Der Krieg, der alles ändern wird


Die Front
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Die Niederlage der Zwerge schien lange unausweichlich, doch im letzten Moment haben sich andere alte V√∂lker daf√ľr entschieden, ihnen zur Unterst√ľtzung zu kommen. Also √§nderte das Chaos seine Taktik ...
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Tarkan
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Das Chaos

Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#101

Beitragvon Tarkan » Sa 20. Jan 2018, 13:01

BildDschan, Feldherr NordrakshanistansBild

Dschan war v√∂llig von den Socken und seine Laune konnte man mit vorsichtigem Optimismus als "angepisst" bezeichnen. Nicht nur, dass die Tieflinge samt Reiter seinen ohnehin schon stark rationierten Kaffee wegsoffen und die goldenen Zelte verkaufen wollten, nein, er erhielt auch noch eine Order zum Angriff von Tarkan, von diesem vision√§ren Spinner, der bei Dunkelbruch einfach nicht abkratzen wollte. Er h√§tte gern einfach so getan, als w√ľrde er Aksoy nicht glauben, doch dass das halbe Geschwader Zentralrakshanistans hier war, war leider Beweis genug, ebenso wie der Zebraschal um den Hals des Tieflings. Also belie√ü er es bei einem w√ľtenden Blick, ehe er davonstapfte und das Lager mobilisierte.

Die Tieflinge des Nordens wurden so wie die Neuank√∂mmlinge mit je einem Reiter samt Reiterbogen best√ľckt. Dadurch hatte er weniger Hy√§nenreiter zur Verf√ľgung, doch das nahm Dschan in Kauf. Es ergab sich eine Streitmacht von:

    2 500 Tieflingen mit
    2 500 rakshanischen Tieflingsreitern
    5 000 rakshanischen Hyänenreitern
    10 000 Orkkriegern
    1 000 Magier und Kampfmagier unterschiedlicher Ethnien
    2 000 Untote (Ghule, Zombies und Vampire)
    2 000 Mann Versorgungstross
Insgesamt entfesselte Dschan 25 000 Mann, die auf Avinar zuwalzten.

Weitere 15 000 Zivilisten, zum Gr√∂√ütenteil die Familien der Rakshaner, blieben samt einer 10 000 Personen umfassenden Schar D√ľsterlinge in Gelaton zur√ľck. Allein die Generalmobilmachung hatte einen halben Tag in Anspruch genommen, ehe sie die ersten Ausl√§ufer von Avinar erreichten, w√ľrde noch einige Zeit vergehen.

Die Untoten wurden gemeinsam mit einer Schar Erdmagier vorgeschick. Die Untoten waren immun gegen die Grenzssteine, ihre Aufgabe war es also, diese aus ihren Verankerungen zu reißen, während die Aufgabe der Magier es war, die eingravierten Runen zu zerstören oder gleich den ganzen Grenzstein, so dass die magische Barriere unwirksam wurde. Ziel war es, einen Korridor zu erschaffen, durch welchen die lebenden Krieger nach Avinar eindringen konnten.

"Die Feuermagier k√∂nnten in der Zwischenzeit schon mal ein paar W√§lder entz√ľnden, bis der Weg frei ist", fand Dschan. Das war auch der Befehl, den er Aksoy gab, ehe dieser sich mit dem Geschwader √ľber den Luftweg aufmachte.
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#102

Beitragvon Crize » Sa 20. Jan 2018, 13:11

Crize trank im Flug auf Aksoys R√ľcken einen Kaffee. Er machte es sich gem√ľtlich und fl√§zte. Inzwischen hatte er sich mit einem seiner etlichen Schals angeschnallt, so dass er nicht herunterfallen konnte.

"Ich glaub, Dschani hat dir gar nicht richtig zugehört, der Ignorant. Aber was will man von jemandem erwarten, der einen blauen Turban trägt. Mal ehrlich, wer trägt blau! Das mit den Goldzelten ist eine gute Idee! Wir könnten die Lichtalben mit Waffengewalt zwingen, sie uns abzukaufen! Aber was machen wir dann mit dem ganzen Geld? Ich meine, wir können doch das, was wir brauchen, auch gleich direkt rauben. Irgendwie ist das umständlich. Aber ein paar Giftmischer zu engagieren finde ich eine gute Idee! Dann scheißen sich die Lichtalben ihre weißen Hosen voll, hihi!" Er kratzte sich am Turban.

Dann riss er den Finger pl√∂tzlich nach vorn, w√§hrend er den Oberk√∂rper √ľber Aksoys Schulter lehnte, so dass dieser einen Moment lang wild trudelte. "DA!", kreischte er mit aufgerissenen Augen. "DA VORN!" Er beugte sich noch weiter √ľber ihn. "Siehst du diese zuckers√ľ√üen Ghule da unten lang watscheln? Oh Mann, wie ich meine Babys vermisse!"
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#103

Beitragvon Baldur Ferin Balliv√≤r » Do 25. Jan 2018, 22:27

Thalon Midir Silberleuchten

Thalon hetzte durchs Unterholz. Einmal st√ľrzte er sogar, doch er rappelte sich gleich wieder hoch, ignorierte das verletzte Knie und die zerrissene Hose und hastete weiter. Dabei wusste er noch nicht einmal, warum er sich so sehr beeilte. Lange konnten die Signalfeuer noch nicht brennen und die Augen sahen weit. Es w√ľrde noch dauern, bis das, wovor gewarnt wurde, in albische Sichtweite kam. Es war viel mehr ein ungutes Gef√ľhl tief in ihm, das ihn anspornte. Irgendwie sp√ľrte er, dass etwas Gro√ües auf sie zurollte und dass es keine Zeit zu verlieren gab.

Als Thalon au√üer Atem an seiner Wacht ankam, herrschte dort - f√ľr albische Verh√§ltnisse - das blanke Chaos. Waffen und Schilder wurden herum gereicht oder auf W√§gen geladen, Truppen marschierten kreuz und quer durcheinander, Transportkarren kamen und gingen. Eilig bahnte der Alb sich einen Weg zwischen zwei Mannschaften hindurch, bis er endlich einen seiner direkten Kameraden fand. "Was ist los?", fl√ľsterte er dr√§ngend. "Wei√ü man schon mehr?"
"Es ist nicht viel zu uns durchgedrungen", entgegnete Lingar, w√§hrend er Speere pr√ľfte und auf einen Wagen legte. "Doch es gibt Ger√ľchte, dass ganz Nordrakshanistan auf unsere Tore zurollt." Thalon sog h√∂rbar die Luft ein. "St√§ndig kommt Nachricht aus dem n√§chstgelegenen Auge, doch der Gefreite erlaubt keine Fragen", fuhr Lingar fort. "Am besten, du suchst dir auch eine Arbeit, wenn du sp√§ter nicht als K√∂der verwendet werden willst." Thalon nickte grimmig und half seinem Freund mit den Speeren. "Es wurden Boten ins Hinterland geschickt und sogar nach Vanyar, glaube ich." "Vanyar...", seufzte Thalon. "Die werden nicht rechtzeitig zur√ľck sein, oder?" Gemeinsam setzten sie den Wagen in Bewegung und schoben ihn in Richtung Norden. "Wer wei√ü das schon? Vielleicht f√ľr die zweite Linie oder die dritte..." Er sah Thalon traurig aber entschlossen in die Augen. "Wir werden die erste Linie sein", schloss dieser.

Alb an Alb standen sie regungslos und warteten. Keiner gab einen Laut von sich. Daf√ľr waren sie ausgebildet worden. Es war ihre Aufgabe, ihr Land und ihre Leute zu sch√ľtzen, indem sie die Grenze hielten, notfalls mit ihrem Leben. Die Schwere der R√ľstung beruhigte Thalon. Ebenso das weiche Holz des Langbogens in seiner Hand und das Rascheln des lauen Windes in den Federn seiner Pfeile. Noch immer konnten sie nichts sehen. Die Anspannung war greifbar, auch wenn sie keinem die Entschlossenheit nahm. Zumindest hoffte Thalon dies. Es gab viele unerfahrene M√§nner und Frauen in ihren Reihen und er wusste, wie zerm√ľrbend es war, wenn man auf etwas wartete, das einfach nicht eintreffen wollte. Der Horizont aber blieb gnadenlos leer.
Um seinen Nacken zu entspannen, senkte Thalon den Kopf und blickte nach unten. Junge Grashalme stemmten sich aus der trockenen Erde und bebten im Wind. Der Alb hielt inne. Es gab keinen Wind. Und doch zitterten die kleinen Gew√§chse rhythmisch. Thalon schloss die Augen und atmete tief durch. Ein dumpfes Pochen lag in der Erde... das Pochen von tausenden F√ľ√üen. Der Feind war fast da.

Gefreiter Silberschwert schritt vor seinen Kriegern auf und ab. Im Hintergrund stob eine riesige Staubwolke auf, die aussah, wie ein Gebirgszug. Nicht mehr lange, bis zum großen Knall.
"Oril hat euch auserw√§hlt sein Land, sein Volk und seine Werte zu verteidigen", sprach der Anf√ľhrer mit fester Stimme. "Ihr seid die Frauen und M√§nner, denen die Ehre zu Teil wird, ihm zu beweisen, dass ihr dessen w√ľrdig seid. Dass ihr es wert seid, euch mit der Farbe seines heiligen Blutes zu schm√ľcken, dass ihr T√∂chter und S√∂hne des Lichts seid!" Er blieb mit verschr√§nkten H√§nden in der Mitte seiner Truppe stehen. "Darum sage ich: zeigt keine Furcht, kein Erbarmen, keine Gnade und kein Z√∂gern, denn auch der Feind wird dies nicht tun. Was auch auf uns zukommen mag, wir werden unsere Heimat verteidigen, bis zum letzten Mann und bis zur letzten Frau. Niemals soll Avinar in die H√§nde der Tugendlosen fallen, der Freunde von Dunkelheit und S√ľnde. F√ľr Oril und f√ľr Avinar, ersuche ich euch: Haltet Stand!" Der Gefreite hatte sein langes, √ľber und √ľber mit filigranen Linien verziertes Schwert gezogen und hielt es weit √ľber den Kopf, w√§hrend seine Leute simultan ihre Haltung √§nderten, um ihm ihre Entschlossenheit zu zeigen. Daran mangelte es sicher nicht, dachte Thalon. Doch nun, da er langsam erahnen konnte, was dort auf sie zurollte, fragte er sich, wie weit diese Entschlossenheit sie bringen w√ľrde.
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Das Chaos

Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#104

Beitragvon Tarkan » So 28. Jan 2018, 12:45

Die Heerscharen des Chaos walzten heran wie eine Urgewalt. Ein breiter Keil von vermummten Hy√§nenreitern preschte durch den Korridor, den die Untoten und Magier in den Ring aus Grenzsteinen geschlagen hatten. Unter den Pfoten der Hy√§nen flogen Erdklumpen zu allen Seiten. Sie wirbelten eine Wolke aus Dreck und dampfender K√∂rperw√§rme in die H√∂he. Dar√ľber zogen mehrere Dreiecke der rakshanische Luftstreitmacht, deren Fl√ľgelschlagen an herannahenden Donner erinnerte.
Der verbleibende Raum zwischen Chaos und Ordnung schmolz.
Die Lichtalben schlossen die Finger fester um die Waffen. Kein Mann und keine Frau wich aus der Reihe silberner R√ľstungen und wei√üer Banner. Sie blieben in hochdisziplinierter Formation, wartend, schweigend. Die Befehle der Offiziere durchschnitten die Luft wie Hundegebell.
Auf der Seite des Chaos hingegen herrschte ohrenbetäubender Lärm und bei den Fußtruppen ein unwahrscheinliches Durcheinander, als sie auf näherpreschten. Die Elementarmagier gaben Kostproben ihrer Fähigkeiten, zu beiden Seiten der heranrasenden Streitmacht explodierte das Erdreich, als ob Meteoriten einschlugen, Erde, Steine und ganze Bäume flogen meterweit durch die Luft und hagelten auf die wartenden Lichtalben ebenso wie auf die eigenen Leute.
Nur noch wenige hundert Meter trennten die zwei Heere.
Die Sch√ľtzen der Lichtalben legten die Pfeile ein und hoben die B√∂gen. Sie warteten auf den Befehl f√ľr die erste Salve. Auch die Hy√§nenreiter spannten die Sehnen ihrer B√∂gen. Nur noch wenige Sekunden bis zum ersten Blut.

Da rauschte pl√∂tzlich ein gefl√ľgeltes Wesen in den schmaler werdenden Korridor, eine meterlange wei√üe Schleppe hinter sich herziehend. Jeder kannte ihn vom Sehen her, das war Nox, der Botschafter. Er blies im Flug ein Horn, zum Zeichen, dass er eine Botschaft hatte, die keinerlei Aufschub duldete und welche die momentanen Handlungen ad absurdum f√ľhren w√ľrde. Das Zeichen, sofort mit allem Treiben innezuhalten. Er hatte keine Befehlsgewalt, doch die Tarrikes verstanden und reagierten sofort.

"Haaaalllt!", bellte es von verschiedenen Seiten und irgendwie schafften die Befehlshaber es, die entfesselten Truppen zum Stehen zu bringen, damit Nox seine Botschaft zu Dschan bringen konnte.

Dschans Hy√§ne trottete langsam aus den Reihen. Es war still geworden. Mufflig nahm der Feldherr mit dem blauen Turban und der silbernen Eisenr√ľstung das Schreiben entgegen und entrollte es. Es war ja nicht mal anst√§ndig versiegelt, nur eine bl√∂de Rolle. Typisch Tarkan. Doch der Inhalt hatte es in sich:

Dankt den Herren des Chaos!
Dunkelbruch ist unser.

Es gab keine weiteren Verluste. Die Einigung erfolgte auf friedlichem Wege. Dschan möge mir vergeben.

Alle Kampfhandlungen gegen Avinar sind sofort einzustellen und die Truppen zur√ľckzuziehen. Das S√ľdgeschwader hat sich zur√ľck nach Zentralrakshanistan zu begeben und weitere Befehle in Cara`Cor abzuwarten.

Tarkan lebt.
https://s1.imagebanana.com/file/180121/xOrfEUh0.png


Dschan spie Gift und Galle. W√ľtend kn√ľllte er das Schreiben zusammen und reichte es einem seiner Tarrikes. Nicht nur, dass sie ihre gerade begonnene Invasion abbrechen mussten, auf die er seit Jahrzehnten wartete, nein, die Pest namens Tarkan lebte ebenfalls noch!

"Offensive einstellen!", bellte er. "Sofortige Heimkehr nach Gelaton." Er vermied den Begriff R√ľckzug. Die Truppen w√ľrden entt√§uscht genug sein, aber Befehl war Befehl. Zickidul Raman war Tarkans Stellvertreter und was er in dessen Namen schrieb, war √ľber jeden Zweifel erhaben. Genau so gut h√§tte Tarkan pers√∂nlich schreiben k√∂nnen, es machte keinen Unterschied. Die Tarrikes preschten vor um die Befehle weiterzuleiten und bald machte die gesamte Streitmacht kehrt, w√§hrend die Lichtalben ihnen ungl√§ubig hinterherstarrten. Dschan w√ľrde sich daheim in seinem Zelt verkriechen und dar√ľber nachdenken, wie er Tarkans Ableben nachhelfen konnte. Es wurde dringend Zeit f√ľr einen Regierungswechsel.

Nox machte sich derweil auf den Weg, um die Anf√ľhrer der Lichtalben dar√ľber zu informieren, was geschehen war beziehungsweise was nun nicht mehr geschehen w√ľrde, w√§hrend die Heerscharen des Chaos verwirrt nach Gelaton zur√ľckmarschierten oder flogen. Die hungrigen Ghule, die sich auf eine √ľppige Mahlzeit gefreut hatten, jaulten genau so ungl√ľcklich wie die Hy√§nen. Die Krieger unterhielten sich und verstanden die Welt nicht mehr. Keiner war froh dar√ľber, in den Schlamm zur√ľckzukehren und die ewige Monotonie der Grenzwache wieder aufzunehmen. Tarkan hatte mit seinem Befehl mehr als nur Dschan vor den Kopf gesto√üen.
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#105

Beitragvon Baldur Ferin Balliv√≤r » Mo 12. Feb 2018, 10:09

Thalon Midir Silberleuchten

Sein urspr√ľngliches Gef√ľhl hatte ihn nicht get√§uscht. Was da auf sie zukam, glich einer Naturgewalt. Die Luft dr√∂hnte in ohrenbet√§ubendem L√§rm und der Himmel verdunkelte sich durch das aufgeworfene Erdreich. Thalon sah, wie viele seiner Kameraden die Z√§hne fletschten, als die ersten B√§ume herausgerissen wurden und auch er selbst versp√ľrte einen Stich, wenngleich er wusste, dass dies nur eine Kostprobe dessen war, was sie mit den bewohnten Teilen S√ľdavinars anzustellen gedachten. Seine Entschlossenheit verfestigte sich. Silberschert hob seine Waffe nach oben und unz√§hlige Pfeile glitten auf die Sehnen, darunter auch Thalons. Einige M√§nner knieten nieder und richteten ihre Geschosse gen Himmel, um sich der viel schwieriger zu treffenden Ziele in der Luft anzunehmen. So verharrten sie. Regunglos. Die Anspannung eines jeden manifestierte sich in den gespannten B√∂gen und Thalon hatte kurz das Gef√ľhl losgel√∂st von allem zu sein. Es war so laut, dass einzelne Ger√§usche kaum mehr zu h√∂ren waren und er sich ebenso in absoluter Stille h√§tte befinden k√∂nnen. Eine unwirkliche Ruhe erf√ľllte ihn. Wenn er heute sterben sollte, dann w√ľrde er es hohen Hauptes tun.

Dann geschah etwas Unerwartetes. Die Soldaten zu beiden Seiten Thalons regten sich und blickten sich fragend um, beinahe w√§re hie und da sogar Gemurmel ausgebrochen, doch Silberschwerts strenger Blick erstickte es im Keim. Ein dunkler Harpyier war in der Angriffszone gelandet und er trug eine wei√üe Fahne. Was hatte das zu bedeuten? "Haltung bewahren!", rief der Gefreite und blickte wie all seine Gefolgsleute zu dem Neuank√∂mmling und dem Hy√§nenreiter, der auf ihn zukam. Nach dem Krach von zuvor, war die Stille nun fast unangenehm. Es dauerte einige Augenblicke. Thalons Arme wurden langsam schwer, doch er hielt eisern Pfeil und Bogen hoch, bereit zum Schuss. Dazu kam es jedoch nicht. Das Heer des Chaos' drehte ab. Langsam vollf√ľhrte Silberschwerte eine Geste nach unten und alle Krieger lie√üen ihre B√∂gen sinken. Dieses Mal war vereinzeltes Gemurmel nicht zu unterbinden. Was bei Oril hatte der Bote da gebracht? Es schien, als herrsche in den verfeindeten Reihen ebensolche Verwirrung und √úberraschung, wie in den ihren. "R√ľhrt euch nicht", sagte Silberschwert und marschierte davon, um gemeinsam mit den anderen Truppenf√ľhrern, den Boten in Empfang zu nehmen.
Nun, da sich das gegenerische Heer langsam entfernte und die Luft sich kl√§rte, war das Ausma√ü der Zerst√∂rung deutlicher zu erkennen. Es glich einem Geschenk Orils, dass die Walze kurz vor Avinar stehen geblieben war. Thalon gr√ľbelte im Stillen √ľber die Gr√ľnde nach und seine Gedanken schwenkten zu dem ausmarschierten Heer unter Oberst Blitzsohn. Z√∂gerlich keimte ein Hoffnungsschimmer in ihm auf. Vielleicht waren seine Freunde noch am Leben. Noch musste er sich gedulden, um Gewissheit zu erlangen. Gefreiter Silberschwert kam nur mit der Information zur√ľck, dass der Angriff aufgrund von Friedensverhandlungen an der Feste Dunkelbruch abgebrochen worden war und sie sich nun zur√ľckziehen sollten und ein jeder wieder seine gewohnte Stellung einzunehmen hatte. Es war ein merkw√ľrdiges Gef√ľhl. Thalon hatte sich mit dem Gedanken ins Reine gebracht, heute sein Leben f√ľr Oril und Avinar zu lassen und es f√ľhlte sich beinahe falsch an, wieder dem normalen Alltag nachzugehen. Gleichzeitig war es, als sei er neu geboren, h√§tte ein weiteres Leben auf dieser Erde geschenkt bekommen, dass er jederzeit wieder f√ľr Land und Leute geben w√ľrde, das sp√ľrte Thalon genau.
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Re: Der Krieg, der alles ändern wird

#106

Beitragvon Barlok Eisenhand » Di 13. Feb 2018, 16:42

Barlok schritt zur Feste zur√ľck und seine M√§nner wurden ebenfalls von den Besatzern ziehen gelassen, es war vorbei. Die Truppen zogen sich wie abgemacht aus Dunkelbruch zur√ľck an ihnen sah man ebenfalls die Strapazen des Krieges deutlich, viele waren verwundet oder sahen einfach nur ersch√∂pft aus da sie total ausgelaugt waren. Als der General den Kriegern erkl√§rte was nun bei den Verhandlungen heraus gekommen war, waren viele Zwerge emp√∂rt manche waren auch sichtlich erleichtert, keiner wollte mehr k√§mpfen doch die Festung aufgeben?! "wof√ľr sind dann unsere Br√ľder gefallen?! Das wird der Rat niemals positiv auffassen Eisenhand!" sprach einer der schon viele Schlachten geschlagen hatte. "Es ist eine Festung, wir haben den Frieden f√ľr unser Volk gesichert, wir haben tapfer gek√§mpft und jeder von euch wird auf ewig in den Erinnerungen unseres Volkes bleiben daf√ľr gebe ich mein Ehrenwort" sprach er sichtlich ersch√∂pft.

Was dann jedoch geschah w√ľrde als ein Tag der Trauer in die Chroniken der Zwerge eingehen, die Pforte √∂ffnete sich und aus dem Berg schritten weitere Soldaten heran. Ihnen dicht auf den Fersen waren Frauen Kinder alte, sogar zum Teil ganze Familien. Die ersten fanden ihre Angeh√∂rigen, wie S√∂hne oder V√§ter Br√ľder Onkel sogar Gro√üv√§ter erschlagen in der Feste vor. Sie schrien, viele flehten auch oder hielten die Toten leblosen K√∂rper in ihren Armen. Manche die verwundet waren wurden von Heilern versorgt, die Soldaten wurden von einem Ratsmitglied angef√ľhrt, dieser rannte auf ihn zu "Eisenhand was ist hier passiert?!" doch der General schritt m√ľde und abwesend auf das Tor des Berges zu, er w√ľrde die schrecklichen Wehklagen und Schreie der Familien niemals vergessen, er w√ľrde sie h√∂ren solange er lebte. Das einzige was er dem Ratsmitglied sagte war, das sie nicht viel Zeit h√§tten und die Feste aufgeben m√ľssten, eine Abschrift des Vertrages der den Krieg hier auf dieser Seite des Gebirges, betraf war offiziel vorbei und mit seiner Unterschrift g√ľltig. Die Zwerge machten sich daran die Toten hinein in das Gebirge zu schaffen ebenso die Verwundeten. Die Zwerge verhielten sich so wie der General es befohlen hatte, dennoch w√ľrde es f√ľr ihn ein bitteres Nachspiel haben, sobald der K√∂nig zur√ľck war doch bisher wusste keiner so genau wann das genau der Fall war.
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