Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Gregoire Verrill de Souvagne
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#11

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 19. Apr 2018, 11:53


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Alexandre de la Grange
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#12

Beitrag von Alexandre de la Grange » Do 19. Apr 2018, 19:07

Die letzten Novizen hatten den Tempel des Blutes verlassen. Alexandre war gerade dabei, die Kapelle von innen zu verriegeln, als ein gr├╝n leuchtender Geist durch die verriegelete T├╝r geschwebt kam. Der Geist trug Dreispitz und Mantel, einen Gehstock und blieb in einigem Abstand vor Alexandre stehen. Ohne den Erzmagier anzusehen, musterte er die Kapelle.
┬╗Guten Abend. Souvagnische Sitten sind bisweilen durchaus interessant. In Naridien w├Ąre niemand auf die Idee gekommen, sich des Nachts in einer Kapelle einzusperren, in welcher nichts als eine Statue des Ainuwar zu finden ist. Gedenken Sie, auf dem Fu├čboden zu ├╝bernachten?┬ź
Der Geist hatte einen starken naridischen Akzent, sprach aber fehlerfrei Asameisch. Alexandre war kurz erschrocken, als der Geist so pl├Âtzlich vor ihm aufgetaucht war, doch ansonsten f├╝rchtete er diese Art der Erscheinung nicht. Er blieb stehen und wich nicht zur├╝ck.
┬╗Bitte verlassen Sie diese Kapelle. Es hat seinen Grund, warum ich sie abschlie├če, n├Ąmlich jenen, dass Au├čenstehende nicht um diese Uhrzeit hineingelangen sollen.┬ź
┬╗Vergeben Sie einem alten Mann, das war mir unbekannt. Sie sollten ein Schild aufh├Ąngen.┬ź
┬╗Nun wissen Sie es. Bitte gehen Sie.┬ź
Der Geist betrachtete die zahlreichen schweren Roben, die von Alexandre herabhingen. ┬╗Sie sind der erste Uneingeweihte, der nicht wahlweise kreischt oder in Ohnmacht f├Ąllt bei meinem Erscheinen ... Herr Kollege. Darf ich daraus schlie├čen, dass sie den Umgang mit Geistern gewohnt sind?┬ź
┬╗Ich denke nicht, dass 'Kollege' die richtige Bezeichnung ist.┬ź
┬╗Nicht? Sie sehen mir aus wie ein Magier.┬ź
┬╗Das macht uns nicht zu Kollegen.┬ź Unn├Âtigerweise schloss Alexandre erneut die T├╝r auf und hielt sie auf, um seine Aufforderung zu unterstreichen. ┬╗Wenn Sie nun die G├╝te h├Ątten zu gehen!┬ź
┬╗Nein, die habe ich nicht. Ich bin tot, ungebunden und begierig zu erfahren, wie es an diesem wundervollen Ort so aussieht.┬ź
Alexandres bleiches Gesicht bekam einen zarten roten Schimmer, als er w├╝tend wurde. ┬╗Dazu haben Sie kein Recht!┬ź
┬╗Ich bin tot. Irdische Gesetze scheren mich nicht l├Ąnger. Hindern Sie mich doch.┬ź Der Geist schwebte in Richtung der nach vorn geschobenen Statue, hinter der der Geheimgang offen lag. Alexandre ballte unter seinem langen Roben├Ąrmel eine Faust. Der Geist betrachtete das steinerne Abbild Ainuwars. ┬╗Welche Kunst ├╝ben Sie aus? Nekromantie vermutlich nicht, auch wenn dies meine erste Vermutung war - sonst h├Ątten Sie mich bereits gewaltsam der Kapelle verwiesen. Eine andere Form der Geistmagie? Elementarmagie? ... Blutnekromantie?┬ź
Alexandres Gesicht verriet nichts au├čer seiner ohnehin schon vorhandenen Wut. Genau wie alle Mitglieder des Hochadels konnte er die meisten seiner Gef├╝hle gut verbergen, sofern sie nicht an seinem Trauma r├╝hrten. ┬╗Das geht Sie nichts an und nun verschwinden Sie.┬ź
┬╗Bedauerlich. Ich h├Ątte mich ├╝ber einen Plausch auf akademischem Niveau gefreut.┬ź Der Geist betrachtete weiterhin die Statue, ohne den offenen Geheimgang zu bemerken. ┬╗Wollen Sie die Nacht wirklich hier auf dem Boden verbringen?┬ź
┬╗Nein, ich m├Âchte eine Andacht halten, und zwar ungest├Ârt. Da ich der Kaplan dieser Kapelle bin, obliegen mir die Gebete im Namen der Krone.┬ź
┬╗Ganz ohne Zubeh├Âr?┬ź
┬╗Es sieht so aus.┬ź
Der Geist schwebte endlich wieder fort von der verr├╝ckten Statue und sah Alexandre erneut an. ┬╗Gut. Auch ich bin ein Anh├Ąnger Ainuwars. Ich werde Ihnen dabei ein wenig Gesellschaft leisten, um die religi├Âsen Sitten von Souvagne zu studieren.┬ź
┬╗Nein, das werden Sie nicht!┬ź
Der Geist schmunzelte, als Alexandre ihn anschrie und neigte den Kopf etwas zur Seite. ┬╗Ein Nekromant, der Geister kontrollieren k├Ânnte, w├Ąre nun n├╝tzlich oder? Haben Sie keinen Hofnekromanten in Beaufort?┬ź
┬╗Nun, bislang gab es daran keinen Bedarf. Und ab dem 7. des f├╝nften Mondes wird generell kein Bedarf mehr bestehen, wenn die Nekromantie vollumf├Ąnglich einer landesweiten ├ächtung unterliegt. Aufdringliche Geister geh├Âren fortan der Vergangenheit an.┬ź
┬╗Was, wenn jemand sich daran nicht h├Ąlt? Wenn Untote das gro├čherzogliche Schloss unsicher machen?┬ź
Alexandres Blick verfinsterte sich. ┬╗Lassen Sie das unsere Sorge sein.┬ź
┬╗Gegen Vampire und Ghule mag es ja die eine oder andere Technik geben ... doch wie sieht es mit Geistern aus? Geister k├Ânnen mehr als nur spuken. Sie k├Ânnen spionieren und generell sehr unangenehm werden. Ich k├Ânnte die Gro├čherzogin im Badezimmer besuchen. Oder den Gro├čherzog w├Ąhrend einer Unterredung mit seinen Beratern. ICH werde das nat├╝rlich nicht tun, das verbietet mir meine gute Erziehung. Aber der eine oder andere Geist mag dies anders sehen. Ich entspreche nun Ihrem Wunsch und lasse Sie ungest├Ârt Ihre Andacht verrichten. Vielleicht ├╝berlegen Sie es sich, ob ihnen an fachlicher Konversation gelegen ist. Sie finden mich in der Bibliothek. Einen sch├Ânen Abend w├╝nsche ich Ihnen, Herr Kaplan.┬ź
Damit flog der Geist w├╝rdevoll zur T├╝r hinaus. Alexandre schloss rasch die T├╝r, verriegelte sie und fl├╝chtete hinab in den Tempel. Dort riss er mehrere B├╝cher aus dem Regal und suchte darin verbissen nach einer M├Âglichkeit, blutleere Geister zu bannen. Irgendeine Nische, irgendeine L├╝cke, irgendeine Schwachstelle, die den Einsatz eines Nekromanten ├╝berfl├╝ssig machen w├╝rde!
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Brandur von Hohenfelde
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Die Offenbarung der Wahrheit

#13

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Fr 20. Apr 2018, 02:04

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire hatte sich mit Linhard zum Meer verzogen. Dort hatte er seinem Verlobten alles erz├Ąhlt. Im Grunde konnte man sagen, er hatte ihm seinen ganzen Unmut vor die F├╝├če gekotzt. Danach f├╝hlte er sich besser, aber als sie zur├╝ck zum Hof reisten, f├╝hlte Greg wieder die kalte Wut in sich aufsteigen. Er betrachtete den Hof samt Palast vom R├╝cken Aquilas aus der Vogelperspektive. Dies war nun Dreux Machtzentrum, solange bis ihr Vater zur├╝ckkehrte. Und vielleicht sogar dar├╝ber hinaus, was Greg nicht hoffte. Aber sein Verlobter hatte Recht, er konnte es sich nicht leisten, sich mit seinen Br├╝dern zu verstreiten. Denn schlimmstenfalls konnte Dreux ihm sogar die Hochzeit verbieten und diese abblasen. Das einzige was er tun konnte, war die R├╝ckkehr seines Vaters abzuwarten und zu hoffen, dass die beiden nicht zuviel Oberwasser in Ehveros erhalten hatten. Er strich Linhard einmal kurz ├╝ber den R├╝cken und bedauerte dass der Flug schon endete. Aquila setzte zur Landung an. Das gro├če Drachenhuhn landete mitten in den Rosenrabatten. So ein Pech aber auch... Greg schnallte sich ab und sprang vom Huhn. Er wartete auf Linhard. Gemeinsam f├╝hrten sie das Huhn zur├╝ck in den Stall, ehe sie sich ins Quartier aufmachten um Brandur die schlechte Neuigkeit zu ├╝berbringen.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wir sind wieder zur├╝ck Brandur┬ź, sagte Greg freundlich als sie wieder das Quartier betraten. ┬╗Ich musste kurz den Kopf frei bekommen┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Doch nicht der erste Ehekrach?┬ź, fragte Brandur besorgt. Es w├Ąre ein Jammer, wenn die gerade in Aussicht stehende Machtposition von Linhard so j├Ąh wieder in ungreifbare Ferne r├╝cken w├╝rde - abgesehen davon, dass sein Junge wirklich gl├╝cklich mit seinem Verlobten zu sein schien.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Wir hatten keinen Krach Paps, Greg mit seinen beiden Br├╝dern, aber das soll er Dir selbst erz├Ąhlen┬ź, antwortete Linhard. Er machte es sich auf dem Sofa gem├╝tlich, z├╝ndete sich eine Rauchstange an und gab sie an Greg weiter um sich dann eine eigene anzuz├╝nden.

Brandur von Hohenfelde
Auch Brandur lie├č sich, geisterhaft wie er war, auf einem gepolsterten Stuhl in der Sitzecke nieder und lauschte, halb besorgt, halb ausgesprochen interessiert. ┬╗Was dr├╝ckt dir auf der Seele, Schwiegersohn?┬ź, fragte er Verst├Ąndnisvoll.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Genauso ist es. Setz Dich bitte zu uns. Ich habe Dir eine schlechte Neuigkeit mitzuteilen, die Antwort lautet weiterhin nein. Weder Dreux noch Ciel sind bereit Dich wiederbeleben zu lassen. Kein Argument konnte sie ├╝berzeugen. Sie haben mir verdeutlicht, dass es zum Wohle Souvagnes sein m├╝sste. Das Du nicht eines nat├╝rlichen Todes gestorben bist, dass Du mein Schwiegervater bist, dass Du eine Bereicherung f├╝r die Akademie w├Ąrst - alles unbedeutend. Sie haben mir klar und deutlich gesagt, dass dies rein egoistische W├╝nsche w├Ąren, da jemand nicht mit dem Verlust klar kommt. Warum sie nicht gleich gesagt haben, dass Linhard weich in der Birne ist - verstehe ich nicht. Entschuldige Lin, aber das haben sie damit ja angedeutet. Und ├╝bersetzt hei├čt dies ja auch, nur wer Souvagne dient, wertvoll ist, wird gerettet. Ich selbst z├Ąhle nicht dazu. Weder bin ich Duc, noch bin ich Magier... noch bin ich relevant. Der zweitgeborene bekleidet normalerweise ein besonderes Amt oder im Falle des Todes des ersten Sohnes, besteigt er den Thron. Die Sorge muss Dreux ja nicht haben, er wird vermutlich der erste Duc sein, der ├╝ber 1.000 Jahre herrscht, er hat ja seine Magierrotte am Arsch. Kaum verreckt sitzt er wieder neu auferstanden auf dem Thron. Vermute ich jedenfalls. Dann Du kannst es Dir nicht vorstellen, der L├Ącherlichkeit kaum zu ├╝berbieten, verlangten die zwei Lackaffen von mir dass ich auf das Leben meiner Kinder schw├Âren soll, wenn sie mir erkl├Ąren warum sie nein sagen! Entschuldigt meine br├╝ske Wortwahl, aber ist das nicht Hohn? Ein purer Schlag ins Gesicht? Ich soll auf das Leben meiner Kinder schw├Âren! Sollen sie mir doch auf das Leben ihrer Kinder schw├Âren mir nicht schaden zu wollen! Was soll denn bitte sowas? Ich habe Lin alles erz├Ąhlt was ich sonst noch so dachte - hier werde ich das nicht wiederholen, man sagt manche W├Ąnde haben Ohren. Und manche Dinge bleiben nicht geheim, wenn Federvieh in der N├Ąhe ist. Aquila kann uns nicht belauscht haben, ich vermute sie ist sauber. Zudem sa├čen wir weit entfernt und die Meeresbrandung hat ihr ├╝briges getan. Ich wei├č nur eines, dass was sich da zusammenbraut ist ein gewaltiges Unwetter und ich habe zwar ein tolles Haus, leider nur keinen Blitzableiter. Du verstehst was ich Dir sagen m├Âchte? Lin hat gesagt, falls das Unwetter weiter anh├Ąlt, wei├č er wo man Blitzableiter erwerben kann┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Linhard, bitte biete deinem Verlobten etwas Geb├Ąck an. Du siehst doch, dass er jetzt welches braucht. Nund zu Euch, Gregoire. Bitte erl├Ąutert mir zun├Ąchst die Sache mit dem Federvieh. Was genau meint Ihr damit, dass Dinge bei ihrem Nahsein nicht geheim blieben? Dass Ihr auf das Leben Eurer Kinder schw├Âren solltet, bedeutet ganz einfach, dass es um eine sehr wichtige Sache ging. Der dritte Bruder ist Magier, sagtet Ihr. Welche Form von Magie beherrscht er? Das sollte man vielleicht wissen.┬ź Zu den ÔÇ║BlitzableiternÔÇ╣ wagte er nicht, etwas zu sagen, weder im Guten noch im Schlechten, da er sich damit momentan zu weit aus dem Fenster lehnen w├╝rde. Sollte Gregoire darunter das selbe verstehen wie die Hohenfeldes, musste er von sich aus deutlicher werden. Genau so gut k├Ânnte das aber auch eine Falle sein, um die Loyalit├Ąt der neuen Untergebenen zu pr├╝fen. Sie mussten auf der Hut sein. Die Familie des Ducs war alles andere als dumm.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Entschuldige, stimmt Paps. Hier nimm Verrill┬ź, sagte Lin und reichte ihm die Schale voller Kekse.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Himmelsaugen, ich rede von den Himmelsaugen. Linhard wird sie kennenlernen, ein Orden von Geist-Kampfmagiern die mit V├Âgeln arbeiten. Meist Raubv├Âgeln, Falken, Eulen, Adlern. Sie ├╝berwachen Souvagne, den Hof, sie besch├╝tzen die Krone. Sie waren es, die den Verrat des Ordens der Autarkie aufdecken und alle bis auf den letzten Mann niederstreckten. Also w├╝rde ich als Fremdl├Ąnder in der N├Ąhe eines Falken Unsinn ├╝ber den Duc erz├Ąhlen, wei├č es sein Himmelsauge sofort. Ihr werdet sie wie gesagt kennenlernen, denn auf jeder Scholle ist ein Himmelsauge stationiert. Sie sind Nennadel, dass hei├čt sie k├Ânnen, d├╝rfen und werden Recht sprechen wenn dies erforderlich ist. Auch auf Deiner Scholle, mit oder ohne Deinem Einverst├Ąndnis, ihre Loyalit├Ąt gilt ausschlie├člich dem K├Ânigshaus - uns. Wir alle genie├čen ihren Schutz, aber ihre Treue und die Befehlsgewalt ├╝ber sie liegt allein beim Duc. Ich kann ein Himmelsauge um Beistand bitten, sie werden es nicht ablehnen. Du kannst dies als Marquis ebenso. Allerdings k├Ânnte er auch dankend ablehnen, jede Order vom Duc geht vor. Der Rest ist eine Aktion des guten Willens des Auges. Also gleichg├╝ltig wer Du bist, solange Du nicht der Gro├čherzoglichen Familie angeh├Ârst, solltest Du Respekt vor den Himmelsaugen haben. Viele Adlige haben selbst welche in den Familien, dies ist eine gro├če Ehre. Maurice de la Cantillion - einer Eurer Verwandten nicht wahr? Er ist nicht nur Geistmagier, er ist ein Himmelsauge. W├╝rde ein Verbrecher drau├čen auf der Stra├če jemanden ausrauben, wird mit der Verfolgung oft auch ein Himmelsauge beauftragt. Der Vogel verfolgt den Verbrecher und sagt seinem Magier wo er hinflieht. So ist unsere Aufkl├Ąrung meist ziemlich hoch. Zudem meldet ein Auge es dem anderen auf magischem Weg. Das hei├čt binnen einer Stunde ist das Land mobil gemacht gegen Dich als Verbrecher. Wo Du auch hingehen wirst, sieht dich ein Vogel bete das es keiner von den Himmelsaugen ist - denn sonst winkt der Block. Werden sie eingeschaltet ist meist das Ende vom Lied, der Block. Es gab in der Geschichte nur drei oder vier Straft├Ąter die den Himmelsaugen entkommen sind. Das war weil sie hervorragende Ortskenntnisse hatten, oder extremes Gl├╝ck. Einer wurde nicht gefasst weil er von den Klippen st├╝rzte. Der letzte Kerl der es schaffte war ein vermummter Krimineller der die Massenm├Ârderin Derya Letnaux vor dem Schaffott befreite und dabei zig B├╝ttel und fast einen Henker umbrachte. Er hat ihnen auch eine lange Nase gedreht, aber soweit ich wei├č wurde er dabei trotzdem angeschossen. Lange her, aber die Leute gehen dann in die Analen der Himmelsaugengeschichte ein. Und so lange die Person vermeintlich lebt, steht sie auf deren Abschussliste. Sollte man also diese drei Verbrecher jemals finden, werden sie nicht einfach auf dem Block enden, sondern am Pfahl. Wenn Ihr wisst was das hei├čt, sie werden ├Âffentlich lebendig aufgespie├čt - gepf├Ąhlt als Demonstration, dass das Gesetz niemals schl├Ąft und nichts durchgehen l├Ąsst. Drum sollte man nicht unbedacht in N├Ąhe von Federvieh sprechen. Auch ein bl├Âder Witz kann dann schnell der letzte sein┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur horchte interessiert auf. ┬╗Derya Letnaux ... gibt es ein Kopfgeld? Oder einen sonstigen Lohn? Ich frage nur aus Interesse, als Geist ben├Âtige ich ja keinen Schlaf und habe viel Zeit f├╝r Gedankenspielereien. Ihr habt die Frage, welche magische Disziplin Euer Bruder aus├╝bt, vermutlich absichtlich ├╝berh├Ârt, also will ich nicht weiter nachbohren. Welchen Ruf haben die Himmelsaugen? Sind sie bei der Bev├Âlkerung gef├╝rchtet oder werden sie als W├Ąchter der Ordnung verehrt?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein ich habe es nicht ├╝berh├Ârt Brandur, ich wei├č es nicht. Keine Ahnung welche Magie Ciel aus├╝bt. M├Ąchtig kann er jedenfalls nicht sein, dass klingt jetzt ziemlich b├Âsartig, aber ich meine das nicht auf widerw├Ąrtige Art, sondern rein logisch. Er ist st├Ąndig mit allem besch├Ąftigt. Er hatte die Verteidigung des Landes gemeinsam mit Dreux organisiert, ich hatte dabei nichts zu tun. H├Ątte mir zu denken geben sollen. Jedenfalls ist er auch mit der Aufgabe betraut gewesen diese Derya zu jagen. 2.000 Taler verdienst Du, wenn Du sie f├Ąngst - 5.000 Taler wenn Du ihren Befeier auslieferst. Also wenn Du Hinweise hast, die zur Ergreifung von einem der beiden f├╝hren. Ich w├╝rde mich von der Frau fernhalten, sie hat M├Ąnner gefressen. 46 St├╝ck angeblich, hat sie ans Bett gebunden, sie durchgenudelt, ihnen danach die Schw├Ąnze abgebissen und w├Ąhrend sie ausbluteten hat sie sie ausgeweidet und aufgefressen. So stand es im B├╝ttelbericht, die Nachricht des Comte war etwas zahmer, vermutlich f├╝r seichte empfindliche Gem├╝ter. Verst├Ąndlich oder? Die 2.000 Taler w├Ąren also sehr schwer verdientest Geld, es sei denn man ist eine Frau. Da muss man ja nicht f├╝rchten gefressen zu werden. Die Himmelsaugen haben beides als Ruf. Sprich sie sind Respektspersonen, die Leute sind froh wenn sie sich einer Sache annehmen, aber zeitgleich f├╝rchtet man sie auch. So ist es auch mit den B├╝tteln. Jeder ist froh wenn sie anr├╝cken, dennoch gibt es dabei immer ein leichtes Unbehagen, keiner m├Âchte versehentlich in ihre F├Ąnge geraten. Aber das ist eben so, das kennt jeder Adlige. Ihr werdet selbst eine Staffel von B├╝tteln aufstellen auf Euren Schollen. Ich w├╝rde dazu vorschlagen, dass Ihr Eure B├╝ttel mit Hellebarden ausstattet. Die sicherste Waffe. Langwaffe, dem B├╝ttel kann nichts geschehen und ist ein Krimineller hoch zu Ro├č wird er runtergezogen. Die Investition lohnt sich wirklich. Mir w├╝rde auch ein einheitliches Bild der B├╝ttel gefallen, damit sie gleich von der Bev├Âlkerung erkannt werden. Das schafft doch zus├Ątzlich ein Sicherheitsgef├╝hl, wenn man sie auf den ersten Blick erkennt┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ihr, sagt Ihr? Nun, ich f├╝r meinen Teil werde keine Scholle haben, da ich am 7.5. das Antlitz Asamuras erneut verlassen werde und dies vermutlich dann f├╝r immer. Wenn der Duc mein konsequentes Ableben befielt, m├╝ssen wir uns dem beugen, nicht wahr? Vielleicht bin ich darum auch ein wenig wissbegieriger als sonst, ich m├Âchte meinen Sohn und meinem k├╝nftigen Schwiegersohn bis dahin ein guter Berater sein k├Ânnen. So habe ich eine weitere Frage, die auf den ersten Eindruck hin indiskret klingen k├Ânnte - habt Ihr den besagten Bruder einmal leicht bekleidet oder nackt gesehen?┬ź Brandur musste sich ein Schmunzeln verkneifen, als Gregoire ├╝ber Derya sprach. Er freute sich, dass Linhard es h├Ârte, was f├╝r eine Abscheulichkeit sie war. Und nach dieser bildhaften Beschreibung ihrer Taten w├╝rde er es sich hoffentlich ├╝berlegen, ob er weiterhin Zweisamkeit mit ihr w├╝nschte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte seinen Paps und schaute kurz auf seinen Keks, den er dann lieber beiseite legte. Er wusste wer der Befreier war, dass konnte er sich an einem Finger abz├Ąhlen und er hatte schon die Narbe auf Archibalds Schulter gesehen. Lin kannte sich mit Narben aus, wie jeder Schwertmeister, dass war eindeutig ein Armbrustbolzen gewesen. Langsam sch├╝ttelte Lin den Kopf hinter Greg, dass Brandur ├╝ber Arch und Derya schweigen m├Âge.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Weder hat er mich, noch habe ich ihn nackt gesehen. Weshalb?┬ź, fragte Greg grinsend.

Brandur von Hohenfelde
Brandur blinzelte auf Linhards Kopfsch├╝tteln einmal etwas langsamer als sonst. Es war eine lautlose Zustimmung. Er w├╝rde schweigen - vorerst. Er unterhielt sich dabei weiter mit Gregoire, als sei nichts gewesen. ┬╗Ihr grinst so am├╝siert?┬ź Brandur musste ein wenig zur├╝ckschmunzeln. ┬╗Die Frage bezieht sich darauf, ob Ritualnarben an seinem K├Ârper erkennbar sind.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Achso, ich dachte die Frage zielt auf was anderes ab. Nein er geht wie ich immer hochgeschlossen, keine Ahnung ob er Narben hat, aber das kann ich herausfinden. Wie sehen Ritualnarben aus? Linhard hatte die Idee dass Du gemeinsam mit einem nekrotischen Verwandten vor die Grenze Souvagnes ziehst im Ernstfall. So dass Du wenigstens als Geist erhalten bleibst. Aber sollte Vater zur Hochzeit zur├╝ck sein, werde ich mit ihm dar├╝ber sprechen. Noch ist ja nicht alles verloren, h├Âchsten 98 Prozent┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nun, Ihr wurdet von Euren Br├╝dern ausgeschlossen. Es spr├Ąche aus moralischer Sicht nichts dagegen, sich ein St├╝ck der Wahrheit selbst zu holen, finde ich. Warum wissen die beiden etwas, das Ihr nicht wissen d├╝rft? Seid ihr nicht der Zweite in der Thronfolge - VOR dem Magier? Es ist nat├╝rlich nur die subjektive Meinung eines alten Mannes, der obendrein tot ist.┬ź Er blickte traurig zu Linhard. ┬╗Was sollte ich allein in Naridien? Mein Platz ist an der Seite meiner Familie, schon immer gewesen. Ich lebte wahrlich lange genug im Exil. Genug ist genug. Ich werde bei Linhard leben, oder ├╝berhaupt nicht.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte zustimmend. ┬╗Du kennst meine Antwort drauf, auch wenn Du es verbietest┬ź, gab Lin zur├╝ck und a├č nun doch den Keks, der ihm ├╝berhaupt nicht mehr schmeckte.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, ich verbiete es┬ź, polterte Brandur. ┬╗Nach wie vor!┬ź Und mit einem d├╝nnen Substanzfaden, den er an Linhard andockte, kommunizierte er: ÔÇ║Dann lass dir gef├Ąlligst etwas einfallen, aber SO geht Linhard von Hohenfelde nicht von dieser Welt! Ich bin nicht gestorben, damit du mir folgst, sondern damit du lebst!ÔÇ╣

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Er ist niemand in der Thronfolge, er ist der Bastard der Zweitfrau. Aber die Zweitfrau ist die Lieblingsfrau unsere Vaters. Und der Wahrheit geschuldet ist sie sogar eine herzlichere und liebevollere Person als meine Mutter. Unsere Mutter ist etwas unnahbar, so k├Ânnte man es sagen. Liebevoll aber immer etwas distanziert, selbst zu ihrem Mann. Gut es war keine Liebesheirat, dennoch respektieren sie sich. Und sie respektiert uns. Ich achte meine Mutter, aber ich w├╝rde nicht sagen dass ich sie so liebe, was andere unter Mutterliebe verstehen. Daf├╝r hatte ich meine Amme, aber ich denke das ist Euch ebenso bekannt. Min hingegen ist zwar nicht gerade hochintelligent, aber sie hat das Herz am richtigen Fleck, sie ist ein Mama-Typ. Liebevoll, besorgt, m├╝tterlich - eine Mutter, Mama und Amme in einem. Ich mag sie sehr und Vater liebt sie abg├Âttisch. Und ich vermute genau deshalb hat Ciel den Status eines anerkannten Sohnes erhalten. Das sei ihm auch geg├Ânnt, nur hat er mir deshalb meinen Platz nicht streitig zu machen. Ich werde seinen Leibdiener mal geh├Ârig aushorchen. Der gute Ferrau nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau - er schuldet mir noch was. Sonst lernt mich der Bursche kennen┬ź.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das sage ich nicht um Dich zu ├Ąrgern, sondern weil ich Dich vermisse. Ich versuch es┬ź, murrte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg ging r├╝ber zum Sofa und schaute auf Linhard runter. ┬╗Dein Vater hat Recht, sag sowas nicht. Solange Du nicht allzugro├čen Schaden anrichtest, werde ich Dich retten lassen. Aber wenn Du die Grenze ├╝berschreitest, wird es kein zur├╝ck mehr geben. Nicht f├╝r Dich, nicht f├╝r ihn. Du wolltest es mit mir versuchen Lin, also versuch es auch. Zudem tut sowas weh zu h├Âren. Ich versuche Dir die ganze Zeit zu zeigen wie sch├Ân das Leben sein kann. Gut vergiss mal den heutigen Tag, der war auch f├╝r mich bescheiden. Aber dennoch ist das Leben sch├Ân. Unabh├Ąngig von durchgeknallten Br├╝dern und ihren Machtspielchen. Am Meer sitzen war sch├Ân, im Cafe lecker essen und trinken war doch sch├Ân, der Ausritt zu Pferd war sch├Ân und der Ausflug mit dem Huhn doch auch. Und noch einige andere Dinge, die Brandur sicher nicht h├Âren m├Âchte. Du hast Leute die Dich vermissen w├╝rden und wenn es nur einer ist, ist doch was oder? Einen gibt es mich┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte freundlich. ┬╗Zwei. Ja, das alles ist mir bekannt, wie den meisten unseres Standes. Ebenso ist verst├Ąndlich, warum der Duc seine Zweitfrau mehr liebt als die Erste, mir ging es genau so und die Zweite war nicht einmal meine Frau, sondern nur Geliebte. Mehrere Frauen zu heiraten, ist in Naridien nicht gestattet. Und mir war keine freie Wahl verg├Ânnt, so wie Eurem Vater vermutlich ebenso nicht bei der Wahl seiner Hauptfrau. Dennoch sollte man als Vater darauf achten, keines seiner Kinder ins Abseits zu dr├Ąngen. Es f├╝hrt zu so viel Elend ... Linhard, bitte gib Gregoire noch einen Keks. Und iss deinen auf. Versucht es ruhig ├╝ber den Leibdiener herauszufinden. Aber kann man seinem Wort trauen, sollte er verneinen? Angenommen, der Magier h├Ątte Ritualnarben - dann w├╝sste sein Leibdiener sicher um deren Bedeutung und um das ganze Geheimhaltungsgewese. Ritualnarben erkennt man an ihrer Gleichm├Ą├čigkeit, an ihrer Geplantheit. Sie sind oft parallel angeordnet und bilden so ein charakteristisches Muster. Bei einem Blutnekromanten w├Ąren sie sicher an Stellen mit besonders d├╝nner und zarter Haut zu finden, ├╝ber nahe der Oberfl├Ąche verlaufenden Blutgef├Ą├čen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Es lag nicht an unserem Vater, im Gegenteil er war zu uns immer liebevoll und sehr gerecht. Er gab sogar mir und Ciel einen eigenen Titel samt dazugeh├Âriger Scholle und zwar unterstehen wir damit direkt dem Duc. Solange es Vater ist, ist dies im Moment kein Problem. Sobald es Dreux ist, bleibt oder wieder sein wird - keine Ahnung. Ferrau ist nicht f├╝r seine Ehrlichkeit bekannt. Mich hat er auch belogen. Erst behauptete er, er w├Ąre Heiler und seine Familie und dann hat er nur in der W├Ąscherei gearbeitet. Ich wollte das verlogene Schwein auspeitschen lassen. Bel├╝gt einen seiner Herrn nach Strich und Faden. Jeden Tag hat er neue F├Ąhigkeiten der Lump┬ź.

Linhard von Hohenfelde
Lin reichte breit grinsend Greg und Brandur einen Keks. Den von Brandur a├č er dann mit verlegenem Schulterzucken doch selbst. ┬╗Verrill... h├Âr mal kurz zu, Ferrau hat nie gesagt er w├Ąre Heiler. Er war auch nicht in der W├Ąscherei t├Ątig, sondern in der K├╝che. So hat er es mir erz├Ąhlt uns allen┬ź, lachte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm den Keks entgegen und a├č ihn auf. ┬╗Na bitte, sogar Dir erz├Ąhlt er was ganz anderes als mir diese Hundsfott! Morgen war sein Vater Himmelsauge, warte nur ab. Aber das B├╝rschchen greife ich mir┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur l├Ąchelte Linhard freundlich an. ┬╗Ich kann leider keinen Keks mehr annehmen, doch du wei├čt, was mir die Geste bedeutet. Bitte achte darauf, dass dein Gregoire nicht das Ma├č an Ausgrenzung erleiden muss, wie du es musstest, das tut meinem alten Herzen ja schon vom Zuh├Âren weh. Wie w├Ąre es, wenn Ihr diesen Ferrau gleich fragen geht, Hoheit? Oder ihn herholen lasst? Eine solche Frage sollte doch fix beantwortet sein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Stimmt, solange ich noch was zu sagen habe┬ź, murrte Greg und stampfte vor die T├╝r. Er schnappte sich einen der Gardisten die vor seinem Fl├╝gel Wache hielten. ┬╗Holt mir umgehend Ferrau hierher. Es ist von h├Âchster Dringlichkeit, wie ist gleichg├╝ltig nur schafft diesen Mann heran!┬ź, befahl er. Der Gardist salutierte und eilte davon.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg ging zur├╝ck in sein Quartier und hockte sich zu Lin aufs Sofa. ┬╗Gleich m├╝sste er hier sein, dass hei├čt, wenn Ferrau unterwegs t├Ątig ist. Sonst haben wir gleich meinen Bruder hier... Der ganze Mist w├Ąre nicht geschehen, w├Ąre mein Vater hier┬ź, st├Âhnte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Lin setzte sich auf und legte Greg einen Arm um die Schulter. ┬╗Das wird schon, es wird sich aufkl├Ąren oder Du wirst Dein Amt, Dein Rang und Deinen Posten verteidigen. Wie dass werde ich Dir sagen, vertraue mir. Jedenfalls musst Du keine Angst haben, dass sie Dich ausboten k├Ânnen. Nat├╝rlich k├Ânnte Dreux Dir sogar Deinen Titel entziehen, aber warum sollte er das? Sie behaupten doch, es geht ihnen nicht darum Dir zu schaden. Das w├╝rde ja genau das Gegenteil beweisen┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das werden wir ja gleich sehen┬ź, erwiderte Brandur und war sehr gespannt, wer nun zu ihnen kommen w├╝rde, der Diener oder der Magier, den er zu gern einmal kennenlernen w├╝rde. Aber das w├╝rde er sicher ohnehin fr├╝her oder sp├Ąter.

Gregoire Verrill de Souvagne
Die Gruppe wartete eine halbe Stunde, dann kam der Gardist zur├╝ck und hatte einen ├Ąu├čerst ver├Ąngstigten Ferrau im Sicherungsgriff bei sich. Der Mann klopfte an und Zerbino lie├č ihn samt seinem Gefangenen eintreten.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Danke, haltet bitte vor der T├╝r Wache und falls jemand um eine Audienz bittet - wir sind besch├Ąftigt┬ź, befahl Greg. ┬╗Jawohl Herr┬ź, best├Ątigte der Gardist und bezog vor der T├╝r Stellung.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg l├Ąchelte freundlich, aber als sich die T├╝r schloss, war das L├Ącheln von seinem Gesicht gewichen. Mehr noch, es sah so aus als h├Ątte es nie existiert und nur eine einzige Antwort trennte Ferrau davon ob er diese R├Ąume lebend verlie├č oder im Leichensack. ┬╗Ferrau... Du wirst uns einige Fragen beantworten┬ź, befahl Greg.

Ferrau
Ferrau wischte sich ├╝ber die Augen und versuchte seine zitternden Knie unter Kontrolle zu bekommen. ┬╗Ja Herr...Herrr┬ź, antwortete er und blickte verstohlen zur T├╝r in der Hoffnung, dass Ciel ihn retten w├╝rde.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm sich den Kaminhaken und tippte damit Ferrau unters Kinn. ┬╗Schau Du wei├čt was man mit L├╝gnern macht und Du hast Dir leider zur Angewohnheit werden lassen, mich als Dein Hauptopfer zu erw├Ąhlen. Lustig... am├╝sant... wir werden es sehen. Ich m├Âchte Dir nicht schaden, aber wenn Du mich zwingst, werde ich das tun, was man mit L├╝gnern allgemeinhin macht und ich werde es pers├Ânlich tun, ich werde Dich brandmarken Ferrau. Also wirst Du meine Frage wahrheitsgem├Ą├č beantworten?┬ź, fragte Greg und schob den Haken in die Glut des Kamins.

Linhard von Hohenfelde
Lin setzte sich aufrecht hin und knabberte Kekse, Greg hatte mehr Eier als er ihm zugetraut h├Ątte. Er stopfte sich die Tagesdecke auf den Scho├č, denn ob er wollte oder nicht, die Aktion machte ihn gerade gewaltig geil.

Ferrau
Ferrau fing derma├čen an zu zittern, als st├Ąnde er in einem Sturm. Seine cremefarbene Hose wurde vorne nass, besch├Ąmt schaute er zu Boden, da er sich vor Angst eingen├Ąsst hatte. Er wusste nicht warum ihn Dreux und Greg derma├čen hassten, dass sie ihn immer schlagen wollten und nun hatte er auch noch den Teppich ruiniert. Er nickte stumm und versuchte einen Ton herauszubringen. Er hatte doch nicht gelogen. Alles was er gesagt hatte, war das seine Eltern in der K├╝che arbeiteten. Was konnte er f├╝r das Siebartige Ged├Ąchtnis dieses Bohnenstangend├Ąmons?

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Brandur kurz, ehe er Ferrau anschaute. ┬╗Dein Herr, beschreibe ihn nackt. Haargenau. Hat er Narben? Falls ja, wo. Wie sehen diese Narben aus? Wei├čt Du welche Form von Magie er praktiziert? Falls ja, beschreibe sie. Falls nicht, welche Art von B├╝chern liest er? Sag mir alles was Du dar├╝ber wei├čt. Und Du warst mit Ehveros. Was ist dort geschehen, was haben Dreux und Ciel dort vor Ort besprochen?┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur lie├č sich nicht anmerken, was er empfand - Respekt. Und eine zufriedene Genugtuung dar├╝ber, das Linhard genau den richtigen Ehepartner gew├Ąhlt hatte. Was h├Ątte er mit der Schwester gewollt? Dieser Mann war eine Bestie, wenn er wollte und obendrein scheinbar von Linhard leicht zu beeinflussen - er war ein Kampfhund an der Kette.

Ferrau
Ferrau bekam es mit der Angst zu tun. Mehr noch als zuvor. Was wollte der Prince von seinem Herrn? Was hatte sein Herr denn verbrochen? Irgendwas stimmte ganz und gar nicht. Er durfte nichts sagen, sonst w├╝rde Gregoire bestimmt auch Ciel etwas zu Leide tun. ┬╗Mein Herr ist d├╝nn und 175 cm hoch, er ist nicht sehr schwer sondern zierlich so wie Ihr. Er ist etwas trainiert und hat vom Schwertkampf Narben. Vielleicht auch von einem Degen. Das wei├č ich nicht. Er ist blass und hat kurze Haare und er ist ordentlich rasiert. Er ist nicht minder oder ├╝bergro├č ausgestattet und er ist gesund. Ich habe von Magie keine Ahnung und er hat mir nichts von Magie erkl├Ąrt. Er ist flei├čig und arbeitet sehr viel. Und er ist sehr klug und vor allem g├╝tig. Er liest viele B├╝cher, aber ich habe nicht nachgeschaut welche. Die einzigen die ich mir gemerkt habe waren ├╝ber den Krieg. In Ehveros hat sich der werte Duc Dreux unter der Kutsche versteckt. Sie beide haben Drogen genommen und Duc Dreux hat sie nicht vertragen. Er wurde ganz wirr und hat sich in der Kutsche versteckt. Aus Sicherheitsgr├╝nden lie├č ich ihn zur├╝ck. Das ist alles was ich wei├č┬ź.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wie er ausgestattet ist, war meine gr├Â├čte Sorge! Wirklich! G├╝tig? Nun da bist Du bei mir an der falschen Adresse Du verlogener Hund. Du wei├čt welche B├╝cher er liest, Du bist sein Leibdiener, Du r├Ąumst sie weg. Folglich wirst Du zumindest den Buchr├╝cken gelesen haben, den der pendatische Ciel wird sie doch auf Anhieb wiederfinden wollen, nicht war mein minderbemittelter Freund Ferrau?┬ź, knurrte Greg. ┬╗Und was ist das f├╝r ein Schwachsinn, dass sich Dreux in der Kutsche versteckte? Was sind das f├╝r M├Ąrchen?┬ź.

Linhard von Hohenfelde
Linhard biss in die Tagesdecke um nicht loszuprusten. Der Leibdiener hatte vielleicht Nerven, weshalb sollte sich der Duc in der Kutsche verstecken? W├Ąre dem so, w├Ąre er sicher erst gar nicht angereist. Und Ehveros war nicht der Abgrund, da musste man sich nicht wie Espenlaub zitternd in der Kutsche verstecken.

Ferrau
Ferrau sch├╝ttelte langsam den Kopf. ┬╗Er hatte Drogen genommen und war nicht er selbst Herr┬ź, flehte Ferrau kl├Ąglich.


Brandur von Hohenfelde
Brandur pr├Ągte sich das Aussehen des Magiers ein. Wenn er ihn sah, wollte er ihn erkennen und nicht mit einem anderen Adligen verwechseln. Er wusste nicht, ob seine Kenntnisse der souvagnischen Kultur ausreichen w├╝rde, um einen Prince als solchen zu identifizieren, wenn er ihn sah. Auch merkte er sich, dass der Duc und der Prince Drogen genommen hatten. Vielleicht war die Information irgendwann n├╝tzlich. Ihm gefiel das Schauspiel, was sich ihm Bot. Er hoffte nichts Schlimmes f├╝r den Diener, doch war es f├╝r ihn interessant, zu sehen, was sein Schwiegersohn konnte, wenn er sich in die Enge gedr├Ąngt sah.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Aha, gut das ist nachvollziehbar┬ź, stimmte Gregoire zu. Einen Augenblick sp├Ąter hatte er den Sch├╝rhaken in der Hand, dass man sich fragte wie er dahin gekommen war. Er f├╝hrte den Haken wie ein Stilett und stach Ferrau die gl├╝hende Spitze genau in die Schulter, dass es einen Augenblick sp├Ąter nach verbranntem Fleisch roch. Ein Kreischen zerriss die Luft und Ferrau brach wimmernd auf dem Boden zusammen.

Linhard von Hohenfelde
Lin musterte nicht l├Ąnger Ferrau, er war f├╝r Linhard schlagartig uninteressant. Vielmehr interessierte ihn wie Greg den Sch├╝rhaken hielt, er wusste mit einem Stillett und garantiert auch mit einem Degen t├Âdlich umzugehen. Er hatte den Diener genau dort getroffen wo er wollte und er war schnell. Das gefiel ihm, er w├╝rde Greg einladen mit ihm die Waffen zu kreuzen.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Versuchen wir es doch mal mit der Wahrheit┬ź, fl├╝sterte Greg und streichelte Ferrau mit dem gl├╝henden Sch├╝rhaken den Nacken so dass dieser vor Schmerzen zitterte und kreischte.

Ciel Felicien de Souvagne
Drau├čen h├Ârte man Schritte herangepoltert kommen, ein paar kurze, sehr w├╝ste Worte zu den Gardisten und dann wurde die T├╝r aufgerissen. Ciel st├╝rzte herein, verschaffte sich rasch einen ├ťberblick. Sein Blick huschtehuschte exakt ein Mal ├╝ber allen Anwesenden inklusive des Geistes hinweg. Ohne in der Bewegung innezuhalten, packte er Gregs Handgelenk jener Hand, die den Sch├╝rhaken hielt. ┬╗Las los┬ź, befahl er und versuchte, ihm das Handegelenk so zu verdrehen, dass die Finger sich ├Âffneten. Mit der anderen hand packte er Gregoires Kragen.

Ferrau
Wimmernd wich Ferrau zur├╝ck und klammerte sich an Ciels Bein. ┬╗Herr helft mir┬ź, flehte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Was soll das? Lass mich sofort los. Wenn Du Deinen Diener nicht unter Kontrolle hast, ich habe es┬ź, zischte Greg und versuchte seine Hand zu befreien. Leider war Ciel nicht nur genauso gro├č, sondern ungef├Ąhr von gleicher Statur, er konnte genauso gut mich sich selbst ringen.

Linhard von Hohenfelde
Lin w├Ąre am liebsten aufgestanden und h├Ątte Ciel am Schlafittchen gepackt, aber er durfte weder gegen Ciel noch sonst einen der Gro├čherzoglichen Familie k├Ârperlich vorgehen, dass w├Ąre Hochverrat. Zudem wollte er Ciel nicht pers├Ânlich schaden, er war nicht hierher gezogen, damit es derma├čen ausartete und er am Ende noch in der Fremde auf dem Block landete. Wann er ging, wollte er gerne selbst bestimmen. Er stand langsam auf und zeigte die offenen Handfl├Ąchen. ┬╗Greg lass den Haken los, komm schon. Ihr verletzt Euch beide selbst noch┬ź, bat Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Lass mich los Ferrau┬ź, fauchte Ciel, ohne den Blick von Gregoire abzuwenden, als er merkte, dass dieser nicht so einfach klein bei geben w├╝rde. ┬╗Ich brauche Bewegungsfreiheit! Greg, h├Âr auf! Du machst gerade einen riesengro├čen Fehler!┬ź Er drehte weiter an dem Handgelenk. Beide waren ann├Ąhernd gleich stark und bei dem Versuch, die Oberhand zu wahren, zitterten ihre Arme leicht vor Anspannung. ┬╗Greg, bitte!┬ź, versuchte Ciel ihn irgendwie zu erreichen. Er sp├╝rte, dass Gregoire ihm kr├Ąftem├Ą├čig auf lange Sicht um ein kleines St├╝ck ├╝berlegen sein w├╝rde - der Preis f├╝r Ciels Blutarmut. Er w├╝rde schneller ersch├Âpfen. Sie mussten das schnell beenden.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Lauf, Ferrau┬ź, ├Ąchzte Ciel. ┬╗Zu Benito!┬ź

Linhard von Hohenfelde
Das es derma├čen ausartete hatte Linhard nicht gewollt. Er hatte Gregoire mit seiner Bitte in die Schei├če geritten und nun musste er seinen Verlobten dort auch wieder herausziehen. Im Moment war Linhard froh, dass der Vater von ihm wer wei├č wo war, denn daf├╝r h├Ątte es bestimmt mehr als eine harte Ansage gegeben. So lustig es eben auch noch gewesen war, Lin war sich bewusst was hier abgelaufen war, sie hatten sich hochgeschaukelt und genau das durfte nicht passieren. Er hatte Greg fast auf den Dunklen Pfad geschubst. Lin legte Greg eine Hand auf die Schulter. ┬╗H├Âr auf Deinen Bruder bitte┬ź, fl├╝sterte er.

Ferrau
Ferrau schaute Ciel mit gro├čen Augen an, dann rannte er davon und f├╝hlte sich so sch├Ąbig wie nie zuvor in seinem Leben.

Brandur von Hohenfelde
Brandur blieb ganz ruhig sitzen. Als Geist konnte er ohnehin nichts weiter tun. Er beobachtete einfach gespannt, was geschehen war und freute sich dar├╝ber, den Magier der Familie zu sehen. Er beobachtete die beiden Prinzen ganz genau.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗In Ordnung┬ź, sagte Greg mit unterdr├╝ckter Wut. Er lie├č sich von Ciel den Haken abnehmen und gab die Gegenwehr gegen seinen Bruder auf. Er versuchte beiseite zu schieben, was er sonst f├╝r Ciel empfand, denn irgendwie wusste er gerade gar nicht mehr wie er f├╝hlen sollte. Am liebsten h├Ątte er sich vers├Âhnt und zeitgleich Ciel einen Scheitel mit dem Haken gezogen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging mit dem Haken in der Hand ein paar Schritte r├╝ckw├Ąrts. Er ging, bis er au├čerhalb der T├╝r war. Dann schlug er den Haken wortlos dem Gardisten vor den Hals, der ihn verusucht hatte, vor der T├╝r aufzuhalten und auch jetzt keinerlei Versuch unternommen hatte, einzugreifen und die Sache irgendwie zu beruhigen. Der Gardist ging sofort w├╝rgend zu Boden. Ciel hatte ihm mit der stumpfen Seite gegen den Kehlkopf geschlagen und das selbe machte er nun mit dem zweiten Gardist. Die beiden w├╝rden sp├Ąter ihre Rechnung bekommen. Er blickte den Gang entlang, ob er Ferrau noch sah.

Ferrau
Ferrau hockte wimmernd hinter einem Vorhang und schaute seinen Herrn panisch an.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Bist Du von allen guten Geister verlassen?┬ź, blaffte Greg seinen Bruder an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Wangenmuskulatur war extrem angespannt. ┬╗Kannst du nicht ein einziges Mal h├Âren┬ź, zischte er Ferrau an. Er fasste ihm unter die gesunde Achsel und zog ihn auf die F├╝├če. Er legte sich den Arm seines Dieners ├╝ber die Schultern und bedachte Gregoire mit einem w├╝tenden Blick. ┬╗Das wollte ich DICH gerade fragen!┬ź, blaffte Ciel und es klang wie Hundebellen. Es war der Tonfall, den er sich als Befehlshaber an der Front angew├Âhnt hatte. Und genau so f├╝hlte er sich gerade wieder - einer Front von Feinden gegen├╝ber. ┬╗Was sollte das? Wolltest du Ferrau gerade umbringen?!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg wich einen Schritt zur├╝ck und prallte mit dem R├╝cken dabei gegen Lin, der ihn sofort an seine Seite zog. ┬╗Schrei mich nicht an, Du vergisst wohl wer ich bin. Umbringen? Ich wollte nur die Wahrheit aus ihm herauskitzeln. Er l├╝gt wie gedruckt und Du l├Ąsst es ihm durchgehen. Interessant was Du so in Ehveros getrieben hast ┬╗Bruder┬ź - ich habe keinen Zwist zu Euch gesucht, den habt Ihr begonnen. Und da kam Ferrau mit seinen L├╝gen zwischen die Fronten. Bedauerlich, aber nun wei├č er f├╝r die Zukunft, dass er besser nie wieder l├╝gt┬ź, knurrte Greg obwohl ihm im Moment ehr nach Heulen zu Mute war. Er war es nicht gw├Âhnt seinen Platz verteidigen zu m├╝ssen. Seit seiner Geburt stand dieser ├╝blicherweise fest und wurde nicht angezweifelt, aber nun bellte ihn Ciel auch noch an. Mit welchem Recht? Am liebsten h├Ątte er sich in seine Bibliothek verkrochen, aber damit war ihm nicht geholfen.

Ciel Felicien de Souvagne
Da Gregoire etwas zur├╝ckwich, senkte Ciel die Stimme, doch sie klang nicht minder zornig als zuvor. ┬╗Getrieben? Was soll ich denn deiner Meinung nach getrieben haben? Lass Ferrau aus dem Spiel! Wenn du ein Problem hast, dann sag es mir ins Gesicht und benutz nicht die Diener als Boxsack, die sich nicht wehren d├╝rfen! Schon gar nicht meine! Ferrau wei├č, wo sein Platz ist - an meiner Seite! Daf├╝r bedarf es keines Sch├╝rhakens! Du bist ein elender Feigling, dich an ihm zu vergreifen!┬ź Ciel versuchte, abzusch├Ątzen, wie stark Ferrau blutete, ob er ihn sofort wegbringen musste oder ob es noch f├╝r dieses Wortgefecht Zeit hatte. Warum war der widerspenstige Kerl nicht von selbst zu Benito gegangen? Vielleicht hatte er es nicht mehr gekonnt. Ciel hielt Ferrau ganz fest, damit er nicht umst├╝rzte, selbst wenn ihm die Beine versagen sollten.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Die Feiglinge seid doch Ihr. Du und Dreux Ihr seid Euch immer so sch├Ân einig nicht wahr? Die Forderung nach dem Schwur, die habe ich Euch wirklich ├╝bel genommen. Aber den Rest - geschenkt. Ihr werdet Euer Ding machen und ich mache meines. Und wenn Vater zur├╝ckkommt, lassen wir die Sache kl├Ąren, ob das so seine Richtigkeit hat, wie Ihr mit mir umgeht. Der Jammerlappen hat nichts, er wurde zweimal gepiekt┬ź, knurrte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Lin vermied es seinen Verlobten zu korrigieren, dass er ihn nur einmal mit dem Haken gestochen hatte, aber daf├╝r danach Ferrau mit den Haken gestreichelt hatte. Sein Brandzeichen hatte er also bekommen. Ciels Wut war nur zu verst├Ąndlich, aber Lin verstand ebenso Greg. Wer wenn nicht er w├╝rde verstehen, wie man sich f├╝hlt, wenn man von der eigenen Familie wie ein Auss├Ątziger behandelt wurde? Er legte Greg demonstrativ einen Arm um die H├╝fte. ┬╗Ich bat um die Frage nach der Wiederbelebung meines Vater und nicht Gregoire. Es gibt also keinen Grund ihm etwas vorzuenthalten oder wie ein Familienmitglied zweiter Klasse zu behandeln. Soweit ich geh├Ârt habe, hat er auch seine Aufgabe hier als Duc in Vertretung einwandfrei erledigt. F├╝r Misstrauen zwischen Euch drei d├╝rfte es keinen Grund geben┬ź, warf Lin ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Deine Worte tun weh, Greg. Hatten wir nicht immer zu dritt stehen wollen? Du hast Vaters Abschiedsworte nicht geh├Ârt ... er dachte, dass er Ehveros nicht mehr lebend verlassen wird. Und dies war sein letzter Wunsch an uns, dass wir zu dritt Seite an Seite stehen. Willst du wirklich alles kaputt machen? Wof├╝r eigentlich? Was willst du ├╝berhaupt? Du hast meinen Leibdiener nicht zu misshandeln! Du hast ihm nichts zu sagen, nichts zu befehlen und ├╝berhaupt nichts mit ihm zu tun, er geh├Ârt mir, ausschlie├člich mir! Ferrau?┬ź Ciel war in Sorge. Ferrau schien ├╝berhaupt nicht mehr zu reagieren. Wurde er bewusstlos? Nur widerwillig widmete Ciel seine Aufmerksamkeit Linhard, der sich selbst als Quell des ├ťbels identifizierte. ┬╗Hast du ihn auch hierf├╝r angestiftet?┬ź, fragte er streng. ┬╗Doch, es gibt einen Grund ihm etwas vorzuenthalten! Einen sehr Guten! Aber den wollte er nicht h├Âren.┬ź

Ferrau
Ferrau blinzelte nur in Zeitlupe.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das hat er nicht, was denkst Du von ihm? Hat Olivie Dich angestiftet mich abzuschieben?┬ź, fragte Gregoire giftig, aber man sah ihm an dass er die Worte bereute die er gerade ausgesprochen hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Olivie? Wie kommst du jetzt schon wieder auf sie?! Olivie hat damit nichts zu tun! Ich wollte dich sogar heiraten, um dich nicht zu verlieren! - Verdammt!┬ź Ciel hatte bemert, dass Ferrau kaum noch reagierte. Er versuchte, ob Ferrau mit ihm gehen konnte. Der Streit mit seinem Bruder war pl├Âtzlich zu Nebens├Ąchlichkeit geworden. ┬╗Ferrau! Kannst du gehen? H├Ârst du mich?┬ź, fragte er und klang nun verzweifelt.

Linhard von Hohenfelde
Linhard ├╝berlegte genau, was er nun sagen sollte. Er konnte es so stehen lassen, aber damit w├╝rde er genau das schaffen, was er selbst hinter sich lassen wollte. Oder er konnte vesuchen die Situation zu retten. Im Grunde war es sogar seine Pflicht. Gregoire hatte sich mit seiner eigenen Familie f├╝r ihn angelegt. W├╝rde er sie nun tats├Ąchlich auseinnander bringen, was f├╝r ein Dienst war das? Ein Liebesdienst garantiert nicht, schw├Ąrzer konnte der Weg nicht werden. Und dar├╝ber zu lachen wenn einer misshandelt wurde, war genauso schlimm, wie wegzuschauen. Es war gewaltig leicht, dem schwarzen Weg nachzugeben, er war verlockend und ein Teil davon sang stets in seinem Blute mit, ob er es nun wollte oder nicht. Der Teil war da. Aber er hatte einen Kopf auf den Schultern und diesen konnte er durchaus dazu benutzen, sich bewusst gegen diesen Weg zu entscheiden. Er war hierher gezogen um den Abgrund loszuwerden und ihn nicht ├╝ber die Welt zu verstreuen. ┬╗Vermutlich ja, ohne es bewusst zu wollen. Ich habe Greg darum gebeten, da ich meinen Paps wieder haben wollte. Ich habe ihm mehr als einmal deutlich gemacht, wie sehr ich ihn vermisse. Ich habe ihn von unserer Vergangenheit erz├Ąhlt und er sah einen Teil von mir in Euch. Einen Teil den es bei Euch nicht gibt, den er nur aus Erz├Ąhlungen kennt. Du hast Recht, er hat weder Deinen Leibdiener anzufassen, noch ihm zu schaden. Es ist ausgeufert. Er wollte Euch nichts B├Âses Ciel, er wollte mir etwas Gutes tun. Aber leider, wie so oft, entsteht genau daraus das Schlimmste. Olivie hat gar nichts damit zu tun. Dein Diener ist in Ordnung so weit man das sagen kann. Es sind ausgebrannte Brandwunden, zwei an der Zahl. Er ist nur schockiert. Halte ihm von unserem Riechsalz unter die Nase. Es tut mir aufrichtig leid dass es soweit gekommen ist. Das habe ich garantiert nicht gewollt und Greg sitzt wegen mir zwischen den St├╝hlen. Er liebt Euch, aber er liebt auch mich und wollte mir meinen Herzenswunsch erf├╝llen. Also ja, ein Gro├čteil der Schuld liegt bei mir┬ź, antwortete Linhard ehrlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg setzte gerade zu einer Verteidigung an, als er h├Ârte was Linhard sagte. Gregoire klappte den Mund wieder zu, dr├╝ckte sich die flache Hand kurz auf die Augen, ehe er sich ├╝ber das Gesicht strich. F├╝r den Bruchteil einer Sekunde fragte er sich, mit welchem K├Ârperteil er vorhin gedacht hatte, Hirn, Herz, Hose? Das Eingest├Ąndnis lie├č ihn schlagartig von seiner Wut n├╝chtern werden, betreten schaute er zu Lin auf und dann seinen ├Ąlteren Bruder an. ┬╗Ich wei├č dass Du das wolltest und ich habe Dir und Oli sogar ein Haus gekauft┬ź, sagte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau braucht kein Riechsalz┬ź, schnauzte Ciel. Er lie├č seinen Diener etwas los und schaute, ob er stehen konnte oder ob er ihn zu Boden sinken lassen musste. ┬╗Er wollte nichts B├Âses ... wenn das nicht B├Âse ist, was ist es dann?┬ź Er blickte seinem Bruder in die Augen. ┬╗Sag es mir! Was ist das hier f├╝r dich? Dreaux hat ihn fast totgeschlagen und nun willst du erledigen, was er nicht schaffte?┬ź Die Botschaft mit dem Haus ignorierte er. Das war nun v├Âllig unwichtig und tat nichts zur Sache. ┬╗Ferrau┬ź, versuchte er es noch einmal und rubbelte ihm einmal kr├Ąftig durch die Haare, anstatt ihm gegen die Wange zu klopfen, wie es sonst ├╝blich war. Ferrau sollte nicht an Schl├Ąge erinnert werden.

Ferrau
Ferrau klammerte sich an Ciel fest und musterte seinen Herrn. ┬╗Ja?┬ź, fragte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kannst du gehen?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich wollte... ┬╗, stockte Gregoire, ┬╗ich wollte... also... mit ihm eins sein┬ź. Greg r├Ąusperte sich und schaute seinem Bruder in die Augen. ┬╗Das habe ich nicht gewusst, wie so vieles andere nicht. Wie verbleiben wir?┬ź.

Ferrau
Ferrau nickte. ┬╗Ich kann gehen und stehen Herr, ich habe nicht gelogen, sagt ihm das. Ich habe ihn doch nie angelogen! Ich komme aus der K├╝che, meine Eltern, alle arbeiteten in der K├╝che! Was ist denn nur los mit allen! Ich l├╝ge nicht!┬ź, weinte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte Ferrau kurz die Hand an die Wange. ┬╗Beruhig dich. Wir gehen gleich in unsere Gem├Ącher. Vergiss Benito, ich schau mir das erst einmal selbst an. Vielleicht musst du nicht zu ihm.┬ź Er wandte sich noch einmal Gregoire zu. ┬╗Wie wir verbleiben, nachdem du meinen Leibdiener fast abgestochen hast? Mach einen Vorschlag.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich wei├č es nicht. Wirst Du Dreux davon erz├Ąhlen? Oder k├Ânnen wir uns darauf einigen, dass Du es ihm wenn vielleicht erst nach der Hochzeit erz├Ąhlst? Ich habe ihn nicht abstechen wollen, ich wollte ihn nicht t├Âten, ich wollte ihm ... eine Lektion verpassen, weil er st├Ąndig l├╝gt. Das macht mich rasend. Wieso kann nicht einer mal offen und ehrlich zu mir sein? Gleichg├╝ltig, ich gew├Âhne mich noch dran. Also k├Ânnen wir uns darauf einigen? Waffenstillstand bis nach der Hochzeit bitte?┬ź, bat Gregoire. Er musste zugeben, dass er die Reaktion von Dreux mehr f├╝rchtete als die von seinem Vater. Und das Ciel ihm nicht gerade mehr wohlgesonnen war, nach dem was er gerade getan hatte war auch klar. Eigentlich fand er Ferraus Reaktion ├╝berzogen, aber stellte er sich das ganze Schauspiel seitenverkehrt vor, dass Ciel mit Zerbino so umgesprungen w├Ąre, rutschte ihm das Herz in die Hose. Nun vielleicht sollte er wie Vater sagte, wirklich ├Âfter alles von mehreren Seiten betrachten, B├╝cher boten nicht die ultimative Wahrheit. ┬╗Es tut mir leid, ich bin ├╝bers Ziel hinausgeschossen. H├Ąttest Du das mit Zerbino angestellt, w├Ąre ich genauso w├╝tend. Das sage ich nicht bezogen auf die Hochzeit oder auf irgendetwas, sondern weil mir gerade einfiel, was Vater einst zu mir sagte┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ach ja? Was sagte er denn zu dir? Daf├╝r, dass du meinen Leibdiener misshandelst soll ich dir also auch noch entgegenkommen - und eine Wiedergutmachung hast du nicht im Sinne.┬ź Er betrachtete Gregoire wie einen Fremden. War das wirklich noch sein kleiner Bruder?

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Er sagte dass man vor einem Urteil oder eine Entscheidung s├Ąmtliche Seiten betrachten soll, zumindest sollte man sie spiegeln, sich also in die Person hineinversetzen - am aller wichtigsten ins Opfer. Und w├Ąre Zerbino anstatt Ferrau Dein oder mein Opfer gewesen, h├Ątte ich auch jede Ausrede zur Seite gewischt vor Wut und Entt├Ąuschung. Nein Du sollst gar nichts, ich habe Dich nur darum gebeten. Du kannst es nat├╝rlich auch lassen. Eine Wiedergutmachung? Ich h├Ątte angeboten seinen Heiler zu bezahlen, aber dieser geh├Ârt eh zum Hofe┬ź, erkl├Ąrte Gregoire.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Spendiere ihm einen Tag Urlaub mit Erholung, wir bezahlen das┬ź, bot Linhard an um Greg beizustehen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Gregoire ausdruckslos. Zwischen ihnen schien eine eiskalte, unsichtbare Mauer zu stehen. Linhard beachtete er nicht. Dieser Mann war ein Fremder und obendrein hatte er zugegeben, dass er es war, der Schuld daran trug, dass Gregoire sich so ver├Ąnderte. Ciel wurde Angst, bei dem Gedanken daran, wohin das f├╝hren k├Ânnte. Er war vollkommen fassungslos. Wortlos drehte er sich um und lotste den verletzten Ferrau langsam in Richtung seines Wohnfl├╝gels.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg starrte Ciel hinterher, ehe er sich an Linhard wandte. ┬╗Du solltest damit rechnen, dass Dreux die Hochzeit sp├Ątestens heute Abend abgeblasen hat. Was er sich f├╝r eine Disziplinarma├čnahme f├╝r mich ausdenkt, wei├č ich nicht. Du wirst zu jeder Frage schweigen. Was Du Dir w├╝nsch Linhard, ist die eine Sache. Was ich daraus gemacht habe die andere. Ich h├Ątte es auch bei dem Nein bewenden lassen k├Ânnen. Und das die zwei Dich pers├Ânlich nicht sonderlich sch├Ątzen, war wohl seit Alex der Fall. Schweige und verhalte Dich zuk├╝nftig absolut gehorsam dem Duc gegen├╝ber. Erscheine nur am Hof, wenn Du gerufen wirst - Du kennst das Sprichwort. Gehe nicht zu Deinem F├╝rsten, wenn Du nicht gerufen wirst. Sie werden Dir einen Teil der Schuld anrechnen, auch wenn es meine Wahl war, wie ich handelte. Dies betrifft aber nicht die anderen Marquis. Es betrifft Dich als Person. Du hast Dich allerdings nicht unehrenhaft und adelsunw├╝rdig verhalten, sondern ich. Also wird Dir niemand den Titel entziehen, ansonsten werde ich dagegen sprechen. Ich habe Dir ein Herrenhaus direkt in Deinem Ort gekauft. Zieh umgehend dahin, verlasse sofort den Hof und warte ab bis sich der Rauch verzogen hat. Es tut mir leid. Nun wie Vater immer sagte, allein mit dem Herzen denken ist nicht immer die kl├╝gste Wahl, denn auch dieses kann einen zu Dummheiten verleiten. Nimm Deine Leute und geh. Wir sehen uns. Wenn nichts Gravierendes folgt, werde ich Dir nach Vaters R├╝ckkehr folgen. Falls etwas sein sollte, lasse ich Dir eine Botschaft zukommen. Nimm auf alle F├Ąlle Aquila mit. Du wei├čt nicht inwieweit Du sie noch brauchen wirst. Ich m├Âchte nicht dass Dein Versuch eines Neuanfangs vergeblich war Lin und ich m├Âchte nicht, dass Du das Geld f├╝r Deine Scholle in den Sand gesetzt hast, weil ich mich nicht unter Kontrolle hatte. Melde Dich, wenn Du gut angekommen bist┬ź, sagte Greg und dr├╝ckte Linhard kurz. ┬╗Geh┬ź, befahl er.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte knapp. ┬╗Wie Du w├╝nscht, mir tut es ebenfalls leid. Dein Vater hat Recht, Herzensangelegenheiten verfolgt man meist mit unerbittlicher H├Ąrte und das ist dann keine Angelegenheit des Herzens mehr. Ich warte auf Dich, wir m├╝ssen nicht verheiratet sein um Partner zu sein Greg. Gleichg├╝ltig was sie sagen. Keine Ahnung aber ist nichts Neues f├╝r mich, entweder meine Familie oder mein Mundwerk oder beides. Ich komme damit klar, dass man mich lieber von hinten sieht. K├╝mmere Dich nicht drum, sieh zu dass es hier nicht zu schlimm wird. Ich wollte Dir nicht in die Quere kommen, ich hatte nur gehofft meinen Vater zur├╝ckzubekommen, ich wollte keinen Verlobten verlieren. Wir sehen uns, falls nicht hier, nun dann woanders - die Welt ist gro├č hm? Pass auf Dich auf, es tut sonst keiner┬ź, sagte Lin und k├╝sste Greg zum Abschied, ehe er ging.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ciel mit Ferrau in seinem Badezimmer angelangt war, setzte er Ferrau auf einen Hocker und zog er ihm eigenh├Ąndig das Oberteil aus, um die Wunden zu begutachten. Erst jetzt bemerkte er, dass auch Ferraus Hose schmutzig geworden war. Das machte ihn noch w├╝tender auf Gregoire. Am liebsten w├╝rde er den herzlosen Kerl zum Abgrund jagen! Er entkleidete Ferrau komplett und warf alle Sachen in eine Ecke. Besorgt betrachtete Ciel die Wunden. Ciel sah den Stich der Spitze des Sch├╝rhakens. Einige Zentimeter hatte sich das gl├╝hende Metall in die Schulter von Ferrau gegraben, aber es war zum Gl├╝ck nicht tief. Der Strich in seinem Nacken war oberfl├Ąchlich, die pure Hitze des Metalls hatte Ferrau die Haut versenkt. Darunter war zum Gl├╝ck kein Gewebe verletzt.

Ferrau
Ferrau schaute dankbar zu seinem Herrn auf. ┬╗Ich habe nichts verraten, aber ich habe auch nicht gelogen┬ź, fl├╝sterte er. ┬╗Nie gelogen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es kann Gregoire v├Âllig egal sein, ob du ihm gegen├╝ber l├╝gst oder nicht - du bist ihm nicht zum Gehorsam verpflichtet. Er hat dir gegen├╝ber keinerlei Weisungsbefugnis. Du kannst ihm ins Gesicht l├╝gen, wie du Lust hast. Ich k├Ânnte es dir ja befohlen haben.┬ź Ciel betrachtete genau die Wunden. ┬╗Was hast du nicht gesagt? Was wollte er wissen?┬ź


Ferrau
Ferrau nickte dankbar. ┬╗Er wollte alles ├╝ber Euren K├Ârper wissen, ob Ihr Narben habt, welche Magie Ihr beherrscht, ich habe nichts gesagt. Ich habe Euch nur so beschrieben wie Ihr als Mensch wirklich ausseht. Und ich habe gesagt, dass Ihr Narben von Schwertern oder Degen habt. Aber sonst nichts. Und das Ihr B├╝cher ├╝ber den Krieg lest, den Rest w├╝sste ich nicht. Ich wollte mich nicht mit ihm streiten, ich m├Âchte doch nur meine Arbeit machen┬ź, fl├╝sterte Ferrau verzweifelt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wickelte Ferrau in ein dunkles Handtuch und f├╝hrte ihn so zum Sofa. Er lie├č ihn kurz stehen, zog das Sofa aus, nahm Ferrau das Handtuch ab und breitete es aus. ┬╗Leg dich darauf, du kennst die Prozedur.┬ź Er achtete darauf, dass Ferrau dem auch wirklich nachkam, ehe er sein Ritualmesser holte. Eigentlich sollte er nicht so oft hintereinander Blutopfer darbringen, aber sicher war sicher. Die Schulterwunde war nahe an den gro├čen Venen und Arterien unter dem Schl├╝sselbein, es konnte gef├Ąhrlich weden, wenn sie sich entz├╝ndete.

Ferrau
Ferrau gehorchte und legte sich gehorsam hin. ┬╗Ich h├Ątte besser aufpassen m├╝ssen, dass mich niemand einf├Ąngt┬ź, weinte er.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Pscht. Ruhe jetzt, ich muss mich konzentrieren. Du hast nichts falsch gemacht. Der Einzige, der etwas falsch gemacht hat, war Gregoire.┬ź Ciel nahm ein Kissen und kniete sich vor Ferrau an das Sofa. Er betete das ├╝bliche Gebet und versank in Meditation, zwang sein Herz und seinen Geist zu absoluter Ruhe. Er sp├╝rte nach Ferraus Herzschlag. Ferrau sp├╝rte, wie sein jagender Puls sich beruhigte. Es f├╝hlte sich gut an, als ihre Herzen wieder im selben Takt schlugen. In diesem Moment machte Ciel einen kurzen, tiefen Schnitt in seinem Unterarm. Das Blut schoss heraus. Er hatte in der Aufregung recht tief geschnitten, aber er erkannte, dass der Schnitt ungef├Ąhrlich war. Er tr├Ąufelte sein Blut auf Ferraus Wunden und legte dann seine H├Ąnde darauf. W├Ąrme breitete sich aus und Ferraus Wunden schlossen sich vollst├Ąndig.

Ferrau
Ferrau f├╝hlte sich gut und sicher, warm und geborgen. Sein Herr hatte sich erneut verletzen m├╝ssen, weil ihn andere verletzten. Er war vermutlich der k├╝mmerlichste Leibdiener aller Zeiten. Bewusst k├Ąmpfte er dagegen an, erneut zu weinen. Das geziemte sich auch nicht, st├Ąndig zu weinen und dem Herrn die letzten Nerven zu kosten .

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war etwas schwindlig. Die Blutmenge entsprach nur einer kleinen Kaffeetasse, doch dass er recht oft in letzter Zeit sein Blut geopfert hatte, f├╝hlte er nun deutlich. ┬╗Geh dich waschen und dann komm wieder her.┬ź

Ferrau
Ferrau gehorchte, wusch sich am Waschtisch sauber und kehrte dann gehorsam zu Ciel zur├╝ck. ┬╗vielen Dank f├╝r Eure Hilfe Herr, Ihr seid immer f├╝r mich da. Was werdet Ihr nun tun? Was soll ich tun, wenn ich Eurem Bruder begegne?┬ź, fragte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ferrau wieder da war, lag Ciel m├╝de auf dem ausgezogenen Sofa. Das Handtuch hatte er weggeworfen. Er klopfte vor sich auf das Polster. ┬╗Du wirst ihm nicht begegnen, du bleibst erstmal hier drin und jemand anderes erledigt die Aufgaben drau├čen, bis ich noch einmal mit ihm gesprochen habe und alles gekl├Ąrt ist.┬ź

Ferrau
┬╗Das ist gut, ich habe versucht vern├╝nftig zu reden Herr┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und legte sich hin.

Gregoire Verrill de Souvagne
Einen Moment sp├Ąter klopfte es an der T├╝r. ┬╗Mach auf ich wei├č das Du da bist: Ich werde mich nicht streiten, ich m├Âchte was klarstellen┬ź, sagte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schnaufte unwillig. Ihm fiel auf, dass Ferrau sich nicht angezogen hatte sondern nur dem Befehl nachgekommen war, sich zu waschen. Ciel stand auf, legte das Handtuch ├╝ber seinen Leibdiener und ging selber zur T├╝r. Er ├╝berlegte einen Moment, ob es sicher war, die T├╝r zu ├Âffnen, aber auch bei ihm standen vor der T├╝r stets zwei Gardisten. Also ├Âffnete er und betrachtete ausdruckslos Gregoires Gesicht.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte knapp zum Gru├č. ┬╗Linhard hat den Hof verlassen, ich denke das ist in Eurem Sinne. Ich werde es ebenso halten und unsere Verwandten in Neufville besuchen bis zu Vaters R├╝ckkehr. Was Linhard sagte ist seine Sicht der Dinge, nicht meine. Er kann sich w├╝nschen was er m├Âchte, nachkommen muss ich nichts. Aber seine Gesellschaft bedeutet mir viel. Du blutest Ciel┬ź, sagte Greg und deutete auf die Wunde. ┬╗Ich wei├č nicht wie wir unser Verh├Ąltnis noch retten k├Ânnen, ich vermute gar nicht. Allerdings sollten darunter nicht unsere Untergebenen leiden und schon gar nicht das Ansehen der Krone. Falls Dreux mich aufgrund meines Verhaltens also des Amtes entheben m├Âchte, akzeptiere ich die Strafe. Sie ist gerechtfertigt. Ich werde meine Hochzeit auf unbestimmte Zeit verschieben lassen. Ich hoffe das ist ausreichen Wiedergutmachung f├╝r Dich.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sch├╝ttelte den Kopf und lutschte kurz an seiner Wunde, damit er nicht alles volltropfte. ┬╗Das ist keine Wiedergutmachung, das ist Bl├Âdsinn. Du machst alles noch mehr kaputt! Ich hatte mich auf die Doppelhochzeit gefreut ... wenn du nicht mehr heiraten willst, verschiebe ich meine Hochzeit ebenfalls, bis du wieder klar im Kopf bist. Es ist nicht mein Wunsch, dass du gehst oder deines Amtes enthoben wirst. Ich will keine ... Rache. F├╝r wen oder was h├Ąltst du mich? Ich dachte, dass du vielleicht eine ehrliche Wiedergutmachung f├╝r Ferrau h├Ąttest und nicht nur das bezahlen seiner Arztrechnung. Der Kommentar ist schon ein ziemlicher Schlag in die Nieren gewesen. Vers├Âhnung ... das h├Ątte ich mir gew├╝nscht.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Vers├Âhnung h├Ątte ich mir auch gew├╝nscht. Ich wei├č keine Wiedergutmachung f├╝r Ferrau, ich kenne ihn nicht. Zerbino w├╝rde ich zur Wiedergutmachung etwas schenken. Was hei├čt wieder klar im Kopf? Euch ging es doch darum... geschenkt, ich wollte nicht streiten. Ich m├Âchte die Hochzeit nicht platzen lassen, ich m├Âchte sehr wohl heiraten Ciel. Aber dass wird Dreux wohl nicht mehr erlauben. Falls doch, wunderbar heirate ich. Falls nicht, werde ich mit Vater ├╝ber die Angelegenheit reden. Du warst gekr├Ąnkt, mich hat auch einiges gekr├Ąnkt. Vielleicht war es von Euch auch nicht gerade feinf├╝hlig mich wie einen Dienstboten rauszuschicken, w├Ąhrend Ihr Eurer Geheimnisse fr├Ânt. Behaltet sie, ich m├Âchte mich dar├╝ber nicht mehr ├Ąrgern. Nur k├Ânnt Ihr sie dann besprechen, wenn ich eh nicht dabei bin. Denn ich sitzte ja lange genug in der Bibliothek, also habt Ihr ausreichend Zeit daf├╝r. Das ich mich ebenso gefreut hatte, sah man meiner Meinung nach daran, was ich Olivie oder Dir gekauft habe. Es steckte M├╝he dahinter und ich hatte mir Gedanken gemacht. Also gut, warten wir die Entscheidung von Dreux ab, was er dazu sagt┬ź, schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Noch habe ich ihm nichts gesagt. Und wie du Ferrau eine Freude h├Ąttest machen k├Ânnen, kann man auch erfragen! Ich habe gerade das Gef├╝hl, dass du gar nicht verstehen willst. Du willst nicht verstehen, warum wir dich hinausbaten. Du willst nicht verstehen, dass ich nicht gekr├Ąnkt bin, sondern um das Leben meines Leibdieners gef├╝rchtet habe, nachdem ich die zwei vorherigen k├╝rzlich erst verlor! Das Haus hat damit ├╝berhaupt nichts zu tun. Ich freue mich, dass du dir solche Gedanken gemacht hast, aber mein Leibdiener ist mir wirklich wichtiger. Vielleicht ist Zerbino dir weniger wert als ein Haus.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nun dann werde ich das ├╝bernehmen, wo ich schon unterwegs bin. Das stimmt, ich h├Ątte Dich fragen k├Ânnen, aber Du hast einen Vorschlag von mir erwartet oder? So war es doch. Ich m├Âchte sehr wohl verstehen und dass Du um Ferraus Leben gef├╝rchtet hast glaube ich Dir. Nat├╝rlich bedeutet er Dir alles, wie jedem von uns sein Leibdiener. Wen haben wir sonst? Das Haus geh├Ârt dennoch Dir, Du kannst es ver├Ąu├čern und Deinem Leibdiener damit eine Freude machen. Die Summe die Dir damit zur Verf├╝gung steht wird ausreichend sein, das kann ich Dir versichern. Nein Zerbino ist mir nicht weniger wert als Haus, aber vielleicht sollt ein Leibdiener nicht den Wert der eigenen Familie ├╝bersteigen. Ich werde Dreux bitten, Dich ├╝ber seine Entscheidung zu informieren. Ein bereits ├╝berreichtes Geschenk, kann man weder zur├╝ckverlangen noch weiterverschenken, aber wie gesagt - sollte es Dir nicht liegen, reiche es an Ferrau weiter, ich bin nicht b├Âse┬ź, sagte Greg. ┬╗Ich wei├č nicht was ich noch sagen soll, oder wie ich mich verhalten soll. Du hast zwar allen Grund mich auflaufen zu lassen und ich habe das meiste verbockt, aber ganz unschuldigt an der Sache bist du mit Dreux auch nicht. Und ehe Du fragst, ich reite nicht auf dem Nein rum. Darum geht es gar nicht, es geht um das wie. Darum ging es mir, also wie ich mich dabei gef├╝hlt hatte. Ich habe weder gewusst noch geh├Ârt was Vater zum Abschied zu Euch sagte, aber die Aufteilung und Ernennung wird nicht grundlos erfolgt sein. Man kann die Aufteilung aber auch verschieden oder ab├Ąndern. Ich wei├č es nicht, soll sich Dreux darum Gedanken machen. Was mich auch ├Ąrgerte war, dass meine Arbeit mit keinem Wort erw├Ąhnt wurde, aber das nur am Rande, wo wir schon alles erw├Ąhnen. Ich habe Dich im Flur belogen, ich hatte es vorher nie, ich hatte es auch nicht vor - aber dort bereute ich da erstemal in meinem Leben ehrlich zu Dir gewesen zu sein und Dir davon erz├Ąhlt zu haben, wie ich mich f├╝hle. Ich habe mich schlichtweg von Euch ausgeschlossen und verarscht gef├╝hlt. Und damit kehre ich dazu zur├╝ck, ehrlich zu Dir und Dreux zu sein┬ź, erl├Ąrte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte sich alles ruhig an. Dass er von Gregoire belogen worden war, traf ihn tief, auch wenn er versprach, fortan wieder ehrlich zu sein. ┬╗Ja, ich h├Ątte mir gew├╝nscht, dass du zeigst, dass es dir aufrichtig leid tut ... so machte es mehr den Eindruck, als w├╝rdest du nur irgendwas vorschlagen, damit ich die Klappe halte. Ich verstehe nicht, wie du darauf kommst, dass ich Ferrau ├╝ber die Familie stellen w├╝rde. Du ziehst in letzter Zeit haarstr├Ąubende Schlussfolgerungen. Was ist blo├č los mit dir, Greg? Ich KANN dir nicht sagen, was du zu h├Âren w├╝nschst, ich habe einen Eid geleistet! Darum musstest du gehen. Und darum h├Ąttest auch du einen Eid leisten m├╝ssen. Du wolltest nicht, was mir zeigt, dass du es weitererz├Ąhlen wolltest. Sei es drum. Ich werde das Haus nicht verkaufen. Es ist ein Geschenk von dir. Du mutest mir eine Herzlosigkeit zu, damit und dass du glaubst, ich w├╝rde auf Rache sinnen, die mich sprachlos macht. Greg, du bist mein kleiner Bruder! Ich will keinen Streit mit dir. Aber ich bin, so wie du, auch Prince und wir haben Verantwortung. Es tut mir leid, wie es gelaufen ist. Ich wollte dich nicht verletzen.┬ź M├╝de lehnte Ciel sich an den T├╝rrahmen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ciel und dachte ├╝ber dessen Worte nach. Ihm lag genauso wenig an Rache. Eigentlich wollte er sich vers├Âhnen. ┬╗Ich hatte Angst ihn zu verlieren, vielleicht daran mal gedacht? Dein kleiner Bruder, klingt gut - wie fr├╝her. Nein, der Vorschlag war nicht um Dir den Mund zu verbieten. Wie ich darauf komme das Dir Ferrau derma├čen wichtig ist? Du hast es doch eben gesagt! Oder ich habe es falsch verstanden, dass kann auch der Fall sein. Gut in der Deutlichkeit mit dem Eid habt Ihr mir beide das nicht gesagt. Ich m├Âchte mich nicht streiten, ich hatte nie vor mit Euch zu streiten oder eine Fehde zu beginnen. Eigentlich haben wir stets zueinander gestanden und uns nicht gegen├╝ber. Es tut mir ebenfalls leid, ich wollte weder Dich noch Dreux verletzten oder Deinem Diener derma├čen schaden. Ich wollte einfach alles versucht haben um Lin zu helfen, aber was ich tat hat er nicht verlangt. Dass sollst Du wissen. Es freut mich, dass Du das Haus beh├Ąltst. Und was machen wir jetzt? Sehen wir das als Vers├Âhnung oder als Abwarten an?┬ź, hakte Greg verunsichert nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Eine Fehde?┬ź, fragte Ciel erschrocken. ┬╗Greg, das war nur ein Streit. Nur ein Streit.┬ź Er trat nach vorn und umarmte ihn fest, wobei er ihn versehentlich am R├╝cken mit Blut besudelte. Er lutschte rasch noch ein weiteres Mal an der Wunde, dann legte er den Kopf an den von Greg, w├Ąhrend er ihn umarmt hielt. ┬╗Du hast Verlustangst, wie wir alle. Vers├Âhnung, Greg. Bitte geh nicht weg aus Beaufort.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg umarmte seinen gro├čen Bruder ebenfalls. ┬╗Ich m├Âchte gar nicht gehen, ich m├Âchte mich doch genauso vers├Âhnen und Dich nicht verlieren. Ich habe mich nur nicht getraut, ich dachte Du st├Â├čt mich weg oder Schlimmeres. Vers├Âhnung abgemacht, verzeih mir bitte┬ź, fl├╝sterte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich verzeihe dir. Verzeihst du mir auch? Dich wegsto├čen ... Du hast Ideen.┬ź Ciel k├╝sste Gregoire auf die Wange.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja wir haben alle ├╝berregagiert. Vielleicht musste es einfach mal zwischen uns knallen, damit wir sehen dass wir uns letztendlich doch aufeinander verlassen k├Ânnen, selbst wenn Vater nicht da ist┬ź, antwortete Greg und k├╝sste Ciel auf die Stirn. Er packte seinen blutenden Arm und schaute sich den Schnitt und die Narben an. ┬╗Sie vermuten es, ich werde schweigen. Und er wird dazu schweigen - ich schw├Âre es bei meinem Leben┬ź, antwortete Gregoire liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe geahnt, dass sie es vermuten ... sie haben sehr hartn├Ąckig gebohrt und immer wieder in die selbe Kerbe geschlagen. Mit ÔÇ║erÔÇ╣ meinst du Linhard, nehme ich an. Ich bete, dass er wei├č, wie wichtig sein Schweigen ist - f├╝r uns wie f├╝r ihn. Wir sind eure Lebensversicherung, Greg. Aber unsere Macht hat sehr enge Grenzen. Wir bezahlen daf├╝r mit unserem Blut und, wenn es hart auf hart kommt, auch mit dem eigenen Leben. Ich will mein Leben nicht verlieren, weil mich irgendwer erpresst, sondern aus freien St├╝cken f├╝r meine Familie geben, wenn der Tag gekommen ist. Auch f├╝r dich.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Darf ich ihm das genau so sagen? Dann wird er es verstehen, er war bereit sein Leben f├╝r jemand anderes zu geben. Wenn ich ihm das sagen darf, wird er verstehen und schweigen. Ich verstehe es doch nun auch. Daf├╝r der ganze Streit, nur damit wir zur Not abgesichert sind? Ich hatte vermutet, das es genau das Gegenteil w├Ąre. Dreux ja, ich nicht. Darum der Schwur. Das ich genau falsch lag schmerzt mich. Ich habe Euch ziemlichen Unfug unterstellt, dass h├Ątte ich besser wissen m├╝ssen. Ich war... ziemlich angezickt auf Euch beide und da denke ich manchmal nicht sonderlich logisch. Ich bin wirklich nicht der Kopf von uns dreien, ich war ehr ein w├╝tendes, kopfloses Huhn. Niemand wird Dich erpressen, ich passe auf Dich auf und er auch, wenn Du ihn nur l├Ąsst. Er ist kein Schlechter, er ist nur verletzt - gebt ihm eine Chance┬ź, bat Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du bist der zweite in der Thronfolge und eine Wiedererweckung kann auch schief gehen. Im ung├╝nstigsten Fall stirbt ein Bluthexer daf├╝r, dass der Duc tot bleibt. Dann musst du seinen Platz einnehmen k├Ânnen. Wie viel du Linhard verr├Ątst, kann ich dir nicht vorschreiben ... du hast dich ja geschickt um den Schwur drumherumgemogelt, indem du mich abgepasst hast, w├Ąhrend ich Ferraus Verletzungen behandelte. Es sollten so wenige wissen wie m├Âglich und die Strafe daf├╝r, wenn das Wissen au├čerhalb der Familie gelangt, sind drakonisch. Derjenige wird nie wieder irgendwas ausplaudern k├Ânnen und seine Mitwisser ebenfalls nicht. Wenn du Linhard die Wahrheit sagst, gef├Ąhrdest du gleichzeitig sein Leben. ├ťberlege es dir gut. Linhard braucht von meiner Seite aus den Palast nicht verlassen, ich habe nichts gegen ihn. Es ist nur so, dass du dich so anders verh├Ąltst, seit er da ist. Du liebst ihn sehr, oder?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich... ja ich liebe den Kerl abg├Âttisch und ich z├Ąhle die Stunden bis ich ihn... ehm... n├Ąher kommen darf. Ich bin so, ich liebe jemanden ganz oder gar nicht. Wir sind eine Familie der positiven Extreme, Klammeraffen wie Du es scon mal richtig genannt hast. Ich habe auf mein Leben geschworen und ich werde Wort halten. Ich werde es ihm sagen und ihm deutlich machen was es bedeutet. Er muss f├╝r uns beide schweigen, f├╝r uns alle. Zudem gilt sein Wort uns gegen├╝ber ebenso. Er schwor dem Duc die Treue. Er selbst erinnerte mich daran. Ich benehme mich wie der letzte R├╝pel, wenn ich denke irgendjemand will ihn mir wegnehmen. Das hat niemand gesagt, aber st├Ąndig vermute ich es und bekomme Panik. Ist das normal?┬ź, fragte Greg und knuffte seinen Bruder. ┬╗Ich bin froh dass wir uns vers├Âhnt haben, ganz ehrlich und dass wir wieder wie immer miteinander reden. Was Du lieber meidest, kann ich kaum noch abwarten. Dann w├Ąre er richtig meiner, verstehst Du?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Normal ist es auf jeden Fall f├╝r uns drei, wir sind alle so. Nur dass du alles scheinbar auf eine einzige Person fokussierst, w├Ąhrend ich eine ganze Meute um mich herum brauche. Ich bin da mehr wie ein H├╝tehund und versuche, sie alle irgendwie beisammen zu halten. Darum sch├Ątze ich Leute, die nicht von allein weglaufen. Leute, die sonst keiner haben will.┬ź Er hatte dies ganz leise gesagt, damit Ferrau sich nicht noch mehr verletzt f├╝hlte. ┬╗Ich verstehe deine Gef├╝hle sehr gut.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne Heute, 01:50
┬╗Was ist an ihm denn da anders? Da ticken wir beide scheinbar gleich, er ist verkorkst, auf gewisse Weise kaputt, verdreht und dennoch im Herzen unsagbar lieb und niedlich. Er kann vermutlich der Abgrund in Person sein, aber er kann auch anders und zu mir ist er anders. Seit dem er sich mir einmal offenbarte. Und Du kannst mir ihm rumbl├Âdeln, was ziemlich viel Spa├č macht. Es tut mir doppelt leid, dass ich Dir Ferrau fast genommen h├Ątte. Das w├Ąre so, als h├Ąttest Du nicht Zerbino sondern Linhard angegriffen und niedergestochen. Dein Ferrau muss keine Angst vor mir haben, ich war der L├╝gner, ich habe bestimmt wieder nur die H├Ąlfte verstanden und mir den Rest zusammengereimt. Du bist ein guter H├╝tehund, Du hast mich den G├Âttern sei Dank zur├╝ck zur Herde getrieben. Lass uns gemeinsam Essen gehen, Du und Oli, ich und Lin bitte┬ź, bat Greg.

Gregoire Verrill de Souvagne
Ferrau schaute zur T├╝r und war froh, dass sich sein Herr wieder mit seinem Bruder vers├Âhnt hatte. Mehr noch, er schien den kleinen Derwisch irgendwie beruhigt zu haben. Ferrau zog die Decke hoch und wartete ab.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das machen wir so, Br├╝derchen.┬ź Er dr├╝ckte ihn noch einmal ganz fest. ┬╗Wir reden wegen einem Zeitpunkt, der f├╝r uns alle passt und dann essen wir was Leckeres. Jetzt sieh zu, dass du deinen Verlobten aufh├Ąltst, bevor er wirklich die Stadt verl├Ąsst.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte zustimmend, dr├╝ckte Ciel ebenfalls fest und gab dann ganz unroyal Fersengeld um seinen Verlobten einzuholen

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kehrte zur├╝ck zu Ferrau. Er war unsagbar ersch├Âpft von dem Stress und dem Blutverlust. Er schleppte sein Bettzeug aus seinem Bett her├╝ber zum Sofa. Er zog die Decke ├╝ber Ferrau. Das Kissen stopfte er unter Ferraus Kopf, indem er diesen kurz anhob. Dann legte er sich zu ihm unter die Decke. Er legte Ferrau den Arm um den Oberk├Ârper, bettete seinen Kopf an dessen Hals und schloss die Augen. Es dauerte nicht lange, da schnarchte er leise.

Ferrau
Ferrau nahm seinen Herrn in beide Arme und hielt ihn dankbar, stolz und sehr gl├╝cklich fest.

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#14

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Sa 21. Apr 2018, 00:34

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire hatte sich daran gemacht, Linhard samt seinem Gefolge davon abzuhalten den Hof zu verlassen. Er hatte sich mit seinem Bruder ausges├Âhnt und genau das musste er jetzt seinem Verlobten und Schwiegervater in Spee erz├Ąhlen. ┬╗Gut dass ich Euch noch erwischt habe. Bleibt, es hat sich wieder eingerenkt. Lasst uns zur├╝ck ins Quartier gehen und ├╝ber alles reden. Bitte┬ź, bat Greg au├čer Puste.

Brandur von Hohenfelde
Am├╝siert ├Ąnderte Brandur die Richtung, in die er schwebte. ┬╗Wie es scheint, f├╝hrt Ihr ein turbulentes Familienleben. Einige Elemente des Streits kamen mir bekannt vor, nur die Vers├Âhnung muss in unserer Familie traditionell warten, bis mindestens einer der Beteiligten verstorben ist.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wollen wir hoffen, dass wir das nicht einf├╝hren - oder dass ich es dann nicht bin, der zur Vers├Âhnung stirbt. Das w├Ąre schade um mich┬ź, lachte Greg, was auch Linhard losprusten lie├č.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Auch der Humor kommt mir bekannt vor. Wie es scheint, hat Linhard einen in gewisser Weise Seelenverwandten gew├Ąhlt und das meine ich selbstredend positiv. Ich war beeindruckt, wie Ihr den aufs├Ąssigen Diener gema├čregelt habt. Euer Bruder sah das offenbar anders.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Dabei hatte ich gerade das Huhn satteln wollen, aber es freut mich dass Ihr Euch wieder vers├Âhnt habt. Das meine ich ehrlich, zerst├Ârte Familien gibt es genug. Aus Gemeinsamkeit erw├Ąchst eigentlich Macht und St├Ąrke, wir versuchen es gerade - frag Paps. Ja wir verstanden uns von Anfang an ziemlich gut, wobei es von Greg ausging Paps, nicht von mir. Ich sagte doch ich mag seinen Humor - bissig┬ź, grinste Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Aber nur der Humor, nicht ich, nicht wahr?┬ź, gab Greg mit einem Zwinkern zur├╝ck.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ja das w├Ąre auch grausam, lassen wir das. Gehen wir zur├╝ck oder gehen wir woanders hin ohne Ohren?┬ź, hakte Lin nach und schaute Brandur an.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wie schnell kannst Du schweben Brandur? So schnell wie ein Huhn fliegt oder ein Pferd rennt? Dann reiten wir in den Ort, nach Beaufort oder zum Meer, wie Ihr wollt┬ź, gab Greg zur├╝ck.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich denke, das bekommen wir hin. Alternativ k├Ânnte Osmund mich in einen Gegenstand bannen, den Linhard bei sich f├╝hrt, doch dann kann ich mich nicht mehr in Geistform manifestieren, bis er mich wieder herausl├Ąsst.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗ARGH! DASSSSSSS ist die L├Âsung!┬ź, kreischte Lin, dass Greg erschocken zusammenzuckte wie ein geschlagener Hund.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Meine G├╝te! Lass uns an Deiner Weisheit haben, aber bitte in einem Ton wo ich nicht zusammenfahre vor Panik┬ź, erkl├Ąrte Greg verwirrt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Die L├Âsung f├╝r was?┬ź, wollte auch Brandur wissen.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Opa! Opa ist die L├Âsung Paps! Du musst wie Opa werden! Ich muss Osmund fragen, wir ben├Âtigen einen Spender┬ź, st├Âhnte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dein Vater soll Dein Opa werden und das ist die L├Âsung... Lin ich m├Âchte Dir nichts, aber selbst bei der besten Inzucht, bekommt er das nicht hin...┬ź, gibbelte Greg.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Witzig, nein er wei├č was aus Opa wurde. Paps denk an Opa und wo er nun wohnt! Wo wohnt er? Erinnere Dich!┬ź, flehte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur guckte etwas verdattert, doch dann brachte er erst ein Schmunzeln zu stande, das zu einem breiten L├Ącheln wurde. ┬╗Keine schlechte Idee ... doch du wei├čt, welche Konsequenzen dies f├╝r Osmund haben k├Ânnte? Aber vielleicht finden wir auch selbst eine L├Âsung. Dass ich darauf nicht gekommen bin ... du bist ein kluger Junge! Ich bin stolz auf dich!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Vermutlich Naridien? Wobei nein er ist tot - Du hast gesagt Dein Opa Dunwin ist tot. Was ist das f├╝r ein R├Ątsel sprich offen ich bekomme noch Knoten in den Hirnstreben Lin bitte!┬ź, warf Greg ein.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ja wei├č ich, Schei├č auf Osmund?┬ź, grinste Linhard breit.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja schei├čen wir auf Osmund - warum nicht. Gut was haben wir davon?┬ź, gr├╝belte Greg.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Er ist kein Hohenfelde┬ź, ├╝berlegte Brandur. ┬╗Von daher w├Ąre es wohl tragisch, aber zu verschmerzen. Auf ihn w├Ąren ab dem Tag der ├ächtung ohnehin einige Probleme zugekommen. Du wei├čt, wie er sich am Leben erh├Ąlt. Ich vermute, er h├Ątte daher nicht hier wohnen bleiben k├Ânnen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nur Spa├č, Osmund ist ein netter Kerl, aber was sollte das f├╝r Osmund schon hei├čen, er ist gewaltig m├Ąchtig. Und er ist uralt, also er ist ja kein Baby wo ich sagen m├╝sste. Gut wie h├Ąlt er sich am Leben? Das wei├č ich nicht Paps, ich kenne mich mit Nekromatie nicht wirklich aus und Ansgar hat mir nichts erkl├Ąrt┬ź, warf Lin ein.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Mir erkl├Ąrt ja hier auch keiner was...┬ź, hakte Greg ein.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Gleich Schatz, gleich - warte kurz┬ź, bat Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nun, ich bin nicht sicher, ob ich dies hier aussprechen sollte. Ist dieser Raum ohne Ohren?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Gehen wir in den Garten kommt, G├Ąrten haben keine W├Ąnde folglich niemals Ohren┬ź, antwortete Greg mit einem Zwinkern. ┬╗Danke f├╝r das Schatz - Schatz┬ź, sagte er gut gelaunt zu Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Was ist mit den V├Âgeln?┬ź, fragte Brandur.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dort sind keine, wir gehen in den Wintergarten kommt - Glas, darunter Pflanzen und man sieht wer anwesend ist. Ansonsten m├╝ssen wir uns au├čerhalb bewegen wie Ihr m├Âchtet. Aber zuerst wollte ich Euch doch von der Vers├Âhnung erz├Ąhlen ja?┬ź, bat Greg.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dar├╝ber zu h├Âren w├╝rde mich brennend interessieren, verr├Ąt es doch viel ├╝ber Euch und Eure Familie und dar├╝ber, wie man miteinander umzugehen pflegt. Es kann nicht schaden, zu wissen, wie man sich verhalten sollte, um Streitigkeiten zu beenden, denn darin war ich leider nie sehr gut.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich war darin auch nicht sehr gut Brandur, denn normalerweise streiten wir nicht. Das klingt arrogant, aber ich meine es als reine Tatsache. Wir waren immer drei Br├╝der und gleichzeitig drei Freunde. Und genau wie Freunde hielten wir felsenfest zusammen, waren manchmal dennoch zeitgleich Konkurrenten. Aber wurde einer von uns bedroht, wie auch immer - dann standen wir felsenfest zusammen. Und als nun in meinen Augen Dreux und Ciel gegen mich zusammenstanden, wusste ich nicht warum sie mir das antaten und wie ich mich verhalten soll. Aber es war ein Missverst├Ąndnis und wir beide redeten eine Zeit lang um den hei├čen Brei herum. Ciel war es der den Mumm hatte es auszusprechen. Er sagte er w├╝nscht eine Vers├Âhnung und hat mich umarmt. Ich h├Ątte es selbst gerne als Erster gewagt, aber ich war zu verletzt und ich habe die beiden einfach nicht mehr einsch├Ątzen k├Ânnen. Das eine zu w├╝nschen, das gleiche zu f├╝rchten ist schon ein sehr seltsamer Gef├╝hlsmix. Als er den ersten Schritt gemacht hat, ist eine Last von mir abgefallen. Er hat mir das Nein erl├Ąutert. Ich werde Euch das Nein erl├Ąutern - unter der Pr├Ąmisse das Ihr schweigen m├╝sst! Ihr m├╝sst schweigen, rigoros. Ihr m├╝sst dieses Geheimnis bewahren, denn es geht um Euer Leben. Du bist schon tot Brandur, aber falls Lin sich verplappert - ist er es auch. Also bitte, wenn ich es Euch anvertraue schweigt um Euer selbst willen. Oder sagt ehrlich, dass Ihr nicht schweigen k├Ânnt, dann schweige ich - f├╝r Euch, f├╝r Lin... aus Liebe┬ź, erkl├Ąrte Greg leise.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nun, ist das Wissen denn f├╝r unsere Ohren bestimmt? Geht es nach dem Gespr├Ąch in Ordnung, dass wir davon erfahren? Ich m├Âchte mich nicht zwischen Euch und Eure Br├╝der stellen, sollte es einen guten Grund haben, dass ich davon bislang nicht erfuhr. Ich bin Euer Schwiegervater, aber ich versuche, kein Drachen zu sein, wie man es Schwiegereltern bisweilen nachsagt.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Es geht um die Familie de Souvagne, die Krone, deren Sicherheit, die de Souvagne Hausgesetze - davon ein Teil der Verschlusssachen, die eigentlich dem Duc obliegen. Ebenso gibt es welche die nur den Erst- oder Zweitgeborenen betreffen. Mein Bruder sagte es mir, ich schwor bei meinem Leben. Wenn ich Euch das Nein erl├Ąutere, darf dieses Wissen die Familie nicht verlassen, da es unsere Familie gef├Ąhrdet. Linhard wird ein de Souvagne sein. Angeheiratet ja - aber dennoch ein Mitglied der gro├čherzoglichen Familie. Wenn er das Wissen leichtfertig weitertr├Ągt, dann wird er sterben aufgrund Hochverrats, Verrat an der Krone. Schaut, ich habe gewaltig ├╝ber die Str├Ąnge geschlagen um Euch zu helfen. Wieso? Weshalb? Weil ich ihn nicht verlieren m├Âchte, weil ich ihn liebe, weil ich bis ├╝ber beide Ohren in ihn verliebt bin. Aber ich bin trotzdem nicht auf den Kopf gefallen. Jedenfalls nicht ganz. Als mein Bruder mich an meine Verantwortung erinnerte, sah ich es ein. Ich verstand worum es geht. Manchmal geht es nicht um einen selbst, oder um den Liebsten, sondern um die kommende Generation danach und um die Sicherheit der gesamten Familie, um ihr Fortbestehen, um das Fortbestehen des Landes - denn wir sind Souvagne. Und deshalb, so lustig wir gerade dabei gealbert haben, dieses Thema ist wortw├Ârtlich - TODERNST. Deshalb nocheinmal meine Frage, wem geb├╝hrt Deine Loyalit├Ąt? Du hast mich am Meer selbst daran erinnert, ich habe mich gestern dank Ciel selbst noch einmal bewusst daran erinnert - falls es hart auf hart kommt, falls kein Notfallplan mehr greift, dann werde ich den Thron f├╝r Dreux besteigen M├ťSSEN. Und das wird mir auch nicht verwehrt. Ich habe engstirnig und kindisch reagiert. Ich habe meinen Gel├╝sten freien Lauf gelassen, Vater w├Ąre entt├Ąuscht gewesen. Aber Vater musste auch schneller erwachsen werden als wir und gut, ich war 5 Minuten erneut ein Backfisch, da ich meinen Mann verteidigen wollte und mich - allerdings leider vor einer Gefahr die gar nicht bestand. Wie dem auch sei, wenn ich Euch in dieses Geheimnis einweihe, dann m├╝sst Ihr schweigen. Versteht Ihr die Wichtigkeit?┬ź, hakte Greg absolut ernst nach. Man sah ihm an, dass er gerade als de Souvagne mit ihnen redete und nicht als Greg. Er wollte sie informieren, aber er w├╝rde sie notfalls durch Schweigen auch vor sich selbst besch├╝tzen.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Du f├╝rchtest, Linhard zu verlieren - weil er mir folgen k├Ânnte, sollte ich tot bleiben. Und mir ab dem f├╝nften Mond dieses Jahres nicht einmal mehr die Existenz als Geist m├Âglich sein wird. Aber Linhard WIRD mir nicht folgen. Noch nicht und nicht auf diese Weise! Ich kann nicht sterben, f├╝r mich sind Todesdrohungen irrelevant. Das sind sie jedoch ganz und gar nicht f├╝r meinen Sohn! Und daher, ja, ich werde schweigen. Und ich werde nicht auf den Erhalt dieser Information hin dr├Ąngen. Freilich werde ich zuh├Âren, wenn Ihr befindet, dass ich dies wissen sollte als der Vater Eures Verlobten.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Die Drohnung stammt nicht von mir Brandur, sie gilt f├╝r jeden, ich vermute sogar f├╝r Familienmitglieder die es nach au├čen tragen. Ja ich w├╝nsche dass Ihr es h├Ârt und schweigt! Zum gegenseitigen Verst├Ąndnis und Vertrauen. Daf├╝r werdet Ihr mir ebenfalls etwas gleichwertiges anvertrauen und ich schweige dar├╝ber bei meinem Leben Brandur. Das ist nur fair. Ich selbst sprach die Konsequenz auch nicht als Drohung aus, sondern als Warnung, da ich Deinen Sohne ebenso nicht verlieren m├Âchte. Wie sehr habe ich ja schon leidvoll bewiesen┬ź, fl├╝sterte Greg.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das ist vers├Ąndlich. Ich bin einverstanden. Linhard entscheidet, welche Art gleichwertiger Information Ihr zu h├Âren bekommt. Mir w├╝rde ja auf Anhieb eine einfallen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Dann nehmen wir die Info die Dir einf├Ąllt Paps. Ich schw├Âre es Dir, dass ich schweigen werde. Paps kann unseren alten Familienwahlspruch best├Ątigten, einen von vielen - weshalb Du auch nicht alles ├╝ber uns wei├čt Greg. Wir Hohenfelde lernen bereits zu Schweigen, wo andere erst das Sprechen erlernen. Wenn ich Dir mein Wort gebe zu Schweigen - dann Schweige ich. Ich habe mich Dir in einer pers├Ânlichen Sache anvertraut, aber ich habe keine Familieninterna ausgeplaudert. Einen Umstand habe ich angerissen, da diese Interna sich nun ├╝berschneiden. Sprich meine Familieninterna w├╝rden Deinen helfen- kurzum unsere leidvollen Erfahrungen sollten Alex beistehen oder helfen. Da habe ich etwas angedeutet, ausgesprochen oder komplett erz├Ąhlt habe ich es nicht. Und das werde ich auch nicht. Und sogar selbst, wenn ich es wollte - ich k├Ânnte es sogar nicht, da mir selbst nicht alle Informationen vorliegen. Ich vermute in Deiner Familie ist es ├Ąhnlich, da Du gerade sagtest dies wei├č nur der Duc, das nur ein anderer. Jeder von uns wei├č, was er wissen soll. Und kommt es zu dem Tag, wo wir alle Infos ben├Âtigen, haben wir das Familienoberhaupt der Wigbergs. Er wei├č vielleicht selbst nicht alles, kann die Infos aber binnen k├╝rzester Zeit zusammentragen. Lange Rede, kurzer Sinn - sprich, wir h├Âren zu und wir schweigen┬ź, antwortete Linhard.

Brandur von Hohenfelde
Brandur neigte ein wenig das Haupt mit dem Dreispitz, um seine Zustimmung zu bekunden. Er war sehr gespannt darauf, was Gregoire ihnen offenbaren w├╝rde. Von einem Alex hatte er bislang nichts geh├Ârt, doch auch das w├╝rde sich fr├╝her oder sp├Ąter ├Ąndern, sollte der Mann von Bedeutung sein.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich erkl├Ąre es genau in den Worten meines Bruders, so wie ich es gestern erfahren habe. Ich bat ihn darum, es Euch sagen zu d├╝rfen. Seine Worte waren - ...ich habe geahnt, dass sie es vermuten ... sie haben sehr hartn├Ąckig gebohrt und immer wieder in die selbe Kerbe geschlagen. Ich bete, dass er wei├č, wie wichtig sein Schweigen ist - f├╝r uns wie f├╝r ihn. Wir sind eure Lebensversicherung, Greg. Aber unsere Macht hat sehr enge Grenzen. Wir bezahlen daf├╝r mit unserem Blut und, wenn es hart auf hart kommt, auch mit dem eigenen Leben. Ich will mein Leben nicht verlieren, weil mich irgendwer erpresst, sondern aus freien St├╝cken f├╝r meine Familie geben, wenn der Tag gekommen ist. Auch f├╝r Dich. Du bist der zweite in der Thronfolge und eine Wiedererweckung kann auch schief gehen. Im ung├╝nstigsten Fall stirbt ein Bluthexer daf├╝r, dass der Duc tot bleibt. Dann musst Du seinen Platz einnehmen k├Ânnen. Wie viel Du Linhard verr├Ątst, kann ich Dir nicht vorschreiben ... Du hast Dich ja geschickt um den Schwur drumherumgemogelt, indem Du mich abgepasst hast, w├Ąhrend ich Ferraus Verletzungen behandelte. Es sollten so wenige wissen wie m├Âglich und die Strafe daf├╝r, wenn das Wissen au├čerhalb der Familie gelangt, sind drakonisch. Derjenige wird nie wieder irgendwas ausplaudern k├Ânnen und seine Mitwisser ebenfalls nicht. Wenn Du Linhard die Wahrheit sagst, gef├Ąhrdest Du gleichzeitig sein Leben. ├ťberlege es Dir gut. Linhard braucht von meiner Seite aus den Palast nicht verlassen, ich habe nichts gegen ihn. Es ist nur so, dass Du Dich so anders verh├Ąltst, seit er da ist. Du liebst ihn sehr, oder?┬ź ... das waren die Worte meines Bruder. Meine Antwort auf die letzte Frage ist kein Geheimnis - Ich... ja ich liebe den Kerl abg├Âttisch und ich z├Ąhle die Stunden bis ich ihn... ehm... n├Ąher kommen darf. Ich bin so, ich liebe jemanden ganz oder gar nicht. Wir sind eine Familie der positiven Extreme, Klammeraffen wie Du es scon mal richtig genannt hast. Ich habe auf mein Leben geschworen und ich werde Wort halten. Ich werde es ihm sagen und ihm deutlich machen was es bedeutet. Er muss f├╝r uns beide schweigen, f├╝r uns alle. Zudem gilt sein Wort uns gegen├╝ber ebenso. Er schwor dem Duc die Treue. Er selbst erinnerte mich daran. Ich benehme mich wie der letzte R├╝pel, wenn ich denke irgendjemand will ihn mir wegnehmen. Das hat niemand gesagt, aber st├Ąndig vermute ich es und bekomme Panik. Ist das normal?┬ź, fragte Greg und knuffte seinen Bruder. ┬╗Ich bin froh dass wir uns vers├Âhnt haben, ganz ehrlich und dass wir wieder wie immer miteinander reden. Was Du lieber meidest, kann ich kaum noch abwarten. Dann w├Ąre er richtig meiner, verstehst Du?... Das darfst Du genauso wissen, denn ich erwarte Vertrauen, weil ich Dir vertraue Linhard. Ich erwarte also Vertrauen bez├╝glich Familieninterna, aber auch im Bett┬ź, sagte Gregoire ernst.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Also befehligt Euer Bruder nicht nur die Blutnekromanten - sondern er ist selbst ein Blutnekromant?┬ź, hakte Brandur nach.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Richtig, aber nicht von solcher Macht wie einige andere┬ź, pflichtete Gregoire bei. ┬╗Schaut mal, Ihr habt gewaltiges magisches Potential in der Familie, wir verbinden uns durch eine Ehe, wir haben uns bereits verbunden durch den Treueschwur an den Duc, durch Eure Einb├╝rgerung, die Nobilitierung - durch den Erwerb der Schollen. Wieso nicht auch ├╝ber den Weg der Magie? Auch wenn Ihr dieses Geschenk nicht erhaltet, wie w├Ąre es, wenn trotzdem einige f├Ąhige Magier von Euch an der Akademie unterrichten? Oder sogar einer von Euch genau jene Magieform erlernt? Was dazu n├Âtig ist, wei├č ich nicht. Ich habe von Magie keine Ahnung, aber damit w├╝rdet Ihr Euch gewaltig in Souvagne einbringen. Und Euer Wissen w├╝rde niemals verloren gehen, mehr noch es w├╝rde zu etwas Gutem beitragen. Ihr sch├╝tzt und unterst├╝tzt damit dass Land, dass Ihr gew├Ąhlt habt. Das Ihr hoffentlich liebt┬ź, erkl├Ąrte Gregoire.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich w├╝rde gern Unterricht geben┬ź, antwortete Brandur. ┬╗Aber das setzt voraus, dass ich einen K├Ârper habe, sonst k├Ânnte ich h├Âchstens Theorie unterrichten und auch dies nur noch bis zum Inkrafttreten des Verbotes. Ich liebe die Magie, besonders nat├╝rlich meine eigene magische Disziplin. Diese hohe Kunst durch Unterricht oder durch die magische Verbindung unserer Familien weiterzugeben w├Ąre in meinem Interesse. Wir haben noch andere, sehr f├Ąhige Magier in der Familie. Davard k├Ânnte ich mir gut als Dozent vorstellen, oder auch den Wahnsinnigen Wolfram, der den Namen nur darum tr├Ągt, weil er als Einziger in unserer Familie frei von Wahnsinn zu sein scheint.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Wir k├Ânnen einige der Magier fragen, ob sie bereit sind eine Stelle als Lehrer anzunehmen. Paps w├╝rde gerne, mein Onkel Dave unterrichtet meinen Bruder und eine eigene Sch├╝lerin. Er k├Ânnte sicher auch an der Akademie arbeiten. Mein Erzeuger k├Ânnte auch in der Akademie arbeiten, wobei er im Moment froh ist, dass er einfach nur lebt. Maghilia k├Ânnte ebenfalls bei Euch in der Akademie arbeiten, aber die Sch├╝ler m├╝ssten starke Nerven haben. Und wie Paps schon sagt, h├Ątte er einen K├Ârper und sein Bruder ebenfalls h├Ąttet Ihr zwei weitere m├Ąchtige Nekros. Was ben├Âtigt man um ein Blutnekro zu werden? Du lebst und liebst Magie Paps ohne den Makel andere ohne magische Gabe auszugrenzen. Wolfram? Ja gut, er w├╝rde vermutlich einen sehr eigenwilligen Unterricht geben, aber vielleicht macht genau das Spa├č┬ź, sagte Lin gut gelaunt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das k├Ânnten sie┬ź, sprach Brandur. ┬╗Ich k├Ânnte auch, aber nun ja. Werde wohl verhindert sein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wir werden sehen. Vielleicht ist es ja auch m├Âglich eine Ausnahmegenehmigung der Nekromantie zu erwirken, so dass Du als Geist bleiben darfst┬ź,schlug Greg vor. ┬╗Nun zu Deinem Geheimnis, was m├Âchtest Du mir anvertrauen Brandur?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nun, ich bin mir sicher, dass Linhard es nicht guthei├čen wird, welches Familiengeheimnis ich im Gegenzug f├╝r diese mehr als nur vertrauliche Information offenbaren werde┬ź, sprach Brandur langsam. ┬╗Darum vorab meine Bitte an dich, mein Sohn - vertrau mir, so wie du mir immer vetraut hast, dass ich nichts als das Beste f├╝r dich und unsere Familie w├╝nsche. Gregoire hat uns einen riesengro├čen Gefallen erwiesen, das h├Ątte er nicht tun m├╝ssen. Nun werden wir das Selbe tun. Verstehst du das, mein Junge?┬ź Brandur sah Linhard ernst und auch besorgt an.

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte ganz langsam in Zeitlupe, da er seinem Vater vertraute. Was er Gregoire allerdings offenbaren wollte, konnte sich Linhard nicht im Geringsten vorstellen.

Brandur von Hohenfelde
├ťber Brandurs Gesicht huschte f├╝r einen kurzen Moment der Schleier von Angst - Angst, sein eigener Sohn k├Ânnte ihn hernach nicht mehr lieben. Doch dieses Risiko musste er eingehen, um genau diesen Sohn zu sch├╝tzen. ┬╗Derya Letnaux, die M├Ârderin. Der Name ihres Vaters lautet Archibald von Dornburg. Er geh├Ârt zum engsten Freundeskreis unserer Familie. Er sch├╝tzt und unterrichtet Linhard als sein Schwertmeister, sein Palaisin, wenn Ihr so wollt. Er ist wom├Âglich der vermummte Mann, der von der Krone selbst gesucht wird. Das Potenzial h├Ątte er und auch Grund genug. Falls er es dennoch nicht gewesen sein sollte, ist es wahrscheinlich, dass er zumindest den Aufenthaltsort seiner Tochter kennt oder den Kontakt zu ihr herstellen kann.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire wie auch Linhard starrten Brandur an. Gregoire starrte total fassungslos und Linhard schaute mehr baff als perplex. ┬╗Wie gef├Ąhrlich ist dieser Mann?┬ź, fl├╝sterte Gregoire. ┬╗Das ein Palaisin keine Person ist, die andere mit Samthandschuhen anfasst ist mir bewusst, aber wie gef├Ąhrlich ist dieser Mann? Und wer von Eurem Gefolge ist es? Und hat er eine ├Ąhnliche... Neigung wie seine Tochter? Das man sein Kind rettet - falls er es war - gleichg├╝ltig wie wahnsinnig dieses ist, verstehe ich. Aber ich muss wissen, ob von ihm eine Gefahr f├╝r alle ausgeht. Seid Ihr mit dieser Frau verbandelt? Falls ja, sollten wir daf├╝r sorgen, dass sie ebenfalls wegkommt, aber so dass niemand davon erf├Ąhrt. Dann beauftrage ich eine S├Ąuberungsaktion im Namen der Krone. Falls sie nicht mit Euch verbandelt ist, streicht die 2.000 Taler ein┬ź, fl├╝sterte Gregoire.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Sie w├Ąre meine Wahl gewesen f├╝r mein erstes Kind...┬ź, fl├╝sterte Linhard zur├╝ck.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg starrte Linhard an und zwar so, wie man es von dem Duc h├Âchstpers├Ânlich nicht besser erwartet h├Ątte. ┬╗Nein!┬ź, war Verrills einziger Kommentar dazu.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Greg, sie ist ja nicht nur so... vermute ich... Sie┬ź, setzte Linhard an und schaute Brandur hilfesuchend an.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein Linhard, NEIN! M├Âchtest Du Nummer 47 werden? NEIN!┬ź, beharrte Greg vehement.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dieser Mann ist sehr gef├Ąhrlich. Ja, er hat auch eine andere Seite, doch meiner Meinung nach macht dies das Dunkel in ihm nicht geringer, sondern l├Ąsst es nur noch finsterer erscheinen. Worum ich bitte und warum ich dieses Geheimnis ausw├Ąhlte: Lasst Archibald an Linhards Seite als Pfand f├╝r unser gemeinsames Geheimnis bez├╝glich der Blutnekromanten. Damit h├Ąttet Ihr ein gutes Druckmittel f├╝r uns und wir ein gutes Druckmittel f├╝r Archibald, damit er sich daran erinnert, seine neue Di├Ąt in Souvagne auch wie versprochen einzuhalten. Er beging in Naridien die schrecklichsten Verbrechen, ganz ├Ąhnlich denen seiner Tochter. K├╝rzlich wurde er zu einem Vampir, daher hat sein Hunger sich verlagert. Seit er in Souvagne ist, beschr├Ąnkt er sich auf das Trinken von Spender- und Instantblut. Er gab uns sein Wort, dass dies so bleiben soll. Gebt ihm eine Chance. Doch seine Brut m├Âchte ich auf dem Schafott sehen, noch bevor sie erf├Ąhrt, dass Papa ihr ein ganz besonderes Leckerchen in Gestalt meines Sohnes ausgesucht hat.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wie bekommen wir das aus ihm heraus? Wir k├Ânnen schlecht Linhard als K├Âder nehmen. Wird er den Aufenthalt seiner Tochter verraten? Kann man ihn aufs Glatteis f├╝hren, so dass er es versehentlich verr├Ąt? Eine wichtige Frage, ist er an Euch gebunden? Ist er an Linhard gebunden durch einen Schwur? F├╝hlt er sich gebunden? Ich muss wissen, ob dieser Mann ein treuer Gefolgsmann von Linhard ist, oder ob er alleine loszieht und unschuldige Leute abschlachten w├╝rde. ├ähnliche Verbrechen wie seine Tochter? Erz├Ąhle mir bitte welche. Was tat er? Ein Vampir trinkt Blut, dabei t├Âtet er doch auch die Personen oder? Soweit ich wei├č, saugen sie Leute aus. Manchmal sterben sie, manchmal werden es auch Vampire. Sollte er ein treuer Gefolgsmann sein, sollte er nur Spenden und Kunstblut trinken Vertrauen gegen Vertrauen. Behaltet ihn, ich schweige. Was er in Naridien tat, ist uninteressant. Er ist hier so lange ein unbescholtener B├╝rger, bis er sich hier etwas zu Schulden kommen lie├č. Sollte er Linhard sch├╝tzen wie ein Palaisin ist seine Gef├Ąhrlichkeit in guten H├Ąnden. Aber genau das m├Âchte ich wissen. Danke f├╝r das Vertrauen. Ich habe nichts gegen einen brutalen Leibw├Ąchter, der sich aber an Regeln h├Ąlt. Aber ich habe etwas gegen eine M├Ąnnerfressende Leihmutter┬ź, gab Greg zur├╝ck.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ihr wart dabei, als Alastair zu uns sprach. Archibald, den er Erchan nannte, ist, wie alle aus unserer Linie, mit einem scharfen Verstand gesegnet, der durch das pers├Ânliche Dunkel getr├╝bt wird. Auch das ist uns allen zu eigen. Er ist loyal, doch aufgrund seines Wahnsinns nie zu hundert Prozent zuverl├Ąssig. Selbst Dunwin, den er als Bruder betrachtete, war er nur darum treu ergeben, weil Dunwin ihm k├Ârperlich Paroli bieten konnte. Linhard kann das noch nicht. Ohne Zweifel ist Archibald ein extrem f├Ąhiger Schwertmeister. Auch erkenne ich an, dass er sich in letzter Zeit tats├Ąchlich zu m├╝hen scheint, die gute Seite in sich mehr herauszukehren und das Dunkel zu unterdr├╝cken. So lange er bei klarem Verstand ist, kann Linhard sich keinen effektiveren Schwertmeister w├╝nschen. Er schwor Linhard die Treue und genau so meinte er es auch, da bin ich sicher. Doch genau bei der genannten Einschr├Ąnkung liegt das Problem - ich bin noch im Zweifel, ob er in der Lage sein wird, sein Versprechen bez├╝glich seiner Ern├Ąhrung halten zu k├Ânnen. Ja, ein Vampir kann von Spenderblut leben. Mein ehemaliger Leibdiener Kasimir tat dies. Einem Vampir gen├╝gt ein Liter pro Woche an frischem, lebenden Blut. Auch hatte ich begonnen, ein Instantblut f├╝r Vampire zu entwickeln, damit sie nicht darauf angewiesen sind. Leider wurde meine Forschung durch mein Ableben unterbrochen. Wie wir die Information von ihm erhalten, wo seine Tochter ist, ohne Linhard als K├Âder zu verwenden, kann ich Euch nicht beantworten - es w├Ąre Linhards Aufgabe, genau das herauszufinden. Sie stehen sich nahe, ich hingegen kenne ihn kaum. In Naridien missbrauchte und fra├č er lebende Kinder.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire musste bei der Information schlucken und sich kurz an Linhard festhalten. ┬╗Er missbraucht und frisst Kinder und er lebt noch? Bei Ainuwar... gut, langsam, durchatmen, nachdenken...┬ź, sagte Greg mehr zu sich selbst, als zu Lin oder Brandur. ┬╗Er bem├╝ht sich, hier hat er noch niemanden gebissen. Bei├čt er auch nur Kinder? Falls er sich wirklich bem├╝ht, ist und durch dieses Blut ohne diesen Wahnsinn leben kann, m├╝ssen wir an diesem Blut weiter forschen lassen. Jetzt mal diesen Mann au├čen vor. Jeder Vampir k├Ânnte als normale, anerkannte Person leben. Nicht als Gefahr sondern als Person die eine unheilbare Krankheit hat, aber ihre Ern├Ąhrung w├Ąre sicher gestellt. Dies w├Ąre doch ein Grund, f├╝r eine Ausnahmegenehmigung zu sorgen. Also es kann doch auch jemand wider Willen Vampir werden. Ich vermute dass ist sogar in den meisten F├Ąllen der Fall. Und diese Menschen m├╝ssten dann nicht zu mordenden Kriminellen werden sie k├Ânnten in Frieden leben mit ihren Mitmenschen. Findet Ihr nicht?┬ź, hakte Gregoire nach. ┬╗Klug und gerissen ist er also, wie jedes Raubtier. Wieviele Kinder hat er? Und sind die alle so wie er? Ich m├Âchte ihn kennenlernen, aber bitte nicht allein. Ich m├Âchte wissen, um wen es sich handelt. W├╝rde es etwas ├Ąndern, wenn Ihr ihm von Eurer Verwandtschaft erz├Ąhlt? W├╝rde er Euch oder seine Br├╝der ├╝ber sein Kind stellen?┬ź, fragte Greg.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das Kunstblut war daf├╝r gedacht, dass die Vampire als normale Leute leben k├Ânnen. So hat es mir Kasimir erkl├Ąrt und er lebt gut davon. Er hat noch nie wen gebissen, bis auf Archibald und er hat es sich gew├╝nscht. Also Kasimir hat noch nie wen angefallen oder ├╝berfallen um ihm zu schaden┬ź, warf Lin ein.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. Ganz stimmte das nicht, was Linhard sagte, doch man musste ja nicht alle Informationen auf einmal preisgeben. Alles zu seiner Zeit und momentan entwickelten sich die Dinge in eine Richtung, die Brandur gefiel. ┬╗Archibald hat noch einen Sohn, einen gewissen Arbogast, der sich momentan nicht in Souvagne befindet. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass Archibald uns einen Bonus gibt, nur weil wir blutsverwandt sind - er z├Âgerte ja auch nicht, seine Mutter abzuschlachten und alle sonstigen Mitglieder der Familie von Dornburg. Er qu├Ąlte damals nur Kinder, um seinen Hunger zu befriedigen, doch er t├Âtete, wie gesagt, auch ohne zu z├Âgern Erwachsene.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg schaute verwirrter als zuvor. ┬╗Mal eine Frage, wen oder was t├Âtet er nicht? Einen Sohn? Gut der Mann ist nicht hier, dass ist eine gute Nachricht. Ich hatte gehofft, da er Euch mag, dass es ihm dann etwas bedeuten w├╝rde. Gibt es jemanden, der ihm etwas bedeutet?┬ź, fragte Gregoire.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nun falls er sich gezwungen sieht, t├Âtet er wohl jeden, egal wie alt, wie gro├č oder klein, er ist da sehr rigoros. Mein Opa hatte ihm etwas bedeutet, sie waren beste Freunde┬ź, sagte Lin und schaute Brandur an.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Jesper van Verling┬ź, sagte Brandur scharf und warf Linhard einen stechenden Blick zu. Er konnte keinen Substanzfaden bilden, den Gregoire nicht sehen w├╝rde, daf├╝r standen sie zu weit auseinander. ┬╗Jesper lebt und ist eine Art Lebensgef├Ąhrte von ihm.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard musste bei der Beschreibung loswiehern vor Lachen und ben├Âtigte einige Momente um sich wieder einzubekommen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte seinen Verlobten, zog fragend eine Augenbraue hoch und musterte dann Brandur. ┬╗Wo ist da der Witz? Lebt er nicht mehr lange oder wie?┬ź, gibbelte Greg.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Doch doch, die Beschreibung von Paps war nur so lustig. Eine Art LEBENSgef├Ąhrte der lebt. W├Ąre es sonst ein TOTENgef├Ąhrte w├Ąre er tot?┬ź, hakte Lin nach und musste wieder losgackern.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich bezog mich darauf, dass Gregoire vermutlich nach einer LEBENDEN Person fragte, die ihm etwas bedeutet. Wie wir alle wissen, ist dein Opa, mein lieber Bruder Duwnin, tot.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dann w├Ąre er wohl einfach nur eine Leiche. Und die h├Ątte er wohl nicht aufgehoben, jedenfalls nicht lang vermute ich. Kann man ihn mal kennenlernen? Oder geht das nicht?┬ź, fragte Greg.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das stimmt┬ź, sagte Lin und machte ein bek├╝mmertes Gesicht, wie es verlangt wurde.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das geht sicher. Aber warum m├Âchtet Ihr ihn kennenlernen? Jesper ist f├╝r meine Begriffe ein sehr angenehmer und anst├Ąndiger Mann, viel zu gut f├╝r diesen Widerling. Leider zu weichherzig, um ihm ein Ende zu bereiten, obwohl er es k├Ânnte.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nun ja das war mir klar, erstens hast Du mir davon erz├Ąhlt Lin und zweitens w├╝rde Brandur ihn nicht wiederbeleben wollen, w├╝rde er leben┬ź, gab Greg zu bedenken. ┬╗Kann ich die anderen Magier mal kennenlernen und ihnen das Angebot der Akademie unterbreiten? Vielleicht mit meinem Bruder Ciel zusammen?┬ź, fragte Greg neugierig.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, nat├╝rlich┬ź, sprach Brandur freundlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein ich m├Âchte diesen Erchan kennenlernen um erstens zu wissen wer das ist und zweiten um mir ein Bild von ihm zu machen. Dabei m├Âchte ich aber Ciel mitnehmen und ich m├Âchte wie gesagt gerne die anderen Magier kennenlernen und ihnen dieses Angebot unterbreiten. Ich hoffe Ciel stimmt dem zu und Deine Verwandten auch. Das w├Ąre sehr sch├Ân┬ź, sagte Greg gut gelaunt.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das l├Ąsst sich arrangieren.┬ź Brandur l├Ąchelte breit.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Gut, dann hole ich meinen Bruder ab in Ordnung? Und Du alberne Nudel rei├č Dich bitte zusammen┬ź, bat Greg seinen Verlobten schmunzelnd.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nat├╝rlich, dass war nur wegen dem Wortspiel, dass hat nichts mit der Sache an sich zu tun gehabt. Kasimir bedeutet Archibald viel! Sehr viel! F├Ąllt mir gerade ein┬ź, erkl├Ąrte Lin leise.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Wir warten┬ź, erwiderte Brandur. ┬╗Kasimir?┬ź, wunderte er sich und sch├╝ttelte gleich darauf missbilligend den Kopf. ┬╗So ein Bl├Âdsinn f├Ąllt auch nur Archibald ein┬ź, grummelte er leise.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Gut bis gleich┬ź, sagte Gregoire und machte sich umgehend auf den Weg zu seinem Bruder Ciel.

Linhard von Hohenfelde
Linhard wartete ab bis Greg au├čer H├Ârweite war, ehe er sich an seinen Paps wandte. ┬╗M├Âchtest Du mir was sagen Paps?┬ź, hakte Linhard nach und musterte ihn aus dem Augenwinkel.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Meinst du bezogen auf Osmund? Nun, er ist nicht auf nat├╝rlichem Wege so alt geworden. Er ist ein Lich, so wie Maghilia. Sie zapfen die Engergie von Lebenden ab, ganz ├Ąhnlich wie Vampire, nur auf einer anderen Ebene. Sie sind Energievampire. Eine sehr schmutzige Art der Nekromantie. Was geschieht, wenn man ihnen die Kunst verbietet, kannst du dir denken.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Aha, Danke f├╝r die Info. Dass habe ich wirklich nicht gewusst und klingt irgendwie... heftig. Aber ich meinte jetzt gerade ehr wegen Derya und Deiner Offenbarung Paps... Ich denke, dass hast Du schon verstanden, Du bist ein Hohenfelde und ein sehr alter und weiser dazu... nun?┬ź, hakte Lin nach und musterte ihn.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, ich habe verstanden und du hast sicher verstanden, warum ich absichtlich nicht darauf einging. Du erwartest sicher eine Entschuldigung. Mein lieber Junge, du bist sauer auf mich und auch dies verstehe ich. Wisse - ich will nicht erleben, dass sie dir antut, was sie den anderen antat. Dass sie M├Ąnner derart behandelt, hat Archibald mir verschwiegen! Sie missbraucht sie und frisst sie auf. Was er mit Kindern tat, tut sie mit ihren Bettgef├Ąhrten. Was glaubst du, wie gut Archibald sich w├Ąhrend seines Hungers im Griff hat? Was glaubst du, wie gut SIE sich im Griff hat, wenn du nackt unter ihr liegst? Linhard, das ist es nicht wert! Und zweitens - wenn sie stirbt durch die Gerechtigkeit Souvagnes, dann endet Alastairs liebste Linie bei Archibald in einer Sackgasse. Nur nach Arbogast m├╝sste man dann noch suchen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich dachte die Antwort w├Ąre k├╝rzer - ich h├Ątte einfach ein KEKS erwartet. Aber so genau erkl├Ąrt zu bekommen dass Du Dich sorgst und mich liebst hat was, Danke. Ich bin nicht sauer, ich war einen Moment baff, aber ich wei├č warum Du es getan hast. Aus dem gleichen Grund warum Greg es verbot. Ich soll nicht nur 47 werden. Keine Ahnung wie sehr Archibald sich im Griff hat beim Essen, ich habe ihn noch nie etwas essen sehen. Was er a├č finde ich schlimmer als wie Paps. Ich liebe Dich auch. Alastair hat gewusst was er da tat oder war er vor Liebe einfach blind?┬ź, fragte Lin leise.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich bin mir sicher, dass er sehr genau wusste, was er tat. Blind vor Liebe zu sein - diesen Fehler hat bisher kein einziger von Hohenfelde begangen. Keks, mein Linhard ... riesengro├čer Keks. Nimm es deinem alten Herrn nicht krumm. Wir finden eine andere Braut f├╝r dich, eine Bessere.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich hoffe es, nun behalten h├Ątte ich sie nicht als Frau, ich denke das ist unm├Âglich. Man kann Archibald ja auch nicht als Babysitter einsetzen. Mit so einer Frau kann niemand zusammen sein. Wir schauen uns um. Ich meinte mit der Opa L├Âsung, dass Du einen neuen K├Ârper ben├Âtigst. Und den k├Ânntest Du dann doch wie Mag oder Ossi am Leben erhalten┬ź, schlug Lin vor.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich glaube nicht, das ich das k├Ânnte - ich bef├╝rchte, ich w├╝rde mit dem Besetzen eines K├Ârpers meine magische Gabe verlieren. Es sei denn, diese Person ist ebenfalls geistmagisch begabt. Vieles spricht daf├╝r, dass die Gabe eine k├Ârperliche Besonderheit ist und keine geistige - andernfalls k├Ânnte ich ja auch als Geist Nekromantie wirken, nicht wahr? Wenn, dann m├╝sste ich also jemanden besetzen, der eine der drei geistmagischen Disziplinen beherrscht - Geistmagie, Nekromantie, Blutnekromantie. Um Dunwins Geist fest mit dem K├Ârper von Aimeric zu verbinden, habe ich mein eigenes Leben verloren. Ich wei├č nicht, ob dies auch geschehen w├╝rde, w├Ąre ich unverletzt gewesen. Dieser Bereich der Nekromantie ist bislang nahezu unerforscht. Aber sollte es gelingen und ich einen neuen K├Ârper haben - dann brauche ich kein Lich zu werden. Es gen├╝gt, wenn ich den Wirtsk├Ârper ganz normal ern├Ąhre.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Je nachdem wie alt er ist, vielleicht doch. Die Frage ist, wie bekommen wir Dich in den K├Ârper hinein? Das m├╝sste ein Nekromant erledigen oder? Nun vielleicht ist es eine Mischung? Das Du es als Seele kannst, aber Lebensenergie ben├Âtigst? Was benutzt ihr denn wenn Ihr Magie nutzt? Was benutzt Ihr dazu? Worauf greift Ihr zu? Ich kann das nicht erkl├Ąren. Also wenn ich k├Ąmpfe greife ich zum Schwert oder zum Degen. Was greifst Du? Woraus besteht das Etwas?┬ź, fragte Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das ÔÇ║EtwasÔÇ╣ hat viele Namen. Essenz des Seins sagen viele dazu ...┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
W├Ąhrend Lin und Brandur sich drau├čen weiter unterhielten, begab sich Gregoire zur├╝ck zum Quartier seines Bruders

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Die Planung des Gespr├Ąchs unter Magiern

#15

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 21. Apr 2018, 01:16

Gregoire Verrill de Souvagne
W├Ąhrend Lin und Brandur sich drau├čen weiter unterhielten, begab sich Gregoire zur├╝ck zum Quartier seines Bruders.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schlief, fest an Ferrau geschmiegt. Es dauerte eine ganze Weile, ehe er das Rufen bemerkte und davon munter wurde. Er ├Âffnete die Augen und sah entsetzlich blass und zerknittert aus, das Haar stand ihm zu Berge. Er qu├Ąlte sich schwerf├Ąllig hoch, zog die Bettdecke ├╝ber Ferrau und tapste steifbeinig zur T├╝r. Er taumelte zwischendurch, bekam die Klinke zu fassen und st├╝tzte sich mit der anderen Hand am Rahmen. Er zog die T├╝r auf. ┬╗Hm?┬ź, murmelte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire musterte Ciel und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. ┬╗Ich habe einen guten Vorschlag und ich m├Âchte dass Du ihn Dir anh├Ârst und die passenden Leute gemeinsam mit mir kennenlernst. Bist Du dazu in der Lage?┬ź, fragte Greg freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ist es wichtig?┬ź, fragte Ciel zur├╝ck.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja das w├Ąre es, f├╝r Deine Akademie Ciel. Ich mache es kurz und erkl├Ąre Dir den Vorschlag, das Treffen k├Ânnen wir immer noch vereinbaren. Linhards Familie hat einige m├Ąchtige Magier, darunter Meister und ich dachte genau jene Meister k├Ânntest Du in der Akademie einstellen. Wir w├Ąren verbunden durch den Schwur an den Duc, durch die Scholle, durch unsere Ehe und auch durch die Akademie. Und wie es scheint, haben sie alle Freude daran zu unterrichten. Das w├Ąre eine sehr gute M├Âglichkeit das sie ihre F├Ąhigkeiten f├╝r Gutes einsetzen und wir haben was davon. Zudem hatte Brandur an Kunstblut gearbeitet, wovon Vampire leben k├Ânnen ohne Lebenden zu schaden. Ich bin der Meinung wir sollten daran weiter forschen lassen, damit sie keine Gefahr mehr darstellen. Was sagst Du dazu?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kunstblut?┬ź, fragte Ciel skeptisch. ┬╗Wenn diese Behauptung von ihm stimmt, dann w├Ąre es interessant, sich mit ihm n├Ąher dar├╝ber zu unterhalten, bevor seine Erscheinung sich wieder verfl├╝chtigt. Und mit Alexandre m├╝sste ich das auch besprechen, er findet das sicher ebenso spannend. Wenn wir Lehrkr├Ąfte f├╝r die Akademie gewinnen k├Ânnten, obendrein mit uns verwandt, w├Ąre das durchaus gut.┬ź Er blickte nach hinten zu Ferrau. ┬╗Wie geht es dir?┬ź

Ferrau
Ferrau musterte Greg mit nicht zu deutendem Blick. ┬╗Gut Herr, mir geht es sehr gut. Ich werde nicht mit ihm mitgehen┬ź, weigerte sich Ferrau.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das musst Du auch nicht, es sei denn mein Bruder m├Âchte Dich mitnehmen. Ich werde nie wieder Hand an Dich legen Ferrau┬ź, antwortete Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte seinen Bruder an. ┬╗Du hast ihn geh├Ârt. Mein Diener will mich nicht zu dir begleiten. Und in diesem Zustand m├Âchte ich nicht ohne Hilfe aus der Stube gehen. Wir werden das Treffen verschieben m├╝ssen, so interessant ich das Thema auch finde.┬ź

Ferrau
┬╗Ich habe auch nicht gelogen. Da k├Ânnt Ihr ruhig meinen Herrn fragen. Ich l├╝ge nicht und ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe Euch nichts getan, warum Ihr derma├čen gemein und grausam wart, wei├č ich nicht. Ihr solltet Euch sch├Ąmen. Das m├Âchte ich sagen, jawohl, sch├Ąmen. Ihr habt auch meinen Herrn damit verletzt - Euren Bruder┬ź, sagte Ferrau.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte Ferrau und nickte knapp. ┬╗Was wohl stimmt, womit wird das Handtuch gewaschen sag mal?┬ź, fragte Verrill mit einem Schmunzeln.

Ferrau
┬╗Ich war nicht unh├Âflich, ich war nur ehrlich┬ź, murrte Ferrau und deckte sich komplett zu.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Womit Du sogar Recht hast┬ź, pflichtete Greg leise bei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte ernst. ┬╗Wie w├Ąre es mit morgen oder in ein paar Tagen? Ich merke das letzte Blutopfer ziemlich. Ich habe etwas zu tief geschnitten wegen dem ganzen Stress und mehr Blut verloren, als beabsichtigt.┬ź

Ferrau
Ferrau zog das Handtuch weg. ┬╗Das war nur wegen Euch erforderlich!┬ź, merkte er an und deckte sich wieder zu.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ehm ja, wohl wahr. Wann immer Du m├Âchtest ich muss ja auch Lin noch drum bitten, genau jene Magier zusammenzutrommeln. Als da w├Ąren eine Maghilia, Osmund - den kenne ich bereits der ist ganz nett, Dave und Wolfram der wohl ein klein wenig gaga sein soll┬ź, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hm, soll ich Alexandre mitnehmen oder besser nicht?┬ź, ├╝berlegte Ciel, mehr an sich selbst gewandt. ┬╗Nein, er hatte gen├╝gend ├ärger mit der Au├čenwelt in letzter Zeit. Das wird zu viel f├╝r ihn.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Also ich an Deiner Stelle w├╝rde ihn mitnehmen, es geht doch um Fachgespr├Ąche. Er w├Ąre unter Kollegen, dass freut ihn sicher und die beiden die ihn auf der Hochzeit begleiten sollten sind auch dabei┬ź, schlug Greg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber das sind zu viele Menschen auf einmal f├╝r ihn. Wenn er dabei ist, sollten es f├╝r ihn nicht mehr fremde als vertraute Personen sein, mit denen er reden muss. Und dir traut er nicht mehr ├╝ber den Weg seit deinem Block-Witz. Besser w├Ąre, zun├Ąchst mit einem Vertreter der Magier dieser Sippe zu sprechen und dann schaue ich sie mir einzeln an - oder ich lasse Alex lieber daheim.┬ź Ciel sah sehr besorgt aus.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dann sprich mit Osmund oder diesem Wolfram. Osmund ist absolut umg├Ąnglich, das ist so ein dicker, alter Opi von der Optik her. Bis auf die N├Ągel, aber die spielen ja keine Rolle. Er ist wirklich freundlich. So h├Ątte Alex eine Vertrauensperson. Naja mich hat er wohl nun gefressen wie Schmierseife, tut mir leid Ciel┬ź, entschuldigte sich Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich w├╝rde als Gespr├Ąchspartner f├╝r Alexandre am ehesten Wolfram oder diesen Davard bevorzugen, nach dem, was Linhard ├╝ber diese beiden Personen sagte. Er empfahl die beiden explizit zu diesem Zweck und Alexandre sollte sie ohnehin vor der Hochzeit kennenlernen. Wenn sie auch noch Magier sind, umso besser.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Gut, dann richte ich es Linhard so aus. Mit ihnen kann er genauso ├╝ber das Thema sprechen. Ich hoffe dann ist er etwas umg├Ąnglicher und f├╝hlt sich nicht ganz so... einsam┬ź, antwortete Greg und knuffte seinen Bruder. ┬╗Ben├Âtigst Du etwas au├čer Schlaf und ein deftiges Essen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hm, weniger komplizierte Br├╝der?┬ź, antwortete er und grinste, was sehr zerknautscht aussah.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Abgemacht, was mich betrifft┬ź, grinste Greg verlegen. ┬╗Ich habe es ihm gesagt, er schweigt Ciel┬ź.

┬╗Hoffen wir es. Und hoffentlich bin ich nicht der Erste, auf den sie losgehen, jetzt, wo sie es wissen.┬ź Er blickte ├╝ber seine Schulter. ┬╗Ich glaube, ich verschlafe den Rest des Tages einfach.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das werden sie nicht, von Brandur stammt das Kunstblut. Schlaf Dich aus und danach gehen wir gemeinsam essen mit unseren Lieben. Danach lernt Alex Dave und Wolfram kennen gemeinsam mit Dir. Falls ich nicht dabei sein soll, sage es ruhig. Ich verstehe es┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, da ich Ferrau mitzunehmen gedenke und Alexandre ... beide gedenke ich bei mir zu haben w├Ąhrend des Gespr├Ąchs und mit beiden hast du es dir zielsicher derart verscherzt, dass sie sich bei deinem Erscheinen in die Hosen machen. Besser ist es, du bist vorerst nicht dabei. Aber das macht von der Sache her nichts. Es geht ja um meine Akademie. Ich werde mit den Magiern allein dar├╝ber sprechen. Mach dir mit Linhard zu dieser Zeit einen sch├Ânen Tag. Und sei mir nicht wieder b├Âse.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein ich habe es doch selbst angeboten, wir h├Ątten vorher miteinander reden sollen. Wir haben wegen Olivie geredet, ich h├Ątte meinen Mund bez├╝glich Lin selbst mal aufmachen m├╝ssen und wie es mir mit ihm geht┬ź, antwortete Greg ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was habt ihr wegen Olivie geredet?┬ź, wollte Ciel wissen.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein Ciel wir beide, wir haben doch wegen Oli geredet, warum Du sie liebst und wie und warum Du sie heiraten m├Âchtest. Das h├Ątte ich auch tun sollen, sprich ├╝ber meine Gef├╝hle reden. Statt dessen hatte ich sie und sie haben mich ganz verr├╝ckt gemacht┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Jetzt haben wir dar├╝ber gesprochen. Und du wei├čt nun auch, was mir meine Leute bedeuten ... du, Dreaux, Papa, Olivie, Nathan, Alex, Khawa ... und Ferrau. Stell sie dir als eine Gruppe von Linhards vor, bevor du sie das n├Ąchste Mal ├Ąrgerst.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich stelle mir lieber vor er steht dabei und alle sind gleich, dann passt es besser┬ź, sagte Greg und dr├╝ckte Ciel an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte seinen Bruder zur├╝ck. Er hatte eiskalte H├Ąnde. ┬╗Ich hab dich lieb, Kleiner ... hab nicht immer so viel Angst. F├╝r jedes Problem gibt es eine L├Âsung und wenn es keine gibt, finden wir eine Neue. Ich brauch ein wenig Ruhe. Spreng in der Zwischenzeit nicht wieder halb den Palast.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich w├╝rde ja sagen Du kennst mich doch, aber das ist keine Beruhigung oder?┬ź, antwortete Greg mit schiefen Grinsen. ┬╗Hast Recht Gro├čer, zuk├╝nftig komm ich zu Euch angekrochen, daf├╝r sind gro├če Br├╝der ja da┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Richtig┬ź, sagte Ciel und grinste zur├╝ck.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Na dann werde ich Euch mal ├╝berraschen indem ich nichts anstelle. Au├čer vielleicht etwas lesen oder so┬ź, schlug er vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das w├Ąre ein Anfang┬ź, antwortete Ciel und blinzelte ihm freundlich zu. ┬╗Oder schick die beiden unf├Ąhigen Gardisten wahlweise zu Benito oder Domi, falls du es noch nicht getan hast und die immer noch vor deiner T├╝r rumliegen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich war noch nicht wieder zur├╝ck, ich hatte Linhard abgefangen und mit ihm gesprochen Ciel. Das war mir wichtiger als die Gardisten. Nun muss ich ihn zur├╝ckbringen. Was muss man im Umgang mit Vampiren beachten, au├čer nicht gebissen zu werden?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Im Umgang mit Vampiren? Nimm einen Blutnekro mit! Willst du dich mit einem treffen? Warte, ich habe etwas f├╝r dich. Meine Adeptenarbeit, der praktische Teil - einer davon.┬ź Er tapste in den Raum, w├╝hlte in einer Schublade und brachte Gregoire eine Halskette. ┬╗Mach sie um und frage nicht, wozu sie da ist. Trage sie einfach.┬ź Er legte sie Gregoire um den Hals.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm die Halskette entgegen und legte sie sich um. ┬╗Dankesch├Ân, ja ich m├Âchte mich mit einem treffen und sie wegen dem Kunstblut befragen. Aber ein mulmiges Gef├╝hl hatte ich doch. Ich werde Dir ganz genau davon Berichten. Danke Gro├čer┬ź, freute sich Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Halte mich auf dem Laufenden! Jetzt schmei├č ich dich raus. Bis sp├Ąter.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Bin schon weg┬ź, antwortete Greg und machte sich wieder auf den Weg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss die T├╝r. Er kroch zur├╝ck zu Ferrau unter die Decke, umklammerte dessen Oberk├Ârper und kuschelte sich wieder bei ihm ein, um weiterzuschlafen. ┬╗Du wirst heute nicht arbeiten┬ź, murmelte Ciel, ┬╗sondern hier liegen und dich erholen.┬ź

Ferrau
┬╗Ja Herr, wir beide. Euer Bruder ist wirklich komisch, wie ein tollw├╝tiges Baby┬ź, schmunzelte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich brauche mich nicht zu erholen, mir geht es blendend. Ich passe hier nur auf dich auf┬ź, sagte Ciel schmunzelnd.
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Nathan
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Herrschaftliche Zornesausbr├╝che

#16

Beitrag von Nathan » So 22. Apr 2018, 19:22

Nathan
Etwas unsicher wartete Nathan auf dem Korridor. Er hatte die Zeit abgepasst, zu der Zerbino sich meistens in die Gesindek├╝che begab, um dort sein Mittagessen einzunehmen. Nathan wartete und hoffte, dass der Leibdiener von Prince Gregoire sich ein paar Minuten Zeit f├╝r ihn nehmen w├╝rde.

Zerbino
Der Leibdiener von Prince Gregoire ging wie immer p├╝nktlich zu Mittagstisch, da er genauso p├╝nktlich zur├╝ck bei seinem Herrn sein wollte. Wie jeden Tag war er um 12:00 Uhr in der Gesindek├╝che. Man konnte nach ihm die Uhr stellen, sofern man eine hatte.

Nathan
Doch bevor er die K├╝che betreten konnte, piepste ihn jemand von der Seite an. ┬╗Ha-hallo Zerbino, hast du einen, einen Augenblick Zeit?┬ź

Zerbino
Zerbino blieb stehen und musterte Nathan. ┬╗Ja nat├╝rlich, was ist passiert?┬ź, fragte Zerbino und hatte schon die schlimmsten Vorstellungen davon was Nathen Duc Dreux versehentlich angetan haben konnte. So wie er dort stand, hatte er ihm vermutlich einen grauenvollen Kurzhaarschnitt verpasst.

Nathan
┬╗Das, das wei├č ich eben nicht.┬ź Nathan schaute sich um, ob ihnen jemand zuh├Ârte. Die Ger├Ąusche aus der K├╝che waren sehr laut, so dass man sie nicht verstehen d├╝rfte, wenn sie ged├Ąmpft sprachen. Nathan ging ein paar Schritte zur├╝ck, so dass sie nicht mehr direkt vor dem Eingang standen, sondern ein wenig in einer Ecke. ┬╗Also es ist, ich mache mir Sorgen. Und zwar stimmt irgendwas nicht mit Prince Ciel oder Ferrau. Das sage ich nicht, weil ich wieder aufdringlich sein will, ich habe inzwischen verstanden, dass mein Ex-Herr nicht mit mir zu reden w├╝nscht. Aber ich kenne ihn sehr lange und seit kurzem ist er anders. Ferrau weicht nicht mehr von seiner Seite. Alle Arbeiten, wo er sonst ruml├Ąuft, machen andere Diener. Fabs sagt, er hat eine Vermutung, die er aber f├╝r sich beh├Ąlt, aber ich hab keine. Hast du eine?┬ź

Zerbino
Zerbino sch├╝ttelte in Zeitlupe den Kopf. ┬╗Ich wei├č sogar direkt worum es geht, aber dies geht nur meinen Herrn und seinen Bruder etwas an. Nur soviel, mein Herr ist manchmal zu gewissen Zeiten nicht er selbst. Und Ferrau nun... Ferrau h├Ątte ihn nicht ver├Ąrgern d├╝rfen. Ich vermute Ferraus Herr hat jetzt ein besonderes Auge auf ihn. Den G├Âttern sei dank ist mein Herr zu mir immer lammfromm┬ź, l├Ąchelte Zerbino.

Nathan
Nathan bekam gro├če Augen. ┬╗Du meinst, er hat ihn geschlagen? Was hatte Ferrau den gemacht? Ich hab jetzt Angst vor deinem Herrn ... bitte sag mir, was ich nicht machen darf, damit er mich in Ruhe l├Ąsst! Wird Ferrau jetzt nie wieder allein rumlaufen k├Ânnen?┬ź

Zerbino
Zerbino zog eine Augenbraue hoch. ┬╗Ganz einfach Du darfst nicht l├╝gen. Und falls sich mein Herr etwas falsch gemerkt haben sollte und Dir unterstellt, entschuldige Dich. Es wird der Moment kommen, wo Du ihm sagen kannst, dass er sich versehentlich etwas falsch merkte. Wenn Du ihn aber in aller ├ľffentlichkeit korrigierst... korrigiert er Dich. Du musst ihn nicht f├╝rchten, Du hast ihm schlie├člich nicht zu dienen und Ferrau hat es ├╝bertrieben. Mit seiner Rumschleicherei macht er Land und Leute verr├╝ckt und er h├Ątte vielleicht mal bei einer Variante bleiben sollen, wer oder was seine Vorfahren nun waren. Scheinbar gab es da jeden Tag eine andere Version und das hat meinem Herrn nicht geschmeckt. Was vorab gelaufen ist, wei├č ich nicht. Jedenfalls war der Verlobte meines Herrn anwesend als Ferraus M├Ąrchenstunde begann und da mein Herr sehr vernarrt in seinen Verlobten ist, hat es ihn doppelt w├╝tend gemacht, dass ihm von Ferrau dann schamlos ins Gesicht gelogen wurde. Auf der anderen Seite muss man der Wahrheit geschuldet sagen, h├Ątte mein Herr nicht Hand an ihn legen d├╝rfen. Er h├Ątte es seinem Bruder melden m├╝ssen,damit Ferrau bestraft oder gez├╝chtigt wird. Aber wie ich bereits sagte, war mein Herr leider nicht Herr seiner Sinne in diesem Moment. Ferrau h├Ątte einfach seinen Mann stehen sollen, ihm aufrecht in die Augen blicken sollen und sagen sollen - Herr es tut mir leid, aber ich spreche die Wahrheit. Nein er stammelte herum, erleichterte sich sogar auf den Teppich meines Herrn und es war ein Graus┬ź, erkl├Ąrte Zerbino.

Nathan
┬╗Aber, aber, aber dann muss er gro├če Angst gehabt haben┬ź, stammelte Nathan verunsichert. ┬╗Das hat er bestimmt nicht mit Absicht gemacht oder weil er respektlos sein sollte! Danke auf jeden Fall f├╝r den Hinweis. Ich werde es mir merken, ich m├Âchte nicht geschlagen werden. Ciel w├╝rde Ferrau nichts antun, selbst wenn man ihm meldet, was der alles falsch macht. Das macht er nicht, das tut er nicht.┬ź Nathan hatte gro├če Angst und dachte daran, was Dreaux ihm offenbart hatte. ┬╗Ich wei├č nicht, was ihr immer mit euren Herrn macht, dass die so w├╝tend werden. Irgendwas macht ihr falsch. Ihr m├╝sst euch besser um sie k├╝mmern. Ciel hat nie jemanden geschlagen und Dreaux macht das auch nicht mehr, seit ich f├╝r ihn da bin. Ich wei├č nicht, was ihr anders macht, aber irgendwas davon macht ihr nicht richtig. Eure Herren d├╝rfen sich nicht so ├Ąrgern, das kann sie krank machen!┬ź

Zerbino
Zerbino starrte Nathan an. ┬╗Ich mache gar nichts falsch Rotznase! Ist Dir vielleicht nicht mal aufgefallen, dass es st├Ąndig nur Ferrau ist der gez├╝chtigt wird? Wieso sollte es an meinem Herrn liegen? Das ist ganz sch├Ân frech und vorlaut von Dir┬ź, beschwerte sich Zerbino.

Nathan
Nathan nahm sich ein Taschentuch und putzte gr├╝ndlich seine Nase ab. Er hatte nicht das Gef├╝hl, dass sie sonderlich schmutzig gewesen w├Ąre, aber sicher war sicher. Er w├╝rde dann auch noch mal im Spiegel nachschauen. ┬╗Aber wenn Ferrau so ein schlechter Diener ist, dann braucht Ciel einen neuen.┬ź

Zerbino
Zerbino schaute Nathan entgeistert an und machte dann eine wegwerfende Handbewegung. ┬╗Wieso? Ferrau ist kein schlechter Leibdiener. Er sollte nur aufh├Âren zu l├╝gen, zu stammeln und zu schleichen. Das macht die Leute verr├╝ckt. Und er sollte die anderen Herren ebenso mit Respekt behandeln. Mein Herr hat ihn nicht geschlagen, dass m├Âchte ich anmerken. Er sprach nur sehr erbost mit ihm. Es gab keinen Grund sich auf dem Teppich zu erleichtern┬ź, erkl├Ąrte Zerbino gekr├Ąnkt. Einen D├Ąmon w├╝rde er tun und Nathan die ├Ąu├čerst unangenehme Wahrheit ├╝ber den Ausraster seines Herrn verraten. Es hatte keine Absicht in Prince Gregoires Verhalten gegeben, es sei denn man wertete Rolligkeit als Absicht.

Nathan
Nathan betrachtete Zerbino nachdenklich. Dann b├Âse, sofern man die kaum sichtbare Andeutung zusammengezogener Brauen als b├Âse bezeichnen wollte. ┬╗Ferrau kann ich nicht so gut einsch├Ątzen, da er kaum mit mir redet. Aber meinst du, ich kenne Ciel nicht? Irgendwas stimmt nicht, sonst w├╝rde er Ferrau nicht so eng bei sich haben. Ciel meint es immer gut. Er macht so was nicht, wenn er nicht sicher w├Ąre, dass er es muss. Und er ist sehr klug, er irrt sich nie. Du willst es mir blo├č nicht sagen, was los ist, obwohl du es genau wei├čt. Fabs hat gesagt, ich soll mit dir reden, aber du willst ja gar nicht mit mir reden.┬ź Entt├Ąuschung mischte sich in Nathans Empfinden.

Zerbino
Zerbino schaute Nathan an und legte ihm eine Hand auf die Schulter. ┬╗Du dienst dem Duc, wenn er es erf├Ąhrt bekommt mein Herr gewaltigen ├ärger. Schweigst Du, dann sage ich es Dir┬ź, fl├╝sterte Zerbino.

Nathan
┬╗Oh je, es ist etwas Schlimmes┬ź, jammerte Nathan. ┬╗Ich tratsche eigentlich keine wichtigen Dinge rum. Das mache ich nicht. Und wenn du auch schweigst, dann ist es sicher nichts, was der Duc erfahren muss, sondern nur uns was angeht, oder? Bitte sage es mir, damit ich mich nicht mehr Sorgen muss, was mit Ciel los ist.┬ź

Zerbino
Zerbino nickte. ┬╗Mit Ciel ist nichts, er hat Ferrau die Haut gerettet. Mein Herr wollte mit Ferrau sprechen, aber dieser antwortete nicht zu dessen Zufriedenheit. Da nach er sich den Sch├╝rhaken aus dem Ofen und z├╝chtigte ihn damit. Kurz davor n├Ąsste sich Ferrau ein. Als mein Herr vor unkontrollierter Wut Ferrau z├╝chtigte kam dessen Herr und stellte den meinen. Kurzum er hielt ihn fest. Der Verlobte meines Herrn sagte zu Prince Gregoire er solle aufh├Âren und Prince Ciel den Sch├╝rhaken geben. Was dieser auch tat, nach reichlich Gerangel. Nathan... so erwachsen unsere Herrn manchmal auch sind und beizeiten auch sein m├Âgen, ab und an sind sich doch nichts weiter als ├╝bergro├če Kindsk├Âpfe. Jungs die dank ihrer Ausbildung und Erziehung recht gef├Ąhrlich werden k├Ânnen. Sp├Ąter werden sie ihre F├Ąhigkeiten zum Schutze ihrer Untertanen einsetzen, aber momentan haben sie ab und an noch interne Machtk├Ąmpfe im Kopf, die jeder junge Mann im Kopf hat, wenn es zwischen den Beinen nach einer Nummer juckt. Sie m├╝ssen sich noch ihre H├Ârner absto├čen. Ciel ist der Einzige von ihnen, der sie sich tats├Ąchlich abgesto├čen hat. Er war im Krieg, er sah Schlachten, er sah Gefallene, er sah das - was unser alter Duc Maximilien sah und wovor er das ganze Land und vor allem seine Kinder abschirmen will. Aber manchmal muss sich ein Jugendlicher eine blutige Nase holen um zu wissen, wann er sie in andere Angelegenheiten stecken darf und wann nicht. Sie m├╝ssen lernen wo ihre Grenzen sind, sie m├╝ssen lernen wozu sie ihre Macht und Kr├Ąft einsetzen d├╝rfen. Theorie ist ├Ąu├čerst wichtig, aber die Praxis ist wesentlich wichtiger. Ein Buch ist wundervoll, mein Herr liebt B├╝cher. Aber kein Buch der Welt gibt den Gestank von Blut, F├Ąkalien, verfaulenden Ged├Ąrmen und die Schreie der Sterbenden wieder die einem im Krieg erwarten. Und kein Buch der Welt gibt wieder wie die See donnert, das Meer riecht und sich Wind auf der Haut anf├╝hlt. Deshalb sind die beiden anderen Herrn und besonders der meine oft sehr unausgeglichen. Er wei├č mit seinen Energien manchmal nicht wohin und nun kam noch hinzu, dass er seinen Verlobten beeindrucken und verteidigen wollte. Es war ein Trauerspiel. Keine Viertelstunde sp├Ąter, als Prince Ciel gegangen war, da fiel es Prince Greg wie Schuppen aus den Augen, was er da getan hatte. Nun gut, dass es so war. Wer von uns kennt es nicht? Jeder Mann kennt es, wenn einen die Wut packt - oder fast jeder. Er wusste was er angerichtet hatte, er ging seinem Bruder nach. Was dort geschah wei├č ich nicht, aber sie haben sich wohl vers├Âhnt. Was Greg wirklich gut tun w├╝rde, eine Aufgabe wo er mal in Schwitzen kommt und sich schmutzig macht und zwar drau├čen. Das braucht er, aber das sieht er nicht ein. Glaub mir, ich schw├Âre Dir, er h├Ątte sogar Spa├č daran. Letztens war er mit seinem Verlobten am Meer und erz├Ąhlte Stunden sp├Ąter noch davon. Was soll ich ihm da sagen? H├Ârt Euch selbst zu Herr, Ihr kennt die Antwort? So ist es doch. Das steckt dahinter Nathan. Nicht das Ferrau ├ärger macht, er hat nur leider so eine linkische Art, die dann den ├ärger anzieht wie ein Magnet┬ź.

Nathan
Als Zerbino das erz├Ąhlte, kullerten Nathan ein paar Tr├Ąnen aus den Augen. Er wischte sie sich mit Handr├╝cken ab. Er musste ein paar mal schlucken, denn wenn er jetzt gleich gesprochen h├Ątte, w├Ąre unverst├Ąndliches Kauderwelsch herausgekommen. ┬╗Und da-da-darum und da-darum hat, hat, hat...┬ź Er schniefte und r├Ąusperte sich und versuchte, sich zusammenzurei├čen. ┬╗... darum hat Ciel immer gesagt, dass, dass, dass er keine, keine, keine also dass er sich ganz vergeistigen will und ich, ich, ich hab, hab, hab ...┬ź Er lie├č Zerbino einen Moment stehen, ging in die K├╝che, ohne mit irgendjemandem zu sprechen und holte sich ein Glas Wasser, das er in kleinen Schlucken trank. ┬╗Also wenn Ciel das Gef├╝hl hat, dass er sich wegen irgendwas nicht mehr beherrschen kann, dann badet er immer eiskalt. Ihm hat das gut geholfen┬ź, erkl├Ąrte er nun ruhiger, obwohl er exrteme Angst hatte. ┬╗Vielleicht ist das was f├╝r deinen Herrn? Ich glaube, ich verstehe ihn jetzt, warum er mir verbot, warum er ... ich glaube, er will nicht, dass ich auch so werde. Und darum hat er mich nun abgegeben. Der arme Ferrau, was machen wir jetzt? Einfach so tun, als ist nichts?┬ź

Zerbino
Zerbino zuckte einmal kurz die Schultern. ┬╗Die Bestrafung eines Prince liegt entweder in der Hand eines anderen Princen oder in der Hand des Duc. Was sie lernen m├╝ssen ist ihre Wut in geordnete Bahnen zu lenken, oder niederzuk├Ąmpfen bevor sie entsteht. Und was ein jeder von ihnen lernen muss, dass was Fabiens Herr fr├╝h absolut unfreiwillig lernen musste, ist Demut. Es gibt sogar f├╝r solche Menschen M├Ąchte die sich nicht ihrer Macht beugen. Maximilien musste mit 17 Jahren erwachsen werden, so etwas h├Ątte er sich nicht leisten k├Ânnen. Er hatte schlagartig von heute auf Morgen ein Land zu regieren. Und beide Personen die ihm h├Ątten beistehen k├Ânnen waren tot. Das er deshalb seine S├Âhne beh├╝tet wie Aug├Ąpfel ist doch selbstverst├Ąndlich. Aber und nun rede ich rein privat und frei f├╝r alle - ein Vater muss auch einmal streng sein. Wobei ich glaube, w├╝sste er davon, w├Ąre er tats├Ąchlich sehr streng zu ihnen. Er achtet die Dienstboten, er achtet die Henker, er wei├č was sie leisten, wof├╝r sie stehen. Solch eine Person zu strafen, unangebracht zu strafen, hei├čt er niemals gut. Prince Gregoire - mein Herr k├Ânnte sich vermutlich einiges anh├Âren oder m├╝sste sogar einen Zwangsdienst antreten. Der ihm vielleicht sogar gut zu Gesicht st├╝nde. Nicht das ich ihn bestraft sehen m├Âchte, er ist ein lieber und anh├Ąnglicher Herr zu mir, aber er ben├Âtigt eventuell genau jene Reife um der Mann zu werden, der er ab und an von alleine ist. Ein Mann mit Geduld und Weitsicht. Er ist sehr klug und absolut belesen, aber seine Unausgeglichenheit manchmal verwandelt ihn in wen, der er selbst nicht sein m├Âchte und der Katzenjammer folgt darauf. Es tut ihm von Herzen leid. Was Du Dir damit selbst versagen willst ist Unsinn Nathan. Erwachsen wird jeder, von einem Jungen wirst auch Du zum Manne und ein jeder Mann hat Bed├╝rfnisse. Du versuchst die Zeit aufzuhalten, Du bist nicht Ainuwar. Der Mensch ist ein Gruppengesch├Âpf wie mein Herr so sch├Ân sagte. Wir haben einen Rudelanf├╝hrer und dieser muss nunmal die unteren R├Ąnge in den Hintern bei├čen, damit sie sich benehmen. Die Jungen lernen von den Alten. Drum m├╝ssen die Alten auch mal eine Grenze ziehen. Wenn Dich ein 6 J├Ąhriger mit dem Stock haut ist der vielleicht noch frech und witzig dieser kleine Giftpilz. Das wirkt vielleicht sogar noch niedlich. Kinder halt. Wenn dieses Kind so gro├č ist wie Du und schnell wie eine Viper und Dir eines mit einem Stock, Stift oder Lineal verpasst, dann ist das kein Spa├č mehr. F├╝r ihn schon - es war doch immer witzig. Warum ist das jetzt verboten? Weil ihm vorher niemand Grenzen gesetzt hat. Es h├Ątte verboten sein m├╝ssen. Das meine ich. Ich denke, sobald Maximilien zur├╝ckkehrt wird Ciel mit seinem Vater reden und Greg wird ihm Rede und Antwort stehen m├╝ssen. Hoffen wir das dies nach der Hochzeit geschieht, sonst sieht mein Herr rot und wir alle schwarz┬ź.

Nathan
┬╗Du siehst das aber sehr locker ... was, wenn der Prince dich das n├Ąchste Mal mit dem Sch├╝rhaken schl├Ągt? Mit dem Sch├╝rhaken! Der arme Ferrau! Er h├Ątte, er h├Ątte ... ich, ich w├╝nschte, ich w├╝nschte ...┬ź Nathan musste sich schon wieder die Tr├Ąnen wegwischen. ┬╗Ciel hatte Recht damit, dass Menschen b├Âse sind. Ich wollte das immer nicht glauben. Ich muss mich bei Ciel f├╝r alles entschuldigen gehen. Ich wollte nie erwachsen werden und er auch nicht. Und von einem Tag auf den anderen sagte er, dass wir jetzt erwachsen sind. Er wollte es nie und ich habe das nicht verstanden, obwohl er es mir hundert Mal erkl├Ąrte. Irgenwann sagte er mir, ich w├Ąre zu dumm und sollte einfach nur gehorchen, was ich ja auch tat. Jetzt aber verstehe ich alles. Findest du das gar nicht schlimm, was passiert ist?┬ź

Zerbino
Zerbino schaute Nathan an. ┬╗W├╝rde ich es nicht schlimm finden, meinst Du ich h├Ątte mir dann solche Gedanken gemacht, was meinem Herrn mal gut tun w├╝rde? Nat├╝rlich ist schlimm und es h├Ątte weitaus schlimmer ausgehen k├Ânnen. Er h├Ątte Ferrau mit diesem verdammten Sch├╝rhaken den Sch├Ądel einschlagen k├Ânnen. Darum muss er was gegen seine Unausgeglichenheit tun. Ich hoffe das sein Verlobter dieses DAS ist. Menschen sind nicht nur b├Âse Nathan, ebensowenig sind sie nur gut und Ciel wird genauso kein Heiliger auf dem Schlachtfeld gewesen sein. Aber im Gegensatz zu Gregoire am besagten Tag, wei├č Ciel wo seine Aggression hingeh├Ârt - aufs Schlachtfeld. Als Gregoire f├╝r seine Br├╝der den Thron h├╝tete, wusste er auch was zu tun ist und vermutlich ruhiger und sicherer als Duc Dreux. Das ist der Preis des Mittleren - der Erste bekommt den Thron, der Letzte ist das Nesth├Ąkchen. Und jener in der Mitte? Er ben├Âtigt eine gute Aufgabe und falls er keine ├╝berreicht bekommt, muss er sich selbst eine suchen. Er kann nicht erwarten, dass ihm das Leben alles so serviert wie ein guter Leibdiener. Es ist vielleicht nicht das was er erwartet, es ist vielleicht nicht das was er verdient - aber es ist das was er bekommt. Das nennt man Leben! Und er ist kein schlechter Mensch, ich diene ihm schon sehr lange. Oder ist jeder Mensch der in die Pubert├Ąt ger├Ąt schlecht? Nein es sind quasi Leute auf deren K├Âpfen stehen k├Ânnte vorsicht Umbauarbeiten. Und Jungs sind sp├Ąter dran, dass wei├č jeder. Sie verhalten sich zudem anders als M├Ądels. Aber jene Aggression die man heute ablehnt, wird an anderer Stelle wieder von ihnen gefordert. Von daher, darf er sie auch nicht verlieren, er sollte sich wieder seinem Training widmen. M├╝de vom Training kommt man nicht auf solche Ideen. Oder er sollte... nun sagen wir es mal, den Akt vollziehen notfalls allein und sich seinen Verlobten denken, damit er nicht so biestig reagiert. Du kennst ihn doch sonst, er ist ein lieber, herzlicher und guter Mensch. Nur er hat eben seine 5 Minuten manchmal. Oder meinst Du seine Br├╝der w├╝rden ihn so nennen, wenn er immer wie ein Berserker herumlaufen w├╝rden?┬ź

Nathan
┬╗Wie nennen sie ihn denn? Auf dem Schlachtfeld war Ciel nicht aggressiv. Ich war nicht dabei, aber danach, danach kam er ja wieder ins Zelt und da war er v├Âllig durcheinander. Er hat tausend Fragen gestellt und ich war leider nicht in der Lage, sie ihm zu beantworten, weil ich nicht so sehr klug bin. Und er hat Khawa angeschleppt. Ich glaube nicht, dass er da blindlings mit dem Schwert um sich geschlagen oder so was blind befohlen hat. Wenn Ciel w├╝tend ist, macht er andere Dinge. Er kann auch sehr w├╝tend werden, ja. Aber er schl├Ągt dann niemanden. Er tut einem anders weh. Er wollte nach dem Krieg in einen Tempel ziehen, er wollte nichts mehr mit der Welt zu tun haben. Aber dann ist er doch wieder in den Krieg gegangen und hat den Wall gebaut und die n├Ârdliche Grenze verteidigt. Das tut ihm nicht gut, vielleicht sollten sie tauschen und Gregoire das machen, wenn er gern Leute schl├Ągt? Das meine ich nicht b├Âse, vielleicht w├Ąre er ein guter Feldherr. Dann k├Ânnte Ciel n├Ąmlich in den Tempel ziehen, so, wie er es w├╝nscht. Du kannst ihm aber, bis er gelernt hat, sich zu beherrschen, wirklich ein kaltes Bad anbieten. Das tut Ciel immer sehr gut.┬ź

Zerbino
┬╗Nun vielleicht solange bis er die Hochzeitsnacht verbringen darf, dass w├Ąre dann schon eine M├Âglichkeit. Ich denke auch Dein Herr war dort nicht Handzahm. Sie nennen Ciel den Kopf der Drei und meinen Herrn das Herz. Das ist er sonst auch, er schl├Ągt auch nicht gerne Leute. Eigentlich hockt er am liebsten vor seinen B├╝chern, aber genau das Gegenteil scheint er seinem Verlobten beweisen zu wollen. Der Hafer hat ihn gestochen, wie man umgangssprachlich sagt. In den Tempel ziehen? Das sollte seine Zuk├╝nftige mal nicht h├Âren. Was w├Ąre das f├╝r ein Leben f├╝r sie? Geheiratet und dennoch auf ewig Jungfrau? Er ist einer der Prinzen. Vielleicht sollte der Duc mit all dem warten und hoffen, dass ihm seine Dritte Frau einen tats├Ąchlichen Sohn schenkt. Sie alle drei scheinen ihre Marotten zu haben┬ź.

Nathan
┬╗Wenn Gregoire das Herz ist und Ciel der Kopf, was ist dann Dreaux? Also ich wei├č nicht, was Ciel sich dabei gedacht hat, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass seine Braut nach der Hochzeitsnacht keine Jungfrau mehr w├Ąre. Er ist so nicht. Ich verstehe auch ├╝berhaupt nicht, warum er nun doch um ihre Hand angehalten hat, obwohl er eigentlich ja gar nicht heiraten wollte. Na ja, mich wollte er mal heiraten, aber das z├Ąhlt nicht, da waren wir Kinder. Wieso glaubst du, dass die Hochzeitnacht es ├Ąndern wird? Vielleicht macht sie es noch schlimmer! Und warum sollte Dreaux kein guter Duc sein? Er gibt sich extrem viel M├╝he und macht sich viele Gedanken, zu viele, finde ich sogar. Er ist sehr gestresst und schl├Ąft kaum.┬ź

Zerbino
┬╗Dreux ist das was beide verbindet, der K├Ârper w├╝rde ich sagen, dort sitzt der Sonar Plexus. Nein dass meinte ich nicht. Dreux ist ein guter Duc, er ist nur immer so angespannt dabei. Gut Du hast es mir gerade erkl├Ąrt, er muss etwas lockerer werden. Er ist so verbissen, das hat er doch gar nicht n├Âtig. Er macht seine Aufgabe gut. Aber Greg hat diese Aufgabe ebenfalls gut gemeistert. Nun das kann auch sein, je mehr man bekommt, je mehr m├Âchte man. Aber dann liegt es an seinem Verlobten einzuschreiten. Ich wei├č es nicht, aber ich dachte er wollte in den Tempel gehen um dort keusch zu leben. Ach Nathan, wen wir schon als Kinder alles heiraten wollten┬ź, lachte Zerbino.

Nathan
┬╗Wen wolltest du denn heiraten?┬ź, fragte Nathan neugierig. ┬╗Ja, er wollte da seine Ruhe haben und keusch sein d├╝rfen, ohne dass irgendwer daran Ansto├č nimmt. Er wollte aber auch seine Ruhe haben vor der Welt. Er wollte sich, glaube ich, da verstecken. Ich werde Dreaux eine Nackenmassage anbieten┬ź, ├╝berlegte er. ┬╗Vielleicht hilft ihm das, sich zu entspannen. Ich glaube dir, dass Gregoire ein guter Herrscher war. Aber trotzdem darf er niemanden einfach so derma├čen schlagen!┬ź

Zerbino
┬╗Unsere Nachbarin, meine Mutter, die K├Âchin unten in der K├╝che damals, meine G├╝te irgendwie jede Frau die ich mochte. Letztendlich habe ich keine geheiratet. So ist der Lauf der Dinge Nathan. Ich wei├č, vielleicht sollte ich dies auch einmal versuchen, oder ihm etwas zur Beruhigung geben. Dein Herr mag Dich sehr, dass ist wichtig. Und meiner mag mich ebenso. vielleicht versuchen wir es mal im Duo?┬ź

Nathan
┬╗Und wie sollen wir das machen?┬ź, fragte er unsicher. ┬╗Du meinst, jeder versucht es auf seine Weise?┬ź

Zerbino
┬╗Wir sprechen uns ab und teilen unsere Ideen und versuchen es so mit unseren Herrn. Sprich wir denken uns gemeinsam etwas aus. Was meinst Du dazu?┬ź, fragte Zerbino

Nathan
┬╗Also ich finde die Idee gut. So machen wir das. Ich finde das auch wichtig. Ein was musst du noch wissen. Wenn Gregoire Ferrau verletzt, verletzt er damit auch Ciel. Ciel sogar noch mehr als Ferrau. Es geht ihm danach wirklich sehr schlecht und damit meine ich wirklich sehr! Er wird davon krank! So krank, dass ihm auch ein Heiler nicht helfen kann. Darum mache ich mir solche Sorgen, wenn Gregoire so w├╝tend wird. Ich will nicht, dass Ferrau was passiert, aber noch weniger will ich, dass Ciel krank wird. Drum hab ich dir vorhin vorgeworfen, dass du dich nicht so gut um Gregoire k├╝mmerst. Aber wir machen das nun besser, ja?┬ź

Zerbino
┬╗Ja versprochen, wir machen es gemeinsam besser. Das verstehe ich, man sorgt sich oft mehr um seine Lieben als um sich selbst. Fabien wird auch krank, falls Max krank ist und ungekehrt. Oder wenn Gregoire krank war, habe ich mich auch so gesorgt, dass ich nicht essen konnte. Sie sind unsere Familie, machen wir uns nichts vor und wir die ihre Blutsverwandtschaft hin oder her. Und nachdem was Du erz├Ąhlst h├Ątte Greg Ciel gleich selbst schlagen k├Ânnen┬ź.

Nathan
┬╗Ja┬ź, fl├╝sterte Nathan und bei der Vorstellung wurde ihm Angst und Bange. ┬╗Ferrau war stark verletzt, oder? Ich sehe es. Ciel ist noch viel blasser als sonst.┬ź

Zerbino
┬╗Nein ich vermute nicht, es war wohl mehr der Schock. Greg hat ihn mit der Spitze gestochen und ihm dann das Eisen in den Nacken gehalten, um ihn zu brandmarken wie eine Kuh. Wie wenn man L├╝gner ├Âffentlich brandmarkt, die sehr schlimm gelogen haben, so das jemand umkam oder so. Und Ferrau hat gekreischt. Nun ich glaube das h├Ątte mein Herr auch, h├Ątte er den Haken am anderen Ende anfassen m├╝ssen. Ciel besch├╝tzt seinen Leibdiener Nathan┬ź.

Nathan
Nathan zitterten die Finger bei der Beschreibung. So wie er Ciel kannte, w├╝rde der auch bei kleineren Verletzungen seines Leibdieners sein eigenes Blut geben, um diese zu kurieren. Das hatte er sogar getan, wenn Nathan sich beim Rasieren geschnitten oder sich den Finger umgeknickt hatte. ┬╗Ich hoffe, Khawa ist bald wieder da. Ciel braucht selber Schutz. Ich konnte ihn nicht besch├╝tzen und Ferrau auch nicht. Es ist nicht richtig, dass er so leiden muss nur wegen uns. Es sollte wenn schon dann andersrum sein. Danke jedenfalls. Das war es, was ich mit dir bereden wollte.┬ź

Zerbino
┬╗Ich werde mir ein Herz nehmen und mit meinem Herrn dar├╝ber in einer stillen Stunde reden. Meist ist er dann recht zug├Ąnglich und oft sogar ein H├Ąufchen Elend. Vielleicht sollten wir einmal Ferrau besuchen und ihm etwas zur Genesung kaufen? Und wir sollten ihm einen besseren Ruf bescheren. Er ist vielleicht gar nicht so linkisch, sondern hat einfach nur Angst┬ź.

Nathan
┬╗Ja, der Arme tut mir leid. Vielleicht freut er sich, wenn wir uns um ihn k├╝mmern und ihm was schenken. Aber das setzt voraus, dass Ciel uns mit ihm reden l├Ąsst. Momentan versteckt er ihn ja vor allen und ich hab gesehen, dass er jetzt vier Wachen vor seiner T├╝r hat anstatt zwei.┬ź

Zerbino
┬╗Ich k├Ânnte Prince Ciel darum bitten und ihm mitteilen, dass wir Ferrau helfen wollen. Generell und auch dabei seinen Ruf zu verbessern. Ich selbst habe ja zum Gegenteil beigetragen, wenn ich einfach wiederhole was andere sagten. Sprich er w├Ąre faul, verlogen und linkisch. Bei diesem Vorfall lag es nicht an Ferrau┬ź.

Nathan
┬╗Dann hast du mich ja auch angeschwindelt┬ź, sagte Nathan verzweifelt. ┬╗Vorhin hast du gesagt, Ferrau w├Ąre selber Schuld. Was stimmt denn nun? Es w├Ąre gut, wenn du Ciel bitten w├╝rdest, da er immer noch schmollt mit mir. Sonst w├╝rde ich ihn ja selber fragen. Aber er mag nicht.┬ź

Zerbino
┬╗Ich habe f├╝r meinen Herrn gelogen Nathan, da ich nicht wollte, dass er ├ärger bekommt oder wie ein Monster dasteht. Das ist er nicht. Es stimmt dass Ferrau unschuldig ist und mein Herr vor Wut die Nerven verlor. Das ist die Wahrheit. Und es ist die Wahrheit dass er, nachdem er sich beruhigt hatte, seine Tat bereute und sich mit seinem Bruder vers├Âhnte. Ich werde zu ihm gehen.┬ź

Nathan
┬╗Alle schwindeln dauernd┬ź, beklagte sich Nathan. ┬╗Man wei├č gar nicht, wem man ├╝berhaupt noch glauben kann. Das n├Ąchste Mal schwindelst du wieder, weil du deinen Herrn sch├╝tzen willst. Ich hab noch nie geschwindelt. Ciel schwindelt auch nicht.┬ź Nathan merkte erneut, wie sehr er ihn vermisste. Er durfte nicht wieder anfangen rumzujammern. Schon gar nicht vor dem zwielichtigen Zerbino. Er wurde traurig bei dem Gedanken, dass Zerbino nun mit Ciel reden konnte, w├Ąhrend er selbst niemanden mehr hatte. Zerbino w├╝rde wohl eher nicht zu seinem Freund werden. ┬╗Dann lasse ich dich mal deine Mittagspause machen. Ich will dich nicht l├Ąnger st├Âren.┬ź

Zerbino
┬╗Wie Du meinst, ich sage Dir was er sagte. Ich hole mir nur schnell etwas aus der K├╝che, dann bin ich wieder im Dienst, falls Du mich noch einmal suchen solltest. Ich h├Ątte auch schweigen k├Ânnen Nathan... und h├Ątte es auch sollen┬ź, antwortete Zerbino, nickte ihm zu und verschwand in der K├╝che.

Nathan
┬╗Der letzte Satz war gemein!┬ź, rief Nathan ihm hinterher. Dann kehrte er von seiner eigenen Mittagspause zur├╝ck, ohne etwas gegessen zu haben und machte sich wieder an die Arbeit.

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Ciel Felicien de Souvagne
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Die Beichte

#17

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 27. Apr 2018, 17:02

┬╗Revelatio und Flagellatio. Ich bin gekommen, um zu gestehen und hernach zu s├╝hnen, Meister.┬ź Ciel stand mit gesenktem Haupt vor dem Schreibtisch im Arbeitszimmer des Erzhexers Alexandre de la Grange. Ciel trug seine schlichte, dunkelgraue Adeptenrobe und war barfu├č. ┬╗Ich bitte darum, mich unter Eurer Aufsicht kasteien zu d├╝rfen.┬ź
Alexandre lehnte sich in seinem Stuhl zur├╝ck und sah ihn sehr ernst an. Wenn ein Sch├╝ler mit dieser Bitte an ihn herantrat, war etwas Schwerwiegendes vorgefallen. Der Meister lie├č das Traktat eines Novizen, das er gerade gelesen hatte, liegen und erhob sich. Er war einen halben Kopf gr├Â├čer als der Prince und warf einen Schatten auf ihn.
┬╗Wie du es w├╝nschst, Ciel. Wir gehen in den Opferraum. Ich werde dein Gest├Ąndnis entgegennehmen und dar├╝ber wachen, dass du korrekt s├╝hnst.┬ź

Inhalt der Beichte: Im Kleiderschrank (├╝18) >>

Eine halbe Stunde sp├Ąter kniete Ciel mit nacktem Oberk├Ârper in der Mitte des Opferraumes. Er hatte die Robe von seinen Schultern gezogen, so dass sie umgeschlagen von seiner H├╝fte hing wie ein langer Rock. In der Mitte wurde sie vom G├╝rtel gehalten. Die Roben waren so geschnitten, dass das Befreien des Oberk├Ârpers zu Opferzwecken mit einem einzigen Handgriff m├Âglich war. Der Stoff war nach dieser halben Stunde nicht mehr grau, er war rot und nass, so wie Ciels R├╝cken. Vor ihm ragte im Schneidersitz Statue Ainuwars bis zum Deckengew├Âlbe, eine mehrere Meter hohe, geschlechtsneutrale Kapuzengestalt. Im Scho├če Ainuwars sa├č, wie ein fleischgewordenes Abbild des Gottes, Alexandre. Ebenso geschlechtslos, das Gesicht im Schatten seiner Kapuze verborgen. Er trug nicht l├Ąnger seine lumpenartigen ├ťberw├╝rfe, sondern die dunkelrote Robe des Erzmagiers, um die rituelle Kasteiung zu leiten. Seine Ausstrahlung war nun anders. Er war das Oberhaupt seines Ordens. Er war der m├Ąchtigste Blutnekromant, der je auf Asamura gewandelt war. Er war Ciels Meister. Der Prince f├╝hlte extremen Respekt vor diesem Mann. Er kniete in tiefer Demut vor ihm auf dem blanken Stein. Die blutige Gei├čel, mit der er die Selbstflagellation unter Alexandres Blicken durchgef├╝hrt hatte, lag vor seinen Knien. Der Boden war im Umkreis mehrerer Meter rot gesprenkelt.
┬╗Ich habe dein Gest├Ąndnis und deine Kasteiung zur Kenntnis genommen┬ź, sprach Alexandre laut und deutlich. Seine Stimme hallte in dem Gew├Âlbe. ┬╗Du hast mir deine gestrige Verfehlung im Detail dargelegt und k├Ârperlich ges├╝hnt. Von der Aufrichtigkeit deiner Reue bin ich nun ├╝berzeugt. Die Kasteiung erf├╝llt ihren Zweck jedoch erst vollst├Ąndig mit dem Begreifen, mit dem Lernen aus seinen Fehlern. Widmen wir uns der Fehleranalyse. Was hast du w├Ąhrend des Ereignisses falsch gemacht?┬ź
Ciel leckte sich ├╝ber die trockenen Lippen. Der Blutverlust machte ihn durstig und ihm war schwindlig. Es war nicht Sinn und Zweck der Kasteiung, sich dabei gut zu f├╝hlen. Seine Stimme war heiser, als er sprach.
┬╗Ich habe zugelassen, dass mein Handeln von meinen Gef├╝hlen beeinflusst wird. Ich habe dem Sehnen meines Fleisches nachgegeben. Und infolgedessen mein Gel├╝bde der Keuschheit gebrochen. Ich habe zugelassen, dass mich eine andere Person unsittlich ber├╝hrt.┬ź
Alexandres Gesicht blieb ernst. ┬╗Worin lagen die Ursachen f├╝r diesen unw├╝rdigen Kontrollverlust?┬ź
┬╗Meister, ich hatte starke Schmerzen. Und ich war zu jenem Zeitpunkt eingesperrt, ich hatte somit keine M├Âglichkeit, die ├╝blichen Techniken anzuwenden, die Ihr mir beigebracht habt, um abzuk├╝hlen.┬ź
┬╗Du gibst den ├Ąu├čeren Einfl├╝ssen also die Schuld. Das ist keine Fehleranalyse, sondern eine Rechtfertigung. Ich erwarte mehr R├╝ckgrat. F├╝nf weitere Hiebe f├╝r den Versuch, die Schuld woanders zu suchen.┬ź
Erneut nahm Ciel die kurze, vielschw├Ąnzige Gei├čel zur Hand. Er zog sie sich abwechselnd von oben und von unten um den R├╝cken. Vor Schmerzen war ihm schlecht, aber er gab keinen Ton von sich. Nach dem Vollzug der Strafe legte er die Gei├čel wieder vor sich ab. Sein Blut war bis zu dem erh├Âht sitzenden Meister gespritzt.
Alexandre wiederholte seine Frage. ┬╗Was hast du falsch gemacht, dass es zu diesem unw├╝rdigen Kontrollverlust kommen konnte?┬ź
Ciel ├╝berlegte sich seine n├Ąchsten Worte genau. ┬╗Ich habe mich freiwillig in eine ausweglose Situation begeben. Ich habe zugelassen, dass Gregoire mich dort einsperrt. Das war der Fehler. So konnte ich mich der Situation nicht entziehen und war in ihr gefangen.┬ź
┬╗Wie kam es zu dieser fahrl├Ąssigen Fehlentscheidung?┬ź
┬╗Es lag an meiner Unsicherheit. Ich habe Angst vor der Hochzeitsnacht. Ich wei├č noch immer nicht, wie und was genau ich in diesem Augenblick tun soll, auch wenn mir die Theorie bekannt ist. Darum nahm ich das Angebot an, bei Gregoire von diesem Schrank aus zuzuschauen. Ich wollte von ihm lernen.┬ź
┬╗Ich fasse das Gesagte mit dem Unausgesprochenen zusammen: Es war eine Mischung aus durchaus l├Âblichem Lernwillen und profaner Triebhaftigkeit. Letzteres hast du nicht ausgesprochen, aber ich nehme an, dass es mit reinspielte. Ist dem so?┬ź
┬╗Ja, Meister.┬ź
┬╗Zwei weitere Hiebe f├╝r das Verschweigen.┬ź
Ciel gehorchte.
Alexandre fuhr unger├╝hrt fort.
┬╗Wie kannst du solch schwierige Situationen in Zukunft kontrollierbar halten?┬ź
┬╗Ich hatte zuvor mit Gregoire geschmust und war dadurch nicht zu hundert Prozent Herr meines Verstandes. Ich sollte nur mit Personen schmusen, die meinen Wunsch nach Keuschheit akzeptieren und mich darin unterst├╝tzen, anstatt gezielt entgegenzuwirken. Es war r├╝ckblickend v├Âllig idiotisch, sich freiwillig von ihm dort einschlie├čen zu lassen. Ich h├Ątte darum bitten sollen, offen zuschauen zu d├╝rfen, so dass ich notfalls gehen kann.┬ź
Alexandre sah mit steinerner Miene auf ihn herab, ohne etwas zu sagen. Ciel schmatzte mit seinem ausgetrockneten Mund. Seine Zunge f├╝hlte sich an wie mit Stoff ├╝berzogen. Als h├Ątte er ein trockenes St├╝ck Stoff im Mund. Er war sehr durstig.
┬╗Ich habe eine Frage, Meister. Sollte ich meiner Lust vielleicht gelegentlich kontrolliert Raum geben, bevor sie unkontrollierbar wird?┬ź
Alexandres Gesicht blieb ausdruckslos.
┬╗Das ist der einfache Weg. Der Weg eines schwachen Geistes. Der Weg, den ich jenen Novizen empfehle, bei denen ich nur geringes Potenzial sehe. Jene, aus denen ohnehin nie ein Hexenmeister werden wird, geschweige denn mehr. Aber ja, es ist eine M├Âglichkeit. Dieser Weg steht dir freilich offen. Zu beachten ist dabei, dass du die Entscheidung, wann und wie oft es geschehen soll, aus dem Kopf heraus triffst und nicht darum nachgibst, weil dein K├Ârper gerade danach verlangt. Dein Wille muss immer Herr deines Handelns sein. Sonst wirst du zum Sklaven deines K├Ârpers. Aber ehrlich gesagt hatte ich gr├Â├čere Hoffnungen in dich gesetzt, Ciel.┬ź
Ciel wagte nicht, aufzusehen und blickte auf die Gei├čel zu Alexandres F├╝├čen.
┬╗Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ich mich daf├╝r sch├Ąme, was passiert ist. Und vor allem daf├╝r, wie es abgelaufen ist. Verzeiht Ihr mir?┬ź
Alexandres Stimme verriet keine Emotionen, als er antwortete.
┬╗Ich werde dich wie gehabt unterrichten und du sollst in deiner Ausbildung keine Nachteile erfahren. Du bist ein Adept in der Mitte seiner Ausbildung, Fehler sind im Rahmen eines Lernprozesses unvermeidlich. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen, sagt ein altbekanntes Sprichwort. Dein Mentor, Marquis Alexandre de la Grange, verzeiht dir. Dein Freund, Alex, verzeiht dir diesen Fehltritt nicht.┬ź
Ciel hob nun doch entgeistert den Blick. ┬╗Bitte habt die G├╝te, mir dies zu erkl├Ąren. Habe ich Euch verletzt?┬ź
┬╗Du kannst dir die Antwort selbst herleiten, das traue ich deinem Verstand durchaus zu. Spar dir also die Frage. Deine entbl├Â├čenden Frage-Antwort-Spielchen zu meinem Innenleben werde ich nicht l├Ąnger mitspielen. Ich wei├č inzwischen, dass du es genie├čt, wenn Menschen einen Seelenstrip vor dir vollziehen. Wenn sie dir ihr nacktes Selbst zeigen, wie ein Hund, der sich vertrauensvoll auf den R├╝cken dreht und seinem Herrn die Kehle anbietet. Von der Sache her ist dieses Empfinden nicht einmal verkehrt. Wo andere nackte K├Ârper sehen wollen, erregen dich nackte, blo├čliegende Seelen. Das war es, was du wirklich wolltest, als du mich zu dir riefst. Meine Seele. Als wir in deinem Zimmer auf dem Sofa lagen. Das K├╝ssen und Streicheln waren nur Lockmittel, um mich zu k├Âdern, damit ich mich dir ├Âffne. Ich wollte Zuneigung. Was du wolltest, war meine Verletzlichkeit.┬ź
┬╗Das stimmt nur teilweise┬ź, verteidigte sich Ciel kleinlaut. ┬╗Erstens habt Ihr angefangen mit dem K├╝ssen. Ich bin nur darauf eingestiegen. Und zweitens hat es mir tats├Ąchlich gefallen. Ich k├╝sse Euch gern. Es war nicht, um Euch anzulocken. Nicht ausschlie├člich. Ich wollte Eure N├Ąhe wirklich - die k├Ârperliche und die seelische N├Ąhe. Mit dieser Unterstellung tut Ihr mir Unrecht.┬ź
┬╗Deine Tat w├Ąre in Ordnung gewesen, wenn du mich damit nicht behandelt h├Ąttest wie Wegwerfware. Meine N├Ąhe hast du durch eine dahergelaufene Bekanntschaft ersetzt. Es ist dem├╝tigend, so ersetzlich zu sein. Nachdem ich dir meine wunde Seele zeigte, meine Sehnsucht offenbarte, mein Verlangen - kurzum: Mein Herz - wusstest du, was du tun musstest, um mich mit einem einzigen Stich zu verwunden. Und du hast nicht gez├Âgert, zuzustechen, ob nun in der Absicht, mich zu verletzen, oder ob du diesen Umstand einfach in Kauf genommen hast. Wie dem auch sei, ich kann dazu nur sagen: Bravo, gut beobachtet, Ciel. Du hast dein Spielzeug gut analyisiert und dessen Schw├Ąchen meisterhaft gegen es verwendet.┬ź
┬╗Sagt nicht 'Spielzeug' zu Euch┬ź, sagte Ciel leise. ┬╗Ihr spricht damit in der neutralen Form von Euch.┬ź
┬╗Nun, das bin ich doch, nicht wahr? Ein Neutrum. Ein komisches Zwischending. Geschlechtslos. Defekt.┬ź
┬╗Das stimmt nicht┬ź, protestierte Ciel. ┬╗Das ist nicht, wie ich dich sehe! Du bist f├╝r mich eindeutig ein Mann.┬ź
┬╗Deine L├╝gen sind erb├Ąrmlich┬ź, zischte Alexandre. ┬╗W├Ąre es so, h├Ąttest du dir wohl keinen eindeutig m├Ąnnlichen Ersatz gesucht, nicht wahr? Von der Sache her k├Ânnte man deine Gabe, Menschen bis auf die Seele auszuziehen und dann ihr Inneres gen├╝sslich zu sezieren, bewundern. Als Prince, Furisto und Feldherr ist dies sicher eine n├╝tzliche Gabe. Auf dem Schlachtfeld scheinst du sie dann wohl auch gelernt zu haben. Ich habe es nicht einmal gemerkt, dass ich ein weiteres Objekt deiner Sammlung bin.┬ź
┬╗Das ...┬ź Ciel kaute auf seiner Zunge. ┬╗Das stimmt auch nur zur H├Ąlfte. Lasst es mich wenigstens versuchen, es richtigzustellen, bitte brecht das Gespr├Ąch jetzt nicht ab.┬ź Ciel hob entwaffnend die H├Ąnde. ┬╗Ich gebe zu, dass ich Eure Pers├Ânlichkeitsstruktur interessant finde. Ja, ihr seid faszinierend f├╝r mich. Ich sage Euch das ehrlich und rede mich nicht heraus, das m├╝sst Ihr mir zugutehalten. Ihr habt etwas erlebt, was Euch heute einzigartig macht. Es gibt tausende Menschen, die sich kaum voneinander unterscheiden. Eine langweilige graue Masse, einer wie der andere, austauschbar und leicht zu f├╝hren. Aber es gibt nur einen wie Euch - nur einen Alexandre de la Grange. Nur einen Alex.┬ź
┬╗Du sprichst die Beleidigung aus, als sei sie ein Kompliment┬ź, giftete Alexandre von oben herab. ┬╗Nur einen wie mich - eine bessere Formulierung f├╝r Missgeburt. Es ist mein Makel, der mich interessant f├╝r dich macht, das Fehlen! Nicht, was ich vollbracht habe, nicht, wer ich ansonsten w├Ąre! Der Alex, den du gerade in den h├Âchsten T├Ânen lobst - genau der interessiert dich eben nicht.┬ź
Ciel w├Ąhlte seine Worte mit Bedacht.
┬╗Der Alex interessiert mich sehr wohl. Darf ich ihn nicht zeitgleich als normalen Menschen m├Âgen und als jemanden mit einem interessanten Innenleben? Die Frage, die bei letzterer Betrachtung von Interesse ist, ist auch nicht so gef├╝hlskalt, wie Ihr vielleicht meint. Sie lautet: W├Ąrt Ihr vielleicht sogar genau so, ohne das Fehlen? Oder w├Ąrt Ihr am Ende ein schlechterer Mensch geworden, wenn es Euch nicht widerfahren w├Ąre? Und macht Euch dieser sogenannte Makel nicht am Ende - zu einem vollkommen Wesen? Ainuwar ist geschlechtslos, sagt man. Darum ist seine Sch├Âpfung so vollkommen. Er kann sich rein auf seinen Geist konzentrieren. Ihr seid keine Missgeburt, Alex. Ihr seid die n├Ąchsth├Âhere Stufe des Menschen. Und das ist es, was mich an Euch so fasziniert. Eure Vollkommenheit. Bitte habt ein wenig Nachsicht mit einem Sch├╝ler, der Euch bewundert.┬ź
Alexandre war sprachlos. Lange Zeit sa├č er einfach nur da, im Gesicht die Blutspritzer von Ciel.
┬╗Nun ja ... ich denke, wir verstehen einander nun etwas besser┬ź, sagte der Meister schlie├člich langsam.
Ciel fiel ein Stein vom Herzen. Einen missgestimmten Alexandre weichzuklopfen war jedes Mal ein Kraftakt. ┬╗Bleibe wir Freunde, Alex?┬ź, wisperte Ciel.
Der Meister erhob sich und schritt zum Regal. Wenn er nicht seine Lumpen trug, strahlte er mit seiner hochgewachsenen Gestalt und hier in seiner vertrauten Umgebung W├╝rde aus. Er war eins mit seinem Gem├Ąuer, wie ein Hummer mit seinem Panzer. Hier unten ging und sprach v├Âllig anders, als wenn man ihn hinauf ins Licht zerrte, in eine Welt, die sein Feind war.
Er goss hochprozentigen Alkohol in eine Schale und legte einen Lappen hinein. Er trat an Ciel heran und widmete sich dessen maltr├Ątierten R├╝cken. Seine Art, die Frage zu beantworten. Er konnte scheinbar einfach nichts Nettes sagen. Als der alkoholgetr├Ąnkte Lappen ├╝ber die Peitschenstriemen fuhr, konnte Ciel ein Wimmern nicht unterdr├╝cken. Als sein R├╝cken saubergewischt und desinfiziert war, war Ciels Gesicht nass von Rotz und Tr├Ąnen.
┬╗Lass die Wunden noch einige Minuten trocknen, dann kannst du deine Kleidung anlegen und hinaufgehen.┬ź
Ohne ein weiteres Wort verlie├č Alexandre den Opferraum.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Ein Leben f├╝r ein Leben

#18

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 28. Apr 2018, 02:48

Ciel Felicien de Souvagne
Am n├Ąchsten Tag war Ciel lange weg. Er hatte Ferrau und Zerbino verboten, seinen Fl├╝gel zu verlassen. Innerhalb des Fl├╝gels jedoch durften sie sich frei bewegen. Einige Gardisten aus Unit├Ę B hatte er damit beauftragt, darauf zu achten, dass die beiden Leibdiener blieben, wo sie sein sollten. Es war nur zu ihrem Besten, nach dem, was in der letzten Zeit vorgefallen war. Ciel traute seinem Bruder nicht mehr ├╝ber den Weg und lie├č seine Leibdiener ungern allein, doch er hatte etwas mit Alexandre zu kl├Ąren. Erst nach mehreren Stunden ├Âffnete sich langsam die T├╝r seines Gemachs und er trat ein, sehr wei├č im Gesicht und durstig. ┬╗Wasser mit Salz, Ferrau┬ź, sagte er mit kratziger Stimme.

Ferrau Du Trieux
Ferrau eilte sofort herbei und sch├╝ttete seinem Herrn ein Glas Wasser mit etwas Salz ein. Er dr├╝ckte es ihm n die Hand und musterte ihn hochbesorgt. ┬╗M├Âchtet Ihr vielleicht ein Glas Br├╝he zur St├Ąrkung? Das w├╝rde Euch gewiss besser munden Herr┬ź, schlug er vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank das Glas in einem Zug leer. ┬╗Mehr. Nur Wasser und Salz, danke. Danach hilf mir, neue Sachen anzuziehen, ich habe ein Gespr├Ąch mit den Magiern aus Linhards Familie vereinbart und diese Sachen sind schmutzig geworden.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr sofort┬ź, antwortete Ferrau dienstbeflissen und eilte sofort davon um neues Wasser zu holen, dass er mit Salz anreicherte. ┬╗Wozu trinkt Ihr dies Herr? Macht Ihr eine dieser Fastenkuren? Daf├╝r ben├Âtigt Ihr auch Gem├╝ses├Ąfte, nicht nur Wasser. Hier bitte┬ź, sagte Ferrau und reichte Ciel ein neues Glas, w├Ąhrend er ihn noch besorgter musterte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trank auch dieses Glas in einem Zug leer. ┬╗Nein, ich habe nur viel Fl├╝ssigkeit verloren und muss sie entsprechend wieder aufnehmen. Ich faste nicht und meine Dauerdi├Ąt kennst du ja.┬ź Er stellte sich so hin dass Ferrau ihn umkleiden konnte. Er biss die Z├Ąhne zusammen, da seine Sachen teilweise festklebten.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schaute sich die Sachen genau an, versuchte sie so behutsam wie m├Âglich zu l├Âsen, aber durch die Verkrustungen war dies nicht m├Âglich. Langsam sch├╝ttelte er den Kopf. ┬╗Herr so bekommen wir Eure Kleidung nicht herunter. Folgt mir bitte ins Bad und setzt Euch so wie Ihr seid in den Zuber. Ich werde Euch samt Kleider waschen. Diesmal bewusst. Sobald Ihr etwas aufgeweicht seid, werde ich vorsichtig Eure Kleider entfernen und Ihr werdet nicht so gro├če Schmerzen haben. Kommt bitte mit┬ź, sagte Ferrau und gab den Weg vor. Er ging umgehend zum Zuber und begang etwas Wasser hineinzupumpen, damit sich Ciel nicht die den leeren Zuber setzen musste. ┬╗Kommt Herr┬ź, bat er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel folgte ihm. Es w├╝rde nun wieder schmerzhaft werden, doch das geschah ihm ganz Recht. Er setzte sich samt sachen in den Zuber, allerdings nicht langsam, sondern rasch und tauchte sich sofort vollst├Ąndig unter, ehe er wieder auftauchte. Das Wasser verf├Ąrbte sich rosa.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schloss hinter ihnen die T├╝r und wusch Ciel so behutsam wie m├Âglich ├╝ber die Kleidung mit dem Schwamm. Er sch├Ąumte den Schwamm ein und dr├╝ckte ihn vorsichtig auf der Kleidung aus, so dass sich das geronnene Blut l├Âste und mit dem Wasser aufl├Âste. ┬╗Es wird ein klein wenig dauern Herrn, aber Euch so die Kleidung abzuziehen hie├če Euch erneut zu verwunden. Wie bei allen G├Âttern konnte das nur geschehen? Wer hat Euch so zugerichtet?┬ź, fragte Ferrau besorgt. Er wollte seinem Herrn gerade beruhigend eine Hand auf die Schulter legen, zog sie dann aber doch wieder zur├╝ck aus Angst ihn zu verletzten. Er hatte schlie├člich noch gar nicht gesehen, wie weit die Verletzungen reichten. ┬╗Geht es Euch gut? Ich meine f├╝hlt Ihr Euch gut? Kann ich etwas k├Ąlteres Wasser einlaufen lassen? Das w├Ąre besser f├╝r Euren Kreislauf. Es ist nur weniger angenehm beim Entfernen der Kleidung. Aber Ihr werdet daf├╝r danach nichtso sehr leiden┬ź, sagte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mach nur┬ź, sagte Ciel. ┬╗Ich war es selbst mit einer eigens daf├╝r angefertigten Gei├čel. Keine Sorge, ich war dabei unter ├ťberwachung, es konnte nichts geschehen. Ich habe meine wohlverdiente Strafe erhalten f├╝r alles, was ich gestern getan habe. Nichtsdestoweniger wirst du eine Entsch├Ądigung erhalten, einen Ausgleich.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau wusch Ciel so vorsichtig und behutsam wie nur m├Âglich, aber ganz lie├č es sich nicht vermeiden, dass die Entkleidung an einigen Stellen doch schmerzhafter war, als es Ferrau beabsichtigte. Er zog Ciel dennoch langsam aus, um die Wunden nicht neu aufzurei├čen. Der R├╝cken seines Herrn sah grauenhaft aus. Warum er sich derma├čen bestraft hatte, nur da er sich Erleichterung verschafft hatte, verstand Ferrau nicht. War es ihm derma├čen zuwider? Dann durfte er sich so etwas nicht anschauen, wenn das die grausame Konsequenz dessen war. ┬╗Herr warum habt Ihr dies nur getan?┬ź, fl├╝sterte Ferrau betroffen. Er stellte Ciel hin und sp├╝lte seinen K├Ârper mit kaltem, klaren Wasser ab und ihn vom restlichen Blut zu reinigen und seinen Kreislauf anzuregen. Er half ihm danach aus dem Zuber und tupfte ihn mit einem weichen Handtuch trocken. Nun begann der schwierige Teil. Er musste luftige Kleidung heraussuchen, die sich nicht oder kaum auf der Haut niederlegte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum? Weil ich mein Fleisch habe ├╝ber mich herrschen lassen. Weil ich mich verhalten habe wie ein Tier. Weil ich ... dich benutzt habe. Ich habe meine Macht ├╝ber dich zum eigenen Vorteil ausgenutzt. Dieses Verhalten ist einem Prince de Souvagne unw├╝rdig gewesen und ebenso einem Mitglied meines Ordens. Wer sollte mich in meine Schranken weisen, wenn nicht ich selbst? Der Duc? Der hat Wichtigeres zu tun. Nein, mir selbst obliegt die Verantwortung f├╝r mein Verhalten, ebenso die Verantwortung daf├╝r, es zu ├Ąndern.┬ź Ciel ertrug das Umkleiden fast ohne zu zucken, auch wenn es hier und da erneut zu bluten begann, doch er verkrampfte sich ziemlich.

Ferrau Du Trieux
┬╗Das sind sehr weise Worte Herr, Euren Br├╝dern st├Ąnden sie besser zu Gesicht als Euch. Ihr seid zwar ├Âfter sehr j├Ąhzornig, aber Ihr habt mich noch nie angegriffen. Ihr habt Selbsteinsicht, dass ist gut. Ja Ihr habt Recht, wer sollte Euch z├╝geln, wenn nicht Ihr selbst? Aber gilt das nicht f├╝r alle Menschen Herr? Wenn wir uns alle nicht etwas z├╝geln und unser Benehmen hinterfragen, dann w├Ąren wir alle nur Tiere. Oder wir w├Ąren eine Gesellschaft voller Egoisten. So eine Gesellschaft kann nicht bestehen. Wir alle haben doch unseren Platz und m├╝ssen ihn ausf├╝llen. Aber dass muss man uns auch tun lassen. Ich w├╝nschte Ihr h├Ąttet Euch nicht geschlagen. Ihr h├Ąttet mit mir sprechen k├Ânnen. Was n├╝tzt es Euch denn, Euch so zu verletzten? Anstatt das ein Unrecht geschah, sind nun zwei geschehen und besser wird es Euch dadurch doch nicht gehen. Ich sorge mich um Euch Herr┬ź, gestand Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das hast du richtig erkannt, Ferrau. Und je gr├Â├čer die Verantwortung, umso wichtiger ist es, das eigene Handeln zu reflektieren. Aber daf├╝r bin ich der Kopf unserer Triade, ich bewahre f├╝r uns alle drei einen klaren Verstand, zumindest gebe ich mein Bestes. Die anderen beiden k├╝mmern sich um die Dinge, in denen sie am besten sind. Ich h├Ątte gern mit dir gesprochen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass du es sch├Ątzt, wenn ich dich dauernd zu so pers├Ânlichen Themen befrage. Was ich bedaure, da du allgegenw├Ąrtig bist und somit mein wichtigster Gespr├Ąchspartner. Oder gibt es etwas, das du mir sagen m├Âchtest? Du kannst offen sprechen. Das kannst du stets, wenn niemand anwesend ist, falls ich dir das noch nicht gesagt habe.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja Herr das gibt es. Es tut mir leid, dass Ihr denkt, Ihr k├Ânnt nicht immer mit mir sprechen. Dazu m├Âchte ich gerne noch etwas sagen. Das im Schrank Herr, das war eine Ausnahmesituation. Ich habe Euch entt├Ąuscht, aber wie h├Ątte ich Euch nicht entt├Ąuschen k├Ânnen? Bitte denkt einmal in Ruhe dar├╝ber nach ohne mir zu z├╝rnen. Ich habe Euch die Wahrheit gesagt, dass ich nicht viel Erfahrung habe. Aber Ihr wolltet von mir einen Erfahrungsbericht. Wie denn Herr, wie? H├Ątte ich ihn Euch geben k├Ânnen, dann h├Ąttet Ihr Euch den Liebesakt nicht anschauen m├╝ssen. Wir haben ihn uns angeschaut. Und ja Herr, ich habe das Zuschauen genossen. Nein Herr, ich begehre Euren Bruder als Person nicht. Er ist mir zu sprunghaft. Er kann herzensgut sein, aber er kann sich auch schnell in Rage reden und dass ist nicht gut. Was mich erregt hat, waren zwei K├Ârper die derart hei├č und z├Ąrtlich mit sich umgingen, dass mein eigener K├Ârper darauf reagierte. Es ist doch keine Schande, sich eben solch eine N├Ąhe zu w├╝nschen, oder darauf positiv zu reagieren. Aber das hei├čt nicht, dass ich Euren Bruder oder seinen Verlobten pers├Ânlich begehre. Jeder h├Ątte dort liegen k├Ânnen, und jeder h├Ątte dies bei dem gleichen Akt ausgel├Âst. Es hei├čt auch nicht, dass ich mir eine Liebesbeziehung w├╝nsche, oder mir einen Partner suche. Es hat einfach etwas in dem Moment in mir angesprochen, etwas Urt├╝mliches und mein K├Ârper hat ganz von alleine darauf reagiert. Als w├Ąren meine Augen und mein Schwanz allein verbunden, der Rest war nicht mehr da. Und dann sollte ich Euch erkl├Ąren was ich da sah. Wie? Ich h├Ątte nichts dazu sagen k├Ânnen, au├čer dass es mich unheimlich erregte. Und ob sich Euer Bruder korrekt verhielt, ich wei├č es nicht Herr. Aber nach meinem Daf├╝rhalten sah es ganz so aus. Er hat sich wohl gef├╝hlt und sein Verlobter hat sich wohlgef├╝hlt. Wo Ihr fragtet ob er ihm wehgetan hat, also Linhard Eurem Bruder - ich vermute ja. So wie er geschaut hat, hat er ihm wehgetan. Aber es war eine Provokation, es geh├Ârte zum Spiel sonst w├Ąre es beendet worden. Davon gehe ich aus. Euer Bruder kann sich sehr gut wehren, dass habe ich am eigenen Leib erfahren. Er mag schlank und manchmal scheu sein, aber zimperlich ist er nicht Herr. Und wenn Ihr nun derma├čen Schwierigkeiten habt, das Gesehene zu verarbeiten, was soll ich denn nun denken? Ich sorge mich um Euch, ich m├Âchte dass es Euch gut geht. Ihr sollt keine Angst vor dem Ersten Mal mit Eurer Frau haben. Ich kann Euch keinen Rat geben, aber ich w├╝rde sagen, h├Ârt auf Euer Herz. Daf├╝r kann ich Euch anderes unterst├╝tzen. Ich mache das Drumherum so sch├Ân, dass selbst wenn nichts weiter geschehen sollte, als dass Ihr im Bett liegt - Ihr Euch dennoch denkt, alles wurde mit Liebe herrgerichtet, hier schlafen wir gern. Ist das nicht auch etwas wert?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte ihm zu, ohne ihn zu unterbrechen und lie├č die Worte einige Zeit auf sich wirken. Erst dann antwortete er betont ruhig. ┬╗Offenbar harmonieren wir doch recht gut. Ich habe es nicht ausgesprochen, aber ja, ich hatte Sorge, dass du nun eine Beziehung oder zumindest Aff├Ąre mit einem der beiden w├╝nschst oder mit jemand anderem. Auch darum war ich etwas ungehalten. Ich habe dir gleich zu Anfang gesagt, dass ich dich nicht teilen werde. Jetzt noch weniger als zuvor. Schl├Ąge h├Ąttest du nicht zu erwarten oder Schlimmeres, sondern das Selbe wie Nathan. Ich w├╝rde dich aus meinem Dienst entlassen. Besser w├Ąre es in so einem Fall, du w├╝rdest mir Bescheid geben, anstatt dass ich es hintenrum erfahre. Ich danke dir f├╝r deine detailierte Erkl├Ąrung. Ich denke, ich verstehe nun dein Empfinden, auch wenn ich es nicht nachf├╝hlen kann. Es war tats├Ąchlich Gregoire, der mich erregte und anschlie├čend du. Das h├Ątte niemand anders sein k├Ânnen, der exakt das selbe tut, dann h├Ątte es nicht diesen Effekt gehabt. Ja, ich habe Schwierigkeiten, das Gesehene und Erlebte einzuordnen. Ich bin froh, dass ich mit Alexandre sprechen konnte, ich sehe die Dinge nun wieder klar. Ich danke dir daf├╝r, dass du dich so umsichtig um das Drumherum der Hochzeitsnacht k├╝mmern wirst. Ich f├╝hle mich bei dir in guten H├Ąnden.┬ź Ciel bekam einen rosigen Schimmer auf den Wangen. ┬╗Ungl├╝ckliche Formulierung. Ich finde, du k├╝mmerst dich gut um alles.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Das habt Ihr sehr sch├Ân gesagt Herr. Nein, ich w├╝nsche garantiert keine Beziehung zu Eurem Bruder, selbst wenn ich seiner w├╝rdig und seines Standes w├Ąre. Ich m├Âchte h├Âchstens eine gute Dienstboten und Herr Beziehung zu ihm, da er Euer Bruder ist und da er ein Prince ist. Aber eine andere Form von Beziehung w├╝rde nicht in Betracht kommen, selbst wenn ich es d├╝rfte und er wollte. Und selbst wenn ich ihm das mit dem Sch├╝rhaken verzeihen w├╝rde. Er ist eine durchaus attraktive Person, er ist klug und gebildet, aber zu einer Beziehung w├╝rde Liebe geh├Âren - ich liebe ihn nicht. Es war wie eine herrliche Theaterauff├╝hrung mit einem sehr selten gezeigten Thema. Und diese Auff├╝hrung hat mich mitgerissen. Bei anderen Auff├╝hrungen weinen die Leute, weil es genau jenen Punkt anspricht. Ihr hingegen, Ihr liebt Euren Bruder. Ihr habt mit Eurem Meister gesprochen. Aber vergesst nicht, auch mit Eurem Bruder zu sprechen. Eure Liebe zu ihm, ist immer ein Magnet zu ihm. Sagt ihm, dass Ihr ihn liebt. Aber sagt ihm auch, dass Ihr ihm nicht auf diese Weise geh├Ârt, dass Ihr Olivie geh├Ârt oder Eurem Glauben und Eurer Magie. Ihr d├╝rft gerne mit ihm ├╝ber solche Themen reden, daf├╝r hat man Vertraute Herr. Aber Ihr d├╝rft Euch nicht mehr dazu verleiten lassen, eine seiner Vorstellungen zu besuchen. Auch wenn er es gut meinte und Euch helfen wollte. Er hat f├╝r alles B├╝cher Herr, dar├╝ber gibt es sicher ebensolche. Glaubt Ihr nicht auch? Ich werde Euch nicht verlassen, dass mache ich nicht. Dann m├╝sste Ihr mich wegschleifen lassen. Ich freue mich, dass Euch meine Dekorationen gefallen haben. Seht Ihr, da k├Ânnt Ihr mich fragen, davon habe ich Ahnung. Bei mir seit ihr in guten H├Ąnden, so oder so┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war nicht danach zumute, zur├╝ckzul├Ącheln. ┬╗Ich werde kein weiteres Mal bei ihm zuschauen und nicht zulassen, dass er ein weiteres Mal in mein Bett steigt, um mit mir zu schmusen. Ich war zu ihm gegangen, um ihn f├╝r die Sache mit Zerbino zur Rechenschaft zu ziehen. Was geschieht? Wir kuscheln und k├╝ssen und ich lasse mich von ihm zu so einer hirnrissigen Aktion verleiten! Womit habe ich gedacht? Sicher nicht mit dem Gehirn. Das darf kein zweites Mal geschehen. Und das wird es nicht. Ich habe etwas beschlossen. Ich werde zwei Mal den Akt vollziehen. Einmal w├Ąhrend der Hochzeitsnacht mit Olivie und danach noch einmal mit einem Mann, um zu wissen, wie es sich anf├╝hlt. Danach werde ich nie wieder etwas derartiges empfinden und dich nicht mehr mit meiner aufgestauten Lust bel├Ąstigen.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Herr dann solltet Ihr gut ├╝berlegen. Ihr w├Ąhlt Olivie als Frau, dann w├Ąhlt Euren Bruder als Mann. Damit bleibt es in der Familie. Man sagt dies oft aus Spa├č, aber Ihr habt dann genau mit den beiden Personen Eure Lust befriedigt, die Ihr liebt und begehrt. Das Ihr Euch nach N├Ąhe gesehent habt, ist nicht schlecht. Das er in Eurem Bett lag auch nicht. Dies kann einfach ein Vertrauensverh├Ąltnis sein, wie viele gemeinsam im Gras liegen und lachen. Nur der Schrank Herr, der h├Ątte nicht sein m├╝ssen. Manche gucken bewusst zu und nicht versteckt. Und wie gesagt, wenn Ihr es je rein nach Lehrmethode einmal doch genau wissen wollt, soll Euch Euer Bruder ein Buch dar├╝ber aush├Ąndigen. Ansonsten empfehle ich Euch f├╝r Euer Gef├╝hl liebt einmal Eure Frau und einmal den Mann - der fast der Eure geworden w├Ąre. Beide scheinen ebenfalls f├╝r Euch etwas zu empfinden. Aber macht dies nicht mit einem fremden Mann oder einer fremden Frau. Ich glaube, Ihr w├╝rdet Euch dann noch mehr kasteien und verabscheuen┬ź, warf Ferrau ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke f├╝r deinen Rat, aber Nein. Es wird nicht Gregoire sein. Er hat eine zu gro├če Macht ├╝ber mich. Ich wei├č nicht, wie er das macht, aber es gelingt ihm, mich zu beeinflussen. Er wickelt mich um den Finger. Ich werde ihm nicht die Gelegenheit geben, das ein zweites Mal zu tun. Eine fremde Person wird es auch nicht sein. Sondern jemand, der mir sehr nahesteht. Findest du was Passendes im schrank?┬ź Ciel stand noch immer nackt mitten im Raum.

Ferrau Du Trieux
┬╗Im Schrank? Ich gehe nicht zur├╝ck in diesen Schrank, oder meint Ihr etwa ... mich?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete sein Gesicht. ┬╗Was w├╝rdest du sagen, wenn ich Ja antworten w├╝rde? Ich meinte, ob du passende Kleider f├╝r mich im Schrank findest, da ich offensichtlich noch immer unbekleidet bin und dann ein Gespr├Ąch habe, bei dem ich gern im angezogenen Zustand erscheinen w├╝rde, wenn es dir nichts ausmacht.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ich w├╝rde dar├╝ber dann gerne nachdenken, aber ich w├╝rde es niemals in diesem Schrank tun. Da k├Ânnt Ihr sicher sein. Nat├╝rlich werde ich Euch anziehen. Aber mir gef├Ąllt Euer R├╝cken nicht. Und ich m├Âchte nicht, dass andere Kleidung wieder einn├Ąsst und Euch erneut verletzt. Ich ├╝berlege die ganze Zeit Herr wie ich Euch helfen kann, ich lasse Euch nicht absichtlich warten. Eine Bandage vielleicht? Aus dem Verbandskasten. Ich werde es versuchen. Oder m├Âchtet Ihr ein Leibchen aus Leinen tragen? Das w├╝rde Euch gut tun und Eurer Haut. Unter Eurer Kleidung. Moment┬ź, sagte Ferrau. Er holte den Verbandskasten, verband Ciels wunden und zog ihm dar├╝ber behutsam das Leibchen. Danach kleidete er seinen Herrn ganz vorsichtig an und fasst ganz leicht mit der flachen Hand auf dessen R├╝cken. ┬╗Geht es so? Falls nicht, d├╝rft Ihr Euch beim Sitzen nicht anlehnen┬ź, erkl├Ąrte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann denke bitte ├╝ber die Antwort nach. Ich habe diese Frage nicht gestellt. Ich hatte jemand anderen im Sinne. Aber wenn du sie selbst schon einmal heraush├Ârst, dann m├Âchte ich gern die Antwort erfahren.┬ź Er lie├č sich verbinden und das Leibchen ├╝berziehen. ┬╗K├Ârperlicher Schmerz schreckt mich nicht, Ferrau. Mach dir dar├╝ber keine Gedanken. Es ist gut so, wie es ist.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nein Herr das ist es nicht, denn was wenn Eure Wunden sich entz├╝nden? Das darf nicht geschehen. Darf ich erfahren wer? Ich bin neugierig wen Ihr w├Ąhlen w├╝rdet. Ich werde Eure Wunden im Auge behalten und falls n├Âtig desinfizieren. Aber dies schmerzt sehr. Wer w├Ąre Eure Wahl?┬ź, fragte Ferrau und k├Ąmmte Ciel zurecht.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist leicht zu erraten. Versuche, es herauszufinden. Entz├╝ndete Wunden schrecken mich ebenfalls nicht, Ferrau. Es ist nur Fleisch.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Das ist gar nicht leicht, Zerbino? Der alte Drosselbart? Nein das ist nicht nur Fleisch, denn das seid Ihr. Es ist Euer K├Ârper und daf├╝r bin ich zust├Ąndig und da werde ich mal meine Ungeduld mit Euch zeigen, wenn Ihr so stur seid. Ihr sagt, ich darf nicht stark├Âpfig sein. Da habt Ihr Recht. Warum wollt Ihr meine Arbeit dann nicht mir ├╝berlassen? Ich sage nein, zu entz├╝ndeten Wunden. Ihr bedeutet mir sehr viel Herr und zu Euch geh├Ârt auch Euer K├Ârper. Leib Diener von Leib - K├Ârper. Das ist mein Bereich. Da kann ich nicht zusehen, wie Ihr krank werdet┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch, das ist leicht. Zerbino? Das ist ein ulkiger Gedanke. Aber gar nicht so abwegig, er ist alt und erfahren, obendrein ein Unsympath und man muss nicht f├╝rchten, sich versehentlich in ihn zu verlieben. Leider gehen bei mir k├Ârperliches Begehren und seelisches Begehren untrennbar Hand in Hand. Darum kommt Zerbino nicht in Frage. Nein, ich w├╝rde Dreaux fragen, ob er mir Nathan f├╝r diese eine Nacht ausborgt.┬ź Ciel lie├č sich fertig ankleiden und die Haare zurechtmachen. ┬╗Du hast Recht, ich werde dir einfach die Sorge um meinen K├Ârper ├╝berlassen, so muss ich mich nicht darum k├╝mmern und kann mich auf meinen Geist konzentrieren.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Nathan? Mein lieber Herr - Nathan hat Euch mehr im Griff als es Euer Bruder Greg jemals h├Ątte. Ihr trauert ihm also immer noch nach┬ź, sagte Ferrau mit unterdr├╝ckter Wut und k├Ąmmte Ciel etwas fester als beabsichtigt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nathan? Mich im Griff? Du sch├Ątzt ihn falsch ein. Nathan liegt nichts daran, irgendjemanden um den Finger zu wickeln. Er ist einfach nur da und ist lieb. Ja, ich vermisse ihn sehr und das werde ich wohl auch f├╝r den Rest meines Lebens.┬ź Er merkte, dass Ferrau ihn ziemlich harsch k├Ąmmte. ┬╗St├Ârt dich dieser Umstand?┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja das st├Ârt mich gewaltig, denn gleichg├╝ltig was ich tun werde, es wird nie gut genug sein. Ich werde immer hinter Nathan stehen. Ich werde in seinem Schatten wandeln. Wie die Frau im Schatten der Mutter des Mannes. Oder die neue Frau im Schatten der alten Geliebten. Ein unerreichbares Ideal. Nur weil er Euch nicht um den Finger wickeln will, hei├čt das nicht, dass ich Euch nicht selbst drum wickelt. Ihr vermisst ihn, Ihr trauert ihm nach, Ihr f├╝hlt Euch noch hingezogen und verbunden. Dann h├Ąttet Ihr ihn nicht verschenken d├╝rfen, sondern ihm verzeihen sollen. Aber das ist meine pers├Ânliche Meinung Herr. Ihr trauert ihm mehr nach, als Ihr vermutlich je Eurer Frau nachtrauern werdet. Ihr habt ihn abgegeben. Ihr habt ihn von Euch gesto├čen. Das wart Ihr. Und Ihr f├╝hlt Euch immer noch derma├čen zu ihm hingezogen, dass Ihr sogar das in Erw├Ągung zieht. Nur zu - aber damit schmiedet Ihr die Kette noch fester und enger um Euer Bein. Dann w├Ąhlt lieber eine m├Ąnnliche Dirne. Es geht Euch schlie├člich rein um die Erfahrung. So wie Ihr einmal Euer Gel├╝bde vergessen habt, k├Ânnt Ihr dann auch einmal Eure Prinzipien der Liebe vergessen. Zudem wei├č diese Person was sie tut, Nathan wohl kaum┬ź, sagte Ferrau und frisierte Ciel zuende. ┬╗Ihr seht gut aus, Ihr k├Ânnt los┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah Ferrau lange an. ┬╗Du vergleichst ├äpfel mit Birnen. Ihr seid zwei Personen und ich kann euch durchaus voneinander unterscheiden. Du machst deine Arbeit sehr gut und gestern auch weit ├╝ber das Ma├č hinaus, was ein Leibdiener eigentlich leisten muss. Ich bin sehr zufrieden mit dir, als Leibdiener und auch als Gesellschafter. Und ich m├Âchte gern, dass wir Freunde werden. Ich hoffe, ich habe gestern nichts kaputt gemacht. Von Nathan w├╝nschte ich mir ... sehr viel mehr. Er war vor Olivie die erste Person, die ich wirklich heiraten wollte und damit meine ich wirklich. Aber selbst wenn man es trotz aller Standesunterschiede verwirklicht h├Ątte, w├Ąre er dann nicht mehr mein Leibdiener gewesen. H├Ątte sogar einen eigenen Leibdiener bekommen. Aus zweien w├Ąren vier geworden. Das wollte ich nicht. Du hast mir hingegen deutlich gesagt und gezeigt, dass du nicht auf die Weise an mir interessiert bist, hast meine Hand weggeschoben. Ich akzeptiere das und ich sagte dir eine Wiedergutmachung daf├╝r zu, dass ich eine Grenze ├╝berschritt. Auch darum ist ein direkter Vergleich von dir und Nathan Unfug.┬ź Er funkelte ihn etwas an. ┬╗Ich will keine Dirne. Das sagte ich doch bereits ausdr├╝cklich. Und Nein, wir k├Ânnen nicht los - wir werden abgeholt.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Standesunterschiede? Heiratet Olivie, sie ist Eures Standes. Schon habt Ihr Eure Schuldigkeit getan und k├Ânnt nun eine Herzensangelegenheit heiraten. Folglich k├Ânntet Ihr Nathan ehelichen. Nat├╝rlich w├Ąre er nicht mehr Euer Diener. Aber Ihr k├Ânntet mit der Tradition des getrennten Wohnens brechen. Wolltet Ihr dies nicht auch mit Olivie? So k├Ânnte er bei Euch leben. Er ist ein Mann, Ihr k├Ânntet Euch einen Leibdiener teilen. Nun gut es war nur ein Vorschlag und ich wollte nur kundtun dass ich eifers├╝chtig bin. Dann warten wir auf unsere Abholung┬ź, sagte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete ihn milde, als er seine Eifersucht gestand. ┬╗Deine Eifersucht freut mich┬ź, sagte er. ┬╗Nein, ich werde Nathan nicht heiraten. Dreaux braucht ihn und Nathan ist f├╝r mich nicht mehr vertrauensw├╝rdig seit der Sache mit Fabien, die hinter meinem R├╝cken lief. Und nein, ich wollte nicht mit Olivie zusammenwohnen! Wir wollten es ersteinmal versuchen, dass sie bei mir ├╝bernachtet, aber dauernd kommt etwas dazwischen.┬ź Es klopfte.

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte und eilte dann zur T├╝r. Er ├Âffnete sie und schaute hinaus. ┬╗Ja bitte?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Noch bevor er sah, wer da stand, roch er es. Alexandre stand vor der T├╝r. In dem Moment, als Ferrau ├Âffnete, verabschiedete sich sein Sch├╝ler, der ihn herbegleitet hatte. Ciel erhob sich. ┬╗Wir k├Ânnen gehen. Wo treffen wir uns mit den Magiern?┬ź

┬╗In einem der kleineren Speises├Ąle┬ź, antwortete Alexandre.

Ferrau Du Trieux
Ferrau eilte schnell zur├╝ck, holte ein Taschentuch und parf├╝mierte es f├╝r unterwegs. Dann begleitete er seinen Herrn und dessen Meister.

Ciel Felicien de Souvagne
Die drei G├Ąste sa├čen schon am Tisch. Ciel wartete darauf, dass sie sich bei ihrem Erscheinen erhoben, damit man sich vern├╝nftig begr├╝├čen konnte.

Davard von Hohenfelde
Entsprechend des Ranges Ihres Gastgebers erhoben sich die drei Anwesenden und verbeugten sich. Prince Ciel war nicht nur ein Sohn des Duc oder des vorherigen Ducs, er war auch ihr Lehnsherr als Furisto und somit ihr direkter Herr und Vorgesetzter. Und als Mitglied der Krone, hatten sie eh jede Form des Respekts ihm gegen├╝ber zu wahren. ┬╗Wir gr├╝├čen Euch Hoheit┬ź, sprach Dave f├╝r sie alle.

Ciel Felicien de Souvagne Heute, 22:27
┬╗Ich gr├╝├če Euch ebenfalls┬ź, gab Ciel h├Âflich zur├╝ck und nahm Platz. Er wartete, bis sich alle gesetzt haben. ┬╗Ich bin Prince Ciel Felicien de Souvagne, Furisto von Neu-Souvagne. Das ist Marquis Alexandre de la Grange, der f├╝hrende Vertreter unser h├Âfischen Magier. Und das ist Ferrau Du Trieux, mein Leibdiener.┬ź

Davard von Hohenfelde
Die G├Ąste nickten einem nach dem anderen den Vorgestellten zu. ┬╗Dies ist mein Neffe Marquis Anwolf von Hohenfelde, mein Cousin zweiten Grades Marquis Wolfram von Wigberg und ich bin Marquis Davard von Hohenfelde - einer jener neuen Marquis der Ihnen pers├Ânlich untersteht. Ferner bin ich der Ausbilder meines Neffen. Wir freuen uns ├╝ber Eure Einladung Hoheit. Soweit uns bekannt ist, handelt es sich um eine Angelegenheit der Magie - um welche genau wurde uns nicht gesagt. Wir alle drei hier sind Geistmagier┬ź, erl├Ąuterte Dave freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir werden offen miteinander sprechen, wenn Sie mit der Bedingung einverstanden sind, dass Ihr Ged├Ąchtnis nach Abschluss des Gespr├Ąchs gegebenenfalls von Ihnen allen oder von einzelnen Personen durch einen alchemistischen Trank gel├Âscht wird. Sie d├╝rfen das auch ablehnen. Es w├╝rde das Gespr├Ąch allerdings etwas umst├Ąndlicher machen, da es um sehr sensible Themen geht.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Eine Versicherung von Treu und Glauben unsererseits, bezogen auf unseren hiesigen Titel w├╝rde Ihnen dazu nicht ausreichen?┬ź, hakte Dave h├Âflich nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Da ich selbst per Eid an die absolute Geheimhaltung bestimmter Inhalte gebunden bin - Nein. Ich verstehe, dass Ihnen das unangenehm ist. Beginnen wir einfach zun├Ąchst mit unverf├Ąnglichen Themen und sollte sich das Gespr├Ąch in eine entsprechende Richtung bewegen, wird Alexandre gegebenenfalls einen oder mehrere von Ihnen mit sich in einen Nebenraum bitten. Sollte diese Person ihn begleiten, erkl├Ąrt sie sich damit zu dieser Bedingung einverstanden. Sollte sie ihm nicht folgen wollen, ist das in Ordnung und wir belassen es bei dem, was wir hier am Tisch gemeinsam besprochen haben. Kommt Ihnen das mehr entgegen?┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Es war nur eine Frage des Verst├Ąndnisses Hoheit. Ich bin mit den Bedingungen der Informationsentfernung einverstanden. Meine fr├╝here Arbeit verlangte ganz ├Ąhnliche Praktiken. Folglich werde weder ich noch einer meiner beiden Begleiter Euch unn├Âtig M├╝he bereiten oder in Erl├Ąuterungsnot bringen, wo Ihr offen wesentlich effektiver sprechen k├Ânnt. Seht Ihr eine Notwendigkeit das Gesagte zu l├Âschen, ist das Gesagte derma├čen brisant, dass es der L├Âschung bedarf. Dies ist mir Information genug. Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich ein sehr ausf├╝hrliches Gespr├Ąch mit seiner Majest├Ąt - Eurem Bruder. Ihr wisst welches Amt ich nun zus├Ątzlich bekleide. Auch ich werde in meiner Funktion sicher auf diese M├Âglichkeit zur├╝ckgreifen m├╝ssen. Von daher m├╝ht Euch nicht, sondern sprecht so offen, wie Ihr es f├╝r n├Âtig erachtet. Wir sind mit dem Trunk einverstanden. Das Ihr uns nicht schaden wollt, ist gewiss. Ihr h├Ąttet ganz andere M├Âglichkeiten, als drei Magier zu einem Gespr├Ąch zu bitten und Euch selbst in Gefahr zu bringen. Wir schworen alle Treue und Loyalit├Ąt gegen Schutz und Schirm. Wir sind hier und zwar absolut loyal. Was Ihr sch├╝tzen m├╝sst um uns alle zu sch├╝tzen wird diese Handlung rechtfertigen. Wir vertrauen Eurem Urteil, wie Ihr dem unseren vertrauen werdet, sollte es erforderlich sein Hoheit┬ź, sagte Dave freundlich.

Wolfram von Wigberg
┬╗Wir unterstellen Euch keine b├Âsen oder leichtsinnigen Absichten Majest├Ąt. Wir sind hier und wir sind zu einem offenen Gespr├Ąch bereit. Von daher, sprecht. Bei einer Umschreibung vermuten beide Seiten oft das, was sie selbst gerne verstehen w├╝rden. Wir sollten also ohne Schn├Ârkel reden┬ź, sagte Wolfram ebenso freundlich wie respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fand, dass die beiden ├Ąlteren Marquis sich gut zu benehmen wussten und sie machten einen angenehmen Eindruck. ┬╗Gut, es freut mich, dass wir uns auf das unkomplizierte Verfahren einigen konnten. Sie sind alle drei Geistmagier. Das kommt meinem Ansinnen entgegen und war einer der Gr├╝nde, warum ich Sie zu diesem Gespr├Ąch einlud. Auch m├Âchte ich mir gern ein pers├Ânliches Bild von meinen neuen Marquis machen. Sicher ist Ihnen schon zu Ohren gekommen, dass in B├Ąlde die Nekromantie aus Souvagne verbannt sein wird. Souvagne wird einen neuen magischen Weg einschlagen, weg von den alten Praktiken hin zu zeitgem├Ą├čeren Formen der Magie. Namentlich: Bluthexerei. Vor sich haben Sie zwei Bluthexer sitzen. Mein Wunsch ist es zum einen, eine magische Akademie ins Leben zu rufen, derer es noch Lehrkr├Ąfte bedarf. Vielleicht hat jemand von Ihnen oder aus Ihrer Familie Interesse daran? Zum anderen ist mir sehr daran gelegen, den sehr ├╝berschaubaren Orden der Bluthexer zu erweitern.┬ź

Wolfram von Wigberg
┬╗Interesse daran als Lehrkraft zu arbeiten h├Ątten wir vermutlich beide, also Dave - Davard und ich. Allerdings bekleide ich nur den 3. Rang der Geistmagie, wie jeder Kampfmagier. W├Ąre dies damit m├Âglich oder nicht Hoheit? Kurzum ich habe keinen Meister, da ich Magie und Waffe f├╝hre. Allerdings setzte ich beides im Kampf nur ein, wenn kein vern├╝nftiges Wort mehr zur hilft. Pers├Ânlich strebe ich friedliche Wege und L├Âsungen an. Dennoch schadet es nicht, sich selbst oder auch andere Personen zur Not verteidigen zu k├Ânnen. Meine Frage ist, k├Ânnte ich also bei Ihnen ein Lehramt bekleiden oder nicht?┬ź, fragte Wolfram interessiert.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich stimme, ich w├Ąre ebenfalls daran interessiert. Zur Zeit bilde ich drei Sch├╝ler aus, ich verga├č meine Mutter. Anwolf, Melisande - meine Mutter und Marcella. Dies sind meine drei Sch├╝ler. Meine Mutter war leider aus gesundheitlichen Gr├╝nden erst sehr sp├Ąt in der Lage sich dem Studium der Magie zu widmen┬ź, erl├Ąuterte Dave.

Anwolf von Hohenfelde
Anwolf musterte kurz Dave und dann Wolfram, ehe er sich selbst an den Prince wandte. ┬╗Mich w├╝rde interessieren warum die Nekromantie verbannt wird. Und ich m├Âchte gerne erfahren, was Blutmagie ist. Was kann man damit bewirken? Handelt es sich dabei um magischen Vampirismus Hoheit?┬ź, fragte Wolfi neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Auch Kampfmagier werden gesucht┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Ihre Einstellung ist l├Âblich und kommt souvagnischen Idealen entgegen. Wir sind keine offensive Nation, aber in der Defensive unerbittlich. Wie verbinden Sie Ihre Kampffertigkeiten und Ihre Magie, Wolfram? Sie, Darard, welchen Rang haben Sie inne und haben Sie als reiner Magier ein Spezialgebiet?┬ź Er freute sich, dass Anwolf nun von sich aus das Wort ergriff. Er war der J├╝ngste, er war derjenige, f├╝r den sich Alexandre am meisten interessierte. F├╝r Ciel hingegen waren alle drei Magier von Bedeutung, da ihm nicht nur die Obhut ├╝ber die Bluthexer oblag, sondern ├╝ber alle dem Staate dienenden Magier. ┬╗Erkl├Ąre du es ihm, Alexandre.┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Nekromantie ist eine selbsts├╝chtige und offensive Form der Magie. Sie hat nichts mit dem Ideal zu tun, welches wir f├╝r den souvagnischen Magier anstreben. Sie ist obendrein moralisch verwerflich, st├Ârt sie doch die Totenruhe. Nicht zuletzt aber ist sie eine ernstzunehmende Gefahr f├╝r die Lebenden, sollte es zur willentlichen oder versehentlichen Erschaffung von Ghulen kommen. Die Bluthexerei ist das Gegenteil dieser Magieform. Sie dient der Abwehr der Untoten anstatt ihrer Erschaffung. Der Katalysator zur Aktivierung der magischen Energie ist das Blut des praktizierenden Magiers. Es hat sich als besonders Wirksam im Kamfp gegen die Untoten erwiesen. Es ist eine selbstlose Magieform, von welcher der Magier wenig mehr hat als Schmerzen und doch ist es die edelste Art der Magie, die wir kennen.┬ź

Wolfram von Wigberg
┬╗Das ist eigentlich ganz einfach, ich versuche den Gegner mittels Magie zu manipulieren, sprich ich versuche den Kampf zu beenden, bevor er begann. Sollte er sich nicht zur Friedfertigkeit bewegen lassen, sollte er sich nicht zur Aufgabe ├╝berzeugen lassen, dann w├╝rde ich ihn versuchen mental au├čer Gefecht zu setzen. Reicht dies als Mindestma├č nicht aus, w├╝rde ich ihn magisch tats├Ąchlich angreifen und zur Not als letztes Mittel per Waffengewalt, also mit dem Schwert. Ich w├Ąhle gerne Beispiele aus der Natur, da ich diese liebe. Die friedlichsten und gr├Â├čten Pflanzenfresser sind meist die wehrhaftesten Wesen, aber auch am wenigsten aggressiv. ├ähnlich k├Ânnte man einen Kampfmagier definieren. Er wei├č was er kann, er muss niemandem grundlos schaden┬ź, antwortete Wolfram freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte aufmerksam zu und wartete, bis sie alle drei gesprochen hatten. Alexandre verhielt sich zur├╝ckhaltend, schien sich jedoch nicht unwohler zu f├╝hlen als ├╝blich. Er wirkte sogar f├╝r seine Verh├Ąltnisse aufgeschlossen. Niemand hatte ihn schief angeschaut und Anwolf hatte ihm sogar gleich zu Anfang eine Frage zur Magietheorie gestellt, womit man bei Alexandre meistens gut fuhr.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich habe den Meistertitel inne und ich habe mich voll und ganz auf die Geistmagie spezialisiert. Nun wenn man diese zus├Ątzlich spezifizieren w├╝rde, dann k├Ânnte man sagen, habe ich mich auf das magische F├Ąhrtenlesen spezialisiert. Es ist keine Magieform an sich innerhalb der Sparte Geistmagie. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel s├Ąmtlicher M├Âglichkeiten und F├Ąhigkeiten die sich mir bieten um eine Person innerhalb k├╝rzester Zeit im Nexus und somit auch in der Physis aufzusp├╝ren. Ferner ist der zweite Zweig meiner Spezialisierung Informationsbeschaffung. Ich lese andere Personen aus um an Informationen zu kommen die f├╝r uns von essentieller Bedeutung waren. In meiner neuen Position werde ich beide F├Ąhigkeiten ebenso anwenden, selbstverst├Ąndlich f├╝r andere Zwecke. Die T├Ątigkeit bleibt jedoch die gleiche. Ob ein Auftraggeber eine Person gefunden haben m├Âchte, oder ob wir einen Schwerverbrecher finden m├╝ssen - ich werde alles daran setzen, dass ich die Person finde. Und meist schaffe ich dies auch┬ź, schmunzelte Dave. ┬╗Bezogen auf die Nekromantie habe ich noch eine Frage f├╝r Anwolfs Vater - meinem Bruder. Er ist Nekromant des vierten Ranges - also Meister. Zur Zeit ist er sehr krank, ob er je wieder Magie wirken wird ist ungewiss. Er sieht das ├ťbel in der Magie selbst. F├╝r mich ist Magie ein Werkzeug, wie ebenso ein Teil meiner Seele und meine Leidenschaft. Seine war es ebenso. Vielleicht, falls Ihr m├Âchtet Hoheit, k├Ânntet Ihr ihm ebenso ein Lehramt anbieten. Diese Aussicht k├Ânnte zu seiner Heilung und zu seiner seelischen Gesundung beitragen. Ich spreche offen. Sein Leben war genau wie das meine bis vor einiger Zeit nicht dass, was Ihr Euch vorstellen k├Ânntet oder wolltet. Sein Leben glich bis zu einem gewissen Alter eine Folter - ab einem gewissen Alter reiner Obdacht dieser Folter zu entgehen. Er hat auf seine Art versucht, das Beste f├╝r sich und seine Kinder zu erreichen. Er ist gescheiert, ebenso wie ich. Aber wir beide haben unseren ureigenen Weg gefunden. Und sein Weg f├╝hrte ihn als Ersten nach Souvagne, dank unserer Verwandten hier. Die Magie wurde bei uns stets als heilig empfunden und als L├Âsung f├╝r alles. Andere wieder verdammen sie als Pestilenz f├╝r alles. Sie ist alles und nichts davon, sie ist genau das, was der Magier der sie beherrscht aus ihr macht. Und Ansgar hat nicht verdient, dass er einen Teil von sich selbst aufgibt, er hat schon genug von sich verloren┬ź, erkl├Ąrte Dave leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich w├╝nsche Ihnen, dass Sie hier ein Leben finden, welches dieser Bezeichnung w├╝rdig ist. Sie selbst k├Ânnen dazu beitragen, Souvagne zu einem Ort zu machen, wo dergleichen m├Âglichst selten vorkommt. Man kann aus Menschen leider keine Heiligen machen, aber man kann dazu beitragen, dass sie ausreichend Anreiz haben, sich an die Gesetzeslage zu halten. Trauen Sie sich zu, ein Lehramt parallel zu Ihrer sonstigen T├Ątigkeit aufzunehmen? Schaffen Sie das von Ihren Kapazit├Ąten her? Wo befindet sich Ihr Bruder derzeit? Wir haben f├Ąhige Heiler vor Ort. Bringen Sie ihn her.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das stimmt. Mein Vater mag ist vielleicht nicht der beste Mensch gewesen oder der beste Vater, wenn man einige andere fragt. Aber immerhin war er ein Vater. Er hat uns besch├╝tzt, er hat mich besch├╝tzt und er w├Ąre f├╝r mich freiwillig gestorben nur um mir beizustehen. Was soll ein Vater denn mehr f├╝r seine Kinder tun? Ich w├╝rde Euch den Brief lesen lassen, den er mir einst gab, aber ich habe ihn nicht dabei. Ich schlie├če mich meinem Onkel an. Es w├╝rde meinen Vater sicher gefallen unterrichten zu d├╝rfen. Er war fr├╝her sehr cholerisch, dass ist er aber aufgrund seiner Krankheit nicht mehr. Er k├Ânnte sicherlich von Nekromantie auf Geistmagie umschulen oder? Ich meine das w├╝rde ihm sogar gefallen. Die Nekromantie war das Steckenpferd unserer Familie. Rein Geistmagier zu bleiben war schon so, als verzichtete man auf etwas erhabenes. Wenn etwas schuld war, dann die Anbetung dieser Magie. Sie hat alles durchdrungen, die Gedanken, die Geister, die Seelen, das Haus - alles. Und einst sogar fast mich, als ich nicht weiter wusste und diesen Weg einschlagen wollte. Aber genau als ich dies tun wollte, keine Ahnung weshalb - kehrte ich nach Hause zu meinem Onkel zur├╝ck. Drum es w├╝rde meinem Vater sicher gefallen und mir w├╝rde es viel bedeuten, wenn er wieder richtig gesund werden w├╝rde. Es ist mein Paps, ich liebe ihn. Das ist kein Geheimnis┬ź, erkl├Ąrte Anwolf. ┬╗Nun das Nekromantie egoistisch ist, ist nicht abzustreiten. Denn es gibt kaum etwas, was man damit f├╝r andere tun kann. Es sei denn jemand freut sich ├╝ber einen Ghul oder ein Skelett. Aber das ist ehr selten der Fall und man muss das Gesch├Âpf ja auch irgendwie am Leben erhalten. Und wer es nicht wei├č - dazu ben├Âtigt man Leichen. Nicht nur der Ghul wird aus einer Leiche hergestellt - er frisst Leichen. Unmengen Tote ben├Âtigt man, wenn man eine Horde Ghule h├Ąlt. Dessen ist sich jeder Nekromant bewusst. Das hei├čt, selbst wenn er nur ein Ghul schafft, ben├Âtigt er weiterhin Tote - die er zur Not selbst herstellt um seine Sch├Âpfung durchzubringen. Ich bin kein Nekromant, ich werde keiner. Aber Ihr habt mir nicht verraten, was man mit dem Blut tun kann. Untote t├Âten? Meintet Ihr das?┬ź, hakte Wolfi neugierig nach.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ja das traue ich mir durchaus zu. Allerdings zu einigen Bedingungen. Erstens - w├╝rde ich nicht permanent unterrichten, sondern f├╝r bestimmte Dinge einspringen, oder Vorlesungen halten. Oder noch einfacher, falls ich dauerhaft unterrichten soll, schaffen wir eine Au├čenstelle in meinem Bereich. Unser Haus ist gro├č, eine Klasse lie├če sich einrichten. Diese sollte allerdings nicht zu gro├č und gut durchgemischt sein. So dass sich Sch├╝ler auch untereinander unterst├╝tzen k├Ânnen. ├ältere wie auch j├╝ngere d├╝rfen sich dabei nicht ausgeschlossen f├╝hlen. Das werde ich hier nicht nur versuchen, glauben Sie mir das. Meine Scholle wird ┬╗Bestienfreier Boden┬ź. Sie werden die Bedeutung nicht verstehen, aber f├╝r mich bedeutet dies alles. Meine Tochter wird auf einer Scholle und in einem Land geboren, wo ihr niemand etwas anhaben wird. Und falls dies doch trotz aller Schutzma├čnahmen passieren sollte, falls doch so ein Untier ein Kind holt, dann wird es derma├čen hingerichtet, dass jedes andere Scheusal zweimal ├╝berlegt ob es seine Z├Ąhne in ein Opfer schl├Ągt oder sich lieber zusammenrei├čt und auswandert┬ź, erkl├Ąrte Dave freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandre warf Ciel eine kurzen Blick zu, dieser nickte zum Zeichen, dass er ruhig sprechen konnte. ┬╗Mit dem Blut h├Ąlt der Bluthexer Untote fern oder er vernichtet sie vollst├Ąndig. Dies gilt f├╝r alle Arten von Untoten, welche ├╝ber Blut verf├╝gen. Desweiteren ist der Bluthexer auch in der Lage, Wunden zu kurieren. Krankheiten nicht - aber Wunden, auch schwere, so lange sie frisch sind.┬ź Er musterte den Jungen. ┬╗Als Bluthexer hat man bereits nach wenigen Jahren intensiver ├ťbung mehr Macht inne, als manch andrer Magier erst nach Jahrzehnten. Eine Macht, die man in den Dienst des Gemeinwohls steckt anstatt in den eigenen Nutzen. Mit keiner anderen Magieform kann man dem Land und den Menschen, die man liebt, mehr dienen als mit Bluthexerei.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ihre Bedingungen h├Âren sich durchdacht und realistisch an. Ich bin damit einverstanden. Wenn Sie w├╝nschen, k├Ânnen Sie noch eine Nacht dar├╝ber schlafen und dann anfangen, ein Konzept auszuarbeiten. Oh, bitte denken Sie daran, sich entsprechende Notizen anzufertigen, damit Sie morgen noch wissen, was Sie wollten, auch wenn Ihr Ged├Ąchnis bereinigt wurde.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das hei├čt, wenn sich einer meiner Familie oder ein Untertan verletzt k├Ânnte ich ihn heilen, so als ob ich ├╝ber gr├╝ne Magie gebiete? Untote fernhalten oder vernichten? Also Vampire? Das h├Ątten wir vorher ben├Âtigt. Wir hatten mal einen im Haus wie eine b├Âsartige Maus die sich einquartiert hat. Er fiel die Bewohner an und saugte sie nachts aus. Niemand traute sich mehr zu schlafen┬ź, st├Âhnte Anwolf bei der Erinnerung.

Alexandre de la Grange
┬╗Das ist richtig┬ź, sagte Alexandre und nickte bedeutungsschwer. ┬╗All dies w├╝rde dir bereits nach wenigen Jahren m├Âglich sein, einfachere, aber bereits sehr wirksame Zauber sogar schon nach wenigen Wochen.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Damit haben Sie Recht. Ich Danke Ihnen f├╝r Ihre Zusage Hoheit┬ź, erkl├Ąrte Dave, z├╝ckte sein Notizbuch und schrieb fein s├Ąuberlich auf, was er sich vorgenommen hatte und welches zus├Ątzliche Amt er bekleiden wollte. Davor schrieb er Ged├Ąchtnisl├Âschung vorgenommen - deshalb Notiz. Er reichte Ciel das Buch, damit dieser sehen konnte, dass er nichts ungeb├╝hrliches geschrieben hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berflog kurz die Notizen und nickte. ┬╗Danke, Sie werden vielleicht noch mehr aufzuschreiben w├╝nschen f├╝r Ihre beiden Verwandten. Es gen├╝gt, wenn Sie mir die Aufzeichnungen am Ende insgesamt zeigen. Bitte lassen Sie alle Informationen zur Blutnekromantie au├čen vor. Sie ist das sensible Thema, von dem ich sprach.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Glauben Sie mir, h├Ątten Sie erlebt, was wir erlebt haben, Sie h├Ątten nicht eine Nacht warten wollen. H├Ątten wir von dieser Magie gewusst, h├Ątten wir sofort einen eingestellt. Rinelda eine gute Frau, in der Mitte durchgeschlagen und blutleer getrunken. Tsounai ein stets fr├Âhlicher und herzlicher Mann, Rakshaner - am anderen Morgen wei├č wie ein Laken - v├Âllig blutleer. Fast schlimmer als die Opfer waren die st├Ąndige Angst, wo sich das Biest versteckt haben k├Ânnte. So eine Fledermaus kann ├╝berall lauern. Wir haben das Haus auf den Kopf gestellt, Brandur hat uns Ratschl├Ąge gegeben. Aber er konnte uns nicht mehr retten, er starb vorher┬ź, sinnierte Wolfi.

Davard von Hohenfelde
Dave nickte zustimmend. ┬╗Ich werde die Magie mit keiner Silbe erw├Ąhnen Majest├Ąt┬ź, best├Ątigte Dave.

Brandur von Hohenfelde
In diesem Moment tauchte der gr├╝ne, mit Dreispitz versehene Geist durch eine Wand auf. ┬╗Guten Abend. Oh, Verzeihung, Ihr sprecht im privaten Kreise. Ich dachte, jemand h├Ątte meinen Namen genannt.┬ź Brandur verneigte sich vor Ciel und dem Magier, der neben ihm sa├č. ┬╗Hoheit, Herr Kapellan.┬ź Er l├Ąchelte Alexandre an, der sich von Kopf bis Fu├č versteifte.

Wolfram von Wigberg
Wolfram schmunzelte Brandur an. ┬╗Brandur, ich h├Ątte nicht gedacht Dich noch mal wieder zu sehen. Und dann noch in dieser herrlich erfrischenden Farbe. Hast Du Dir meine Abschiedsworte zu Herzen genommen und bist Blattgr├╝n geworden?┬ź, lachte Wolfram gut gelaunt.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das ist besagter Brandur der versuchte uns vor dem Vampir zu retten. Aber er konnte uns auch nicht helfen. Er ist m├Ąchtig, aber der Vampir war m├Ąchtiger und verschlagener. Einst als Mensch war er es der meinen Vater und meinen Onkel misshandelte, missbrauchte, anfiel und anfra├č. Was wei├č ich noch alles. Aber niemand hielt ihn je auf. Vielleicht sollte ich das ├╝bernehmen... das w├Ąre doch was┬ź, grinste Wolfi.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Zehn Tage habe ich noch, um zu spuken. Danach muss ich diese Sph├Ąre verlassen. Bis dahin genie├če ich meine Zeit und schaue ich mir alles in Ruhe an, vom Dach bis zu den beiden Kelleretagen. Es ist wirklich ein sch├Ânes Anwesen.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Nur zu leg das Schwein um, meinen Segen hast Du┬ź, freute sich Dave.

Wolfram von Wigberg
┬╗Was m├Âchtest Du denn im Keller? Genie├če die freie Natur, den Rosengarten, die Kr├Ąuterg├Ąrten, zur├╝ck in Deine Gruft kommst Du noch fr├╝h genug Brandur┬ź, antwortete Wolfram.

Ciel Felicien de Souvagne Heute, 23:52
┬╗Bis zu den beiden Kelleretagen?┬ź, rief Alexandre. ┬╗Wer ist verantwortlich f├╝r diesen Geist! Er soll ihn sofort bannen!┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Alchemistische Ged├Ąchtnisl├Âscher helfen bei Geistern leider nicht, ebenso wenig wie Blutnekromantie, nicht war, Erzhexer Alexandre de la Grange? Wie gut w├Ąre es doch, nun einen eigenen, vertrauensw├╝rdigen Hofnekromanten zu haben.┬ź Brandurs Gesicht war ausgesprochen freundlich.

Wolfram von Wigberg
┬╗Das wei├č ich nicht, vermutlich unser Nekromant Osmund, Osmund von Wigberg┬ź, antwortete Wolfram.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ein guter Tipp und was befindet sich dort im Keller?┬ź, hakte Dave neugierig nach.

Brandur von Hohenfelde
Brandur l├Ąchelte Davard an. ┬╗Ich bin sicher, es liegt im Interesse dieser freundlichen Herren, dass diese Information unter Verschluss bleibt.┬ź Brandur blickte unver├Ąndert freundlich drein. ┬╗Ich bin nat├╝rlich ein Mann beziehungsweise Geist von Ehre. Ich werde nichts dergleichen hinaus in die Welt tragen. Doch man denke nur daran, was geschehen k├Ânnte, w├Ąre dem nicht so.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Setzen Sie sich dazu┬ź, befahl Ciel dem Geist. ┬╗Ferrau, r├╝cke ihm einen Stuhl zurecht.┬ź Er war im Moment machtlos gegen das Gespenst und das ├Ąrgerte ihn. Vor allem ├Ąrgerte ihn, dass dieser Geist ihm sehr effektiv eine Sicherheitsl├╝cke im Palast offenbarte.

Davard von Hohenfelde
┬╗Nun da wir ohne dieses Wissen diese R├Ąume verlassen, kann es uns vorher ruhig gesagt werden┬ź, warf Dave ein.

Ferrau Du Trieux
Ferrau starrte den Geist an und holte ihm einen Stuhl. ┬╗Ich wei├č wer ihn beschworen hat, das ist der Geist von Linhard von Hohenfelde! Der Verlobte Eures Bruder ist ein Nekromant!┬ź, bezichtige Ferrau Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es muss nicht alles offenbart werden┬ź, bestimmte Ciel an Davard gewandt. Er w├╝rde Alexandres sicheren R├╝ckzugsort mit keiner Silbe erw├Ąhnen. ┬╗Wir waren bei der Bluthexereistehengeblieben. Darf ich davon ausgehen, dass Sie, Anwolf, Interesse an dieser Art der Magie hegen?┬ź Perplex sah er Ferrau an, dann Davard. ┬╗Stimmt es, dass Linhard ├╝ber die Gabe verf├╝gt und Nekromantie praktiziert?┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Linhard ist alles, nur kein Magier oder gar ein Nekromant. Linhard ist ein Purie und genau das war scheinbar immer das Problem zwischen ihm und unserem Vater. Aber es sollte nie eines zwischen uns sein. Also mein Bruder hat Brandur ganz sicher nicht beschworen. Brandur hat ihn aufgenommen nach einer Fehde und Linhard wurde sein Sohn - so wie ich der von Ansgar blieb. Letztendlich k├Ąmpften beide bis zum Tode um ihre S├Âhne zu sch├╝tzen. Sie k├Ąmpften f├╝r alles und nichts - denn beide wollten doch das gleiche. F├╝r die Erkenntnis starb Brandur, und meiner Vater ist auch mehr tot als lebendig. Aber mein Bruder ist lebendig, bleibt das auch und hat keinerlei Geister beschworen! Er kann es nicht!┬ź, widersprach Wolfi vehement.

Brandur von Hohenfelde
Der Geist nahm w├╝rdevoll auf dem Stuhl Platz. ┬╗Sehr zuvorkommend. Mein Beschw├Ârer ist Osmund von Wigberg. Mein Sohn verf├╝gt nicht ├╝ber magische Fertigkeiten und er ben├Âtigt auch keine. Er hat andere Gaben.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗NEIN!┬ź, sagten Anwolf, Wolfram und Dave wie aus einem Mund.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte, als ihm der Chor entgegenschlug. Seine Haare wehten etwas von dem entstandenen Luftzug. ┬╗Danke. Das wollte ich wissen.┬ź

Ferrau Du Trieux Heute, 00:05
┬╗Nein, Linhard verf├╝gt ├╝ber keine Gabe - jedenfalls keiner magischen. Er ist ein hochtallentierter Schwertk├Ąmpfer, alles andere w├Ąre untertrieben. Er setzt sich f├╝r seine Sippe ein, er ist unser Sippenoberhaupt. Aber er ist kein Magier, dass versichere ich Euch┬ź, sagte Dave respektvoll.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Ja habe ich. Aber ich m├Âchte noch einige Dinge erkl├Ąrt haben, wobei das vermutlich schon in die Ausbildung f├Ąllt. Ich m├Âchte wissen inwieweit sich das mit der Nekromantie bei├čt. Es ist doch nicht einfach nur eine Gegenbewegung, oder es ist doch nicht nur eine Form der Vampirj├Ągerei oder?┬ź, fragte Wolfi.

Ciel Felicien de Souvagne Heute, 00:11
Alexandre, sichtlich nerv├Âs ob der Anwesenheit des Geistes, der inzwischen scheinbar jeden noch so geheimen Winkel des Tempels kannte, zwang sich, seine Aufmerksamkeit dem potenziellen Sch├╝ler zu widmen. ┬╗Pr├Ązisiert Eure Frage.┬ź Auf Ciels Blick f├╝gte er an: ┬╗Bitte.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Gerne. Was genau ist Blutmagie? Beschreibt sie mal bitte mit einigen Eckdaten. Ein Beispiel - Geistmagie ist die Magie die sich ausschlie├člich auf den Geist lebender Personen und dessen Formung und Manipulation beschr├Ąnkt. Erl├Ąutert mir, wie man das Blut daf├╝r einsetzt. Nutzt man es ├Ąhnlich einer mentalen Schwingung oder seinen mentalen Gedankenf├Ąden? Zupft man daran, ruft man seine darin verborgene Macht an, wie man auch seine mentale Energie das Atman anruft und nutzt? Wie weit ersch├Âpft es einen? Geistmagie ersch├Âpft einen mental. Nat├╝rlich, aber noch mehr als jede andere Form der Magie, da sie dem Geiste entspringt, in den Geist eindringt und diesen Geist versucht fremdzuformen. Folglich sollte man davor und danach sehr viel Nervennahrung zu sich nehmen. Nervennahrung in Form reiner Energie f├╝r das Gehirn, also Zucker. Wie verh├Ąlt es sich bei dieser Form der Magie? Dann m├Âchte ich wissen, welche besonderen Zauber gewirkt werden k├Ânnen. Ein besonderer Beispielzauber der mich bei der Geistmagie fasziniert ist reine Telepathie - sowohl mit Puries und mit Magiern. Dann m├Âchte ich wissen, ob man mit dieser Form der Magie auch anderes Blut ersp├╝rt, wie ich einen anderen Geist ersp├╝re. Und zu guter Letzt m├Âchte ich eine generelle Frage gerne beantwortet haben, welcher Magie wird sie zugeordnet? Geistmagie? Elementarmagie? Worum handelt es sich genau? Stellt mir die Magie einmal bitte so vor als w├Ąre es eine Person und ich muss sie kennenlernen┬ź, bat Wolfi.

Alexandre de la Grange
Alexandre legte auf dem Tisch die Fingerspitzen aufeinander. ┬╗Die Antwort auf diese Fragen f├╝llt ganze Regale und w├Ąre damit immer noch nicht abschlie├čend gegeben. Ich werde mich um eine Kurzfassung bem├╝hen, auch wenn ich kein Freud dessen bin, da eine Zusammenfassung stets mit Ungenauigkeit und Verzerrung einhergeht. Bluthexerei ist eine Form der Geistmagie. W├Ąhrend die reine Geistmagie die Lebenden manipuliert und die Nekromantie die Toten, manipuliert Bluthexerei die Untoten. Sie greift auf die Lebensessenz selbst zu - das Blut. Als Katalysator und Waffe. Untote, die ├╝ber Blut verf├╝gen, k├Ânnen durch eine einzige Opferung demontiert werden, hei├čt, die Verankerung zwischen Seele und untotem Leib wird zerst├Ârt. Des weiteren ist die effektive Bannung von Untoten mittels Bannsymbolen bereits f├╝r Novizen m├Âglich. Drittens ist ein Bluthexer in der Lage, auch schwere Wunden zu verschlie├čen. Nicht ganz so effektiv wie Heilmagier, daf├╝r sind diese nun einmal Hochspezialisten, doch mehr als ausreichend genug. Viertens - die Ger├╝chte sind wahr. Bluthexerei ist in der Lage, Verstorbene zu wahrem Leben wiederzuerwecken.┬ź Er beobachtete Anwolfs Reaktionen auf diese Aufz├Ąhlung. Bevor er ihm den Preis nennen w├╝rde, wollte er sichergehen, dass er den K├Âder geschluckt hatte, auch wenn dies keine Garantie f├╝r seine Zustimmung sein w├╝rde.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das hei├čt, wenn jemand stirbt, tats├Ąchlich stirbt... und richtig tot gewesen ist, k├Ânnte ich ihn zur├╝ckholen? Nur anstatt das die Person ein Untoter wird, wie wenn es mein Vater fr├╝her getan h├Ątte, w├Ąre die Person dann wieder lebendig und kn├╝pft da an wo sie aufh├Ârte? Das hat einen Preis oder? Ist die Person noch sie selbst? Oder ist sie verzerrt in etwas anderes? Ein Halbling zwischen Nexus und Physis? Das es Geistmagie ist freut mich zu h├Âren┬ź, schmunzelte Anwolf.

Alexandre de la Grange
┬╗Er oder sie ist hernach wieder eine ganz normale, voll lebensf├Ąhige Person┬ź, widersprach Alexandre. ┬╗Bluthexerei ist in der Lage, den Tod zu kurieren. Und gewisse Praktiken erlauben sogar eine Wiedererweckung im verj├╝ngten Zustand. Theoretisch k├Ânnte man durch diese Kunst wahre Unsterblichkeit erlangen.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
Anwolf schaute verdutzt. ┬╗Man kann sich selbst wiederbeleben? Wie? Ben├Âtigt man dazu einen Anker, ein Bindeglied in die Physis? K├Ânnen sich Nekromanten wiedererwecken?┬ź, fragte Anwolf.

Wolfram von Wigberg
┬╗Nein wiedererwecken in dem Sinne nicht, aber sich dauerhaft am Leben erhalten durch Lebensraub. Quasi pervertieren sie die Form des Lebensentzugs den man anderen zuleiten sollte - entschuldige Brandur, aber das ist doch so┬ź, antwortete Wolfram.

Alexandre de la Grange
Alexandre glotzte ihn an. ┬╗Nat├╝rlich erweckt der Bluthexer nicht sich selbst. Wie soll das funktionieren? Seit wann haben Tote oder Untote derartige Kr├Ąfte, hm? Und sagte ich nicht, dass es sich um eine vollkommen selbstlose Art der Magie handelt? Man stellt sie voll und ganz in den Dienst der Krone. Wir sind die Lebensversicherung des Duc de Souvagne - und jener Menschen, deren Wiedererweckung er anordnet.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Ja das ist so, aber ich denke auch jeder Purie w├╝rde unsere Form der Gedankenmanipulation als pervertierte Gedankenverdrehung sehen. Von daher sehe ich nicht die Gefahr bei einem Lich, sondern ehr bei einer Armee von Ghule. Jene die ihre Schuldigkeit getan haben, da sind, keinen Sinn mehr ergeben, aber Herrchen sich nicht trennen mag. Denn je mehr man hat, je mehr Statussymbol sind sie auch┬ź, gab Dave zu bedenken.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Achso, ich dachte da schlie├čt einen ein, deshalb war ich so erstaunt. Ich k├Ânnte mit der F├Ąhigkeit jeden wieder zum Leben erwecken? Aber ich darf nur jene Personen erwecken die der Duc befiehlt? Ja gut, verst├Ąndlich, wer m├Âchte einen gerade gek├Âpften Schwerverbrecher wieder auferstehen lassen. Keiner, dass ist klar. Das ist eine gewaltige Macht┬ź, sagte Wolfi nachdenklich.

Alexandre de la Grange
┬╗Es hat einen Grund, warum wir nur auf den Befehl des Ducs jemanden wiedererwecken. Die Wiedererweckung setzt den Bluthexer f├╝r ungef├Ąhr ein Jahr lang magisch und k├Ârperlich weitestgehend au├čer Gefecht. Das bedeutet, die Gabe muss rationiert werden. Auch darum w├Ąre es w├╝nschenswert, g├Ąbe es mehr von uns.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Ihr seid so etwas wie die Leibw├Ąchter des Duc, wenn die wahren Leibw├Ąchter l├Ąngst versagt haben. Ist es nicht so?┬ź, fragte Wolfi.

Alexandre de la Grange
Alexandre nickte. ┬╗So k├Ânnte man es nennen.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Darf ich es einmal sehen, oder gibt es eine M├Âglichkeit es sich einmal anzuschauen? Nicht eine Wiedererweckung, sondern die Lehre?┬ź, fragte Wolfi.

Alexandre de la Grange
┬╗Probeunterricht?┬ź, frage Alexandre zweifelnd. ┬╗Nein. Das Risiko, dass Informationen in dieser Zeit nach au├čen sickern, ist zu gro├č. Du kannst mich jetzt fragen, was du wissen m├Âchtest.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Ihr habt mich falsch verstanden. Ich m├Âchte nichts fragen, ich m├Âchte einmal bei einem Unterricht als stiller Beobachter zuschauen. Aber das ginge dann auch nicht oder?┬ź, fragte er hoffnungsvoll.

Alexandre de la Grange
┬╗Nein, das ginge nicht. Was genau interessiert dich? Frag mich, was du wissen m├Âchtest.┬ź Ciel gab Alexandre unter dem Tisch einen leichten Stupser mit dem Fu├č. ┬╗Fragen Sie mich bitte alles, was Sie in Erfahrung zu bringen w├╝nschen f├╝r Ihre Entscheidung┬ź, korrigierte Alexandre sich. Er hatte nicht gemerkt, dass er mit Anwolf schon wie mit einem seiner Novizen sprach.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das kann ich nicht sagen, es ist das Gef├╝hl dass aufkommt, ob ich mich dort aufgehoben f├╝hle. Ob ich f├╝hle, das ist meine Form der Magie. Oder es kann sie werden, ich m├Âchte diese Form der Magie praktizieren, ich identifiziere mich damit. Wenn ich jetzt gehe, l├Âschen Sie mein Ged├Ąchtnis und ich bin wieder bei Null. Wie w├Ąre es, wenn ich nicht gehe, Sie begleite, an Ihrer Seite bleibe und so ja auch nichts verraten kann? Ich bin ja bei Ihnen. Dann zeigen Sie mir alles, einen Unterricht, Ihre Art zu unterrichten und zu lehren. Alles was Sie den Tag so tun und ich komme mit und st├Âre nicht. Ich bel├Ąstige Sie auch nicht. Ist es was f├╝r mich, machen wir einen Lehrvertrag fertig. Falls nicht, trinke ich den Trank┬ź, schlug Wolfi vor.

Alexandre de la Grange
┬╗Wie der Unterricht abl├Ąuft ist sehr leicht vor Ort zu demonstrieren. Aber ich f├╝rchte, so aus dem Kontext gerissen wird es die Entscheidung wom├Âglich zu Unrecht in Richtung einer Ablehnung dr├╝cken. Wohl im Sinne von heimelig werden Sie sich nicht f├╝hlen. Ich kann ihnen keine Geborgenheit bieten. Was ich biete, ist nichts - es muss von innen kommen. Sie m├╝ssen es wollen, der Krone v├Âllig ohne Gegenleistung zu dienen, sonst kann man Sie nicht zu einem Bluthexer machen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Ich zeige ihnen, was der Preis f├╝r die Macht ├╝ber Leben und Tod bedeutet. Wom├Âglich k├Ânnen Sie dann vor Ort entscheiden, ob Sie bereit sind, ihn zu bezahlen oder ob Sie mental zu schwach daf├╝r sind. Bluthexerei ist eine Kunst der Starken. K├Ârperliche und mentale Schw├Ąche f├╝hren unweigerlich zur Aussonderung. Ihre St├Ąrke k├Ânnen wir vor Ort pr├╝fen.┬ź Alexandre musterte Anwolf gespannt.

Anwolf von Hohenfelde
┬╗Das ist eine faire L├Âsung f├╝r uns beide. Pr├╝fen Sie mich┬ź, stimmte Anwolf zu. Der junge von Hohenfelde griff auf seine Gabe zu und sammelte seine magische Macht um der Pr├╝fung gewachsen zu sein. Er konzentrierte sich vollkommen auf seinen Lehrer und dessen Geist um, falls n├Âtig eine Verbindung herstellen zu k├Ânnen.

Alexandre de la Grange
Alexandre erhob sich. Im Vertrauen auf die baldige Ged├Ąchnisl├Âschung der Anwesenden empfand er keine Angst. Im Gegenteil - er genoss die gebannte Aufmerksamkeit. Sie waren wissbegierig, sie waren f├╝r den Moment fast so etwas wie seine Novizen. Alexandre trug noch immer die dunkelrote Robe, die er f├╝r Ciels Kasteiung getragen hatte, den er war hier in seiner Funktion als Erzhexer der Blutnekromantie. Und der Erzhexer f├╝rchtete sich nicht. Er lie├č die Robe von seinen Schultern gleiten, so dass sie an seiner H├╝fte umgeschlagen zum H├Ąngen kam und er mit nacktem Oberk├Ârper vor ihnen stand. ┬╗Sie sehen einen Erzhexer des Blutes, den f├╝nften Magiergrad. Zwei erfolgreiche Wiedererweckungen und endlos viele Demontagen, Abwehrzauber, Untotenb├Ąnne und Heilzauber.┬ź Alexandre l├Ąchelte und pr├Ąsentierte stolz die extremen Narben auf seinem Leib. Er drehte sich einmal um seine Achse. Vorn waren die furchtbaren Bisskrater von Derya zu sehen, die ihm die Brustwarzen abgebissen hatte, doch das wusste niemand der Anwesenden. Dort, wo keine Bisse waren, lagen dicke, in gleichm├Ą├čigen Mustern angeordnete Schnittnarben, die aus Alexandres Sicht etwas ├ästhetisches an sich hatten. Die Arme sahen aus, als l├Ągen lauter helle Armb├Ąnder darum, doch auch dies waren Narben. Der R├╝cken war ├╝bers├Ąt von verheilten Peitschenhieben. ┬╗Das ist der Preis┬ź, erkl├Ąrte Alexandre und f├╝hlte sich ausgesprochen gut dabei.

Davard von Hohenfelde
Dave stand auf und ging auf Alex zu. Er musterte seinen K├Ârper akribisch. ┬╗Darf ich Euch ber├╝hren?┬ź, fragte er leise.

Alexandre de la Grange
┬╗Nur zu┬ź, sagte Alexandre. Als Erzhexer war er ungeheuer stolz auf seine Narben, bewiesen sie doch, was zu ertragen er imstande war. Hier war er nicht Alex, den die Vergangenheit jagte. Hier war er der Meister, der ├╝ber Leben und Tod herrschte. Er breitete ein wenig die Arme aus.

Anwolf von Hohenfelde
Anwolf gesellte sich zu ihm und stellte sich ganz dicht neben Dave. Er hatte mit einer ganz anderen Pr├╝fung gerechnet, mit einer der mentalen St├Ąrke. So dass dieser Meister seine F├Ąhigkeiten absch├Ątzen konnte. Ungefragt wollte er den Mann auch nicht ber├╝hren, so etwas geh├Ârte sich nicht. Er erkannte die Wunden woher sie waren. Schnittwunden, jeder Hohenfelde erkannte eine Schnittwunde, sie alle trugen Dolche und jeder von ihnen hatte schon eine Familienfeier erlebt, ergo mindestens einmal im Leben ein Messer gesehen oder sogar zu sp├╝ren bekommen.

Davard von Hohenfelde
Dave strich nicht ├╝ber die Messernarben, sondern ├╝ber die an der Brust. Er l├Âste die G├╝rtel seiner eigenen Robe und zog sie sich ├╝ber die rechte Schulter. Er drehte Alex die Bissnarbe zu. ┬╗Nur eine Frage - woher hast Du das?┬ź, fragte Dave tonlos und tastete erneut die Narbe ab um das Echo darin zu lesen. Er wollte und w├╝rde nicht Alex Geist auslesen. Nicht einmal mit Erlaubnis, denn vermutlich barg dieser Geist ein ganz ├Ąhnliches Wissen wie seiner. Dave schaute sich kurz nach dem Trunk um. ┬╗Wo ist der Trunk um das Ged├Ąchtnis zu l├Âschen?┬ź, fragte er Ciel freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wies auf ein Tablett, welches auf dem Nachbartisch stand. Der Trank befand sich in einer Weinkaraffe, sah aus wie Wein und auch die Trinkgl├Ąser waren Weinkelche. ┬╗Ich habe es durch die Bediensteten bereits alles vorbereiten lassen.┬ź

Wolfram von Wigberg
Wolfram stand auf, schob Dave und Anwolf behutsam beiseite und schaute Alex genau in die Augen. ┬╗Ich verstehe┬ź, sagte er schlicht und umarmte Alex. ┬╗Ihr seid Br├╝der im Geiste┬ź, fl├╝sterte er beiden zu und stupste sie mental an. ┬╗Er hat sie Euch aus einem anderen Grund gezeigt┬ź, erkl├Ąrte Wolfram und lie├č Alex sachte wieder los um ihm die Robe ├╝ber die Schultern zu ziehen. ┬╗Die Schnitte sind Dein Werk, das andere ist das Werk ... etwas unvorstellbarem. Wir verstehen┬ź, erkl├Ąrte Wolfram.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich werde auch davon trinken, sollte Anwolf zusagen, wenn das in Ordnung geht┬ź, bat Dave.

Alexandre de la Grange
Alexandre lie├č die Ber├╝hrungen zu. ┬╗Ein Liebesspiel┬ź, antwortete er. Dann entdeckte er das Spiegelbild seiner Narben auf der Schulter. Stand Nummer 47 vor ihm? Ein ... Seelenverwandter? Alexandre musterte ihn irritiert. Er sp├╝rte pl├Âtzlich das selbe, was vermutlich einigen durch den Kopf ging, die von seinem Schicksal erfuhren - er wollte wissen, ob Dave auch die andere Narbe mit ihm teilte. Er wiegte leicht den Kopf, ohne es fragen zu k├Ânnen. Warum wollte er es ├╝berhaupt wissen? Es spielte keine Rolle. Und doch lie├č es ihn nicht los. Es war die Suche nach jemandem, der verstand. Wolfram umarmte ihn ungefragt. Alexandre war v├Âllig perplex. Er hatte mit anderen Reaktionen gerechnet. Betretenem wegschauen, Ekel, Mitleid oder auch Faszination. Aber nicht damit. ┬╗Welchen Grund?┬ź, wollte Alexandre wissen, w├Ąhrend Wolfram ihn wieder anzog. Er verstand ├╝berhaupt nichts mehr.

Wolfram von Wigberg
┬╗Du bist stolz auf Deine daraus resultierende St├Ąrke. Du hast die Bisse kassiert, Du hast sie ├╝berlebt und Du hast diese Magieform gew├Ąhlt um Dein ├ťberleben zu feiern. Er w├Ąhlte den Weg der Geistmagie um anderen Dreck zu stellen und zu t├Âten. Das ist sein Grund zu t├Âten, er t├Âtet jene die so etwas anderen antun. Oder auch auf andere Weise andere zeichnen. Du hast den Weg gew├Ąhlt all jene sogar den Klauen des Todes zu entrei├čen. F├╝r den Preis Dich fast selbst zu verlieren. Er gab sich fast auf und lebte nur f├╝r jene die ihn noch vermisst h├Ątten und f├╝r die Jagd. Du lebst f├╝r die Wiedererweckung. Ihr seid selbstloser als ihr es zugeben m├Âgt, Ihr betrachtet die Narben als Ehrenmale. Gebissen hei├čt gesch├Ąndet, auf immer gezeichnet als Eigentum und Spielzeug von ihm. Ich wei├č nicht wie Anwolf die Sache sieht, ich bin der Auffassung er sollte so nicht dienen. Das passt nicht zu seiner Seele. Es passt auch nicht zu Daves Seele, da er Frieden und Geborgenheit bei seinem Mann fand. Aber es passt zu mir. Ich habe auch einen Partner, aber im Gegensatz zu Dave oder jedem anderen hier, bin ich nur ein Gef├Ąhrte - ein Begleiter, den man anfassen darf, der nichts zur├╝ckgeben kann - fast nichts. Ich w├╝rde es lernen wollen┬ź, sagte Wolfram freundschaftlich.

Alexandre de la Grange
Alexandre f├╝hlte sich ob der Worte geschmeichelt. Er fand, dass Wolfram eine Einleitung f├╝r das Werk schreiben sollte, an dem er gerade arbeitete, ein sch├Ânes Vorwort. Nur an einer Stelle stutzte er. ┬╗Es war kein Er, es war eine Sie. Derya Littneaux. Sie f├╝gte mir diese Narben zu. Wenn Sie das w├╝nschen, werde ich Sie gern unterrichten.┬ź Er betrachtete Wolfram aufmerksam. Als dieser auf sein Liebesleben zu sprechen kam, nickte Alexandre kam merklich. ┬╗Ich verstehe.┬ź Und sein Blick sagte Wolfram, dass dies keine Floskel war, sondern er wirklich verstand.

Davard von Hohenfelde
┬╗Und wissen Sie auch wer Derya ist? Die Tochter des Peinigers der mich... auffrass. Wie das Schaf so das Lamm, der Apfel f├Ąllt nicht weit vom Stamm┬ź, antwortete Dave leise.

Alexandre de la Grange
┬╗Die Wege Ainuwars sind nicht immer leicht zu verstehen, doch sie f├╝hren stets zum Ziel. In dem Falle indem sich unsere Wege kreuzen. Nehmen wir es als ein gutes Zeichen.┬ź

Wolfram von Wigberg
Wolfram nickte dankbar auf Alex Worte. ┬╗Ich werde Euch meinen Mann vorstellen, ebenfalls ein Kampfmagier. Geistmagier ersten Grades, aber daf├╝r sehr gut mit dem Schwert. ├ťber die Magie verlieren wir kein Wort. Nur sollt Ihr sehen, dass trotz allem das einem fehlen kann, dennoch Zuneigung m├Âglich ist. Aber dies bedarf schon einer sehr besonderen Person. Und das ist er. Damit m├Âchte ich Euch zeigen, dass immer Hoffnung besteht. Gleichg├╝ltig wie finster die Dunkelheit auch sein mag in der man gerade wandelt - sie wird nicht ewig andauern. Dies trug ich im Herzen und wartete. Jener Mann, vertrieb die Dunkelheit┬ź, erkl├Ąrte Wolfram und deutete auf Brandur. ┬╗Mein Mann vertrieb meine pers├Ânliche Finsternis. Das w├╝nsche ich Euch auch. Und ich w├╝nsche von Euch diese Form der Magie zu erlernen. Ich strebe nicht an die gr├Â├čte Macht zu erreichen und mit r├╝hmen zu k├Ânnen Leben zu schaffen. Ich strebe das an, was ich immer anstrebe - anderen beistehen die es in meinen Augen verdient haben. Sei es nun mit etwas zu Essen, Unterschlupf, einem guten Wort, meinem Beistand oder Magie┬ź, sagte Wolfram.


┬╗Das sind seine Wege f├╝rwahr, Ihr wisst das sie noch lebt? Sie lebt weit weg von hier in Naridien. Ich sage Euch dies, damit Ihr ohne Angst leben k├Ânnt. Damit Ihr wisst, wieviel Land zwischen Euch und Ihr ist. Vielleicht l├Ąsst Euch dies ein bisschen besser schlafen. Habt Ihr einen Hund? Falls nicht, schafft Euch einen an. Es gibt nichts besseres f├╝r die Seele, glaubt mir. Vergleichbares f├╝rs Herz schon, meinen Mann und meine Beste Freunde. Aber mein Hund war es, der mich als erster hier hielt. Das gestehe ich. Mehr kann auch ich nicht sagen, ohne wiederum anderen zu schaden. Wobei ich vielleicht doch eines Tages spreche oder Euch einen Brief schreiben werde Marquis┬ź, sagte Dave.

Alexandre de la Grange
Alexandre war hocherfreut. ┬╗Das sind die besten Voraussetzungen┬ź, sagte er freundlich. Ciel zog auf seinem Stuhl ein leicht ungl├Ąubiges Gesicht. Wie freundlich Alexandre doch sein konnte, wenn er es ausnahmsweise einmal wollte! Alexandre schien von Wolfram regelrecht hin und weg zu sein. ┬╗Wie alt sind Sie?┬ź, wollte er wissen. Er wandte sich wieder an Davard. ┬╗Ich sch├Ątze Hunde, aber ich habe weder die Zeit noch die M├Âglichkeit, mich um einen zu k├╝mmern. Meine Familie h├Ąlt Windhunde. Derya ist in Naridien? Dann haben Sie bald Ihre erste Aufgabe, vermute ich. Die Krone erlie├č einen erneuten Befehl, sie festnehmen zu lassen, inklusive Belohnung, sollten ihnen Taler etwas bedeuten. Ich kann f├╝r Sie den Kontakt zu einem B├╝ttel herstellen, der sich mit dem Fall befasst hat. Wenn Sie mir einen Brief schreiben m├Âchten, denken Sie daran, sich Notizen zu machen.┬ź


┬╗Ich bin 47 Jahre alt und mein Mann ist 9 Jahre j├╝nger als ich. Ich hoffe das ist nicht zu alt zum Umschulen, aber wie Dave vorhin bereits sagte, lernt sogar seine Mutter jetzt bei ihm. Also ich bin lernwillig wie man so sch├Ân sagt┬ź, grinste Wolfram. Er freute sich das erste Mal in seinem Leben eine Person gefunden zu haben, die ihn verstand und nicht umgekehrt. Meist brachte er f├╝r alles und jeden Verst├Ąndnis auf, aber ihn verstand niemand wirklich komplett. Bei Alex war dies anders.

Alexandre de la Grange
┬╗Das ist nicht zu halt┬ź, sagte Alexandre zuversichtlich. ┬╗Sie sind gut in Form, also ist es genau das richtige Alter.┬ź

┬╗Dann haben wir eine Vereinbarung oder?┬ź, fragte Wolfram gut gelaunt.

Alexandre de la Grange
┬╗Haben wir┬ź, sagte Alexandre. ┬╗Mit dem Schwur vor dem Duc wird es verbindlich. Diesen sollten Sie so schnell wie m├Âglich absolvieren. Vorher kann ich Sie mit Ihrem Wissen nicht unbeaufsichtigt irgendwo hin gehen lassen. Danach erfolgt eine genaue Einweisung durch mich.┬ź

┬╗K├Ânntet Ihr bei Eurem Bruder einen Termin vereinbaren? Ich bleibe derweil bei Alex, damit es zu keinen Missverst├Ąndnissen kommt┬ź, bat Wolfram Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ergriff wieder das Wort. ┬╗Ich denke, wegen Brandur sollten wir noch einmal mit dem Duc sprechen, Alexandre┬ź, sagte er. ┬╗Ferrau, bitte bring seinen Beschw├Ârer Osmund von Wigberg her, er soll vor der T├╝r warten.┬ź Ciel sp├╝rte Angst, bei dem Gedanken, was eine positive Entscheidung bedeuten konnte. Doch der Geist war momentan in einer ausgesprochen guten Verhandlungsposition und machte von der Sache her keinen schlechten Eindruck. Sie sollten zumindest dar├╝ber sprechen, das konnte so nicht im Raum stehen bleiben. Er war ein Mitwisser und momentan damit ausgesprochen gef├Ąhrlich.

Davard von Hohenfelde
┬╗Ich ben├Âtige keine B├╝ttel. Ich wei├č wer sie ist, wo sie ist, ich wei├č alles ├╝ber sie. Aber ich ben├Âtige sie lebend - 4 - 5 Jahre sollte diese Frau noch leben. Eigentlich m├╝sste das Mistst├╝ck, verzeihen Sie meine Wortwahl, genau noch 16 Jahre leben. Dann ist meine Tochter f├╝r das andere Monstrum nicht mehr interessant. Aber von 0 - 16 Jahren f├Ąllt sie in sein Beuteschema wie jedes andere Kind. Und so lange Derya lebt, habe ich eine M├Âglichkeit ihm Einhalt zu gebieten. Er liebt sie, er sch├╝tzt sie, er verg├Âttert sie. Aber er h├Ąlt sich stets von ihr fern. Au├čer sie treffen sich weil sie es m├╝ssen┬ź, erkl├Ąrte Dave.

Ferrau Du Trieaux
Ferrau nickte so, als h├Ątte ihm jemand den Kopf abgeschlagen und er w├Ąre nach vorne gefallen. Dann eilte er mit klopfendem Herzen los. Ausgerechnet er musste den Nekromanten holen. Er f├╝hlte wie seine Knie schon jetzt anfingen zu wabbeln.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie wissen wo Sie ist, diese Person, die Alexandre und mindestens 45 anderen M├Ąnnern dies angetan hat - und wollen uns das Wissen vorenhalten?┬ź, fragte Ciel und seine Stimme klang gereizt. ┬╗Dar├╝ber sollten Sie mit meinem Bruder noch einmal reden. Sie sind nun Souvagner. Marquis. Es geht hier um die Sicherheit Ihrer Untertanen, sollte diese Person zur├╝ckkehren!┬ź

Ferrau
Es dauerte eine Weile, dann kam Ferrau zur├╝ck. ┬╗Herr der Nekromant wartet vor der T├╝r┬ź, teilte er schwitzend mit.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Ferrau. Bitte lauf und vereinbare bei meinem Bruder einen zeitnahen Termin f├╝r Wolfram von Wigberg.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Es geht nicht gegen Euch, mein Land oder gar die Krone. Ich habe keine andere M├Âglichkeit ihm beizukommen au├čer Erpressung. Er ist sehr m├Ąchtig. Versprecht Ihr mir, gleichg├╝ltig was geschieht mir beizustehen und meine ungeborene Tochter zu sch├╝tzen? Nur darum geht es mir, dass mein Kind aufw├Ąchst ohne Angst, jedes Kind auf meiner Scholle und in Eurem Land. Helft mir und ich helfe Euch. Ich verrate Euch wo sie ist┬ź, sagte Dave ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir reden dar├╝ber noch einmal in Ruhe. Monsieur von Hohenfelde, es ist meine Aufgabe, f├╝r Ihre Sicherheit zu Sorgen und die eines jeden anderen Souvagners! So wie dies auch Ihre Aufgabe ist. Darum muss diese Person gefasst werden und darum werde ich alles daf├╝r tun, dass Ihrer Tochter nichts gechieht. Aber als Marquis k├Ânnen Sie selbst auch gut dazu beitragen.┬ź Er drehte sich zur T├╝r. ┬╗Anwolf, bitte holen Sie Monsieur von Wigberg hinein.┬ź

Anwolf von Hohenfelde
Anwolf ging nach drau├čen und zog Osmund in den Raum. ┬╗Dein Typ wird verlangt┬ź, sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich muss Sie in Ermangelung eines eigenen Nekromanten bitten, diesen Geist in ein beliebiges, leicht zu transportierendes Gef├Ą├č zu bannen und ihn mir auszuh├Ąndigen. Er wei├č Dinge, die er nicht wissen sollte. Die Alternative w├Ąre, ihn auf der Stelle zu vernichten. H├Ątten Sie bitte die G├╝te?┬ź Er wandte sich an Brandur. ┬╗Ich werde bei meinem Bruder ein gutes Wort f├╝r Sie einlegen. Aber ich kann nichts versprechen.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave schrieb etwas in sein Notizbuch. Derya Littneaux, Alter: 37 Jahre,Geb. am: 166 n.d.A.
Gr├Â├če: 167 cm, Gewicht: 55 kg,Haarfarbe: dunkelbraun, Augenfarbe: blau, Statur: schlank und drahtig, wohnhaft in Naridien, Ort: Obenza, Hafenviertel, H├╝tte genau am Meer gegen├╝ber dem alten Alfons, mit Blick auf die gro├če Eisenbr├╝cke. Nachts unterwegs, schl├Ąft Tags├╝ber. Kontaktpersonen - Ring der Menschenfresser. Dave schob Ciel den Zettel r├╝ber. ┬╗Danke┬ź, sagte er schlicht.

Osmund von Wigberg
┬╗Wie Ihr w├╝nscht, ich tue das f├╝r Deinen Kurzen Brandur. Nimm es mir nicht ├╝bel┬ź, antwortete Osmund. Er z├╝ckte eine Phiole, leerte diese auf einen Zug und bannte dann Brandurs Geist darin. ┬╗Seid vorsichtig mit ihm, er bedeutet unserem Sippenoberhaupt alles┬ź, sagte Osmund.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete den Zettel mit einer Mischung aus Freude und abgrundtiefem Hass. ┬╗Ich danke ebenso┬ź, murmelte er, w├Ąhrend er las, um sich sofort alles einzupr├Ągen. Er blickte wieder hin├╝ber zu Alexandre, der sich noch immer mit Wolfram unterhielt und so gut gelaunt wirkte wie selten. Er steckte den Zettel ein, er w├╝rde Alexandre nicht damit konfrontieren. Dann nahm er von Osmund den Flaschengeist entgegen. ┬╗Das werde ich. Ich danke Euch. Bitte informiert Linhard, damit er seinen Vater nicht vermisst.┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Das werde ich┬ź, sagte Osmund. ┬╗Ich werde ihn begleiten┬ź, bot Anwolf an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bitte das Trinken nicht vergessen.┬ź Ciel wies auf das Tablett. ┬╗Ein volles Glas.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Sollen wir sie holen?┬ź, hakte Dave nach. ┬╗Mir reicht Euer Wort als Befehl und ich hole sie her. Sagt mir nach dem Trunk, dass Ihr meine Tochter sch├╝tzt, ich muss es h├Âren, versteht es bitte. Ich danke Euch aus tiefstem Herzen f├╝r Euren Schutz. Erteilt mir den Befehl das Mistst├╝ck zu holen. Ich liefere Sie Euch - lebendig, wenn Ihr das w├╝nscht┬ź, sagte Dave freundlich. Er nahm sich einen Becher des Weins und trank ihn ohne zu z├Âgern aus. Anwolf nahm sich ebenfalls einen Becher, schnupperte kurz dran und leerte ihn auf Ex.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gesellte sich zu Davard und Anwolf, die nun etwas verwirrt dreinschauten, wie ein Schlafwandler, der in einer fremden Umgebung erwacht. ┬╗Davard und Anwolf von Hohenfelde, ich bin Prince Ciel Felicien de Souvagne. Wir hatten gerade ein vertrauliches Gespr├Ąch. Ihr Ged├Ąchtnis wurde hernach durch einen alchemistischen Trank gel├Âscht.┬ź Ciel sah Davard Ernst an. ┬╗Wir hatten vereinbart, dass ich Sie daran erinnere, Derya Littneaux hierher zu bringen. Ob lebend oder tot ist mir v├Âllig gleich. Ich werde Ihre Tochter besch├╝tzen.┬ź

Davard von Hohenfelde
Dave verbeugte sich vor Ciel. ┬╗Wie Ihr w├╝nscht, wir liefern sie Euch┬ź, sagte er ergeben und gl├╝cklich.

Anwolf von Hohenfelde
Anwolf kratzte sich am Kopf und musterte Ciel erstaunt. ┬╗Hoheit┬ź, gr├╝├čte er ihn, da er nicht wusste ob er ihn nun schon gegr├╝├čt hatte. Aber doppelt hielt besser. Osmund musterte die Gruppe und wandte sich dann an Ciel. ┬╗Ich werde Linhard ├╝ber Brandurs Verbleib unterrichten, ich k├╝mmere mich darum. Darf ich mich verabschieden?┬ź, fragte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie d├╝rfen gehen, danke. Anwolf wollte Sie begleiten. Das hat er nat├╝rlich ebenfalls vergessen.┬ź Ciel nahm sich Davard noch einmal kurz vor, nachdem die beiden fort waren. Er trat dicht an ihn heran. ┬╗Der Mann da dr├╝ben in der Robe ist Alexandre de la Grange. Sie hatten sich gut miteinander verstanden.┬ź Er tippte sich an die Schulter, als sei er Davards Spiegelbild, und ber├╝hrte die Stelle, wo Davards Narbe lag. Dann ging er wieder einen Schritt zur├╝ck.

Davard von Hohenfelde
Anwolf und Osmund verlie├čen den Raum und machten sich auf den Weg zu Linhard. Dave schaute ihnen kurz nach, als Ciel ihn zur Seite zog und ihm offenbarte, wer der Mann dort hinten war und was sie verband. ┬╗Ich verstehe, dass wird auch so bleiben. Er wird sich ├╝ber die Gefangene freuen┬ź, schmunzelte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Da bin ich sicher. Notfalls bringen Sie die Frau in Einzelteilen hier her. Es schert mich nicht, ob sie dabei noch lebt oder nicht. Wichtig ist nur, dass sie niemanden mehr verletzen kann und dass dem Volk gezeigt wird, dass man f├╝r es da ist und kein Verbrechen unges├╝hnt bleibt.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Das sehe ich genauso. Meine Scholle soll frei sein von solchen Bestien. Das mag utopisch sein, aber alles f├Ąngt mit einem Traum an. Und das ist meiner. Sie werden den Bausatz bekommen, dass schw├Âre ich Ihnen┬ź, sagte Dave leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn Ihnen das gelingt - dann gebe ich ihnen mein Wort, dass Ihr Onkel nicht l├Ąnger als Geist wandeln wird. Wir haben hier einige sehr f├Ąhige Nekromanten. Man wird ihn kaum von einem Lebenden unterscheiden k├Ânnen.┬ź Ciel blinzelte freundlich.

Davard von Hohenfelde
┬╗Das ist ein Wort Hoheit. Aber sagen Sie dies Ihrem Schwager, es wird ihn freuen und ihn sehr umg├Ąnglich und zug├Ąnglich machen. Ich f├╝r meinen Teil, erledige diese Frau auch so. Sie boten mir etwas an, das kaum je einer tat - Schutz. Ich ben├Âtige keinen mehr, mein Kind schon. Sie soll es besser haben als ich. Das w├╝nscht sich jeder geistig gesunde Vater. Betrachten Sie mich schon als unterwegs┬ź, grinste Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich w├╝nsche Ihnen und uns allen viel Erfolg auf Ihrer Mission. Ich werde es Linhard ausrichten. ich muss Sie nun bitten, zu gehen. Wir haben noch einige Dinge mit Wolfram zu besprechen.┬ź

Davard von Hohenfelde
┬╗Vielen Dank und Ihnen ebenso alles Gute. Wir h├Âren voneinander┬ź, sagte Dave und verlie├č den Raum um sich auf den Weg nach Naridien zu machen. Er hatte einiges zu kl├Ąren, Puschel einzupacken und ein Monster zu k├Âpfen. Wobei er w├╝rde sie dingfest machen, Puschel war der Henker und er war sehr gut.
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Die Offenbarung Verrills

#19

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 29. Apr 2018, 01:27

Ciel Felicien de Souvagne
Nach dem Gespr├Ąch mit den Magiern der Sippe Hohenfelde suchte Ciel noch einmal seinen Bruder auf. Das ganze hatte zwei Gr├╝nde. Den einen trug er in einer Glasflasche in seiner Kleidung verborgen bei sich. Den anderen als kompliziertes Gedankenkonstrukt in seinem Kopf, das es m├Âglichst pr├Ągnant und wenig verletzend Gregoire offenbaren w├╝rde. Er klopfte an. Ferrau hatte er nicht bei sich, denn diese Sache wollte er mit seinem Bruder allein besprechen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg sa├č gerade auf seinem Sofa und tat das, was er den Tag sonst ├╝ber immer tat, er las ein Buch und a├č Kekse. Als es klopfte verzog er kurz das Gesicht, verfluchte innerlich den fehlenden Zerbino und stand auf. Er klopfte sich die Kr├╝mel von der Hose und ├Âffnete die T├╝r. Als er Ciel erblickte grinste er ├╝ber beide Ohren und umarmte seinen Bruder. ┬╗Ciel, sch├Ân Dich zu sehen. Du musst mir beistehen┬ź, fl├Âtete er gut gelaunt und zog seinen Bruder in sein Quartier. ┬╗Ich ben├Âtige einen neuen vertrauensw├╝rdigen Leibdiener┬ź, erkl├Ąrte er und deutete aufs Sofa wie auf die Kekse.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Also ich werde nicht die Schuld daran tragen, dass ein weiterer Mann in seinen Untergang geschickt wird. Such dir mal sch├Ân selbst einen aus. Bitte einen, der es auch verdient.┬ź Ciel dr├╝ckte seinen Bruder zur├╝ck, etwas k├╝rzer und h├Ąrter als sie es sich die letzten Male angew├Âhnt hatten, und setzte sich zu ihm aufs Sofa. ┬╗Wir m├╝ssen reden.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte ihn kurz erstaunt, setzte sich aber dann zu Ciel dazu und stellte die Keksschale zwischen sie beide. ┬╗Nur zu ich, wor├╝ber m├Âchtest Du reden? Was f├╝r ein Problem hast Du? Nun ich meinte das mit dem Diener aber tats├Ąchlich ernst. Aber Du zuerst, Du bist immerhin zu mir gekommen. Also worum geht es?┬ź, fragte Greg liebevoll und a├č einen Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es geht um uns beide. Wir haben uns einen z├Ąrtlichen Umgang miteinander geg├Ânnt. Ich habe das genossen, aber ich bin noch einmal in mich gegangen. Die Sache mit dem Schrank, da h├Ątte so nicht geschehen sollen, es war ein Fehler. Es war ein gro├čer Schritt zu weit, vielleicht auch zwei. Jeder von uns ist mit jemandem verlobt. Wir sollten nicht auf diese Weise miteinander umgehen, wie es in den letzten Tagen geschehen ist. Es hat mir gefallen und ich mag dich sehr und ich bleibe bei meiner fr├╝heren Aussage, dass ich um deine Hand angehalten h├Ątte, w├Ąre es nicht anders gekommen. Dennoch war es nicht richtig.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich verstehe, aber was hei├čt das genau? Das wir uns jetzt voneinander v├Âllig fernhalten? Das mit dem Schrank war vielleicht eine Spur zu pikant, aber wie h├Ątte ich es Dir sonst beibringen sollen? Sind wir ehrlich, Du h├Ąttest den Vorschlag auch ablehnen k├Ânnen. Du ist darauf eingegangen und ich habe ihn unterbreitet. Die Schuld daran tragen wir dann beide. Aber ich habe es nicht getan um Dir zu schaden oder Dich blo├čzustellen. Wie kannst Du sowas von mir denken? Du bedeutest mir sehr viel und es w├╝rde mir ehrlich gesagt wehtun, wenn wir von nun an getrennte Leute sind. Ich wei├č nicht was in letzter Zeit los ist, aber wir standen schon zweimal davor, absolut getrennter Wege zu gehen. Einmal wir drei - Du und Dreux auf der einen Seite ich auf der anderen. Und nun wir beide. Ich wei├č nicht wo Dein Problem wirklich liegt oder das von Euch beiden. Ich verstehe warum Ihr beiden Euch auch besser versteht, Ihr seid Euch n├Ąher, Ihr habt ├Ąhnliche Interessen, Gedanken und Ihr handelt auch ├Ąhnlich. Aber dennoch hatten wir uns gut verstanden, als wir gemeinsam ├╝ber die Aufnahme der neuen Marquis verhandelt haben. Eigentlich haben wir uns immer gut verstanden, auch wenn wir nicht aufeinander geklebt haben. M├Âglicherweise ist auch das die L├Âsung, wir verstehen uns nur mit einem gewissen Abstand. Meine N├Ąhe scheint manche zu verwirren scheint mir. Und wie ich sagte, ich h├Ątte den Antrag angenommen. Du h├Ąttest ihn aber nicht grundlos gestellt. Von daher, ich m├Âchte weder Dir noch Dreux etwas. Falls Ihr eine klare Grenze w├╝nscht, ziehen wir sie. Aber sie sollte dennoch so gehalten sein, dass wir beide gemeinsam arbeiten k├Ânnen als Furisto und auch so, dass ich mit Dreux arbeiten kann. Falls Ihr das nicht f├╝r m├Âglich haltet, solltet Ihr mir das endlich einmal offen sagen. Es ist ja nicht so, dass ich mich darum geschlagen h├Ątte. Es wurde ├╝berreicht, aber nicht um Euch damit zu ├Ąrgern, sondern damit niemand von uns benachteiligt wird┬ź, antwortete Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ganz langsam, Greg. Lassen wir die Regierungsgesch├Ąfte bitte au├čen vor, du solltest wissen, dass man mit mir immer vern├╝nftig reden kann, was diese Dinge angeht. Auch im gr├Â├čten Streit wirst du mit mir organisatorische Dinge normal und sachlich besprechen k├Ânnen. Getrennte Wege habe ich nicht vorgeschlagen und schon gar keine ... absolut getrennten Wege! Wir sollten nur eine Grenze ziehen zwischen br├╝derlichem Umgang und dem intimen Umgang, wie wir sie mit unseren Eheleuten pflegen werden. Und mit Dreaux hat das nichts zu tun. Es geht nur um uns beide. Und zwar als Privatpersonen. Die Frage ist - wo ziehen wir diese Grenzen? Dar├╝ber m├╝ssen wir reden.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Gut, dass beruhigt mich zu h├Âren. Ich hatte nicht vor einen von Euch zu verlieren, aber es st├Ąnde auch nicht in meiner Macht es zu verhindern. Das ist Amtsgesch├Ąfte nicht betroffen sind, ist angenehm zu h├Âren. Von Freude kann keine Rede sein, sollten wir uns derma├čen verstreiten, dass wir nur noch so kommunizieren und zwar dienstlich. Also als Privatperson... wir waren uns sehr nahe, aber wir waren nicht intim. Wir waren etwas daszwischen w├╝rde ich sagen. Ich hatte gehofft, dass wir uns wie gute Freunde auch in Neu-Souvagne beistehen - Br├╝der und Freunde schlie├čt sich nicht aus. Deine Frau bleibt Deine Frau, wie mein Mann mein Mann bleibt Ciel. Benenne Du mir Deine Wunschgrenze, ich sage Dir was ich davon halte. Freundlich selbstverst├Ąndlich. Aber ich sage Dir auch, dass mich das Gespr├Ąch gerade ziemlich verunsichert und ich Angst habe┬ź, gestand Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wovor hast du Angst? Vor dem selben, wie ich - dass wir uns verlieren? Das werden wir nicht, Greg. Das werde ich nicht zulassen. Wir haben nicht miteinander intim gehandelt, aber du hast dich mir intim gezeigt, indem du mich hast zuschauen lassen. Und ich habe den Fehler gemacht, das Angebot anzunehmen. Woraufhin ich intim f├╝r dich zu empfinden begann. Sehr ... intim. Ich habe deswegen mein Gel├╝bde gebrochen. Ich habe mich zu wenig im Griff bei dir. Ich wei├č nicht, wo wir die Grenze ziehen sollten. Weil mein Herz sich nach k├Ârperlicher N├Ąhe zu dir sehnt. Mein Verstand sagt, dass nicht mehr als eine Umarmung drin sein sollte oder vielleicht Seite an Seite liegen. Vielleicht ist das aber auch schon zu viel.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nun da wir beide uns nicht verlieren wollen und davor Angst haben, sollten wir genau das Verhindern als es planen findest Du nicht? ├ťberlege ganz genau was Du an mir attraktiv findest. ├ťberlege und sprich es aus, dann helfe ich Dir zu verstehen┬ź, sagte Greg und nahm Ciels Hand. Er strich mit dessen Hand ├╝ber sein eigenes Gesicht. ┬╗Schau mir so genau an wie nur m├Âgich und sag mir was Du siehst... sag es mir...┬ź, bat Greg fl├╝sternd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dass immer alle denken, es w├Ąre das Aussehen┬ź, sagte Ciel, legte seine Hand an Gregoires Wange und streichelte sie mit dem Daumen. ┬╗Ich habe euch hundert Mal schon erkl├Ąrt, dass ich anders bin. Man k├Ânnte sagen, es l├Ąge an deinem sch├Ânen Gesicht, an deinen geschmeidigen Bewegungen. Aber das ist es nicht, auch wenn ich diese Sch├Ânheit durchaus sehe. Sie ist nicht das, was mich so anzieht. Es ist, glaube ich, deine Art. Du bist wie ein Sonnentau, der s├╝├čen Nektar verspricht und dann bleibt man kleben und wird verdaut. Je n├Ąher ich dir bin, umso intensiver sp├╝re ich es. Vielleicht ist es auch das Haarwasser, was Zerbino f├╝r dich benutzt hat, vielleicht ist ein pflanzliches Aphrodisiakum drin. Es gibt viele Pflanzen, die diese Wirkung haben.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Es ist viel einfacher als das, und gleichzeitig so kompliziert dass Du ein St├╝ck selbst drauf kommen sollst. Fange ich anders an. Zuerst danke f├╝r das Kompliment dass Du mich attraktiv findet. Beschreibe mich. Was f├╝r eine Person sitzt vor Dir. Dann wirst Du es ehr verstehen. Ich verdaue Dich nicht Ciel, garantiert nicht┬ź, sagte Greg sanft und dr├╝ckte seine Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch, du verdaust mich. Vielleicht nicht mit Absicht. Aber ich sp├╝re, wie mir die Kontrolle entgleitet, wenn wir uns nahe sind. Gut, ich werde versuchen, dich zu beschreiben. Ich sehe vor mir einen jungen Menschen. Gepflegt und in seiner Art sehr wandelbar. Von einer s├╝├čen Lockfalle kannst du eiskalt werden, ohne ├ťbergang. Und wieder zur├╝ck. Du wirkst zerbrechlich wie Porzellan und wenn es zu springen droht, gehst du auf Abwehr. Ja, eine Porzellanpuppe. Ich m├Âchte dich gern besch├╝tzen und beh├╝ten, auch wenn du gut auf dich selbst aufpassen kannst. Dein Aussehen und deine zeitweise Unsicherheit lassen anderes vermuten, sie sprechen den Besch├╝tzer in mir an. Den inneren H├╝tehund, von dem wir einst sprachen. Als ich ├╝ber unsere m├Âgliche Hochzeitsnacht nachdachte, stellte ich mir die Rollenverteilung entsprechend vor. Ich m├Âchte gern stark f├╝r dich sein und f├╝r dich sorgen. Dir die Sicherheit bieten, die dir fehlt. Das ist, was ich in dir sehe.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das ber├╝hrt mich tief was Du sagst, denn ich kann nur bis zu einem gewissen Grad auf mich selbst aufpassen da ich stets genau abw├Ągen muss, wem ich tats├Ąchlich zu 100 Prozent vertrauen kann. Ich m├Âchte Dir 100 prozentig vertrauen. Du h├Ąttest jene Wahl getroffen, die ich auch getroffen h├Ątte und ich habe nichts dagegen von Dir beh├╝tet zu werden. Oder auch korrigiert zu werden. Meine Unsicherheit ist Angst. Ich werde niemals so stark sein wie Du, Dreux oder gar Lin. Und gleichg├╝ltig was ich tue, mir wird immer etwas fehlen und dennoch verf├╝ge ich ├╝ber mehr. Du siehst absolut klar Ciel, aber begreifst nicht was Du siehst. Du siehst einen jungen Menschen... richtig. Die Wortwahl gef├Ąllt mir... Du siehst also keinen jungen Mann...?┬ź, fragte Greg mit einem liebevollen Schmunzeln.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein. Einen Menschen. Das ist, was ich stets zuerst sehe, bei allen und dann erst ├╝berpr├╝fe, ob eine Zuordnung angebracht ist. Das ist nicht immer einfach und auch nicht jedes Mal sinnvoll. Ich kenne gen├╝gend Menschen, welche die gel├Ąufigen Definitionen sprengen. Bei dir w├╝rde ich keine Zuordnung treffen wollen und warum sollte ich das auch. Du bist du, v├Âllig egal, was du zwischen den Beinen hast. Ich nenne dich meinen Bruder, weil du selbst dich so nennst. Und w├╝rdest du ab morgen Kleider tragen und darauf bestehen, dass ich Schwester zu dir sage, dann w├Ąre das so. Nathan hatte mal so eine Phase, wo er so was ausprobiert hat. Ehrlich gesagt fand ich es sogar ganz interessant.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du kannst beides zu mir sagen, wenn Du m├Âchtest. Beides trifft zu - ich bin so gesehen ein vollkommener Mensch┬ź, lachte Greg leise. ┬╗Und dennoch wissen es nur wenige. Du nun eingeschlossen. Vater, Benito, Zerbino und Linhard. Und nun Du. Verstehst Du nun warum ich so uns├Ąglich auf Zerbinos lose Zunge reagierte?┬ź, fragte Greg leise. ┬╗Es ist das was Dich anspricht, dass was Du nicht bewusst wahrgenommen aber unterschwellig gef├╝hlt hast - die andere Seite von mir, die Frau┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte etwas den Kopf zur Seite und betrachtete Gregoires Gesicht intensiver als je zuvor. Es war so androgyn, wie ein Gesicht nur sein konnte. Er versuchte, ihn sich mit anderer Frisur und einem Kleid vorzustellen. Die zarte Statur, sie wirkte nun in einem anderen Licht auf ihn. ┬╗Du bist zweigeschlechtlich? Dann bist du wahrlich vollkommen. Die G├Âtter lieben dich. Und ich liebe dich auch.┬ź Ciel k├╝sste Gregoire und er k├╝sste ihn nun nicht mehr, wie er seinen Bruder k├╝ssen w├╝rde, sondern wie er Olivie gek├╝sst hatte. Sanfter und langsamer. Dabei sog er mit der Nase den s├╝├čen Duft ein, der Gregoire umwehte und der kein Haarwasser war. Als er ihre Lippen wieder l├Âste, zog er Gregoire in seinen Arm und dr├╝ckte ihn gro├čfl├Ąchig an sich. ┬╗Wie soll ich dich nennen? Hast du auch einen Frauennamen? Was ist dir lieber?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg erwiderte den Kuss ebenso leidenschaftlich wie sanft. Er dr├╝ckte sich in Ciels Arm und genoss die Umarmung die seiner kompletten Seele galt, nicht nur einem Bruchst├╝ck davon. ┬╗Ja, dass bin ich. Neutral aussehend, ehr m├Ąnnlich neutral, keine Busen, keine ausgepr├Ągte H├╝fte, wie sagte Lin? Wie eine Viper? Aber trotzdem komplett m├Ąnnlich und komplett weiblich. Nichts davon ist missgestaltet. M├Âchtest Du ┬╗mich┬ź sehen? Verrill wenn Du mich komplett meinst. Verrill ist neutral. Vater hat drei S├Âhne und zwei T├Âchter und Du h├Ąttest beide heiraten wollen┬ź, fl├╝sterte Verrill Ciel liebevoll ins Ohr. ┬╗Dein Schutz nehme ich gerne an Hirtenhund. Es ist ein sehr gro├čes Kompliment von zwei Personen so geachtet und geliebt zu werden. Deine Reaktion darauf freut mich sehr, sie ist ungew├Âhnlich wie von ihm. Seltsam, ich scheine von ziemlich guten Seelen umgeben zu sein. Dass muss so sein, schlie├člich genoss ich immer Vaters und Euren Schutz. Also m├Âchtest Du mich sehen?┬ź, fragte Verrill und schmiegte sich an Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn ich darf ... sehr gern. Du wirst fortan Verrill f├╝r mich sein, bis du mir einen anderen Wunsch nennst. So ungew├Âhnlich ist meine Reaktion doch wohl nicht, oder hast du Ablehnung erfahren? Ainuwar selbst ist weder m├Ąnnlich noch weiblich noch zwittrig noch anderes. Das hat seinen Grund. Er gibt keinem Geschlecht den Vorzug. Wir alle sind, was wir sind und alles hat seine Richtigkeit. Nur Dummk├Âpfe glauben daran, dass es nur schwarz und wei├č gibt. Unsere Welt ist bunt und zwischen Tag und Nacht liegt in den herrlichsten Farben die D├Ąmmerung. Ich werde dein Vertrauen nicht entt├Ąuschen, Verrill. Und ich werde dich sch├╝tzen mit allem, was mir zur Verf├╝gung steht.┬ź
Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein aber Vater sagte, Menschen t├Âten meist das, was sie nicht verstehen oder f├╝rchten. Und nur wenige sind weitsichtig genug, einen zweiten Blick auf etwas zu werfen. Vater erkl├Ąrte mir als Kind, dass sich die Natur niemals irrt, sie ist alles. Ainuwar selbst ist die Natur, nur der Mensch muss Dingen einen Namen geben und sie in eine Schublade stecken k├Ânnen. Und dies nur damit er etwas begreift. Die Welt sagt es gibt M├Ąnner und Frauen. Die Natur sagt etwas anderes. Du kannst die Existenz von Wesen wie mir leugnen, aber dennoch sind wir da. Du k├Ânntest dann auch die Existenz des Meeres leugnen, es war schon immer da und wird noch nach uns sein. Von Angebinn bis zum Ende der Zeit. Vater sagte, die Menschen suchen stehts den fehlenden Teil. Der Mann die Frau, die Frau denn Mann und manche suchen sich einen gleichen Part - jeder sucht sich das fehlende Seelenst├╝ck. Ich habe keinen Zwang zu suchen, denn Ainuwar erschuf mich vollkommen - als geschlossener Kreis. Ich sehe beide Seiten, ich agiere als beide Seiten. Manche finden es anziehend, manche finden mein Verhalten manchmal abschreckend. Ich verstehe Dinge die andere nicht verstehen und verstehe manches nicht, was ihr versteht. Und aus diesem Grund schweige ich. Andere k├Ânnten Angst empfinden, oder Neid, vielleicht auch Abscheu oder Ekel. Aber ich bin so real wie Du und genauso ein Mensch wie Du - denn das bin ich - ein Mensch. Vater sagt, es sind nur zwei Dinge f├╝r ihn wichtig, ich bin gesund, ich bin sein Kind - der Rest ist wie er ist und er liebt mich genau so wie ich bin. Und er sagte es h├Ątte einen Grund warum Ainwuar so w├Ąhlte. Ich sollte f├╝r Dreux und Dich ein Blick auf das Ganze werfen, irgendwann - nun vielleicht ist jetzt irgendwann. Aber Du darfst zuerst einen Blick auf mich werfen. Ich nehme Dein Geschenk des Schutzes an, daf├╝r schenke ich Dir meine Weitsicht┬ź, erkl├Ąrte Verrill und zog sich komplett aus. ┬╗Schau mich an, dass bin ich┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Verrill vom Gesicht angefangen. Er lie├č sich Zeit, seinen Blick ruhen zu lassen, ehe er ihn langsam St├╝ckweit senkte. Er betrachtete Verrills Schultern, die entweder die eines zierlichen Mannes oder einer kr├Ąftigen Frau sein k├Ânnten, oder eben die dieses vollkommenen Wesens. Er schaute sich die schlanken, aber drahtigen Arme an, nahm eine Hand und strich ├╝ber die Finger, legte ihre Handfl├Ąchen aneinander und Verglich ihre H├Ąnde. Verrills waren schlanker und etwas kleiner, aber nicht so zierlich wie die von Olivie. Ciel besah sich die flache Brust. ┬╗Darf ich deine Brust anfassen?┬ź, fragte er leise.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja darfst Du, ich besitze keinen weiblichen Busen. Nur zu, fass mich an und lerne mich neu kennen, wenn Du so m├Âchtest┬ź, lud Verrill Ciel ein.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel strich ├╝ber die weiche, haarlose Haut und ├╝ber die rosigen Brustwarzen. Sie waren vielleicht etwas gr├Â├čer als die bei einem Mann. Ciel ber├╝hrte ihn nur erkundend, nicht liebkosend, doch er war dabei sanft. Er sp├╝rte die Brustmuskeln, jetzt weich und entspannt, darunter die Rippen. Er l├Âste seine H├Ąnde wieder und besah sich Verrills Bauch und die schmalen H├╝ften. Dann kniete er langsam vor ihm nieder, um sich seine Geschlechtsorgane zu betrachten. Auf den ersten Blick sah Verrill zwischen den Beinen aus wie ein Mann, der eher kleine Hoden hatte. ┬╗Darf ich den weiblichen Teil sehen?┬ź, fragte Ciel. Dieser Teil war vermutlich unter dem Penis verborgen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill lie├č sich widerstandslos von Ciel erkunden. Er hatte ihn dazu eingeladen, aber auch so h├Ątte er sich nicht gestr├Ąubt, da Ciel unsagbar liebevoll und respektvoll mit ihm umging. Es lag kein Begehren in der Ber├╝hrung, sondern behutsame Neugier die Verrill keine Angst machte, sondern ihm gut tat. Es schmeichelte ihm, wie vorsichtig Ciel war. Er war nicht nur k├Ârperlich zerbrechlich, sondern dieses Geheimnis zu offenbaren, bedeutete seine seelische Zerbrechlichkeit in Ciels H├Ąnde zu legen. Prozelan war ein guter Vergleich von seinem Bruder. Er h├Ątte es zerschlagen k├Ânnen. Aber Ciel packte es vorsichtig in Watte wie zu einer weiten Reise, damit nichts besch├Ądigt wurde. Verrill legte ihm eine Hand auf den Kopf und strich Ciel ├╝ber die Haare. ┬╗Ja das darfst Du Ciel┬ź, sagte er schlicht. Das was er tats├Ąchlich sagen wollte, dieses unaussprechliche Danke, dies lag in der liebevollen Ber├╝hrung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte erwartet, dass Verrill selbst den Penis zur Seite nehmen w├╝rde, doch er machte keine Anstalten. Also strich Ciel ihn beiseite. Er sp├╝rte eine leichte Feuchte, da er dabei ├╝ber die ├ľffnung gefahren war, die sich ihm nun zeigte. Ciel besah sich, wie perfekt alles ineinander ├╝berging. Wer hierin keine g├Âttliche Absicht sah, sondern eine Missgestaltung, war blind. Dies war das gr├Â├čtm├Âgliche Ma├č an Vollkommenheit. Die Schamlippen waren zu Hoden verdickt und anstelle der Klitoris befand sich der Penis. Dazwischen lag, sicher eingebettet, die ├ľffnung. Ciel begab sich wieder auf Kopfh├Âhe. Er konnte nicht anders, als Verrill noch einmal zu k├╝ssen. ┬╗Du siehst wundersch├Ân aus. Danke, dass ich dich betrachten durfte und dass du mir meine verborgene Schwester gezeigt hast, Verill. Wei├čt du, ob du ein Kind bekommen kannst?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill erwiderte den Kuss und umarmte Ciel um den Hals. ┬╗Ich kann, aber das w├╝rde mich in Lebensgefahr bringen, ich bin ziemlich schmal gebaut und es m├╝sste schlie├člich auch hinaus kommen k├Ânnen. Vermutlich, sollte ich jemals ein Kind austragen, m├╝sste es geholt werden. Aber um Deine Frage zu beantworten, ja ich kann Kinder zeugen und empfangen. Benito hat es uns gesagt, er hat mich eingehend untersucht. Sogar per Magie und er kam stets zu diesem Ergebnis. Also bei manchen Spielchen muss ich deshalb schon aufpassen, damit nicht passiert was nicht passieren soll┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Geholt werden? Du meinst, durch die Bauchdecke? Das kann dich t├Âten! Benito ist sehr gut, aber ich wei├č nicht, ob er so gut ist. Bitte passt auf dich auf. Ich muss dich noch etwas fragen. Wir haben immer als Er von dir gesprochen. M├Âchtest du das im privaten Umfeld beibehalten? In der ├ľffentlichkeit vermutlich ja, dort trittst du ja als Mann auf. Aber wie m├Âchtest du es h├Âren, wenn wir unter uns sind und nur Menschen anwesend sind, die davon wissen, wer du wirklich bist und wir untereinander von dir sprechen? Er, sie, oder es? Wobei ich nicht wei├č, ob du Letzteres als abwertend empfinden w├╝rdest.┬ź Er musste an Alexandre denken.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich bin immer ein Er - Er - der Mensch oder auch Er - der Zwitter wenn Du es so bezeichnen m├Âchtest. Er ist f├╝r mich keine Geschlechtsbezeichnung, sondern es bezeichnet mich. Ansonten bin ich einfach ich. Die eine Seite erlaubt es mir zu k├Ąmpfen. Die andere Seite, so seltsam das klingt, schenkt mir manchmal absolute Gnadenlosigkeit. Vielleicht weil sie nur mit Schnelligkeit und eben jener Gnadenlosigkeit die fehlende Kraft wett machen kann. Aber wir leben ja nicht nur ausschlie├člich f├╝r die Wehrhaftigkeit oder den Kampf. Sondern vor allem f├╝r die Zuneigung und Liebe. Ich liebe Personen auf sehr tiefe Art und Weise und von jenen von denen ich mich besch├╝tzt f├╝hle, f├╝hle ich mich besonders angezogen. F├╝r mich hat Geborgenheit eine doppelte Bedeutung. Drum verstehe ich mich mit Dir oder mit Lin. Verstehst Du es nun was uns verband ohne dass Du es wusstest?┬ź, fragte Verrill. ┬╗Ja so meinte er es. Man w├╝rde es aus meinem K├Ârper schneiden und mich dann heilen m├╝ssen. Falls ich es ├╝berstehe. Ich m├Âchte Dich etwas wegen Zerbino fragen, aber bitte verstehe das nicht falsch. Wirst Du mir sein Schweigen versichern? Verstehst Du nun, warum Lin ihn so zum Schweigen bringen wollte? Er hatte Angst um mich. Also wirst Du ihn - wie auch immer, davon abhalten zu sprechen?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, ich verstehe nun. Ich vermute, es ist nicht einmal nur die weibliche Seite, nicht einmal vorrangig. Es ist die Tatsache, dass du beides verbindest. Du bist ein g├Âttliches Wesen, Verrill, so wie Nathan, nur auf andere Weise. Du bist die Vollkommenheit. Er ist die Unschuld und die Reinheit. Ainuwar hat Euch nicht umsonst zu mir gesandt. Wir werden, ich muss ... vieles. Zuerst werde ich Nathan meine Vergebung aussprechen. Wir sollten nicht getrennt sein, nicht auf diese Weise. R├Ąumlich - vielleicht. Aber nicht seelisch. Er muss wieder seine Wirksamkeit entfalten k├Ânnen. So wie du deine Wirksamkeit als Vermittler wahrnimmst zwischen Dreaux, Olivie und mir. Ich werde ... alles zu seiner Zeit. Nacheinander. Ich bin dagegen, dass du dich versteckst. Warum? Wozu? Es gibt andere wie dich. Sie sollen kein Leben im Verborgenen f├╝hren oder Angst um ihr Leben haben m├╝ssen. Wir werden es offiziell machen, wer und was du bist und euch den Status zuerkennen, der euch zusteht - Boten Ainuwars. Seine Diplomaten, gesandt, die Kluft zwischen den Geschlechtern zu ├╝berwinden. Wer euch beleidigt, ist der Gottesl├Ąsterung schuldig. Wer Euch etwas antut, wird k├╝nftig nicht nur f├╝r K├Ârperverletzung bestraft, sondern auch f├╝r die Sch├Ąndung von Sakramenten. Die Strafen werden doppelt und dreifach so brachial ausfallen und das zu Recht.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Von dieser Seite aus habe ich es nie gesehen, dass ich es ├Âffentlich sagen sollte. Einerseits ist der Gedanke sch├Ân, befreiend und gleichzeitig gewaltig be├Ąngstigend. Tja w├╝rde man uns als Phanteon sehen, dann ist Nathan tats├Ąchlich die Unschuld und ich bin die Vollkommenheit. Ich habe nie ein anderes Wesen wie mich getroffen, dass h├Ątte ich schon gerne. Ich wei├č dass es sie gibt, Benito sagte es. Aber er sagte Wesen die tats├Ąchlich so sind wie ich, also in dieser Auspr├Ągung w├Ąren extrem selten. Darum halten die meisten sie f├╝r Mythen. In einigen alten Kulturen hat man sie verehrt, in anderen hat man sie erschlagen aus Angst. ├ähnlich wie einem Albino. Sie haben auch etwas erhabenes an sich und zeitgleich f├╝rchtet sich jeder vor ihnen. Fr├╝her als Kind hatte ich mir vorgenommen im Tempel des Ainuwar zu dienen, in der Hoffnung er sagt mir warum ich so wurde wie ich bin. Vater sagte, dass ich bin - das ist schon die Antwort. Das hat mich beruhigt. Du sagst was ├Ąhnliches und das freut mich. Nun wie ich Dir sagte, Du solltest Nathan vergeben. Vergib ihm daf├╝r dass er liebt und zwar in absoluter Unschuld und so ehrlich wie nur er es kann. Und wir werden gemeinsam daf├╝r sorgen, dass Souvagne das Land bleibt was wir lieben und zeitgleich noch mehr das wird, was wir uns w├╝nschen. Das ist kein Paradoxon - w├╝rde Paps jetzt sagen┬ź, grinste Verrill und zog sich wieder an. ┬╗Vielleicht sollten wir uns nur einen Namen f├╝r das ├╝berlegen was ich bin. Denn die Bezeichnung klingt widerw├Ąrtig┬ź, ├╝berlegte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte sich ganz fest bei Verrill eingeschmiegt. Verrill konnte sp├╝ren, dass er weinte. Es war keine Trauer, sondern tiefste Ergriffenheit. Es war die gr├Â├čte Offenbarung Ainuwars f├╝r ihn, seit er Nathan und Alexandre getroffen hatte. ┬╗Der dritte Schleier ist gefallen┬ź, sagte Ciel erstickt und l├Ąchelte, w├Ąhrend er weinte. ┬╗Es wird weh tun. Aber nun sehe ich endlich den Weg. Ich habe so lange gebetet und geblutet. Ich werde noch viel mehr bluten. Ich wei├č nun, wof├╝r. Danke. Danke, dass du bist! Ja, wir brauchen einen Namen, der deiner w├╝rdig ist. Doch nicht jetzt. Lassen wir ihn in Ruhe erwachsen. Du hast keine Vorstellung, wie ich mich gerade f├╝hle. Endlich sehe ich klar, endlich verstehe ich. Du h├Ąttest dich viel eher schon offenbaren sollen! Niemand wird euch mehr erschlagen. Niemand wird es mehr wagen und niemand wird es mehr wollen. Daf├╝r sorge ich, ob du dich nun selbst als einer von euch zu erkennen geben wirst oder nicht.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill dr├╝ckte Ciel an sich und hielt ihn. Er hielt ihn wie eine beh├╝tende Mutter, eine liebende Schwester und ein verteidigender Bruder. ┬╗Was ist der dritte Schleier Ciel?┬ź, fragte er innig und k├╝sste Ciel auf den Kopf. ┬╗Es gibt Legenden - uralt, von Portalen ebenso alt und vergessen - die nur zeitgleich von einem Mann und einer Frau ge├Âffnet werden k├Ânnen. In absoluter Harmonie und Symbiose - so zeitgleich das es keinem sterblichen Paar jemals gelungen sein soll, jenes Portal zu ├Âffnen. Beim Lesen der Legende musste ich schmunzeln - ich h├Ątte es allein tun k├Ânnen, ich h├Ątte es ge├Âffnet. Nur was dahinter liegt, dass stand dort leider nicht. Aber darum ging es mir auch nicht, ich h├Ątte es vielleicht auch nicht getan, w├╝rde ich es jemals finden. Allein dass ich es gekonnt h├Ątte, wenn ich gewollt h├Ątte - hat mich mit gro├čer Freude erf├╝llt. Verrate mir die Bedeutung des dritten Schleiers und die Bedeutung Ainuwars f├╝r Dich Ciel┬ź, fl├╝sterte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte die Umarmung und er konnte eine Weile nicht antworten, weil er in Trance geraten war. Es dauerte bestimmt eine halbe Stunde, ehe der Rausch so weit abgeklungen war, dass er wieder Worte formulieren konnte. Dieser Rausch war unbeschreiblich. Tiefe W├Ąrme und Verbundenheit erf├╝llten Ciel und das Gef├╝hl, eins mit Asamura, Ainuwar und dem Abgrund zu sein, der nun keinerlei Schrecken mehr in sich barg. ┬╗Ja, solche Portale gibt es. Man sagt, sie sind oft getarnt als Burgen. Manchmal bewacht durch H├╝ter. Ich werde Alexandre darauf ansprechen. Er wei├č sicher Rat!┬ź Ciel setzte sich auf und sein Gesicht gl├╝hte wie von Fieber, seine Augen waren glasig. ┬╗Die Schleier liegen auf dem Weg zur Wahrheit. Ich wei├č nicht, wie viele es sind. Doch man sagt, am Ende steht die G├Âttlichkeit. Bisher hat erst ein Mensch es geschafft, alle Schleier zu l├╝ften und dieser Mensch ist Rakshor, der sich den Weg gewaltsam und durch Lug und Betrug erstritt. Er wird gef├╝rchtet, doch ich w├╝rde mich zu gern einmal mit ihm unterhalten und sehen, wie g├Âttlich er wirklich ist. Und ob man nicht von ihm lernen kann. Was Ainuwar f├╝r mich ist? Ainuwar ist alles und nichts. Er ist das Leben, er ist der Tod - er ist das Sein. Alles ist Ainuwar - sogar wir. Ainuwar kann sich in Gestalt manifestieren, sagt man, damit wir ihn verstehen - doch er ist nicht darauf angewiesen. Er ist der Ursprung und das Ende. Und unsere Aufgabe ist es, in unserem Leben m├Âglichst viele Schleier zu l├╝ften, um ihn m├Âglichst nahe zu kommen. Ich wei├č nun, wie ich den vierten L├╝fte! Aber wie gehabt - alles zu seiner Zeit. Es ist zu fr├╝h. Als erstes werde ich mich mit Nathan vers├Âhnen. Und danach sehr viele Menschen vor den Kopf sto├čen gehen.┬ź
Gregoire Verrill de Souvagne Heute, 01:04
┬╗Das stimmt so steht es geschrieben, er kann die Form einer Person annehmen, meist in dunkler Robe geh├╝llt. Vielleicht solltest Du einmal zu Rakshor beten. Ein Gebet ist nicht anders als ein einseitiges Gespr├Ąch. Vielleicht antwortet er Dir doch. Falls Du Hilfe ben├Âtigst, ich bin f├╝r Dich ja, jederzeit. Und im Leute vor dem Kopf sto├čen, habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ich hoffe mein Gest├Ąndnis hat Dich nicht zu sehr aus der Bahn geworfen. Ich w├╝nsche Dir und Nathan alles Gute Ciel. Er hat stets nur Dein Bestes gewollt. Und in seiner Liebe lag kein Betrug zu Dir. Es war vermutlich einfach die Sehnsucht nach Leben, mit all seiner Geborgenheit und Liebe die dazugeh├Ârt. Sieh es einmal von der Seite. Er h├Ątte Dir niemals wissentlich geschadet. So ist Nathan nicht. Er hat einen hochanst├Ąndigen Charakter. Dass musst Du ihm zugestehen, denn so ist es. Charakter Ciel hat man, oder man hat ihn nicht. Wissen kann man sich aneignen, aber Charakter leider nicht. Darum freut es mich, dass Du Dich mit Nathan vers├Âhnst. Und einen solchen Nathan suche ich auch f├╝r mich. Kurzum eine Vertrauensperson. Vielleicht sollte ich mal eine Zofe testen┬ź, lachte Greg leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde mit Alexandre ├╝ber alles sprechen. Man kann ihn fragen, was man will, er wei├č alles. Er ist der kl├╝gste Mensch, den ich kenne. Aus der Bahn geworfen? Du hast daf├╝r gesorgt, dass ich SEHE, Verrill!┬ź Ciel k├╝sste ihn auf die Stirn. ┬╗Danke, Schwesterchen. Danke f├╝r alles. Du hast heil gemacht, was fast zerbrochen w├Ąre. Probiere ruhig eine Zofe aus, wenn du dich damit gut f├╝hlst, aber dann solltest du nicht z├Âgern, die Wahrheit zu offenbaren. Als Mann macht man sich mit einer Zofe ziemlich l├Ącherlich.┬ź Er stand auf und taumelte kurz.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill packte Ciel am Arm und hielt ihn fest. ┬╗Ich k├Ânnte behaupten es w├Ąre die Zofe meines Mannes. Ein kleiner Scherz. Soll ich Dich nach Hause begleiten? Es freut mich dass ich Dir den Weg zeigen konnte. Ich h├Ątte wie gesagt nicht ertragen Dich zu verlieren. Keinen von Euch. Komm ich bringe Dich Heim. Nun ein alter gediegener Leibdiener w├Ąre auch nicht schlecht. Ich hake Dich unter. Oder m├Âchtest Du zu Benito?┬ź, fragte Verrill besorgt und f├╝hrte Ciel aus seinem Quartier.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste einen Moment ├╝berlegen, wohin er ├╝berhaupt wollte. Dieser Umstand gab ihm zu denken. ┬╗Ich sollte erstmal nach Hause, nach Ferrau und dem Unsympathen sehen.┬ź In Wahrheit w├╝rde er sich erstmal hinlegen. ┬╗Du verlierst mich nicht, Verrill. Souvagnischer Klammeradler - schon vergessen?┬ź Er knuffte ihn und das Knuffen war diesmal br├╝derlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das freut mich zu h├Âren und Du wei├čt auch warum ich Dir ein Nest geschenkt habe. F├╝r Dich und Olvie, keine Panik. Der Unsympath, erkl├Ąre ihm dass er schweigen muss. Klammeradler sind die Besten, dann komm, ab nach Hause mit Dir┬ź, antwortete Greg und knuffte Ciel zur├╝ck. ┬╗Das Abendessen zwischen uns steht noch aus. Ich bin gespannt was Olivie zu berichten hat┬ź, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte und sein L├Ącheln war etwas schmerzlich. ┬╗Das werden wir sehen.┬ź Er k├╝sste Verrill zum Abschied. Ihm fiel auf, dass er eigentlich gekommen war, um eine klare Grenze zu ziehen - stattdessen waren sie inniger verbunden als je zuvor. Und es f├╝hlte sich richtig und gut an. Ciel ging allein den Flur entlang zu seinem Fl├╝gel. Aller paar Schritte taumelte er, ehe er um eine Ecke bog und aus Verrills Blickfeld verschwand.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute seinem Bruder hinterher. Er w├╝rde sich nachher erkundigen, dass er auch gut und sicher angekommen war. Er war froh dass er sich ihm anvertraut hatte - v├Âllig anvertraut, sein Geheimnis wie sich selbst.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Zerbino

#20

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » So 29. Apr 2018, 21:07

Ciel Felicien de Souvagne
Beschwingt riss Ciel die T├╝r auf und betrat sein Wohnzimmer. ┬╗Wo ist Zerbino?┬ź, verlangte er zu wissen und knallte die T├╝r etwas zu schwungvoll zu.

Ferrau
┬╗Herr er ist in meiner Kammer und schl├Ąft. Er war sehr geschafft und sagte er w├╝rde die Welt nicht mehr verstehen┬ź, erkl├Ąrte Ferrau und musterte Ciel. ┬╗Ihr seht gut aus Herr, erholt┬ź, f├╝gte er an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich f├╝hle mich auch gut! Zwischen Verrill und mir ist alles gekl├Ąrt. Nun muss ich noch einige andere Dinge klarstellen und dann meinem Schwager beichten, dass ich seinen Vater in eine Flasche habe sperren lassen. Ferrau, du wartest hier drau├čen, ich muss zuerst was mit Zerbino besprechen.┬ź Er klopfte so laut an der Kammer, in der die beiden Diener wohnten, dass Zerbino aufwachen w├╝rde und trat ein, ohne auf die Aufforderung zu warten. Hinter sich schloss er die T├╝r.

Ferrau
Ferrau nickte gehorsam und machte sich in der Wohnung seines Herrn an seine t├Ągliche Arbeit.

Zerbino
Zerbino schreckte hoch, stand auf und verbeugte sich vor seinem neuen Herrn. ┬╗Verzeiht, ich habe nicht mit Euch gerechnet. Wie kann ich Euch helfen?┬ź, fragte er h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete seinen neuen Leibdiener. Zerbino sah grauenhaft aus, zerknittert und fertig mit der Welt. Etliche Jahre treuer Dienst waren ihm mit einem Rauswurf gedankt worden, den er nur knapp ├╝berlebt hatte. ┬╗Heute ist der Tag, nach dem ich dich fragte - der Tag, an dem du plantest, ganz normal deinen Dienst zu verrichten. Wie f├╝hlst du dich?┬ź

Zerbino
┬╗Grauenhaft - um es mit einem Wort zu beschreiben Herr. Dies liegt aber nicht an Euch, sondern daran, weil mir niemand sagt was geschehen ist. Ich wei├č nicht, weshalb mein Herr mich verbannt hat, warum er mich herausgeworfen hat. Er h├Ątte mir seinen Unmut ruhig sagen k├Ânnen. Versteht mich nicht falsch, er muss es nicht. Aber wie soll man einen Fehler nicht wiederholen, wenn einem niemand etwas sagt?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das dachte ich mir schon. Ich will es dir erkl├Ąren. Mein Bruder hat erfahren, dass du mit Nathan ├╝ber ihn gesprochen hast. Mein Bruder f├╝rchtete, du w├╝rdest wom├Âglich auch andere Dinge breittragen, von denen er nicht will, dass sie publik werden. Kurzum - er wollte daf├╝r sorgen, dass du nie wieder plaudern kannst. Du hast unwahrscheinliches Gl├╝ck gehabt, dass auch ich im selben Moment auf die Idee gekommen war, dich bestrafen zu lassen, um meinem Bruder zu zeigen, wie man sich f├╝hlt, wenn der eigene Leibdiener von anderen zweckentfremdet und misshandelt wird. Der gute Bellamy hatte nun das Problem, dass er von zwei Prinzen zwei unterschiedliche Befehle zu deiner Person erhalten hat - so erfuhr ich, was f├╝r dich angedacht war und lie├č dich zu deiner eigenen Sicherheit hier festsetzen. Ich ging zu meinem Bruder, um mit ihm ├╝ber die Sache zu sprechen und konnte ihn mit H├Ąngen und W├╝rgen davon ├╝berzeugen, dich mir zu schenken, anstatt dich verschwinden zu lassen. Er stellte jedoch eine Bedingung - ich muss gew├Ąhrleisten, dass du ├╝ber jene Dinge schweigst, um deren Geheimhaltung er sich so dringend sorgt.┬ź

Zerbino
Zerbino nickte kreidebleich. ┬╗Herr ich habe Nathan nie etwas von Vertraulichkeit verraten. Ich schw├Âre es Euch und Eurem Bruder. Ich habe geschworen ├╝ber etwas Stillschweigen zu bewahren und diesen Schwur habe ich 17 Jahre Herr Siebzehn lange Jahre nicht eine Sekunde lang gebrochen. Wie kann er so etwas nur von mir denken? Es ist wahr, ich habe mit Nathan gesprochen Herr. Aber dieses Thema war dort nicht Gespr├Ąchsthema. Die Z├╝chtigung Eures Leibdieners war Gespr├Ąchsthema, sonst nichts┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich glaube dir┬ź, sagte Ciel. ┬╗Und selbst falls du diese Informationen an Nathan weitergegeben haben solltest, w├Ąre sie dort sicher. Nathan ist keine Plaudertasche, er versteckt sich und redet am liebsten mit ├╝berhaupt niemandem als seinem Herrn und ein oder zwei anderen Personen. Und er ist sehr diskret. Ich gehe aber davon aus, dass du die Wahrheit sagst. Dennoch m├Âchte mein Bruder dich nicht mehr als Leibdiener haben, sei es nun gerechtfertigt oder nicht. Das Ende vom Lied ist, ich habe dich an der Backe, obwohl wir beide uns nicht m├Âgen und eigentlich Ferrau mein Leibdiener ist, was dich theoretisch mehr oder minder ├╝berfl├╝ssig macht. Was gedenkst du aus dieser Situation zu machen? Hast du mit Ferrau schon dazu sprechen k├Ânnen?┬ź

Zerbino
┬╗Warum k├Ânnt Ihr mich nicht ausstehen Herr? K├Ânntet Ihr nicht noch einmal mit Eurem Bruder sprechen, so dass er mir noch eine Chance gibt und mir sagt, was los war? Nimmt er nur wieder an, dass jemand - in dem Fall ich, etwas erz├Ąhlt hat? Wer hat ihm diesen Unfug denn erz├Ąhlt? Er k├Ânnte Nathan fragen, was ich gesagt habe, er kann meine Unschuld bezeugen! Nun falls Ihr mich ebenfalls nicht haben m├Âchtet Herr, dann werde ich in die Hausdienerschar wechseln. Dort diene ich Euch und Eurer Familie, nur niemandem pers├Ânlich. Dies w├Ąre auch m├Âglich┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, das nimmt er an. Er hat bereits mit Nathan gesprochen, in meinem Beisein. Nathan best├Ątigte, was du auch sagst, dass keine brisanten Informationen ausgetauscht wurden und du eigentlich ├╝berhaupt nicht reden wolltest. Dar├╝ber hinaus weigerte er sich, noch etwas dazu zu sagen. Ich kann dich nicht ausstehen, weil ich dir sehr ├╝belnehme, dass du tatenlos zugeschaut hast, wie mit Ferrau umgegangen wurde. Dass dies ein gro├čes Unrecht war, sollte dir bewusst gewesen sein. Mein Bruder hat kein Recht, Ferrau zu z├╝chtigen oder auch nur zu ber├╝hren. Daran h├Ąttest du ihn erinnern k├Ânnen, selbst wenn du nicht wagst, k├Ârperlich einzuschreiten! Dies auf die Treue zu deinem Herrn zu schieben, ist eine schwache Leistung. Denn eben jener Herr hat deswegen seither gewaltigen Stress mit mir auszustehen. Vermutlich war also vielmehr Feigneit der Grund. Nein, ich gebe dich nicht ab, du geh├Ârst nun mir. Ich habe dein Leben gerettet und nun liegt es in meiner Hand, das ist nur fair, oder? Ich m├Âchte wissen, wie du dich damit zu arrangieren gedenkst.┬ź

Zerbino
┬╗Ich verstehe Herr. Nun dann werde ich f├╝r Euch all jene Aufgaben erledigen, die sonst die Dienerschaft erledigt. Kurzum die Arbeiten, ohne pers├Ânlichen Kontakt. Ich werde Eure Sachen in die W├Ąscherei bringen, sie ausl├╝ften. ├änderungsarbeiten in Auftrag geben, Boteng├Ąnge erledigen, Schriftst├╝cke erledigen - die Ferrau mir ├╝bergeben kann, Eure Wohnung sauber halten. Ich bin Euer Leibdiener ohne Euren Leib zu ber├╝hren┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau gab mir zu verstehen, dass er nicht sch├Ątzt, wenn andere Diener sich in seine Arbeit einmischen. Er steht dir vor und darf dir Aufgaben ├╝bertragen. Du wirst ihn jedoch in vollem Umfang vertreten, wenn er krank ist. So wenig kann ich dich nun auch wieder nicht leiden und mein Bruder versicherte mir, dass du behutsam und umsichtig bist. W├Ąre das eine L├Âsung, mit der du Leben k├Ânntest? Im Prinzip w├Ąrt du eher ein Anh├Ąngsel als ein richtiger Leibdiener, der mit seinem Herrn eine enge Symbiose eingeht. Wie w├╝rdest du dich mit einer solchen Umgew├Âhnung f├╝hlen? Beantworte diese Frage ehrlich und ausf├╝hrlich.┬ź

Zerbino
┬╗Herr das kann ich noch nicht sagen, da ich noch nie in so einer Situation war, aber ich kann es absch├Ątzen. Ich sch├Ątze mich gl├╝cklich und bin froh, dass Ihr mein Leben gerettet habt. Ob Ihr mich leiden k├Ânnt, scheint Euch gleich zu sein. Ihr seid gerecht zu mir. Folglich werde ich Euch dienen so gut ich kann. Und m├Âglicherweise ├Ąndert Ihr irgendwann doch noch Eure Meinung ├╝ber mich, auch wenn ich mich an dem Tag feige verhalten habe. Es mag feige sein zuzuschauen, aber niemand stellt sich einem w├╝tenden Mann mit einem gl├╝henden Sch├╝rhaken entgegen. Niemand - au├čer Ihr. Ich werde meine Arbeit gut verrichten und ich werde mich so gut es geht einf├╝gen. Ich werde weder Euch noch Ferrau zur Last fallen. Immerhin habt Ihr mich aufgenommen, wo mich sonst der Block erwartet h├Ątte. Zuerst f├╝hle ich also Dankbarkeit Euch und Eurer Gnade gegen├╝ber. Ich werde dennoch meinen alten Herrn und die Arbeit dort vermissen. Siebzehn Jahre kann ich nicht von heute auf Morgen vergessen. Aber ich kann mich umstellen und manchmal, muss man dies. Man kann sich nicht immer alles im Leben aussuchen Herr. Aber man kann versuchen das Beste daraus zu machen und das werde ich. Das verspreche ich Euch┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte und blickte etwas freundlicher drein. ┬╗Ich m├Âchte dir ein Angebot machen. Ein guter Freund von mir braucht Hilfe von jemandem wie dir. Indem du ihm hilfst, w├╝rdest du deine Mitschuld an der Misshandlung von Ferrau s├╝hnen. Die Arbeit w├Ąre hart, aber von meiner Seite aus w├Ąre deine Schuld damit vollumf├Ąnglich beglichen. W├Ąre das etwas, an dem du prinzipiell Interesse hast?┬ź

Zerbino
┬╗Das klingt nach einer guten M├Âglichkeit mich zu beweisen. Was soll ich denn f├╝r den Mann tun?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Der Mann ist Marquis Alexandre de la Grange. Man sieht ihn nur selten im Palast, doch jeder kennt ihn. Ich bin mir sicher, dass auch du wei├čt, von wem ich spreche. Dass er die Hilfe eines guten Leibdieners br├Ąuchte, ist offensichtlich, auch wenn er selbst es bestreitet. Er ist verwahrlost und charakterlich schwierig. W├╝rdest du dir zutrauen, dich um ihn zu k├╝mmern, wenn dein Dienst hier es erlaubt?┬ź

Zerbino
┬╗Ich antworte offen, schwieriger als Euer Bruder kann er nicht sein, vermute ich. Er ist eine gute und liebe Person, aber manchmal etwas eigen. Ich werde mich gut um den Marquis k├╝mmern, ich versichere es Euch┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Der Marquis liegt mir sehr am Herzen. Wenn er einen Leibdiener h├Ątte, dem er und ich vertrauen kann, w├╝rde mir das viel bedeuten. Es hat einen Grund, warum ich ausgerechnet dich darum bitte. Alexandre hat eine Besonderheit des Urogenitaltraktes. Du bist dergleichen gewohnt, du hast keine Ber├╝hrungs├Ąngste deswegen. Und ich vertraue deiner Versicherung, dass du ├╝ber Verrill bis zum heutigen Tag geschwiegen hast und dies auch bei Alexandre tun w├╝rdest. Der Marquis hat sonst keine Diener, keinen einzigen. Das w├Ąre f├╝r dich eine M├Âglichkeit, einen Herrn zu haben, f├╝r den du allein verantwortlich bist und der sich auf niemand anderen als dich verl├Ąsst. Du w├Ąrst weitaus mehr als nur das Anh├Ąngsel von mir und Ferrau - du w├Ąrst f├╝r Alexandre die wichtigste Person.┬ź

Zerbino
┬╗Ich werde mich sehr gut um den Marquis k├╝mmern, auf den Rest kann ich Ihnen nicht antworten Herr, ich schweige auch nachdem ich meinen Herrn verloren habe. Mein Schwur ist bindend. Wenn Euch Euer Bruder etwas zu sagen hat, dann sagt er es Euch. Ich habe keine Ber├╝hrungs├Ąngste was den Marquis angeht. Er wird bei mir in guten und sicheren H├Ąnden sein. Was immer sein Schicksal war, ich werde dar├╝ber kein Wort verlieren┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist nicht n├Âtig, mit mir ├╝ber Verrill zu sprechen, wenn ich etwas wissen m├Âchte, frage ich die betreffende Person selbst. So wie ich dich gerade ausquetsche. Daran wirst du dich gew├Âhnen m├╝ssen, ich werde k├╝nftig noch weitere Fragen an dich stellen. Du wirst in meinem Besitz verbleiben und nicht in den des Marquis ├╝bergehen, dies zu deiner Information. F├╝r den weiteren Tagesverlauf bestehen nun zwei M├Âglichkeiten und beide sind mir Recht. Zum einen habe ich noch etwas mit meinem Schwager zu besprechen. Wenn du dich noch etwas ausruhen m├Âchtest, begebe ich mich ersteinmal zu diesem. Ich k├Ânnte aber auch ersteinmal Alexandre herholen, damit ihr beide euch kennenlernt und gehe danach zu Linhard. Das h├Ąngt von deiner Verfassung ab, ich m├Âchte dich nicht v├Âllig ├╝berm├╝det mit jemandem konfrontieren, f├╝r den du volle Konzentration ben├Âtigst. Wie ist es dir lieber?┬ź

Zerbino
┬╗Wenn ich d├╝rfte Herr, w├╝rde ich gerne noch eine Stunde schlafen und mich dann auf den Marquis vorbereiten. D├╝rfte ich Euch vorher ├╝ber ihn ausfragen?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du kannst mich gern zu ihm befragen - oder aber unvoreingenommen auf ihn zugehen und ihn f├╝r sich selbst sprechen lassen. ├ťberleg dir das in Ruhe. Leg dich noch ein Weilchen hin, du hast f├╝r heute keine Verpflichtungen. Ruh dich einfach aus. Ferrau wird heut Nacht auf dem Sofa schlafen, also mach dir keine Sorgen, wo du bleiben sollst, wenn er sich ausruhen m├Âchte.┬ź

Zerbino
┬╗Vielen Dank Herr┬ź, sagte Zerbino und verneigte sich vor Ciel.

Ferrau

Ciel lie├č Zerbino wieder allein und schloss behutsam die T├╝r. ┬╗So, die Aufgabenteilung zwischen euch wurde besprochen, Ferrau.┬ź

Ferrau
Ferrau eilte zur├╝ck zu seinem Herrn. ┬╗Habe ich etwas neues zu beachten?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja. Du hast nun einen Kollegen an Zerbino. Er bleibt als Leibdiener in meinem Besitz und ihr teilt euch in die Aufgaben rein.┬ź

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. ┬╗Aber ich bin Euer erster Leibdiener oder?┬ź, hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte ihn. ┬╗Keine Widerworte?┬ź

Ferrau
Ferrau sch├╝ttelte den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hatten wir nicht vereinbart, dass wir offen miteinander sprechen, wenn wir unter uns sind?┬ź

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. ┬╗Das hatten wir Herr, was m├Âchtet Ihr mir anvertrauen?┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So einiges, aber nicht jetzt. Ich dachte, ich kann dir eine Freude machen, indem ich dir mitteile, dass Zerbino zwar als Leibdiener in meinem Besitz bleibt, dir jedoch nicht ins Handwerk pfuschen wird. Du bist allein f├╝r meinen Leib zust├Ąndig, er ├╝bernimmt dies nur dann, wenn du krank bist. Er konzentriert sich auf andere Arbeiten und du bist ihm gegen├╝ber befugt, Arbeitsanweisungen zu erteilen. Du bist mein erster Diener und er hat sich dir zu f├╝gen. Des weiteren wirst du auf meinem Sofa schlafen und er in deinem Bett.┬ź

Ferrau
┬╗Ja Herr und wo erwartet Ihr denn da Widerworte? Es ist doch alles gut. F├╝r uns drei ist alles gut Herr, f├╝r Euch, mich und f├╝r den alten Zerbino┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun ich dachte, wenn ich dir zuerst allgemein mitteile, dass ihr euch in die Arbeit reinteilen werdet, w├╝rdest du protetieren. Aber offenbar betrifft deine Eifersucht nur Nathan┬ź, ├╝berlegte Ciel.

Ferrau
┬╗So ist es. Ihr k├Ânnt Zerbino nicht ausstehen und das sagt mir alles, wir bleiben ein Team, ein Duo gleichg├╝ltig was er hier arbeitet. Er wird sich nicht zwischen uns dr├Ąngen Herr┬ź, stimmte Ferrau Ciel zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann habe ich soeben wieder etwas ├╝ber dich gelernt. Gut. Zu deiner Information, Zerbino wird sich au├čer um mich auch um meinen Freund Alexandre k├╝mmern. Das teile ich dir mit, damit du dich nicht wunderst. Ich habe nun noch ein Gespr├Ąch mit meinem Schwager. Ich werde allein gehen. Zerbino schl├Ąft, lass ihm seine Ruhe und such dir hier drau├čen etwas zu tun.┬ź

Ferrau
┬╗Ihr wisst doch wie ich zu Euch stehe Herr, ich habe es Euch doch bereits verraten. Ich werde mich wieder meiner Arbeit widmen. Ich werde Zerbino in Ruhe schlafen lassen┬ź, sagte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du verr├Ątst alles und nichts, Ferrau. Du hattest mir gesagt, dass du mich m├Âgen w├╝rdest. Mich mag auch ein Botenjunge, dessen Namen ich nicht einmal kenne, dem ich aber ein Trinkgeld zustecke. Wie dem auch sei. Ich freue mich, dass du mit der Vereinbarung gut leben kannst.┬ź

Ferrau
Ferrau grinste Ciel an. ┬╗Der mag Euch sicher nicht so sehr wie ich. Da k├Ânnt Ihr sicher sein. Ja das kann ich und ich freue mich, dass Ihr so ├╝ber uns beide nachgedacht habt Herr┬ź, freute sich Ferrau aufrichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte das Grinsen mit einem kaum wahrnehmbaren L├Ącheln. Dann ging er.
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