Wir oder ich


Gro├čherzogtum Souvagne
Nicht alle Almanen waren damit einverstanden, die eigenen Truppen zu opfern, um die Zwerge vor dem Chaos zu retten. Souvagne verlie├č daher das Kaisho- Abkommen und begann, alle Grenzen zu sichern. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
Duc
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Wir oder ich

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Beitragvon Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 8. Jan 2018, 16:25

Wir oder ich

Duc Maximilien Rivenet de Souvagne hatte sich in seine Gem├Ącher zur├╝ckgezogen. Mehr noch, er hatte sich sogar in sein Wohnzimmer zur├╝ckgezogen und die T├╝r hinter sich geschlossen. Fabien sein treuer Leibdiener war besorgt, als er in das Gemach seines Herrn eintreten wollte.

"Seine Hoheit hat sich jede St├Ârung verbeten", verk├╝ndete eine der Wachen an der T├╝r.
"Seine Hoheit wird damit jeden gemeint haben, au├čer seinen Leibdiener. Wir sind f├╝r seine pers├Ânliche Belange zust├Ąndig. Lasst mich passieren", erkl├Ąrte Fabien erbost.

Die zweite Wache nickte knapp und beide gaben den Weg frei. Fabien schritt bis zur Wohnzimmert├╝r, klopfte leise und trat ein. Eine Aufforderung wartete er entgegen der Sitten nicht ab, da er in Sorge war. Lieber nahm er eine Schelte in Kauf.

Der Duc stand am Fenster, schaute in den Garten hinaus und schien seinen Gedanken nachzuh├Ąngen. Als Fabien eintrat musterte er diesen mit m├╝dem Blick.

"Eure Hoheit, geht es Euch gut?", hakte Fabien f├╝rsorglich nach.
"Nenne mich beim Namen Fabien", forderte der Duc seinen Leibdiener auf.
"Herr?", fragte Fabien best├╝rzt nach.

"Ich ben├Âtige einen Moment der Besinnung. Du teilst Dein Leben mit mir, opferst alles, hast kein eigenes Leben und lebst in meinem Schatten. Du tr├Ągst von uns beiden die stille, ungesehene B├╝rde. Also Du der alles von mir wei├č, der alles von mir kennt und schon alles von mir gesehen hat, sollte sich nicht scheuen meinen Namen auszusprechen. Mein Name Fabien, ich m├Âchte meinen Namen h├Âren. Erde mich damit. Die ganze Zeit bin ich Souvagne, bin ich das Land. Das alles da drau├čen geh├Ârt "uns" - wir sind Souvagne, unsere Person ist das Recht und der Alleinherrscher in diesem Land. Wir verteilten Lehen - haben Land entliehen. Dennoch geh├Ârt alles uns. Vom niedersten bis zum h├Âchsten Bewohner, sie sind die unseren Fabien.

Wir sprechen Recht, denn wir sind die Oberste Ordnung. Was Recht und Unrecht ist, liegt in unserer Hand. Wir handeln und verhandeln im Namen eines Volkes, wir entscheiden ├╝ber das Schicksal tausender. Wir entscheiden ├╝ber Leben und Tod Fabien, all das tun wir der Duc de Souvagne.

Selbst unsere Zusammenk├╝nfte mit unseren Frauen sind ein "Staatsakt", eine Aufgabe. Unsere dritte Frau hat uns noch kein Kind geschenkt. Nichts bleibt dem Zufall ├╝berlassen.

Wir tragen die Staats-Insignien, sind Tr├Ąger der Reichskleinodien, wir tragen die Krone, das herrschaftliche Schwert, das Zepter und wir tragen ein reich behangenen und tonnenschweren Mantel aus Verantwortung, Zw├Ąngen, Zeremonien und Etiketten.

Dies ist unsere Aufgabe, dies ist unser Schicksal, manchmal unser Gl├╝ck, manchmal unsere B├╝rde - das sind wir.

Aber ab und an Fabien, m├Âchte ich f├╝r einen winzigen Moment einfach nur ich sein.
Kurzum ich muss mich auf mich selbst besinnen, mich erden. Mich vergewissern, dass es mich selbst noch gibt, hinter all dem. Nenne mich bitte beim Namen", erkl├Ąrte der Duc.

"M├Âchtest Du einen Tee Max?", fragte Fabien freundlich, was Maximilien leise auflachen lie├č.
"Gerne", antwortete dieser schmunzelnd.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."