Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#1

Beitrag von Dunwins Geist » Mo 19. M├Ąr 2018, 10:22

Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin
Audienz Aimeric de la Cantillion beim Duc de Souvagne


Die Anreise in sein Heimatland war lang, aber auf dem R├╝cken des Greifen Kariakin nicht beschwerlich gewesen. Im Gegenteil, Aimeric hatte erneut das erhabene Gef├╝hl genossen, dass der Ritt auf einem Greifen bot. Gemeinsam war er mit Linhard, Dave, Urako und Chirag in die Souvagne gereist. Ferner wurden sie von Archibald und Kasimir begleitet. Die beiden Vampire hatten den Flug ├╝ber als Flederm├Ąuse in seinen Taschen verbracht.

Heute war der Tag der Tage.

Aimeric hatte um eine Audienz bei seiner Hoheit Dreux Gifford de Souvagne gebeten. Der Duc war vor kurzem gemeinsam mit der Delegation des souvagnischen Hochadels aus Ehveros zur├╝ckgekehrt. Heute war sein gro├čer Tag. Aimeric war nerv├Âs. Es stand sehr viel auf dem Spiel. Erstens durfte er nicht auffliegen, dass er nicht wirklich Aimeric war. Aber er plante auch nichts Schlechtes. Im Gegenteil, er plante f├╝r seine alte Familie, wie f├╝r Souvagne etwas Gutes.

Comte Aimeric de la Cantillion aka Freiherr Dunwin von Hohenfelde wartete vor dem Thronsaal, so wie es sich geh├Ârte. Endlich rief der Herold seinen Namen auf. Einen Augenblick zuvor hatte der Bittsteller vor ihm den Thronsaal tief verbeugt r├╝ckw├Ąrts verlassen.

Dunwin im K├Ârper Aimerics hatte noch nie zuvor den Duc de Souvagne gesehen, allerdings hatte er bereits von diesem Mann geh├Ârt. Er verk├Ârperte das genaue Gegenteil zu dem, was er einst selbst repr├Ąsentiert hatte.

Heute w├╝rde sich dies ├Ąndern, heute w├╝rde er alles in seiner Macht stehende f├╝r seine Familie tun.
F├╝r seinen Bruder Brandur und allen voran f├╝r seinen Enkel Linhard. Seine Begleiter warteten gespannt drau├čen, w├Ąhrend er jeden Augenblick in die H├Âhle des L├Âwen, oder vielmehr in das Nest des souvagnischen Adlers, schritt.

Aimeric rief sich alles ins Ged├Ąchtnis, was er ├╝ber Etikette wusste und folgte dem Herold in den Thronsaal. Im geb├╝hrlichen Abstand zum Thron blieb er vor dem Duc stehen und kniete nieder.

Der Duc sa├č auf seinem Thron, Aimeric blickte ein Mann entgegen der in unbeschreiblich kostbare Roben geh├╝llt war. Die Roben wie der dazugeh├Ârige Reichsmantel, waren so drapiert, wie es die souvagnische, h├Âfische Etikette und das Protokoll verlangten.

Sein wei├čblondes, h├╝ftlanges Haar floss Lichtschein gleich seine Schultern herab und strafte die Strahlkraft der Gro├čherzoglichen Krone L├╝gen. Die rechte Hand des Duc ruhte auf dem Schwertknauf des Reichsschwertes, w├Ąhrend seine linke Hand das schwere, goldene Zepter hielt.

Unbeweglich sa├č der Gro├čherzog der Souvagne auf seinem Thron. Genau einen Schritt hinter dem Duc stand sein Leibdiener. Auf die Entfernung h├Ątte Aimeric den Duc f├╝r eine Statue halten k├Ânnen. Seine blasse fast schneewei├če Haut unterstrich dieses Empfinden zus├Ątzlich. Aim empfand, dass der Gro├čherzog ebenso wie diese Statuen schaute - wie eine Statue aus den Tempeln der G├Âtter.

Die Miene unbeweglich, w├╝rdevoll, hoheitlich und wohlwollen. Der Duc wirkte jung, hatte dabei aber dennoch auf seltsam befremdliche Art das zeitlose ├äu├čere eines Alben. Wach und fast von brennender Intensit├Ąt war der Blick des Duc. Die strahlendblauen Augen seiner Hoheit verrieten dennoch nicht dessen wahres Alter. Es waren wissende Augen. Augen in denen man wohlwollende G├╝te lesen konnte, oder das eigene Todesurteil.

Dunwin wusste nicht was er erwartet hatte, aber genau in jenem Moment als sich sein Blick mit dem des Duc traf, war er froh, dass er sich hingekniet hatte. Ohne zu wissen warum, versp├╝rte er Ehrfurcht, sogar Angst. Das Wort Staatsmacht erhielt in Anwesenheit dieses Mannes eine ganz andere Bedeutung.

Seine Gedanken vor einigen Sekunden kamen ihm l├Ącherlich und klein vor. Wie konnte er sich mit dieser Person vergleichen? Der Mann herrschte ├╝ber ein ganzes Volk und dies mit einer wohlwollenden Weisheit, die an v├Ąterliche G├╝te grenzte - so sagte man.

Er hingegen hatte ├╝ber seine Sippe geherrscht wie ein Herr des Abgrunds.
Aber er war hier um Wiedergutmachung zu leisten und genau jener neue K├Ârper, den er nun besa├č w├╝rde ihm dabei helfen. Der Herold riss Aimeric aus seinen Gedanken, indem er mit seinem Stab dreimal auf den Boden klopfte.

"Eure Majest├Ąt, Comte Aimeric de la Cantillion tritt mit der Bitte um eine pers├Ânliche Audienz an Euch heran", verk├╝ndete der Herold mit vollt├Ânender Stimme.
"Gestattet", antwortete der Duc.

Der Herold verneigte sich mit ausladender Geste tief vor seinem Gro├čherzog und zog sich r├╝ckw├Ąrts zur├╝ck. Die Wachen schlossen hinter dem Herold die T├╝r. F├╝r einige Sekunden herrschte absolute Stille.

"Wir schenken Euch unser Geh├Âr Comte. In welcher Angelegenheit bed├╝rft Ihr unseres Beistands?", fragte der Duc Aimeric wohlwollend.

Aimeric r├Ąusperte sich.

"Zuerst m├Âchte ich mich in aller Form f├╝r die gew├Ąhrte Privataudienz bei Euch bedanken Eure Majest├Ąt. Ich trete mit mehreren Angelegenheiten an Euch heran, die im Grunde doch nur eine ist. Diese Angelegenheit betrifft auch Euch und w├╝rde einige Eurer Probleme l├Âsen Hoheit", erkl├Ąrte Aimeric.
"So? Kl├Ąrt uns doch bitte ├╝ber unsere Probleme auf, die Ihr f├╝r uns zu l├Âsen gedenkt", schmunzelte der Duc.

"Sehr gerne Eure Majest├Ąt. Hoheit Euer Vater hat selbstlos dem F├╝rsten aus Alkena Hilfe zugesagt, zwecks Wiederaufbau seines Landes. Ferner hat er dem F├╝rsten in Freundschaft die Hand gereicht. Euer Vater hat ferner Tarrik Tarkan Hilfe zugesagt, so dass sein Volk nicht von den eigenen Ghulen verschlungen wird.

Ihr habt der Hohen Mark beigestanden und diese in unser Land intrigiert - wie mir mein Onkel Comte Massimo de la Cantillion zutrug. Eure Majest├Ąt auch hier werdet Ihr einiges an Hilfsleistungen zu leisten haben. Und f├╝r diese Leistungen h├Ątte ich eine L├Âsung die auch meiner Familie sehr helfen w├╝rde",
erl├Ąuterte Aimeric respektvoll.

"Euer Onkel sprach die Wahrheit. Ihr habt unser Interesse geweckt junger Cantillion, sprecht offen", forderte der Duc Aimeric auf.

"Vielen Dank Eure Majest├Ąt. Meine Familie ist mit der Familie von Hohenfelde aus Naridien verwandt. Die Familie Hohenfelde hat den Stand des Comte - des Freiherrn. Die Familie lebt ferner in einer Sippe Eure Hoheit. Die Sippe setzt sich zusammen aus den Freiherren von Hohenfelde, von Wigberg und von Eibenberg.

Ihre Familientradition war lange und sehr d├╝ster Majest├Ąt, meine eigene Tante erlag diesen Familienquerelen. Die Familie war dieser alten Wege ├╝berdr├╝ssig, allen voran das neue Familien- und Sippenoberhaupt Freiherr Linhard von Hohenfelde.

In seinem Namen spreche ich heute bei Euch vor Eure Majest├Ąt.

Der junge, unverheiratete Freiherr ist das Familienoberhaupt von einer Sippe die ├╝ber gewaltiges, finanzielles Kapital verf├╝gen. Die Bank des Freiherrn Veyd von Eibenberg geh├Ârt dieser Sippe an Herr. Ferner verf├╝gt diese Familie, ja sogar die ganze Sippe ├╝ber eine immense Anzahl von Magiern. Vorrangig Geistmagiern und Nekromanten.

Der junge Freiherr von Hohenfelde beschritt gemeinsam mit seinem Ziehvater Brandur von Hohenfelde bereits v├Âllig neue Wege und k├Ąmpfte unabl├Ąssig f├╝r deren Umsetzung. Einer der gr├Â├čten W├╝nsche von den beiden war es seit jeher Almanien, genauer gesagt der Souvagne anzugeh├Âren. Aus diesem Grund heiratete Brandur von Hohenfelde damals auch meine Tante Magdalena de la Cantillion.

Leider verschied Brandur vor Kurzem Eure Majest├Ąt. Linhard von Hohenfelde ├╝bernahm die F├╝hrung und sein besonderes Anliegen ist es, die W├╝nsche seines Vaters umzusetzen. Nicht nur f├╝r diesen, sondern f├╝r die gesamte Sippe, Familie und letztendlich auch f├╝r sich selbst.

Linhard m├Âchte die Zelte der Sippe in Naridien abbrechen und die Sippe in die Souvagne umsiedeln, mit allen Familienmitgliedern und mit dem gesamten Familienverm├Âgen. Sie m├Âchten sich hier vollumf├Ąnglich niederlassen und Souvagner werden.

Da die einzelnen Schollen der Hohen Mark zur Zeit vom Hofe mitregiert werden, nun das Angebot. Freiherr Linhard von Hohenfelde bietet Euch an, drei Marquis Schollen k├Ąuflich zu erwerben.

Diese Schollen sollten nebeneinander liegen, da die Sippe auch eine r├Ąumliche Verbindung w├╝nscht. Falls m├Âglich, m├Âchte er eine vierte Scholle erwerben, f├╝r ein besonderes Familienmitglied. Ferner wird Euch die Familienbank einen sechsstelligen Betrag als Staatsanleihen zur Verf├╝gung stellen.

Hierf├╝r m├Âchte die Familie gerne die Souvagnische Staatsb├╝rgerschaft samt Adelung erhalten und die genannten Schollen erwerben.

Ihr erhaltet im Gegenzug die Bezahlung, die Staatsanleihen, eine Sippe die ├╝ber sehr f├Ąhige Magier im Bereich Geistmagie und Nekromantie verf├╝gt, Adlige die dem Feudalismus sehr zugetan sind aber auch Erfahrung im Umgang mit Fremdv├Âlkern haben. Die Sippe ist mehr als gewillt Euch gegen├╝ber den Treueschwur zu leisten.

Die Rechtschaffenheit und Treue k├Ânntet Euch gegen├╝ber k├Ânntet Ihr sogar durch eine Hochzeit Eurer Schwester festigen. Falls Ihr dies w├╝nscht, k├Ânntet Ihr Eure Schwester mit dem Freiherrn Linhard von Hohenfelde verm├Ąhlen. Dar├╝ber m├╝sstet Ihr aber bitte gesondert mit ihm pers├Ânlich verhandeln, denn dies ist ein Vorschlag meinerseits.

Um dem aufrichtigen Bem├╝hen Linhards Rechnung zu tragen, habe ich mit meinem Vater bezogen auf unsere Familiengeschichte R├╝cksprache gehalten. Wir m├Âchten gerne meine Schwester Magdalena de la Cantillion mit Linhard von Hohenfelde verm├Ąhlen.

Solltet Ihr an einer Verm├Ąhlung zwischen Olivie und Linhard von Hohenfelde interessiert sein, akzeptieren mein Vater und ich sehr gerne, dass Magdalena de la Cantillion dessen Zweitfrau wird. Dies h├Ątte sogar den Vorteil, dass der junge Mann mehrfach an die Souvagne gebunden w├Ąre.

Durch seine Scholle, durch seine Sippe und durch seine Ehefrauen Eure Majest├Ąt. Die Hochzeitspl├Ąne waren wie gesagt eine Idee von mir. Alles vorherige stammt von Freiherr Linhard von Hohenfelde.

Ihr kennt unsere Familie Eure Majest├Ąt. Die Sippe hat bereits einige Souvagner in ihren Reihen. Ferner habt Ihr bereits ein Familienmitglied dieser Sippe die Souvagnische Staatsb├╝rgerschaft und Adelung verliehen und zwar Chevalier Ansgar Durand de Chouinard.

Es w├Ąre ein wundervoller Neuanfang f├╝r die gesamte Sippe und unsere Familien. Ein neuer Weg, ein neues Land und ein neues Leben. Was sagt Ihr zu meinem Vorschlag Eure Hoheit?",
fragte Aimeric hoffnungsvoll.

Der Duc musterte Aimeric einen sehr langen Moment, ehe er erneut schmunzelte.

"Wir erachten Euren Vorschlag als ├Ąu├čerst sinnreich und Ihr habt Eure Bem├╝hungen ├╝berzeugend dargelegt Comte de la Cantillion. Eure Verwandten gegen den Schwur

"Loyalit├Ąt und Treue gegen Schutz und Schirm"

der souvagnischen Krone gegen├╝ber einzub├╝rgern und zu nobilitieren werden wir entsprechen.

Allerdings stehen wir dem Anleihen et cetera negierend gegen├╝ber. Es ist eine durchaus gro├čz├╝gige und wohlwollende Geste, uns mit einem Anleihen unterst├╝tzen zu wollen. Eventuell kommen wir bei Bedarf auf Euer gener├Âses Angebot zur├╝ck.

Der Erwerb der gew├╝nschten Mariquis-Schollen durch Eure Verwandten wird Souvagne bei seinen Hilfsvorhaben finanziell unterst├╝tzen. Ferner sehen wir es als erstrebenswert an, Eure Verwandten einzub├╝rgern und zu nobilitieren, da es in den Lehen der Hohen Mark keine Lehnsherrn dieser Art mehr gibt. Die Hohe Mark wird momentan durch den Hof mitregiert, wie Ihr bereits folgerichtig erkannt habt.

Eine Neuaufteilung der jeweiligen Schollen ist bereits gegeben, Ihr erleichtert uns soeben die Suche nach geeigneten Adeligen. Lasst Eure Verwandten hier pers├Ânlich vorstellig werden, damit wir alles Notwendige veranlassen k├Ânnen. Wir erwarten nicht nur das Sippenoberhaupt, sondern jedes einzelne Familienoberhaupt der Sippe. Jedes Familienoberhaupt hat f├╝r seine Familie den Treueeid uns gegen├╝ber zu leisten.

Was Euren Vorschlag bez├╝glich einer Verm├Ąhlung unserer Schwester anbelangt, dar├╝ber werden wir erst entscheiden, sobald wir den Freiherrn Linhard von Hohenfelde pers├Ânlich kennengelernt haben. Wir m├Âchten hierzu unsere Br├╝der und bei M├Âglichkeit unseren Vater anwesend wissen.

Ansonsten sei Euer Vorschlag positiv beschieden.

Selbstredend erfolgt die Einb├╝rgerung, die Nobilitierung und ├ťberreichung der Schollen nach Ableistung des Treueschwurs unserer Person und Souvagne gegen├╝ber Comte Aimeric de la Cantillion. Ihr gereicht Eurem Vater zur Ehre, dergestalt wie Ihr Euch f├╝r Eure Verwandten einsetzt",
antwortete der Duc.

"Danke Eure Majest├Ąt, Ihr wisst gar nicht was mir dies bedeutet... uns allen... meinen Verwandten... Dankesch├Ân...", freute sich Aimeric.
"Wir sind erfreut ├╝ber Eure Worte - gehabt Euch wohl Comte", gab der Duc freundlich zur├╝ck.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#2

Beitrag von Nathan » Mo 19. M├Ąr 2018, 12:18

Nathan hatte f├╝r den Moment nichts weiter zu tun, als still und schweigsam hinter dem jungen Duc de Souvagne zu stehen und abzuwarten, ob dieser einen Wunsch ├Ąu├čerte.

Der Morgen jedoch war sehr viel stressiger verlaufen, als es die in sich ruhende Erscheinung des Leibdieners vermuten lie├č, denn Nathan war lange vor Dreaux aufgestanden, um sich selbst zurechtzumachen und anschlie├čend alles f├╝r die Morgentoilette seines Herrn vorzubereiten. Er hatte sich heute dabei besonders gro├če M├╝he gegeben. Jetzt, wo sie erstmalig als Duo auf heimatlichem Boden auftraten, hatte dieser Tag etwas Ehrerbietendens. Jeder noch so kleine Handgriff war mit dem Zauber des Besonderen behaftet, wog schwer und bedeutsam wie die Handgriffe eines Rituals. Nathan k├╝mmerte sich nicht mehr um einen gew├Âhnlichen Herrn, sondern um den Duc de Souvagne h├Âchstselbst. Alles musste perfekt sein. Mit der Akkuratesse, mit der ein K├╝nstler ein Kunstwerk vollendet, sorgte Nathan daf├╝r, dass der Duc so vollkommen aussah, wie man es von dem Staatsoberhaupt erwartete. Er war ein ├Ąngstlicher K├╝nstler, sein Perfektionismus von der Sorge getrieben, einen Fehler zu begehen und einen Makel zu fabrizieren, anstatt an der Freude am Kunstwerk selbst. Doch Nathan schien alles richtig gemacht zu haben. Er beobachtete jeden, der dem Duc gegen├╝bertrat, ganz genau und folgte jedem Blick, um zu ├╝berpr├╝fen, ob er etwas ├╝bersehen oder sich inzwischen etwas ergeben hatte, das den Herrn blo├čstellen konnte. Doch es gab nichts zu beanstanden. Die Optik des jungen Ducs war so vollkommen hergerichtet, wie es nur m├Âglich war.

Nun, wo der Duc auf dem Thron sa├č und offenbar zufrieden mit dem Ergebnis von Nathans Arbeit seinen Amtsgesch├Ąften nachging, konnte sein neuer Leibdiener einen Teil der inneren Anspannung ablegen. Er stand bei Dreaux, genau einen Schritt hinter ihm. Und er w├╝rde diesen Platz nur verlassen, wenn es notwendig war.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#3

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Mo 19. M├Ąr 2018, 14:00

Der Duc Dreux Gifford de Souvagne lehnte sich im Thron zur├╝ck, als die Audienzen abgeschlossen waren. Der junge Duc legte das Zepter sowie das Schwert beiseite und atmete einmal tief durch. Dreux warf einen Blick ├╝ber die Schulter und musterte Nathan. Freundlich, geradezu gut gelaunt schmunzelte er seinen Leibdiener an.

"Unsere erste gemeinsame Amtshandlung haben wir bestanden. Wir danken Dir f├╝r Deine zuvorkommende F├╝rsorge und Unterst├╝tzung - seelisch wie k├Ârperlich Nathan.

Die Hohenfelde, Wigbergs und Eibenbergs werden von uns je eine Scholle des neuen Protektorates ├╝bernehmen. Sie sind ge├╝bt im Umgang mit Mischv├Âlkern als Naridier. Ferner sind sie alter Adel, nur noch Geldadel, aber laut Hausrecht ist ein jeder feudal eingestimmt.

Die Familie de la Cantillion ist mit dieser alten naridischen Sippe durch Heirat verbunden. Dies war uns durch unseren Vater bekannt. Das die Gro├čfamilie ihr Verm├Âgen in Naridien abziehen und unserem Land damit zur Seite stehen wird, erfreut uns sehr.

Sie werden pro Familie eine Scholle erhalten und die gew├╝nschte zus├Ątzliche Scholle, wenn die Bedingungen dazu passend sind. Wir m├Âchten vorher mit dem jungen Freiherrn, dem Sippenvorstand Linhard von Hohenfelde R├╝cksprache halten.

Wir wissen durch H├Ârensagen, dass sie Land verwalten k├Ânnen, dass sie wirtschaften k├Ânnen und wir wissen auch, dass diese Familien - diese Sippe sich und uns zu verteidigen wei├č. Ihr neuer Weg w├Ąre auch der unsere, wenn wir diese Familie dabei unterst├╝tzen k├Ânnten in gute, ruhigere Gew├Ąsser zu fahren - wie man zu sagen pflegt.

Ein neues Land, eine neue M├Âglichkeiten f├╝r Souvagne, f├╝r uns, die Cantillions wie f├╝r die drei Familien. Bei der finanziellen Macht die hinter dieser Sippe steht, ├╝berlege was damit f├╝r die Souvagne bewirkt werden kann. Sie k├Ânnten dem Staat tats├Ąchlich Geld leihen, sollte dies von N├Âten sein. Aber ├╝ber solche Dinge, soll unser Vater entscheiden.

W├╝rden wir uns im br├╝derlichen Konsens f├╝r eine Heirat zwischen Olivie und Linhard entscheiden, dann w├Ąren wir verwandschaftlich verbunden. Es h├Ątte nur Vorteile f├╝r uns.

Und selbstverst├Ąndlich auch f├╝r unsere Familie, sprich die Familie des Ducs. Unser Blutlinie ist sehr lange Zeit rein souvagnisch geblieben. Dies hat Vorteile, aber auch Nachteile die jedem Adligen und denen die mit uns zu tun haben, bekannt sein d├╝rften. Unser Blut in einem Zweig aufzufrischen, w├╝rde der Linie nicht schaden.

Wenn diese Sippe unser Land finanziell unterst├╝tzt, schon allein damit Grund und Boden zu erwerben, dann sollten sie auch Souvagner und Landesadel werden.

Aus diesem Grunde haben wir der Bitte zugestimmt. Wir sehen hier einen Gewinn f├╝r alle Beteiligten",
erkl├Ąrte Dreux Nathan freundlich. Scheinbar einfach, weil er mit jemanden ├╝ber seine erste, tats├Ąchlich gewichtige Entscheidung reden musste.

Dreux schaute Nathan an und nickte Richtung seines Mantels.

"Wir beide haben vortrefflich Haltung bewahrt nicht wahr? Sei so gut, nimm uns den Reichmantel ab und verstaue die Reichsinsignien in der Schatzkammer. Sie sind schwerer als wir vermutet haben. Weitaus schwerer als ihr weltliches, materielles Gewicht Nathan", bat der Duc.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#4

Beitrag von Nathan » Di 20. M├Ąr 2018, 16:49

Nathan wich instinktiv einen Schritt zur├╝ck, als Dreaux ihn freundlich anschmunzelte. Eine uralte wie ihm selbst unangenehme Reaktion, geboren aus seinen tief sitzenden ├ängsten. Er versuchte, es wieder gut zu machen, indem er zaghaft zur├╝ckschmunzelte. Man sah es kaum und es kostete Nathan alle ├ťberwindungskraft. Mit den Staatsinsignien bekleidet wirkte Dreaux auf ihn noch einsch├╝chternder als zuvor. Momentan repr├Ąsentierte er nicht nur die geballte Macht des Staates, sondern er war sie. Dreaux war Souvagne und sein Wort war Gesetz. Was er wollte, das geschah.

Nathan fragte sich, ob Dreaux eine Antwort auf seine Ausf├╝hrung zu den Pl├Ąnen erwartete oder einfach vor sich hinplauderte, wie Ciel das bisweilen getan hatte, wenn er laut ├╝berlegte. Nathans Antworten waren zu diesen Momenten nicht nur unerw├╝nscht gewesen, sondern l├Ąstig, denn sie unterbrachen Ciels Gedankenfluss. Alles, was der Diener in solchen Augenblicken hatte tun sollen, war aufmerksam zu blicken und zuzuh├Âren. Aber Dreaux und Ciel waren trotz ihrer ├Ąu├čerlichen ├ähnlichkeit und der Tatsache, dass beide im Zorn f├╝rchterlich werden konnten, zwei verschiedene Menschen.

"W├╝nscht Ihr, dass ich Euch antworte, wenn Ihr mit mir sprecht?", fragte Nathan daher vorsichtig.

Ehe er alles falsch machte, war es besser, im Zweifelsfall zu fragen, auch wenn er in letzter Zeit sehr viele Fragen gehabt hatte. Eigentlich waren es noch weitaus mehr, doch er wollte sie nicht alle auf einmal stellen.

Nathan freute sich sehr ├╝ber das Lob und seine beiden ├Ąu├čersten Finger zitterten an beiden H├Ąnden, als er sagte: "Vielen Dank! Ihr habt eine ausgesprochen gute Figur gemacht. Bitte erhebt Euch." Er wollte dem Duc den schweren Mantel abnehmen. "Bitte verzeiht die erneute Frage, aber geh├Ârt der Mantel zusammen mit den Insignien in die Schatzkammer?"

Er hoffte, dass die Frage nicht allzu dumm war. Der Mantel war ausgesprochen wertvoll und es war durchaus denkbar, dass er so verwahrt werden musste. Andererseits waren viele Kleidungsst├╝cke der gro├čherzoglichen Familie von unsch├Ątzbarem Wert. Am liebsten war Nathan der junge Duc im bettfertigen Zustand, im Schlafanzug und mit durcheinander liegendem Haar, am besten noch g├Ąhnend und sich streckend. So wirkte er am wenigsten bedrohlich. Jetzt war er die Ausgeburt der h├Âchsten nur denkbaren Macht, ├╝bertroffen nur von den G├Âttern selbst und Nathan w├╝rde sich am liebsten ununterbrochen verneigen und daf├╝r entschuldigen, dass er existierte und in seiner Gegenwart zu atmen wagte. Er sch├Ątzte Dreaux und begann ihn zu m├Âgen, doch Nathan hatte vor allem einen enormen Respekt vor dem jungen Duc, was daf├╝r sorgte, dass er extrem angespannt war. Hinzu kamen die seit der Reise nach Ehveros vorhandenen Konzentrationsprobleme, die ihm zu schaffen machten.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#5

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Di 20. M├Ąr 2018, 17:47

Der Duc nickt h├Âflich und knapp.

"Ja wir w├╝nschen, dass Du uns antwortest, sobald wir mit Dir sprechen. Nur zu, frage uns was immer Du zu fragen w├╝nscht. Nur wer fragt, lernt dazu Nathan. Ja der Mantel geh├Ârt ebenso in die Schatzkammer.

Zu Deiner Frage die Staats-, Macht- oder Reichinsignien. Dabei handelt es sich um die Staatskleinodien. ├ťbersetzt bedeutet dies, es sind die Staats- oder Reichsschmuckst├╝cke. Diese Schmuckst├╝cke, jene Kleinodien, schm├╝cken die oberste Person im Staate - Uns, den Duc de Souvagne.

Zu den Reichskleinodien Souvagnes geh├Âren:

Als erstes - die Krone, als Zeichen vollkommener Staatsmacht
Als zweites - das Zepter, als Zeichen weltlicher Macht
Als drittes - das Zeremonienschwert, als Zeichen der Macht, St├Ąrke und Wehrhaftigkeit Souvagnes
Als viertes - der Reichsmantel als Symbol des Duc
als f├╝nftes - die Reichshandschuhe als Symbol der Reinheit des Duc
als sechstes - die Reichsschuhe als Symbol der Reinheit des Duc
als siebtes - die Amtskette als Zeichen seines Amtes und seiner W├╝rde

Die Krone symbolisiert vollkommene Staatsmacht
Das Zepter symbolisiert Regierungsgewalt und Hoheitsrecht
Das Zeremonienschwert symbolisiert dass der Duc oberster Verteidiger Souvagnes ist
Der Mantel symbolisiert beim Umlegen den ├ťbertritt vom weltlichen in den Gro├čherzoglichen Stand.
Die Kr├Ânungshandschuhe symbolisieren Reinheit, da der Duc nichts Weltliches ber├╝hrt.
Die Kr├Ânungsschuhe symbolisieren Reinheit, da der Duc nicht auf weltlichem Boden schreitet
Die Amtskette symbolisiert das Amt des Duc sowie dessen W├╝rde

Sieben Reichskleinodien schm├╝cken den Staatsleib des Duc de Souvagne, die sieben Tugenden zieren seinen Geist.

Das Anlegen des Reichsmantels durch die dazu durch Geburt berechtigte Person, symbolisiert deren Eintritt in die h├Âhere, geheiligte Sph├Ąre - die des Duc de Souvagne.

Das Umlegen des Reichsmantels ist die erste Handlung zur Kleidung des Duc de Souvagne. Vereinfacht ausgedr├╝ckt, mit Umlegen des Reichsmantels verschwindet die Privat Person Dreux - der Tr├Ąger wird zu Souvagne und dessen Machtverk├Ârperung selbst.

Erst nachdem dem Duc de Souvagne der Reichsmantel um die Schultern gelegt wurde, werden ihm die anderen Insignien seiner weltlichen Macht gereicht.

Aus dieser Position heraus, hat der Duc ├╝ber sein Volk zu wachen, es zu sch├╝tzen und es anzuleiten. Die Reichshandschuhe, sowie die Reichsschuhe versinnbildlichen, dass der Duc jenseits weltlicher Belange entscheidet. Dass er ├╝ber diesen Dingen steht, in seinem Amt und in seiner W├╝rde.
Gekleidet wird der Duc ordnungsgem├Ą├č folgenderma├čen.

Ihr kleidet den Duc in passende Gew├Ąnder.
Sobald dieser vor dem Thron steht, legt Ihr ihm den Reichsmantel um die Schultern.
Der Duc wird sich setzen, Ihr werdet ihm die Reichshandschuhe und die Reichsschuhe ├╝berstreifen.
Ihr reicht hiernach Eurer Majest├Ąt auf dem daf├╝r vorhergesehenen Kissen die Amtskette. Der Duc wird diese selbst vom Kissen nehmen und sich umlegen.

Danach wird ihm die Krone gereicht. Er wird die Krone vom Kissen nehmen und sich diese aufs Haupt setzen.

Nun werdet Ihr ihm das Zepter und das Reichsschwert auf ein Kissen gebettet darreichen.
Der Duc ergreift das Zepter und hat damit alle weltliche Macht ├╝ber Souvagne in der Hand.

Zum Schluss schlie├čt sich seine Hand um das Reichsschwert.
Die ist die vorgeschriebene Zeremonie",
erl├Ąuterte der Duc.

"Oh und noch etwas... nachdem die Reichsinsignien wieder in der Schatzkammer wohlbehalten verstaut sich, darfst Du uns gerne einen Kaffee kredenzen. Dann sind wir zwar immer noch der Duc, dennoch tragen wir die Staatsinsignien nicht mehr.

Folglich l├Ąsst es sich etwas leichter atmen Nathan, ein klein wenig Entspannung ist ab dato erlaubt und wir bevorzugen dazu Kaffee oder auch einen guten Tee. Am liebstens mit etwas Geb├Ąck. ├ťberrasche uns",
bat Duc Dreux Gifford de Souvagne freundlich.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#6

Beitrag von Nathan » Di 20. M├Ąr 2018, 19:07

Nathans Beine begannen zu zittern. Er hatte beim Ankleiden des Ducs alles falsch gemacht, die Reihenfolge hatte ├╝berhaupt nicht gestimmt! Nur dessen G├╝te war es zu verdanken, dass er Nathan an diesem ersten Arbeitstag auf heimatlichem Boden nicht auf all die Fehler hingewiesen hatte. Vermutlich waren es noch viel mehr, als Nathan in diesem Augenblick bewusst war. Es w├Ąre wohl ein langer Vortrag geworden. Zum Gl├╝ck war die falsche Reihenfolge nichts, was irgendwer sonst gesehen h├Ątte und beanstanden konnte. Am Ende hatte der Duc trotz allem perfekt ausgesehen.

Zittrig bem├╝hte Nathan sich, die umgekehrte Reihenfolge wie gerade erkl├Ąrt einzuhalten. Szepter und Schwert hatte Dreaux bereits auf das Kissen gelegt. Also reichte Nathan ihm nun das Kissen, damit der Duc die Krone und die Amtskette darauf niederlegen konnte. Danach zog er ihm vorsichtig die Handschuhe von den H├Ąnden. Hernach waren die Reichsschuhe an der Reihe. Nachdenklich betrachtete Nathan die F├╝├če in den sauberen wei├čen Str├╝mpfen. Dreaux hatte nichts dergleichen gesagt, aber Nathan vermutete, dass er nun wieder seine normalen Schuhe tragen wollte, bevor er sich hinstellte, damit er ihm den Mantel abnehmen konnte. Oder tat er das erst hinterher, um die W├╝rde des Mantels nicht zu beschmutzen? Es blieb Nathan nichts anderes ├╝brig, als erneut zu fragen:

"Darf ich Euch Eure normalen Schuhe anziehen oder soll ich damit noch warten? Und sollen Reichsschuhe und Reichshandschuhe ebenfalls auf dem Kissen liegen oder gesondert?"

Er wartete auf die Antwort, um dem Wunsch seines Herrn nachzukommen. Am Schluss nahm er Dreaux den wahrhaft schweren Mantel von den Schultern, ohne dass dieser auf dem Boden aufkam, legte ihn f├╝r den Transport zusammen und hielt ihn zusammen mit dem Kissen, auf dem die ├╝brigen Insignien lagen, in den Armen. Zusammen wog das Ganze allerhand.

Wie Dreaux es ihm zuvor erkl├Ąrt hatte, drehte Nathan, ohne dass Kissen dazu von seinem Arm zu nehmen, mit einer Hand an einer kleinen Statue, so dass sich das Wandrelief hinter dem Thron mit einem Klicken bemerkbar machte. Nathan schob und die Geheimt├╝r ├Âffnete sich, so dass er in den Gang dahinter treten konnte, der zur Schatzkammer f├╝hrte. Er schloss hinter sich die T├╝r, folgte dem dunklen Gang bis er in die Schatzkammer gelangte, wo er dem zust├Ąndigen Manne die Insignien ├╝berreichte. Danach ging er zur├╝ck und begab sich in die K├╝che, um f├╝r Dreaux das Kaffeetrinken zu organisieren.

Ihm kam entgegen, dass Khawa sein Lehrmeister gewesen war, was das Mokkazubereiten anbelangte. Er lie├č in der K├╝che die Bohnen ganz frisch in einer Handm├╝hle mahlen, bis sie fein wie Staub waren und kochte das Pulver mit einer Zimtstange und zwei gro├čz├╝gigen Essl├Âffeln braunem Rohrzucker auf, au├čerdem gab er f├╝nf Kardamonkapseln hinzu. Dazu streute er ein ganz klein wenig Salz in das Wasser, nur ein paar K├Ârnchen. Er lie├č das Wasser kr├Ąftig aufkochen, zog den Topf vom Herd, bis das Brodeln verebbte und schob ihn wieder auf die hei├če Platte, um es ein zweites Mal aufkochen zu lassen. In der K├╝che duftete es bereits verf├╝hrerisch. Danach goss Nathan das hei├če, fast schwarz verf├Ąrbte Wasser durch ein feines Sieb, um das Pulver von der Fl├╝ssigkeit zu trennen. Das war so nicht original rakshanisch, aber die meisten Souvagner sch├Ątzten es nicht, wenn das Pulver beim Trinken in der Tasse verblieb, da sie es meistens aus Versehen mittranken, wenn sie die Tasse leeren wollten. W├Ąhrend Nathan den Mokka eigenh├Ąndig aufkochte, schlug eine K├╝chenkraft f├╝r ihn frische Schlagsahne auf und gab sie in eine Keramikschale. Nathan ordnete Mokkatasse und Sahnesch├Ąlchen auf einem Tablett, legte einen L├Âffel dazu und einen kleinen Teller mit unterschiedlichem Geb├Ąck, Datteln und Feigen. So hatte Dreaux gen├╝gend Auswahl und Nathan konnte beobachten, was ihm am besten mundete.

Nathan balancierte das Tablett gekonnt zur├╝ck zu seiner Majest├Ąt. W├Ąhrend er sich zu ihm begab, fiel ihm ein, dass der junge Duc wom├Âglich so kr├Ąftigen Kaffee ├╝berhaupt nicht mochte und bereute, nicht einfach einen ganz normalen souvagnischen Standardkaffee geholt zu haben. Er kehrte noch einmal um und packte sicherheitshalber noch eine kleine Kanne Fr├╝chtetee dazu, falls Dreaux der Mokka nicht schmeckte. Am Rand der Glaskanne steckte eine Zitronenscheibe und ein Zweiglein mit roten Beeren hing dabei. Auch ein Gef├Ą├č mit wei├čem Kandiszucker stand daneben. Das Tablett quoll inzwischen regelrecht ├╝ber. Mit einem Anflug von Verzweiflung analysierte Nathan die Unmenge an Dingen, die darauf waren, aber konnte sich nicht dazu entschlie├čen, irgendetwas davon in der K├╝che zu lassen und brachte Dreaux schlie├člich das sehr opluente Kaffeetrinken. ├ängstlich betrachtete Nathan Dreaux` Gesicht, w├Ąhrend er ihm alles auf den Tisch m├Âglichst ansprechend arrangierte.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#7

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Mi 21. M├Ąr 2018, 21:26

Dreux sch├╝ttelte minimal den Kopf.

"Die Schuhe haben ihr eigenes Kissen, die Handschuhe haben ihr Handschuhk├Ąstchen. Der Schatzmeister wird Dir die entsprechenden Kissen und das K├Ąstchen zeigen. Sei unbesorgt Nathan. Der Mantel wird in der Kammer ├╝ber einen stummen Diener gehangen. Unsere Schuhe erhalten wir von Dir, sobald Du den Mantel wohlbehalten verstaut hast. Das hast Du richtig erkannt", erkl├Ąrte Dreux freundlich.

Nachdem Nathan seiner Pflicht nachgekommen war und alle Staatsinsignien wieder in die Schatzkammer verbracht hatte, hatte Dreux einen Moment f├╝r sich. Er sa├č allein im Thronsaal, bis auf die beiden Wachen an der T├╝r. Und jenen Wachen die jederzeit durch die Rettungsg├Ąnge in den Thronsaal gelangen konnten. Aber augenscheinlich war er allein.

Dreux lie├č sich etwas im Thron heruntersinken um nicht mehr eine ganz so starre K├Ârperhaltung zu haben. Er hatte es gut gemacht, wahrlich dem war wirklich so. Er hatte sich auf all das verlassen, was man ihm ├╝ber all die Jahre beigebracht hatte. Und er hatte an seinen Vater gedacht. Nicht nur daran, wie er mit seinen Untertanen umging, sondern auch was dieser wohl an seiner Stelle entschieden h├Ątte.

Eben hatte er es noch Nathan erkl├Ąrt, als Duc hatte er andere Ma├čst├Ąbe anzusetzen. Und Dreux war der Meinung, dass ihm das ganz gut gelungen war. Er hatte sein Land w├╝rdig vertreten und schon bald w├╝rden sie neue Landsleute in ihrer Mitte willkommen hei├čen, die sie mehr als gebrauchen konnten. ├ťber eine eventuelle Heirat seiner Schwester hingegen, wollte er nicht allein entscheiden. Diese Entscheidung wollte er gemeinsam mit seinen Br├╝dern treffen.

Dreux fragte sich, weshalb er derma├čen Angst vor dem Thron gehabt hatte. Es war keine leichte, oder gar eine einfache Aufgabe - aber er h├Ątte seinem Vater, seinen Lehrern und auch sich selbst vertrauen sollen. Nun jeder wusste, dass die Gedanken immer weitaus schlimmer waren, als die tats├Ąchlichen Begebenheiten. Man f├╝rchtete schlie├člich nicht die realen Bedingungen, sondern dass, was sich im eigenen Kopf abspielte.

Als die Anspannung von ihm abfiel, g├Ąhnte Dreux hinter vorgehaltener Hand und blinzelte m├╝de.

Einen Moment sp├Ąter betrat Nathan erneut den Thronsaal und war bewaffnet mit einem Tablett voller kleiner K├Âstlichkeiten. Dreux Miene hellte sich schlagartig auf. Als Nathan alles serviert hatte, lie├č der Duc seinen Blick dar├╝ber schweifen. Er nahm sich etwas Geb├Ąck und g├Ânnte sich dabei als erstes den Mokka. Dreux schloss genussvoll die Augen, als er den Mokka trank.

"So einen k├Âstlichen Kaffee haben wir noch nie getrunken. Er schmeckt ganz anders als uns Kaffee bekannt ist Nathan. Deine Auswahl war vortrefflich, wir wissen gar nicht was wir zuerst probieren sollen", schmunzelte der Duc gut gelaunt. Er tunkte eine Dattel in die Sahne und verspeiste sie gen├╝sslich.

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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#8

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 26. M├Ąr 2018, 09:42

Linhard wartete gemeinsam mit Dave, Urako, Chirag, Kasimir und Archibald auf Aimerics R├╝ckkehr. Dieser hatte um eine Audienz beim Duc de Souvagne gebeten. Grund hierf├╝r waren die Pl├Ąne von Linhard als Sippenoberhaupt der von Hohenfeldes, von Wigbergs und von Eibenbergs. Und ein Teil dieses Plans sah vor, dass er mit der gesamten Sippe in die Souvagne ├╝bersiedelte.

Sein Vater Brandur hatte sich stets gew├╝nscht in Almanien zu leben, er selbst hatte sogar vor langer Zeit eine Souvagnerin aus der Familie de la Cantillion geheiratet. Was lag also n├Ąher, als genau jenes almanische Land zu w├Ąhlen, aus dem die Ehefrau von Brandur stammte?

Im Moment war die gesamte almanische Region im Umbruch. Linhard war mehr als gewillt f├╝r passende Schollen und die dazugeh├Ârige Nobilitierung seinen Anteil am Wiederaufbau zu leisten. Es w├Ąre ein Aufbau an zwei Fronten, der Wiederaufbau des Landes, sowie ein Neuanfang f├╝r seine Familie. Die gemeinsame Aufgabe w├╝rde die Sippe enger zusammenschwei├čen.

Linhard z├╝ndete sich gerade eine neue Rauchstange an, als Aimeric den Palast verlie├č und sich zu ihnen gesellte.

ÔÇ×Der Duc hat unserer Bitte entsprochen Linhard! Der Duc wird Euch einb├╝rgern und nobilitieren, gegen den Schwur - Loyalit├Ąt und Treue, gegen Schutz und Schirm. Der Erwerb der Marquis-Schollen durch Dich hat er somit abgesegnet. Das Geld wird Souvagne bei seinen Hilfsvorhaben unterst├╝tzen.

Der Duc sagte dazu Folgendes:

Ferner sehen wir es als erstrebenswert an, Eure Verwandten einzub├╝rgern und zu nobilitieren, da es in den Lehen der Hohen Mark keine Lehnsherrn dieser Art mehr gibt. Die Hohe Mark wird momentan durch den Hof mitregiert, wie Ihr bereits folgerichtig erkannt habt.

Eine Neuaufteilung der jeweiligen Schollen ist bereits gegeben, Ihr erleichtert uns soeben die Suche nach geeigneten Adeligen. Lasst Eure Verwandten hier pers├Ânlich vorstellig werden, damit wir alles Notwendige veranlassen k├Ânnen. Wir erwarten nicht nur das Sippenoberhaupt, sondern jedes einzelne Familienoberhaupt der Sippe. Jedes Familienoberhaupt hat f├╝r seine Familie den Treueeid uns gegen├╝ber zu leisten.

Was Euren Vorschlag bez├╝glich einer Verm├Ąhlung unserer Schwester anbelangt, dar├╝ber werden wir erst entscheiden, sobald wir den Freiherrn Linhard von Hohenfelde pers├Ânlich kennengelernt haben. Wir m├Âchten hierzu unsere Br├╝der und bei M├Âglichkeit unseren Vater anwesend wissen.

Ansonsten sei Euer Vorschlag positiv beschieden.

Selbstredend erfolgt die Einb├╝rgerung, die Nobilitierung und ├ťberreichung der Schollen nach Ableistung des Treueschwurs unserer Person und Souvagne gegen├╝ber Comte Aimeric de la Cantillion. Ihr gereicht Eurem Vater zur Ehre, dergestalt wie Ihr Euch f├╝r Eure Verwandten einsetzt.

Ich denke, wenn Du pers├Ânlich bei seiner Majest├Ąt vorstellig wirst, reicht auch Dein Treueschwur f├╝r Deine gesamte Sippe aus. Falls nicht, kannst Du den Schwur von Veyd und Wolfgang nachreichen.

Auf die Anleihen hat er vorerst dankend verzichtet. Ich vermute Geld das er einnimmt ist ihm lieber, als das er einen Kredit aufnimmt. Wir sind am Hofe Linhard, sollen wir Dir einen Termin ausmachen?ÔÇť,
fragte Aimeric gl├╝cklich.

Linhard schmunzelte und rempelte Dave gut gelaunt an.

ÔÇ×Das sind erstklassige Neuigkeiten, ja lasse mir bitte umgehend einen Termin geben, so schnell wie m├Âglich. Bei dem Betrag, den ich bereit bin f├╝r die Schollen zu bezahlen, sollte ein schneller Termin m├Âglich sein. Der Duc ben├Âtigt passenden Adel und Geld, wir w├╝nschen uns die Schollen und ben├Âtigen seinen Beistand. Sobald Paps wieder aufwacht, soll alles seinem Wunsch entsprechen. Und ich glaube damit habe ich seinen Wunsch noch ├╝berfl├╝gelt, ich hoffe es jedenfalls.

Was hast Du dem Duc bez├╝glich einer Hochzeit vorgeschlagen Aimeric?ÔÇť,
fragte Linhard und nahm einen Zug aus der Rauchstange.

ÔÇ×Die Tochter des zurzeit au├čer Amt stehenden Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, Schwester des amtierenden Duc Dreux Gifford de Souvagne ist in Deinem Alter.

Durch die Heirat mit Olivie de Souvagne w├Ąrst Du zus├Ątzlich an Dein neues Heimatland gebunden,
sprich nicht nur durch Deine Schollen ÔÇô den Boden, sondern auch durch Familienbande und sp├Ąter, sobald Du Kinder hast, durch Blutsbande. Dass Du nicht wieder wegziehen m├Âchtest, wei├č ich. Aber der Duc wei├č dies nicht und dies ist ein ├╝berzeugendes Argument. Es zeigt unserer Majest├Ąt, dass Du bereit bist Dich komplett an Deine neue Heimat zu binden.

Ferner sagte ich ihm auch, dass Du ebenso meine Schwester heiraten m├Âchtest und wir damit einverstanden w├Ąren, dass Magdalena Deine Zweitfrau wird. So w├Ąrst Du an zwei Souvagnische Familie gebunden. Allerdings wird der Duc ├╝ber die m├Âgliche Heirat mit Olivie erst dann entscheiden, wenn er Dich pers├Ânlich kennengelernt hat. Die Anwesenheit seiner Br├╝der w├╝nscht er in dem Falle auchÔÇť,
grinste Aimeric.

ÔÇ×Das sind wirklich gute Neuigkeiten. Nun das hei├čt, der Duc m├Âchte Dir auf den Zahn f├╝hlen, ob Du in seine Familie passt Lin. Durch die Heirat mit Olivie w├Ąren wir mit dem Haus des Duc verbunden. Du wolltest zwar keine Pflichtehe, aber hier ist eine Pflichtehe nicht ann├Ąhernd so schlimm, Du kannst schlie├člich eine weitere Person heiraten. Gibt es da ein Limit? Sprich wie viele Frauen d├╝rfte er theoretisch heiraten?ÔÇť, fragte Dave Aimeric.
ÔÇ×Die Zahl der Ehepartner ist nicht begrenzt. Er k├Ânnte 50 Frauen heiraten, oder 50 M├Ąnner. Bei den Frauen w├Ąre der Stand direkt klar, Linhard ist das Familienoberhaupt.

Heiraten zwei M├Ąnner richtet es sich danach, wer der H├Âhergestellte von beiden ist. Sprich w├╝rden wir heiraten, heirate ich in Linhards Familie ein, als Niedergestellter. Er ist Marquis und ist somit der H├Âhergestellte.

Manches Hausrecht regelt auch, dass die Ehepartner des Familienoberhauptes keine weiteren Ehen eingehen d├╝rfen. Frauen ben├Âtigen hierzu eh die Zustimmung ihres Mannes. Das hei├čt, Linhard k├Ânnte drei M├Ąnner heiraten. Besagt sein Hausrecht, dass es nur ihn als Ehepartner duldet, gibt es keine Querhochzeiten. Bei M├Ąnnern ist dies auch nicht weiter tragisch, w├╝rden sie sich anders binden. Linhards Ehemann zeugt ein Kind ÔÇô es hat nichts mit Linhards Blutlinie zu tun.

Nur die leiblichen Kinder von Linhard von seinen anerkannten Hauptfrauen sind erbberechtigt. Das sind seine Kinder, der Rest sind seine Kegel. So war dies schon immer in Souvagne. Sein Paps Brandur h├Ątte also neben seiner Erstfrau Magdalena in Souvagne auch Aster als Zweitfrau heiraten k├Ânnen, ganz ohne ProblemeÔÇť,
antwortete Aimeric.

ÔÇ×Warten wir erstmal ab, ob der Duc die von Dir vorgeschlagene Heirat mit seiner Familie ├╝berhaupt in Betracht zieht. Falls ja, wunderbar. Falls nicht, auch kein Beinbruch. Der Rest ist das Wichtige! Unser Umzug, die Schollen und die NobilitierungÔÇť, sagte Linhard gut gelaunt.
ÔÇ×Ich lasse Dir einen Termin geben, ich bin gleich wieder daÔÇť, gab Aimeric zur├╝ck und verschwand erneut im Palast.

ÔÇ×Bei der ganzen Warterei wird man hier noch zum KettenraucherÔÇť, schmunzelte Dave Urako an.
ÔÇ×Aber das Warten lohnt sich Davy, daf├╝r haben wir danach ein echtes Zuhause. Ich versprach einen Neuanfang und der beginnt hier in SouvagneÔÇť, antwortete Linhard und setzte sich auf eine der Gartenb├Ąnke.

ÔÇ×Gute Idee. Nun dass Du einen Umzug zu regeln hast, daran besteht kein Zweifel mehr. Der Rest wird sich zeigenÔÇť, sagte Dave und hockte sich neben seinen Neffen.
ÔÇ×Den regelst Du, dass machst Du doch f├╝r mich oder?ÔÇť, grinste Linhard.
ÔÇ×Von mir aus, kein ProblemÔÇť, grinste Dave zur├╝ck.

Fast eine Stunde hatten sie im Garten zu warten, ehe Aimeric erneut aus dem Palast spazierte.

ÔÇ×Heute Abend hast Du eine pers├Ânliche Unterredung mit dem Duc und seinen beiden Br├╝dern Lin. Kasimir und Chirag Ihr m├╝sst Linhard zurecht machen und zwar so, dass der Duc nicht den geringsten Grund zur Beanstandung hat. Kurzum er muss aussehen wie der perfekte SchwiegersohnÔÇť, erkl├Ąrte Aimeric.

ÔÇ×Eine Rasur w├Ąre f├╝rs Erste gutÔÇť, schlug Lin vor.
ÔÇ×Du brauchst mehr als eine RasurÔÇŽÔÇť, warf Aimeric ein.
ÔÇ×Na eine sollte schon reichenÔÇŽÔÇť, gibbelte Archibald.
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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#9

Beitrag von Erz├Ąhler » Fr 30. M├Ąr 2018, 10:38


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Re: Der neue Weg f├╝hrt nach Souvagne - Bran-Dun-Lin

#10

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 2. Apr 2018, 19:42

Linhard verlie├č gemeinsam mit Chirag den Palast und trat hinaus in den Garten, wo seine Begleiter warteten. Er angelte sich eine Rauchstange aus der Jackentasche, z├╝ndete sie sich an und nahm in aller Ruhe erst einmal einige Z├╝ge, ehe er seine Leute informieren wollte.

"Wie ist es gelaufen?", hakte Aimeric nach.
"Gib ihm erst einmal eine Sekunde um wieder anzukommen", bat Dave ruhig.

"Die Neugier", schmunzelte Aimeric entschuldigend.
"Geht mir nicht anders, trotzdem haben wir die Sekunde auch noch", antwortete Dave und z├╝ndete sich ebenfalls eine Rauchstange an. W├Ąhrend er abwartete, lehnte er sich gem├╝tlich gegen Urako und behielt sicherheitshalber Archibald im Auge.

"Richtig, ich ben├Âtigte einen Moment um mich zu sammeln. Also es gibt mehrere Neuigkeiten. Zuerst, wir - sprich die gesamte Sippe wurde eingeb├╝rgert und nobilitiert. Die dazugeh├Ârigen Urkunden m├╝ssen wir gleich beim Hofmarschall abholen.

Ich habe Dank der Vorverhandlung von Aimeric vier Marquis-Schollen erworben, eine Scholle f├╝r die von Wigbergs unter dem Oberhaupt Wolfgang, eine Scholle f├╝r die von Eibenbergs unter dem Oberhaupt Veyd, eine Scholle f├╝r die Hohenfeldes unter meiner F├╝hrung als Oberhaupt und eine Scholle f├╝r die von Hohenfelde-Eissehers unter Deiner Obhut Dave",
sagte Linhard.

"Und er Hintergrund daf├╝r ist folgender?", hakte Dave nach.
"Brandurs Wunsch, den ich schwor umzusetzen Davy. Ich m├Âchte dass Du nicht nur Schlechtes mit unserer Familie verbindest. Ich habe verk├╝ndet, neue Wege zu beschreiten. Dies mein Anteil in Namen Brandurs dazu, was Dich angeht. Ich m├Âchte das Du Dich als ein akzeptiertes Mitglied der Familie f├╝hlst. Du warst stets gut zu mir und Du bist bei mir jederzeit willkommen. Du bist mein Onkel und ich liebe Dich Dave.

Das was auf der Hochzeit geschah bedauerte Brandur und ich ebenso. Der Gro├čteil was dort geschah, war zum Nachteil von Dir und Deinem Mann. Alles in Allem m├Âchte ich Dir erm├Âglichen, dass Du mit Deiner eigenen Familie f├╝r Dich in Ruhe und Frieden leben kannst.

Solltest Du allein f├╝r Dich bleiben wollen, ist das kein Problem. Entscheidest Du Dich daf├╝r, zu uns zu geh├Âren, so dass wir eine Gemeinschaft bilden w├╝rde mich das sehr freuen.

Deine Scholle liegt genau hinter meiner Davy, als Zeichen meines Vertrauens. Du entscheidest also, ob wir R├╝cken an R├╝cken zusammenstehen oder ob Du Dich einfach nur abgewandt h├Ąltst. Logisch betrachtet k├Ânntest Du mir sogar in den R├╝cken fallen und genau deshalb habe ich die Scholle so gew├Ąhlt. Ich m├Âchte Dir damit zeigen, dass N├Ąhe bei mir nicht bedeutet, dass der andere nur ein k├╝rzeres Messer ben├Âtigt um Dich zu verletzten. In meiner N├Ąhe bist Du sicher. Niemand wird Dir in meiner Gegenwart schaden, dass schw├Âre ich Dir. Und sollte es jemand versuchen, lernt er meine Klinge kennen.

Zudem hat Paps Dir eine Wiedergutmachung f├╝r Deine Hochzeit versprochen, ich hoffe es ist ein klein wenig Wiedergutmachung - Dein Fleckchen Scholle ganz f├╝r Dich allein. Von Herzen von uns f├╝r Dich Davy",
sagte Linhard und dr├╝ckte seinen Onkel, dabei warf er kurz Archibald einen mehr als warnenden Blick zu.

"Dankesch├Ân Lin. Glaub mir, ich wei├č das Geschenk zu sch├Ątzen und dessen Wert zu w├╝rdigen. Das muss ein gewaltiges Loch in Deine Kasse gerissen haben. Einen Betrag den Du nicht h├Ąttest ausgeben m├╝ssen, aber Du hast es getan - selbstlos ohne etwas zu verlangen. Genau der Umstand macht das Geschenk wertvoll. Ich falle Dir garantiert nicht in den R├╝cken, dass wei├čt Du.

Bezogen auf Brandur Lin. Brandur kann nicht gewusst haben, dass wir in die Souvagne umziehen hm? Aber da Du in seinem Namen handelst, stimmt das schon so",
grinste Dave und gab seinen Neffen gut gelaunt frei.

"Wohin wir ziehen werden, oder wo wir letztendlich gl├╝cklich und eine Familie werden, wird meinen Paps nicht gekratzt haben Davy. Das sind Kleinigkeiten mit denen er sich nicht aufgehalten hat. Sein Wunsch war es, sein Versagen von damals wieder gut zu machen. Die Scholle wird das nicht k├Ânnen, nichts kann das. Es gibt auch nichts auf der Welt, was Dich das vergessen lassen k├Ânnte.

Aber mit Deinem St├╝ck Land, kannst Du es vielleicht ein bisschen besser abhaken und die was ganz eigenes aufbauen. Ab jetzt ben├Âtigst Du niemanden mehr von uns, Du bist frei. Du hast Land, Du hast Einnahmen, Du bist v├Âllig unabh├Ąngig von mir. Die einzige Bindung die noch besteht beruht auf Freiwilligkeit, auf Wunsch Davy und das schenke ich Dir in Brandurs Namen",
erkl├Ąrte Lin und knuffte seinen Onkel.

"Zum n├Ąchsten Punkt, eine Info an die Vampire. H├Ârt genau zu - alle. Prince Ciel de Souvagne erl├Ąuterte mir Folgendes, oder besser gesagt er fragte seinen Bruder den Duc de Souvagne - "Was ist mit den Vampiren? Sollen die beiden Bluthexer weiter nach ihnen sehen?".

Der Duc best├Ątigte dies seine Weisung lautete, folgenderma├čen.

"Auf alle F├Ąlle. Dies ist kein Misstrauen gegen Euch, Schwager in Spee - aber von Vampiren, so zahm sie auch sein m├Âgen, geht immer ein Restrisiko aus. Wie von jedem Raubtier. Aus diesem Grund weisen wir Euch darauf hin, dass diese Kreaturen unter permanenter ├ťberwachung stehen. Gebt dies an sie weiter, damit sie sich in ihrem Durst beherrschen. Sollten sie sich nicht beherrschen, erwartet sie der Block. Oder der Pfahl im Morgengrauen. Dies sage ich Euch nur als Information, nicht als Drohung, nicht um Euch zu beleidigen Schwager in Spee. Aber Ihr sollt wissen welche Gefahr Euch begleitet, wir werden nicht z├Âgern unschuldiges Leben zu sch├╝tzen. Dazu z├Ąhlt auch Ihr".

Das war die Antwort unseres Herrschers und ich sagte zu dass keine Gefahr von Euch ausgeht. Dass Kasimir sich beherrschen wird, wei├č ich. Du Archibald denkst bitte genau ├╝ber die Worte nach und nimmst sie Dir zu Herzen.

Denn es ist sicher kein Spa├č, wenn wir permanent von einem BLUTHEXER verfolgt werden.
Ich verlasse mich auf Dich Archibald...",
sagte Linhard beschw├Ârend.

Linhard rauchte seine Rauchstange zu Ende, leckte sich ├╝ber die Lippen und z├╝ndete sich eine neue an.

"Jetzt kommt es Thema Olivie...", schmunzelte Aimeric.
"Thema Olivie... richtig. Der Duc hat mit seinen Br├╝der eindeutig klargestellt, dass ich seine Schwester nicht heiraten werde. Ciel h├Âchstpers├Ânlich wird Olivie heiraten", antwortete Linhard.
"Das tut mir leid Lin, davon habe ich nichts gewusst. Ich hielt es f├╝r einen guten Vorschlag... immerhin w├Ąre Deine Familie dann mit der des Duc verbunden gewesen", warf Aimeric ein.

"Das wird sie auch... ich heirate... oh Mann... also...
Ich heirate den zweiten Mann in der Thronfolge, Prince Gregoire Verrill de Souvagne...
Er hat mir ein Angebot unterbreitet und ich habe zugesagt. Sein Grund ist laut eigener Aussage, dass er mich sympathisch findet und mein Grund d├╝rfte klar sein. Wobei da noch etwas anderes reinspielt, aber das geht nur ihn und mich etwas an. Ich m├Âchte nachher mal alleine mit Euch reden Davy und Urako. Unter sechs Augen, wenn Ihr so m├Âchtet",
grinste Linhard schief.

"Herzlichen Gl├╝ckwunsch", sagte Dave und dr├╝ckte Linhard, "lass es nicht nur der Grund sein".
"Ist es nicht, Du kannst beruhigt sein. Ehe ich noch kalte F├╝├če bekomme, lasst uns lieber die Urkunden abholen gehen", kicherte Linhard.

Er schnappte sich kurzerhand einen vorbei eilenden Diener und fragte nach dem B├╝ro des Hofmarschalls. Kaum hatte er die gew├╝nschte Info machte er sich schon auf den Weg.

"Mir nach!", rief er gut gelaunt.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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