOhikaner
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Volk: Waldalb
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Morasa

überholte Dave und blieb genau vor ihm stehen, so dass Dave auch stehen bleiben musste. Der Waldalb guckte ihm genau in die Augen. Er bliess sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, da er beide Hände voll hatte.

"Entschuldige. Gestern warst du wütend auf Pavo. Wenn er wie ein Vater für dich ist, darfst du anders über ihn sprechen als ich. Der Hintergrund stimmt, ich bin ein bisschen eifersüchtig. Es ist deine Gilde und es sind deine Regeln. Ich bin der Neue, ich werde mich fügen. Nicht nur für dich Dave, für alle anderen. Ich habe mich über die Aufnahme in eure Mitte gefreut. Ich möchte hier bleiben. Dann muss ich dafür was tun, da hast du Recht. 
Wenn man mit andere zusammenlebt, gelten andere Spielregeln. Die werde ich direkt befolgen. Die Gildenregeln musst du mir noch nennen.
Anwolf hat es mir genauso erklärt wie du. Ich war einfach wütend über die Beleidgung von Seddik und Urako. Sie waren bestimmt auch beledigt wegen meine Art. Was du und die Gilde erwarten werde ich erfüllen.
Anwolf hat es mir erklärt und du hast es mir erklärt. Meine Wut sollte nicht über meine Vernunft siegen. Und beliebt mache ich mich nicht, wenn ihr mir alles doppelt sagen müsst. Anwolf war zwar wütend auf mich, trotzdem hat er mir seine Meinung in Ruhe erklärt. Am Ende als wir zurück im Geisterhaus waren, hat er sogar an meine Lampe für mein Quartier gedacht. Er hat mir eine ganz besondere Öllampe geschenkt. Eine die die Zeit anzeigt. Die Zeit ist für mich unwichtig. Ich brauche nur das Licht der Lampe. Aber ich wollte sagen, obwohl er wütend war, blieb er vernünftig und ruhig. Wenn das ein Junge schafft, muss ich dass genauso schaffen. Das ist doch lächerlich, würde ich das nicht schaffen.
Gestern habe ich zu dir noch gesagt, morgen ist ein neuer Tag, ich hoffe er sieht besser aus. Ich selber mache ihn gerade nicht besser Dave.
Varmikan ist dein Mann und du liebst ihn. Das ist alles was ich über euch beide wissen muss. Du magst mich und ich mag Dich. Freunde. Als Freund achte ich dein Mann und natürlich deine Freunde. Genauso deine Familie und deine Gilde. Du musst sie nicht vor mir beschützen. Wir beide beschützen sie zusammen. Das verspreche ich dir, ich gebe dir mein Wort.
Wenn wir uns nachher treffen, habe ich alles erledigt was ich zu tun habe."

Morasa dachte nach.

"Dave wegen dem Mittagsessen muss ich dich was fragen. Wie regelt ihr das und wie bezahlt ihr dass? Esst ihr gemeinsam und jeder bezahlt seinen Anteil? Oder wie funktioniert das hier? Zur Zeit bin ich ganz knapp bei Kasse. Ich habe aus deinen Stadthaus einige Äpfel mitgenommen. Sie sind noch gut aber welk. Ich wollte uns daraus ein Frühstück machen und habe dir auch einige gute aufgehoben. Dann wurdest du schon abgeholt und ich hab sie eingesteckt. Nur dass du das weisst. Mit Wolfi war ich frühstücken, das war richtig gut. Er war echt schwer anständig zu mir, er hat mir sogar sein Brot geschenkt. Ich werde die Geste zurückgeben, versprochen."

Mo gab den Weg frei und ging hoch zu Dave sein Quartier. Vor der Tür legte der die Sachen ab. Er wollte nicht nackt in das Zimmer von Varmikan gehen, wo er vorher sein Versprechen abgegeben hatte. Mo lächelte Dave an und deutete auf das Bündel. Der Waldalb ging in sein eigenes Zimmer und zog sich seine Kleidung an. Danach ging er hoch in das Geisterhaus. Er lauschte ob er die anderen hören könnte.
Sie waren im Hof und von dort roch es lecker nach Kaffee. Auch Urako konnte er dort hören. Morasa ging zu den anderen in den Hof und fing den Tiefling ab.

"Urako ich entschuldige mich bei dir für meine Drohung. Ich war beleidigt wegen deiner Worte und du wegen meinen. Frieden und ein Neuanfang?". 

Der Waldalb bot dem Tiefling Frieden an.
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BeitragVerfasst: Sa 10. Jun 2017, 20:05 
Freiherr
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Volk: Naridische Almanen
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Dave zog eine Augenbraue hoch, als ihn Morasa im Laufen geradezu ausbremste. Allerdings war dass, was der Waldalb zu sagen hatte, Musik in seinen Ohren. Wenn er sich wirklich an seine Worte halten wollte, hatte der Magier nichts dagegen.

"Wunderbar Morasa, überzeuge mich einfach mit Taten anstatt mit Worten. Kurzum erzähle mir nicht was Du tun möchtest, sondern sag - ich habe es getan.

Natürlich hat Anwolf Dir das Gleiche erzählt, um was ich Dich gebeten habe. Es geht ihm schließlich um dieselbe Sache. Er möchte Frieden in seiner zweiten Familie.

Aber so wie ich das Wölfchen kenne, wird er seine Wünsche mit einigen kreativen Drohungen gewürzt haben Mo. Und im Gegensatz zu Dir Mo, droht Wolfi niemals leer. Er entschuldigt sich auch nicht. Er warnt vor der Drohung.

Und wenn keine Reaktion auf seine Drohung erfolgt handelt er. Drum zwing ihn nicht zu handeln. Er scheint Dich zu mögen, sonst hätte er Dir erstens kein Frühstück spendiert und zweitens Dir nicht eine Öllampenuhr geschenkt. So heißt Deine Lampe.

Und ich warne Dich, fang nicht an über Wolfi herzuziehen, da kenne ich Null Nachsicht. Er untersteht mir, er ist für mich wie mein eigenes Kind. Komm ihm also nicht krumm, sondern halte Dich an Dein Versprechen.

Richtig erkannt, gestern hast Du noch gehofft, der heutige Tag würde besser werden. Wenn es Dir ernst damit ist, dann sorg doch einfach dafür. Wie das funktioniert, haben wir Dir nun ausreichend erklärt - sprich Wolfi und ich.

Solltest Du nachher tatsächlich bereits Deine Versprechen umgesetzt haben, würde mich das wirklich freuen Mo.

Wie wir hier verfahren bezüglich gemeinsamer Kosten, habe ich Dir bereits im Schluckspecht erzählt. Nun denn, noch einmal für Dich. Vielleicht warst Du einfach etwas nervös oder unaufmerksam. Das passiert aber bitte nicht noch einmal.

Es geht mir nicht darum, dass ich Dir Dinge nicht noch einmal erläutern würde - es geht darum, dass Du direkt von Anfang an lernst, mir stets Deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Gleichgültig was ich Dir erläutere. Bei einem Auftrag kannst Du auch nicht dreimal zurückkommen und fragen wer die Zielperson war.

Also hör zu. Alle Einnahmen der Geister wandern in einen Topf, in die Gemeinschaftskasse. Ich verwalte die Gemeinschaftskasse, alle Einnahmen und Ausgaben müssen bis auf den letzten Taler stimmen.

Alle Einnahmen wandern in die Gemeinschaftskasse und davon werden alle Gemeinschaftskosten beglichen. Alles! Dazu zählt auch unsere Versorgung mit Nahrung und Getränken, Kleidung, Waffen, Sonderwünsche - wie zum Beispiel jetzt Deine Lampe.

Der Rest der dann übrig bleibt im Monat wird anteilsgerecht an die einzelnen Gildenmitglieder ausgezahlt. Heißt ich teile es durch die Anzahl der Gildenmitglieder und deren geleisteten Aufträge.

Es ist logisch, dass jene Mitglieder mehr Geld ausgezahlt bekommen, die auch mehr Aufträge ableisten.

Um die Auszahlung musst Du Dir keine Gedanken machen. Das ist mein Part und in Geldangelegenheiten unterlaufen mir keine Fehler.

Das bedeutet, Dein Frühstück, Dein Mittag, Dein Abendessen, wie auch Deine Zwischenmahlzeiten, Deine Getränke oder auch Essenswünsche sind bereits bezahlt.

Aber um es mal mit Varmikans Worten zu sagen - Du hast noch nichts für diese Gemeinschaft geleistet Morasa. Alle Geister hier verzichten für Dich auf etwas, damit auch Du Dich an unseren Tisch setzten kannst.

Ein weiterer Grund sich erkenntlich zu zeigen, nicht wahr?

Richtig erkannt, es wäre schön wenn Du die Geste allein Geistern zurückgeben würdest und nicht nur Wolfi. Wenn Du bestimmte Wünsche in der Versorgung hast, kannst Du mir das gerne mitteilen.

Aber nicht jetzt, ich bin extrem müde und ich möchte endlich in den Zuber. Das geht nicht gegen Dich, ich kann einfach nicht mehr",
antwortete Dave freundlich.

Als der Waldalb den Weg freigab und die Sachen bis vor Daves Quartier schleppte und dann sogar anstandshalber das Quartier nicht betrat, sondern sich mit einem Lächeln verabschiedete und in Richtung des eigenen Quartiers verschwand, nickte Dave anerkennend.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Dave schnappte sich seine Sachen und wuchtete sie selbst ins Quartier. Der Naridier hatte kaum Varmikans Quartier betreten, als er feststellte, dass sein Klingenohr bereits ganze Arbeit geleistet hatte. Varmi hatte seine Sachen bereits eingeräumt.

Dave musste bei dem Gedanken daran schmunzeln, wie oft Varmikan wohl gelaufen war, da sein Kerl nicht gerade viel schultern und schleppen konnte. Varmi kam ihm aus dem Schlafzimmer gähnend entgegen, nahm Dave die Sachen ab und räumte sie vorsichtig zur Seite.

"Sternchen ich war so frei Deine Sachen schon einzuräumen. Nicht dass Du es Dir nochmal anders überlegst", grinste der Frostalb.
"Keine Sorge, dass ist in Stein gemeißelt. Wir wohnen ab sofort zusammen. Hast Du übrigens super gemacht. Frage - ich wollte baden gehen, kommst Du mit? Ich muss mich ja noch bei Dir entschuldigen... das geht auch im Wasser", sagte Dave schmunzelnd.

"Werde ich für meine harte Arbeit belohnt?", flötete Varmi.
"Auf alle Fälle", grinste Dave breit.
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BeitragVerfasst: So 11. Jun 2017, 09:50 
Spielleiter des Geisterhauses
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Volk: Goblin
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Das Kaisho Abkommen (1) Chronist in Silber (1) Rote Laterne (1) Quasselstrippe (1)
Jeelen folgte dem Kaffeeduft nach draußen und ließ sich von Enzo ebenfalls einen großen Becher aushändigen. Der Kaffee war süß, ganz nach dem Geschmack des Goblins. Es fehlte nur ein Stück Kuchen oder Plätzchen. Jeel schaute Lydia an, aber die Zwergin schüttelte langsam den Kopf.

"Schade. Aber der Kaffee ist trotzdem gut", grinste der Grüne.
"Es scheint sich eine Versöhnung anzubahnen", flüsterte Lydia.
"Und es steht noch eine Versöhnung aus - die zwischen Gasmi und Urako", warf Aino ein.

"Ich geselle mich mal lieber zu den beiden, ehe das hier noch in einer Messerstecherei endet, nur weil die beiden wieder was in den falschen Hals bekommen. Sicherer ist das. Weder Urako noch unser Waldalb sind tiefenentspannt", grinste Jeelen.

Der Goblin gesellte sich zu Urako und Morasa dazu, schlürfte seinen Kaffee und wartete gespannt ab.
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BeitragVerfasst: Mo 12. Jun 2017, 11:37 
Zweitcharakter
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1)
Eine Weile hielten Gasmi und Urako es aus, sich gegenseitig zu ignorieren, doch Urako erkannte zu seiner tiefsten Genugtuung bald die ersten Zeichen von Gasmi, dass er gern wieder Kontakt herstellen wollte. Ein verstohlener Blick hier, ein Schnuppern da. Auch wechselte er einen hilfesuchenden Blick mit Distel, der jedoch nur traurig mit den Schultern zuckte. Zu guter Letzt begann Gasmi, dem Tiefling scheinbar aus Versehen kleine Hiebe mit seinem Schwanz zu verpassen. Das war witzig und angenehm zugleich. Urako war primitiv genug, als dass sich eine körperliche Reaktion darauf anzubahnen begann. Er hatte genug vom Schmollen. Gasmi war derjenige, der zuerst wieder Kontakt herstellen wollte, gab somit klein bei, unterwarf sich und damit war Urako zufrieden und sah keinen Grund, sich noch länger abweisend zu verhalten.

Als Gasmi beim Herumtragen der Holzstücken wieder "zufällig" seinen Hintern peitschte, fing Urako das Körperanhängsel, zerrte Gasmi an sich heran und umarmte ihn fest von hinten. Er umschlang seinen baldigen Mann beiden Armen um Schultern und Brust und legte seinen Mund an Gasmis Schläfe. Erleichterung machte sich in Urako breit. Auch für ihn waren solche Streits sehr anstrengend, auch wenn man ihm oft vorwarf, dass er streitlustig wäre, was durchaus stimmte. Doch seine Streitsucht war selbstzerstörerisch, sie machte ihn nicht glücklich. Er war keiner dieser sogenannten Energievampire, die sich daran labten, anderen die Stimmung verdorben zu haben, denn er fühlte sich danach kein bisschen besser, sondern im Gegenteil, noch schlimmer als vorher. Dass er trotzdem weiter streiten würde, wenn er es nötig hielt, bis hin zur völligen seelischen Selbstzerstörung, war nichts anderes als das verzweifelte um sich Beißen eines in die Ecke gedrängten Tieres. Nein, Urako hätte nicht als Erster klein bei gegeben, nie. Doch war er froh, dass Gasmi klüger war als er und küsste ihn auf den Kopf.

"Tut mir leid", sagte er so leise, dass nur Gasmi es hörte, obwohl es ihm eigentlich überhaupt nicht leid tat. Wieso sollte es auch, Gasmi war ja zusammen mit Varmi und Dave Schuld daran, dass er so ausgerastet war. Urako konnte nichts für diese Zerstörung, genau so wenig, wie er als Scharfrichter etwas dafür konnte, dass seine Deliquenten hingerichtet werden mussten. Dennoch schien es, dass er als letztes Glied von Ketten der Gewalt immer jener war, auf den man den Finger richtete. Er war nur jener, der Blut vergoss, aber nicht derjenige, der es verursachte. Er entschuldigte sich daher nur, um Gasmi auf ihrem Weg zur Versöhnung einen Schritt entgegen zu kommen. Mit seinem lückenhaften Gebiss zog er an Gasmis Ohr und presste sich von hinten an ihn. Gemeinsam schauten sie in die Flammen ihres brennenden Zimmermobiliars. "Wir kaufen neue Möbel. Schönere, bessere. Die hier hat schon irgendwer benutzt und mit seiner negativen Energie verseucht. Hell oder dunkel, gezimmert oder geflochten?"

Da kam das wandelnde Übel auf ihn zu. Morasa. Der Feind. Urako änderte nichts an seiner Körperhaltung, beobachtete ihn jedoch wie ein Luchs. Er kam näher, er wollte wirklich zu ihnen! Urako stieß Gasmi hinter sich, damit er nicht zwischen die Kontrahenten geriet und wollte sich auf den Waldalb stürzen, um seine Nase einzuebnen - da entschuldigte sich dieser. Urakos geballte Faus verharrte in er Luft, noch bevor er hatte zum Schlag ausholen können.

"Eh", machte er und war einen Moment lang aus dem Konzept. Alle umstehenden Geister starrten ihn an. Natürlich erwartete jetzt jeder von ihm, dass er die Entschuldigung annahm.

"Vergiss es", sagte Urako eisig. "Nach einer Morddrohung musst du dir schon mehr einfallen lassen, wenn dir wirklich an einer Versöhnung gelegen sein sollte. In meiner Heimat wärst du allein für diese Worte auf dem Block gelandet! Dass du noch lebst, nachdem du mich mit dem Tode bedroht hast, verdankst du der laschen Gesetzeslage, die hier zu herrschen scheint!"

Es war nicht so, dass Urako generell nicht für eine Versöhnung bereit gewesen wäre, aber in Anbetracht von Morasas Tat fühlte er sich von dessen laschen, fast gelangweilten Worten ziemlich verarscht.

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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen, warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter
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BeitragVerfasst: Mo 12. Jun 2017, 16:34 
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Morasa

nickte ernst zu Urakos Worte. Nicht weil er zustimmte, sondern nur da er zuhörte. Er hörte sich an, was der Tiefling zu sagen hatte. Dabei blieb er gelassen, so als schwatzen sie freundlich miteinander. Urako war ganz schön nachtragend. Er hatte sich entschuldigt. Was wollte er noch? Hätte er sagen sollen, es tut mir leid? Es tat ihm überhaupt nicht leid. Er würde beleidigt und hatte sich gewehrt. Mo dachte nach. Doch ein bisschen tat es ihm leid. Er wollte zu der Familie gehören und alle stritten wegen ihm. Er wollte sein Versprechen halten und nicht rausfliegen. Den Tod anzudrohen war für einen Mitbruder zuviel. Er erinnerte sich an Wolfis Worte.
Er wusste nicht was er sonst machen sollte. Was wollte der Tiefling? Mo wusste es nicht.

"Es tut mir leid. Ich hätte dich nicht bedrohen sollen. Was willst du noch als Entschuldigung? Sag es mir. Ich hab keine Ahnung."

Morasa wartete ab.
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BeitragVerfasst: Mo 12. Jun 2017, 18:28 
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Volk: Tiefling
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Die Freien Völker (1)
Urako betrachtete Morasa lange und suchte in seinem Gesicht nach nonverbalen Zeichen, einem verräterischen Zucken der Wangenmuskulatur, wenn er nervös mit den Kiefern mahlte, unregelmäßigen Bewegungen der Augen, einem sich dem Lichte unangemessenen Weiten oder Zusammenziehen der Iriden und anderen Hinweisen, die zwar für sich betrachtet nichtsagend waren, aber in der Kombination mit dem übrigen Gebahren Auskunft über verborgene Gefühlsregungen geben und Lügenkonstrukte enttarnen konnten. Urako entdeckte nichts dergleichen. Entweder war Morasa ein äußerst routinierter Lügner oder er wusste tatsächlich nicht, was er machen sollte.

"Nun", sagte Urako gedehnt und musste ersteinmal selber überlegen, was er überhaupt könnte haben wollen. "Du könntest mal was kochen! Aber nicht irgendeine Plärre, sondern was richtig Leckeres. Liebe geht durch den Magen und demzufolge auch irgendwelche ... Vorstufen davon, Freundschaft oder Wohlwollen und so. Wenn du ganz sicher gehen willst, dass es funktioniert, kochst du nackt!" Er grinste schäbig. "Nur Spaß. Du kochst für alle, ich organisier die Getränke, Varmi wäscht ab und Dave muss die Küche aufräumen. Schließlich haben die zwei auch mitgemacht, da brauchen die sich gar nicht drücken. Und dann unterhalten wir uns mal normal. Einverstanden?"

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BeitragVerfasst: Mo 12. Jun 2017, 19:22 
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Gasmi war zuerst verwirrt, wütend und traurig und das alles zeitgleich. In seinem Kopf ergab dies einen schwindelerregenden Cocktail.

Leider war dieser nicht erheiternd, sondern verursachte wie ein tatsächlicher Cocktail einfach nur grenzenlose Kopfschmerzen.

Weder sein neuer Freund Distel noch einer der Geister konnte ihm helfen. Gasmi hatte den kleinen Centauren einen Moment lang hilflos angestarrt, zeitgleich kam ihm aber dann der Gedanke, dass Puschel genau dieser Blick erneut in Rage versetzen konnte.

Der Düsterling wusste nicht weiter. Er hatte keine Idee wer jetzt noch helfen konnte. Wenn er sonst nicht weiter wusste, fragte er Dave.

Aber Dave war vorhin genauso durch den Wind und ein Nervenwrack wie Puschel.

Zwar hieß es, man konnte Feuer mit Feuer bekämpfen, aber Gasmi befürchtete er würde in diesem Fall einen gigantischen Großbrand auslösen, wenn er Dave oder Varmikan um Hilfe bat. Zudem wollte er niemanden um Hilfe bitten.

Puschel war sein Kerl und er war schließlich auch mit Jozo fertig geworden und hatte ihn gezähmt.

Also mehr oder weniger hatte er Jo gezähmt.
Gasmi kratzte sich mit seiner Schwanzspitze am Kopf.

Gut er hatte Jo kein Stück gezähmt, aber ihn immer gut behandelt und Jozo ihn... grottenschlecht.

Erneut kratzte sich Gasmi am Kopf.

Irgendwie waren seine Überlegungen nicht sonderlich hilfreich. Puschel war nicht Jozo, auch wenn er genauso explodieren konnte.

Puschel war viel hübscher gefärbt und sah noch bombiger aus als Jo. Und er war im Herzen seiner Seele liebevoll. Dass wusste Gasmi.

Jo war verstörend verloren. Er wollte nicht gerettet werden. Jo kämpfte und sträubte sich wie eine Bestie gegen seine Rettung.

Puschel kratzte und biss wie ein wütender Düsterling, damit ihn jemand von seinem Schmerz befreite. Schmerz, war eigentlich eine gute Lösung, grinste der Düsterling in sich hinein. Kein böser Schmerz, sondern einer, der Puschel wachrütteln würde.

Ein Peitschenhieb mit dem Greifschwanz konnte manchmal Wunder wirken!

Gasmi konzentrierte sich darauf, Puschel jedes Mal beim Vorbeigehen "versehentlich" eins mit dem Greifschwanz überzuziehen. Zuerst befürchtete Gas, dass Puschel dagegen immun wäre oder noch schlimmer, noch wütender werden würde.

In seiner Albtraumversion sah er sich schon am Schwanz rumgewirbelt werden und die Geister lachten ihn dabei für seine Dummheit aus, während Puschel ihn durch die Gegend schleuderte und auf ihn einschrie.

Das war auch ein verrücktes Rudel!

Gerade noch als Gasmi seinen Albtraum mit offenen Augen träumte und trotzdem nach Urako peitschte, fing der Tiefling seinen Greifschwanz ab, zerrte ihn zu sich heran und umarmte ihn fest von hinten.

Puschel hielt ihn so fest, als wollte er ihn nie wieder loslassen. Gasmi streichelte die Hände von Urako, während ihn sein Schatz auf den Schädel küsste.

"Egal welche Möbel, wir suchen sie gemeinsam aus. Schon gut Puschel, es ist alles gut", flüsterte Gasmi zurück und drückte sich glücklich an den Tiefling.

In dem Moment kam Mo angewackelt.

Gasmi brach der Schweiß aus allen Poren aus. Seine Fußkrallen hatten eine sehr schöne Farbe, stellte Gas auf einmal hochinteressiert fest. Hauptsache er schaute den Waldalben nicht an. In dem Moment packte ihn Puschel, riss ihn von den Beinen und schleuderte ihn hinter sein Kreuz.

Puschel nahm Kampfhaltung ein und war bereit den Waldalben zusammenzuschlagen.

Gas Blick verfinsterte sich sofort und er linste wütend an Urakos Seite vorbei um zur Not seinem Mann beizustehen. Wut verlieh einem oft gewaltige Kräfte, aber Gasmi hatte Angst um Puschel.

Er wusste sein Mann war gerade nicht in Hochform, auch wenn er ihn verteidigen wollte, hieß das noch lange nicht, dass Puschel dies gelang. Er wollte nicht, dass der Waldalb mit Puschel den Boden wischte und seinen Mann damit völlig lächerlich machte.

Das wäre noch die Krönung, wenn er Puschel nicht nur enttäuscht und verletzt hätte, sondern ihn nicht vor dem Waldalben gerettet hätte. Mehr konnte man an einem Tag wirklich nicht falsch machen.

Außer wenn man seinem Schatz gestand, dass man kein Bote war... sondern Auftragsmörder. Und wenn man dann noch hinterher schob... dass er auch einer werden sollte.

Zudem erklärte man dann... dass das ganze Haus voller Assassine war und er vermutlich sterben würde, wenn er ginge.

Dann würzte man dies alles noch mit der Prise der kleinen Nettigkeit... dass der Ex noch lebte.

Es fehlte eigentlich nur noch ein Meteor der aufs Haus stürzte um so einen Tag komplett zu machen.

Oder ein Waldalb, der beschlossen hatte Puschel zu töten.

Gasmi musterte argwöhnisch jeden Schritt des Alben. Er achtete auf jedes Muskelzucken, nicht dass der Bursche seinen Bogen zückte und noch vor den ersten zwei Silben Urako wie ein Mettigel mit Pfeile gespickt hatte.

Stattdessen entschuldigte sich der Waldalb. Gasmi blinzelte erstaunt.

Der Düsterling machte vermutlich genauso ein dummes Gesicht wie sein Schatz. Auch Urako konnte es nicht glauben. Er forderte von dem Waldalben mehr als eine läppische Entschuldigung.

"Eben! Mit warmen Worten ist es hier nicht getan! Erst wirbelst Du hier alles durcheinander und bedrohst meinen Mann mit dem Tod und dann meinst ein paar Worte machen alles wieder gut? Nichts da!", stand Gasmi seinem Mann bei.

Wiedererwartend blieb Puschel diesmal seelenruhig.

Er musterte den Waldalben lange. Gasmi tat dies ebenfalls und witterte auch nach ihm. Urako kam scheinbar zu dem gleichen Ergebnis wie er, der Waldalb log nicht.

Puschel forderte als Wiedergutmachung ein leckeres Essen. Morasa sollte für sie alle kochen, während Varmi und Dave den Rest besorgen sollten, was die Küchenarbeit anging. Gasmi konnte da nur beipflichten, vor allem da der Kelch der Küchenarbeit an ihm vorüber gegangen war.

"Sehr gute Idee", freute sich der Düsterling und krabbelte auf Puschels Rücken.

Gasmi hoffte inständig, dass Morasa etwas besser kochen konnte als Dave, ansonsten würden sie nach dem Friedensessen Pavos Hilfe dringend nötig haben. Gasmi lachte über seine eigenen Gedanken und strich mit seinen Krallen durch Puschels Haare.
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BeitragVerfasst: Di 13. Jun 2017, 09:07 
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Morasa

rieb sich sein Kinn. Der Vorschlag von Urako war gut. Mo wollte ihn annehmen. So hätten alle aus der Familie was davon, nicht nur sie beide. Das Dave und Varmikan mit in der Küche helfen sollten, freute Morasa.

"Das ist fair und kameradschaftlich gedacht. Das mache ich. Wie Varmikan und Dave helfen ist egal, gut wäre wenn einer schnibbeln hilft. Wir machen es zu dritt in der Küche. Ich kann kochen, ich muss nur Fleisch besorgen. Sagen wir heute abend. Fleischeintopf. Das ist keine Plörre und wird dir und den anderen schmecken.
Nackt kochen? Mich störts nicht wenn ich nackt bin. Aber das würde sicher wieder Ärger geben. Ich soll nicht unbekleidet hier rumlaufen, sagte Dave. Und ich habe ihm versprochen mich an die Hausregeln zu halten. Drum nein, dass ist nicht drin. Aber den Fleischeintopf werde ich kochen für alle.
Ja einverstanden, wir unterhalten uns heute abend beim essen normal."

Morasa ging zurück in sein Zimmer und wartete dort auf Dave. Der Magier wollte in die Stadt und er sollte ihn begleiten. So konnte Mo dort auch gleich die Zutaten für den Eintopf kaufen. Das Fleisch konnte er vielleicht im Wald erjagen. Der Waldalb wollte am liebsten Wildfleisch zubereiten. Mit Gemüse und Beeren schmeckte ihm das Fleisch immer noch am besten. Und für ein Versöhnungsessen wollte er gerne was kochen, was ihm selber schmeckte.
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BeitragVerfasst: Mi 14. Jun 2017, 20:13 
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Die Freien Völker (1)
Wir machen es zu dritt in der Küche, wiederholte Urako gedanklich und obwohl er todernst hatte dreinblicken wollen, da er immer noch stinkig auf Mo war (immerhin war das Essen noch nicht gekocht), musste er jetzt sein zahnloses Grinsen zum Besten geben.

"Abgemacht." Er streckte Mo die Hand hin, aber der ließ ihn einfach stehen und ging auf sein Zimmer. Er hatte es wohl sehr eilig mit der Versöhnung. Urako winkelte die nutzlos ausgestreckten Hand wieder an und kratzte sich zwischen den Hörnern. Vielleicht kannte der Waldalb ja die Geste auch gar nicht, wer wusste schon, was die im Wald so trieben, um sich zu begrüßen, vielleicht vermöbelten sie sich gegenseitig mit Brennnesseln.

"Gasmi", polterte Urako aus heiterem Himmel los. "Gut, dass du da praktischer Weise gleich da oben sitzt! Da wir nun jeder hier mindestens einen Liter Kaffee getrunken haben, sind wir fertig mit dem Frühstück."

Er wartete nicht darauf, ob Gasmi noch irgendwas sagen wollte, sondern buckelte das Kerlchen hoch zum Dachboden. Von dort aus quetschte er sich mit ihm durch das Fenster und sprang mit ausgebreiteten Flügeln vom Dach. Er schlug kraftvoll mit den Schwingen und brachte sie höher, bis er eine passende Strömung gefunden hatte, die unter seine Membranen griff. "Guck mal, die ganze Stadt ist zu sehen!" Sie drehten eine Runde, doch es war nicht, um das Panorama zu genießen, sondern weil Urako nach einem lauschigen Plätzchen Ausschau hielt. Ihr Zimmer war leer und obendrein ein Trümmerfeld, aber hier draußen gab es sicher eine geeignete Stelle. Die Luft war noch angenehm kühl am morgen und duftete nach Feuchtigkeit. Ah, da. Eine alte verlassene Scheune am Stadtrand. Die war ihre! Urako ging tiefer, flutschte mit angelegten Flügeln durch den verfallsbedingt offenen Giebel und landete oben im Heuboden. Mehrere Mäuse stoben zu allen Seiten davon. Heu gab es noch genügend, das würde kuschlig werden.

Zu seiner abgründigsten Freude entdeckte er eine Etage tiefer nicht nur ein von Holzwürmern zernagtes Joch, sondern an einem Nagel hängend unter lauter Spinnenweben eine alte Bullenpeitsche. Er nahm das gute Stück von der Wand, wischte es mit den Fingern sauer und rollte es aus. Die Peitsche war fast so lang wie er. Das Leder wirkte etwas gammlig, aber stabil. Urako ließ die Peitsche einmal knallen. Allein das Geräusch spürte er auf angenehme Weise bis in die kleinste Faser seines Körpers. Er beschloss, Gasmi zur Versöhnung das neue Spielzeug ein wenig näher zu bringen. Damit würden sich noch wunderbare Sachen anstellen lassen, ehe es in Ainuwars ewiges Reich einging! Er stieg die alte Holzleiter zurück hinauf auf den Heuboden.

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"Wenn Kaiser, Könige und Diktatoren ruhig schlafen, warum soll`s nicht auch der Henker können?"
Charles Henry Samson, Scharfrichter
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