Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

Das Geisterhaus
Die Geister sind eine erfolgreiche und wohlhabende Gilde von Auftragsmördern. Jedoch bietet das Leben im Geisterhaus mehr als nur ein gesichertes Einkommen, sondern auch ein zu Hause fĂŒr Verlorene. Wichtigste Aufnahmebedingungen sind absolute LoyalitĂ€t und Verschwiegenheit - sonst endet man rasch selbst auf der Todesliste.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#101

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Do 15. Jun 2017, 14:24

Dave umarmte Varmikan und kĂŒsste ihn liebevoll, ehe er sich auf die Couch legte und lang ausstreckte.

„Ich arbeite heute nicht, ich schlafe mich aus Varmi. Die Schreibstube gehört Dir und Wolfi heute allein“, erklĂ€rte Dave mĂŒde, wĂ€hrend sich Fedor und Brownie zu ihm gesellten und vor der Couch ablegten.

Varmikan legte sich neben Dave auf die Couch und nahm ihn in die Arme.

„MĂŒde vom Baden? Du wolltest mit Mo in die Stadt. Denk dran. Sternchen, wenn Du schlĂ€fst, bleibe ich auch hier. Schlaf, ich bin hier falls Du mich brauchst“, antwortete Varmi.

„Falls nicht, habe ich wenigstens geborgen in Deinen Armen geschlummert. Pavo hat sich mit mir versöhnt. Eigentlich wollte ich mich nicht versöhnen, sondern eingeschnappt bleiben. Aber dann dachte ich mir so, komm Urako hat doch Recht. Weißt Du, einerseits bin ich froh mich mit Pavo versöhnt zu haben, auf der anderen Seite denke ich, dass es falsch war“, murmelte Dave und schmiegte sich an seinen Schatz an.

„Bitte nicht Dave. Wir hatten schon genug Streit in der Gilde die letzte Zeit“, bat Varmikan und kĂŒsste Dave.
„Eben, drum sage ich auch nichts mehr zu dem Thema. Pavo und ich haben uns versöhnt, aber meine Meinung behalte ich trotzdem“, gab Dave zurĂŒck.

„Du kannst nicht nachgeben. Was war denn so schlimm, dass Du jetzt so ĂŒber Pavo denkst? Der alte Goblin ist garantiert nicht mein Freund Sternchen, aber Deiner. Er ist sogar Dein Lebensretter und er ist Dein Trauzeuge Schatz. Gegen Pavo habe ich nicht mal was, er soll sich nur aus unserer Beziehung heraus halten. Mehr verlange ich nicht von ihm. Also, was ist los Davy?“, fragte Varmikan und streichelte Dave den RĂŒcken.

„Trauzeuge ist gut. Man ich wĂŒnschte die Hochzeit wĂ€re schon vorbei“, stöhnte Dave leise.
„Du bist so romantisch
“, antwortete Varmikan tonlos.

„Nein, so war das nicht gemeint. Ich bin absolut glĂŒcklich Dich zu heiraten, aber ich habe Bammel vor der Feier mit den Verwandten. Ich hoffe wir ĂŒberstehen die Feier gut. Bleib bitte an meiner Seite“, bat Dave.
„Dave, wir beide heiraten. Das ist unsere Hochzeitsfeier, wo sollte ich anders sein, als an Deiner Seite? Du bist vielleicht einer. Aber schön dass Du es so siehst. Du musst keinen Bammel haben, ich werde die ganze Zeit an Deinem Robenzipfel hĂ€ngen und Dir nicht eine Sekunde von der Seite weichen. In Ordnung?“, grinste Varmi.

„Du hast keine Ahnung. Schwöre es“, bat Dave.
„Ich schwöre es Dir“, grinste Varmi noch breiter.

„Perfekt“, freute sich Dave.
„So und nun? Eine Runde schlafen oder verrĂ€tst Du mir noch, was Pavo so schlimmes gesagt hat?“, fragte Varmikan und deckte Dave mit einer Tagesdecke zu.

„Ach keine Ahnung. Einerseits denke ich, er hat meine Freundschaft nicht mehr verdient. Auf der anderen Seite denke ich, ich habe das mal wieder in den völlig falschen Hals bekommen und ĂŒbertreibe maßlos. Keine Ahnung Varmi. Wie siehst Du die Sache?“, fragte Dave.

„Sag ich Dir sobald Du mir „die Sache“ erzĂ€hlt hast“, gab der Frostalb zu bedenken und kraulte Dave den SchĂ€del.

„Das ist gut. Es geht um die Aussage - mein Haus. DarĂŒber habe ich mich dermaßen geĂ€rgert, dass kannst Du Dir nicht vorstellen. Das lief mir echt nach. Meiner Meinung nach, oder besser gesagt meinem GefĂŒhl nach war ich naiv und verblendet. Pavo hat mir Dinge gesagt, die ich gerne hören wollte. Dinge nach denen ich mich gesehnt habe. Aber letztendlich bleibt es immer gleich. Wenn es kein Hund ist, liebt es mich nicht.

Er ist kein Hund und er liebt mich auch nicht. Er mag mich nicht einmal. Ich bin fĂŒr ihn vermutlich nicht mal ein Freund.

Ich bin nur eines fĂŒr ihn, praktisch!
Praktisch um seine Lebensspanne zu erhöhen.
Praktisch da ich Geld besitze.
Praktisch dank meines Standes und Einflusses.
Praktisch von meinen FĂ€higkeiten her.
Praktisch weil ich gehorche.
Und das alles fĂŒr ein paar brĂŒhwarme Worte.

Sein Haus...

Wirklich Sein Haus Klingenohr?
War es schon abbezahlt, oder geschah das nach meiner Aufnahme als Patient?
Dunwin mag mich zwar nie besucht haben, aber bezahlt hat er. Wenn es ihm um mich persönlich gegangen wÀre hÀtte Pavo theoretisch auf Dunwins Geld verzichten können.
Aber die Logik sagte mir, dass Heilmittel nicht umsonst zu erwerben sind, auch nicht fĂŒr Pavo. Folglich musste er auch Dunwin etwas bezahlen lassen.

Jedenfalls habe ich das tatsÀchlich all die Jahre geglaubt.
Genau wie seine Behauptung mich zu mögen, dabei hat mich meine Erfahrung mein ganzes Leben lang was völlig anderes gelehrt.

Es ist Pavos Haus.
Es sei ihm gegönnt.
Er hat es sich redlich "verdient".

Und selbst daraus entsteht eine logische Schlussfolgerung Varmikan, es gibt fĂŒr mich keinen Grund mit Pavo zu streiten. Streit ist nichts anderes als verbaler Kampf um eine Person. Man klĂ€rt eine Sache per Auseinandersetzung um danach wieder zueinander zu finden. Man kĂ€mpft sprich streitet um die Freundschaft, man möchte sie erhalten. Ich streite mich nicht mehr mit Pavo. Und nebenbei, auch wenn seine Zuneigung und Freundschaft nur eine LĂŒge war, hat sich trotzdem gut angefĂŒhlt. Er hat mir eine Illusion verkauft, nichts anders verkaufen Nutten. Er ist keinen Deut besser als die beiden Weiber die ich als Partnerinnen hatte. Die waren sogar ehelicher. Da wusste ich wenigstens, es geht ihnen nur um meinen Titel und mein Geld. Streit haben wir beide nicht
 nicht mehr
 verstehst Du?",
antwortete Dave.

Varmikan musterte Dave eine lange Zeit ehe er antwortete.

„LĂŒgen ist mental nicht möglich, aber Verschweigen. Du hast Flecken auf der Seele die sind wie Teer. Sie sind verschlossen, verriegelt und uneinsehbar. Lass es mich sehen“, bat der Alb.
„Nein“, antwortete Dave schlicht.

„Ich weiß es eh Dave, ich weiß nur keine Details. Du reagierst genau wie Iphi. Manchmal ĂŒberhaupt nicht, wo Du reagieren solltest. Und manchmal dermaßen ĂŒberzogen, dass es ebenfalls unnormal ist. Du schießt Dich damit selbst ins Ausseits. Glaub mir, DAS hat Pavo niemals mit der Aussage mein Haus gemeint. Er meinte nur eins, reg Dich ab, hier habe ich das Sagen. Genau das Gleiche hĂ€ttest Du Pavo in Deinem Haus in Alessa gesagt, wenn er aus der Buxe gesprungen wĂ€re.

Du hast Dich mit ihm versöhnt. Jetzt stehen zwei Entscheidungen in Deinem Querkopf gegeneinander. Meintest Du die Versöhnung ernst, oder schmierst Du dem alten Mann das jetzt heimlich aufs Brot.
Ehrlich? Pavo ist zu alt fĂŒr diesen Mist. Wenn Du ihm unbedingt böse sein musst, denk drĂŒber nach, dass vielleicht der Tag kommt, wo Du Dich morgen vertragen willst – aber es gibt kein Morgen mehr. Denn er ist in den Nexus umgezogen.
Du magst ihn doch. Du hast ihn im Nexus umarmt. Hast Du da irgenwas von Deiner Horrorvorstellung gelesen? Seine Seele war Dir offenbart. War er falsch? War er hinterlistig? Hat er Dich ausgenutzt? Wohl kaum Dave!

Jetzt zurĂŒck zu Dir, Pavo ist mir persönlich nicht wichtig, sondern nur Du. Er ist Dein Freund, Du brauchst ihn, also spreche ich fĂŒr ihn. Kapiert?
So jetzt Tacheles. Wer hat Dich misshandelt und wie? Zeig mir das. Lebt er noch?“,
fragte Varmikan ernst.

„Mein Großvater und mein Vater. Beide sind tot. Ich zeige es Dir ein anderes Mal, in Ordnung? Jetzt bitte nicht. Wenn ich es Dir offenbare, muss ich es auch ansehen und dafĂŒr fehlen mir im Moment die Nerven. Ich muss einen Zeitpunkt wĂ€hlen, wo mich das nicht aus der Bahn wirft. Sonst habe ich da wieder wochenlang
 naja egal“, antwortete Dave und mummelte sich ein.

„Es ist nicht egal, sonst hĂ€tte ich nicht gefragt. Und ganz nebenbei – ich bin auch kein Hund und liebe Dich“, gab Varmikan zu bedenken.

„Ich weiß“, schmunzelte Dave und streichelte Varmikan ĂŒber die Wange.
„Mentaler Verbund, na komm. Ich gucke mir nichts an, ich knuddel Dich einfach. Komm in meine „Arme“, forderte Varmi seinen Schatz auf.

`Nur zuÂŽ, freute sich Dave.
`Ich liebe Dich Dave. Benimm Dich nachher anstĂ€ndig in der Stadt, ich will nicht das Mo an Dir rumgrabbeltÂŽ, ĂŒbermittelte Varmikan liebevoll.

`Mo an mir? Du an Mo!ÂŽ, antwortete Dave.
"Schlaf Schatz", grinste Varmikan.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#102

Beitrag von Varmikan Eisseher » Do 15. Jun 2017, 14:33

Varmikan nahm Dave fest in die Arme und grĂŒbelte.

"Mir fÀllt gerade noch etwas wichtiges ein. Dave Du solltest Dich entscheiden. Du sagst Du liebst Deinen Bruder, aber Du behandelst ihn oft so, als gibst Du ihm die Schuld an allem was damals passiert ist. Jedenfalls klingt das so mit.

Hör zu Sternchen, entweder hasst Du Deinen Vater fĂŒr seine UntĂ€tigkeit und liebst Deinen Bruder.
Oder Du hasst Deinen Bruder weil er Dich gerettet hat, dann vergiss nicht Dunwin zu lieben!
Er hÀtte Dich verrecken lassen.

Du kannst Dunwin nicht fĂŒr seine Tatenlosigkeit verurteilen und zeitgleich genau dass rĂŒckwirkend von Ansgar verlangen.

Er hÀtte Dich gehen lassen sollen, dass schmierst Du ihm aufs Brot.
Dunwin hÀtte Dich gehen lassen.

Er hat nicht einen Finger fĂŒr Dich krumm gemacht.
Also was nun?

Das Du damals Schmerzen nach dem Reitunfall hattest, dass Du fast dabei den Verstand verloren hast, glaube ich Dir. Dass Du gehen wolltest, glaube ich Dir. Es muss grauenvoll gewesen sein, so dazu liegen und Dein Körper ist nur noch Schmerz.

Aber Ansgar hat Dich nicht aus Hass gerettet oder um Dir eins auszuwischen, sondern weil er Dich liebt.

Wenn er so lebte wie Du, dann warst Du die einzige Person, die er hatte. Die er gemocht hat, die ein Freund fĂŒr ihn war.

Du bist sein kleiner Bruder, er wollte Dich retten und beschĂŒtzen! Das wĂ€re so, als wĂŒrdest Du mir Deine Rettung ankreiden, wenn wir in der gleichen Situation wĂ€ren. Oder nicht?

Ich meine, ich kenne Deinen Bruder nicht persönlich, aber Pavo dankst Du fĂŒr die Rettung und ihn sĂ€gst Du dafĂŒr ab. Wobei ich gerade sogar fĂŒr Pavo sprechen musste.

Pavo hÀtte nichts mehr zu retten gehabt, wenn Ansgar nicht gewesen wÀre. Zudem hast Du mir erzÀhlt, dass er Dich besucht hat, wÀhrend Du hier krank gelegen hast. Pavo wird Dir da keinen Mist erzÀhlt haben.

Ich hĂ€tte gerne einen Bruder gehabt, allerdings einen großen Bruder. Einen der alles weiß, mir alles beibringt und mich zur Not beschĂŒtzt, wenn ich mal wieder Scheiße gebaut habe.

Die hab ich in meiner Trotteligkeit oft gebaut. Keine Ahnung, manchmal bin ich ein Vollverpeiler.

DafĂŒr haben wir zu viert Zuhause gelebt, meine Ma, mein Paps, mein Onkel und ich.

Mein Paps und sein Bruder haben frĂŒh ihre Eltern verloren, mein Onkel hat dann meinen Paps großgezogen. Die haben schon immer zusammengelebt als Duo, sozusagen. Als mein Paps dann meine Ma kennengelernt hat, ist sie spĂ€ter zu den beiden gezogen

Das wollte ich Dir noch gesagt haben, jetzt darfst Du schlafen. Ich wecke Dich kurz vor dem Mittag. Dann isst Du und dann gehst Du in die Stadt. Ohne zu Essen gehst Du nicht in die Stadt, dass sage ich Dir gleich“,
erklÀrte Varmikan.

"Lieb von Dir", murmelte Dave.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#103

Beitrag von Gasmi » Do 15. Jun 2017, 17:25

Gasmi wollte seinem Schatz gerade antworten, aber da machte sich Urako auch schon auf den Weg. Puschel lief mit ihm Huckepack hoch zum Dachboden, quetsche sich dort aus dem Fenster und sprang.

Der DĂŒsterling krallte sich an seinem Schatz fest und grub ihm dabei die NĂ€gel in die Haut.

Gas war schon einmal auf Puschel geflogen und egal wie hoch oder weit es war, es war immer ein erhabenes, geradezu Ekstase artiges GefĂŒhl zu Fliegen.

Puschel rief ihm zu, dass man die Stadt unter ihnen sehen konnte. Die Stadt von oben wirkte winzig, wie Spielzeug und ihre Bewohner wirken klein. Wie Ameisen wirkten die Leute, sie wuselten durcheinander und Gasmi musste ĂŒber den Anblick lachen.

Aber viel schöner als die Menschen und die Stadt waren die Wolken. FrĂŒher hatte er geglaubt, dass sich Wolken wie Watte anfĂŒhlen. Sie fĂŒhlen sich nach Nebel an, dass hatte Gasmi erfahren, als sie ĂŒber Berge hinweg geflogen waren.

"Schneller! Flieg schneller!", feuerte Gasmi Puschel an.

Aber Puschel hatte einen anderen Plan. Er segelte in eine alte Scheune hinein und vertrieb die kleinen Besitzer, die sie sich unter ihre NĂ€gel gerissen hatten. Kaum dass sie gelandet waren, entdeckt Puschel den Entdecker in sich und musste eine Etage tiefer herumschnĂŒffeln gehen, wo doch oben das Heu auf sie wartete! Gasmi peitschte mit dem Schwanz und schaute Puschel nach.

"Komm wieder zurĂŒck!", rief der seinem Tiefling nach.

Etwas knallte und Gasmi zuckte zusammen. Dann kam Puschel auch schon wieder die Leiter hochgeklettert und grinste ĂŒber beide Ohren. In der Hand hielt er eine Peitsche.

"Soll ich Dich damit fesseln?", schlug Gasmi breit grinsend vor, riss sich seinen Lendenschurz vom Leib und schlenderte auf Puschel zu.

Die Bullenpeitsche [FSK 18] >>
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#104

Beitrag von Lydia » Do 15. Jun 2017, 17:56

Einige Stunden spĂ€ter ging Lydia in den zweiten Keller und klopfte kurz an der QuartiertĂŒr von Varmikan und Dave. Die Zwergin trat ein und musterte kurz die beiden, die in trauter Zweisamkeit auf der Couch lagen. Dave schlief und Varmikan schaute sie an.

"Weck Deinen Schatz und dann kommt hoch. Mittag ist fertig", sagte die Zwergin freundlich.
"Alles klar. Was gibt es denn heute Leckeres zu Essen?", flĂŒsterte Varmi.

"HĂŒhnerfrikasse mit Reis", grinste Lydia.
"Fleisch, perfekt. Bis gleich", freute sich Varmikan.

"Ja bis gleich", verabschiedete sich die Zwergin und ging rĂŒber zu Morasas Quartier.

Auch hier klopfte sie kurz an und betrat dann das Zimmer. Neugierig schaute sich Lydia um. Viel hatte Mo noch nicht im Zimmer getan. Allerdings was auch? Deko besaß er scheinbar keine, seine Sachen waren eingerĂ€umt und eine Lampe hatte er sich besorgt.

Die Zwergin musterte den Waldalb.

"Ich wollte Dir bescheid sagen, dass das Essen fertig ist. Heute gibt es HĂŒhnerfrikasse mit Reis. Das Du den Anstand hattest Dich bei Urako zu entschuldigen, gefĂ€llt mir.

Aber Euch Alben sagt man auch Verschlagenheit nach. Jedenfalls unter Zwergen. Zwerge sind ehrlich, direkt und gerade heraus. Ihr Alben redet gerne um den heißen Brei oder rĂ€cht Euch heimlich. Ein Zwerg rĂ€cht sich niemals durch einen Pfeil in den RĂŒcken Mo. Er schlĂ€gt Dir die Axt von vorne in den SchĂ€del.

Drum mein Rat. Dein Versöhnungsessen Morasa, sollte wirklich ein Versöhnungsessen werden und keine besondere WĂŒrze enthalten. Sollte Urako nach Deinem Essen nur ein Furz quer sitzen, ist Schluss mit lustig. Ich kann keine Aufregung vertragen, drum werde ich mich auch nicht aufregen.

Meinst Du es ernst mit Deiner Versöhnung und Deiner offenen Entschuldigung, bist Du einer der wenigen Alben neben unserem Varmi, den ich respektieren werde.

Und nun komm und schwing Deinen dĂŒrren Arsch an unseren Esstisch",
sagte Lydia freundlich und verpasste Mo einen Knuff, der ihn fast auch dem Bett fegte.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#105

Beitrag von Morasa » So 18. Jun 2017, 09:12

Morasa

lag auf seinen Bett und ruhte sich ein bisschen aus. Es klopfte an seine TĂŒr.  Bevor Mo was sagen konnte, kam die Zwergin Lydia schon in sein Zimmer. Sie schwatze los und erzĂ€hlte Morasa dass es jetzt Mittagessen gab. HĂŒhnerfrikasee mit Reis. Mo freute sich auf das Essen. Sein Magen knurrte, als Lydia vom Essen sprach.
Dann sprach die Zwergin seine Versöhnung mit dem Kotzbrocken Urako an. Sie warnte ihn, dass die Versöhnung besser echt sein sollte. Mo rieb sich mĂŒde seine Augen.

"Unrecht hast du nicht Lydia. Viele Alben sind so und ich manchmal auch. Ich wollte das Essen von Urako mit AbfĂŒhrmittel wĂŒrzen. Aber nur sein Essen, nicht dass von der ganzen Familie. Aber die Idee war Scheisse. Ich habe das Urako selber gesagt, was ich vorgehabt hab. Wenn ich das gemacht hĂ€tte, dann hĂ€tte er sich gerĂ€cht. Dann wieder ich und dann wieder er. Und wofĂŒr eigentlich? Ich habe Urako die Wahrheit gesagt und davon erzĂ€hlt was ich geplant hatte. Und ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht tun werde, weil ich die Idee selber Scheisse von mir finde.
Das Essen was ich kochen werde, werde ich so gut wie ich kann kochen. Das verspreche ich dir.
Urako hatte mit Dave gesprochen, als ich ihm das gestanden hab. Da hat er gesagt, er hat es die ganze Zeit gewusst. Dave wollte wissen warum ich das tun wollte und warum ich so drauf bin. Da habe ich den beiden die Wahrheit gesagt. Dass ich wĂŒtend bin und eifersĂŒchtig, weil ich nicht allein sein will. Wenn du allein sein möchtest ist allein sein schön. Wenn du allein sein musst, ist es Scheisse. Ich meine, wenn ich schon die Wahrheit gesagt habe, wegen dem AbfĂŒhrmittel, dann kann ich gleich die ganze Wahrheit sagen. Ich hĂ€tte das niemand sagen mĂŒssen. Einfach nicht die AbfĂŒhrmittel kaufen und  Urako nicht ins Essen kippen. Aber ich wollte die Entschuldigung ernst meinen. So hab ich es gestanden, damit ich kein RĂŒckzieher mache, falls er mich wieder beleidigt. Soll er doch, dass ist mir jetzt egal. Ich hab mich lange genug ĂŒber ihn aufgeregt. Das waren meine Gedanken dazu. Ich will nicht mehr streiten und ich will mich nicht mehr aufregen. Ich möchte in der Familie ankommen.
Dann hat Urako gesagt, er wĂŒrde mir helfen, weil man an Wut sterben kann. Beides hat mich gewundert. Ich habe nicht gewusst, dass man an Wut sterben kann. Er hat erklĂ€rt warum. Das Herz bleibt dann wohl stehen, wenn man sich zu sehr aufregt. Gut dass das stimmt, glaube ich. Wenn man wĂŒtend ist, spĂŒrt man das Herz in der Brust hĂ€mmern.
Aber was mich erstaunt hat war, dass er mir helfen will meiner Wut ein Ventil zu geben. Umsonst nicht, denn ich muss ihn dafĂŒr bezahlen. Nun er hat kein Grund mir was zu schenken. Da ich noch kein Geld hab, hab ich ihm mein Dolch verpfĂ€ndet.
Ich hoffe er steht zu seinem Wort wie ein Kamerad und klaut den Dolch nicht. Dann Lydia, ist mir mein Herz und die Familie egal, dann werde ich ihn umbringen. Wenn er sein Wort hĂ€lt, dann werde ich mich wirklich bemĂŒhen mit ihm klarzukommen. Dann ist er ein Kamerad und ein Bruder. Geschwister muss man nicht mögen nur achten.
Ich erzÀhl Dir das, weil du das genauso wissen sollst. Ich will keinen Streit mit dir und du warst von Anfang an freundlich zu mir. Drum keine Sorge ich mach so eine hinterfotzige Aktion nicht. Obwohl es lustig gewesen wÀre, wenn er sich zugeschissen hÀtte. Ob seine Fresse dann noch so gross gewesen wÀre, glaub ich nicht. Aber ich sollte nicht so denken.
Was du sagst stimmt, das Zwerge offen kÀmpfen und Alben versteckt. Jedes Volk ist anders Lydia. Wie es kÀmpft und wie es jagt hÀngt von dem Jagdgebiet ab. Ich kann keine Axt schwingen und einen Reh hinterher rennen, damit ich es von vorne töten kann. Ich muss mich anschleichen und es aus dem Hinterhalt erschiessen. So leben wir. Versteckt und wenn wir angreifen, dann aus dem Hinterhalt.
Ich war noch nie bei einen Zwerg Zuhause aber ich weiss, dass ihr unterirdisch lebt. KÀmpfst du in einen Stollen, kannst du dich nicht verstecken. Zwerge kÀmpfen offen, weil sie es nicht anders kennen. Ihre Umgebung gibt das vor. Wie meine Umgebung meine Jagd und meine Art zum KÀmpfen vorgibt. Ich glaube das fÀrbt auf das ganze Verhalten ab. Welche Art davon richtig ist, kann niemand sagen. Bei dir Zuhause deine Art und bei mir meine Art. Darum ist es schwer, wenn viele verschiedene Arten zu denken und zu kÀmpfen zusammentreffen. Aber ich will es versuchen.
Ich wollte dich gar nicht so zuschwatzen."

Morsa rappelte sich auf, als die Zwergin ihn geknufft hatte. Sie meinte es freundlich und so störte er sich nicht dran.

"Lydia eine Frage haben wir eine feste Sitzordnung oder darf ich mich zu mittag hinsetzen wo ich möchte? Das Varmikan neben Dave sitzen wird ist klar. Das du neben Jeelen sitzen wirst ist auch klar. Jeder hat zwei Seiten, kann ich mich auf die andere Seite von Dave setzen oder gibt es dann Ärger? Oder kann ich mich auf die andere Seite bei Varmikan hinsetzen? Ich frage, weil die zwei die einzigsten sind, die ich bis jetzt richtig kenne. Oder soll ich mich auf die andere Seite von deinen Mann setzen, weil ich ihm zugeteilt bin?
Meine Fragen klingen bestimmt total Banane, aber ich möchte einfach keinen Streit. Und ich möchte mich beim Essen wohlfĂŒhlen und mit wen reden können.
Gehen wir nach oben."

Mo öffnete die TĂŒr und löschte die Lampe. Er wartete auf Lydia.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#106

Beitrag von Lydia » So 18. Jun 2017, 18:55

Lydia hörte Morasa aufmerksam zu. Die Zwergin wusste nicht, ob sie den Alb fĂŒr seine Worte erwĂŒrgen oder drĂŒcken sollte. Einerseits war der perfide Plan Urako AbfĂŒhrmittel ins Essen zu mischen, wirklich eines Alben wĂŒrdig.

Das gleiche hÀtte Lydia ohne zu zögern Varmikan zugetraut, allerdings wÀre das Opfer dann wohl eher Pavo geworden, als Varmikans Spezi Urako.

Das Morasa ihr den Plan gestand, rechnete die Zwergin ihm hoch an. Dass Mo sogar Urako sein Vorhaben gestanden hatte, zeigte, dass er wirklich bereit war sich zu versöhnen. Gut, wenn man sich maßlos ĂŒber eine Person geĂ€rgert hatte, verspĂŒrte sie selbst auch den Wunsch sich zu rĂ€chen. Nur sah die Rache eines Zwerges völlig anders aus, als die eines Alben.

Aber auch darauf hatte Morasa eine Antwort. Seine Argumentation klang gar nicht so verkehrt. Jedes Volk hatte seine Lebensweise und die betraf nun mal nicht nur das Jagdverhalten. Im Grunde hĂ€tte er sie ĂŒberhaupt nicht ins Vertrauen ziehen mĂŒssen. Er hĂ€tte die ganze Sache auf sich beruhen lassen können, indem er seinen Plan stillschweigend verwarf.

"Das Du mir das ehrlich erzĂ€hlt hast rechne ich Dir hoch an Morasa. Tja wie Du schon sagst, einen Grund Dir etwas zu schenken hat Urako nicht. Aber dennoch sollte er einem Bruder keine Rechnung schreiben. Auch das fĂŒhrt nur zu Unmut. Aber wenn Ihr Euch schon so geeinigt habt, ist das eine Sache zwischen Euch beiden.

NatĂŒrlich ist es ein Unterschied ob man alleine sein möchte, oder alleine sein muss Mo. Manch einer ist eben alleine und der andere ist einsam. Das ist der wahre Unterschied. Wenn Du einsam bist, nĂŒtzt Dir Streit oder ein Angriff auf andere noch weniger. Du musst Dir Freunde suchen und die findet man nicht, indem man seine Zunftgeschwister vors Schienbein tritt.

Jeelen hat Dir doch sicher angeboten, Dich abends zu uns zu setzen. Falls mein Mann das vergessen haben sollte, mache ich das hiermit. Abends sitzen wir zusammen im Wohnzimmer. Jeder Geist der noch etwas quatschen möchte oder vielleicht ein Buch lesen will, gesellt sich dazu. Einige spielen Karten oder WĂŒrfel um sich etwas zu unterhalten. Wenn Du also einsam bist, noch nicht schlafen kannst oder willst, gesell Dich zu uns. Ist meist ganz lustig.

Zu Deiner Frage bezĂŒglich der Sitzordnung. Nein, es gibt keine feste Sitzordnung am Tisch. Es gibt nur eine Sitzordnung, wer neben wem sitzt. Das hast Du schon richtig erkannt. Jeelen sitz oft neben mir und ich neben Aino, da wir gerne miteinander reden.

Und richtig erkannt, Varmikan sitzt immer neben Dave. Versuch Dich nicht dazwischen zu drÀngen, denn sonst trittst Du einen Streit mit Varmikan los. Dave ist sein "Mann" und damit meint er nicht nur seinen Beziehungsstatus. Das durfte auch Pavo schon miterleben. Der Frostalb hat da so seine ganz eigenen, speziellen Ansichten. Da sonst auch Pavo neben Dave sitzt, wirst Du nicht neben ihm sitzen können. Setz Dich zu Jeelen, neben Varmikan auf die andere Seite oder such Dir einfach einen freien Platz aus. Mit Jeelen, Aino, Wolfi und mir hast Du ebenfalls keinen Streit. Du könntest Dich also auch zu Wolfi setzten",
erklÀrte Lydia.

Gemeinsam mit Morasa ging Lydia nach oben und fĂŒhrte ihn ins Wohnzimmer, dass zur Mittagszeit als Essecke diente. Pavo, Jeelen, Aino und Wolfi waren schon anwesend und saßen am gedeckten Tisch, Seddik kam gerade herein und grĂŒĂŸte die Anwesenden.

"Setz Dich hin, ich hole das Essen", sagte die Zwergin und verschwand in die KĂŒche.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#107

Beitrag von Varmikan Eisseher » So 18. Jun 2017, 19:15

Varmikan rĂŒttelte Dave neben sich sanft wach.
"Aufstehen SchlafmĂŒtze", flĂŒsterte ihm Varmi ins Ohr.

Der Frostalb kramte in der Leckerchendose, hielt Dave einen Apfelring vor den Mund und kraulte ihm den Nacken. Dave aß gut gelaunt den Apfelring aus Varmikans Hand.

"Leckerchen beim Aufstehen, mhm, gefÀllt mir. Du hast Recht Varmi, mit Pavo und Ansgar. Was gibts zu heute zu essen?", fragte Dave, streckte sich und stand auf.

Er zog Varmi mit hoch und machte sich gemeinsam mit ihm auf den Weg ins Wohnzimmer.

"HĂŒhnerfrikasse gibt es heute", grinste Varmi.

Dave setzte sich neben Pavo und knuffte den Goblin.
Varmi setzte sich auf die andere Seite von Dave.

"Schön Dich zu sehen Davy", freute sich Pavo.
"Dito Pavo", schmunzelte Dave gut gelaunt.

"Wir mĂŒssen mal reden Pavo, ich brauche Deinen Rat. Privat, ohne Dave: Irgendwann die kommenden Tage", grinste Varmi.
"Sollst Du haben Varmikan", stimmte Pavo zu.

"Danke. Wo bleibt das Frikasse?", fragte Varmi in die Runde.
"Lydia ist schon unterwegs", grinste Aino kopfschĂŒttelnd.

"Nach dem Essen brechen wir direkt in die Stadt auf Mo", erklÀrte Dave.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#108

Beitrag von Morasa » Mo 19. Jun 2017, 10:27

Morasa
 
grĂŒsste die Geister im Wohnzimmer und setzte sich neben Jeelen.
 
„Hallo Jeelen. Lydia hat mir gesagt, ich darf mich neben dich setzten.“
 
Der Waldalb beobachtete den fetten Ork Seddik als er ins Wohnzimmer kam. Er grĂŒsste in die Runde. Mo beschrĂ€nkte seinen Gruss auf ein Nicken. Je weniger Kontakt er mit dem Albenhasser hatte, je weniger konnte er mit dem Fettsack streiten. Danach gesellten sich Dave und Varmikan dazu und kamen ins Wohnzimmer.  Dave setzte sich neben Pavo und Varmikan setzte sich sofort auf die andere Seite neben seinen Mann. Als der Frostalb sass fragte er gleich nach dem Essen. Varmikan war wirklich total verfressen, dachte Mo. Egal wann es etwas zu Essen gab, er musste als Erster davon essen und in rauen Mengen. Der Waldalb fand das lustig, weil der Frostalb ĂŒberhaupt nicht fett war. Mo fragte sich wo das ganze Essen blieb, dass Varmikan in sich hineinstopfte. Bei dem Ork konnte man es sehen.
Der alte Knacker grĂŒsste Dave freundlich und Dave grĂŒsste den alten Goblin genauso zurĂŒck. Der Streit zwischen beiden war vergessen. Mo beobachtete sie still. Er konnte das Verhalten von dem Alten nicht abschĂ€tzen, aber er hoffte, dass seine scheinheilige Freundlichkeit echt war. Ansonsten wĂŒrde er Dave vor dem Wendehals beschĂŒtzen. Bis jetzt waren nur Dave, Varmikan, Jeelen und Wolfi freundlich zu ihm gewesen. Wobei bei Wolfi war das so eine Sache. Er war nett und freundlich und zeitgleich bedrohte er einen stĂ€ndig dabei. Er spendierte einen ein Essen und teilte einen mit, dass man sich keinen Grabstein kaufen musste, wenn er mit einem fertig war. Mo seine Augen huschten rĂŒber zu dem Jungen. Er sass einfach da am Tisch und sah völlig harmlos aus. Irgendwie sahen alle hier harmlos aus. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick sah man ihre Narben und ihre trainierten Körper. Bis auf den Ork der war eine Mischung aus Muskeln und Fett. Morasa schaute sich den selbstverliebten Fleischberg hinter vorgehaltene Hand genau an. Er war extrem hĂ€sslich, aber Mo wollte die bleiche Narbenfresse von einem Albenhasser auch nicht heiraten. Mo musste ĂŒber die Spitznamen lĂ€cheln, die er dem Ork verpasste.
Sein Blick wanderte zu Aino. Sie war immer schwarz-weiss bemalt wie ein Zebra und sie hatte keine Haare. Das war ganz schön seltsam fĂŒr eine Frau. Mo fragte sich, ob sie keine Haare hatte. Vielleicht war Aino kein richtiger Mensch und bemalte sich deshalb von oben bis unten, damit niemand ihre wahre Hautfarbe sah. Sie konnte auch ein Tiefling sein. Vielleicht hatte aber auch der Kotzbrocken Urako und der Fleischberg Seddik sie einmal so geĂ€rgert, dass ihr spontan alle Haare ausgefallen waren. Dass sowas manchmal passierte, hatte er einmal gehört. Genau wie wenn man sich zu Tode erschreckte, konnte man schlagartig alle Haare verlieren. Das konnte gut sein, dass das Aino passiert war.
Als Mo noch so ĂŒber die einzelnen Geister nachdachte, sagte ihm Dave, dass sie direkt nach dem Essen in die Stadt gehen wĂŒrden. Morasa freute sich darĂŒber. Die Stadt war sicher interessant und er wollte gleich fĂŒr das Versöhnungsessen einkaufen.
 
„Das machen wir Dave.“
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#109

Beitrag von Urako » Mo 19. Jun 2017, 15:06

Die TĂŒr sprang auf und Urako kam herein. "Mahlzeit", grölte er in die Runde, latschte an Varmi und Dave vorbei, berĂŒhrte Varmi kurz an der Schulter und setzte sich auf die andere Seite von Pavo. Er hatte noch nasse Haare, da er sich nach seinem kleinen Ausflug mit Gasmi zur Scheune fix im Fluss gebadet hatte. Gasmi zog er an der Hand hinter sich her und zog dessen Stuhl so dicht an seinen, dass sie sich beim Essen berĂŒhrten.

Sein Gesicht blieb bei Morasas Anblick ausdruckslos, aber beim Anblick des Essens verfinsterte es sich kurz. HĂŒhnerfrikassee war eines der wenigen Gerichte, die er ĂŒberhaupt nicht leiden konnte. Er sagte aber nichts, weil er nicht wusste, wer es gekocht hatte und nicht dem Falschen eins reinwĂŒrgen wollte. Also machte er sich nur Reis mit Soße auf den Teller und ließ Fleisch und GemĂŒse im Topf.

"Du auch, Gasmi?", fragte er und schon hatte Gasmi Reis auf dem Teller. "Erbsen? Möhren? Fleisch? Soße?"

Doch noch jemand kam zum Essen.

Ein inzwischen ziemlich nach verfaultem Gulasch riechender Ghul. Ghulasch, konstatierte Urako gedanklich und freute sich ĂŒber seinen Wortwitz. Mauli konnte inzwischen nur noch auf allen Vieren laufen und unartikulierte Laute von sich geben. Morasa hatte ihn in der Zeit, seit Mauli eingezogen war, nicht ein einziges Mal gefĂŒttert oder sich sonstwie um ihn gekĂŒmmert. Witternd schaute Mauli sich um und seine fast schwarz verfĂ€rbten Lippen wurden nass von Speichel, als er die um den Tisch versammelten Geister sah.
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Re: Aus dem Wald in den Großstadt-Dschungel

#110

Beitrag von Gasmi » Mo 19. Jun 2017, 16:33

Gasmi betrat direkt hinter Urako gut gelaunt das Wohnzimmer, dass auch als Speisezimmer fungierte. Wie ĂŒblich musste Puschel herum grölen, aber solange Puschel laut war, ging es ihm gut. Anderen dabei nicht immer, aber das war Gasmi im Moment gleichgĂŒltig. Er hatte sich mit seinem Schatz versöhnt und nichts anderes zĂ€hlte.

Die meisten saßen schon am Tisch, Urako grĂŒĂŸte Varmikan besonders und drĂŒckte dessen Schulter, bevor er sich neben Pavo niederließ.

Zum GlĂŒck schaute Puschel neutral, als er den Waldalben Morasa erblickte. Gasmi folgte dem Blick seines Mannes. Gasmi streichelte beruhigend den Oberschenkel von Urako und griff versehentlich etwas zu hoch um seinen Schatz zu beruhigen.

"Bleib ruhig Puschel, reg Dich nicht auf. Bitte Du hast die Versöhnung von einem Essen abhĂ€ngig gemacht, und der Alb war noch nicht einkaufen. Lass ihn sich beweisen. Wenn er das Essen verhunzt, dann schĂŒtte es ihm vor die FĂŒĂŸe, aber fang vorher bitte nicht an zu stĂ€nkern", flĂŒsterte Gasmi seinem Schatz zu.

Als sich Urako das Frikasse aufschĂŒttete, verfinsterte sich sein Gesicht zusehends. Gasmi streichelte Puschel durch die nassen Haare.

"Ich möchte von allem was und besonders viel Fleisch. Das hat sicher Lydia gekocht. Es ist ihr Lieblingsessen. Ich hoffe Agathe lebt noch", lachte der DĂŒsterling.

Ihm blieb aber das Lachen im Hals stecken, als er Mauli ins Wohnzimmer kriechen sah. Der Ghul war mehr tot als lebendig. Er war doch ein Geschenk von Crize dem Nekromaten gewesen, wie konnte er so verfallen? Vermutlich war er ausgehungert.

Gasmi deutete anklagend auf Morasa.

"Das ist Dein Ghul!
Warum sieht der so aus?
Willst Du das wir nachts alle gefressen werden, weil Du Deinen Ghul nicht fĂŒtterst?

Meine Fresse Du verrĂŒckt Alb, Dir darf man nicht mal eine Topfpflanze anvertrauen!

Erst willst Du meinen Mann ermorden, dann lÀsst Du Mauli verhungern was tust Du als nÀchstes? Wir sollten... ich sag es besser nicht",
knurrte Gasmi und peitschte wĂŒtend mit dem Schwanz.

Mit der Hand fischte er einige FleischwĂŒrfel von seinem Teller und gab sie Mauli zu fressen.

"Hier nimm. Iss nur Mauli", sagte Gas freundlich und fĂŒtterte den Ghul mit den FleischstĂŒckchen.
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