Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Der Krieg, der alles Àndern wird

Tarrik Tarkan entfesselte die Hauptstreitmacht des Chaos, um Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Nach Jahren des Kampfes waren alle Seiten erschöpft und man verhandelte ĂŒber Frieden. Dunkelbruch gelangte in die HĂ€nde des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
Die Hauptstreitmacht des Chaos wurde entfesselt, um die Zwergenfestung Dunkelbruch zu erobern. Das Kaisho-Abkommen und Avinar kamen den Zwergen zur UnterstĂŒtzung. Nach Jahren des Kampfes waren die Truppen aller Seiten erschöpft und man verhandelte in Ehveros ĂŒber Frieden. Das Kaisho-Abkommen zerbrach an dieser Schlacht, Dunkelbruch gelangte in die HĂ€nde des Chaos und die Hohe Mark fiel an Souvagne.
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Aksoy
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#81

Beitrag von Aksoy » Mi 20. Dez 2017, 08:42

Sie hatten Dunkelbruch verlassen und ihre Angreifer wie auch ihre Verfolger abgeschĂŒttelt. Durch einen Sturm verloren sie zusĂ€tzlich einige gute Leute, aber dennoch war Rakshor auf ihrer Seite.

Letztendlich teilte sich die Gruppe so wie es Tarkan befohlen hatte. Was aus Lexi und seinen Mannen geworden war, entzog sich Aksoys Kenntnis, aber er wĂŒnschte ihnen nur das Beste und vor allem viel JagdglĂŒck auf den Feind.

Dass er mit so einer wichtigen Aufgabe von Tarkan betraut wurde, erfreute ihn sehr, verunsicherte ihn aber auch. GleichgĂŒltig was seine Statur versprach und ĂŒber welche KrĂ€fte er verfĂŒgte, er war trotzdem noch jung. Und viel Erfahrung hatte er noch nicht in seinem Leben gesammelt.

Aus diesem Grund verließ er sich meist auf den weisen Rat seines mittlerweile besten Freundes Crize. Der Mann wusste alles, folglich konnte mit ihm an der Seite nichts schief gehen. Ab und an wunderte sich Aksoy zwar ĂŒber dessen PrioritĂ€ten, aber bis jetzt hatten sich diese immer als richtig herausgestellt. Das lag vermutlich an seiner jahrelangen Erfahrung. Aksoys Wissen konnte da einfach nicht mithalten.

Ganz wie es Tarkan befohlen hatte, hielt sich Aksoy mit seiner Gruppe nördlich. Ihre Aufgabe bestand darin VerstĂ€rkung aus Nordrakshanistan zu holen, dafĂŒr hatte ihm Tarkan einen Zebraschal ausgehĂ€ndigt. Die Krieger sollten frisch und ausgeruht sein. Aksoy hoffte instĂ€ndig, dass die MĂ€nner noch vor Ort waren.

„Crize hattest Du in letzter Zeit neue Infos ĂŒber Nordrakshanistan? Tarkan hat angeordnet, dass wir unsere Truppe mit den dort stationierten MĂ€nnern verstĂ€rken sollen. Handelt es sich dabei um Tieflinge oder um Menschen? Falls es Menschen sind, mĂŒssen wir schauen, wie wir uns fortbewegen. Vielleicht teilen wir unsere Gruppe dann auf in FußgĂ€nger und Flieger.

Jeder Flieger kann nur einen Menschen tragen um effektiv zu bleiben. Sonst wird die Last zu schwer. Falls es sich um Tieflinge handelt, haben wir kein Problem.

Meinst Du wir sollten vor Ort eine Pause einlegen um einmal KrÀfte zu sammeln?

Die MĂ€nner sehen mitgenommen aus. Der Angriff auf Dunkelbruch und unsere Flucht haben uns zugesetzt. Ich wĂŒrde sagen, wir schöpfen einen Tag neue Kraft, essen gut, schlafen und dann widmen wir uns gestĂ€rkt den Lichtalben, so wie es uns Tarkan befohlen hat. Oder was meinst Du Crize?“,
hakte der große Tiefling nach.

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#82

Beitrag von Tarkan » Mo 25. Dez 2017, 14:27

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Bei den AnfĂŒhrern der Kaishotruppen ging folgender Brief ein:

Das Chaos erbietet Euch seine GrĂŒĂŸe!

Ihr habt tapfer gekÀmpft. Wir kÀmpfen noch immer.
Wir haben zwei Nachrichten fĂŒr Euch.

Erstens:

Unser hochverehrter Tarrik Tarkan hat eine Waffenruhe verordnet. Das Blutrecht ist fĂŒr diese Zeit aufgehoben und Ihr mögt Eure Toten begraben und den riesigen Fehler bedauern, den Ihr begangen habt. So lange Ihr in dieser Zeit keine Angriffe startet, mögt Ihr in Ruhe das Winterfest feiern.

Zweitens:

Wie Euch sicher inzwischen zu Ohren gekommen ist, haben unsere LuftstreitkrĂ€fte gute Teile Almaniens verwĂŒstet. In diesem Augenblick haben Lexi und sein SĂŒdgeschwader Quartier auf dem Dach des Herrenhauses bezogen, in welchem die Familie des Großherzogs Roderich II. von der Hohen Mark residiert. Alle Gargoyles wurden erschlagen und eine Ausgangssperre fĂŒr Familie und Hofstaat verhĂ€ngt. Sie sind fortan Geißeln des Chaos.

Wir setzen eine Frist bis zum Neujahrsfest! Bis dahin erwarten wir den Abzug des almanischen Heeres und der Kaishotruppen aus unserem Territorium!

Sollte bis dahin keine Reaktion erfolgen, werden sĂ€mtliche Familienmitglieder des Großherzogs und sein Hofstaat liquidiert und ihre HĂ€upter zu Schrumpfköpfen verarbeitet das Zelt Tarkans als Windspiel zieren. Solltet Ihr in diesem Zeitraum unserer Forderung nachkommen, garantieren wir ihnen freien Abzug.

Ein angenehmes Winterfest wĂŒnscht

Ginseng fo-Drash
Stellvertretender Tarrik
Heeresleitung Zentralrakshanistan

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#83

Beitrag von Crize » Mo 25. Dez 2017, 20:34

Crize schreckte aus dem Schlaf hoch. Er hatte hervorragend geschlafen wĂ€hrend des Fluges. Aksoy war schön riesig und entsprechend bequem. In den Zeiten seines Wachseins hatte er sich mit ihm unterhalten und den Tiefling an seinen Weisheiten teilhaben lassen. Meist handelte es sich um Haltungstipps fĂŒr Ghule und Kochrezepte. Jetzt war Aksoy irgendwo gelandet und das ganze Nordgeschwader mit ihm. Crize blickte sich um und erkannte das Nordlager.

Aksoy fragte ihn um Rat, dabei war die Sachlage doch eindeutig.

"Als erstes machen wir natĂŒrlich eine große, gemeinsame Kaffeepause. Die Jungs hier bereiten ja, wie du siehst, schon alles vor."

Er nickte in Richtung eines gigantischen Kessels, der auf einem Karren durch den allgegenwĂ€rtigen Schlamm herbeigeschafft wurde und aus dem es verfĂŒhrerisch dampfte. Den Rakshanern lief das Wasser im Mund zusammen und sie schwĂ€rmten zum Kessel wie die Motten zu einer Lampe. Auch einige der Tieflinge schlossen sich an und wurden wie die Rakshaner vom Wagen aus mit Bechern heißen Mokkas versorgt, ehe man ihnen vorĂŒbergehende Quartiere einrichtete, die aus großen Zelten bestanden, in denen man dicht an dicht gedrĂ€ngt zu vielt schlafen musste.

"So", sprach Crize weise. Er nippte an seinem dampfenden Becher. "Einen Tag Ruhe brauchen wir auf jeden Fall, vor allem die Flieger."

"Eine Woche", korrigierte ein Krieger. "Tarkan hat eine Waffenruhe bis zum Neujahresfest ausgerufen. Soeben ging ein Botengeier ein."

"Äh, ach so, na dann ... also du musst dich nach dem Kaffeetrinken erstmal ausruhen, Aksi, und dann den Befehlshabern hier verklickern, dass sie unsere VerstĂ€rkung aufstellen sollen. Und dann, ja, dann können wir Avinar plĂ€tten!

Also die Truppe hier besteht zum Großteil aus rakshanischer Infanterie und einigen HyĂ€nenreitern, außerdem gibt es hier viele DĂŒsterlinge. Gelaton ist das Lager, wo sie alle hinschicken, die in Cara`Cor nicht gehört haben. Man wird hierher strafversetzt. Du siehst ja den vielen Schlamm und das hĂ€ssliche Wetter und spĂŒrst die klamme KĂ€lte. Geleitet wird das Lager von Herrn Dschan, einem Rakshaner. Wenn du mich fragst, hat er sie nicht mehr alle. Aber bei dem Schlamm hier kein Wunder. Ich verstehe nur nicht, warum die Zelte hier aus purem Gold sind anstatt aus anstĂ€ndigem HyĂ€nenfell. Aber das versteht keiner."

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#84

Beitrag von Baldur Ferin BallivĂČr » Fr 29. Dez 2017, 08:45

Baldur lag in seinem Zelt und starrte an die Decke, als die Neuigkeit die Runde machte. Blitzsohn hatte ihn weggeschickt, um sich auszuruhen und auch, das wusste Baldur, weil er vertraulich mit seinen engsten Offizieren sprechen wollte. MĂ€nner und Frauen gingen an seiner Unterkunft vorbei und alle sprachen sie ĂŒber dasselbe: der Tarrik der Chaostruppen hatte eine Waffenruhe bis zum Neujahresfest ausgerufen. Den GesprĂ€chen zu Folge, waren die Krieger geteilter Meinung darĂŒber. Es gab solche, die froh wirkten und obwohl Baldur sie nicht sehen konnte, vermutete er, dass es vorrangig erfahrenere Alben waren, die bereits aufreibende Erlebnisse zu verzeichnen hatten. Dann gab es jene, die sich echauffierten, wie man den Wilden trauen konnte, die eine List vermuteten und dafĂŒr plĂ€dierten einfach trotzdem zuzuschlagen. Junge Hitzköpfe
 Baldur war ĂŒberzeugt, dass der Oberst in keinem Fall gegen die Waffenruhe verstoßen wĂŒrde. Er war ein zielstrebiger, kompromissloser und harter Mann, doch er war auch gerecht und jede seiner Entscheidungen war grĂŒndlich abgewogen.
„Herr BallivĂČr?“
Eine Stimme erklang unmittelbar am Zelteingang. „Der Oberst wĂŒnscht Sie in seinem Zelt.“
Baldur erhob sich von seiner Bettstatt. „In Ordnung“, rief er nach draußen und warf sich einen Umhang ĂŒber. Vor seinem Zelt wartete ein junger Mann. „Er sieht kaum Ă€lter aus als mein Jaro“, dachte Baldur traurig. Die Vorstellung, sein Sohn wĂŒrde in den Krieg ziehen, verknotete ihm das Herz. „Ich bringe Euch hin“, verkĂŒndete der Junge stolz.

Des Oberst Zelt befand sich ziemlich in der Mitte des provisorischen Lagers und war deutlich grĂ¶ĂŸer als all die anderen. Als der Krieger Baldur hinein geleitete, saß Blitzsohn mit einigen Offizieren zu Tisch und war offensichtlich in eine strategische Besprechung vertieft.
„Mein Herr Oberst, Herr BallivĂČr, wie Ihr wĂŒnschtet.“
Blitzsohn sah mit seinem grimmigen Gesicht auf und nickte, woraufhin der Krieger salutierte und wortlos das Zelt verließ.
„Meine Herren“, wandte sich Blitzsohn an die ĂŒbrigen, „wie besprochen: informiert Eure Truppen ĂŒber die Waffenruhe – auch wenn ich befĂŒrchte die Neuigkeit ist bereits im Lauffeuer durch das Lager gegangen; teilt ihnen mit, dass sie bis zum Ablauf der Frist freigestellt sind. Es steht ihnen zu, Kontakt zu den feindlichen Truppen aufzunehmen sowie Speis und Trank mit ihnen zu teilen. Aber“, er blickte ernst in die Runde, „sollte einer das Abkommen brechen und unsere Ehre in den Schmutz ziehen, so kann er froh sein, wenn der Feind ihn zuerst in die HĂ€nde bekommt, denn ich werde weniger gnĂ€dig sein.“
Die Offiziere nickten und ließen Baldur mit dem Oberst allein.
„Baldur“, begann dieser, „mit Sicherheit wisst Ihr bereits von der Waffenruhe.“ Es war keine Frage. Blitzsohn hatte sich erhoben und ging mit hinter dem RĂŒcken verschrĂ€nkten HĂ€nden im Zelt auf und ab. „Boten der Kaishos brachten mir die Nachricht.“ Mit einer Hand gestikulierte er zum Tisch, auf dem ein Pergament lag. Baldur wartete kurz, dann griff er danach und las. Als er aufsah, blickte ihn der Oberst direkt an, sein Ausdruck sorgenvoll. „Was lest Ihr daraus?“, fragte er. Baldur antwortete nicht gleich. „Ihr fĂŒrchtet, Almanien ist nicht das einzige Ziel?“
Mit geschlossenen Augen nickte Blitzsohn. „Ich befĂŒrchtete bereits, die Tieflinge flogen nicht ohne Grund aus. Nun weiß ich es.“
„Und was machen wir nun?“, fragte Baldur, der sich fragte, warum der Oberst ihn hatte sprechen wollen.
„Wir warten. Bald mĂŒsste Oberfeldwebel Lichtsturm zurĂŒckkehren und Neuigkeiten vom Hymaya bringen und bis dahin werden auch wir die Waffenruhe nutzen.“ Er dreht sich zu Baldur um, nachdem er vorher einige Augenblicke die Zeltwand angestarrt hatte. „Ich hoffe auf eine Unterredung mit dem Tarrik und möchte zudem um Kontakt zu Barlok Eisenhand oder einem seiner Offiziere bitten. Und deshalb werdet Ihr mich begleiten.“

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#85

Beitrag von Tarkan » Fr 29. Dez 2017, 10:35

Als gerade kein Feind in unmittelbarer NÀhe gesichtet wurde, öffnete sich das Tor Dunkelbruchs.
Langsam, knarrend. Der Schatten, den das Eisenmonstrum warf, teilte sich. In der Mitte, auf dem Pfad aus Licht, kam etwas zum Vorschein, das auf den ersten Augenblick wie eine fahrbare Maschine aussah. Mit viel MĂŒhe zerrten vier Rakshaner einen Eisenwagen heraus, der offenbar von den Zwergen angefertigt worden war und eigentlich von Pferden gezogen werden musste. Ein langes Rohr befand sich darauf, das nach vorn zeigte. Es war genau auf die Gegner gerichtet. Aus dem Wagen qualmte es. Hinter ihnen schloss sich das Tor wieder.

Genau zwischen den fĂŒnf Heeren, zwischen Almanen, Goblins, Lichtalben, Zwergen und Chaostruppen, kam die kleine Prozession zum stehen. Das Rohr wurde umstĂ€ndlich und unter lauter Diskussion aufgerichtet. Es offenbarte sich als der Rauchabzug einer mobilen FeldkĂŒche.

Von den Zinnen aus wurden die vier hantierenden Rakshaner von ihren Kameraden mit einer Mischung aus Furcht und Zorn beobachtet. Furcht, weil man nicht wusste, ob sie zurĂŒckkehren wĂŒrden, Zorn, weil sie so eben mit einem Teil des Feldproviantes, den sie alle auf dem RĂŒcken oder in den Satteltaschen der HyĂ€nen bei sich getragen hatten, in Richtung Feind gezogen waren.

Einer der vier Rakshaner zĂŒckte eine Glocke, hielt sie hoch und bimmelte lautstark.

"Beste Gruß vom Tarrik Tarkan! Es existiert kostenfreie Schokoladentrinke fĂŒr jeden! Und Erbsensuppe, mit freundliche Gruß vom Barlok Eisenhand!"

Er rief das auf Asmameisch mit einem grauenhaften rakshanischen Akzent und mehreren Grammatikfehlern. Dass die Erbsen dazu aus den VorrĂ€ten deer Zwerge gestohlen worden waren, ließ er unerwĂ€hnt, aber er ging auch nicht davon aus, dass irgendwem auffallen wĂŒrde, dass Erbsensuppe ein nicht gerade sehr rakshanisches Gericht war.

Um zu zeigen, dass weder Suppe noch Trinkschokolade vergiftet waren, begannen die Rakshaner gleich selbst damit, sich einzuschenken und zu trinken und zu löffeln. Der Wind stand - nicht ganz zufĂ€llig - so, dass die verlockenden DĂŒfte hinĂŒber zu den Feinden wehte. Zaghaft ging das Tor von Dunkelbruch ein weiteres mal einen Spalt weit auf. Einige Rakshaner kamen unsicher nĂ€hergetappt, sie trugen keine sichtbaren Waffen bei sich. Es waren nicht allzu viele. Selbst, wenn sie unter ihrer Kleidung noch Waffen verborgen halten wĂŒrden, wĂ€ren sie gegen diese StreitmĂ€chte, die ihnen gegenĂŒberstanden, hoffnungslos unterlegen und wĂ€ren in wenigen Minuten bis auf den letzten Mann aufgerieben. Trotz ihrer Angst wurden sie unwiderstehlich von der Aussicht auf eine warme Mahlzeit angezogen. Sie ließen sich ausschenken, zogen die Schleier unters Kinn, hielten die Tonbecher mit in der KĂ€lte klammen, im Kampf verwundeten Fingern und schlĂŒrften die heiße Schokolade.

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#86

Beitrag von Aksoy » Sa 30. Dez 2017, 19:29

Aksoy hörte seinem Kumpel aufmerksam zu, ließ es sich aber nicht nehmen, sich ebenfalls einen Becher Mokka ausschenken zu lassen. WĂ€hrend Aksoy Crize lauschte, schlĂŒrfte er gut gelaunt sein GetrĂ€nk. Dachte er nun daran zurĂŒck, wie er vor gar nicht all zu langer Zeit beim Chaos angefangen hatte, dann hatte er gemeinsam mit Crize einen gewaltigen Weg zurĂŒck gelegt. Allein hĂ€tte er dies vermutlich niemals alles bewerkstelligen können.

Der gewaltige Tiefling streckte kurz seinen Körper wie auch seine Schwingen um die Verspannungen zu lösen. Dann faltete er sie auf dem RĂŒcken zusammen und hockte sich gemĂŒtlich hin. Einen warmen Becher Kaffee in der Hand und die Gesellschaft von seinem besten Freund, was wollte man eigentlich mehr?

Ihr Auftrag war klar, sie sollten den Lichtalben dermaßen schaden, dass sich das Heer gezwungen sah, die Belagerung von Dunkelbruch abzubrechen und nach Haus zurĂŒckzukehren. Tarkan hatte es vorgegeben, es sollten die Zivilisten dran glauben.

Erschöpft wandte Aksoy seinen gehörnten Kopf dem Lager zu, ehe er Crize musterte.

"Nun mir ging gerade durch den Kopf, dass die Befehle von Tarkan eindeutig waren. Wir sollen durch unseren Angriff den RĂŒckzug des Lichtalben-Heers erzwingen. Seine Befehle lauteten, Kinder, Alte und Frauen anzugreifen und ihre Grundversorgung zu vernichten. Inwieweit dies Lichtalben beeinflusst, kann ich nicht sagen, aber wir werden uns an Tarkans Befehle halten Crize.

Den Tag Ruhe gönnen wir uns auf alle FĂ€lle mein Freund. Und die Woche Waffenruhe sollen die Lichtalben ruhig haben. Immerhin benötigen die DĂŒsterlinge, die Reiter und die FußlĂ€ufer ja auch ihre Zeit, bis sie Avinar erreicht haben. Da ist die Woche garantiert schon um, und sie können angreifen.

Ich wĂŒrde vorschlagen, wir splitten uns genau in Fachgruppen. DĂŒsterlinge, Reiter und FußlĂ€ufer. So dass sich jeder ein anderes Ziel vornimmt. Die DĂŒsterlinge werden nachts zuschlagen, die Reiter kleine ScharmĂŒtzel liefern, die FußlĂ€ufer werden tun was FußgĂ€nger so tun und wir Flieger werden ihnen von oben die Suppe versalzen.

So lauten unsere Befehle und Tarkan verlÀsst sich auf uns",
grinste Aksoy gut gelaunt. Er genoss die Verschnaufpause sichtlich.

Als Crize davon sprach, dass die Zelte aus puren Gold wÀren, wurde Aksoy hellhörig.

"Gold? Sagtest Du GOLD? Menschen lieben Gold Crize! Sie ermorden sich gegenseitig fĂŒr Gold, sie horten es, hĂ€ufen es an, stehlen es einander, luchsen es sich ab! Wir sollten dieses Gold nutzen! Wir könnten davon Söldner, Waffen und Kriegsmaterial kaufen und natĂŒrlich vernĂŒnftige Zelte! Und vielleicht können wir damit noch das Blatt fĂŒr unseren AnfĂŒhrer wenden. Wer möchte schon in Metallzelten schlafen?

Weg mit dem Mist, wir benötigen das Gold fĂŒr Kriegsmaterial. Vielleicht auch fĂŒr Giftmischer, die uns was Schönes fertigen könnten um die Wasserversorgung der Lichtalben lahm zu legen? Zudem wer kennt sich mit Lichtalben aus? Wir benötigen jemand, der uns etwas ĂŒber diese ÜbeltĂ€ter sagen kann. Wie leben sie? Was essen sie? Welche Schwachsstellen haben sie?

Sicher die gute alte Methode, der Tod kommt von oben, funktioniert bei uns Fliegern im Duo mit Waffen oder einem Magier immer. Aber wir mĂŒssen auch dafĂŒr sorgen das unsere DĂŒsterlingskollegen und die anderen unserer Einheit ihre Chance erhalten, da mit heiler Haut und vielen Feindesopfern herauszukommen.

Crize, was weißt Du ĂŒber Lichtalben? Was weißt Du ĂŒber ihre SchwĂ€che? Wer kennt sich mit der SchwĂ€che von Lichtalben aus? Wer ist der Feind der Lichtalben? Haben sie Feinde außer dem Chaos? Falls ja, wĂŒrden diese uns beistehen, sobald wir denen das mit etwas Gold versĂŒĂŸen?",
hakte Aksoy nach.

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#87

Beitrag von Arafis » Sa 30. Dez 2017, 20:12

Lillix, Soldatin an der Front im Heer von Oberst Nassik

Lorietta grunzte lauthals, als der verlockende Duft von Erbsensuppe ihren SchweinerĂŒssel erreichte. Ihre lĂ€nglichen Halbschlappohren zuckelten fröhlich in der Luft und sie scharrte unruhig mit ihren Paarhufen in der Erde, die vom Unwetter aufgewĂŒhlt war.
Sogar Lillix, deren Nase um einiges weniger gut ausgebildet war als die ihres Korbixschweins, kam nicht umhin, in der Luft zu schnuppern. Im Gegensatz zu ihrer vierbeinigen Freundin fiel ihr jedoch eher der sĂŒssliche Geruch der Schoggi auf, als derjenige der salzig-nahrhaften Erbsensuppe.
UnauffĂ€llig blickte sich die Soldatin um, und erkannte rasch, dass auch andere Goblins und deren Reittiere gierig ihre langen Nasen dem fĂŒr diesen Ort so ungewöhnlichen Geruch entgegen reckten.
GeflĂŒster war zu hören und Unruhe breitete sich in dem Heer aus.
Nun beugte sich auch der Kamerad Klax zu ihr rĂŒber: „Hey Lil, Flix hat grad von Lolix gehört, dem es von Frido zugetragen wurde, dass Bilpo durch unseren Feldwebel die Nachricht von Oberst Nassik erhalten hat, dass eine Waffenruhe herrscht und wir alle eingeladen sind, der Aufforderung unseres Feindes Folge zu leisten und mit ihnen einen Umtrunk zu begehen.“
Lillix starrte ihren Kumpanen unglÀubig an.
„Wir sollen mit den Rakshanern was tun? Ist das nicht bloss eine Falle?“

WĂ€hrend die beiden Goblins nun begannen darĂŒber zu disputieren, ob es bloss eine fiese Finte von Tarkan sei oder doch ein vorĂŒbergehender Waffenstillstand, hatte Lorietta sich unbemerkt immer weiter von ihrer Reiterin abgewandt und reckte sich gierig dem Erbsenduft entgegen.
Plötzlich grunzte das Korbixschwein laut auf und zerrte Lillix ruckartig die ZĂŒgel aus der Hand, um dann schnell wie ein Pfeil loszusprinten – immer der Nase nach. Nun war deutlich zu erkennen, warum die Goblins ausgerechnet diese Schweine zu ihren Reittieren erkoren hatten, denn die Sau rempelte sich trittsicher durch die Reihen ohne dabei an Tempo zu verlieren.
„Lorietta, stooooop! Bleib sofort stehen du dummes Ferkel!“, kreischte Lillix und versuchte mit dem gefrĂ€ssigen Tier mitzuhalten, das nun bereits das offene Feld erreichte. Ohne zu zögern rannte die Goblin ihm hinterher und bemerkte im ersten Moment gar nicht, dass sie den Schutz ihrer Truppen hinter sich gelassen hatte. In ihrer RĂŒstung konnte sie jedoch nicht Schritt halten und rutschte dann auch mitten auf dem schlammigen Grund aus. Einzelnes GelĂ€chter ertönte hinter ihr, doch die Goblin scherte sich nicht darum.
„Lorietta!“, keuchte sie schliesslich, als sie nur noch einige Schritte von der FeldkĂŒche entfernt war. Endlich hatte auch das Korbixschwein innegehalten und sich nicht weiter an das seltsame GefĂ€hrt herangetraut. Jedoch zuckelte ihr RĂŒssel interessiert, wĂ€hrend sie misstrauisch die Gestalten beĂ€ugte.
„Öhm, hallo“, meinte Lillix schliesslich vorsichtig und verlegen zugleich, Ă€hnelte sie doch mehr einem Erdgolem, als einer tapferen, edlen Ritterin.
Sie griff schnell nach den ZĂŒgeln Loriettas, bevor jemand auf die Idee kommen sollte, dass sie einen Schweinebraten zur Waffenruhe beitragen wollte und gab ihr einen tadelnden Klaps auf den borstigen Hintern.
Da keiner Anstalten machte sie anzugreifen, stellte sie sich schliesslich mit ihrer Sau an der Hand in die Reihe der Gestalten, welche freudig Schoggi und Erbsensuppe in Empfang nahmen.
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#88

Beitrag von Tarkan » Mo 1. Jan 2018, 23:17

Die Rakshaner verhielten sich zurĂŒckhaltend und zuvorkommend. Lillix bekam ebenso etwas ausgeschenkt wie ihr Schwein und alle anderen, die bei der FeldkĂŒche auftauchten. Die Rakshaner versuchten, mit ihren rudimentĂ€ren Asameischkenntnissen ein GesprĂ€ch in Gang zu bekommen und es wurde sogar gemeinsam gelacht. Am Ende des Tages zogen sie die leergefressene FeldkĂŒche zurĂŒck in die Festung und das finstere, gegenseitige Belauern ging weiter.

Erschöpft saß Tarkan an einer Wand. Er hatte sich in der Festwoche kaum bewegt, um Energie zu sparen und effektiv nachdenken zu können. Und er war zu einem Entschluss gekommen.

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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#89

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 1. Jan 2018, 23:21

In den ersten Tagen des Jahres 203 nach der Asche war in Souvagne Ungewöhnliches zu beobachten. Die Meldungen brachten den jungen Prince dazu, umgehend das Feldlager im Norden zu verlassen und sich mit seinen Getreuen nach SĂŒden zu begeben.

»Junger Herr«, meldete an diesem Tage ein sichtlich nervöser Berater, »Die Grenzposten verzeichnen einen heftigen Ansturm von FlĂŒchtlingen aus Almanien. Die Boten aus den drei GroßherzogtĂŒmern melden, dass Selbiges auch an den Grenzen zu Ledwick und Ehveros zu verzeichnen ist. Es scheint eine wahre Völkerwanderung stattzufinden! Es scheint, als drĂ€ngte die gesamte Bevölkerung aus der Hohen Mark nach Souvagne und in die umliegenden GroßherzogtĂŒmer! Ein Großteil des Ansturmes konzentriert sich auf Beaufort, vermutlich wegen der GrenznĂ€he.«

Ciel musste nicht lange nachdenken. Der Befehl seines Vaters war eindeutig.

»Jene, die sich nach Norden wandten, um Schutz in Souvagne zu suchen, haben einen Fehler begangen. Mein Vater hat angewiesen, die Grenzen zu schließen. Souvagne ist ein unabhĂ€ngiges Land und die Almanen aus den drei verbliebenen GroßherzogtĂŒmern werden nicht lĂ€nger als VerbĂŒndete betrachtet. Sind die Ursachen fĂŒr den Ansturm bekannt?«

»Bislang nicht, junger Herr.«

»Nun, von der Sache her sind sie auch unerheblich. Da kein Hilferuf von Großherzog Roderich einging, sind die FlĂŒchtlinge aus seinem Land fĂŒr uns Eindringlinge, Invasoren. Und als Solche werden sie behandelt. Ich werde mich umgehend nach SĂŒden begeben, um die Verteidigung der bedrohten Grenze zu leiten. Die Feinde, die einzudringen versuchen, sind mit allen Mitteln aufzuhalten.«
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Re: Der Krieg, der alles Àndern wird

#90

Beitrag von Tarkan » Di 2. Jan 2018, 22:02

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Die Frist war ungenutzt verstrichen. Kein Bote war eingegangen, keine Brieftaube, nichts. Scheinbar war dem Großherzog das Schicksal seiner Familie und seines Landes egal. Dank einer geheimen organisatorischen Notwendigkeit, hatte der Großherzog sogar noch zwei Tage lĂ€nger Zeit, ohne dass etwas geschah. Lexi war es nur recht. Doch am zweiten Abend nach Neujahresbeginn prĂ€sentierten seine MĂ€nner die Köpfe der Familie Roderichs auf Lanzen aufgespießt dem Volke. Die Tieflinge marschierten in einer johlenden, gröhlenden und Chaoslieder singenden Formation durch die Hauptstadt der Hohen Mark. Die Feuermagier schleuderten ein wahres Feuerwerk in den Himmel. Wassermagier verspritzen das Blut der Hingerichteten in FontĂ€nen ĂŒber die verĂ€ngstigten Zivilisten.

Es gab keine almanischen Krieger mehr in der Hohen Mark. Die meisten lagerten vor Dunkelbruch und der Rest war getötet worden. Die Gargoyles hatte man bei Tag zerschlagen. Niemand leistete nennenswerten Widerstand.

Am Marktplatz angekommen, flog Lexi auf den Brunnen, den ein Kriegerdenkmal hoch zu Ross zierte, wo er sich dem Reiter auf die Schultern setzte und die FlĂŒgel ausbreitete.

»Ruhe!«, kreischte er und seine Magier schleuderten weitere Salven von Feuer und Blut. »Ich sagte Ruhe!«Die zusammentetriebenen Almanen, allesamt Zivilisten, drĂŒckten sich panisch aneinander. Es war nur noch ein Bruchteil der einstigen Bevölkerung, vielleicht ein Viertel. Lexi beĂ€ugte sie zufrieden.

»Ich darf Euch ankĂŒndigen: Seine Durchlaucht Tsaagan Lyridime von und zu Alkena! Macht Platz, gebt dem FĂŒrsten Raum! Tretet bei Seite!«

Und da kam der FĂŒrst von Alkena, höchstselbst, mit seiner Delegation, begleitet von Knochenflötenmusik und PaukenschlĂ€gen auf Menschenhaut. Er war ein Tiefling mit geschwungenen, sehr spitz gefeilten Hörnern, weißem Haar und scharf geschnittenen noblen GesichtszĂŒgen. Er trug teuer aussehende Kleidung und war eine sehr gepflegte, fast schon eitel wirkende aristokratische Erscheinung. Seine Körpersprache legte ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Zufriedenheit an den Tag. Dieser Mann war es gewohnt, dass man ihm gehorchte und zwar nicht erst seit gestern. Er hatte jahrzehntelange Erfahrung als FĂŒrst auf dem Buckel. Er stellte sich auf das Podest des Brunnens und endlich gelang es den Söhnen des Chaos, die Almanen zum Schweigen zu bringen. Totenstille kehrte ein. Auch die anwesenden Rakshaner verhielten sich still und beĂ€ugten gespannt das Geschehen. Der FĂŒrst erhob die Stimme.

»Almanen. Euer GroßfĂŒrst Rhoderich hat euch im Stich gelassen und ĂŒberlĂ€sst euch dem Urteil der Siegermacht. Wir haben ihm in unserer Großmut zwei Wochen Zeit gegeben, in Verhandlungen mit uns zu treten. Er nahm nicht einmal Kontakt auf, weder mittels Boten, noch mit Geistmagiern. Er ĂŒberlĂ€sst die Hohe Mark und euch desinteressiert ihrem Schicksal. Uns jedoch ist euer Schicksal nicht egal. Uns dauert eure Not und der Zustand der Verlassenheit, in welchem ihr euch befindet. Die Felder sind verwĂŒstet, viele BĂŒrger sinnlos umgekommen und der Winter ist hereingebrochen. Ein Großteil eurer Landsleute sind bereits geflohen und wir könnten die ZurĂŒckgebliebenen problemlos hinrichten lassen. Diese Möglichkeit haben wir, jetzt, wo niemand euch mehr schĂŒtzt. Doch es ist nicht das, was wir wĂŒnschen, denn wir sind großherzig.

Rakshor der Große wird nicht tatenlos zusehen, was mit euch geschieht. In seinem gepriesenen Namen und mit seiner Autorisierung nehmen wir euch unter unseren Schutz.

Am heutigen Tag und mit sofortiger Wirkung wird das ehemalige Großherzogtum der Hohen Mark zu einem Teil Rakshanistans erklĂ€rt! Wir, FĂŒrst Tsaagan Lyridime von und zu Alkena, werden fortan das Amt des FĂŒrsten fĂŒr dieses neue Land bekleiden und uns der Geschicke seines verlassenen Volkes annehmen. Über einen geeigneten Namen und ein Wappen werden wir beraten. Wer unserem Gesetz folgt, welches allsdann per Herolde verlautbart wird, dem wird es gut gehen. Wer es nicht tut, der wird ohne Prozess an Ort und Stelle exekutiert.«


Damit erachtete der frischgebackene Herrscher seine Ansprache offensichtlich fĂŒr beendet. Er verließ ohne weiteren Gruß samt Gefolge den Platz, um sich im Anwesen Rhoderichts gemĂŒtlich einzurichten, natĂŒrlich unter der obligatorischen Flöten- und Trommelmusik der Rakshaner. Derweil verlautbarten seine Herolde das neue Gesetz an allen Orten. Die Menge an FlĂŒchtlingen, die das Land hernach verließen, verdoppelte sich in dieser Nacht und niemand von den Chaosleuten machte Anstalten, sie aufzuhalten. Sollten sie gehen.

Die Hohe Mark war nicht mehr. Was der seines Amtes enthobene Großherzog Roderich aus seinem Exil heraus tun wĂŒrde, ob er ĂŒberhaupt etwas zu tun gedachte, und was mit den verbliebenen beiden GroßherzogtĂŒmern geschehen wĂŒrde, wusste Ainuwar allein.

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