Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen


Gro├čherzogtum Souvagne
Nicht alle Almanen waren damit einverstanden, die eigenen Truppen zu opfern, um die Zwerge vor dem Chaos zu retten. Souvagne verlie├č daher das Kaisho- Abkommen und begann, alle Grenzen zu sichern. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#1

Beitragvon Khawa » Mi 17. Jan 2018, 11:39

<< Was zuvor geschah

Die Staatsg├Ąste und die Familie samt Dienerschaft verlie├čen den Kartenraum.

W├Ąhrend der Verhandlungen hatte Khawa um seine Beherrschung gerungen und auch jetzt fiel es ihm schwer, Haltung zu wahren und einfach weiterzumachen, als w├Ąre nichts gewesen. Als w├Ąre er nicht soeben seinem alten Tarrik begegnet und das, was er verdr├Ąngt hatte, wieder aufgew├╝hlt worden. Die Familie in Rakshanistan, die er zur├╝ckgelassen hatte, um sie niemals wieder zu sehen. Dass er als Anf├╝hrer beim letzten Gefecht um sein Leben gewinselt hatte wie ein Hy├Ąnenbaby, w├Ąhrend die ihm Anvertrauten den w├╝rdigen Tod eines Kriegers gestorben waren und vieles andere. All die Dinge, die er hatte vergessen wollen, um sich ganz auf sein neues Leben zu fokussieren.

Khawa war froh, als er Jules` vertraute Stimme in seinem Kopf vernahm. Nachdem sein Herr ihn fortgeschickt hatte, wartete er im Flur auf den Chevalier. Khawas Blick war hart, doch die H├Ąrte galt nicht Jules. Sie galt ihm selbst. Ein Versuch, mit den Erinnerungen fertig zu werden.

"Ihr habt mich gerufen, Chevalier? Wie kann ich Euch zu Diensten sein?" Khawa verneigte sich etwas. Sein Versuch, im Gesicht von Jules irgendetwas zu lesen, prallte an dessen antrainierter Ausdruckslosigkeit ab. Er hoffte inst├Ąndig, dass er nun keine Schelte kassieren w├╝rde, obwohl er sie vermutlich verdient hatte, allein daf├╝r, dass er ├╝berhaupt irgendwas empfand.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#2

Beitragvon Jules de Mireault » Mi 17. Jan 2018, 12:00

Jules musterte Khawa mit strengem Blick. Gufo auf seiner Schulter schien Khawa niederstarren zu wollen.

"Nun ich wollte mit Dir sprechen, bez├╝glich des Besuches bei der zuk├╝nftigen Gro├čherzogin Ricarda von Ehveros. Kurzum Deine Missgeschicke sollten Dir dort nicht passieren. Du repr├Ąsentierst Ciel de Souvagne und dieser seinen Vater. Kurzum Dein Fehlverhalten w├╝rde dem Hause de Souvagne zugerechnet werden. F├╝r die Dauer des Aufenthaltes dort, sollten wir friedlich miteinander umgehen Khawa", erkl├Ąrte der Chevalier.

`B├Âhnchen, ich wei├č dass Du mich sicher nicht vor Ort bei der Gro├čherzogin von Ehvros mit Kaffee ├╝bersch├╝tten wirst. Die Frage ist, wirst Du uns dorthin ├╝berhaupt noch begleiten?

Meine Sorge ist Tarrik Tarkan, er k├Ânnte Deine Herausgabe fordern, sogar verlangen.
Sollte er dies tun, wird der Duc die Verhandlungen nicht an Dir scheitern lassen und Dich freigeben.

W├╝rde Tarkan Deine Herausgabe verlangen?
Verlangt er Deine Herausgabe, wirst Du gehen?
Ich meine, nat├╝rlich wirst Du gehen. Weshalb solltest Du freiwillig Sklave bleiben. Oder?

Falls es so kommt und Du gehst, was wird aus uns?
W├╝rdest Du Tarkan zur├╝ck nach Rakshanistan folgen?
Oder w├╝rdest Du in ein anderes Land gehen?

Und die wichtigste Frage, w├╝rdest Du wollen, dass ich Dich begleite?┬┤,
hakte Jules mental nach.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#3

Beitragvon Khawa » Do 18. Jan 2018, 08:44

"Ich werde mich zusammenrei├čen und mein Bestes geben, Herr", erkl├Ąrte Khawa. "Gestattet mir den Hinweis, dass der Unfall mit dem Kaffee keineswegs absichtlich geschah, sondern der Wetterkrankheit geschuldet war. Daf├╝r habe ich auch ein ├Ąrztliches Attest."

`Mein Herr hat mich f├╝r einige Zeit freigestellt, da er mit seinem Bruder allein zu sprechen w├╝nscht. Ich habe also Zeit f├╝r ein Gespr├Ąch.

Ich hoffe doch sehr, dass ich auf der Reise dabei sein werde! Meint Ihr wirklich, dass der Duc mich abgeben w├╝rde? Habe ich so viel falsch gemacht? Habe ich es ├╝bertrieben mit meinen Neckereien? Bitte sagt mir, was ich falsch gemacht habe, was ich ├Ąndern muss!

Ich wei├č nicht, ob der Tarrik meine Herausgabe verlangen w├╝rde ... er sah entt├Ąuscht aus. Und ich wei├č nicht, ob man mich in Rakshanistan ├╝berhaupt wiederhaben w├Âllte. Wenn, dann sicher nicht in meiner alten Einheit, man w├╝rde mich wohl nach Nordrakshanistan versetzen, in den ewigen Schlamm und weit weg von Souvagne ... weit weg von Euch und allem, was mir hier wichtig ist. Wenn Tarkan mich wiederhaben w├Âllte, dann, um mich auf diese Weise zu bestrafen. Ich habe jegliches Vertrauen verspielt. Man w├╝rde mich vielleicht auch hinrichten und zu einem Ghul machen, damit ich auf allen vieren kriechen und Leichen essen muss. Nichts anderes als ein Verr├Ąter bin ich.

Was f├╝r eine Wahl h├Ątte ich denn, als mich einer Entscheidung des Duc zu beugen, sollte es dazu kommen? Ich will nicht gehen, aber ich m├╝sste.

Ich habe lange gebraucht, um mich damit abzufinden, meine alte Heimat nie wieder sehen zu k├Ânnen, nie wieder durch die Steppe zu reiten, in der ich geboren wurde. Einen Gro├čteil meines Lebens habe ich nichts anderes gesehen als das endlose Meer aus Gras, auf das der Wind ein bewegtes Bild aus Wellen malt, als sei es ein wirkliches Meer. Die Steppe fehlt mir mehr als alles andere. Das gemeinsame Reiten, die Einsamkeit, sobald man sich vom Lager entfernte, nur mit dem Wind zur Gesellschaft. Die Stille.

Die Umstellung auf das Leben hier war gro├č, aber sie gelang mir dank einiger wunderbarer Menschen. In Souvagne endet der Blick stets an einer Mauer, egal in welche Richtung man schaut und wenn nicht das, so bricht er an bewirtschaftetem Land. Jeder Fu├čbreit hier geh├Ârt irgendwem und sein Besitzer schirmt das Land mit Z├Ąunen, Wachhunden und Vetr├Ągen gegen die anderen ab, als seien sie alle Diebe und Invasoren. Es scheint, als br├Ąuchten alle Almanen ihre Burg, im Kleine wie im Gro├čen. Das ganze Land momentan wird zu einer einzigen Festung ausgebaut, mit einer riesigen Mauer.

Solche Dinge waren schwierig zu begreifen, da in Rakshanistan das Land allen geh├Ârt und man w├╝rde mich auslachen, wenn ich dort einen Zaun hinstellen und irgendwem verbieten w├Âllte, auf dieses St├╝ck zu treten. Ich habe gelernt, den Palast als gro├čes steinernes Zelt wahrzunehmen, in dem ich zu Gast bin und mich den Regeln des Gastgebers beuge. So funktioniert es. An die Vergangenheit denke ich nicht mehr. Ich will mein altes Leben nicht zur├╝ck, denn ich kann es nicht zur├╝ck haben. Selbst wenn man es mir schenkte, w├╝rde ein Teil von Souvagne mit seinen Mauern in meinem Herzen bleiben, den ich nicht mehr ablegen kann. Ich habe eine ganz eigene Festung in mir selbst errichtet, bin selbst zu einem halben Almanen geworden. Denn es gibt einen Teil Souvagnes, den ich zu lieben gelernt habe. Das ist eine Teilmenge der Menschen hier.

Ciel de Souvagne hat mich G├╝te gelehrt. Er hat mich nie wie einen Gefangenen behandeln lassen, sondern von Anfang an wie einen Gast. Egal, was man ihm riet, er sah mich nicht als gef├Ąhrlichen Wilden, obwohl ich genau das war, als ich hierher gebracht wurde. Nie wurde ich geschlagen und nie sah ich Ketten oder einen Kerker von innen. Ich hatte mit dem schlimmsten gerechnet nach meiner Gefangennahme und erfuhr das Gegenteil. Er war neugierig und klug, trotz seines jungen Alters, er wollte viel von mir erfahren und will es noch heute. Er sorgt sich um mich, wenn es mir nicht gut geht, schickt mich zu seinem pers├Ânlichen Arzt und gew├Ąhrt mir Pausen, die kein anderer Leibdiener bekommt und erkundigt sich nach meinem Befinden. Einen besseren Herrn kann man sich als Sklave nicht w├╝nschen.

Der Duc hat mich Verantwortung gelehrt. Er opfert sein eigenes Leben f├╝r das seiner Untertanen. In diesem Ma├če habe ich das in der Steppe nicht kennengelernt. Wenn etwas oder jemand st├Ârt und die Probleme nicht zu l├Âsen sind, kann man eine Truppe trennen und jeder geht seiner Wege, oder wechselt einfach die Einheit. Man packt sein Zelt, sattelt seine Hy├Ąne und bricht auf. Wir haben endlos viel Platz und k├Ânnen uns ausweichen und vor den Problemen fliehen. Souvagne hat das nicht, man kann hier nicht fort, niemand kann das. Der Duc gibt sein Bestes, um f├╝r alle das Beste aus dieser Situation zu machen und alles unter einen Hut zu kriegen. Er blutet daf├╝r, auch wenn man sein Blut nicht sieht.

Und Ihr, Jules, Ihr habt mich vielleicht das Wichtigste gelehrt, ohne dass es in Eurer Absicht lag. Als ich neu war in Souvagne, habe ich versucht, zu verstehen, was hier alles vorgeht und viel die Menschen beobachtet. Bei Euch fiel mir auf, dass Ihr in Eurer Situation so sicher und zufrieden wirktet. Ihr wirktet nicht so abgek├Ąmpft und gebrochen, wie ich das als Rakshaner erwarten w├╝rde von einem Leben, dass man dem Dienst an einem anderen widmet und innerhalb von Mauern verbringt. Ihr habt Euch Eure pers├Ânliche Kauzigkeit bewahrt, seid weder gebrochen noch gebeugt, sondern dient aufrecht, selbst wenn Ihr Euch verneigt. Damit unterscheidet Ihr Euch von vielen anderen Almanen, die ich entweder als seelenlose Arbeitsh├╝llen oder als Speichellecker empfinde. Ihr wart und Ihr seid immer Jules de Mireault. Und darum mag ich Eure Kauzigkeit so. Das seid Ihr, nur Ihr.

Ich rede viel ... es geht mir nicht sonderlich gut. Man darf es nicht zeigen. Es gibt hier einfach keinen Platz f├╝r gro├če Gef├╝hle, es ist hier alles zu eng.`


Khawa merkte, dass er pathetisch wurde und riss sich zusammen.

`Um endlich Eure Frage zu beantworten - ich wei├č nicht, was ich tun w├╝rde. Zun├Ąchst einmal mich erneut l├Ącherlich machen und um Gnade betteln, damit ich hier bleiben kann. Wenn das nicht fruchtet, schauen, was mich in Rakshanistan erwartet und wenn es das ist, was ich vermute, w├╝rde ich wohl wieder fl├╝chten und fortan als Vagabund leben. Wo sollte ich denn hin? Ich h├Ątte beide Heimaten verloren und am Schlimmsten von allem, denjenigen, der mich zu lieben lehrte.`

"Darf ich Euch einen Kaffee kochen?"
, fragte Khawa. Er wollte irgendetwas tun, was ihn beruhigte.

`Ich w├╝rde nicht verlangen, dass Ihr Eure Heimat verlasst. Ich mache mir keine Illusion dar├╝ber, dass ich ersetzbar bin. Mehr als das, es gibt tausende bessere Geliebte f├╝r Euch, ich bin die schlechteste Partie, die man sich f├╝r jemanden wie Euch vorstellen kann. Sind wir ├╝berhaupt ein Paar? Ich bin ja das Eigentum meines Herrn, ein wandelnder Gegenstand. Kann man mit einem Gegenstand zusammen sein? Ich sehe Euch als meinen Mann. Nach meinem Empfinden seid ihr das, auch wenn wir nicht die Knochenkette des anderen tragen. Und Ihr? Ich w├╝rde nicht wollen, dass Ihr f├╝r mich alles hier zur├╝cklasst, was Euch wichtig ist und wof├╝r Ihr gelebt habt, denn ich wei├č, wie weh das tut. Ich selbst hoffe aus ganzem Herzen, dass ich es kein zweites Mal erleben muss und einfach hier bei Euch bleiben kann.

Die Verhandlungen interessieren mich nicht, es ist mir egal, ob Krieg oder Frieden herrscht und ob da drau├čen Menschen oder Zwerge sterben oder ob die Hohe Mark an Alkena f├Ąllt. Und wenn der ganze verdammte Planet in die Sonne st├╝rzt, es ist mir egal. Ich w├╝rde Euch einfach nur so gern in den Arm nehmen und kann es nicht.`
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#4

Beitragvon Jules de Mireault » Do 18. Jan 2018, 13:19

Jules nickte zustimmend.
"Nun wenn Du ein Attest hast, glaube ich Dir. Immerhin wird der Medicus ja nicht l├╝gen", erwiderte der Chevalier und dachte scheinbar einen Moment nach.

In Wahrheit musterte er aus dem Schatten seiner Kapuze heraus Khawa mit eindringlichem Blick.

`Ich liebe Dich Khawa┬┤, ├╝bermittelte Jules Khawa so schlicht wie ehrlich.

Khawa sp├╝rte, dass de Mireault etwas anf├╝gen wollte, aber es nicht tat. Er ben├Âtigte einen Moment um sich zu sammeln.

`Es gibt weder einen Ersatz f├╝r Dich, noch musst Du verlangen dass ich Dir folge. Dein Wunsch, dass wir zusammenbleiben reicht mir aus. Die eventuellen Folgen f├╝r Dich wie f├╝r mich k├Ânnten der Tod sein. Aber Du musst nicht nach Rakshanistan zur├╝ckkehren.

Mich in den Arm nehmen?
Doch das geht, es kommt drauf an wie viel Schneid Du hast. Wie viel Mut hast Du?

Die L├Âsung ist einfach, erfordert aber Mut. Komme Tarkan zuvor!
Bitte den Duc um eine pers├Ânliche Unterredung Khawa. Bitte den Duc um Deine Freiheit und falls Du dies w├╝nscht, bitte ihn weiterhin in Ciels Dienst verbleiben zu d├╝rfen als freier Mann.

Erl├Ąutere dem Duc, dass Tarkan Deine Herausgabe verlangen k├Ânnte, da Du ein Kriegsgefangener warst. Du bittest darum, da Du den Verhandlungen nicht im Weg stehen m├Âchtest. Unsere Hoheit ist nicht dumm Khawa, er wird sofort einen anderen Grund dahinter vermuten. Aber auch diesen nenne ihn.

Sag ihm, das Du f├╝r Souvagne um Deine Freiheit bittest, aber auch um Dein eigenes Leben zu retten. Erkl├Ąre ihm, was Dir angetan werden k├Ânnte, sobald man Dich zur├╝ck in die Heimat bringt. Tarkan w├╝rde zwar Deine Herausgabe verlangen, aber Zuhause w├╝rde man Dich als Verr├Ąter hinrichten, da Du versagt hast. Da Du kapituliert hast. Und Du m├Âchtest weder ein Friedenshindernis sein, noch m├Âchtest Du sterben.

Erz├Ąhle ihm, was Du mir ├╝ber Souvagne erz├Ąhlt hast. Das wird ihn nicht nur ├╝berzeugen, es wird ihn sehr freuen.

Gibt der Duc Deiner Bitte statt, bis Du ab dato ein freier Mann, aber im festen Dienst von Ciel.
Frage Deinen Herrn vorher nicht, frage den Duc. Er hat stets auch ein Ohr f├╝r die kleinen Leute.

Solltest Du ein freier Mann sein, wirst Du als Fremdl├Ąnder ein Zertifikat Deiner Freiheit erhalten.
Nun das ist nichts anderes als ein Gl├Âckchen, dass den anderen Souvagnern sagt, dies ist kein aggressiver Wilder der hier frei rumspringt, sondern dies ist ein Souvagner fremdl├Ąndischer Herkunft.

Dieses Zertifikat hast Du vielleicht schon mal an Personen gesehen. Sie tragen es als eine Rolle bei sich, oder sie h├Ąngen es sich um, da es aus gewachstem Stoff ist. Es tr├Ągt das Siegel unseres Duc. Damit ist f├╝r jeden unmissverst├Ąndlich klar, dieser Fremdl├Ąnder ist Souvagner auf Anordnung seiner Majest├Ąt. Aber Du musst dieses Zertifikat wie ein Gl├Âckchen tragen, da ansonsten ein Niederer vielleicht seinem Chevalier meldet, dass sich ein Wilder in der Gegend herum treibt. Und sollte Dich dieser Chevalier erwischen, geschieht mit Dir das, was er mit einem erwischten Wolf in einer Schafherde tun w├╝rde. Er w├╝rde Dich ohne ein Wort zu verlieren mit dem Schwert erschlagen.

Daf├╝r ist das Zertifikat. Es ist also keine Blo├čstellung, sondern wie ein Schutzgl├Âckchen, dass manche besonderen Wildtieren umbinden. Das Gl├Âckchen hei├čt ebenso, dieses Tier ist unantastbar.

Das Zertifikat wird sehr selten verliehen, es muss schon einen Grund daf├╝r geben. Aber Du hast mehrere Gr├╝nde, den Frieden rund um Souvagne, Dein eigenes ├ťberleben und die Liebe... zu Deinem neuen Heimatland und zu mir.

Falls Du den Mut hast, frage den Duc und komm Tarkan damit zuvor.
Den Weg musst Du allerdings alleine gehen, ich kann Dich dabei nicht begleiten. Ich hoffe Du w├Ąhlst diesen Weg, denn ich m├Âchte Dich weder an Tarkan, noch an Rakshanistan noch an den Tod verlieren Khawa┬┤, erkl├Ąrte Jules Khawa mental.

`Zu Deinen Fragen, Du hast gar nichts falsch gemacht Khawa. Nur falls Tarkan Deine Herausgabe verlangen sollte, da Du ein Landsmann bist, ein Sklave und ein ehemaliger Kriegsgefangener, wird der Duc dem nachkommen. Dich als Ciels Diener behalten oder Frieden zwischen den Zwergen, Almanen, dem Chaos und was wei├č ich noch wem. F├╝r was glaubst Du entscheidet sich der Duc? Er wird Dich herausgeben um den Verhandlungen nicht im Wege zu stehen. Das hat weder etwas mit Dir pers├Ânlich zu tun, noch damit dass Du etwas falsch gemacht hast.

Ja jeder Souvagner ben├Âtigt seine kleine Burg Khawa. Burg kommt von beherbergen und nichts anderes passiert hinter diesen dicken Mauern. Man verwahrt dahinter was einem lieb und teuer ist. Auch seine Lieben und seine Untertanen. Schloss hingegen sagt man kommt von verschlie├čen. Das erkl├Ąrt vielleicht auch warum hier so viele Burgen stehen und kein einziges Schloss.

Ich kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie es sich anf├╝hlt alles zu verlieren, wie Du es durchmachen musstest. Alles was man kennt, jede noch so scheinbare allt├Ągliche Belanglosigkeit, alles was man f├╝r selbstverst├Ąndlich hingenommen hat verliert man auf einen Schlag. Hinzu kommt, dass man alles verliert, was einem viel oder sehr viel bedeutet hat. Du bist in ein v├Âllig neues Leben geschmissen worden.

Mir erginge es bei Dir nicht anders. Nur h├Ątte ich im Gegensatz zu Dir die freie Wahl.

Tja Euer Leben ist auf die Weite ausgerichtet, unser Leben ist ein geschlossener enger Kreis. Wir leben in einem Bollwerk, einer gigantischen Burg um alles was uns lieb und teuer ist zu besch├╝tzen.
Dazu geh├Âren auch die Tugenden die Dich Ciel lehrte. Unn├Âtige Grausamkeit geh├Ârt nicht zu unserem Leben. Entweder t├Âtet man einen Gegner, oder man verschont ihn. Man verschont jedoch niemanden um ihn dann langsam zu Tode zu foltern. Das w├Ąre ehrlos. Ciel ist ein guter und weiser Herr, trotz seines jungen Alters. Daran gibt es nichts zu r├╝tteln.

Was Du ├╝ber den Duc gesagt hast, ist wahr. Er ist die Verantwortung in Person und ich denke niemand der nicht in so ein Amt hineingeboren wurde, m├Âchte es ausf├╝hren. Solange man die Macht genie├čen kann und freudige Dinge zu entscheiden hat, s├Ą├če sicher jeder gerne mal auf dem Thron. Aber sobald die Entscheidungen unangenehm werden und die ganze Nation auf Deine Entscheidung wartet, jeder Blick nur auf Dich gerichtet ist, ich glaube da w├╝rden die meisten schon kneifen. Und im schlimmsten Fall des Falles schaut Dein gesamtes Volk zu Dir auf und hofft dass Du in einer Hungersnot, einem Krieg oder dergleichen sofort eine L├Âsung parat hast um sie alle oder so viele wie m├Âglich von ihnen zu retten. Das erhoffen sie sich von Dir, denn Du bist ihr Herr. Und der Duc selbst verlangt sich genau jene L├Âsungen ab. Er w├╝rde niemals leichtfertig das Leben eines Souvagners riskieren.

Die anderen F├╝hrungspersonen m├Âgen ihn f├╝r weich, zu umsichtig oder vielleicht sogar f├╝r feige halten, aber das ist er nicht. Er ist schlicht und ergreifend umsichtig. Macht haben und diese nicht missbrauchen ,das ist wahre Gr├Â├če. Dass habe ich von ihm gelernt.

Nun ich rede genauso viel wie Du und mir geht es genauso schlecht. Was wirst Du tun Khawa? Falls Du Dich nicht traust den Duc anzusprechen und Du nicht auf Tarkan warten m├Âchtest, es gibt noch eine weitere M├Âglichkeit. Wir beide gehen sofort. Aber es w├Ąre eine Reise ohne Wiederkehr. Was wirst Du tun?┬┤,
fragte Jules mental.

"Ein Kaffee ist eine ausgezeichnete Idee", stimmte Jules zu.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#5

Beitragvon Khawa » Fr 19. Jan 2018, 14:33

Das Gest├Ąndnis von Jules traf den ohnehin aufgew├╝hlten Khawa. Warum brauchte es immer eine herannahende Katastrophe, ehe man begriff, was einem wirklich wichtig war? Warum hatte Jules das ihm nicht w├Ąhrend des Rittes am Strand der Azursee gesagt? Khawas Augen begegneten dem Blick, der ihn unter der Kapuze heraus traf. Fr├╝her hatte er helle Augen als kalt und gef├╝hlsleer empfunden, als ob ihn ein Fisch anglotzte. Das war lange schon anders.

`Was ich empfinde, sagte ich bereits mehrfach und ging Euch damit vermutlich sehr auf Euren gesch├Ątzten Keks. Wie es scheint, habe ich Euch jedoch inzwischen angesteckt. Ihr habt sicher nichts dagegen, wenn ich in Anbetracht dieser Umst├Ąnde meine ├äu├čerung wiederhole: Ich liebe Euch, Jules.` Khawa l├Ąchelte z├Âgerlich. Als Jules ihn jedoch fragte, wie viel Mut er habe, erstarb sein L├Ącheln. `Ich habe vor dem Feind um mein Leben gewinselt. Auf Knien.`

Jules` Worte von einer M├Âglichkeit, als geb├╝rtiger Rakshaner frei in Souvagne zu leben klangen f├╝r Khawa schier unglaublich. Er brauchte einige Momente des Nachdenkens, um das Gesagte zu verarbeiten. Er hatte bislang nicht gewusst, dass es diesen Weg ├╝berhaupt gab.`Ich werde den Duc fragen! Sobald er die Zeit findet, mich anzuh├Âren! Danke, July! Selbst wenn er mir eine riesige Kuhglocke um den Hals h├Ąngt, werde ich sie mit Freuden tragen.

Die Sache mit den Burgen habe ich so nie gesehen. Sie kamen mir nur als nach au├čen gerichtete, feindselige Bollwerke vor und weniger als etwas, das sein Inneres beh├╝tet. Dann ist meine eigene innere Burg ja auch nicht Schlechtes. Ich werde sie behalten und pflegen und darin wohnt alles, was mir lieb und teuer ist. Ihr wohnt im Donjon.`


Khawa war zutiefst ergriffen, dass Jules davon sprach, ihn begleiten zu wollen. Zu gern wollte er es glauben, doch f├╝rchtete er, dass der Chevalier das nur sagte, um ihm Mut zu machen, damit er f├╝r ihre Zweisamkeit k├Ąmpfte und dass Khawa das Gesagte nicht w├Ârtlich nehmen durfte. Dennoch war es ein sch├Âner Gedanke. Einen Moment schlosss Khawa die Augen und genoss die Vorstellung, mit Jules durch die Steppe zu reiten. Khawa w├╝rde sich anstelle einer Hy├Ąne ein Pferd besorgen, damit auch Jules sein Pferd behalten konnte. Sie w├╝rden in einem Zelt leben, umgeben vom endlosen Steppenfrieden. Den Rakshanern w├╝rden sie ausweichen, oder sich vielleicht einer vagabundierenden Truppe anschlie├čen, die vom Krieg nichts wissen wollte. So etwas gab es, meist waren das kleine Familienverb├Ąnde, wie jener, in dem Khawa geboren war. Vielleicht w├╝rden sie diese wiederfinden und er konnte Jules seiner Familie vorstellen.

"Entschuldigt mich bitte einen Augenblick, ich werde Euch einen Mokka bringen." Khawa eilte in seinem gewohnt z├╝gigen Tempo in die K├╝che, br├╝hte einen frischen Kaffee mit Gew├╝rzen und einer Prise Kakao auf.

Das Hy├Ąnenreiten musste Jules auf jeden Fall mal probieren und mit Turban w├╝rde er ausgezeichnet aussehen. Von Gufo w├╝rden die Rakshaner begeistert sein und sehen wollen, wie man damit jagt. Khawa seinerseits w├╝rde Jules die Jagd vom R├╝cken der Hy├Ąne aus beibringen.

Khawa sch├╝ttelte den Kopf, um den Gedanken loszuwerden und brachte Jules den Kaffee. Er reichte ihm die Tasse und lie├č dabei einen gro├čz├╝gigen Schluck ├╝ber die Finger des Chevaliers schwappen.

"Au weh, wie konnte ich nur! Vermaledeite Unp├Ąsslichkeit", rief er schuldbewusst und tupfte Jules die Finger mit einem Wischtuch ab, dass er zuf├Ąllig im G├╝rtel aus der K├╝che mitgenommen hatte. Er gab sich gro├če M├╝he, sie gr├╝ndlich abzutupfen, von den Fingerspitzen aus bis zu den weichen Partien zwischen den Gelenken, wo sie in die Hand m├╝ndeten.

`Auf Dauer w├╝rdet Ihr in meiner Heimat nicht gl├╝cklich werden. Es w├╝rde Euch bald schon langweilen und Ihr w├╝rdet vielleicht sogar verstehen, warum die Rakshaner Pl├╝nderfeldz├╝ge so sehr lieben, das damit einhergehende Abenteuer in der ewigen Monotonie, die uns umgibt.

Ja, ich frage den Duc. Noch heute bitte ich ihn um ein Gespr├Ąch.

Ich hatte vorhin den Eindruck, dass Ihr noch etwas sagen wollt ... was war das?`
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#6

Beitragvon Jules de Mireault » Fr 19. Jan 2018, 15:04

Jules schmunzelte Khawa an.
"Kann ja mal passieren, nicht weiter schlimm", antwortete er freundlich und trank einen Schluck Kaffee.

`Du gehst mir nicht auf den Keks, ich h├Âre es sehr gerne. Mental ist l├╝gen nicht m├Âglich Khawa, ich habe alles was ich Dir sagte genauso gemeint wie ich es Dir ├╝bermittelte. Ja ich wollte Dir noch einiges sagen.

Ich m├Âchte Dir gerne sagen, was ich genau f├╝r Dich empfinde, aber dass ist nicht so leicht. Wei├čt Du fr├╝her bestand mein Leben gr├Â├čtenteils aus Pflichten, die ich sehr gerne erf├╝llt habe. Aber Du hast mir gezeigt, dass man alles genauso erreicht, wenn man die Dinge entspannter angeht. Vor allem bin ich in Deiner N├Ąhe gl├╝cklich. Ohne Dich komme ich mir nicht mehr vollst├Ąndig vor, ohne Dich f├╝hle ich mich wie ein Nichts, v├Âllig nutzlos. Ich w├╝rde f├╝r Dich Kopf und Kragen riskieren, weil ich Dich liebe.

Und da ist noch etwas, dass ich Dir sagen m├Âchte. Es gibt eine weitere M├Âglichkeit Khawa, so dass Dir nichts geschehen wird. Eine M├Âglichkeit, wo Du nicht auf die Antwort des Ducs angewiesen bist.

Die M├Âglichkeit sieht wie folgt aus... wir beide verlassen jetzt sofort den Hoheitlichen Hof, wir passieren auf schnellstm├Âglichem Weg die Grenze und lassen Souvagne hinter uns. Du w├Ąrst frei, wir beide w├Ąren frei und k├Ânnten zusammenleben. Allerdings k├Ânnten wir nie wieder nach Souvagne zur├╝ckkehren, denn was ich Dir hier gerade vorschlage ist Hochverrat.

Ich bin das pers├Ânliche Himmelsauge des Duc und ihm somit pers├Ânlich verpflichtet. Sollte man mich danach jemals auf souvagnischem Boden erwischen, werde ich als Hochverr├Ąter ├Âffentlich hingerichtet. Falls Du auf diese Weise fliehen m├Âchtest, bin ich an Deiner Seite. Ich stehe Dir bei, aber triff diese Entscheidung bitte nicht leichtfertig. Keine Ahnung wo wir da leben w├╝rden, aber eine Option w├Ąre die Handelsallianz oder vielleicht Rakshanistan, weit weg von Tarkan. Das m├╝sstest Du wissen, da Du Dich in Rakshanistan auskennst.

M├Âchtest Du jetzt sofort gehen oder wirst Du den Duc um Deine Freiheit bitten Khawa? Welche Entscheidung Du auch triffst, ich geh├Âre zu Dir. Sogar wenn Du eine riesige Kuhglocke um den Hals tr├Ągst┬┤,
├╝bermittelte Jules als Antwort.

Jules trank seinen Kaffee aus, dr├╝ckte Khawa die Tasse in die Hand und streichelte dabei liebevoll ├╝ber dessen Finger.

`Misst man Mut daran, ob jemand freiwillig in den Tod geht? Diese Person w├╝rde ich nicht als mutig, sondern als wahnsinnig bezeichnen Khawa. Ich habe schon viele scheinbar mutige M├Ąnner gesehen, deren Kameraden mit den grausamsten Verletzungen im Dreck lagen.

Jene hatten nicht mal den Mut, das Leid ihrer Kameraden zu beenden. Ohne Sinn und Verstand vorst├╝rmen und sein Leben wegwerfen, n├╝tzt weder Dir, Deinem Land noch der Sache. Du wirst einfach nur sterben. ├ťberleben bedeutet, dass es danach immer noch einen Weg geben kann. F├Ąllst Du in der Schlacht, gibt es nur noch einen Weg. Dein Buch schlie├čt sich wie man so sagt.

Du warst nicht feige, Du warst auch nicht mutig. Du hattest wie jeder gesunde Mensch einfach Angst und hast um Dein Leben gebettelt. Vorsicht ist keine Feigheit und Dummheit kein Mut. Zudem wirst Du mich doch wohl kaum beschuldigen, dass ich mir einen Feigling oder einen Irren als Mann ausgesucht habe oder? Ein Tollpatsch w├╝rde ich noch durchgehen lassen, der bist Du. Aber mittlerweile liebe ich Dich sogar daf├╝r┬┤,
grinste Jules Khawa an.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#7

Beitragvon Khawa » Mo 22. Jan 2018, 02:03

Freiheit
22.01.203 nach der Asche

Chat-rpg


Khawa
Es war gar nicht so einfach, den Duc im Trubel abzupassen. Die Staatsg├Ąste und die Dienerschaft hatten sich im Schloss zu verteilen begonnen und Khawa musste den m├Ąchtigsten Mann von Souvagne erst suchen. Endlich fand er dessen Leibdiener. ┬╗Fabien, ich muss dringend den Duc sprechen┬ź, brachte der Rakshaner mit bebender Stimme hervor.

Fabien
Fabien musterte Khawa besorgt, ehe er sprach. ┬╗Es ist hoffentlich Prinz Ciel nichts geschehen? Folge mir Khawa┬ź, bat der Leibdiener des Duc und f├╝hrte den Rakshaner umgehend zum Gro├čherzog. ┬╗Eure Hoheit, der Leibdiener Eues Sohnes Prinz Ciel de Souvagne w├╝nscht Euch dringend pers├Ânlich zu sprechen. Gestattet Ihr ihm diese Unterredung?┬ź, fragte Fabien h├Âflich und respektvoll.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc musterte Khawa und nickte freundlich. ┬╗Es ist ihm gestattet┬ź, antwortete er.

Khawa
Mit klopfendem Herzen trat Khawa vor den Duc und verneigte sich. Die Miene von Maximilien Rivenet de Souvagne war freundlich, dennoch f├╝rchtete Khawa sich wie an einem ersten Tag in Souvagne, als man ihn aus seinem alten Leben gerissen hatte. Genau wie damals stand nichts geringeres als seine Freiheit auf dem Spiel. ┬╗Herr, es tut mir leid, dass ich Euch an einem Tage wie diesem behelligen muss! Es ist wegen Tarkan ... ich muss Euch etwas fragen!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Innerlich atmete der Duc auf, da es sich nicht um ein Problem mit Ciel oder etwas Schlimmeren handelte. Allerdings war Tarkan momentan auch keine zu verachtende Gr├Â├če im Weltgeschehen ihrer almanischen Region. Khawa hatte bereits einmal gute Informationen zur Hand gehabt, dies konnte erneut der Fall sein. Der Duc gab seinem Leibdiener mit Fingerzeig zu verstehen, dass er w├╝nschte ungest├Ârt zu sein. Fabien instruierte die Wachen vor der T├╝r und schloss diese. Danach bezog er Posten neben seinem Herrn. ┬╗Rede offen Khawa, was bedr├╝ckt Dich oder was m├Âchtst Du uns mitteilen bezogen auf den Tarrik?┬ź, hakte der Duc nach.

Khawa
Ihm fiel auf, dass er vor lauter Aufregung vergessen hatte, die Frage Fabiens zu beantworten. ┬╗Also meinem jungen Herrn geht es sehr gut, er spricht gerade mit seinem Bruder Prince Dreaux. Und ich habe in der Zwischenzeit mit Chevalier Jules de Mireault gesprochen, weil ich mir Gedanken gemacht habe. Tarkan k├Ânnte meine Herausgabe verlangen, als Zeichen Eures guten Willens, da ich Kriegsgefangener bin. Mit dem Ende der Kampfhandlungen werden Gefangene ├╝blicherweise dahin zur├╝ckgeschickt, wo sie herkamen. Allein, ich will ├╝berhaupt nicht dorthin zur├╝ck. Ich f├╝hle mich nicht mehr als Rakshaner.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc nickte verstehend. ┬╗Nun das mag sein Khawa, aber was Du ┬╗willst┬ź ist in dem Fall nicht von Belang. Es mag sein, dass Du Dich nicht mehr als Rakshaner f├╝hlst, aber die Situation ist eine prik├Ąre. W├╝rde Tarkan Deine Herausgabe verlangen, w├╝rden wir der Bitte entsprechend. Du bist das Eigentum unseres Sohnes. Folglich entscheiden wir auch ├╝ber Dein Schicksal. Sollte nur Deine Herausgabe zwischen dem Frieden von drei autarken L├Ąndern uns eingerechnet vier L├Ąndern stehen, werden wir nicht das Leben von vier V├Âlkern f├╝r einen Leibeigenen opfern. Ist Dir dies nicht bewusst?┬ź, fragte der Duc.

Khawa
Khawa bekam Angst. War das ein Nein gewesen? Unsinn, wenn der Duc Nein meinen w├╝rde, w├╝rde er Nein sagen! Er war einfach noch nicht ├╝berzeugt.
┬╗Ja, das ist mir bewusst, Herr┬ź, antwortete Khawa so ruhig, wie er es vermochte. ┬╗Mein Wohlergehen ist v├Âllig bedeutungslos. Aber ich denke an das Wohl von Souvagne! Ich habe Souvagne und die almanischen Tugenden zu lieben gelernt. Darum m├Âchte ich den Verhandlungen keinesfalls als potenzielles Streitobjekt im Wege stehen. Ich habe mich Chevalier de Mireault anvertraut, weil ich so in Sorge war und er hat mir sein wertvolles Ohr geliehen und seine wertvolle Zeit. Es geht um den gr├Â├čten Friedenspakt seit Jahrzehnten oder vielleicht auch Jahrhunderten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Gro├čherzog neigte minimal sein Haupt und schmunzelte Khawa an. ┬╗Das haben wir nie behauptet Khawa. Du bist der Leibeigene von Ciel, folglich hast Du einen Wert. Jeder unserer Domestiken hat einen Wert vom H├Âchsten bis zum Niedersten. Aber Dein pers├Ânlicher Wert ├╝bersteigt nunmal nicht den der Bev├Âlkerung von vier L├Ąndern. Deine Sorge um uns, sprich Souvagne ehrt Dich. Aber woraus besteht Deine Sorge Khawa? Dies erschlie├čt sich uns nicht. Erkl├Ąre Dich, was genau meinst Du? Und was hast Du mit Jules beredet? Um Dir eventuell helfen oder Dir wenigstens Deine Sorge nehmen zu k├Ânnen, musst Du offen mit uns sprechen. Was Du anf├╝hrst ist richtig, es geht um einen Frieden der nicht nur uns, sondern hoffentlich auch Generationen noch nach uns betrifft. Bez├╝glich Tarkan warst Du uns bereits einmal ein guter Ratgeber. Wir h├Âren Dir zu┬ź, antwortete Maximilien freundlich.

Khawa
Khawa wurde bewusst, dass er ja noch nicht einmal die Frage gestellt hatte, w├Ąhrend der er hier ├╝berhaupt vor dem Duc stand. Wie sollte der Duc auf eine Frage antworten, die er nicht zu h├Âren bekam? Hoffte Khawa, dass der Duc von sich aus das Angebot machte? Bl├Âdsinn, Maximilien Rivenet de Souvagne war der Duc! Er machte keine Angebote, man bat ihn! Aber was, wenn Khawas Frage alles noch schlimmer machen w├╝rde? Unsicher drehte Khawa sich zur T├╝r um, aber die konnte ihm auch nicht weiterhelfen. Da stand kein Ciel, der ihm sagen w├╝rde, was er zu tun hatte und kein Jules, der ihm beistand. Nicht einmal Fabien als Kollege war zugegen. Er musste allein hier durch und er musste endlich den Mut finden, das Problem beim Namen zu nennen, wie h├Ąsslich dieser Name auch war. Er sah wieder nach vorn.
┬╗Herr, in Rakshanistan gelte ich als Verr├Ąter. Ich habe um mein Leben gebettelt und mich somit gefangen nehmen lassen. Nun diene ich aus Tarkans Sicht dem Feind. Wenn man mich ausliefert, werde ich behandelt werden wie das, was ich bin. Wie man in Souvagne mit Verr├Ątern umgeht, so tut man es auch in Rakshanistan, vielleicht noch grausamer.┬ź Er musste es tun. Er musste ein zweites Mal tun, wof├╝r Tarkan ihn verachtete. Erneut ging er auf die Knie und begann zu heulen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc musterte den Mann vor ihm auf Knien f├╝r den Hauch einer Sekunde mit mitleidigem Blick. ┬╗Hochverrat wird bei uns mit dem Tode geahndet. Allerdings w├╝rden wir keinen Kriegsgefangenen als Verr├Ąter werten. Verrat bedarf einer bewussten Entscheidung. Nun gut wir verstehen Dein Problem. Solange Du unser Eigentum bist, bist Du unantastbar. Niemand hat das Recht des Prinzen Eigentum zu besch├Ądigen oder gar zu t├Âten. Dies w├Ąre Hochverrat an der Krone. Allerdings w├Ąrst Du nicht mehr durch uns gesch├╝tzt, solltest Du ausgeh├Ąndigt werden. Dennoch k├Ânnen wir Dein Leben nicht ├╝ber das aller Souvagner erheben Khawa, wir k├Ânnten um Milde f├╝r Deine Person ersuchen bei Herausgabe. Du bist nicht umsonst hergekommen, was genau erbittest Du von uns? Dass Du Dich mit unserem Sohn verstehst und trotz des einen oder anderen Missgeschicks ein ausgezeichneter Leibdiener bist, wissen wir. Einem Leibdiener wird zudem ein anderer Status zu Teil aufgrund seiner T├Ątigkeit. Fabien genie├čt unser vollstes Vertrauen. W├╝rde er dies nicht genie├čen, so k├Ânnten wir ihn nicht in dieser unmittelbaren N├Ąhe zu uns dulden. Ebenso wird Deine N├Ąhe zu unserem Sohn, ohne jede Schranke sein. Du wirst seine privatesten, intimsten Gedanken, wie auch seine Vorlieben und Abneigungen kennen. Du wirst seine K├Ârperlichkeit kennen wie auch seine k├Ârperlichen Gebrechen, so denn er einmal erkrankt ist. Und jeden Morgen ist Dein Rasiermesser n├Ąher an seiner Kehle, als jemals das Messer eines anderen Mannes sich ihm n├Ąhern d├╝rfte ohne auf dem Block daf├╝r zu landen. Wir verstehen Dich und Deine Angst. Wir achten Deinen Wert, Du hast uns nie entt├Ąuscht. Wir w├╝rden Deinen Tod bedauern, dies sei Dir versichert und wir w├╝nschen ganz gewiss Deinen Tod nicht. Aber was genau w├╝nscht Du? Dass wir die Friedensverhandlungen daf├╝r nicht ┬╗kippen┬ź k├Ânnen muss Dir bewusst sein. Hast Du eine L├Âsung die Dir vorschwebt bez├╝glich des Tarrik oder sollen wir uns eine L├Âsung einfallen lassen? Die unsere w├Ąre wie immer zuerst das Gespr├Ąch┬ź, antwortete der Duc.

Khawa
Khawa schniefte und riss sich zusammen. Zu Heulen hatte noch nie irgendwem geholfen, man musste sich des Problems konstruktiv widmen. Nun gut, es hatte ihm einst das Leben gerettet, aber das hie├č nicht, dass es das auch jetzt tun w├╝rde.
┬╗Verzeiht bitte. Es ist alles etwas aufw├╝hlend. Mit Jules ... also Chevalier de Mireault hat mir das, was ich jetzt sagen werde, nicht empfohlen. Er hatte mir lediglich zugeh├Ârt und sich seine Gedanken gemacht. Fakt, also Fakt ist, er sagte mir, es g├Ąbe theoretisch und rein hypothetisch die M├Âglichkeit, dass ich Euch um meine Freiheit bitte. Darum m├Âchte ich das Tun und die Theorie in die Praxis umsetzen. Ich bitte Euch untert├Ąnigst um meine Freiheit, Herr. Weil ebenso Fakt ist, dass, dass, dass ...┬ź
Er r├Ąusperte sich, um das Stottern zu unterbrechen. Derart viel Angst hatte er seit langem nicht empfunden. Er hatte keinerlei Ahnung, wie der Duc reagieren w├╝rde. Wie sollte er es formulieren, ohne dass er alles noch schlimmer machte?
┬╗Und, au├čerdem ...┬ź Er konnte nicht. Er konnte es nicht aussprechen. Er zog seinen Schleier bis ├╝ber die nassen Augen, so dass er nur noch Schw├Ąrze sah und versteckte sich hinter seiner Hand. ┬╗Tut mir leid, Herr. Ich rei├če mich zusammen und gehe wieder an die Arbeit.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc musterte Khawa. ┬╗Nun Khawa wann Du Dich von einer Audizenz zur├╝ckzieht, beziehungsweise gehen darfst, dass entscheiden wir nicht Du. Es w├Ąre unh├Âflich den Gro├čherzog zu ├╝berfallen, ihm ein Problem halb zu schildern und ihn dann ohne dessen Aufforderung oder Erlaubnis zu verlassen. Wir beenden eine Audienz Khawa, nicht Du oder sonst wer in diesem Land. Aber wir wissen auch, dass Dein sonderbares Betragen Deinen aufgew├╝hlten Gef├╝hlen zu Grunde liegt, drum betrachten wir Deinen Vorschlag mit einem Augenzwinkern.
Nun zu Deiner Bitte und Deinem Problem. Wir k├Ânnen jeder leibeigenen Person die Freiheit schenken, dies liegt in unserer Macht. Dein Problem w├Ąre allerdings dann, dass Du nicht mehr durch die Krone gesch├╝tzt w├Ąrst. Du als Ciels Eigentum stehst gleichg├╝ltig wo Du bist unter unserem Schutz. Als freier Mann hingegen m├╝sstest Du nur einen Fu├č ├╝ber die souvagnische Grenze setzen und Tarkan k├Ânnte Dich ohne jede Repressalie erschlagen.
Eine L├Âsung w├Ąre, dass Du als freier Mann in ein Land ziehst, in das Tarkan Dich ohne weiteres nicht verfolgen w├╝rde. Gehen wir davon aus, dass Du nach Naridien ziehen wirst. Dieses Volk ist gerade zu besch├Ąmend liberal. Nun wie es sei, Du w├╝rdest in dem Falle einen Vorsprung vor Tarkan ben├Âtigen. Dies hie├če, wir k├Ânnten Dir umgehend die Freiheit schenken und w├╝rden die Sache auf uns beruhen lassen. Sollte Tarkan nach Deiner Person fragen, w├╝rden wir diesem mitteilen, dass Du unsere Dienste auf Bitten verlassen hast.
Bis jetzt hat Tarkan nicht um Deine Aush├Ąndigung gebeten und es gilt stets die erste F├╝rbitte. Sollte er sich ├╝ber Dein Abhandenkommen gr├Ąmen, nun dann h├Ątte er vorher fragen m├╝ssen. Denn bis jetzt warst Du nicht Teil der Verhandlungen. Ist es dies was Dir vorschwebt?┬ź, hakte der Duc freundlich nach.

Khawa
Khawa schrumpfte ein St├╝ck und bekam ein hei├čes Gesicht. Er richtete seinen Schleier und stellte sich wieder vern├╝nftig hin. ┬╗Ich bitte um Verzeihung, Herr┬ź, sagte er zum x-ten Mal, in dem kl├Ąglichen Versuch, irgendwie gerade zu biegen, was er hier verzapfte. ┬╗Ich m├Âchte Souvagne ├╝berhaupt nicht verlassen und auch nicht Prince Ciels Dienste. Ich m├Âchte ja hierbleiben. Darum w├Ąre es auch unerheblich, ob Tarrik Tarkan mich au├čerhalb der Grenzen tot sehen will. Das will er auch so, da bin ich mir sicher. Ob ich ein freier Mann w├Ąre oder ein Sklave spielt daf├╝r keine Rolle. Aber er k├Ânnte keine Herausgabe mehr verlangen. Und noch etwas m├Âchte ich anmerken. Es ist nicht wichtig, aber vielleicht dem Gesamtbild dienlich. Vielleicht auch nicht. Also, ich, ├Ąh, also wie gesagt sprach ich mit dem ehrenwerten Chevalier ... es gibt eine Person in Souvagne, um die ich werben m├Âchte. Aber das kann ich nicht als Sklave.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc st├╝tzte sein Kinn auf seine Hand und h├Ârte Khawa aufmerksam zu. ┬╗Wir akzeptieren Deine Entschuldigung, wie gesagt wir messen Deinem Verhalten keine Boshaftigkeit oder Respektlosigkeit bei, sondern Nervosit├Ąt. In Anbetracht dessen, was Dich erwarten k├Ânnte, ist dies durchaus verst├Ąndlich.
Nun dann fassen wir mal zusammen, Du bittest um Deine Freiheit, Du bittest darum in Ciels Dienst bleiben zu d├╝rfen und Du bittest darum hierbleiben zu d├╝rfen - folglich um Einb├╝rgerung?
Das ist korrekt Khawa. Als Leibeigener darfst Du nur um Personen werben, die ebenfalls Leibeigene Deines Herrn sind. Da Ciel nur Dich besitzt, h├Ątte sich die Sache damit er├╝brigt. Oder bittest Du darum in den Dienst eines anderen Herrn zu wechseln? Nun Khawa es mag vielleicht so erscheinen, ob Gef├╝hle keine Rolle spielen w├╝rden, aber niemandem n├╝tzt ein stets ungl├╝cklicher und unaufmerksamer Leibdiener.
Ebenso w├╝rden wir f├╝r die Magd eines Lehen entscheiden, die auf einem anderen Lehen ihre Liebe gefunden hat. Sicher wird der eine Lehnsherr eine Summe der Auszahlung leisten m├╝ssen, aber letztendlich findet sich ein Weg, wenn man m├Âchte.
Und auch uns sind Gef├╝hle dieser Art durchaus bekannt, auch wenn wir diese nicht offen zur Schau tragen. Oder nicht in dem Ma├če, wie wir es uns manchmal gerne w├╝nschen w├╝rden. Wir sind keine Person, die dem pers├Ânlichen Gl├╝ck eines anderem im Wege steht, sollte es uns m├Âglich sein. Wer ist die Person um die Du werben m├Âchtest? Kennen wir sie? Und bitte benenne uns Deine genaue F├╝rbitte┬ź, antwortete der Duc.

Khawa
Khawa keuchte erleichtert. Der Duc hatte nicht mit Zorn reagiert und ihn w├╝tend herausgejagt oder ihn gleich zum Scharfrichter geschickt, damit er ihm seine Verfehlungen austrieb.
┬╗Ich m├Âchte untert├Ąnig darum bitten, als freier Mann und B├╝rger Souvagnes weiterhin als Leibdiener im Dienst von Prince Ciel Felicien de Souvagne leben zu d├╝rfen. Die Person ist Euch bekannt, aber ich m├Âchte sie nicht in Misskredit bringen und darum bitte ich Euch darum, dazu schweigen zu d├╝rfen. Ich wei├č ja noch nicht einmal, ob diese Person meine Gef├╝hle erwidert, denn nat├╝rlich wei├č diese noch gar nichts von den meinen.┬ź Es fiel Khawa nicht leicht, dem Duc, der so freundlich geblieben war, so unverbl├╝mt ins Gesicht zu l├╝gen, doch das war nichts, wo die Wahrheit angebracht w├Ąre. Sie w├╝rde ein allzu blutiges Ende bedeuten.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc nickte zustimmend. ┬╗In Anbetracht der Lage, schenken wir - Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, dem Leibeigenen Khawa seine Freiheit. Ferner geben wir seiner F├╝rbitte auf Einb├╝rgerung statt. Er m├Âge sich hierf├╝r gemeinsam mit unserem Leibdiener Fabien in der Amtsstube des Hofmarschalls einfinden um unser Dekret zertifizieren zu lassen.
Das Zertifikat ist uns nach Ausstellung des Hofmarschalls umgehend vorzulegen, zwecks Besiegelung.
Unsere Begr├╝ndung Deiner F├╝rbitte zu entsprechen, auch wenn unsere Person nicht gehalten ist, einer Person - gleichg├╝ltig welchen Ranges Rechenschaft ablegen zu m├╝ssen.
Deine Freilassung Khawa dient Souvagne. Weder wirst Du als Eigentum den Friedensverhandlungen im Wege stehen, noch wirst Du den Dienst als Leibdiener bei unserem Sohn quittieren. Ferner ist es Dir als freier Mann gestattet, frei zu werben. Dir sei nur erl├Ąutert, wirbst Du um eine unfreie Person, ist diese gegebenenfalls von Dir fiskalisch auszul├Âsen. Dies zu unserer Entscheidung.
Kniet nieder vor Eurem Duc Souvagner Khawa Laurent Rousseau und leistet uns den Treueschwur f├╝r jetzt und immer dar┬ź, befahl der Duc.

Khawa
Khawa war ├╝berw├Ąltigt. Der Duc schenkte ihm tats├Ąchlich die Freiheit! Jetzt blo├č keinen Fehler machen! Er riss sich extrem zusammen und versuchte, seine Gedanken zu ordnen, um einen vern├╝nftigen Treueschwur zustande zu bekommen. Etwas schief kniete er sich nieder.
┬╗Ich, Khawa Laurent Rousseau, schw├Âre Euch, Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, Treue bis zum Tod.┬ź
Er presste die Lippen zusammen und verkniff sich die Frage, ob das jetzt richtig war.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc nickte Khawa knapp zu. ┬╗Erheben Sie sich Monsieur Rousseau, wir nehmen Ihren Schwur an. Eilen Sie sich, bevor erneut die Verhandlungen beginnen. Unseres Wissens nach hat die Amtsstube von Hofmarschall Adrien Meunier nicht den ganzen Tag ge├Âffnet.
Das ├╝berreichte und besiegelte Zertifikat ist von Ihnen stets bei sich zu tragen. Vergessen Sie Ihre Aufgabe nicht, Fabien wird Ihnen zur Seite stehen. Sie d├╝rfen sich entfernen um Ihren Amtsgesch├Ąften umgehend nachzukommen┬ź, entschied der Duc freundlich.

Khawa
┬╗Danke┬ź, rief Khawa freudig und zutiefst ger├╝hrt. Am liebsten h├Ątte er dem Duc seine Stiefelsohlen gek├╝sst. Er erhob sich und strahlte bis zu beiden Ohren. Er verneigte sich und ging in dieser Haltung r├╝ckw├Ąrts zur T├╝r hinaus. Von drau├čen konnte er es sich nicht verkneifen, freudig ┬╗Tausend Mal danke┬ź zur T├╝r hinein zu rufen, als diese gerade geschlossen wurde. Khawa war derart gl├╝cklich, dass er sich Fabien krallte und diesen fest umarmte.

Fabien
Fabien starrte Khawa etwas baff an, klopfte ihm kurz freundschaftlich auf den R├╝cken und schob ihn dann auf eine Armesl├Ąnge von sich.
┬╗Was immer Du den Duc gefragt hast Khawa, er scheint es Dir erlaubt zu haben. Also Deine Freude ist scheinbar riesig und ansteckend, aber ich wei├č leider nicht warum Du Dir so ein Bein ausfreust. Am besten gehen wir beide wieder an unseren Dienst. Freut mich dass der Duc Dir helfen konnte┬ź, sagte Fabien freundlich und knuffte Khawa.

Khawa
┬╗Ich bin ein freier Mann! Ich bin ein B├╝rger Souvagnes!┬ź, rief Khawa viel zu laut und drehte sich einmal an der Stelle. ┬╗Der Duc hat mir die Freiheit geschenkt! Willst du meinen neuen Namen wissen?┬ź Khawa wartete gar nicht auf Fabiens Antwort. ┬╗Khawa Laurent Rousseau! Das klingt so sch├Ân! Wir m├╝ssen zum Hofmarschall Adrien Meunier, er muss das Zertifizieren. Bringst du mich bitte hin?┬ź

Fabien
Fabien nickte und hielt Khawa kurz fest. ┬╗Frei und eingeb├╝rgert? Nun dann meinen herzlichen Gl├╝ckwunsch, ein seltenes Gut. Wir nennen uns trotzdem weiter beim Vornamen oder? Wirst Du weiter im Dienst des Prinzen bleiben? Richtig, ohne das Zertifikat kann es b├Âse enden. Wir gehen umgehend zum Hofmarschall. Wir m├╝ssen uns beeilen, er nimmt seinen Dienst sehr genau, vor allem die Pausenzeiten┬ź, erkl├Ąrte Fabien grinsend.

Khawa
Khawa folgte Fabien zum Hofmarschall. ┬╗Ja, nat├╝rlich tun wir das! Oder d├╝rften wir das nicht? Bist du etwa auch, ich meine, bist du unfrei? Ich bleibe im Dienste von Herrn Ciel, ich bleibe dir also erhalten, mach dir keine Hoffnungen.┬ź Er knuffte Fabien gut gelaunt.

Fabien
┬╗Ja ich bin unfrei, ich bin der Leibeigene des Duc. Ich geh├Âre seiner Majest├Ąt pers├Ânlich. Sozusagen bin ich ein Teil von ihm, wenn Du so m├Âchtest. Nun ich habe mir keine negativen Hoffnungen gemacht, wir haben uns doch immer verstanden. Als freier Mann dem Prinzen zu dienen wird sicher eine Herausforderung werden┬ź, grinste Fabien. Er f├╝hrte sie zur Amtsstube und r├╝ttelte an der T├╝r. ┬╗Zu. Vermutlich ist er zu Tisch. Wir werden ihn von dort abholen und der soll das Zertifikat sofort ausstellen komm┬ź, erkl├Ąrte Fabien und ging vor in den Speisesaal.

Khawa
┬╗Warum sollte das eine Herausforderung werden? Ist es dann schlimmer, wenn ich versehentlich ein Tr├Âpfchen Kaffee auf den einen oder anderen Chevalier verkleckere? Niemand kann verlangen, dass ich pl├Âtzlich mit ├╝bermenschlichen F├Ąhigkeiten ausgestattet bin.┬ź Zerknirscht betrachtete er die verschlossene T├╝r. Er hoffte, dass Fabien recht damit hatte, dass sie den Hofmarschall im Speisesaal finden w├╝rden.

Fabien
┬╗Nein, im Gegenteil. Du bist ja eine freie Person. Was nicht hei├čt, dass Dein Verhalten nicht Ciel besch├Ąmen k├Ânnte. Oder Du Dir alles erlauben darfst. Aber einige Dinge mehr als fr├╝her schon. Der Typ ist langsam Khawa, aber gr├╝ndlich. Wir bekommen das schon hin, keine Sorge┬ź, sagte Fabien gut gelaunt und deutete auf einen dicken Mann der sich gerade ein H├Ąhnchen schmecken lie├č. ┬╗Dort ist er┬ź, lachte Fabien.

Khawa
┬╗Aber was meinst du dann mit Herausforderung? Darf ich den Mann beim Essen st├Âren? Ich frag ihn einfach.┬ź Khawa begab sich zum Hofmarschall. Er hatte so gute Laune, dass er nicht warten wollte, er wollte es unbedingt schriftlich haben, damit es wirklich amtlich war und nicht mehr so ohne Weiteres widerrufen werden konnte. ┬╗Darf ich Euch beim Essen st├Âren? Es geht um eine wichtige Angelegenheit, die der Duc mir aufgetragen hat. Ich sollte mich sofort zu Euch begeben, um mir sein Dekret zertifizieren zu lassen, welches besagt, dass ich fortan ein freier Mann und B├╝rger Souvagnes bin.┬ź

Hofmarschall Adrien Meunier
Der Hofmarschall guckte zuerst erbost, aber als er h├Ârte worum es ging wechselte sofort sein Blick. ┬╗Nat├╝rlich d├╝rft Ihr st├Âren, wenn seine Majest├Ąt nach einem Zertifikat verlangt. Dazu m├╝ssen wir uns zur Amtsstube begeben┬ź, erkl├Ąrte Meunier. Er warf kurz einen sehns├╝chtigen Blick auf das H├Ąhnchen, dann schnappte er es sich kurzentschlossen samt Teller und marschierte vorne weg

Fabien:
Der Leibdiener des Duc schaute verdutzt hinterher. ┬╗Das ging schneller als erwartet, aber gut besser so als anders herum. Ihm nach Khawa┬ź, freute sich Fabien.

Khawa
Das brauchte er Khawa nicht zwei Mal sagen. Der ehemalige Rakshaner machte, dass er dem Hofmarschall hinterher kam, der trotz seiner Statur erstaunlich flink zu Fu├č war.

Fabien
┬╗Ich glaube er folgt dem H├Ąhnchenduft┬ź, lachte der Leibdiener des Duc leise.

Hofmarschall Adrien Meunier
Hofmarschall Adrien Meunier dr├╝ckte Khawa den H├Ąhnchenteller in die Hand und schloss die Amtsstube auf. Er steckte den Schl├╝ssel weg und nahm ihm umgehend das H├Ąhnchen wieder ab. Sorgf├Ąltig plazierte er es auf einem anderen Schreibtisch, ehe er sich an seinen eigenen setze und alles n├Âtige bereit legte. ┬╗Gut dann wollen wir mal┬ź, sagte er freundlich und wischte sich seine fettigen Finger am Wams ab. ┬╗Wann wurdet Ihr eingeb├╝rgert und wie ist Eurer b├╝rgerlicher Name?┬ź, hakte der Hofmarschall nach.

Khawa
┬╗Ich wurde soeben eingeb├╝rgert und mein Name lautet Khawa Laurent Rousseau! Klingt das nicht sch├Ân?┬ź

Hofmarschall Adrien Meunier
Hofmarschall Adrien Meunier nickte zustimmend und schrieb auf das vorgegebene Zertifikat das Datum wie auch den neuen Namen. ┬╗So. Mit heutigem Datum, den 21.01.203 wurde Monsieur Khawa Laurent Rousseau eingeb├╝rgert. Bei Vorgenannten handelt es sich um einen souvagnischen B├╝rger, fremdl├Ąndischer Herkunft. Bittesch├Ân. Seid vorsichtig, diese Tinte muss gut trocknen, sie kann nicht ausgewaschen werden. Sie m├╝ssen dies Zertifikat von unserer Hoheit noch besiegeln lassen. Dann ist es amtlich┬ź, erkl├Ąrte Meunier.

Khawa
┬╗Danke┬ź, rief Khawa und konnte sich nur mit M├╝he zusammenrei├čen. Begeistert betrachtete er das Zertifikat und konnte sich nicht entscheiden, ob er es so vorsichtig wie ein Porcellainservice tragen oder zusammenknautschen und an seine Brust dr├╝cken sollte. Nat├╝rlich trug er es and├Ąchtig vor sich her, damit ja nicht die Tinte verlief. ┬╗Schau nur, Fabien┬ź, jauchzte er und machte sich auf den weg zum Duc.

Fabien
Fabien freute sich mit Khawa und nickte beipflichtend. ┬╗Halte es am besten an den ├Ąu├čeren Ecken damit es gerade bleibt. Es darf nicht verschmieren. Und puste nicht drauf rum, dann verwischt die Tinte nachher auch. Lass uns direkt zur├╝ck zum Duc gehen. Sobald das Siegel auf dem Zertifikat ist, wird es noch einmal vorsichtig geb├╝gelt. Dass kann ich f├╝r Dich tun. Damit ist die Farbe versiegelt┬ź, erkl├Ąrte Fabien und eilte Khawa hinterher.

Khawa
┬╗Ja, bitte mach das! Es w├╝rde mich freuen, wenn du das tust. Ist es dann wasserfest? Schau nur, die sch├Âne Handschrift vom Hofmarschall! Wie sch├Ân mein Name aussieht! K├╝ndigst du mich dem Duc an? Ich kann ja nicht einfach reinplatzen.┬ź

Fabien
┬╗Ja sicher mache ich das f├╝r Dich. Ich k├╝ndige Dich an, warte hier und falls er Dich auffordert ihm zu folgen. Dann warte bis er aufgestanden ist und drei, vier Schritte vor die her gelaufen ist. Erst dann folgst Du ihm. Ich gehe vorne weg und ├Âffne ihm die T├╝ren nur Bellamy hat neben mir das Anrecht als sein Palaisin. Bis gleich┬ź, sagte Fabien und verschwand wieder im Thronsaal. Es dauerte einen Moment, dann wurde die T├╝r von innen ge├Âffnet. ┬╗Du darfst eintreten┬ź, erkl├Ąrte Fabien h├Âflich.

Khawa
Khawa trat mit dem Zertifikat in den H├Ąnden ein, das er noch immer so vorsichtig wie ein Heiligtum an den Ecken festhielt. Er wusste, dass er nicht so breit grinsen sollte, aber er konnte nicht anders. Zum Gl├╝ck trug er seinen Gesichtsschleier, da sah es nicht ganz so unh├Âflich aus. ┬╗Eure Durchlaucht, ich habe das Zertifikat!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc schmunzelte Khawa an. "Wie ich sehe seit Ihr bereits zur├╝ck Rousseau, dies freut uns. Es w├╝rde uns ebenso freuen, w├╝rdet Ihr diesen seltsamen Hut abnehmen, jetzt da Ihr einer der unseren seid. Bei uns ist es ├╝blich, sein Gesicht zu offenbaren. Ein verdecktes Gesicht, ist gleichzusetzen mit einem geschlossenen Visier, es bedeutet k├Ąmpferische Absichten. Dies zu Eurer Erl├Ąuterung. Reicht uns die Urkunde Rousseau, wir werden diese Euch umgehend besiegeln. Und vergesst bitte nicht unseren Sohn ├╝ber den neuen Umstand zu informieren. Er sollte es aus Eurem Munde h├Âren und nicht durch den Tratsch am Hofe. Folgt mir", befahl der Duc. Maximilien erhob sich von seinem Thron und suchte seine eigene Amtsstube auf. Fabien ├Âffnete ihm die T├╝ren und schob ihm selbstverst├Ąndlich den Stuhl zu recht. Er reichte seinem Herrn das Siegel wie auch das Siegelwachs. Danach entz├╝ndete er sofort eine Kerze und hielt sie bereit. Der Duc las sich einmal das Zertifikat durch, dann hielt er das Siegelwachs ├╝ber die Kerzenflamme und tropfte einige Kleckse aufs Zertifikat. Einen Moment sp├Ąter dr├╝ckte er das Siegel hinein.

Fabien
Fabien nahm seinem Herrn das Wachs wie auch das Siegel wieder ab und legte es zur├╝ck in die Schattulle. Danach hob er vorsichtig das Zertifikat auf und nahm es an sich. ┬╗Herr ich bot Khawa an, das Zertifikat f├╝r ihn zu b├╝geln. Darf ich Euch einen Moment Euch selbst ├╝berlassen?┬ź, fragte Fabien h├Âflich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc nickte zustimmend. ┬╗Nur zu, geht nur. Wir erwarten Euch in sp├Ątestens einer Stunde zur├╝ck┬ź, erkl├Ąrte der Duc freundlich. ┬╗Willkommen in unserer Mitte als einer der unseren┬ź, hie├č er Khawa als Souvagner willkommen.

Bild

Khawa
Als der Duc das Siegel auf das Pergament dr├╝ckte, schloss Khawa kurz die Augen. Es dauerte nur einen Wimpernschlag an, doch in diesem winzigen Moment wurde er von seinen Gef├╝hlen nahezu ├╝berrollt. Er musste die Luft anhalten. Fabien verschwand, um seinem Versprechen nachzukommen und als der Duc ihn in der Mitte der Souvagner als einen der ihren begr├╝├čte, nahm Khawa seinen Turban ab. Sp├Ątestens jetzt wurde das ganze Ausma├č der Gef├╝hle, die ihn ├╝berrollten wie eine Flutwelle, offensichtlich. In Rakshanistan verhie├č sein Gesicht zu zeigen, sich verwundbar zu machen. Man tat es nur im engsten Kreise. Er presste das lange schwarze Tuch an seinen Bauch. ┬╗Danke, Herr┬ź, schluchzte er wieder einmal. ┬╗Ich werde Euch nicht entt├Ąuschen! Ich werde mir alles erkl├Ąren lassen, was ich jetzt beachten muss! Und Prince Ciel informieren! Und Chevalier de Mireault!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc schmunzelte Khawa an. ┬╗Nun wir sind sicher, dass Ihr uns nicht entt├Ąuschen werdet. Wir wissen, dass viele Eingeb├╝rgerte sich mehr bem├╝hen Souvagne zu repr├Ąsentieren, als so mancher Souvagner selbst. Wir sind bester Hoffnung f├╝r Euch. Mit Prinze Ciel wie auch Chevalier de Mireault habt Ihr gute Lehrmeister an Eurer Seite. Notfalls bei M├Âglichkeit sei es Euch zudem gestattet Fabien um Rat zu ersuchen, solange Ihr ihn nicht von seiner Arbeit abhaltet. Ihr d├╝rft Euch verabschieden. Wir denken, Ihr seid sicher begierig darauf endlich Euer Zertifikat zu tragen. Nicht dass Fabien versehentlich zu lange b├╝gelt und es verbrennt┬ź, lachte der Duc leise.

Khawa
┬╗Das w├Ąre fatal, der arme Hofmarschall Adrien Meunier w├╝rde ein zweites Mal bei seiner Mittagspause unterbrochen werden. Ich danke Euch f├╝r alles, Herr! Ich kann es gar nicht oft genug sagen!┬ź Khawa verneigte sich und verlie├č erneut r├╝ckw├Ąrts gehend den Raum, nur diesmal ohne Turban, so dass seine langen Filzlocken fast auf dem Boden schliffen und flitzte los, um Fabien zu suchen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Der Duc schaute Khawa hinterher und streichelte einen seiner gro├čen Hunde. ┬╗Ich h├Ątte ihm einen Barbier empfehlen sollen┬ź, fl├╝sterte er gut gelaunt.

Fabien
Fabien hatte vor dem Thronsaal auf Khawa gewartet. Er stutzte einen Moment, wo er Khawa zum ersten Mal ohne seinen Turban sah. Die Flut an Haaren war erschreckend. ┬╗Du solltest Dir die Haare schneiden lassen Khawa. Oder sie irgendwie b├Ąndigen. Das sieht komisch aus. Los komm mit┬ź, grinste Fabien.

Khawa
┬╗Da muss ich erst jemanden fragen┬ź, erwiderte Khawa schmunzelnd. ┬╗Das liegt nicht in meiner alleinigen Verf├╝gungsgewalt.┬ź Er folgte Fabien.

Fabien
┬╗Nun dann solltest Du Ciel fragen. Oder findet er das in Ordnung so. Wobei ich glaube, er wird, mit Verlaub, Kuhaugen machen sobald er das Zertifkat sieht┬ź, erkl├Ąrte Fabien. Der Leibdiener bereitete das B├╝geleisen vor und b├╝gelte dann so vorsichtig wie m├Âglich das Zertifikat. ┬╗Mir ist einmal ein Rock vom Duc verbrannt und ich dachte daf├╝r werde ich ausgepeischt. Es war ein teurer Rock, aber er hat sich ├╝berhaupt nicht aufgeregt. Er sagte der Rock w├Ąre schlie├člich ersetzlich und nur Stoff und ich w├Ąre das nicht. Er ist ein guter Herr. Ich wusste was immer Du f├╝r ein Problem hast, er w├╝rde Dir helfen┬ź, erz├Ąhlte Fabien beim B├╝geln.

Khawa
┬╗Oh, ich glaube, Ciel w├╝rde wollen, dass ich weiterhin Turban trage, er hat mich stets dazu angehalten, mich m├Âglichst exotisch zu pr├Ąsentieren. Darum w├╝rde er sicher auch nicht wollen, dass ich meine Haare stutze. Ich werde mit ihm reden und mit einer Person, die mir sehr wichtig ist und um die ich nun endlich werben kann!┬ź Khawa hatte vor lauter Freude dunkle Wangen. ┬╗Der Duc ist wirklich gro├čz├╝gig und du musst ihm sehr wichtig sein. Nicht nur als Diener, sondern als Mensch, wenn er so etwas zu dir sagt. Ich hatte gro├če Angst, ihn um meine Freiheit zu bitten, aber am Ende war er wirklich freundlich und verst├Ąndnisvoll. Warum bittest du ihn nicht auch um deine Freiheit?┬ź Khawa beobachtete verz├╝ckt, aber auch etwas besorgt, wie Fabien die Urkunde b├╝gelte.

Fabien
Fabien starrte Khawa wie vom Donner ger├╝hrt an. ┬╗Ich habe alle Freiheiten die ich als Leibdiener haben kann. Welche Freiheiten sollte mir meine eigene Freiheit denn bringen Khawa? Gleichg├╝ltig was mir geschieht, solange ich meinen Dienst gut versehe, werde ich niemals Hunger oder Krankheit leiden. Wie sieht das als freier Mann aus? Zudem, selbst wenn ich frei w├Ąre, ich w├Ąre immer an der Seite meines Herrn. Es w├╝rde sich nur mein Stand ├Ąndern. Ja er ist sehr gro├čz├╝gig und da Du einer der unseren bist, ich meine ein Leibdiener, wei├čt Du so gut wie ich, dass mein Herr weniger frei ist als Du oder ich. Ebenso der Prinze. Wir k├Ânnen abends vielleicht mal ein Bier trinken, eins zuviel und lachen. K├Ânnen die beiden das? Nur allein, abgeschieden und in unserer Anwesenheit Khawa. Das ist in Ordnung, ich bin gerne f├╝r ihn da und er bedeutet mir sehr viel. Ich w├╝rde ihn niemals verlassen oder um meine Freiheit bitten. W├╝rde er sie mir schenken w├╝rde ich sie ablehnen. So um wen m├Âchtest Du denn werben? Ich schweige aber ich bin neugierig┬ź, freute sich Fabien.

Khawa
Khawa ├╝berlegte einen Moment. Fabien war jemand, dem er vertraute. Und was sollte schon geschehen? Es war nur eine Information dar├╝ber, wer ihm wichtig war. ┬╗Ich m├Âchte um Chevalier de Mireault werben┬ź, sagte er und zog dabei ein vertr├Ąumtes Gesicht. ┬╗Ich war auch immer zufrieden mit meinem Leben an der Seite des Prince, so wie es war. Aber ich h├Ątte nie um den Chevalier werben k├Ânnen und im schlimmsten Fall h├Ątte Tarrik Tarkan meine Herausgabe verlangt, nur, um mich in Rakshanistan f├╝r meinen Verrat zu einem Ghul zu verarbeiten. Darum habe ich mich entschieden, die Frage zu wagen.┬ź

Fabien
Fabien lachte gut gelaunt. ┬╗Es h├Ârt uns keiner. Sollte Dein Werben gelingen und Du die Hand von dem Chevalier erringen, nun da werden sich aber einige in den Hintern bei├čen. Ab dato w├Ąrst Du ja von Adel. Chevalier Khawa Laurent de Mireault. Na ich bin gespannt was der Gute von seinem Gl├╝ck sagt, Dir die besten W├╝nsche. Er ist ja nicht immer eine leicht umg├Ąngliche Person, sei Dir dessen bewusst. Nun Geheimnis f├╝r Geheimnis, ich durfte meinen Herrn einst beim Namen nennen, als er sehr nun niedergeschlagen war. Damit Du siehst, dass ich Dich nicht an den Pranger liefere. Wir w├╝rden dann gemeinsam dort stehen┬ź, erkl├Ąrte Fabien.

Khawa
┬╗Ich h├Ątte dir auch so vertraut┬ź, erwiderte Khawa, der von der Geste ergriffen war. ┬╗Danke, Fabien. Ja, auch der Duc ist nur ein Mensch und sicher fehlte es ihm, als ein solcher gesehen zu werden. Er ist immer nur der Duc f├╝r alle.
Am besten, ich werbe gar nicht um de Mireaults Hand, sondern nur um seine Gunst, damit er nicht glaubt, mir ginge es um seinen Titel. Den will ich gar nicht haben. Ich will ihn, nur ihn. Jules. Viele finden ihn schwierig. Aber ich mag das. Es ist sein Charakter, er br├Ąuchte sich mir gegen├╝ber nicht verstellen und k├Ânnte mich r├╝gen, so oft er w├Âllte und ich w├╝rde eigens f├╝r ihn Kaffee versch├╝tten, damit er einen weiteren Grund hat, es noch einmal zu tun.┬ź Khawa geriet ins Schw├Ąrmen. Er fragte sich, was Jules zu seinem Erfolg sagen w├╝rde und zu seinem neuen Namen.

Fabien
Fabien lachte leise. ┬╗Nat├╝rlich wirbst Du um seine Hand, denn dann geh├Ârt er Dir. Ein solcher Titel hat einen immensen Vorteil. Du bist Adelig, zwar nur Niederadel, aber das nur ist da ein seltsamer Begriff. Denn ab dem Tag, wirst Du nicht nur frei bleiben, sondern Du kannst selbst Leibeigene besitzen. Und nur um seine Gunst zu werben, w├╝rde ich nicht riskieren. Entweder wird es was und heiratet, oder es wird nichts. Aber m├Âchtest Du ein Geliebter sein. Schlimmstenfalls heiratet er jemanden neben Dir. Oder er heiratet zwei, vielleicht drei Frauen neben Dir um Kinder zu zeugen. Ab dato bist Du immer nur das Schlusslicht. Heiratet er nach Dir Personen bist Du die erste Frau im Haus sozusagen. Du hast einen anderen Stand. Wobei keine Ahnung wie man dass dann wohl regelt, aber das m├╝sst ihr mit Euch abmachen. Eine Frau geht von der Hand ihres Vaters in die ihres Mannes ober vorher in die des ├Ąltesten Bruders, falls der Vater stirbt. Aber Mann und Mann ist gleichgestellt. Von daher hast Du wie gesagt einen besseren und anderen Stand. Als Geliebter hast Du keinen. Als Adeliger Ehemann hast Du die gleiche Macht wie Jules. ├ťberlege Dir das gut. Ja stimmt unsere Herren sind auch nur Menschen und sie tragen sehr viele Lasten mit sich herum. Deshalb nehme ich meinem Herren alles ab, was ich ihm abnehmen kann. Ich habe es gut getroffen, da er keine launische Person ist. Er ist von stiller Natur und er ├Ąrgert sich meist still. Falls er sich ├╝berhaupt je ├Ąrgert, er ist meist umg├Ąnglich wie Du wei├čt. Sollte er sich wirklich ├Ąrgern, geht das meist schnell und schmerzvoll. Damit habe ich dann aber nichts mehr zu tun, sondern Dominic┬ź, lachte Fabien. ┬╗Wo willst Du denn wohnen, falls Jules Dich erh├Ârt? Oder planst Du ihn bei Dir in die Stube einzuquartieren?┬ź

Khawa
Khawa runzelte die Stirn. ┬╗Ich will doch aber seinen Stand ├╝berhaupt nicht. Ich brauche ihn nicht und die ganzen Vorteile, ich brauche nur Jules. Selbst wenn er f├╝nf Frauen und f├╝nfzig Kinder neben mir h├Ątte, w├Ąre das in Ordnung f├╝r mich, so lange er mich an seiner Seite duldet und mich vielleicht einmal am Tag freundlich anblickt. Ich will ihm nicht sein Leben verbauen, indem ich ihn binde. Vielleicht w├╝nscht er sich ja Frauen und Kinder? Dann will ich dem nicht im Weg stehen. Wenn ├╝berhaupt, dann m├╝sste er mich also von sich aus heiraten wollen. Ich werde ihn keinesfalls fragen. Ich werde nur darum werben, sein Geliebter sein zu d├╝rfen.┬ź

Fabien
Fabien sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Wenn Du um ihn wirbst, wirbst Du um seine ganze Person. Dazu geh├Ârt auch der Titel. Der muss Dich nicht abschrecken und er muss Dir nicht peinlich sein. Siehe ihn als das was er ist, ein Schutzschild. Fragen w├╝rde ich ihn auch nicht, da er h├Âhergestellt ist. Werben ja, die Frage muss von ihm kommen. Kommt sie von ihm, nimm an. Du liebst ihn doch oder?┬ź, fragte Fabien offen.

Khawa
┬╗Ja. Ich liebe ihn. Schon sehr lange und sehr stark. Falls er mich tats├Ąchlich irgendwann fragen sollte, w├Ąre das wunderbar, dann werde ich ihm meine Bedenken mitteilen und mit ihm dar├╝ber reden. Und wo ich dann wohnen w├╝rde, wei├č ich nicht ... ich muss ja an Prince Ciels Seite sein. Aber er wechselt mich oft mit Nathan aus, damit wir auch mal zur Ruhe kommen k├Ânnen. Dann k├Ânnte ich vielleicht bei Jules wohnen.┬ź

Fabien
Fabien nickte zustimmend. ┬╗Oder er bei Dir in Deiner Stube. Dagegen spricht ja nichts, solange Ihr beiden den Herrn nicht st├Ârt. Du musst allerdings Ciel davon in Kenntnis setzen. Soll ich Dich begleiten? Ich kann es bezeugen┬ź, schlug Fabien vor

Khawa
Khawa guckte erschrocken. ┬╗W├Ąre das nicht sehr anma├čend, so etwas zu fragen? Und was sollte der Chevalier davon halten, in dieser kleinen Kammer zu n├Ąchtigen, in welcher auch Nathan manchmal wohnt?┬ź

Fabien
Fabien grinste Khawa an und deutete an ihm zu folgen. "Kennst Du meine Stube? Ich zeige sie Dir und danach zeige ich Dir die Stube von Jules, in der er n├Ąchtigt, sobald er meinem Herrn zur Verf├╝gung stehen muss. Gr├Â├čer als Deine oder meine Stube ist sie nicht. Es ist eine Schlafst├Ątte. Wo ihr tats├Ąchlich sp├Ąter wohnt, ist Euch ├╝berlassen. Aber da er ein Himmelsauge ist, m├╝sstet Ihr Euch sicher ein Haus kaufen. Er wird sich nicht an Privatbesitz gebunden haben, dass tun die wenigsten von ihnen. Du solltest Dich endlich entspannen Khawa, Du bist ein freier Mann", sagte Fabien aufmunternd. "So bevor ich es vergesse oder Dir zerst├Âre, hier Dein Zertifikat, ich freue mich f├╝r Dich", sagte der Leibdiener des Duc aufrichtig und h├Ąndigte Khawa sein Zertifikat aus.

Khawa
┬╗Und ich w├╝rde gern ein freier Mann bleiben┬ź, erwiderte Khawa besorgt und nahm sein Zertifikat entgegen. Er betrachtete es. Fabien hatte es wunderbar glatt geb├╝gelt. ┬╗Ist es jetzt wasserfest?┬ź Tats├Ąchlich hatte Khawa nun noch mehr Angst, irgendeinen Fehler zu begehen, als zuvor, anstatt sich zu entspannen. ┬╗Hat Chevalier de Mireault denn gar keine Bleibe, von seiner Kammer abgesehen? Wo lebt er, wenn er gerade nicht dem Duc zu Diensten sein muss?┬ź Khawa strich liebevoll ├╝ber die Kanten des Dokuments.

Fabien
Fabien dr├╝ckte Khawa kurz. ┬╗Ergriffen hm? Das war ich damals auch, als ich in den Dienst vom Duc treten durfte┬ź, fl├╝stere Fabien.

Khawa
┬╗Und wie┬ź, fl├╝sterte Khawa und dr├╝ckte Fabien zur├╝ck. Es war untertrieben, eigentlich war ihm vor lauter Freude zum Heulen zumute.

Fabien
┬╗Nun entweder steckst Du es ein eine Rolle, aber nach au├čen gerollt, dass man es lesen kann, oder Du tr├Ągst es an der Kleidung. Ich w├╝rde lieber eine Rolle w├Ąhlen. Darin ist es sicherer verwahrt. Nun Du musst nicht weinen. Freudentr├Ąnen sind auch Tr├Ąnen Khawa. Der Duc schenkte uns eine Stunde Freizeit, wir k├Ânnten es begie├čen und danach Ciel informieren. Lust auf ein Glas Wein?┬ź, fragte Fabien.

Khawa
┬╗Sehr gern┬ź, erwiderte Khawa. ┬╗Ich werde es einrollen und gut sichtbar bei mir tragen. Am besten in ein Glasr├Âhrchen, damit es bei Regen nicht aufweicht. Ich bin nah am Wasser gebaut. In Rakshanistan braucht man Gef├╝hle nicht zu verstecken, nicht mal als Tarrik mehr als n├Âtig. Da ist die Hierarchie viel flacher, darum macht das nichts. Es ist nicht leicht, sich selber so stark umzuerziehen. Aber das schaffe ich auch noch!┬ź

Fabien
┬╗Es ist keine schlechte Angewohnheit, sondern eine sehr sch├Âne wie auch ungewohnte. Und wenn es um Gef├╝hle geht, darf man auch ├╝ber diese sprechen. Gerade wenn man um jemanden wirbt. Gut bei manchen Werben geht es rein um die Machterh├Âhung. Da treffen sich V├Ąter oder Br├╝der, handeln es aus und kurze Zeit sp├Ąter wird geheiratet. So ist es oft, aber kleine Leute wie wir haben es da einfacher. Sie k├Ânnen da ehr ihren Gef├╝hlen freien Lauf lassen. wobei sicher auch manche arrangierte Ehe zur Liebe findet oder? Ich hoffe es jedenfalls f├╝r die Betroffenen, wie meinen Herrn. Er misst seinen Frauen gro├čen Wert bei┬ź, erz├Ąhlte Fabien.

Khawa
┬╗Und du? Hast du schon einmal um jemanden geworben?┬ź, fragte Khawa neugierig.

Fabien
Fabien sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Schw├Âre bei allem was Dir heilig ist, dass Du es niemals wem erz├Ąhlst. Wobei die Aussage hat es Dir sicher verraten┬ź, antwortete Fabien ungew├Âhnlich leise f├╝r einen Mann seiner Art.

Khawa
┬╗Ich schw├Âre es, Fabien┬ź, sagte Khawa ernst und blickte ihm fest in die Augen.

Fabien
Fabien tippte auf die Unterschrift vom Duc. ┬╗Er┬ź, sagte Fabien nur knapp. ┬╗Jetzt verstehst Du warum ich nicht werbe oder gehe, wir geh├Âren auf andere Art zusammen. Aber er geh├Ârt mir nicht. Wir sind auch auf diese Art nicht verbunden, aber seine Person bedeutet mir alles. W├Ąre er nicht was er ist, w├╝rde ich um ihn werben. So genie├čt er meine F├╝rsorge und meinen Schutz. Er wei├č es, niemand sonst au├čer Dir Khawa┬ź, erkl├Ąrte Fabien leise.

Khawa
Khawa blickte ihn freundlich an. ┬╗M├Âchtest du meine ehrliche Antwort h├Âren? Ich habe mir das schon gedacht. Nicht erst seit vorhin, als du mir sagtest, ich solle Schweigen schw├Âren. Ich habe es dir schon immer angesehen. Vielleicht, weil es mir mit Jules ├Ąhnlich ging. Er war da, ich sah ihn andauernd und doch war er unendlich weit weg, unerreichbar. Zwischen dir und dem Duc ist die Schranke noch gr├Â├čer. Der Duc ist ein sehr angenehmer Mensch, zumindest der Teil, den ich zu sehen bekomme. Ich kann deine Gef├╝hle gut nachvollziehen. Woher wei├č er um deine Gef├╝hle f├╝r ihn? Hast du sie ihm gesagt? Wie reagierte er darauf?┬ź

Fabien
Fabien zuckte die Schultern. "Nun zuerst habe ich ihm einfach immer gedient, wie es sich geh├Ârt. Aber irgendwann wusste ich es ist mehr. Das er mir mehr bedeutet, ich bin st├Ąndig an seiner Seite und er an meiner. Ich bin fast den ganzen Tag mit ihm zusammen. Und als ich ihn eines Abends im Zuber gewaschen habe, da habe ich es ihm gesagt. Ich habe ihm gesagt, dass er mir mehr bedeutet als mir zusteht und dass ich ihn nicht nur als meinen Herrn oder unseren Duc liebe. Und gleichg├╝ltig ob er einen Palaisin hat oder nicht, zur Not immer noch jemand zwischen ihm und einem Feind stehen w├╝rde, falls Bellamy fallen sollte. Er hat gar nichts gesagt. Er hat geschmunzelt, genickt und mich kurz gedr├╝ckt. Manchmal tut er das. Das ist schon einige Zeit her. Er ist angenehm im Umgang, ich habe ihn selten jemals schreien oder tats├Ąchlich w├╝tend br├╝llen h├Âren. Aber es kam schon vor. Allerdings kam danach, logischer Weise, Domi ins Spiel und nicht ich. Er ist ein geduldiger, freundlicher und weiser Mann. Mir ist der Morgen mit ihm die liebste Zeit. Meist redet er kaum und ich mache ihn zurecht, aber da sind wir uns nahe", erkl├Ąrte Fabien. "Ein Glasr├Âhrchen w├Ąre eine ideale L├Âsung. Du wirst Jules schon ├╝berzeugen. Nun entweder w├Ąhlst Du den Weg des Magens und besorgst ihm etwas gutes zu Essen oder Du gehst den Umweg und besorgst Gufo was gutes. Denn sobald Dich Gufo mag, mag Dich Jules. Alte Weisheit", erkl├Ąrte Fabien mit einem Zwinkern.

Khawa
┬╗Ich h├Ątte mich das nicht getraut┬ź, erwiderte Khawa anerkennend. ┬╗Ich h├Ątte zu viel Angst, das Gegenteil zu bewirken. Und ich habe meinerseits stattdessen, nun ja, ich habe den armen Chevalier ├Âfters mal mit Mokka ├╝bersch├╝ttet, damit ich einen Grund habe, ihn zu umk├╝mmern. Ich musste das Unheil schlie├člich wieder gut machen, nicht wahr? Er hat furchbar geschimpft, er ist nicht halb so geduldig wie der Duc, aber das macht nichts. Es ist mir lieber, wenn er mich r├╝gt, als wenn er einfach an mir vorbeisieht. Das k├Ânnte ich nicht ertragen. Danke f├╝r den Tipp, ich werde Gufo ein paar M├Ąuse besorgen! Und danke, dass du mir das alles anvertraut hast. Ich werde es niemals preisgeben.┬ź

Fabien
Fabien grinste sich einen ab. ┬╗Nun das ist auch eine M├Âglichkeit, aber mein Gedanke war ein anderer. H├Ątte ich es l├Ąnger f├╝r mich behalten, dann h├Ątte ich meinen Dienst nicht in Ruhe versehen k├Ânnen. Oder ihn vielleicht sogar versehentlich verletzt. Ein Mann sollte aufrecht gehen und zu seinen Gef├╝hlen stehen, nicht wahr? Drumherum reden, l├╝gen, heucheln, dass ist etwas f├╝r Schw├Ąchlinge und falsche Schlangen Khawa. Und das sind wir nicht, sondern wir sind die Schatten unserer Herrn. So sagt es der Duc. Also sagte ich es ihm f├╝r mich und damit um seiner selbst Willen. Damit ich ihm tags drauf auch noch rasieren kann, ohne dass meine Hand zittert ob er es in meinen Augen liest. Meine Hand hat nicht zu zittern und er sollte es nicht erraten, sondern h├Âren. H├Ątte er mich fortgeschickt, dann w├Ąre dem so. Und ich w├Ąre so aufrecht gegangen, wie ich es ihm gesagt habe Khawa. Was gibt es zu f├╝rchten? Das er meine Gef├╝hle nicht auf die Art erwidert wei├č ich. Falls eine Person seinen Geschmack kennt, dann ich. Und meinst Du ein Mann wie er h├Ątte mich verurteilt daf├╝r dass er mir etwas bedeutet? Wozu sollte er. Gut man k├Ânnte anf├╝hren, vielleicht w├╝rde er sich dann vor mir f├╝rchten, aber auch dazu bestand nie ein Grund. Ich wollte einfach ehrlich sein und genauso ehrlich meine Aufgabe weiter erledigen. Und das war nur so m├Âglich. Du hast Jules nicht fragen k├Ânnen, Du geh├Ârst ihm nicht. Und h├Ąttest Du ihn gefragt und Jules h├Ątte das Eigentum des Prinze besch├Ądigt, nun dann h├Ątte Jules ein sehr gro├čes Problem bekommen, vermutlich hie├č es Domi┬ź, kicherte Fabien.

Khawa
W├Ąhrend Fabien lachte, wurde Khawa blass. Ihm wurde bewusst, dass es allerh├Âchste Zeit gewesen war, diesen Schritt zu wagen. Irgendwann w├Ąre es rausgekommen, selbst wenn sie sich noch so vorsahen, es gab etliche Geistmagier bei Hofe.
┬╗Du bist mutiger als ich┬ź, erwiderte er. ┬╗Sehr viel mutiger. H├Ątte nicht Jules selbst mir geraten, mich an den Duc zu wenden und um meine Freiheit zu bitten - ich h├Ątte es noch heute nicht getan.┬ź

Fabien
Fabien klopfte Khawa auf die Schulter. ┬╗Nun mehr als nein h├Ątte er im schlimmsten Fall nicht gesagt. Und dann w├Ąre alles beim alten geblieben. Und Du h├Ąttest weiter schweigen m├╝ssen. Denn wie gesagt, h├Ątte er Dich erh├Ârt, h├Ątte er Probleme bekommen. Wobei Ihr habt Euch so nie was geschenkt. Ich glaube er wird aus allen Wolken fallen oder sich bei Ciel beschweren┬ź, gibbelte Fabien.

Khawa
┬╗Oh, er hat sich schon oft ├╝ber mich beschwert.┬ź Khawa l├Ąchelte schuldbewusst. ┬╗Aber ich bin nun mal ein Tollpatsch, was soll mein Herr da machen? Ich freue mich drauf, Jules alles zu sagen und ihm meinen neuen Namen mitzuteilen. Auch wenn ich Angst habe, aber ich freue mich auch. Aber jetzt sollten wir die verbleibende Zeit noch daf├╝r nutzen, anzusto├čen. Ich lade dich ein.┬ź

Fabien
┬╗Etwas Hoftratsch, Euer alter ┬╗Freund┬ź Comte Massimo de la Cantillion hat geheiratet. Seine Frau ist eine Comtesse, wie es sich geh├Ârt und es soll sehr schnell gegangen sein, nach den Verhandlungen zwischen seinem ├Ąltesten Bruder und Comte de Neufville. Seine Frau ist gut und gerne 20 Jahre j├╝nger, ich denke er plant eine Familie zu gr├╝nden. Bevor Du es von wem anderen h├Ârst und Dich ├Ąrgerst. Zu der Einladung sage ich nicht nein. Sehr gerne sogar, danach informiere Ciel und dann erst Jules┬ź, lachte Fabien.

Khawa
Khawa guckte etwas abweisend. ┬╗Sch├Ân f├╝r ihn. Ich hoffe, er hat viel mit der Organisation seiner neuen Familie in seiner Heimat zu tun. Sehr viel.┬ź Khawa rieb sich die Haare. ┬╗Gut, dass du mich daran erinnerst, fast w├Ąre ich zuerst zum Chevalier gerannt und danach zum Prince. Ich sollte wirklich zuerst Ciel informieren, damit der mich im Notfall vor Jules` Zorn sch├╝tzen kann.┬ź Khawa zwinkerte frech. Dann nahm er Fabien mit sich und sie organisierten sich einen leckeren Wein zum Ansto├čen auf seine Freiheit.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#8

Beitragvon Khawa » Mo 22. Jan 2018, 22:01

Nachdem er mit Fabien ein Glas ausgezeichneten Weins getrunken hatte, suchten beide Leibdiener ihre Herren auf. Ciel war jedoch immer noch in das Gespr├Ąch mit Dreaux vertieft und gab Khawa ein Zeichen, dass er seine Dienste momentan nicht ben├Âtigte, ergo, dass er sich verziehen sollte. Der Prince nahm sich nicht einmal die Zeit, Khawa wegen des fehlenden Turbans einen Moment l├Ąnger als n├Âtig anzuschauen. Es war eindeutig, Khawa hatte Freizeit. Das war Khawa nur Recht und er flitzte zu der Stelle, wo er Jules das letzte Mal verabschiedet hatte. Tats├Ąchlich stand der Chevalier dort immer noch herum und spielte mit seinem Uhu, w├Ąhrend die anderen Anwesenden in einem bunten Treiben die Abreise vorbereiteten.

Khawa grinste noch immer wie ein Honigkuchenpferd, was man wegen des fehlenden Turbans nun schon von weitem sah. Er hielt Jules die ausgebreitete Urkunde vor die Nase.

"Kein Kaffee der Gazelle mehr", erkl├Ąrte er freudestrahlend. "Ich habe nun einen anst├Ąndigen souvagnischen Namen. Klingt er nicht wundersch├Ân? Der Duc hat ihn sich ausgedacht. Wisst Ihr was? ich schenke Euch meinen Turban, ich brauche ihn nicht mehr!" Er dr├╝ckte Jules den Turban in die freie Hand.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#9

Beitragvon Jules de Mireault » Mo 22. Jan 2018, 22:53

Jules musterte Khawa einen Moment, als dieser ohne Turban auf ihn zuschritt und dabei mit der Sonne um die Wette strahlte. Als Khawa ihm sein Einb├╝rgerungszertifikat unter die Nase hielt, wurde Jules f├╝r einen Moment blasser als er schon war. Er f├╝hlte sich schwindlig, allerdings vor Gl├╝ck. De Mireault schaute zuerst die eine Seite, dann die andere Seite des Flures entlang herunter, ehe er Khawa ├╝ber beide Ohren angrinste.

"Das ist...", setzte Jules an und r├Ąusperte sich, da seine Stimme irgendwie fiepsig und rau zugleich klang.
"Das ist wunderbar Khawa, ich freue mich f├╝r Dich. Herzlichen Gl├╝ckwunsch zur Einb├╝rgerung Monsieur Khawa Laurent Rousseau. Der Namen hat Klang dass muss ich sagen, er hat Klang und Schneid" erkl├Ąrte Jules und umarmte Khawa fest. Als er ihm im Arm hatte f├╝gte er hinzu, "so wie Du B├Âhnchen."

Der Chevalier l├Âste die Umarmung. Allerdings war nur f├╝r Khawa zu sp├╝ren, dass Jules das mehr als widerwillig tat.

"Jeder Eingeb├╝rgerte erh├Ąlt auch einen Namen seiner neuen Heimat, aber Deiner ist wirklich sch├Ân. Dass kann ich nicht anders sagen. Ich bin wirklich ger├╝hrt", sagte Jules.

Als Khawa ihm dann seinen Turban schenkte, da er diesen angeblich nicht mehr ben├Âtigte, nahm ihn Jules mit zitternden H├Ąnden entgegen. Er wusste was dieser Turban Khawa bedeutete. Aus dem Grund hatte er ihn einst von Gufo rauben lassen um so sein Kaffeeb├Âhnen dazu zu zwingen, ihn aufzusuchen um sich das Diebesgut zur├╝ckzuholen. De Mireault dr├╝ckte den Turban an sich und k├Ąmpfte den Drang nieder daran zu riechen oder ihn sich umzubinden.

"Danke", sagte er schlicht mit belegter Stimme. Jules wandte sich einen Augenblick von Khawa ab und wischte sich kurz ├╝ber die Augen.

`Ich bin unendlich erleichtert, dass Du nun ein freier Mann und Souvagner bist. H├Ątte der Duc abgelehnt, dann w├Ąren wir gegangen. Ich h├Ątte nicht zugelassen, dass Dich Tarkan t├Âtet, gleichg├╝ltig wo. Wegen dem Turban... ich wei├č gar nicht was ich sagen soll. Ich wei├č doch was er Dir bedeutet. Danke f├╝r das Geschenk, ich werde ihn in Ehren halten, so wie Dich Khawa Laurent Rousseau. Ich liebe Sie Monsieur Rousseau┬┤, ├╝bermittelte Jules gl├╝cklich.
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Re: Jules & Khawa - Gespr├Ąch nach den Verhandlungen

#10

Beitragvon Khawa » Do 25. Jan 2018, 08:39

Khawa stutzte einen Moment, weil Jules ihn in der ├ľffentlichkeit umarmte und dachte an die neue Guillotine am Hof, die auf ihre Einweihung vorbereitet wurde. Aber er vertraute Jules. Wenn der Chevalier ihn jetzt umarmte, dann war es vermutlich nicht mehr ganz so gef├Ąhrlich f├╝r sie beide wie vor der Einb├╝rgerung. Khawa erwiderte die Umarmung ohne l├Ąnger zu z├Âgern, eine Note zu fest und ungest├╝m. Kaum hatte er Jules` K├Ârperw├Ąrme gesp├╝rt, l├Âste dieser die Umarmung wieder. Widerwillig stellte Khawa sich wieder seri├Âs hin.

`D├╝rfen wir uns jetzt umarmen?`, fragte er hoffnungsvoll.

Als Jules anmerkte, dass ihm Khawas neuer Name gefiel, versehen mit der vetrauten B├Âhnchenanrede, freute der sich noch mehr als zuvor ├╝ber seine Einb├╝rgerung. Es war eine Qual f├╝r ihn, die ziemliche Armesl├Ąnge Abstand zu wahren. Er f├╝hlte noch immer die kurze Umarmung auf seiner Haut.

Als Jules sich wegen seines Geschenkes sogar die Tr├Ąnen wegwischen musste, holte Khawa pflichtschuldig ein sauberes, gefaltetes und geb├╝geltes Stofftaschentuch hervor, von denen er stets mindestens eins bei sich trug, falls Ciel vor lauter ├ťberarbeitung die Augen tr├Ąnten. Vorsichtig tupfte er Jules das Gesicht und die Finger trocken, mit denen er die Tr├Ąnen hatte abgewischt.

`Freut Ihr Euch so sehr? Ich habe leider nicht viel, was ich verschenken k├Ânnte. Der Turban stammt aus Tamjidistan, er ist Beutegut eines Vorfahren aus der Zeit der gro├čen Schlachten. Ich m├╝sste nachrechnen, wie alt er genau ist. Er war zun├Ąchst wei├č und wurde dann schwarz gef├Ąrbt. Seither hat er seinem Tr├Ąger Gl├╝ck gebracht und wurde durch die Generationen gereicht, vom Vater zum Sohn. Keiner seiner Tr├Ąger ist im Kampf gefallen. Jetzt mag er Euch Gl├╝ck bringen. Ich liebe Euch auch, July! Ich kann gar nicht sagen, wie sehr, ohne mich v├Âllig der L├Ącherlichkeit preiszugeben. Scheinbar rutsche ich gern auf Knien herum.`

Er dachte einen Moment daran, dass er das auch beim Duc ausprobiert hatte, der aber als Gro├čherzog nat├╝rlich andauernd mit flehenden Leuten konfrontiert und entsprechend immun dagegen war. Eigentlich h├Ątte Khawa sich diesen peinlichen Versuch von vornherein sparen k├Ânnen. Aber das war etwas anderes, als bei seinem Chevalier.

`Ihr k├Ânnt Souvagne nicht verlassen, das w├╝rde euch ├╝ber kurz oder lang zerst├Âren, auch wenn ich mich sehr ├╝ber Eure Worte freue. So aufopferungsvoll war selten jemand zu mir, obwohl ich viele freundliche Menschen kennengelernt habe.

Almanen sind mit ihrer Heimat noch viel mehr verwurzelt als Rakshaner, sie brauchen sie, sonst sind sie wie ein Baum, den Mann aus dem Erdreich rei├čt. Ich vermisse die Steppe wie einen guten Freund, den ich jeden Tag sah und der mich auf all meinen Wegen begleitete. Ich kann aber auch hier in Almanien ├╝berleben und mich wohlf├╝hlen. Rakshaner sind Nomaden und ziemlich flexibel, was die Wahl ihres Aufenthaltsortes anbelangt. Almanen k├Ânnen das nicht, sie brauchen ihre Burgen und sie brauchen sie an einem festen Ort. Ich kann es nicht ertragen, wenn Ihr ungl├╝cklich seid. Dann lieber einen w├╝tenden Tarkan im Nacken, der mir ans Leder will. Ich glaube aber, er ist eher entt├Ąuscht als w├╝tend.

Dass man mich mit Sie anspricht, daran werde ich mich noch gew├Âhnen m├╝ssen. Das f├╝hlt sich komisch an. Wie eine Mauer, als ob man von einer Burg zur anderen was her├╝ber ruft. Mit dem Du mir gegen├╝ber, w├Ąhrend ich Euch sage, ist es zumindest, als w├╝rde der entsprechende Herr mich in seine Burg einlassen. Ein gegenseitiges Du aber ist, als w├╝rde man gemeinsam an einem Lagerfeuer sitzen. Vielleicht sagen deswegen alle Rakshaner Du zueinander. Sie haben keine Burgen. Aber ich sage gerne Euch zu Euch. Das gef├Ąllt mir. Nur mit Sie angesprochen zu werden ist wirklich gew├Âhnungsbed├╝rftig.`


Er grinste noch immer ├╝ber beide Ohren. `Ich sollte nach Herrn Ciel sehen, er wei├č es noch nicht.`
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