Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagnen
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Rote Laterne

Das Quartett

#21

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 30. Apr 2018, 01:13

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel Er klopfte bei Verrill an die T├╝r und hoffte, dass Linhard dort ebenfalls zu finden war.

Gregoire Verrill de Souvagne
Es dauerte einen Moment, bis Verrill die T├╝r ├Âffnete und Ciel zur Begr├╝├čung herzlich anl├Ąchelte. ┬╗Komm rein┬ź, sagte er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hallo Br├╝derchen und Schwesterchen┬ź, sagte Ciel ganz leise und l├Ąchelte. Dann trat er in das Zimmer und fragte in normaler Lautst├Ąrke: ┬╗Ist dein Verlobter anwesend? Ich muss mit ihm sprechen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ist er und er wei├č dar├╝ber genauso bescheid wie Du┬ź, fl├╝sterte Greg zur├╝ck, packte Ciel bei der Hand und f├╝hrte ihn in die eigene Schreibstube, wo Linhard sa├č und zig Schriftst├╝cke um sich aufget├╝rmt hatte und etwas schrieb. ┬╗Du hast Besuch Lin┬ź, verk├╝ndete Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Ciel. ┬╗Eure Hoheit Prince Ciel de Souvagne┬ź, sagte er h├Âflich, stand kurz auf und deutete eine Verbeugung an, ehe er sich wieder setzte und sein Buch zuklappte.

Ciel Felicien de Souvagne
Etwas nerv├Âs folgte Ciel ihm. Er hoffte, Linhard w├╝rde nicht ungehalten reagieren, wenn er sah, dass sie miteinander H├Ąndchen hielten, besonders, seit Ciel ihm bei ihrem letzten Zusammentreffen beil├Ąufig aufs Brot geschmiert hatte, dass er Verrill eigentlich selbst hatte heiraten wollen, um ihm zu zeigen, wie eng ihr geschwisterliches Band wirklich war.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute die beiden aufmerksam an, sagte aber dazu keinen Ton. Jetzt dar├╝ber ein Wort zu verlieren w├╝rde nur unn├Âtig Streit provozieren. Das w├╝rde er nach der Hochzeit mit seinem Mann kl├Ąren. ┬╗Ihr wolltet zu mir?┬ź, hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ciel, wenn wir unter uns sind und geduzt hast du mich das letzte Mal auch schon unaufgefordert. Meinetwegen k├Ânnen wir auch dabei bleiben und warten nicht bis nach der Hochzeit damit, wo ich es dir eigentlich anbieten wollte. Ich bin gekommen, um mit dir ├╝ber deinen Vater zu sprechen.┬ź Er setzte sich gem├╝tlich auf das Sofa und angelte einen rosa Keks.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Dann bleiben wir beim Du. Gut, was m├Âchtest Du bez├╝glich meines Vater wissen oder besprechen?┬ź, fragte Linhard neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du h├Ąttest dich wenigstens pro forma entschuldigen k├Ânnen. Aber gut, ich nehme zur Kenntnis, dass du dies nicht tun m├Âchtest. Zuerst m├Âchte ich dir mitteilen, dass ich mit deinen Verwandten gesprochen habe. Dabei konnten wir einige Einigungen erzielen. Zum einen wird Davard uns bei der Ausbildung von Geistmagiern behilflich sein, sofern dies seine sonstigen Verpflichtungen zulassen. Wolfram wird bei Alexandre de la Grange in die Lehre gehen, der hier am Hofe die Verantwortung ├╝ber die Magier innehat.┬ź Ciel ├╝berlegte, wie weit die beiden ├╝ber Alexandres wahre Aufgaben wohl im Bilde waren. ┬╗Des weiteren habe ich nach reiflicher ├ťberlegung beschlossen, beim Duc ein gutes Wort f├╝r die Wiedererweckung von Brandur einzulegen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute ziemlich baff, er hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. ┬╗Wof├╝r sollte ich mich entschuldigen? F├╝r das Ihrzen? Ich wollte lediglich die Form wahren um Dir nicht erneut irgendwie auf den Schlips zu treten. Wenn genau das Stein des Ansto├čes war, entschuldige bitte. Wie komme ich zu der Ehre, dass Du dem Duc noch einmal meine Bitte vortragen m├Âchtest? Es freut mich zu h├Âren dass Dave unterrichten m├Âchte. Das wird Euch und ihm n├╝tzen, beide Seiten haben etwas davon. F├╝r Wolfram freut es mich ebenso, wie f├╝r Alex. Ich denke die beiden werden gut miteiander auskommen. Ich kenne niemanen, der nicht mit Wolfram auskommt. Die beiden haben Dich dazu veranlasst, erneut ├╝ber meinen Vater nachzudenken? Was haben sie denn gesagt?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du solltest dich nat├╝rlich nicht f├╝r das Ihrzen, sondern das zuvorige Duzen entschuldigen┬ź, blaffte Ciel. ┬╗Aber darum bin ich nicht hier. Brandur selbst hat dazu beigetragen, noch einmal gr├╝ndlich ├╝ber alles nachzudenken, indem er durch den gesamten Palast geschwebt ist, ├╝berall aufgetaucht ist, wo er nicht auftauchen sollte und uns somit eindr├╝cklich eine Sicherheitsl├╝cke im Palast vor Augen gef├╝hrt hat. Trotz dessen hat er jedoch die Form weitestgehend gewahrt und keinen Schaden angerichtet, obwohl er es gekonnt h├Ątte. Es war wohl seine Art eines Bewerbungsschreibens. Ich werde ihn dem Duc als Hofnekromant empfehlen. Das Ganze ist jedoch an eine Bedingung gekn├╝pft - daran, dass es Davard von Hohenfelde gelingt, mir Derya Littneaux herzubringen, tot oder lebendig. Es ist, wenn man so will, ein Tausch.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich habe es falsch verstanden, dann entschuldige ich mich f├╝r mein Duzen. Du kannst Davard Zuhause lassen, ich kann Derya besorgen. Falls ich versage schicke Dave. Er wird sie finden und t├Âten. Aber ich habe eine einfachere Methode, ich kann sie herbeordern lassen. Derya im Tausch f├╝r meinen Vater Ciel. Nun Ihr solltet nicht alle Nekromanten verbannen. Wenigstens sollten eine verbleiben, denn was kann Euch vor einem feindlichen Nekromanten sch├╝tzen? Nur ein freundlich gesinnter. Und mein Vater w├Ąre Euch mehr als nur freundlich gesinnt, wenn Ihr ihm dieses Geschenk erweist┬ź.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg gesellte sich zu Linhard und legte ihm einen Arm um die Schulter. ┬╗Du hast ihn dabei erneut geduzt┬ź, schmunzelte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Richtig, darum w├╝nsche ich ihn mir f├╝r den Hof als einer der wenigen, denen es gestattet sein wird, Nekromantie noch in der Praxis anzuwenden. Davard hat den Auftrag bereits erhalten und angenommen und ob er sie mir tot oder lebendig, im Ganzen oder in W├╝rfeln bringt, spielt keine Rolle. Du kannst ihm jedoch gern deine Hilfe dabei anbieten.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das werde ich tun. Mein Vater war immer ein Mann der Ehre, gleichg├╝ltig was geschah, wenn er sein Wort gegeben hatte stand er auch dazu. Was ist, wenn der Duc trotz der Auslieferung von Derya die Wiederbelebung ablehnt?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann kann ich nichts weiter f├╝r dich tun. Aber er wird sich vor der Entscheidung meine Meinung anh├Âren und dar├╝ber nachdenken. Und ich werde ihm begr├╝nden, warum ich die Wiedererweckung von Brandur f├╝r sinnvoll erachte.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das ist besser als nichts. Andernfalls h├Ątte ich es einfach hinnehmen m├╝ssen, wie jeder normale Mensch auch. Das Du nicht ohne Gegenleistung f├╝r mich sprichst ist verst├Ąndlich und dass Du Dich von Brandur selbst ├╝berzeugt hast ebenso. Ich h├Ątte Dir viel erz├Ąhlen k├Ânnen. Jeder der eine Person verloren hat und vermisst, erz├Ąhlt nur das Beste ├╝ber sie. Verst├Ąndich, sonst h├Ątte er sie nicht gerne zur├╝ck. Noch zwei Tage Ciel, dann ist es soweit┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja ... und ich muss vorher sehr dringend mit Olivie sprechen. Noch was. Du wirst deinen Vater bis zur Hochzeit nicht wieder sehen. Ich habe ihn versiegeln lassen bis zur entg├╝ltigen Entscheidung ├╝ber sein Schicksal. Doch f├╝r jenen Tag wird ihm gestattet sein, noch einmal ├╝ber Asamura zu wandeln.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin starrte Ciel misstrauisch an. ┬╗Versiegeln lassen? Was hei├čt das? Was hast Du mit ihm gemacht?┬ź, fragte Linhard nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe ihn in einen Gegenstand bannen lassen und verwahre diesen an einem sicheren Ort. Grund ist, dass Brandur im Rahmen seiner Bewerbung Dinge in Erfahrung gebracht hat, die er nie h├Ątte erfahren d├╝rfen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Und Du wirst ihn ein Leben lang so aufheben, wenn der Duc gegen ihn spricht? Oder wirst Du ihn dann als Geist entlassen, so dass er zur├╝ck in den Nexus kehrt?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das werde ich dann entscheiden, wenn es so weit ist.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard blinzelte in Zeitlupe. ┬╗In Ordnung... dann hoffe ich, dass der Duc der Wiederbelebung zustimmt. F├╝r Brandur┬ź, sagte er bed├Ąchtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte den Keks unangeknabbert auf den Tisch, verschr├Ąnkte die Finger und musterte Linhard. ┬╗Sch├Ân, dass wir uns so reibungslos einig geworden sind.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Einig? Ja wir sind uns einig. Du bekommst Derya und ich bekomme... nichts┬ź, murrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nichts? Mein Wort, es zu versuchen, ist also nichts? ├ťber das Schicksal Brandurs zu entscheiden ist allein der Duc befugt.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg streichelte Lin den Nacken. ┬╗Du bekommst eine zweite Chance f├╝r Brandur. Niemand sonst auf der Welt bekommt das. Stirbt jemand ist er tot. Und genau darin liegt der Schrecken f├╝r die meisten Menschen. Es ist etwas, dass unumst├Â├člich ist. Eines der wenigen Dinge, die unumkehrbar sind Lin. Eigentlich ist dies in Stein gemei├čelt. Gleichg├╝ltig was Du tust, was Du liest, wohin Du gehst, welchen Zauber Du wirkst oder wirken l├Ąsst - der Tod ist unbezwingbar. Er ist vielleicht sogar noch etwas m├Ąchtiger als das Leben. Das Leben kann Dir niemand aufzwingen, den Tod leider schon. Also mein Bruder bietet Dir mehr, als Dir ├╝berhaupt jemals ein Mensch bieten wird - nenne das nicht nichts┬ź, sagte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nichts┬ź, grummelte Ciel fassungslos und sch├╝ttelte leicht den Kopf, ohne Linhard anzusehen.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das habe ich nicht auf Dein Wort bezogen, sondern darauf welche Sicherheit ich habe. Aber Fakt ist, ohne Dein Wort habe ich gar nichts. Nicht mal den Hauch einer Chance ihn wiederzusehen als Lebenden. Es tut mir leid┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte dir eigentlich eine Freude machen. Aber darin scheine ich nicht sehr gut zu sein. Das ist mein dritter Versuch heute und jedes Mal geht es in die Hose. Am besten, ich lasse das und ├╝berlasse die Korrektur von Gef├╝hlswelten Verrill┬ź, murrte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Na Ciel, so ist es doch nicht. Er freut sich schon ├╝ber die M├Âglichkeit, er hat nur Angst dass Dreux ablehnt und er seinen Vater f├╝r immer verliert. Und Dir sage ich Lin, die Angst ist v├Âllig unbegr├╝ndet. Du hast Deinen Vater schon f├╝r immer verloren. Er ist tot. Ciel reicht Dir gerade die Hand und versucht genau das ungeschehen zu machen. Du siehst das von der falschen Seite. Nicht er ist es, der Brandur in den Tod schicken wird. Er ist es, der darum bitten wird, dass er zur├╝ck geholt wird. Das ist hier das Thema. Ihr beide seid nur etwas igelig aufeinander. Redet offen ohne Eure Hintergedanken. Was st├Ârt Euch genau? Packt es doch einfach auf den Tisch┬ź, bat Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard rieb sich den Nacken und schaute Ciel offen an. ┬╗Er hat Recht. Frieden? Mich st├Ârt, dass Du meinen Vater in diesem Ding wegsperrst. Aber ich verstehe warum┬ź, gab Lin zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und mich st├Ârt deine arrogante Art! Und ja, ich bin auch eifers├╝chtig. Wir haben das letzte Mal schon Frieden beschlossen, aber ich glaube, das wird einfach nichts mit uns. Nicht einmal, wenn ich dir ein derart wertvolles Geschenk biete! Hast du eigentlich eine Ahnung, WIE wertvoll es ist? Wie viel hast du ├╝ber diese Kunst von Dingen in Erfahrung bringen k├Ânnen, die dich nichts angehen? Was alles hat Verrill dir offenbart?┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich bin nicht arrogant. Das letzte was ich w├Ąre ist dass. Ich bin nur zur├╝ckhaltend. Was ich in Erfahrung bringen konnte, ist nicht viel. Verrill hat mir dar├╝ber nichts weiter gesagt. Nur das wo Du anwesend warst und mich danach nach meiner Loyalit├Ąt gefragt. Er fragte wem sie gilt, Euch oder dem Maulwurf. Es gibt keinen Maulwurf in Eurem Orden. Das wissen habe ich von meinem Vater. Das sagte ich Verrill. Er sagte mir nichts. Und woher mein Vater dieses Wissen hat, wei├č ich nicht. Auch das gestand ich Verrill. Weshalb bist Du auf mich eifers├╝chtig? Es gibt nichts, was ich h├Ątte worauf Du eifers├╝chtig sein m├╝sstest. Weder mein Leben, noch mein Besitz, noch meine nicht existierenden Freunde sind ein Grund f├╝r Eifersucht. Allerdings besitze ich ein Drachenhuhn - darauf k├Ânntest Du eifers├╝chtig sein. Das hat nicht jeder, nicht mal jemand am Hof. Sonst habe ich nichts, was Du Dir nicht innerhalb von 5 Minuten selbst kaufen k├Ânntest. Du hast Freunde - ich nicht. Du hast eine intakte Familie - ich nicht. Du hast unermesslichen Reichtum - ich nicht. Du hast gewaltige Macht - ich nicht. Worauf bist Du eifers├╝chtig?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Auf Verrill┬ź, sagte Ciel knapp. ┬╗Das wird nicht mein Handeln bestimmen. Du darfst dennoch von diesem Empfinden wissen. Verrill hatte mich nach dem Maulwurfsgespr├Ąch aufgesucht und etwas gesehen.┬ź Ciels Blick wanderte zu Verrill. ┬╗Kurz nachdem ich Ferraus Wunden verband. Hast du ihm dies mitgeteilt?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill ├╝berlegte fieberhaft was er gesehen hatte und verfluchte sein ├╝berstrapaziertes Ged├Ąchtnis. Manches verga├č er so schnell wieder, nur weil er seinen Geist st├Ąndig mit neuem Wissen vollstopfte. Das musste er sich abgew├Âhnen. Er beugte sich zu Ciel und fl├╝sterte ihm ins Ohr. ┬╗Sag es mir selbst bitte, ich wei├č es nicht mehr. Es tut mir leid Ciel┬ź, fl├╝sterte Verril kaum h├Ârbar. Er legte ihm eine Hand auf die Schulter und dr├╝ckte sie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte ebenfalls eine Hand auf Verrills Schulter und zwar auf der von Linhard abgewandten Seite. Dort zog er mit dem Fingernagel fest mehrere deutliche gerade Linien. ┬╗Wei├č er, was ich bin┬ź, fragte er so leise, wie es ihm nur m├Âglich war.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Dann machen wir es folgenderma├čen, damit es f├╝r jeden von uns ertr├Ąglich ist. Ihr beide verbringt den heutigen und morgigen Tag gemeinsam. So wie Ihr es f├╝r richtig haltet, so wie Ihr es Euch w├╝nscht. Ich werde am 01.05. erscheinen. Bist Du da Verrill und gesellst Dich zu mir, heiraten wir. Andernfalls reicht mir die Antwort f├╝r klare Verh├Ąltnisse. Wie Ihr beiden dann zueinander steht, oder ob Du Ciel Olivie und ihn heiraten m├Âchtest ist Euch ├╝berlassen┬ź, sagte Lin und zog seinen Verlobungsring ab. Er legte ihn auf den Tisch und tippte drauf.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ja das wei├č er, da er es vermutet hat. Er wei├č es durch Dich selbst mit Gewissheit, da Du ihn so in die Ecke gedr├Ąngt hast. Und er f├Ąngt sich gleich eine von mir┬ź, knurrte Verrill und musterte Linhard stinksauer. ┬╗Geht es Dir gut oder war was im Kaffee?┬ź, schnauzte Greg.

Linhard von Hohenfelde
┬╗In meinem Kaffee war nichts, nicht mal Zucker oder Milch. Aber ich bin nicht gerne der Notnagel. Kl├Ąrt das untereinander. Einen Tag wirst Du ohne mich auskommen Verrill... oder Dein ganzes Leben. Die Wahl liegt bei Euch, nicht bei mir. Ich habe zugesagt, dazu stehe ich. Ich bin am 01.05. hier┬ź, sagte Lin schlicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte auf den Ring. Dann auf Linhard. Er versuchte, den Vor-Ehe-Krach zu ignorieren und sich auf das zu konzentrieren, was seiner Meinung nach momentan wichtiger war. ┬╗Du wei├čt also, dass ich selbst einer von jenen bin, welche wom├Âglich deinen Vater zur├╝ckholen k├Ânnten. Wei├čt du, welchen Preis ich daf├╝r zahlen w├╝rde, dass dein Vater wieder ├╝ber Asamura wandelt?┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nein das wei├č ich nicht. Ich habe keine Ahnung von Magie, ich kenne nur das was ich als Purie so nebenbei aufgeschnappt habe. Dabei handelte es sich allerdings um Nekromantie und was dabei so rum kommt┬ź, antwortete Lin umg├Ąnglich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Der Preis f├╝r das Leben deines Vaters ist der Tod meines besten Freundes.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Dann ist es ein Tausch? Was wenn ich eine Person besorge, die man entsorgen kann? Sprich deren Leben verwirkt ist?┬ź, hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, Linhard. So funktioniert das nicht. Es m├╝ssen bestimmte Personen sein. Ich werde f├╝r dich zum Duc gehen und darum bitten, meinen besten Freund zu opfern, damit du deinen Vater wieder zur├╝ckbekommst. Und nun sag mir noch einmal ins Gesicht, dass du es bist, der nichts davon hat.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das habe ich nicht gewusst und ich verlange es auch nicht. Vergessen wir die Sache in Ordnung?┬ź, bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich soll immer alles vergeben und vergessen. Wie w├Ąre es, wenn ihr beide vorher nachdenkt, bevor ihr mit Dolchen nach Herzen sto├čt. Es gibt Wunden, die heilen nicht mehr. Und Dinge, die kein noch so geduldiger Mensch verzeihen kann.┬ź Ciel erhob sich. ┬╗Ich habe dir mitgeteilt, was ich mitteilen wollte. Ich stehe zu meinem Wort.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗H├Âr zu, ich kann nichts ber├╝cksichtigen dass ich nicht wei├č. Nun wei├č ich es, und ziehe daraus meine Konsequenzen. Ich wei├č was es bedeutet einen Freund zu haben. Behalte ihn, es gibt nicht viele davon. Wie Dein Bruder schon sagte, mein Vater ist tot und er w├Ąre tot geblieben g├Ąbe es Euch nicht. Du musst mir gar nichts vergeben, vergessen musst Du ebenfalls nichts. Du musst nicht einmal mit mir auskommen. Ich bin hier der ┬╗Eindringling┬ź, ich geh├Âre nicht zu Euch. Und ich muss auch nicht in diese Familie einheiraten. Bleibt unter Euch, wie Euch das lieber ist. Ich dr├Ąnge mich nirgendwo hinein oder wem auf. Das andere Thema ist, als Marquis bin ich Dein Untergebener und dem werde ich ach Folge leisten. Von mir droht Dir keine Gefahr. Du darfst Deinen Bruder und Deinen Freund behalten. Ich verzichte, f├╝r Dich und Deinen Freund. Zudem werde ich Dir Derya liefern. Das ist meine Aufgabe, da Du es befohlen hast. Ich hatte nicht vor Dich zu verletzten, dass versichere ich Dir. K├Ânnen wir uns wenigstens darauf einigen?┬ź, hakte Lin nach.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust und musterte Linhard mit nicht zu deutendem Blick.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast mich nicht verstanden. Weder in deiner noch in meiner Hand liegt es, dar├╝ber zu entscheiden, wer lebt und wer tot bleiben wird. Dies entscheidet der Duc und niemand sonst. Warum willst du pl├Âtzlich auf deinen Vater verzichten, nachdem du so endlos lange und qu├Ąlend intensiv darauf gedr├Ąngt hast, wir m├Âgen ihn doch f├╝r dich zur├╝ckholen? Und warum willst du auf einmal Verrill nicht mehr heiraten? Ich stehe weder zwischen euch noch werde ich irgendetwas veruchen, wa eure Ehe gef├Ąhrden wird. Aber Gef├╝hle zu haben wird ja wohl noch erlaubt sein. Oder ist es das nicht? Habe ich wirklich nur noch der Kopf zu sein und immer eine wohl├╝berlegte Entscheidung zu f├Ąllen? Ich verrate dir was, Linhard. Von mir wird bald keine ÔÇ║GefahrÔÇ╣ mehr ausgehen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ich verzichte, weil ich wei├č wie es ist, wenn man allein und ohne Freunde ist. Ich kann nicht erwarten dass ein anderer stirbt um den jemand genauso trauert wie ich um meinen Vater. Ich habe derma├čen drauf gedr├Ąngt, da ich dachte es kostet nichts au├čer Magie. Klingt wie eine billige Ausrede, aber es waren die Gedanken von einem der Null Ahnung von Magie hat. Ich schreibe Dir gar nichts vor. Du kannst f├╝hlen was Du willst, keiner hat Dich daf├╝r zu verurteilen. Und ich werde es garantiert nicht tun, da ich mir das auch nicht vorschreiben lie├č. Einer der Gr├╝nde warum ich hier bin. Also in Souvagne, nicht in dem Raum hier. Warum? Weil zu einer Ehe mehr geh├Ârt als der Ehepartner. Ich hatte f├╝r meinen Geschmack im Leben genug Kleinkrieg und Familienzwist. Darauf habe ich keine Lust mehr, ich bin es leid und m├╝de. Du has gar nichts zu sein, au├čer das was Du sein willst, Du bist ein freier Mensch mit gewaltigen M├Âglichkeiten. Das ist nicht von mir abh├Ąngig. Ich lebe hier im Grunde nur einen Augenblick, ich bin ein Neuank├Âmmling. Was soll Dein letzter Satz bedeuten? Willst Du Dir etwas antun? Mit sowas spa├čt man nicht.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich, ich, ich. Das ist alles, was ich von dir h├Âre. ICH hatte Familienzwist, ICH hatte Kleinkriege, ICH will mir nichts mehr vorschreiben lassen, ICH bin m├╝de. Wenn ich ÔÇ║ichÔÇ╣ sage, meine ich nicht Ciel - ich meine den dritten Prince de Souvagne. Ich wei├č, welche Verantwortung ich habe und werde tun, was ich tun muss. Und das ist das, was Souvagne dient. Meine Gef├╝hle spielen dabei keine Rolle, Linhard. Ich wei├č, was ich bin und wozu ich erzogen wurde - und wof├╝r. Ich werde dem Duc den genannten Vorschlag unterbreiten, Brandur zur├╝ckzuholen - nicht f├╝r dich, nicht f├╝r mich, sondern f├╝r uns alle. Und ich werde noch etwas anderes tun, worauf mich Verrill vorhin w├Ąhrend unseres Gespr├Ąchs gebracht hat. Doch du bist nicht die geeignete Person, um dar├╝ber zu sprechen. Du w├╝rdest es nicht verstehen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte die beiden Streith├Ąhne und rieb sich die Stirn. ┬╗Kommst Du nachher noch einmal kurz zur├╝ck?┬ź, fragte er leise.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Nein. Wir haben eine Auszeit, kl├Ąrt was ihr zu kl├Ąren habt. Wir sehen uns am 01.05.┬ź, sagte Linhard. Er schnappte sich seine Jacke und verlie├č das Quartier.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sagte nichts mehr und schaute zur Seite.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute Lin nach und wartete ab bis er gegangen war. ┬╗Das ist verdammt bescheiden gelaufen┬ź, st├Âhnte er hilflos.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sag`s ja. Ich bin nicht gut darin, Leuten eine Freude zu machen. Ich werde das k├╝nftig lassen.┬ź Er nahm den Ring aufund reichte ihn Verrill. ┬╗Hier. Pass auf, dass er nicht wegkommt.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Doch, wenn Du meinen... wenn Du Lin nicht dabei angehen w├╝rdest und er Dich nicht. Warum giftet Ihr Euch immer an? Revierabstecken ist doch wohl nicht n├Âtig┬ź, sagte Greg und steckte sich den Verlobungsring solange selbst auf den Finger, damit er nicht verloren gehen konnte. ┬╗Er m├Âchte Dir gar nichts b├Âses, er wei├č nur nicht wie er mit Dir umgehen soll Ciel┬ź, sagte Greg und dr├╝ckte seinen Bruder an sich. ┬╗Also was hast Du f├╝r einen Unsinn vor?┬ź, fragte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum wei├č er das nicht? Was macht es ihm so schwer?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Er war immer allein, er hat nie richtig gelernt mit anderen umzugehen. Das steht ihn im Weg. Geht man einen Schritt auf ihn zu klappt das hervorragend, aber ansonsten stolpert er dabei ├╝ber seine eigenen F├╝├če und bleibt lieber auf Abstand. Er hat Dich nicht belogen, er ist nicht arrogant. Er kommt manchmal nur so r├╝ber, weil er dann wortkarg wird. Und Du hast ihn schon zweimal verbal an die Wand genagelt, das hat er sich gemerkt┬ź, schmunzelte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Noch mehr kann man ihm nicht entgegenkommen. Ich werfe das Handtuch.┬ź Ciel musste an Alexandre denken, der f├╝r die Wiedererweckung von Linhards Vater bluten und es mit gro├čer Wahrscheinlichkeit nicht ├╝berleben w├╝rde. Nicht bei dem Zustand, in dem er sich befand. Ciel starrte an die Decke.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nicht in Zugest├Ąndnissen Ciel, in der Art wie ihr miteinander umgeht. Das Du eifers├╝chtig bist ist ein gro├čes Kompliment, dass bin ich bezogen auf Oli auch. Dennoch g├Ânne ich Dir mit Ihr Dein Gl├╝ck. Kannst Du nicht versuchen mit ihm auszukommen oder sogar Dich mit Lin anzufreunden? K├Ânnt Ihr nicht an einem Strang ziehen?┬ź, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe es versucht. Das wird nichts, Verrill.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗In Ordnung, mehr als Euch beide bitten kann auch ich nicht. Wenn Ihr nicht wollt. Gut zu einem anderen Thema, was genau hast Du vor?┬ź, hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Verrills Gesicht. Er war sich nicht sicher, ob er seinen Plan offenbaren oder ihn einfach durchf├╝hren sollte. Doch wenn es jemanden gab, mit dem er dar├╝ber sprechen konnte, war es Verrill. Er setzte sich auf, nahm sich Zettel und F├╝llfederhalter und notierte etwas. ┬╗F├Ąllt dir was auf?┬ź Er reichte ihm den Zettel. Darauf stand: Schwester - Zwitter - Bruder - Bruder.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ehrliche Antwort? Weibliche H├Ąlfte - Verbindungsglied - M├Ąnnliche H├Ąlfte, einer zuviel. Das ist Dein Gedanke. Aber er stimmt nicht. Sollte eine Frau von unserem Vater noch ein Kind bekommen stimmt dieser Gedanke nicht mehr Ciel┬ź, warnte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie wird kein Kind bekommen. Wir bleiben zu viert. Und Nein, dass einer zu viel ist, war nicht mein Gedanke.┬ź Er tippte sich nachdenklich mit dem F├╝ller an die Lippen. ┬╗Das Problem war bisher, dass ich falsch herangegangen bin. Ich bin immer von einer Triade ausgegangen, welche die Geschicke Souvagnes lenkt, das Land liebt und sch├╝tzt - aber das sind wir nicht. Auch Vater hat das falsch verstanden. Unsere Generation, die gemeinsam ├╝ber Souvagne herrscht, ist nicht zu dritt. Wir sind vier, auch wenn Olivie keine Befehlsgewalt hat! Und doch geh├Ârt sie dazu. Ich habe Olivie au├čen vor gelassen in meinen Betrachtungen und dich falsch eingesch├Ątzt. Vier sind wir - auf dem Weg zur G├Âttlichkeit. Doch einer ist hier falsch.┬ź Er tippte auf das Blatt.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Und wer soll das sein, Du? Du bist hier genauso richtig wie wir anderen. Oder was meinst Du damit? Olivie geh├Ârt zu uns, das ist richtig. Aber sie hat keine Befehlsgewalt. Wenn wird sie zuk├╝nftig durch Dich sprechen Ciel, aber allein so wie es Ricarda von Ehveros tun wird, wird sie nicht sprechen. Auch nicht im kleineren Rahmen, indem sie eine Marquise oder ├Ąhnlich wird. Sie wird keine Befehlsgewalt erhalten. Weder von Dreux von Vater, jedenfalls war dies nie vorgesehen. Also erl├Ąutere mir Deinen Plan┬ź, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel w├╝rde sich am liebsten die Haare raufen. Warum kam Verrill nicht von selbst darauf? Es war doch so offensichtlich! ┬╗Warte┬ź, sagte er, ging f├╝r einige Minuten fort und kehrte dann mit einer Zeichenmappe zur├╝ck. Er schlug sie auf und bl├Ątterte darin herum. Das meiste waren irgendwelche Schemata, mit Pfeilen verbundene Gedankenblasen oder Tabellen. Wirkliche Zeichnungen gab es nur wenige. Eine davon nahm er heraus und zeigte sie Verrill. Sie war nicht sonderlich gut, doch man erkannte, dass Ciel eine schlafende Person abgezeichnet hatte. Der Blickwinkel war so gew├Ąhlt, dass Ciel beim Zeichnen zwischen den Beinen des Schlafenden gesessen haben musste. Der Statur nach war das ein Mann. Sein Gesicht hatte er leer gelassen. Daf├╝r hatte der den Schambereich sehr gr├╝ndlich abgezeichnet - dort war nichts als eine lange, wellige Narbe. Dort, wo der Penis h├Ątte sein m├╝ssen, war nur ein kleiner Zipfel. ┬╗Ist er nicht wundersch├Ân?┬ź, fl├╝sterte Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm das Bild zur Hand, starrte entgeistert darauf. ┬╗Das werde ich nicht zulassen. Willst Du Dich Genital-Verst├╝mmeln? Bist Du von Ainuwar verlassen? Du bist ein gesunder Mann, warum beim Abgrund, willst Du Dir das antun? Wer...┬ź, zischte Greg und hielt pl├Âtzlich inne. Erneut starrte er auf das Bild, auf die Position, auf die Art wie der einstige Mann vor ihm lag. Mit einem Finger strich er ├╝ber die Zeichnung und schloss halb die Augen, unsichtbare Muster schien er auf das Blatt zu malen, als er in sich gekehrt nachdachte. ┬╗Er ist es... Dein Freund. Sage mir was Du mir mit dieser Zeichnung sagen m├Âchtest Bruder, eher lasse ich Dich nicht gehen┬ź, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja. Er ist mein Freund. Meine Muse. Und das ist es, was vieren uns fehlt, damit wir ein perfektes Quadrat bilden k├Ânnen: Jemand, der geschlechtslos ist. Momentan sind zwei von uns auf einer Ecke und die vierte Ecke ist leer. Einer von den Doppelten muss den Platz wechseln. Es kann niemand anderes gemeint sein als ich, der ohnehin nie viel Interesse in dieser Richtung hatte. Ich habe mich einmal von dem dummen Ding zwischen meinen Beinen in die Irre leiten lassen. Das passiert mir kein zweites Mal, Verrill.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich habe das begriffen Ciel - Mann, Frau, Beides und Nichts. Dazu musst Du Deinen Schwanz aber nicht verlieren, denn scheinbar bist Du schon ein Neutrum. Du w├╝rdest Dich grundlos selbst k├Ârperlich verletzten. So wie wenn ich mich aufgrund meiner Natur verletzen wollte. Sag mir offen und ehrlich warum Du dies tun m├Âchtest. Aus Angst vor Deinen eigenen Gel├╝sten? Aus Folgschaft zu diesem Mann? Weil Du wirklich an ein h├Âheres Quartett glaubst? Weshalb? Bevor Du ├╝berhaupt so einen Schritt in Erw├Ągung ziehst, solltest Du dar├╝ber nachdenken, dass vielleicht auch rein die Geisteshaltung ein Quartett ausmacht. Es k├Ânnte schlie├člich auch Dreux als das Neutrum gemeint sein. Er findet zum Beispiel keine Partnerin oder hatte er je wen? Wer sagt Dir das Du das bist? Du, der angeblich kein Interesse hat, hat doch mehr Sex als er┬ź, gab Verrill zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe keinen Sex, Verrill. Nie gehabt. Und das im Schrank ... Ferrau hat sich mir ziemlich aufgedr├Ąngt, weil ich Schmerzen hatte und er mir mit der Hand helfen wollte. Das ging nicht von mir aus. Und es war ein Fehler. Ich habe daf├╝r bezahlt. Es gibt so viele Gr├╝nde, die daf├╝r sprechen, diesen Schritt zu gehen. Das Quartett. Um reiner Geist zu werden. Und um ihm┬ź, er zeigte auf das Bild, ┬╗zu beweisen, dass er so viel mehr f├╝r mich ist, als er glaubt zu sein. Er glaubt, er sei ein Teil meiner Kuriosit├Ątensammlung. Das stimmt. Doch warum ist er das? Weil ich ihn so, wie er ist, f├╝r absolut gottgleich und anbetungsw├╝rdig halte. Es gibt niemanden, zu dem ich mehr aufsehe als zu ihm. Du hast keine Vorstellung davon, wie stark ihn das Fehlen gemacht hat, wie unsagbar weitsichtig und f├Ąhig. Vollkommene Losl├Âsung des Geistes von irdischen Bed├╝rfnissen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill musterte erneut das Bild. ┬╗Wenn ihn das Gottgleich macht, was bin dann ich? Doppelt gestraft? Nun ich kann Dich scheinbar nicht von Deinem Vorhaben abbringen, aber dann solltest Du offen mit Olivie reden und diesen... diesen... Schritt von einem Medicus durchf├╝hren lassen. Jemanden der sich darauf versteht Kastraten zu schaffen, denn diese M├Ąnner wissen wie man jemandem den Penis und den Hoden nimmt ohne das Du verblutest oder an einem Wundinfekt stirbst. Deine Gestalt wird sich wandeln, aber das wird Dich nicht st├Âren, da Du auf Gestalt keinen Wert legst. Ich w├╝nsche in meiner bescheidenen Weitsicht, Vater w├Ąre hier. Um Dir diesen Wahnsinn auszureden einen gesunden K├Ârper derma├čen zu entstellen und ich w├╝nschte Vater w├Ąre hier um uns allen beizustehen. Wenn dies tats├Ąchlich Dein Wunsch ist, sage die Hochzeit mit Olivie ab. Dreux hat es f├╝r uns beide gut gemeint, aber wir beide - Du das Neutrum - das Nichts und ich das Beides, wir werden keine Ehe eingehen. Wir sollten es auch nicht. Scheinbar steckt dahinter ein anderer Wille. M├Âge die Blutlinie durch Dreux gewahrt werden und m├Âge er gute Frauen finden, die ihm die S├Âhne schenken werden die unser Land ben├Âtigt┬ź, antwortete Verrill traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und warum sollte ich die Hochzeit darum absagen?┬ź, fragte Ciel erbost. ┬╗Ich hatte vor, die Hochzeitsnacht mit Olivie zu verbringen und ihr ein Kind zu schenken. Ich wollte diesen Schritt erst danach gehen und nein, das kann kein Medicus tun - ich werde das selbst und mit meinem Blut daf├╝r sorgen, dass er da nicht gehen muss! Ich habe noch nicht die Macht, Tote zur├╝ckzuholen - aber ich werde ihn bei diesem Ritual unterst├╝tzen. Das sind also mehrere Fliegen mit einer Klappe. Und du - dieser Linhard hat dich ├╝berhaupt nicht verdient. Aber das musst du wissen, mir w├Ąre er viel zu arrogant und launisch. Nach dem Ritual jedenfalls braucht er keine Angst mehr haben, dass ich dir zu nahe kommen k├Ânnte.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das wird er ebensowenig wie Du, sei unbesorgt. Warum bist Du nun w├╝tend auf mich? Ich habe Dich nur auf etwas hingewiesen. Hast Du Linhard nicht vorgehalten, er w├Ąre egoistisch? Er w├╝rde nur ich, ich, ich sagen? Ciel, was tust Du gerade? Du versteckst Deinen Wunsch auf Penis-Verlust hinter einer Maskerade. H├Âre mir auf, ich sehe dahinter. Du m├Âchtest keinen Sex, Du f├╝rchtest ihn. Dass ist das was Du stets sagst. Fakt ist aber, Du f├╝rchtest ihn nicht, Du h├Ąttest ihn gerne und zwar mit mir. Leugnen zweckslos. Warum Du Sex derart ablehnst siehst Du auf der Zeichnung. Seine St├Ąrke und Erhabenheit zieht Dich magisch an. Er hat Dich mit seinen Lehren beeindruckt und Dich zu etwas anderem geformt. Sei meintewegen so stark. Dann geh├Ârt zu dieser St├Ąrke aber auch zu Dir selbst zu stehen mit allem was dazugeh├Ârt. So wie er zu sich steht, mit seinem grausamen Verlust. Du wirst nicht so stark wie er, wenn Du ihn kopierst. Und h├Âre auf, Deinen Wunsch damit zu rechtfertigen es f├╝r das Land, f├╝r Deinen Meister und f├╝r uns alle zu tun. Fakt ist -wenn man es auf alles runterreduziert. Du hast Angst. Fakt ist, Du suchst Dir Ausreden um nicht den Akt vollziehen zu m├╝ssen. Und Fakt ist auch, Du m├Âchtest ihm damit imponieren, mit ihm gleich ziehen. Ciel Du bist CIEL und nicht Alexandre. Gleichg├╝ltig was Du Dir abschneidest. W├Ąre es Ainuwars Wille, dann h├Ątte er Dir Deinen Penis genommen und nicht ihm. Und w├Ąre es Ainuwars Wille, dann w├╝rdest Du nichts f├╝r mich empfinden. Siehst Du das nicht? Bevor Du also so handelst, wirst Du vorher bitte genau ├╝berlegen was Du dort tust und warum. Mir gegen├╝ber musst Du kein Gesicht wahren. Du kannst Rotz und Wasser heulen und das peinlichste offenbare. Ich bin zu Dir ebenso ehrlich. Und bitte, ich flehe Dich an, tue es nicht selbst. Ich m├Âchte Dich nicht verlieren Ciel. Nicht so, nicht auf diese grauenvolle Weise. Bitte versprich mir das┬ź, flehlte Verrill seinen Bruder an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah Verrill lange an. ┬╗Ja, es ist Alexandre.┬ź Er schwieg eine Weile, dann sagte er: ┬╗Behalte es bitte f├╝r dich, wie er ist. Es geht niemanden etwas an. Bitte erweise ihm diesen Respekt und verschweige es auch und gerade vor Linhard. Wenn man das wei├č, sieht man Alex unweigerlich mit anderen Augen. Das ist nicht in seinem Interesse, er m├Âchte nicht als Neutrum wahrgenommen werden, sondern als Alexandre, der Gro├čes vollbrachte. Und das hat er, Verrill. Das hat er.┬ź Ciel knaubelte an dem Ende des Stifts. Dann nahm er den Stift wieder aus dem Mund. ┬╗Ich werde noch einmal ├╝ber alles, was du gesagt hast, nachdenken, in Ordnung? Und ich werde nichts ├╝berst├╝rzen. Keine Affekthandlungen mehr, nie wieder. So ein Ritual muss von langer Hand vorbereitet werden.┬ź Er drehte sich zu Verrill und umarmte ihn fest. ┬╗Ich kann Alexandre nicht sterben lassen, das musst du verstehen. Ja, das ist Ciel der das sagt. Aber alles andere, ich ... muss nachdenken. Muss mit Ferrau reden.┬ź Er blickte wieder auf. ┬╗Ach ja. Fast h├Ątte ich es vergessen. Zerbino schweigt. Er sieht sich nach wie vor seinem Schwur verpflichtet.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Einmaliges Angebot, m├Âchtest Du es mit mir tun? Es betrifft nur uns beide. Ich werde schweigen. Mir steht es nicht zu dar├╝ber zu sprechen. Er hat das gleiche Recht wie ich, sich nur jenen zu offenbaren, denen er sich offenbaren m├Âchte. Ich denke der Liebesroman hat nur zwei Seiten Ciel, ich werde Linhard gar nichts sagen. Es freut mich dass Du dar├╝ber nachdenkst und ich hoffe Du nimmst mir meinen Ton nicht ├╝bel. Denn einzig und allein die Angst und Sorge treibt mich um. Es freut mich, dass Du genau ├╝berlegen wirst. Und ich w├╝nsche ebenso nicht, dass Alex stirbt. Ich bin vielleicht forsch und unfair zu ihm gewesen, aber nicht da ich ihn nicht mag. Sondern ich war es, weil ich Dich liebe. Ich wollte das er dauf Deine Hochzeit kommt damit Du gl├╝cklich wirst. Thema Hochzeit, auch Olivie solltest Du bedenken. Sie h├Ątte dann einen Eunuchen als Mann. Ist sie damit einverstanden? Denke dar├╝ber nach, was es auch f├╝r sie bedeutet und f├╝r Dich im weiteren Leben. Du wirst nicht immer 25 sein Ciel. Bitte ├╝berlege es Dir sehr gut. Ich habe gro├če Angst um Dich┬ź, gestand Verrill. ┬╗Das Zerbino schweigt, freut mich. Er hat doch Ehre┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte mit Olivie reden, aber ich habe keine Zeit, st├Ąndig kommt etwas dazwischen, Linhard, die Magierakademie, Zerbino, es ist zum M├Ąuse melken. Und alles ist so wichtig, dass ich es nicht aufschieben kann.┬ź Er bewegte sich unruhig. ┬╗Ja, ich m├Âchte gern mit dir schlafen. Wenigstens ein einziges Mal, bevor ich diesen Schritt gehe. Ich liebe dich, Verrill.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich Dich ebenso. Wann m├Âchtest Du es und wie? Nun mit Olivie kannst Du nachher reden in Ruhe. Und um die Akademie k├╝mmerst Du Dich nach Deiner Hochzeit. Zerbino ist doch gekl├Ąrt Ciel oder?┬ź, sagte Greg und streichelte ihm den Nacken. Linhard... ich wei├č nicht ob er zur├╝ckkommt, ich glaube nicht. Ich hoffe es, aber ich denke ich mache mir da etwas vor. Ja wir haben komplizierte Leben┬ź, sagte Greg und umarmte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde ihn f├╝r dich zur├╝ckholen, Verrill. Ich verspreche es dir. Wann - bald. Wie - nicht so wild wie du es mit Linhard getrieben hast. Langsam. Ich kenne das alles nicht. Und vorsichtig.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das w├╝rdest Du? Das freut mich sehr. Wie damit meinte ich als Mann oder als Frau. Langsam und vorsichtig klingt sehr gut. Du musst keine Angst haben, es gibt nichts zu f├╝rchten. Es wird sch├Ân werden, innig, liebevoll, z├Ąrtlich┬ź, fl├╝sterte Verrill Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, du bist beides. Und ich m├Âchte beide Aspekte k├Ârperlich lieben, die dich zu einem Ganzen machen, wenn ich darf. Gern w├╝rde ich dich zuerst als Frau lieben, so wie ich mir das gew├╝nscht hatte, und dann als Mann.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Dann werden wir uns auf diese Art lieben. Du darfst, Du musst nur vorsichtig sein. Aber das wirst Du selbst sp├╝ren, Du warst auch so behutsam zu mir, das warst Du immer. Du wirst mich halten und mir Geborgenheit durch Deine Arme schenken und ich gebe sie Dir zur├╝ck durch meinen Scho├č. Du wirst mehr als ein Ganzes sein. Du wirst der Erste sein┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte. Er war sehr nerv├Âs, als Verrill so von ihnen beiden sprach. ┬╗Aber was ist mit Linhard?┬ź, fragte er vorsichtig. ┬╗Sollte er es nicht sein?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Der erste der mich als Frau liebt. Ich habe als Mann schon oft gebend und nehmend geliebt. Als Frau noch nie, da es mit besonderer Vorsicht zu praktizieren ist. Generell der Akt bei mir, aber dort habe ich noch niemanden empfangen Ciel. Ich liebe Euch beide von Herzen, Ihr beide seid dort willkommen. Ob er noch m├Âchte wei├č ich nicht. Ich hoffe wie gesagt, dass er nur w├╝tend war und doch noch heiraten m├Âchte. Wir passen gut zusammen, ich vermute es war etwas viel f├╝r ihn. F├╝r Dich ebenso, f├╝r Euch beide. Die Angst, die Unsicherheit, Ihr wollt beide das Gleiche und faucht Euch an. Das hatte er schon einmal. Zieht doch am gleichen Strang. So starb Brandur verstehst Du? Aber das k├Ânnen wir sp├Ąter kl├Ąren, vielleicht Du mit ihm, wenn Du ihn zur├╝ckholst. Was mich freuen w├╝rde. Aber ich gew├Ąhre es Dir, ich ├╝berreiche Dir dieses Geschenk┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Verrill┬ź, sagte Ciel und k├╝sste sie auf den Mund. In diesem Moment nahm er vor allem den weiblichen Teil von Verrill war - und nie hatte sie s├╝├čer geduftet als zu diesem Augenblick. Er l├Âste ihre Lippen wieder voneinander. ┬╗Ich bringe dir deinen Mann zur├╝ck. Gib mir das Buch mit - mit einer Widmung von dir. Und ich werde auch eine dazu schreiben. Niemand wird sterben.┬ź Er musste wieder an Alexandre denken. ┬╗Niemand.┬ź Er erhob sich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill kramte das Buch aus dem Nachtschrank. Dachte einen Moment lang nach und schrieb eine Widmung hinein. ┬╗Von mir an Dich, ich denk an Dich, ich liebe Dich - in Liebe ich┬ź, schrieb sie und reichte Ciel das Buch. MIt den Fingern fuhr sie ihm durch die Haare und k├╝sste ihn auf die Halsbeuge. Seltsamerweise rochen Ciel und Lin immer dann am besten, wenn sie sich ge├Ąrgert oder verausgabt hatten. ┬╗Hier, schreib etwas dazu┬ź, schmunzelte sie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warte.┬ź Ciel setzte sich an den Tisch und zeichnete etwas in seiner ungelenken, steifen Art. Zwei Widder, die ihre K├Âpfe aneinanderschlugen und eine Ziege, die das ganze meckernd kommentierte. Dar├╝ber stand: ÔÇ║Die zwei Sturhammel und die Meckerziege.ÔÇ╣ Unten in der Ecke der Seite schrieb er: ÔÇ║Ende des KapitelsÔÇ╣. Er betrachtete die Zeichnung zweifelnd. ┬╗Ich h├Ątte es lassen sollen. Es ist grauenhaft, wenn ich mich an Humor versuche.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute ihm lachend ├╝ber die Schulter. ┬╗Wir sind doch recht gut getroffen┬ź, lachte sie und k├╝sste ihn auf den Kopf. ┬╗Das Kapitel sollte wirklich mit diesem einen Bild beendet sein. Das w├Ąre sch├Ân. Darauf sollten gl├╝ckliche folgen zu viert┬ź, sagte sie liebevoll und dr├╝ckte ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Er dr├╝ckte sie zur├╝ck und k├╝sste sie. Dann schlug er das Buch zu, r├Ąumte sorgsam seine Zeichnungen wieder in die Mappe und klemmte sich alles unter den Arm. ┬╗Ich muss los. Es steht noch eine weitere Vers├Âhnung aus als die mit deinem Zuk├╝nftigen. Wahrlich stressige Zeiten.┬ź Er verabschiedete sich mit einem freundlichen Blinzeln und kehrte zun├Ąchst in sein Quartier zur├╝ck, um die Mappe aufzur├Ąumen.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Nur zu und gutes Gelingen", gab sie ihm mit auf den Weg. Verrill hoffte, dass sich Ciel und Lin vers├Âhnen w├╝rden, nichts w├Ąre sch├Ânen als wenn die beiden miteinander ausk├Ąmen. Sie wollte keinen von beiden verlieren, denn beide waren mehr als Bruder oder Ehemann.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#22

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mo 30. Apr 2018, 22:53

Wolfram von Wigberg begab sich nach Hause. Er hatte ihnen ein kleines, geradezu winziges Haus gekauft, dass im Grunde nur eine kleine Stube beherbergte. Daf├╝r lag ihr H├Ąuschen direkt am Wasser und sie hatten einen gro├čen Garten. Die meiste Zeit des Tages hielt sich Wolfram eh im Garten auf und er hoffte sein Schatz w├╝rde es ebenfalls so halten.

Wolfram ritt den schmalen mit Holz ausgelegten Pfad entlang und freute sich, als das kleine rote Haus in Sicht kam. Gut gelaunt stieg er ab, f├╝hrte sein Pferd am Halfter und lie├č seinen Blick ├╝ber ihr neues Zuhause schweifen. Der Garten sah bereits jetzt schon wundervoll aus und das Haus machte einen gem├╝tlichen Eindruck.

Wolframs und Marlos Haus:
Link:
https://i.imgur.com/vVnzjtP.jpg

Er f├╝hrte sein Pferd hinter den Schuppen, unter dem gro├čen schattigen Baum, ehe er selbst das Haus betrat. ├ťbergl├╝cklich schloss er Marlo in die Arme und k├╝sste ihn lange und innig zur Begr├╝├čung.

"Sch├Ân wieder Zuhause zu sein. Was sagst Du zu unserem neuen Zuhause? Ich wei├č, vermutlich ist es Dir zu klein, aber die meiste Zeit werden wir drau├čen verbringen Schatz. Du kannst im Fluss schwimmen gehen oder direkt am Haus angeln, wir k├Ânnen uns im Garten austoben oder einfach gem├╝tlich vor unserem Haus sitzen und die sch├Âne Natur genie├čen", sagte Wolfram und musterte Marlo.

"Wir k├Ânnte auch die eine oder andere Tanne pflanzen, hier wachsen keine. Ich vermisse unsere Tannen", grinste er ├╝ber beide Ohren, ehe er ernst wurde.

"Marlo ich muss mit Dir ├╝ber etwas sehr Wichtiges reden und kann dabei leider nicht ins Detail gehen. H├Âr mir bitte genau zu Schatz. Ich werde eine v├Âllig neue Magierichtung erlernen und es w├╝rde mich freuen, wenn Du Dich mir ebenfalls anschlie├čen w├╝rdest. Du wolltest kein Werkzeug der Zerst├Ârung mehr sein. Hier w├Ąrst Du jemand, der nichts vernichtet, sondern erschafft. Es ist eine sehr noble, reine und selbstlose Form der Magie.

Falls Du Interesse daran hast, sprechen wir gemeinsam mit meinem Lehrmeister. Falls nicht, frage bitte nicht nach, denn ich schwor kein Wort dar├╝ber zu verlieren. Nur soviel, dass Schweigen ist angebracht und immens wichtig. Es w├╝rde mich allerdings sehr freuen, wenn Du Interesse h├Ąttest und wenigstens einmal mit meinem Meister sprechen w├╝rdest.

Du F├Ąhigkeiten f├╝r diese Magie h├Ąttest Du. Du bist jung, stark und Geistmagier. Du k├Ânntest das Schwert an den Nagel h├Ąngen und Dich voll und ganz dieser Magie widmen, gemeinsam mit mir. Das w├╝rde mich sehr freuen. ├ťberleg es Dir einfach Schatz",
erz├Ąhlte Wolfram aufgekratzt.

Er sch├╝rte das Kaminfeuer und setzte eine Kanne Kaffee auf. Als dieser fertig war, sch├╝ttete Wolfram zuerst Marlo einen Becher ein, bevor er sich selbst einen genehmigte. M├╝de aber gl├╝cklich setzte er sich neben Marlo an den Tisch und lehnte sich an ihn an, w├Ąhrend er seinen Becher Kaffee genoss.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#23

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mi 2. Mai 2018, 07:24

Marlo

packte Wolf zur Begr├╝ssung und k├╝sste ihn voller Leidenschaft. Wolf musste durch die Bude fegen und erstmal einen Kaffee kochen. Er war aufgeregt, drum hielt sich Marlo zur├╝ck. Wolfram musste erstmal runterkommen. Das kleine Haus gefiel Marlo. Zuerst dachte er, es w├Ąre zu klein. Aber hier konnte Wolf nicht weglaufen. Und sie hatten nicht viel sauber zu machen. So brauchten sie keine Leibdiener. Die st├Ârten eh immer. Marlo nahm den Kaffee, den ihn Wolfram in die Hand dr├╝ckte. Er setzte sich neben ihn und Marlo streichelte ihm den R├╝cken.

"Langsam Wolf und danke f├╝r den Kaffee. Zuerst wegen den Tannen, klar brauchen wir welche. Zur Not tuts auch der Baum hinterm Haus. Er ist sch├Ân dick und gross. Wir k├Ânnen genauso im Bett Sex haben. Aber unsere Tannen pflanzen wir trotzdem. Zuerst fand ich unser neues Haus zu klein. Jetzt gef├Ąllt es mir. Wir m├╝ssen nicht viel sauber machen und du kannst dich nicht verstecken. Und wenn ich dich suche, muss ich nur aus der T├╝r gucken. Besser gehts nicht. Schwimmengehen k├Ânnen wir gemeinsam Wolf. Angeln ist eine gute Idee, da habe ich was leckeres auf dem Teller. Fische isst du bestimmt auch nicht. Eine selbstlose Magie? Das klingt gut, ich bin dabei. Ich werd mit deinen Meister reden."

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#24

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mi 2. Mai 2018, 21:01

Das Marlo so spontan zusagte, gefiel Wolfram. Getoppt wurde das nur von der leidenschaftlichen Begr├╝├čung, mit der ihn Marlo Zuhause willkommen hie├č. Wolfram genoss die Streicheleinheiten und stie├č mit Marlo auf die Zusage an.

"Sch├Ân dass Du zur neuen Magierichtigung direkt zusagst, mit Dir kann man planen. Wie gesagt, Genaueres erf├Ąhrst Du von unserem Lehrmeister. Dann kannst Du vor immer noch entscheiden, ob Du dabei bleiben m├Âchtest, oder ob es doch nichts f├╝r Dich ist. Ich w├╝rde mich aber freuen, wenn Du dabei bleibst.

Nat├╝rlich k├Ânnen wir auch im Bett Sex haben, dagegen spricht nichts. Ich hatte es nur mit den Tannen umschrieben Marlo, also Tannen werden daf├╝r nicht ben├Âtigt",
grinste Wolfram und trank einen Schluck Kaffee.

"Ich f├╝hle mich auch sehr wohl hier. Zudem Marlo habe ich mich nicht vor Dir versteckt, ich hatte st├Ąndig etwas im alten Haus zu tun. Und das war nicht dem Haus geschuldet, sondern unseren G├Ąsten. Aber sch├Ân war es doch, mit dem ganzen Trubel in der Bude. Ich vermisse die Bande, jeden Einzelnen von ihnen. Ich hoffe irgendwer hat mal nach Simon geschaut, den haben wir n├Ąmlich vor Ort in meinem Haus vergessen.

Wobei Dave behauptete, dass Simon gut auf sich selbst aufpassen kann. Er sagte, Simon w├Ąre sicher froh eine Zeit lang Urlaub von Archibald zu haben. Die Speisekammer ist voll, also verhungern wird er nicht. Zudem ist auch noch Margot vor Ort. Sie wird sich hoffentlich um Simon k├╝mmern. Sie ist eine ganz aufmerksame und anst├Ąndige Dienerin. Und Simon war sehr umg├Ąnglich.

Sobald es etwas w├Ąrmer wird, k├Ânnen wir gerne schwimmen gehen. Wegen Deiner Frage, nein ich esse keinen Fisch. Ich esse ├╝berhaupt keine Tiere. Eier, Milch und Honig hingegen schon, dass ist die Ausnahme. Aber auch eher selten Marlo, ich komme ganz gut mit meinem Gem├╝se zurecht. Es schmeckt mir, ich vertrage es gut, ich bin gl├╝cklich damit, was m├Âchte ich mehr. Dass muss Dich aber nicht daran hindern, Fische zu essen oder anderes Fleisch",
sagte Wolfram, lehnte sich seinerseits an Marlo an und kraulte ihn liebevoll.

"Ich habe eine Bank vor unser Haus gestellt. Eine ganz schlichte und einfacher, aber um den Abend drau├čen ausklingen zu lassen, reicht sie v├Âllig aus. Viel wichtiger ist, dass sie bequem ist. Eine Feuerstelle ist auch drau├čen, ich habe direkt praktisch gedacht. Wenn ich den Gro├čteil im Garten bin und etwas zubereiten m├Âchte, muss dich daf├╝r nicht st├Ąndig ins Haus laufen.

Ich bin gespannt wie wir uns hier einleben werden. Du hattest mich etwas im Tal gefragt und ich habe gesagt, dass meine Antwort Ja w├Ąre. Gilt die nichtgestellte Frage noch? Das w├╝rde ich gerne wissen Schatz.

Ach und denk beizeiten mal an unsere Bienen. Hier w├Ąre ein idealer Ort f├╝r sie und f├╝r die restlichen Tiere auch. Warst Du schon bei unseren Nachbarn auf der gegen├╝berliegenden Wasserseite? Linker Hand kann man am Ufer entlang gehen. Ich hatte vor mich mal die Tage vorzustellen. Man m├Âchte schlie├člich wissen, wer auf der N├Ąhe wohnt",
erkl├Ąrte Wolfram und trank seinen Kaffee aus.

Er dr├╝ckte Marlo einen Kuss auf den Mund und stand auf. Wolfram verschloss die T├╝r und schloss die Fensterl├Ąden, ehe er sich umzog und es sich im Bett gem├╝tlich machte.

"Komm zu mir ins Bett Schatz. Ich habe sicherheitshalber abgeschlossen, noch wei├č ich die Gegend nicht einzusch├Ątzen. Wir hatten doch vor uns einen Hund anzuschaffen, also genauer gesagt, hattest Du vor mir einen zu schenken", schmunzelte Wolfram. Er rutschte im Bett zur Seite und klopfte neben sich.

"Marlo....", gurrte er.
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Alexandres und Zerbinos erstes Gespr├Ąch

#25

Beitrag von Alexandre de la Grange » Mi 9. Mai 2018, 01:10

Alexandre de la Grange
Alexandre war keineswegs freiwillig hier. Seine Anwesenheit resultierte aus einem ausdr├╝cklichen Befehl von Prince Ciel. Der Leibdiener, der sich um ihn k├╝mmern sollte, war vermutlich genau so wenig erfreut wie der Erzhexer, der in einem miefenden Wust von ungewaschenen Roben vor ihm stand. Nachdem der Prince mit seinem eigenen Diener die Gem├Ącher verlassen hatte, be├Ąugte Alexandre den vor ihm stehenden Mann kritisch. Er erkannte ihn wieder. ┬╗Zerbino, der Leibdiener von Prince Gregoire┬ź, stelle Alexandre fest und diese Aussage war gleichzeitig seine Begr├╝├čung.

Zerbino
Zerbino deutete eine leichte Verbeugung an. ┬╗Ex-Leibdiener von Prince Gregoire Herr. Nun bin ich der Eure, laut Prince Ciel. M├Âchtet Ihr von mir zurecht gemacht werden, oder m├Âchtet Ihr nicht? Sollen wir uns vielleicht erst ein wenig vertraut machen? Gleichg├╝ltig was man Euch sagte, ich bin verschwiegen und diskret. Das mit genau das Gegenteil in letzter Zeit nachgesagt wurde, beruht leider auf einem Missverst├Ąndnis mit meinem alten Herrn. Und der ├ärger lie├č sich auch nicht ausr├Ąumen. So kam ich in den Dienst von Prince Ciel und so stehe ich nun vor Euch, um Euch zu dienen┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Derlei Ger├╝chte sind mir bislang nicht zu Ohren gekommen, was wohl daran liegt, dass die Beteiligten geschwiegen haben. Als Lehrer komme ich meist sehr rasch in den Genuss solcher Informationen, denn die meisten Sch├╝ler neigen dazu, zu viel zu plaudern. Du bist nun mein Leibdiener, sagst du, wie darf ich das verstehen? Hat Ciel dich mir ├╝bereignet oder zur dauerhaften Verwendung vorgesehen?┬ź

Zerbino
┬╗Letzteres Herr. Ich geh├Âre zwar nach wie vor Prince Ciel, aber ich diene Euch, so wie es sich f├╝r einen guten Leibdiener geh├Ârt┬ź, antwortete Zerbino.

Alexandre de la Grange
┬╗Offenbar h├Ąlt der Prince es f├╝r notwendig. Da kann man nichts machen, obgleich ich geneigt bin, mich gekr├Ąnkt zu f├╝hlen ob der Geste. Aber daf├╝r kannst du nichts. Dann berichte mir bitte zuerst, was du nun mit mir vorhast.┬ź

Zerbino
┬╗Es kommt drauf an, von welcher Warte Ihr aus meine Anwesenheit seht. Bedenkt dass er Euch nur Gutes tun m├Âchte. Das erste was ich vorhabe Herr ist Euch gr├╝ndlich zu waschen und Eure Kleidung bestm├Âglich zu reinigen. Mit Verlaub, Ihr habt es leider n├Âtig und seid nicht Eurem Stand entsprechend reinlich. Das holen wir gemeinsam nach. Ihr kennt mich nicht und die Frage w├Ąre unerh├Ârt, von einem Fremden. Aber ich bin Euer Leibdiener, wie bereits gesagt. Darf ich fragen, was Euch in diesen Zustand kommen lie├č? Was ist geschehen, dass Ihr Euch vernachl├Ąssigt?┬ź, fragte Zerbino ganz ruhig.

Alexandre de la Grange
┬╗Was geschehen ist? Nichts ist geschehen. Ich bin ein vielbesch├Ąftigter Mann und habe wahrlich besseres zu tun, als mich mit Oberfl├Ąchlichkeiten zu befassen. Meine Zeit ist begrenzt und ich muss sie mir gut einteilen. Ich sehe ein, dass ich zur Hochzeit in einer anderen Aufmachung erscheinen sollte, allerdings habe ich mich nicht um meine Anwesenheit dort gerissen. Sei es drum. Du wirst mich also anschlie├čend auf die Feierlichkeit begleiten? Ich bin dir gegen├╝ber weisungsbefugt, obgleich du Prince Ciel geh├Ârst?┬ź

Zerbino
┬╗Eure Gesundheit ist keine Oberfl├Ąchlichkeit, aber vielleicht habt Ihr dies auch bei Eurer Vielbesch├Ąftigung vergessen Herr. Ich werde mich zuk├╝nftig darum k├╝mmern, dann habt Ihr den Kopf frei davon. Gewiss, so hat es der Prince angeordnet. Ihr k├Ânnt auf mich z├Ąhlen┬ź, erkl├Ąrte Zerbino. Nat├╝rlich w├╝rde er dem Marquis nicht nur waschen, sondern jeden Dienst erf├╝llen, das war seine Berufung.

Alexandre de la Grange
┬╗Gut. Ich gehe davon aus, dass Ciel sich etwas dabei gedacht hat, ausgerechnet dich auszuw├Ąhlen, obwohl ich eigentlich auf Nathan gehofft hatte, da ich mit diesem vertraut bin. Aber den musste der Prince ja unbedingt verschenken. Ich gehe davon aus, er hat aus gutem Grund dich zur Vertretung ausgesucht. Ich werde dich einweihen, wie auch Ciels andere Leibdiener eingeweiht wurden und du wom├Âglich auch bereits. Ich bin Blutmagier, was bedeutet, dass ich sehr viele Narben am K├Ârper trage. Oft auch offene Wunden. Damit musst du zurecht kommen und dich darauf einstellen. Desweiteren w├╝nsche ich keine beengende Kleidung, sondern ich trage ausschlie├člich Roben. ├ťblicherweise wasche ich mich selbst, kleide mich allein um und ├╝berlasse dem Leibdiener lediglich die Rasur und den Haarschnitt.┬ź

Zerbino
┬╗Ich verstehe Herr, nat├╝rlich werde ich Eure W├╝nsche beherzigen. Wie sieht es mit der Wundversorgung aus? Wie geht Ihr dort vor? Oder soll ich dies f├╝r Euch ├╝bernehmen? Sind die Wunden normale Schnittwunden, dann kann ich Euch helfen. Wenn es schwerwiegendere Verletzungen sind, dann kann ich Euch nur beistehen. Ja Ciel suchte mich aus einem speziellen Grund aus. Aber diesen Grund werde ich Euch nicht benennen, da ich dar├╝ber schweigen werde. Ich gab nicht nur mein Wort, ich schwor. Ich werde mich an Euren Narben nicht st├Âren Herr. Rasieren und Frisieren kann ich Euch ebenso┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Dann kannst du gleich damit fortfahren, zu schw├Âren. Wer hier im Palast Bluthexerei beherrscht, geht niemanden etwas an. Wir Bluthexer sind durch Eid an die Wahrung des Geheimnisses gebunden. Da du nun im Bilde bist, bist auch du ein Geheimniswahrer und sollte jemand durch dich davon erfahren, musst du mit der H├Âchststrafe rechnen. Ist das verst├Ąndlich? Die Schnittwunden versorge ich selbst, aber wenn du nun einmal schon in meinen Dienst gestellt wurdest, kannst du dies auch ├╝bernehmen. Es handelt sich um keine anderen Wunden, nur um Schnitte unterschiedlicher Gr├Â├če und Tiefe.┬ź

Zerbino
┬╗Ja Herr, ich schw├Âre Euch dass niemand von Eurer F├Ąhigkeit durch mich erfahren wird. Euer Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. Wie Ihr w├╝nscht, ich werde Eure Schnittwunden versorgen und mich darum k├╝mmern dass sie sauber abheilen. Dies geschieht leichter, wenn Eure Haut reinlich ist Herr. Vertraut mir bitte. Wollen wir anfangen? Dann begeben wir uns ins Bad und ich bereite alles f├╝r Euch vor. Folgt mir bitte┬ź, bat Zerbino respektvoll.

Alexandre de la Grange
┬╗Gut.┬ź Alexandre folgte Zerbino ins Bad, setzte sich auf einen Hocker und beobachtete ihn bei seinem Treiben. ┬╗Wie gebildet bist du, Zerbino?┬ź

Zerbino
Zerbino pumpte Wasser in den Zuber, ├╝berpr├╝fte die W├Ąrme und gab heilende ├ľle hinzu, damit sein neuer Herr keine unn├Âtigen Schmerzen hatte. Zudem waren es sanfte ├ľle, damit es nicht brannte oder biss. ┬╗Durchschnittlich f├╝r Hofverh├Ąltnisse w├╝rde ich sagen Herr. Ich kann lesen, rechnen und schreiben. Ich k├Ânnte also auch Notizen und Schriftst├╝cke f├╝r Euch verfassen. Als diese ist kein Problem. Ab und an habe ich auch f├╝r meinen alten Herrn Briefe vorgefertigt. Dies hat mir sehr viel Freude bereitet. Ist es doch eine leichte und dennoch sch├Âne T├Ątigkeit. In welcher Art meint Ihr die Bildung denn genau? Entkleidet Ihr Euch selbst, oder w├╝nscht Ihr dass ich Euch ausziehen? Das Wasser ist soweit, Ihr k├Ânnt in den Zuber steigen┬ź, sagte Zerbino aufmunternd.

Alexandre de la Grange
┬╗Danke, ich kleide mich selbst um. Dreh dich mit dem Gesicht zur Wand, bis ich dir Bescheid gebe.┬ź Alexandre wartete, bis Zerbino der Aufforderung Folge geleistet hatte, dann sch├Ąlte er sich aus seinen vielen Roben, die als stinkender Haufen vor dem Zuber zum Liegen kamen. Er schob sie mit dem Fu├č beiseite und setzte sich in den Zuber. Er winkelte die Beine an, so dass seine Schamregion vor Zerbinos Blicken verborgen war. ┬╗Du kannst dich wieder umdrehen. Mit wissenschaftlichem Arbeiten bist du also nicht vertraut. Traust du dir dennoch zu, mir in meinem Labor zur Hand zu gehen?┬ź

Zerbino
┬╗Darf ich mich wieder umdrehen Herr? Ja ich traue es mir zu. Das was ich nicht kann, werde ich erlernen um Euch zur Seite zu stehen. Was genau habe ich dort zu tun? Soll ich f├╝r Euch, Eure Papiere oder Utensilien sortieren? M├Âchtet Ihr mit einem Schwamm, einem Lappen oder der puren Hand gewaschen werden Herr? Es wird n├Âtig sein Euch mehrfach abzuschrubben. Ihr m├Âchtet schlie├člich einen guten Eindruck auf der Hochzeit machen. Ich hoffe Ihr werdet dort ebenfalls etwas Freude haben. Auch wenn Ihr mir nicht gerade den Eindruck macht. Ihr sagtet Ciel h├Ątte es Euch befohlen. Meidet Ihr die Gesellschaft anderer, dass er Euch das Feiern befehlen musste? Das ist schade, gerade bei diesem Anlass┬ź, sagte Zerbino

Alexandre de la Grange
┬╗Ich sagte doch bereits, dass du dich umdrehen darfst┬ź, erl├Ąrte Alexandre geduldig. ┬╗Ich werde meinen K├Ârper selbst waschen. F├╝r mein Haar und das Gesicht darfst du die Finger nehmen. Ich meide Menschen generell, da ich wenig Freude an durchschnittlicher menschlicher Gesellschaft empfinde. Hinzu kommt, dass ich wenig erfreut ├╝ber den Umstand bin, dass Prince Ciel heiratet, da dies meinen Lehren widerspricht. Leider steht es mir nicht zu, ihn zu seinem Gl├╝ck zu zwingen. So viel verschenktes Potenzial.┬ź

Zerbino
Zerbino drehte sich wieder um und gesellte sich zu seinem Herrn an den Zuber. ┬╗Manche Leute festigt es in sich selbst, manche Leute wirft es aus der Bahn. Ich wei├č nicht, wie es sich mit Prince Ciel verhalten wird Herr, aber er machte stets einen gefestigten und besonnenen Eindruck. So besonnen, dass ich ihm mein Leben verdanke Herr. Der junge Herr hat soviele Pflichten, die er alle sorgf├Ąltig erledigt. Vielleicht ist seine Ehe genau der R├╝ckzogsort, wo er Kraft sch├Âpft um sich erneut seinen Aufgaben widmen zu k├Ânnen┬ź, sagte Zerbino und wusch Alex vorsichtig die Haare.

Alexandre de la Grange
┬╗Das wird sich zeigen┬ź, antwortete Alexandre unverbindlich. Seine H├Ąnde ruhten locker zwischen seinen Beinen, w├Ąhrend Zerbino ihm das Haar reinigte. Alexandre ben├Âtigte eine Weile, um sich an die Ber├╝hrung zu gew├Âhnen, ehe er sich so weit entspannen konnte, dass er den Kopf zur├╝cklegte. ┬╗Ciel ist ein kluger Kopf, so wie jedes Mitglied seiner Familie. Aber er braucht noch viel Leitung. So wie andere Leute sie ebenso brauchen w├╝rden. Ich hoffe, seine Braut kann ihm diese bieten. In meinem Labor w├╝rdest du mir beim Ordnunghalten behilflich sein k├Ânnen, ebenso beim Durchf├╝hren der Experimente. Wenn du eine gute Handschrift hast und sicher bist in Orthografie und Grammatik, w├╝rde ich dir gern auch das ein oder andere diktieren.┬ź

Zerbino
Zerbino massierte Alexandre die Kopfhaut w├Ąhrend er ihm das Haar erneut einsch├Ąumte. ┬╗Meine Schrift ist ordentlich, Ihr werdet keine Probleme haben sie lesen zu k├Ânnen Herr. Ja Ciel und seine Br├╝der sind kluge K├Âpfe, da stimme ich Euch zu. Aber sie sind auch noch sehr jung. Junge M├Ąnner, die sich manchmal beweisen wollen. So ist das in dem Alter, nicht nur bei Prince Ciel, auch bei Prince Dreux und Greg. Jeder der Drei ist bestrebt, ihren Vater stolz zu machen. Das ist auch richtig so, aber ich glaube alle drei sehen es zu verbissen. Vielleicht war dem auch so, da der Duc nicht in der Heimat war. Sie wollten es besonders gut machen. Ich vermute auch Olivie ist eine ruhige und umg├Ąngliche Person. Mein Ex-Herr war dies gr├Â├čtenteils auch. Gr├Â├čtenteils, da kein Mensch permanent nur ruhig und ausgeglichen ist. Das w├Ąre zuviel verlangt. Was ich sah sagt mir, dass Prince Ciel Euch au├čergew├Âhnlich sch├Ątzt┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Aha. Und wie kommst du darauf? Ich sehe mich eher als eines seiner Spielzeuge. Dass Olivie ruhig und umg├Ąnglich ist, habe ich bef├╝rchtet.┬ź Alexandre schloss die Augen zur H├Ąlfte. Einen Spalt lie├č er offen, um sehen zu k├Ânnen. ┬╗Was ist mit dir? Bist du immer ruhig? Wenn du mein Leibdiener bist, w├╝nsche ich, etwas mehr ├╝ber dich als Person zu erfahren. Wie lautet dein Nachname und wie kamst du in den Dienst von Prince Gregoire?┬ź

Zerbino
┬╗Herr Ihr seid doch kein Spielzeug, wie kommt Ihr denn nur auf so etwas? Er hat Euch doch bewusst eingeladen um Euch zu erfreuen, oder geht es dabei um etwas ganz anderes? Ich kam vor langer Zeit in den Dienst von Prince Gregoire Verrill de Souvagne. 17 Jahre diente ich ihm, als der junge Prince 6 Jahre alt war, wurde ich ihm als Leibdiener zugeteilt. Er sollte jemand ├Ąlteres an seiner Seite haben. Jemand wo er sich gut aufgehoben, verstanden aber vor allem auch besch├╝tzt f├╝hlt. Im Grunde wie eine zweite Nanny. So lebten wir gemeinsam, Herr und Diener und auch ein klein wenig so wie gro├čer Bruder und der kleine Knirps. Immer ruhig bin auch ich nicht, etwas besonnen schon, manchmal vielleicht auch schon zu phlegmatisch. Unser kleiner Prince ist eine sehr umg├Ąngliche liebe Person. Er liebt B├╝cher, er sammelt B├╝cher und nichts liebt er mehr als in seiner Bibliothek zu sitzen und zu lesen. Dabei habe ich ihm selbstverst├Ąndlich Gesellschaft geleistet. Und so lernte ich ebenfalls B├╝cher lieben. Nun ich lese nichts wissenschaftliches Herr. Ich lese pure Unterhaltung. So habe ich mir selbst die Zeit vers├╝├čt, die ich an der Seite meines Herrn verbrachte. Sein zuk├╝nftiger Ehemann h├Ąlt es wohl genauso. Mein Herr ging gerne auf B├╝cherjagd in alten L├Ąden und Kr├Ąmereien. Dorthin begleitete ich ihn immer sehr gerne. Dinge aus fremden Landen schaue ich mir gerne an. Ich habe einst eine Sandflasche erworben, in der der Sand in ganz besonderen Mustern angeordnet war. Manchmal frage ich mich, wo diese Flasche wohl schon ├╝berall gestanden hat. Jedenfalls hat diese eine weitere Reise hinter sich, als ich je unternehmen werde. Solche Dinge frage ich mich dann. Manchmal tausche ich mich dabei mit Fabien aus, dem Leibdiener des Duc. Er hat eine ganz interessante Sicht auf manche Dinge. Ich frage mich immer, was uns manche Gegenst├Ąnde wohl erz├Ąhlen w├╝rden, wenn sie nur k├Ânnten. Was ihre Geschichte ist. Mein vollst├Ąndiger Name ist Zerbino Boisvert Herr┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Hm, ja, auch Ciel liest gern. Aber keine Belletristik. Du kannst dir ein paar B├╝cher mitnehmen, wenn du mich in den Tempel begleitest und deine Arbeiten erledigt hast. Allerdings ist es dort nicht sonderlich gem├╝tlich. Dass Ciel mich aus reiner Gutm├╝tigkeit bei der Hochzeit zu sehen w├╝nscht, glaube ich weniger. Entweder, er genie├čt es, mir vorzuf├╝hren, was ich niemals haben werde, oder dies ist ein sehr ungeschickter Versuch, sich mit mir wieder gutzustellen - und sich vor einer Entschuldigung zu dr├╝cken. Die Flasche mit dem Sand kannst du mit ins Labor bringen, ich kann den Inhalt einiger alchemistischer Analysen unterziehen und wom├Âglich erf├Ąhrst du dann, wo sie schon ├╝berall war - es sei denn, deine Frage war rein theoretischer Natur. Dass du einem Herrn, der wie ein kleiner Bruder war, auf welche Weise auch immer genommen wurdest, tut mir leid zu h├Âren. Ein Bruder kann ich f├╝r dich nicht sein. Vermutlich nicht einmal ein Freund. Aber ich bem├╝he mich, ein anst├Ąndiger Herr f├╝r dich zu sein.┬ź

Zerbino
┬╗Das ist sehr freundlich von Euch Herr, beide Angebote nehme ich dankend an. Nein Herr bitte, warum sollte Ciel Euch denn vor Augen f├╝hren was Ihr nie haben k├Ânnt? Zudem wer sagt denn, dass Ihr nie heiraten werdet! Falls Ihr das nicht m├Âchtet, wird es selbstverst├Ąndlich so sein. Aber falls Ihr dem nachtrauert, weil Euer Sch├╝ler nun heiratet - Herr dann m├╝sst Ihr an Euch arbeiten, damit Ihr ebenfalls Euer Gl├╝ck findet. Aber so eine Geh├Ąssigkeit gerade an seinem Hochzeitstag w├╝rde Prince Ciel niemals planen. Ja im Grunde k├Ânnt Ihr sagen, ich habe Prince Greg mit gro├čgezogen. Dies wegen einem Missverst├Ąndnis zu verlieren tat und tut sehr weh. Aber wisst Ihr, vielleicht war es ├╝berf├Ąllig. Er ist erwachsen geworden und hat sich damit von mir abgenabelt. Er geht seinen eigenen Weg, er heiratet heute selbst. Er verl├Ąsst das elterliche Nest und wird seine Entscheidungen zuk├╝nftig gemeinsam mit seinem Ehemann treffen. Ich w├╝nsche den beiden nur das Beste und ich w├╝nsche ┬╗meinem kleinen Greg┬ź nur das Beste. Er ist eine zartere Pflanze, als man vermutet. Aber Linhard wird sich gut um ihn k├╝mmern und seine Br├╝der sind zur Not auch noch da. Es freut mich, dass er jemanden gefunden hat, den er liebt. Zeitgleich ist der Verlust schon ein Stich. Ich h├Ątte ihm geg├Ânnt ins Leben auf eigenen Beinen zu Starten, nur der Umstand wie es geschah, dass schmerzt mich sehr. Ich war niemals unloyal zu ihm. Ich hoffe er glaubt mir dies. Auch wenn er lieber einen anderen Leibdiener nun w├╝nscht. Was hat Prince Ciel denn getan, dass es einer Entschuldigung bedarf? Und Herr, gew├Ąhrt ihm doch seine Gnade, was immer es war zu seinem heutigen Ehrentag┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Er ist erwachsen geworden und hat sich abgenabelt ... eine interessante wie poetische Sichtweise. Und vielleicht gar nicht so weit entfernt von der Wahrheit. Es scheint allgemein gerade eine Zeit des Umbruchs zu herrschen und dies bringt stets Verluste, aber auch Neuanf├Ąnge mit sich. Ich hoffe f├╝r Prince Gregoire, dass er einen neuen, ebenso guten Leibdiener findet, so wie Ciel auch zwei neue gefunden hat, von denen er mit dem einen sehr zufrieden zu sein scheint und den anderen zumindest f├╝r so vertrauensw├╝rdig h├Ąlt, ihn mir anzuvertrauen. Mir geht es nicht darum, dass ich nicht heiraten kann. Dies k├Ânnte ich vielleicht, wenn ich das w├Âllte, genug Einfluss und Geld hat meine Familie, um irgendwen zu finden. Aber ich w├╝nsche nicht irgendwen. Ich w├╝nschte ├╝berhaupt niemanden, bis Ciel mir - wie ich dachte - eindeutige Avancen machte, nur um mir einen Tag sp├Ąter seine Verlobung mit seiner Halbschwester unter die Nase zu reiben. Wie w├╝rdest du ein solches Verhalten interpretieren, wenn nicht als Geh├Ąssigkeit? Und w├╝rdest du nicht auch w├╝nschen, dass jemand, der so etwas tat, nicht wenigstens den Mut aufbringen sollte, eine Entschuldigung auszusprechen?┬ź

Zerbino
┬╗Zuerst w├╝rde ich nicht gleich Geh├Ąssigkeit unterstellen Herr, sondern ich w├╝rde vermuten dass sich Prince Ciel nicht entscheiden konnte. Machte er Euch die gleichen Avancen wie seiner zuk├╝nftigen Frau? Dann war er sich vielleicht nicht im Klaren, wen er tats├Ąchlich heiraten wollte oder sollte. Herr Ihr kennt Prince Ciel genauso lange wie ich, wann hatte der junge Prince je vor zu heiraten? Soweit ich mich zur├╝ck erinnern kann - niemals Herr. Nie. Und als die neuen Marquis eingeb├╝rgert wurden, da hatte mein Herr sich spontan in den Marquis Linhard von Hohenfelde verguckt. Er wollte diesen Mann und er machte ihm ein eindeutiges und einmaliges Angebot was dieser angenommen hat. Davor hatte sich der neue Marquis nach Olivie erkundigt. Aber nur einige Minuten vorher, teilte Ciel mit, dass er Olivie ehelichen w├╝rde, damit sie nicht den Zwerg heiraten m├╝sse. Was sagt Euch dies? Liebt er seine Schwester? Auf jedene Fall. Wie liebt er sie? Das vermag ich Euch nicht zu sagen. Aber eines auf alle F├Ąlle - er besch├╝tzt sie um jeden Preis. Wenn er andere Gef├╝hle f├╝r Euch hegt, dann wird er Euch nicht k├Âdern um Euch vor den Kopf zu sto├čen. Er wird Euch ebenso m├Âgen eventuell sogar lieben. Seine Gef├╝hle bleiben gleich f├╝r Euch, nur sein Familienstatus ├Ąndert sich Herr. Dies solltet Ihr bedenken. Vielleicht war es wie von meinem Herrn eine Spontanentscheidung. Mein Herr verliebte sich, Prince Ciel sah sich zum Handeln, ja zur Rettung Olivies gen├Âtigt. Er wird Euch niemals bewusst wehgetan haben Herr. Nun wenn Ihr nicht heiraten m├Âgt, ist dies in Ordnung. Aber dann seid auch Ciel nicht b├Âse, wenn er es tut - und zwar aus einem anderen Grund, als Ihr vermutet habt. Sein Grund war Rettung┬ź.

Alexandre de la Grange
Alexandre ├╝berlegte. ┬╗Vielleicht hast du Recht. Eine solche Unentschlossenheit w├╝rde gut zu ihm passen. Ich bin ihm nicht b├Âse, dass er heiratet, nur entt├Ąuscht. Ver├Ąrgert bin ich ob der Art und Weise. Ehrlicher Weise muss ich einr├Ąumen, dass er nach der Verlobung die Aussprache mit mir suchte, ich ihn jedoch abblockte. Ich sollte mir anh├Âren, was er zu sagen hat. Nun, ich werde ihm die Feier nicht verderben, aber genie├čen werde ich sie auch nicht. Du darfst mich nun rasieren und mir nebenbei erkl├Ąren, warum man dich im Allgemeinen als Kauz bezeichnet, wohingegen du heute eine bemerkenswert scharfsinnige und einf├╝hlsame Beobachtungsgabe im Hinblick auf dein Umfeld beweist. Wie passen deine sogenannte Kauzigkeit und diese Einf├╝hlsamkeit zusammen?┬ź

Zerbino
Zerbino bereitete alles vor sch├Ąumte das Gesicht seines Herrn gut ein, ehe er anfing ihn zu rasieren. ┬╗Vermutlich liegt es an meiner ganzen Art. Ab und an sa├č ich in der Dienstbotenk├╝che, aber meist war ich bei meinem Herrn. Das ist schlie├člich die Aufgabe eines Leibdieners. Aber in der Freizeit war ich ebenso in meiner Kammer. In manchen Dingen habe ich eine sehr festgefahrene Meinung,manche Dinge beobachte ich scharf und ziehe meine Schl├╝sse daraus. Und alles muss einen richtigen Gang gehen. Ich denke dass ist mit meiner Kauzigkeit gemeint. Aber so einige haben doch ihren allt├Ąglichen Trott, nicht nur ich. Da ich meist verschlossen bin und nicht so viel rede, halten mich die meisten f├╝r eine verkniffene Auster. Das bin ich gewiss nicht. Wir beide reden ja auch angeregt miteinander Herr. Es kann aber sein, dass ich es nur gew├Âhnt bin mit meinem Herrn zu reden und in dessen N├Ąhe zu sein, als mich mit anderen gro├č auszutauschen. Meine Kauzigkeit bekam Nathan zu sp├╝ren, was er nicht verdient hatte. Er war nur besorgt und ich war ein schroffer alter Griesgram┬ź, erkl├Ąrte Zerbino w├Ąhrend er Alex rasierte.

Alexandre de la Grange
┬╗Warum warst du ihm gegen├╝ber griesgr├Ąmig?┬ź, fragte Alexandre, als Zerbino gerade das Messer abwusch und ihn entsprechend nicht schneiden konnte. ┬╗Liegt es an ihm als Person? Er ist dir recht ├Ąhnlich, sehr auf seinen Herrn fixiert und verteckt sich am liebsten. Womit er widerum auch mir ├Ąhnlich ist, nur dass ich keinen Herrn in dem Sinne habe.┬ź

Zerbino
┬╗Nein, er hatte sich nach etwas erkundigt. Er war in Sorge. Und dabei erinnerte er mich an einen Vorfall f├╝r den ich mich bez├╝glich meiner Tatenlosigkeit sch├Ąmte. Und ich sch├Ąmte mich f├╝r meinen Herrn und seine - Unausgeglichenheit an diesem Tage. Nathan hat nichts falsch gemacht. Wir hatten einen gro├čen Fehler begangen und Nathan hat mich mit seinem Fragen damit konfrontiert. Und dies machte mich griesgr├Ąmig. Im Grunde war ich so zu Nathan, wie ich zu mir h├Ątte sein m├╝ssen. Er fragte in v├Âlliger Unschuld und mit Sorge. Weder meinen Ton noch meine Art hat er verdient. Er hatte nur das Beste f├╝r seinen Herrn, seinen ehemaligen Herrn und f├╝r einen Kollegen im Sinn. Es lang an mir und meiner Scham. Wie sagt unser Duc immer? Jemanden den Spiegel vorhalten. Was ich sah, hat mich zutiefst besch├Ąmt. Daf├╝r kann weder Nathan noch der sinngem├Ą├če Spiegel etwas. Wer bekommt schon gerne unverbl├╝mt seine Fehler aufgezeigt? Niemand. Und sie dann noch in Sorge verpackt vorgesetzt zu bekommen, hat sie extrem bitter werden lassen. Nathan ist was er ist, ein guter, treuer Leibdiener. Ich war dies auch, aber genau just an diesem Tage Herr war das mein gr├Â├čter Fehler. Ein Leibdiener muss seinen Herrn auch von einer Dummheit abhalten. Dazu ist er verpflichtet. Ich schwieg, ich schaute weg in der Hoffnung er w├╝rde von seinem Vorhaben ablassen. Was er leider nicht tat. Bis sein Bruder Prince Ciel erschien und meinen Herrn beruhigte┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Die Wahrheit kann weh tun┬ź, sinnierte Alexandre altklug vor sich hin. ┬╗Nathan ist ein sehr feines Wesen, dem man nichts B├Âses tun sollte. Aber genau das B├Âse scheint er anzuziehen. Von welchen Dummheiten gedenkst du mich k├╝nftig abzuhalten? Es wird im Bluttempel viele Dinge geben, die aus deiner Sicht wom├Âglich keinen Sinn machen oder sogar sch├Ądlich sind.┬ź

Zerbino
┬╗Dingen die Ihr anderen Unschuldigen antun w├╝rdet. Ich w├╝rde Euch ansprechen und Euch bitten es mir zu erl├Ąutern. Meist reicht es aus, wenn jemand seine Handlung erl├Ąutern muss. Meist verraucht die Wut bei einer Erkl├Ąrung, da man es auch von der Seele bekommt, aber ohne Handgreiflichkeiten oder ├Ąhnichem. Nein Nathan sollte man nichts B├Âses tun, er war einfach zu anst├Ąndig f├╝r so einen alten Deppen wie mich┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Hast du Ciels R├╝cken in den letzten Tagen gesehen?┬ź

Zerbino
Zerbino dachte fieberhaft nach, aber nein das hatte er nicht. Ferrau k├╝mmerte sich um seinen Herrn und er hatte wie Blei im Bett gelegen, da er nicht begreifen konnte, Greg niemals wieder zu sehen auf diese Art. Auch wenn er nur sein Leibdiener war, er hatte ihn ein St├╝ckweit gro├čgezogen. Es war auch sein K├╝ken und das hatte ihn nun vor die T├╝r gesetzt. Es gab kein Zur├╝ck mehr und das raubte ihm in den letzten Tagen jede Kraft. ┬╗Nein Herr, ich sah seinen R├╝cken nicht┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Dann zeige ich dir meinen.┬ź Er lehnte sich nach vorn, so dass Zerbino ein Netz aus Peitschennarben unterschiedlichen Alters sehen konnte. ┬╗Flagellatio. Selbstgei├čelung. Eine wichtige ├ťbung. Ciels R├╝cken ist von sehr viel frischeren Gei├čelungsspuren gezeichnet. W├╝rdest du mich davon abhalten wollen, dies durchzuf├╝hren oder meinen Sch├╝lern zu verordnen?┬ź

Zerbino
┬╗Nein Herr, ich w├╝rde Euch fragen warum Ihr dies tut. Aber ich w├╝rde Euch abhalten, wenn IHR dies mit Ciel tun wolltet. Eindeutig┬ź, erwiderte Zerbino sehr ernst.

Alexandre de la Grange
┬╗Ah, nein, das erledigt Ciel selbst, so wie jeder andere Sch├╝ler und auch die Lehrer sind davor nicht gefeit, wie du siehst. Aber mitunter lege ich ihnen Flagellatio nahe.┬ź

Zerbino
┬╗Nun wenn dies zu Euren Lehren geh├Ârt, kann ich nichts dagegen sagen. Ich akzeptiere es, da sich jeder selbst so zurichtet. Dies tut ihm kein anderer an Herr┬ź, antwortete Zerbino beruhigt. Er hatte angenommen, der Marquis h├Ątte dies seinen Sch├╝lern angetan, einschlie├člich Ciel.

Alexandre de la Grange
┬╗Dann akzeptierst du auch, dass ich ihnen diese Eigenbehandlung bei Bedarf nahelege, sprich, sie kraft meiner Autorit├Ąt mehr oder minder dazu zwinge?┬ź

Zerbino
┬╗Nein das tue ich nicht, dennoch k├Ânnt Ihr es tun. Ich verstehe den Hintergrund dessen nicht Herr. Warum tut Ihr das? Was habt Ihr davon? Geh├Ârt es zu Eurer Religion oder Magie?┬ź, fragte Zerbino verwirrt.

Alexandre de la Grange
┬╗Es geh├Ârt zu der Ideologie, welche dazu dient, den Geist des Bluhexers zu einer uneinnehmbaren Festung zu formen┬ź, erkl├Ąrte Alexandre geduldig. ┬╗Wir ben├Âtigen Eigenblut f├╝r die Durchf├╝hrung unserer Rituale. Dieses gewinnen wir durch rituelle Selbstverletzung. Dass man daf├╝r kein Sensibelchen sein kann, ist naheliegend. Der Geist muss gest├Ąhlt werden. Muss lernen, Pein zu ertragen. Flagellatio ist nur ein Weg von vielen und wird meist f├╝r Bestrafungen f├╝r das Nachgeben k├Ârperlichen Verlangens eingesetzt.┬ź

Zerbino
┬╗Aha, also dient es Eurer Aus├╝bung der Magie┬ź, sinnierte Zerbino und dachte angestrengt ├╝ber die Worte nach. ┬╗Ich nehme Eure Erkl├Ąrung hin und f├╝ge mich als Euer Leibdiener. Gesehen habe ich es ja noch nicht oder die Auswirkung wozu Ihr es ben├Âtigt Herr. Das man bei Selbstverletzungen die man sich zuf├╝gen muss, Schmerz resistend sein sollte, verstehe ich. Aber sch├Ądigt Euch das nicht mehr, als das es n├╝tzt? Ihr verliert doch dabei Blut┬ź, warf Zerbino ein.

Alexandre de la Grange
┬╗Ja, es sch├Ądigt uns. Mehr noch, es zerst├Ârt uns ├╝ber kurz oder lang. Was letztendlich bedeutungslos ist, wenn man den h├Âheren Sinn unseren Handelns betrachtet. Wir Bluthexer sch├╝tzen die Krone vor Untoten und beherrschen obendrein einige m├Ąchtige Heilzauber.┬ź

(Fortsetzung folgt)
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Alexandres und Zerbinos erstes Gespr├Ąch

#26

Beitrag von Alexandre de la Grange » Do 10. Mai 2018, 00:32

(Fortsetzung)

Zerbino
Zerbino dachte ├╝ber die Worte seines Herrn nach. Sie besch├╝tzten die Krone und beherrschten Heilzauber. Aber was unterschied diese Heilzauber von anderen? Sie ben├Âtigten Blut. Aber wozu genau? Von Magie hatte er soviel Ahnung wie vom Stepptanz - keine. ┬╗Herr ich verstehe, was Ihr mir sagen m├Âchtet. Aber ich verstehe die Bedeutung Eurer Worte nicht. Ihr sagt, Ihr sch├╝tzt die Krone. Das freut mich und ich wei├č, dass dies viele gute M├Ąnner und Frauen auf ihre Art und Weise tun. Wie genau tut Ihr es? K├Ąmpft Ihr mit Magie? Und was sind das f├╝r Heilzauber wo man Blut f├╝r ben├Âtigt? Oder ben├Âtigt Ihr dies nicht f├╝r den Zauber selbst? Ich habe keine Ahnung von Magie her. Sie ist mir v├Âllig fremd, ich hatte auch nie direkten Kontakt mit Magie oder jemand der sie gewirkt h├Ątte. Ich kenne es nur von den Himmelsaugen. Aber dort sieht man ja keine Magie direkt wirken. Man sieht oder merkt, dass diese M├Ąnner auf einmal ├╝ber Wissen verf├╝gen, dass Wissen, dass ihnen ihre V├Âgel weitergeben. Wie funktioniert dies bei Euch?┬ź.

Alexandre de la Grange
Alexandre versuchte, sich m├Âglichst laienfreundlich auszudr├╝cken. ┬╗Ich erwarte nicht von dir, dass du alles verstehst, was ich dir zur Bluthexerei erz├Ąhle. Es gen├╝gt, wenn du die Grundz├╝ge begreifst, damit du mein Handeln nachvollziehen kannst. Wichtig ist f├╝r dich zu akzeptieren, dass Bluthexer Eigenblut als die wichtigste Zutat ihrer Zauberei verwenden. Ebenso, dass dies nur ├╝ber Selbstverletzung zu gewinnen ist und daher eine gr├Â├čtm├Âgliche Resistenz gegen die Hilfeschreie des Fleisches gegeben sein muss. Infolgedessen musst du verstehen, dass in der Bluthexerei der Geist als ├╝ber dem K├Ârper stehend betrachtet wird. V├Âllige Losl├Âsung von allen k├Ârperlichen Bed├╝rfnissen, die ├╝ber den blo├čen Lebenserhalt hinausgehen, ist das Ziel und entsprechend martialisch wirken auf Uneingeweihte unsere Praktiken. Begreife es als etwas Sch├Ânes, Edles, wenn ich mein Blut f├╝r den Duc und seine Familie vergie├če oder Prince Ciel das tut. Wir bluten, damit es ihnen gut geht und wenn es sein muss, sterben wir f├╝r sie. Das macht es f├╝r dich vielleicht einfacher. Welchen famili├Ąren Hintergrund hast du? Was ist die Profession deiner Eltern?┬ź

Zerbino
┬╗Ich verstehe warum Ihr dies tut. Ihr besch├╝tzt den Duc, so wie die Himmelsaugen, die Gardisten und alle anderen K├Ąmpfer und Krieger ihre Leben f├╝r den Duc, die Krone und Souvagne geben w├╝rden. Ihr agiert selbstlos wie M├Ânche. Ich entstamme einer langen Linie von Dienern Herr. Meine Eltern waren Diener, sprich Diener und Zofe und deren Eltern davor auch. Ich bin also kein Quereinsteiger wie Ferrau, Nathan, Khawa oder Fabien. Dies soll keine Wertung sein, da alle ihre Arbeit sehr gut verrichten. Es dient nur der Erkl├Ąrung. In wie weit k├Ânnt Ihr denn jedem K├Ârperlichen entsagen? Fastet Ihr? Oder was tut Ihr noch? Leistet Ihr andere Dienste?┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Dann darf ich mich bei dir wohl in besonders fachkundigen H├Ąnden f├╝hlen. Wenn der Duc dir seinen Sohn anvertraut, wird auch Alexandre de la Grange keinen Grund zur Beschwerde finden, ich f├╝hle mich geehrt. Ich bin in der Lage, sehr viele Tage vollst├Ąndig zu fasten und auch auf Fl├╝ssigkeit zu verzichten, was man als Bluthexer jedoch beides nur sehr selten zu Schulungszwecken praktizieren sollte, da die Qualit├Ąt des Blutes darunter leidet. Ich befolge eine strenge Di├Ąt, so wie all meine Sch├╝ler, so weit ich es kontrollieren kann. Diese besteht aus besonders eisenreichen Nahrungsmitteln, da alchemistische Experimente gezeigt haben, dass der Eisengehalt des Blutes bei regelm├Ą├čigen Blutopfern rapide abnimmt. Man bemerkt dies dann unter anderem an massivem Leistungsverlust, eingerissenen Mundwinkeln und einer wunden Zunge. Diese Di├Ąt ist also sehr wichtig. Desweiteren halte ich meine Sch├╝ler zur gr├Â├čtm├Âglichen Enthaltsamkeit an, besonders jene, bei denen ich hohes magisches Potenzial sehe.┬ź

Zerbino
┬╗Vielen Dank f├╝r das Lob Herr. Ihr solltet mir diese Di├Ąt aufschreiben, damit ich f├╝r Euch ebenfalls darauf achten kann. Solange es nicht n├Âtig ist, solltet Ihr nicht dursten. Wie ich einst h├Ârte, kann man l├Ąnger hungern als dursten. Und das glaube ich auch Herr, denn Durst ist selten ertr├Ąglich, Hunger kann man beiseite schieben. Mir ergeht es so. Ihr und Eure Sch├╝ler leben also keusch. Nun dann bitte ich meinen vorherigen Einwand oder meinen guten Rat einer Ehe entsprechend zu entschuldigen. Ich habe nicht gewusst, dass Ihr Euch dies auferlegt und wollte Euch nur Mut zu sprechen┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Es gibt nichts zu entschuldigen, du konntest das nicht wissen. Ich selbst achte gut auf die Einhaltung meiner Di├Ąt, aber was Ciel anbelangt, bin ich mir manchmal nicht so sicher. Darum w├Ąre es gut, wenn du nach ihm schauen k├Ânntest, so es dein Zeitplan bei mir erlaubt. Er tr├Ągt sein Haar nicht umsonst als Einziger seiner Familie kurz - es ist d├╝nn und br├╝chig geworden. Er sollte nicht so viele Kekse und Wei├čbrot zu sich nehmen und vor allem keinen Kaffee trinken, sondern vor allem rotes, rohes Fleisch, frische Innereien, Milchprodukte, Gem├╝se und saure Fr├╝chte und Beeren verzehren. Ei ist auch gut.┬ź Er betrachtete Zerbino. ┬╗Du siehst ebenso recht blass aus und dein Haar ist stumpf und ohne Glanz. Versuche, deine Ern├Ąhrung mit diesen Zutaten zu erg├Ąnzen und schaue, ob es besser wird. Lebst du in Partnerschaft oder Ehe, Zerbino?┬ź

Zerbino
┬╗Nein ich lebe allein. Meine Aufgabe, meine wirklich vollumf├Ąngliche Aufgabe war Prince Gregoire. Nicht dass Ihr dies missversteht, wie ich bereits erl├Ąuterte verband und ein gro├čer Bruder - kleiner Bruder Verh├Ąltnis, niemals ein intimes. Aber sagen wir es einmal so, auch Prince Gregoire hat sehr spezielle Anforderungen an seinen Leibdiener, an seine Umwelt und an sein Leben. Und so ist es oft auch sehr zeitaufwendig diesem nachzukommen. Er hingegen liebt Kekse und daher hat sich das wohl Ciel abgeschaut. Aber nicht nur er, sondern auch ich. Ohne Kaffee Herr, k├Ąme ich nicht aus. Kekse und Kaffee waren in meinem alten Zuhause quasi Grundnahrungsmittel. Aber ich werde Euren Rat befolgen und selbstverst├Ąndlich werde ich mich um Ciel k├╝mmern und darauf achten. Er rettete mein Leben┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Du musst stets bedenken, dass all diese Beschr├Ąnkungen keine G├Ąngelei sind, sondern ihren Sinn haben. In dem Falle Ciels Gesundheit. Ich wei├č nicht, warum sein Eisengehalt in letzter Zeit so rapide gesunken ist, ich denke, er wendet seine Zauber auch au├čerhalb des Tempels an, ohne mit mir R├╝cksprache zu halten. Er sieht ungesund aus. Also lebst du im Prinzip auch keusch? Keineswegs wollte ich dir Intimit├Ąt mit dem Prince unterstellen und wenn es so w├Ąre, w├╝rde mich das nichts angehen und entsprechend auch nicht k├╝mmern, selbst wenn ich es w├╝sste.┬ź

Zerbino
┬╗Nein ich lebe nicht keusch Herr, man muss nicht heiraten um intim sein zu k├Ânnen. Man muss nur eine Gelegenheit nutzen die sich bietet. Eine Intimbeziehung mit Prince Greg kommt nicht in Betracht. Ich bin sein Untergebener, ich diente ihm, ich sch├╝tzte ihn soweit das in meiner Macht stand. Ich wollte es nur klarstellen, nicht dass falsche R├╝ckschl├╝sse gezogen werden. Nun Ciel hatte in letzter Zeit sehr viel Stress. Denkt an den Krieg, an die Erweiterung Souvagnes, die ganzen Planungen, die Unterst├╝tzung von Dreux und Gregoire┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Dann solltest du Ciel dar├╝ber in Kenntnis setzen, er sch├Ątzt es nicht, wenn seine Leibdiener hinter seinem R├╝cken mit irgendwem intim sind. Das endet dann so, wie mit Nathan. Und ganz sicher werde nicht ich es sein, dem er dich dann schenkt, denn das w├Ąre wohl Strafe zu wenig, da sich nichts f├╝r dich ├Ąndern w├╝rde. Du stellst sehr entschieden klar, dass es keine andere Beziehung zwischen dir und Gregoire gab, als jene eines Dieners zu seinem Herrn beziehungsweise eine geschwisterliche. Warum? Gab es entsprechende Vorw├╝rfe?┬ź

Zerbino
┬╗Nein solche Vorw├╝rfe gab es nicht, ich wollte nur nicht dass Ihr ein falsches Bild von mir bekommt. ├ťberlegt wie lange ich Gregoire diente. Ich kannte ihn als kleines Kind bis heute. Im Grund habe ich ihn mit gro├čgezogen. Ich kann mich da nur wiederholen. Drum w├Ąre es mir selbst einfach nicht Recht, wenn jemand so ├╝ber uns denken w├╝rde. Versteht Ihr? Selbst wenn er mich jemals so gesehen h├Ątte, ich h├Ątte es abgelehnt. Er geht ja sehr offen mit seinem Geschmack um, dass er beides liebt - M├Ąnner wie Frauen. F├╝r mich ist er immer der kleine Greg, auch wenn er mich f├╝r Aussage vermutlich erw├╝rgen wollen w├╝rde. Aber ich kann, werde und will ihn nicht anders sehen. Und deshalb habe ich es so erl├Ąutert. Da mir dies wichtig ist Herr. Weshalb hinter Ciels R├╝cken? Ich treibe mich nicht herum, seid unbesorgt. Mit wenn sich etwas ergibt meine ich, wenn man auf einem Fest eine Frau kennenlernt f├╝r diese Zeit┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Auch ├╝ber eine solche Bekanntschaft solltest du Ciel in Kenntnis setzen. Es ist besser f├╝r euch beide, vor allem aber besser f├╝r dich. Du bist sein Eigentum und das nimmt er sehr w├Ârtlich. Das wirst du vermutlich bald schon zu sp├╝ren bekommen. So lange du in seiner Gunst stehst, wird es dir an nichts mangeln, aber im Zorn steht er seinen Br├╝dern in nichts nach. Wie k├Ânnte ich ein falsches Bild von dir bekommen? Du selbst zeichnest das Bild, das ich zu sehen bekomme. Ich nehme das ganz neutral zur Kenntnis und denke mir meinen Teil, wenn ich gen├╝gend Pinselstriche von dir erhalten habe. Ich finde es erfreulich, dass du mit deinem ehemaligen Herrn ein so gutes Verh├Ąltnis hattest, aber gleichzeitig wird dieser Umstand auch stets einen Schatten auf unser Verh├Ąltnis werfen oder auf das zu Ciel, nehme ich an.┬ź

Zerbino
┬╗Dar├╝ber hatte ich nicht nachgedacht, dass ihn auch ein kurzes, bedeutungsloses Zusammentreffen missfallen k├Ânnte. Ich werde mit ihm reden. Ob und wann sich einmal was ergibt, kann ich nicht sagen. Es ist abh├Ąngig von den Feiern am Hofe und ob ich dann dienstfrei habe. Nein es wirft keinen Schatten auf das Verh├Ąltnis zu Ciel oder Euch. Ihr steht f├╝r Euch, ich nehme Euch v├Âllig anders wahr als meinen alten Herrn. Ihr seid selbst├Ąndig, entscheidet selbst und ich bin nur Euer Vertrauter wenn Ihr dies w├╝nscht. Vermutlich war es auch f├╝r meinen alten Herrn nicht leicht, oft als Kind gesehen zu werden. Nun dass beinhaltete dass ich ihn nat├╝rlich umso mehr umsorgte, aber vermutlich f├╝hlte er sich auch bevormundet durch diese Behandlung. Gesagt hat er dergleichen nicht, sondern sich umsorgen lassen aber das sind meine Gedanken dazu┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Vielleicht sind deine Gedanken ja auch falsch und er genoss es, so umsorgt zu werden? Sonst h├Ątte er sicher irgendwann etwas entsprechendes ge├Ąu├čert. Hast du selbst es denn genossen, ihn als kleinen Bruder zu umsorgen oder stand dein Pflichtgef├╝hl im Vordergrund? Dass auch kurze Zusammenk├╝nfte von Ciel als katastrophal empfunden werden k├Ânnen, zeigt doch, was mit Nathan geschehen ist. Dies ist jedoch keiner Bosheit geschuldet, sondern einer ausgepr├Ągten Sensibilit├Ąt. Er f├╝hlt sich in solch einem Moment hintergangen. Drum sei stets ehrlich und offen zu ihm. Nichts, was du ihm Auge in Auge mitteilst, k├Ânnte ihn je so erz├╝rnen wie einen Fehltritt, von dem er ├╝ber Umwege erf├Ąhrt.┬ź

Zerbino
┬╗Ich danke Euch f├╝r diesen Rat Herr und werde ihn beherzigen. Vielen Dank. Ciel soll erfahren wie ich denke und er wird mir als mein Herr sagen, wie er dazu steht. Ob er es erlaubt, oder nicht. Es war Freude und Pflicht zugleich - ein Privileg und eine B├╝rde, so war es Gregoire zu dienen. Alles was ich tat, tat ich stets f├╝r ihn und ich diente ihm aus vollem Herzen. Niemand kann jemanden so dienen aus reiner Pflicht heraus Herr. Das geht vielleicht kurze Zeit gut, aber f├╝r beide Seiten w├╝rde es irgendwann untertr├Ągt. F├╝r den Herrn, da er nicht nur abgearbeitet und bearbeitet werden m├Âchte. Und f├╝r einen selbst, da er einen dies sp├╝ren lassen w├╝rde - zu Recht. Ich muss mich einfach noch etwas umgew├Âhnen. Aber ich werde Euch deshalb nicht weniger gut behandeln als Gregoire, dass verspreche ich Euch. Und ich glaube mit Euch wird es sogar etwas leichter┬ź, grinste Zerbino.

Alexandre de la Grange
Alexandre zog belustigt die Augenbrauen nach oben. Sein Mund blieb ausdruckslos. Er fand selten Grund, zu l├Ącheln. ┬╗Damit bist du die erste Person, welche mir sagt, dass ich einfach bin. Wenn du dies so empfindest. Umso besser. Wir haben uns sch├Ân unterhalten und mir gef├Ąllt deine Sicht auf deine Arbeit, deinen ehemaligen Herrn und auf die Gegenwart. Ich f├╝hle mich gut aufgehoben in deiner Gegenwart. Ich habe darum entschieden, dir ein weiteres Geheimnis anzuvertrauen - neben jenem, dass ich ein Bluthexer bin. Wie es die Natur von Geheimnissen verlangt, erwarte ich absolutes Stillschweigen. Und damit meine ich absolut. Wenngleich eine Offenbarung dieses Geheimnisses keine Todesstrafe nach sich ziehen w├╝rde, so doch den Tod unseres guten Verh├Ąltnisses.┬ź

Zerbino
┬╗Mein Schweigen ist Euch so gewiss, wie der Sonnenaufgang morgen fr├╝h. Das schw├Âre ich Euch bei allem was mir heilig ist Herr┬ź, schwor Zerbino feierlich.

Alexandre de la Grange
┬╗Ich nehme dich beim Wort. F├╝r uns beide wird es angenehmer sein, wenn du es erf├Ąhrst. Es nimmt dir die Gedanken ab, die du dir unweigerlich machtest, als ich dich bat, dich umzudrehen, w├Ąhrend ich mich auskleidete. Und mir nimmt es die Anspannung, mich stets vor deinen Augen verstecken zu m├╝ssen, damit du es nicht erf├Ąhrst. Diesmal brauchst du nicht wegzusehen.┬ź Alexandre nahm die H├Ąnde zwischen seinen Beinen hervor und kletterte aus der Wanne. Er stellte sich mit leicht ausgebreiteten Armen vor Zerbino. ┬╗Sieh hin. Sieh es dir genau an, damit du sp├Ąter nicht heimlich schauen musst. Du kannst die Narben auch anfassen, wenn du m├Âchtest, denn das wirst du ohnehin tun m├╝ssen, wenn ich einmal in irgendeiner Sache deine Hilfe ben├Âtige. Wenn du genug geschaut hast, darfst du mich abtrocknen oder das Weite suchen, wenn es dich ├╝berfordert. Ich kann mich auch allein weiter k├╝mmern.┬ź

Zerbino
Zerbino trat ganz nah an den Marquis heran und schaute ihn sich von oben bis unten an. Erst dann blieb sein Blick an der Narbe h├Ąngen, die von mehr Leid zeugte, als ein Mann ertragen konnte. Und dennoch stand Alexandre de la Grange lebend vor ihm. Wie er dies ├╝berlebt hatte, konnte sich Zerbino nicht erkl├Ąren, also musste es durch Magie gewesen sein. Einst hatte er einen ┬╗Mann┬ź umsorgt - der keiner war, der beides war, der alles war. Und nun umsorgte er einen ┬╗Mann┬ź, der keiner mehr war, der nichts war, als eine reine Seele ohne jede Zuordnung. Zerbino strich behutsam mit einem Finger ├╝ber die Narbe. Nicht begehrend, nicht neugierig, sondern f├╝hlend, tastend ob sie verh├Ąrtet war und ob sie trotz der gro├čen Last zus├Ątzlich Schmerzen bereitete. F├╝r einen winzigen Augenblick legte Zerbino seine flache Hand auf den Schritt von seinem Herrn, so als wollte er ihn verbergen und sch├╝tzen. Zerbino nahm die Hand fort, schaute auf und l├Ąchelte seinen Herrn an. Er nickte knapp, nahm das vorgew├Ąrmte Handtuch und trocknete seinen Herrn ab. ┬╗Mit was m├Âchtet Ihr gleich eingecremt werden Herr? Oder bevorzugt Ihr Puder?┬ź, fragte er zuvorkommend.

Alexandre de la Grange
Alexandre nahm die Ber├╝hrungen verwundert hin. Zerbino hatte keine Ber├╝hrungs├Ąngste. Alexandre hatte erwartet, dass er, wie Dreaux, geschockt reagieren w├╝rde oder, wie Ciel, mit aufdringlicher Neugier. Mit einem so entspannten Mittelma├č hatte er jedenfalls nicht gerechnet. Er fragte sich, ob Ciel geahnt hatte, dass Zerbino so reagieren w├╝rde.┬źEingecremt?┬ź, fragte Alexandre nachdenklich und lie├č sich trocken tupfen. ┬╗Lange ist es her ... ich hatte schon vergessen, dass man das ├╝berhaupt macht. Ich pflege sonst nur die Wunden und Narben.┬ź Er betrachtete seine Arme. ┬╗Ich kann es nicht sagen, was au├čer Narbensalbe noch zu meiner Haut passt. Vermutlich nur die. Viel Platz ist ja nicht mehr. Was w├╝rdest du mir empfehlen?┬ź

Zerbino
┬╗Das schlichteste und beste f├╝r eine Haut wie die Eure - Oliven├Âl. Es l├Ąsst Narben weich und geschmeidig werden, hat keinen gro├čen Eigengeruch, zieht wunderbar ein und es l├Âst keine Hautreaktionen aus. Kleine Kinder und sogar Babys kann man gefahrlos damit einreiben, was Euch zeigt Herr, dass Oliven├Âl absolut vertr├Ąglich ist. Ich kann es nur empfehlen, jeder wird Euch um Eure zarte Haut beneiden, falls er sie ber├╝hren darf. M├Âchtet Ihr es einmal versuchen?┬ź, fragte Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandre schnaubte kurz. ┬╗Mich will niemand mehr als n├Âtig ber├╝hren, Zerbino. Au├čer ein gewisser Jemand, der heute jemand anderen ehelicht. Aber ich hatte mir vorgenommen, erst einmal mit ihm zu reden, bevor ich mich weiter ├Ąrgere. Ja, versuch das Oliven├Âl ruhig, wenn du meinst, dass es gut ist. Mir ist es gleichg├╝ltig, solche Entscheidungen ├╝berlasse ich fortan dir. Nur bitte putze mich nicht ├╝berm├Ą├čig heraus. Am besten, so wenig wie m├Âglich. So, wie du einen M├Ânch herausputzen w├╝rdest, auch wenn ich keiner bin.┬ź

Zerbino
┬╗Ihr m├Âchtet gepflegt aussehen, aber nicht zurecht gemacht.Das ├ľl wird auch die Spannungen aus Euren Narben nehmen. Nun falls er es sich doch noch einmal anders ├╝berlegen sollte Herr, dann fast Ihr Euch so gut an, dass er es bereut┬ź, schmunzelte Zerbino.

Alexandre de la Grange
Alexandre grinste kaum merklich. Es war nur ein winziges Verziehen der Mundwinkel. ┬╗Charmant gekontert. Du l├Ąsst nicht zu, dass jemand im Tr├╝bsal schwelgt. Ich habe neue Roben mitgebracht, sie liegen dort dr├╝ben.┬ź

Zerbino
┬╗Wartet einen Moment┬ź, bat Zerbino. Der Leibdiener h├╝llte Alex fest in das Handtuch, verlie├č ihn f├╝r einen Moment und eilte davon, dass Oliven├Âl zu holen. Nach einer Weile kam er zur├╝ck und zeigte Alex die Flasche. ┬╗F├╝r Euch und wir legen auch gleich los┬ź, sagte Zerbino gut gelaunt. Er sch├Ąlte Alex aus seinem Handtuchkokon und begann ihn damit vorsichtig einzureiben und einzumassieren. Er begann mit ganz wenig ├ľl im Gesicht und arbeitete sich den K├Ârper entlang nach unten, wobei er keine Stelle auslie├č. Als er an den F├╝├čen angekommen war, schloss er die Flasche wieder und wartete bis das ├ľl in Alex Haut eingezogen war. Erst dann kleidete er seinen neuen Herrn langsam und umsichtig an, da er nicht wusste ob alle Narben wirklich schon tief genug abgeheilt waren. Das konnte Zerbino nicht einsch├Ątzen. ┬╗So seht Ihr doch schon ganz anders aus┬ź, freute er sich.

Alexandre de la Grange
Alexandre hatte keine Ahnung, wie er aussah und er wollte es auch nicht wissen. Was er sagen konnte war, dass sich eine angenehme W├Ąrme in ihm ausgebreitet hatte und aller vorherhiger ├ärger wie im w├Ârtlichen Sinne weggesp├╝lt war. Viele seiner Narben schmerzten, obwohl Zerbino umsichtig vorging, doch dieser dumpfe, hintergr├╝ndige Schmerz war ohnehin allgegenw├Ąrtig st├Ârte den Erzhexer nicht weiter. Nur zu Wetterumschw├╝ngen konnte es am Rande des Ertr├Ąglichen kratzen. Es stand kein Wetterumschwung bevor, das Wetter versprach, blendend zu bleiben. Langsam begann Alexandre, etwas zuversichtlicher auf die Feier zu sehen. In Begleitung von Zerbino w├╝rde es zumindest ertr├Ąglich werden.

Zerbino
┬╗M├Âchtet Ihr los? Heute werden viele der neuen Adligen anwesend sein. Ich bin gespannt Herr, wer sich alles die Ehre geben wir und wer auf der Hochzeit unserer Princen erscheint. Ich werde an Eurer Seite bleiben, seid unbesorgt┬ź, versprach Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
┬╗Hm? Ja. Ich war gerade in Gedanken. Dort dr├╝ben liegen die Roben. Meine Familie wird auch anwesend sein, zumindest teilweise. Ich habe sie sehr lange nicht gesehen.┬ź

Zerbino
Zerbino schaute sich die Roben an und w├Ąhlte eine sch├Âne davon aus, die er seinem Herrn ├╝berzog. ┬╗Dann ist dies doch f├╝r Euch ein erfreulicher Anlass. Das hoffe ich zumindest. Herr wollt Ihr diese eine oder alle Roben tragen?┬ź, fragte Zerbino.

Alexandre de la Grange
┬╗Alle. Aber ich ├╝berlasse dir die Reihenfolge. Von den neuen Adligen habe ich einige bereits kennenlernen d├╝rfen. Angeh├Ârige von Prince Gregoires Verlobtem.┬ź

Zerbino
Zerbino nickte und zog dem Marquise die Roben so an, wie es f├╝r ihn am sch├Ânsten aussah. ┬╗Und wie waren seine Verwandten so? Er selbst macht meist einen umg├Ąnglichen Eindruck, wenn er nicht gerade mit meinem alten Herrn Unfug treibt┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Den vielversprechendsten Eindruck machte ein gewisser Wolfram, aber auch Davard wusste zu ├╝berzeugen. Generell bin ich jedoch zur├╝ckhaltend darin, Menschen wertend zu beurteilen, da dieses Urteil in achtundneunzig Prozent der F├Ąlle ohnehin vernichtend ausf├Ąllt. Ich nehme sie daher, wie sie sind, ignoriere sie bestm├Âglich und gehe ihnen aus dem Weg. Wenig erfreulich jedoch war zweifelsohne der verstorbene Vater von Linhard, der einen sehr gew├Âhnungsbed├╝rftigen Humor pflegt.┬ź

Zerbino
┬╗Vermutlich weil er tot ist Herr, da w├Ąren wir auch nicht gut gelaunt. Das freut mich, dass Euch zwei seiner Verwandten gefallen haben. Vielleicht treffen wir diese ja auf dem Fest. Dass w├Ąre eine gute Gelegenheit Eure Bekanntschaft zu verfeinern. Ihr seid fertig Herr, wir k├Ânnen aufbrechen┬ź.

Alexandre de la Grange
Alexandre f├╝hlte sich seltsam ohne den vertrauten Geruch seiner Roben, der gleichsam einen Schutzwall bildete und Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld fernhielt. Er strich ├╝ber den staubfreien, nach Waschmittel riechenden Stoff. Dann blickte er nach vorn. ┬╗Gehen wir.┬ź

Zerbino
┬╗Sehr wohl┬ź, sagte Zerbino mit allem geb├╝hrenden Respekt f├╝r seinen neuen Herrn ├Âffnete ihm die T├╝r und lie├č ihm selbstredend den Vortritt auf ein Fest, dass hoffentlich auch ihm Freude bereiten w├╝rde.
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Marlo von Falkenberg
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#27

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Di 15. Mai 2018, 08:24

Marlo

musste Wolf das nicht zweimal sagen. Er zog sich aus und legte sich zu seinen Freund ins Bett. Er schob sich ganz dicht an Wolf heran und streichelte seinen K├Ârper. Marlo zog Wolf das Haarband aus den Haare.

"Meine Frage gilt noch. Du bekommst deine Bienen und dein Hund Wolf. Ich wollte dich fragen ob du mich heiraten willst. Willst du? Im Tal wollte ich schon fragen. Aber ich hab mich nicht getraut. Und wenn ich was Mut hatte st├Ârten die anderen. ├ťberleg dir das Wolf. Wir sind ein gutes Paar und ich lieb dich sehr. Ich bin an deine Seite. Ich hab dir gesagt, dass du mir vertrauen kannst. Und ich hab dir Spass beigebracht. Ich sag dir, du brauchst f├╝r Pasta keine eigene Nudel. Und du kannst heiss sein. Du bist nicht gew├Âhnt ein Partner zu haben. Aber dir gef├Ąllt das doch wie mir. Und du magst mich doch. M├Âchtest du mein Mann werden Wolf? ".

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#28

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Di 15. Mai 2018, 12:41

Wolfram nahm Marlo in die Arme und kuschelte sich an ihn.

"Im Tal habe ich Dir die Antwort schon gegeben. Ich sagte zu Dir, die Antwort w├Ąre ja auf Deine nicht gestellte Frage. Also Marlo von Falkenberg JA ich m├Âchte Dein Mann werden. Sehr gerne sogar. Du kennst mich doch, wovor hattest Du Angst? Vor einem Nein? Das hatten wir doch gekl├Ąrt. Nun dass einige ziemliche Kletten sind, haben sie bewiesen. Du bist auch eine.

Du wirst sehen, sobald alles fertig ist, f├╝hlst Du Dich hier genauso Zuhause wie im Tal, ich mich ebenso. Man muss erst richtig ankommen, dazu geh├Ârt ein Garten und Tiere. Bei mir ist es jedenfalls so, Marlo. Und wenn wir erstmal mit unserer neuen Aufgabe begonnen haben, geht das Eingew├Âhnen ganz schnell",
sagte Wolfram liebevoll.
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Planung der Wiedererweckung von Brandur

#29

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 31. Mai 2018, 07:15

<< Spielzeugsoldaten und Bruderliebe

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hatte Brandur zu sich gebeten. Der alte Nekromant sah einige Dinge genau wie er. Max erhoffte sich einen Meinungsaustausch bez├╝glich Ciels Rettung. Aber leider hatte sein Kind Gregoire Verrill in der kurzen Zeit sich selbst etwas angetan. Warum war klar, Schweigen wie Reden - in seinem Fall war beides Gift. Max wartete drau├čen auf Brandur und hoffte der Geist w├╝rde sich bald materialisieren

Brandur von Hohenfelde
Es dauerte nicht lange, da kam Brandur um die Ecke spaziert, den Gehstock aufsetzend, als w├╝rde er in k├Ârperlicher Gestalt flanieren. ┬╗Majest├Ąt, Ihr habt nach mir schicken lassen┬ź, begr├╝├čte er den Duc, der ausgesprochen besorgt dreinblickte. Brandur kannte diesen Blick von sich selbst. ┬╗Habt Ihr Sorgen bez├╝glich Eurer Kinder?┬ź, fragte er aufs Geratewohl.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nickte und deutete Brandur an ihm zu folgen. ┬╗Das habt Ihr richtig erkannt. Zuerst lie├č mein Sohn Ciel nicht von seiner irrwitzigen Idee ab, sich entmannen zu wollen. Und nun, zu allem ├ťberfluss wollte mein Zweitgeborener seinen Bruder besch├╝tzen und wenn auch mit etwas unlauternen Mitteln zur├╝ck auf den Pfad der Tugend leiten. Aber der Streit eskalierte derma├čen, dass sich Verrill etwas angetan hat. Es stand schlecht um ihn, aber Benito hat ihn gerettet. Greg ist auf dem Wege der Besserung. Er hat sich wieder gefasst. Das er noch lebt, verdanke ich vor allem Euren Sohn - seinem Ehemann. Und auch jetzt k├╝mmert er sich ├Ąu├čerst r├╝hrend um ihn. Nun Verrill tr├Ągt ein Geheimnis und ich riet ihm stets zu schweigen. Aber scheinbar war dies falsch, ebenso falsch als w├╝rde er die Wahrheit offenbaren. Er sitzt zur Zeit in der Heilstube und Euer Sohn ist bei ihm und bewacht ihn Tag und Nacht┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur bem├╝hte sich, die tiefe Betroffenheit, die er empfand, auf seinem Gesicht zu spiegeln. Das war nicht selbstverst├Ąndlich, schon gar nicht f├╝r einen Hohenfelde. ┬╗Erst einmal ist es gut zu h├Âren, dass Gregoire wieder auf dem Weg der Besserung ist. Ich hoffe, er ist nicht allzu schwer verletzt, oder verwendete er Gift? Linhard wird treu an seiner Seite stehen, er liebt Euren Sohn sehr. Und wenn ich eines kennenlernen durfte in meinem langen und finsteren Leben, dann wie loyal mein Sohn denen gegen├╝ber ist, die er liebt. ├ťber das Geheimnis Eures Sohnes bin ich im Bilde, da ich es versehentlich beim herumschweben ├╝ber ein geh├Ârtes Gespr├Ąch in Erfahrung brachte. Dies ist nat├╝rlich etwas, das jemanden sehr belasten kann, aber seid versichert, dass Linhard Euer Kind liebt, wie es ist, ohne Wenn und Aber. Ich habe sogar das Gef├╝hl, dass das gewisse Etwas dazu beitr├Ągt, dass er Gregoire sogar noch ein wenig mehr liebt, als w├Ąre er ausschlie├člich Mann, da er auf ein gemeinsames Kind hofft. Solch Hoffnung bindet nat├╝rlich besonders aneinander.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ihr versteht mich sehr gut Brandur. Er verwendete ein Schmerzmittel und gleichzeitig ein Gift. Aber wie er mir selbst gestand, hatte er eigentlich vor blanken Stahl zu verwenden. Auch hier ist es Eurem Sohn zu verdanken, dass er zum Gl├╝ck anders w├Ąhle. Er wollte nicht, dass Linhard ihn durch Gewalt verliert. So verr├╝ckt es klingt. Die ganze Tat ist eine Tat des Wahnsinns. Nat├╝rlich kann ein Ereignis einen derma├čen schmerzen, dass man an kein Morgen mehr f├╝r sich glaubt. Aber es gibt immer ein Morgen. Ob dieser gut oder schlecht wird, muss der Tag erweisen Brandur. Und wenn es nur ein winziger Lichtschimmer ist, kann er sein Leben doch nicht wegwerfen. Ich mache mir die schlimmsten Vorw├╝rfe ihm gesagt zu haben er solle Schweigen. Aber wenn Ihr um sein Geheimnis wisst, dann wisst Ihr auch um die Dummheit mancher Menschen und welche Gefahr von ihnen ausgehen kann. Hier ist er sicher, so sicher wie jemand sein kann. Aber ich lie├č ihn nicht grundlos daheim, als wir auf die Reise nach Ehveros gingen. Von all meinen Kindern ist er jener, der am meisten Schutz bedarf. Nicht weil er wehrlos w├Ąre, sondern weil er anders ist. Das ist durchaus m├Âglich, dass Euer Sohn Verrill gerade deshalb liebt. Ciel ergeht es ├Ąhnlich und mir ebenso. Allerdings als Vater. Ich habe zwei Kinder in einem, versteht Ihr? Einen Sohn der sich durchaus zu wehren wei├č und eine Tochter die an einer Beleidigung und dem Unrecht der Welt zerbrechen kann. Ihre... seine... Aggression ist oft nur Hilflosigkeit. Aber was soll ich tun? Ich versuche selbst mein bestes die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Aber ich bin Realist genug zu wissen, dass selbst ich gen├╝gend Grenzen habe um das niemals erreichen zu k├Ânnen. F├╝r uns, unsere Leute und unser Land, vielleicht. Aber nicht f├╝r die Welt. Also wenn die Welt eine Gefahr darstellt, muss Greg vor ihr bewahrt werden. F├╝r einen Moment hat er erfasst, was andere durchmachen die so geboren wurden wie er. Und er hat etwas gesehen, was er so nicht kannte. Ich sage Euch was er sah... Ghule, Vampire, Farisin, Orks, Zwerge oder Alben - was immer sie auch sein m├Âgen eines habe ich als junger Mann gelernt. Alle Monster sind menschlich. Und das hat Verrill an dem Tag gelernt und w├Ąre fast daran zerbrochen. Und nun kommt Ihr ins Spiel, der durch seine Familie mehr Leid sah, als eine Seele sehen sollte. Wie kann ich ihn besch├╝tzen?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗In welcher Gestalt trat das Monster Mensch ihm an jenem Tage gegen├╝ber? Welche Fratze offenbarte sich, die ihn glauben machte, sein Leben sei nicht mehr lebenswert? Ihr tut bereits alles, was ein Vater f├╝r seine Kinder tun kann. Mehr lieben kann man seine Kinder nicht. Er hat eine liebende Familie, keine finanzielle not, stets gen├╝gend zu Essen und jeden Luxus, den er sich w├╝nscht. Der Mann in ihm ist stark und wehrhaft, sagt Ihr - doch die Frau ist verletzlich und ihre Launen gef├Ąhrlich f├╝r sie. Ein Gedanke - f├╝hlt sich vielleicht die Frau in ihm eingesperrt? Genau diese versteckt er ja, um als Prince von Souvagne vom Volk anerkannt zu werden. Vielleicht braucht diese Seite etwas mehr Aufmerksamkeit.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Leider war es genau eine jener Personen die Verrill sehr liebt. Ciel sagte ihm etwas, oder titulierte ihn als S├╝ndenpfuhl oder dergleichen. Das war nicht der Grund, weshalb er zum Gift griff. Aber es war ein Tropfen der das Fass mit zum ├╝berlaufen brachte. Ein langer Weg der Empfindsamkeiten, der an diesem Tag in der uns├Ąglichen Tat gipfelte. Er war aufgrund seiner Blutung wankelm├╝tig, eine Beleidigung die er sonst abgesch├╝ttelte h├Ątte, traf ihn. Und da sie von Ciel kam, jenem Bruder dem er sich als erstem anvertraute, traf sie Verrill h├Ąrter, als von jedem anderen. Wen man liebt, ist man ohne Deckung Brandur. Und in diesem Moment fragte er sich, wenn Ciel ihn schon belog und er nur eine Abnormit├Ąt ist, was denkt dann der Rest der ihn ebenfalls angeblich liebt? Und so kam er von einem Gedanken auf den anderen und kam aus diesem Gedankenkarussell ├╝berhaupt nicht mehr heraus. Er hat sich verrannt und in seiner Not dann zu dieser vermeintlichen L├Âsung gegriffen. Ja er ├Âffentlich tritt er immer als Mann auf, er zeigt nur seine m├Ąnnliche Seite. V├Âllig neutral habt Ihr ihn noch nicht gekleidet gesehen. Fraulich hat ihn vermutlich noch niemand gekleidet gesehen. Was schlagt Ihr vor, wie ich ihm dies erleicherte?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Mir f├Ąllt gerade auf, dass wir doch eigentlich schon beim Du angelangt waren, Max. Ich w├╝rde ersteinmal nur einen ganz privaten Rahmen vorschlagen, vielleicht sogar nur sie allein mit sich selbst. Schenk Ihr ein Kleid oder ich k├Ânnte auch Linhard einen entsprechenden Tipp geben, wenn du das f├╝r angemessen h├Ąltst. Dass Ciel sich ausgerechnet zu diesem empfindlichen Thema so in der Wortwahl vergriffen hat, ist nat├╝rlich fatal. Wie sind die beiden verblieben, hat Ciel sich entschuldigt? In meiner Familie h├Ątte so eine Beleidigung zu einem Dolch in der Dunkelheit gef├╝hrt, drum waren wir alle stets immer sehr zuvorkommend, w├Ąhrend wir uns gedanklich gegenseitig zum Abgrund w├╝nschten und unsere Netze woben wie eine Familie von Giftspinnen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du hast v├Âllig Recht Brandur, wir waren schon beim Du! Das wichtigste vorneweg, Ciel hat sich bei Verrill entschuldigt und er hat es auch angenommen. Es war einfach zuviel f├╝r beide. Verrill wollte Ciel retten, er wollte nicht dass sein Bruder verblutet und stirbt. Und Ciel f├╝hlte sich bevormundet und verteidigte seine Freiheit mit allen Mitteln. Am Ende h├Ątte ich beinahe beide verloren und sie sich auch, die kleinen Dummk├Âpfe. Ciel war Mann genug sich bei Verrill zu entschuldigen. Er ist ihn im der Heilstube von Benito besuchen gegangen und hat sich mit ihm ausgesprochen. Sie haben in Ruhe ├╝ber alles geredet. Weder sieht Ciel Verrill als Missgeburt - noch sieht Verrill Ciel als armen Irren. Das h├Ątten wir alle einfacher haben k├Ânnen Brandur, aber was ist schon einfach, wenn es um die Familie geht? Zu dem Thema Verrill sanft an das Thema Frau heranzuf├╝hren. Das ist eine ausgezeichnete Idee. Allerdings werde ich ihr kein Kleid schenken. Das w├Ąre fr├╝her meine Aufgabe gewesen, aber seit dem 01.05.203 ist Verrill verheiratet und wenn sie ein Kleid bekommt, dann von ihrem Ehemann. Von ihren Vater bekommt sie andere Dinge, vielleicht etwas Schmuck oder dergleichen, aber ein Kleid oder vielleicht f├╝r Zuhause ein sch├Ânes Negligee von dem auch Linhard etwas hat, sollte auch Linhard Verrill schenken. Sch├Ân eingepackt damit sie das Kleidchen auspackt und er sp├Ąter sie. Daf├╝r sind solche Kleider schlie├člich da. Und die schenkt kein Vater, so etwas verschenkt nur der Ehemann. Deine Familie war in fast allen Dingen viel zu hart, ich war in manchen Dingen leider zu weich. Aber ich kann meinen Kindern kaum etwas abschlagen und trotz unserer Stellung habe ich mir immer f├╝r sie etwas Kindheit gew├╝nscht. Ich denke das ist mir gelungen. Jetzt muss mir nur noch gelingen, sie den letzten Schritt ins selbst├Ąndige Leben machen zu lassen. Deshalb bekamen auch Ciel und Greg jeweils ein Lehen, direkt unter ihrem Bruder. Sie sollen auch als Erwachsene gemeinsam handeln. Es soll ihn ein Gef├╝hl von Verbundenheit, N├Ąhe und Wertsch├Ątzung geben. Aber so wie Lin versteht was Einsamkeit bedeutet, verstand ich es auch. Dann ist es nur logisch, dass man in seiner Familie sp├Ąter so handelt, dass es die Kinder gut haben. Dass sich Linhard Kinder w├╝nscht freut mich vom ganzen Herzen. Du kannst Dir nicht vorstellen wie sehr es mich freut┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur musterte Maximilien mit einer Mischung aus Ernst und Belustigung.┬źIch dachte tats├Ąchlich an ein ganz normales Kleid, um sich an das Gef├╝hl und den Gedanken zu gew├Âhnen, die weibliche Seite zuzulassen. Eine aufgehaltene T├╝r, ein freundliches Angebot, es doch einmal zu versuchen. Ein Negligee verschenkt man als Vater nat├╝rlich nur der eigenen Frau und nicht an die Tochter. Das ist auch in Naridien nicht anders. Ob es ein solches sein soll, muss Linhard einsch├Ątzen. Wenn ich einen Tipp geben darf ... den ich nat├╝rlich nur zuf├Ąllig erfuhr ... der Diener Nathan scheint sich in Sachen Kleidern gut auszukennen und versteht sich obendrein gut mit Gregoire und vielleicht sogar mit Verrill. Ihn k├Ânnte Linhard um Rat fragen. Ich w├╝nschte, ich h├Ątte einen Vater wie Euch mein eigen nennen d├╝rfen. So viel Blutvergie├čen w├Ąre erspart geblieben und ich w├Ąre ein anderer geworden als der finstere Hexenmeister von Trux.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich Danke Dir f├╝r das Kompliment Brandur, dass bedeutet mir sehr viel. Man blutet f├╝r die Familie und ebenso vergie├čt man Blut f├╝r die Familie, wenn einen die Umst├Ąnde dazu zwingen. Aber man vergie├čt niemals das Blut der eigenen Kinder. Du wirst eine zweite Chance erhalten Brandur. Du hattest sie bereits und Du wirst sie fortsetzen k├Ânnen. Ich habe entschieden dass Du leben sollst. Nicht v├Âllig uneigenn├╝tzig, es ist also ein Geschenk mit Haken┬ź, grinste Max. ┬╗Aber der Haken ist leicht zu schlucken, ich sch├Ątze Dich als Berater und Freund. Von daher denke ich mit diesem Egoismus von mir, kannst Du dann sehr gut leben. Und sobald Du dies tust, nutze Dein neues Leben weiterhin weise. Was das Kleid angeht, ja. Ich habe vielleicht einen Schritt zu weit gedacht - ein Sommerkleid w├Ąre durchaus als Geschenk von meiner Seite m├Âglich. Ich werde mit Nathan diesbez├╝glich sprechen. Kurzum ich werde ihn zu Linhard schicken, damit er unsere Kinder ber├Ąt. Linhard in erster Linie, damit er nichts falsches kauft. Wobei er scheint ja bis jetzt alles richtig zu machen. Er wei├č was er anschmiegsam sein muss und wann er die Krallen ausf├Ąhrt. Und nebenbei, Dein Sohn sollte sich f├╝r uns alle das Rauchen wie auch das Trinken abgew├Âhnen. F├╝r einen derartigen Konsum ist er mit 18 Jahren viel zu jung. Er sollte das Essen anfangen. Es n├╝tzt uns nichts, wenn wir zwei retten und ein anderer l├Ąuft uns davon┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Der Geist verneigte sich, um die R├╝hrung zu verbergen, die sich auf sein Gesicht legte, ein schmerzlich-s├╝├čes L├Ącheln und verzogene Brauen. Freude und Leid lagen oft so nah beieinander. Als er sich wieder gesammelt hatte, richtete er sich wieder auf. ┬╗Ich danke dir, Max. Vor allem im Namen meines lieben Sohnes. Ein wenig Egoismus sei jedem zugestanden, auch dem Duc de Souvagne. Wer wird mich erwecken und in welcher Gestalt oder erhalte ich einen Spenderk├Ârper? Meinen Sohn bitte ich seit einem halben Jahr darum, doch endlich das Rauchen in dieser ungesunden Menge aufzugeben, er hat schon braune Schneidez├Ąhne und das mit achtzehn! Aber ich als Vater habe nun vermutlich nicht mehr viel zu melden, ich vermute, der Wunsch muss von Gregoire ausgehen, damit er noch etwas fruchtet. So ist das nun einmal, wenn sie fl├╝gge werden, die lieben Kleinen. Hat dein anderer Sohn, Ciel, sich inzwischen von seinen - Verzeihung - haarstr├Ąubenden Vorstellungen abbringen lassen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gerne. Nun ich verlor meinen Vater fr├╝h und meinen Bruder gleich mit. Also habe ich mich als Vater stets gefragt, was w├╝rde ich mir in der Situation von meinem Vater w├╝nschen. Was h├Ątte ich mir von ihm gew├╝nscht? Und so versuche ich zu handeln. Gut, dass Ciel sich momentan keine Rettung w├╝nscht, sondern Akzeptanz ist klar. Aber das ist nur heute der Fall, wo er einen Tunnelblick hat. Was ist in einem Jahr oder einem Jahrzehnt? Er k├Ânnte seine Entscheidung bitter bereuen. Und wo er nicht sieht, bin ich als Vater seine Augen, daf├╝r sind V├Ąter da. Wer Dich erwecken wird? Vermutlich Alexandre. Wie dies von statten geht, dar├╝ber kann ich Dir nichts sagen, da ich kein Magier bin Brandur. Aber ich werde mich danach erkundigen. Nun eine gute Idee, beiden eine Aufgabe zuzuteilen. Verrill soll Lin das ungesunde Rauchen abgew├Âhnen, er m├Âchte seinen Mann schlie├člich noch lange behalten. Und Linhard soll Verrills weibliche Seite f├Ârdern, er m├Âchte ja nicht, dass sie nochmal so eine Dummheit begeht. Ciel hat momentan, den G├Âttern sei Dank, von seinem Vorhaben Abstand genommen. Ich hoffe es bleibt auch dabei. In welcher Gestalt kannst Du wiederbelebt werden und was w├Ąre Dir selbst am liebsten?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Es gibt verschiedene Rituale der Wiedererweckung, doch es ist mir nicht bekannt, welches davon Alexandre beherrscht. Er ist eine harte Nuss, versehentlich bei ihm vorbeizuschweben hat kaum an nennnenswerten Informationen eingebracht, lediglich seinen Aufenthalsort und den katastrophalen Zustand seiner Gem├Ącher. In Nariden w├Ąre so was unter M├╝lldeponie durchgegangen und es wimmelt von Geziefer. Da sollte unbedingt jemand Vertrauensw├╝rdiges f├╝r Hygiene sorgen gehen. Mir pers├Ânlich w├Ąre meine vertraute Gestalt ohne die Gebrechen, die ich aufgrund des Familienkrieges davongetragen habe, am liebsten. Am besten noch ein wenig verj├╝ngt, so dass ich m├Âglichst lange etwas von meinem letzten verbliebenen Sohn habe und vielleicht mein Enkelchen noch erlebe. Glaubst du, dass Ciel wirklich seine Meinung ge├Ąndert hat - oder l├╝gt er, um keinen weiteren Streit zu provozieren? Ich teile deine Bedenken und w├╝rde so wie du alles daf├╝r geben, um diesen Bl├Âdsinn zu verhindern.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Dann werde ich Deinen Wunsch genauso weitergeben, damit er umgesetzt wird. Ebenso werde ich jemanden nach dem Ungeziefer schauen lassen. Mein Sohn und einige andere Sch├╝ler gehen dort zur Lehre, der Mann hat Ordnung zu halten. Ob Ciel tats├Ąchlich davon abgelassen hat, kann ich noch nicht beantworten. Noch verh├Ąlt er sich ruhig und es scheint ├╝berwunden zu sein Brandur. Aber noch ist er auch misstrauisch, was die Familie angeht. Ich hoffe er bleibt vern├╝nftig. Und in einigen Wochen, wenn Gras ├╝ber die Sache gewachsen ist und er sch├Ân schl├Ąft, wird Parcival seine Gedanken auslesen. Dann wissen wir mehr, wie es um ihn steht. Ebenso wird er Verrill auslesen, damit so etwas nicht erneut vorkommt. Zur├╝ck zu Dir und Deiner Wiederbelebung. Dass Dir Deine vertraute Gestalt lieber w├Ąre, verstehe ich. Und wenn Du schon neu anf├Ąngst, m├Âchtest Du dies auch ohne Schmerzen. Wir werden sehen, was Alex bewerkstelligen kann. Ich hoffe, dass er Dir alle Deine W├╝nsche erf├╝llen kann. Wie weit ist Linhards Kinderwunsch? Stark, mittel? Er ├╝berlegt noch? Wie weit ist er mit diesem Gedanken?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗So wie ich meinen Jungen zu kennen glaube, ist sein Wunsch sehr stark. Insbesondere, seit mein Neffe Vater geworden ist von einem kleinen M├Ądchen. Kinder sind etwas Wundervolles und ich meine zu ahnen, dass mein Sohn das Wohlwollen gegen├╝ber unseren kleinsten Mitb├╝rgern mit mir teilt. Ich denke, er kann es nicht erwarten, einen eigenen Zweig zu gr├╝nden, einen Zweig, der dem Hellen Pfad f├╝hrt. Aber er brachte mir gegen├╝ber auch seine Sorge zum Ausdruck, was Verrills schmale Gestalt betrifft. Ich w├╝nsche Ciel und Gregoire f├╝r ihre seelische Gesundheit alles Gute.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich Danke Dir. Jene die die gr├Â├čte St├Ąrke zeigen m├╝ssen, tragen oft gro├če Schw├Ąche in sich. Es ist vergleichbar mit einem Schwert. Je h├Ąrter der Stahl, je sch├Ąrfer und je br├╝chiger. Das freut mich zu h├Âren, dass Dein Sohn so ├╝ber Nachwuchs denkt. Wann immer es soweit sein sollte, ist mir gleich Brandur. Nur dass es irgendwann einmal so weit ist, dar├╝ber freue ich mich und ich denke Dir geht es ganz ├Ąhnlich. Gro├čvater zu werden hat doch was. Ja f├╝r Verrill ist dies mit einigen Risiken verbunden, aber ich w├╝rde f├╝r sie jede Vorsichtsma├čnahme treffen die m├Âglich ist. Und wir haben sehr viele M├Âglichkeiten. Ich denke wir werden uns noch etwas gedulden m├╝ssen, aber die beiden geben uns Hoffnung. Wie steht es mit Dir selbst? Wirst Du eine neue Familie gr├╝nden, sobald Du wieder unter den Lebenden weilst? Wirst Du Dir eine Frau suchen?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Erst muss ich mich um das Wohl meines Sohnes k├╝mmern. Eine Frau werde ich mir vielleicht wieder suchen, aber Kinder ... nein. Ich habe drei Kinder verloren, Max, drei Kinder auf schrecklichste Art und Weise verloren! Sie wurden nicht nur ermordet, sondern mein Bruder hat obendrein seinen Schwertmeister auf meine Familie angesetzt, der f├╝r seine Unzucht mit Kindern bekannt war. Ich wei├č nicht, ob er ihnen etwas derartiges angetan hat, ich rede mir ein, dass es ganz kurz und schmerzlos war. Der J├╝ngste war noch ein S├Ąugling ... nein, Max. Ich k├Ânnte es nicht ertragen, noch einmal ein Kind von mir in den Armen zu halten und es in diese Welt zu werfen, es ist, als w├╝rde ich es in einen Raubtierk├Ąfig legen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir sitzen im K├Ąfig Brandur und sperren die Raubtiere aus. Ich hoffe dass sie dieser Kreatur nicht in die H├Ąnde gefallen sind. Bei uns steht auf Kindsmisshandlung nur eine Strafe - Block! Ob ein T├Ąter ein Baby in ein Erdloch steckt, weil es schreit oder ob er es... anfasst, er endet auf dem Block. Ein Baby kann sich nicht selbst verteidigen, es kann nicht fliehen, es kann nicht einmal f├╝r sich sprechen. Mehr Schutzbed├╝rftigkeit als die eines Babys gibt es nicht. Und so werden solche Misshandlungen dann auch geahndet. Sollte ich einen dieser T├Ąter erwischen durch meine Rechtsorgane, dann gibt es keine Wiederholungstaten Brandur. Aber ich verstehe Deinen Schmerz nur zu gut. Ich h├Ątte Ciel und Greg am liebsten geschlagen und zeitgleich fest gehalten, damit ihnen nichts geschieht. Eine Familie w├╝rde Dir dennoch gut zu Gesicht stehen┬ź.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Danke f├╝r deine zuversichtlichen Worte, aber momentan sind Kinder f├╝r mich keine Option. Ich habe einen gesunden, lebenden Sohn und vielleicht bald ein Enkelchen, das ist mehr als ich je erhofft hatte nach der Nacht des Blutes. In Naridien sind die Strafen nicht ganz so hart, aber doch vergleichbar, jedoch gab es keinen Kl├Ąger. Es war eine Wohltat der Bestrafung von Bellamy und Robere beizuwohnen, eine wahre Wonne zu sehen, wie sie sich wanden und schrien und doch nicht entkommen konnten. Sie sp├╝rten an jenem Tage, was sonst ihre Opfer sp├╝rten. Allein, hast du bereits erfahren, was dein Sorgenkind mit Bellamy getan hat?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das sehe ich genauso wie Du. Zuerst hatte ich darauf gehofft, dass mir Josy ebenfalls Kinder schenken wird, aber ich glaube nicht mehr daran. Sollte es noch geschehen, wunderbar. Aber Enkel haben einen gewaltigen Vorteil Brandur, Du verbringst nur die sonnigen Momente mit ihnen. Du spielst, hast Spa├č, zeigst ihnen die Welt und wenn es anf├Ąngt Arbeit zu machen, gibst Du das Kleine Deinem Sohn zur├╝ck und kannst Dich selbst entspannen. Also ja, wozu ben├Âtigst Du noch weitere Kinder? Oder ich? Freuen wir uns doch auf unsere Enkel, wesentlich pflegeleichter. Was Ciel mit Bellamy getan hat? Er hat ihn sich unter den Nagel gerissen, da er ihn als Diener haben wollte. Bellamy kann froh sein ├╝ber die G├╝te meines Sohnes. Sehr froh sogar, f├╝r seine Verfehlung h├Ątte er hier kein Bein mehr auf den Boden bekommen. Oder was meintest Du genau?┬ź

Brandur von Hohenfelde
Brandur betrachtete Maximilien vollkommen verst├Ąndnislos. ┬╗Er hat ihn begnadigt - nachdem du ihn bestraftest. Empfindest du das nicht als offenen Affront? Aber gut, vielleicht denke ich zu sehr in alten Bahnen ... ich habe mir vorgestellt, wie der Kleine grinst und sich ins F├Ąustchen lacht, wie gelungen er Papa ├Âffentlich vorgef├╝hrt hat. Eine Untergrabung deiner Autorit├Ąt als Duc und als Vater. Drum war ich mal schauen. Nachts. Da fand ich ihn mit dem gefallenen Palaisin in trauter Eintracht gemeinsam im selben Bett n├Ąchtigen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du siehst das falsch Brandur, ich habe Bellamy dazu verurteilt die gleiche Strafe zu erhalten, die Robere Nathan grundlos aufb├╝rdete. Es war nicht die Todesstrafe. Ich verurteilte ihn zu einer ├Âffentlichen Sch├Ąndung und degradierte ihn. Gnade Brandur erhielt Bellamy durch mich, sonst h├Ątte ich ihn h├Ąrter verurteilen m├╝ssen als Robere. Denn der Kopf der Einheit war Bellamy nicht Robere. Wenn Ciel sich Bellamy nun schnappt, sich seiner annimmt und ihn als Diener aufnimmt, dann sei ihm das gestattet. Leistet sich der Ex-Palaisin einen Schnitzer, wei├č er was ihm bl├╝ht. Er wird also meinem Sohn sehr gut dienen. Was anderes w├Ąre es gewesen, wenn Ciel Bellamy vor der Strafe an sich bewahrt h├Ątte, dass h├Ątte ich nicht durchgehen lassen. Aber, wie gesagt, Bellamy erhielt seine Strafe und hat somit seine Verfehlung verb├╝├čt. Leistet er sich keinen Schnitzer mehr, ist alles in bester Ordnung. Ich m├Âchte den Mann und Robere nicht tot sehen, sondern kurriert┬ź.

Brandur von Hohenfelde
Brandur h├Ârte sich alles an. Sein Gesicht verriet sehr deutlich, dass er v├Âllig anderer Meinung war, auch nach der Erkl├Ąrung. ┬╗Ich h├Ątte den Jungen ├╝bers Knie gelegt und Bellamy w├╝rde nie wieder wagen k├Ânnen, mich zu verh├Âhnen, den ohne Kopf h├Âhnt es sich schlecht. Und f├╝r einen Hohenfelde w├Ąre ich damit noch sehr milde gewesen. Aber du bist kein Hohenfelde, du bist ein Souvagne. Hier gelten andere Sitten. Nun, ich werde mich vermutlich daran gew├Âhnen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Vermutlich wirst Du dass. Rein interesse halber, wie h├Ątte denn ein harter Hohenfelde reagiert? Und wer aus Deiner Familie w├Ąre es gewesen, der so reagiert h├Ątte? Du musst dies auch nicht verstehen oder sofort verinnerlichen. Verwechsele Freundlichkeit aber nicht mit Schw├Ąche Brandur. Ich bin freundlich und ich versuche meine Leute zu besch├╝tzen. Vorrangig die Rechtschaffenen und danach folgen jene die zur Rechtschaffenheit zur├╝ckgef├╝hrt werden m├╝ssen. Schl├Ągt aber eine Person die von mir gereichte Hand aus Brandur, dann ist klar was geschieht. Jeder erh├Ąlt eine zweite Chance, straucheln kann jeder einmal. Aber um einmal sehr klare Worte zu w├Ąhlen, verarschen lasse ich mich von niemanden. Ein Wort meinerseits und er ist seinen Kopf los. Allerdings sage ich Dir auch eines, manche Gande die Du durch eine gereichte Hand erweist, wird hundertmal mehr vergolten. Wir sind keine Metzger, Henker, Assassinen oder dergleichen, sondern wir sind Herrscher. Das ist der Unterschied in der Herangehensweise. Es gibt Dinge die verlangen pure Gnade und milde Strafe. Es gibt aber auch Dinge da kann es keine andere Antwort als den Block geben. Denke nur an die Kinder die gerade unser Thema waren. Es gibt Dinge die sind unentschuldbar und unverzeihlich. Vielleicht verstehst Du mein Handeln ehr, wenn Du Dir vorstellst alle aus dem Volke w├Ąren Deine Kinder. Jedes hat seine Macken┬ź, schmunzelte Max.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Alle m├Ąnnlichen Hohenfeldes sind zu enormer H├Ąrte und Grausamkeit f├Ąhig. Ich galt als Weichling, da ich meine Kinder nur schlug. Mein Bruder Dunwin ├╝berreichte seine S├Âhne dem besagten Schwertmeister zum Spielen, er sa├č daneben und lie├č sich das Abendbrot und einen guten Rotwein schmecken, w├Ąhrend seine Kinder fast zu Tode gequ├Ąlt wurden. Den Kleinen hat er sogar einst aus unter einem wissenschaftlichen Vorwand mit Pocken infiziert. Mein Bruder war aber kein Wissenschaftler und nicht einmal ein gelehrter, er war ein nichtmagischer Krieger. K├Ąmpfen und Leute qu├Ąlen, das waren die Dinge, die er wirklich gut konnte. Aber auch er hatte eine zweite Chance, als Geist, so wie ich. Er begleitete mich bis zu meinem Ableben und war mir Freund und Wegbegleiter. Ja, vielleicht mag der Gedanke, Souvagne sei eine gro├če Familie, beim Verst├Ąndnis helfen - vielleicht aber multipliziert sich dadurch das Grauen, denn in meiner Familie war sich jeder ein Feind.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Und damit Brandur gibst Du Dir selbst die Antwort, WAR sich jeder ein Feind. Hier ist dies anders, denn Ihr seid keine reinen Hohenfeldes mehr. Durch Lin seid Ihr mit uns verbunden. Dein Bruder war ein grausamer und vermutlich auch geistig sehr kranker Mann. Die Frage die sich mir stellt ist, was erlebte er? Das entschuldigt nichts seiner Taten, aber soweit ich h├Ârte sprach Lin davon dass es immer so war. Von einer Generation zur n├Ąchsten weitergegeben. Also was hast Du und Dein Bruder vorher erlebt? Ist er das Tier f├╝r das man so einen Menschen h├Ąlt? Oder kannte er es nicht anders und verseuchte seine Kinder ebenfalls mit diesem geistigen Gift des Hasses? Seine S├Âhne k├Ânnen froh sein, dass sie ├╝berlebt haben. Falls sie ├╝berlebt haben, seelisch meine ich. Wobei ich beide Personen kenne und zu behaupten wage, sie haben ├╝berlebt, wenn auch unter schwierigsten Bedingungen. F├╝r Deinen Neffen Davard freut mich, dass er eine eigene Familie gegr├╝ndet hat. So wie wir ihn bis jetzt kennenlernen durften, hat er diesen Weg hinter sich gelassen und ist sehr froh darum. Aber man kann auch aus Verzweiflung einen Mord begehen, nicht nur aus niederen Beweggr├╝nden. Drum muss man mit jedem Urteil vorsichtig sein Brandur. Nicht die Tat ist allein entscheidend, sondern auch der Grund f├╝r die Tat. Wobei ich den Schwertmeister auf den Block geschickt h├Ątte. Er hat selbst einen Kopf zum Nachdenken, er h├Ątte nein sagen m├╝ssen. Er h├Ątte den Dienst verweigern m├╝ssen. Wieder ein Schwertmeister...┬ź, sinnierte Max.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, die lieben Schwertmeister. Meiner war ein Vampir, es ist jener, der nun meinem Sohn Linhard als Leibdiener dient. Kasimir. Ein guter Mann, so lange er keinen Hunger leidet. Ich w├╝nsche dir mit deinem neuen Palaisin mehr Gl├╝ck als mit dem Alten. Und ich w├╝nsche dir artige Kinder. Man m├Âchte meinen, dass sie langsam aus dem Alter raus sein sollten, indem man Bl├Âdsinn treibt. Mein Bruder Dunwin erlebte ├ähnliches wie das, was man ihm antat und ich vermute unser werter Vater erlebte widerum seinen eigenen pers├Ânlichen Abgrund namens Kindheit und so weiter, so lange die Aufzeichnungen reichen. Ja, Hass ist ein Gift. T├Âdlich nicht nur f├╝r die anderen, sondern es zerfrisst auch die Hassenden. Am Ende hatte Dunwin alle besiegt und alle get├Âtet, die in seinem Weg standen - und war so allein, wie ein Mensch nur sein konnte. Das berichtete er mir als Geist. Und seine Reue war aufrichtig. Er hat seine Strafe zu Lebzeiten verb├╝├čt - er war sich selbst sein eigener Henker.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schwieg einen Moment und dachte nach, ehe er Brandur leise antwortete. ┬╗In diesem Fall k├Ânnte ich sogar eine Entscheidung wie Verrill sie traf verstehen. W├╝rde man mich zwingen wollen, meinen Vater, meinem Bruder und meinen Kindern derart zu schaden, w├╝rde ich die Person die dies tut ausmerzen - koste es was es wolle. Und sollte mir dies nicht m├Âglich sein, aber ich w├╝sste er selbst wagt sich nicht Hand anzulegen, sondern er braucht ein Helferlei daf├╝r und dies w├Ąre durch Zwang ich, w├╝rde ich ihm dieses Instrument nehmen. Sprich ich w├╝rde gehen, damit meiner Familie nichts geschieht. Ich kann mir nicht vorstellen, was einen derma├čen gegen die eigenen Kinder handeln l├Ąsst Brandur. Und ich bin froh, dass ich es nicht verstehe. Hat keiner von ihnen jemals seine Kinder geliebt? Hat Dunwin nichts f├╝r seine Kinder empfunden? Oder Euer Vater f├╝r Euch? Gab es keinen der sagte, ich mache diesen Wahnsinn nicht mehr mit? Scheinbar sah es niemand als Wahnsinn. Und soweit ich wei├č warst Du der Erste der nach einem langen Exil zur├╝ckkehrte und genau das verk├╝ndete - der Wahnsinn hat ein Ende. Ob die Reue Deines Bruder echt war, kann ich nicht beurteilen, dies ├╝berlasse ich Dir Brandur. Vampire werden hier am Hofe nicht gl├╝cklich Brandur, sie k├Ânnen sich hier nicht aufhalten. Und muss es wirklich ein Vampir sein? Kleine Kinder - kleine Sorgen, gro├če Kinder - gro├če Sorgen. Da ist schon etwas Wahres dran. Wollen wir Alexandre aufsuchen?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, lass uns gehen, wir k├Ânnen uns ja nebenbei unterhalten. Wenn du Zuh├Ârer f├╝rchtest, kann ich dir einen Seelenfaden anbieten, ├╝ber den wir mental sprechen k├Ânnen, jedoch denke ich dann deine Gedanken mit. Ansonsten reden wir einfach leise. Es war der Wunsch von Linhard oder Xavier, wie ich ihn seit seiner Hochzeit lieber nenne, jenen Kasimir als Leibdiener zu haben, der auch mir zuvor diente. Vielleicht w├Ąre ein anderer Leibdiener in der Tat die bessere Wahl. Davard und Ansgar waren es, welche vor mir beschlossen, dass es so nicht weitergeht. Drum erhielt Xavier eine vergleichsweise gute Behandlung, indem man ihn schlichtweg ignorierte. Den Gedanke, dass Dunwin es nicht ├╝ber sich brachte, seine eigenen Kinder zu misshandeln, musst du verwerfen, er brach ihnen eigenh├Ąndig die Knochen. Aber ich verzieh ihm, da er wahrhaftig bereute und mir widerum half, meinen Plan zu verwirklichen und diese Familie auf einen neuen Weg zu f├╝hren. Ob seine S├Âhne ihm verziehen ... nein. Ich glaube nicht. Den Tod h├Ątte sein Schwertmeister verdient, wahrlich. Jener abscheuliche Archibald, der meinen Sohn begleitet.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte Brandur aufmerksam zu und nickte knapp. ┬╗Ich habe den Mann bereits gesehen. Solange er hier niemanden etwas zu Leide getan hat, ist er ein unbescholtener B├╝rger. Was er in Naridien tat, z├Ąhlt hier nicht Brandur. Aber er wird auch keine Gelegenheit bekommen, so etwas erneut zu tun. Er wird ├╝berwacht da er ein Vampir ist. Und ich werde ihn zus├Ątzlich bewachen lassen. Sollte er sich etwas zu Schulden kommen lassen, oder in diese Richtung denken, ben├Âtigt mein Schwiegersohn einen neuen Schwertmeister. Xavier ist ein sehr sch├Âner Name. Dann haben es Deine Neffen gut gemeint, aber sie hatten keinen Plan wie sie es umsetzen sollten. Wie auch? Sie haben nie etwas anderes kennengelernt au├čer Hass und H├Ąrte. So etwas kann man nicht verzeihen Brandur, er hat es zugelassen als Vater, dass ist schon schlimm genug. W├╝rde er noch leben, k├Ânnte er sich um Wiedergutmachung bem├╝hen, aber au├čerhalb des Dunstkreises von den beiden. Wir werden mit Alex die Eckdaten zu Deiner Wiederbelebung besprechen┬ź, erkl├Ąrte Max. Er wandte sich an einen der Diener, damit dieser Alexandre herbei schaffte.

Alexandre de la Grange
Sehr nerv├Âs aussehend kam Alexandre bald herbei. ┬╗Majest├Ąt┬ź, sagte er nur und verneigte sich. Den Geist ignorierte er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Alexandre wir m├Âchten, dass Brandur von Hohenfelde wiederbelebt wird. Ist es m├Âglich, dass er ohne seine k├Ârperlichen Gebrechen aufersteht und ist es ferner m├Âglich, dass er verj├╝ngt aus diesem Ritual hervorgeht? Informiert uns dar├╝ber vollumf├Ąnglich Marquis┬ź, sagte Max freundlich.

Alexandre de la Grange
┬╗Dies ist im Rahmen des Zaubers der verj├╝ngenden Wiedererweckung m├Âglich, sofern die Gebrechen im Jugendalter noch nicht vorhanden waren┬ź, erkl├Ąrte Alexandre n├╝chtern. ┬╗Bedingung ist jedoch das Vorhandensein eines Leichnams mit dem zum Leben notwendigen Mindestma├č an Blut. Verweste, verbrannte, mumifzierte Leichname eignen sich daf├╝r nicht.┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Mein K├Ârper liegt bestens konserviert auf Eis┬ź, informierte Brandur.

Maximilien
┬╗Nun dass ist doch vortrefflich. Was ben├Âtigt Ihr um das Ritual durchzuf├╝hren Alex?┬ź, fragte Max.

Alexandre de la Grange
┬╗Nur ein wenig Zeit, um meinen Abschied vorzubereiten, sollte ich das Ritual nicht ├╝berleben, Hoheit, und ein Ritualmesser.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Habt Ihr die M├Âglichkeit das Ritual so durchzuf├╝hren, dass Ihr ├╝berlebt, durch die Hilfe eines Sch├╝lers oder Gehilfen? Kann Euch Ciel zur Hand gehen ohne gef├Ąhrdet zu werden?┬ź

Alexandre de la Grange
┬╗Ich f├╝hre diese Rituale ├╝blicherweise allein durch. Kein Heiler der Welt und kein Bluthexer kann mir helfen, wenn ich zu viel Blut verloren habe. Von daher ist die Anwesenheit anderer vielleicht in gewissem Ma├če tr├Âstlich, aber nur bedingt hilfreich. Ciel k├Ânnte mir assistieren und die Wunde verschlie├čen, wenn ich genug geblutet habe, mehr kann er nicht tun.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗In Ordnung. Inwieweit ist Eure Lehre gesichert f├╝r die Nachwelt? Wir planen nicht Euer Ableben, sondern die Wiederbelebung von Brandur. Dies m├Âchten wir klarstellen Marquis. Ciel und Benito werden bei dem Ritual zu gegen sein┬ź, erkl├Ąrte Max und schickte einen Diener nach seinem Sohn. Ciel sollte sich dazu gesellen und seinen Beitrag leisten d├╝rfen.

Alexandre de la Grange
┬╗Sie ist so weit gesichert, wie ich es auf der Hochzeit darlegte. Ich setze meine gr├Â├čten Hoffnungen in Ciel, auch wenn er noch nicht den Meistergrad innehat. Doch ist er jener, welcher den Kern der Blutnekromantie erfasst hat, der sie am meisten verinnerlicht hat. W├╝nscht Ihr Brandurs sofortige Wiederbelebung?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir w├╝nschen die Wiederbelebung so, dass Ihr beide daraus lebend wieder hervorgeht. Nat├╝rlich k├Ânnt Ihr dies nicht garantieren, dass haben wir verinnerlicht. Aber unter welchen Voraussetzungen bestehen dazu die besten Chancen Alexandre?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam kurze Zeit sp├Ąter vorbei. Als er seinen Vater, den Geist und Alexandre am selben Ort stehen sah, runzelte er besorgt die Stirn. ┬╗Du hast nach mir schicken lassen, Vater?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien wandte sich seinem Sohn zu. ┬╗Ciel, ja ich habe nach Dir schicken lassen. Alexandre soll Brandur wiederbeleben. Allerdings m├Âchte ich das Risiko f├╝r beide Seiten minimieren. Ich m├Âchte Alex nicht verlieren. Was sind dazu die besten Voraussetzungen? Der K├Ârper von Brandur liegt gek├╝hlt auf Eis┬ź.

Alexandre de la Grange
┬╗Der richtige Zeitpunkt muss gefunden werden. Ich muss so viel Blut wie nur m├Âglich opfern, ohne dabei selbst zu sterben. Es ist ein schmaler Grad, denn ist es zu wenig, funktioniert der Zauber nicht. Ansonsten habe ich alles getan, was ich tun konnte - mich eisenhaltig ern├Ąhrt und viel getrunken. Mehr kann man nicht tun.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte sehr ungl├╝cklich drein. ┬╗Es ist, wie er sagte. Alles weitere liegt in den H├Ąnden von Ainuwar. Wann soll die Wiederbelebung stattfinden?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir verstehen. Wir stellen Euch Benito an die Seite und solltet Ihr feststellen, dass Eure Kraft nicht ausreicht, dann brecht Ihr das Ritual ab, habt Ihr das verstanden? Brandur, so gern wir ihn haben, ist bereits tot und wird es auch noch einige Tage l├Ąnger aushalten tot zu bleiben. Defakto w├Ąre er f├╝r immer in diesem Zustand. Aber Ihr lebt Marquis und Euer Leben m├Âchte ich sch├╝tzen. Ciel Du wirst Dich um Alexandre k├╝mmern, dass ihm die Wiederbelebung m├Âglich ist. Und Sohn, Du achtest bitte darauf, dass er sein Leben nicht gef├Ąhrdet. Benito ist ein f├Ąhiger Heilmagier, sollte es Alexandre schelcht gehen. Er steht Euch bei. Wann immer Alexandre dazu in der Lage ist Ciel. M├Âchtest Du mir vorher etwas sagen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sch├╝ttelte den Kopf.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm Ciel in die Arme und f├╝hrte ihn zur Seite. ┬╗Denke nichts falsches, ich tue dies nicht um Alex zu bestrafen Ciel. Der Gedanke stellt sich einem, aber so ist es nicht. Ich m├Âchte ihn nicht verlieren, sondern Brandur f├╝r uns gewinnen. Also bist Du an unserer Seite?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was soll ich denn sonst machen┬ź, schniefte Ciel. ┬╗Das ist nun einmal unsere Bestimmung. Du hast es entschieden und so wird es geschehen. Ich finde nur nicht, dass Brandur richtig zur Familie geh├Ârt. Er ist nicht einmal der richtige Vater von Linhard, er hat ihn nur adoptiert.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist wahr Ciel, aber ohne seine Adoption w├Ąre Lin gar nicht hier. Und Greg w├Ąre es vielleicht auch nicht mehr. Du selbst hattest vor ihn f├╝r Dich wiederbeleben zu lassen. Ich verstehe Deine Angst um Alex und deshalb habe ich angeordnet, dass Benito dabei ist und dass das Ritual zur Not abgebrochen wird. Das Du Alex nicht verlieren m├Âchtest, wei├č ich und ich achte es. Brandur geh├Ârt zur Familie Ciel, genau wie Linhard. Er war als Adoptivvater mehr Vater als der andere Mann je sein konnte. Drum ben├Âtigen wir Deine Hilfe. Sollte es gelingen hast Du ebenfalls Brandur an Deiner Seite. Du hast ihn als Nekromanten, ich als Freund, Lin hat seinen Vater wieder. Und das wird ihn sehr gl├╝cklich machen. Was wiederum Verrill sehr gl├╝cklich machen wird. Und falls sie fragt, war dies Deine Idee Ciel. Ihr habt Euch vers├Âhnt, aber dass wir ihr gut tun. Wie m├╝ssen wir vorgehen, oder was muss vorbereitet und beachtet werden?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich brauche Brandur nicht an meiner Seite, ich kenne ihn ja kaum. Ich wollte ihn eigenh├Ąndig wiederbeleben f├╝r Verrill. Nicht durch Alex. Aber das kann ich nocht nicht, Papa, weil ich meine Zeit verschwendet habe anstatt mich auf meine Ausbildung zu konzentrieren! Und ihr mich keine Abk├╝rzung gehen lasst!┬ź Er fuhr sich ├╝bers Gesicht, um sich zu beruhigen. ┬╗Es muss nichts weiter vorbereitet werden. Alexandre hat stets gut auf seinen Bluthaushalt geachtet. Er will vielleicht vorher noch beten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Geh mit ihm, bete mit ihm. Ich bete ebenso f├╝r ihn und das Gelingen, aber es steht mir nicht zu Eure Zweisamkeit zu st├Âren. Dies ist Euer Moment, Du liebst diesen Mann... begleite ihn, stehe ihm bei, lerne von ihm. Lerne auch dass, was sich aus dem Gegenteil ergibt mein Kleiner. Wie stark liebst Du ihn?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Von welchem Gegenteil sprichst du? Ich wollte ihn vielleicht heiraten, Papa. Das beantwortet hoffentlich deine Frage. Aber er wei├č davon nichts. Wie von so vielem. Den K├Ârper m├╝sst ihr noch herschaffen lassen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Damit meine ich, dass Du auch von Entscheidungen lernen kannst, selbst diese nicht zu treffen. Positiv und Negativ Beispiele. Nutze beides um Dich weiterzubilden. Lerne aus seinen Fehlern und aus seinen Leistungen. Das meinte ich f├╝r Euch. Wenn Du diesen Mann derma├čen liebst, so nah liebst, solltest Du ihn fragen Ciel┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Alex macht keine Fehler, Papa. Alles, was er tut, f├╝gt sich in ein Gesamtbild gr├Â├čtm├Âglicher Perfektion. Selbst die scheinbaren Makel sind doch nur Zeichen seiner nahezu vollkommenen Vergeistlichung. Ich kann ihn nicht fragen. Olivie will ihn nicht. Und ich will nicht, dass unsere Ehe ein Y bildet, sondern es sollte ein Dreieck sein.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du musst mit Deiner Frau vorher dar├╝ber reden. Sie muss ihn nicht als Ehemann wollen, sie muss ihn als angeheiraten Partner akzeptieren. So wie meine Frauen sich Ciel. Nathalie hat auch nichts mit Minette, aber wir sind trotzdem eine Familie und geh├Âren zusammen. So w├Ąre es zwischen Euch. ├ťberlege es Dir, meine Erlaubnis und meinen Segen dazu hast Du. Wann k├Ânntet Ihr mit dem Ritual beginnen? Sobald der K├Ârper hier ist?

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke, Papa, f├╝r die Erlaubnis und deine Worte. Aber ich frage ihn lieber nicht. Wei├čt du, wer Olivie gef├Ąllt? Nathan! Aber auch f├╝r den ist es nun zu sp├Ąt. Ich habe mein Leben vergeudet und nun merke ich, was ich alles vers├Ąumt habe. Mit dem Ritual kann Alexandre beginnen, sobald der Leib vor ihm liegt und er ein ausreichend scharfes Messer in der Hand hat.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ciel Du h├Ârst den einen Unsinn auf und f├Ąngst den n├Ąchsten an. Du hast Dein ganzes Leben noch vor Dir. Selbst wenn Dir Alex und Nathan nicht verg├Ânnt sein werden, wird es vielleicht jemand anderes sein. Sei nicht immer so pessimistisch. Ich m├Âchte nicht st├Ąndig Angst um Dich und Verrill haben hm? Ich kann Dir nur raten offen mit ihm zu reden. Nathan hat sich gerade bei Dreux eingelebt und Dein Bruder hat ihn sehr ins Herz geschlossen. Also Nathan wirst Du nicht zur├╝ck bekommen, aber Dein neuer Leibdiener arbeitet doch auch sehr gut und wie ich h├Ârte versteht Ihr beiden Euch blendend. Sei so gut und bereite das Ritual vor und habe ein Auge auf Alex dabei┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du brauchst um mich keine Angst zu haben. Ich gebe auf mich acht. Versprochen.┬ź Ciel verneigte sich vor seinem Vater, nahm Alexandre am ├ärmel und verlie├č mit ihm den Palast, um sich im Tempel ein vielleicht letztes Mal dem gemeinsamen Gebet hinzugeben und der Meditation.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien gesellte sich zu Brandur. ┬╗Es ist bald soweit. Ich w├╝nsche Dir das Beste f├╝r Dein Ritual. Aber mein vorraniger Schutz muss Alex gelten. Falls es also nicht gelingen sollte, wird er das Ritual abbrechen Brandur. Zum Schutz seines eigenen Lebens, f├╝r Ciel wie auch f├╝r die Krone. M├Âchtest Du irgendwohin vorher noch?┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ich habe vollstes Verst├Ąndnis daf├╝r, dass ein toter alter Mann nicht die oberste Priorit├Ąt dieser Art von Magie ist. Bluthexer sind rar, insbesondere dieses Kalibers. Umso mehr ehrt es mich, dass du den Marquis darum bittest, mich zur├╝ckzuholen. Ich m├Âchte nirgendwo hin. F├╝r mich w├╝rde sich nach einem missgl├╝ckten Ritual nichts ├Ąndern und sollte es klappen, m├Âchte ich Xavier gern ├╝berraschen. Ich danke dir vielmals, Max, und werde es dir vergelten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Dann begleite mich einfach derweil in meine Gem├Ącher, bis es soweit ist. Vergelte es indem Du Dich so gut wie m├Âglich in die Familie einf├╝gst und ein Auge mit auf unsere Jungs und M├Ądels hast Brandur. Ich werde Nathan zu mir rufen lassen. Aber vorher sollten wir uns einen Moment Ruhe g├Ânnen, bevor wir weiter zur Tat schreiten┬ź
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#30

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 7. Jun 2018, 16:18

Genesungsw├╝nsche


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel f├╝hrte Verrill und Linhard in seine Gem├Ącher. Auf seinem Sofa lag, in einem Nachthemd und auf eine dicke Schicht weicher Kissen gebettet, Alex. Er hatte die Augen geschlossen und sah aus, als w├Ąre er gestorben. Ciel hatte jedoch all die Zeit ├╝ber seinen Blutfluss ├╝berwacht, auch, als er bei Verrill war und darum wusste er, dass so weit alles in Ordnung war. Zumindest, wie es in Ordnung sein konnte. ┬╗Er hat viel Blut verloren┬ź, sagte er. ┬╗Ich habe die Wunde verschlossen, er hatte sich die Kehle aufgeschlitzt.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard trat gemeinsam mit Greg ganz nah an Alex heran. Lin musterte den Bluthexer und deckte ihn mit einer Tagesdecke die in der N├Ąhe lag behutsam zu. "Keine Ahnung ob Du mich h├Ârst und was Du pers├Ânlich von der Wiedererweckung von meinem Vater gehalten hast... Danke. Du hast keine Vorstellung davon, welchen Gefallen Du mir getan hast. Und welchem Dienst Du ihm und unserer Familie erwiesen hast. Niemals zuvor hat jemand einem von uns das Leben gerettet oder ein zweites Mal geschenkt, genommen wurden viele. Meist von uns selbst, drum... Danke. Mehr als Danke kann ich nicht sagen, es gibt kein Wort das ausdr├╝ckt was ich empfinde Alexandre. Ich hoffe Du wirst schnell wieder gesund. Auch wenn wir nicht den besten Start hatten und Du mich f├╝r einen Proll aus Naridien h├Ąltst, ich stehe in Deiner Schuld. Unabh├Ąngig davon. Ich wei├č nicht was ich Dir noch sagen soll und irgendwie ist es komisch mit Dir so zu reden, aber ich hoffe irgendwo tief in Deiner Bewusstlosigkeit h├Ârst Du mich. Vielleicht nimmst Du ja auch Gedanken wahr, ich wei├č es nicht. Jedenfalls w├╝nsche ich Dir nur das Beste und hoffe Du kommst schnell wieder auf die Beine ohne bleibenden Schaden", sagte Linhard freundlich und hockte sich vor das Sofa.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg hockte sich neben seinen Mann und musterte Alex traurig. "Er hat sich die Kehle aufgeschlitzt? Und das hat er ├╝berlebt? Nun ich habe Brandur nach seiner Auferstehung gesehen. Jung, so jung wie Linhard, gesund und voller Leben... und er... Alex... liegt hier als genaues Gegenteil. Schwach, blass... dem Tode nahe. Sie haben getauscht... nicht wahr? Brandur hat nun Alex Energie, oder wie man es bezeichnen m├Âchte".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So in der Art, ja. Normalerweise w├╝rde ein Mensch solch einen Blutverlust auch nicht ├╝berleben. Aber Alexanders K├Ârper ist zum einen genau dahingehend trainiert und zum anderen hatte er magische Unterst├╝tzung von mir und Benito. Brandur zur├╝ckzuholen war ein harter Brocken, da diese Art der Magie generell anspruchsvoll ist und Alexandre zudem erst vor verh├Ąltnism├Ą├čig kurzer Zeit zwei Wiedererweckungen vollbracht hat.┬ź Ciel nahm die eiskalte, schlaffe Hand. Zu seiner ├ťberraschung stellte er fest, dass Alexandres Augen ge├Âffnet waren. Nur ein wenig, aber sie waren offen! Das waren sie doch vorher nicht gewesen - oder doch, und er hatte es nur nicht bemerkt? ┬╗Hast du uns geh├Ârt, Alex?┬ź Der Erzhexer nickte kaum merklich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm vorsichtig Alex andere Hand und schaute ihn genau an. "Ja er scheint wach zu sein oder langsam aus dem D├Ąmmerzustand zu erwachen. Das klingt nicht gerade nach einer einfachen ├ťbung um es mal so zu sagen. Es h├Ątte auch verdammt schief gehen k├Ânnen, ich hatte keine Ahnung worum ich Euch gebeten habe. Ich tat es f├╝r meinen Mann und seinen Vater Ciel. Nicht um Alex zu schaden, das war nie mein Ziel. Mein Wunsch war es, dass Lin genau den Vater wieder bekommt, der ihn geliebt hat. Und lange hatten beide nichts voneinander. Zudem ist er eine gute Person. Ich habe ihn vorher zwar nur als Geist kennengelernt, aber schon dort kam ich gut mit ihm aus. Wieso auch nicht? Der Geist ist einfach die Seele von einer Person, ihm fehlte nur der K├Ârper. Und der sagt ja nichts dar├╝ber aus, ob sich zwei Personen gut verstehen oder nicht. Wobei man auch sagt, dass zwei sich nicht riechen k├Ânnen.... nun wer wei├č was dran ist. Jemanden gut riechen k├Ânnen gibt es", schmunzelte Verrill und dr├╝ckte Alex Hand.

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Ja es sieht so aus, als w├╝rde er aufwachen. Hoffen wir es, ein erstes gutes Anzeichen. Er muss es einfach geschafft haben. Ich wei├č was er Dir bedeutet Ciel, wirst Du es ihm sagen? Wirst Du ihm die Frage der Fragen stellen? Oder kommt das nicht in Betracht?", fragte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
Eine von Alexandres Augenbrauen verzog sich etwas auf Linhards Worte hin und die Augen richteten sich auf Ciel. Ciel zischte: ┬╗Still, Lin. Du stresst ihn. Alexandre ist z├Ąh wie Unkraut, wenn ich das mal so sagen darf. Er hat schon haufenweise Dinge ├╝berlebt, die eigentlich kein normaler Mensch ├╝berleben w├╝rde. H├Âchstens Ferrau vielleicht noch. Und du, Greg, mach dir keine Gedanken mehr dar├╝ber. Geschehen ist geschehen und ich selbst hatte Brandurs Wiedererweckung angeboten. Freuen wir uns dar├╝ber, dass das Opfer nicht umsonst war. Letztlich sind wir genau daf├╝r da. Hierf├╝r. Und Lin hat nun seinen Vater wieder. Ich w├╝rde ja sagen, du bist Alexandre was schuldig, Lin, aber nein, das bist du nicht.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Ich wei├č, dass ich ihm etwas schulde, mehr als ich in Worte fassen kann. Er gab mir den einzigen Menschen zur├╝ck der mich bis dato gemocht oder geliebt hat. Bei dem ich willkommen war und das ist mehr wert, als man mit Worten beschreiben kann. Mir hat es zwar wie man so sch├Ân sagt, an nichts gemangelt, aber ich wie mein Onkel einst sagte - er w├Ąre lieber ein Nichts gewesen und h├Ątte mit den anderen gelacht, gefeiert, Freude gehabt, Eltern gehabt - daf├╝r h├Ątte er auf alles verzichtet. Im Grunde waren sie die armen W├╝rstchen. Beziehungsweise sind wir die armen W├╝stchen obwohl wir alles haben. Bis auf N├Ąhe, Vertrauen, Zuneigung, Freunde, Verwandte - Verwandte waren Todfeinde mit denen man unter einem Dach lebte. Und deshalb bin ich ihm etwas schuldig, dass ist eine Tatsache die ich nicht leugne", antwortete Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Mein damaliger Witz wegen dem Block tut mir leid, ich sagte es bereits einmal und ich entschuldigte mich auch, aber ich finde ich muss es noch einmal erw├Ąhnen in Anbetracht dessen, was Alex f├╝r uns geleistet hat. Im Fall des Falles k├Ânntest Du dies auch? Das was er vollbracht hat? K├Ânntest Du einen von uns retten Ciel?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sobald ich den Meistergrad innehabe, ja. Das w├Ąre die n├Ąchste Ausbildungsstufe. Aber ich warte momentan immer noch auf meine Ordination zum Hexer, ich habe bereits die praktische und theoretische Pr├╝fung abgelegt, aber es kam ja leider etwas dazwischen, als Alexandre meine Ausarbeitung sichten wollte.┬ź Ciel sch├╝ttelte anschlie├čend den Kopf. ┬╗Nein, Linhard. Niemand ist einem Bluthexer etwas schuldig, wenn er seine Arbeit verrichtet. Wir erwarten nicht einmal Dank. Wir tun es nicht f├╝r Anerkennung, sondern f├╝r Souvagne und das Leben selbst. Es reicht, wenn man uns nicht verspottet f├╝r das, was wir sind. Besonders die Flagellation l├Ądt scheinbar dazu ein, dumme Witze zu rei├čen. Dar├╝ber muss man erhaben sein. Die Sp├Âtter verstummen meist sehr schnell, wenn sie sehen, wozu ein Bluthexer wahrhaft in der Lage ist. Wo ist Zerbino ├╝berhaupt?┬ź Ver├Ąrgert schaute er sich um. ┬╗Macht der jetzt einen auf Ferrau oder warum l├Ąsst der sich nicht blicken?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Soweit ich wei├č, ist er bei Dir, da er sich um Dich k├╝mmern sollte - anstatt Ferrau?", gr├╝belte Verrill laut. "Das hei├čt, w├Ąre es schief gegangen - also h├Ątte ich es richtig getan... Ihr wisst schon, dann h├Ątte er mich gerettet?", fragte Gregoire mit nicht zu deutendem Ton.

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: Lin musterte Gregoire mit einem Seitenblick und schaute dann Ciel fragend an. "Ja dass h├Ątte er, wie kommst Du darauf, dass er Dich nicht retten w├╝rde? Sch├Âner w├Ąre es, wenn er Dich niemals retten m├╝sste. Das merke ich mal an", warf Lin zerknirscht ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Richtig, das h├Ątte Alex. Ich gehe zumindest stark davon aus, dass Papa genau das befohlen h├Ątte. Schwieriger w├Ąre es gewesen, wenn ich bereits so weit gewesen w├Ąre, dann h├Ątte Papa eine Gewissensentscheidung treffen m├╝ssen, ob ich mein Leben riskieren soll, um deins zu retten. Ich denke aber, er h├Ątte sich auch in diesem Falle daf├╝r entschieden. Immerhin stehst du vor mir in der Thronfolge. Warum fragst du, Greg?┬ź Ciel stand auf und sah nach, ob Zerbino in der Kammer war, in der die beiden Diener wohnten.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich frage nicht weil ich erneut eine Dummheit plane, regt Euch bitte nicht auf. Ich frage aus einem anderen Grund. Was wenn mir etwas geschieht wenn ich... dick werde? W├╝rde er mich dann auch retten? K├Ânnte er mich dann ├╝berhaupt retten? Mein Plan war dumm, weil ich nicht verlieren wollte was ich liebte, wollte ich gehen. Also h├Ątte ich es verloren durch meine eigene Hand. Aber ich frage jetzt f├╝r sp├Ąter - in f├╝nf Jahren oder so", grinste Greg verlegen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Lin schaute mit in die Kammer, aber von Zerbino war nichts zu sehen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn du dick wirst, kann dich nur eine Di├Ąt retten┬ź, murmelte Ciel. ┬╗Bl├Âde Frage, nat├╝rlich. Und wenn es m├Âglich w├Ąre, euch beide. Was glaubst du, warum ich so ehrgeizig in meiner Ausbildung bin? Ich m├Âchte Gewissheit haben, dass, wenn Alexandre es nicht schafft ... wir noch ein As im ├ärmel haben. Wenn er es nicht schafft, dann hole ich euch zur├╝ck.┬ź Ver├Ąrgert musterte Ciel die leere Kammer. ┬╗Und Ferrau ist auch verschwunden! Was treiben die nur?┬ź Ciel war besorgt. ┬╗Jemand von den beiden h├Ątte bei Alex bleiben sollen, aber die Faulpelze waren ja schon vorhin weg.┬ź Er trat an die T├╝r und schnauzte einen der wachhabenden Gardisten an. ┬╗Du! Wohin sind meine Diener gegangen?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Gardist: Der Gardist schaute etwas angespannt und versuchte trotzdem so h├Âflich wie m├Âglich zu schauen. "Eure Majest├Ąt Euer Leibdiener Ferrau hat frei und Euer Leibdiener Zerbino wollte sich um seinen Leihherrn den Marquis de la Grange k├╝mmern, so weit wir wissen Herr".

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich hatte nicht vor eine Di├Ąt zu machen, aber vielleicht werde ich ja auch nie dick. Dass wei├č man nicht. Es k├Ânnte jemand f├╝r mich dick werden. Ich m├Âchte sehr gerne, dass jemand von mir dick wird. Und wenn es keinen Grund zur Angst g├Ąbe, w├╝rde ich schon gerne dick werden. Aber es ist eben mit viel Angst und Gefahr verbunden. Darum muss ich gut nachdenken, wobei Lin mir ja schon ein eigenes Gef├Ąngnis gebaut hat, damit ich mich wohlf├╝hle", grinste Greg, w├Ąhrend Lin ihn anstarrte als h├Ątte er in eine Zitrone gebissen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Frei?┬ź Ciel ├╝berlegte kurz, wie lange er Ferrau eigentlich freigegeben hatte. Eigentlich ja nur f├╝r den Abend, an dem er feiern durfte, aber nicht f├╝r den folgenden Tag. Andererseits war er selbst sehr nerv├Âs gewesen und hatte sich wom├Âglich versprochen. ┬╗Trotzdem h├Ątte er mir sagen m├╝ssen, wo er hingeht, f├╝r Notf├Ąlle wie diesen! Das ist nicht zu fassen, womit habe ich das nur verdient? Und Zerbino sucht vermutlich am falschen Ort, herrje, muss man denn wirklich alles selber machen!┬ź Er rief einen herumlaufenden Diener herbei. ┬╗DU! Bring mir Zerbino herbei und bringe in Erfahrung, wo sich Ferrau herumdr├╝ckt.┬ź Dann schloss er, etwas ruppiger als beabsichtigt, die T├╝r und wandte sich den anderen wieder zu. ┬╗Linhard tut ganz recht damit, dir eine sch├Âne dicke Burg samt Mauer zu schenken. Er passt sich nur souvagnischen Gepflogenheiten an.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Oh es ist sowas wie eine Burg in unserer Burg, kurzum ein Sicherheitsgemacht mit Heilstube, K├╝che und und und... UND Gregoire hat zu seinem "Gef├Ąngnis" einen Schl├╝ssel. Zudem habe ich es einrichten lassen, damit ihm nichts passieren kann. Und falls er dick wird, was ich schwer hoffe dann ist er dort sehr gut aufgehoben. Ich glaube Dein Zerbino ist dort wo Alex sonst lebt, kann das sein?", fragte Lin Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire legte einen Arm und Linhard und k├╝sste ihn liebevoll. "Das hast Du lieb gesagt", freute sich Verrill. "Ferrau hatte wie lange frei? Na dass die anderen ihn f├╝r faul halten, kommt nicht von ungef├Ąhr", grinste Greg breit.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel raufte sich die Haare. Dann strich er sie wieder glatt nach hinten. ┬╗Ferrau hatte eigentlich nur f├╝r die Nacht frei! Und danach wollte ich sehen, ob es m├Âglich ist, ihm einen weiteren freien Tag einzur├Ąumen. Den ich aber noch nicht erteilt habe! So was! Oder ist ihm am Ende wieder etwas passiert?┬ź Ciel wurde unruhig. ┬╗Das ist doch nicht normal, st├Ąndig ist der Mann weg! Erst schauen wir nach Zerbino. Wenn er im Tempel ist, kann der Diener ihn nicht finden. Wer von euch beiden begleitet mich?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard deutete auf Gregoire. "Er begleitet Dich und ich h├╝te Alex, abgemacht?", fragte Lin. "Alles klar, so machen wir dass. Ich begleite Dich Ciel. Ich habe Dir immer gesagt, Du musst Ferrau an der k├╝rzeren Leine halten, sonst macht er was er m├Âchte. Oder er hat wieder etwas falsch verstanden, was auch gut m├Âglich ist", sagte Gregoire und gab Ciel ein Zeichen ihm zu folgen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oder irgendwer hat ihn wieder abgefangen┬ź, gr├╝belte Ciel d├╝ster. ┬╗Wie SOLL ich ihn denn an der kurzen Leine halten? Er macht einfach, was er will! Jetzt gibt er sich wom├Âglich schon selber frei! Er wurde fr├╝her geschlagen - und hat gemacht, was er will. Von mir wird er nicht geschlagen, er wird regelrecht verw├Âhnt - und macht trotzdem, was er will! Der Mann schafft mich┬ź, st├Âhnte Ciel, w├Ąhrend er mit Gregoire in Richtung der Kapelle ging, welche den Deckel zum Tempel bildete. ┬╗Hat Zerbino ├╝berhaupt einen Schl├╝ssel? Nun, vielleicht hat Alex ihm einen gegeben┬ź, murmelte er vor sich hin, schloss auf und trat mit seinem Bruder ein. Er schaute als erstes nach, ob die Statue noch an Ort und Stelle stand.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire lachte sich bei Ciels Erl├Ąuterung schlapp. Liebevoll legte er ihm einen Arm um die Schulter. "Nun vielleicht fing auch bei Dreux alles ganz harmlos an, bis ihn dieser Mann schaffte und er nur noch um sich trat wie ein br├╝nstiger Arashi", lachte Verrill und seine klare Lache hallte in den R├Ąumen wieder. "Oder er plant eine ├ťberraschung f├╝r Dich, dass macht er doch oft, weil er Dich sehr gerne mag. Nur sollte er dann jemanden Bescheid sagen, dass er weg ist. Meiner Meinung nach Ciel. Der Tempel hat was... irgendwie ist er k├╝hl und warm zugleich... Wenn Du jemals soweit bist, w├╝rdest Du mich besch├╝tzen, wenn ich schwanger w├Ąre? W├Ąrst Du an meiner Seite?", fragte Verrill leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wei├čt du was? Den Gedanken, dass Dreaux fr├╝her ganz zuvorkommend zu Ferrau war, bis dieser ihn in den Wahnsinn trieb, hatte ich auch schon.┬ź Ciel blieb stehen, as Verrill ihn nach seinem Schutz fragte. Er wandte sich zu ihr um. Jetzt, wo Linhard nicht da war, legte er ihr die Arme um und zog sie an sich. Er k├╝sste sie auf den Mund und die Gedanken von dem Anblick, als sie das blaue Kleid getragen hatte, schossen durch seinen Geist. ┬╗Nat├╝rlich besch├╝tze ich dich. Immer. Und mit einem Kind unter deinem Herzen besonders. Ich bin immer f├╝r dich da, Verrill. Immer.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill umschlang Ciel und dr├╝ckte sich an ihn. Als Ciel sie k├╝sste, erwiderte sie den Kuss genauso leidenschaftlich und lehnte sich danach an ihn an. "Ich m├Âchte beides, ich m├Âchte ein Kind zeugen, oder wenn ich Gl├╝ck habe mehrere, aber ich m├Âchte es auch unter dem Herzen tragen. Nur dass ist der Knackpunkt in meinem Leben. Ab da bin ich hilflos, ich habe keine Ahnung wie ich mich dann verhalten muss oder was ich noch darf und was nicht. Soweit ich mich erkundigt habe nicht sehr viel, ich m├╝sste mich schonen. Aber ich hatte ja auch nicht vor, dann Schwertfechten zu trainieren oder Ringen. Ich Danke Dir f├╝r Deine Liebe und Deinen Beistand Ciel. Ich bin ebenfalls immer f├╝r Dich da und ich helfe Dir, wenn es in meiner Macht liegt. Mal ohne Ferrau etwas zu wollen, ich glaube der Mann meint es oft gut, bringt es aber so falsch r├╝ber, dass er alles schlimmer macht. Er m├Âchte Dir eine Freude machen und dabei bringt er Dich auf die Palme", fl├╝sterte Verrill ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Fast genau so hat Ferrau es mir mal gesagt. Er sagte: Wenn Ihr mich um Rat fragt, wird alles nur noch schlimmer! Das war seine Begr├╝ndung, warum er sich manchmal nicht so ausquetschen l├Ąsst, wie ich das gern h├Ątte. Und vielleicht hat er in dem Falle sogar recht. Trotzdem habe ich ein Recht darauf, mir seinen Rat anzuh├Âren, wozu hat man schlie├člich sonst Vertraute? Verrill, ich mag das Kerlchen ... trotz seiner ganzen Macken oder vielleicht sogar deswegen. Sie machen ihn ... putzig. Vielleicht hat er das gemerkt und macht nun mit Absicht nur noch Bl├Âdsinn┬ź, gr├╝belte Ciel und stieg mit Verrill hinab in die Gew├Âlbe. ┬╗Und dass du f├╝r mich da bist, bedeutet mir viel. Auch wenn wir uns mal streiten, wir geh├Âren zusammen. Was du mit einem Kind im Leib noch darfst, das frag am besten eine Hebamme. Oder Nathan.┬ź Den Witz konnte Ciel sich nicht verkneifen. ┬╗Zerbino?┬ź, rief er.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich denke dass sich Dein Ferrau gar nichts dabei denkt - dass ist Euer Problem. Es ist f├╝r ihn nicht schlimm, da er es gut meint Ciel. Dann bestehe einfach darauf, dass er Dir antwortet. Mein neuer Liebdiener Gaston, ist sehr freundlich und lieb. Vielleicht sollte Ferrau einmal bei ihm in die Schule gehen. Und er ist sehr geduldig, dass muss er bei mir auch sein. Nun wenn Du Ferrau genauso magst, wie er ist, was m├Âchte er mehr? Du wei├čt, dass ich immer f├╝r Dich da bin. Das stimmt, gleichg├╝ltig ob wir uns streiten, wir geh├Âren zusammen. Aber gerade deshalb tut der Streit besonders weh. Lass uns lieber reden, statt streiten Ciel. Mit Dir und Lin an meiner Seite, werde ich es schon schaffen. Linhard muss dann alles f├╝r mich tun", grinste Greg.

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino: Als er seinen Herrn rufen h├Ârte, antwortete er nat├╝rlich. "Ich bin hier Herr. Wisst Ihr wo sich der Marquis befindet? Er kehrte nicht heim!", sagte Zerbino besorgt und ging Ciel und Gregoire entgegen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe das doch versucht┬ź, rief Ciel nun fast hysterisch. ┬╗Er sagt einfach nichts, trotz ausdr├╝cklicher Anweisung inklusive R├╝ge. Nichts! Der macht mich fertig!┬ź Als Zerbino sich bemerkbar machte, beruhigte er sich wieder ein wenig. ┬╗Wenigstens eine gute, brave Seele an diesem Ort. Alexandre ist in meinen Gem├Ąchern, auf dem Sofa. Du wirst sehr viel Arbeit mit ihm in n├Ąchster Zeit haben. Erschrick nicht, wenn du ihn siehst. Er sieht schlimm aus, er hat eine Wiedererweckung hinter sich und sehr viel Blut verloren. Wei├čt du, wo Ferrau ist?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino starrte Ciel einen Moment panisch an, ehe er seine Angst niedergek├Ąmpft hatte. "Herr ich werde mich wie immer sehr gut um Alexandre k├╝mmern. Soll ich direkt in Eure Gem├Ącher aufbrechen? Und nein Herr, ich wei├č nicht wo Ferrau ist. Ich habe die ganze Zeit hier auf Alexandre gewartet und mich gesorgt als er nicht heimkam. Dass erkl├Ąrt alles. Als ich von Euch aufbrach, war Ferrau noch dort. Aber er wollte etwas f├╝r Euch besorgen - so sagte er", erkl├Ąrte der Leibdiener.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dem Gardisten hat er erz├Ąhlt, er h├Ątte heute frei┬ź, st├Âhnte Ciel und rieb sich das Gesicht. ┬╗Wir kehren zusammen in meine Gem├Ącher zur├╝ck, vielleicht ist Ferrau inzwischen eingetroffen. Oder m├Âchtest du noch etwas mit mir besprechen...┬ź an dieser Stelle musste Ciel sich unterbrechen, weil er fast ÔÇ║LieblingÔÇ╣ zu Verrill gesagt h├Ątte. Er kaschierte es mit einem R├Ąuspern. ┬╗Verrill?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill zwinkerte Ciel zu. "Nun unseren gemeinsamen Abend k├Ânnen wir ein anders mal besprechen. Zudem musst Du Dich noch mit Lin beschnuppern. Dazu werden wir gemeinsam was unternehmen. Und was uns beide betrifft, dar├╝ber reden wir in einer stillen Stunde, ganz alleine... v├Âllig alleine", sagte Greg liebevoll. "Nun vielleicht wollte Ferrau etwas besorgen, weil er dachte er hat frei? So ergibt das ja wieder Sinn", gr├╝belte Greg und ging gemeinsam mit Ciel und Zerbino wieder nach oben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č Zerbino ein St├╝ck vorgehen, dann griff er nach Verrills Hand. Er war sehr nerv├Âs geworden nach ihren letzten Worten. ┬╗Was ... m├Âchtest du zuerst? Den Dreier mit Lin oder nur uns beide?┬ź Sehr langsam ging er hinter Zerbino her und verschloss alle T├╝ren wieder.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Damit es keinen Zank zwischen Euch gibt, w├Ąre der Dreier sch├Ân. Aber Ihr sollt Euch vertraut sein und Euch nicht als Konkurrenten sehen. Aber ich w├╝rde mich auch mit Dir allein treffen. Das wei├čt Du und wie wir es dann tun werden, wei├čt Du auch. Du wirst mich auf beide Arten lieben und ich werde Dich lieben", fl├╝sterte Verrill ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du mich ... auch?┬ź, fragte Ciel unsicher. ┬╗Du meinst ... du wirst mich als Mann lieben? Also du in der m├Ąnnlichen Rolle?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
"Was spricht denn dageben? Du wirst mir genauso vertrauen, wie ich Dir. Du wirst f├╝hlen, wie sch├Ân es sein kann und ich werde Dich genauso in mir willkommen hei├čen. Du musst Dich nicht f├╝rchten. Falls es Dir nicht gef├Ąllt, brechen wir es ab. Das ist doch selbstverst├Ąndlich. Oder m├Âchtest Du es nicht? F├╝rchtest Du Dich?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗J...ja. Ich f├╝rchte mich. Daran hatte ich nicht gedacht. Ich kenne es zwar mit dem Finger. Aber anders kenne ich es nicht. Woher auch. W├Ąre dieser Teil dir denn wirklich wichtig?┬ź Ciels Bild von Verrill als seine Schwester im strahlend Blauen Kleid bekam einen ziemlichen Riss.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill nahm sein Gesicht in beide H├Ąnde. "Wichtig ist mir, dass wir uns einmal ganz nah sind und dass Du mich lieben wirst. Das w├Ąre meine Antwort darauf. Du kannst Dir ├╝berlegen ob Du sie f├╝hlen m├Âchtest. Aber ich versichere Dir, es gibt keinen Grund zur Angst. Was f├╝rchtest Du? Schmerzen? Ich werde Dir nicht wehtun. Aber darum ging es auch nicht, sondern darum dass Du mich lieben darfst - mich und zwar beide H├Ąlften. So als h├Ąttest Du mich geheiratet".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Verrill an, als sie sein Gesicht in ihren H├Ąnden hielt und diesen wundervollen und zugleich schmerzlichen Satz aussprach. Z├Âgerlich nickte Ciel. ┬╗Ich hatte dir gesagt, dass ich dich, Verrill, liebe, so wie du bist. Als vollkommenes Wesen. Nicht nur als Frau. Mein Wort gilt. Darum lass es uns versuchen.┬ź Er entwandt sich ihren H├Ąnden, umarmte sie nun sehr fest und presste sie, ihn, mit dem ganzen K├Ârper an sich. Ganz bewusst konzentrierte er sich auf das M├Ąnnliche, was in Verrill lag. Ihm wurde bewusst, dass es ihm schwerer fiel, als erwartet, sie wirklich immer als beides zu sehen. Das tat seiner Liebe jedoch keinen Abbruch. Er l├Âste sich wieder von ihm und sprach nun gedanklich bewusst von Verrill in der m├Ąnnlichen Form. ┬╗Komm, S├╝├čer, lass uns zur├╝ck zu Alex gehen und schauen, ob Ferrau wieder da ist.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Als sie Zerbino folgten, ging Gregoire bewusst einige Schritte hinter Ciel und strich ihm liebevoll und dankbar ├╝ber den R├╝cken. "Danke f├╝r Deine Worte Ciel. Wir m├╝ssen ein wann und wo ausmachen... und habe keine Angst, ich habe auch keine vor Dir", antwortete Greg. Er schaute kurz Ciel auf den Hintern, als dieser die Treppen hinaufstieg und fand dass er einen sch├Ânen und knackigen Hintern hatte. Er konnte sich gl├╝cklich sch├Ątzen Ciel und Lin an seiner Seite zu haben. Ferrau... ja wo der Bursche abgeblieben war, war ein R├Ątsel.

Zerbino
Zur├╝ck in Ciels Gem├Ącher angekommen, hockte sich Zerbino sofort neben Alex, der wie ein blasses Laken auf dem Sofa lag. "Herr ich bin es, Zerbino", fl├╝sterte er leise und nahm Alexandres Hand. "Ich bin hier und werde mich um Euch k├╝mmern. Ich habe geh├Ârt, was Ihr geleistet habt", sagte er und streichelte die klamme Hand stolz.

Alexandre
Alexandre drehte kaum merklich ein winziges St├╝ck den Kopf in Zerbinos Richtung. Und er richtete seine Augen m├╝hsam auf die von Zerbino, ehe sie ihm wieder zufielen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau ist immer noch weg┬ź, bangte Ciel und langsam bekam er Angst. ┬╗Wen k├Ânnten wir noch fragen? Jules! Das Himmelsauge! Wir fragen ihn. Er soll Ferrau aufsp├╝ren!┬ź

Zerbino
Der Leibdiener streichelte seinem Herrn einmal ├╝ber den Kopf und zog die Decke zurecht, auch wenn dies gar nicht n├Âtig war. "Schlaft Euch gesund Herr. Ich werde Euch eine kr├Ąftigende Br├╝he zubereiten", munterte Zerbino Alex auf.

Ferrau
Kaum hatte Zerbino dies ausgesprochen, betrat Ferrau gut gelaunt das Gemach von Ciel und blieb erstaunt stehen, wer alles anwesend war. "Eure Hoheiten", gr├╝├čte er respektvoll in die Runde und verneigte sich vor jedem einzelnen, ehe er seine Eink├Ąufe in seine kleine Kammer schleppte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire und Linhard verfolgten das Schauspiel mit teils belustigter und teils sehr ernster Miene. "Er ist zur├╝ck, der Schleicher", grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č die anderen stehen, wo sie waren und folgte Ferrau in die Kammer. Hinter ihnen schloss er die T├╝r, setzte sich auf einen Stuhl und musterte ihn mit sehr ernster Miene. ┬╗Niemand wusste, wo du warst, Ferrau.┬ź

Ferrau
"Warum auch Herr? Ich hatte frei und ich habe Euch etwas mitgebracht. Macht Euch keine Sorgen, mir geht es gut. Aber Ihr seht sehr blass aus. Was ist denn geschehen?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich war in SORGE┬ź, erboste sich Ciel. ┬╗Sorge, wei├čt du, was das ist? Wei├čt du, was es bedeutet, sich um jemanden Sorgen zu machen? Ich dachte, dich h├Ątte wieder irgendjemand zusammengeschlagen oder du w├Ąrst wieder aus einem Fenster geklettert und abgest├╝rzt! Du hattest nicht frei, aber sei es drum! Ich erwarte von dir, dass ich IMMER, zu jedem Zeitpunkt, wei├č, wo du zu finden bist! In der Zwischenzeit ist Alexandre fast gestorben, Linhards Vater wurde wiedererweckt und du hast all das noch nicht einmal bemerkt, weil du wieder ... irgendwo rumgeschlichen bist!┬ź Ciel zerrte Ferrau an sich heran und dr├╝ckte ihn. ┬╗Tu das nie, nie wieder. H├Ârst du?┬ź

Ferrau
Versteifte sich wie ein Brett bei dem Anschiss von Ciel, aber als dieser ihn dann urpl├Âtzlich umarmte, nahm er ihn auch ganz fest in die Arme und dr├╝ckte ihn liebevoll. "Ja ich wei├č was Sorgen sind Herr. Und ich danke Euch, dass Ihr Euch um mich gesorgt habt. Ich werde Euch sonst einen Zettel schreiben wo ich bin, damit Ihr keine Angst mehr haben m├╝sst. Es tut mir so leid, ich wollte wirklich nichts b├Âses. Ich war im Ort einkaufen und habe bei einem Glasbl├Ąser halt gemacht. Das habe ich f├╝r Euch und Eure Frau gekauft. Bitte lasst uns nicht streiten. Zuk├╝nftig werde ich besser nachdenken und Euch keinen Kummer mehr bereiten. Was hei├čt Linhards Vater wurde wiedererweckt und Alex ist fast gestorben? Drum sah er so krank aus. Hier das ist f├╝r Euch", sagte Ferrau und l├Âste sich vorsichtig von Ciel.

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Ferrau dr├╝ckte Ciel erneut. "Vielleicht kommt Ihr so Eurer Frau etwas n├Ąher", freute sich Ferrau und hoffte Ciel gefiel das Geschenk.

Ciel Felicien de Souvagne
Ganz vorsichtig betrachtete Ciel die Glasrose. ┬╗Sie ist wundersch├Ân. Dar├╝ber wird sich Olivie freuen. Und ich freue mich auch. Danke, Ferrau.┬ź Sorgf├Ąltig legte Ciel die Rose ab. ┬╗Am besten, du verwahrst sie bis dahin, ich mach sie sonst kaputt. Da f├Ąllt mir auf ... du hast vergessen, mich daran zu erinnern, ihr die anderen Geschenke zu geben! Ich habe immer noch den Vorsteckring. Ich muss mich dringend mit ihr treffen und du musst mir assistieren. Wie bei dem Verlobungsessen. Noch etwas. Ich lade dich zum Essen ein. Ich hatte dir etwas versprochen an dem Tag, als du mein Diener wurdest und ich stehe zu meinem Wort. Nun, wo du dir schon einmal selbst freigegeben hast, genie├če den restlichen Tag, aber heute Abend brauche ich dich wieder, da Zerbino mit Alex alle H├Ąnde voll zu tun hat. Erhol dich gut.┬ź Ciel dr├╝ckte Ferrau noch einmal die Schulter mit den Fingern, dann kehrte er zu den anderen zur├╝ck.

Ferrau
"Danke Herr... Ihr k├Ânnt diese Rose aber auch f├╝r Euch behalten", antwortete Ferrau, nicht wissend ob Ciel ihn noch h├Ârte. Er r├Ąumte seine neuen Eink├Ąufe schon in seine Kammer, so dass sie gleich etwas gem├╝tlicher aussah. Eine geh├Ąkelte Tagesdecke, ein paar neue Puschen und ein Tablett mit Griffen, auf denen er seine Speisen stellen konnte. Damit der kleine Tisch nicht zu ├╝berladen war. Er schaute sich kurz sein Werk an, dann ging er schlafen.
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