Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Jules de Mireault
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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#11

Beitrag von Jules de Mireault » Do 25. Jan 2018, 17:47

Jules zuckte die Schultern und nickte zeitgleich, was eine ziemlich verwirrende Antwort war, aber so fühlte er sich auch im Moment. Als Khawa ihm die Augen und die Finger abtupfte, hielt er still und genoss die Fürsorge von seinem Schatz.

`Es ist nicht der Turban selbst Khawa, es ist die Bedeutung. Du schenkst mir Dein letztes bisschen Heimat dass Du bei Dir trägst. Ein Stück Deiner Geburtsstätte, auch wenn er ursprünglich aus Tamjidistan stammte, hast Du ihn doch in Rakshanistan, Deiner ursprünglichen Heimat erhalten. Und Du besitzt nichts weiter, was aus dieser Heimat stammt. Daher weiß ich um den Wert dieses Geschenks Böhnchen´, antwortete Jules mental.

Der Chevalier wickelte den Turban auseinander, nahm den Stoff dann mehrfach doppelt, band ihn sich als Gürtelschärpe um und schenkte Khawa ein Lächeln.

`Selbstverständlich darf ich Dich umarmen um Dich zu beglückwünschen, nur leider nicht so wie wir es beide gerne hätten. Dies wäre zu auffällig. Du bist zwar nicht mehr das Eigentum des Prinzen Ciel de Souvagne, aber wer vom Hof weiß das Khawa? Nicht mal Ciel oder? Offiziell kennt Dich jeder noch als Ciels Eigentum. Gäbe es unliebsame Fragen, so habe ich Dich nur zu Deiner Freilassung wie auch zu Deiner neuen Staatsbürgerschaft beglückwünscht. Wobei was heißt nur, ich kann meine Freude nicht in Worte fassen. Sie ist der Grundstein für mehr. Dennoch bist Du auch als freier Mann noch Ciels Leibdiener und musst Deinen Herrn über die neue Situation informieren. Ich werde Dich begleiten Khawa.

So lange keiner von uns beiden offiziell um den anderen wirbt, müssen wir uns auf freundschaftliche Umarmungen beschränken. So gerne ich Dich auch stundenlang im Arm halten würde, dies sparen wir uns für unsere gemeinsamen Stunden auf.

Aber im Gegensatz zu früher wären diese Stunden nun möglich, ohne dass sie mich den Kopf kosten Böhnchen. Ich beschädige ja niemandes Eigentum, so grausam dass vielleicht als Grund klingen mag´,
teilte Jules Khawa mental mit.

`Lächerlich? An diesem Geständnis ist nichts Lächerliches Khawa, es bedeutet mir viel. Alles um genau zu sein. Nun wie sehr ich Dich liebe habe ich Dir gesagt, aber ich hätte es Dir auch jederzeit bewiesen. Ich war bereit für Dich Hochverrat zu begehen und ich war bereit für Dich den Kopf zu verlieren. Nur passend wo Du ihn mir schon verdreht hast´, gab Jules schmunzelnd zurück und setzte Gufo auf Khawas Schulter.

Dabei beugte er sich so weit vor, dass sich ihre Gesichter fast berührten in dem Moment wo Khawas Gesicht für einen Augenblick in Jules Kapuze verschwand küsste er ihn auf den Mund. So schnell wie er ihn geküsst hatte, löste sich der Chevalier wieder von seinem Schatz. Er kräuselte kurz die Lippen, da er Khawa immer noch auf den eigenen schmeckte und streichelte Gufo. Zufällig berührte er dabei jedes Mal Khawas Halsbeuge und streichelte diesen gleich mit.

"Danke für das Geschenk. Damit Sie nicht ganz so nackt auf dem Haupte herum rennen müssen Monsieur Rousseau, erlaube ich Ihnen einen Moment den guten Gufo zu tragen. Er wird Ihnen Glück bringen, während sie mit Ihrem Herrn sprechen", erklärte Jules offen.

`Es kann durchaus sein, dass ich es nicht geschafft hätte, dann wäre dem ebenso gewesen Khawa. Aber ich hätte es für Dich versucht. Das ist ein guter und sehr treffender Vergleich. Wobei ich da weder Bäume noch Burgen als bildhaftes Beispiel wählen würde. Ich wähle meist Vögel.

Du bist ein Wanderfalke, Du bist überall Zuhause und lässt Dich vom warmen Wüstenwind dorthin treiben, wohin Dich das Leben lenkt. Du findest überall Beute und Du findest Dich überall zu Recht. Ein Nomade der Lüfte, ein Krieger der Lüfte das ist der Wanderfalke. Als Vogel wärst Du wohl als dieses wunderbare Geschöpf auf die Welt gekommen.

Ich hingegen hätte wohl wie die meisten Souvagner als Eisvogel das Licht der Welt erblickt. Eisvögel sind Standort treu. Sie wählen sich einmal einen Platz an dem sie leben möchten. Irgendeinen schönen Flusszweig, der die kleinen bunten Vögel mit dem Fisch versorgt, den sie zum Leben benötigen. Aber sie sind so Standort treu, dass sie sogar dann vor Ort bleiben, wenn ihr kleiner Fluss oder Bach zufriert. Sie sterben eher, bevor sie ihre Heimat aufgeben. Nicht alle, unter ihnen gibt es auch Einzelexemplare, die einsehen wann Standort Treue den Tod bedeutet Böhnchen. Aber ob ich in der Fremde glücklich geworden wäre, kann ich Dir nicht beantworten.

Allerdings kann ich Dir sagen, hätte ich es um Deinetwillen versucht. Ich hätte mich auf Dich konzentriert, nicht darauf wo ich bin. Ob das funktioniert hätte, steht natürlich auf einem anderen Blatt Khawa.

Aber darüber müssen wir uns nun keine Gedanken mehr machen. Ob Du dafür auf Knien oder auf dem Bauch vor dem Duc rumgerutscht bist, ist völlig gleichgültig. Du hattest genug Schneid um Deine Freiheit zu bitten und Du hast uns beiden damit eine Zukunft geschenkt. Wir sollten um einander werben, findest Du nicht?´,
sagte Jules mental.

Der Chevalier hakte Khawa unter.

"Nun ich weiß Sie würden gerne weiter mit mir plaudern Monsieur Rousseau, aber dies heben wir uns für die Feier Ihrer Freiheit auf, meinen Sie nicht auch? Lassen Sie uns unverzüglich zu Ihrem Herrn gehen um ihm ebenfalls diese wunderbare Botschaft zu überbringen", erklärte Jules und nahm Khawa mit sich.

Gemeinsam ging er mit Khawa zu Dreux und Ciel de Souvagne und räusperte sich kurz.

"Verzeiht uns prinzliche Hoheiten, aber Khawa hat dringende Kunde für Eure Hoheit Ciel de Souvagne. Er möchte Ihre Unterredung nicht ungebührlich lange stören, aber dennoch möchte er Euch als seinen Herrn umgehend von den neuen Ereignissen in Kenntnis setzen. Bitte gewährt ihm einen Moment Euer Ohr Herr", bat Jules ergeben.

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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#12

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 27. Jan 2018, 07:25

<< Gespräch von Ciel und Dreaux

Ciel ließ nach außen hin nicht erkennen, was in ihm vorging, aber spannte sich innerlich an, als er sehen musste, wie der Chevalier seinen Leibdiener behandelte. Jules hatte Khawa am Arm gepackt und zerrte ihn durch die Gegend und obendrein hatte er ihm seinen Turban geraubt. Offenbar hatte Khawa damals im Feldlager tatsächlich die Wahrheit gesagt, als er behauptet hatte, Jules hätte ihn bestohlen. Ciel betrachtete Khawas Arm, den Jules festhielt und wahrscheinlich heimlich verknickte und verdrehte. So hatte niemand mit seinem Sklaven umzugehen, schon gar nicht wegen irgendwelcher Lappalien! Er war gespannt auf den Grund beziehungsweise die Ausrede, die Jules diesmal aufführen würde, um sein feindseliges Verhalten zu rechtfertigen. Er roch zumindest nicht nach Kaffee.

Ciel nickte. "Sprich", sagte er auf Jules` Bitte hin zu Khawa.

Eigentlich hatte er ja geglaubt, dass die beiden sich endlich miteinander ausgesöhnt hätten nach den gemeinsamen Ermittlungsarbeiten. Khawa schien die ganze Situation immerhin lustig zu finden, er war zwar sichtlich nervös, aber offenbar guter Dinge.
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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#13

Beitrag von Khawa » Sa 27. Jan 2018, 09:14

Der Uhu saß schwer auf seiner Schulter und seine starken Greiffüße fühlten sich an, als würde jemand Khawa mit aller Kraft in die Schulter krallen. Er wusste, wie wichtig Gufo seinem Besitzer war, mindestens genau so wichtig wie Khawa sein Turban war. Er blickte gerührt ob der Geste an dem großen und majestätischen Tier hinauf, während Jules so tat, als würde er Gufo streicheln und dabei seinen Hals streifte. Khawa war überglücklich. Dies war der schönste Tag seines Lebens!

`Ihr müsst mir erklären, wie man als Souvagner umeinander wirbt! Ich glaube, ich habe im Feldlager alles falsch gemacht und all eure Gesten missverstanden. Die waren ja eigentlich unfreundlich gemeint und ich fand sie nett, dabei wolltet ihr mich loswerden. Ich glaube, ich habe mich blamiert. Ich möchte um euch werben, aber ich will es nicht wieder tun wie ein Stümper. Bitte erklärt es mir, wenn ich Prince Ciel informiert habe.`

Jules stupste ihn mental darauf, dass er seine Gedanken mitgelesen hatte und nun davon wusste, dass Khawa tatsächlich vor dem Duc auf Knien herumgerutscht war. Khawa biss sich unnötiger Weise auf die Zunge. Er vergaß immer wieder, dass der Chevalier wusste, was er dachte, so lange sie geistig miteinander verbunden waren. Als Jules ihn kurz küsste und dann rasch den Kopf wieder wegnehmen wollte, kniff Khawa ihn mit den Zähnen in die Lippe und hielt ihn noch einen Moment länger fest. Einen kurzen Augenblick, in dem er die Nähe ihrer Gesichter genoss. Er konnte es kaum erwarten, Jules zu fragen, ob er bei ihm in der Kammer nächtigen wollte. Vorsichtig ließ er die gefangene Lippe wieder los.

Der Chevalier hakte ihn unter und brachte ihn zu den Prinzen Ciel und Dreaux, die sich gerade unterhielten und gut gelaunt zu sein schienen. Khawa wartete, bis er die Erlaubnis zu sprechen erhielt und zeigte seinem Herrn stolz das Dokument. "Seine Hoheit hat mir die Freiheit geschenkt! Ich bin nun ein Bürger Souvagnes."

Ciel nahm ihm das Zertifikat aus der Hand und betrachtete es lange.
Khawa trat nervös von einem Fuß auf den anderen. Freute Ciel sich gar nicht?

"Ich beglückwünsche Sie, Monsieur Rousseau", sagte der Prince schließlich und reichte ihm das Dokument zurück. "Bleiben Sie mir als Leibdiener erhalten?"
"Selbstverständlich, Herr!" Khawa verneigte sich, ohne Anstalten zu machen, seinen Arm zu befreien.

Der Prince wirkte zwar ein wenig beruhigt, aber nicht zufrieden. Wie alle Angehörigen des Hochadels lag es nicht in Ciels Natur, seine Gefühle offen zur Schau zu tragen, doch wenn Khawa sich nicht täuschte, wirkte er nicht halb so erfreut, wie er gehofft hatte. Unruhig krallte Khawa seine Hand in Jules´ Arm, der ihn noch immer untergehakt hielt. Ein unangenehmer Moment der Stille breitete sich aus, in dem Ciel mit sich zu ringen schien.

"Und Sie", sprach der Prince an Jules gewandt, "warum zerren Sie den Leibdiener meiner Person in derartiger Manier durch den Korridor?"
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, heiß wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#14

Beitrag von Jules de Mireault » Sa 27. Jan 2018, 16:18

`Es gibt verschiedene Formen der Werbung, jene der freien Personen ist die einfachste wie vermutlich auch die schönste. Im Hochadel übernehmen das Hochzeiter oder Werber, ganz unten im Volk hat man seinen Herrn zu bitten.

Als freie Bürger kannst Du der Person Deines Herzen zwecks Demonstration Deiner Zuneigung ein Geschenk überreichen. Vor dem Überreichen von Geschenken machst Du mal hier und dort ein Kompliment. Das Werben muss von Dir ausgehen, sonst zählt Ciel und der Duc eins und eins zusammen und ich bekomme ein Problem. Das heißt Du wirbst um mich als Erster und ich steige darauf ein. Du weißt ja eh, dass ich das tun werde.

Kurzum Du machst mir ein Kompliment, ich werde einige Male überrascht tun, ab dato umgänglicher zu Dir sein und Dir selbst Komplimente unterbreiten.

Danach darf man sich etwas schenken. Meist wählt man bei einer Dame Blumen überreicht mit einem passenden Brief, man wählt eventuell Schmuck oder eine Köstlichkeit zu essen. Diese wählt man aber erst, wenn man sich noch etwas näher kommen möchte. Und genauso funktioniert das Werben zwischen uns. Nun statt Blumen würde ich Dir eine Waffe schenken, samt einem Liebesbrief. Statt Schmuck vielleicht etwas anderes, ich lasse mir etwas einfallen. Etwas dass Dich wirklich erfreut und überrascht.

Nun und hat man lange genug gebalzt und hat jeder mitbekommen dass wir um einander werben, können wir den nächsten Schritt gehen, wir machen es fest.

Mach Dir keine Sorge Khawa, Du hast Dich nicht lächerlich gemacht nur mich, aber ich habe Dir längst verziehen´,
grinste Jules.

Einen Augenblick später standen sie vor Ciel de Souvagne und nach seiner Bitte, schenkte ihm der junge Prinze Khawa sein Ohr. Begeisterung sah anders aus, nun man hatte dem Prinzen sein Lieblingsspielzeug weggenommen und in die Freiheit entlassen. Jules verkniff sich das breite Grinsen, dass sich in sein Gesicht stehlen wollte.

`Tja Ciel nun ist das mein Böhnchen...´, übermittelte Jules mit Engelsmiene an Khawa während er sich respektvoll vor Ciel verneigte.

"Gewiss Eure Hoheit, ich erläutere Euch sehr gerne weshalb ich Euren Diener mit etwas mehr Nachdruck zu Euch geleitet habe. Monsieur Laurent Rousseau war so überglücklich über seine Freilassung wie auch Einbürgerung, dass er mir davon sofort berichten musste.

Ferner berichtete er mir, stände er nun den Friedensverhandlungen als etwaige Störung nicht mehr im Wege, da Tarkan keine Entscheidung von seiner Herausgabe abhängig machen könne.
Diese weise Voraussicht Eures ehemaligen Sklaven hat mich sehr erstaunt.

Aufgrund unserer alten Differenzen bezüglich seiner Herkunft, wollte Monsieur Rousseau mir umgehend seine neue Staatsbürgerschaft mitteilen. Wir kamen zu der Übereinkunft, dass wir uns im besonderen Hinblick auf die wichtige Reise zur Krönung, die Hand reichen sollten.

Herr Euer Vater hat in seiner Weisheit entschieden Monsieur Rousseau zu einen der unseren zu machen, wie könnte ich es wagen dort zu widersprechen oder unter dieser Prämisse die gereichte Hand von Monsieur Rousseau auszuschlagen?

Ich nahm seine Hand an und versicherte ihm ebenso, mich redlich um ein Auskommen mit ihm zu bemühen.

Da ich Euch nicht ungebührlich auf diese frohe Kunde warten lassen wollte, zog ich es vor Euren Leibdiener zu Euch zu ziehen, obwohl mir dieser sagte, Ihr würdet Euch in einem wichtigen Gespräch befinden. Aber diese Zwischeninformation duldete meiner Ansicht nach keinen Aufschub. Es wäre Euch sicher unerträglich gewesen und hätte Euch zu tiefst gekränkt, hättet Ihr von anderer Stelle von Monsieur Rousseaus Freilassung und Einbürgerung gehört.

Nein Ihr solltet es schnellstmöglich aus seinem eigenen Munde erfahren, ebenso dass er Euch stets als treuer Leibdiener erhalten bleiben möchte. Und auch die Kunde unserer Aussöhnung sollte nicht unerwähnt bleiben. Ich hoffe Ihr verzeiht mir meine etwas grobe Art Euch diese Kunde schnellstmöglich zu überbringen Herr"
, erläuterte Jules untertänig.

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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#15

Beitrag von Khawa » Do 1. Feb 2018, 21:04

`Dann habe ich ja schon um Euch geworben, ohne es zu merken`, erwiderte Khawa gedanklich. Sein Kopf glühte. `Das heißt, ich habe es schon gemerkt, aber ich habe es so getan, dass die anderen das auch sehen. Ich habe Euch meinen Turban geschenkt. Und Ihr mir Eure Kerze! Was würde passieren, wenn Ihr zuerst mit dem Werben beginnen würdet? Was würde geschehen, wenn herauskäme, dass Ihr mir die Bitte um meine Freiheit empfohlen habt?`

Ciel schien mit der Erklärung von Jules zufrieden zu sein, auch wenn es ihm sichtbar wenig schmeckte, dass dieser seinen Leibdiener am Arm festhielt. Verliebt betrachtete Khawa seinen Chevalier von der Seite. Er sollte also mit den Komplimenten anfangen. Gut, dann würde er das tun.

"Das habt Ihr treffend formuliert, Chevalier", sagte er und trat Jules auf den Fuß. "Verzeihung."
Ciels Augenbraue zuckte kurz. Gedanklich fügte Khawa hinzu: `Und wenn ich mir die Bemerkung gestatten darf, Ihr seht gerade besonders umwerfend aus, July. Wo schlafen wir heute Nacht? Ich glaube, Ciel möchte mich nicht auf der Arbeit sehen.`
"Guter Kaffee ist schwarz wie die Nacht, heiß wie die Liebe und bitter wie das Leben."

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Re: Jules & Khawa - Gespräch nach den Verhandlungen

#16

Beitrag von Jules de Mireault » Do 1. Feb 2018, 21:33

Jules verkniff sich ein Schmunzeln.

`Einerseits hast Du um mich geworben, aber so freundlich wie Du Dich angestellt hast, hat jeder vermutet Du hasst mich. Einschließlich ich, bis ich begriffen habe was Sache ist. Was passiert wäre, ist nicht zum Schmunzeln Böhnchen. Du warst weder ein freier Mann, noch ein Leibeigener, Du warst Sklave. Du warst Ciel persönliches Eigentum, Du warst ein Ding, ein Gegenstand, sein Haushaltsgegenstand. Hätte ich um Dich geworben, wäre das sehr wohlwollend gesehen ein ungebührliches Verhalten für einen Adeligen. So lange es nur bei einem Flirt oder einem Werben geblieben wäre, vermute ich dies jedenfalls.

Aber hätte jemand mitbekommen dass wir uns vergnügt haben, dann hätten sie mich dafür einen Kopf kürzer machen können. Ob sie es getan hätten, kann ich Dir nicht sagen. Normalerweise reagiert der Duc seinen Landsleuten oder direkten Untergebenen gegenüber nicht extrem hart. Er gibt einem meist eine zweite Chance.

Aber wie er entschieden hätte, wenn ich offiziell das Eigentum seines Sohnes beschädigt hätte, kann ich Dir nicht beantworten. Milde wäre dann ja noch eine öffentliche Prügelstrafe. Wie gesagt, ich kann es Dir nicht beantworten, vom Block bis zum Pranger oder einer einfachen Abmahnung hätte er alles verhängen können. Er kann alles verhängen, er ist das Gesetz. Ich habe sozusagen das Eigentum von einem Prinzen beschädigt. Ich glaube da reagiert er nicht mehr sonderlich wohlwollend.

Du wirbst zuerst um mich, damit die anderen sich nichts zusammenreimen. Ich weiß nicht wie Ciel reagiert, falls er erfährt, dass ich Dir empfohlen habe um Deine Freiheit zu bitten. Allerdings würde ich es auf den gleichen Grund schieben, wie vorhin. Ich würde sagen, es ging mir um unser Land. Das wäre nicht mal gelogen und früher wäre auch dies der einzige Grund gewesen. Woher sollte ich wissen, dass ich mich irgendwann in Dich verlieben würde? Dass es so ist, bedeutet mir alles. Aber das müssen die anderen ja nicht wissen um uns schaden zu können oder?

Dein ehemaliger Herr wirkte zwar immer wesentlich aufgeschlossener als alle anderen, aber wie weit seine Güte oder Weitsicht wirklich geht, wissen wir nicht. Er versteht vieles, er hat von vielen Dingen Ahnung, die sich meiner Kenntnis entziehen. Er ist klug und er ist sehr strebsam. Aber er ist auch sehr jung und von Liebesdingen hat er keine Ahnung. Er möchte sie auch gar nicht haben. So ähnlich war ich auch mal gestrickt.

Bis mich jemand mit Kaffee verbrühte, meine Welt auf den Kopf stellte und ich feststellte, von der Perspektive sieht sie viel besser aus.

Du kannst bei mir schlafen, wenn Du möchtest, mich würde es ziemlich freuen. Nun wo Du frei bist, könntest Du sowieso schlafen wo Du magst. Und falls wer fragt, hast Du bei mir um Unterschlupf gebeten, wo wir uns doch gerade versöhnt haben und Du niemanden kennst Böhnchen. Du benötigst auch keine Kerze, versprochen´,
übermittelte Jules glücklich.

"Vielen Dank. Nicht so schlimm, kann ja mal passieren Du Grobmotoriker", grinste der Chevalier.

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