Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Umzug nach Souvagne

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Comte Massimo de la Cantillion

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Re: Umzug nach Souvagne

#11

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mi 17. Jan 2018, 02:35

Massimo

freute sich über die Geste und den Kuss von Monique. Er küsste sie liebevoll zurück und drückte ihre Hand. Als sie richtig wach war, schwatzte sie los. Massimo hörte zu, was sie ihm erzählte und musste dabei blöde grinsen.

"Ich sagte vorhin lass uns ein bisschen schwatzen. Wir wissen so nichts von uns. Ich möchte alles über dich wissen, was du mir erzählen magst. Heute Nachmittag hast du Ruhe vor mir ich muss mit meinen Bruder reden. Das hab ich gesagt. Wie du das Schlafzimmer aufteilen magst, darfst du aussuchen. Ich lasse meine Sachen rüberbringen und du guckst wie du es haben magst und wie es gut aussieht.
Dein Vater hat dir die Wahrheit gesagt. Ich mag nicht mehr durch das Land ziehen und Verbrecher jagen. In unserem Land ist das nicht so schwer und du hast damit Erfolg. Schlägst du einen Verbrecher tot, freuen sich die Dorfbewohner. Wie sagt der Duc immer? Die Schutzbefohlenen sehen dass sie beschützt werden und die Verbrecher werden abgeschreckt. So soll es sein Monqiue.
Aber ausserhalb unseres Landes brauchst du das erst gar nicht versuchen. Die Verbrecher wachsen wie Pilze aus dem Boden. Du erschlägst einen Verbrecher, morgen an der gleichen Stelle lauern zwei Verbrecher auf Opfer. Wo keine feste Hand die Regierung führt, wird es niemals Ordnung geben. Kein kleiner Mann kann in Frieden leben, wenn die Herren sich nur für Geld und nicht für die Ordnung interessieren. Ich hab keine Lust mehr dazu, mich für andere zu bemühen die weder unsere Hilfe wollen noch sie annehmen. Das ist ein aussichtsloser Kampf und ich bin dafür zu alt. Ich bin Souvagner, warum die meisten von uns sich nicht an Schlachten und Kriege beteiligen sondern lieber Zuhause bleiben wurde mir klar. In der Fremde kämpfst du für nichts.
Leute läutern ist kein Hobby. Das klingt zwar lustig, aber die Wahrheit sieht anders aus Moni. Läutern ist jemand mit Gewalt von seinem schlechten Weg abbringen. Entweder du läuterst ihn und er sieht seine Fehler ein. Oder du läuterst ihn und richtest ihn hin. Einmal kann der Verbrecher selber dein Ziel sein. Dann soll er seinen Lebensweg überdenken. Du prügelst ihm Verstand ein, wenn du so willst. Dann musst du ihn so zurichten, dass er gerade überlebt. Sonst merken die sich das nicht. Du musst einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Oder die Läuterung betrifft sein Umfeld. Dann rettest du die Leute vor dem Verbrecher und tötest ihn im Namen der Gerechtigkeit. Die Rechtsprechung ist dein Schwert.
Wie viele Komvan und ich schon geläutert haben, kann ich dir nicht sagen. Ich hab es nie gezählt. Da werden schon einige zusammenkommen. Diese Aufgabe habe seit dem Jahr 168 in Souvagne erledigt. Das sind 35 Jahre. Ich hab einige erschlagen, weil es meine Aufgabe war. Verbrecher die über Steckbrief gesucht wurden mit dem Vermerk tot, die werden von den jeweiligen Herrn gerichtet. Jeder Chevalier oder Comte oder Marquis der einen auf seinen Land erwischt tötet so einen. Es sei denn der Duc befiehlt eine öffentliche Hinrichtung. Dann wird der Verbrecher festgenommen und ausgeliefert.
In der Fremde war ich auf Feldzug seit dem Jahr 188. Seit dem Jahr wo meine Schwester starb. Das sind jetzt 15 Jahre. Vor 15 Jahren ist sie gestorben. Sie hiess Magdalena. Nach ihr ist eine Tochter von Melville benannt. Sie wurde ermordet und ich dachte ich könnte sowas bei anderen verhindern. Aber weisst du Moni, Verbrecher erschlägst du leider nach der Tat. Nicht davor wie es nötig wäre. Wichtige oder interessante Einsätze habe ich aufgeschrieben. Du kannst die Aufzeichnungen gerne mal lesen.
Wegen deine Frage, ich bin sesshaft. Nur kann es sein, dass der Duc nach einen von uns verlangt. Wenn er befiehlt, dann müssen wir folgen. Wenn er unser Schwert wünscht, dann müssen wir ihm gehorchen. Also ich bleibe bei dir Zuhause, aber falls mich der Duc ruft oder mir eine Aufgabe gibt, dann muss ich die erledigen. Ist die Aufgabe friedlich, kannst du mich begleiten. Wenn nicht, dann nicht.
Ich glaub nicht dass dein Vater froh war dich loszuwerden. Kein Vater würde das so sehen. Dein Vater war nur vorsichtig, wegen deinem ersten Bewerber. Mehr als dass es nicht zu eure Hochzeit gekommen ist, weiss ich nicht. Du musst nichts davon erzählen, wenn du nicht magst. Aber ich denke seine Blödheit war mein Glück, dass hoffe ich für uns.
Ein Hobby wie du hab ich nicht. Aber ich schau mir deine Hobbys gerne an. Wenn du was haben möchtest, sag es mir. Finde ich was schönes für dich, bringe ich es dir mit. In meine Freizeit trainiere ich Magie oder Kampfkunst. Oder ich trainiere mit Foudre meinem Pferd. Hast du ein eigenes gutes Pferd? Sonst kauf ich dir eins. Solange kannst du eins aus dem Stall nehmen. Mit Melville kann ich heute abend sprechen. Wenn du dich fertig gemacht hast, zeig ich dir dein Zuhause, die Stadt und einige Dörfer drumherum. Wir wollten zum Meer reiten. Da reiten wir durch die Dörfer die auf dem Weg liegen.
Nochwas. Was immer passiert oder aus uns beide wird, ich werde dich beschützen. Dass schwöre ich dir. Und ich wünsche mir, dass wir Freunde werden und nicht nur Ehepartner sind."

Massimo küsste Monique. Er drückte sie liebevoll, dann stand er auf.

"Ich gehe mich waschen und anziehen. Ich schicke dir deine Zofe. Bis gleich."

Massimo ging zu der Stube von Moniques Zofe und schickte sie zu seine Frau. Danach ging er in den Waschraum und liess sich von einem Diener waschen, zurecht machen und ankleiden. Er musste sich dringend selber einen Leibdiener besorgen. Als er fertig war ging er seine Post holen und danach zurück zu seine Frau. Er machte es sich am Schreibtisch bequem und schaute seine Post durch. Er hoffte auf einen Brief von Ansgar, aber leider war noch nichts dabei. Dass der Magier ihn nicht gedanklich rief war klar, er wollte sich so lange wie möglich versteckt halten. Er wusste nicht wo Ansar jetzt war.
Solange er noch in Brandurs Reichweite war, wollte sich Ansgar aus Angst um seinen Sohn zurückhalten. Vermutlich hatte er genauso Angst um sich selber. Die Angst war nicht grundlos. Brandur war älter und hatte einen Mordanschlag überlebt. Nur dass die Familie so brutal untereinander war, dass konnte Massimo nicht verstehen. Die Brutalität hätte er gegen jeden Feind seiner Familie angewandt. Aber diese Familie schien niemanden mehr zu hassen als die eigenen Verwandten. Deshalb war damals Magdalena gestorben. Und Massimo wollte nicht, dass Ansgar starb. Kein Brief war meist eine gute Nachricht. Schlechte Dinge wurden einem immer gleich um die Ohren geschlagen. Massimo faltete die Briefe die er von einigen Kameraden erhalten hatte wieder zusammen. Er wollte sie am Abend in Ruhe lesen und beantworten. Er schaute wie weit seine Frau war.

"Sag wenn du aufbrechen möchtest Moni. Wir können hier oder unterwegs frühstücken."

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Re: Umzug nach Souvagne

#12

Beitrag von Monique de la Cantillion » Mi 17. Jan 2018, 23:24

Monique de la Cantillion

Das Massimo mit ihr schwatzen wollte, hörte Monique sehr gerne. Nur so konnte man etwas über den anderen erfahren und zudem machte es auch noch Spaß. Dass er auf ihre kleine Zärtlichkeit einging freute sie ebenso.

"Mir würde es auch sehr viel bedeuten, wenn wir nicht nur Eheleute blieben, sondern auch Freunde werden. Vielleicht sogar etwas mehr Massimo. Das wäre sehr schön und würde mich sehr glücklich machen.

Nun ich glaube, alles was Du von mir wissen kannst weißt Du schon Massimo. Sprich meinen Lebenslauf, den Dir sicher Dein Bruder mitgeteilt hat. Warum mich mein erster Werber nicht geheiratet hat, kann ich Dir sagen.

Die Ehe war arrangiert, aber er hat sich in eine andere Frau verliebt. Er hat aus Liebe geheiratet und vorher natürlich das Versprechen an mich gelöst. Ich kann es ihm nicht verdenken Massimo. Ich mache ihm keinen Vorwurf, ich wünsche ihm alles Glück mit seiner Frau. Liebesheiraten sind selten in unserem Stand und es sei ihm gegönnt.

Das Du Dir meine Hobbys anschauen möchtest, freut mich. Ich werde Dir alles erklären, wenn Du zu etwas eine Frage hast. Ich würde vorschlagen wir kaufen uns unterwegs etwas leckeres zu Essen und genießen es dann am Strand.

Ein eigenes Pferd habe ich nicht, ich bin mit der Kutsche angekommen. Du würdest mir eine große Freude mit einem eigenen Pferd machen. Ein gutes, ruhiges und weißes Pferd wäre mein Wunsch. Gleichgültig wohin man mit ihm reitet, man sieht immer gut auf ihm aus. Sowas müssen wir schließlich auch bedenken.

Wie sieht Foudre aus? Vermutlich ist es ein Schlachtross oder ein Kriegspferd. Also Läutern ist Verbrechensbekämpfung im Namen der Gerechtigkeit. Läutern klingt fast religiös, da stellt man sich etwas anderes drunter vor.

Sag mal Massimo, wenn ich jemanden läutern möchte, kann es auch ausreichen, dass ich mit der Person einfach rede? Vielleicht kann man einige auch schon so überzeugen. Soweit ich weiß bevorzugt der Duc erst das Wort, dann die Waffe. Die meisten Adelshäuser halten es so, unsere Familie und Du wahrscheinlich auch. Eine Tätigkeit von 35 und 15 Jahren ist eine sehr lange Zeit Massimo.

Und was ich Dir gesagt haben möchte, es tut mir sehr leid, dass Deine Schwester auf diese tragische Weise umgekommen ist. Möglicherweise hast Du in der Fremde niemanden helfen können, aber jede Person der Du helfen konntest, ist doch schon ein Erfolg. Zudem soll man zuerst immer auf seine eigenen Leute schauen, bevor man den Blick in die Ferne schweifen lässt. So hat es mein Vater stets gesagt.

Mein Vater ist genau wie Dein Bruder erzkonservativ, was das Zusammenleben anbelangt. Ich finde eine derart verlässliche Einstellung sehr bodenständig und beruhigend. Offen gegenüber war unsere Familie immer der Wissenschaft. Die Wissenschaft ist zu fördern, daraus ergeben sich auch oft Verbesserungen für die Bevölkerung.

Wie bist Du der Wissenschaft gegenüber eingestellt Massimo?
Und wie ist Deine grundsätzliche Einstellung? Bist Du konservativ eingestellt, sprich Traditionalist?

Auch wenn wir uns gerade nur einen Augenblick kennen, freut es mich zu hören, dass Du sesshaft bist. Es wäre sehr schwierig geworden sich einander anzunähern, wenn Du den Großteil auf Reisen verbringen würdest. Natürlich könnten wir uns schreiben, aber dies ist nicht das Gleiche. Die Möglichkeit sich persönlich kennenzulernen ist schöner. So können wir als Ehepaar und Freunde zusammenwachsen. Sollte der Duc Dich an seine Seite rufen, werde ich Dich sehr gerne begleiten, wenn dies möglich ist.

Gut, Du sagst zwar Du hast keine Hobbys, aber ich denke Dein Training und Magie kann man auch nicht als Hobby werten, sondern als Lebenseinstellung.

Was für Magie beherrscht Du und was kannst Du damit bewirken?
Ich kenne mich überhaupt nicht mit Magie aus. Erzähl mir etwas davon",
sagte sie gut gelaunt und streichelte seine Finger.

Als er ernst wurde und ihr sagte, dass er sie beschützen würde, gleichgültig was noch geschehen würde, nickte sie und küsste ihn liebevoll. Dass er seine Aussage absolut ernst meinte, sah man ihm an. Und Monique glaubte nicht, dass man mit Massimo als Gegner spaßen konnte. Nicht bei seiner Art, nicht bei seiner Lebensgeschichte und vor allem wegen Magdalenas Tod nicht. Grundlos hatte Massimo ihr nicht erneut seinen Schutz geschworen.

"Ich danke Dir für Deinen Schwur von ganzem Herzen Massimo und ich werde alles dafür tun, um Dir diesen Schwur zu erleichtern", antwortete sie ihm.

Er küsste sie, stand auf und verabschiedete sich, um sich für den Tag fertig zu machen. Monique schaute ihm hinterher und erhaschte dabei einen kurzen Blick auf den Gargoyle der vor ihrer Tür wartete.

Einige Minuten später kam ihre Zofe herein und es dauerte nicht lange, dann war Monique ebenfalls bereit in den neuen Tag zu starten. Als ihr Ehemann zurückkehrte, hatte er Post dabei die er in aller Seelenruhe durchschaute. Scheinbar erwartete er einen bestimmten Brief, denn die andere Post legte er beiseite. Sie wartete in Ruhe ab, bis er seine Sachen erledigt hatte. Als ihr Mann sie dann ansprach erhob sie sich und gesellte sich zu ihm.

Monique hakte sich bei ihrem Mann unter.

"Ich bin bereit Massimo, wir können los. Heute habe ich extra ein schlichtes und etwas weiteres Kleid gewählt, da wir ausreiten. Falls Du mir ein passendes Pferd kaufen möchtest, dann bitte einen Tölter. Ich möchte nicht vom Pferd stürzen, das ist mir zum Glück gerade noch eingefallen", erklärte sie freundlich und drückte kurz seinen Arm.

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Re: Umzug nach Souvagne

#13

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Do 18. Jan 2018, 01:27

Massimo

führte Monique einmal durch die gesamte Familienfestung. Das war schon ein Spaziergang für sich. Er machte mit ihr eine Pause im Hof, der ein schöner Garten war. Es war frühmorgens und die Luft war kalt. Massimo zog Monique an sich um sie zu wärmen.

"Morgens ist es bereits kalt. Der Winter zieht auf. Es wird ein harter Winter werden, eisig und streng. So ist es immer bei Krieg."

Gemeinsam ging er mit ihr zum Stall und liess Foudre und einen der Tölter satteln. Er half zuerst seine Frau aufs Pferd. Dann schwang Massimo sich auf sein eigenes Pferd und ritt mit Monique los in Richtung Meer. Er wählte den direkten Weg. Ein Dorf war noch zwischen der Stadt Cantillion und dem Meer. Auf dem Rückweg konnten sie die anderen Dörfer anschauen. Dann war es sich schon wärmer. Überall waren die Erntearbeiten abgeschlossen oder fast fertig. Massimo ritt nahe neben seine Frau, damit sie schwatzen konnten.

"Wir werden im Dorf im Gasthaus frühstücken und dort bleiben wir ein bisschen. So früh ist es zu kalt am Meer. Du bekommst dein eigenes Pferd Moni, ich hab dir das versprochen. Weiss, friedlich, freundlich und ein Tölter. Viel muss ich bei Foudre nicht beschreiben, du siehst ihn ja. Normalerweise trägt er Rüstung und er ist ein Schlachtross. Aber er ist etwas leichter und schlanker als die normalen Schlachtrösser. Er ist ein guter Mix aus stark und wendig.
Wenn du genauso an Freundschaft und mehr interessiert bist wird das klappen. Ich bemühe mich um dich so gut ich kann Moni. Als Freunde und Ehepaar zusammenwachsen hört sich schön an. Ich bleibe an deine Seite und wenn wir mal getrennt sind, muss ich dir nicht schreiben. Ich kann dir gedanklich eine Nachricht schicken. Im Schlaf geht es sogar leichter.
Meine Magie ist Geistmagie und die meines Bruder ist Feuermagie. Erklären kann ich das schlecht. Ich werde dir heute Nacht mal eine Nachricht schicken. Dann kannst du dir vorstellen wie es funktioniert.
Läuterung gibt es in der Rechtsprechung und in der Religion. Im Namen der Gerechtigkeit sprichst du vor Ort Recht. Sicher kannst du tatsächlich nur sprechen, wenn es ausreicht. Ich hab bei kleinen Vergehen genauso zuerst das Wort gesucht. Nicht jeder Verbrecher ist wirklich böse. Manche sind einfach arm und verzweifelt. Trotzdem haben sie nicht das Recht andere zu überfallen. Sie müssen sich dann an ihre Herrn wenden, damit ihnen geholfen wird. Manche sind einfach auf dem falschen Weg und du kannst ihnen mit einer Wegbeschreibung zurück helfen. Andere kennen den Weg nicht mal, denen brauchst du keine Wegbeschreibung geben Moni. Eine ähnliche Unterhaltung hatte ich vor längerer Zeit mit einer Begleitung. Wir kamen zu dem Ergebnis dass einige gerettet werden können, andere nicht. Und die du retten kannst musst du genauso unterscheiden. Einige benötigen viel Aufklärung und deinen Beistand. Das sind die besten Geläuterten. Du musst wirklich nur tatsächlich helfen, mit Beistand oder Nahrung. Oder was die Person braucht. Dann gibt es die mit denen du reden musst. Das wäre vermutlich was für dich, aber da bist du genauso stolz wenn sie es schaffen. Dann gibts die Hartnäckigen die benötigen deine eiserne Faust und die Unbelehrbaren benötigen dein Schwert. Die letzten beiden Punkte kommen für dich nicht in Betracht als meine Frau.
Zu deine Beruhigung, ich bin genau wie mein Bruder und dein Vater Traditionalist. Ich war zwar in der Fremde unterwegs, aber ich bin konservativ. Warum sollten wir etwas an unserer Lebenweise ändern, wo alles funktioniert? Die anderen mit ihren neumodischen Ideen, haben ständig Krieg. Das muss ja irgendwoher kommen. Verlässlichkeit und Beständigkeit sind sehr wichtig, dass ist richtig Moni."

Sie kamen in den kleinen Dorf an. Massimo zügelte sein Pferd und stieg ab. Dann half er Monique vom Pferd. Er band die beiden Pferde an und schaute zuerst auf das Aushangbrett, ob es was neues oder interessantes gab. Es gab nichts besonderes. Massimo legte einen Arm um seine Frau und betrat mit ihr gemeinsam das kleine Gasthaus. Der Wirt mit Pottschnitt machte sofort einen kleinen Tisch in eine Ecke sauber für die beiden sauber. Massimo gab seine Frau den Vortritt, damit sie auf der Sitzbank sitzen konnte. Er bestellte bei dem Wirt ein grosses Frühstück. Tee, Honig und Marmelade extra für seine Frau und für sich dazu einen Kaffee. Nach der Bestellung setzte er sich seine Frau gegenüber hin.

"Wunder dich nicht, es ist nicht wie in der Stadt. Es gibt keine Speisekarten. Die meisten Bauern können nicht lesen. Das ist nicht schlimm, du musst es nur wissen. Wenn du mal mit deine Zofe in einem Dorf einkaufen willst, fragst du nach dem Angebot und den Preisen. Oder wenn du in ein Gasthaus gehen möchtest, kannst du die normalen Angebote direkt bestellen. Brot, Eier, Wurst, Schinken, Bier, Marmelade, Tee und Honig gibt es meist. Manchmal zum Frühstück auch Biersuppe oder einen Eintopf, je nach Jahreszeit. Und du kannst sogar Kaffee bekommen. Der kostet zwar was mehr, schmeckt aber sehr lecker. Falls du noch keinen getrunken hast, kannst du ihn gerne mal probieren. Er schmeckt pur bitter, die meisten süssen ihn oder schütten Milch rein."

Der Wirt kam und brachte ihnen ihr Frühstück mit den Getränken. Massimo bediente sich, nahm aber nichts von den süssen Sachen. Die waren für seine Frau.

"Mit wissenschaftlichen Dinge habe ich mich nicht beschäftigt, ausser der Magie. Die Wissenschaft sit wichtig, denk nur an die Heilkunst. Wird da nicht geforscht, dann bleiben viele Krankheiten oder Verletzungen unheilbar. Andere Wissensgebiete bieten vielleicht einen besseren Lebensstandard. Andere bieten vielleicht ein besseres Verständnis. Wie deine Sternenkunde. Die Bauern richten ihre Saatzeiten und Erntezeiten nach dem Mond. Würde ein Gelehrter herausfinden, wie sie noch mehr Erträge erreichen können, wäre das für uns alle gut. Von daher ich sehe da kein Problem zwischen einen traditionellen Leben und der Wissenschaft. Traditionell leben heisst nicht, dass wir rückständig leben müssen. Wir wollen nur für uns bleiben. Und wir beide sind gerade genauso für uns. Ohne Diener und ohne Zofen und ohne Verwandte die uns stören könnten. Nur wir zwei. Wir können uns alles sagen ohne lästige Lauscher."

Massimo grinste seine Frau an und schob ihr den Kaffeebecher rüber zum probieren.

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Re: Umzug nach Souvagne

#14

Beitrag von Monique de la Cantillion » Mo 22. Jan 2018, 23:02

Ausflug Massimo und Monique -- Chat-RPG 22.01.203 n.d.A.

Intro:

Nach der Hochzeitsnacht und dem gemeinsam verbrachten Morgen, machten sich Massimo und Monique auf Richtung Meer. Massimo hatte seiner Frau nicht nur versprochen, ihr das Anwesen de la Cantillion zu zeigen, sondern sie auch zum Meer auszuführen. Auf dem Weg dorthin wollte er ihr die nahegelegenen Dörfer zeigen.

Allerdings kam es anders als geplant, denn das Wetter war ungewöhnlich kalt an diesem Tag. Massimo hatte es Monique mit einer eindeutigen und auch traurigen Erläuterung erklärt.

"Der Winter zieht auf. Es wird ein harter Winter werden, eisig und streng. So ist es immer bei Krieg".

Dies hatte Massimo seiner Frau im Hof ihres Anwesens gesagt und Monique wusste darauf nichts zu antworten. Sie kannte weder Krieg noch die daraus resultierenden Leiden und sie hoffte, dass dies so bleiben würde. Nicht nur die Kälte hatte nach diese Aussage Monique frösteln lassen. Massimo zog sie an sich und wärmte sie.

Gemeinsam machten sich die beiden danach zu Pferd auf den Weg zum Meer. Sie unterhielten sich angeregt und gut gelaunt und kehrten in einem Gasthaus ein. Er wollte vor Ort bleiben, bis etwas wärmer geworden war, denn laut seiner Aussage war es zu kalt um bereits zu so früher Morgenstunde ans Meer zu gehen. Monique war früher schon öfter sehr früh ans Meer gegangen.

Sie konnte sich denken, warum ihr Mann einige Zeit im Gasthaus verbringen wollte. Sie hatte allerdings nichts dagegen sich aufzuwärmen und gemütlich im Warmen zu frühstücken. Massimo orderte ein großes Frühstück für sie beide mit allem was das Herz begehrte. Er bestellte sogar extra für Monique etwas Süßes und zwar Honig und Marmelade.

Massimo ließ es sich umgehend gut schmecken und rührte bewusst die süßen Sachen für seine Frau nicht an, was Monique zu schätzen wusste. Sie langte ebenfalls zu und genoss den Honig wie auch die Marmelade. Auch in dem Gasthaus unterhielten sie sich gut.

Ihr Mann eröffnete ihr geradezu verschwörerisch, dass sie beide hier alleine im Gasthaus wären - ohne störende Verwandte oder sonstigen Anhang. Dabei schob Massimo seiner Frau seinen Kaffeebecher herüber, damit diese von dem Getränk probieren konnte.


(Es beginnt Monique :-) )


****

Komplett im Ü18-Bereich

Link:
http://asamura.de/viewtopic.php?f=41&t=1288

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Re: Umzug nach Souvagne

#15

Beitrag von Monique de la Cantillion » Fr 26. Jan 2018, 14:43

Monique de la Cantillion

Monique wachte Stunden später in Massimos Armen auf. Sie wusste nicht wie spät es war, oder wie lange sie geschlafen hatte. Sie fühlte sich geborgen und sicher und das kleine Zimmer war gemütlicher als ihr eigenes riesiges Schlafzimmer. Riesige Räume waren zwar ein Luxus den sich nicht jeder leisten konnte, aber sie waren auch meist kalt. Nicht nur von der Einrichtung her, da diese oft nicht den Geist des Bewohners wieder spiegelten, sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass es enorme Kosten verursachte so riesige Räume ausreichend zu heißen.

Meist wurden nur die ständig bewohnten Zimmer geheizt oder die Frauenzimmer. Eine kleine gut gewärmte Kate, konnte also durchaus gemütlicher sein als eine eiskalte Burg. Wenn man einmal von dem Sicherheitsfaktor absah.

Allerdings fühlte sich Monique auch in diesem kleinen Tavernenzimmer sicher, denn ihr Mann wusste mit dem Schwert und anderen Waffen umzugehen. Den Beruf den er laut seiner Erklärung so lange ausgeübt hatte, verlangte dass er mit Waffen umgehen konnte und vor allem auch, dass er dazu in der Lage war, Personen zu beschützen.

Monique konnte sich noch kein Urteil über die anderen Familienmitglieder bilden. Sie hatte bis jetzt nur Massimo kennengelernt, Melville kannte sie schon länger, da er ein Freund ihres Vaters war. Alle anderen hingegen kannte sie nicht. Sie überlegte, ob es für sie beide nicht schön wäre, ebenfalls irgendwo im Grünen ein kleines Haus zu haben. Aber direkt am zweiten Tag danach zu fragen, ob sie nicht ausziehen könnten, machte sicher einen ganz falschen Eindruck. Vermutlich würde ihr Mann annehmen, sie wollte ihrer neuen Familie den Rücken kehren. Sie beschloss damit bis zum Sommer zu warten. Vielleicht hatte sich dann auch der Krieg gelegt.

Noch hing dieses Schwert bedrohlich über den Köpfen aller. Sie hoffte der Duc würde wie stets Ihr Land vor dem Krieg bewahren können. In diesem Fall war sie sogar besonders betroffen, denn direkt gegenüber von ihrer neuen Familie, ihrem Stammsitz de la Cantillion tobte die Schlacht. Vielmehr hatte sie getobt. Friedensverhandlungen waren zur Zeit im Gange und vom Hochadel bis zum niedersten Bauern hielt vermutlich ganz Souvagne den Atem an, was nun geschehen würde.

Das Schicksal einer Nation stand auf dem Spiel und sollte sich das Blatt zum Schlechten wenden, wäre es ihre Scholle wo der Feind zuerst einfallen würde.

Monique hatte die Generalmobilmachung gesehen. Sie hatte zwar keine Ahnung von solchen Dingen, aber auch sie sah, das die Soldaten in Alarmbereitschaft waren, die Garden der Adelshäuser die Burgen sicherten und die Lehnsherren sich allesamt zum Krieg rüsteten. Wälle wurden errichtet, Bollwerke verstärkt und ein jedermann trug nun seine Waffe bei sich. Sogar die Leibeigenen waren bewaffnet worden. Es sollte zu keiner Verzögerung kommen.

Sie alle warteten auf den Befehl oder eine neue Nachricht ihres Duc.

Monique vertraute auf ihren Großherzog, ebenso vertraute sie Melville als ihrem Familienoberhaupt und sie vertraute ihrem Ehemann. Dennoch blieb eine Restangst und sie wünschte der vermaledeite Krieg wäre endlich vorbei.

Sie strich ihrem schlafenden Mann über die Wange. Er behandelte sie gut und sie hoffte, dass dies auch so bleiben würde. Dass sich ihre Beziehung festigen und ihre Freundschaft vertiefen würde. Monique wollte gerne ganz zu ihm finden. Dass er sich Kinder wünschte und eine Familie gründen wollte war ihr bewusst. Sie wünschte sich ebenfalls Kinder, aber zeitgleich hatte sie davor auch etwas Angst und der Krieg vor ihrer Haustür machte ihr die Sache nicht leichter.

Sie konnte mit ihrem Mann darüber sprechen, aber sie wusste nicht wie offen er mit solchen Geständnissen umging. Gut, seine Geständnisse und wünschte hatte er sehr offen und präzise geäußert. Aber er war ein Mann und nicht nur dass, er war ihr Ehemann. Er konnte sie bitte, er konnte allerdings auch verlangen.

Eine Frau war schon in arger Not, wenn sie ihrem Mann keine Kinder schenken konnte. Manche Frauen wurden dann sogar verstoßen. Wie würde er also eine Bitte aufnehmen, mit der Familiengründung zu warten, bis die Wirren des Krieges vor ihrer Tür vorbei waren? Massimo konnte ihr zuhören und sich ihrer Sorgen annehmen oder er konnte sie sogar dafür bestrafen. Die Entscheidung lag letztendlich in solchen Dingen beim Mann.

Und wollte sie überhaupt einen Streit mit ihrem Mann riskieren? Der Krieg war nicht ihrer, der Mann schon. Sie lernten sich gerade kennen, vielleicht würde er es als Provokation sehen oder als Machtkampf. Schlimmstenfalls würde er die Ehe annullieren lassen und sie in Schande zu ihrem Vater zurückschicken.

Monique schalt sich selbst in Gedanken. Sie war manchmal wirklich eine Schwarzseherin. Gerade noch träumte sie von einem Sommerhaus indem sie allein mit Massimo die Zeit verbrachte und nun hatte sie schon Angst verstoßen zu werden und zu ihrem Vater in Schimpf und Schande zurück geschickt zu werden.

Letztendlich konnte sie sich nur auf die Entscheidungen und das Verhandlungsgeschick der Männer verlassen, die dafür zuständig waren. So war es schon immer gewesen und so würde es auch immer sein. Sie schmiegte sich eng an Massimo und küsste ihn zärtlich.

"Wach auf Schatz", flüsterte sie ihm ins Ohr und rüttelte ihn wach.

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Re: Umzug nach Souvagne

#16

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 27. Jan 2018, 18:13

Ansgar war vor einer gefühlten Ewigkeit aus Grünbachtal nach Souvagne aufgebrochen. Als er die Tür des Hauses in Grünbachtal hinter sich geschlossen hatte, hatte er es bereits Anwolf vermacht. Dies und einen Brief hatte er seinem Sohn hinterlassen.

Falls er Glück hatte und sich ein neues, gutes Leben in Souvagne aufbauen konnte, würde er Anwolf nachholen. Sollte ihm dies nicht gelingen war Anwolf bei Dave in guten Händen. Nach Ansgars Meinung war Wolfi besser unglücklich und lebend dran, als wenn er seinem Vater möglicherweise in den Tod folgte.

Solange Wolfi in seinem Dunstkreis war, wäre Brandur eine tödliche Gefahr für ihn und vermutlich nun nach dessen Machtübernahme jeder Hohenfelde, Wigberg und Eibenberg da diese sich Brandur anschließen würden. Wer war schon Wolfi in dem Machtgeplänkel um Geld? Nichts weiter als der Sohn des Versagers, keiner aus der Sippe würde seinem Sohn eine Träne nachweinen, sollte ihn einer der Verwandten aus dem Weg räumen.

Folglich konnte er ihn nicht auf naridischen Boden beschützen. Der einzige Schutz den Ansgar Wolfi schenken konnte war, dass er ihn nicht mit in seine Blutfehde hinein zog. Wolfis Loyalität wäre sein Untergang. Und so hatte Ansgar getan, was er in seinen Augen tun musste, er hatte Wolfi in Daves Obhut übergeben.

Viel würde sich für den Kurzen nicht ändern, denn Dave war sein Meister und einen Großteil seiner Zeit verbrachte Wolfi eh bei Dave. Nur hatten sie beide trotzdem stets Kontakt gehalten. Ansgar liebte seinen kleinen Sohn und er vermisste ihn schmerzlich. Aber der Schmerz war erträglich im Vergleich dazu, sollte Wolfi umkommen.

Gleichgültig was die Sippschaft von ihm hielt, er hatte Wolfi alles in einem Abschiedsbrief erläutert.
Der Sippschaft würde er noch die Quittung für ihre Taten präsentieren, allen voran Brandur, Linhard und Fingard. Mal sehen, ob sich für die drei Verräter später auch irgendein Idiot fand, der sie als Nachtlicht beschwor.

Allein bei der Vorstellung schlich sich ein diabolisches Grinsen auf das Gesicht des Nekromanten.

Ja ihr Tod war beschlossene Sache, gleichgültig wie lange er dafür benötigen würde oder wie alt er dafür werden musste. Und wenn es das Letzte war, was er tat, er würde die drei vom Angesichts Asamuras fegen. Nur ein winziges Loch in der Deckung und er würde genau dort zuschlagen. Aber bevor er sich überhaupt seinen Rachegelüsten hingeben konnte, musste er selbst einen sicheren Heimathafen erreichen.

Anna saß hinter ihm auf seinem Pferd Socke und hatte die Arme um seinen Bauch geschlungen, während seine drei Bullmastiffs neben ihnen herliefen.

Ansgar musste den Schmugglerring in Obenza nutzen um per Seeweg nach Almanien zu reisen. Somit war er fast sein restliches, gesamtes Vermögen los. Der Landweg war momentan durch die Kriegswirren sehr gefährlich und er war sehr weit. Das Chaos stand vor den Toren Dunkelbruchs und einen Teil von Almanien war ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Flüchtlinge strömten aus der Hohen Mark und versuchten in den benachbarten Ländern Unterschlupf zu finden.

Sie selbst hatten in Syriel Zwischenstation gemacht. Ansgar wählte seine Reiseroute mit Bedacht, aber auch so, dass sie schnellstmöglich Souvagne erreichen würden. Von Syriel aus, war es nicht mehr allzu weit. Sie waren einige Tage unterwegs und ritten in einem gemäßigten Tempo um die Kräfte von Socke zu schonen. Für einen gestreckten Galopp oder einen Kampf sollte sich das Tier jede Kraft aufsparen. Ansgar selbst hatte seine Messingkette abgelegt. Zwar verzichtete er immer noch darauf, sich seiner Magie zu bedienen, aber für den Notfall war er bereit sich mit allen Mitteln zu verteidigen und dazu gehörte ebenfalls Magie.

Socke trat aus dem Wald heraus und Ansgar zügelte kurz sein Pferd. Atemwolken stiegen von Socke, wie auch ihm auf. Hinter ihm fröstelte Anna in ihrem Umhang. Auf der gegenüberliegenden Flussseite sahen sie die Hauptstadt Souvagnes - Beaufort.

Der einstmals stolze Draken war nur noch ein schlammiges Rinnsal, soweit das Auge reichte, vermutlich bis hinunter nach Goldfels. Einige der Flüchtlinge hatten davon gesprochen. Ansgar trieb Socke wieder an. Der Hengst watete vorsichtig durch die trübe, zähe Brühe. Mit kleinen bedächtigen Schritten kamen sie vorwärts und erreichten die Grenze Souvagnes. Die Hunde sahen aus als hätten sie in Schlamm gebadet, sie selbst machten vermutlich auch keinen besseren Eindruck.

Souvagne war abgeriegelt, Grenzwälle erhoben sich Bollwerken gleich in die Höhe und Greifvögel patrollierten in der Luft. Die Wälle wurden gut bewacht und beim Näherkommen zeigte mehr als eine Armbrust oder eine Pfeilspitze auf die beiden.

Ansgar und Annabelle hoben die Hände und blieben vor dem Wall stehen.

"Wir kommen in Frieden! Mein Name ist...", setzte Ansgar an und stockte.
"Euer Name!", bellte die Wache von oben herab, "wirds bald sonst hilft ein Pfeil nach!"

Ansgar funkelte den Kerl an, kassierte aber einen Wimperschlag später nicht den angekündigten Pfeil, sondern den Ellenbogen von Annabelle in die Rippen.

"Verzeiht meinem Mann geht es nicht gut, aufgrund der langen Flucht! Unsere Majestät hat alle Landsleute zurück in die Heimat beordert. Unsere Reise war weit und beschwerlich, vor allem wegen den vielen Flüchtlingen. Sie strömen ja in entgegengesetzter Richtung. Nun vergesse ich vor Aufregung selbst meinen Namen, ich heiße Annabelle Lemaitre und dies ist mein Ehemann Ansgar. Wir werden in Cantillion zurück erwartet, bitte lasst uns die Grenze passieren", bat Annabelle und warf Ansgar einen warnenden Blick zu.

"Ist der Comte de la Cantillion Euer Lehnsherr?", fragte die Wache.
"Ja, wir waren im Auftrag seines Bruders Massimo unterwegs, sagt ihm bitte wir kommen von Freiherr von Hohenfelde", bestätigte Ansgar.
"Wir überprüfen das, geduldet Euch", antwortete die Wache eine Spur umgänglicher und verschwand von dem Wall.

Es dauerte gut und gerne eine halbe Stunde, dann durften Ansgar und Annabelle die Grenze passieren.

"Souvagne", grinste Ansgar Annabelle an.
"Souvagne", bestätigte sie glücklich.

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Comte Massimo de la Cantillion

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Re: Umzug nach Souvagne

#17

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 29. Jan 2018, 12:06

Massimo
 
wachte auf weil ihn jemand rüttelte. Zuerst wollte er eine passende Antwort knurren. Aber dann sah er wer ihn wach rüttelte. Seine Frau sah besorgt aus. Massimo streckte sich und nahm sie in die Arme.
 
„Was ist los Moni? Warum guckst du so besorgt? Du musst keine Angst haben, du kannst mir alles sagen. Wir wollten mehr als Freunde sein. Dazu gehört dass du mir sagst was los ist. Sonst kann ich dir nicht helfen. Und ich verspreche du kannst mir alles sagen. Ich werde dich für nichts verurteilen oder dir dumm kommen. Ich bin gerne mit dir zusammen, dabei kennen wir uns nur kurz. Und wir hatten vorhin Spass miteinander. Wir haben zuerst miteinander das Bett geteilt und lernen uns nun kennen. Normalerweise geschieht das anders herum. Aber nicht wenn Leute wie wir heiraten. Drum kann ich nicht einschätzen was mit dir los ist Moni. Dafür kenne ich dich zu wenig. Noch kenne ich dich nicht gut genug, aber schon bald wird das anders sein. Wenn wir jeden Tag alles zusammen unternehmen, dann lernen wir uns sehr schnell ziemlich gut kennen. Oder stört dich genau das? Ich meine ich hatte vorher keine Partnerin an meine Seite. Wenn du dich von mir bedrängt fühlst, kannst du mir das sagen. Jeder braucht mal seine Zeit für sich, die bekommst du genauso von mir wie dein Pferd. Ich will dir nicht auf die Nerven gehen. Was ich mir wünsche oder was mich stört, werde ich dir sagen. Wir müssen immer offen und ehrlich miteinander sein Moni, sonst klappt das mit uns nicht. Also spuck es aus Moni, was ist los? Wenn es mich betrifft verpack es nett und tritt mir nicht mit voller Wucht ins Gemächt.“
 
Massimo drückte seine Frau an sich und küsste sie zärtlich.
 

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Re: Umzug nach Souvagne

#18

Beitrag von Monique de la Cantillion » Mo 29. Jan 2018, 14:37

Monique de la Cantillion

Monique umarmte ihren Mann ebenfalls. Dass er ihr ihre Sorgen ansah, beschämte sie etwas.

"Du hast mit allem was Du sagst Recht und ich möchte offen und ehrlich zu Dir sein. Nein ich habe keinen Grund Dir ins Gemächt zu treten, wie Du es so schön nennst. Wieso sollte ich auch? Du warst heute den ganzen Tag lieb zu mir. Wir hatten Spaß und wir werden sicher nachher auch noch Spaß am Meer haben. Natürlich auf andere Art und Weise, aber vielleicht gefällt Dir ja mein Hobby.

Meine Sorgen habe ich mir selbst bereitet. Ich bin aufgewacht und habe die kleine Stube hier genossen. Daraufhin habe ich mich gefragt, ob wir uns nicht ein Sommerhaus gönnen könnten. Eigentlich wollte ich Dich dies erst im Sommer gefragt haben, nicht dass Du fälschlicherweise annimmst, mir läge nichts an Deiner Familie. Oder schlimmer noch, ich hätte etwas gegen Deine Familie. Dem ist nicht so, ich muss alle, einschließlich Dich, noch richtig kennenlernen. Die Idee entstammt meinem Wohlfühlen hier Massimo.

Nun und über diese Überlegung kam ich auf den Gedanken wie es mit unserer eigenen Familiengründung steht. Der Krieg tobt direkt vor unserer Grenze. Du wünscht Dir Kinder Massimo, ich ebenso. Aber so sehr ich mir auch Kinder wünsche, so sehr fürchte ich mich davor. Meine Überlegung war damit zu warten, bis der Krieg beendet ist.

Und hier fingen meine Sorgen an. Du bist mein Mann. Du kannst mich darum bitten, Du kannst dies aber auch von mir verlangen. Und schlimmstenfalls könntest Du mich sogar für so eine Aussage, oder die Weigerung Kinder zu bekommen verstoßen. Du könntest mich in Schimpf und Schande wie man so schön sagt, zurück nach Hause zu meinem Vater jagen.

Bitte verstehe mich nicht falsch Massimo. Weder hast Du so einen Eindruck gemacht, noch denke ich so von Dir. Aber Du kennst es vielleicht auch, denkt man zu lange über eine Sache nach, zerdenkt man sie. Und das habe ich getan. Letztendlich kam ich zu dem Ergebnis, dass ich dem Duc, unserem Familienoberhaupt und Dir als meinem Ehemann vertraue und dass dieser Krieg nicht unser Krieg ist. Wartet man immer auf die passende Zeit, dann wartet man vermutlich ewig.

Deine Anführung, dass Du nicht mehr jung bist, kann ich ebenso unterschreiben. Ich bin auch nicht mehr die Jüngste und wenn wir uns Kinder wünschen sollten wir nicht unnötig lange warten.

Also nein, Du hast gar nichts falsch gemacht Schatz, im Gegenteil, Du hast mich heute sehr glücklich gemacht. Dennoch danke ich Dir für Deine Sorge und Dein Nachfragen. Wollen wir uns anziehen und weiterreisen? Wir könnten uns etwas zu Mittag mitnehmen und am Strand essen. Das wird sicher schön. Ach und nebenbei, Du gehst mir nicht auf die Nerven, ich bin ebenfalls sehr gerne in Deiner Nähe",
antwortete Monique und küsste Massimo ebenfalls.

"Lass uns weiterziehen, sonst ist es nachher wieder zu kalt für den Ausflug ans Meer. Dann schleife ich Dich über den Viehmarkt und Du musst mir gleich heute das Pferd kaufen", grinste Monique.

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Re: Umzug nach Souvagne

#19

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Di 30. Jan 2018, 10:41

Massimo
 
hörte zu was Moni zu sagen hatte. Sie schwatzte ohne Punkt und Komma und genauso hatte sie sich endlos Gedanken gemacht. Massimo setzte sich hin und schaute seine Frau gelassen an.
 
„Moni mit solchen Gedanken machst du dich selbst verrückt. Solche Gedanken bringen dir nichts, du vermutest etwas, spinnst dir was zurecht und hast dann Angst anstatt zu fragen. In den eigenen Gedanken können Probleme solche Grössen annehmen, die sie tatsächlich nie hatten. Manche Probleme entstehen erst in Gedanken und in Wahrheit sind sie keine.
Wie ich dir vorhin schon sagte sprich mit mir oder frag mich, wenn du unsicher bist. Ich kann nicht hellsehen Moni, Gedanken lesen kann ich schon. Sollte es was geben, was du dich nicht offen zu fragen traust, dann können wir uns gedanklich verständigen. Dazu musst du nur zulassen, dass ich unsere Gedanken verbinde. Aber das machen wir jetzt nicht, jetzt reden wir offen miteinander. Eine Info vorneweg, wenn man sich gedanklich unterhält, kann dabei nicht gelogen werden. Die Gedanken die du oder ich dabei denken sind genau das was wir denken. Drum kannst du dir sicher sein, dass alles was du so erfährst die reine Wahrheit ist. Zudem gebe ich dir mein Wort, dass ich dir auch auf normalen Weg die Wahrheit sage.
Da sind wir dann direkt beim passenden Thema. Ich arbeite mal deine Liste ab, damit du siehst dass du keine Angst vor mir haben musst. Ich hab dich nicht geheiratet, dass du mich fürchten musst Moni, du bist meine Frau und nicht mein Feind.
Mir gefällt es hier genauso gut wie dir und das Sommerhaus gönnen wir uns. Du darfst dir aussuchen was du möchtest Moni. Ob im Dorf auf dem Land oder am Meer, dass entscheidest du. Frau wieso sollte ich auf die Idee kommen, das hat was mit meine Familie zu tun? Wie du selber sagst, du kennst sie kaum. Hätte dich einer aus meine Familie so verärgert, dann musst du mir das sagen. Ich würde das für uns klären.“
 
Massimo legte sich wieder hin und zwar ganz dicht neben Monique und nahm ihre Hand.
 
„Ja ich wünsche mir Kinder und ich hab nicht vor damit zu warten bis irgendein Ereignis eintrifft. Das mache ich nicht von einem Ereignis abhängig, sondern von uns beiden. Das heisst für dich, dass ich werde dich nicht dazu zwingen. Sicher kann ich das von dir verlangen als meine Ehefrau. Wovor hast du Angst Moni? Vor dem Krieg, dass unseren Kindern etwas geschehen könnte? Oder davor schwanger zu werden und ein Kind auszutragen? Was macht dir Angst? Du planst damit zu warten bis der Krieg vorbei ist. Wir wissen nicht wann der Krieg vorbei sein wird oder wann wer einen neuen beginnt. Wir wissen nur, dass wir uns so gut es geht schützen und verteidigen werden. Ich werde dich und unsere Kinder um jeden Preis verteidigen Moni.
Die Angst vor eine Schwangerschaft oder die Geburtschmerzen kann ich dir nicht nehmen. Bei einer Schwangerschaft kann was schief gehen, dass muss es aber nicht. Bei allen Entscheidungen im Leben kann man gewaltig auf die Schnauze fallen oder glorreich gewinnen. Du kannst dich auf das Kind freuen oder schwarz sehen. Du wünscht dir genauso wie ich Kinder. Ewig kann ich nicht warten Moni. Aber ich bin bereit soweit es geht für dich zu warten. Wenn du erst den Mut finden musst oder die Sicherheit um ein Kind auszutragen, dann warte ich auf dich. Das ist Ehrensache Moni.
Also mach dich selbst nicht verrückt. Auf den Gedanken dich zu verstossen muss ich nicht antworten, ich mache es aber. Ich verstosse dich nicht. Ich sage dir was mir nicht passt. Baust du mal richtig grosse Scheisse Schatz, dann sage ich dir das vielleicht nicht mehr schmeichelhaft sondern knallhart. Aber ich verstosse dich nicht und ich gehe dich niemals an.  Ich habe dir geschworen dich zu beschützen. Ich kämpfe für dich nicht gegen dich.“
 
Massimo nahm seine Frau wieder in die Arme.
 
„Wir können auf dem Rückweg auf den Viehmarkt gehen. Wobei ich dein Pferd eigentlich bei einem Züchter kaufen wollte. Die Tiere und Preise auf dem Viehmarkt sind gut, dass muss ich zugeben. Weiss, freundlich und lieb sollte er sein. Die Beschreibung passt doch fast auf mich. Bis auf ein Tölter, ein Frauenpferd. Gib mir noch ein paar Minuten zum Rumgammeln, danach machen wir uns auf zum Strand.“
 

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Re: Umzug nach Souvagne

#20

Beitrag von Melville de la Cantillion » Di 30. Jan 2018, 13:14

Maurice de la Cantillion

Ansgar von Hohenfelde hatte gemeinsam mit seiner Freundin Annabelle Lemaitre die Forteresse de la Cantillion erreicht. Beide waren abgekämpft und hatten eine Erholung bitter nötig. Weder Melville noch Massimo waren zugegen, als beide eintrafen und so hatte sich Maurice der beiden angenommen. Der Comte trug dafür Sorge, dass das Pferd Socke im Stall untergebracht wurde und man sich ausreichend um das Tier kümmerte. Ferner sorgte er dafür, dass Ansgar und Annabelle ein Quartier samt Diener zugeteilt wurde.

Während sich die beide nach der langen Reise erst einmal baden und stärken gingen, nahm Maurice mit seinem Bruder Massimo Kontakt auf, um diese über die Ankunft seiner Gäste zu informieren. Das Himmelsauge der Familie Cantillion setzte sich dazu gemütlich in den großen Ohrensessel in seiner Bibliothek und wechselte in den Nexus. Sein Falke saß auf der Lehne des Sessels und beobachtete neugierig seinen Herrn.

`Grüße Massimo, ich störe Dich und Deine Liebste nicht unnötig lange. Ich habe gute Kunde für Dich kleiner Bruder, Deine beiden Gäste Ansgar und Annabelle sind eingetroffen. Ich habe beiden ein Quartier samt Diener zugewiesen. Ihre Tiere, allen voran Ansgars Pferd habe ich umgehend versorgen lassen. Die beiden haben sich erst einmal frisch gemacht und dann gestärkt. Ich vermute sie werden sich den Rest des Tages oder sogar darüber hinaus von der langen Reise erholen. Es sei ihnen vergönnt, nach all dem was Du berichtet hast.

Melville hatte mich darüber informiert, dass Du auf eine Antwort von Ansgar wartest. Nun statt einem Brief ist er samt Begleitung heute hier eingetroffen. Und gleichgültig wie abgekämpft beide auch von der Reise sind, sie sind wohlauf Massimo. Bis später Kleiner´,
übermittelte Maurice.

Nach Übermittlung der guten Nachricht, gönnte sich Maurice einen Tee und ein gutes Buch, während er zufrieden auf die Rückkehr seiner Brüder wartete.

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