Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Verteidiger der Souvagne

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Khawa

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Re: Verteidiger der Souvagne

#11

Beitrag von Khawa » Di 5. Dez 2017, 19:35

Artig stand Khawa in der Warteschlage vor dem Zelt des Medicus. Er unterhielt sich mit einer Gruppe von Soldaten und natürlich sprach jeder, der ihn kannte (und das waren viele) ihn auf seinen fehlenden Turban an.

"... und ich war mit einer Tasse in der Hand gestolpert, weil der Chevalier sein Zelt bis unter das Dach mit Teppichen ausgekleidet hat und dabei ist ein winziger Tropfen Kaffee auf seine Robe gelangt. Ein einziger Tropfen! Er hat sich deswegen bei meinem Herrn beschwert und behauptet, ich hätte ihn absichtlich verbrühen wollen!"

Die Soldaten hörten plötzlich auf zu lachen. Einer von ihnen wackelte mit einer Augenbraue und nickte mit dem Kopf irgendwo hin, ein anderer zeigte mit den Augäpfeln in die selbe Richtung, aber der Rakshaner blühte gerade voll in seiner Geschichte auf, so dass er sich darüber keine Gedanken machte.

"Aus Rache hat er mir der Chevalier meinen Turban gestohlen, damit ich mich bei diesem Wetter hier erkälte. Und das alles nur, weil ich ihm einen warmen Kaffee bringen wollte. Ich dachte, der Chevalier ist zwar ein kauziger Geselle, aber man kann ihn doch als tüchtiger Sklave nicht einfach ignorieren. Der arme Mann ist ja den ganzen Tag draußen mit seinen Himmelsaugen und niemand kümmert sich um ihn, weil er sich keinen Leibdiener leisten kann, da wird es ihm gut tun, wenn ihm jemand ein warmes Getränk bringt. Pustekuchen! Den Turban hat er mir entwendet! Er tat ja glatt, ob ich ihm eine ganze Tasse über den Latz gegossen hätte! Und als mein Herr sich anschließend die Geschichte angehört hatte, sagte er ..."

In dem Moment spürte Khawa von hinten ein Rempeln und stolperte nach vorn. Er drehte sich um und wurde eine Nuance blasser.

"Monsieur Mireault", ächzte er.

Die Soldaten erstarrte. Einer stammelte hastig einen Gruß, der andere traute sich nicht, irgendwas zu sagen. Jules nahm Khawa mit sich und Khawa fürchtete die schlimmste Rüge, aber nach dem ersten Schrecken stellte er fest, dass sein persönlicher Lieblingschevalier mit ihm gedanklich ganz anders sprach, als er nach außen zur Schau trug.

'Ihr habt wirklich an mich gedacht?', schmachtete Khawa in Gedanken zurück. 'Wie genau haben wir uns in Euren Gedanken die Zeit vertrieben?'

Der Weg zum Zelt Ciels war viel zu kurz. Jules schubste ihn rein, nur um sich dann an ihm vorbeizudrängeln und grabschte ihm dabei an den Hintern. Khawa bekam weiche Knie und zerschmolz unter der kurzen Berührung fast und offenbar sah Ciel ihm das an. Er runzelte sorgenvoll die Stirn und Khawa wünschte sich seinen Schleier zurück. Gleichzeitig wünschte er sich, Jules würde ihn auf ganz andere Weise schubsen.

Ciels Sorge dauerte nur einen Wimpernschlag, dann widmete er Jules seine volle Aufmerksamkeit und hörte ihm zu, ohne Khawa zu beachten, der heftiges Herzklopfen hatte.

"Das sind hervorragende Nachrichten, Jules! Bitte richtet dem Comte mental meinen persönlichen Dank aus. Die Schiffe und die Akademie, beides in der kurzen Zeit erfolgreich in die Wege geleitet! Ich bin hocherfreut! Ich werde mit meinem Vater darüber sprechen, wie wir diese großartige Leistung gebührend würdigen können. Melville de Cantillion soll sich um die Ausschreibung für die Lehrkräfte kümmern, infrage kommende Probanten auf Herz und Nieren prüfen und sie bei ensprechender Eignung einstellen. Souvagnische Lehrer sind zu bevorzugen, doch bei herausragender Eignung sind auch auswärtige Lehrkräfte in Erwägung zu ziehen."

Als Jules seiner eigenen Sorge um Khawa Ausdruck verlieh, zuckte einen Moment lang Ciels Augenbraue. Khawa fürchtete schon, er würde aus diesen wenigen Worten und seinen eigenen weichen Knien alles herauslesen, sofort wissen, was sie beide im Zelt des Chevaliers getrieben hatten und sie beide bestrafen.

Doch Ciel nickte nur freundlich.

"Es freut mich, dass Sie sich um Aussöhnung mit meinem Leibdiener bemühen. Ich dachte schon, dieser alberne Zank würde nie aufhören."

"Chevalier July hat mich soeben geschubst!", beschwerte sich Khawa und schlug sich rasch die Hände auf den Mund.

Die Augen des Prince weiteten sich und seine Wangen wurden rosig. "Da hören Sie es, Jules! Genau das ist das Problem. Khawa war einst die Gewissenhaftigkeit in Person und nun unterläuft ihm ein Fauxpas nach dem anderen. Ich vermute eine Hirnhautentzündung, vielleicht hat er sogar einen Tumor! Khawa, ab mit dir zum Medicus, aber sofort! Nicht zu diesem Feldscher, der dich seit Stunden bei dieser Kälte in der Schlange stehen lässt, such meinen Leibmedicus auf. Weiß Ardemia, was du dir inzwischen noch alles eingefangen hast! Jules, seid so gut und begleitet ihn und berichtet mir alles."

Man sah Ciel an, dass er nun wirklich in größter Sorge war. Er rieb sich die Nase und brummelte: "Chevalier July ... nicht zu fassen!"
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, heiß wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Re: Verteidiger der Souvagne

#12

Beitrag von Erzähler » Mo 18. Dez 2017, 00:48

Brüderlicher Besuch

Chat-rpg


Dreaux, der Bruder des Ciel de Souvagne und erster in der Thronfolge, stattete der neu erbauten Befestigungsanlage einen Besuch ab. Er unterzog sie einer gründlichen Inspektion, während er sich mit seinem Bruder unterhielt. Sie berieten über eine Strategie, die geeignet sei, um Souvagne zu verteidigen - was auch bedeutete, überhaupt erst den Schuldigen am Kriegsgeschehen zu ermitteln.

Dreux:
Das sieht nicht haltbar aus. *rüttel - Palisade fällt um* Aha! Pfusch! *Ciel anfunkel*

Ciel:
Die war ja auch noch gar nicht fertig!

Dreux:
Eure Ausreden waren auch schon einmal besser, geliebter Bruder! Das ist eindeutig Rakshaner-Pfusch. Hat Euer Wilder gezimmert?

Ciel:
Die Mannen, die ich aus der Umgebung zum Bau eingezogen habe. Das ist solide souvagnische Handwerkskunst. Sie war nur noch nicht fertig! *zeigt auf den Stapel lose rumliegender Verstrebungen*

Dreux:
*in Augenschein nehm* Nein, das sieht mir fremdländisch aus.
Vielleicht hat Euer Wilder sabotiert, hm?

Ciel:
Khawa kann das nicht sabotiert haben, da er gar nicht zugegen war. Er ist krank.
Das ist souvagnische Meisterarbeit.

Dreux:
Krank? Was hat es für eine Krankheit? Ist es ansteckend? Seid Ihr infiziert?

Ciel:
Ich weiß es noch nicht, er ist gerade bei meinem Leibarzt. Chevalier de Mireault fand, dass er blass aussähe.

Dreux:
Blass? Blass? *lacht boshaft* Er ist alles andere als erhaben blass! Ich warnte Euch schon immer, mit Euren neumodischen Sitten. Was habt Ihr Euch nur gedacht? Das wird noch Euer Unglück sein *grins* werter Bruder. Aber unsereins soll es nicht stören.

Ciel:
Khawa kann sehrwohl blass aussehen, für rakshanische Verhältnisse ist er sowieso recht hell. Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass es lediglich guter Führung bedarf, um aus einem Barbaren einen Zivilisierten zu machen. Khawa bietet doch ein gutes Beispiel. Er ist sehr tüchtig.

Dreux:
Im Vergleich zu was? Einem schlafenden Souvagner? Bruder, Ihr macht eh, was Ihr wollt, aber ich kann das nicht gutheißen. Ich traue diesem Fremdling nicht.

Ciel:
Ihr macht den Fehler, zu Verallgemeinern. Ihr müsst immer das Individuum betrachten. Was genau gefällt Euch nicht an Khawas Betragen? Ich erkenne keinen Grund zur Klage.

Dreux:
Na persönlich kenne ich ihn nun nicht *grübel* Vermutlich ist er mir unheimlich. Sein Volk mordet und plündert, reicht Euch das nicht?

Ciel:
Da seht Ihr es. Ihr solltet ihn persönlich kennenlernen und arbeiten sehen. Gerade, dass sein Volk plündert und mordet macht es doch umso bemerkenswerter, zu welchem Wandel sie fähig sind. Ich träume davon, dass eines Tages alle Völker nach souvagnischem Vorbild leben.

Dreux:
*keuch* Das ist nicht Euer Ernst. Wie stellt Ihr Euch das vor
Sie können doch gar nicht begreifen, warum wir so leben wie wir leben. Warum wir unsere Heimat lieben, die Städte, die Kultur, die Natur. Sowas haben die Wilden nicht... vermute ich

Ciel:
Wir werden Straßen durch die Steppe bauen, das ist der erste Schritt, eine funktionierende Infrastruktur. Dann benötigen sie Nahrung, damit sie nicht auf Plünderungen angewiesen sind. Khawa hat mir viel berichtet. Sie haben rudimentäre Viehhaltung, das muss man erweitern. Wenn die Grundversorgung gesichert ist, geht es daran, ihnen Sesshaftigkeit beizubringen, Häuserbau und dann kann sich eine stabile Wirtschaft etablieren

Dreux:
Nun Ciel, seid ehrlich, was habt Ihr davon? Sollte Eure Energie nicht dem souvagnischen Volke zu gute kommen, anstatt diesen Wilden?

Ciel:
Mit Souvagnischen Stadthaltern, versteht sich.

Dreux:
Oh ich verstehe, ich meint Kolonialisierung :D
nun darüber lässt sich reden :klasse:

Ciel:
*hüstelt* Etwas in der Art, aber ich hätte es nicht so negativ benannt.

Dreux:
Nun ich wünsche Euch bei Eurem Vorhaben viel Glück. Ihr werdet es brauchen.

Ciel:
Es stärkt auch unsere eigene Wirtschaft und mindert die Bedrohung von außen.

Dreux:
Wieso das? Hat Vater den guten alten Block verloren?

Ciel:
Ich verstehe nicht, warum Ihr so derart pessimistisch seid. Wie sehen Eure Zukunftspläne aus?

Dreux:
Nun, ich glaube sie sind recht einfach gehalten. Ich werde den Thron besteigen und in die Fußstapfen unseres Vaters treten. Ich werde Souvagne so erhalten wie es ist. Mit all seiner Schönheit und versuchen es vor jeder Bedrohung von außen zu bewahren. Wollt Ihr dies nicht? Ich meine dies ernst Bruder.

Ciel:
Doch, natürlich möchte das auch ich! Doch bin ich eher dafür, das Übel an der Wurzel zu packen und diese liegt doch darin, das die Fremdländer so unsouvagnisch leben. Ihre gesamte Kultur muss global umgekrempelt werden. Sonst leben wir in einem ewigen Krieg.

Dreux:
Ich empfinde, dass es immer noch Dinge gibt, die wir in unserem Land verbessern könnten. Bessere Bildung, bessere Versorgung, bessere Bewaffnung. Wieso sollten uns andere kümmern? Fragt ein anderer was er für Souvagne leisten kann? Selbst unsere almanischen Brüder haben uns hintergangen Ciel. Was wollt Ihr da noch mit weiteren, geistig noch weiter entfernten Völkern anfangen?

Ciel:
*reibt nachdenklich sein Kinn* Da sprecht Ihr Wohl, Dreaux. Man muss sie ködern. Man muss ihnen etwas zeigen, dass sie unbedingt haben wollen, aber nur dann bekommen, wenn sie sich auf unsere Lebensweise einlassen. Ihnen die Vorzüge von alldem näherbringen.

Dreux:
Nun der Gedanke ist nicht schlecht, dass gebe ich zu. Aber leider hat er nur in der Theorie funktioniert. Zu einer guten Nachbarschaft und zu einem guten Bündnis gehört Ehrlichkeit und Transparenz und gewiss keine Alleingänge. Wir wurden fast in einen Krieg gezogen der nicht der unsere ist. Für was Ciel? Für Zwerge, denen die Goblins beistehen wollten. Dafür sollen Souvagner sterben? Tja bringt einem Rakshaner das Arbeiten bei Bruder. Heißt es nicht so? Soweit mir bekannt ist, ernten sie lieber durch Raub, die Früchte jener die dafür hart gearbeitet haben. Es mag sein, dass ich vieles sehr hart sehe. Aber positiv überrascht hat mich noch kein Verbündeter. Und Vater musste dies auch bitter erkennen. Warum sonst sichert Ihr unsere Grenzen? Die Strategie wäre es ihnen freiwillig auszuhändigen, aus Angst vor Repressalien Bruder. Dass bedeutet aber auch, dass wir keinen Frieden schließen, sondern Tribut zahlen um von ihnen verschont zu werden.

Ciel:
Ich glaube daran, dass wir Bündnisse eingehen können, ohne unsere Identität darüber zu verlieren. Das gewährleistet man über Schirmherrschaft.

Dreux:
Wie stellt Ihr Euch so eine Schirmherrschaft genau vor? Ich habe darüber noch nie nachgedacht.

Ciel:
Herrje, Dreux! Ich rede von einer wirklichen Strategie, nicht von der direktesten, in dem Fall offensichtlich stupiden Lösung! Denkt doch mal an Vaters Worte, an das Prinzip Schutz und Schirm. Die Rakshaner fürchten viele Dinge. Hunger, Sandstürme, Krankheiten - aber auch Völker, die ebenso unsere Feinde sind, wie die Lichtalben. Wir helfen ihnen, wir schützen sie - und füttern sie mit dem, was die Lichtalben abwerfen, während sie uns in Ruhe lassen. Darüber kann sich ein Vertrauensverhältnis aufbauen, sie verstehen, dass es ihnen gut geht unter unserer Obhut und ordnen sich bereitwillig unter. Dann hat man sie und kann beginnen, sie zu zivilisieren.

Dreux:
Oh verstehe, Ihr denkt im Dreisatzverfahren. Ihr möchtet über Umwege erreichen, was für uns gut ist. Nun gar nicht schlecht die Lichtalben an die Rakshaner zu verfüttern. Das hätte ich Euch nicht zugetraut.

Ciel:
Nun, ich werte das jetzt mal als Kompliment.

Dreux:
Nun ich gestehe, manchmal bin ich ehr für die einfachen Pläne. Es war als Kompliment gemeint, Bruder. Vielleicht sollten wir so etwas wie vor der Haustür etwas weiter weg anzetteln und wem in die Schuhe schieben. :D so könnten wir unsere Feinde ebenfalls dezimieren.

Ciel:
Manchmal sind die einfacheren Pläne die besseren, gerade da, wo schnelle Entscheidungen gefragt sind, während andere sich in Details verzetteln. Beide Vorgehensweisen haben ihre Berechtigung. Aber in so einer großen und komplexen Sache, wie kann da ein simpler Plan dauerhaft zur Lösung beitragen? Komplexe Probleme erfordern komplexe Lösungsstrategien. Deine Idee hört sich gar nicht schlecht an ... an wen dachtest du?

Dreux:
Der größte Feind der freien Souvagner sind doch scheinbar die Lichtalben. Sie berufen sich auf die Ordnung und verbreiten, Tod, Krieg und Chaos. Mehr noch als die Chaosfraktion. Ist Dir dies nie aufgefallen? Es freut mich, einmal so ... freundlich mit Dir sprechen zu können, Ciel.

Ciel:
Mich freut es ebenso. Wir sollten öfter unter vier Augen sprechen und nicht unter dem Druck vieler Augen und Ohren, vor denen man sich stetig beweisen muss und dann hitziger debattiert, als es nötig wäre. :-) Sind wirklich die Lichtalben das Problem? Momentan lagert ein Großteil des Rakshanischen Heeres um Dunkelbruch herum. Gemeinsam mit einem guten Teil des lichtalbischen Heeres ...

Dreux:
Das sollten wir tatsächlich. Nun Vater ist der gleichen Auffassung. Sie versuchen seit jeher den anderen ihre Sicht aufzuzwingen. Daran kann man nicht deuteln. Sie versuchen, in den geschmiedeten Bündnissen die Oberhand zu gewinnen. Natürlich könnte eine größere Macht im Hintergrund sie alle gegeneinander ausspielen. Das gleiche war ja eben noch mein Plan. Wen hast Du im Verdacht?

Ciel:
Man müsste darüber nachdenken, wer die größten Vorteile von dieser Schlacht hatte. Die Rakshaner sicher nicht. Die Zwerge ebenso wenig. Unsere almanischen Brüder ... nein. Warum die Goblins eingriffen, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Bleiben die Lichtalben. Was hätten sie von diesem Krieg?

Dreux:
*reibt sich das Kinn* je mehr der anderen fallen, je mehr wird ihnen bewusst, dass sie eine gemeinsame Einheit bilden müssen. Eine gemeinsame Front, gegen einen scheinbar übermächtigen Feind. Und da die Lichtalben stets das Chaos bekämpften, dürfte die Führung klar sein. Allerdings könnte die Lösung sogar einfacher sein als gedacht Ciel. Vielleicht liege ich falsch und es geht von den Goblins aus. Sie überfluten die Märkte mit ihrem Tand. Vielleicht haben sie einfach vor überall Krieg anzuzetteln, um ihre Waffen zu verkaufen. Folglich stecken die Golbins dahinter und Dal. Krieg bedeutet Handel und Geld. Mit Waffen verdient man gut, Ciel.

Ciel:
Aber wer kauft ihre Waffen? Die Almanen haben seit jeher selbst zum Schmiedehammer gegriffen. Seid Ihr sicher? Oder ist es eine ganz andere Macht, von der wir bis dato nichts wissen?

Dreux:
Ich spreche von Schusswaffen, Repetierarmbrüsten und so etwas. Und was sich diese Goblins noch an Mordwerkzeugen ausdenken. Sie sind eine kurzlebige Rasse, sie schert nicht, was sie für einen Abrund über unsere Welt losbrechen lassen. Sie denken in Talern, Ciel. Das wäre meine Befürchtung.

Ciel:
Man müsste Einsicht nehmen in die entsprechenden Unterlagen. Prüfen, in welchem Ausmaß goblinische Waffen gehandelt wurden und ob dieses sich um den Kriegsbeginn herum signifikant verbesserte oder verschlechterte - was ein Anlass wäre - und wie die Lage heute aussieht.

Dreaux:
Eine sehr gute Idee. Wie kommen wir an diese Unterlagen? Wir brauchen ein kleines Himmelsauge!

Ciel:
Nun, ich hätte meinen Vertrauten Chevalier de Mireault bei mir. Er könnte es übernehmen oder einen geeigneten Mann vorschlagen.

Dreux:
Ja sie kommen an Informationen, er soll sich etwas überlegen. Die Handelsfraktion hätte eingegriffen, oder angegriffen wäre sie der Drahtzieher. Was meinst Du?

Ciel:
Die Naridier ... *grübel* ... wir müssen sämtliche Importstatistiken überprüfen, nicht nur jene zu den Goblins. Ihr habt Recht, Dreaux, man darf nicht von vornherein die Sicht zu sehr einengen. Sie hätten nicht eingreifen müssen. Vielleicht sahen sie einfach nur zu und rieben sich die Hände. Doch dann hätten sie die Goblins und Almanen an oberster Stelle manipuliert haben müssen.

Dreux:
Wer sagt denn nicht, dass die Goblins einem Verräter in obersten Reihen aufgesessen sind. Stell Dir nur vor einer von Vaters Beratern oder Vertrauten wäre ein Verräter. Nicht umsonst steht auf Hochverrat die Todesstrafe Ciel.

Ciel:
Wie könnte man das überprüfen? Auch mit hilfe der Himmelsaugen?

Dreux:
Ja, sie müssen an die Unterlagen kommen. Sie müssen sie entweder stehlen oder irgendwie Einsicht erlangen.

Ciel:
Ich werde mich mit Jules beraten, anschließend sollten wir noch einmal miteinander sprechen.

Dreux:
Ich werde meine Berater zu Rate ziehen. Es war schön mit Dir, eigentlich bin ich gekommen, um Dich zu dissen.

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Re: Verteidiger der Souvagne

#13

Beitrag von Jules de Mireault » Mo 18. Dez 2017, 11:22

Der Chevalier verneigte sich knapp vor Ciel.

„Macht Euch keine Sorgen Herr, ich werde gut auf Euren Leibdiener Acht geben. Obwohl mich dies sicherlich einiges an Nerven kosten wird, aber ich weiß was er Euch bedeutet und trotz all seiner Tollpatschigkeit besaß er einst einen gewissen Wert als Leibdiener. Es wäre schaden um ihn, sollte er sich tatsächlich so eine grauenvolle Krankheit zugezogen haben. So etwas wünscht man schließlich seinem ärgsten Feinde nicht.

Vermutlich hat er sich den Kopf verkühlt, als er seinen Turban verbummelte. Es ist ja in Souvagne doch um einige Grade frischer, als in der Wüste. Das vermute ich jedenfalls. Wie soeben versprochen, halte ich Euch auf dem Laufenden.

Ferner werde ich Comte Melville de la Cantillion Eure Botschaft zukommen lassen. Seid unbesorgt. Der Comte ist ein rechtschaffener und loyaler Mann. Er folgt Eurem Vater schon viele Jahre, es ist nicht notwendig ihn zu bitten, Souvagner bevorzugt einzustellen. Glaubt mir, wenn ich Euch dies sage.

Nun ich möchte Euch nicht länger aufhalten, Ihr habt gewiss Wichtigeres zu tun. Gehabt Euch wohl Herr, bis später“,
erklärte Jules freundlich.

Er packte Khawa etwas grob am Oberarm und zerrte ihn hinter sich her.

„Nicht so Fuß lahm, oder lauft Ihr Wilden nicht zu Fuß? Sagt bloß Ihr besitzt auch Pferde. Wobei ich kaum glaube, dass Ihr in der Wüste Pferde halten könnt. Die armen Tiere würden elendig verhungern.

Nun bummele nicht so Khawa, der Leibmedicus seiner Herrschaft hat nicht den ganzen Tag Zeit! Du kannst Dich glücklich schätzen als Wilder überhaupt von ihm untersucht zu werden, dass sage ich Dir.
Und ich habe meine Zeit auch nicht gestohlen, oder meinst Du ich kann Dich den ganzen Tag beaufsichtigen?

Wo beim Abgrund hast Du auch Deinen Turban gelassen? Wenn man Dich nicht ständig im Auge behält, ich habe es schon immer gewusst“,
zeterte Chevalier de Mireault.

`Cevalier July? Das klingt nicht nur vertraut, dass weckt Erinnerungen an eine äußerst angenehme Zeit, die wir gleich unbedingt wiederholen sollten. Ich vermisse Dich, Deine Nähe, Deine Wärme und Deine Zuneigung Khawa.

So genau kenne ich den Weg zum Leibmedicus unseres Herrn gar nicht. Wo genau hat er sein Zelt oder seine Praxis aufgeschlagen?

Du gebietest über Magie, ich fühle es, sobald ich mit Dir verbunden bin. Über welche Form von Magie gebietest Du Böhnchen? Und würdest Du mir Deinen vollen Namen verraten? Mein voller Name ist Jules Seymour de Mireault.

Das mit Deinem Turban war nur ein kleiner Scherz meinerseits. Solltest Du den Endlos-Lappen wieder haben wollen Böhnchen, dann wirst Du in mein Zelt kommen müssen, um ihn Dir abzuholen. Freiwillig werde ich ihn nicht herausrücken. Du solltest also etwas zum Tausch anbieten, etwas das mich überzeugt. Oder Du kramst den Turban selbst aus seinem Versteck hervor.

Aber ohne gleichwertigen Tausch, kann ich Dir nicht versprechen, dass Gufo den Turban nicht wieder zurückholt. Oder vielleicht Deinen Lendenschurz. Für Gufo ist Kleidung einfach Kleidung, er nimmt das nicht so genau´,
erklärte Jules mental und strich mit seinen Seelenfäden liebevoll über Khawas Seele.

De Mireault blieb kurz stehen, schaute sich suchend um und zuckte mit den Schultern.

„Mal ehrlich, hast Du eine Ahnung wo das Zelt von dem Quacksalber ist?“, flüsterte Jules und verkniff sich ein Schmunzeln. Die Narbe die längst über seinen Mund verlief, ließ das Schmunzeln wie ein schiefes Grinsen aussehen.

Jules setzte sich wieder in Bewegung und lief einige Zeit hierhin und dorthin, bis sie urplötzlich vor seinem Zelt standen. Jules schob Khawa ohne jeden Kommentar hinein und schloss die Plane hinter sich. Auch die innere Plane zog er zu. Einen Moment blieb er vor dem Eingang stehen, lauschte und spürte nach etwaigen Personen, die sich in der Nähe befanden.

Da aber niemand in direkter Nähe zu gegen war, löste sich Jules vom Eingang und ging schnurstracks auf Khawa zu. Er packte dessen Kopf grob mit beiden Händen und küsste Khawa fest und verlangend.

„Was bietest Du zum Tausch?“, flüsterte er Khawa zu.

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Re: Verteidiger der Souvagne

#14

Beitrag von Khawa » Do 21. Dez 2017, 22:21

Khawa setzte den abweisendsten und unglücklichsten Gesichtsausdruck auf, den er zu bieten hatte. Er blickte erst Jules und dann seinen Herrn mit einem Blick an, der sagte: Bitte nicht der! Aber als artiger Diener sprach er es natürlich nicht aus und Ciel war es egal, was Khawa vermeintlich störte. Er wollte nur, dass der Rakshaner endlich zum Medicus gelangte und war froh, dass Jules sich opferte.

Khawa stolperte absichtlich, als Jules ihn herumzerrte und fiel hin. "Nichts passiert", rief er rasch, so als ob er nicht wollte, dass Jules eine Rüge kassierte, weil er so grob mit dem Leibdiener des Prince umsprang. Er lächelte breit, wie es nur Rakshaner ungeniert taten und kassierte dafür ein paar hochgezogener Augenbrauen seines Herrn, ehe das chaotische Gespann aus dem Zelt eierte.

"Pferde", schnaubte Khawa, während er neben Jules herstolperte, der ihn abwechselnd schob und an ihm rumzerrte. "Wir reiten auf ganz anderen Kreaturen!" Sein Grinsen wurde breiter und er warf Jules einen Blick zu. "Riesenhyänen. Ponygroß."

Khawa lauschte aufmerksam, als der Chevalier geistig seinen vollen Namen nannte. Khawa kannte ihn bereits, doch wenn Jules ihn aussprach, klang er wie ein Gedicht.

'Sehr angenehm. Khawa fo-Azenkwed. Das heißt auf almanisch 'Kaffee der Gazelle'. Ich gebiete ein wenig über Sandmagie. Hier sagt man, glaub ich, Erdmagie dazu.'

Natürlich fanden sie den Leibmedicus nicht. Khawa hatte einen Augenblick lang geglaubt, Jules würde ihn wirklich nicht finden, aber dann sperrte er sie beide zielsicher in seinem persönlichen Zelt ein. Sofort schoss das Blut in Khawas Wangen. Mit diesem Zelt verband er sehr angenehme Erinnerungen. Sogleich packte der Chevalier seinen Kopf und küsste ihn. Khawa erwiderte die Geste nicht minder verlangend. Er angelte mit seiner Zunge nach der von Jules und als er sie fand, war es um ihn geschehen. Er wollte ihn nicht mehr loslassen und zog den Kuss so lange er konnte in die Länge, während er sich mit dem ganzen Körper gegen den Chevalier presste.

"Ich habe Euch auch vermisst, July", gestand Khawa und war für einen Augenblick etwas schüchtern. Er lächelte, sein Gesichtsausdruck wechselte und wurde triumphierend. "Es tut mir leid, aber meinen Turban brauche ich ohne Wenn und Aber zurück. Es ist äußerst unschicklich und unhöflich, mich einem Mann wie Euch gegenüber ohne Schleier zu zeigen. Wenn Ihr also gestattet ..." Er löste die Berührung und sah sich um, bis er einen Zipfel unter dem Feldbett hervorlugen sah. Jules musste das Heiligtum ganz hinten versteckt haben, doch Khawas Adleraugen entging nichts. "Gutes Versteck, aber nicht gut genug." Er kroch mit Kopf und Schultern unter das Feldbett, um nach dem Turban zu greifen.
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Re: Verteidiger der Souvagne

#15

Beitrag von Jules de Mireault » Mo 1. Jan 2018, 18:55

Jules hockte sich genau hinter Khawa und zwar so, dass garantiert kein Blatt mehr zwischen sie passte.

"Und gefunden wonach Du suchst Kaffee der Gazelle?", grinste Jules und kraulte Khawa den Rücken.
"Jules hat keine besondere Bedeutung, Seymour war einst ein Ort und bedeutet Saint-Maur, daraus entstand der Name. Ihr reitet also auf Hyänen? Riesigen Hunden durch die Gegend? Ich würde lieber auf was anderem reiten", kicherte Jules hinter Khawa.

"Weißt Du Ciel würde uns beiden den Kopf abreißen, wüsste er von uns. Zudem haben wir eine sehr ernste Lage die es zu bedenken gilt, aber man kann ja nicht permanent im Dienst sein oder? Außerdem bekomme ich Dich nicht mehr aus dem Kopf und das ist schließlich Deine Schuld", erklärte Jules, hob Khawas Lendenschurz hoch und spähte drunter.

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Re: Verteidiger der Souvagne

#16

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mo 26. Mär 2018, 17:17

Weiter ging es in:

Verhandlungen zwischen dem Duc de Souvagne und Zwergenkönig Dunkelerz

Link:
http://asamura.de/viewtopic.php?f=60&t=1253

Antworten

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