Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Der neue Leibdiener des Prince [Chat-rpg]

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
Prince
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Der neue Leibdiener des Prince [Chat-rpg]

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 21. M├Ąr 2018, 12:32

Der neue Leibdiener des Prince


Ciel bittet seinen neuen Leibdiener um ein pers├Ânliches Gespr├Ąch. Es geht diesmal nicht um organistatorische Belange, sondern um Ferrau selbst. Dessen viele blaue Flecken machen dem Prince Sorgen. Doch auch andere Sachen bereiten Ciel Kopfschmerzen. Ferrau erh├Ąlt die Erlaubnis, vollkommen offen zu sprechen und offenbart Dinge, die Handlungsbedarf erkennen lassen. Das pers├Ânliche Gespr├Ąch f├╝hrt jedoch auch dazu, dass der Herr und sein neuer Diener einander besser kennen lernen, damit es hoffentlich bald ein Miteinander wird und nicht nur ein Nebeneinander.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war bettfertig und es war der Uhrzeit nach an der Zeit, sich schlafen zu legen. Stattdessen trieb ihn Rastlosigkeit. Viel war geschehen in letzter Zeit. Zu viel auf einmal, wenn man sein Nervenkost├╝m fragte. Anstatt sich in das Bett zu legen, schlenderte er eine Weile barfu├č im Zimmer umher, trat ans Fenster, sah hinaus, zog es wieder zu und setzte seine langsame Wanderung fort. Nebenan h├Ârte er, wie Ferrau sich selbst bettfertig machte. Sein Diener war sicher m├╝de, auch f├╝r ihn war es eine anstrengende Zeit gewesen. Dennoch entschied sich Ciel daf├╝r, dass Ferrau ihm noch ein wenig Gesellschaft leisten sollte, anstatt zu schlafen. Ciel trat an die T├╝r der Kammer und ├Âffnete sie sachte. Laut genug, als dass Ferrau ihn h├Ârte, aber er wollte ihn auch nicht erschrecken, indem er pl├Âtzlich hineinplatzte. ┬╗Ferrau?┬ź

Ferrau
Der neue Leibdiener von Prince Ciel zog sich gerade sein schlichtes, kurzes Leinenhemd ├╝ber den Kopf, das er immer im Bett trug als er die Stimme seines Herrn h├Ârte. Er k├Ąmpfte einen Moment mit dem Hemd und widmete sich dann Ciel. ┬╗Ja Herr?┬ź, fragte er nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete erschrocken Ferraus Gestalt. Der sichtbare Teil der Haut war von Bluterg├╝ssen unterschiedlicher Gr├Â├če verunziert. Der Prince kannte seinen neuen Diener bislang nur in langer Kleidung und fragte sich, wie alt die Flecken wohl sein mochten. ┬╗Leiste mir noch ein wenig Gesellschaft. Ich m├Âchte mich mit dir unterhalten.┬ź

Ferrau
Der Leibdiener folgt dem Blick von Ciel, schaute an sich herunter und versuchte ein entschuldigendes L├Ącheln. ┬╗Ja gerne, wie Ihr w├╝nscht. M├Âchtet Ihr dass ich Euch etwas zu trinken oder zu essen hole?┬ź, fragte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, danke, es sei denn, du m├Âchtest selbst etwas, dann hole dir, was du ben├Âtigst.┬ź Er ging vor und setzte sich auf sein Sofa, wo er auf seinen Diener wartete. Als er herzu kam, wies Ciel mit der Hand auf das andere Sofaende, damit Ferrau sich dort hin setzte und nicht auf einen Stuhl.

Ferrau
Er nahm sich seinen Teebecher mit und folgte Ciel. Dort angekommen setzte er sich mit dankbarem Nicken auf den zugewiesenen Platz. ┬╗Wor├╝ber m├Âchtet Ihr denn reden? Ich hoffe Ihr seid zufrieden. Ich habe mich die ganze Zeit wirklich bem├╝ht und bin sehr froh hier zu sein, wenn ich das sagen darf┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und nahm einen Schluck Tee.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin sehr zufrieden mit dir, Ferrau. Dass du dir M├╝he gegeben hast, habe ich bemerkt und auch ich bin froh, dich zu haben. Ich m├Âchte mich mit dir ├╝ber dich unterhalten. Wir kennen uns nun schon lange, seit du meinem Bruder dienst, und doch kennen wir uns von der Sache her eigentlich ├╝berhaupt nicht. Das soll sich ├Ąndern, ich m├Âchte gern wissen, mit wem ich mein Leben teile. Den Diener habe ich kennen und sch├Ątzen gelernt, nun m├Âchte ich den Menschen kennenlernen.┬ź Ciel verkniff es sich, ihn zu Anfang gleich auf die Flecken anzusprechen. Sie sahen nicht nach einem Unfall aus und er wollte Ferrau nicht damit ├╝berrumpeln. ┬╗Wer warst du, bevor du der Diener meines Bruders wurdest?┬ź

Ferrau
Er war etwas ├╝berrumpelt von der Frage. Ein solches Interesse war er nicht gew├Âhnt, aber er freute sich sehr ├╝ber das Lob. Ferrau dachte angestrengt nach, aber was besonders Interessantes hatte er leider nicht aus seinem Leben zu erz├Ąhlen. Er hoffte er langweilte Ciel damit nicht. ┬╗Vielen Dank f├╝r das Lob Herr. Nun mein Leben war nicht besonders, spektakul├Ąr und ich habe auch keine besonderen Annekdoten die ich zum Besten geben kann. Ich war vorher in der K├╝che t├Ątig. Als kleiner Junge arbeitete ich in der K├╝che als K├╝chenjunge, sp├Ąter arbeitete ich gemeinsam mit meinen Eltern als normales K├╝chenpersonal. Unsere Familie arbeitet schon lange am Hof. Und da ich meinen Job bis dahin gut erledigt hatte, stieg in in den Service auf. Viele aus der K├╝che haben so den Aufstieg geschafft Herr. Dass freut einen nicht nur selbst, sondern auch die Eltern. Da ich stets h├Âflich und zuvorkommend war, ging ich vom Service zur Dienerschaft ├╝ber. Und irgendwann war ich Eurem Bruder zugeteilt. Als normaler Diener, versteht mich nicht falsch. Er beorderte mich dann in den Stand seines Leibdieners. Aber leider kamen wir ├╝berhaupt nicht miteinander aus. Ich wei├č nicht woran es gelegen hat. Es fing eigentlich gut mit uns an┬ź, erkl├Ąrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte sehr aufmerksam zu. Auch, wenn Ferrau behauptete, sein Leben sei nicht spektakul├Ąr verlaufen, waren dies Informationen, die Ciel halfen, seinen neuen Leibdiener zu ergr├╝nden und zu verstehen. ┬╗Hat er dich selbst zu seinem Leibdiener ernannt? Gab es ein Ereignis, das dazu f├╝hrte, dass ihr beide euch nicht mehr gut verstandet, obwohl es doch gut anzufangen schien?┬ź

Ferrau
Ferrau zuckte mit den Schultern. ┬╗Das habe ich mich auch oft gefragt. Nun ich hatte nichts Besonderes geleistet in dem Sinne, bitte versteht mich nicht falsch. Ich m├Âchte meine Leistung nicht hervortun, dass ich genau deshalb zum Leibdiener ernannt wurde. Nein, ich servierte seinen Abendtee und Euer Bruder entschied spontan einfach so. Es hat also keinen besonderen Anlass gegeben, der uns verband. Aber das hatte ihn auch nicht gest├Ârt oder mich. Ich habe mich geehrt gef├╝hlt. Aber Euer Bruder ist manchmal ... ehm ja ... er ist ... schwer zu verstehen. Als Leibdiener ist es meine Pflicht seine W├╝nsche zu kennen. Aber leider ├Ąu├čert er sie nicht immer genau. Und bitte, ich m├Âchte nicht ├╝ber Euren Bruder l├Ąstern, aber er ist manchmal j├Ąhzornig┬ź, fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferrau f├╝r seine Verh├Ąltnisse sanft, was bedeutete, dass ein wenig von der neutralen Maske wich, die er sonst f├╝r jeden trug, au├čer f├╝r jenen j├Ąhzornigen Dreaux und wenige andere enge Verwandte, wenn sie sich ausnahmsweise Zeit f├╝r ein wenig Menschlichkeit nahmen abseits ihrer vielen Pflichten. Wirklich als ihn selbst kannte ihn jedoch niemand anderer als Nathan, der nun ausgerechnet Dreaux diente. Bei dem Gedanken wurde Ciel traurig und gleich darauf w├╝tend auf sich, weil er w├Ąhrend eines Gespr├Ąchs mit Ferrau an Nathan dachte und sich davon durcheinander bringen lie├č. Er verbannte seinen fr├╝heren Diener aus seinem Kopf und widmete sich ganz Ferrau. ┬╗Du darfst offen sprechen, ich bitte dich darum. Dass mein Bruder nicht immer einfach ist, wei├č jeder und ich selbst bin es auch nicht. Was wir hier besprechen, wird diesen Raum nicht verlassen. Was ist geschehen, Ferrau?┬ź

Ferrau
Er nahm einen gro├čen Schluck Tee und schaute dann Ciel ernst an. ┬╗Wenn Euer Bruder w├╝tend ist, lie├č er es an mir aus. Oder wenn ich in seinen Augen etwas falsch gemacht habe. Ich verstehe, dass er oder ihr manchmal sehr viel Stress habt. Dass Ihr das nicht einfach ablegen k├Ânnt. Ich meine schaut, ich habe den ganzen Tag viel zu arbeiten. Aber es ist nie so, dass ich alles hinwerfen mag, weil ich nicht weiter wei├č. Es ist viel Arbeit, ja. Sehr viel. Aber ich wei├č was ich tun muss. Ich wei├č dass wenn der W├Ąscheberg einger├Ąumt ist, mein Tagewerk getan ist. Von meinen Entscheidungen h├Ąngt nichts ab. Wo ich Eure Socken hinlege, interessiert niemanden. Ich muss sie am anderen Morgen f├╝r Euch bereitlegen und finden. Aber manche Eurer Entscheidungen lasten schwer. Das verstehe ich. Manche Dinge m├Âchte ich nie entscheiden m├╝ssen. Ihr auch nicht. Und wenn Euer Bruder etwas nicht entscheiden mag, dann wird es jemand sp├╝ren, dass er nicht wollte. Das er sich gezwungen sieht. Aber ich zwang ihn zu nichts. Und als er anfing mich zu treten, dann habe ich mir immer mehr Zeit mit den Boteng├Ąngen gelassen und den Besorgungen. Was es schlimmer machte. Denn nun unterstellte er mir, absichtlich zu bummeln. Es war keine Unterstellung, er hatte Recht. Aber ich bummelte nie aus Faulheit, sondern aus Angst vor ihm. Ich verstand doch, dass er selbst Angst hatte. Euer Bruder f├╝rchtete den Tag wo er auf dem Thron sitzen musste und jede noch so kleine Entscheidung von neuem Geschirr am Hof bis zum Leben eines Mannes in seiner Hand lag. Leute werden versuchen ihn zu manipulieren, Leute versuchen jetzt schon ihn f├╝r sich zu gewinnen. Euch bestimmt ebenso. Er wird heiraten, wer taktisch passend oder f├Ârderlich ist. Vielleicht wird er eine Zweitfrau haben, die er mag. Vielleicht. Auch davor f├╝rchtet er sich. Das verstehe ich alles und ich h├Âre auch zu. Aber warum erz├Ąhlt er es mir, wenn er ├╝ber all das seine Wut an mir ausl├Ąsst? Wenn ich was zu sagen h├Ątte, was ich nicht habe, dann h├Ątte ich gesagt, wenn Dir was nicht passt - sag einfach mal Nein. Aber das steht mir nicht zu. Und ihm auch nicht. Aber ich finde deshalb muss man mich nicht treten. Gut ich habe auch Fehler gemacht, aber man kann mit mir reden. Ich wei├č, dass ich kein Anrecht darauf habe, nicht geschlagen zu werden. Als mein Herr hat er das Recht der Z├╝chtigung, aber ich habe vorher nichts verbrochen. Manchmal war er genau da Gegenteil. Ich wei├č nicht, was mit ihm ist. Ich glaube, er wollte mir das gar nicht gesagt haben und war b├Âse auf mich. Oder auf sich, weil er es erz├Ąhlt hat. Aber ich schw├Âre, bis auf Euch habe ich niemandem was gesagt┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste das Gesagte auf sich wirken lassen. ┬╗Danke f├╝r dein Vertrauen. Es wird, wie gesagt, unter uns bleiben.┬ź Er setzte sich etwas gem├╝tlicher auf das Sofa und betrachtete die gemalten Efeuranken an seiner Zimmerdecke. Er verstand ansatzweise, was in Dreaux vorgegangen sein musste. Auch er selbst war gro├čem Druck ausgesetzt, doch es war ein Bruchteil dessen, womit der Kronprinz umzugehen hatte. Ciel schlug nicht, er schrie daf├╝r oder war beleidigt. Er machte seinem Bruder keine Vorw├╝rfe. Vielleicht sch├Ąmte Dreaux sich sogar daf├╝r, was er getan hatte, doch das spielte keine Rolle. Ferrau war sein Leibdiener gewesen und Dreaux konnte mit ihm tun und lassen, was er wollte. Nun war Ferrau seiner und er war f├╝r sein Wohl verantwortlich. Ciel setzte sich wieder auf. ┬╗Ich m├Âchte alles sehen. Bitte zeige mir die ├╝brigen Bluterg├╝sse.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte stumm und stellte vorsichtig seinen Teebecher ab. Dann zog er sein Hemd und seine Hose aus, so dass er nackt vor seinem Herrn stand. Er drehte sich einmal ganz langsam um sich selbst, so das Ciel in angucken konnte. Ciel sah die meisten Flecken an den Oberarmen und Beinen. Dreux musste ihn also geboxt, oder meist getreten haben. Einige Flecken waren alt und fast verschwunden, einige waren frisch. ┬╗Darf ich mich wieder anziehen?┬ź, fragte Ferrau leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja┬ź, sagte Ciel. Das waren verdammt viele Flecken und einige davon waren sehr gro├č. Er wartete, bis Ferrau sich wieder angekleidet hatte und neben ihm sa├č. ┬╗Wie ist es geschehen? Und wie oft? Ich m├Âchte das wissen. Morgen wirst du das Benito zeigen. Wo die Bluterg├╝sse herkommen, wird er sich als Heiler denken k├Ânnen, aber er hat nicht zu fragen. Er soll sie nur behandeln.┬ź

Ferrau
┬╗Er hat micht meist vors Schienbein oder vor den Oberschenkel oder die H├╝fte getreten, wenn ich was falsch gemacht habe oder wenn ich zu langsam war. Ich kann Euch nicht sagen wie oft. Manchmal haben wir uns wochenlang gut verstanden und dann kam wieder ein Tag, da kam er mit sehr schlechter Laune Heim und ich wusste, das alles falsch sein w├╝rde. Ihr habt Khawa nie gez├╝chtigt nicht wahr? Oder Nathan? Fabien wurde auch nie gez├╝chtigt. Manche andere Leibdiener schon, aber wenn ein Herr sonst sehr erbost ist ohrfeigt er einen oder schl├Ągt einem auf die H├Ąnde. Ich habe versucht, es ihm recht zu machen. Manchmal hat er auch versucht, es recht zu machen, wisst Ihr? Dann hat er machmal extra was ├╝bersehen, wo er sonst w├╝tend geworden w├Ąre. Ich habe nicht gewusst, ob ich ihn fragen darf. Ich h├Ątte gerne mal mit ihm gesprochen. Aber wisst Ihr, wenn ich ihn um eine Aussprache bitte und er empfindet das als ungeb├╝hrlich, was passiert dann? L├Ąsst er mich von Domi auspeitschen und in die W├Ąscherei werfen?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferraus Gesicht. Es schien eine der wenigen Stellen zu sein, wo Ferrau nicht hin geschlagen worden war. ┬╗Die Flecken sind nur dort, wo Kleidung dar├╝ber liegt. Ich vermute, er hat dich nur dann gez├╝chtigt, wenn es niemand sah? Bis auf das eine Mal, als auch ich anwesend war, habe ich davon nicht gewusst. Aber da waren mein Bruder und ich ... nicht ganz n├╝chtern. Ich dachte, es sei ein Ausrutscher gewesen. Nein, ich habe nie einen meiner Diener geschlagen. Aber ich m├Âchte mich nicht als jemanden mit wei├čer Weste hinstellen, ich kann auf andere Weise strafen. Ich hoffe nur, dass Dreaux mir Nathan nicht so zurichtet wie dich. Ich werde doch mit ihm ├╝ber seine Launen reden m├╝ssen. Aber ich werde nicht unser Gespr├Ąch erw├Ąhnen, ich werde ihn aufgrund des Trittes in Ehveros darauf ansprechen. Aber um deine Frage zu beantworten: Nein, ich werde dich nicht schlagen.┬ź Er sah Ferrau fest an, als er dies versprach. ┬╗Was mich wundert - Dreaux sprach davon, dass Vater dich ihm zugewiesen h├Ątte, gegen seinen Willen. Du erz├Ąhlst mir, er selbst h├Ątte dich ausgew├Ąhlt.┬ź

Ferrau
┬╗Ja aber es ist wahr. Ich wurde ihm als Diener zugewiesen, nicht als Leibdiener. Also wie soll ich Euch das erkl├Ąren. Ihr habt doch sicher auch Diener die sich um das T├Ągliche k├╝mmern, nicht wahr? Das machen Eure Leibdiener nicht. Die k├╝mmern sich nur um Euch selbst. Um Euer Wohlbefinden. Nur wenn Ihr sie besonders schickt, kaufen sie ein oder erledigen sowas. Sagen wir ihr m├Âchtet unten aus der K├╝che ein Brot, da l├Ąuft nicht Nathan f├╝r Euch, es wird gebracht, Nathan nimmt es entgegen und gibt es Euch. Es sei denn er muss es selbst tun. Vielleicht lag es daran, dass Euer Bruder mit mir als Wahl unzufrieden wahr und er es als Wink verstand von Eurem Vater? Sprich als Wink, sich endlich einen Leibdiener zu nehmen? So wie wenn Treffen mit Familien oder jungen Damen vereinbart werden, um etwas Konversation zu halten. Nat├╝rlich wird da geredet, aber es wird auch getestet, ob die beiden zusammen passen. Diese Treffen war er genauso leid wie die Suche nach einem Leibdiener. Vermutlich dachte er, ich w├Ąre ihm so aufs Auge gedr├╝ckt worden und er sagte sich, dann nehme ich den halt, dann gibt Vater Ruhe. Das kann ich nur vermuten. Wobei er h├Ątte doch merken k├Ânnen, dass ich ihm nichts B├Âses m├Âchte. Manche Tage hatten wir sogar richtig viel Spa├č und gelacht. So h├Ątte es doch immer sein k├Ânnen, wisst Ihr? Dass wir zusammenhalten. Ob er mich vorher nun wollte oder nicht, an manchen Tagen hat es doch geklappt und ich war gut genug. Ich wei├č nicht, was er f├╝r einen Leibdiener sucht. Am besten einen, der Gedankenlesen kann und Beine aus Granit hat┬ź, murrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So k├Ânnte es nat├╝rlich gewesen sein. Nun, das Problem hatte ich nicht, da ich eher dazu neige, zu viele Leibdiener zu haben als zu wenige. Was sich auch als gut erwiesen hat, denn erst verschwand mir Khawa und nun auch noch Nathan. Ich werde wieder einen zweiten Leibdiener dazuholen, damit du auch Pausen einlegen oder dich erholen kannst, wenn du krank bist. Und falls mir einer von euch wieder abhanden kommt, stehe ich nicht pl├Âtzlich ohne Leibdiener da. Das sind keine Aufgaben, die man irgendeinem beliebigen anderen Diener anvertraut. Aber erst einmal werden wir beide uns aneinander gew├Âhnen, ehe ich nach dem zweiten Diener Ausschau halte. Du wirst mir dabei helfen, ihn auszusuchen, damit ihr miteinander auskommt.┬ź Ciels Unruhe hatte sich noch verst├Ąrkt. ┬╗Meinst du, dass Dreaux Nathan schlagen wird?┬ź, fragte er und nun konnte man deutlich die Sorge in seiner Stimme h├Âren.

Ferrau
Ferrau dachte lange ├╝ber die Frage nach und schaute Ciel dann in die Augen, obwohl dies unziemlich war. Er tat dies aber, da er wusste was Nathan ihm bedeutete. Vorsichtig legte er einige Finger auf die Hand seines Herrn. ┬╗Ich wei├č es nicht. Das tut mir leid. Sie schienen sich auf Anhieb zu m├Âgen. Nathan sah nicht aus wie ein Notnagel┬ź, fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war nicht b├Âse dar├╝ber, dass Ferrau es wagte, ihm in die Augen zu sehen. Gerade bei so einem pers├Ânlichen Gespr├Ąch war er froh dar├╝ber, dass Ferrau nicht mit der Wand sprach oder mit Ciels Nase. ┬╗Ich w├╝rde es Nathan anmerken, wenn so etwas geschehen w├╝rde┬ź, sagte er, um sich selbst zu beruhigen. ┬╗Doch, das w├╝rde ich. Was er anders macht als du, kann ich auf Anhieb gar nicht sagen, abgesehen davon, dass er ein ├╝berdurchschnittlich ├Ąngstlicher Mensch ist. Hast du dich als Notnagel gef├╝hlt? Was frage ich, nat├╝rlich hast du das. F├╝r mich bist du das nicht, ich habe dich entgegen aller Empfehlungen meines Bruders aus freien St├╝cken ausgesucht.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte. ┬╗Ich war eben da. Ich habe mich geehrt gef├╝hlt, wisst Ihr? Aber es gab keinen Grund hierf├╝r. Normalerweise wird man doch der Leibdiener, weil jemand sagt, ihm vertraue ich. Oder bei ihm f├╝hle ich mich wohl, ich m├Âchte gerne, dass er mein Liebdiener wird. Oder Ihr h├Ąttet nur Gutes ├╝ber mich geh├Ârt. Das Ihr Euch denkt, oh er ist flei├čig, das kann was werden. Aber im Grunde war es so - ich kam rein: ┬╗Du bist ab heute mein Leibdiener.┬ź So, das wars. Darf ich fragen, woran Ihr Eure Leibdiener aussucht? Flei├č, Loyalit├Ąt, Sympathie oder alles oder etwas anders?┬ź, fragte Ferrau. ┬╗Wenn Ihr m├Âchtet, das ich bei der Wahl helfe, werde ich das sehr gerne machen. Aber ich muss wissen, was Euch wichtig ist, Herr. Nun ich denke Nathan ist sehr klug. Das kann es auch sein. Ich bin in der K├╝che bei meinen Eltern aufgewachsen. Ein Diener der in der Bibliothek aufwuchs, hat da sicher mehr zu bieten. Wobei er die B├╝cher einsortiert und nicht alle liest┬ź, sagte Ferrau und verkniff sich ein Grinsen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste schmunzeln. ┬╗Du h├Ąltst Nathan f├╝r klug? Andere halten ihn f├╝r, ich zitiere: Ein kleines Dummchen. Ich habe ihn mir ausgesucht, als wir beide noch Kinder waren. Er ist genau so alt wie ich, wir waren zw├Âlf. Vielleicht hast du schon von der Geschichte geh├Ârt, wie er meinem Vater vorsang und es vermasselte. Mein Vater war erz├╝rnt. Die Duponts wurden dank Nathans Gesangesdarbietung entadelt und verbannt. Er stand da mitten im Thronsaal, allein, und weinte. Um ihn herum all die Erwachsenen mit ihren f├Ârmlichen Mienen. Ich nahm in bei der Hand und nahm ihn mit. Er tat mir leid und ich freute mich, dass er genau so alt war wie ich. Ich wollte ihn unbedingt behalten und sp├Ąter als Leibdiener haben, also wurde er entsprechend ausgebildet. Ja, es war eine Mischung aus Sympathie und Mitleid. An seine Eignung verschwendete ich damals keinen Gedanken. Bei Khawa war es wohl ├Ąhnlich. Er lag da, im Schlamm, ein besiegter Feind, dem Tode geweiht. Er hatte alles verloren, seine M├Ąnner waren gefallen und er war der Letzte und flehte um das bisschen Leben, das ihm geblieben war. Drum nahm ich ihn mit und nachdem ich ihn eine Weile beobachtet hatte, war es f├╝r mich eine sch├Âne Besch├Ąftigung, aus dem einstigen Wilden einen guten Leibdiener zu machen. Und das wurde er. Bei dir ...┬ź Er schmunzelte. ┬╗Ich glaube, es war wieder die selbe Mischung. Dreaux trat dich und von da an wollte ich dich haben.┬ź

Ferrau
Ferrau kratzte sich kurz am Kopf. ┬╗Ich lag noch nie auf dem Schlachtfeld, ich wurde hier am Hof geboren. All unsere Vorfahren dienten in der K├╝che. Ich h├Ątte darum bitten k├Ânnen zur├╝ckzugehen, aber was h├Ątte ich sagen sollen? Und h├Ątte er es erlaubt? Vielleicht suchte er einen Pr├╝gelknaben statt einem Leibdiener. Aber Pr├╝gelknaben sind in Souvagne verboten, Dank Eures Vaters. Ja die Geschichte von Nathans Gesang habe ich geh├Ârt. Er war ein Geschenk. Ein schlagartig unwillkommenes Geschenk. Stellt Euch vor, ich schenke Euch einen Hund und ihr findet das Tier erb├Ąrmlich. Ihr wollt es nicht. Wie man ├╝ber Euch denkt, wird man spekulieren. Wie der Hund f├╝hlt, interessiert keinen. Das sind wir, Herr. Auch wir definieren uns ├╝ber unser K├Ârbchen, auch wenn Ihr entscheidet wo es steht oder ob Ihr es uns wegnehmt. Nur soll es doch beides sein, Herr und Hund, sowie Herr und Diener. Wer keinen w├╝nscht, soll sich keinen anschaffen. Ihr hattet mir erlaubt, offen zu sprechen. Manchmal hatte ich gew├╝nscht, Euren Bruder einmal zur├╝ckzuschlagen, ein einziges Mal. Aber ich habe es nie getan. Er war trotzdem mein Herr und ich hatte Angst ihn zu verletzten. Und ich hatte Angst um meine Eltern und auch um mich. Was geschehen w├Ąre, w├Ąre ja klar. Ich w├Ąre auf dem Block gelandet. Aber wisst Ihr, auch eine Maus bei├čt irgendwann zu, wenn man sie in die Ecke dr├Ąngt. Ich habe aber nicht gebissen, ich habe mich versteckt. Hier in den G├Ąngen oder habe Arbeiten gemacht, die nicht n├Âtig waren. Ich w├╝nschte, das w├Ąre nicht n├Âtig gewesen. Ich bin froh, dass Ihr niemanden schlagt. Nun vielleicht kommen wir ja gut miteinander aus, wo Ihr sonst schon hart im Nehmen seid. Wobei Euer Bruder Khawa sehr mag. Er sagte immer, man f├╝hlt ob es der richtige Diener ist und bei mir f├╝hlt er nichts┬ź, antwortete Ferrau ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich w├╝nsche nicht, dass du dich mit einem Hund vergleichst!┬ź, antwortete Ciel barsch. ┬╗Du bist keiner. Du bist auch nicht mein ... Anh├Ąngsel!┬ź Er merkte, dass er w├╝tend wurde, dabei wollte er das nicht werden. Keinesfalls wollte er Ferrau nun ebenfalls in die Ecke dr├Ąngen, wo dieser sich ihm ge├Âffnet hatte. Er griff kurz nach Ferraus Hand und dr├╝ckte sie, damit Ferrau merkte, dass er nicht auf ihn als Person b├Âse war. ┬╗Ich m├Âchte nicht, dass du dich als so wenig wahrnimmst┬ź, sagte er leiser. ┬╗Nathan und ich, wir waren eine Symbiose. Ich gab den Ton an und doch brauchte ich ihn so sehr wie er mich. Eine solche Symbiose kann man nicht auseinanderrei├čen, ohne dass es extrem schmerzhaft f├╝r beide ist. Ich sehe das spirituell. Einen guten Leibdiener sp├╝rt man, da bin ich sicher. Da gebe ich meinem Bruder recht. Dreaux hat nicht nach dem Gef├╝hl entschieden, sondern nach irgendetwas anderem. Du und Dreaux, ihr wart nicht eins. Ihr wart zwei. Ein guter Leibdiener ist ... wie sage ich das am Besten, ohne dass es seltsam klingt!┬ź

Ferrau
┬╗Er ist ein St├╝ck von Euch selbst, der Schatten seines Herrn. So sagt es Fabien. Ich Danke Euch f├╝r die freundlichen Worte. Ich werde solche Vergleiche nicht wieder anf├╝hren, das verspreche ich Euch. Nun, ich denke man merkt es wie bei jeder Beziehung, wisst Ihr? Das kennt Ihr doch sicher auch. Manche Leute mag man grundlos sofort, manche kann man grundlos nicht leiden. Man kann sie nicht riechen. Euer Bruder muss warten, bis er jemanden riechen kann oder sich wohl f├╝hlt. Ich habe wirklich versucht, dass er sich bei mir wohl f├╝hlt. F├╝hlt Ihr Euch wohl und sicher?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wurde anders erzogen als meine Br├╝der. Sehr viel geistiger. Du bist nun ein Teil von mir und ich von dir und darum werde ich dir ein Geheimnis verraten, ├╝ber das du jedem gegen├╝ber Stillschweigen wahren musst. Selbst von meiner Familie wissen es nur meine Eltern und Dreaux, seit er Duc ist. Und meine ehemaligen Leibdiener. Ich bin magisch veranlagt und habe eine entsprechende Ausbildung genossen. Ich werde dir bei Gelegenheit erkl├Ąren, was es damit auf sich hat. Damit h├Ąngen die vielen Narben an mir zusammen, ├╝ber die du dich sicher schon gewundert hast. Es sind rituelle Narben. F├╝r den Augenblick gen├╝gt es zu wissen, dass bei der Ausbildung sehr viel Wert auf einen starken Geist gelegt wird, dem sich der K├Ârper unterzuordnen hat.┬ź Er betrachtete Ferrau noch immer nachdenklich. Er war nicht sicher, wie viel er ihm sagen konnte oder sollte. Es war wirklich dringend an der Zeit, dass sie beide mehr voneinander erfuhren. ┬╗Wenn dir etwas sehr hoffnungslos erscheint - zu wem betest du?┬ź, fragte Ciel unvermittelt. Und nach einer kurzen Pause f├╝gte er hinzu: ┬╗Ja, ich f├╝hle mich sehr wohl in deiner Gegenwart.┬ź

Ferrau
┬╗Ich bete zu Ainuwar, wie es mich meine Mutter gelernt hat. Er ist der h├Âchste Gott. Sozusagen der Vater der G├Âtter. M├╝sst Ihr Euch dies selbst antun im Gebet? Herr ich verstehe nichts von Magie, sie ist etwas das die Himmelsaugen benutzen und einige andere Magier. Aber mit Magie verbinde ich die Himmelsaugen. Ainuwar schenkte ihnen die Gabe, damit sie ├╝ber uns wachen. So erkl├Ąrte es mir meine Mutter. Sie sehen durch die Augen der V├Âgel und erfahren alles. Vielleicht ist das auch Unsinn, aber so wurde es mir erkl├Ąrt. Darf ich eine Narbe anfassen? Es freut mich dass Ihr Euch gut bei mir f├╝hlt. Was immer Ihr anbetet, ich werde schweigen. Selbst wenn es der Abgrund ist┬ź, schwor Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schmunzelte. Ferrau w├Ąre nie von selbst darauf gekommen, genau so wenig wie jeder andere. Er rutschte etwas n├Ąher an seinen Diener heran und zog den ├ärmel zur├╝ck, damit Ferrau die Narben betrachten und anfassen konnte. ┬╗Nur zu, schau es dir genau an, das ist mir lieber, als wenn du es verstohlen tust und dich vielleicht ekelst. Mein Gott tr├Ągt menschliche Gestalt. Es war Nathan, zu dem ich betete.┬ź

Ferrau
Ferrau hielt mitten in der Bewegung inne. ┬╗Oh ich verstehe. Ich ... ich schweige, seid Euch dessen sicher. Manchmal kommt es dazu und es muss schwer sein so zu leben. Aber vielleicht ist es auch die sch├Ânste Art so zu leben. Ihr k├Ânnt offiziell nicht dazu stehen, da er ein Leibeigener ist, Herr. Aber ich denke bei Gef├╝hlen spielt der Stand keine Rolle. Ihr liebt wen Ihr liebt. Und es geht mich nichts an, was Euch beide entzweite. Nur solltet Ihr dann Euren Bruder f├╝r Euren ehemaligen Geliebten um M├Ą├čigung bitten. Vielleicht verstehen sie sich aber auch sehr gut. Das habt Ihr sch├Ân gesagt Herr, dass ist seine sehr gro├če Liebeserkl├Ąrung jemanden zu einem Gott zu erheben und anzubeten. Mein Vater betet meine Mutter auch an. Sie sind gl├╝cklich miteinander und arbeiten auch Hand in Hand, aber auf einer Augenh├Âhe, da ist eine Ehe m├Âglich┬ź, sagte Ferrau leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er ist nicht mein Geliebter gewesen┬ź, sagte Ciel. ┬╗Ich halte mich fern von fleischlichen Begierden, um meinen Geist nicht zu schw├Ąchen. Ich glaube daran, dass man ihn mir gesandt hat, dass er ein ├╝bernat├╝rliches Wesen in einer fleischlichen H├╝lle ist. An Nathan ist nichts, aber auch gar nichts B├Âsartiges. Er ist absolut rein gewesen. Kein Mensch kann so gut sein. Vielleicht war es Ainuwar, der ihn sandte, vielleicht ist er sein Bote, vielleicht stieg er von allein auf Asamura hinab. Aber er war f├╝r mich bestimmt. Ich wei├č es. Es war so viel mehr als eine plumpe K├Ârperlichkeit. Wie sieht es mit dir aus? Liebst oder begehrst du jemanden?┬ź

Ferrau
┬╗Oh das meint Ihr, verzeiht. Nun manche tragen doch den g├Âttlichen Funken in sich und sind von reiner Unschuld erf├╝llt. Sie wissen es selbst nicht oder k├Ânnen es sich nicht erkl├Ąren. Meist haben sie eine Aufgabe oder eine Person. Das sagt man so. Ob an solchen Legenden etwas dran ist, wei├č ich nicht Herr. Ich habe niemanden. Fr├╝her als ich jung war mal die eine oder andere Schw├Ąrmerei, aber es ist nichts draus geworden. Und nun habe ich meine Aufgabe als Diener, jetzt sogar als Leibdiener. F├╝r die Suche bleibt da wenig Zeit. Das ist keine Kritik, es ist einfach so. Entweder findet man in unmittelbarer N├Ąhe jemanden, oder per Zufall. Dennoch ist die Arbeit schlauchend aber sie kann auch erf├╝llend sein. Man geht abends zu Bett und schl├Ąft gut. Man hat sein Soll erf├╝llt und der n├Ąchste Tag kann kommen. Ich muss dazu sagen, ich suche auch niemanden. Ich erledige einfach meine Aufgabe. So hielt ich es immer. Es passiert was passieren soll, Herr. Wenn Ihr dem Gl├╝ck hinterher jagt, ist das wie mit allem Wild das gejagt wird. Es flieht. Drum versuche ich einfach abzuwarten, bis mein St├╝ckchen mir zuf├Ąllt┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde nun sichtlich unruhig. Er zog seinen Arm weg und schob den ├ärmel wieder dar├╝ber. Einen Moment schaffte er es noch, so zu tun, als w├Ąre er lediglich etwas nerv├Âs, doch dann gewann etwas in ihm die Oberhand. Er drehte sich zu Ferrau um. ┬╗Wenn du jemanden findest, dann musst du gehen. Ich will, dass du ehrlich bist. Ich will kein zweites Mal hintergangen werden.┬ź Er wurde nun richtig w├╝tend. ┬╗Muss denn jeder hier von Begierde getrieben sein? Warum k├Ânnt ihr nicht gl├╝cklich sein ohne all das? Ich gebe euch alles, was ihr wollt, ihr lebt wie die Made im Speck, euch geht es besser als allen Dienern, die ich kenne! Ich erf├╝lle euch jeden nur m├Âglichen Wunsch! Warum reicht es trotzdem nicht? Warum, Ferrau? Muss ich meine Gem├Ącher zu einem Bordell umbauen lassen, damit du gl├╝cklich bist? Soll ich selber mich zu einer Hure machen, damit man mich nicht behandelt wie ein paar abgetragener Schuhe?┬ź

Ferrau
Der Leibdiener sch├╝ttelte langsam den Kopf. ┬╗Ihr sprecht von Sex. Ich spreche von der anderen fehlenden H├Ąlfte, Herr. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Wer nur Sex sucht, holt ihn sich unabh├Ąngig von seinem Stand. Wenn Ihr die Worte gestattet. Zwei Personen k├Ânnen ohne Sex hervorragend gl├╝cklich sein. Zwei Personen k├Ânnen ohne Zuneigung nur mit Sex niemals gl├╝cklich sein. Zudem w├╝rde ich Euch davon nicht erz├Ąhlen, sondern sollte ich jemals eine Person finden f├╝r die ich so empfinde, w├╝rde ich Euch um Erlaubnis fragen. Wenn wir einander so gut verstehen, wieso sollte ich Euch das verschweigen? Andere Frage, wenn ich in 20 Jahren niemanden gefunden habe, wieso glaubt Ihr, geschieht dies ausgerechnet jetzt? Das ist nicht logisch, Herr. Und ich werde Euch niemals hintergehen oder bestehlen oder betr├╝gen. Glaub mir, auch Domestiken haben eine Ehre. Wir haben alles, wir m├╝ssen nicht rauben. Das ist sch├Ąndlich und so etwas hat noch niemals wer aus unsere Familie getan. Nicht mal in die T├Âpfe der Herren gegriffen. So etwas geh├Ârt sich nicht. Man kann mir viel nachsagen, aber so etwas nicht. Ich bin nicht der schnellste Diener und gewiss nicht der Schlauste, aber ich bin ehrlich┬ź, sagte Ferrau mit etwas Trotz in der Stimme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Anspannung wich ein wenig von ihm. Er atmete langsam aus, um sich noch weiter zu beruhigen. ┬╗Du brauchst mich nicht um Erlaubnis fragen - du wirst von mir niemals eine Erlaubnis erhalten. Du geh├Ârst mir, mit allem Drum und Dran und mit allem, wer und was du bist. Es wird dir bei mir so gut gehen, wie es einem Leibdiener nur gehen kann, daf├╝r gebe ich dir mein Wort. Im Gegenzug erwarte ich absolute Loyalit├Ąt, auch emotional wie k├Ârperlich. Wenn es dir so wichtig ist, dass du ohne Partnerschaft nicht meinst leben zu k├Ânnen, teile mir das mit. Dann werde ich dich aus meinem Dienst entlassen und dann magst du tun, was du f├╝r richtig h├Ąltst. Aber so lange du mein Leibdiener bist, wird das nicht geschehen.┬ź

Ferrau
Ferrau war etwas verwirrt und das sah man ihm auch an. ┬╗Aber ich m├Âchte doch bleiben. Ich verstehe es nicht, Herr. Ich hatte nie eine Partnerschaft, ich habe nie eine gesucht, ich habe nie eine per Zufall gefunden und bis jetzt bin ich in Eurem Dienst gl├╝cklich. Wenn das Eure Bedingungen sind, werde ich mich f├╝gen. Ich muss daf├╝r nichts ├Ąndern. Es bleibt wie es ist. Ich diene Euch, so gut ich kann. Und vielleicht verstehen wir uns dann eines Tages ebenso gut, wie Ihr Euch mit Euren anderen Dienern verstanden habt. Nathan lasse ich au├čen vor, da er f├╝r Euch eine andere Bedeutung hat┬ź, sagte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bitte schenk mir einen Tee ein┬ź, bat Ciel. Er musste sich dringend beruhigen. ┬╗Dass das Thema mir so nahe geht, ist nicht deine Schuld. Man hat Nathan befleckt. Es ist, als h├Ątte man in einem Tempel vor dem Altar auf den Boden gespuckt. Man hat ihn entweiht. Und man hat mich nicht gefragt. Er hat mich nicht gefragt. Er wusste, was er mir bedeutet, er war alles f├╝r mich. Nicht im Sinne k├Ârperlicher Begierde. Kurz vor ihm ging Khawa ... ich habe Angst, Ferrau. Dass du der N├Ąchste bist, der mich im Stich l├Ąsst.┬ź

Ferrau
Er reichte seinem Herrn seinen Teebecher. ┬╗Nehmt einfach einen Schluck. Ihr m├╝sst dies nicht betonen. Liebe hei├čt nicht begehren, Herr. Eure Mutter liebt Euch auch, begehrt Euch aber nicht. Man kann sehr wohl jemanden lieben, ohne je Sex zu wollen. So lieben wir nicht viele Personen, aber einige Ausgew├Ąhlte schon. Solange Ihr mich behaltet, werde ich Euch nicht verlassen. Aber wer hat denn gewagt, Nathan zu beflecken? Es ist Hibiskustee Herr, der wird Euch schmecken┬ź, sagte Ferrau aufmunternd.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm den Becher und trank einen Schluck. ┬╗Danke. Es war Fabien.┬ź

Ferrau
Der Leibdiener starrte Ciel ersch├╝ttert an. ┬╗Das h├Ątte ich ihm niemals zugetraut. Bellamy ja, aber Fabien? Na kann den Leuten nur vor den Kopf gucken┬ź, antwortete Ferrau und rieb sich seinen Hals.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bellamy?┬ź Jetzt war Ciel verwirrt ob des Vergleichs. ┬╗Oh, das meinst du. Nein, es war im gegenseitigen Einvernehmen, das ist ja das Schlimme!┬ź

Ferrau
┬╗Nun Bellamy wirkt sehr wie soll ich es sagen, respekteinfl├Â├čend und herrisch. Aber Fabien ist kein gewaltt├Ątiger Mensch. Ich dachte, weil Ihr besudelt gesagt habt, dass es nicht freiwillig ablief. Herr, sind die beiden ein Paar? Ich m├Âchte Euch nicht qu├Ąlen, aber das fragt man sich dann doch. Ich werde an Eurer Seite bleiben, sorgt Euch nicht┬ź, erkl├Ąrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č es nicht, ob sie ein Paar sind, Ferrau ... ich habe nicht danach gefragt. Ich will es gar nicht wissen. Ich habe mich nur seither gefragt, was Fabien hat, dass ich nicht habe. Zw├Âlf Jahre - hingeschmissen f├╝r was?┬ź

Ferrau
┬╗Wenn sie ein Paar sind, Herr, dann f├╝r vollkommene N├Ąhe. Seelisch, geistig und k├Ârperlich. Wenn sie kein Paar sind, dann nun ja, es tut mir sehr leid, f├╝r 5 Minuten Befriedigung? Vielleicht solltet Ihr fragen. Wisst Ihr, es schmerzt jemanden so zu verlieren, der einem wie ein bester Freund ja sogar ein Bruder war. Aber wof├╝r Ihr ihn verloren habt, ist doch nicht ganz unwichtig. F├╝r nur etwas Spa├č nebenbei, dann sage ich Euch - lasst ihn laufen. Er war es nicht wert. F├╝r wahre Liebe - lasst ihn ebenfalls laufen und g├Ânnt es ihm. Ich wei├č, Ihr empfindet nicht so. Aber er empfindet dann nicht wie Ihr. Das einzige was Ihr tun k├Ânnt, ist in dem Fall es hinzunehmen und ihm zu g├Ânnen. Sonst schadet Ihr nur Euch selbst, es wird Euch zerfressen. Ihr vermisst ihn, Ihr wollt ihn zur├╝ck, Ihr wollt ihn nicht teilen, all das wird dann immer wieder hochkommen und Euch wehtun. War es nur f├╝r Sex, dann seid Ihr zu Recht derma├čen entt├Ąuscht. Aber glaubt Ihr, Nathan w├Ąre so? Glaubt Ihr, er h├Ątte Euch betrogen, um Euch zu verletzten? Ich glaube nicht, dass er Euch bewusst verletzt hat, Herr. Und Fabien w├╝rde Euch auch nicht verletzen. Wobei er mit Euch nichts zu tun hat. Ihr k├Ânnt nur getrennter Wege gehen oder vielleicht miteinander reden. Aber ich wei├č keinen weiteres Rat, nur eine Bitte. Wenn Ihr Euch vers├Âhnt, schickt mich nicht fort oder zur├╝ck┬ź, bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde dich nicht wieder fortschicken┬ź, stellte Ciel klar. ┬╗Es hatte einen Grund, dass wir uns begegnet sind und dass Dreaux dich vor meinen Augen trat. Die G├Âtter w├╝rfeln nicht. Es war mehr als Schicksal, es war Bestimmung. Denn es geschah unmittelbar bevor Nathan sich mit Fabien traf. Es hat so sollen sein. Eine ├ära ist zu Ende, eine neue beginnt. Nathan ist fort, Khawa ist fort. Dreaux ist Duc. Der Krieg ist vorbei. Alles ├Ąndert sich schlagartig. Und w├Ąhrend dies geschah, trafen wir uns. Glaubst du daran, dass dies nur Zufall ist? Drum ist es nur folgerichtig, dass ich ihn ziehen lasse. Es ist eine Pr├╝fung des Schmerzes. Und ich werde sie bestehen.┬ź

Ferrau
┬╗Nein Herr, wie k├Ânnt Ihr das fragen? So wie einige zu Herren geboren sind, so sind andere zu Domestiken geboren. Dies ist ebenso gewollt. Ein Herr ohne einen Diener, ein Diener ohne einen Herrn - beides darf nicht sein. Nur die Richtigen m├╝ssen sich finden. Ich glaube Ihr habt Recht, dass dies einen Grund hatte. Vorhersehung, Schicksal, nennt es wie Ihr es m├Âchtet, Herr. Wird Euer Vater zur├╝ckkehren? Ich hoffe sehr. Falls er zur├╝ckkehrt, wird er auf den Thron zur├╝ckkehren? Was meint Ihr?┬ź, wagte Ferrau zu fragen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vater ist manchmal schwierig einzusch├Ątzen.┬ź Ciel merkte, dass er die ganze Zeit die Tasse von Ferrau umklammert hielt, trank noch einen Schluck und stellte sie ihm wieder hin. ┬╗Vater ernannte Dreaux zum Duc, was bedeutete, er w├Ąhnte sich selbst in Lebensgefahr. Ich hoffe sehr, dass er heil zur├╝ckkehrt. Es w├Ąre zwar sehr un├╝blich, wenn Dreaux dann Duc bliebe. Aber Vater trifft manchmal auch un├╝bliche Entscheidungen, wenn er sie f├╝r richtig h├Ąlt.┬ź Er war immer noch nicht ganz wieder ruhig. Aber er war nicht mehr w├╝tend. Ferrau hatte es geschafft, mit behutsamen Worten seinen Zorn verfliegen zu lassen. Das best├Ątigte Ciels Auffassung, dass er der Richtige f├╝r ihn war.

Ferrau
┬╗Euer Vater wird zur├╝ckkehren. Im Grunde ist er auch unser aller Vater, auch wenn dies nun Euer Bruder sein soll und ist. Dies ist keine Respektlosigkeit. Aber Euer Vater ist nicht nur Euer Vater, er ist f├╝r die meisten immer noch der Duc, unser Gro├čherzog, unser Anf├╝hrer und er wei├č zu k├Ąmpfen. Aber was viel wichtiger ist, Euer Vater hat Grips. Nur leider hat Euer Vater auch sehr viel Milde. Er h├Ątte lieber einige Soldaten mehr mitnehmen sollen. Wobei Euer Bruder, also Duc Dreux, Euren Vater gewissen herausholen w├╝rde, sollte ihm Gefahr drohen. Manchmal muss man wohl un├╝bliche Entscheidungen treffen, oder? Ich denke er entschied so f├╝r Euch und Euren Bruder da er Euch liebt. Gleichg├╝ltig dem Stand, alle guten Eltern tun dies. Redet doch mit Eurem Vater, sobald er zur├╝ck ist. Vertraut Euch ihm an. Oder sprecht einfach zur Beruhigung mit ihm. Das habe ich fr├╝her getan, mit meinen Eltern meine Probleme besprochen. Gut sie waren nicht so weitreichend, aber es hat mir trotzdem geholfen. Ich w├╝rde Euch auch begleiten wenn Ihr das w├╝nscht. Ich habe Duc Maximilien selten sehr nah erlebt. Euch fr├╝her ebensowenig, das ist schon was Besonderes und nun diene ich Euch. W├╝rdet Ihr mit Eurem Bruder reden, dass wir nicht im b├Âsen Blut auseinander gegangen sind? Das w├Ąre mir wichtig┬ź, bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was m├Âchtest du denn, das ich mit Dreaux f├╝r dich bespreche?┬ź, fragte Ciel. ┬╗Und wegen der anderen Sache ... ich glaube nicht, dass es Sinn macht mit jemandem dar├╝ber zu reden. Es versteht niemand, sie w├╝rden mich am Ende noch f├╝r verr├╝ckt erkl├Ąren. Die Einzigen, die es vielleicht verst├╝nden, sind die Br├╝der vom Orden des Lebens. Doch die geht es nichts an. Es gen├╝gt mir, wenn ich mit dir dar├╝ber gesprochen habe. Du musst Bescheid wissen und ├╝ber alles im Bilde sein. Wir m├╝ssen offen miteinander reden k├Ânnen. Wenn nicht wir, wer dann? Mit wem sonst sollte ich offen sprechen? Es ist, wie du sagst, die meisten Menschen hegen Hintergedanken. Ich kann mich mit keiner Frau des Hochadels unterhalten, ohne dass jeder eine m├Âgliche Hochzeit im Hinterkopf hat.┬ź

Ferrau
┬╗Ihr k├Ânnt als Sohn zu Eurem Vater sprechen, privat. Das dachte ich. Wenn Euch etwas schmerzt, soll er es als ┬╗Papa┬ź wissen. Er ist neben dem Amt auch ein Mensch. Schaut Herr, er blieb f├╝r Euch dort. Wie Ihr sagtet, er ernannte Dreux zum Duc. Was hei├čt das ├╝bersetzt? Geht, lebt, ich halte sie auf. Diesem Mann k├Ânnt Ihr privat alles sagen, es gibt keinen gr├Â├čeren Liebesbeweis als sich f├╝r sein Kind zu opfern, Herr. Und mir d├╝rft Ihr gerne alles anvertrauen. Es bleibt unter uns, ich schw├Âre es bei meiner Ehre. Und ich freue mich sehr dar├╝ber, dass Ihr Euch mir anvertraut habt. Ich m├Âchte darum bitten, dass Ihr Euren Bruder bittet nicht mehr b├Âse auf mich zu sein. Das er versucht es neutral zu sehen. Versteht mich nicht falsch, er ist der Duc und wer m├Âchte schon den w├╝tenden Duc gegen sich stehen haben? Nun gut, vielleicht sieht er es nun auch anders. Nachdem genau das geschah, was er all die Zeit sich w├╝nschte - mit Eurem lebenden Vater an seiner Seite als Ratgeber, wohlgemerkt und zeitgleich am meisten f├╝rchtete. Nur eines f├╝rchtete er mehr, den Thron allein besteigen zum m├╝ssen und Euer Vater w├Ąre ... fort. Vielleicht hat es sich, wie sagt man, relativiert. Wer bin ich schon f├╝r Euren Bruder oder f├╝r Souvagne? Aber trotzdem m├Âchte ich keinen Streit so stehen lassen. Sagt ihm bitte von mir, dass ich mich gerne mit ihm auss├Âhnen m├Âchte┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde es ihm ausrichten. Ich wollte ja ohnehin mit ihm sprechen, damit Nathan nicht das Gleiche wiederf├Ąhrt. Ich bin w├╝tend auf ihn, aber nicht so w├╝tend, dass ich ihm w├╝nsche, dass man ihm so etwas antut, wie es dir wiederfuhr. So etwas wird dir gegen├╝ber nie wieder geschehen. Und vielleicht ist eine Auss├Âhnung ja tats├Ąchlich m├Âglich, jetzt, wo ein wenig Distanz zwischen euch ist. Ob ich mit meinem Vater sprechen werde, dar├╝ber muss ich noch nachdenken. Wie er mir wehtat, als er mir Khawa wegnahm, hat er nicht verstanden, obwohl ich es ihm erkl├Ąrte, stattdessen glaubte er, ich h├Ątte mich ├╝ber ihn lustig gemacht. Er ist ein guter Vater, war ein guter Duc, aber manche Dinge sieht er v├Âllig anders als ich.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte verstehend. ┬╗Ich wei├č, manchmal ist dies so. Aber selbst wenn er nicht versteht Herr, er ist einer der wenigen Vertrauten von Euch. Und vielleicht begreift er die Tragweite von Khawa genau dann, wenn Ihr ihm Nathan erkl├Ąrt so wie mir. Ich habe es vorher auch falsch verstanden und nun dennoch begriffen. Ihr wart auf einer v├Âllig anderen Ebene der Br├╝derlichkeit verbunden, Ihr wart f├╝r einander auserkoren. Nicht als Geliebte, nicht als Paar - als Br├╝der, als Weggef├Ąhrten. Das wird Euer Vater verstehen. Ich m├Âchte Euch nur diesen Rat geben, Geschwister und Eltern sind das was bleibt, sie sind doch letztendlich alles, was wir haben. Wenn wir gro├čes Gl├╝ck haben, gesellen sich Freunde als Vertraute hinzu. Sagt dies Eurem Vater. Vertraut mir. Ich Danke Euch f├╝r Eure Offenheit, Eure Freundlichkeit und auch f├╝r Euren Schutz Herr. Wenn Ihr m├Âgt, k├Ânnen wir ├Âfter miteinander sprechen. Oder ich kann Euch ├╝ber Neuigkeiten informieren. M├Âgt Ihr Gesellschaftsspiele? Dann k├Ânnten wir Abends etwas spielen, Karten falls Ihr m├Âgt. Euer Bruder mochte das. Falls nicht, auch gut, dann reden wir sobald Ihr Bedarf habt. Ich w├╝nsche Euch jedenfalls dass wir gut zusammenfinden werden. Und dass Ihr die Traurigkeit loswerdet┬ź, sagte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde in Ruhe dar├╝ber nachdenken, ob und wenn ja, wann ich mich ihm ├Âffne. Und ob dazu ├╝berhaupt eine Notwendigkeit besteht oder ob es nicht alles nur komplizierter machen w├╝rde. Vielleicht lasse ich ihn einfach in seinem Glauben. Du m├Âchtest nun ins Bett, nicht wahr? Es war ein langer Tag und ich habe dir dein Bisschen Schlaf vorenthalten. Lege morgen eine Mittagsstunde ein. Vormittags wirst du zu Benito gehen wegen der Bluterg├╝sse. Dass wir zueinander finden werden, dessen bin ich sicher. Ich glaube nicht an Zuf├Ąlle. Ich glaube an den g├Âttlichen Plan. Und wir sind ein Teil davon. Ich mag Spiele, die den Geist schulen. Vielleicht kannst du mir einige Neue beibringen. Ich danke dir f├╝r das Gespr├Ąch und den halben Tee. Schlaf nun, Ferrau.┬ź

Ferrau
Der Leibdiener stand auf und verbeugte sich. ┬╗So werde ich es halten Herr, ich werde Euch Offizierskat beibringen, das macht Spa├č und Ihr m├╝sst logisch und taktisch denken. Tragt nicht zuviel allein mit Euch herum. Notfalls tragen wir es zu zweit. Ich werde Euch unterrichten was der Quaksalber, ich meine Heiler, sagte. Schlaft gut, Herr und gr├Ąmt Euch nicht mehr. Wir finden eine L├Âsung┬ź, versicherte Ferrau, verbeugte sich erneut und ging zur├╝ck in seine Kammer.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Schlaf auch gut, Ferrau┬ź, sagte Ciel, der sich ├╝ber die freundlichen Worte zum Abschluss freute, wenngleich sie nicht vermochten, ihn g├Ąnzlich zu beruhigen. Er trank Ferraus Tee aus, den dieser hatte stehen lassen, und legte sich in sein Bett, um auch ein wenig zu schlafen, wenn es ihm gelingen sollte.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Re: Der neue Leibdiener des Prince [Chat-rpg]

#2

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Do 22. M├Ąr 2018, 11:13

Kraft durch Blut

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau?┬ź

Ferrau
┬╗Ja Herr?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Lass die Arbeit liegen und setz dich einen Augenblick zu mir. Warst du bei Benito, wie ich es dir gestern Abend aufgetragen habee?┬ź

Ferrau
┬╗Ja nat├╝rlich, ich war heute morgen direkt bei dem Heiler Herr┬ź, best├Ątigte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was hat er zu deinen Wunden gesagt?┬ź

Ferrau
┬╗Er hat gesagt ich habe Bluterg├╝sse, Prellungen und eine Rippe angeknackst. Aber die ist wieder gut┬ź, erkl├Ąrte Ferrau besch├Ąmt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Eine Rippe angeknackst!┬ź Ciel stellte die Teetasse, die er sich genommen hatte, wieder ab. ┬╗Du meinst, sie war gebrochen? Wie ist das geschehen, auch durch einen Tritt?┬ź

Ferrau
Der Leibdiener guckte Ciel mit gro├čen Augen an und nickte knapp. ┬╗Euer Bruder ist nicht gerade winzig und er ist gelenkig und st├Ąrker als er aussieht. Vielleicht hatte er einfach zu hoch getroffen als er mir in den Arsch oder vor die H├╝fte treten wollte┬ź, fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie alt ist der Bruch?┬ź

Ferrau
┬╗Noch keinen Monat Herr. Aber es ist nichts durchgebrochen. Das sagte der Heiler┬ź, erkl├Ąrte Ferrau. Und Ciel sah ihm an, wie peinlich ihm das Gest├Ąndnis war.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und dann arbeitest du voll? Und reitest zu Pferd von Ehveros nach Souvagne? Ferrau, so was musst du mir sagen! Was hat Benito zur Behandlung deiner Wunden gesagt?┬ź

Ferrau
┬╗Er hat mir eine Salbe f├╝r die Prellungen aufgeschrieben und ich soll mich schonen sagt er und nicht schwer tragen. Nun ich dachte, es geht schon wieder weg. Ich wollte nicht jammern oder mir erneut Faulheit unterstellen lassen. Euer Bruder war in der Kutsche etwas wirr. Dass wisst Ihr ja? Er krabbelte in den Rumpf der Kutsche. Also ich dachte, jetzt hat es ihn ganz dahingerafft im Kopf. Da habe ich mich lieber verdr├╝ckt. Wer wei├č was er in so einem Zustand wieder macht? Als Ihr nach oben kamt, hat er ja wieder nach mir getreten. Aber zum Gl├╝ck war Khawa da┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗K├╝nftig wirst du mich ├╝ber deinen Gesundheitszustand informieren. Und sei es ein Schnupfen oder ein Schnitt im Finger, ich w├╝nsche im Bilde zu sein. Bevor du mutma├čt, was ich davon halte, rede mit mir, das versuchte ich dir gestern bereits zu erkl├Ąren. Wir beide m├╝ssen offen und absolut ehrlich miteinander umgehen. Du willst, dass es mir gut geht bei dir. Und ich will, dass es dir gut geht bei mir. Sag mir k├╝nftig Bescheid, Ferrau. Wie lange sollst du dich schonen?┬ź Ciel versuchte, nicht allzu offensichtlich in Richtung von Ferraus Rumpf zu starren, wo er die gebrochene Rippe vermutete.

Ferrau
┬╗Er sagte zwei Wochen und dann muss ich nochmal hin. Ich hatte nicht gedacht, dass ich bei Euch bleiben d├╝rfte Herr. Ich dachte ich war nur kurz ausgeliehen und wollte Euch nicht volljammern. Dort┬ź, sagte Ferrau und deutete auf die Rippe da ihn Ciel anschaute. ┬╗Ihr k├Ânnt dr├╝ber f├╝hlen, es ist nicht so schlimm. Es ist fast wieder gut. Ich werde Euch ├╝ber alles informieren nun wo ich bleiben darf┬ź, versprach Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog Ferraus Hemd nach oben und betrachtete die Stelle. Tats├Ąchlich war dort eine Schwellung zu sehen, die er gestern ├╝bersehen hatte, als sein Blick sich auf die offensichtlichen Bluterg├╝sse fokussiert hatte. Er legte vorsichtig die Hand darauf und f├╝hlte. Er schloss einen Moment die Augen.

Ferrau
Die Stelle f├╝hlte sich warm und entz├╝ndet an, aber es war kein richtiger Bruch, sondern die Rippe war nur angebrochen. Es war kein scharfer rei├čender, sondern ein dumpfer Schmerz. Ein Schmerz der sich bei jeder falschen Bewegung wieder in Erinnung brachte

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zieh das Hemd aus und lege dich auf das Sofa. Warte einen Moment, ich hole noch ein Handtuch zum drunter legen.┬ź Ciel holte eigenh├Ąndig ein gro├čes dunkles Badehandtuch, welches er auf seinem Sofa ausbreitete.

Ferrau
Ferrau tat was ihm sein Herr befohlen hatte und wartete geduldig ab. Er wusste nicht was er tun sollte, aber Ciel w├╝rde ihm schon genaue Anweisung geben. Oder musste er es wissen? Ferrau schaute seinen Herrn an. ┬╗Was soll ich tun Herr?┬ź, fragte er etwas verunsichert.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bleib ganz ruhig liegen und versuche, dich zu entspannen. Du brauchst keine Angst zu haben, auch wenn es vermutlich gew├Âhnungsbed├╝rftig f├╝r dich ist. Dir wird nichts geschehen. Bleib einfach nur liegen und str├Ąube dich nicht.┬ź Er nahm einen Schl├╝ssel, den er um den Hals trug und ├Âffnete eine Schublade, zu der niemand au├čer ihm Zugriff hatte.

Ferrau
┬╗In Ordnung, ich bleibe einfach hier liegen und entspanne mich┬ź, versuchte sich Ferrau an einem L├Ącheln und beobachtete seinen Herrn was er da tat.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob ein kleines K├Ąstchen aus der Schublade und stellte es auf den Tisch. ┬╗Nicht erschrecken.┬ź Er ├Âffnete es und holte ein kleines, skalpellartiges Messer hervor. Er nahm es so in die Hand, dass seine Finger die Klinge umschlossen und ging zur├╝ck zu Ferrau. Mit der anderen Hand nahm er sich ein Sofakissen und kniete sich darauf vor seinem Diener nieder. ┬╗Vertraust du mir?┬ź

Ferrau
┬╗Ihr wollt mich operieren? Oder was wollt Ihr tun? Ja ich vertraue Euch. Doch ganz gewiss sogar┬ź, best├Ątigte Ferrau, auch wenn sein Herz bis zum Hals schlug

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ruhig nun. Ich muss mich konzentrieren. Wenn du mir vertraust, wirst du still liegen bleiben, egal, was nun geschieht. Du wirst keine Schmerzen haben.┬ź Ciel umschloss das Messer nun mit beiden H├Ąnden, als er seine Finger zum Gebet verschr├Ąnkte und H├Ąnde wie Stirn sachte auf Ferraus Brust legte. Er ├╝bte nur sehr wenig Druck auf ihn aus, aber er sp├╝rte den beschleunigten Herzschlag. Ciel versank in Meditiation. Das Schlagen von Ferraus Herz war wie eine kaum h├Ârbare Ritualtrommel, w├Ąhrend Ciel sich auf seinen Blutfluss einstimmte. Bald schlug sein eigenes Herz den selben Takt.

Ferrau
Ferrau versuchte sich so gut es ging zu beruhigen. Er sagte sich innerlich immer wieder, dass sein Herr ihm helfen wollte und er ihm vertrauen musste. Das er selbst Vertrauen erwartete und Vertrauen schenken musste. Und er vertraute Ciel auch, nur f├╝chtete er sich vor dem Messer. Aber wenn Ciel ihm schaden wollte, hatte dieser ganz andere M├Âglichkeiten, als dieses Messer. Ferrau beruhigte sich langsam und blieb so gut er konnte unbeweglich liegen.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ferraus Herzschlag sich beruhigte, beruhigte sich auch der von Ciel. Sie waren innerlich verbunden. Ihr Blut floss in der selben Geschwindigkeit durch ihre Adern und ihre Herzen schlugen vollkommen gleich. Als Ciel sp├╝rte, dass Ferrau so weit war, es zuzulassen, hob er den Kopf wieder und strich sich mit einer eleganten wie ge├╝bten Geste beide ├ärmel zur├╝ck. Seine Augen fanden sofort die Stelle an seinem Unterarm, die als n├Ąchstes an der Reihe war. Der Schnitt erfolgte schnell, sauber und tief genug, als dass das Blut gut heraustropfte. Die Schlagader war besch├Ądigt, doch nicht durchtrennt, so wie es sein sollte. Dunkelrote Tropfen zersprangen auf Ferraus Brustkorb. Ciel gab nicht wenig von seinem Blut, denn es sollte gut wirken. Er legte das Ritualmesser hinter sich auf dem Tisch ab und legte seine Hand auf Ferraus blutige Seite. Erneut lie├č er die Stirn auf dessen Brust sinken und konzentrierte sich auf ihren Herzschlag. Ferrau sp├╝rte, wie die Schmerzen nachlie├čen, auch wenn sie nicht ganz verebbten. Das entz├╝ndete Pochen wich einem gleichm├Ą├čigen, ertr├Ąglichen Schmerz und heilsame K├╝hle breitete sich auf der geschundenen Stelle aus. Die Hitze wich zusammen mit der Schwellung.

Ferrau
Er blieb so still liegen wie er konnte. Als sein Herr sich selbst verletzte, wollte er sich fast reflexartig die Hand auf den Mund schlagen um nicht erschrocken aufzukeuchen. Aber er hatte einen Befehl erhalten, also blieb er weiterhin gehorsam liegen. Ciel wusste was er dort tat, Ferrau wusste es nicht und er durfte seinen Herrn nicht st├Âren. Ciels Gesicht war vor Anstrengung verzerrt und Ferrau schloss die Augen um ihn einfach wirken zu lassen und ihn nicht noch durch seine Blicke abzulenken. Der Leibdiener sp├╝rte, wie das Blut auf in tropfte und dann sp├╝rte er, wie der Schmerz in seiner Seite nachlie├č. Wie dieser Schmerz scheinbar aus seinem K├Ârper gezogen wurde und es nur noch etwas unangenehm war. Er musste den Drang unterdr├╝cken, seine Seite neugierig abzutasten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob den Kopf wieder, doch lie├č die Augen geschlossen. Er war noch immer in Meditation und sp├╝rte Ferraus Blutfluss mit den H├Ąnden. Seine Finger strichen mit der Hand des blutenden Armes ├╝ber seinen K├Ârper und zeichneten rote Schlieren. Wenn er einen Bluterguss sp├╝rte, legte er die Hand darauf und lie├č den Zauber wirken. So behandelte er Ferraus gesamten K├Ârper, ├╝berall, wo es n├Âtig war. Die kleinen Bluterg├╝sse verschwanden vollst├Ąndig, die gro├čen wurden zu gew├Âhnlichen blauen Flecken. Ciel ├Âffnete die Augen wieder. Er sp├╝rte, dass er nicht mehr bewirken konnte. Daf├╝r war er nicht fortgeschritten genug in seiner Ausbildung. Er hob den Kopf, nahm die H├Ąnde von Ferrau. Der Mann war v├Âllig blutverschmiert, ├╝berall waren die dunkelroten Handabdr├╝cke des Prince zu sehen. Ciel betrachtete die Stelle mit der verletzten Rippe. Sie sah wirklich schon besser aus. ┬╗Das sollte dir etwas Linderung verschafft haben. Mehr kann ich leider noch nicht f├╝r dich tun. Ich muss meine Studien zeitnah vertiefen, damit ich auch solche Verletzungen heilen kann. Wenn dir schlecht ist, bleib noch ein wenig liegen. Das Blut ist nicht jedermanns Sache.┬ź

Ferrau
Der Leibdiener ├Âffnete wieder die Augen und schaute an sich herab. Er musterte Ciel mit einem nicht zu deutenden Blick. ┬╗Ihr habt f├╝r mich geblutet? Im wahrsten Sinne des Wortes? Ich... ich danke Euch Herr┬ź, sagte er leise und ergriffen. ┬╗Muss es drauf bleiben?┬ź, fragte Ferrau und bef├╝hlte nun doch seinen K├Ârper. ┬╗Was genau habt Ihr da getan? Ich verstehe es nicht, aber Ihr habt mir die Schmerzen genommen, daf├╝r Danke ich Euch sehr Herr┬ź, sagte Ferrau und konnte es immer noch nicht fassen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du kannst es noch etwas nachwirken lassen oder abwaschen. Der gr├Â├čte Teil des Zaubers ist bereits erfolgt. Ich erz├Ąhlte dir, dass ich magisch veranlagt bin. Mein Metier ist die Blutnekromantie, auch Bluthexerei genannt. Es ist eine Magieform, die sich dem Schutz der Lebenden verschrieben hat und der magische Katalysator daf├╝r ist das Blut des Praktizierenden. Die kleinen Wunden sind nun geheilt, die gro├čen gelindert. Ich bin nur Adept. Doch wir werden meinen Mentor besuchen und er wird dich vollst├Ąndig heilen.┬ź

Ferrau
┬╗Ja davon habt Ihr erz├Ąhlt, aber gesehen habe ich so etwas noch nie. Und ich war auch noch nie der Patient. Sagt man bei Eucch auch Patienten Herr? Wo immer Ihr hingeht, ich werde Euch folgen. Ich beherrsche keine Magie, aber ich k├Ânnte Euch beim Lernen helfen. Euch abfragen und so etwas. Falls Ihr so lernen m├╝sst┬ź, bot Ferrau an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Man sagt Patient, wenn es sich um einen Lebenden handelt und Klient, wenn es um einen Untoten geht. Letzterer wird gegenteilig behandelt. Dies ist eine Codesprache, mit der wir uns verdeckt Informationen geben. Solche Formulierungen fallen dem Laien gar nicht auf. Es gibt noch andere, die wirst du mit der Zeit kennenlernen, wenn du an meiner Seite bleibst. Du kannst mich gern abfragen, Ferrau. Das Angebot nehme ich dankend an. Noch lieber w├Ąre es mir, wenn du mir auch ab und zu deinen Blutkreislauf zum ├ťben zur Verf├╝gung stellen w├╝rdest.┬ź Er nahm Ferraus Hand und legte sie auf sein Herz. ┬╗F├╝hle. F├Ąllt dir etwas auf?┬ź

Ferrau
Er f├╝hlte genau hin und konzentrierte sich. Da er nicht wusste, was sein Herr meinte, antwortete er einfach drauf los. ┬╗Ich sp├╝re Euren Herzschlag Herr┬ź, sagte Ferrau wahrheitsgem├Ą├č. ┬╗Sollte ich etwas anderes erf├╝hlen? Etwas besonders nachempfinden?┬ź, hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Unsere Herzen schlagen genau im selben Takt┬ź, erkl├Ąrte Ciel.

Ferrau
┬╗Oh, das klingt sehr sch├Ân Herr, so wie Ihr das sagt┬ź, freute sich Ferrau und legte die andere Hand auf sein Herz um nachzuf├╝hlen. ┬╗Ihr habt Recht, aber nat├╝rlich habt Ihr das, Ihr wusstet es schon vor mir. Ihr seid ein Heiler der Blut benutzt, so k├Ânnte man es doch erkl├Ąren┬ź, gr├╝belte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So ├Ąhnlich k├Ânnte man es ausdr├╝cken. Meine Mission ist der Schutz des Lebens und der Schutz vor dem grassierenden Untod. Das Schloss ist gesch├╝tzt. Kein Vampir, kein Ghul wird es je betreten k├Ânnen. Daf├╝r sorge ich. Das ist eine meiner Aufgaben bei Hofe.┬ź

Ferrau
┬╗Ja aber gibt es denn ├╝berhaupt Untote in Souvagne Herr? Oder sorgt Ihr daf├╝r dass es keine gibt? Ich habe zum Gl├╝ck noch nie einen Untoten sehen m├╝ssen. Habt Ihr schon Untote beseitigt?┬ź, fragte Ferrau neugierig:

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich selbst bin daf├╝r nicht weit genug in der Ausbildung fortgeschritten. In den letzten Jahren habe ich sie etwas schleifen lassen zugunsten weltlicher Pflichten, insbesondere die Abwehr der Gefahr aus dem Norden. Es gibt auch in Souvagne Untote, denn es gibt hier auch Nekromanten. Nicht mehr lange allerdings. Mein Vater hat ein entsprechendes Gesetz erlassen. Noch sind wir zu wenige, um Souvagne fl├Ąchendeckend zu sch├╝tzen. Doch bald nicht mehr, Ferrau.┬ź

Ferrau
┬╗Nun ich werde Euch beistehen so gut ich kann. Gleichg├╝ltig ob ich Euch Lehrmaterial herbeischaffen soll, oder mit Euch ├╝ben soll, Ihr k├Ânnt auf mich z├Ąhlen. Nun ich dachte Ihr h├Ąttet vielleicht schon mal so einen Leichnam gesehen. Also ich gebe zu, ich w├╝rde mich glaube ich f├╝rchten┬ź, grinste Ferrau und kratzte sich den Nacken

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, sie werden uns regelm├Ą├čig vorgef├╝hrt und dann von den Meistersch├╝lern demontiert. Zusehen konnte ich dabei schon und glaube mir, es ist ein sehr wohltuender Anblick.┬ź Er betrachtete Ferrau schmunzelnd. ┬╗Mein Brunder hatte k├╝rzlich G├Ąste. Einen davon lie├č er ein, die anderen warteten vor dem Schloss. Und sie taten gut daran. Ich sp├╝rte zwei Vampire. Sie kamen nicht durch die Barriere meiner Bannzeichen. H├Ątten sie es jedoch versucht, h├Ątte ich die Garde gerufen und meinen Mentor kontaktiert. Sie hatten so gesehen noch einmal Gl├╝ck, dass wir nur sehr begrenzte Kapazit├Ąten haben. Doch sie werden beobachtet. Ich will nicht, dass die Vampire hier w├╝ten. So lange sie ihr mitgebrachtes Blut verzehren oder sich von Spenden durch ihre Begleiter ern├Ąhren, werden wir nicht eingreifen.┬ź

Ferrau
┬╗Ihr scherzt doch nur oder Herr? Nein Ihr seht nicht aus, als w├╝rdet Ihr scherzen um mich zu ├Ąngstigen. Das ist gut das sie beobachtet werden. Solange sie noch um Spenden bitten, kann man damit ja leben. Aber die Geschichten die ich kenne, die wohl jeder kennt, ist dass Vampire einen aussaugen bis zum Schlu├č. Und dann wird man ebenfalls ein Vampir. Ihr m├╝sst besser Eurem Meister bescheid sagen, nicht dass Ihr in Gefahr geratet┬ź, warnte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich gebe dir Recht. Wir werden meinen Meister ├╝ber ein Himmelsauge kontaktieren und bei der Gelegenheit auch unseren Besuch anmelden. Du wirst bald wieder ganz gesund sein, Ferrau und bis dahin wirst du dich ausruhen. Nur eine Vertretung m├╝ssen wir noch finden.┬ź Ciel runzelte wenig erfreut ein bisschen die Stirn.

Ferrau
┬╗Ich ben├Âtige keine Vertretung Herr, ich soll nur nicht schwer tragen. Statt einmal laufe ich dann zweimal. Das geht schon. Macht Euch keine M├╝he und mir keine Angst. Nur etwas Geduld, dann ben├Âtigt Ihr niemand anderes. Ich bin zuverl├Ąssig wie immer, nur ein klein wenig langsamer ja?┬ź, bat Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du wirst dich schonen, mit einer gebrochenen Rippe arbeitet man nicht! Wovor hast du denn Angst?┬ź

Ferrau
┬╗Nun wenn Ihr eine Vertretung habt, gew├Âhnt Ihr Euch an diese und was wird aus mir? Ich kann arbeiten Herr, ich habe doch die ganze Zeit gearbeitet┬ź, flehte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein lieber Ferrau┬ź, sagte Ciel sanft. ┬╗Aufgrund meiner magischen Ausbildung wei├č ich genug ├╝ber den menschlichen K├Ârper, um zu wissen, dass eine gebrochene Rippe oft genug zu einer Lungenentz├╝ndung f├╝hrt. Eine Lungenentz├╝ndung ist mehr als unangenehm, sie ist gef├Ąhrlich und oft genug t├Âdlich. Mein Bruder h├Ątte dich umbringen k├Ânnen mit seinem Zorn. Du bist meiner, Ferrau, ich werde dich freiwillig nicht her geben. Ich freue mich aber, dass du dich in meinem Dienst wohlzuf├╝hlen scheinst. Gehen wir einen Kompromiss ein. Du wirst ein weiteres Mal zu Benito gehen und er soll schauen, wie es deiner Rippe nach meiner Behandlung geht. Empfiehlt er noch immer, dass du dich schonen sollst, dann wirst du dem nachkommen. Andernfalls sei dir gestattet, dich morgens und abends um mich zu k├╝mmern und tags├╝ber erholst du dich.┬ź

Ferrau
┬╗Ja Herr ich f├╝hle mich wohl und das sollt Ihr ruhig wissen. Schon wieder zu Benito, er schaut immer so seltsam. Aber ich werde direkt morgen fr├╝h wieder zu ihm gehen. Ich hoffe er sagt es ist alles in Ordnung. Es f├╝hlt sich in Ordnung an Herr. Mich umbringen? Zum Gl├╝ck habt Ihr meine Rippe geheilt┬ź, st├Âhte Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Lass Benito schauen, er ist trotz allem ein guter Heiler. Ich freue mich, dass es dir besser geht.┬ź Er betrachtete Ferraus Gesicht. Der Gedanke, dass Dreaux den Mann derart trat und schlug, machte ihn w├╝tend und traurig gleicherma├čen. ┬╗Geh bitte gleich, ich m├Âchte nicht, dass du dich ├╝berlastest, weil du dich vielleicht f├╝r zu gesund h├Ąltst. Ich werde derweil meinen Bruder um ein pers├Ânliches Gespr├Ąch bitten.┬ź

Ferrau
Der Leibdiener zog sich schnell an und machte dass er dem Befehl nachkam. Benito war ein guter Heiler, daran bestand kein Zweifel. Auch wenn er einen immer derart anblickte als w├Ąre man ein besagter Untoter. ┬╗Bis sp├Ąter Herr┬ź, verabschiedete sich Ferrau und war schon unterwegs.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel reinigte sein Ritualmesser, verwahrte es wieder sorgsam und r├Ąumte das Sofa auf. Er verband seine Wunde mit einer Mullbinde und zog den ├ärmel dar├╝ber. Anschlie├čend trank er noch eine gro├če Tasse Hibiscustee von Ferrau, ehe er sich zum Thronsaal begab.

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Die ├╝bermittelte Erkenntnis -- Chat-RPG

#3

Beitrag von Maurice de la Cantillion » So 25. M├Ąr 2018, 03:09

Die ├╝bermittelte Erkenntnis -- Chat-RPG


Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem die drei Br├╝der im privaten Rahmen gefeiert hatten, war Ciel emotional sehr aufgew├╝hlt. Dennoch blieb er bei seinem Vorhaben, sich von Maurice die Seele seines ehemaligen Leibdieners zeigen zu lassen. Da es sich um etwas sehr Pers├Ânliches und vermutlich intensiv wirkendes handelte, lie├č er Maurice zu sich in die Gem├Ącher bestellen. Er wartete unruhig auf dem Sofa.

Maurice de la Cantillion
Es dauerte nicht lange, dann klopfte es an die Prinzlichen Gem├Ącher und Maurice trat nach der Aufforderung ein. Er verneigte sich vor Ciel und musterte ihn kurz. "Ihr habt nach mir schicken lassen Herr. Zu Eurer Verf├╝gung", erkl├Ąrte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja. Verschlie├čen Sie die T├╝r, mein Leibdiener muss sich schonen. Setzen Sie sich anschlie├čend da auf den Stuhl. Ferrau, du kannst in deiner Kammer bei geschlossener T├╝r etwas Freizeit machen, aber ich m├Âchte, dass du da bleibst." Ciel trank einen Schluck Hibiscustee.

Maurice de la Cantillion
Maurice schloss hinter sich die T├╝r und setzte sich wie von Prince Ciel gew├╝nscht hin, w├Ąhrend Ferrau sich mit dankbarem Nicken in seine Kammer verzog. "Nun ich bin bereit Herr, wie steht es mit Euch?", fragte Maurice freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte die Tasse ab. Der Stuhl war so platziert, dass sie im rechten Winkel voneinander sa├čen. Ciel wollte weder, dass Maurice frontal auf ihn sah, noch wollte er neben ihm sitzen, denn das war engen Vertrauten wie seinen Br├╝dern oder Ferrau vorbehalten. "Ich habe das noch nie in der Form gemacht. Worauf muss ich mich gefasst machen? Soll ich etwas beachten?"

Maurice de la Cantillion
Maurice wartete einen Moment bis Ciel seine Fragen gestellt hatte und nickte kurz knapp. "Ihr m├╝sst soweit nichts beachten, au├čer dass Ihr Euch nicht str├Ąubt. Je leichter ist es f├╝r uns beide. Ich werde Euch nur etwas zeigen, Euch an etwas von mir teilhaben lassen. Ich werde weder Eure Gedanken lesen noch Eure Gef├╝hle erkunden. Dies steht mir nicht zu, dies habt Ihr nicht verlangt und dies gebietet der Ehrenkodex. Ihr m├╝sst also keine Angst haben, mir etwas preiszugeben, was Ihr nicht w├╝nscht Hoheit. Bleibt einfach locker, so gesehen. Ich werde mit Euch vorher mental sprechen, damit Ihr seht Euch geschieht nichts. Es ist eine Art Konversation, wie wir sie gerade jetzt f├╝hren, nur h├Ârt ihr meine Gedanken in Eurem Kopf. Bereit?", fragte der Magier freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war trotz Maurices Erkl├Ąrung mulmig zumute. Er beschloss, sich auf das Sofa zu legen, das Gesicht vom Geistmagier abgekehrt, falls ihm die Kontrolle entgleiten sollte, was er nicht hoffte, was aber vermutlich im Rahmen des M├Âglichen war. Er legte sich also hin und machte es sich bequem. "Sie k├Ânnen beginnen, Maurice."

Maurice de la Cantillion
Maurice schloss die Augen, suchte f├╝r den Bruchteil einer Sekunde die geistige Pr├Ąsenz von Ciel und verband sich mit diesem mental. Vorsichtig stupste er den Prinze an um sie vorab bemerkbar zu machen, ehe er ihm wohlwollende Gef├╝hle seinerseits schickte. `Eure Hohheit, was m├Âchtet Ihr zuerst sehen?┬┤, fragte Maurice freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
`Ich m├Âchte die fragw├╝rdige Begegnung von Nathan mit Fabien sehen. Wie es dazu ├╝berhaupt kam und was dabei in seinem dummen Kopf vorging.`

Maurice de la Cantillion
`Nat├╝rlich, wie Ihr w├╝nscht Herr. Ich werde Euch die Begnung zeigen, Ihr werdet Sie wie durch seine Augen wahrnehmen. Ihr werdet sp├╝ren was er dabei f├╝hlte. Aus dieser Perspektive nehmen wir es ebenso wahr. Hier sind die Erinnerungen┬┤, erkl├Ąrte Maurice. Er selbst ├Âffnete seinen Geist und ├╝bermittelte Ciel all jene Erinnerungen, die er aus Nathan herausgelesen hatte. Die Taten, die Gef├╝hle, alles was der Mann in dieser Situation erlebt wie auch empfunden hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah die Vergangenheit durch Nathans Augen. Er sah Fabien, doch er sah ihn immer nur f├╝r Bruchteile von Sekunden, weil Nathan sofort wieder in eine andere Richtung schaute. Er f├╝hlte Angst vor diesem Mann, obwohl er ihn nicht unsympathisch fand. Das Gef├╝hl ├╝berlagerte alles andere.

Je mehr Fabien mit ihm sprach und umso n├Ąher sie sich r├Ąumlich standen, umso schneller schlug Nathans Herz. Nun kam auch noch die Prinzessin Ricarda hinzu. Am liebsten w├╝rde er weglaufen, doch er konnte nicht. Der h├Âfische Verhaltenskodex band ihn an diesen Ort und an dieses Gespr├Ąch, doch Fabien besch├╝tzte ihn. Erleichterung, als die Prinzessin wieder ging. Fabien wandte sich ihn zu, sagte ihn, wie sehr er sich blamiert hatte. Er packte sein Kinn und betrachtete sein Gesicht. Er war nahe. ┬╗Du hast jetzt noch rote Ohren und Wangen. Und Du solltest Dich nachrasieren. Ich sage immer, halte es wie eine Katze - hast Du nichts zu tun ... mach Dich sch├Ân┬ź, grinste Fabien, kraulte Nathan kurz das Kinn und lie├č ihn wieder los.

Er sch├Ąmte sich, doch da war noch mehr. Ciel sp├╝rte ein inneres Stolpern. In die Angst mischte sich ein Gef├╝hl des Bedauerns, weil die Ber├╝hrung schon zu Ende war. Und ein Gef├╝hl von Sicherheit auf Fabiens klare Worte und seine Anweisung hin. Nathan war jemand, dem es gut tat, herumkommandiert zu werden. Er musste keine Angst haben, etwas Falsches zu tun, wenn ihm jemand deutliche Befehle gab. F├╝r Ciel war das Gef├╝hl sehr ungewohnt, doch es machte ihn neugierig. Er lie├č sich darauf ein. Es war schlie├člich nicht er selbst, dem das gefiel. Er gab Maurice noch etwas mehr Raum in seinem Geist, bis er ganz verga├č, dass er soeben auf einem Sofa lag und vollst├Ąndig zu Nathan wurde.

Ihm gefiel Fabien nun besser. Er war weniger bedrohlich, seit er ihn angefasst und ihm gesagt hatte, was er tun soll. Fabien meinte es gut, er wollte nicht, dass er sich blamierte. Sie unterhielten sich nun entspannter. Auch ├╝ber das Verh├Ąltnis von Fabien zu Maximilien.

┬╗Rauch eine┬ź, forderte Fabien ihn auf und als er dem nicht nachkam, weil er nie rauchte, steckte er ihm die Rauchstange in den Mund. Auch das gefiel Nathan. Das Gespr├Ąch wurde noch pers├Ânlicher. Sie sprachen ├╝ber Sexualit├Ąt. Nathan konnte dazu fast nichts sagen. Es gab wenig, was er dahingehend empfand, doch er wollte gern andere N├Ąhe. Er h├Ątte gern gehabt, dass Fabien ihn noch einmal kraulte. Fabien machte ihm ein eindeutiges Angebot - Nathan z├Âgerte. Er hatte Angst, aber er wollte nicht, dass Fabien wieder ging oder b├Âse auf ihn wurde. Und er war neugierig. ├ängstlich, aber neugierig. Fabien offenbarte, dass er Maximilien liebte.

Einen Moment schreckte Ciel auf, blinzelte, schloss dann aber wieder die Augen. Das war etwas Gutes. Umso besser k├╝mmerte er sich um Vater. Er lie├č sich wieder fallen und gab sich in Maurices H├Ąnde. Und in die von Fabien, die er pl├Âtzlich auf seinem K├Ârper sp├╝rte. Sie strichen ├╝ber ihn und schienen ├╝berall zu sein. Fabien k├╝sste ihn und es f├╝hlte sich gut an. Ciel schreckte erneut auf, diesmal so, dass er sich aufsetzte und das Gesicht rieb. Er griff rasch nach der Teetasse.

Maurice de la Cantillion
Maurice ├Âffnete ebenfalls die Augen und reichte Ciel seine Tasse her├╝ber. Da sie noch miteinander verbunden waren, stellte er die Frage mental. `Ist mit Euch alles in Ordnung? Ich k├Ânnte nachsehen - aber ich m├Âchte es von Euch h├Âren und nicht nachsehen m├╝ssen. Das Gest├Ąndnis hatte es teilweise in sich... aber es ist nichts schlechtes daran Herr. Gef├╝hle sollte man achten, das ist meine Meinung - Ihr m├╝sst sie nat├╝rlich nicht teilen. M├Âchtet Ihr alles sehen?┬┤, fragte Maurice.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank langsam einige Schlucke, um wieder abzuk├╝hlen. `Das ist in Ordnung. Es ist gut, wenn Vater seinem Leibdiener so viel bedeutet. Das ist nicht, was mich so anstrengt.` Er sprach nicht aus, dass es Nathans Erregung war, die nun nat├╝rlich auch er empfand. Er ├╝berlegte kurz. `Nein, ich will nicht sehen, was sie da trieben.` Er biss auf den Rand der Tasse. Seine Z├Ąhne gaben ein klackendes Ger├Ąusch ab. Er stellte die Tasse wieder hin. Sein Inneres war noch immer auf die Gef├╝hlslage von Nathan eingestimmt und das wollte sehr wohl, dass es noch weiterging. Doch er schaffte es, dem nicht nachzugeben. Er beruhigte sich langsam und war stolz auf sich. `Zeigen sie mir das Danach.

Maurice de la Cantillion
Maurice nickte zustimmend. `Ich ├╝bermittelte Euch das Gew├╝nschte, auch ihre Treffen danach?┬┤, hakte Maurice nach.

Ciel Felicien de Souvagne
`Ja, aber bitte mit Pausen. Das ist sehr intensiv. Wie k├Ânnen Sie dabei so ruhig sitzen bleiben?`

Maurice de la Cantillion
`Nat├╝rlich mit Pausen Herr, Euer Verstand ist es nicht gew├Âhnt. Nun ich mache es schon seit einigen Jahren. Am Anfang hat man auch als Geistmagier manchmal das Problem auseinander zu halten, ob es die eigenen Erinnerungen sind, oder gelesene oder jene die man vielleicht sogar von jemanden absichtlich mit gutem Willen geschenkt bekam. Drum verstehe ich Eure Bitte. Also hier die Erinnerung direkt nach ihrem Zusammentreffen in diesem Alkoven┬┤, erkl├Ąrte Maurice mental und ├╝bermittelte Ciel beruhigende Gedanken, bevor er ihm den n├Ąchsten Batzen an Erinnerungen von Nathan offenbarte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte sich wieder hin und schloss die Augen. Und pl├Âtzlich lag er auf dem nackten Fabien, der unter ihm wegd├Âste. Ihre K├Ârper waren noch vereinigt. W├Ąhrend Fabien einschlief, war er selbst putzmunter. Er nahm den Mann unter sich mit allen Sinnen wahr.

Als dieser einschlief, war die Gefahr, die von ihm scheinbar ausging wie von jeder Person, pl├Âtzlich vor├╝ber. Nathan strich ├╝ber seine Brust, roch an ihm und leckte kurz vorsichtig ├╝ber seine Haut. Es hatte ihm gefallen und er w├╝rde gern noch mehr haben. Viel mehr. Mehr von Fabien. Er schlief nicht eine einzige Sekunde, um jeden Augenblick zu genie├čen, den sie noch hatten und mit jedem Herzschlag, den er h├Ârte, schien ihre gemeinsame Zeit weiter zu verstreichen. Die Angst war wieder da. Angst vor Bestrafung, aber vor allem Angst, das k├Ânne einmalig bleiben und Fabien w├╝rde ihn hinterher nicht mehr m├Âgen. Er musste sich anziehen, er konnte die Unruhe nicht mehr ertragen. Er machte leise und legte sich danach seitlich in Fabiens Arm, in der festen ├ťberzeugung, das letzte Mal dort zu liegen.

Maurice de la Cantillion
Maurice unterbrach hier und gab Ciel erneut einen Moment Zeit sich an das Gesehene, Erlebte, wie auch Gef├╝hlte zu gew├Âhnen. Die Gef├╝hle von Nathan war nicht einfach gestrickter Natur gewesen, sondern wie Maurice versucht hatte zu erkl├Ąren. Sie waren rein, liebevoll, unschuldig und dennoch gemischt und stets verwoben mit einer permanten Angst und Einsamkeit. Er wartete ab und schaute Ciel abwartend an. `M├Âchtet Ihr weiteres sehen?┬┤, hakte er freundlich nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Ąrgerte sich ├╝ber die tiefe Sehnsucht, die Nathan f├╝r Fabien empfand. Wieso f├╝r Fabien? Die Frage konnte er sich ganz einfach beantworten. ┬╗Ja, zeigen Sie mir, was Nathan wirklich f├╝hlt. In Reinform, ohne diese l├Ąstige Triebigkeit.┬ź

Maurice de la Cantillion
Maurice ├╝bermittelte Ciel die reinen Gef├╝hle, wie auch die Unterhaltung, die Nathan und Fabien einst genau dar├╝ber gef├╝hrt hatten, hinter einer Taverne bei einer Rauchstange. Die Informationen enthielten brisantes Material, aber der Prince w├╝rde genauso schweigen, wie das Himmelsauge. Maurice hatte einen Schwur geleistet und Ciel w├╝rde vermutlich aus allen Wolken fallen.

Ciel Felicien de Souvagne
Er war in Nathans Geist. Er war Nathan, er nahm dessen Sicht an und ergr├╝ndete seine Gedanken. Sie standen sich erneut nahe und Fabien gab mit seinem Mund Rauch in Nathans Lunge. Das Gef├╝hl von Fabiens Lippen war noch besser, als beim ersten Kuss. Es war nicht nur sein Mund, der die Ber├╝hrung sp├╝rte, sondern sie setzte sich durch seinen ganzen K├Ârper fort bis in seine Seele. Er war sehr unsicher, was das bedeutete, doch Ciel wusste es. Es war nicht so, dass ihm dieses Gef├╝hl fremd war. Nathan liebte Fabien. Ciel sp├╝rte, wie ihm die Augen feucht wurden. Er war w├╝tend, traurig, verletzt und neidisch, dass dieses Gef├╝hl nicht ihm galt. Fabien liebte seinen Herrn, warum tat Nathan nicht das Selbe? Die beiden unterhielten sich und Fabien offenbarte, was zwischen dem Duc und ihm stattgefunden hatte. Ciel dachte, ihn traf der Schlag.
┬╗Aufh├Âren┬ź, rief er und setzte sich sofort auf.

Maurice de la Cantillion
Maurice beendete die Verbindung so sanft wie m├Âglich um Ciel nicht zu schaden. Er schaute den Prince einen Moment lang an und r├Ąusperte sich. "Herr die Informationen, nun sind brisant. Fabien und Nathan scheinen sich sehr zu vertrauen und wir wissen nicht, was Fabien empfindet, dies ist rein die Sicht von Nathan. Das m├Âchte ich h├Âflich anmerken. Der Mann kann nichts f├╝r das Gest├Ąndnis eines anderen, bitte bedenkt dies", erkl├Ąrte Maurice leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wenn Sie diese Information bez├╝glich meines Vaters irgendwem, egal wem, absichtlich oder versehentlich weitervermitteln, sind Sie ihren Kopf los!", br├╝llte Ciel au├čer sich. "Ich will, dass sie diese Information sofort aus ihrem Hirn tilgen lassen!"

Maurice de la Cantillion
"Herr dass kann ich nicht. Zudem leistete ich einen Amtseid, einen Treueschwur der Krone gegen├╝ber. Niemand wird jemals davon erfahren. Ihr selbst seid die Krone, Ihr seid ein Teil dessen, wir unterstehen nur Euch. Also Eurem Vater und seinen S├Âhnen. Keine andere Person ist uns weisungsbefugt, niemand wird davon erfahren ich bitte Euch", erkl├Ąrte Maurice nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
In diesem Moment konnte Ciel sehr gut nachvollziehen, warum Dreaux seinen Leibeigenen derart geschlagen hatte. Am liebsten w├╝rde er Maurice sofort auf den Block schicken, um das Risiko zu beseitigen, dass noch irgendwer davon erfuhr, was sein Vater Fabien gew├Ąhrt hatte. Feindselig betrachtete er den Geistmagier, schweigend und b├Âse. Er dachte nach. Gab es noch mehr, was er wissen wollte? Er wusste, wie es dazu gekommen war, dass Nathan sich von Fabien hatte beschmutzen lassen. Er wusste, was Nathan dabei empfunden hatte, weitaus mehr als nur banale Lust. Und er wusste, dass Nathan den Mann liebte. "Gibt es noch etwas, dass Sie mir sagen oder in diesem Zusammenhang zeigen m├Âchten? Etwas, von dem Sie glauben, dass ich es wissen sollte?"

Maurice de la Cantillion
Maurice sch├╝ttelte in Zeitlupe den Kopf. `T├Âte nicht den Boten...┬┤, dachte er nur panisch. Er konnte doch nichts daf├╝r, was der Duc Fabien erlaubt hatte oder vielleicht sogar genossen hatte. Und das Fabien so eine Brisanz Nathan anvertraut hatte, daf├╝r konnte er auch nichts. Aber er sa├č nun hier einen Millimeter vom Richtschwert entfernt und nicht Fabien der der eigentliche Akteur gewesen war in beiden F├Ąllen. Und nicht mal den Mann traf eine Schuld. Er hatte sich nichts gegen den Willen eines anderen angeeignet, er hatte es beide male geschenkt bekommen. Maurice wusste nicht, wie er sich nun verhalten sollte. Also schwieg er einfach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah die Angst in Maurices Augen, auch wenn dieser Haltung wahrte. Ciel wollte sich beruhigen, aber es gelang ihm nicht. "Ferrau", rief er.

Maurice de la Cantillion
Ferrau kam aus seiner Kammer geeilt und verbeugte sich. "Ihr habt mich gerufen Herr?", sagte er ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja! Ich bin w├╝tend! Beruhige mich!"

Maurice de la Cantillion
Ferrau massierte Ciel gekonnt die Schl├Ąfen, dass war das erste was ihm auf den Schreck einfiel, dabei funkelte er Maurice ebenfalls sehr b├Âse an. Was immer dieses Himmelsauge von sich gegeben hatte, zerst├Ârte hoffentlich nicht die gute Beziehung zu seinem Herrn.

Ciel Felicien de Souvagne
Tats├Ąchlich hatte die Schl├Ąfenmassage eine positive Wirkung. Ciel war in beide Richtungen launisch, er konnte sehr schnell w├╝tend werden, doch sich ebenso schnell beruhigen, wenn die Bedingungen daf├╝r stimmten. Letztlich w├Ąre es v├Âllig egal gewesen, was Ferrau getan h├Ątte, es war seine Anwesenheit und seine Bem├╝hungen, die Ciel beruhigten. "Danke, das gen├╝gt. Maurice, ich danke Ihnen f├╝hr Ihre gute Arbeit. Sie k├Ânnen gehen, ich muss nachdenken. Ferrau, hole noch einen Hibiscustee und setz dich noch einen Augenblick zu mir."

Maurice de la Cantillion
Maurice verbeugte sich so, als w├Ąre er vom Sofa gest├╝rzt und machte das er schleunigst aus dem Quartier kam, ehe der Prince seine Meinung doch noch ├Ąnderte und er seine Nachtruhe in einer Holzkiste fand, anstatt in seinem eigenen Bett. Noch bevor Ferrau antworten konnte war der Magier bereits verschwunden. Ferrau kratzte sich kurz am Kopf, ging den gew├╝nschten Tee aufsetzen und setzte sich dann zu seinem Herrn. Vorsichtig dr├╝ckte er ihm den Becher in die Hand und wartete ab.

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Ferrau Du Trieux
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Spiele des Lebens -- Chat-RPG

#4

Beitrag von Ferrau Du Trieux » So 25. M├Ąr 2018, 03:17

Spiele des Lebens -- Chat-RPG

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank die Tasse zur H├Ąlfte aus und gab sie Ferrau zur├╝ck. ┬╗Ich wei├č nun alles ├╝ber Nathan, was ich wissen muss. Und einige andere Dinge, die ich besser nicht gewusst h├Ątte. Aber eine Information m├Âchte ich doch noch erfahren. Ich m├Âchte sie aus deinem Munde h├Âren, nicht ├╝ber Maurice.┬ź

Ferrau
Ferrau musterte seinen Herrn und schaute ihn mit gro├čen Augen an. ┬╗Herr ich wei├č doch nichts ├╝ber diesen Magier. Was immer er Euch angetan hat┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und schluckte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferrau mitleidig. ┬╗Du siehst aufgew├╝hlt aus. Es geht um dich. Ich m├Âchte von dir etwas ├╝ber deine Person erfahren. Maurice hat mir nichts angetan, aber das war keine leichte Kost. Vielleicht verstehst du irgendwann einmal, warum.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte. ┬╗Was m├Âchtet Ihr denn wissen? Ihr k├Ânnt mich alles fragen, ich habe keine Geheimnisse vor Euch┬ź, antwortete Ferrau ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du sagtest, du hattest fr├╝her einmal f├╝r jemanden geschw├Ąrmt. Ich m├Âchte wissen, wer das war. Du brauchst keine Angst zu haben, meine momentane Gem├╝tslage richtet sich nicht gegen dich.┬ź

Ferrau
┬╗Ja das stimmt Herr, es war Musette Gaillou eine Gehilfin der K├Âche. Aber sie w├╝rdigte mich keines Blickes. Darf ich fragen warum Ihr dies gerne wissen m├Âchtet? An sie denke ich schon lange nicht mehr┬ź, erkl├Ąrte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferrau eine Weile, ohne etwas zu sagen. ┬╗Ich wollte nur herausfinden, ob du der Damenwelt zugeneigt bist, das ist alles┬ź, erkl├Ąrte er schlie├člich.

Ferrau
Ferrau wagte ein Grinsen. ┬╗Spielt keine Rolle Herr, die mir nicht. Sie m├Âgen mich nicht, aber damit kann ich auch Leben. Keine Frau, keine Heulerei und kein ├ärger. Nicht jeder findet wen oder muss es nicht wahr? Mein Leben ist es dem Hof und nun Euch zu dienen. Das beansprucht all meine Zeit und es macht mich gl├╝cklich┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was glaubst du, warum es mich interessiert, das zu wissen?┬ź, fragte Ciel und betrachtete Ferrau aufmerksam.

Ferrau
┬╗Weil Ihr Angst habt, dass ich Euch weglaufe. Das habt Ihr mir bereits einmal erkl├Ąrt und weil Euch diese Gef├╝hle nicht Recht sind Herr. Da sagte ich Euch schon, dass Ihr Euch nicht zu sorgen braucht, da mich es ebenso wenig noch interessiert. Ich mache meine Arbeit, freue mich wenn sie gut l├Ąuft und es Euch gut geht und wir auskommen. Wir haben ein Dach ├╝ber dem Kopf, etwas zu essen, eine gute Arbeit und wir verstehen uns Herr. Muss es immer mehr geben? Z├Ąhlt nicht auf, was Euch fehlt, denn es fehlt immer was. Freut Euch daran was Ihr habt. So halte ich es. Man muss auch einmal Zufriedenheit finden, wisst Ihr. Oder was sucht Ihr denn? Dann kann ich Euch beim Suchen helfen, aber Ihr habt doch gewiss alles┬ź, erkl├Ąrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich fragte noch aus einem anderen Grund, aber alles zu seiner Zeit. Was ich suche? Etwas, das weder du noch sonstwer mir geben kann. Etwas, das ich verloren habe. Meine Kindheit, mit all ihrer Unbedarftheit und Verspieltheit. Aber so ist nun einmal der Lauf der Dinge. Man wird erwachsen, man lernt jeden Tag dazu und verlernt im Tausch stattdessen die wichtigsten Dinge. Kurzum: Man wird alt.┬ź

Ferrau
Ferrau dachte einen Moment nach. ┬╗Aber dass m├╝sst Ihr doch gar nicht. Ihr k├Ânnt Euch doch einen Teil der Kindheit konservieren Herr. Sucht Euch ein Hobby, dass rein Eurer Freude dient. So etwas ben├Âtigt Ihr, etwas f├╝r Euer Herz und Euer Gef├╝hl. Sonst verliert Ihr Euch selbst, wie viele Adlige es tun in ihrem Amt┬ź, sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das geht nicht, Ferrau. Nicht mehr. Wie hast du deine Kindheit verbracht?┬ź

Ferrau
┬╗Ich m├Âchte Euch nicht widersprechen, aber haltet einfach die Augen offen. Vielleicht findet Ihr doch etwas. Manche sammeln etwas, andere lesen gerne. Was immer Ihr zu tun w├╝nscht, ich unterst├╝tze Euch. Herr ich habe gearbeitet. Von klein auf habe ich mitgearbeitet, sobald ich dazu in der Lage war. Ich habe kleine Boteng├Ąnge gemacht und das war mein Alltag. Dennoch hatte ich etwas Spielzeug, wenn auch nicht viel Zeit zu spielen. Aber etwas vor dem Schlafengehen┬ź, antwortete Ferrau und schaute ob Ciel noch genug Tee in der Tasse hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schob ihm die fast leere Tasse hin├╝ber. ┬╗Bei mir war es ganz ├Ąhnlich, obwohl ich das Gl├╝ck eines liebenden Vaters hatte. Dennoch war ich in erster Linie Prince und erst in zweiter Kind. Bei meinen Br├╝dern, insbesondere dem Kronprinzen, war es noch strenger. Es blieb wenig Zeit zum spielen, wenngleich es sie gab, womit ich mehr Privilegien hatte als viele andere Kinder des Adels. Aber dann - bekam ich Nathan. Und mit ihm holte ich alles nach, was mir fehlte, meist Abends, wenn ich schlafen sollte. Sobald wir Schlafkleidung trugen, war f├╝r uns Freizeit und dann durfte, oder besser gesagt musste er mit mir spielen. Es ist nicht so, dass ich ihm eine Wahl lie├č. Ich verpr├╝gelte ihn anfangs mit Kissen und wir sprangen auf dem Bett herum. Es kam meist irgendwer, der ihn wegholte und darum spielten wir sp├Ąter leiser. Mit solchen kleinen Figuren.┬ź Er zeigte auf ein Regal, wo geschnitzte und bemalte Ritter standen.

Ferrau
Ferrau grinste Ciel an. ┬╗Ich verstehe Herr. Aber das w├╝rde nun auch niemand sehen und falls doch, plant Ihr eine Taktik oder? Und nun vermisst Ihr dies?┬ź, fragte Ferrau, nahm die Tasse an sich und kam mit einer gef├╝llten Teetasse zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau, du solltest die Tasse nicht auff├╝llen, sondern austrinken┬ź, tadelte Ciel. ┬╗Du hast den Auftrag, dich zu schonen. Ich kann mir selbst Tee auff├╝llen, daf├╝r muss ich nicht meinen kranken Leibdiener scheuchen. Nein, das Spielen mit den Figuren oder generell, wenn wir uns leise verhielten, wurde entweder nicht bemerkt oder mein Erzieher hat so getan, als w├╝rde er es nicht bemerken. Nur das Toben war ihm wohl zu viel, die Bettleiste ist dabei mehrmals zu Bruch gegangen und ich h├Ątte Nathan einmal fast mit einem Kissen erstickt. Er hat immer mitgemacht, aber sich nie gewehrt. Als Kind habe ich ihn heimlich in meinem Bett schlafen lassen. Ich wollte nicht allein sein. Wir dachten uns nichts dabei. Er war mein Freund. Aber ab einem gewissen Alter wird so was ... komisch. So wie viele andere Dinge. Man h├Ârt auf, sich mit Kissen zu balgen. Die kleinen Chevaliers, die alle einen eigenen Namen trugen und eine eigene Geschichte, wurden zu blo├čen Dekorationsgegenst├Ąnden. Und Nathan wurde mein Diener.┬ź

Ferrau
┬╗Ihr vermisst diese Zeit dennoch nicht wahr? Nun wie ich sagte Herr, niemand sieht Euch hier und Euch erinnern d├╝rft Ihr. Oder auch einmal unsinnig herumspielen. Das Leben ist ernst genug. Zudem gibt es doch auch Spiele, die Ihr als Erwachsener spielen k├Ânnt. Gesellschaftsspiele, Kartenspiele und vieles mehr, was ebenfalls lustig sein kann. Falls Ihr so etwas nicht zu banal findet┬ź, schlug Ferrau vor. ┬╗Ich hatte Eure Geste falsch verstanden, ich dachte Ihr w├╝nscht erneut Tee. Entschuldigt bitte┬ź, bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es war die beste Zeit meines Lebens, die Zeit von zw├Âlf bis sechzehn. Ja, ich vermisse sie. Man bemerkt, wie sie einem St├╝ck f├╝r St├╝ck wegbr├Âckelt. Und nun ist das letzte St├╝ck verloren gegangen. Wie soll ich sagen - Nathan ist endg├╝ltig erwachsen geworden. Er hat sein Versprechen gebrochen und ich meines. Auch so etwas geh├Ârt zum Leben.┬ź Ciel zog die F├╝├če hoch und sa├č nun im Schneidersitz auf dem Sofa. Missmutig betrachtete er die Tasse. ┬╗Ferrau, du hast es schwer. Weil Nathan Ma├čst├Ąbe gesetzt hat, die niemand erreichen kann, aber genau das verlange ich. Dass du die L├╝cke ersetzt, die er hinterlassen hat.┬ź

Ferrau
┬╗Ich werde mein Bestes geben Herr, nur falls Ihr nicht zufrieden seid bitte sagt es mir. Ihr m├╝sst... keine anderen Mittel ergreifen, ich werde mein Verhalten ├Ąndern oder mich anders bem├╝hen. Wir kennen uns auch noch nicht so lange, dass ich Euch gut einsch├Ątzen kann. Das kommt erst mit der Zeit. Aber ich versuche es Euch so angenehm wie m├Âglich zu machen. Und je l├Ąnger ich Euch diene, je mehr gemeinsame Erlebnisse haben auch wir Herr┬ź, versuchte Ferrau sich zu erkl├Ąren.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das war keine versteckte Kritik, Ferrau. Du bist ein guter Leibdiener und ich bin froh dar├╝ber, dass du nun an meiner Seite bist. Du brauchst mich nicht zu f├╝rchten. Ich kann sehr w├╝tend werden. Doch warum sollte ich das auf dich sein? Du gibst dein Bestes, mein Leben so angenehm zu machen, wie du es vermagst. Und du wirst mich nicht hintergehen, es gibt also keinen Anlass. Und ja, ich w├╝rde mich freuen, wenn wir abends zusammen etwas spielen. Du wolltest mir Offiziersskat beibringen.┬ź

Ferrau
Ferrau grinste von einem Ohr zum anderen ├╝ber das Lob. ┬╗Das mache ich Herr, aber ich werde Euch nicht gewinnen lassen, weil Ihr dann keinen Spa├č haben werdet. Wobei Ihr sicher ein guter Taktiker seid und mich trotzdem schlagen k├Ânnt. Aber dass ist ja der Reiz des ganzen, wer besser ├╝berlegt. Ich kann Euch einiges beibringen, aber eines nach dem anderen. M├Âchtet Ihr Euch offenbaren bez├╝glich des Gespr├Ąches des Magiers oder lieber nicht? Ich bin ein Teil von Euch, folglich verschwiegen Herr. Ihr sagtet nur, dass dieses Himmelsauge Euch nicht gekr├Ąnkt hat. Aber er sah, mit Verlaub, aus als w├╝rde er sich gleich in die Hose schei├čen┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und hatte M├╝he ernst zu bleiben.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich verbiete dir, mich absichtlich gewinnen zu lassen┬ź, entgegnete Ciel und l├Ąchelte w├Âlfisch. ┬╗Ich m├Âchte, dass wir Abends zusammen spielen, nachdem du uns beide bettfertig gemacht hast. Sonst hast du danach noch Arbeit und kannst dich nicht entspannen. Und ich kann mich nicht entspannen, wenn ich oder du noch die Alltagskleidung tragen. Es ist Teil unserer Freizeit. Bez├╝glich der Informationen, die Maurice mir gab ... eine bezog sich darauf, dass Nathan und Fabien miteinander geschlafen haben und Nathan Fabien offenbar liebt. Die andere behalte ich f├╝r mich, zu deinem eigenen Schutz. Falls sie doch irgendwann publik wird, kann dies nicht durch dich geschehen sein. Nicht, dass ich an dir zweifle, doch so ist sicher, dass du es nicht warst und kein b├Âses Blut wird zwischen uns stehen.┬ź

Ferrau
┬╗Oh da seid unbesorgt Herr, was Ihr mir sagen wollt oder ich wissen soll, entscheidet Ihr. Ist es f├╝r Euch ertr├Ąglich, dass die beiden so f├╝r einander empfinden? So machen wir es. Das ist auch ein sch├Âner Ausklang vom Arbeitstag, ich freue mich darauf. Wollen wir heute damit anfangen?┬ź, fragte Ferrau gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist nicht f├╝r mich ertr├Ąglich, Ferrau. ├ťberhaupt nicht, kein bisschen. W├Ąre Nathan gestorben, w├Ąre der Schmerz vermutlich geringer, weil ich mich dann nicht so hintergangen und verraten f├╝hlen w├╝rde. Es tut unwahrscheinlich weh, viel mehr, als es sollte. Ich neige manchmal zu ├╝bertriebenem Drama und ich kann mich schwerlich allein beruhigen.┬ź Er schmunzelte Ferrau ein wenig an. ┬╗Ja, das w├╝rde mich freuen. Lass uns heute beginnen. Ich werde dir nicht jeden Abend blockieren, auch du brauchst deine Ruhe, aber ich brauche manchmal das Gegenteil.┬ź

Ferrau
┬╗Oh das tut Ihr nicht Herr, ich lege mich sonst nur hin und lese. Oder spiele gegen mich selbst, was nicht gerade eine Herausforderung ist, ich gewinne dann schlie├člich immer. Falls Ihr mal keine Lust habt und nur reden wollt, oder einfach selbst Eure Ruhe w├╝nscht, sagt es mir einfach. Drama oder nicht, es hat Euch verletzt und das wird einen Grund haben. Nicht immer verstehen wir, was mit uns los ist. Mir geht es oft so. Wisst Ihr, ich habe mich zum Beispiel fr├╝her gefragt, wenn man h├Âflich fragt, reicht es nicht wenn jemand dann wenn er einen nicht m├Âchte, nicht auch h├Âflich nein sagt? Damit ist es doch vom Tisch. Meist wird man dann noch beleidigt. Wozu? Mir kam es jedenfalls so vor. Vielleicht sieht man als junger Mensch auch Dinge zu streng, wie man einiges im Alter sp├Ąter auch zu streng oder zu eng sieht. Wer wei├č das schon? Ich habe gelernt mir selbst zu gen├╝gen und versucht meinen Herrn zu entsprechen. Euer Bruder ist mit Nathan jedenfalls gl├╝cklich wie es mir scheint. Vielleicht ist Euch dies ein wenig Trost┬ź, bot Ferrau an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, das ist mir kein Trost. Es macht mich nur noch eifers├╝chtiger. Aber man hat schlie├člich auch noch ein Gehirn. Ich werde damit klarkommen, es wird nur ein wenig dauern. Man gew├Âhnt sich letztlich an alles. Wurdest du oft beleidigt? Von wem? Von mir wirst du keine Beleidigungen h├Âren. Ich werde dir sagen, was ich w├╝nsche oder nicht. Ich werde sicher auch mal schreien. Dann bleib bitte ruhig und vor allem, weiche mir nicht aus, sondern bleib da und komm mir entgegen. Dann beruhige ich mich schneller. Wenn du anf├Ąngst, mich zu meiden, werde ich nur noch w├╝tender. Du brauchst mich nicht zu f├╝rchten. Es gibt keinen Grund, fortzulaufen.┬ź

Ferrau
Ferrau zuckte die Achseln. ┬╗Von vielen Leuten Herr, die meisten verpacken Kritik immer in eine Beleidigung. Vielleicht weil ich dann lieber schweige. Aber ich kann ja schlecht jemanden zur├╝ck anschreien oder beleidigen. Das ist nicht unsere Aufgabe und es geh├Ârt sich nicht. In der K├╝che ist der Ton generell rauer. Nein ich werde bei Euch bleiben, versprochen. So lange Ihr nur schreit ist alles gut. Ihr vermisst ihn eben sehr, ich hoffe Euer Bruder wird das zu sch├Ątzen wissen, was Ihr f├╝r ihn aufgegeben habt. Wie war Euer Treffen mit Euren Br├╝dern? M├Âchtet Ihr erz├Ąhlen? Vielleicht heitert Euch dies auf┬ź, sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dich wird niemand mehr beleidigen, Ferrau. Wenn dies einer wagt, dann erwarte ich, dass du mir seinen Namen und die Art der Beleidigung nennt. Wer dich beleidigt, beleidigt mich. Du schuldest diesen Leuten keine Loyalit├Ąt, es ist dein gutes Recht, sie ans Messer zu liefern. Es wird sich rasch rumsprechen, dass niemand so mit dir umzugehen hat. Es gab auch Leute, die der Meinung waren, Nathan wegen seines sanften Wesens herumschubsen zu k├Ânnen. Das taten sie ein einziges Mal und dann nie wieder. Das Treffen mit meinen Br├╝dern war sehr ... erfreulich. Maurice kann auch anderes, als Hiobsbotschaften verbreiten.┬ź Er setzte sich aufrecht hin. ┬╗Souvagne wird wachsen. Die Hohe Mark wird Teil davon. Den bisherigen Teil wird Gregoire f├╝hren und den anderen - ich. Vater hat mich als seinen Sohn anerkannt. Ich trage fortan keinen Bastardfaden im Wappen mehr.┬ź

Ferrau
Ferrau l├Ąchelte erfreut. ┬╗Das sind mehr als gute Nachrichten Herr, dass sind vortreffliche Nachrichten. Welchen Titel werdet Ihr dann f├╝hren? Duc und Dreux Grand-Duc oder welchen Titel tragt Ihr? Nun dann seid Ihr mit allen Rechten und Pflichten nun der Sohn von Duc Maximilien Rivenet de Souvagne Herr. Ihr seid erbberechtigt, was damit schon bewiesen ist. Ihr habt eine eigene Scholle. Dann wird die Souvagne ein gro├čes Land sein, ein gro├čes Land in dem seine B├╝rger sicher leben. Die Almanen der ehemals Hohen Mark k├Ânnen sich gl├╝cklich sch├Ątzen. Nun Maurice wusstet Ihr einzunorden, folglich sicher auch die Bediensteten aus der K├╝che. Sollte es erneut vorkommen, werde ich Euch davon berichten┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Maurice hat letztlich nur seine Arbeit gemacht und nichts verbrochen, aber er wei├č Dinge, die er nicht wissen sollte. Zwischen Duc und Marquis wird es einen neuen Titel geben, den des Furisto. Offen bleibt, ob Dreaux Duc bleibt, wenn Vater zur├╝ckkehrt oder ob dieser sein Amt wieder antritt. Wir beide werden jedenfalls umziehen. Dreaux und Gregoire werden hierbleiben, ebenso Nathan und vermutlich Khawa und Jules. Uns erwartet eine neue Heimat. Ich versuche, Olivie mitzunehmen. Ich habe Dreaux gesagt, dass ich sie heiraten m├Âchte.┬ź

Ferrau
Ferrau schaute seinen Herrn an und wusste nicht, ob er diesen dr├╝cken durfte. ┬╗Ihr wollt heiraten? Warum sagt Ihr dies erst jetzt? Das m├╝ssen wir doch vorbereiten! Herr, denkt an die Einladungen, Eure Gewandung, die Speisen, ach was wei├č ich noch alles! Ich habe so viel zu planen und Euch so viel zu fragen┬ź, freute sich Ferrau ein Bein aus.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte etwas, weil Ferrau sich so freute. ┬╗Noch ist es nicht amtlich. Wenn mein Vater wieder Duc wird, k├Ânnte er Einw├Ąnde haben. Ich habe noch eine Frage an dich. Hast du bereits mit einer Frau geschlafen?┬ź

Ferrau
Ferrau sch├╝ttelte kaum merklich den Kopf, das Thema war ihm mehr als peinlich. ┬╗Mit keiner Person ich tue es... allein┬ź, fl├╝sterte Ferrau und versuchte schnell das Thema zu wechseln. ┬╗Euer Vater wird Euch die Ehe nicht verbieten Herr. Er wird erfreut sein, dass Ihr eine Frau w├Ąhlt┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ist alles in Ordnung?┬ź, fragte Ciel und betrachtete Ferrau aufmerksam.

Ferrau
┬╗Nun Herr das Thema ist mir sehr peinlich. Was soll ich dazu gro├č sagen, au├čer dass es ist wie es ist und ich nicht gerne dar├╝ber rede. F├╝r mache ist es einfach so etwas zu tun, f├╝r mich ist es das nicht. Also lasse ich es, ich muss ja keine Korbhandlung er├Âffnen oder?┬ź, fragte Ferrau betreten.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du brauchst mit mir nicht dar├╝ber zu reden, ich wollte nur wissen, was ich fragte. Die Information gen├╝gt mir. Hat es einen Grund, warum es dir schwer f├Ąllt, dar├╝ber zu reden? Ich selbst hasse das Thema. Aber du bist mein Leibdiener und ich m├Âchte ├╝ber dich im Bilde sein. Auch was diese Dinge anbelangt.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte einmal knapp. ┬╗Einmal habe ich es versucht und...┬ź, er r├Ąusperte sich, ┬╗... also ich habe... hab... versagt und dass war dann der Tratsch der Woche unter den Weibern in der K├╝che... seit dem... bin ich kurriert┬ź, fl├╝sterte Ferrau noch leiser.

Ciel Felicien de Souvagne
"Glaubst du, ich w├╝rde mich dar├╝ber lustig machen? Du hast mir versichert, ich k├Ânne dich alles fragen und nun stammelst du herum. Es ist dir peinlich, hat dich verletzt. Du bist sicher nicht der Einzige, dem je so etwas geschehen ist. Du wirst auch von mir Dinge erleben, die mir peinlich sind oder mich verletzen, das bedingt deine Rolle als mein Leibdiener. Wer war die Person?" Ciel bohrte absichtlich nach, weil Ferrau versuchte, sich zu dr├╝cken.

Ferrau
Ferrau schaute zur T├╝r und schaute dann Ciel entschuldigend an. "Ich wei├č Herr, aber ich f├╝hlte mich so als h├Ątte sie mich nackt in die K├╝che gestellt und auf mein... Ding gezeigt und alle haben dr├╝ber gelacht. Nun im Grunde hat sie das ja auch. Ich sagte Euch bereits den Namen. Damit war die Schw├Ąrmerei dahin. Nun ├╝ber sowas redet wohl niemand gerne. Man sagt zwar einem ist nichts k├Ârperliches fremd Herr, aber wenn Ihr Euch ├╝bergeben m├╝sst, ist das f├╝r mich nicht peinlich oder falls Ihr mal Brechdurchfall habt. Das war hingegen sehr peinlich. Es ist eine Sache zwischen zwei Personen und sie hat es gebrochen, sie hat mich blo├čgestellt. Was hatte sie davon? Spa├č? Ich wei├č es nicht, es war mir auch gleichg├╝ltig, ich war froh dass die irgendwann ein anderes Thema drauf hatten. Aber die K├╝che ist ja eh ein Hort des Flurfunks. Heute morgen gr├╝├čt Ihr nicht, so wei├č jeder innerhalb von 5 Minuten was mit Euch los war. Aber glaubt nicht, dass davon nur ein Wort wahr ist. Manchmal leider doch, wie mein... Schlappschwanz", erkl├Ąrte Ferrau durch zusammengebissenen Z├Ąhnen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Musette Gaillou. Es wird kein zweites Mal geschehen", sagte Ciel. "Danke f├╝r das Gespr├Ąch. Es war ein anstrengender und in vielerlei Hinsicht auch belastender Tag, doch er enthielt auch viel Gutes. Bitte mach uns beide nun bettfertig und danach w├╝nsche ich mit dir Karten zu spielen. Ich m├Âchte sehen, ob du darin wirklich so gut bist, wie du es behauptest." Er blinzelte Ferrau aufmunternd zu.

Ferrau
"Ja gerne Herr, dass wird Euch gefallen, glaubt mir. Glaubt mir, ein zweites Mal wird sie nicht die Chance dazu haben, ich halte mich von der Frau fern, wie von Giftefeu", erkl├Ąrte Ferrau und bereitete den Zuber f├╝r ein Bad vor. Er legte das Rasierzeug bereit und zog schon das Messer ab, damit er Ciel gleich in Ruhe rasieren konnte. Er f├╝hlte kurz nach der Wassertemperatur, ehe er einige Bades├Ątze hinzugab und das Wasser umr├╝hrte. Er stellte Haarwaschmittel bereit und schaute kurz zur├╝ck ins Wohnzimmer. "Wenn Ihr kommen m├Âchtet Herr?", bat Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand auf und ging zu Ferrau. "Dich von der Dame fernzuhalten wird nicht n├Âtig sein", sagte er freundlich.

Ferrau
"Was meint Ihr genau Herr?", fragte Ferrau und reichte Ciel die Hand, dass er in den Zuber steigen konnte, ohne Angst haben zu m├╝ssen auszurutschen oder sich seine edelsten Teile auf dem Rand zu prellen. "Ich halte Euch nur zu", sagte er aufmunternd.

Ciel Felicien de Souvagne
"Sollte ich vorher nicht noch entkleidet werden?", erwiderte Ciel schmunzelnd. "Ich sagte doch, niemand wird es k├╝nftig wagen, so ├╝ber dich zu sprechen. Sie hat dich blo├čgestellt und das wird nicht unges├╝hnt bleiben, gleichg├╝ltig, wie lange es her sein sollte."

Ferrau
Ferrau lief knallrot an wie eine Fleischtomate. "Verzeihung", fiepte er kl├Ąglich und entkleidete seinen Herrn rasch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich in den Zuber helfen und machte es sich darin bequem. Die Wassertemperatur war genau richtig.

Ferrau
"M├Âchtet Ihr, dass ich den Badeschwamm auf Euren Kopf ausdr├╝cke? Manche m├Âgen es so die Haare nass gemacht zu bekommen, andere hassen es Herr", erkl├Ąrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Bitte mach meine Haare mit den H├Ąnden nass", antwortete Ciel. "Der Schwamm st├Ârt mich nicht, aber mit den H├Ąnden ist es angenehmer."

Ferrau
"Wie Ihr w├╝nscht, soll ich Euch auch mit den H├Ąnden einseifen und waschen?", fragte Ferrau w├Ąhrend er vorsichtig die Haare von Ciel nass machte ohne ihn zu ziepen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das w├Ąre mir angenehm. Oh und beim Haarewaschen sch├Ątze ich eine Kopfmassage. Es ist entspannend und soll gut f├╝r das Haarwachstum sein."

Ferrau
"So ist es auch Herr, Ihr werdet nicht entt├Ąuscht sein", erkl├Ąrte Ferrau und fing an Ciel vorsichtig einzuseifen und ihn dann abzuwaschen. Danach widmete er sich Ciels Haaren. Sch├Ąumte diese gut ein und massierte ihm dabei den Kopf, damit das Shampoo auch gut einwirkte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel entspannte sich und lie├č Ferrau seine Arbeit machen. Bei der Kopfmassage schloss er die Augen. Ferrau war ein angenehmer Mensch und Ciels aufgebrachtes Gem├╝t kam langsam zur Ruhe. "Hm, Kerzenlicht w├Ąre das n├Ąchste mal gut", sinnierte er.

Ferrau
"Daran werde ich denken Herr und Euch im Bad mit passender Beleuchtung empfangen. So wie Ihr es m├Âgt", erkl├Ąrte Ferrau und sp├╝lte die Haare von Ciel vorsichtig aus. "Steigt aus dem Wasser", bat Ferrau und hielt ein Handtuch bereit.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel st├╝tzte sich an Ferrau ab, stieg aus dem Zuber und stellte sich hin, damit er ihn abtrocknen konnte.

Ferrau
Ferrau umarmte Ciel mit dem vorgew├Ąrmten Handtuch und rubbelte ihn dann trocken. er band es um seinen Hals zu und holte ihm die Nachtw├Ąsche. Erneute rubbelte er ihn trocken, befreite ihn vom Handtuch und kleidete Ciel f├╝r die Nacht ein. Danach gab er etwas Haar├Âl in dessen Haare, k├Ąmmte diese durch und band sie zusammen. "So bittesch├Ân", sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke. Ich warte hier auf dich." Ciel kuschelte sich auf dem Sofa in die Tagesdecke ein und nahm ein Buch zur Hand, damit Ferrau sich in Ruhe selbst bettfertig machen konnte.

Ferrau
Ferrau r├Ąumte im Bad schnell auf, verzog sich dann in seine Kammer und machte sich selbst bettfertig, ehe er sich wieder zu Ciel gesellte. Er hatte ein Set Karten dabei und hockte sich damit auf den Boden. Er machte eine einladende Geste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte das Buch beiseite und setzte sich, noch immer in die Decke eingewickelt, zu Ferrau auf den Boden.

Ferrau
"Offiziersskat, auch Zweimann-Skat genannt, ist ein Zweimann-Kartenspiel Herr, das an die Regeln des Skat-Spiels angelehnt ist. Gespielt wird mit einem Blatt mit 32 Karten und man spielt mit teils offenen und teils verdeckten Karten. Wie beim Skat werden zur Ermittlung des Gewinners Stiche ausgef├╝hrt und gez├Ąhlt.

Das Spiel wird mit zwei Spielern gespielt, die jeweils zwei verdeckte und dar├╝ber zwei offene Kartenreihen zu jeweils vier Karten vor sich ausliegen haben.

Jeder Spieler spielt entsprechend mit 16 Karten und ├╝ber 16 Stiche. Je nach Ansage wird das Spiel mit einer Trumpffarbe, ohne Trumpffarbe oder vollst├Ąndig ohne Tr├╝mpfe gespielt. Ein Nullspiel, wie dies beim Skat vorhanden ist, ist je nach Regelvariante ebenfalls m├Âglich. Der Geber mischt die Karten, der Mitspieler muss abheben. Nach der Festlegung der Trumpffarbe erh├Ąlt auch der Geber vier offene Karten auf seine Karten.

Er kann kontraÔÇť ansagen, wenn er davon ausgeht, dass sein Mitspieler das Spiel nicht gewinnen wird. Die restlichen 16 Karten werden als je vier weitere verdeckte und offene Karten vor die Spieler gelegt. Hat der Geber nach Erhalt seiner ersten 4 offenen Karten kontra angesagt, kann der Mitspieler, nachdem er 4 weitere offene Karten erhalten hat, als Antwort ÔÇ×reÔÇť ansagen und damit signalisieren, dass er das Spiel trotz Widerspruch gewinnen wird.

Der Spieler, der den Trumpf festgelegt hat, beginnt das Spiel mit dem Ausspielen einer seiner offenen Karten. Trumpf Farbe m├╝ssen von dem Gegenspieler bedient werden. Wer nicht bedienen kann, also ÔÇ×skatÔÇť oder ÔÇ×blankÔÇť ist, kann eine Karte abwerfen. Eine beliebige Karte abgeben oder im Falle einer ausgespielten Farbe trumpfen.

Mit einem Trumpf einstechen und die Karte gewinnen. Hier gelten die von Skat bekannten Regeln f├╝r Farbspiele, Grand und Ramsch. Nach jedem Stich werden die vorher verdeckt liegenden Karten offengelegt. Derjenige, der den Stich gewonnen hat, spielt die n├Ąchste Karte aus. Das Spiel endet, wenn all 16 Stiche gemacht wurden, danach werten beide Spieler die von ihnen gewonnenen Karten. Das Spiel gewinnt der Spieler, der insgesamt die meisten Punkte gemacht hat. Es ist also ganz einfach Herr", erkl├Ąrte Ferrau und legte die Karten passend hin.

Ferrau r├Ąumte die Karten ein, nachdem er gemeinsam mit seinem Herrn eine Partie Offiziersskat, was man auch Bauernskat nannte, gespielt hatte. Er freute sich sehr dar├╝ber, dass sich sein Herrn f├╝r ihn Zeit genommen hatte und Abends gerne Zeit mit ihm verbringen wollte. Allein t├Ąglich in seiner Kammer zu hocken, w├Ąre keine gute Aussicht gewesen. Aber immerhin noch besser, als es vorher gewesen war. Vielleicht mochte sein Herr auch andere Spiele, aber die w├╝rde er ihm sp├Ąter beibringen. Die einfachsten Spiele waren eh die interessantesten. Potz 1000 wollte er seinem Herrn als n├Ąchstes beibringen. Ein W├╝rfelspiel wo man nah an die 1000 herankommen musste und das eine ideale Rechen├╝bung war. So hatte er das Rechnen gelernt. "Ich hoffe Ihr hattet etwas Freude am Spiel", sagte Ferrau fr├Âhlich.


Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, es war unterhaltsam!" Am Ende hatte Ciel nat├╝rlich verloren. Er hatte es heute zum ersten Mal gespielt. Dennoch hatte es ihm viel Freude gemacht und noch mehr, dass sie dabei in Schlafsachen auf dem Boden gesessen hatten. Zwar trug Ferrau nicht das peinliche wie entz├╝ckende rosa Nachthemd von Nathan, doch er war eine angenehme und auch humorvolle Gesellschaft. Dass er noch etwas zur├╝ckhaltend war, war normal, das war auch Ciel noch. Es w├╝rde dauern, bis sie sich endg├╝ltig aneinander gew├Âhnt hatten, doch sie waren auf einem guten Weg. "Morgen w├╝nsche ich Revanche!", grinste er, g├Ąhnte und machte beim Strecken einen Buckel.

Ferrau
"Oh morgen werden wir Potz 1000 spielen und das ist ein W├╝rfelspiel Herr. Es geht darum, dass man dadurch die 1000 erreicht. So habe ich das Rechnen gelernt. Da werdet Ihr mich sicher schlagen, da ich damit manchmal immer noch ├╝be. Ich leihe Euch zur Not sogar meinen Gl├╝cksw├╝rfel", grinste Ferrau und musterte Ciel. "Ist mit Euch alles in Ordnung? Habt Ihr R├╝ckenschmerzen oder seid Ihr einfach nur m├╝de? Wenn Ihr es w├╝nscht, bringe ich Euch jetzt zu Bett", sagte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich bin nun sch├Ân m├╝de, Ferrau. Das Spiel war eine gute Methode, den ganzen Stress des Tages aus dem Kopf zu sp├╝len. Ich m├Âchte nun schlafen." Ciel hatte ziemlich kleine und schmale Augen bekommen, aber er sah ausgesprochen zufrieden aus. "Rechnen ist gut", sagte er und qu├Ąlte sich auf die Beine, damit Ferrau nicht auf die Idee kam, ihn mit seiner gebrochenen Rippe hochzuziehen.

Ferrau
Ferrau f├╝hrte Ciel zum Bett, schlug die Decke beiseite und wartete bis sich sein Herr ins Bett gelegt hatte. Dann deckte er ihn warm bis zum Hals zu und legte die weitere Oberdecke dar├╝ber und strich sie glatt. Er verschwand kurz aus dem Raum und stellte Ciel eine Tasse mit kalten Tee ans Bett falls dieser ├╝ber Nacht Durst bekommen sollte. Dann l├Âschte er das Licht. "Schlaft sch├Ân Herr, ich wecke Euch morgen fr├╝h um 6 Uhr, wenn Ihr mir nichts anderes auftragt. Ich w├╝nsche Euch eine gute Nacht", fl├╝sterte Ferrau und ging leise in seine Kammer.

Ciel Felicien de Souvagne
"Schlaf auch sch├Ân, Ferrau", antwortete Ciel mit schon geschlossenen Augen und lauschte noch, bis in Ferraus Kammer Ruhe eingekehrt war, ehe er einschlief.

Ferrau
Ferrau kroch ebenfalls ins Bett und war froh, dass der Tag f├╝r ihn so ausging. Er l├Âschte das gro├če Licht und lie├č nur das kleine Nachtlicht auf seinem Tischchen leuchten, falls er nachts rausmusste um seinen Herrn zu dienen.

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Die Schwertmeisterin & die Bestrafung der Musette Gaillou

#5

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 26. M├Ąr 2018, 01:01

Die Schwertmeisterin & die Bestrafung der Musette Gaillou

Ciel Felicien de Souvagne
Am n├Ąchsten Tag lie├č Ciel nach Bellamy schicken. Es war die erste Amtshandlung, die er an diesem Tage vollbrachte. Es w├╝rde nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, war aber von Bedeutung. Er war gespannt, ob der Mann diesmal wieder Zicken machen w├╝rde, oder ob die R├╝ge von Dreaux Wirkung zeigte.

Bellamy Bourgeois
Bellamy fand sich einige Minuten sp├Ąter umgehend bei Ciel ein. Er klopfte und betrat das Quartier des Prince. Dort verbeugte er sich und nickte zum Gru├če. ┬╗Hier bin ich┬ź, sagte er freundlich und deutete auf eine ger├╝stete junge Frau die neben ihm stand. ┬╗Dies ist Arienne de Riquier, ab sofort die Leibgardistin f├╝r Eure werte Frau Mutter - wie versprochen┬ź, verk├╝ndtete Bellamy. ┬╗Eure Hoheit, es ist mir eine Ehre┬ź, sagte Arienne und verneigte sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war etwas ├╝berrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. Er betrachtete die Frau mit bohrendem Blick. In der Hand dieser Schwertmeisterin sollte die Sicherheit seiner Mutter fortan gew├Ąhrleisten. Auf den ersten Blick machte sie einen guten Eindruck. Ciel nickte knapp. ┬╗ Arienne, ich m├Âchte mich sp├Ąter noch mit Ihnen unterhalten. Zun├Ąchst muss ich den Palaisin jedoch allein sprechen.┬ź

Arienne
┬╗Sehr wohl Hoheit, bis sp├Ąter┬ź, verabschiedete sich die junge Frau. Sie verbeugte sich und verlie├č umgehend den Raum.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute ihr kurz nach, ehe er sich wieder auf Ciel konzentrierte. ┬╗Nun wie gesagt, hier bin ich Hoheit┬ź, sagte der Palasin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zun├Ąchst m├Âchte ich Ihnen f├╝r die nun doch zeitnah erfolgte Zuteilung der Wache f├╝r meine Mutter danken. Ich werde der Dame dann noch ein wenig auf den Zahn f├╝hlen, immerhin geht es hier um die Sicherheit von Madame de Thibodeau und nicht um irgendwen. Aber darum habe ich Sie nat├╝rlich nicht rufen lassen. Sondern wegen einer anderen Sache. Man sagt Ihnen einen ├Ąu├čerst finsteren und grimmigen Ruf nach.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Das mag sein, ich muss Entscheidungen umsetzen die nicht immer auf Gegenliebe sto├čen Prince. Denken Sie an den Wildpinkler, den musste ich auch mit Zeichensprache ├╝berzeugen, Reden bringt einen nicht immer weiter, eine gepanzerte Faust schon┬ź, antwortete Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Richtig. Wegen genau dieses Rufs habe ich Sie zu mir bestellen lassen. Es geht um einen Denkzettel f├╝r eine Person, die etwas getan hat, was nicht unbedingt von juristischer Relevanz ist, also kein Fall f├╝r Dominique. Dennoch kann ihr Verhalten nicht unges├╝hnt bleiben. W├╝rden Sie das f├╝r mich ├╝bernehmen?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Nat├╝rlich, daf├╝r bin ich da. Mit wem soll ich nonverbal sprechen Prince?┬ź, grinste Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es geht um eine Musette Gaillou, eine K├╝chenkraft. Sie hat eine Person beleidigt und ├Âffentlich blo├čgestellt, die mir am Herzen liegt. Ich m├Âchte, dass sie die Dame auf eine Weise behandeln, bei der ein jeder versteht, worauf sich der Denkzettel bezieht, ohne dass der Name ihres Opfers ausgesprochen werden muss. Man soll die nonverbale Botschaft auf Anhieb verstehen. Musette unterstellte der mir am Herzen liegenden Person ├Âffentlich mangelnde Standfestigkeit, was zu wochenlangem ├Âffentlichen Hohn gef├╝hrt hatte. Das darf sich nicht wiederholen. In welchem Zustand Madame Gaillou verbleibt, ist von keiner Relevanz, ich lasse Ihnen freie Hand. Glauben Sie, das bekommen Sie hin?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Sicher verlassen sie sich auf mich, sie wird nie wieder irgendwem eine weiche Nudel unterstellen, das schw├Âre ich Ihnen┬ź, grinste Bell sein Raubtiergrinsen. ┬╗Es k├Ânnte aber sein, dass sie einige Zeit nicht arbeiten kann. Ich hoffe das geht f├╝r Sie in Ordnung┬ź, antwortete er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste kaum merklich zur├╝ck. ┬╗Das geht es, Bellamy. Sorgen Sie aber daf├╝r, dass die gesamte K├╝chenbelegschaft auf die eine oder andere Weise Bescheid wei├č. Es darf kein Verschweigen des Denkzettels m├Âglich sein, denn dieser Denkzettel gilt f├╝r alle.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Sie wird es nicht verschweigen k├Ânnen, daf├╝r werde ich sorgen, ich werde es ihr auf die Stirn schreiben was sie ist und f├╝r jene die nicht lesen k├Ânnen, kommt ein Zeichen dazu... wenn sie verstehen was ich meine┬ź, kicherte Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, ich verstehe nicht und offiziell wei├č ich auch gar nichts davon. Gehen Sie einfach, g├Ânnen Sie sich ein St├╝ndchen Spa├č oder zwei, von mir aus den gesamten Tag. Wenn ich Ihnen vertraue, dann in der Hinsicht, dass Sie sich eine angemessene Behandlung f├╝r die Dame einfallen lassen werden. Ich werde mich ├╝berraschen lassen.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Sie werden zufrieden sein, ich verspreche es ihnen. Sie wird nie wieder so weit Ihr Schandmaul aufrei├čen, jedenfalls nicht f├╝r solche Spr├╝che. Ich k├╝mmere mich sofort darum. M├Âchten Sie Arienne noch einmal sprechen? Dann schicke ich sie nach mir rein und gehe mich jetzt um die Hilfe bed├╝rftige K├╝chenkraft k├╝mmern┬ź, bot Bellamy an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte mit einem freundlichen Gesichtsausdruck. ┬╗Lassen Sie sich so viel Zeit, wie Sie ben├Âtigen. Schicken Sie mir Arienne.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Sehr wohl┬ź, antwortete der Palasin und verlie├č das Quartier von Prince Ciel. Beim Rausgehen schickte er Arienne zur├╝ck zu seiner Hoheit mit einem knappen Kopfnicken, da er sich umgehend auf den Weg machte.

Arienne
Die Chevalier betrat erneut den Raum von Ciel und verneigte sich tief. ┬╗Herr┬ź, sagte sie nur knapp.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Setzen Sie sich einen Augenblick zu mir.┬ź Er wies auf den Stuhl schr├Ąg gegen├╝ber des Sofas, auf dem er selber sa├č. Eigentlich fanden solche Treffen in der Amtsstube statt, aber der Auftrag an Bellamy war privater Natur gewesen und Ciel wollte das trennen. Da aber Arienne nun schon einmal hier war, wollte er nicht extra den Raum wechseln. ┬╗M├Âchten Sie Tee oder Kaffee?┬ź

Arienne
┬╗Einen Kaffee h├Ątte ich gerne, vielen Dank┬ź, sagte Arienne.

Ciel Felicien de Souvagne
Ferrau hatte sich in seine Kammer zur├╝ckziehen sollen. Er sollte nicht h├Âren, was Ciel vorhatte. Musettes Bestrafung sollte eine h├╝bsche ├ťberraschung f├╝r ihn werden. Ciel klingelte nach ihm. ┬╗Bitte bring meinem Gast einen Kaffee┬ź, bat er freundlich.

Ferrau
Der Leibdiener des Prince holte sofort aus der K├╝che eine Kanne Kaffee und eilte damit zur├╝ck zu seinen Herrn um zuest Ciel und dann Arienne einen Becher einzuschenken. Milch und Zucker stellte er bereit, ehe er sich zur├╝ckzog.

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem sie beide ihren Kaffee erhalten hatte, begann Ciel das Gespr├Ąch. ┬╗Ich nehme an, Bellamy hat sie bereits instruiert. Ich suche eine Person, welche sich pers├Ânlich um die Sicherheit meiner Mutter Madame de Thibodeau k├╝mmert. Gleichzeitig ist von Bedeutung, dass Sie gut mit ihr harmonieren, denn sie ist von empfindsamem Wesen. Sie m├╝ssen also in der Lage sein, den Spagat zwischen hervorragenden Eigenschaften als K├Ąmpferin und Gesellschafterin zu bewerkstelligen. Wie sind Ihre Referenzen?┬ź

Arienne
┬╗Herr ich denke das werde ich schaffen, glauben Sie mir, was ich schon alles schaffen musste um mich in dem Rudel von Leibgardisten ├╝ber Wasser zu halten. Ihre Mutter wird eine angenehme Gesellschaft sein und zu zweit arbeitet es sich leichter. Man hat nur eine Person auf die man sich ganz und gar einlassen kann. Ich denke wir werden gut zusammenpassen. Nun ich habe mich vom kleinsten Posten bis zur Leibgarde hochgearbeitet, gearbeitet Herr ehe seltsame Gedanken aufkommen. Nehmen Sie mir dies nicht ├╝bel. Ich habe hart f├╝r diese Stelle gearbeitet┬ź, erkl├Ąrte sie freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte kaum merklich. ┬╗Es liegt mir fern, Ihnen anderslautende Unterstellungen zu unterbreiten. Dennoch m├Âchte ich mich von Ihren F├Ąhigkeiten mit eigenen Augen ├╝berzeugen. Dies w├╝rde ich bei jedem wollen, nicht, dass Sie nun mir Vorbehalte unterstellen. Demonstrieren sie mir eine Kostprobe Ihrer F├Ąhigkeiten, suchen Sie sich Ort und Gegner selbst aus.┬ź

Arienne
Sie ├╝berlegte einen Moment. ┬╗Heute nach Bellamys erledigter Aufgabe unten im Hof gegen den Schwertmeister des Ducs┬ź, schlug sie vor und schmunzelte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde meinen Tagesplan entsprechend einrichten. Melden Sie sich einfach, wann es Ihnen passt und entweder habe ich gerade Zeit oder Sie m├╝ssen sich noch einen Augenblick gedulden, bis ich die momentane Arbeit erledigt habe. Nun erz├Ąhlen Sie mir etwas ├╝ber sich. Wie w├╝rden Sie sich selbst beschreiben und warum glauben Sie, sind Sie die geeignete Besch├╝tzerin meiner Mutter?┬ź Ciel trank einen Schluck Kaffee und schaute Sie hinter der Tasse hervor an. Er lie├č ihr Gesicht nicht eine Sekunde aus den Augen.

Arienne
┬╗Herr ich bin eine Fille de Bouclier, also eine weibliche Chevalier. Aus diesem Grund w├Ąhlte mich Bellamy daf├╝r aus, Ihre Mutter zu besch├╝tzen. Ich bin 35 Jahre alt oder jung, wie man es nennen m├Âchte und ich stamme aus Riquier dies liegt in der N├Ąhe von Neufville. Ich fand die Aufgabe die Gemahlin des Ducs besch├╝tzen zu d├╝rfen als ├Ąu├čerste Ehre, zumal ich gerne f├╝r eine Frau arbeiten w├╝rde. Nun es mag albern klingen, aber auch wir Frauen sollten zusammenhalten. Welche Erledigungen Ihre Mutter auch zu erf├╝llen hat, oder welche Aufgaben, ich werde Ihr treu zur Seite stehen. Ich sehe dies als Fortschritt meiner Karriere, weg von der Truppe der Garde hin zu einer pers├Ânlichen Leibgardistin, einer Leibw├Ąchterin┬ź, erkl├Ąrte sie h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte die Tasse wieder hin. Seine Mine war nicht zu deuten. Er war hochkonzentriert und analysierte jeden noch so winzigen Muskel in Ariennes Gesicht, jedes winzige Zucken, jedes Blinzeln, jede ├änderung der Durchblutung oder der Atmung. ┬╗Sie haben ├╝ber Ihren beruflichen Werdegang gesprochen. Mich interessiert jedoch auch die menschliche Seite, denn andernfalls k├Ânnte ich jeden beliebigen Gardisten nach Vorf├╝hrung seiner Kampfesfertigkeiten f├╝r den Posten einteilen lassen. Oder leben Sie ausschlie├člich f├╝r Ihre Arbeit? Auch so etwas gibt es ja. Erz├Ąhlen Sie mir etwas mehr ├╝ber sich selbst, Arienne.┬ź

Arienne
┬╗Sehr gerne. Nun ich trat in die Fu├čstapfen meines Vater. Leider war ihm nicht das Gl├╝ck eines Sohnes beschieden und so habe ich mich der Sache angenommen. Zuerst mehr aus Trotz versteht Ihr? Auch ein M├Ądchen kann das Schwert f├╝hren. Mein Vater sah dies zuerst mit einem Augenzwinkern und ich wie gesagt wohl aus Trotz. Aber je ├Ąlter ich wurde, je mehr Spa├č hatte ich an dem Training und meinem Vater erging es ebenso. Als ich zur Leibgarde an den Hof wechselte war er erf├╝llt voller Stolz. Eine private Seite habe ich auch und die ist vermutlich weniger spektakul├Ąr als Sie vermuten. Ich reite gerne aus und nehme dabei meinen Hund mit. Man k├Ânnte mir durch meinen Beruf unterstellen ein ┬╗Mannweib┬ź zu sein, aber trotz allem steckt in dieser R├╝stung eine Frau mit einem weiblichen Herzen, die es genauso liebt auf einem Fest ein luftiges Sommerkleid zu tragen, wie in einer erbitterten Schlacht ihre R├╝stung. Ich lese sehr gerne lyrische Dinge, mag Poesie und Gedichte und in meiner Freizeit, so denn ich denn welche habe schwinge ich nicht nur das Schwert, sondern auch den Pinsel. Ich zeichne Auqarellbilder, allen voran Landschaftsbilder unserer sch├Ânen Heimat. Einige h├Ąngen sogar bei mir im Quartier. Ich trinke gerne mal ein Bier mit den Kameraden und lache gerne, ebenso bin ich auch f├╝r einen guten Wein und gemeinsames Schweigen zu haben. Mehr f├Ąllt mir im Moment nicht ein, was ich Ihnen erz├Ąhlen k├Ânnte┬ź, gestand Arienne.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte etwas. ┬╗Haben Sie Pl├Ąne zur Familiengr├╝ndung?┬ź

Arienne
┬╗Nein Herr. Schaut ich bin Soldatin, wenn Ihr so wollt. Entweder ist man Soldat und dient seinem Land und folglich seinem Herrn, oder man ist Zivilist und gr├╝ndet eine Familie. Beides geht nicht. Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen. Wenn Sie die herzzerrei├čenden aber auch dummen Szenen mancher V├Âlker sehen wo sich M├Ąnner wie Frauen schluchzend von ihrem Nachwuchs verabschieden frage ich mich, ob diese Personen den Kopf nur f├╝r die Frisur tragen. Jeder Soldat wei├č, dass er in der Schlacht fallen kann. Jedes Gefecht kann das Letzte sein. Jeder Auftrag ist vielleicht einer ohne Wiederkehr. Und dann setze ich bewusst Kinder in die Welt um sie als Waisen zur├╝ckzulassen? Gibt es nicht schon genug Kriegswaisen unter den Zivilisten, als das man dies noch provozieren m├╝sste? Zudem solche Soldaten sind nicht tauglich Herr. Auf dem Schlachtfeld sind die Gedanken beim Kind, daheim beim Kind sind die Gedanken bei den Kameraden. Manche Berufen verlangen eine klare Entscheidung Herr. Ich habe meine Entscheidung getroffen - ich bin Soldatin, ich bin die letzte Bastion zwischen Euch und dem dreckigen Fremdlingen da drau├čen, ich bin ein Schwert. Ich bin keine Mutter Herr, daf├╝r sind andere da┬ź, erkl├Ąrte Arienne vehement und stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Mundwinkel zogen sich zu einem kleinen, aber wohlwollenden L├Ącheln auseinander. ┬╗Dann ist es nun an der Zeit, dass ich Ihnen Minette de Thibodeau vorstelle.┬ź Er klingelte nach Ferrau. ┬╗Bitte schicke jemanden, der meine Mutter holt.┬ź Dann wandte er sich wieder seinem Gast zu. ┬╗In der Zwischenzeit k├Ânnen Sie mir sagen, ob es Ihnen etwas ausmachen w├╝rde, an einen weit entfernten Ort umzuziehen. Sicher kann man Sie einfach versetzen. Doch ich m├Âchte jemanden an der Seite meiner Mutter wissen, der mit dem ganzen Herzen dabei ist.┬ź

Ferrau
┬╗Sofort Herr ich eile┬ź, erkl├Ąrte der Leibdiener und eilte los um die Mutter seines Herrn abzuholen. Er eilte ├╝ber Flure und G├Ąnge und blieb vor dem Quartier von Minette de Thibodeau stehen. Die Lieblingsfrau von Maximilien Rivenet de Souvagne wie er wusste. Er durfte jetzt ja nichts falsch machen. Er klopfte leise und h├Âflich und wartete dann sehr nerv├Âs ab.

Thekla
Die T├╝r ├Âffnete sich und anstelle von Minettes lieblichem Gesicht schob sich das harte Antlitz Theklas heraus, mit gro├čer Nase und kr├Ąftigem Kinn und mausbraunem, zu einem strengen Dutt hochgebundenem Haar. ┬╗Ja?┬ź

Ferrau
Er verneigte sich h├Âflich. ┬╗Madame, Minette de Thibodeau wird gebeten Ihren Sohn zu besuchen. Er m├Âchte seine Mutter schnellstm├Âglich sehen. K├Ânnt Ihr dies bitte ausrichten?┬ź, fragte er h├Âflich.

Thekla
┬╗Moment┬ź, erwiderte Thekla und schloss die T├╝r vor Ferraus Nase. Stimmen ert├Ânten hinter der T├╝r und einige Augenblicke sp├Ąter ├Âffnete die T├╝r sich erneut. Thekla hielt sie auf, so dass Madame de Thibodeau hinaustreten konnte. W├Ąhrend Thekla ein dunkles, braun-graues und schlichtes Kleid trug, war das von Minette kunterbunt gebl├╝mt. In ihrem hochgebundenen, blonden Haar steckten farblich passende Seidenblumen und das nicht zu wenig. Sie nickte Ferrau freundlich zu.

Ferrau
Ferrau verneigte sich tief vor der Zweitfrau des Duc und gab dann den Weg vor. ┬╗Mir nach Madame┬ź, bat er untert├Ąnigst.

Minette de Thibodeau
Minette folgte Ferrau gut gelaunt. Sie freute sich, dass ihr Sohn sich Zeit f├╝r seine Mutter nahm und fragte sich, um was es wohl gehen w├╝rde.

Ferrau
Ferrau geleitete Minette zum Quartier und ├Âffnete die T├╝r. Er machte eine einladende Geste und trat dann zur Seite um die Mutter seines Herrn samt Zofe passieren zu lassen. ┬╗Bittesch├Ân Madame┬ź, sagte er h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erhob sich, um seine Mutter zu begr├╝├čen. Er legte seine H├Ąnde an ihre Schultern und k├╝sste sie auf die Wange. Arienne sollte sehen, wie viel ihm seine Mutter bedeutete. ┬╗Madame Minette de Thibodeau┬ź, stellte er sie der Schwertmeisterin vor. ┬╗Mutter, ich m├Âchte Euch Eure neue Leibw├Ąchterin vorstellen, sofern sie Euren Vorstellungen entspricht. Arienne de Riquier hat einen vorbildlichen Werdegang, stammt aus gutem Hause und ich konnte mich soeben von ihrem gesellschaftsf├Ąhigen Umgangston ├╝berzeugen, was ja nicht selbstverst├Ąndlich f├╝r eine Gardistin ist. Die Vorf├╝hrung ihrer Kampfk├╝nste steht noch aus, wir warten daf├╝r die R├╝ckkehr des Palaisins ab. Ich m├Âchte, dass Sie beide sich in der Zwischenzeit miteinander bekannt machen.┬ź Minette betrachtete Arienne mit sichtlichem Entz├╝cken. Vor Freude waren ihre Wangen ger├Âtet.

Arienne
Sie verneigte sich h├Âflich vor Minette de Thibodeau. ┬╗Herrin ich bin au├čerordentlich erfreut Eure Bekanntschaft zu machen. Es ist mir eine Ehre, man hat schon viel von Euch geh├Ârt. Nur Gutes m├Âchte ich anmerken┬ź, freute sich Arienne.

Minette de Thibodeau
┬╗Und mir ist es eine Freude, dass kein zweiter Bellamy meine Leibwache ├╝bernehmen soll. Mein Sohn hat wieder einmal bewiesen, wie gut er seine Mutter kennt.┬ź Ciel blickte etwas gequ├Ąlt. Er h├Ątte sehr wohl am liebsten einen zweiten Bellamy zum Schutze seiner Mutter abbeordert. ┬╗Der Palaisin hat seine Empfehlung f├╝r die Schwertmeisterin ausgesprochen┬ź, informierte er ehrlich. ┬╗M├Âchten Sie beide spazieren gehen? Ich erwarte die pers├Ânliche Meldung Bellamys in einer wichtigen Sache, bei der Damenbesuch unangebracht w├Ąre.┬ź Minette erhob sich und beobachtete die Schwertmeisterin. Sie wollte sehen, wie sie stehend aussah.

Arienne
┬╗Sehr gerne, wohin m├Âchtet Ihr gehen Madame? Ich begleite Euch┬ź, erkl├Ąrte Arienne und stand ebenfalls auf.

Minette de Thibodeau
┬╗In den Hof, ich m├Âchte nach dem Vogelhaus sehen. Es wurde eigens auf meinen Wunsch hin gebaut, samt Vogeltr├Ąnke und ├╝berdachter Sitzecke. Ciel ist ein aufmerksamer Sohn. Dies war sein letztes Geburtstagsgeschenk.┬ź Ihr entging nicht, dass sein Gesicht noch eine Spur gequ├Ąlter wurde. Es war ihm peinlich, wenn sie von ihm schw├Ąrmte, aber er war nun einmal nicht nur der Prince, sondern vor allem ihr Sohn. Thekla ├Âffnete den beiden die T├╝r und Minette schritt mit wehendem Bl├╝tenkleid hindurch. Sogar ihr Parfum roch nach Sommerblumen, obwohl der junge Fr├╝hling noch wenig von sich zeigte.

Arienne
Die Schwertmeisterin folgte der Zweitfrau des Duc. ┬╗Eure Parf├╝m duftet au├čergew├Âhnlich. Eine Sommernote in diesen kalten Wintertagen, wie ein erschupperbarer Lichtstrahl wisst Ihr? Es muss ein Verm├Âgen gekostet haben. Es unterstreicht wunderbar Euer Kleid Madame┬ź, sagte sie gut gelaunt.

Minette de Thibodeau
Minette l├Ąchelte freundlich. Im Gegensatz zu ihrem Sohn haftete ihr nichts Kaltes oder Distanziertes an. ┬╗Es hat nichts gekostet, Thekla hat es gefertigt. Sie hat ein H├Ąndchen f├╝r sch├Âne Dinge. Ich freue mich ├╝ber Ihre Gesellschaft, Arienne. Ich f├╝hle mich gleich viel sicherer. Und dass meine Sicherheit nicht in den H├Ąnden eines Grobklotzes liegt, der mich tagein, tagaus begleitet, ist mir umso lieber. Man kann in Gegenwart der m├Ąnnlichen Gardisten nicht vern├╝nftig reden, sie schauen immer unangenehm und haben kein Verst├Ąndnis f├╝r die sch├Ânen Dinge des Lebens. Nat├╝rlich m├╝ssen sie ihre Arbeit machen, es sind trotz allem t├╝chtige Menschen, aber wenn ich die Wahl habe, dann bevorzuge ich doch eindeutig eine Gardistin.┬ź

Arienne
┬╗Nun ich denke M├Ąnner haben ehr einen anderen Blick auf die Welt, wir sehen auch die kleinen Dinge. Vielleicht sehen sie diese auch, geben es aber nur nicht zu. Das w├╝rde zu ihnen passen. Oh das ist nat├╝rlich etwas anderes, dann ist dieses Paf├╝m sogar ein Unikat┬ź, freute sich Arienne.

Bellamy Bourgeois
Kaum das Minette und Arienne das Quartier des Prince verlassen hatte, klopfte es erneut. Ferrau ├Âffnete und stand fast Nase an Nase mit Bellamy, der den Leibdiener wie einen Vorhang zur Seite schob und eintrat. Gut gelaunt schmunzelte er Ciel an. ┬╗Auftrag ausgef├╝hrt┬ź, grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, dass nach der immer etwas anstrengenden Gegenwart seiner Mutter nun wieder jemand Normales in seinem Quartier stand. Er musste sich verkneifen, erleichtert auszuatmen. Er liebte seine Mutter abg├Âttisch, aber in ihrer Gegenwart kam er aus dem Fremdsch├Ąmen nicht mehr heraus. ┬╗Schlie├čen Sie die T├╝r und setzen Sie sich. Berichten Sie in allen Details, wie sie der Dame geholfen haben. Ferrau, setz dich bitte zu uns, nur f├╝r den Fall, dass jemand neuen Kaffee eingeschenkt zu haben w├╝nscht.┬ź

Ferrau
Ferrau schlo├č die T├╝r und setzte sich neben Ciel.

Bellamy Bourgeois
┬╗Nun dass erkl├Ąre ich wohl etwas umschreibend. Ich habe der besagten Dame gezeigt, dass man nicht alle Nudeln weich kochen kann. Sondern dass manche auch dann noch hart bleiben, wenn dass Wasser kocht. Und um zu verhindern, dass die gute Dame nocheinmal auf die Idee kommt, andere als Schlappschwanz zu bezeichnen, dachte ich sorge ich daf├╝r, dass sich niemand mehr f├╝r das Mistst├╝ck interessiert - drum habe ich ihre Fresse f├╝r einige Sekunden fritiert - kurz ins ├ľl getunkt. ├ťber Schlappschw├Ąnze wird sie sich nie wieder sorgen, sie wird weder einen harten noch einen weichen zur Gesicht bekommen. Glaubt mir, da vergeht es jetzt jedem der sie anguckt. Vorher hat sie ihre Strafe bekommen. K├╝chenunf├Ąlle sind ja mit die schlimmsten, habt Ihr dies gewusst?┬ź, fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war ausgesprochen zufrieden. Er empfand keinerlei Mitleid f├╝r die Frau, diese hatte schlie├člich auch keines gehabt, als sie Ferrau in einer so sensiblen Sache ├Âffentlich derart blo├čstellte. Ohne Ferrau direkt anzusehen, versuchte er aus dem Rande seines Blickfeldes dessen Reaktion zu erkennen, bevor er selbst etwas sagte.

Ferrau
Der Leibdiener war wei├č wie ein Laken, verkniff sich aber trotzdem die ganze Zeit ein bl├Âdes Grinsen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Tragisch┬ź, sagte Ciel. ┬╗Zum Gl├╝ck waren Sie zur Stelle. Danke, Bellamy, Ihre T├╝chtigkeit kann man nur loben. Ich hoffe, Sie haben noch einen angenehmen Arbeitstag.┬ź

Bellamy Bourgeois
Ja ich konnte sie gerade noch ┬╗retten┬ź. Immer gerne zu Diensten, ich war so frei der Katze auch noch die N├Ągel zu schneiden. Nicht dass sich wer an ihr verletzt, der Heiler oder so. Oh und ich glaube sie hat irgendwelche geistigen St├Ârungen, man sollte auf ihre ├äu├čerungen nichts geben was ihr so passiert sein k├Ânnte... Ich verabschiede mich Eure Hohheit, es war mir eine Freude┬ź, grinste Bellamy und verlie├č nach einer Verbeugungs Ciels R├Ąumlichkeiten.
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Zukunftspl├Ąne

#6

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 26. M├Ąr 2018, 01:09

Zukunftspl├Ąne

Ciel Felicien de Souvagne
Erst jetzt drehte Ciel sich zu Ferrau um. ┬╗Damit solltest du in Zukunft gefeit sein gegen entsprechende Unterstellungen. Nicht, dass derartiges eine Rolle spielen w├╝rde, so lange du dich in meinem Dienst befindest. Aber es gibt schlie├člich auch andere Themen, um jemanden vor aller Augen und Ohren l├Ącherlich zu machen. Ich hoffe, das ist in deinem Interesse.┬ź

Ferrau
Ferrau musterte Ciel mit gro├čen Augen. ┬╗Hat er sie get├Âtet?┬ź, fl├╝sterte er kaum h├Ârbar.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nur frittiert. Vielleicht stirbt sie daran, vielleicht auch nicht, ich werde keinen Tropfen Blut an ihre Heilung vergeuden.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Das wird niemand Herr, sie war eine ├Ąu├čerst gemeine und niedertr├Ąchtige Person. Das womit sie am meisten prahlte ist nun dahin. Vielleicht wird sie leben und lernen was es hei├čt so behandelt zu werden. Ich wei├č nicht was ich sagen soll, dass Ihr das f├╝r mich getan habt. Danke┬ź, sagte Ferrau gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich gab dir mein Wort, dass niemand dich mehr ungestraft schlecht behandeln wird. Sie werden sehr bald lernen, was das nach sich zieht. Es soll dir gut gehen. Es wird dir gut gehen. Aber fortan h├Ârst du mir genau zu und rennst nicht durch die Flure, wenn ich dir auftrug, jemanden zu schicken, der das f├╝r dich tut.┬ź Er blinzelte ihm zu.

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr ich wollte nur alles richtig machen, da war ich schon losgelaufen wisst Ihr?┬ź, entschuldigte sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č, doch Ferrau. Du m├Âchtest es immer perfekt machen und dann steckst du mich in Kleidern in den Zuber oder rennst mit einer gebrochenen Rippe einmal um ganz Souvagne. Entspann dich. Lass dir die Zeit, die n├Âtig ist. Es gen├╝gt, wenn einer von uns beiden Hektik verbreitet.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr aber das war keine Absicht und ich h├Ątte Eure Kleider auch wieder getrocknet, w├Ąre es zum ├äu├čersten gekommen. Ich werde keine Hektik mehr verbreiten und ich danke Euch von ganzem Herzen┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streckte sich und es knisterte in seinem R├╝cken. ┬╗Der Tag ist noch nicht zu Ende und ich bin v├Âllig erledigt. Die Begegnung mit meiner Mutter ist jedes Mal anstrengender als ein buchdicker Papierberg.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr Eure Mutter ist eine sehr liebevolle und warmherzige Person, daran besteht kein Zweifel. Ihr m├╝sst Euch entspannen. Soll ich Euch massieren?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist sie, aber wie soll man in ihrer Gegenwart entspannt bleiben? Ich bin froh, dass Arienne nun bei ihr ist, sonst passiert noch irgendwann etwas. Sie hat die Augen bei den winzigsten Problemchen, wie dem Sparen an teurem Parfum oder den V├Âgeln im Garten, aber vergisst dabei, auf das Wesentliche zu achten. Arienne wird sie vielleicht auf den Boden der Tatsachen zur├╝ckholen, wobei ich mir einen muffligeren und unansehnlicheren Gardisten gew├╝nscht h├Ątte. Eine kurze Massage w├Ąre gut.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau hockte sich hinter Ciel und begann ihn zu massieren um die Verspannungen zu l├Âsen. ┬╗Wieso denn dass Herr? So ein Gardist h├Ątte Eure Mutter nicht lange besch├╝tzt, denn sie w├Ąre sicher ungl├╝cklich mit ihm. Und bedenkt auf einer Feier k├Ânnt ihr diese Schwertmeisterin in ein Kleid stecken und niemand wird ahnen dass sie eine Leibw├Ąchterin ist┬ź, erkl├Ąrte Ferrau freundlich und massierte Ciel zwischen den Schulterbl├Ąttern.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil ich mir w├╝nschte, dass er ihr den Ernst des Lebens nahebringt! Sie wuchs wohlbeh├╝tet auf, mit keinen anderen Sorgen als eben solchen. Auch jetzt als Beifrau des Ducs mangelt es ihr an nichts, sie hat keine Pflichten, aber unwahrscheinlich viel Freizeit - Zeit f├╝r unsinnige Gedanken. Diese Gardistin machte einen passablen Eindruck, doch sie ging sofort auf diese uns├Ąglichen Frauenthemen meiner Mutter ein! Aber ich werde mit meinem Urteil noch abwarten, bis ich sie habe k├Ąmpfen gesehen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Eure Mutter kann sich sehr froh sch├Ątzen, kein Leid und keine Not kennengelernt zu haben. Aber daf├╝r steht der Duc doch ein. Er h├Ąlt seine sch├╝tzende Hand ├╝ber uns. Und ist es nicht ein Segen, dass Eure Mutter dies nie kennenlernen musste? Sie ist eine Frau Herr, Frauen befassen sich doch mit so etwas nicht┬ź, antwortete Ferrau und massierte Ciel die Schultern.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie macht sich l├Ącherlich┬ź, klagte Ciel. ┬╗Ich habe das Gef├╝hl, jeder m├╝sse sie sofort auslachen, sobald sie den Mund aufmacht. Ferrau, ich bin jung, aber ich war an der Front. Nicht in letzter Reihe, sondern mittendrin. Ich hatte einen Besch├╝tzer in Form von Massimo de la Cantillion bei mir, dennoch habe ich den Krieg erlebt mit all seinen Gr├Ąueln. Und ich bin nicht der Einzige hier. Und meine Mutter spricht in solcher Gegenwart von ihrem Vogelhaus!┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Richtig Herr und auch der Palasin wei├č, dass Ihr auf dem Schlachtfeld gestanden habt, neben dem Comte de la Cantillion und anderen tapferen Recken, damit sich die Frauen Zuhause nicht mit den Gr├Ąul, sondern den Vogelh├Ąusern besch├Ąftigen k├Ânnen. Stellt Euch vor, das Grauen w├Ąre bis zu uns allen gekommen. Eure Mutter h├Ątte gesehen wie andere gute, liebe Leute erschlagen und gesch├Ąndet wurden von den schrecklichen Fremdlingen┬ź, fl├╝sterte Ferrau. ┬╗Nicht auszudenken oder? W├╝rdet Ihr dies wollen? Glaubt Ihr die anderen Frauen besch├Ąftigen sich mit anderen Dingen? Ich glaube sie besch├Ąftigen sich nur mit sch├Ânen Dingen┬ź, dachte Ferrau laut nach und massierte Ciel den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss die Augen, um die Kopfmassage besser genie├čen zu k├Ânnen. ┬╗Ich w├╝nschte mir einfach, meine Mutter w├Ąre ... gebildeter. Die Duchesse ist gebildet, eine kluge Frau, mit der man sich in der ├ľffentlichkeit blicken lassen kann. Die Mutter von Dreaux und Gregoire. Nicht umsonst ist sie die Duchesse und meine Mutter nur Beifrau. Ich beneide meine Br├╝der. Ich hoffe, Olivie oder wen auch immer ich dereinst heiraten muss, hat mehr Verstand.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Olivie ist gebildet da sie die Tochter des Duc ist Herr. Ihr werdet sie heiraten? Ist dies sicher? Das w├╝rde mich sehr freuen, f├╝r Euch und auch f├╝r mich, was ich dann alles organisieren k├Ânnte und d├╝rfte. F├╝hlt Ihr Euch zu Olivie hingezogen?┬ź, fragte Ferrau und massierte fester damit Ciel es mehr genie├čen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein┬ź, sagte Ciel. ┬╗Meine ├ťberlegungen sind taktischer Natur. Meine Br├╝der und ich vermuteten, Vater m├Âchte sie an den Zwergen vergeben, an K├Ânig Dunkelerz. Das kann ich nicht zulassen, Ferrau. Nicht meine kleine Schwester. Zudem werden wir beide, du und ich, umziehen, in die Hohe Mark. Alle anderen bleiben hier zur├╝ck. Vater, so er denn heimkehrt, Dreaux, Gregoire, Khawa, Jules ... Nathan. Ich m├Âchte Olivie bei mir behalten, Ferrau. Ich m├Âchte nicht auch sie verlieren. Und sie ist doch ein sch├Ânes und umg├Ąngliches M├Ądchen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗An den Zwerg? Das kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn Ihr es sagt, werdet Ihr Recht behalten. In die Hohe Mark Herr? Vielleicht solltet Ihr warten bis Euer Vater zur├╝ckkommt. Nicht mit der Hochzeit mit dem Umzug. Sonst bittet ein Himmelsauge. Ich hoffe dass er bald zur├╝ck ist oder Dreux Euch alles weitere mitteilt. Wann wollt Ihr denn umziehen? Und sollt Ihr umziehen? Dass m├╝sst Ihr kl├Ąren. Ja Olivie ist nicht nur sch├Ân, sie ist auch freundlich und umg├Ąnglich. Ich kann mir gar nicht vorstellen, was sie bei den Zwergen sollte. Das ist nicht Recht Herr. Wie steht es mit Euren Br├╝dern? Haben diese auch Heiratsw├╝nsche? Diese w├Ąren nun leichter zu erf├╝llen, da Euer Vater nicht anwesend ist. Wobei ich glaube nach allem was dort geschah, wird Euer Vater froh sein Euch in die Arme zu schlie├čen. Gleichg├╝ltig wen und ob Ihr heiratet┬ź, sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich warte auf die R├╝ckkehr von Vater, aber ich bereite dennoch schon alles f├╝r den Umzug vor, damit es dann schnell gehen kann. Ich muss mir selbst ein Bild ├╝ber die Lage vor Ort machen, man kann kein Land aus der Distanz wieder aufbauen. Die Meldeketten sind zu lang, alles w├╝rde unn├Âtig kompliziert. Die Hohe Mark, Neu-Souvagne, ist meine Scholle, Ferrau und auf diese geh├Âre ich. Ich nehme diese Aufgabe, die Vater mir anvertraut hat, sehr ernst - dieses Geschenk. Es ist eine gro├če Ehre und Zeichen seiner Liebe und seines Vertrauens in mich. Was meine Br├╝der betrifft ... nun, wir besprachen dies unter sechs Augen, keiner unser Leibdiener war anwesend. Darum wei├č ich nicht, ob sie w├╝nschen, dass ich ihre Vorstellungen weitertrage. Warum fragst du?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Einfach aus Freude heraus Herr, vielleicht k├Ânnte ich dann mit den anderen Dienern gemeinsam etwas planen. Sorgt Euch nicht, ich freue mich nur f├╝r Euch. Ja dies ist eine wahrlich gro├če Ehre. Es ist ein beispielloses Zeichen seiner Liebe zu Euch Herr. Ihr habt Recht, dar├╝ber habe ich gar nicht nachgedacht. Ihr m├╝sst alles kontrollieren. Und jeder wohnt auf seiner Scholle nicht wahr? Das ist doch so. Nun mit sowas habe ich sonst nichts zu tun, verzeiht meine Unwissenheit. Aber bereits alles vorzubereiten ist von Euch eine sehr gute Idee. Ich werde alle Eure Besitzt├╝mer auflisten┬ź, sagte Ferrau und massierte Ciel den Nacken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sollte es offizielle Pl├Ąne von Seiten meiner Br├╝der geben, wirst du davon vermutlich eher erfahren als ich┬ź, erwiderte Ciel schmunzelnd. ┬╗Meine Mutter wird auch hier bleiben, bei ihrem Mann ... wir werden dort nahezu auf uns allein gestellt sein, was Vertraute anbelangt. Es wird ein hartes St├╝ck arbeit, sich einen neuen Kern zuverl├Ąssiger Leute aufzubauen. Aber wir haben ja uns. Das macht es etwas leichter. Wirst du jemanden vermissen? Deine Familie?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ich habe nur meine Eltern Herr und oft sehe ich sie nicht. Ansonsten habe ich so gesehen nur Gru├čkontakte wie man sagt, Hallo und Tsch├╝ss und was man so kurz erz├Ąhlt. Nun dann ist es ein kompletter Neuanfang, dass kann sehr viel Gutes bedeuten, es ist alles ohne Vorbelastung, findet Ihr nicht? Werdet Ihr auch Adel mitnehmen?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin im Allgemeinen kein Freund von Neuanf├Ąngen. Vielleicht hast du das schon gemerkt. Ich behalte lieber, was mir wichtig ist. Doch ein ganzes Land aufzubauen, neu durchzuorganisieren - war schon immer ein Wunsch von mir. Ich dachte damals an Rakshanistan, es zu befrieden und eine Wirtschaft aufzubauen. Nun ist es ein Teil Almaniens geworden. Darauf freue ich mich. Das wird richtig gut werden. Aber ein paar vertraute Gesichter an wichtigen Positionen w├Ąren nicht schlecht. Die Schollen werden v├Âllig neu zugewiesen, der altsouvagnische Adel bleibt hier.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Dann wird der Duc Euch neuen Adel zuweisen Herr, dass muss er tun und dass wird er auch. Euer Bruder wird sich seine Gedanken darum machen und Euch nicht ohne Adel in die Hohe Mark schicken. Und nicht ohne Schutz┬ź, versicherte Ferrau und ordnete die Haare von Ciel wieder.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vielleicht wird ja der eine oder andere dabei sein, den man kennt. Wenigstens ein Himmelsauge wird er mir wohl abtreten, damit wir unkompliziert und ohne Zeitverlust wichtige Nachrichten austauschen k├Ânnen. M├Âchtest du deine Eltern mitnehmen?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Das w├Ąre sehr sch├Ân Herr, dass w├╝rde mich sehr freuen┬ź, freute sich Ferrau und goss ihnen beiden Kaffee ein. Nat├╝rlich reichte er Ciel zuerst seinen Becher. ┬╗Hier bittesch├Ân┬ź, sagte er gut gelaunt und dr├╝ckte Ciel den Becher in die Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann werden sie mitkommen. Sonst gibt es niemanden, den du gern dabei haben m├Âchtest?┬ź Er nahm die Tasse entgegen und trank einen Schluck. ┬╗Danke.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau sch├╝ttelte den Kopf, ┬╗nein niemanden Herr. Wie gesagt, nur meine Eltern dass w├Ąre sehr sch├Ân. Alles weitere werden wir in Neu Souvagne finden und Ihr werdet Olivie mitnehmen┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das hoffe ich.┬ź Ciel runzelte besorgt die Stirn. ┬╗Apropos ... war das Ereignis mit Madame Gaillou ein einmaliges Problem?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Darauf k├Ânnt Ihr Gift nehmen, meint Ihr ich zeige ihr mehrfach wie... unf├Ąhig ich ihr gegen├╝ber war? Diese Gewitterziege hatte mich verh├Âhnt und verspottet und da war nichts mehr zu machen und dann verspottete sie mich noch vor anderen. Verzeiht meine Wortwahl, aber so ist es doch. Wenn ich Euch verspotten w├╝rde weil Ihr etwas nicht sofort hinbekommt, werdet Ihr nicht besser. Nicht dass ich Euch je verspotten w├╝rde Herr. Das war nur ein Bespiel und manche Leute sind was langsamer, so ist das nunmal. Aber ich habe es nur einmal mit ihr erleben m├╝ssen. Das reicht, glaubt mir┬ź, sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte ruhig zu. ┬╗Das meinte ich nicht. Du gabst mir ja bereits zu verstehen, dass dieses Ereignis dich kuriert h├Ątte. Meine Frage bezog sich darauf, ob dein K├Ârper dir auch ansonsten manchmal dahingehend den Dienst verweigert - oder ob es den Umst├Ąnden geschuldet war. Du wirst dieser Frage nicht ausweichen, sondern sie mir ehrlich beantworten.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja ich antworte Euch, nein dass tat er nicht. Sie hat daf├╝r gesorgt, mit ihren Worten. Damit hat sie alles zerst├Ârt. Allein funktioniert alles ganz prima Herr. Das klingt jetzt pervers┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, es klingt es nicht pervers. Es ist eine faktische Information, die mich zufriedenstellt. W├Ąre die Antwort gegenteilig ausgefallen, h├Ątte ich dich erneut zu Benito geschickt und einige Dinge umplanen m├╝ssen. Aber auch das w├Ąre kein Beinbruch gewesen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Glaubt mir bitte, es ist alles gut. Nur dieses Raziermessermaul von dieser Frau k├Ânnte selbst Vulkane abk├╝hlen. Man muss niemanden besch├Ąmen, wenn man nicht m├Âchte, oder nicht mehr mag. Sogar wenn jemand nicht mehr mag und man hat angefangen, dann darf man das sagen. Aber man soll nicht geh├Ąssig werden. Das ist ein heikles Thema. Und ich finde niemand hat das Recht so mit anderen umzugehen. Ich muss nicht zu Benito, er kann da nichts machen, au├čer vielleicht einen Mund zun├Ąhen┬ź, schmunzelte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das freut mich zu h├Âren.┬ź Ciel l├Ąchelte ein wenig. ┬╗Du hast Recht, niemand darf so mit dir umgehen. Sie hat ihre Strafe bekommen. Wie geht es deinen Eltern? Wie alt sind sie jetzt?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Meine Eltern sind schon etwas ├Ąlter Herr. Meine Mutter Claudette ist 56 Jahre alt und mein Vater Lothair ist 61 Jahre alt. Beide sind selbst wie ich hier am Hof geboren und hier aufgewachsen. Das ist schon eine lange Tradition bei uns. Wir Du Trieux sind schon lange Teil der Hofk├╝che wisst Ihr? Schon einige Generationen┬ź, sagte Ferrau stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte anerkennend. ┬╗Und sie sind beide gesund und munter?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr und ehrliche wie auch flie├čige Leute. Es hat nie Beschwerden gegeben, Ihr k├Ânnt Euch gerne erkundigen. Ihr werdet keinen ├ärger mit ihnen haben, dass verspreche ich Euch. Ihr solltet Euch auch nach einem guten Koch f├╝r Euch umsehen Herr, wir wissen nicht, was es in der Hohen Mark zu essen gab. Welche Speisen dort bevorzugt wurden. Ihr m├╝sst diesen Menschen all dies beibringen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh ja, ein guter Koch w├Ąre wichtig ... kennst du jemanden aus der K├╝che, der geeignet w├Ąre?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein Herr, daf├╝r bin ich schon zu lange raus, aber ich werde mich f├╝r Euch bei meinen Eltern erkundigen, die wissen bestimmt wen. Da macht Euch mal keine Sorgen, zur Not bekoche ich Euch┬ź, lachte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast noch eine Weile Schonzeit┬ź, erwiderte Ciel streng. ┬╗Schlimm genug, dass du vorhin durch das Schloss gerannt bist. Was macht deine Rippe?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Sie f├╝hlt sich schon richtig gut an┬ź, log Ferrau tapfer und grinste zur Unterst├╝tzung.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hattest du sie noch einmal Benito gezeigt, nachdem ich dich behandelt hatte? Du hast mir nichts dahingehendes berichtet.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr bitte, schickt mich nicht wieder zu Benito, der untersucht einen von Kopf bis Fu├č und ist erst froh, wenn er was entdeckt hat. Dieser Mann ist s├╝chtig danach Krankheiten zu finden. Und er schaut einen immer an, dass einem ganz komisch wird┬ź, fehlte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das war an jenem Tage kein Vorschlag gewesen! Du wirst den Besuch heute nachholen und Benito deine Rippe vorstellen. Ich bin recht sicher, dass es mir nicht gelungen ist, den Bruch zu verschlie├čen, sondern nur die Entz├╝ndung herauszunehmen. Du bist schlie├člich nicht der erste Verletzte, den ich behandle. Deine Gesundheit ist kein Spa├č, Ferrau! Ich erwarte, dass du dich gut um deinen K├Ârper k├╝mmerst und damit meine ich nicht nur die K├Ârperpflege!┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr, ich k├╝mmere mich, damit ich mich um Euch k├╝mmern kann. Ich war ein bisschen durcheinander wisst Ihr? Ich hole es nachher sofort nach, wenn Ihr Euren Mittagsschlaf macht┬ź, versprach Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du bist ziemlich oft durcheinander, wie mir scheint. Was ist los mit dir?┬ź Ciel betrachtete ihn besorgt.

Ferrau Du Trieux
┬╗Es ist nur die Angst, sorgt Euch nicht. Etwas wissen und es tief im Herzen begreifen ist zweierlei. Ich wei├č, dass Ihr mich nicht wegwerft. Trotzdem muss es erst ankommen. Und manchmal handele ich dann total schnell, nur damit Ihr zufrieden seid. Ihr habt aber noch gar nichts gesagt. Es wird sich bald legen Herr. Es ist so wie in der Fremde nicht schlafen k├Ânnen die ersten N├Ąchte. Dann liegt man wach und wundert sich. Und irgendwann ist es Euer Bett und normal. So ist es hier auch. Ihr seid mein Herr und dies ist mein Platz und ich muss es noch begreifen. Das wird schon bald so sein, ich bin halt etwas langsam. Ich ben├Âtige einige Tage f├╝r sowas. Anderen macht das gar nichts aus. Ich bin ein Gewohnheitsmensch, ich mag Dinge wie sie sind. Aber ich freue mich auf die Ver├Ąnderung mit Euch, da wir dort alles so aufbauen wie Ihr es w├╝nscht. Und dann bleibt es so┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte ihm sanft die Schulter. ┬╗Wir beide m├╝ssen noch ankommen. So etwas braucht seine Zeit. Wir machen uns in Neu-Souvagne ein sch├Ânes Leben, uns und den Menschen da. Ich bin neugierig und freue mich darauf, denn ich war noch nie dort. Ich reise gern. Zumindest dann, wenn ich vertraute Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann. Das wird mit am meisten fehlen. Aber auch das schaffen wir.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nat├╝rlich Herr, wir schaffen es. Reisen wir mit Eurer Kutsche? Euer Bruder hatte sich in Eurer Kutsche, ich mag es kaum aussprechen, in den Boden verzogen. Ich dachte jetzt geht es los, da bin ich lieber weggelaufen. Verzeiht, aber auf solche Ideen kann nur Euer Bruder kommen┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, mit dieser Kutsche reisen wir. Du bist also wirklich weggelaufen in Ehveros! Und ich habe dich noch in Schutz genommen und behauptet, du seist bestimmt schon das Zimmer vorbereiten. Dreaux w├Ąre die ganze Nacht dort drin geblieben! Aber wer will es dir ver├╝beln. Ich bin ├╝brigens deinem Wunsch nachgekommen und habe mit ihm gesprochen. Es ist, wie ich vermutete - er sch├Ąmt sich zutiefst f├╝r das, was er dir antat.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nun Herr ich dachte wenn ich ihn da raussch├Ąle, wird er mich windelweich schlagen. Wozu er da ├╝berhaupt hineinkroch und dann wimmerte, wei├č ich nicht. Das wei├č er sicher selbst nicht. Nun ich sch├Ąme mich auch, dass ich fortgelaufen bin aus Angst. Darf ich mit ihm reden?┬ź, fragte Ferrau hoffnungsvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sicher. W├╝nschst du, dass ich ihn herbestelle?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr? Den Duc herbestellen? Dann l├Ąsst er mich auspeitschen, da er nicht mein Diener ist. Ich, also nein, wir k├Ânnen doch nicht┬ź, keuchte Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste die Kaffeetasse abstellen, weil er lachen musste. ┬╗Verzeihung, auch ich habe noch nicht alles realisiert ... nein, wir gehen nat├╝rlich zu ihm. M├Âchtest du jetzt gleich mit ihm sprechen?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Dann k├Ânnte ich nach dem Auspeitschen direkt zu Benito gehen, was meint Ihr? H├Ątte er mehr zu gucken. Ja lasst uns zu Eurem Bruder gehen Herr┬ź, freute sich Ferrau und grinste ebenfalls.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nach dem Auspeitschen w├Ąrst du nicht zu Benito, sondern zu mir gekommen - und erst danach zu Benito gegangen. Offene Wunden sind mein Spezialgebiet als Blutnekromant, nur mit geschlossenen Wunden ist es schwieriger und Krankheiten vermag ich ├╝berhaupt nicht zu kurieren. Komm, gehen wir.┬ź Er stand auf und sie begaben sich zum Thronsaal, wo sie bei den Gardisten um eine Audienz bei Dreaux baten.
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Die Vers├Âhnung von Dreaux und Ferrau

#7

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 30. M├Ąr 2018, 10:59

Die Vers├Âhnung von Dreaux und Ferrau

Ferrau Du Trieux
Der Gardist verbeugte sich vor Ciel, verschwand kurz im Thronsaal und kam kurzerhand zur├╝ck. ┬╗Hoheit Euer Bruder erwartet Euch in seine Amtsstube┬ź, erkl├Ąrte der Gardist respektvoll. ┬╗Bitte geht direkt durch┬ź, erkl├Ąrte der Mann und hielt ihm die T├╝r auf.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging wie aufgefordert zu Dreaux und verneigte sich vor ihm. ┬╗Majest├Ąt, mein Leibdiener bittet um ein Gespr├Ąch mit Euch.┬ź

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux sa├č in seinem gro├čen Sessel und a├č gerade ein Brot. Er machte eine einladende Geste auf die freien St├╝hle, schluckte den gro├čen Bissen herunter und l├Ąchelte freundlich. ┬╗Daf├╝r stirbst Du...┬ź, s├Ąuselte er kaum h├Ârbar, w├Ąhrend Ferrau nicht nur blass sondern fast durchsichtig wurde.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich und bedeutete Ferrau ebenfalls, sich dazuzusetzen, auch wenn Dreaux sie beide dazu aufgefordert hatte. Er setzte sich jedoch selbst so, dass Ferrau jenen Stuhl bekam, der weiter von dem Brot schmausenden Duc entfernt war, damit er sich sicherer f├╝hlte. Er blinzelte Ferrau zu, zum Zeichen, dass Dreaux mit gro├čer Wahrscheinlichkeit lediglich seinen grauenhaften Humor bem├╝hte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau warf einen dankbaren Seitenblick auf Ciel, w├Ąhrend Dreux sein Brot weglegte. ┬╗Der Spruch galt meinem Bruder, da er wei├č was ich angerichtet habe. Aber Du hast keinen Grund mehr mich zu f├╝rchten Ferrau. Was ich getan habe, h├Ątte ich nicht tun d├╝rfen. Es gibt keine Entschuldigung f├╝r mein ungerechtes und unfaires Verhalten Dir gegen├╝ber. Ich muss in meinem Amt niemandem Rechenschaft ablegen. Aber das Amt hat Dich nicht geschlagen, sondern ich. Also sollte ich mich auch nicht dahinter verstecken. Auch wenn der Grund warum ich es tat, nichts besser macht - ich habe meinen Unmut, meine Angst, einfach alles an Dir ausgelassen. Warum? Weil ich es konnte. Du hast nichts damit zu tun gehabt. Es h├Ątte jeden treffen k├Ânnen. Es hat Dich getroffen, weil ich in meiner grenzenlosen Wut und Hilflosigkeit einfach Dich als Ventil daf├╝r benutzt habe. Das sollte niemals geschehen, es h├Ątte nie geschehen d├╝rfen und ich bereue es zutiefst. Ich entschuldige mich in aller Form bei Dir und zwar als Dreux und nicht als Duc oder sonstwer. Es tut mir leid Ferrau, Frieden. Ich werde es wieder gut machen. Versprochen┬ź, erkl├Ąrte Dreux leise und reichte Ferrau die Hand. Ferrau nahm mit zittrigen Fingern die Hand von Dreux entgegen und sch├╝ttelte sie. ┬╗Ich habe das verstanden Herr. Ich wei├č wie Ihr gef├╝hlt habt, Ihr h├Ąttet einfach mit mir reden k├Ânnen. Aber vielleicht konntet Ihr nicht reden. Ich Danke Euch f├╝r die Entschuldigung und ich m├Âchte auch Frieden mit Euch┬ź, antwortete Ferrau leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, dass die beiden so verblieben. Freunde w├╝rden sie vermutlich niemals werden, doch das war auch nicht erforderlich. Es gen├╝gte vollauf, wenn sie nicht in Hass aufeinander lebten, denn das k├Ânnte f├╝r Ferrau ein b├Âses Ende nehmen.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux musterte seinen Bruder und schmunzelte ihn an. ┬╗Ich habe das gerade nur als bl├Âden Scherz gesagt, da Du mir damit die Armbrust auf die Brust gesetzt hast. Auf der anderen Seite hattest Du v├Âllig Recht. Irgendwann muss man einmal eine Entscheidung treffen, oder die Entschuldigung aussprechen. Sich davor zu dr├╝cken w├Ąre mehr als feige. Zum Zuschlagen war ich auch nicht zu feige und wie ich sagte, ich habe mich daf├╝r gesch├Ąmt. Was Du nicht wissen kannst, ich aber meinen Br├╝dern offenbarte war Ferrau, dass ich wei├č, dass Du wegen mir geweint hast. Du hast dr├╝ben in Deiner Kammer gelegen und wegen mir und meiner Art geweint und ich lag nur ein Zimmer weiter und heulte wegen meinem Schei├č. Wir h├Ątten uns zusammentun sollen, anstatt dass ich Dich nicht nur von mir gesto├čen habe, sondern noch geschlagen habe. Ich h├Ątte es zulassen m├╝ssen, Du hast alles getan. An Dir lag es nicht und Du wirst meinem Bruder ein guter Diener sein. Und ich... nunja ich werde Nathan ein guter Herr sein. Man erwartet von mir zu Recht, dass ich mich wenigstens in meiner Wut beherrschen kann nicht wahr? Ich kam mir sch├Ąbig vor und das war ich auch zu Dir. Verzeih. Das m├Âchte ich noch anmerken┬ź, gestand Dreux den beiden zu.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schwieg, die Konversation war vor allem von Dreaux f├╝r Ferrau bestimmt. Aber er war da und sicher war das f├╝r Ferrau angenehmer, als seinem einstigen Peiniger allein gegen├╝berzutreten. Es waren mehr als nur ein paar Ohrfeigen oder Kopfn├╝sse gewesen und Ciel fragte sich, ob Dreaux Ferrau nicht wirklich irgendwan zu Tode gepr├╝gelt h├Ątte, w├Ąre nichts dazwischen gekommen. Das, was dazwischen gekommen war, war Nathan - er hatte, ohne es zu wissen und zu beabsichtigen, Ferrau das Leben gerettet. Ciel blinzelte. Er musste sich zusammennehmen. Ferrau war in Sicherheit, das war nun das Wichtigste. Und er w├╝rde nicht mehr allein in seiner Kammer liegen und weinen.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux stand auf, ging einmal um den Schreibtisch herum und nahm seinen Bruder in den Arm. ┬╗Du musst nicht weinen oder traurig sein. Er wird es bei mir gut haben, er stand mir bei. Ich hatte es mir ganz anders vorgestellt dort zu sitzen, ich habe mich davor gef├╝rchtet. So als w├╝rde ich zu Domi geschickt werden. Als w├╝rde mit dem Umlegen des Mantels, dass Fallbeil fallen und ich w├Ąre nicht mehr. ├ťbrig bliebe... was auch immer der Mantel von mir ├╝brig lie├č. Schau so, bewege Dich, denke so, spreche so, Wir... ich... ist tot. Wir... das Volk, das Kollektiv? Meine Gedanken irgendwo verschwunden unter tausenden Traditionen und Zw├Ąngen von denen wie man korrekt sitzt, nickt, gr├╝├čt, huldigt, beipflichtet oder auch nur eingekleidet wird. Letztendlich war es die Angst sich selbst zu verlieren. Verr├╝ckt zu werden. Wei├čt Du,wenn man sich bewusst einteilt in die Privatperson und die Amtsperson, hat das schon etwas sehr Be├Ąngstigendes. Ich habe mich immer gefragt, ob sich die Amtsperson in einem verselbst├Ąndigen kann, so wie die Verr├╝ckten die mehrere Seelen in sich tragen. Und dann sagte Vater einst, dass man mit Umlegen des Mantel die Amtsperson wird - im ├╝bertragenen Sinne. Dann habe ich mir schon eingebildet, ob der Mantel schuld ist, oder man selbst? Das er irgendwas in sich wohnen hat, eine Magie, die von Person zu Person wie ein Parasit weitergegeben wird in der Seele. Aber als ich dort sa├č, war ich immer noch ich. Nur mit tausenden Verhaltensregeln, aber ich war ich. Und ich war es auch, dank Nathan einen Schritt hinter mir, der mich diesen ganzen Sumpf vergessen lie├č┬ź, erkl├Ąrte Dreux.
Dreux strich seinem Bruder ├╝ber den Kopf. ┬╗Den Sumpf meiner Angst, nicht das Amt. Die Angst war eigentlich das was mir wieder Angst machte. Und als ich da sa├č, war sie verschwunden und seine Anwesenheit gab mir St├Ąrke. Er hat einfach Angst und sch├Ąmt sich nicht. Ich hatte sie und habe sie hinter allem versteckt. Aggression, Arroganz, Widerborstigkeit - anstatt einmal zu sagen, Vater das alles macht mir Angst. Die ganze Verantwortung, bitte ├Ąndere die Tradition und lerne mich an. So wie ich es mir selbst f├╝r meinen Sohn w├╝nsche. Gib mir die Krone mit warmen, lebenden H├Ąnden und gib sie mir in kleinen Etappen. Lass und eine zeitlang im ├ťbergang gemeinsam regieren. H├Ątte ich das nicht einfach sagen k├Ânnen? Jetzt sage ich es doch auch. Und wenn Vater zur├╝ckkommt, werde ich es ihm ebenfalls sagen. Dazu muss man nur einmal zu seiner Schw├Ąche stehen. Mehr nicht. Das Lehrgeld daf├╝r musste Ferrau bezahlen Ciel und das werde ich nicht hinnehmen. Ich danke Dir f├╝r Nathan und f├╝r Deinen Beistand und daf├╝r, dass wir uns als Freunde gefunden haben. F├╝r alles Ciel┬ź, sagte Dreux und dr├╝ckte ihn fest an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja. So ist Nathan. Genau das ist er┬ź, sagte Ciel ungl├╝cklich und umarmte seinen Bruder. ┬╗Vielleicht w├Ąre dass Du wirklich zerdr├╝ckt worden unter diesem Mantel und vielleicht lebt darin wirklich etwas. Es ist ... Nathan ist eine Art g├Âttlicher Gl├╝cksbringer. Er macht alles gut, was vorher schlecht war. Und er ist ein Indikator. Du erkennst an ihm Menschen, in denen B├Âses schlummert. Nathan ist v├Âllig wehrlos und gutgl├Ąubig. Und er zieht b├Âse Menschen an, l├Ądt sie regelrecht dazu ein, ihn fertig zu machen. Jene, die genau das tun - h├╝te dich vor ihnen. Traue ihnen nicht. Nathan wurde uns geschickt, damit er uns Gutes tut, er ist eine Art Schutzgeist f├╝r uns, f├╝r Souvagne. Er ist kein Mensch, Dreaux. Er tr├Ągt nur ein Menschengewandt. Wer ihn schl├Ągt, schl├Ągt den Boten Ainuwars. Spuckt auf ihn. Gottlose Menschen.┬ź

Dreaux Gifford de Souvagne
┬╗Ich wei├č es nicht Ciel, Vater trug den Mantel und ist er dann anders? Er wirkt immer irgendwie stark. Wobei er sicher auch Selbstzweifel hat. Ich werde gut auf Nathan acht geben, ich schw├Âre es Dir. Was ist der Mensch ohne Glauben oder ohne Verstand? Das fragte Vater mal, er w├Ąre nichts. Daher werde ich Deine Worte beherzigen und mich auf seine Weisung verlassen. Hast Du mit Maurice allein gesprochen?┬ź, fragte Dreux und hielt beiden den Teller mit Broten hin falls sie sich bedienen wollten. Ferrau nahm sich eines der H├Âflichkeit halber und a├č es langsam.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, hatte ich. Es war ... schwere Kost f├╝r mich. Aber auch interessant. Ich habe die Welt eine zeitlang durch Nathans Augen gesehen, mit seinem Herzen gef├╝hlt, seine Sorgen gesp├╝rt. Ich muss gestehen, dass ich nicht alles ertragen konnte. Ich musste abbrechen.┬ź

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte. ┬╗Er hat ein anderes Empfinden als Du, aber er wollte Dir nie wehtun, ich hoffe das hast Du gelesen. Und es lag nie Betrugsabsicht in seiner Handlung. Wir beide haben dar├╝ber geredet. Schon komisch nicht wahr? Du vers├Âhnst mich mit Ferrau und ich Dich hoffentlich mit Nathan. Ist es so wie ich denke? Liebt er? Er selbst ist nur verwirrt, er versteht es nicht. Ich vermutete dass er liebt. Zumindest verliebt ist. W├╝rdest Du mir das bitte sagen? Damit ich entsprechend reagieren kann?┬ź, bat Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, tut er, er liebt. Aber er wei├č es nicht, kann dem keinen Namen geben. Er ist nie aufgekl├Ąrt worden, Dreaux. Das alles verwirrt und ├╝berfordert ihn. Ich glaube nicht, dass diese Art der Liebe gut f├╝r ihn ist. Er ist kein fleischliches Wesen, nicht im Innersten! Ich habe Angst, dass ihn diese aufsteigende Triebigkeit verdirbt, verroht, abstumpft. Fabien ist anders als er, Nathan verrent sich da in etwas, seine Gef├╝hle werden nicht auf diese Weise erwidert. Fabien ist nicht auf ihn allein fixiert, er f├Ąhrt zweigleisig. Nathan ist f├╝r ihn nicht das, was er f├╝r Nathan ist. Nathan ist nur zweite Geige, vielleicht weniger. Ich denke, Fabien nutzt ihn aus. Auf jeden Fall aber verdirbt er ihn auf diese Weise.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux dachte ├╝ber Ciels Worte gr├╝ndlich nach. ┬╗Nun so wie Nathan ├╝ber sie beide sprach, klang er zwar durchaus verwirrt und wusste seine Gef├╝hle nicht einzuordnen, aber er klang mir auch sehr liebevoll und Fabien zugetan. Er klang mir nicht so, als w├Ąre er v├Âllig abgedriftet und h├Ątte nun nur noch Sex im Kopf. Gut, auf der anderen Seite w├╝rde er mir dies eventuell nicht erz├Ąhlen. Die L├Âsung w├Ąre, wir w├╝rden Fabien dazu h├Âren - oder auslesen lassen. Dazu m├╝sste er aber gemeinsam mit Vater wohlbehalten zur├╝ckkommen. Es sei denn, ein Geistmagier liest ihn aus, w├Ąhrend er schl├Ąft. Sowas k├Ânnen Himmelsaugen, so kommen sie auch an einige Informationen und so suchen sie auch Straft├Ąter. Legt sich einer dieser Schufte hier schlafen, suchen sie ihn im Nexus und schauen sich an, was seine Erinnerungen als letztes zeigen. Und so findet man Personen. Heftig oder? Und so k├Ânnte man auch sehen, was Fabien so denkt. Falls es Dich pers├Ânlich interessiert. Mich mittlerweile schon┬ź, gestand Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es interessiert mich schon, nat├╝rlich. Auf der anderen Seite ist es einfach auch verletzend und ich frage mich, ob es nicht besser w├Ąre, es einfach dabei bewenden zu lassen und einen Schlussstrich zu ziehen. Von der Sache her geht mich das alles nichts mehr an. Nathan hat seine Wahl getroffen und er hat die passende Antwort erhalten. Wir sind quitt. Aber wenn es dich interessiert ... nun, dann w├╝rde ich nat├╝rlich nicht unwissend bleiben wollen. Die Uhrzeit passt doch, Maurice k├Ânnte mal nachschauen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux nickte zustimmend. ┬╗Dann rufen wir den guten Maurice doch her┬ź, grinste Dreux. Er l├Ąutete kurz nach einem Diener. Als der Mann erschien trug er ihm auf, umgehend Maurice de la Cantillion in die Amtsstube zu schicken. Der Diener verbeugte sich respektvoll und eilte von dannen und kam sogleich mit Maurice de la Cantillion im Schlepptau zur├╝ck.

Maurice
┬╗Ihr habt nach mir schicken lassen Eure Majest├Ąt?┬ź, sagte der Comte h├Âflich und verneigte sich vor seinem Duc wie es sich geh├Ârte.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Dies ist korrekt. Wir ben├Âtigen Eure F├Ąhigkeiten Comte. Wir w├╝nschen, dass Ihr den schlafenden Geist von Fabien Lacomb, dem Leibdiener unseres Vaters, auslest. Wir w├╝nschen zu erfahren, wie er ├╝ber Nathan, unseren Leibdiener, denkt┬ź, erkl├Ąrte Dreux freundlich.

Maurice
Der Comte warf Ciel einen kurzen Blick zu und verneigte sich erneut. ┬╗Wie Ihr w├╝nscht Eure Majest├Ąt. Wir werden Euch die gew├╝nschte Information beschaffen┬ź, erkl├Ąrte Maurice und hockte sich im Schneidersitz auf den Boden. Als er richtig sa├č, lie├č er sich in den Nexus fallen und suchte den Geist von Fabien. Da er diesen noch nie ausgelesen hatte und dem Mann auch noch nie eine Botschaft ├╝bermitteln musste, suchte er schlichtweg den Geist den er kannte und zwar den von Maximilien. Denn eines wusste Maurice, Fabien war stets nur einige Schritte von seinem Herrn entfernt - im Idealfall. Heute war so ein Tag und Maurice fand die Seele von Fabien in direkter N├Ąhe zu der von Maximilien Rivenet de Souvagne. Er tastete sich vorsichtig an.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schmunzelte seinen Bruder an und wartete ab, mit welchen Informationen Maurice gleich aufwarten konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gesicht blieb hart und ausdruckslos, um seine Anspannung zu verbergen. Dass diese gegeben war, konnten die Anwesenden sich denken, doch insbesondere vor Maurice wollte er sich keine Bl├Â├če geben.

Maurice
Der Geistmagier stellte fest, dass Fabien immer noch wach war. Die Verhandlungen waren wohl noch im Gange, oder sie waren gerade dabei sich zu Bett zu begeben, denn Maurice sp├╝rte die unendliche M├╝digkeit des Mannes. M├╝de traft es nicht richtig, er war ersch├Âpft. Fabien wollte nur noch auf das Quartier, seinen Herrn bettfertig machen und sich dann selbst schlafen legen. Der Zustand kam Maurice zu Gute, so musste er sich nicht durch einen argw├Âhnischen, hellwachen Geist k├Ąmpfen, der sich urpl├Âtzlich ├╝ber jeden noch so kleinen Fremdgedanken wunderte. Er wollte und durfte keine Gewalt anwenden, denn sein Gastgeber sollte seine Anwesenheit nicht erfahren. Maurice stahl sich durch die Gedanken von Fabien und las was er lesen wollte. Die Hauptgedanken die den Geist von Lacomb ├╝berschatteten waren M├╝digkeit, Ersch├Âpfung und Hunger. Aber die tieferen Gef├╝hle die er in dem Zustand nicht mehr bewusst an sich heranlie├č, waren Sorge um da Wohlergehen seines geliebten Herrn, ebenso Sorge dar├╝ber ob Nathan sicher nach Hause gekommen war. Dort hakte Maurice ein. Er folgte er Spur tiefer in den Geist hinein. Freude, Sehnen, Vermissen, das Gesicht von Nathan, Nathans Stimme, dessen Geruch, dessen Gef├╝hl unter den Fingerspitzen und an noch ganz anderen K├Ârperteilen. Nathans Naivit├Ąt. Angst um dessen Wohlergehen. Sehnen - danach zwei M├Ąnner besitzen zu d├╝rfen, die beide niemals seine werden w├╝rden. Tatsache oder Angst? Vermutung... Freude ├╝ber jeden Moment mit einem der beiden.... Liebe... er liebte sie beide... jeden f├╝r das was er war. Nur was er in dieser Konstellation war, dass wusste Fabien selbst nicht. Maurice trennte sich vorsichtig von dem Mann und fand zur├╝ck in die Wirklichkeit.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux wartete gespannt ab, bis sich Maurice wieder gesammelt hatte. ┬╗Und was k├Ânnt Ihr uns berichten? Was habt Ihr gesehen?┬ź, verlangte der Duc zu wissen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel spannte sich kaum merklich noch etwas mehr an.

Maurice
┬╗Der Leibdiener Eures Vaters war noch wach, scheinbar sind die Verhandlungen noch nicht beendet. Oder sie werden gerade beendet. Der Mann ist extrem m├╝de, was in dem Fall ein Vorteil war. Er liebt Nathan, er vermisst ihn seelisch wie k├Ârperlich und er ist um ihn besorgt. Er fragt sich, ob er sicher nach Hause gekommen ist. Er w├╝nscht sich ein Wiedersehen mit ihm, zweifelt aber daran, dass es ein Wiedersehen in der Form geben wird, wie er es sich w├╝nscht. Ferner hegt er ├Ąhnliche Gef├╝hle einer anderen Person gegen├╝ber. Er w├╝nscht sich insgeheim, dass beide Personen die seinen werden k├Ânnten. Aber er geht davon aus, dass es bei keinen von beiden der Fall sein wird. Zumal er nicht wei├č, wie und wo er selbst dort bei der Konstellation steht. Das ist alles Eure Majest├Ąt┬ź, erkl├Ąrte Maurice.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum glaubt er, dass er Nathan nicht in der Form wiedersehen wird?┬ź, hakte Ciel nach.

Maurice
┬╗Es ist ein unbestimmtes Gef├╝hl Herr, es ist weder eine Tatsache noch ein Wissen, es ist ein Gef├╝hl. Eine Vermutung┬ź, antwortete der Comte.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux musterte Ciel und strich sich nachdenklich ├╝bers Kinn. ┬╗Nun wenigstens begegnet er Nathan mit aufrechten Gef├╝hlen┬ź, erkl├Ąrte der Duc.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das bietet mir keinen Trost. Vielleicht bin ich ja generell nicht in der Lage, anderen etwas zu g├Ânnen. Ich wei├č nicht, warum alle das so locker sehen. Ich kann dem Ganzen nichts Positives abgewinnen, egal, wie ich es drehe und wende.┬ź Dass die andere Person, die Fabien begehrte, sein Vater war, konnte er sich inzwischen denken. ┬╗Ich empfinde Fabien als einen Nestbeschmutzer. Und der Gedanke, wie er so mit Nathan umgeht, ist absto├čend. Er hat ihn nicht verstanden.┬ź Er sch├╝ttelte kurz den Kopf. ┬╗Es ist wie es ist.┬ź

Maurice
┬╗Verstanden in welcher Art Herr? Dann k├Ânnte ich dies nachlesen┬ź, bot der Comte an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er versteht nicht, dass Nathan ein geistiges Wesen ist und kein k├Ârperliches, auch wenn er momentan eine fleischliche H├╝lle tr├Ągt. Ich bat Ainuwar als Kind um einen Gef├Ąhrten und forderte gar, Ainuwar solle seine Existenz damit beweisen - und er sandte mir ihn. Trotz meiner Anma├čung, trotz meiner kindlichen Arroganz. Ich wusste sofort, dass Nathan die Antwort war, als ich ihn sah. Es lehrte mich Demut vor dem Obersten der G├Âtter und ich forderte nie wieder. Nathan war genau so alt wie ich und alles passte perfekt, zeitlich, charakterlich, einfach alles. F├╝r Fabien ist er ein Mensch unter vielen und ganz offensichtlich austauschbar. F├╝r mich ist er das, was er ist - ein Bote Ainuwars.┬ź

Maurice
┬╗Nun Herr, Fabien ist der Leibeigene Eures Vaters und Nathan der unseres Duc. Solltet Ihr Euch dagegen aussprechen, werden sich die beiden auf diese Weise nie wieder sehen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, ich kann Ihnen nur sagen, was der Leibdiener Ihres Vaters denkt┬ź, erkl├Ąrte Maurice und schaute Ciel einen Moment lang an. Der Blick sagte, wir beide wissen wer der zweite Mann ist, aber ich schweige. Maurice h├Ątte es Ciel ansonsten mental ├╝bermittelt, aber davon nahm er lieber Abstand. Er wusste nicht, ob Ciel eine unaufgeforderte Kontaktaufnahme falsch verstehen w├╝rde.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux schaute seinen Bruder an. ┬╗M├Âchtest Du noch etwas wissen oder k├Ânnen wir den Comte zur├╝ck in seinen Dienst entlassen?┬ź, fragte er seinen Bruder leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er mag zur├╝ck an die Arbeit gehen. Ich muss nachdenken. Sollte mir noch eine Frage einfallen, werde ich mich bemerkbar machen. Es tut mir leid, dass ich nun nicht sagen kann: Danke, alles ist wieder gut. Aber das ist es nun einmal nicht. Das liegt aber an keinem der hier Anwesenden. Trotz allem spreche ich Dank f├╝r den interessanten Einblick aus, Maurice.┬ź Er erwiderte den Blick des Comte.

Maurice
┬╗Stets zu Diensten┬ź, erkl├Ąrte der Comte und verneigte sich zuerst vor seinem Duc, dann vor den anderen ehe er den Raum verlie├č.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux wartete bis Maurice die Amtsstube verlassen hatte, ehe er seinen Bruder beruhigend einen Arm um die Schulter legte. ┬╗M├Âchtest Du, dass ich es unterbinde? Dann unterbinde ich es. Ich wei├č, wie Nathan dazu steht, aber ich verstehe auch Deine Seite. Also m├Âchtest Du, dass ich die beiden auseinander halte?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, Dreaux. Ich kann ihn nicht gewaltsam halten, so sehr ich mir das w├╝nschen w├╝rde. Ich sagte dir ja schon, dass momentan vieles im Umbruch befindlich ist. Souvagne w├Ąchst, der Krieg ist vorbei. Du bist Duc. Khawa verl├Ąsst mich und Ferrau verl├Ąsst dich. Und Nathan wechselt in deinen Besitz ├╝ber. Es muss so sein. Ich w├╝nschte nur, meine Zuneigung w├Ąre nicht verkauft worden f├╝r Fleischlichkeit. Und frage mich, wenn ... angenommen ich h├Ątte ihm geboten, was Fabien ihm gibt ... ob es dann anders gekommen w├Ąre.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun ich wei├č nicht, ob er ihm nur Fleischlichkeit bot Ciel. Vielleicht war es auch der ├ťbergang dazu, einfach die k├Ârperliche N├Ąhe. Ich wei├č nicht ob Du so etwas vermisst, Du hast ein v├Âllig anderes Empfinden. Aber ob mich einer w├Ąscht, oder mich einmal in den Arm nimmt, ist ein v├Âllig anderes Gef├╝hl. Und genau jenes Gef├╝hl fehlt mir manchmal. Nicht bezogen auf Sex, sondern jemanden den ich mag nahe zu sein. Dass kannst Du sein, Vater, Greg oder auch jemand anderes. Aber das Gef├╝hl haben wir nicht oft und vielleicht fehlte genau diese Art der Zuwendung Nathan. Ich wei├č es nicht, ich spreche nur von meinem Empfinden. Aber vielleicht war dass der ausschlaggebende Punkt. Er bekam N├Ąhe und diese N├Ąhe wurde extrem nah. Anders kann ich es Dir nicht erkl├Ąren, diese M├Âglichkeiten gibt es┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Damit k├Ânntest du sogar recht haben. Nathan ist ein Kuschler. Er hat, als wir Kinder waren, oft in meinem Bett geschlafen, aber irgendwann habe ich ihn dort nur noch in Ausnahmef├Ąllen geduldet. Alexandre hat davon abgeraten, damit ich mich besser auf meinen Geist konzentrieren kann. Ich kam der Empfehlung nach.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Jeder ben├Âtigt N├Ąhe Ciel, also fast jeder. Ohne N├Ąhe k├Ânnen die meisten nicht existieren. Die einen ben├Âtigen eine hohe Dosis wie Greg, die anderen kaum etwas wie Du, manche liegen dazwischen so wie ich. Und wenn Nathan viel davon ben├Âtigt, wird er es sehr vermisst haben und folglich mit jeder Faser seines K├Ârper genossen haben. Die einfachste Umarmung wird dann zu einer Oase des Gl├╝cks, da er es vermisst hat. N├Ąhe bedeute Vertrauen, Geborgenheit. Normale Ber├╝hrungen ersetzen dass nicht┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete seinen Bruder traurig und nachdenklich. ┬╗Darin k├Ânnte der Knackpunkt liegen. Ich f├╝hlte mich irgendwann von ihm bedr├Ąngt. Es hat mir durchaus gefallen, wenn er in meinem Bett lag, aber er hing an mir wie ein Klammer├Ąffchen. Und als wir ├Ąlter wurden, kamen nat├╝rlich auch andere Gedanken auf, die aus so einer N├Ąhe erwachsen. Ich habe zu jener Zeit mit Alexandre gesprochen und ihn um Rat gebeten. Wir haben Pro und Contra abgew├Ągt und ich entschied mich, eine klare Grenze zu ziehen. Ich wollte eine Magiekunst erlernen, die eine starke Kontrolle des Geistes vorraussetzt. Und ich wollte das unbedingt. Also musste Nathan in seine Kammer ziehen.┬ź Er blinzelte m├╝de. ┬╗Wie sagt Vater immer? Eine Entscheidung f├╝r etwas ist immer auch eine Entscheidung gegen etwas.┬ź Er blickte zu Ferrau. ┬╗Wie viel N├Ąhe brauchst du? Generell gesprochen. Und wie holst du sie dir?┬ź

Ferrau
┬╗Herr ich decke mein N├Ąhebed├╝rfnis durch gemeinsame Aktivit├Ąt, wie Essen oder ein Kartenspiel. Solche N├Ąhe wo man sich dr├╝ckt, ben├Âtige ich meist nur nach einem Streit oder wenn etwas Schlimmes vorgefallen ist. Ansonsten ben├Âtige ich dies nicht, wenn ich mich wohl f├╝hle. Beim Wohlf├╝hlen empfindet man doch schon N├Ąhe. Man f├╝hlt sich zu wem dazugeh├Ârig. Mir geht es so┬ź, erkl├Ąrte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und das gen├╝gt dir?┬ź, bohrte Ciel nach. ┬╗Ich m├Âchte nicht, dass du mir nach dem Mund sprichst. Ich gebe dich nicht weg, Ferrau. Aber ich m├Âchte keine unliebsamen ├ťberraschungen mehr erleben. Nathan hat nie den Mund aufgemacht und nun ist das passiert.┬ź

Ferrau
┬╗Herr jeder m├Âchte doch einfach nur ein wenig gl├╝cklich sein. Ich bin es, wenn ich mich wohl f├╝hle und meine Arbeit erledigen kann. Am Besten soll sich nichts ├Ąndern. Wir waren uns nahe Herr, erinnert Euch. Ich habe Euch Bauernskat beigebracht, wir haben gemeinsam privat geplaudert, wir haben gescherzt und gelacht. Das ist f├╝r mich N├Ąhe. Ich habe danach in meiner Kammer gut geschlafen, denn ich war gl├╝cklich. Was kann man mehr erwarten? Jeder hat etwas anderes, was er ben├Âtigt um gl├╝cklich zu werden. Da widerspreche ich niemandem. Manche ben├Âtigen gro├če Dinge daf├╝r, manch andere sind mit den kleinen Dingen zufrieden und gl├╝cklich. Abends in meiner Stube sitzen, es sch├Ân warm haben und vielleicht noch etwas lesen bevor ich einschlafe, dass macht mich gl├╝cklich, wenn der Tag gut gelaufen ist. Dann bin ich mit mir selbst im Reinen. Andere haben nicht mal das, sie haben keine eigene Kammer, nicht mal ein eigenes Bett und m├╝ssen sich das mit anderen Teilen. Der eine schl├Ąft dort fr├╝h, der andere sp├Ąt. Ich kann eine T├╝r hinter mir zumachen, habe meine eigenen Sachen und das ist doch viel wert. Ich habe es sauber und warm, ich bin satt, ich habe mit niemandem Streit. Ich m├Âchte einfach nur in Ruhe und Frieden Arbeiten und leben. Das klingt vielleicht f├╝r Euch banal, aber genau diese banalen Dinge bekommt man manchmal am schwersten. Mit Ruhe meine ich, ich erledige meine Arbeit in Frieden, beende sie in Frieden, habe dann meine Zeit f├╝r mich und keiner st├Ârt den Ablauf oder meine Ruhe. Damit meine ich nicht, dass es keine Ger├Ąusche geben darf. Dann ist der Tag f├╝r mich rund und wir k├Ânnen Abends bei Lust und Laune gerne noch eine Runde Karten oder W├╝rfel spielen oder uns einfach unterhalten. Das ist mein Leben und meine Vorstellung von Gl├╝ck┬ź, erkl├Ąrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mir gef├Ąllt deine Sichtweise. Ja, sie ist gut, minimalistisch, aber dabei alles andere als dumm. Du bist ein bescheidener und freundlicher Mensch, Ferrau. Ein wenig dr├╝ckst du dich aber kraft deiner Intelligenz und Wortgewandheit vor der direkten Antwort. Also werde ich anders fragen: St├Ârt dich k├Ârperliche N├Ąhe? Du wirst gemerkt haben, dass ich gern sehr pers├Ânliche Fragen stelle. Dies ist kein Voyeurismus, sondern folgt einem wohldurchdachten Plan. Ich habe meine Gr├╝nde, dies wissen zu wollen und es wird nicht die letzte pers├Ânliche Frage sein, die ich dir stelle.┬ź

Ferrau
Er dachte einen Moment lang nach. ┬╗Es kommt auf den Kontakt der N├Ąhe an. Eine Umarmung w├╝rde ich erwidern, ein H├Ąndesch├╝tteln ebenso, aber dem Rest jage ich nicht hinterher. Dass wisst Ihr. F├╝r mich ist das nicht bedeutungslos, aber so weit weg wie der Mond. Es ist au├čerhalb meiner Reichweite, es ist nicht mein Weg. Ich suche weder einen Mann, noch eine Frau, noch suche ich eine Partnerin oder einen Partner. Ich suche nichts und niemanden, dass was ich ben├Âtige habe ich schon Herr. Und f├╝r das andere, was ich manchmal ben├Âtige, habe ich mich selbst. K├Ârperliche N├Ąhe ist meist mit Scham verbunden, wenn sie nicht der des Dienens dient┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Ich verstehe.┬ź Er streckte sich und wandte sich wieder seinem Bruder zu. ┬╗Alexandre wirst du vermutlich beizeiten kennenlernen, jetzt, wo dir als Duc meine Profession bekannt ist.┬ź Er nahm sich nun endlich auch eines der Brote und biss herzhaft hinein.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Wirst Du ihn mir vorstellen? Tja N├Ąhe, ist schon wirklich ein Thema f├╝r sich. Ich hatte gedacht, dass ich eventuell Ricarda heiraten muss. Innerlich habe ich mich schon auf den Kampf vorbereitet, die Frau nicht heiraten zu m├╝ssen. Als ich sie sah, dachte ich - nun optisch macht sie doch einiges her. Aber nun wei├č ich, dass wir nicht heiraten werden. Schon seltsam wie manches l├Ąuft. Gleichg├╝ltig, da ich Duc bin muss ich mir nun langsam Gedanken um eine Frau machen und den Fortbestand unserer Linie. Ich werde die Adelsh├Ąuser durchgehen und schauen, wer eine passende Tochter h├Ątte. Ich hoffe, es gibt einige an Auswahl, damit ich sie kennenlernen kann zwecks etwas Zuneigung. Aber das habe ich Dir ja bereits schon erz├Ąhlt┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es scheint bei uns beiden ein kompliziertes Thema zu sein, Dreaux. Manchmal kommen einem die wildesten Gedanken. Bei mir sind sie allesamt ... taktischer Natur. Vater liebt zumindest eine seiner Frauen, bei den anderen wei├č ich es nicht, doch meine Mutter liebt er wohl sehr, so wie ich das mitbekomme. Du ├╝berlegst, dir eine Zweitfrau zuzulegen, die du lieben kannst. Bei mir ist da eine gedankliche Wand. Solche Gedanken hatte ich zuletzt als Kind. Wie ich sagte - irgendwann wurden wir erwachsen. Rational, kalt. Vielleicht habe ich es in mancher Hinsicht auch ein wenig ├╝bertrieben, ich habe mir selbst das Korsett bis zur Wirbels├Ąule zugezogen. Gaston w├╝rde mich vermutlich nicht mehr wiedererkennen. Aber es diente einem h├Âheren Sinn. Und irgendwann zeigt sich, wozu es gut war.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Oder wie falsch wir alle gelegen haben, aber das wei├č man erst zum Schluss nicht wahr? Vorher kann man es nicht wissen. Man kann nur sein Bestes geben und hoffen das es genug war. Ja vielleicht. Vater sagte einst, es gibt zwei wichtige Tage in Deinem Leben. Der erste ist der Tag Deiner Geburt. Der zweite ist der Tag, an dem Du erf├Ąhrst warum - sprich welches Schicksal f├╝r Dich bestimmt war. Nun die Suche nach unserem Schicksal hat sich er├╝brigt, da wir es mit der Geburt erhalten. Meistens jedenfalls sagt Vater, denn er selbst war nicht f├╝r den Thron vorgesehen. Nicht was die Reihenfolge anging, aber vom Schicksal scheinbar schon. Man wei├č also nie, wie sich das Blatt noch wendet, drum kann man nur f├╝r sich entscheiden. Du hast die Magie, Du hast Deine Begabung, ich habe meine Lehren und den Thron. Zusammen muss das einen h├Âheren Sinn ergeben, sonst w├Ąre es nicht so┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bist du traurig, dass es nicht Ricarda geworden ist?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nein, es ging nicht um Ricarda, sondern um die Chance jemand unverf├Ąnglich kennenzulernen. Einerseits m├Âchte ich zu keiner Hochzeit gezwungen werden, andererseits ist auch mir durchaus bewusst, dass ich heiraten muss. Ich muss heiraten und Kinder zeugen. Und ich m├Âchte auch heiraten und Kinder haben. Sch├Ân w├Ąre nur, wenn es nicht einfach eine Heirat w├Ąre die sein muss, sondern mit einer Frau die man gerne hat oder liebt. H├Ątte sie das werden k├Ânnen? Wer wei├č? M├Âglich. Aber soweit kam es ja gar nicht, wir lernten uns nicht kennen und genau das hat sicher auch einen Grund. Wie sagt Greg immer? Wer wei├č wof├╝r es gut war. Ja wer wei├č? Wer wei├č ob ich ├╝berhaupt mit ihr klar gekommen w├Ąre? Vielleicht nicht, vielleicht gerade weil sie so unabh├Ąngig denkt extrem gut. Das sie auch meine Freundin w├Ąre, anstatt nur meine Frau? Alles wenn und abers die doch belanglos sind, da es nie stattfinden wird. Dar├╝ber muss ich mir keine Gedanken mehr machen Ciel. Ich werde eine Frau aus unserem Land heiraten, vielleicht passt es. M├Âglicherweise eine aus dem neuen Adel? Eine Marquis, eine Comtesse? Schauen wir mal, das w├Ąre auch alles frisches Blut und zudem h├Ątte ich es selbst dazu ernannt. Aber Ricarda, nein. Weder sie noch ihr Vater hat Interesse gezeigt. Es ging mir um die Freiwilligkeit dahinter. H├Ątte ich sie gewollt - ja. H├Ątte man mich zu ihr gezwungen - nein. Wobei ich dann wohl ehr versucht h├Ątte, sie kennenzulernen, damit das nein ein ertr├Ągliches Ja wird. So ehrlich bin ich┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Der Zwang dahinter ist wirklich ausgesprochen unangenehm. Vater ist dahingehend nun wirklich geduldig und ich bin der Letzte, bei dem es wichtig w├Ąre, und dennoch habe ich das Gef├╝hl, dass er nur darauf lauert mich mit einer passenden Braut verpaaren zu k├Ânnen wie einen Zuchthengst. Der Gedanke ist widerlich, auch wenn ich nat├╝rlich den Grund und auch die Notwendigkeit dahinter sehe. Vielleicht findest du eine Frau, bei der du dich rundum geborgen f├╝hlst, das w├╝nsche ich dir. Greg scheint das Ganze recht locker zu sehen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Bei Vater selbst war es nicht anders. Der Grund ist klar, unsere Familie darf nicht durch Kinderlosigkeit aussterben. Greg? Nunja er scheint da irgendwie die Ruhe weg zu haben oder er geht nach ganz anderen Kritierien als wir beide┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie kann er dabei nur so ruhig bleiben┬ź, st├Âhnte Ciel. ┬╗Oder er ist derart erhaben ├╝ber seine k├Ârperlichen Gef├╝hle, derart vergeistigt, wie ich es eigentlich anstrebe zu sein.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nein er hat die Erfolgschance von 100 Prozent wie man so sch├Ân sagt. Ob er eine Frau oder einen Mann findet, ist ihm gleich. So scheint es jedenfalls zu sein. Und er hat es ja auch letztens offen zugegeben. Also ihm ist das weder peinlich, noch macht er sich Gedanken darum. Scheinbar liebt er einfach, wen er liebt. Also die Person, unabh├Ąngig vom Geschlecht. Und er geht auch nur danach, als ob bei ihm nicht die Uhr tickt. Irgendwann bekommt er wen serviert. Vermute ich jedenfalls, wieso sollten nur wie wen serviert bekommen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oder er hat schon l├Ąngst jemanden, nur dass wir nichts davon wissen┬ź, gr├╝belte Ciel.

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Na dass w├Ąre ja was. Wei├čt Du etwas, dass ich nicht wei├č?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nichts wei├č ich, es war ein Gedanke. Das ist doch nicht normal, dass er so derma├čen entspannt dabei bleibt, w├Ąhrend wir kurz davor stehen, in Panik auszubrechen, weil wir nicht wissen, wann man uns wen andreht!┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Ja er ist irgendwie immer tiefenentspannt. Wer wei├č, welchen Raumreiniger die in der Bibliothek nehmen┬ź, lachte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel entspannte sich langsam wieder etwas, als sie herumalberten. Der Schmerz war im Hintergrund, doch er war ertr├Ąglich. ┬╗Wir sollten nach der Rezeptur fragen. Und dann einen erneuten Ausflug mit der Kutsche machen.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Nun vermutlich wei├č er nicht einmal mehr wie Frischluft riecht, er atmet sie ja nur gefiltert durch seine B├╝cher. Aber vorher habe ich noch eine Audienz abzuleisten. Sprich das Sippenoberhaupt unserer Neuzug├Ąnge was Adel anbelangt. Aimeric de la Cantillion erbat die Hochzeit zwischen Olivie und seinem Verwandten Linhard von Hohenfelde. Da Du Olivie heiraten m├Âchtest, sagen wir ihm ab. Nat├╝rlich nur die Hochzeit. Die Einb├╝rgerung und Nobilitierung habe ich bereits zugesagt und dabei bleibt es auch. Wir ben├Âtigen f├Ąhigen Adel und den haben wir mit dieser Familie gewonnen, sie werden die Schollen k├Ąuflich erwerben, und wir werden damit sehr viele Magier gewinnen. Wir werden schon einen anderen Weg finden Linhard etwas mehr an Souvagne zu binden. Aimeric schlug selbst vor, dass seine Schwester Linhard ehelichen soll. Ich teilte dem Comte mit, dass wir gemeinsam ├╝ber die m├Âgliche Ehe entscheiden, drum sollten wir diesen Punkt gemeinsam absagen. Den Rest sicherte ich zu und der Rest ist auch unabh├Ąngig von der Ehe┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das werden dann meine Leute sein. Ich bin sehr auf sie gespannt. Danke, dass du mir Olivie ├╝berl├Ąsst. Es wird ihr bei mir gutgehen und ich muss nicht ganz allein umziehen. Womit ich bei meiner n├Ąchsten Frage w├Ąre. Wen darf ich mitnehmen? Ich m├Âchte nicht ganz von Null anfangen, was den Kreis der Vertrauten anbelangt. Ferrau ist nat├╝rlich dabei, aber ich h├Ątte auch gern den guten alten Gaston dabei, sofern der sich nicht bei diesem Vorschlag vom h├Âchsten Turme st├╝rzt. Auch Alexandre und den Orden w├╝rde ich gerne nach Neu-Souvagne transferieren, damit ich vollumf├Ąngliche Kontrolle dar├╝ber habe. Bist du damit einverstanden - und w├╝rdest du mir sonst jemand Bestimmten mit auf den Weg geben wollen?┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Du kannst mitnehmen wen Du m├Âchtest, nur keine Personen die Vater in Amt und W├╝rde setzte, wie zum Beispiel Bellamy oder Jules. Dazu w├╝rde ich mit ihm R├╝cksprache halten wollen. Ansonsten baue Dir dort Deine Scholle auf und Dein Reich wie Du es Dir w├╝nscht. Du k├Ânntest auch rumhorchen wer passt oder Dich gerne begleiten mag. Ferner schau Dir die neuen an, sprich mit dem Sippenoberhaupt. Sie haben Magier, vorrangig Geistmagier und Nekromanten. Vielleicht wirst Du gleich mit ihnen warm und sie unterstehen Dir auch beruflich? Oder Du baust dort den Orden weiter aus und auf? Zudem solltest Du ein Himmelsauge mitnehmen f├╝r den Kontakt zwischen uns┬ź, schlug Dreux vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, ein Himmelsauge brauche ich unbedingt. Jules war mein Berater, aber auch das pers├Ânliche Himmelsauge meines Vaters, ihn wird er vermutlich nicht herausr├╝cken. Aber ich kann ihn ja mal fragen. Bellamy kannst du gern behalten, wobei ich seit unserem Dreiergespr├Ąch ausgesprochen zufrieden mit seinem Betragen bin. Nat├╝rlich kann und werde ich mir alles neu aufbauen - aber einen Kern Vertrauter aus der alten Heimat h├Ątte ich schon gern.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Das verstehe ich nur zu gut. Deshalb war mein Rat, lerne Deine neuen Marquis pers├Ânlich kennen. Vielleicht werden sie schon mehr als nur Deine Untergebenen, sondern auch vertraute. Laut Aimeric ist das Sippenoberhaupt sehr jung, unser Alter oder sogar noch j├╝nger? Und er wird auch Untergebene aus der alten Heimat haben. Ihr beide zieht um, tauscht Euch aus. Und suche Dir eine gute Truppe vom Hof zusammen, die Du mitnehmen m├Âchtest. Nur keine Vertrauten von Vater. Ich m├Âchte ihn ja nicht vergr├Ątzen, wenn er zur├╝ckkommt. Es kann sein dass ich auf dem Thron bleibe, es kann sein dass ich weichen muss, oder dass er sich einfach dazu setzt - was ich mir sehr w├╝nsche┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn du weichst, wirst du hier bleiben, mit Vater, Greg und allen anderen. Es ist schon gut so, dass Olivie meine Frau wird. Es ist schon Wahnsinn, ich habe genau das, was ich immer wollte - ein eigenes Land, um ein neues Souvagne daraus zu machen. Ich dachte immer, wenn dies mal geschehen sollte, dann w├╝rde es ein St├╝ck von Rakshanistan sein, doch nun w├Ąchst Almanien weiter zusammen. Dass ich die Blutnekromanten mitnehme, damit bist du einverstanden? Der Orden ist sehr klein, ich w├╝rde ihn nicht zerrei├čen wollen. Ich freue mich auf die Marquis. Hoffentlich sprechen sie Asameisch, sonst m├╝ssen sie es lernen. So sehr ich das Rakshanische liebe, aber es wird nicht die neue Landessprache.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Ja Du darfst den Orden mitnehmen Ciel, alles andere w├Ąre unsinnig. Sollte er jemals gro├č genug sein, gr├╝nde mehrere Ordensh├Ąuser. Das habe ich gar nicht gefragt, ein guter Einwand. Ansonsten wird Aimeric f├╝r sie ├╝bersetzen f├╝rs erste. Und sie werden es lernen m├╝ssen. Nun mehr konnte Vater Dir nicht geben und ich gebe Dir gerne Olivie, damit Du nicht alleine bist oder sie an den Zwerg f├Ąllt. Du kannst nachher mit mir und Greg Deinem neuen Untertan auf den Zahn f├╝hlen. Wen m├Âchtest Du sonst noch mitnehmen? Deine Mutter geht nicht┬ź, schmunzelte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dich, Greg, Vater, samt allen Anh├Ąngen┬ź, schmunzelte Ciel. ┬╗Goldfels ist die Hauptstadt und je nach Zustand wird sie es bleiben oder auch nicht, das muss ich mir vor Ort ansehen. Aber selbst wenn es eine neue Hauptstadt geben sollte, werde ich sie so ausw├Ąhlen, dass der Weg nach Beaufort ├╝berschaubar bleibt. Ich w├╝rde mir eine Liste erstellen an Leuten, die ich gern an meiner Seite wissen w├╝rde, gerade beim Hochadel werde ich sie nicht einfach mitnehmen k├Ânnen. Im Falle von Alexandre ist das jedoch ein Muss.┬ź

Dreux Gifford de Souvagne
┬╗Im Falle des Hochadels kannst Du nur das Familienoberhaupt fragen Ciel. Ich k├Ânnte es zwar anordnen, aber dass w├╝rde nur b├Âses Blut provozieren. Und sind wir ehrlich, uns gef├Ąllt es selbst nicht, wenn jemand ├╝ber unseren Kopf so etwas entscheidet. Du gr├╝ndest dort Dein eigenes Nest, Greg wird es hier gr├╝nden. Und ├╝ber Euch beide wache ich oder Vater. Schreibe Deine Liste und schreibe auch auf, was f├╝r Leute Du noch ben├Âtigst, damit Du sie Dir eventuell vor Ort organisieren kannst. Oder man Dir dabei hilft vom Neuadel┬ź.

Dreux Gifford de Souvagne
Dreux liess seinen Bruder Greg von einem Diener Bescheid geben, so dass sich dieser innerhalb einiger Minuten sp├Ąter bei ihnen einfand. Gemeinsam machten sie es sich gem├╝tlich. ┬╗Nun ich w├╝rde sagen, Ferrau Du darfst uns verlassen und zeitgleich darfst Du die neuen Adligen in unsere Amtsstube bitten. Wir sind bereit sie zu empfangen┬ź, erkl├Ąrte Dreux.

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Ferraus Sonderolle bei der Hochzeit

#8

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 1. Apr 2018, 00:36

Ferraus Sonderolle bei der Hochzeit

<< Royale Doppelhochzeit

Ferrau Du Trieux
Ferrau eilte seinem Herrn hinterher. ┬╗Ich werde Euch alle herrichten Herr. Warum ladet Ihr Olivie nicht in Euer Quartier ein? Hier f├╝hlt Ihr Euch sicher und wohl. Hier seid Ihr Ihr selbst und das wird sie sp├╝ren. Und ich f├╝hle mich auch wohl und werde mir keine Patzer erlauben. Frauen m├Âgen Schmuck und Parf├╝m, gutes Essen und lieblichen Wein. So etwas werde ich f├╝r Eure Verlobte besorgen. Und Blumen, wir ben├Âtigen Blumen!┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel eilte fast im Laufschritt, als sei er auf der Flucht. Kaum waren sie in Ciels Zimmer angelangt, befahl Ciel: ┬╗Stell dich da hin!┬ź Er zeigte dabei auf eine Stelle auf dem Fu├čboden. Kaum stand Ferrau an Ort und Stelle, umarmte Ciel ihn fest. ┬╗Bei Ainuwar┬ź, st├Âhnte er gestresst. Ferrau konnte sp├╝ren, wie Ciels Herz raste.

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr was ist mit Euch?┬ź, fragte Ferrau besorgt und hielt Ciel ganz fest, damit er nicht zu Boden fiel. ┬╗Sprecht doch, geht es Euch gut?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, geht es nicht! Bitte sei einen Moment still.┬ź Ciel hielt sich an Ferrau fest, sp├╝rte nach dessen Blutfluss und versank in Meditation. Ferraus Herz schlug auch schnell, aber sehr viel langsamer als seines und es f├╝hlte sich an wie ein erfrischender k├╝hler Bach. Ciel konzentrierte sich darauf, bis ihre Herzen wieder im selben Takt schlugen. ┬╗Besser┬ź, sagte Ciel und gab Ferrau wieder frei. ┬╗Bitte mach mir ein SEHR kaltes Bad.┬ź

Ferrau Du Trieux
Der Leibdiener hielt Ciel noch einen winzigen Moment an den Schultern fest, ehe er sich langsam l├Âste, da er sicher war sein Herr w├╝rde nicht zusammenbrechen. Aufmunternd l├Ąchelte er ihn an. ┬╗Sofort Herr┬ź, versicherte er und machte sich daran den Zuber direkt mit frischem Wasser zu f├╝llen. Sie hatten es gut, er musste nicht weit schleppen, denn innerhalb des Hofes gab es Pumpen. Und da Ciel ein kaltes Bad w├╝nschte, musste Ferrau das Wasser nicht aufheizen. Er pumpte es in den Zuber hinein und f├╝hlte. F├╝r ihn war es zu kalt, aber ein Herr war bestimmt zufrieden. Ferrau ging zur├╝ck zu Ciel und machte eine einladende Geste. ┬╗Wenn Ihr mir bitte folgen wollt Herr? Das Wasser ist so kalt wie Ihr gew├╝nscht habt, direkt aus den Tiefen hochgepumpt. Falls es Euch doch zu kalt werden sollte, sagt mir kurz bescheid. Kommt bitte her, ich entkleide Euch┬ź, sagte Ferrau f├╝rsorglich und fing an Ciel auszuziehen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich auskleiden und dann in das eisige Wasser helfen. Er war kalte B├Ąder gew├Âhnt, sie geh├Ârten zu den Standard├╝bungen seines Ordens, um den Willen zu st├Ąrken, Schmerzen zu ertragen und waren die standardm├Ą├čige Erste-Hilfe-Ma├čnahme gegen unerw├╝nschte Lustzust├Ąnde, wobei Ciel von letzteren meilenweit entfernt war. ┬╗Es ist genau richtig.┬ź Er lie├č sich gleich beim ersten Anlauf vollst├Ąndig ins Wasser gleiten und genoss die bei├čende K├Ąlte, die sich um seine hei├čen Glieder schloss.

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr ist es Euch auch nicht zu kalt?┬ź, fragte Ferrau f├╝rsorglich und bereitete alles vor um Ciel die Haare zu waschen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es soll kalt sein, das ist eine gute Methode, ein aufgebrachtes Gem├╝t schnell und zuverl├Ąssig zu beruhigen┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Ich bade oft und gern kalt, aber nicht immer so eisig wie jetzt. Heute ist das allerdings wirklich n├Âtig. Mit so einer Frage konnte ja niemand rechnen!┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr es waren so viele aufregende, wie ersch├╝tternde Fragen, welche meint Ihr genau? Die Eurer Hochzeit? Die war besonders bewegend, f├╝r Euch selbstverst├Ąndlich, aber auch f├╝r mich. Ihr werdet einen wundersch├Ânen Br├Ąutigam abgeben, daf├╝r sorge ich┬ź, grinste Ferrau und machte Ciels Haare mit den H├Ąnden nass.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, als mein Bruder mich nach einer Doppelhochzeit fragte! Nat├╝rlich meinte er die Frage wohlmeinend, aber sich an Ort und Stelle verbindlich in so einer Sache entscheiden zu m├╝ssen, war schon aufw├╝hlend. Ich wollte ihn aber auch nicht in Gegenwart unseres Gastes blo├čstellen, indem ich um Bedenkzeit bitte. Eigentlich hatte ich mich ja schon entschieden, mehr oder weniger. Inwieweit kannst du mich beraten, Ferrau? ├ťber was bist du alles im Bilde? Ich muss gestehen, dass ich mich selbst erfolgreich davor gedr├╝ckt habe, mich mit der Thematik zu befassen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Alles Herr, ich wei├č alles. Und falls ich doch etwas nicht wei├č, dann werde ich mich erkundigen. Habt Ihr nie mit dem Gedanken gespielt? Ich meine ich nicht, aber eine Hochzeit auszustatten schon. Das geht gedanklich auch sehr sch├Ân, da man dann nicht der - entschuldigt - Betroffene ist. Jener der die Hochzeit plant, ausstaffiert und und und wisst Ihr Herr, der hat das Ganze wundervolle zu tun. Und am Ende, wenn das Brautpaar in den Festsaal schreitet und zufrieden und gl├╝cklich schaut und alles wie am Schn├╝rchen l├Ąuft, ist seine Arbeit getan. F├╝r Euch beginnt dann erst der Abend. Aber dann wenn Ihr denkt alles ging wie leicht von der Hand, nirgendwo musstet Ihr fragen, habt Euch ge├Ąrgert, nein im Gegenteil der Tag war rundum sch├Ân - dann habe ich alles richtig gemacht. Von der Tischdeko bis zu den Gastgeschenken, der passenden ├ťbergabe der Brautgeschenke, alles ist nur daf├╝r da um jemand anderes gl├╝cklich zu machen. Und der seid Ihr┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du redest immer so sch├Ân, Ferrau ... du hast so eine blumige Art, die Dinge auszudr├╝cken. Ich hatte als Kind einige naive Hochzeitspl├Ąne, von denen nat├╝rlich keiner auch nur ansatzweise Sinn gemacht hatte. Als ich alt genug wurde, als dass mir das bewusst wurde, entwickelte ich einen ziemlichen Widerwillen gegen das ganze Thema. Ich schob es weit von mir. Lange Zeit wollte ich mich in einen Tempel zur├╝ckziehen, doch die Pflichten haben es unm├Âglich gemacht. Ich konnte weder mein Land, noch meine Familie hier drau├čen im Stich lassen. Ich bin froh, dass du ├╝ber diese ganzen Dinge Bescheid wei├čt. Dann kannst du mir sicher auch sagen, wie ich Olivie die Verlobung heute ├╝berbringen soll?┬ź Ciel genoss die Kopfmassage, die Ferrau ihm mit dem Haarewaschen zukommen lie├č.

Ferrau Du Trieux
┬╗Normalerweise m├╝sst Ihr beim Vater der Braut um die Hand Eurer Angebeteten anhalten. Aber in dem Fall habt Ihr bereits die Zustimmung des ├Ąltesten Bruders, da der Vater nicht anwesend ist. Was keiner besser wei├č als Ihr, da es auch Euer Vater ist. Nun werdet Ihr heute Abend davon Olivie in Kenntnis setzen. Ihr werdet sie zu einem sch├Ânen Essen einladen und ihr davon berichten, dass Ihr um ihre Hand angehalten habt und sie heiraten werdet. Denkt daran, Ihr seid nicht bei den Wilden in Naridien, Ihr werdet es Eurer Verlobten verk├╝nden. Euer Bruder musste nur seinen Verlobten selbst fragen da dieser ein Mann ist, unschwer zu verkennen und dann auch noch das Sippenoberhaupt. Also Euer Bruder hat schon Nerven, dass muss man ihm lassen. Ihr hingegen werdet viel feinf├╝hliger vorgehen Herr. Ein sch├Ânes Abendessen, gute Musik, dazu ged├Ąmpftes Licht, Blumen auf dem Tisch und entsprechend eingedeckt. Ihr werdet Eurer Verlobten ein Geschenk ├╝berreichen, als Zeichen wie erst es Euch damit ist. Mitgift und so weiter muss alles nicht ausgehandelt werden, Ihr m├╝sst gar nichts verhandeln, da es in der Familie bleibt. Das ist ├╝beraus praktisch. Und Ihr kennt Eure Verlobte bereits. Viele lernen sie erst auf der Verlobungsfeier selbst pers├Ânlich kennen. Ich an Eurer Stelle w├╝rde versuchen direkt Zuneigung und mehr aufzubauen. Euer Bruder hat Recht was Freundschaft angeht. Herr ich wei├č Ihr seid sehr eigen was K├Ârperlichkeit angeht. Umso wichtiger ist f├╝r Euch Freundschaft und N├Ąhe, vertraut mir┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und sch├Ąumte Ciels Haare ein

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte seinem Leibdiener sehr aufmerksam zu. ┬╗Gute Musik┬ź, sinnierte er. ┬╗Nathan kann ich das nicht machen lassen, ich muss einen anderen Barden darum bitten. Es wird hoffentlich noch wer anders hier bei Hofe irgendein Musikinstrument beherrschen. An was f├╝r ein Geschenk hast du gedacht, Ferrau? Was schenkt man seiner Braut zur Verlobung? Ich habe wirklich ├╝berhaupt keine Ahnung.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Wenn Ihr es nach alter Tradition machen m├Âchtet, dann erh├Ąlt Eure Braut Handschuhe und einen Mantel. Hinzu kommt noch ein Schwert als Zeichen der Gewalt. Dazu geh├Ârt der Verlobungsumtrunk samt dem Verlobungskuss. Als Verlober geht Ihr die Verpflichtung ein, Eure Verlobte auch tats├Ąchlich zu heiraten. Nun dass muss ich Euch nicht sagen. Andere hingegen finden dies nicht schicklich. Ihr k├Ânnt Eurer Verlobten auch einen Verlobungsring schenken oder etwas, dass zeigt, wie sehr ihr sie wertsch├Ątzt. Sagen wir Olivie liebt V├Âgel, dann schenkt Ihr Eurer Verlobten einen dieser Zierv├Âgel. So etwas erfreut Frauen doch gewiss mehr als ein Mantel oder ein Schwert. Was soll die Dame mit dem Ding?┬ź, lachte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie soll ich auf die Schnelle herausfinden, was sie mag und die Geschenke organisieren┬ź, st├Âhnte Ciel gequ├Ąlt. ┬╗Ich werde ihr etwas Symbolisches schenken und die richtigen Geschenke, hm, nachreichen. Ist das peinlich. Wenigstens der Rest muss stimmig sein. Du organisierst das alles f├╝r mich, ja?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ich Herr, ich werde es auf die Schnelle besorgen. Herausfinden m├╝ssen wir es gemeinsam und zwar ganz einfach. Wir horchen Ihre Zofe aus. Herr Ihr seid zu nerv├Âs, Ihr seid doch sonst die Logik selbst. Wenn jemand etwas ├╝ber Euch wissen wollen w├╝rde, wen w├╝rde er fragen? Mich! Und ich sage keinen Ton.... doch keine gute Idee┬ź, gr├╝belte Ferrau

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es w├╝rde funktionieren, wenn du ihr deutlich machst, dass es um ein Geschenk geht und nicht um ein blo├čes Entlocken von Informationen. Wann und wie muss ich Olivie k├╝ssen?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nun eigentlich wenn Ihr die Verlobung bekannt gebt, aber die ist ja schon jedem bekannt. Ich w├╝rde es wie folgt halten. Ihr esst gerade bei Kerzenschein und guter Musik, dann ├╝berreicht Ihr Eurer Verlobten die Geschenke und erl├Ąutert, dass Ihr sie zur Frau nehmen werdet. Und dann Herr k├╝sst Ihr sie. Auf den Mund┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel rieb sich gestresst das Gesicht. ┬╗Mir graut es vor dem ganzen Gespr├Ąch. Vor dem Warten auf den g├╝nstigsten Augenblick. Arme Olivie. Sie wird ahnen, dass irgendetwas im Busche ist, sie kennt mich. Ich sollte es gleich zu Anfang sagen. Wie muss ich sie auf den Mund k├╝ssen? Es gibt tausend Varianten! Und was mache ich in der Zeit mit meinen H├Ąnden? Ferrau, ich brauche eine genaue Anleitung! ich sagte doch, dass ich meinem Erzieher keine Gelegenheit lie├č, mir dergleichen zu vermlitteln. Er versuchte es einmal, danach sprach er das Thema nie wieder an. Nun, f├╝nfzehn Jahre sp├Ąter, bekomme ich die Strafe.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr ich habe auch noch nie eine Frau zur Verlobung gek├╝sst. Aber Eure Br├╝der, mit Verlaub, sind weniger scheu. Ich vermute Dreux und Greg haben Erfahrung was das gekonnte K├╝ssen anbelangt. Soll ich einen herbitten zur Erl├Ąuterung? Ich wei├č nur theoretisch wie man wohin k├╝sst. Aber wie man gut k├╝sst, davon habe ich keine Ahnung┬ź, antwortete Ferrau ehrlich und knetet Ciel fester den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist nicht gut, du sagtest doch, dass du alles wei├čt! Ferrau, ich habe die Frage nicht umsonst gestellt! Was wei├čt du noch alles nicht?┬ź

Ferrau Du Trieux Heute, 19:26
┬╗Ich sagte dass ich alles ├╝ber die Feier wei├č, k├╝ssen m├╝sst Ihr Eure Verlobte doch selbst Herr. Macht Euch keine Sorgen, ich bekomme das heraus. Schade das Fabien in Ehveros ist, der wei├č sowas und ihn h├Ątte... ich besser nicht gefragt. Wichtig ist zuerst Mundhygiene. Das kann nie falsch sein, wenn Ihr angenehm riecht┬ź, schlug Ferrau vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drehte den Kopf etwas nach oben und schenkte Ferrau die Andeutung eines schiefen Grinsens. ┬╗War das eine Anspielung? Wenn ich aus dem Mund rieche, ist es deine Schuld. Gut, also keine Zwiebeln essen und dich noch einmal meine Z├Ąhne putzen lassen. Ich wollte dich eigentlich gerade zur Hochzeitsnacht ausfragen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Das war eine Anspielung darauf Herr, dass Ihr mich nicht bewusst sabotiert und Euch gleich mit. Wenn Ihr alten, sauren, eingelegten Fisch esst, mit Knoblauch├Âl und dazu Zwiebelscheiben, dann kann auch ich nichts mehr retten bei dem Aufsto├čen dass ihr bekommen werdet. Ich m├╝sste Euch die Z├Ąhne bis zum Magen putzen und ich glaube Olivie w├╝rdet Ihr damit auch entt├Ąuschen. Denn sich so zu dr├╝cken w├╝rde auch sie bemerken. Ihr k├Ânntet diesen Fisch ja jeden Tag essen, wieso heute? Also ich wollte damit nur andeuten, tut nichts un├╝berlegtes. Es geht um ihre Gef├╝hle und um Eure. Haltet Euch bitte daran. Von mir aus trink viel Pfefferminztee. Die Hochzeitsnacht ist die Nacht der N├Ąchte in der ihr die Ehe vollzieht. Gatte kommt von Begattung Herr und genau das versucht Ihr dort. Seid froh dass Ihr nicht Dreux seid und es bezeugt werden soll oder muss. Aber Ihr werdet die Ehe vollziehen m├╝ssen. Das hei├čt in der Hochzeitsnacht werdet Ihr den Beischlaf vollziehen m├╝ssen. Sonst gilt die Ehe nicht als geschlossen. Normalerweise ist es auch Brauch ins Schlafzimmer gef├╝hrt zu werden. Aber die Leute lassen Euch dann allein mit Eurer Braut.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bewahre┬ź, st├Âhnte Ciel. ┬╗Muss ich das wirklich eigenh├Ąndig tun? F├╝hrt da kein Weg dran vorbei? Ich werde keinen Fisch essen, sei unbesorgt. Olivie soll sich wohl f├╝hlen, ich m├Âchte das auch und auch du sollst nicht mehr Arbeit haben, als du ohnehin schon haben wirst. Wo es m├Âglich ist, wirst du die Arbeiten delegieren, du bist schlie├člich krank.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein Herr Ihr musst dies tun, Ihr m├╝sst die Ehe vollziehen. Ich werde f├╝r meine Arbeiten die Hausdiener einspannen, aber dar├╝ber macht Euch jetzt bitte keine Sorgen. Was sorgt Euch genau? Ihr m├╝sst es ja nicht ausgiebig tun. Sondern einmal und wenn Ihr keine Freude dabei empfindet, haltet es doch kurz┬ź, schlug Ferrau vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte es ├╝berhaupt nicht tun┬ź, klagte Ciel. ┬╗Was glaubst du, warum ich dich gefragt habe, ob du der Damenwelt zugeneigt bist? Du solltest mir helfen! Und nun kannst du mir nicht mal theoretischen Beistand geben, weil du keine Ahnung von dem ganzen Thema hast. Etwas weiter hinter den Ohren.┬ź Ciel bewegte den Kopf, so dass Ferrau besser an die gew├╝nschte Stelle herankam.

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein leider nur theoretisch Herr, aber Ihr liebt Eure Br├╝der und die w├╝rden Euch sicher helfen f├╝r die eine Nacht. Die Zofe von Olivie werde ich so etwas nicht fragen. Damit w├╝rde ich Eure Verlobte beleidigen, dass sie sich schon wem hingegeben hat. Das w├Ąre sehr tragisch. Ihr habt also genauso wenig Erfahrung wie ich. Einerseits auch beruhigden oder?┬ź, fragte Ferrau und massierte Ciel den Kopf und auch den Bereich hinter seinen Ohren ausgiebig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, das ist kein Bisschen beruhigend! Du hast zwei Wochen, um dich ├╝ber die ganze Theorie zu informieren, also nutze sie. Sorge aber daf├╝r, dass man aufgrund der Fragerei nicht auf mich schlie├čt. Wen du daf├╝r aushorchst oder ob du B├╝cher w├Ąlzt, ist mir gleich, aber ich w├╝nsche keine praktischen Vor├╝bungen deinerseits. Am Ende f├Ąngst du dir etwas ein und steckst meine Schwester an.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ich was?!?┬ź, keuchte Ferrau und h├Ątte Ciel fast beinahe untergetaucht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte gerade noch die Beine gegen den Wannenrand stemmen, so dass sein Kopf nicht unter Wasser gedr├╝ckt wurde. ┬╗Was ist an der Anweisung nicht zu verstehen?┬ź, fragte er.

Ferrau Du Trieux
┬╗He...Herr habt Ihr gesagt ich... ich sooolll... nein das habt Ihr nicht oder? Also ich werde mich erkunden, jawohl zu Eurem besten Wissen und Gewissen. Ihr habt sehr sch├Âne Haare wisst Ihr?┬ź, erz├Ąhlte Ferrau und wusch vorsichtig die Haare von Ciel aus.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bedank dich bei Nathan, der musste mir stundenlang beim Unterhalten den Kopf massieren, so wie du jetzt. Scheinbar tut das dem Haarwachstum wirklich gut. Und ja, ich habe gesagt, ausdr├╝cklich und unmissverst├Ąndlich, dass du mir bei der Hochzeitsnacht helfen sollst. Zwei Wochen Vorbereitungszeit m├╝ssten doch mehr als genug sein zur Vorbereitung.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Aber Ihr habt gesagt ich solle Eure Frau nicht infizieren. Wie soll ich sie infizieren? Ihr meint doch wohl nicht, dass ich sie... ber├╝hren soll? Zwei Wochen sind mehr als genug, ich werde alles notieren Herr. Ich wei├č nicht, ob es tats├Ąchlich das Haarwachstum anregt, aber es macht Freude, dass Ihr es genie├čt┬ź, erkl├Ąrte Ferrau


Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, irgendwer wird sie ber├╝hren m├╝ssen, oder? Ich habe dich nicht umsonst nackt sehen wollen und mehrfach zu Benito geschickt. Es ging mir bei der Betrachtung vor allem um deine Verletzungen, aber auch um den Gesamteindruck und Benito versicherte mir, dass du dich von den Prellungen abgesehen bester Gesundheit erfreust. Du bist im besten Alter, kerngesund, obendrein eine Freude f├╝r das Auge, wenn man auf derlei Wert legt. Nicht zuletzt hast du eine angenehme Pers├Ânlichkeit.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau kratzte sich ausgiebig den Nacken. ┬╗Herr ich wei├č nicht ob ich Angst bekommen soll, oder erfreut sein darf, dass Ihr mir dies erlaubt. Oder gestattet an Eurer Stelle. Nat├╝rlich wei├č ich warum, da Ihr dies nicht ├╝ber Euch bringt, aber dennoch gebt Ihr mir etwas damit. Ich wei├č nicht was ich sagen soll und wie ich empfinden soll. Nun ich werde es f├╝r Euch tun, gewiss, aber Ihr bin noch etwas verwirrt. Wollt Ihr es nie ausprobieren?┬ź, fragte Ferrau offen und strich Ciel die nassen Haare aus dem Gesicht.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sp├╝re nicht das Verlangen nach k├Ârperlicher Vereinigung, Ferrau. Ich musste es kurz sp├╝ren, als Maurice mich mit Nathans Geist verband. Es ist ... nein, ich will es nicht. Ich k├╝sse gern, wenn es keine K├╝sse sind, die auf Beischlaf abzielen. Woraus sich ergibt, dass ich niemanden k├╝ssen kann, da jeder au├čer mir automatisch in diese Richtung zu denken scheint. Ich genie├če es, wenn du mir die Haare w├Ąschst oder wenn man mir den R├╝cken streichelt. Das ist wundersch├Ân, aber ich will niemanden ... so anfassen. Du musst mir helfen, Ferrau. Khawa ist fort, der sollte es eigentlich ├╝bernehmen. Bedank dich bei ihm. Vielleicht hast du Gl├╝ck und er ist vor Ablauf der Zeit zur├╝ck.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr wenn Khawa Olivie schw├Ąngert, f├Ąllt das auf. Der Mann ist braun wie ein Dunghaufen, das w├╝rde sofort bemerkt werden und man w├╝rde Eurer Frau vielleicht Untreue unterstellen. Gut, niemand w├╝rde es sich ├Âffentlich wagen sie blo├čzustellen, aufgrund Eurer Stellung aber es muss jemand von Eurem Volke sein. Ich verstehe was Ihr meint, Ihr sucht eine Zuneigung ohne das es weitergeht bis zum Beischlaf. Ihr sucht reine Zuneigung ohne Sex. Ich werde mich weder bei Khawa bedanken, noch Eurer Schwester dem Mann ├╝berlassen. Das k├Ânnt Ihr nicht in Erw├Ągung ziehen Herr. Bedenkt auch Euren Stand. Jeder w├╝rde denken, man h├Ątte Euch H├Ârner aufgesetzt und zwar braune! Nun dann werde ich mich auch nicht erkundigen m├╝ssen f├╝r Euch sondern f├╝r mich┬ź, antwortete Ferrau und wusch Ciel den R├╝cken. Er war nun wesentlich nerv├Âser als vorher, wo er nur die Vorbereitungen f├╝r Ciel treffen musste.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Khawa hat mir versichert, dass er sie nicht schw├Ąngern w├╝rde. Er sagte w├Ârtlich: ÔÇ║Macht Euch mal keinen Kopf, ich verstehe mein Handwerk. Wenn sie nicht schwanger werden soll, dann wird sie das auch nicht.ÔÇ╣ Du musst keine Angst haben, ich werde zumindest das erste Mal dabei sein. Ich m├Âchte mich mit eigenen Augen davon ├╝berzeugen, dass alles gut l├Ąuft. Olivie liegt mir sehr am Herzen und du auch.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau starrte seinem Herrn mit Untertassengro├čen Augen ins Gesicht. ┬╗Ihr wollt dabei sein und dann soll ich k├Ânnen? Herr Ihr macht meine Aufgabe immer schwieriger┬ź, fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drehte den Kopf und sah ihn an. ┬╗Wieso st├Ârt dich meine Anwesenheit?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Sie st├Ârt mich nicht, aber ich f├╝hle mich dann wie bei einer Pr├╝fung versteht Ihr? Aber ich werde mich bem├╝he und vorher mit Euch ├╝ben, damit ich mich nicht so nerv├Âs f├╝hle. Ihr h├Ąttet es schlei├člich auch erduldet. Wir schaffen das schon Herr, wir werden das hinbekommen. Mal eine Frage - eine ganz einfache L├Âsung. Was ist, wenn Ihr offen mit Olivie ├╝ber Eure Bedenken redet? Sagt nicht, was Ihr sonst tun w├╝rdet. Aber Ihr k├Ânntest sagen, dass Ihr es eigentlich nicht m├Âchtet, aber f├╝r sie tun w├╝rdet. Wenn sie sagt, sie m├Âchte auch nicht, ist doch alles gut!┬ź, schlug Ferrau vor und wusch Ciel gut gelaunt mit dem Schwamm.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Inwieweit willst du mit mir ├╝ben? Und dass ich mit Olivie schlafen muss, damit die Ehe als besiegelt gilt, hast du doch vorher selbst gesagt. Jetzt auf einmal schl├Ągst du das Gegenteil vor. Ferrau, du sollst mich beruhigen und mir Sicherheit bieten und mich nicht noch nerv├Âser machen!┬ź, tadelte Ciel.

Ferrau Du Trieux
┬╗Weil ich mir ├╝berlegt habe, ob Ihr die Vereinbarung mit Ihr nicht treffen k├Ânnt. Euer Bruder w├╝rde doch nichts gegen eine Vereinbarung haben, auf privater Art? Sprich wenn Ihr allein zu sein w├╝nscht? Aber gut, damit es erst gar nicht zu Fragereien kommt, ich werde einfach Eure Stelle einnehmen und alles wird gut werden Herr. Seid unbesorgt, ich werde alles geben┬ź, sage Ferrau und schrubbte Ciel den R├╝cken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, ich wusste nicht, dass du derlei Widerwillen hegst┬ź, gr├╝belte Ciel. ┬╗Ausgerechnet ich h├Ątte wissen m├╝ssen, dass es besser w├Ąre, auch diese M├Âglichkeit in Betracht zu ziehen. Ich ging davon aus dass du ... wie die anderen bist. Und die Gelegenheit freudestrahlend nutzen w├Âlltest. Etwas sanfter bitte und leg den Schwamm weg. Ich mag keine Schw├Ąmme, au├čer wenn ich auf der Toilette war.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Verzeihung Herr┬ź, antwortete Ferrau und legte den Schwamm beiseite um Ciel von Hand zu waschen. ┬╗Nicht m├Âgen ist das falsche Wort. Ich bin nicht freudestrahlend, sondern ich habe einfach Angst erneut zu versagen. Ich m├Âchte es sehr gerne f├╝r Euch tun, aber ich hoffe ich kann es auch tun. Ich werde einfach nicht an damals denken. Es ist f├╝r Euch und sie. Und sie scheint eine sehr liebe Person zu sein. Jedenfalls behandelt sie auch die Diener immer h├Âflich und anst├Ąndig, dass ist sehr nobel von ihr. Ich bin einfach nur aufgeregt Herr. Denkt nicht, dass ich Euch h├Ąngen lassen werde. Und wegen dem Schwamm, Herr dies ist nicht der Toilettenschwamm ich bitte Euch. Meint Ihr etwa, ich w├╝rde Euch mit dem Schwamm abwaschen mit dem ich Euer Rektum reinige?┬ź, fragte Ferrau entsetzt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Beim Abgrund, Ferrau, was glaubst du, f├╝r wie unf├Ąhig ich dich halte?┬ź, keuchte Ciel nicht minder entsetzt. ┬╗Ich wollte damit nur ausdr├╝cken, dass ich das Gef├╝hl eines Schwammes nicht mag, die Konsistenz f├╝hlt sich ekelhaft an, ich dir aber nicht zumuten will, mich nach dem Toilettengang mit den Fingern zu waschen! Ferrau, meine G├╝te!┬ź Ciel legte die F├╝├če auf den Wannenrand und lie├č sich kurz mit dem Kopf unter Wasser rutschen. Offenbar war sein Leibdiener tats├Ąchlich extrem nerv├Âs, sonst w├╝rde er nicht solchen Unfug von sich geben. Ciel tauchte wieder auf. ┬╗Ich m├Âchte, dass du mir offen und ehrlich anfwortest: M├Âchtest du den Beischlaf mit meiner Schwester vollziehen? Dich erwarten keinerlei Sanktionen, sollte die Antwort negativ ausfallen. Aber ich sch├Ątze dich und vertraue dir, darum habe ich dabei als erstes an dich gedacht. Solltest du nicht wollen, werde ich schon jemanden finden, der mir an deiner Stelle dabei hilft, sei unbesorgt. Ich habe nur zu engstirnig gedacht.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr ich m├Âchte es tun, aber ich bin sehr nerv├Âs und habe Angst zu versagen. Ich bin doch immer offen und ehrlich zu Euch. Wegen dem Schwamm bitte verzeiht mir. Ich kann Euch auch mit T├╝chern reinigen. Ja vermutlich weil Ihr wisst was ein Schwamm ist. Ein Schwamm ist das Skelett von einem Tier, darum m├Âgt Ihr es nicht┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, T├╝cher w├Ąren besser. Oder ein Lappen. Und f├╝r das normale Waschen die H├Ąnde. Wie kann ich dir die Nervosit├Ąt nehmen, Ferrau? Aber sag nicht, indem ich in dieser Nacht den Raum verlasse. Das werde ich nicht tun. Es geht um Olivie und dich. Ich will wissen, was ihr da treibt.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein das ist auch nicht n├Âtig, da Ihr mich nicht fertig machen w├╝rdet. Vielleicht werde ich etwas Baldrian einnehmen gegen die Angst. Und vielleicht beruhigt mich Eure Anwesenheit sogar. Ich habe nie dar├╝ber nachgedacht, jemals wieder in so einer Situation zu sein, versteht Ihr? F├╝r mich war das Thema abgehakt, jedenfalls der Teil der mit einer Frau zu tun hat. F├╝r mich gab es nur noch mich und meinen Beruf. Das war f├╝r mich nicht schlimm, ich habe nichts und niemandem hinterher getrautert. F├╝r mich war auch nicht schlimm, dass man mich nicht wollte. Das wie, das war nur schlimm aber das habt Ihr begradigt und mir damit einen sehr gro├čen Gefallen erwiesen. Manche Dinge, dass kennt Ihr sicher auch, brennen sich f├Ârmlich ins Ged├Ąchtnis ein. Wisst Ihr Herr, manche reden so einen Unfug, dass Rache nicht recht w├Ąre. Dass man sie nicht aus├╝ben d├╝rfe. Das stimmt nicht. Ich wusste noch genau jedes Wort, jede Silbe die sie zu mir sprach und das obwohl es so viele Jahre her ist. Warum wei├č ich das alles noch? Wozu erinnere ich mich, wenn Rache unbedeutend w├Ąre? Ich habe keine Rache gesucht, da ich dazu nicht f├Ąhig bin. Aber Ihr habt mir meine Rache geschenkt und daf├╝r danke ich Euch. Allein daf├╝r stehe ich Euch schon bei.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hattest das Thema abgehakt und nun w├╝hle ich es erneut wieder auf mit meiner Bitte ... es ist nur eine Bitte, Ferrau, kein Befehl. Ich m├Âchte dich nicht ... benutzen. Ich dachte, es freut dich. Was Rache anbelangt, ist es kein Geheimnis, dass ich ein sehr nachtragender Mensch bin. Wie lange war das mit Musette her? Es spielt keine Rolle. Sie h├Ątte ihre Strafe auch nach f├╝nfzig Jahren erhalten, h├Ątte ich erst dann davon erfahren, was sie dir antat.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Daf├╝r Danke ich Euch sehr Herr, Ihr wisst was mir dies bedeutet. Eure Verlobte ist nicht Musette Herr. Olivie de Souvagne ist niemals wie diese Hexe, dass kann ich Euch versichern. Jetzt muss ich es nur noch meiner Angst vermitteln. Aber ich denke, die Angst wird verfliegen, sobald wir gemeinsam den Raum teilen. Gleichg├╝ltig was Euch je erwarten wird Herr, ich werde immer an Eurer Seite stehen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, wie viel Angst ich haben werde. Wisst Ihr Herr, Angst ist das eine. Mut bedeutet auch nicht, keine Angst zu haben. Das sagte mal einer der Chevalier. Mut bedeutet, dass man trotz seiner Angst handlungsf├Ąhig bleibt. Und das muss auch ich schaffen. Ich darf mich von meiner Angst nicht l├Ąhmen lassen. Zumal weder Olivie noch Ihr etwas daf├╝r k├Ânnt. Nicht einmal ich kann etwas daf├╝r. M├Âchtet Ihr aus der Wanne steigen Herr?┬ź, fragte Ferrau und legte ein flauschiges Handtuch bereit.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klapperten inzwischen die Z├Ąhne vor lauter K├Ąlte und seine Lippen waren blau. Er hatte es nicht weiter beachtet. Er war es gewohnt, die Schreie seines K├Ârper zu ignorieren. Er erhob sich und st├╝tzte sich auf Ferraus Schulter ab, als er aus der Wanne stieg. ┬╗Du brauchst was mich anbelangt keine Angst zu haben, Ferrau. Es w├╝rde mir v├Âllig reichen, wenn du ein wenig lieb zu Olivie bist, wenn es nicht klappen sollte. Einfach, dass sie sich nicht missachtet und verschm├Ąht f├╝hlt. Darum geht es mir. Es muss sie verletzen, wenn ich sie erst heirate und dann niemand ihr Z├Ąrtlichkeit schenkt. Ich will nicht, dass sie denkt, sie sei unattraktiv oder absto├čend. Sie soll sehen, dass ich mir Gedanken um sie gemacht habe.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ihr m├Âchtet, dass ich mich um sie k├╝mmere, auch weiterhin? In Ordnung Herr, dann werde ich dies tun, wenn sie es m├Âchte. Eure Verlobte ist nicht absto├čend, sie ist eine h├╝bsche Frau┬ź, sagte Ferrau freundlich und schlug Ciel ins Handtuch ein. Dabei trocknete er ihn behutsam ab und schlang es vorne zu. Ferrau holte Ciels Nachtw├Ąsche und erst da befreite er Ciel von dem Handtuch, so dass dieser direkt in seine warme Kleidung mit Ferraus Hilfe schl├╝pfen konnte. ┬╗Herr so ist es besser, Ihr d├╝rft nicht zu lange so kalt baden┬ź, sagte Ferrau und trocknete Ciels Haare ab.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, ich vermute, sie wird sich nach Z├Ąrtlichkeit sehnen. Das tue ich auch, aber ich will nicht, dass sie in Intimit├Ąt m├╝ndet. Meine Z├Ąrtlichkeit ist f├╝r jemanden, der anders ist als ich, reine Frustration, das habe ich begriffen. Ich m├Âchte niemanden mehr verletzen. Wenn sie meine Braut wird, habe ich die Verantwortung daf├╝r, dass es ihr in allen Belangen gut geht und ich will nicht, dass sie sich irgendeinen Liebhaber sucht, von dem ich nichts wei├č. Die kalten B├Ąder sind Pflichtveranstaltung, Ferrau. Sie erinnern mich daran, dass dies nur Fleisch ist und kl├Ąren den Verstand.┬ź Ciel wurde angenehm schl├Ąfrig, als Ferrau ihn ihm seine angew├Ąrmte Nachtw├Ąsche ├╝berzog. Fragend runzelte er die Stirn. ┬╗Soll ich wirklich in Nachtw├Ąsche Olivie den Antrag machen?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr es ist noch nicht sp├Ąt. Ihr k├Ânnt noch etwas schlafen und Kraft sammeln. Oder soll ich Euch gleich f├╝r das Essen einkleiden?┬ź, hakte Ferrau nach

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kleide mich bitte gleich ein, sonst werde ich gem├╝tlich und m├Âchte schlafen oder Karten spielen und habe danach keine Lust mehr, irgendetwas derart stressiges zu tun. Ich muss meine Kapazit├Ąten rationieren und kann die wenige Erholungszeit nicht aufteilen und staffeln, dann ist sie weniger effektiv. Wirst du bei mir bleiben, wenn ich um ihre Hand anhalte?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Wenn ich darf, sehr gerne Herr. Das w├╝rde mich freuen┬ź, antwortete Ferrau gl├╝cklich. Er holte die besten Kleidungsst├╝cke von Ciel herbei und kleidete seinen Herrn langsam aber so schick er konnte ein. Danach frisierte er ihm die Haare und trug Parf├╝m auf. Zufrieden mit seinem Werk schaute Ferrau seinen Herrn an. ┬╗So seht Ihr sehr sch├Ân aus┬ź, versicherte er Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bitte putze meine Z├Ąhne noch und dann solltest du das Geschenk organisieren und alles in die Wege leiten, das Essen bestellen und so weiter. Bitte delegiere so viele Aufgaben davon wie m├Âglich. Ich werde noch ein wenig Papierarbeit erledigen, bis du wieder da bist.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja selbstverst├Ąndlich Herr. Ich werde dazu nur schnell in die K├╝che verschwinden m├╝ssen. Seid unbesorgt┬ź, sagte Ferrau. Er putzte seinem Herrn die Z├Ąhne und puderte ihn noch etwas ab, ehe er sich auf den Weg in die K├╝che machte. Dort bestellte er ein reichhaltiges, mehrg├Ąngiges Verlobungsmen├╝. Dies sollte alles sch├Ân arangiert werden, der Tisch sollte entsprechend den Feierlichkeiten eingedeckt werden und alles sollte mit Stimmungsvollen Kerzenschein untermalt werden. Danach machte sich Ferrau gleich auf um die Zofe von Olivie unter einem Vorwand abzufangen und auszufragen. Ciel Schwester mochte wie die meisten Frauen sch├Âne Kleider, Schmuck, sie liebte gute B├╝cher und sie den Rosengarten. Das waren Informationen mit denen er arbeiten konnte. Folglich ging er noch einmal zur├╝ck und ordnete an, dass der Blumenschmuck aus Rosen zu bestehen habe. Rose farbene Rosen, so wie sie Olivie liebte. Dann machte er sich auf zum Juwelier und schaute was er passendes an Schmuck zur Verlobung finden konnte. Es durfte nicht zu m├Ąchtig, aber auch nicht zu mickrig sein.

Ciel Felicien de Souvagne
In der Zwischenzeit sa├č Ciel an seinem Schreibtisch und beantwortete Korrespondenzen. Er wollte die Wartezeit sinnvoll nutzen.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schaute sich um und dann entdeckte er das passende Geschenk, eine goldene Brosche die Olivie auch als Haarnadel tragen konnte. Falls Ihr dieses Geschenk nicht gefiel, dann w├╝sste Ferrau auch nicht. Es war edel, wundersch├Ân, goldfarben und es w├╝rde gut zu ihrer Haarfarbe passen.

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Ferrau Du Trieux
Ferrau suchte noch eine passende Schmuckdose f├╝r die wertvolle Rose aus und machte sich dann auf dem Heimweg. Auch die Schmuckdose war mit Rosenornamenten verziert, so dass alles eine einheitliche Optik bot. Allerdings lie├č er die Dose noch offen, damit sein Herr vorher das Geschenk bewundern konnte. Ferrau klopfte und trat ein. ┬╗Herr schaut was ich Sch├Ânes f├╝r Eure Verlobte erstanden habe┬ź, verk├╝ndete er stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beendete seinen Satz und legte die Feder und den angefangenen Brief beiseite. Gespannt nahm er die Schmuckdose in die Hand und betrachtete den Inhalt. ┬╗Schmuck in Rosenform, zwei Dinge, die sie sch├Ątzt in einem. Es ist wundersch├Ân.┬ź Ciel betrachtete das Schmuckst├╝ck begeisert. ┬╗Das wird ihr sicher gefallen. Ferrau, du musst dich auch noch passend umziehen, wenn du dabei sein m├Âchtest. Unsere Kleidung muss zueinander passen. In welchem Raum wird alles vorbereitet?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr Ihr habt Recht. In einem separaten Speisesaal. Es wird alles mit Rose farbenen Rosen geschm├╝ckt werden und es wird ged├Ąmpftes Kerzenlicht geben. Die Musik habe ich nicht vergessen, aber mir ist niemand eingefallen. Ich hoffe Ihr seid nicht b├Âse drum. Ihr werdet Euch sicher angeregt mit Olivie unterhalten. Sie ist ja ein ganz heller Kopf wie man so sagt und sie treibt sich auch ├Âfters in der Bibliothek herum. Falls Ihr etwas besprechen m├Âchtet, sie liebt den Rosengarten. Schneidet dies an, deshalb das Geschenk┬ź, sagte Ferrau und machte sich daran, sich schnell umziehen zu gehen. Er stellte fest, dass er eindeutig mehr Gaderobe ben├Âtigte als bei Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber Musik ist wichtig, du sagtest, sie geh├Ârt dazu!┬ź Er rang mit sich. ┬╗Nein, Nathan will ich nicht dabei haben. Dann muss es ohne Musik gehen.┬ź Angespannt wartete er darauf, dass Ferrau sich umgezogen hatte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau zog sich um, k├Ąmmte sich ordentlich seine Haare und nahm einen Tropfen Parf├╝m. ┬╗Ein Musikant aus einer Taverne habe ich zuerst gedacht. Aber besser ist Stille als schlechte Musik Herr. Wir k├Ânnen wenn Ihr soweit seid┬ź, bot Ferrau h├Âflich an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Ferrau von Kopf bis Fu├č. ┬╗Schick siehst du aus, so wirst du ihr gefallen. Ich w├╝rde schlechter Musik den Vorzug geben, da kann man notfalls gemeinsam dr├╝ber lachen, als wenn peinliche Stille eintritt. Zudem hat Musik eine beruhigende Wirkung. Es tut mir leid, aber ich habe es mir ├╝berlegt. Wir brauchen unbedingt einen Musikanten. Du wirst allerdings so sch├Ân gekleidet nicht in eine stinkende Taverne gehen, schicke irgendwen. So lange muss es noch warten.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau eilte wieder nach drau├čen und griff sich den erstbesten Hausdiener. ┬╗H├Âr zu, f├╝r die Verlobung von Prince Ciel de Souvagne ben├Âtige ich umgehend einen Musikanten. Klappere die Tavernen ab und besorge jemanden. Falls der Mann nicht singen kann, suche jemanden der mit der Fidel umzugehen wei├č. Hurtig!┬ź, befahl der Leibdiener. Der Diener eilte von dannen und kam ungef├Ąhr 40 Min sp├Ąter wieder im Schlepptau mit einem ├Ąlteren Herrn der seine Geige fest in der Hand hielt. ┬╗Wunderbar, hab Dank┬ź, freute sich Ferrau und f├╝hrte den Musikanten direkt in das Speisezimmer und instruierte ihn. ┬╗Sobald mein Herr gemeinsam mit mir das Zimmer betritt spielt wartet ihr ab. Sobald die gn├Ądige Frau den Raum betritt spielt ihn los. Spielt etwas leichtes, freundliches, etwas das die freundliche Stimmung untermalt, damit kein Schweigen aufkommt. Es handelt sich um eine Verlobung!┬ź, erl├Ąuterte Ferrau ernst. ┬╗Gewiss wir spielen auch immer f├╝r die G├Ąste, wenn diese essen unsere Nudel┬ź, sagte der Mann freundlich und zwirbelte seinen immensen Schnurrbart. ┬╗Sehr sch├Ân┬ź, sagte Ferrau und schob ihn in den Speisesaal. Danach eilte er zur├╝ck zu seinem Herrn und machte eine einladende Geste. ┬╗Der Musikant ist zugegen Herr. Folgt mir bitte┬ź, bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einen letzten Moment, Ferrau┬ź, bat Ciel. ┬╗Bleib stehen, wo du gerade bist.┬ź Er r├╝ckte samt Stuhl an Ferrau heran und legte seine Hand auf dessen Herz. Er sp├╝rte den Herzschlag seines Dieners, der genau so aufgeregt war, wie er selbst. Beruhigen w├╝rde ihn die Ma├čnahme nicht, dennoch wollte er es so und brachte sein eigenes Herz in den selben Takt. ┬╗Nun k├Ânnen wir gehen.┬ź Er erhob sich und folgte Ferrau in den Speisesaal. Er wusste nicht einmal, ob seine k├╝nftige Braut schon anwesend war oder ob man sie noch zu ihm geleiten w├╝rde. Egal. Er w├╝rde das Beste aus der Situation machen. Sie beide kannten sich von Kindheit an und mochten sich sehr. Er konnte von der Sache her nichts falsch machen und wenn doch, dann w├╝rde er es eben ├╝berspielen.
Ferrau Du Trieux
Der Musikant nickte den eintretenden Herren h├Âflich zu und nahm seine Geige schon bereit zur Hand. Olivie war noch nicht anwesend, dies hatte Ferrau so arrangiert. ┬╗Eure Verlobte wird einige Minuten nach Euch erscheinen Herr. Eine Dame hasst es zu warten, drum dachte ich, zeigt Ihr Eurer zuk├╝nftigen Frau, dass sie es wert ist - dass Ihr auf sie wartet┬ź, erkl├Ąrte Ferrau den Umstand und zog den Stuhl zurecht, damit sich Ciel setzen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, wo du Recht hast ... muss ich aufstehen, wenn sie kommt? Nat├╝rlich muss ich dann aufstehen! H├Ąltst du ihr die T├╝r auf? Wie empfange ich sie? Bei Ainuwar!┬ź Ciel st├Âhnte. Sein sinst so blasses Gesicht war ger├Âtet und nur Ferraus Schminkkunst war es zu verdanken, dass er nicht aussah wie eine gl├Ąnzende Tomate. ┬╗Es wird schon gut gehen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr beruhigt Euch bitte. Sobald sie ankommt werde ich die T├╝r ├Âffnen. Ihr steht auf und begr├╝├čt sie mit ener Verbeugung und einem Handkuss. Ihr zieht Eurer Verlobten den Stuhl zurecht und r├╝ckt ihn an den Tisch heran und ich lasse nach dem ersten Gang schicken. Sobald Olivie eintritt wird der Musikant losspielen┬ź, antwortete Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗In Ordnung.┬ź Ciel versuchte, sich zu konzentrieren. Sonst hatte er damit keine Probleme, doch heute war er sehr unsicher. Der Umstand, dass es sich um seine Schwester handelte und nicht um irgendwen, schien das Ganze auf einmal nicht zu vereinfachen, sondern zu erschweren. Er legte die H├Ąnde auf den Tisch und achtete auf den eigenen Herzschlag, der dem von Ferrau entsprach. So wartete er darauf, drau├čen Schritte zu h├Âren.

Die Verlobung von Ciel und Olivie >>
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#9

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 17. Jun 2018, 08:22

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klopfte an die T├╝r zu Verrills Gemach. Er klopfte eigenh├Ąndig, denn er war ohne seinen Leibdiener hergekommen und das aus gutem Grunde. Nerv├Âs k├Ąmmte er sich mit den Fingern seine Haare zurecht, w├Ąhrend er auf die Antwort wartete.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gaston ├Âffnete wenige Minuten sp├Ąter die T├╝r und musterte Ciel freundlich. ┬╗Guten Tag Eure Hoheit, tretet bitte ein. Laut meinem Herrn, seid Ihr jederzeit willkommen┬ź, sagte der alte Leibdiener respektvoll und gab den Weg frei. Gregoire sa├č gemeinsam mit Lin auf dem Sofa und sie spielten Karten. Als Ciel eintrat schauten beide gut gelaunt auf. ┬╗Was treibt Dich her Ciel? Setz Dich dazu, Gaston eine Tasse Kaffee f├╝r meinen Bruder und etwas Geb├Ąck┬ź, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Gaston┬ź, sagte Ciel freundlich. Er mochte den neuen Leibdiener von Verrill. Er trat ein und wollte sich schon freuen, da sah er, wie viele Leute hier noch mit rumsa├čen. Linhard und Brandur. Na wunderbar. Ciel lie├č sich nichts anmerken, begr├╝├čte alle und setzte sich dazu, weit weg von Verrill. Etwas zerknirscht nahm er sich einen der ber├╝hmten rosa Kekse, von denen er nun wusste, dass Verrill sie eigenh├Ąndig buk. ┬╗Oh, mich treibt nichts Spezielles. Nur dies und das, der Wunsch nach Gesellschaft.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gaston servierte eine gro├če Kanne Kaffee, damit sich jeder nach Belieben nachschenken konnte und stellte eine Etagerie an Keksen auf den Tisch, gef├╝llt mit einer reichlichen Auswahl an Keksen und Kekssorten. Linhard nahm sich einen der neuen Kekse und musterte Ciel. Sein Gesicht blieb ernst, aber man sah an seinen Augen, dass er sich ein Lachen verkniff. ┬╗Paps hast Du Lust eine Runde spazieren zu gehen? Ich habe Dir noch gar nicht Aquillia gezeigt. Sie ist der Hammer. Ich habe ihr schon einiges beigebracht, Hallo und Merde kann sie rufen┬ź, grinste Lin und a├č den Keks in winzigen Bissen. ┬╗Habe ich schon erw├Ąhnt dass ich Nichtraucher bin?┬ź, fragte er gut gelaunt.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill strich Linhard dankbar ├╝ber den R├╝cken und r├Ąumte die Karten zusammen. ┬╗Du hast ehrlich verloren, da Du kapitulierst. Folglich wei├čt Du wer heute Dienst hat┬ź, lachte Greg hinter vorgehaltener Hand. ┬╗Merde, das wichtigste Wort... aber sie sollte es nicht auf irgendeinem Staatsbesuch rufen, dass k├Ânnte f├╝r Verwirrung sorgen. Bring ihr lieber was anst├Ąndiges bei. Falls Ihr nach Beaufort reitet, denk an meine Bestellung und hol sie bitte ab┬ź ,bat Verrill und k├╝sste Lin. ┬╗Nichtraucher seit 24 Stunden Schatz┬ź, grinste er.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Erstaunlich┬ź, murmelte Brandur. ┬╗Wie hast du das geschafft? Hat Benito dir eines seiner Mittelchen aufgeschwatzt oder gelang es dir durch pure Willenskraft?┬ź Demonstrativ blieb er noch sitzen und trank erst einmal seinen Kaffee zu Ende. Er war lange genug k├Ârperlos gewesen und froh, endlich wieder einen Geschmackssinn zu besitzen.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nein ich habe es einfach ohne Hilfsmittel versucht. Verrill hat mich drum gebeten, wegen dem Gestank, weil ich danach stinken w├╝rde, weil es die Z├Ąhne kaputt macht und weil es schlecht f├╝r die Zeugungsf├Ąhigkeit w├Ąre. Letzteres war ausschlaggebend und ich wollte nicht stinken wie ein toter Iltis. Aber irgendwie ist das nicht so einfach wie ich dachte. So f├╝hlen sich Leute die eine Di├Ąt machen vermute ich Paps. Die Kekse sind gut oder? Ich dachte ich lenke mich einfach ab. Und je l├Ąnger ich durchhalte, je mehr Tage Erfolg h├Ątte ich zu verlieren. Das hei├čt, je h├Ąrter halte ich durch. Wobei ich rauche ja schon eine Weile. Wann hattest Du damals angefangen zu rauchen?┬ź, hakte Lin nach und a├č noch einen Keks.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich habe bereits als Kind geraucht. Es hat meinen Vater nicht interessiert. Aber ich wurde dann aufgrund meines ersten Ablebens in einen kalten Entzug geworfen. Es dauerte lange, bis ich danach durch Kasimir Pfeifenkraut organisiert bekam. Fortan habe ich nicht mehr so viel geraucht wie zuvor, nur noch einen Bruchteil, vor allem aus Sorge, da mir nat├╝rlich die gesundheitlichen Folgen bekannt sind und ich in der Nachtburg keinen Medicus besa├č. Und mein R├╝cken bereitete mir schon genug Probleme, da brauchte ich nicht auch noch Raucherhusten oder Schlimmeres. Ja, die Kekse sind hervorragend. Iss nur, Junge, iss so viele du magst.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Mit h├Âflich-gestressten Gesichtsausdruck geduldete sich Ciel und nahm sich ebenfalls einen Keks.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich habe auch mit 13 Jahren rum angefangen richtig zu rauchen, also permanent. Angefangen habe ich so mit 11 Jahren. Aber da habe ich nicht t├Ąglich gequarzt. Ja die sind von Greg, die sind super. Du darfst das wissen. Ciel was ist los, Du wirkst so angespannt? Sollen wir Euch beide allein lassen?┬ź, fragte Lin mit einem Zwinkern.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich liegt nicht in meiner Absicht, irgendjemanden zu verjagen┬ź, log Ciel und spielte mit einer Glasrose, die er mitgebracht hatte.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Du konntest schon mal besser heucheln Ciel, Du bist zu sehr durch den Wind. Aber hier musst Du keine Maske tragen. Paps und ich lassen Dich mit Greg alleine. Wir sind heute Abend wieder da. Also bis sp├Ąter┬ź, sagte Lin und dr├╝ckte kurz Ciels Schulter, dann beugte er sich zu Verrill und k├╝sste ihn lange und fest. ┬╗Bis sp├Ąter Schatz┬ź, grinste er breit, steckte einige Kekse ein und schnappte sich seinen Mantel. ┬╗Komm Paps, wir machen einen Ausflug┬ź, erkl├Ąrte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja bis sp├Ąter und kommt nicht zu sp├Ąt zur├╝ck. Wir Essen gemeinsam zu Abend, vergesst das nicht┬ź, bat Greg freundlich. Er wartete ab bis die beiden verschwunden waren, ehe er Ciel fragend musterte. ┬╗Was ist los Ciel, ist irgendwas passiert?┬ź, fragte Greg leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe absichtlich durchklingen lassen, dass ich das Gegenteil meine, damit ihr verschwindet┬ź, erwiderte Ciel, aber er l├Ąchelte dabei, damit Linhard sah, dass es nicht gegen ihn gerichtet war. Er wartete, bis die beiden den Raum verlassen hatten. Dann legte er die Rose vor Gregoire auf den Tisch. ┬╗Die hat mir Ferrau ├╝berreicht. Erst sagte er, ich solle sie Olivie schenken und dann rief er - nachdem ich schon fast seine Kammer damit verlassen hatte - mir noch hinterher, dass ich sie auch behalten k├Ânne. Was sagst du dazu?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire nahm die Glasrose vorsichtig zur Hand und betrachtete sie sich eingehend. ┬╗Was ich dazu sagen?┬ź, schmunzelte er. ┬╗Nun dass sich Dein Wunsch wohl schneller erf├╝llt, als Du gedacht h├Ąttest. Ferrau ist nicht nur Dein Leibdiener, er ist sogar Dein Leibeigener. Ein Leibdiener kann ja auch eine freie Person von Stand sein. Aber Ferrau ist, wie schon gesagt Dein Leibeigener. Die meisten Leibeigenen arbeiten f├╝r Kost, Logis, sprich Du finanzierst alles was sie ihr Leben lang ben├Âtigen. B├Âse gesprochen wie einem Haustier, aber Du wei├čt was ich meine. Du bezahlst alles, sie bekommen, wenn Du gro├čz├╝gig bist ein Taschengeld zugedacht. Arme Herren k├Ânnen das nicht gew├Ąhren, dort arbeiten die Leibeigenen f├╝r drei Teller Gr├╝tze, Kleidung und einen Schlafplatz. Diese Rose ist nicht einfach aus Glas Ciel. Sie ist aus Kristall. Sie ist nicht gegossen, sie ist nicht geblasen sie ist geschliffenes Glas. Glas ist teuer Ciel. Das billigste Pressglas oder gegossene Glas ist schon f├╝r die meisten Leibdiener gewaltig teuer. Und er hat Dir etwas sehr teures gekauft. Das hei├čt Du bist ihm sehr viel wert. Du damit Du die Rose beh├Ąltst oder durch sie gl├╝cklich wirst. Was mich zu einer weiteren Frage bringt, woher hatte Ferrau das Geld oder hat er sie gestohlen? Oder hat er sie von seinem Dienstbotenbudget bezahlt? Daf├╝r sollte er eigentlich andere Dinge kaufen. Aber die Rose zeigt reine Zuneigung, er verehrt Dich Ciel. Du bist f├╝r ihn sehr wertvoll, Du bedeutest ihm sehr viel┬ź, sagte Gregoire und legte die Rose behutsam zur├╝ck auf den Tisch. ┬╗Ein au├čergew├Âhnliches Geschenk und wundersch├Ân┬ź, sagte Verrill freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm die Rose noch vorsichtiger als zuvor wieder in die H├Ąnde, fast and├Ąchtig. ┬╗F├╝r sich selbst hat er nur ein paar Hausschuhe und eine Tagesdecke gekauft. Und ein Tablett f├╝r sein Essgeschirr. Du hast recht, er sollte sein Taschengeld nicht f├╝r mich ausgeben. Er h├Ątte mir auch einfach sagen k├Ânnen, dass er neue Schuhe ben├Âtigt oder eine Kuscheldecke. So was braucht er doch nicht kaufen, er h├Ątte sich von dem Geld seine Freizeit vers├╝├čen k├Ânnen, indem er irgendwo etwas Essen geht oder dergleichen.┬ź Ein Ausdruck von Besorgnis huschte ├╝ber Ciels Gesicht. ┬╗Nun habe ich noch mehr Sorgen, es ihm zu sagen und das alles zu zerst├Âren.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Oder die Rose sagt Dir genau dass, was Du gerne h├Âren w├╝rdest. Nur er darf es Dir nicht sagen. Er kann Dir nicht ungefragt sagen, dass er Dich liebt falls dem so ist. W├╝rdest Du das als Bel├Ąstigung empfinden, w├Ąre er entweder zur├╝ck in der Dienstbotenk├╝che oder w├╝rde sogar des Hofes verwiesen. M├Âglich w├Ąre sogar, dass er abgegeben wird, sprich verschenkt oder ├╝bereignet wird. Darum wird er dazu schweigen. Er sagt es Dir ohne Worte. Das vermute ich. Ob er Dich als Partner liebt, kann ich Dir nicht sagen. Aber ich kann Dir versichern, dass Du ihm unheimlich viel bedeutest. Vergleiche das mal mit Fabs und Paps, dann wei├čt Du wo der Hase langl├Ąuft┬ź, schmunzelte Verrill und strich Ciel durch die Haare. ┬╗Ciel Du musst mehr auf Deine Gesundheit achten, dass m├Âchte ich Dir sagen. Hast Du Dich in letzter Zeit einmal genau betrachtet? Du bist ausgezehrt und Dein Haar ist sch├╝tter. Geh mit Dir selbst etwas besser um┬ź, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Paps und Fabs?┬ź, wiederholte Ciel. ┬╗Der Mann hei├čt Fabien und ist ein denkbar unpassender Vergleich. Du wei├čt, dass ich den Kerl nicht sonderlich gut leiden kann. Er ist kein Vergleich zu dem guten Ferrau.┬ź Ciel drehte die Rose unschl├╝ssig in den Fingern. ┬╗Ich werde es nie herausfinden, was er meint, wenn ich nicht selbst nachforsche. Dabei sollte er doch wissen, dass ich ihn niemals ... oh.┬ź Ihm fiel wieder ein, was er mit Nathan angestellt hatte. ┬╗Gut, wenn man genau dar├╝ber nachdenkt, kann man seine Bedenken verstehen, sollte er ├╝berhaupt auch nur ansatzweise in die Richtung denken. Ich brauche keine Haare, Greg. Wozu gibt es Per├╝cken? Ich habe die Zutaten f├╝r sein Lieblingsessen in der K├╝che bestellen lassen. Ob sie Seeigel vorr├Ątig haben, da war ich mir nicht sicher. Was schl├Ągst du vor, sie soll ich vorgehen?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich wei├č Ciel, aber Fabien hat Dir Nathan nicht weggenommen, Du hast ihn weggegeben. Die beiden haben etwas geteilt, was sie vermisst haben. Das kann man ihnen nat├╝rlich dienstlich vorwerfen, aber menschlich, kann man das nicht. Mir ist bekannt wie Du Nathan gesehen hast, aber nicht Nathan hat sich auf das Podest gestellt Ciel. Du hast ihn da hinauf gehoben und herabgesto├čen. Das gleiche hast Du einmal mit mir gemacht. Du hast mir gesagt wie vollkommen ich bin und als Du w├╝tend warst, hast Du mir das Gegenteil ins Gesicht geschleudert. Ich klage Dich damit nicht an, ich m├Âchte Dir etwas aufzeigen. Ich wei├č, dass Du das nicht aus B├Âswilligkeit getan hast, sondern weil Du verletzt warst und Dich in die Ecke gedr├Ąngt gef├╝hlt hast. Und genau das wird es bei Nathan auch gewesen sein Ciel. Du f├╝hlst Dich von Fabien bestohlen und hintergangen, er hat Dir etwas genommen, etwas besudelt was Dir geh├Ârte. Ja Nathan geh├Ârte Dir Ciel. Aber auch Nathan hat eine Seele und Gef├╝hle. Hast Du Nathan als den geliebt der er war oder als die Person die er h├Ątte sein k├Ânnen? Sprich die Figur, die Du ihn im gesehen hast? Hast Du jemals Nathan gefragt wie er sich selbst sieht? Hast Du ihn Dir je neutral angesehen? Ich glaube nicht Ciel. Mach nicht den gleichen Fehler erneut bei Ferrau. Nathan war Dein kleiner Bruder, er hat Dir vertraut und sich in Deine f├╝hrenden H├Ąnde gegeben, aber er war nicht Dein Mann Ciel. Er war nie Dein Partner, Du hast ihn zu einem Heiligen zwangshochstilisiert und zwar so hoch, dass selbst Nathan nicht mehr an sein eigenes Idealbild heranreichte. Er hat in seinem eigenen Schatten gestanden Ciel. Ferrau mag Dich auf v├Âllig andere Weise. Wenn Du diesmal wieder nur siehst, was Du sehen m├Âchtest, k├Ânnte Dir etwas sehr Sch├Ânes entgehen. Zumindest solltest Du f├╝r Klarheit zwischen Euch sorgen, f├╝r Euch beide. Damit Ihr wisst woran Ihr seid. Das haben wir beide doch auch oder? Also gib Ferrau seine Chance sprechen zu d├╝rfen, offen, ehrlich und frei von der Seele weg. Sieh die Rose als Schl├╝ssel dazu┬ź, antwortete Verrill und dr├╝ckte Ciels Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├Âffnete den Mund, um Gregoire zu unterbrechen, als er ├╝ber ihn und Nathan sprach, aber dann schloss er ihn wieder und h├Ârte ihm bis zu Ende zu. Er lehnte sich auf dem Sofa zur├╝ck, fuhr sich durch sein sp├Ąrliches, strohiges Haar und bemerkte, dass etliche davon zwischen seinen Fingern h├Ąngen blieben. Er legte sie auf eine Serviellte, damit sie nicht in Gregoires Wohnung herumflogen und Gaston sie bequem entsorgen konnte. ┬╗Nein, ich habe Nathan nie gefragt. Warum auch? Er hatte sich nie beschwert. Dieser Wechsel kam so pl├Âtzlich ... sie h├Ątten beide mit mir reden m├╝ssen. Ich bin doch kein b├Âser Mensch, Greg. Ich w├╝rde keinem von beidem etwas ...┬ź In einem Anflug von Qual kr├╝mmte er sich zusammen. ┬╗Doch, genau das habe ich getan. Nein, du hast vollkommen Recht. Das darf kein zweites Mal geschehen. F├╝r Nathan ist es sicher besser, nun bei Dreaux zu dienen. Ich werde Ferrau um ein offenes Gespr├Ąch bitten, w├Ąhrend wir seinen Seeigel essen, den er sich gew├╝nscht hatte. Vielleicht ... sollten wir die Idee mit dem Parfum verwerfen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill setzte sich neben Ciel und legte ihm einen Arm um die Schulter. ┬╗Du bist kein b├Âser Mensch Ciel, Du bist Ferraus Herr! Du warst Nathans Herr! Du bist wenn man es ganz genau betrachtet, hinter Vater, Dreux und mir der viertm├Ąchtigste Mann im Staat. Dein Wort ist Gesetz. Deine Befehle sind Gesetz. Deine W├╝nsche sind Gesetz. Wenn Du es drauf anlegst, kannst Du eine Person zum Tode verurteilen, Du kannst eine Familie verbannen, Du kannst eine S├Ąuberung, Bereinigung, eine Negierung - sprich eine Auf-Null-Setzung befehlen, wenn Du Dich bedroht f├╝hlst. Du kannst Leute inhaftieren lassen, Du kannst Leute verh├Âren lassen, Du kannst sie im Kerker verrotten lassen. All diese M├Âglichkeiten hast Du. Die haben wir. Letztendlich k├Ânnen Dir nur zwei Personen Einhalt gebieten, Papa und Dreux. Mein Wort st├Ąnde gegen Deines, wir beides sind keine Kronprinzen. Das einzige was Dich von einer Willk├╝r abh├Ąlt oder vom Machtmissbrauch ist unsere Erziehung, unser Charakter, unser Pflichtbewusstsein und unsere Liebe zu den unseren wie Vater es nennt. Und nun stell Dir vor, Du bist kein Royal, Du bist kein Adliger, Du bist nicht einmal Niederadel oder B├╝rgerlicher, Du bist Leibeigener. Viele m├Âgen es, dass sie fest in der Hand eines Herrn sind der sich um alles k├╝mmert. Aber die Hand die f├╝ttert hat auch gewaltige Macht. Und Du hast macht ├╝ber einen gesamten Staat und dessen Staatsapparat. Und nun soll Dir ein Leibeigener, der im Grunde in Deinem Weltbild nicht einmal vorkommt, Dir ins Gesicht sagen was er sich w├╝nscht, wovor er Angst hat und er soll offen mit Dir reden? Kannst Du Dir nicht ansatzweise vorstellen, welche Konsequenzen er f├╝rchtet? Du und Ferrau, Ihr lebt beide in Souvagne, aber in einer v├Âllig anderen Welt. Ferrau kann nichts bestimmen, Du k├Ânntest einen Krieg erkl├Ąren. Du k├Ânntest mit einem Befehl Tempel niederrei├čen lassen oder eine neue Religion ausrufen. Und Dir soll ein Nathan nebenbei sagen, wovor er Angst hat? Ich mache es an seiner statt - genau davor. Vor der Macht die Du als Person darstellst. Schau Dir Paps oder Dreux auf dem Thron an und schau sie Dir privat an. Dann verstehst auch Du was ich meine. Denn selbst wir sind vor den beiden klein. Was erwartest Du denn dann bitte von Nathan oder Ferrau? Ein falsches Wort kann ihr Tod bedeuten. Das dies nicht so kommen wird, davon gehen sie aus. Aber glauben, ist nicht wissen. Seeigel hat die K├╝che immer parat, da Paps sie gerne isst, mach Dir deshalb keine Gedanken Ciel. Wenn also so eine Frage wie ein Gespenst im Raum steht, musst Du die Frage stellen, Nathan, Ferrau und Co werden antworten. Aber von sich aus werden sie so etwas nicht von sich geben. Die Idee mit dem Parf├╝m legen wir ad acta Ciel, Du hast Deine Rose. Bringe ihm etwas ├Ąhnliches mit und rede mit ihm. Ich habe Deinen Ferrau falsch eingesch├Ątzt, aber an dem Tag dachte ich auch nur mit dem Schwanz, weder mit dem Herz, Hirn, noch mit einem Teil der weiblichen Seite - ich dachte rein daran Lin zu imponieren und ich wollte ihn... das ist die ganze Wahrheit┬ź, erkl├Ąrte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č, dass du damit dachtest. Ich habe oft genug M├Ąnner erlebt, die das tun und darum will ich das eben nicht, sondern w├Ąge alles, so gut ich kann, mit dem Verstand ab, auch die Sache mit Ferrau. Drum rede und rede ich hier, anstatt es einfach zu tun ... mit dir dar├╝ber zu sprechen hilft mir beim Nachdenken. Dabei hat Bellamy mich vor kurzem noch als einen Mann der Tat bezeichnet, aber da ging es nicht um so etwas emotionales. Da ging es darum, dass ich ihn als Schwertmeister wollte. Ich bin in R├╝stung zu ihm in den Kerker marschiert und habe mich mit ihm gemessen. Der Mann ist eine Urgewalt, aber er hat auch Verstand. Das glaubt man manchmal gar nicht bei seinem groben Mundwerk und seinem rohen Gehabe, aber doch, er ist intelligent. Am Ende habe ich mit ihm sogar ├╝ber meine Ehe gesprochen. Mit ihm! Bellamy!┬ź Er lachte etwas und sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Deine Erl├Ąuterung ├Âffnet mir so eben ein klein wenig die Augen. Manchmal denkt man, aber dreht sich dabei im Kreise. So habe ich das nie gesehen, da ich selbst ja wei├č, wie ich entscheiden w├╝rde. Es schmerzt mich, dass meine Leibdiener in dem Sinne trotz allem so viel Respekt haben m├╝ssen, dass es an Angst grenzt oder vielleicht auch Angst ist. Vielleicht nutze ich dies manchmal sogar aus, wenn ich dar├╝ber nachdenke. Wenn ich mich allein f├╝hle, dann liege ich mit Ferrau auf dem Sofa. Ich frage ihn nicht, er muss sich da eben hinlegen und mich bei sich ertragen. Nat├╝rlich w├╝rde er nie wagen, etwas anderes zu sagen. Wobei ... ich glaube doch. Er kann ziemlich bockig sein.┬ź Ciel dachte an das Erlebnis im Schrank zur├╝ck, wo Ferrau sogar seine Hand weggeschoben hatte. ┬╗Wie kann ich mir sicher sein, dass er ehrlich ist? Und was soll ich ihm schenken? Greg, du musst mir helfen! Ich kann mir nicht gut Geschenke ├╝berlegen, manchmal ├Ąrgern diese den Beschenkten sogar, anstatt ihn zu erfreuen!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du nutzt es nicht aus, f├╝r Dich ist diese Macht derma├čen eine Selbstverst├Ąndlichkeit, dass Du sie nicht mehr wahrnimmst. Das Problem haben wir alle einmal und zum Gl├╝ck sind wir nicht allein. Mir hilft es ebenso mit Dir zu reden Ciel. Nun es war nicht einfach nur mit dem Schwanz denken. Das tue ich sonst so gut wie nie, sondern ich habe mich durchaus im Griff. Es kam erschwerend hinzu, dass ich ├╝ber beide Ohren verknallt war und ihn von mir als Kerl ├╝berzeugen wollte. Ich wollte ihn und ich wollte ihn jetzt, direkt, ich wollte dass er ganz meiner wird. Ich wollte mit ihm ins Bett und er sollte sehen dass ich kein Weichei bin. Und ich wollte nicht, dass er mich l├Ąnger zappeln l├Ąsst. Darum war ich auf 180, es war eine sagen wir mal prik├Ąre Mischung. Und gerade dabei h├Ątte ich einfach mal einen Schritt zur├╝ck machen sollen, durchatmen sollen und Lin einfach sagen sollen was ich f├╝hle und mir w├╝nsche. Dann h├Ątte Ferrau auch nicht nie Sch├╝rhaken abbekommen, aber wie Du schon richtig sagst, manchmal hat man in solchen Moment Scheuklappen auf. Und nimmt einem die keiner ab, kann es mit unserer Macht fatale Folgen haben. Normalerweise w├Ąre ich f├╝r so eine Art K├Ârperverletzung als Gleichgestellter von Ferrau zu Zwangsarbeit und Schmerzensgeld verurteilt worden. Was geschah mit mir? Nichts, ich habe mich vor Vater zu verantworten. Die Strafe wird sicher noch folgen, aber ich muss ganz gewiss nicht auf dem Acker ackern und davon Ferraus Schmerzengeld zahlen. Und genau dass sollte mich nicht zuschlagen lassen, sondern zweimal ├╝berlegen lassen, warum ich dieses Privileg genie├če. Jetzt sehe ich die Sache klar, jetzt ist Lin mein Mann, wir sind ein Paar und ich habe was ich mir so sehr w├╝nschte. Aber war es deshalb Recht, aus Frust Ferrau eins ├╝berzubraten in dieser Art? Nein, es war widerlich. Und genau so hast Du mit Nathan gehandelt, Du hast getan was Du tun konntest, ohne nachzudenken weshalb Du ├╝berhaupt diese Macht hast. Sie ist angeboren, wie unsere Finger. Die hinterfragen wir auch nicht. Wir nutzen die Finger, wir nutzen unsere Macht. Nur ab und an, sollte man alles hinterfragen, das warum und da wieso, und weshalb mache Dinge sind wie sie sind - und wenn Du Gl├╝ck hast, wei├č jemand die Antwort oder Du findest sie in einem Buch. Sie haben keine Todesangst vor Dir, sondern Respekt. Todesangst wohl erst, w├╝rdest Du den Befehl Block aussprechen, aber Respekt hat der kleinste bis der h├Âchste Mann vor Dir - also der Hochadel Ciel, denn Du bist royal - hoheitlich. Vergiss das nie, ich habe es einmal vergessen und dass passiert mir nie wieder┬ź, antwortete Verrill und dr├╝ckte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte Greg zur├╝ck und kuschelte sich an ihn. ┬╗Es war ein Fehler, Nathan auf diese Weise von mir zu sto├čen. Wenn, dann h├Ątte es anders ablaufen m├╝ssen, vern├╝nftiger. Ich war ganz und gar nicht vern├╝nftig und vielleicht habe sogar ich in diesem Moment mit jenem uns├Ąglichen K├Ârperteil gedacht, was so viel Leid zu bringen vermag. Dass Fabien ihn hatte ... und ich nicht ... das war ein Gef├╝hl, wie eine Lanze genau durchs Herz. Ich habe mich vor ihm geekelt, ich war w├╝tend, aber ich war auch eifers├╝chtig ohne Ende. Bei Ferrau m├Âchte ich diese vielen Fehler, die ich gemacht habe, nicht wiederholen. Ich mag den schleichenden, schwindelnden, in Fettn├Ąpfchen tappenden, bockigen und unsagbar lieben Kerl so, das kannst du dir kaum vorstellen. Aber wer sagt einem, dass man ├╝berhaupt einen Fehler macht? Dazu braucht es dich oder Dreaux oder Papa. Ein anderer w├╝rde es kaum wagen. Wei├čt du, was ich Ferrau schenken k├Ânnte?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Darum ist eine Familie so wichtig und wertvoll Ciel. Denn wie Du schon richtig sagst, wenn wir uns nicht die Wahrheit sagen k├Ânnen, wer dann? Und aus dem Grund sollte ein Duc auch nicht nur einen Sohn haben. Vater hat vern├╝nftig entschieden, dass wir Dreux als Furisto zur Seite stehen sollen. Denn auch ein Duc ben├Âtigt einmal einen Rat. Und dass Dreux gemeinsam mit Vater regiert bis zur Amts├╝bergabe, finde ich auch eine sehr sch├Âne L├Âsung. Die L├Âsung mit warmen H├Ąnden, klingt ehr nach der L├Âsung eines w├Ąrmenden Herzens oder? Beides klingt so gut, wie die L├Âsung auch ist. Ein Miteinander und kein nacheinander. Was Du ihm schenken k├Ânntest, h├Ąngt davon ab, was er liebt oder gerne mag. Soweit ich das bei Euch mitbekommen habe liebt er doch Gesellschaftspiele. Schenke ihm doch eines und zwar ein besonderes. Vielleicht handgeschnitzt aus Holz, oder eines aus Glas, ganz was Dir so einf├Ąllt. Das w├╝rde ihm sicher gefallen und ihr k├Ânntet es auch noch jeden Abend gemeinsam benutzen. Ja bei Nathan bist Du so ausgeflippt aus Eifersucht, wie ich bei Ferrau. Du hattest Nathan scheinbar an Fabien verloren und ich hatte Angst dass mir jemand Lin im letzten Moment vor der Nase wegschnappt. Verknallt, geil und unter Druck ist keine gute Kombination. In diesem Fall sollte man keine Entscheidung treffen, aber wir beide haben eine Entscheidung getroffen und das werden wir nicht noch einmal tun. Ferrau scheint auch bescheiden zu sein, was seine Sachen angeht, vielleicht kaufst Du ihm auch etwas ganz pers├Ânliches. Einen neuen Mantel aus weicher Wolle nur f├╝r ihn. Oder neue Schuhe, die f├╝r ihn angefertigt wurden. Eine zus├Ątzliche warme Decke oder einige Kissen, eine neue Einrichtung f├╝r seinen kleinen Raum, etwas wo er sich gut aufgehoben und gewertsch├Ątzt f├╝hlt┬ź, schlug Gregoire vor und streichelte Ciel beruhigend den R├╝cken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ein w├Ąrmendes Herz ... was f├╝r ein sch├Ânes Bild. Ich habe nie ein Gesetz so sehr gesch├Ątzt wie dieses. Und das f├╝r dich wird auch bald fertig ausgearbeitet sein.┬ź Er k├╝sste Gregoire auf den Mund. ┬╗Du hast mir gute Anhaltspunkte gegeben, den Rest muss ich allein schaffen. Danke, Verrill. Du hast mir sehr geholfen.┬ź Ciel nahm die Rose in beide H├Ąnde und legte sch├╝tzend die Finger darum, ehe er aufstand. ┬╗Ich werde die Vorbereitungen treffen lassen und Ferrau heute zum Abendbrot mit seinem Lieblingsgericht ├╝berraschen. Und dir schicke ich deinen Mann und deinen Schwiegervater zur├╝ck. Dass ausgerechnet Brandur einmal mehr Haare hat als ich, ist schon irgendwo dem├╝tigend, aber er scheint Linhard gut zu tun. Falls wir uns heute nicht mehr sehen, treffe ich dich morgen wieder und sage dir Bescheid. Bitte dr├╝ck mir die Daumen, dass alles gut l├Ąuft und Ferrau es mir nicht ├╝bel nimmt.┬ź Er streichelte die Rose mit dem Daumen, dann lie├č er sich von Gaston nach drau├čen geleiten.
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Rose aus Kristall

#10

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 17. Jun 2018, 08:24

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte Ferrau unter einem Vorwand aus seinen Gem├Ąchern fortgeschickt und von anderen Dienern alles f├╝r das Abendessen vorbereiten lassen. Alexandre ├╝bernachtete im Krankenfl├╝gel und Zerbino war bei ihm, so dass sie ganz f├╝r sich sein w├╝rden. Der arme Nathan hatte den Auftrag, daf├╝r zu sorgen, dass Ferrau nicht zu zeitig wieder heimkehrte. So fing er ihn auf dem Gang ab und verwickelte ihn in ein Gespr├Ąch zu dem st├Ąrker werdenden Haarausfall seines Herrn und gab ihm Tipps bez├╝glich dessen Spezialdi├Ąt, bis er sah, dass die Diener, die f├╝r das Abendessen zust├Ąndig waren, wieder in die andere Richtung gingen. Ciel wartete derweil nerv├Âs in seinen Gem├Ąchern, dass Ferrau noch einmal nach ihm schauen kam, bevor er selbst zum Abendbrot in die K├╝che verschwand.

Ferrau Du Trieux
Ferrau fragte sich warum Nathan immer die ganze Zeit auf Ciel Haaren herumritt. Seine Haare waren v├Âllig in Ordnung, er hatte sie ordentlich gek├Ąmmt. Haarausfall hatte jeder einmal. Das war Stress bedingt oder geschah auch wenn man sich sehr ├Ąrgerte. Oder auch wenn man sich sorgte und Angst hatte. Das kannte Ferrau selbst. Nathan machte dabei viel zu viel Br├╝he. Ciel war gesund und putzmunter, er sah ihn schlie├člich jeden Tag. Ferrau war sich sicher, dass Nathan sich nur nicht trennen konnte. Sollte er sich doch um die ellenlangen Haare von Dreux k├╝mmern. Da konnte er stundenlang dran herumk├Ąmmen, bis ihm die Arme lahm wurden. Nicht jeder musste so langes Haar haben. Ciel trug seine Haare kurz und praktisch. Und manche Glatze war auch Veranlagung. Da konnte man sich sonst was f├╝r Kr├Ąuter auf die R├╝be schmieren, es half alles nichts. Nathan war schlichtweg eifers├╝chtig. Genau dass war es, schoss es Ferrau durch den Kopf. Langsam machte er sich auf den Heimweg und dachte ├╝ber die Tipps und Tricks nach. Vielleicht waren dass wirklich Tricks und wenn er sie anwandte, wurde er gefeuert. Er wusste nicht, ob er Nathan glauben konnte. Leise betrat er die Gem├Ącher und schloss die T├╝r lautlos hinter sich. ┬╗Herr ich bin wieder da┬ź, verk├╝ndete er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ferrau die T├╝r ├Âffnete, wehte ihm der Duft von Schmetterlingsnudeln mit Seeigeln entgegen. Auf dem Sofa sa├č Ciel, das Essen war auf dem Couchtisch angerichtet worden. Es war nicht etwa nur ein Teller, wie sonst, wenn Ciel zu Abendbrot a├č, sondern zwei. Au├čerdem hatte Ciel einen Schlafanzug an, den er sich inzwischen selbst angezogen hatte. Er wollte, dass Ferrau sah, dass jetzt Feierabend war und es an der Zeit war, das Dienstliche hinter sich zu lassen. Darum hatte er das Essen auch nicht auf dem Esstisch, sondern auf dem Couchtisch anrichten lassen. ┬╗Sch├Ân, dass du doch noch kommst, ich dachte schon, du w├Ąrst wieder irgendwohin verschwunden. Zieh dich um und setz dich zu mir.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau lief bei dem Duft der frischgebratenen Seeigel und den Nudeln dass Wasser im Mund zusammen. Ciel sa├č auf dem Sofa und hatte sich bereits selbst bettfertig gemacht. Es war f├╝r zwei gedeckt und er lud ihn dazu ein. Ferrau wusste nicht was er sagen sollte, er freute sich riesig. Er strahlte Ciel gl├╝cklich an und machte schleunigst, dass er aus den Alltagsklamotten kam. Er zog sich aus, wusch sich per Katzenw├Ąsche am Waschtisch und zog sein Schlafhemd samt Hose an. Er beeilte sich, denn er wollte nicht, dass ihr Essen kalt wurde. So zurecht gemacht setzte er sich zu Ciel und musterte ihn genau. ┬╗Vielen lieben Dank Herr. Womit habe ich das k├Âstliche Mahl verdient? Seeigel, ich liebe Seeigel┬ź, freute sich Ferrau wie ein Kind.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Essen stand noch aus, ich hatte es dir versprochen an dem Tag, als du mein Leibdiener wurdest, erinnerst du dich? Irgendwer hatte mir zugesteckt, was dein Lieblingsessen ist, ich glaube, es war sogar Dreaux. Ich hoffe, es schmeckt dir.┬ź Dazu gab es einen Cidre, der zwar geschmacklich nicht ganz passte, aber Ciel hatte ihn ausgew├Ąhlt, damit sie was Anst├Ąndiges zu Trinken hatten, ohne gleich betrunken zu werden. Die Flasche hatte einer der Diener schon entkorkt und Ciel goss erst Ferrau ein, danach sich. In der Mitte des Tisches lag die Rose aus Kristall.

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr gebratene Seeigel auf Nudeln sind mein Leibgericht. Euer Vater mag sie auch gerne, so gab es sie auch manchmal in der K├╝che. Nicht sehr oft, aber ich habe mich jedes Mal sehr dar├╝ber gefreut. Dass stimmt, dass hattet Ihr mir zugesagt. Ich freue mich, dass Ihr daran gedacht habt und sogar die Seeigel in Erfahrung gebracht habt. Dass ist sehr aufmerksam von Euch. Aber warum liegt die Rose dort? Ist mit ihr etwas nicht in Ordnung?┬ź, fragte Ferrau und nahm einen L├Âffel voll von Nudeln und angelte einen Seeigel obendrauf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Rose ist wundersch├Ân. Sie gef├Ąllt mir so gut, dass ich sie behalten werde.┬ź Ciel kaute auf der Innenseite seiner Wange und beobachtete Ferrau beim Essen. Es schien ihm zu schmecken. Ciel hingegen stocherte mit der Gabel auf seinem Teller herum. Er hatte keinen Appetit und a├č nur etwas, um mit Ferrau gemeinsam das versprochene Abendessen zu sich zu nehmen. Er pickte jede Nudeln und jedes Seeigelst├╝ck einzeln und schubste sie mehr hin und her, als zu Essen. ┬╗Wo du schon mal hier bist, m├Âchte ich dir sagen, dass du mir bitte die Rechnung f├╝r deinen letzten Einkauf pers├Ânlicher Habseligkeiten zukommen l├Ąsst. Du brauchst dein Geld nicht f├╝r Schuhe und Decken und dergleichen auszugeben, sag mir doch bitte k├╝nftig einfach, was du ben├Âtigst. Des weiteren w├╝nsche ich zu erfahren, wo du eigentlich in den letzten Tagen geschlafen hast? Auf dem Sofa lag Alexandre und in deinem Bett Zerbino. Aber wo schliefst du?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Im Dienstbotentrakt Herr, dort habe ich geschlafen. Der Marquis hat doch das Sofa und seine Erholung ben├Âtigt. Und mir macht das nichts aus. Ich war doch stets p├╝nktlich zur├╝ck nicht wahr? Ich habe mich sehr bem├╝ht, dass Ihr nichts mitbekommt und es Euch an nichts mangelt. Dass Ihr die Rose behalten wollt, freut mich. Ich habe sie sehr sorgf├Ąltig ausgesucht. Sie ist ein Kunstwerk, als ich sie sah musste ich sie kaufen und mitbringen. Ich habe nicht viel gekauft Herr, aber wenn Ihr die Rechnung m├Âchtet, dann gebe ich sie Euch. Mir war manchmal nachts etwas kalt, darum habe ich mir die Decke gekauft. M├Âgt Ihr die Seeigel denn nicht? Oder seid Ihr traurig?┬ź, fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte sein Besteck ab und putzte sich Finger und Mund mit einer Serviette ab, die er anschlie├čend sehr umst├Ąndlich zusammenfaltete. Er hatte keine Ahnung, wie er das Gespr├Ąch in die gew├╝nschte Richtung lenken sollte, ohne wie der letzte Trampel mit der T├╝r ins Haus zu fallen. Er holte die Liste, die er dazu angefertigt hatte, hervor, um zu spicken, aber irgendwie war das alles nichts. Er steckte sie zur├╝ck in die Tasche seines Morgenmantels, der extra zu diesem Zwecke da ├╝ber einer Stuhllehne hing. Ciel legte die Fingerspitzen aneinander und zog ein sehr besorgtes Gesicht. Besser, er begann plump, als ├╝berhaupt nicht. ┬╗Ich habe mich gefragt, warum du so viel Geld f├╝r ein derart wertvolles Geschenk f├╝r meine Braut ausgibst. Nat├╝rlich wolltest du mir einen Gefallen erweisen, aber diese Rose ist ein kleines Verm├Âgen wert. Du h├Ąttest sie mir auch einfach empfehlen k├Ânnen und dann h├Ątte ich sie gekauft oder zumindest bezahlt.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau legte ebenfalls sein Besteck beiseite und schaute Ciel unverwandt in die Augen. ┬╗Weil Ihr mir dies wert seid und ich hatte Angst, dass sie dann weg ist. Sie war so sch├Ân und sie hat so gut gepasst, ich musste sie f├╝r Euch mitnehmen. Das sie Euch so gut gef├Ąllt, dass Ihr sie selbst behaltet, freut mich sehr. Sie soll Euch zeigen, dass ich stets an Euch denke und auch keine M├╝hen scheue. Und sie ist einfach wundersch├Ân. Wenn ich Euch etwas schenke, kann ich Euch das doch nicht selbst kaufen lassen┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann war sie also von Anfang an f├╝r mich gedacht?┬ź, vergewisserte sich Ciel. ┬╗Das ist ein Grund mehr, sie in Ehren zu halten. Sie wird einen besonderen Platz bekommen. Noch etwas.┬ź Ciel stand auf und ging kurz etwas holen. Als er wiederkam, hatte er eine riesige, geradezu gigantische Kuscheldecke auf den Armen. Er stopfte sie hinter Ferrau und drapierte sie ├╝ber dessen Schultern. ┬╗Kandorische Bergziege. Die Tiere wurden dazu nicht geschoren, sondern das Fell wurde ausgek├Ąmmt, so dass nur die weiche Unterwolle verwendet wurde.┬ź Ciel setzte sich schnell wieder auf seinen Platz, wo er in sehr steifer K├Ârperhaltung sitzen blieb und Ferrau anstarrte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau blinzelte und rieb sich ├╝ber die Augen, ehe er sich die kuschelweiche Decke um die Schultern schlang. ┬╗Ja die Rose war f├╝r Euch, entweder macht sie Euch selbst gl├╝cklich. Oder sie macht Euch gl├╝cklich, wenn Ihr sie an Olivie verschenkt. Dass Ihr sie behaltet gef├Ąllt mir┬ź. Ferrau schlang die Decke um sich wie einen Poncho und a├č weiter. ┬╗Die Decke ist so weich, solche weichen Decken kenne ich gar nicht. Warum habt Ihr sie mir geschenkt? Aus dem gleichen Grund, warum ich Euch die Rose gab Herr?┬ź, fragte Ferrau und goss sich und Ciel noch etwas Cidre nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja...ein. Mein Grund weicht von deinem ab. Die Decke ist ein sehr plumper Versuch, ein Gespr├Ąch zu einem bestimmten Thema einzuleiten, so wie dieses Essen. Ich habe mir Notizen angefertigt und mich beraten lassen. In der Bibliothek nachgeschlagen und gebetet. Kein Plan, den ich mir zurechtlegte, scheint perfekt genug f├╝r das, was ich dir sagen m├Âchte. Drum teile ich dir hiermit in aller Plumpheit mit, dass ich dich liebe. Gleichzeitig m├Âchte ich dich dar├╝ber in Kenntnis setzen, dass du darauf nichts antworten musst. Du kannst es einfach als Information im Raum stehen lassen. Aber ich wollte es dir gern gesagt haben.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau stand auf und setzte sich direkt neben Ciel, anstatt ihm weiter gegen├╝ber zu sitzen. ┬╗Ich habe Euch belogen Herr, weil ich dachte Ihr gebt mich sonst weg. Ich habe Euch im Schrank nicht selbstlos geholfen, ich wollte Euch aber anders helfen. Nicht so wie Ihr mich angefasst habt. Und dann habt Ihr es doch zugelassen und gelitten wie ein Hund. Ich liebe Euch auch┬ź, fl├╝sterte Ferrau und tippte die Rose an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah Ferrau in die Augen. Dann legte er ihm den Arm um die Schultern und zog ihn an sich heran, so dass Ferraus Kopf auf seiner Schulter zum Liegen kam. Er k├╝sste ihn auf die Stirn. ┬╗Es hatte mir gefallen. Und ich habe oft daran gedacht. ├ľfter, als mir recht war. Wie lange liebst du mich schon? Und reden wir von der selben Art Liebe? Ich liebe dich, wie ich einen Geliebten lieben w├╝rde. Habe ich dich falsch angefasst im Schrank? Das tut mir leid, ich hatte bis dahin noch nie die Hand zwischen irgendjemandes Beinen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja wir reden von der gleichen Liebe. Ihr wart... frech, dreist und ich hatte Angst. Eigentlich wollte ich niemanden mehr lieben, weil ich nicht so viel Gl├╝ck habe wisst Ihr? Ich habe Euch ja von meinem Versuch erz├Ąhlt, wo Ihr mich ger├Ącht habt. Wof├╝r ich Euch dankbar bin, dort wusste ich auf einmal dass es anders ist. Und ich dachte Ihr wisst es, so wie ich mich doch f├╝r Euch bem├╝ht habe. Ich wollte dass Ihr Euch wohlf├╝hlt und dass Eure Frau stolz auf Euch ist. Ich habe es f├╝r Euch getan, weil ich wei├č, dass Ihr f├╝r sowas kein H├Ąndchen habt. Aber das macht nichts, ich habe es f├╝r Euch getan und gehofft, dass Ihr es genie├čt und vielleicht manchmal dran denkt, dass ich es geplant habe. Extra f├╝r Euch┬ź, gestand Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wusste es nicht ... ich hielt dich einfach f├╝r einen besonders flei├čigen und liebenswerten Leibdiener. Du hast stets alles mit so viel M├╝he, ja, mit so viel Liebe vorbereitet ... Es lag nicht in meiner Absicht, dir Angst zu machen, Ferrau. Ich hatte Schmerzen und war w├╝tend auf mich selbst. Und ich habe mich vor ├Ąhnlichen Dingen gef├╝rchtet. W├Ąhrend du dich vor seelischer Liebe gef├╝rchtet hast, f├╝rchtete ich die k├Ârperliche. Und w├Ąhrend du Angst hattest, dass ich dich weggeben k├Ânnte, hatte ich Angst, alles kaputt zu machen, wenn ich dir sage, wie ich empfinde. Ich hoffe, das habe ich nicht.┬ź Ciel krallte Ferrau vorsichtshalber fest.

Ferrau Du Trieux
┬╗Ihr habt mich vor Eurem Bruder besch├╝tzt und Ihr habt mich ger├Ącht. Da habe ich Euch mit anderen Augen gesehen. Das im Schrank war seltsam, verr├╝ckt ein bisschen und trotzdem sch├Ân. Auch wenn wir erwischt worden sind Herr. Ich hatte nicht vor wegzulaufen, ich bin hier gl├╝cklich, dass habe ich Euch schon gesagt. Und ich hatte nicht vor Euch wehzutun, ich wollte dass Ihr Euch erleichtert im Schrank┬ź, sagte Ferrau und nahm Ciel in den Arm.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dass es wehtat, war nicht deine Schuld. Es tut mir immer weh. Aber nicht weh genug, um nicht zu hoffen, dass du es mir noch mal anbietest. Aber ich habe wohl nicht genug rumgejammert┬ź, schmunzelte Ciel und erwiderte Ferraus Umarmung fest. Er angelte mit einem Arm die Decke und legte sie um sie beide, ehe er ihn wieder fest umarmte. Dann wurde Ciel pl├Âtzlich unsicher. ┬╗Aber was machen wir jetzt? Wir wissen es nun beide ... aber was nun?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ist mit Euch alles in Ordnung, oder warum habt Ihr dabei immer Schmerzen? Ihr m├╝sstet Euch vielleicht einmal untersuchen lassen. Vielleicht ist mit der M├╝tze von Euch etwas nicht in Ordnung. Davon habe ich schon geh├Ârt. Was wir nun machen? Nicht mehr um den hei├čen Brei herumreden und schenken Herr. Wenn Ihr wollt und ich ebenso, dann k├Ânnten wir... zusammen sein┬ź, fl├╝sterte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mit mir ist alles in Ordnung, es liegt einfach an meiner Enthaltsamkeit. Ich bin gesund.┬ź Ciel umarmte Ferrau so fest, dass diesem einen Moment die Luft wegblieb. Er dr├╝ckte ihn an sich, als wolle er ihn absorbieren. ┬╗Will ich, Ferrau. Will ich.┬ź Er lie├č wieder locker und legte die Hand auf Ferraus Wange mit dem Dreitagebart und betrachtete sein Gesicht so genau wie noch nie zuvor. Ferrau sah so drollig aus mit seinen strubbeligen Haaren und den Pausbacken, die er sich inzwischen angefressen hatte.

Ferrau Du Trieux
┬╗Ich kann gerne nachschauen, Ihr m├╝sst da keine Angst oder Scham haben. Aber ich habe auch nichts gesehen, es war nur eine Vermutung. Vielleicht solltet Ihr die Enthaltsamkeit nicht immer so genau nehmen Herr. Ihr schaut mich so seltsam an, Dank Euch bin ich rund und gesund. Oder wieder gesund. Ich m├Âchte auch┬ź, sagte Ferrau gl├╝cklich und lehnte sich zufrieden an Ciel an. Er streichelte ihm durch die Haare und war nun anderer Meinung. Nathan hatte doch Recht. Und nicht Nathan war eifers├╝chtig gewesen sondern er. Er wollte nochmal mit Nathan reden und sich die Tipps aufschreiben. Schlie├člich ging es um Ciel und Nathan hatte ihm nie etwas B├Âses getan. Er musst lernen auch ein wenig zu vertrauen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich schaue dich so an, weil ich dich sehr mag und dein Gesicht h├╝bsch finde. Du bist nicht rund, du bist genau richtig und davor warst du viel zu d├╝rr, vermutlich wegen dem ganzen Stress.┬ź Ciel genoss die Krauleinheit sehr. Er unterbrach sie trotzdem kurz, um aufzustehen und Ferrau die Hand zu reichen. Er half ihm auf und nahm ihn h├Ąndchenhaltend mit zu seinem Bett, dort hielt er seine Bettdecke auf, damit Ferrau darunter kriechen konnte. Er holte noch die neue Kuscheldecke und die Rose. Die Rose fand ihren Platz auf dem Nachttisch und die Decke legte er ├╝ber die normale Decke. Sie w├╝rden es wunderbar kuschlig warm haben. Liebevoll betrachtete Ciel Ferrau, der auf seinem Kopfkissen lag, ehe er sich dazu gesellte. ┬╗Du darfst mich weiterkraulen┬ź, sagte er grinsend. Gleichzeitig legte er seine Hand in Ferraus volumin├Âse Haarpracht und begann ihn liebevoll zu streicheln.
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