Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprĂ€gt von sanfte HĂŒgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hĂ€lt sich aus Kriegen grĂ¶ĂŸtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische NeutralitĂ€t. Von allen Herrschern ist er der GemĂ€ĂŸigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen grĂ¶ĂŸtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#11

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Fr 20. Okt 2017, 20:50

Fabien Lacombe sah den jungen Herrn Ciel erneut mit Jules auf die GemĂ€cher seines Vaters zueilen. Es musste erneut sehr wichtig sein, denn er hatte sie gerade erst verlassen und war mit einer Ă€ußerst wichtigen Aufgabe betraut worden.

Ciel war in Begleitung des Comte de la Cantillion. Der Comte sah mĂŒde und abgekĂ€mpft aus. Ciel erklĂ€rte Fabien, dass der Comte umgehend mit dem Duc zu sprechen wĂŒnschte. Anhand der letzten Informationen wusste Fabien, dass der Duc selbst großes Interesse daran hegte, mit dem Comte de la Cantillion zu sprechen.

Dennoch musste er seinen Herrn fragen und durfte nicht einfach in dessen Namen sprechen.

"Junger Herr, ich verstehe selbstverstÀndlich die gebotene Eile Eures Anliegens. Ich werde Euren Vater umgehend unterrichten, bitte geduldet Euch einen winzigen Augenblick", bat Fabien.

Der Leibdiener des Duc verschwand in den GemÀchern seines Herrn und war einen Moment spÀter wieder bei Ciel.

"Junger Herr, Euer Vater verlangt Euch, Jules, den Comte samt Gefolge zu sehen. Der Albin ist es ebenfalls in dieser Ausnahmesituation gestattet vor den Duc zu treten. Allerdings werdet Ihr Jules sowie Ihr Comte de la Cantillion die offizielle magische Sicherheit des Duc gewĂ€hrleisten. Wenn die Herrschaften mir bitte folgen wĂŒrden", bat Lacombe.

Fabien fĂŒhrte die Gesellschaft in eines der PrivatgemĂ€cher des Duc. Dieser hatte es sich in einem Sessel gemĂŒtlich gemacht, flankiert von seinen beiden großen, grauen Hunden und studierte eine Landkarte auf der alle landschaftlichen wie auch taktisch relevanten Angaben von Souvagne vermerkt waren.

Der Leibdiener blieb in einem ausreichenden Abstand stehen und verbeugte sich, obwohl Maximilien nicht von seiner Karte aufschaute.

"Durchlaucht Euer Sohn Ciel, Chevalier Jules Seymour de Mireault sowie Massimo Comte de la Cantillion in Begleitung einer Albin - wie Ihr angeordnet habt", sagte Fabien ergeben.

Erst als sein Leibdiener ihn ansprach, schaute der Duc von seiner Arbeit auf. Sein Blick schweifte ĂŒber seine Besucher. Er warf einen wohlwollenden Blick auf Ciel, Jules und den Comte de la Cantillion bis sich seine eisblauen Augen in die der Albin bohrten.

"Danke Fabien. Eure schlechte Kunde hat uns vor kurzem erreicht Comte. Euer treuer Gargoyle hat uns davon in Kenntnis gesetzt, dass die Rakshaner Dunkelbruch belagern. Schlimmer noch ist die Tatsache, dass sich die Goblins samt einiger HerzogtĂŒmer in den Krieg eingemischt haben.

Ferner kam kam unserer Person zu Ohren, dass ebenso die Lichtalben Partei fĂŒr die Zwerge ergriffen haben sollen und sich dem Kriegstreiben angeschlossen haben.

Wir haben den Kriegsstand ausgerufen um Souvagne samt seiner Bevölkerung vor den Kriegswirren dieser kriegslĂŒsternen Völker zu bewahren.

Zum Eigenschutz bleibt uns nichts anders ĂŒbrig, als die Generalmobilmachung. Diese wurde bereits besprochen und umgesetzt. Es ist unsere oberste Pflicht, unser Land und unsere Schutzbefohlenen vor diesen Unbill zu bewahren.

Von Euch Comte de la Cantillion erhoffen wir uns genauere Informationen.
Woher habt Ihr diese Informationen bezĂŒglich des Krieges?
Welche Informationen liegen Euch bezĂŒglich noch vor?

Sprecht offen, in dieser schweren Stunde muss Souvagne gewappnet sein.
Beschönigt nichts, verschweigt uns nichts.

Berichtet so detalliert wie es Euch möglich ist Comte. Und bitte klĂ€rt unsere Person auf, weshalb Ihr in Begleitung dieser... albischen Person reist. Ist sie Euer Vertrauen wert? Ist sie bereit ihren Anteil fĂŒr Souvagne zu leisten?",
fragte der Duc.

Maximilien wandte sich an seinen Sohn.

"Ciel bitte merkt Euch gut, was der Comte de la Cantillion im Einzelnen zu berichten hat. Jede noch so kleine Information kann in unserem Fall hilfreich sein. Jules Ihr werdet meinem Sohn bei der Auswertung der Informationen helften. Reduziert die gegebenen Infos rein aufs faktische, berĂŒcksichtigt dennoch Hörensagen welches Euch möglicherweise noch zu Ohren kommen wird", erlĂ€uterte Maximilien freundlich.

"Wir erwarten Euren Bericht Comte de la Cantillion, sprecht", sagte der Duc höflich und musterte den Comte.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#12

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Sa 21. Okt 2017, 16:37

Massimo
 
trat an seinen Herrscher heran und kniete vor ihm nieder.
 
"Herr ich bin so schnell hergereist wie ich konnte. Ganz wie ihr wĂŒnscht berichte ich alles. Es trug sich so zu.
Komavan und ich waren unterwegs auf einen LÀuterungskreuzzug. Unterwegs rasteten wir in einer kleinen Taverne. Dort lernten wir die Albin Nal kennen. Es trug sich zu dass wir dort einen Shezem lÀutern mussten, der die Kunden und jeden in der Taverne angehen wollte. Komavan lÀuterte ihn, wir zogen unserer Wege gemeinsam mit der Albin.
Wir schlossen uns zu einem BĂŒndnis zusammen. Unterwegs erreichte uns ein Zwergenbote, der uns darauf hinwies, dass die Zwerge der Feste Dunkelbruch in arger BedrĂ€ngnis wĂ€ren. Da sich die Zwerge sonst von allen fernhalten und nur jetzt um Hilfe gebeten haben, wo vor ihren Toren ein Feind steht, den sie nicht besiegen konnten, war ich sehr erbost ĂŒber ihre Bitte. Ich besprach mich mit Komavan und der Albin.
Da ich nicht wusste, wie ich handeln sollte frage ich einen nahen Verwandten den Freiherrn Wolfram von Wigberg um rat. Dieser riet mir, die Zwerge und die Rakshaner dazu zu bringen, miteinander zu verhandeln. Da fĂŒr die Fehlentscheidungen der oberen Zwerge nicht die Zivilbevölkerung leiden sollte. Dieser Hinweis von meinen Verwandten war korrekt.
Wir machten uns auf den Weg und da erreichte mich ein zweiter Bote mit der Einladung eines meiner Verwandten zu seine Hochzeit. Die Einladung freute mich und ich nahm sie an. Zumal ich mir dachte, wenn die Zwerge bis jetzt durchgehalten hatten und vorher meine Hilfe nicht benötigten, war ich als einzelner Mann sicher nicht so wichtig, dass ich entscheidend fĂŒr deren Krieg wĂ€re.
Mein Verwandter war mir wichtiger Herr. Das liegt daran, dass unsere Familie zu diesen Zweig ein sehr angespanntes VerhÀltnis hat. Genau diesen Verwandten hatte ich vorher ebenso in der Taverne getroffen und nach einen anfÀnglichen Streit kamen wir gut miteinander aus. Darum wollte ich ihn nicht verÀrgern. Das hatte er nicht verdient, viel mehr hatte er es in seinen Leben schwer genug und ich dachte, wenn er einen Schritt mit diese Einladung auf mich zugeht, dann muss ich die Gelegenheit nutzen um ihn zu helfen.
Leider gab es auf der Hochzeit ebenfalls einen grossen Streit, ausgelöst durch einen anderen alten Verwandten. Und in diesen ganzen Trubel habe ich die Zwerge und ihre Probleme vergessen. Wir hatten unsere eigenen Probleme.
Als die Hochzeit beendet war und wir uns wieder auf den Weg machten, ist mir plötzlich eingefallen, was der Zwergbote erzÀhlt hatte und was seine Worte bedeuteten. Der Krieg findet vor der Feste in Dunkelbruch statt. Dunkelbruch liegt nahe bei Souvagne und sogar nahe bei Cantillion.
Als mir das bewusst wurde, schickte ich direkt Komavan los um euch zu warnen Herr. Mein Gargoyle erinnerte mich daran, dass es mein Fehler war mit dem Kriegsherrn Tarkan der Rakshaner zu sprechen, denn der war auf der Hochzeit eingeladen.
Komavan ermahnte mich völlig zu recht Herr. Ich habe auf voller Linie versagt, da ich mich von meiner Wut auf die Zwerge leiten liess und von meinen Wunsch meinen Verwandten beizustehen. Das hĂ€tte ich alles tun können, aber ich hĂ€tte euch sofort warnen mĂŒssen, als der Zwergenbote bei mir war.
Ich bitte euch untertĂ€nigst um Vergebung fĂŒr meine Fehle und erwarte eure Strafe."
 
Massimo wartete kniend ab, wie sein Herr ĂŒber ihn urteilen wĂŒrde. Er wĂŒrde jede Strafe hinnehmen.

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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#13

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Sa 21. Okt 2017, 17:30

Der Duc hörte sich den Rapport mit einer nicht zu deutenden Miene almanischen Hochadels an. Als der Comte geendet hatte, wartete Maximilien noch einen Moment, ehe er antwortete.

"Ihr schuldet dem Volk von Souvagne eine Entschuldigung Comte, welches wir als Person reprÀsentieren. Wir erachten uns persönlich nicht als wertvoller als unser gesamtes Volk oder unser Land. Denn unsere Person ist das Volk, das Land und somit Souvagne.

Worte vermögen versöhnlich stimmen, aber wir sind stets milde gestimmt, was die unseren angeht. Ihr werdet fĂŒr Euer Versagen nicht bestraft, noch nicht.

Wir erwarten, dass Ihr das VersÀumte nachholt und Wiedergutmachung leistet. Kurzum korrigiert Euren Fehler, indem Ihr nun korrekt handelt Comte de la Cantillion, damit sei Euch dann verziehen.

Begeht Ihr keine Wiedergutmachung, dann erwartet Euch selbstverstĂ€ndlich eine Strafe fĂŒr Euer Fehlverhalten.

Euch mangelt es bedauerlicherweise an Weitsicht.
Ihr könnt von GlĂŒck sagen, das Euer Bruder Eure Scholle regiert.

Selbstredend ist der Blick Souvagnes wohlwollend nach Innen gerichtet und sichernden nach Aussen. Aber wo waren Eure Gedanken, dass Ihr einer Hochzeit beiwohnt, auf der jener Kriegstreiber anwesend war, der paradoxerweise einen Krieg einen Steinwurf vor Eurer HaustĂŒr entfernt fĂŒhrt?

Dieser Verwandte von dem Ihr samt seiner Hochzeit spracht, hat folglich Kontakt zu dieser Person!

Überlegt wie Ihr diesen Kontakt fĂŒr Souvagne nutzen könnt. NatĂŒrlich wĂ€re eine Kontaktaufnahme und KlĂ€rung logischer vor Ort gewesen, als Ihr Euch amĂŒsiert habt bei Völlerei, Tanz und Spiel wĂ€hrend sich Eurer Heimat das Unheil nĂ€herte von dem Ihr wusstet Comte!

Wohlan wir sind nicht rachsĂŒchtig, aber wir sind von Eurem selbstsĂŒchtigen und kurzsichtigen Verhalten enttĂ€uscht, dies sollt Ihr wissen.

Ferner wisset, dass wir Euch verzeihen Comte, sobald Ihr Euren Fehler korrigiert habt. Wir gehen davon aus, dass Ihr dies tun werdet. EnttÀuscht uns kein zweites Mal Comte de la Cantillion.

Mein Sohn Ciel wird Euch ĂŒber die Einzelheiten die bereits besprochen wurden instruieren. Ihr reist mit ihm, untersteht seinem direkten Befehl und unterstĂŒtzt ihn sowie Jules. Vergesst Euren Gargoyle nicht, ihm verdankt Ihr meine GroßzĂŒgigkeit.

Eure Albin verbleibt bei uns in Gewahrsam. Meine Person ordnet den Arrest dieser Albin an. Über Ihr Schicksal wird zu spĂ€terer Stunde entschieden.

Wir hoffen, dass Ihr bei Eurer RĂŒckkehr Positives zu vermelden habt Massimo.
Ihr dĂŒrft Euch entfernen Comte",
erklÀrte der Duc.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#14

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mi 25. Okt 2017, 14:48

Massimo
 
war erleichtert ĂŒber das Urteil seines Herrn. Er gab ihm eine zweite Chance und die wollte der Comte nutzen. Sein Versagen war seine eigene Schuld, er konnte niemand dafĂŒr verantwortlich machen. Er war geblendet gewesen von Wut, Hass und dann von Familienangelegenheiten.
Der Duc sagte, er sollte seinen Verwandten mit den Kontakten zu Tarkan nutzen. Das war eine gute Idee, aber wie sollte das machen. Er konnte doch nicht Dave bitten, Tarkan einen Brief zu schreiben, den Krieg bitte hinter das Gebirge zu verlagern. Er musste sich mit Komavan beraten. Jetzt war er zu aufgeregt, wo er vor den Herrscher von Souvagne kniete.
Er hatte sich nicht nur leichtsinnig fĂŒr sein Land verhalten, sondern dĂ€mlich. Kein Wunder dass der Duc de Souvagne ihn sogar fast privat rĂŒgte fĂŒr seine Dummheit.
Sein Herr verlangte Wiedergutmachung und Massimo wollte alles geben, dass ihm das gelang. Nochmal wollte er den Duc nicht enttÀuschen und nochmal konnte er nicht mit Gnade oder so einen milden Urteil rechnen. Das er so glimpflich davon kam, verdankte er nur der Einstellung vom Duc.
Sein Herrscher liebte sein Land und seine Leute. Wenn er gnĂ€dig sein konnte, war der Duc gnĂ€dig. Er verhĂ€ngte meist an Einheimische Strafen, die anderen halfen. Er war ein gĂŒtiger und weiser Mann.
Als er hörte, dass er den Sohn des Duc begleiten sollte und dessen persönlichen Kampfmagier, war Massimo erstaunt. Das war eigentlich keine Bestrafung, sondern eine Belohnung. Damit zeigte der Duc, wie sehr er Massimo vertraute. Wenn nur Chevalier Jules Seymour de Mireault und er selber Ciel begleiteten, war das ein grosses Kompliment. Zur Sicherheit wollte Massimo Komavan mitnehmen. Aber da erinnerte ihn der Duc schon dran, genau das zu tun.
Als der Duc erklĂ€rte, dass Nal verhaftet war, fĂŒhlte sich Massimo schuldig. Er hatte die Albin mit an den Hof seines Herrschers gebracht. Sie war bis jetzt eine treue WeggefĂ€hrtin gewesen. Aber es stand ihm als Comte nicht zu seinen Herrscher in Frage zu stellen. Der Duc hatte fĂŒr seine Entscheidung bestimmt einen guten Grund.
 
„Ich danke euch Herr fĂŒr eure Gnade, fĂŒr eure Massregelung und fĂŒr euer Vertrauen. Ich werde euch nicht enttĂ€uschen Herr.“
 
Der Duc gab ihm höflich aber eindeutig zu verstehen, dass er verschwinden sollte. Massimo stand auf, verbeugte sich nochmal vor seinem Herrscher und verliess rĂŒckwĂ€rts den Raum, so wie er es gelernt hatte.
Vor dem Zimmer wartete Massimo auf Ciel und auf Jules.

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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#15

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 29. Okt 2017, 19:07

Einige Stunden nach der Unterredung saß der Duc von Souvagne in seinem Thronsaal. Zu seiner rechten saß seine Frau Duchesse Nathalie de Souvagne, zu seiner linken sein erstgeborener Sohn Dreux Gifford de Souvagne.

Flankiert Fabien Lacombe - seinem Leibdiener, Chevalier Jules Seymour de Mireault - seinem Kampfmagier, Bellamy Bourgeois - dem Officier généraux de Souvagne, sowie Zara Loiselle der Weissagerin des Duc.

Ferner war die restliche Familie von Maximilien anwesend, sowie zu zum Schutz die mÀchtigsten Kampfmagier des Hofes wie auch die komplette Leibgarde.

Auch hatten sich viele interessierte und neugierige Adlige des Hofes eingefunden, um die Lichtalbin aus nĂ€chster NĂ€he zu begutachten. Leise wurde hier und dort getuschelt. In einigen Gesichtern sah man tiefe Sorge eingegraben, in anderen Stand Neugier und mache waren wie es am Hofe ĂŒblich war ausdruckslose Masken.

Ebenso das Gesicht des Duc de Souvagne.

Nalcarya Rumaril wurde in den Thronsaal gefĂŒhrt.

Der Lichtalbin hatte man die HĂ€nde auf den RĂŒcken gefesselt, die Augen verbunden und sie trug ein seltsam anmutendes Joch um den Hals. Begleitet und gesichert wurde sie ebenfalls von zwei Kampfmagiern und zwei weiteren Kriegern.

In ausreichendem Abstand blieben die Prozession stehen. Die Begleiter verneigten sich knapp vor ihrem Herrscher, um weiterhin die Sicherheit des Duc gewÀhrleisten zu können. Einer der Kampfmagier trat einen Schritt vor und verneigte sich erneut, diesmal etwas tiefer.

"Eure Durchlaucht, wir fĂŒhren Euch wie befohlen die Lichtalbin Nalcarya Rumaril vor", ließ der Kampfmagier verlauten. Verbeugte sich und trat dabei einen Schritt zurĂŒck.

Der Duc musterte die Lichtalbin mit steinerner Miene. Als Maximilien das Wort erhob, war es schlagartig still im Thronsaal.

"Wir, Maximilien de Souvagne, verurteilen Nalcarya Rumaril aufgrund Hochverrats am Souvagnischen Volke zum Tode durch Enthauptung. Unsere Person ordnet an, die Strafe umgehend durchzufĂŒhren.

Die Delinquentin wird den Thronsaal verlassen und umgehend ihrer gerechten Strafe, folglich dem Block, zugefĂŒhrt.

Der Kopf der HochverrĂ€terin ist aufzuspießen und dem Volke zur Schau auszustellen.

Wir möchten den Hof ĂŒber folgenden Umstand informieren.
Die Delinquentin Nalcarya Rumaril gehört der kriegstreibenden Macht der Lichtalben an.

Ferner hat sich die VerrÀterin in das Vertrauen eines leutseligen Landsmannes geschlichen, um an vertrauliche Informationen zu gelangen.

Unsere Person ist der festen Überzeugung, dass die Kriegswirren von den verrĂ€terischen Lichtalben ausgenutzt werden, um das Volk der Almanen im allgemeinen, sowie Souvagne im Besonderen zu schaden.

Das Kaisho Abkommen wurde unterzeichnet, zum Schutze und Erhalt des Almanischen Volkes.

Die Hohe Mark wie auch die Golbins haben das Abkommen gebrochen.
Sie folgten dem Hilferuf der von Kriege bedrohten Zwerge.
Ferner schlossen sich diesem BĂŒndnis die Lichtalben an.

Dies bedeutet, einen erneuten Völkerbund bestehend aus Almanen, Zwergen, Goblins unter der FĂŒhrung der kriegslĂŒsternen Lichtalben.

Schlimmer noch als unter dem Banner der Handelsallianz, sehen wir hier unsere Existenz, Autonomie, wie SouverĂ€nitĂ€t bedroht. Als unsere Person von dieser Bedrohung Kenntnis erhielt, hat sie umgehend entsprechende Maßnahmen zum Schutze unseres Volkes und Landes ergriffen.

Um zu verdeutlichen wie ernst es unserer Person mit dem Schutze Souvagnes ist, wird LandesverrÀtern keine Gnade zu Teil. Möge das gerechte Urteil dieser Kriegstreiberin und LandesverrÀterin allen feindlichen KrÀften Souvagnes eine eindeutige Warnung sein!

Die Augen und Krallen des Souvagnischen Adlers sind so scharf wie zu Anbeginn der Zeit!

Wir haben unser Urteil gefÀllt",
verkĂŒndete der Duc.

Die Kampfmagier und Krieger verneigten sich und zerrten die Lichtalbin aus dem Thronsaal. Jules verneigte sich ebenfalls vor seinem Herrscher.

"Durchlaucht ich werde alles Nötige umgehend in die Wege leiten um Euer weises Urteil sofort umzusetzen", erklĂ€rte der Kriegsmagier ergeben und folgte der Prozession seiner Kollegen nach draußen.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#16

Beitrag von Dominique Dubois » So 29. Okt 2017, 21:00

Dominique Dubois

Dominique Dubois war der Scharfrichter zu Beaufort. Wie es sich fĂŒr seinen Beruf gehörte, war er hochgewachsen und sehr muskulös gebaut, wenn auch der leichte Buckel sein fortgeschrittenes Alter verriet. Sein Gesicht sah man unter der roten Maske jedoch nicht. Seine beiden Henkersknechte brachten gerade die Verurteilte dazu, auf dem Paradeplatz vor der Prunktreppe des Schlosses niederzuknien. Ihre Gewandung bestand nur noch aus einem Leichenhemd, so brauchte man sie hinterher nicht mehr umzuziehen. Auf den Stufen der Treppe waren fĂŒr die Herrschaften Sitzgelegenheiten hergerichtet worden. Von diesen aus wohnten der Duc höchstselbst, seine Familie und der Hofstaat dem Ereignis bei.

„Ich verlese nun das Urteil“, rief Dubois mit fester Stimme und zog ein beschriebenes Blatt aus einem Umschlag, der ihm von seinem Gehilfen gereicht wurde. „Die Verurteilte, Frau Nalcarya Rumaril, wohnhaft in Noldor, Avinar, wurde von seiner Durchlaucht Duc Maximilien Rivenet de Souvagne des Hochverrates fĂŒr schuldig befunden. Das Urteil lautet Tod durch Enthauptung, welches ich als amtierender Scharfrichter nun vollstrecken werde.“

Die Gehilfen hatten der Delinquentin das Haar hochgebunden, so dass der Hals bloß lag und Dubois die Halswirbel wegen dem leicht geneigten Haupt gut erkennen konnte. Wie bei der Hinrichtung mit dem Schwert ĂŒblich, kniete die Verurteilte frei, ohne den Kopf auf dem Block liegen zu haben. Diese Hinrichtungsart war besonders anspruchsvoll und nicht jeder Henker beherrschte sie. Dubois jedoch war ein erfahrener Mann. Er glaubte, sie leise zu Oril beten zu hören. Er hob das schwere Richtschwert, holte aus, bis die Klinge hinter seinem RĂŒcken war, zielte zwischen den sechsten und den siebten Halswirbel und schwang das Richtschwert nach vorn. Aufgrund des hohen Gewichtes der Waffe spĂŒrte er wĂ€hrend des Schwunges nur einen kurzen Widerstand, als die WirbelsĂ€ule durchtrennt wurde. Als die Bewegung des Richtschwertes endete, war der Kopf der Delinquentin bereits zu Boden gefallen und ihr Körper lag in einer sich ausbreitenden Blutlache.

„Der Gerechtigkeit wurde GenĂŒge getan!“, verkĂŒndete er und hob den Kopf an den blonden, nun blutbesudelten Haaren hoch, so dass die Herrschaften ihn deutlich sehen konnten. Er war stolz auf den sauberen und waagerechten Verlauf des Schnittes. Einer seiner Gehilfen kĂŒmmerte sich derweile um den Körper, der andere um das blutige Richtschwert. Dubois steckte den Kopf auf einen Spieß. Das Gesicht des Kopfes zuckte noch vor sich hin. Dominique Dubois war diesen Anblick gewöhnt. Er drehte den Spieß um, so dass der Kopf von ihm weg nach vorn blickte und trug ihn hoch erhoben vor sich her. Das Blut sickerte den Schaft hinab und beschmutzte seine Handschuhe.

WĂ€hrend seine Gehilfen aufrĂ€umten und saubermachten, hatte Dubois sich um die Zurschaustellung des Kopfes zu kĂŒmmern. Er wurde von einer Prozession von Kampfmagiern zum Marktplatz von Beaufort eskortiert, wo er den Spieß mit dem Kopf gut sichtbar in die Erde rammte.

"Der Kopf der HochverrĂ€terin Nalcarya Rumaril wird dem Volke von Souvagne zur Schau gestellt", rief er der Menge zu, die neugierig und erschrocken zugleich sein Treiben beobachtete. Eine Mutter brachte schnell ihr Kind weg, das den Anblick nicht haben sollte. Es war jedoch zu spĂ€t, das Kind brĂŒllte bereits. Gut so, aus diesem Kind wĂŒrde nun sicher kein Halunke werden. "Als Zeichen des allumfassenden Schutzes seiner Durchlaucht und als Warnung an all jene, die Souvagne zu schaden gedenken! Seht gut her! Dies geschieht mit Landesfeinden und VerrĂ€tern!"

Zufrieden mit sich und seiner Arbeit kehrte er zum Schloss zurĂŒck, wo er seine beiden Henkersknechte nach vollbrachtem Werk abholte und mit ihnen trinken ging, um auf die erfolgreiche Hinrichtung und den dafĂŒr erhaltenen Lohn anzustoßen.

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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#17

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 30. Okt 2017, 20:50

Der Duc wohnte der Hinrichtung der HochverrĂ€terin zufrieden mit seiner Familie und seinem Hofstaat bei. Der Henker leistete vorzĂŒgliche Arbeit, das Wort Richtschwert verdiente genau jene Bezeichnung in den HĂ€nden dieses Mannes.

Als der Henker den Kopf an den blutbesudelten Haaren in die Höhe hielt, nickte der Duc kaum merklich um seiner Zufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Nichts anderes hatte VerrĂ€ter zu erwarten. Dass das Gesicht der VerrĂ€terin noch zuckte war Maximilien gleichgĂŒltig. Das letzte was die Augen der Lichtalbin erblickten bevor sie brachen war ihn.

Sie war mit dem Wissen gestorben, dass ihr Verrat aufgeflogen und unmittelbar gesĂŒhnt worden war. Die Botschaft war eindeutig, jene die Treu zu Souvagne standen, wurde unumstĂ¶ĂŸlicher Schutz zu Teil. Jene die Verrat begingen, hatten die Konsequenzen im vollen Umfang zu tragen.

Als die Prozession sich mit dem Henker voran in Gang setzte, er hob sich der Duc. Ihm folgte seine Frau wie auch sein Ă€ltester Sohn. Maximilien machte eine eindeutige Handgeste, dass er mit Ciel zu sprechen wĂŒnschte.

Fabien reagierte sofort und passte den Sohn des Duc ab.

"Junger Herr, wenn Ihr mir bitte zu Eurem Vater folgen möchtet. Er wĂŒnscht Euch zu sprechen", bat Fabien respektvoll.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#18

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 31. Okt 2017, 08:51

Ciel war etwas blass um die Nasenspitze. Er kannte trotz seines jungen Alters bereits Krieg und Tod und dies war auch nicht die erste Hinrichtung, der er beiwohnte, doch ihm fehlte noch die notwendige AbgebrĂŒhtheit, um derlei ungerĂŒhrt ertragen zu können. Diese wĂŒrde mit dem Alter und der Erfahrung kommen. Der Scharfrichter machte seine Arbeit professionell und legte ein tadelloses Benehmen an den Tag. Ciel sah, wie sein Vater nickte, als er den Kopf der VerrĂ€terin prĂ€sentiert bekam. Der Scharfrichter richtete auf diese kaum sichtbare Geste hin vor lauter Stolz seinen Buckel ein StĂŒckchen auf. Er war der niederste der niederen und selbst ihm ließ der Duc Lob zuteil werden, wenn es verdient war.

Ciel war seinerseits unsagbar stolz auf die GĂŒte seines Vaters, der menschlichen und tĂŒchtigen Wert in einer jeden Person sah, ungeachtet ihres Standes. Er wollte sich dies merken und zum Vorbild nehmen.

Khawa hingegen grinste schadenfroh beim Anblick der toten Lichtalbin, was jedoch dank des Gesichtsschleiers nur jene sahen, welche das Muskelspiel um seine Augen zu lesen wussten.

Als Ciel sich nach Ende der Hinrichtung entfernen wollte, fing ihn der Leibdiener seines Vaters ab und bat ihn zu diesem.

"Danke, Fabien. Bringen Sie meine Person bitte zum Duc."

Er hatte keine Ahnung, wo sein Vater sich gerade befand.
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#19

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 31. Okt 2017, 15:44

Fabien nickte dienstbeflissen.

"Sehr wohl junger Herr, folgt mir bitte", antwortete der Leibdiener des Duc und fĂŒhrte Ciel zu seinem Vater.

Der Duc machte eine einladende Handgeste und schritt mit Ciel gemeinsam die gepflasterten Gartenwege des Schlossparks entlang.

"Unser Treffen ist privater Natur Ciel. Du siehst mitgenommen aus mein Sohn, Du musst etwas an Deiner Selbstbeherrschung feilen. Die Übelkeit die Dir ins Gesicht stieg, stammt von falschen Blickwinkel. SelbstverstĂ€ndlich ist eine Enthauptung ein grausamer Anblick. Aber als solche darfst Du die Arbeit unseres Henkers nicht sehen mein lieber Ciel.

Vielmehr hat er uns mit einem einzigen sauberen Hieb von einer Gefahr befreit und all jene wissen lassen was ihnen blĂŒht, die die gleiche Niedertracht in sich tragen.

Ich weiß um Deine FĂ€higkeiten Ciel, ebenso ist mir Dein Eifer und Deine Dienstbeflissenheit bekannt. Dennoch möchte ich Dir einige RatschlĂ€ge mit auf den Weg geben. Denn es ist gut möglich, dass Du eines Tages die Krone erbst. Und fĂŒr diesen Fall sollst Du ebenso gewappnet sein wie Dreux.

Die Schwere und Tragweite der Aufgabe die ich Dir ĂŒbertragen habe ist mir bewusst. Aber Du wirst an dieser Aufgabe wachsen Ciel.

Die Warnung vorneweg, behalte den Comte im Auge. Von einem Verrat bezĂŒglich des Comte de la Cantillion gehe ich nicht aus, aber wir wissen nicht, inwieweit diese schĂ€ndliche Lichtalbin diesen guten Mann beeinflusst hat.

Er mag zwar einst dem rechten Pfad gefolgt sein Ciel und er lĂ€uterte andere, aber nun ist es an der Zeit, dass Du gemeinsam mit Jules ihn zurĂŒck auf den Weg der Reinheit und der Tugend fĂŒhrst.

Sollte er nicht beeinflusst worden sein, wird er sich Dir direkt fĂŒgen. Sollte eine Beeinflussung stattgefunden haben, fĂŒhre ihn zurĂŒck nach Hause - gedanklich.

Dem Mann wohnt keine Falschheit inne Sohn, er hat scheinbar nur seine Urteilskraft verloren. Die Götter waren ihm gnÀdig, dass sie ihm diesen reinen Gargoyle an die Seite gestellt haben.

Der Comte meinte es aufrichtig und gut, aber wie wir alle wissen mein Lieber, ist das Gegenteil von gut oft gut gemeint.

Du hast Dich eventuell gefragt, weshalb ich mein Urteil begrĂŒndet habe, obwohl dies nicht notwendig gewesen wĂ€re. Möglicherweise hast Du Dich ebenfalls gefragt, weshalb ich die Arbeit des Scharfrichters durch eine freundliche Geste anerkannt habe.

FĂŒr mich gehört dies zur FĂŒhrung von Menschen dazu Ciel.

Es ist im Leben immer wieder eine Herausforderung, eine Gruppe oder sogar ein ganzes Volk von Menschen zu fĂŒhren. Sei es in militĂ€rischer oder in ziviler Hinsicht mein Lieber. Viele FĂŒhrungspersönlichkeiten versagen daran.

Nicht unbedingt, weil sie unfÀhig wÀren, sondern weil ihnen die besonderen UmstÀnde der Anerkennung, des GesprÀchs und der Aufmerksamkeit nicht bewusst sind.

Was bedeutet es ein Volk anzufĂŒhren Ciel? Sie in die Schlacht zu fĂŒhren oder einen Krieg anzuzetteln ganz gewiss nicht. Wie uns erneut vor Augen gefĂŒhrt wurde.

Sie fĂŒr sich arbeiten lassen? Es sind Deine Untertanen, dies tun sie eh. Ich denke, dies ist nicht ausreichend mein Lieber.

Das Wichtigste ĂŒberhaupt ist dafĂŒr zu sorgen, dass sich Deine Untergebenen wohl fĂŒhlen. Nur dann bringt ein Mensch Bestleistung. NĂ€mlich dann, wenn er sich sicher, geborgen, gut aufgehoben und auch nach seinen FĂ€higkeiten wertgeschĂ€tzt fĂŒhlt.

Kurzum man ist fĂŒr sie verantwortlich.

Dies wird oft vergessen und der AnfĂŒhrer nutzt seine Rolle schlichtweg aus, um sich ĂŒber seine eigenen Leute zu profilieren.

So sind wir nicht Ciel. Wir sind Souvagne - das Volk und das Land. Jeden Deiner Untertanten reprĂ€sentierst Du. Jeden von ihnen fĂŒhrst Du, jeden leitest Du an - auch durch Dein Vorbild.

Wenn man dafĂŒr sorgt, dass die eigenen Untergebenen zufrieden sind, folgen sie Dir ĂŒberall hin und erledigen sogar unbequeme Dinge fĂŒr ihren AnfĂŒhrer aus freien StĂŒcken. Denn sie wissen fĂŒr wen sie es tun, fĂŒr Dich, fĂŒr sich und letztendlich damit fĂŒr uns alle.

Und vergiss nie, Untergebene brauchen BeschÀftigung!

Auch Deine Untergebenen wollen nicht nutzlos herumstehen. Die Grundvoraussetzung, einem AnfĂŒhrer gehorchen zu wollen, erfĂŒllen sie meist Bediensteten schon, sonst hĂ€tten sie sich eine andere Arbeit erwĂ€hlt.

Siehe nur unsere Leibdiener.

Meinst Du fĂŒr Fabien ist es leicht, kein eigenes Leben zu besitzen und das meine mit zu leben? Nein mein Lieber. So eine Arbeit, wie sie hier eine ganze Schar von Diener bewerkstelligen, kann man nur leisten, wenn man sie aus dem Herzen der Überzeugung gewĂ€hlt hat. Keine VergĂŒtung der Welt, und mag sie noch so hoch sein, kann diese Treue, LoyalitĂ€t und Vertrautheit bezahlen.

Fabiens FĂŒrsorge meiner Person gegenĂŒber ist im Grunde auch im ĂŒbertragenen Sinne die FĂŒrsorge Souvagnes gegenĂŒber. Er sorgt mit seinem aufopfernden Dienst dafĂŒr, dass ich mich um wichtige Dinge kĂŒmmern kann, wĂ€hrend er mir jede noch so kleine AlltĂ€glichkeit abnimmt.

Und genau dieser Umstand, macht solche Personen so wichtig Ciel.
Achte sie, so wie Du geachtet werden möchtest.

Es gibt nichts EnttĂ€uschenderes fĂŒr einen Untergebenen, als einen Herren ausgeliefert zu sein, der nur lustlos da sitzt und keinen einzigen Gedanken mit ihm teilt. Oder ein Herr der seiner Arbeit nachgeht, die eigentlich der Diener machen sollte. Beide Extreme sind falsch Ciel.

BeschĂ€ftigung ist nicht gleichbedeutend mit harter, körperlicher Arbeit. Allein schon BotengĂ€nge nach dem Motto erfahre fĂŒr mich was Adliger XYZ wieder tratscht, sind schon ein gute BeschĂ€ftigung - und fĂŒr Dich Ă€ußerst wichtig. Und nun etwas sehr Wichtiges, weshalb ich auch mein Urteil erlĂ€uterte.

Halte Deine Untergebenen informiert!

Untergebene hĂ€ngen sehr von ihren AnfĂŒhrer ab. Wie soll Dein Leibdiener oder andere Dir Untergebene in Deinem Namen und Willen handeln, wenn Du ihnen Deinen Willen vorenthĂ€ltst und nicht mitteilst?

Sprich mit ihnen, informiere sie. Ohne Deine Weisung, dĂŒrfen sie sich solche Informationen nicht aneignen. Ihnen zu erlauben, sich derart zu informieren, ist eine Unhöflichkeit in meinen Augen. Sie dienen Dir nur so gut, wie Du sie instruierst!

Es ist nicht nur ein ZugestÀndnis und eine Freundlichkeit sich seiner Bediensteten auch informativ anzunehmen, sondern auch Deine Pflicht.

Ein verschlossener Herr wirkt sich nicht sonderlich förderlich auf die Motivation der Untergebenen aus.

Man muss ihnen mitteilen, was gerade passiert, am Brennpunkt bleiben und sich die Diskussionen von seinen Untergebenen anhören, auch wenn sie einen ĂŒberhaupt nicht interessieren.

Es muss Dich manches nicht interessieren, aber Du solltest stets informiert sein. Schon einige Stunden spĂ€ter, können diese Informationen fĂŒr Dich von Belang sein!

Also rede mit Deinen Untergebenen!

Suche das GesprĂ€ch immer wieder. Zeige ihnen, dass Du Dich um sie kĂŒmmerst. Spare auch nicht mit Lob und Kritik. Lob verwende ohne Hudelei und Kritik verwende ohne Tadel - bleibe stets sachlich.

Es sind Deine Untergebenen und nicht Deine Feinde. Behalte dies stets im Hinterkopf. Sie werden sich freuen, dass sie angesprochen, gesehen und wertgeschĂ€tzt werden und Teil des großen Ganzen sind.
Denn genau das sind sie alle.

SchĂŒtze Deine Untergebenen!

Der AnfĂŒhrer ist immer der Schuldige, wenn einem seiner Leute was passiert, denn er trĂ€gt fĂŒr sie die Verantwortung. Sorge dafĂŒr, dass dies nicht geschieht.

NatĂŒrlich muss man als AnfĂŒhrer auch unbequeme Entscheidungen treffen. Und ab und an sich Untergebene auf ein Himmelfahrtskommando zu schicken, oder im Kampf fallen Deine Leute.

Aber das sind dann meist Personen des MilitÀrs oder Kampfmagier, jene die darauf eingestellt sind.

Dennoch ist jeder Mann Verlust ein Mann zu viel. Versuche jeden Mannverlust zu vermeiden. Solltest Du kĂ€mpfen mĂŒssen, wĂ€hle das Ungewöhnliche, wĂ€hle Wege die ein anderer noch nicht ging, wĂ€hle List, wĂ€hle TĂŒcke, wĂ€hle Waffen mit denen Dein Feind nicht rechnet - kurzum nutze Deinen Verstand! Huldige in dem Falle der Ratio und lasse Dich auch von Deinen Untergebenen beraten. Höre Dir an was sie zu sagen haben. Daraus entstehen die besten Ideen mein Sohn.

Ein anderer Fall sind zivile Untergebene.
Treue und Gehorsam gegen Schutz und Schirm.

Knechte, KĂŒchenmĂ€gde, Bauern all diesen kleinen Leuten, all diesen Leibeigenen gegenĂŒber hast Du eine Schutzpflicht. Deshalb nennt man sie Schutzbefohlene. Gerade als Ritter, höherer Adliger und ganz besonders fĂŒr uns spielt dies eine entscheidende Rolle.

Es ist unser Volk!
Jeder der unseren und mag er noch so klein sein, steht unter unserem Schutz!

Selbst wenn einer unserer Untergebenen entfĂŒhrt oder festgehalten wird.
Souvagne lĂ€sst keine Tochter und keinen Sohn Souvagnes in Feindeshand zurĂŒck!

Zeige Deinen Untergebenen, dass es einer Deiner Leute ist und Du Dich sorgst und rette diesen Untergebenen.

Letztendlich ist es manchmal angebracht, als FĂŒhrungsperson seine Untergebenen spĂŒren zu lassen, dass Du auf sie angewiesen bist. Eine Geste der Dankbarkeit fĂŒr gute Arbeit, eine kleine selbstironische Geste kann da manchmal Wunder wirken. Denke nur daran, wo wir ohne unsere Diener wĂ€ren.

Eine Frage wie, wo ist nur die Köchin? Wovon sollen Wir uns denn ernĂ€hren, solange sie nicht zugegen ist? Wir werden verhungern! Oder wer pflegt Deinen Körper und sorgt dafĂŒr, dass Du standesgemĂ€ĂŸ gekleidet bist?

Ebenso hat sich auch der Henker als Mann von geringem Stand, sein Lob verdient. Denn wer wÀre bereit diese Arbeit zu leisten? Gerade dass er sich dieser Arbeit angenommen hat verdient unseren Respekt.

Aber nun möchte ich Dir alles Gute fĂŒr Deine bevorstehende Aufgabe wĂŒnschen.
Lasse Dich von Jules stets beraten und anleiten. Es ist ein guter, vertrauenswĂŒrdiger und loyaler Mann. Beweist allen Landesfeinden dass man mit Souvagne nicht spielt.

Du reist mit meinen besten WĂŒnschen und meiner Hoffnung, wie auch der Hoffnung des gesamten Souvagnischen Volkes. Kehre wohlbehalten zurĂŒck Ciel und wisse, dass Dein Vater Dich liebt",
erklÀrte der Duc, legte kurz seine Hand auf Ciels Haupt und schenkte ihm ein LÀcheln.

"Unsere Unterredung ist beendet Sohn, geht Eure Aufgabe eilt und duldet keinen Aufschub. Haltet unsere Person ĂŒber die Sachlage durch Jules informiert. Kennt keine Gnade mit dem Feind, Sieg fĂŒr Souvagne", erklĂ€rte der Duc.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung fĂŒr etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Ciel Felicien de Souvagne
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Re: Herrensitz des Duc Maximilien Rivenet de Souvagne

#20

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 31. Okt 2017, 19:31

Ciel freute sich, dass Maximilien sich einen Augenblick die Zeit nahm, als Vater zu seinem Sohn mit ihm zu sprechen, obwohl Zeit im Anbetracht der globalen Entwicklung ein kostbares Gut war. So lauschte er aufmerksam, wÀhrend sie beide nebeneinander durch den gepflegten Schlossgarten spazierten. Er sog die Worte Maximiliens wie ein Schwamm auf.

"Du solltest ein Buch schreiben, um deine Weisheit fĂŒr die Nachwelt zu erhalten, Vater", fand Ciel. "Auf Comte de Cantillion werde ich achtgeben. Er ist ein guter und tĂŒchtiger Mann und es wĂŒrde schmerzlich sein, wenn seine Urteilskraft dauerhaft getrĂŒbt bliebe."

Khawa tat im Hintergrund, als mĂŒsse er ein Husten unterdrĂŒcken. Es war gerade noch leise genug, als dass Ciel ihm keinen strafenden Blick dafĂŒr zuwarf, denn natĂŒrlich war das RĂ€uspern Absicht gewesen, um seine ungefragte Meinung zu demjenigen, dem er die Sklaverei verdankte, zum Ausdruck zu bringen.

Als sein Vater davon sprach, dass Ciel eines Tages die Krone von Souvagne tragen könnte, bekamen seine Wangen einen rosigen Schimmer. "Ich hoffe, dass keine Katastrophe unsere Familie beutelt, die dafĂŒr sorgen wĂŒrde, dass ich als letzter Prinz ĂŒbrig bliebe. In Dreux hast du einen fĂ€higen Nachfolger. Das VerhĂ€ltnis zwischen ihm und mir ist bekanntlich nicht das harmonischste, doch wĂ€re ich ein Narr, seine FĂ€higkeiten nicht neidlos anzuerkennen. Möge Ainuwar seine schĂŒtzende Hand ĂŒber ihn halten."

Gedanklich ertappte er sich, wie er sich genau das Gegenteil wĂŒnschte und rĂŒgte sich selbst dafĂŒr. Seine Vernunft sagte ihm, dass es falsch war, fĂŒr Dreux etwas Schlechtes zu erhoffen, denn damit wĂŒrde er auch auf Souvagne selbst Unheil herab wĂŒnschen. Solche Gedanken und GefĂŒhle durften im Herzen eines Prinzen keinen Platzhaben, auch wenn er nur ein Bastard war und bestenfalls als Notbehelf herhalten wĂŒrde, falls den wahren Erben etwas zustieß.

Als sein Vater ihm lĂ€chelnd die Hand auf den Kopf legte, schlug Ciel die Augen nieder und lĂ€chelte zurĂŒck.

"Ich bin dir ebenfalls sehr zugetan, Vater! Ich werde deine Worte beherzigen. Du hast viel Erfahrung im Anleiten von Menschen, die mir noch fehlt. Und doch steht mir nun genau diese Aufgabe bevor, in einer Situation, wo es nicht nur um Leben und Tod von Einzelnen geht, was bedauerlich genug wĂ€re, sondern um die Existenz von Souvagne selbst. Ich bin froh, dass du mir fĂŒr diese Aufgabe Jules und Massimo mit auf den Weg gibst. Ich werde sie, wann immer erforderlich, um ihren Rat bitten und mir nicht zu fein sein, diesen gegebenenfalls anzunehmen. Es geht schließlich nicht um meine persönliche Eitelkeit, nicht darum, mich zu beweisen, sondern um Souvagne."

Sein Blick war wieder ernst geworden.
"Sieg fĂŒr Souvagne", wiederholte er fest.

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