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Umzug nach Souvagne

Verfasst: So 31. Dez 2017, 00:41
von Ansgar von Hohenfelde
Ansgar hatte ebenso die Aushänge in Shohiro studiert. Er hatte die Stadt nicht oft besucht, aber die seltenen Besuche hatten ausgereicht, um ihn auf den neusten Stand der Dinge zu bringen. Nun war es amtlich, Freiherr Brandur von Hohenfelde war Familienoberhaupt der von Hohenfelde und vermutlich damit der gesamten Sippe, denn weder Veyd von Eibenberg von Wolfgang von Wigberg würden sich dem in den Weg stellen. Beide Familien hatten stets eine schlagkräftige Führung zu schätzen gewusst und dass Brandur wusste was er tat, stand außer Zweifel.

Ansgar hatte sich in der Magie verborgen gehalten. Er hatte sie nicht für das kleinste bisschen Zauberei genutzt. Er verhielt sich mittlerweile so, als wäre er ein Purie. Vermutlich würde er so den Rest seines Lebens leben. Seine Verwandten spukten vermutlich auf ihn, allen voran Dave, dem er seinen Sohn durch seine Flucht aufs Auge gedrückt hatte. Dabei ging es seinem Bruder sicher nicht darum, Anwolf versorgen zu müssen. Das ganz gewiss nicht, aber Dave hasste Verantwortung. Er spielte lieber die zweite Geige und setzte Befehle vom Obersten um, anstatt sich selbst Gedanken machen zu müssen. Oder besser gesagt, er dachte lieber anderer Leute Gedanken zuende. Weder Herr noch Gescher, sondern erster oder zweiter Mann. Bei der Bezeichnung kamen unliebsame Kindheitserinnerungen bei Ansgar auf, die er doch lieber dort ließ, wo sie hingehörten - weggesperrt im Dunklen.

Dave wie auch Fingard hatte er seit seiner Flucht nicht mehr gesehen, im Moment legte er auch keinen Wert darauf, denn er war auf beide noch gewaltig wütend. Wobei er eigentlich Dave nur übel nahm, dass er sich hatte breitschlagen lassen. Irgendwie vermisste er schon seinen kleinen Bruder. In seiner Kindheit war Dave alles was er gehabt hatte. Damals nach dem Reitunfall hatte er ihm sogar das Leben gerettet. Nun nicht ganz uneigennützig. Sicher Ansgar hatte nicht gewollt, dass Dave starb. Im Gegenteil er hatte ihn stets beschützt, wenn ihm dies möglich war.

Aber Ansgar hatte ihn auch gerettet um den Abgrund den sie Zuhause schimpften, nicht allein ertragen zu müssen. Vielleicht war dies egoistisch, aber Ansgar hatte gewusst, sollte Dave sterben, dann würde er ihm folgen. Allein hätte er dort nicht zurückbleiben wollen, aber letztendlich war er es irgendwie doch.

Auch diese Erinnerungen schob er zur Seite.

Ganz ohne Hintergedanken, Gram, Wut oder Enttäuschung dachte er nur an eine einzige Person - Anwolf.
Er vermisste sein Küken schmerzlich und es zerriss ihm das Herz, nicht mit Wolfi Kontakt aufnehmen zu können. Was die anderen dachten war klar, sie hielten ihn für einen Feigling. Aber dem war nicht so, er wusste dass Brandur in töten wollte und würde, sollte er die Gelegenheit dazu bekommen. Wäre Wolfi dann in seiner Nähe, dann würde er ihn mit in den Tod reißen. Schlichtweg, da Wolfi sich ihm gegenüber loyal verhalten würde. Er würde seinen Vater nicht kampflos sterben lassen und genau dieser Umstand wäre sein Todesurteil.

So musste sich Ansgar von seinem Küken fernhalten. Er wusste dass sich Anwolf an Dave klemmen würde. Beide verstanden sich gut, beide waren ein eingespieltes Team von Schüler und Meister. Zudem waren sie befreundet. Und sollte Brandur bei Dave aufschlagen, bestand immerhin die Möglichkeit, dass sie miteinander verhandelten. Brandur hatte schließlich Anwolf auch schriftlich aufgefordert sein Vermögen herauszugeben, anstatt ihn dafür anzugreifen. Würde Dave einlenken, dann würde er sein Leben, seinen Titel und sein Geld behalten. Das hoffte jedenfalls Ansgar und er hoffte, dass dies ebenfalls für Anwolf gelten würde. Wolfi würde sich nach Dave richten und dieser war wesentlich friedfertiger gestrickt als er selbst.

Er selbst musste nur an Brandur denken um binnen Sekunden einen Blutdruck von 180 zu haben. Irgendwann würde sich die Möglichkeit ergeben sich zu rächen. Vorerst war nur wichtig, dass Wolfi in Sicherheit war, dass Dave samt seiner Familie überlebte und dass er Naridien verließ. Hier hielt ihn nichts mehr.

Weshalb Brandur ihn tot sehen wollte, verstand Ansgar bis zum heutigen Tag nicht. Das hätte der Mann eher haben können. Eine einzige Bitte an Dunwin oder einer seiner speichelleckenden, monströsen Lakaien und er wäre Geschichte gewesen, Dave ebenso. Weshalb also jetzt der Aufwand? Wieso hatte er damit gewartet, bis er aus seinem vemeintlichen Tod zurückgekehrt war?

Nun vielleicht lag genau dort die Antwort. Sein eigener Tod war Brandur Anlass genug, den tatsächlichen Tod seiner Familie zu wünschen. Sie waren Dunwins Kinder, die Kinder jenes Mannes der Brandur scheinbar ermordet hatte. Das genau der gleiche Mann sie ebenfalls Scheibchen für Scheibchen hatte ermorden lassen, schien Brandur völlig gleichgültig zu sein.

Hass machte bekanntlich blind. Wie hieß es so schön, Auge um Auge - und irgendwann wird die ganze Welt blind sein. Brandur war auf gutem Wege dahin, er hatte sich den nutzlosen Linhard geschnappt und vermutlich bereits nach seinem Gutdünken umgeformt. Und als wäre das nicht alles schlimm genug, hatte er seinen einstigen Feind, seinen kleinen Bruder Dunwin, wieder an seiner Seite. Beide hatten im Kampf so gehandelt, als hätte auch nie nur ein Hauch ihre Beziehung getrübt.

Vielleicht war dem sogar wirklich so, wer wusste das schon?
Dem senilen Alastair hatten sie jahrelange Feindschaft vorgespielt und sich abends bei einem Glas Rotwein köstlich über den Blödmann amüsiert. Vermutlich hatten sie sogar gemeinsam sein Ableben geplant, wie auch die Folterungen von Melisande, Dave und ihm. Das war dann sicher auch eine pausenfüllende Annekdote über die die beiden Brüder herzhaft lachten, wenn einer von ihnen vor Schmerzen fast umkam. Dave hatte sich nicht grundlos gewünscht nach dem Reitunfall sterben zu dürfen.

Ja vermutlich war es so gewesen, wer wusste schon was dort oben auf dem Dach geschah? Er war nicht dabei gewesen, ebensowenig Dave oder Melisande. Dunwin konnte sich gut mit einem Mord brüsten, den er gar nicht begangen hatte. Brandur war vielleicht einfach nur über seinen Morgenmantel gestolpert und vom Dach geplumpst. Dunwin die alte Natter hatte dann vor Alastair großspurig getönt, er hätte ihn hinabgestoßen.
Allein bei der Vorstellung, stahl sich ein Grinsen auf Ansgars Gesicht.

Der Einzige neben ihm, der es die ganze Zeit wohl ehrlich gemeint hatte, war Massimo de la Cantillion.
Er hatte Ansgar sogar seine Hilfe angeboten und genau jene Hilfe wollte Ans nun in Anspruch nehmen. Da er seine Magie nicht nutzen durfte, trug er eine Halskette aus Messing. Für den Fall des Falles unterdrückte diese seine Fähigkeiten, aber zur Not konnte er sie auch noch schnell genug abreißen. Dennoch hatte er zu dieser Vorsichtsmaßnahme gegriffen, da er nicht versehentlich auf seine Gabe zugreifen wollte. Seine Magie zu nutzen war ansonsten für ihn so alltäglich, wie seine Hände zu benutzen.

Und genau dass würde er tun, er schrieb Massimo einen Brief.


Hallo Massimo,

als es auf der Hochzeit von Dave zu der Auseinandersetzung zwischen Brandur, Dunwin und uns kam, hast Du Dich letztendlich für unsere Seite entschieden. Trotz unserer vorherigen Differenzen, hast Du mir Deine Hilfe angeboten. Falls Du immer noch bereit bist, mir zu helfen, so würde ich Deine Hilfe gerne schnellstmöglich in Anspruch nehmen.

Meinen Stand habe ich an meinen jüngsten Sohn Anwolf abgetreten. Um ihn zu schützen halte ich mich von ihm fern. Dies ist ein bedauerlicher Umstand, aber andernfalls könnte ich den Jungen mit in den Tod reißen. Er ist jung, er ist mir gegenüber loyal und er ist stur wie ein Stein, wie man zu sagen pflegt. Folglich habe ich ihn in Daves Obhut übergeben.

Brandur hat die Herausgabe seines Erbes gefordert und Anwolf kam der Forderung nach.
Der Junge hatte keine andere Wahl, Brandur ist mit seiner Forderung leider im Recht.
Noch haben Dave und Anwolf die Chance, Ihre Leben samt ihrem Stand zu behalten. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ich mich von ihnen fernhalte. Da gebe ich mich keiner Illusion hin.

Aus diesem Grund möchte ich Dich bitten, mir ein kleines Stück Land auf Eurer Scholle zu überlassen. Ich erbitte nicht viel, ausreichend wäre eine Größe zur Selbstversorgung. Meine Bitte wäre nur, Ihr gewährt mir Schutz und Schirm, gegen Loyalität, aber ich möchte ein freier Mann bleiben.

Du wirst Dich vermutlich fragen, warum ich um ein Stück Land und um meine Freiheit bitte, aber ich vermute, dass es nur noch eine Frage von Tagen, vielleicht auch nur von Stunden ist, bis ich meine Verstoßung erhalte. Demzufolge werde ich nicht mehr von Stand sein, sobald ich Eure Scholle erreiche. Bestenfalls könntest Du mich als Bürgerlichen betrachten. Da Ihr im Feudalsystem lebt, wäre ich auf Eurer Scholle Euer Eigentum, falls Ihr mich nicht als Gast erachtet.

Ferner würde ich nicht alleine anreisen, sondern mit meiner Lebensgefährtin Annabelle Lemaitre. Wie Dir der Name schon zeigen dürfte, handelt es sich bei ihr um eine Almanin aus Souvagne, oder wie Ihr nun sagen würdet, um eine Souvagnerin.

Falls Du meiner Bitte entsprechen solltest, würde ich gerne Eure Staatsbürgerschaft annehmen und Anna heiraten. Aber diesen Schritt kann ich erst offiziell machen, sobald wir in Sicherheit leben. Mir ist durchaus bewusst, dass eine Bitte auch ein Nein zur Folge haben kann. Falls Du meine Bitte ablehnen solltest, antworte bitte trotzdem, damit ich weiß, woran ich bin.
Danke.

Gruß
Ansgar

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Mo 1. Jan 2018, 03:11
von Comte Massimo de la Cantillion
Massimo

war gerade für ein paar Tage Zuhause bei seinen Bruder. Er sollte sich mit um den Aufbau der Akademie kümmern. Das hatte Ciel angeordnet. Sein ältester Bruder Melville kümmerte sich um alles. Massimo war froh und stolz, dass er es geschafft hatte die Schiffe wiederzuholen. Er hatte den Namen von seine Familie vor den Duc wieder hergestellt. Und ganz sicher waren seine älteren Brüder mit ihm zufrieden.
Massimo stand auf und genoss dass er von einen Leibdiener fertig gemacht wurde. Das Leben in einer Burg war ganz schön bequem fand er. Sein ältester Bruder Melville hatte eine grosse Familie, er selber hatte keine Frau und Kinder. Und die Frau die er näher kennenlernen wollte, hatte den Kopf verloren. Davon überhaupt wem zu erzählen, verkniff er sich lieber.
Massimo ging runter in den Speisesaal um sich ein Frühstück servieren zu lassen. Seine beiden Brüder und die Familie waren anwesend und er grüsste sie freundlich. Es war schön so im Kreis von allen zu frühstücken. Er wollte später am Tag mit Melville über seine Zukunftspläne sprechen. Aber jetzt wollte er es sich erstmal schmecken lassen.
Gerade als er anfing zu essen, brachte ihm ein Diener einen Brief. Massimo öffnete ihn und las ihn sich in Ruhe durch. Dann schickte er den Diener nach Papier, Feder und Tinte um gleich antworten zu können.

Lieber Ansgar,
ich stehe zu meinen gegebenen Wort, ja ich helfe dir.
Vor einiger Zeit haben mein Bruder und ich bereits über dich und deine Verwandten gesprochen.
Er ist genauso bereit dir zu helfen wie ich.
Das Gespräch fand kurz vor meinen Einsatz statt, als ich für unseren Duc die entwendeten Schiffe zurück nach Souvagne bringen musste. Ich kann dir sagen, dass ich sehr froh war, dass ich den Name unserer Familie wieder reinwaschen konnte.
Die Einzelheiten besprichst du am besten mit Melville selber. Er war direkt bereit euch beizustehen, da er euer Schicksal ebenso grausam fand wie ich. Wir wissen schliesslich alle, durch wen unsere Schwester gestorben ist. Durch euren widerlichen Vater.
Also mach dir keine Sorgen, reise an und bring deine Freundin mit. Die Staatsbürgerschaft müsstest du beantragen, vermutlich beim Duc. Ich werde mich bei Melville erkunden, wie so etwas funktioniert. Wir alle haben die passenden Staatsbürgerschaften, drum mussten wir uns nie um so etwas Gedanken machen. Es könnte schon ausreichen, dass du deine Freundin heiratest und dabei automatisch die Staatsbürgerschaft annimmst. Dass sie eine Souvagnerin ist, wird dir die Sache erleichtern.
Noch etwas, hier wird gerade eine neue magische Akademie aufgebaut. Die Akademie der Flamme des Wissens steht auf unserem Land und mein Bruder ist Schirmherr der Akademie. Er könnte dir dort sicher einen Posten besorgen.
Sieh zu dass du so schnell wie möglich herkommst Ansgar. Mit Brandur ist nicht zu spassen. Denk dran wen er nun an seiner Seite hat. Sein geisterhafter Berater, wird nicht für euch sprechen.
Wir erwarten dich, beeil dich.

Gruss Massimo

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Mo 1. Jan 2018, 15:13
von Ansgar von Hohenfelde
Als Ansgar eine Woche später erneut zur Post ging, hatte er eine Antwort von Massimo erhalten. Der Brief war so wie es für einen Adligen gehörte, er bestand aus teurem, handgeschöpften Papier und war mit einem Siegel versiegelt. Solange man über solche Dinge verfügte, maß man ihnen selten besonderen Wert bei, nun jedoch sah Ansgar die Dinge mit anderen Augen. Er strich kurz über das Papier, ehe er das Siegel brach und hoffte das die darin enthaltene Antwort positiv war.

Noch in der Poststube las er den Brief durch. Brandur würde ihm hier sicher nicht über den Weg laufen. Der Mann hatte es nicht nötig eine Poststube aufzusuchen. Die Welten die sie nun trennten, hatten auch ihre gewissen Vorzüge, auch wenn eindeutig zu Brandurs Gunsten.

Aber nun spielte das keine Rolle mehr. Es war geschehen was geschehen war und letztendlich war es seinem persönlichen Versagen zuzuschreiben, dass es soweit gekommen war. Also musste er auch selbst das Beste aus der gegebenen Situation machen.

Er erbat sich von dem Postbeamten Schreibzeug, bezahlte für Papier, Tinte und Porto und antwortete Massimo umgehend.


Hallo Massimo,

ich Danke Dir zu tiefst, dass Du mir hilfst und Dich noch an Dein Wort gebunden fühlst.
Danke Deinem Bruder bitte ebenfalls in meinem Namen.
Noch heute werde ich unverzüglich mit Anna aufbrechen.
Folglich reise ich mit leichtem Gepäck und drei Hunden an, sowie meinem Pferd.
Vielleicht hätte Dein Bruder Interesse an dem Tier?
Es ist von bester Abstammung, bester Gesundheit und ausgebildet.
Sein Wert müsste im Zweifelsfall eine gute Tauschbasis abgeben.
Danke für alles im Voraus.

Gruß
Ansgar



Nachdem Ansgar den Brief abgeschickt hatte und nach Hause zurückgekehrt war, überschrieb er das Haus in Grünbachtal Anwolf. Es war nicht viel, aber es war alles was er seinen Sohn noch vermachen und man diesem nicht nehmen konnte. Die Bank erhielt entsprechende Weisung, Anwolf über die Schenkung erst innerhalb einer Woche zu informieren, dann wenn Ansgar schon längst abgereist war.

Mit diesem Gedanken, seinem Sohn doch noch etwas Gutes hinterzulassen zu haben, machte sich Ansgar auf den Weg in die Souvagne, genauer gesagt nach Cantillion.

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Mi 10. Jan 2018, 03:11
von Comte Massimo de la Cantillion
Massimo

ging in die Amtsstube zu seinem Bruder Melville. Sein Bruder sass hinter seinem grossen Schreibtisch über irgendwelche Papiere. Massimo setzte sich Melville gegenüber hin.

"Was auf der Hochzeit passiert ist, hab ich dir erzählt Melville. Ich hab dir gesagt, dass ich Ansgar und Dave meine Hilfe angeboten hab. Und du warst einverstanden, dass wir ihnen helfen sollten. Ansgar hat mir einen Brief geschrieben. Brandur hat die Familie übernommen und er hat keine Ahnung wie das für ihn ausgehen wird. Er schreibt, dass er sich von seinem Sohn Anwolf fernhält, damit ihm nichts passiert. Er schreibt, dass wenn Brandur ihn angreifen würde, Anwolf versuchen würde ihn zu beschützen. Das würde jeder normale Sohn tun. Darum hält er sich fern.
Ich hab ihm meine Hilfe zugesagt und du warst einverstanden zu helfen. Ansgar bittet dich um ein kleines Stück Land. Nur soviel, dass er sich selber versorgen kann. Er wünscht sich von dir, dass er frei bleiben darf und kein unfreier Mann wird. Sein Grund für die Bitte schreibt er auch Melville. Er schreibt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Brandur ihn aus der Familie vestösst. Wenn er herkommt, wird er also keinen Stand mehr haben. Er bietet Dir ansonsten zum Tausch sein Pferd an. Laut seinen Schreiben ein sehr gutes Tier.
Wenn du mir einen Gefallen tun willst Melville, stell ihm ein Stück Land zur Verfügung mit dem er sich versorgen kann ohne ihm sein Pferd abzunehmen. Wenn er hier ankommt hat er nichts mehr, ausser sein Pferd, seine Hund und seine Freundin. Er schreibt weiter, dass seine Freundin aus der Souvane stammt und er sie gerne heiraten möchte. Ansgar möchte seine Freundin nicht nur heiraten, er möchte auch unsere Staatsbürgerschaft annehmen. Wie genau das funktioniert, habe ich nicht beantworten können. Du weisst das sicher Melville. Vielleicht reicht es aus, wenn er seine souvagnische Freundin heiratet. Oder er muss es beim Duc beantragen. Er hat sich auf den Weg hierher gemacht, da ich ihm gesagt habe, dass ich zu meinem Wort stehe.
Da ich ihm ohne Rücksprache zugesagt habe, kannst du seine Unterbringung gerne von meinen Geld bezahlen. Ich möchte aber dass er hier aufgenommen wird. Und ich habe ihn von der neuen Akademie erzählt. Ansgar ist ein Nekromant, also wir könnten ihn für die Akademie gebrauchen. Wie entscheidest du?."

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Mi 10. Jan 2018, 23:51
von Davard von Hohenfelde
Melville de la Cantillion

Melville saß in seiner Amtsstube hinter einem großen, schweren, hölzernen Schreibtisch. Das Licht in dem Raum war gedämpft, denn er wurde nur durch einige Kerzen in schweren Haltern beleuchtet. Einer dieser Kerzenleuchter stand auf dem Schreibtisch von Melville und beleuchtete die zu bearbeitenden Papiere.

Auf dem Schreibtisch lagen neben einigen losen Schriftrollen auch einige schwere Bücher, eines davon war das Kassenbuch der Familie. Ein Stundenglas zierte ebenso den Schreibtisch, wie Papier, Tinte und Feder. Das Stundenglas hatte nicht nur symbolische Bedeutung für den Glauben Ainuwars, sondern diente auch als tatsächlicher Zeitmesser.

In Melvilles Rücken befand sich ein großes Buntglasfenster, dass gedämpft Lichtes in den Raum ließ. Mehrere Bücherregale befanden sich in dem Raum, wie auch eine weitere Stühle und ein kleiner Tisch vor dem Fenster.

Die schweren, urigen Mauersteine aus denen die Festung erbaut worden war, rundeten das Gesamtbild ab und gaben dem Zimmer einen eigenen Charme.

Als sich Massimo Melv gegenüber setzte schaute dieser auf und musterte seinen Bruder freundlich. Wie üblich kam Massimo direkt ohne Umschweife zum Thema. Melville störte sich nicht daran, dafür kannte er seinen Bruder lange genug. Und in dieser Angelegenheit war es auch unangebracht, lange um den heißen Brei herumzureden.

Melville streute Sand über einen Bogen, wartete kurz ab und rollte diesen dann zusammen, ehe er ihn versiegelte.

"Das Du direkt zugesagt hast, ist absolut in Ordnung Massimo. Ich habe Dir meine Unterstützung zugesichert und genau wie Du stehe ich zu meinem Wort. Du hast im Namen unserer Familie gesprochen.

Freiherr Ansgar von Hohenfelde, eventuell nur noch Bürgerlicher sobald er unsere Scholle erreicht. Nun, dass es bei dieser Familie einmal so kommen kann, wird er gewusst, aber nicht erwartet haben. Wir werden ihm das Stück Land zur Verfügung stellen. Allerdings werden wir Ansgar auch im Namen unserer Schwester finanziell unter die Arme greifen. Und nicht nur dass, wie sähe es aus, wenn wir einen Verwandten lediglich ein Stück Land zur Verfügung stellen?

Frei nach dem Motto, nun sieh zu wie Du zu Recht kommst. Das wäre doch die nonverbale Botschaft, die wir damit übermitteln würden. Dafür haben wir schließlich nicht unsere Hilfe zugesagt Massimo. Ich stimme mit Dir völlig überein, dass er sein Pferd wie auch seinen restlichen Besitz behalten darf. Wir wollen uns schließlich nicht an ihm bereichern, sondern wir haben vor ihn in unserer Mitte willkommen zu heißen.

Ferner würde ich vorschlagen, bleibt er vorerst hier bei uns wohnen. Ob er tatsächlich verstoßen wurde, wissen wir nicht. Sollte es so sein, hat er hier einen sicheren Zufluchtsort. So oder so, mit oder ohne Titel bleibt er für uns unser Verwandter.

Du hattest doch vorab noch vor geraumer Zeit Davard Deine Hilfe angeboten. Vielleicht sollten wir ihn nach Ansgars Ankunft kontaktieren, damit dieser wenigstens Bescheid weiß, dass sein Bruder in Sicherheit ist. Diese Information könnte er auch an Ansgars Sohn weitergeben. Aber das besprechen wir mit Ansgar selbst.

Also kurzum ja, Du hast völlig richtig gehandelt und wir werden Ansgar unterstützen. Das Stück Land bekommt er zur Verfügung gestellt, wenn er dies möchte. Ansonsten kann er auch hier bei uns leben. Platz haben wir genug in unserer Festung. Weder am Platz noch an den Finanzen wird es scheitern. Sollte er ein zusätzliches Auskommen wünschen, wäre eine Anstellung in der Akademie wirklich eine gute Wahl. Und es würde mich freuen, wenn er als Nekromant bei uns unterrichten würde.

Sieh zu, dass Du ihm diesen Posten schmackhaft machst Massimo.

Sobald er hier wohnt, spricht nichts gegen eine Heirat. Im Gegensatz zu den seltsamen Sitten und Gewohnheiten der Handelsallianz, kann er sich hier so viele Frauen zur Braut nehmen, wie er unterhalten kann.

Das bedeutet, er muss sich nicht mal von seiner alten Ehefrau scheiden lassen, sondern er heiratet seine Lebensgefährtin einfach dazu. Wobei ich mich sehr wohl von so einer Person lossagen würde, nach all dem was Du nach der Hochzeit berichtet hast.

Die Staatsbürgerschaft kurzum die Einbürgerung muss vom Hofe erfolgen Massi. Eine einfache Hochzeit reicht hierfür nicht aus. Letztendlich schulden wir alle unseren Lehnsherren Treue. Unsere Domestiken uns. Wir unseren Marquis und letztendlich wir alle unserer Majestät dem Duc. Da er in und als Person den Staat repräsentiert, entscheidet auch er darüber wer zum Staatskörper gehört.

Ähnlich unserer eigenen Amtsgeschäfte, wird er diese Gesuche vorgelegt bekommen und abzeichnen. Eine genauere Überprüfung werden seine zuständigen Untertanen vornehmen. Allerdings könnte Ansgar dort selbst bei einer Audienz vorsprechen und Du sprichst für ihn in unserem Namen. Dass er eine Frau aus hiesigen Landen heiraten möchte, würde dem Duc die Sache sicher versüßen.

Und ganz nebenbei ist Ansgar sicher nicht auf den Kopf gefallen. Wieso sollte der Duc also ablehnen, eine fähige Person als seinen Vasallen willkommen zu heißen? Der Einbürgerung dürfte nichts im Wege stehen. Wer über ausreichend Fähigkeiten verfügt und sich als Souvagner sieht oder gerne Souvagner werden möchte, wurde bis jetzt noch nicht abgewiesen. Die Kriegswirren könnten da vielleicht mit hineinspielen, aber Ansgar ist ein Almane und mit uns verwandt.

Und seine Majestät war unserem Hause stets freundschaftlich verbunden Massimo.
Das siehst Du doch schon allein daran, dass wir die Ehre erhalten haben die Akademie auf unserer Scholle zu errichten, dass wir Schirmherr der Akademie sind und dass Du die Aufgabe erhalten hast, die Flotte Souvagnes zurückzuerobern.

Dein mangelnder Informationsfluss mal bei Seite geschoben, nicht jedem hätte der Duc diese Aufgabe anvertraut. Almanen die sich um Souvagne verdient gemacht haben, wurden auch eingebürgert auf Wunsch. Das mit Ansgar bekommen wir schon hin, mache Dir da mal keine Sorgen. Deine Zusage war richtig. Wir tun das auch für unsere Schwester, wir helfen Ansgar ebenso in Magdalenas Namen Massi",
erklärte Melville und lehnte sich im Stuhl zurück.

"Ansonsten gut Zuhause angekommen? Du siehst besser aus, als bei Deiner Ankunft. Wesentlich besser, erholter für meinen Geschmack. Das Familienleben scheint Dir gut zu tun. Hast Du selbst mal darüber nachgedacht eine Familie zu gründen?

Ich frage Dich das nicht, weil ich Dich ständig mit der Nase auf das Thema stoßen möchte, diesmal jedenfalls nicht. Wobei, eventuell doch ein kleines bisschen. Deine Aufgabe in allen Ehren Massimo, aber auch Du wirst nicht jünger. Such Dir eine gute Frau, oder zwei und schaffe Dir Kinder an.

Wo ich Ansgar unterbringen kann, werde ich doch wohl erst Recht Platz für die Familie meines Bruder haben.

Und Du hast auf mich den Eindruck gemacht, als würdest Du es durchaus genießen, abends mit uns gemeinsam im Kaminzimmer zu sitzen. Gleichgültig wie wichtig manche Aufgabe da draußen ist Massi, jeder benötigt ein Zuhause in das er zurückkehren kann.

Und gleichgültig wie viele Kriminelle Du läuterst oder wie viele Verbrecher Du erschlägst, dass bringt uns Magdalena nicht wieder zurück. Leider. Also was sagst Du? Möchtest Du mal auf Brautschau gehen?",
hakte Melville gut gelaunt nach.

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Do 11. Jan 2018, 17:10
von Comte Massimo de la Cantillion
Massimo
 
hörte sich an, was sein ältester Bruder sagte. Melville war seine Meinung, dass freute ihn sehr. Er erklärte ihm alles ganz genau, so war Melvilles Art. Das sie Ansgar helfen würden freute Massimo und dass sie es für ihre verstorbene Schwester machten war ein schöner Anlass.
Was Melville zum Schluss sagte, traf Massimo.
 
"Melville du hast Recht. Niemand wird davon wieder lebendig, wenn ein anderer dafür stirbt. Nicht mal die Nekromanten schaffen so was. Sie holen die Person nur als lebende Kadaver zurück. Danke für die Unterstützung Melville. Das ist anständig von dir. Ansgar wird das hoffentlich zu schätzen wissen.
Für die Einbürgerung werde ich vorsprechen, sobald er sich hier was eingelebt hat. Der soll erstmal ankommen. Dann schauen wir mal.
Wegen einer Familie wollte ich selber mit dir sprechen. Ich hab keine Lust mehr ständig in der Welt herumzuziehen für nichts. Wie du schon sagst, es bringt niemand zurück. Und es ändert nichts. Du kannst einen Verbrecher erschlagen. Morgen stehen an derselben Stelle zwei neue, die den Job übernommen haben.
Ich mag nicht mehr Melville. Ich möchte Zuhause bleiben und wenn ich einen Auftrag habe, dann hier in der Heimat. Ich fühl mich wohl bei dir und deine Familie. Und ich hätte gerne eine eigene Familie. Eine gute Frau und Kinder. Bevor ich über eine zweite Frau nachdenke, brauche ich erstmal eine erste Frau. Was sich danach ergibt, warte ich ab. Aber eine Familie zu der ich nach Hause kommen kann oder bei der ich selber Zuhause bin, würde mir sehr gefallen. Und ich wohne gerne mit ihnen hier. Ich hatte nicht vor wieder auszuziehen.
Ich vertrau dir was an, aber du darfst es keinen sagen. Und du darfst nicht wütend werden. Ich dachte Nal wäre passend. Die Lichtalbin die den Kopf verloren hat. Wir haben uns gut verstanden. Wir haben gleich gedacht. Oder ich hab das angenommen. Ich hätte nicht gedacht sie eine Verräterin ist Melville. Ich zweifele nicht am Wort des Duc, aber an mir. Sag das keinem.
Lass uns auf Brautschau gehen. Fällt dir irgendeine Frau ein, die zu mir passen könnte?."
 

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Fr 12. Jan 2018, 13:25
von Davard von Hohenfelde
Melville de la Cantillion

Melville lehnte sich im Stuhl nach vorne und musterte seinen kleinen Bruder ernst wie bedeutungsschwanger. Ganz langsam schüttelte er den Kopf, ohne Massimo dabei aus den Augen zu lassen.

"Natürlich sage ich das keinem! Solche Details vertraue mir bitte mental an Massimo. Diese Aussage wirst Du niemals wieder wiederholen. Kannst Du Dir vorstellen, was geschehen könnte, würde das an weniger vertrauenswürdige Ohren gelangen? Du selbst sprichst Dir nicht allein Deine Urteilskraft ab. Bist Du denn verrückt, so eine Frau in Erwägung zu ziehen?

Diese Frau war eine Verräterin - Punkt. Was Du persönlich darüber denkst, oder wie ich im Zweifelsfall entschieden hätte, spielt keine Rolle kleiner Bruder. Unsere Majesstät hat ihr Urteil gefällt und damit ist es Fakt. Zudem war diese Frau doch eine Albin. Was hätte aus Euren Kindern werden sollen? In dem Land der Alben wären sie als Menschen und Rundohren verachtet worden. Hier bei uns wären die Kinder als Alben und Spitzohren verachtet worden. Ein Zuhause hätte es für sie nirgendwo gegeben. Und weshalb? Weil zwei Personen nicht in der Lage sind, sich zu beherrschen?

Mal ehrlich unter uns beiden, findest Du nicht dass es hier ausreichend wunderschöne Frauen gibt, als dass man nach solchen spitzohrigen Gerippen Ausschau halten müsste? Lass uns nur einmal durch die Stadt laufen und ich kann Dir zig Frauen zeigen, die richtig nach etwas Aussehen. Und mit ein bisschen Geduld siehst Du wahre Schönheiten. Natürlich ist dann der passende Stand nicht gegeben, aber dies tut ihrer Schönheit keinen Abbruch Massimo.

Dabei warst Du dann noch nicht einmal in Boufort am Hofe, wo sich so einige Augenweiden herumtreiben, dass einem ganz anders wird. Aber dazu musst Du eben mit offenen Augen durch die Welt laufen und nicht noch das Visier herunterklappen. So findet sich natürlich keine Frau.

Mir gefallen Albenfrauen schon rein optisch nicht. Gut das mag meinem persönlichen Geschmack geschuldet sein, eine Frau benötigt in meinen Augen frauliche Rundungen. An Alben ist irgendwie alles spitz und eckig, nicht nur ihre Ohren. Sie sind dürre, haben spitze Wangenknochen, spitze Finger und vermutlich auch spitze Rippen. Einerlei, es gibt keine Albin für Dich. Vergiss diese Frau bitte einfach Massi, tue uns beiden den Gefallen und sprich nie wieder über sie. Denke nicht mal mehr an sie. Du kannst wirklich von Glück sagen, dass Du so einen klugen und umsichtigen Gargoyle hast. Ich verbiete es Dir aus reiner Sorge. Du bist mein kleiner Bruder, ich möchte Dich nicht verlieren, weil man Dir am Ende noch einen Pakt mit dieser Unperson ankreidet. Sei bitte vernünft Massi",
bat Melville seinen Bruder.

"Lass uns über etwas Schönes reden. Es freut mich sehr, dass Du beschlossen hast bei uns zu bleiben und nicht erneut in die Fremde zu ziehen. Und es macht mich glücklich, dass Du endlich sesshaft werden möchtest. Eine passende Frau werden wir gemeinsam für Dich finden. Mach Dir darüber keine Gedanken. Gut Du bist nicht mehr der Jüngste, aber Deine Frau muss etwas jünger sein. Sonst klappt es nicht mit dem Nachwuchs, kurzum Du kannst keine Gleichaltrige ehelichen. Wozu auch, alt sind wir selbst", grinste Melv.

Der Comte stützte seinen Kopf auf eine Hand ab und tippte sich dabei nachdenklich gegen die Schläfe.

"Ah ich weiß wen Du kennenlernen könntest Massi! Dass ich da nicht gleich drauf gekommen bin. Von meinem langjährigen Freund Comte Alain de Neufville ist eine der Töchter nicht verheiratet.

Monique de Neufville würde genau Deinen Geschmack treffen. Die Gute war einst versprochen, aber das Versprechen wurde gebrochen. Kurzum die Vereinbarung ist geplatzt und die damit fällige Auslösesumme wurde seitens des Bräutigams bezahlt. Frage mich nicht warum, danach zu fragen wäre zudem unschicklich.

Lass mich mal überlegen, was mir so zu Monique einfällt.

Die Gute ist 32 Jahre alt, hat ungefähr Deine Größe, ist schlank mit den Kurven an den richtigen Stellen und sie hat Grips. Ich weiß ja dass Du Dich gerne unterhältst. Das geht mir genauso. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine Ehefrau mit der man sich nicht vernünftig unterhalten kann.

Soweit ich mitbekommen habe, redet sie sehr gerne. Ihr Bildungsstand ist unserem Stand entsprechend, also sehr gut. Und sie interessiert sich für Sternenkunde und Meereskunde. Darauf war Alain immer sehr stolz. Sie hat also auch Hobbys und hängt Dir nicht den ganzen Tag am Robenzipfel. Sie würde tatsächlich sehr gut zu Dir passen Massi. Vielleicht bekommen wir ja eine Doppelhochzeit hin. Du und Monique und Ansgar und seine Partnerin. Soll ich ein entsprechendes Treffen für Dich arrangieren?",
hakte Melville gut gelaunt nach.

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Sa 13. Jan 2018, 19:27
von Comte Massimo de la Cantillion
Massimo
 
fühlte sich wie der letzte Idiot als ihn sein Bruder zusammenfaltete wegen der Albin. Melville hatte Recht.  Er hätte das seinen Bruder als Gedanken schicken sollen. Aber Massimo wollte es einmal ausgesprochen haben. Er wollte es nur einmal wem gesagt haben. Wobei das über Gedanken genauso gut ging. Sogar besser und geheimer. Sein Bruder war genauso ein Magier wie er. Wozu sollte er noch an Nal denken, sie war tot. Die Albin hatte vielleicht gar nichts anderes in ihm gesehen als ein Kamerad. Trotzdem fühlte er sich beschissen und wie ein Verräter. Er hatte sie nach Souvagne mitgeschleift. Die Meinung über Alben von seinen Bruder sagte alles. Die anderen hatten keine bessere Meinung. Er hätte sie nicht mitbringen sollen, dann wäre sie noch am leben. Aber darüber hielt Massimo den Mund. Die Albin war tot und Massimo wollte nicht mit seinen Bruder streiten. Melville warnte ihn aus Sorge nicht um sich mit ihm zu zanken.
 
"Melville du hast Recht mit deiner Warnung, ich werde nie wieder drüber sprechen. Ich hab nicht nachgedacht. Ich will uns nicht in Schwierigkeiten bringen, ich wollte nur einmal meine Gedanken aussprechen. Was ein Unfug ist, sie ist tot und wird tot bleiben. Egal was ich über die Frau gedacht hab. Ich hab ja nicht mal eine Ahnung, was sie über mich dachte. Vergiss was ich sagte, ich vergess es genauso."
 
Massimo hörte sich die Beschreibung von Monique de Neufville an. Er wusste mit wem sein Bruder so befreundet war.  Für die weitere Familie von den Freunden hatte er sich nie interessiert. Er war nur selten Zuhause gewesen. Monique hörte sich gut an, fand Massimo. Lange rumkennenlernen musste er die Frau als Adliger nicht.  Und wenn sie schon mal sitzengelassen wurde, konnte sie sie das als Misstrauen werten. Vielleicht dachte sie dann, dass er sie genau prüfen wollte was mit ihr nicht stimmte.
Massimo vertraute seinen Bruder. Er hatte zwar einen anderen Frauengeschmack als er selber. Aber Melville war gut drin, Frauen kennenzulernen und rumzukriegen. Melville hatte zwei Frauen aber er guckte trotzdem nach anderen. Dabei schien ihn der Stand dann nicht zu interessieren. Gut die wollte er nicht heiraten sondern flachlegen. Irgendwie fühlte sich Massimo neben Melville wie ein Stockfisch.  Während er es als seine Pflicht sah den Umnachteten Kultur und Wahrheit zu bringen, hatte sein Bruder gelebt. Er musste genauso damit anfangen.
 
"Nein vereinbar kein Treffen Melville, sondern die Hochzeit zwischen mir und Monique. Der Comte ist dein Freund, regele bitte alles für mich als älterer Bruder. Kennenlernen kann sie als Misstrauen werten. Und ist nicht nötig. Ob ich ihr vorher einmal Hallo gesagt hab oder nicht, spielt keine Rolle Melville. Kennenlernen werden wir uns nach der Hochzeit. Mir gefällt was du von ihr erzählt hast. Meine Frau werde ich gut behandeln, sie wird sich bei mir wohlfühlen. Ich vertraue dir und deinen Geschmack. Mach unsere Hochzeit klar."


Hochzeit von Massimo und Monique:
Link
viewtopic.php?f=60&t=1275


Hochzeit von Massimo und Monique, RPG - Ü18:
Link:
viewtopic.php?f=41&t=1274

 

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Di 16. Jan 2018, 01:41
von Comte Massimo de la Cantillion
Massimo

wachte am morgen auf. In seinen Arm lag seine Frau Monique. Er war ein verheirateter Mann und das gefiel ihm. Massimo schaute seine Frau genau an. Sie war jung und hübsch. Er hatte nicht so viel Erfahrung mit Frauen. Er war meist ein ungehobelter Klotz. Obwohl er sich wie ein Adliger benehmen konnte. Er war oft für die gerechte Sache unterwegs. Da konnte er nicht zimperlich sein. Aber zu seine Frau wollte er gut sein. Und im Namen der Läuterung wollte er nicht mehr losziehen. Ständig unterwegs und ohne ein echtes Zuhause. So kam er sich in den letzten Jahren vor. Wenn er eine Frau hatte, dann eine Zufallsbekanntschaft oder eine für gewisse Stunden. Aber das war nicht das was er wollte. Bei seinen Bruder fühlte er sich wohl. Er hatte sich eine eigene Frau gewünscht. Und jetzt schlief sie neben ihn. Massimo streichelte Monique über den Arm. Sie hatte mehr verdient als die Pflicht Erfüllung. Sie war seine Frau und  seine Aufgabe. Massimo überlegte was er tun sollte, damit sie sich wohl fühlte. Er musste seinen Bruder nach Tipps fragen. Melville wusste sowas, der musste helfen. Und er musste sich um ihre Freundchaft bemühen. Er wünschte sich sehr, dass sie auch Freunde wurden. Massimo küsste Monique sanft.

"Guten Morgen Moni. Wach auf und lass uns ein bisschen schwatzen. Wir wissen so nichts von uns. Ich möchte alles über dich wissen, was du mir erzählen magst. Heute Nachmittag hast du Ruhe vor mir ich muss mit meinen Bruder reden."

Massimo wollte Monique wachrütteln, aber er tat es nicht. Das konnte er mit einen Kameraden machen. Nicht mit seine Frau. Er musste sich anpassen und umdenken. Er setzte sich im Bett hin und streichelte sie. Irgendwann würde sie schon aufwachen.

Re: Umzug nach Souvagne

Verfasst: Di 16. Jan 2018, 21:03
von Davard von Hohenfelde
Monique de la Cantillion

Monique wachte am Morgen auf und benötigte einen Moment der Orientierung. Jemand streichelte sie zärtlich und sprach zu ihr. Sie bekam am Rande des Bewusstseins nur die Hälfte mit, aber die Stimme erkannte sie sofort. Ihr Mann saß neben ihr im Bett, streichelte und musterte sie. Was hatte er gesagt oder gefragt? Sie versuchte sich zu erinnern, aber das war schlecht möglich, wenn er sich mit ihr unterhielt so lange sie noch schlief. Sie setzte sich neben ihm auf und lehnte sich an ihn an.

"Guten Morgen", gähnte sie hinter vorgehaltener Hand und zupfte ihm kurz am Bart.

Sie fragte sich kurz ob sie ihn einfach küssen durfte, aber schließlich war er ihr Mann und so gab sie ihm einen Gutenmorgenkuss. Auch wenn sie sich noch nicht gut kannten, durch Zurückhaltung lernten sie sich noch weniger kennen. Und eine Nacht zuvor hatten sie bereits viel geteilt. Im Grunde alles, auch wenn sie es sich anders vorgestellt hatte.

Monique nahm Massimos Hand und verschränkte ihre Finger in seinen. Er hatte es sich sicher auch völlig anders vorgestellt, denn er war zwar vorsichtig, behutsam aber auch irgendwie taktisch vorgegangen. Und dem Blick mit dem er sie gerade bedachte entnahm sie, dass er eigentlich was völlig anderes vorgehabt hatte.

Nun was noch nicht geschehen war, konnte und würde noch werden, da war sich Monique sicher. Sie waren erst einen Tag verheiratet und er hatte sich ihr gegenüber anständig verhalten. Dass Massimo an mehr Gemeinsamkeit interessiert war, zeigte auch der Wunsch sich zu duzen wie nach dem gemeinsamen Schlafzimmer. Vielleicht wusste er einfach nicht wie, aber da war er nicht der Einzige.

"Du musst bitte wiederholen was Du gesagt hast, ich war noch im Halbschlaf Massimo. Du hast irgendwas von Deinem Bruder erzählt, falls ich das richtig verstanden habe. Du hattest zugesagt mir mein neues Zuhause zu zeigen, also wenn Du vorher zu Deinem Bruder musst, warte ich so lange auf Dich. Wie möchtest Du das Schlafzimmer umgeräumt haben? So dass jeder eine Seite für seine Sachen hat, oder sollen wir unsere Sachen zusammenhinstellen?

Dein Bruder hatte meinem Vater gesagt, dass Du sesshaft werden möchtest und nicht mehr in die Schlacht ziehst. Viele Chevalier wie auch andere Edelmänner ziehen durch die Lande oder in die Schlacht um für Recht und Ordnung innerhalb unseres Landes zu sorgen. Ihre Frauen bleiben dann alleine Zuhause zurück und warten auf ihre Rückkehr. Dass Du sesshaft werden möchtest war ein Teil der Vereinbarung, also ebenfalls ein Grund, warum mein Vater unserer Hochzeit zugestimmt hat.

Naja vielleicht war er auch einfach nur froh, mich noch an den Mann zu bekommen, wer weiß dass schon. Leider war ich sonst nicht mit großem Glück gesegnet was die Männer anging. Um mich hat vor Dir nur ein Mann geworben. Das ist kein Geheimnis und mein Vater hat es Deinem Bruder sicher gesagt",
erklärte sie freundlich.

"Was sind Deine Hobbys? Außer Leute läutern wie ich von Vater hörte. Wie viele Leute hast Du schon geläutert und wer davon war ein Schwerverbrecher und wer nur ein kleiner Verbrecher? Hast Du mal einen bekannten Verbrecher erschlagen Massimo?", fragte Monique neugierig.

"Ich hoffe mein Vater oder Dein Bruder hat Dir auch von meinen Hobbys erzählt Massimo. Meine Hobbys sind Meereskunde und Sternenkunde. Ich sammele alles Wissenswerte über diese Themen. Vor allem Bücher und Messinstrumente. Manchmal auch schöne Plastiken oder alles was mit den beiden Themen zu tun hat. Keine Sorge also, ich schleppe Dir keine stinkenden, selbstgetrockneten Seesterne an", lachte Monique und knuffte ihn gut gelaunt.