Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Wir oder ich

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagnen
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprĂ€gt von sanfte HĂŒgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hĂ€lt sich aus Kriegen grĂ¶ĂŸtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische NeutralitĂ€t. Von allen Herrschern ist er der GemĂ€ĂŸigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen grĂ¶ĂŸtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne

Wir oder ich

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 8. Jan 2018, 16:25

Wir oder ich

Duc Maximilien Rivenet de Souvagne hatte sich in seine GemĂ€cher zurĂŒckgezogen. Mehr noch, er hatte sich sogar in sein Wohnzimmer zurĂŒckgezogen und die TĂŒr hinter sich geschlossen. Fabien sein treuer Leibdiener war besorgt, als er in das Gemach seines Herrn eintreten wollte.

"Seine Hoheit hat sich jede Störung verbeten", verkĂŒndete eine der Wachen an der TĂŒr.
"Seine Hoheit wird damit jeden gemeint haben, außer seinen Leibdiener. Wir sind fĂŒr seine persönliche Belange zustĂ€ndig. Lasst mich passieren", erklĂ€rte Fabien erbost.

Die zweite Wache nickte knapp und beide gaben den Weg frei. Fabien schritt bis zur WohnzimmertĂŒr, klopfte leise und trat ein. Eine Aufforderung wartete er entgegen der Sitten nicht ab, da er in Sorge war. Lieber nahm er eine Schelte in Kauf.

Der Duc stand am Fenster, schaute in den Garten hinaus und schien seinen Gedanken nachzuhĂ€ngen. Als Fabien eintrat musterte er diesen mit mĂŒdem Blick.

"Eure Hoheit, geht es Euch gut?", hakte Fabien fĂŒrsorglich nach.
"Nenne mich beim Namen Fabien", forderte der Duc seinen Leibdiener auf.
"Herr?", fragte Fabien bestĂŒrzt nach.

"Ich benötige einen Moment der Besinnung. Du teilst Dein Leben mit mir, opferst alles, hast kein eigenes Leben und lebst in meinem Schatten. Du trĂ€gst von uns beiden die stille, ungesehene BĂŒrde. Also Du der alles von mir weiß, der alles von mir kennt und schon alles von mir gesehen hat, sollte sich nicht scheuen meinen Namen auszusprechen. Mein Name Fabien, ich möchte meinen Namen hören. Erde mich damit. Die ganze Zeit bin ich Souvagne, bin ich das Land. Das alles da draußen gehört "uns" - wir sind Souvagne, unsere Person ist das Recht und der Alleinherrscher in diesem Land. Wir verteilten Lehen - haben Land entliehen. Dennoch gehört alles uns. Vom niedersten bis zum höchsten Bewohner, sie sind die unseren Fabien.

Wir sprechen Recht, denn wir sind die Oberste Ordnung. Was Recht und Unrecht ist, liegt in unserer Hand. Wir handeln und verhandeln im Namen eines Volkes, wir entscheiden ĂŒber das Schicksal tausender. Wir entscheiden ĂŒber Leben und Tod Fabien, all das tun wir der Duc de Souvagne.

Selbst unsere ZusammenkĂŒnfte mit unseren Frauen sind ein "Staatsakt", eine Aufgabe. Unsere dritte Frau hat uns noch kein Kind geschenkt. Nichts bleibt dem Zufall ĂŒberlassen.

Wir tragen die Staats-Insignien, sind TrÀger der Reichskleinodien, wir tragen die Krone, das herrschaftliche Schwert, das Zepter und wir tragen ein reich behangenen und tonnenschweren Mantel aus Verantwortung, ZwÀngen, Zeremonien und Etiketten.

Dies ist unsere Aufgabe, dies ist unser Schicksal, manchmal unser GlĂŒck, manchmal unsere BĂŒrde - das sind wir.

Aber ab und an Fabien, möchte ich fĂŒr einen winzigen Moment einfach nur ich sein.
Kurzum ich muss mich auf mich selbst besinnen, mich erden. Mich vergewissern, dass es mich selbst noch gibt, hinter all dem. Nenne mich bitte beim Namen", erklÀrte der Duc.

"Möchtest Du einen Tee Max?", fragte Fabien freundlich, was Maximilien leise auflachen ließ.
"Gerne", antwortete dieser schmunzelnd.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung fĂŒr etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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