Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
Benutzeravatar
Ciel Felicien de Souvagne

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
Prince
Beiträge: 129
Registriert: Fr 20. Okt 2017, 09:02
Volk: Almanen

Das Quartett

#21

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 30. Apr 2018, 01:13

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel Er klopfte bei Verrill an die Tür und hoffte, dass Linhard dort ebenfalls zu finden war.

Gregoire Verrill de Souvagne
Es dauerte einen Moment, bis Verrill die Tür öffnete und Ciel zur Begrüßung herzlich anlächelte. »Komm rein«, sagte er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hallo Brüderchen und Schwesterchen«, sagte Ciel ganz leise und lächelte. Dann trat er in das Zimmer und fragte in normaler Lautstärke: »Ist dein Verlobter anwesend? Ich muss mit ihm sprechen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ist er und er weiß darüber genauso bescheid wie Du«, flüsterte Greg zurück, packte Ciel bei der Hand und führte ihn in die eigene Schreibstube, wo Linhard saß und zig Schriftstücke um sich aufgetürmt hatte und etwas schrieb. »Du hast Besuch Lin«, verkündete Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Ciel. »Eure Hoheit Prince Ciel de Souvagne«, sagte er höflich, stand kurz auf und deutete eine Verbeugung an, ehe er sich wieder setzte und sein Buch zuklappte.

Ciel Felicien de Souvagne
Etwas nervös folgte Ciel ihm. Er hoffte, Linhard würde nicht ungehalten reagieren, wenn er sah, dass sie miteinander Händchen hielten, besonders, seit Ciel ihm bei ihrem letzten Zusammentreffen beiläufig aufs Brot geschmiert hatte, dass er Verrill eigentlich selbst hatte heiraten wollen, um ihm zu zeigen, wie eng ihr geschwisterliches Band wirklich war.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute die beiden aufmerksam an, sagte aber dazu keinen Ton. Jetzt darüber ein Wort zu verlieren würde nur unnötig Streit provozieren. Das würde er nach der Hochzeit mit seinem Mann klären. »Ihr wolltet zu mir?«, hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ciel, wenn wir unter uns sind und geduzt hast du mich das letzte Mal auch schon unaufgefordert. Meinetwegen können wir auch dabei bleiben und warten nicht bis nach der Hochzeit damit, wo ich es dir eigentlich anbieten wollte. Ich bin gekommen, um mit dir über deinen Vater zu sprechen.« Er setzte sich gemütlich auf das Sofa und angelte einen rosa Keks.

Linhard von Hohenfelde
»Dann bleiben wir beim Du. Gut, was möchtest Du bezüglich meines Vater wissen oder besprechen?«, fragte Linhard neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du hättest dich wenigstens pro forma entschuldigen können. Aber gut, ich nehme zur Kenntnis, dass du dies nicht tun möchtest. Zuerst möchte ich dir mitteilen, dass ich mit deinen Verwandten gesprochen habe. Dabei konnten wir einige Einigungen erzielen. Zum einen wird Davard uns bei der Ausbildung von Geistmagiern behilflich sein, sofern dies seine sonstigen Verpflichtungen zulassen. Wolfram wird bei Alexandre de la Grange in die Lehre gehen, der hier am Hofe die Verantwortung über die Magier innehat.« Ciel überlegte, wie weit die beiden über Alexandres wahre Aufgaben wohl im Bilde waren. »Des weiteren habe ich nach reiflicher Überlegung beschlossen, beim Duc ein gutes Wort für die Wiedererweckung von Brandur einzulegen.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute ziemlich baff, er hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. »Wofür sollte ich mich entschuldigen? Für das Ihrzen? Ich wollte lediglich die Form wahren um Dir nicht erneut irgendwie auf den Schlips zu treten. Wenn genau das Stein des Anstoßes war, entschuldige bitte. Wie komme ich zu der Ehre, dass Du dem Duc noch einmal meine Bitte vortragen möchtest? Es freut mich zu hören dass Dave unterrichten möchte. Das wird Euch und ihm nützen, beide Seiten haben etwas davon. Für Wolfram freut es mich ebenso, wie für Alex. Ich denke die beiden werden gut miteiander auskommen. Ich kenne niemanen, der nicht mit Wolfram auskommt. Die beiden haben Dich dazu veranlasst, erneut über meinen Vater nachzudenken? Was haben sie denn gesagt?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du solltest dich natürlich nicht für das Ihrzen, sondern das zuvorige Duzen entschuldigen«, blaffte Ciel. »Aber darum bin ich nicht hier. Brandur selbst hat dazu beigetragen, noch einmal gründlich über alles nachzudenken, indem er durch den gesamten Palast geschwebt ist, überall aufgetaucht ist, wo er nicht auftauchen sollte und uns somit eindrücklich eine Sicherheitslücke im Palast vor Augen geführt hat. Trotz dessen hat er jedoch die Form weitestgehend gewahrt und keinen Schaden angerichtet, obwohl er es gekonnt hätte. Es war wohl seine Art eines Bewerbungsschreibens. Ich werde ihn dem Duc als Hofnekromant empfehlen. Das Ganze ist jedoch an eine Bedingung geknüpft - daran, dass es Davard von Hohenfelde gelingt, mir Derya Littneaux herzubringen, tot oder lebendig. Es ist, wenn man so will, ein Tausch.«

Linhard von Hohenfelde
»Ich habe es falsch verstanden, dann entschuldige ich mich für mein Duzen. Du kannst Davard Zuhause lassen, ich kann Derya besorgen. Falls ich versage schicke Dave. Er wird sie finden und töten. Aber ich habe eine einfachere Methode, ich kann sie herbeordern lassen. Derya im Tausch für meinen Vater Ciel. Nun Ihr solltet nicht alle Nekromanten verbannen. Wenigstens sollten eine verbleiben, denn was kann Euch vor einem feindlichen Nekromanten schützen? Nur ein freundlich gesinnter. Und mein Vater wäre Euch mehr als nur freundlich gesinnt, wenn Ihr ihm dieses Geschenk erweist«.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg gesellte sich zu Linhard und legte ihm einen Arm um die Schulter. »Du hast ihn dabei erneut geduzt«, schmunzelte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Richtig, darum wünsche ich ihn mir für den Hof als einer der wenigen, denen es gestattet sein wird, Nekromantie noch in der Praxis anzuwenden. Davard hat den Auftrag bereits erhalten und angenommen und ob er sie mir tot oder lebendig, im Ganzen oder in Würfeln bringt, spielt keine Rolle. Du kannst ihm jedoch gern deine Hilfe dabei anbieten.«

Linhard von Hohenfelde
»Das werde ich tun. Mein Vater war immer ein Mann der Ehre, gleichgültig was geschah, wenn er sein Wort gegeben hatte stand er auch dazu. Was ist, wenn der Duc trotz der Auslieferung von Derya die Wiederbelebung ablehnt?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann kann ich nichts weiter für dich tun. Aber er wird sich vor der Entscheidung meine Meinung anhören und darüber nachdenken. Und ich werde ihm begründen, warum ich die Wiedererweckung von Brandur für sinnvoll erachte.«

Linhard von Hohenfelde
»Das ist besser als nichts. Andernfalls hätte ich es einfach hinnehmen müssen, wie jeder normale Mensch auch. Das Du nicht ohne Gegenleistung für mich sprichst ist verständlich und dass Du Dich von Brandur selbst überzeugt hast ebenso. Ich hätte Dir viel erzählen können. Jeder der eine Person verloren hat und vermisst, erzählt nur das Beste über sie. Verständich, sonst hätte er sie nicht gerne zurück. Noch zwei Tage Ciel, dann ist es soweit«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja ... und ich muss vorher sehr dringend mit Olivie sprechen. Noch was. Du wirst deinen Vater bis zur Hochzeit nicht wieder sehen. Ich habe ihn versiegeln lassen bis zur entgültigen Entscheidung über sein Schicksal. Doch für jenen Tag wird ihm gestattet sein, noch einmal über Asamura zu wandeln.«

Linhard von Hohenfelde
Lin starrte Ciel misstrauisch an. »Versiegeln lassen? Was heißt das? Was hast Du mit ihm gemacht?«, fragte Linhard nervös.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe ihn in einen Gegenstand bannen lassen und verwahre diesen an einem sicheren Ort. Grund ist, dass Brandur im Rahmen seiner Bewerbung Dinge in Erfahrung gebracht hat, die er nie hätte erfahren dürfen.«

Linhard von Hohenfelde
»Und Du wirst ihn ein Leben lang so aufheben, wenn der Duc gegen ihn spricht? Oder wirst Du ihn dann als Geist entlassen, so dass er zurück in den Nexus kehrt?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das werde ich dann entscheiden, wenn es so weit ist.«

Linhard von Hohenfelde
Linhard blinzelte in Zeitlupe. »In Ordnung... dann hoffe ich, dass der Duc der Wiederbelebung zustimmt. Für Brandur«, sagte er bedächtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte den Keks unangeknabbert auf den Tisch, verschränkte die Finger und musterte Linhard. »Schön, dass wir uns so reibungslos einig geworden sind.«

Linhard von Hohenfelde
»Einig? Ja wir sind uns einig. Du bekommst Derya und ich bekomme... nichts«, murrte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nichts? Mein Wort, es zu versuchen, ist also nichts? Über das Schicksal Brandurs zu entscheiden ist allein der Duc befugt.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg streichelte Lin den Nacken. »Du bekommst eine zweite Chance für Brandur. Niemand sonst auf der Welt bekommt das. Stirbt jemand ist er tot. Und genau darin liegt der Schrecken für die meisten Menschen. Es ist etwas, dass unumstößlich ist. Eines der wenigen Dinge, die unumkehrbar sind Lin. Eigentlich ist dies in Stein gemeißelt. Gleichgültig was Du tust, was Du liest, wohin Du gehst, welchen Zauber Du wirkst oder wirken lässt - der Tod ist unbezwingbar. Er ist vielleicht sogar noch etwas mächtiger als das Leben. Das Leben kann Dir niemand aufzwingen, den Tod leider schon. Also mein Bruder bietet Dir mehr, als Dir überhaupt jemals ein Mensch bieten wird - nenne das nicht nichts«, sagte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nichts«, grummelte Ciel fassungslos und schüttelte leicht den Kopf, ohne Linhard anzusehen.

Linhard von Hohenfelde
»Das habe ich nicht auf Dein Wort bezogen, sondern darauf welche Sicherheit ich habe. Aber Fakt ist, ohne Dein Wort habe ich gar nichts. Nicht mal den Hauch einer Chance ihn wiederzusehen als Lebenden. Es tut mir leid«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wollte dir eigentlich eine Freude machen. Aber darin scheine ich nicht sehr gut zu sein. Das ist mein dritter Versuch heute und jedes Mal geht es in die Hose. Am besten, ich lasse das und überlasse die Korrektur von Gefühlswelten Verrill«, murrte er.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Na Ciel, so ist es doch nicht. Er freut sich schon über die Möglichkeit, er hat nur Angst dass Dreux ablehnt und er seinen Vater für immer verliert. Und Dir sage ich Lin, die Angst ist völlig unbegründet. Du hast Deinen Vater schon für immer verloren. Er ist tot. Ciel reicht Dir gerade die Hand und versucht genau das ungeschehen zu machen. Du siehst das von der falschen Seite. Nicht er ist es, der Brandur in den Tod schicken wird. Er ist es, der darum bitten wird, dass er zurück geholt wird. Das ist hier das Thema. Ihr beide seid nur etwas igelig aufeinander. Redet offen ohne Eure Hintergedanken. Was stört Euch genau? Packt es doch einfach auf den Tisch«, bat Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard rieb sich den Nacken und schaute Ciel offen an. »Er hat Recht. Frieden? Mich stört, dass Du meinen Vater in diesem Ding wegsperrst. Aber ich verstehe warum«, gab Lin zu.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und mich stört deine arrogante Art! Und ja, ich bin auch eifersüchtig. Wir haben das letzte Mal schon Frieden beschlossen, aber ich glaube, das wird einfach nichts mit uns. Nicht einmal, wenn ich dir ein derart wertvolles Geschenk biete! Hast du eigentlich eine Ahnung, WIE wertvoll es ist? Wie viel hast du über diese Kunst von Dingen in Erfahrung bringen können, die dich nichts angehen? Was alles hat Verrill dir offenbart?«

Linhard von Hohenfelde
»Ich bin nicht arrogant. Das letzte was ich wäre ist dass. Ich bin nur zurückhaltend. Was ich in Erfahrung bringen konnte, ist nicht viel. Verrill hat mir darüber nichts weiter gesagt. Nur das wo Du anwesend warst und mich danach nach meiner Loyalität gefragt. Er fragte wem sie gilt, Euch oder dem Maulwurf. Es gibt keinen Maulwurf in Eurem Orden. Das wissen habe ich von meinem Vater. Das sagte ich Verrill. Er sagte mir nichts. Und woher mein Vater dieses Wissen hat, weiß ich nicht. Auch das gestand ich Verrill. Weshalb bist Du auf mich eifersüchtig? Es gibt nichts, was ich hätte worauf Du eifersüchtig sein müsstest. Weder mein Leben, noch mein Besitz, noch meine nicht existierenden Freunde sind ein Grund für Eifersucht. Allerdings besitze ich ein Drachenhuhn - darauf könntest Du eifersüchtig sein. Das hat nicht jeder, nicht mal jemand am Hof. Sonst habe ich nichts, was Du Dir nicht innerhalb von 5 Minuten selbst kaufen könntest. Du hast Freunde - ich nicht. Du hast eine intakte Familie - ich nicht. Du hast unermesslichen Reichtum - ich nicht. Du hast gewaltige Macht - ich nicht. Worauf bist Du eifersüchtig?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Auf Verrill«, sagte Ciel knapp. »Das wird nicht mein Handeln bestimmen. Du darfst dennoch von diesem Empfinden wissen. Verrill hatte mich nach dem Maulwurfsgespräch aufgesucht und etwas gesehen.« Ciels Blick wanderte zu Verrill. »Kurz nachdem ich Ferraus Wunden verband. Hast du ihm dies mitgeteilt?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill überlegte fieberhaft was er gesehen hatte und verfluchte sein überstrapaziertes Gedächtnis. Manches vergaß er so schnell wieder, nur weil er seinen Geist ständig mit neuem Wissen vollstopfte. Das musste er sich abgewöhnen. Er beugte sich zu Ciel und flüsterte ihm ins Ohr. »Sag es mir selbst bitte, ich weiß es nicht mehr. Es tut mir leid Ciel«, flüsterte Verril kaum hörbar. Er legte ihm eine Hand auf die Schulter und drückte sie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte ebenfalls eine Hand auf Verrills Schulter und zwar auf der von Linhard abgewandten Seite. Dort zog er mit dem Fingernagel fest mehrere deutliche gerade Linien. »Weiß er, was ich bin«, fragte er so leise, wie es ihm nur möglich war.

Linhard von Hohenfelde
»Dann machen wir es folgendermaßen, damit es für jeden von uns erträglich ist. Ihr beide verbringt den heutigen und morgigen Tag gemeinsam. So wie Ihr es für richtig haltet, so wie Ihr es Euch wünscht. Ich werde am 01.05. erscheinen. Bist Du da Verrill und gesellst Dich zu mir, heiraten wir. Andernfalls reicht mir die Antwort für klare Verhältnisse. Wie Ihr beiden dann zueinander steht, oder ob Du Ciel Olivie und ihn heiraten möchtest ist Euch überlassen«, sagte Lin und zog seinen Verlobungsring ab. Er legte ihn auf den Tisch und tippte drauf.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ja das weiß er, da er es vermutet hat. Er weiß es durch Dich selbst mit Gewissheit, da Du ihn so in die Ecke gedrängt hast. Und er fängt sich gleich eine von mir«, knurrte Verrill und musterte Linhard stinksauer. »Geht es Dir gut oder war was im Kaffee?«, schnauzte Greg.

Linhard von Hohenfelde
»In meinem Kaffee war nichts, nicht mal Zucker oder Milch. Aber ich bin nicht gerne der Notnagel. Klärt das untereinander. Einen Tag wirst Du ohne mich auskommen Verrill... oder Dein ganzes Leben. Die Wahl liegt bei Euch, nicht bei mir. Ich habe zugesagt, dazu stehe ich. Ich bin am 01.05. hier«, sagte Lin schlicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte auf den Ring. Dann auf Linhard. Er versuchte, den Vor-Ehe-Krach zu ignorieren und sich auf das zu konzentrieren, was seiner Meinung nach momentan wichtiger war. »Du weißt also, dass ich selbst einer von jenen bin, welche womöglich deinen Vater zurückholen könnten. Weißt du, welchen Preis ich dafür zahlen würde, dass dein Vater wieder über Asamura wandelt?«

Linhard von Hohenfelde
»Nein das weiß ich nicht. Ich habe keine Ahnung von Magie, ich kenne nur das was ich als Purie so nebenbei aufgeschnappt habe. Dabei handelte es sich allerdings um Nekromantie und was dabei so rum kommt«, antwortete Lin umgänglich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Der Preis für das Leben deines Vaters ist der Tod meines besten Freundes.«

Linhard von Hohenfelde
»Dann ist es ein Tausch? Was wenn ich eine Person besorge, die man entsorgen kann? Sprich deren Leben verwirkt ist?«, hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, Linhard. So funktioniert das nicht. Es müssen bestimmte Personen sein. Ich werde für dich zum Duc gehen und darum bitten, meinen besten Freund zu opfern, damit du deinen Vater wieder zurückbekommst. Und nun sag mir noch einmal ins Gesicht, dass du es bist, der nichts davon hat.«

Linhard von Hohenfelde
»Das habe ich nicht gewusst und ich verlange es auch nicht. Vergessen wir die Sache in Ordnung?«, bat er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich soll immer alles vergeben und vergessen. Wie wäre es, wenn ihr beide vorher nachdenkt, bevor ihr mit Dolchen nach Herzen stoßt. Es gibt Wunden, die heilen nicht mehr. Und Dinge, die kein noch so geduldiger Mensch verzeihen kann.« Ciel erhob sich. »Ich habe dir mitgeteilt, was ich mitteilen wollte. Ich stehe zu meinem Wort.«

Linhard von Hohenfelde
»Hör zu, ich kann nichts berücksichtigen dass ich nicht weiß. Nun weiß ich es, und ziehe daraus meine Konsequenzen. Ich weiß was es bedeutet einen Freund zu haben. Behalte ihn, es gibt nicht viele davon. Wie Dein Bruder schon sagte, mein Vater ist tot und er wäre tot geblieben gäbe es Euch nicht. Du musst mir gar nichts vergeben, vergessen musst Du ebenfalls nichts. Du musst nicht einmal mit mir auskommen. Ich bin hier der »Eindringling«, ich gehöre nicht zu Euch. Und ich muss auch nicht in diese Familie einheiraten. Bleibt unter Euch, wie Euch das lieber ist. Ich dränge mich nirgendwo hinein oder wem auf. Das andere Thema ist, als Marquis bin ich Dein Untergebener und dem werde ich ach Folge leisten. Von mir droht Dir keine Gefahr. Du darfst Deinen Bruder und Deinen Freund behalten. Ich verzichte, für Dich und Deinen Freund. Zudem werde ich Dir Derya liefern. Das ist meine Aufgabe, da Du es befohlen hast. Ich hatte nicht vor Dich zu verletzten, dass versichere ich Dir. Können wir uns wenigstens darauf einigen?«, hakte Lin nach.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire verschränkte die Arme vor der Brust und musterte Linhard mit nicht zu deutendem Blick.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du hast mich nicht verstanden. Weder in deiner noch in meiner Hand liegt es, darüber zu entscheiden, wer lebt und wer tot bleiben wird. Dies entscheidet der Duc und niemand sonst. Warum willst du plötzlich auf deinen Vater verzichten, nachdem du so endlos lange und quälend intensiv darauf gedrängt hast, wir mögen ihn doch für dich zurückholen? Und warum willst du auf einmal Verrill nicht mehr heiraten? Ich stehe weder zwischen euch noch werde ich irgendetwas veruchen, wa eure Ehe gefährden wird. Aber Gefühle zu haben wird ja wohl noch erlaubt sein. Oder ist es das nicht? Habe ich wirklich nur noch der Kopf zu sein und immer eine wohlüberlegte Entscheidung zu fällen? Ich verrate dir was, Linhard. Von mir wird bald keine ›Gefahr‹ mehr ausgehen.«

Linhard von Hohenfelde
»Ich verzichte, weil ich weiß wie es ist, wenn man allein und ohne Freunde ist. Ich kann nicht erwarten dass ein anderer stirbt um den jemand genauso trauert wie ich um meinen Vater. Ich habe dermaßen drauf gedrängt, da ich dachte es kostet nichts außer Magie. Klingt wie eine billige Ausrede, aber es waren die Gedanken von einem der Null Ahnung von Magie hat. Ich schreibe Dir gar nichts vor. Du kannst fühlen was Du willst, keiner hat Dich dafür zu verurteilen. Und ich werde es garantiert nicht tun, da ich mir das auch nicht vorschreiben ließ. Einer der Gründe warum ich hier bin. Also in Souvagne, nicht in dem Raum hier. Warum? Weil zu einer Ehe mehr gehört als der Ehepartner. Ich hatte für meinen Geschmack im Leben genug Kleinkrieg und Familienzwist. Darauf habe ich keine Lust mehr, ich bin es leid und müde. Du has gar nichts zu sein, außer das was Du sein willst, Du bist ein freier Mensch mit gewaltigen Möglichkeiten. Das ist nicht von mir abhängig. Ich lebe hier im Grunde nur einen Augenblick, ich bin ein Neuankömmling. Was soll Dein letzter Satz bedeuten? Willst Du Dir etwas antun? Mit sowas spaßt man nicht.«

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich, ich, ich. Das ist alles, was ich von dir höre. ICH hatte Familienzwist, ICH hatte Kleinkriege, ICH will mir nichts mehr vorschreiben lassen, ICH bin müde. Wenn ich ›ich‹ sage, meine ich nicht Ciel - ich meine den dritten Prince de Souvagne. Ich weiß, welche Verantwortung ich habe und werde tun, was ich tun muss. Und das ist das, was Souvagne dient. Meine Gefühle spielen dabei keine Rolle, Linhard. Ich weiß, was ich bin und wozu ich erzogen wurde - und wofür. Ich werde dem Duc den genannten Vorschlag unterbreiten, Brandur zurückzuholen - nicht für dich, nicht für mich, sondern für uns alle. Und ich werde noch etwas anderes tun, worauf mich Verrill vorhin während unseres Gesprächs gebracht hat. Doch du bist nicht die geeignete Person, um darüber zu sprechen. Du würdest es nicht verstehen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg musterte die beiden Streithähne und rieb sich die Stirn. »Kommst Du nachher noch einmal kurz zurück?«, fragte er leise.

Linhard von Hohenfelde
»Nein. Wir haben eine Auszeit, klärt was ihr zu klären habt. Wir sehen uns am 01.05.«, sagte Linhard. Er schnappte sich seine Jacke und verließ das Quartier.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sagte nichts mehr und schaute zur Seite.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute Lin nach und wartete ab bis er gegangen war. »Das ist verdammt bescheiden gelaufen«, stöhnte er hilflos.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich sag`s ja. Ich bin nicht gut darin, Leuten eine Freude zu machen. Ich werde das künftig lassen.« Er nahm den Ring aufund reichte ihn Verrill. »Hier. Pass auf, dass er nicht wegkommt.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Doch, wenn Du meinen... wenn Du Lin nicht dabei angehen würdest und er Dich nicht. Warum giftet Ihr Euch immer an? Revierabstecken ist doch wohl nicht nötig«, sagte Greg und steckte sich den Verlobungsring solange selbst auf den Finger, damit er nicht verloren gehen konnte. »Er möchte Dir gar nichts böses, er weiß nur nicht wie er mit Dir umgehen soll Ciel«, sagte Greg und drückte seinen Bruder an sich. »Also was hast Du für einen Unsinn vor?«, fragte er leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warum weiß er das nicht? Was macht es ihm so schwer?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Er war immer allein, er hat nie richtig gelernt mit anderen umzugehen. Das steht ihn im Weg. Geht man einen Schritt auf ihn zu klappt das hervorragend, aber ansonsten stolpert er dabei über seine eigenen Füße und bleibt lieber auf Abstand. Er hat Dich nicht belogen, er ist nicht arrogant. Er kommt manchmal nur so rüber, weil er dann wortkarg wird. Und Du hast ihn schon zweimal verbal an die Wand genagelt, das hat er sich gemerkt«, schmunzelte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
»Noch mehr kann man ihm nicht entgegenkommen. Ich werfe das Handtuch.« Ciel musste an Alexandre denken, der für die Wiedererweckung von Linhards Vater bluten und es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde. Nicht bei dem Zustand, in dem er sich befand. Ciel starrte an die Decke.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nicht in Zugeständnissen Ciel, in der Art wie ihr miteinander umgeht. Das Du eifersüchtig bist ist ein großes Kompliment, dass bin ich bezogen auf Oli auch. Dennoch gönne ich Dir mit Ihr Dein Glück. Kannst Du nicht versuchen mit ihm auszukommen oder sogar Dich mit Lin anzufreunden? Könnt Ihr nicht an einem Strang ziehen?«, fragte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe es versucht. Das wird nichts, Verrill.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»In Ordnung, mehr als Euch beide bitten kann auch ich nicht. Wenn Ihr nicht wollt. Gut zu einem anderen Thema, was genau hast Du vor?«, hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Verrills Gesicht. Er war sich nicht sicher, ob er seinen Plan offenbaren oder ihn einfach durchführen sollte. Doch wenn es jemanden gab, mit dem er darüber sprechen konnte, war es Verrill. Er setzte sich auf, nahm sich Zettel und Füllfederhalter und notierte etwas. »Fällt dir was auf?« Er reichte ihm den Zettel. Darauf stand: Schwester - Zwitter - Bruder - Bruder.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ehrliche Antwort? Weibliche Hälfte - Verbindungsglied - Männliche Hälfte, einer zuviel. Das ist Dein Gedanke. Aber er stimmt nicht. Sollte eine Frau von unserem Vater noch ein Kind bekommen stimmt dieser Gedanke nicht mehr Ciel«, warnte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sie wird kein Kind bekommen. Wir bleiben zu viert. Und Nein, dass einer zu viel ist, war nicht mein Gedanke.« Er tippte sich nachdenklich mit dem Füller an die Lippen. »Das Problem war bisher, dass ich falsch herangegangen bin. Ich bin immer von einer Triade ausgegangen, welche die Geschicke Souvagnes lenkt, das Land liebt und schützt - aber das sind wir nicht. Auch Vater hat das falsch verstanden. Unsere Generation, die gemeinsam über Souvagne herrscht, ist nicht zu dritt. Wir sind vier, auch wenn Olivie keine Befehlsgewalt hat! Und doch gehört sie dazu. Ich habe Olivie außen vor gelassen in meinen Betrachtungen und dich falsch eingeschätzt. Vier sind wir - auf dem Weg zur Göttlichkeit. Doch einer ist hier falsch.« Er tippte auf das Blatt.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Und wer soll das sein, Du? Du bist hier genauso richtig wie wir anderen. Oder was meinst Du damit? Olivie gehört zu uns, das ist richtig. Aber sie hat keine Befehlsgewalt. Wenn wird sie zukünftig durch Dich sprechen Ciel, aber allein so wie es Ricarda von Ehveros tun wird, wird sie nicht sprechen. Auch nicht im kleineren Rahmen, indem sie eine Marquise oder ähnlich wird. Sie wird keine Befehlsgewalt erhalten. Weder von Dreux von Vater, jedenfalls war dies nie vorgesehen. Also erläutere mir Deinen Plan«, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel würde sich am liebsten die Haare raufen. Warum kam Verrill nicht von selbst darauf? Es war doch so offensichtlich! »Warte«, sagte er, ging für einige Minuten fort und kehrte dann mit einer Zeichenmappe zurück. Er schlug sie auf und blätterte darin herum. Das meiste waren irgendwelche Schemata, mit Pfeilen verbundene Gedankenblasen oder Tabellen. Wirkliche Zeichnungen gab es nur wenige. Eine davon nahm er heraus und zeigte sie Verrill. Sie war nicht sonderlich gut, doch man erkannte, dass Ciel eine schlafende Person abgezeichnet hatte. Der Blickwinkel war so gewählt, dass Ciel beim Zeichnen zwischen den Beinen des Schlafenden gesessen haben musste. Der Statur nach war das ein Mann. Sein Gesicht hatte er leer gelassen. Dafür hatte der den Schambereich sehr gründlich abgezeichnet - dort war nichts als eine lange, wellige Narbe. Dort, wo der Penis hätte sein müssen, war nur ein kleiner Zipfel. »Ist er nicht wunderschön?«, flüsterte Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm das Bild zur Hand, starrte entgeistert darauf. »Das werde ich nicht zulassen. Willst Du Dich Genital-Verstümmeln? Bist Du von Ainuwar verlassen? Du bist ein gesunder Mann, warum beim Abgrund, willst Du Dir das antun? Wer...«, zischte Greg und hielt plötzlich inne. Erneut starrte er auf das Bild, auf die Position, auf die Art wie der einstige Mann vor ihm lag. Mit einem Finger strich er über die Zeichnung und schloss halb die Augen, unsichtbare Muster schien er auf das Blatt zu malen, als er in sich gekehrt nachdachte. »Er ist es... Dein Freund. Sage mir was Du mir mit dieser Zeichnung sagen möchtest Bruder, eher lasse ich Dich nicht gehen«, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja. Er ist mein Freund. Meine Muse. Und das ist es, was vieren uns fehlt, damit wir ein perfektes Quadrat bilden können: Jemand, der geschlechtslos ist. Momentan sind zwei von uns auf einer Ecke und die vierte Ecke ist leer. Einer von den Doppelten muss den Platz wechseln. Es kann niemand anderes gemeint sein als ich, der ohnehin nie viel Interesse in dieser Richtung hatte. Ich habe mich einmal von dem dummen Ding zwischen meinen Beinen in die Irre leiten lassen. Das passiert mir kein zweites Mal, Verrill.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich habe das begriffen Ciel - Mann, Frau, Beides und Nichts. Dazu musst Du Deinen Schwanz aber nicht verlieren, denn scheinbar bist Du schon ein Neutrum. Du würdest Dich grundlos selbst körperlich verletzten. So wie wenn ich mich aufgrund meiner Natur verletzen wollte. Sag mir offen und ehrlich warum Du dies tun möchtest. Aus Angst vor Deinen eigenen Gelüsten? Aus Folgschaft zu diesem Mann? Weil Du wirklich an ein höheres Quartett glaubst? Weshalb? Bevor Du überhaupt so einen Schritt in Erwägung ziehst, solltest Du darüber nachdenken, dass vielleicht auch rein die Geisteshaltung ein Quartett ausmacht. Es könnte schließlich auch Dreux als das Neutrum gemeint sein. Er findet zum Beispiel keine Partnerin oder hatte er je wen? Wer sagt Dir das Du das bist? Du, der angeblich kein Interesse hat, hat doch mehr Sex als er«, gab Verrill zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe keinen Sex, Verrill. Nie gehabt. Und das im Schrank ... Ferrau hat sich mir ziemlich aufgedrängt, weil ich Schmerzen hatte und er mir mit der Hand helfen wollte. Das ging nicht von mir aus. Und es war ein Fehler. Ich habe dafür bezahlt. Es gibt so viele Gründe, die dafür sprechen, diesen Schritt zu gehen. Das Quartett. Um reiner Geist zu werden. Und um ihm«, er zeigte auf das Bild, »zu beweisen, dass er so viel mehr für mich ist, als er glaubt zu sein. Er glaubt, er sei ein Teil meiner Kuriositätensammlung. Das stimmt. Doch warum ist er das? Weil ich ihn so, wie er ist, für absolut gottgleich und anbetungswürdig halte. Es gibt niemanden, zu dem ich mehr aufsehe als zu ihm. Du hast keine Vorstellung davon, wie stark ihn das Fehlen gemacht hat, wie unsagbar weitsichtig und fähig. Vollkommene Loslösung des Geistes von irdischen Bedürfnissen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill musterte erneut das Bild. »Wenn ihn das Gottgleich macht, was bin dann ich? Doppelt gestraft? Nun ich kann Dich scheinbar nicht von Deinem Vorhaben abbringen, aber dann solltest Du offen mit Olivie reden und diesen... diesen... Schritt von einem Medicus durchführen lassen. Jemanden der sich darauf versteht Kastraten zu schaffen, denn diese Männer wissen wie man jemandem den Penis und den Hoden nimmt ohne das Du verblutest oder an einem Wundinfekt stirbst. Deine Gestalt wird sich wandeln, aber das wird Dich nicht stören, da Du auf Gestalt keinen Wert legst. Ich wünsche in meiner bescheidenen Weitsicht, Vater wäre hier. Um Dir diesen Wahnsinn auszureden einen gesunden Körper dermaßen zu entstellen und ich wünschte Vater wäre hier um uns allen beizustehen. Wenn dies tatsächlich Dein Wunsch ist, sage die Hochzeit mit Olivie ab. Dreux hat es für uns beide gut gemeint, aber wir beide - Du das Neutrum - das Nichts und ich das Beides, wir werden keine Ehe eingehen. Wir sollten es auch nicht. Scheinbar steckt dahinter ein anderer Wille. Möge die Blutlinie durch Dreux gewahrt werden und möge er gute Frauen finden, die ihm die Söhne schenken werden die unser Land benötigt«, antwortete Verrill traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und warum sollte ich die Hochzeit darum absagen?«, fragte Ciel erbost. »Ich hatte vor, die Hochzeitsnacht mit Olivie zu verbringen und ihr ein Kind zu schenken. Ich wollte diesen Schritt erst danach gehen und nein, das kann kein Medicus tun - ich werde das selbst und mit meinem Blut dafür sorgen, dass er da nicht gehen muss! Ich habe noch nicht die Macht, Tote zurückzuholen - aber ich werde ihn bei diesem Ritual unterstützen. Das sind also mehrere Fliegen mit einer Klappe. Und du - dieser Linhard hat dich überhaupt nicht verdient. Aber das musst du wissen, mir wäre er viel zu arrogant und launisch. Nach dem Ritual jedenfalls braucht er keine Angst mehr haben, dass ich dir zu nahe kommen könnte.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das wird er ebensowenig wie Du, sei unbesorgt. Warum bist Du nun wütend auf mich? Ich habe Dich nur auf etwas hingewiesen. Hast Du Linhard nicht vorgehalten, er wäre egoistisch? Er würde nur ich, ich, ich sagen? Ciel, was tust Du gerade? Du versteckst Deinen Wunsch auf Penis-Verlust hinter einer Maskerade. Höre mir auf, ich sehe dahinter. Du möchtest keinen Sex, Du fürchtest ihn. Dass ist das was Du stets sagst. Fakt ist aber, Du fürchtest ihn nicht, Du hättest ihn gerne und zwar mit mir. Leugnen zweckslos. Warum Du Sex derart ablehnst siehst Du auf der Zeichnung. Seine Stärke und Erhabenheit zieht Dich magisch an. Er hat Dich mit seinen Lehren beeindruckt und Dich zu etwas anderem geformt. Sei meintewegen so stark. Dann gehört zu dieser Stärke aber auch zu Dir selbst zu stehen mit allem was dazugehört. So wie er zu sich steht, mit seinem grausamen Verlust. Du wirst nicht so stark wie er, wenn Du ihn kopierst. Und höre auf, Deinen Wunsch damit zu rechtfertigen es für das Land, für Deinen Meister und für uns alle zu tun. Fakt ist -wenn man es auf alles runterreduziert. Du hast Angst. Fakt ist, Du suchst Dir Ausreden um nicht den Akt vollziehen zu müssen. Und Fakt ist auch, Du möchtest ihm damit imponieren, mit ihm gleich ziehen. Ciel Du bist CIEL und nicht Alexandre. Gleichgültig was Du Dir abschneidest. Wäre es Ainuwars Wille, dann hätte er Dir Deinen Penis genommen und nicht ihm. Und wäre es Ainuwars Wille, dann würdest Du nichts für mich empfinden. Siehst Du das nicht? Bevor Du also so handelst, wirst Du vorher bitte genau überlegen was Du dort tust und warum. Mir gegenüber musst Du kein Gesicht wahren. Du kannst Rotz und Wasser heulen und das peinlichste offenbare. Ich bin zu Dir ebenso ehrlich. Und bitte, ich flehe Dich an, tue es nicht selbst. Ich möchte Dich nicht verlieren Ciel. Nicht so, nicht auf diese grauenvolle Weise. Bitte versprich mir das«, flehlte Verrill seinen Bruder an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah Verrill lange an. »Ja, es ist Alexandre.« Er schwieg eine Weile, dann sagte er: »Behalte es bitte für dich, wie er ist. Es geht niemanden etwas an. Bitte erweise ihm diesen Respekt und verschweige es auch und gerade vor Linhard. Wenn man das weiß, sieht man Alex unweigerlich mit anderen Augen. Das ist nicht in seinem Interesse, er möchte nicht als Neutrum wahrgenommen werden, sondern als Alexandre, der Großes vollbrachte. Und das hat er, Verrill. Das hat er.« Ciel knaubelte an dem Ende des Stifts. Dann nahm er den Stift wieder aus dem Mund. »Ich werde noch einmal über alles, was du gesagt hast, nachdenken, in Ordnung? Und ich werde nichts überstürzen. Keine Affekthandlungen mehr, nie wieder. So ein Ritual muss von langer Hand vorbereitet werden.« Er drehte sich zu Verrill und umarmte ihn fest. »Ich kann Alexandre nicht sterben lassen, das musst du verstehen. Ja, das ist Ciel der das sagt. Aber alles andere, ich ... muss nachdenken. Muss mit Ferrau reden.« Er blickte wieder auf. »Ach ja. Fast hätte ich es vergessen. Zerbino schweigt. Er sieht sich nach wie vor seinem Schwur verpflichtet.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Einmaliges Angebot, möchtest Du es mit mir tun? Es betrifft nur uns beide. Ich werde schweigen. Mir steht es nicht zu darüber zu sprechen. Er hat das gleiche Recht wie ich, sich nur jenen zu offenbaren, denen er sich offenbaren möchte. Ich denke der Liebesroman hat nur zwei Seiten Ciel, ich werde Linhard gar nichts sagen. Es freut mich dass Du darüber nachdenkst und ich hoffe Du nimmst mir meinen Ton nicht übel. Denn einzig und allein die Angst und Sorge treibt mich um. Es freut mich, dass Du genau überlegen wirst. Und ich wünsche ebenso nicht, dass Alex stirbt. Ich bin vielleicht forsch und unfair zu ihm gewesen, aber nicht da ich ihn nicht mag. Sondern ich war es, weil ich Dich liebe. Ich wollte das er dauf Deine Hochzeit kommt damit Du glücklich wirst. Thema Hochzeit, auch Olivie solltest Du bedenken. Sie hätte dann einen Eunuchen als Mann. Ist sie damit einverstanden? Denke darüber nach, was es auch für sie bedeutet und für Dich im weiteren Leben. Du wirst nicht immer 25 sein Ciel. Bitte überlege es Dir sehr gut. Ich habe große Angst um Dich«, gestand Verrill. »Das Zerbino schweigt, freut mich. Er hat doch Ehre«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wollte mit Olivie reden, aber ich habe keine Zeit, ständig kommt etwas dazwischen, Linhard, die Magierakademie, Zerbino, es ist zum Mäuse melken. Und alles ist so wichtig, dass ich es nicht aufschieben kann.« Er bewegte sich unruhig. »Ja, ich möchte gern mit dir schlafen. Wenigstens ein einziges Mal, bevor ich diesen Schritt gehe. Ich liebe dich, Verrill.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich Dich ebenso. Wann möchtest Du es und wie? Nun mit Olivie kannst Du nachher reden in Ruhe. Und um die Akademie kümmerst Du Dich nach Deiner Hochzeit. Zerbino ist doch geklärt Ciel oder?«, sagte Greg und streichelte ihm den Nacken. Linhard... ich weiß nicht ob er zurückkommt, ich glaube nicht. Ich hoffe es, aber ich denke ich mache mir da etwas vor. Ja wir haben komplizierte Leben«, sagte Greg und umarmte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich werde ihn für dich zurückholen, Verrill. Ich verspreche es dir. Wann - bald. Wie - nicht so wild wie du es mit Linhard getrieben hast. Langsam. Ich kenne das alles nicht. Und vorsichtig.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das würdest Du? Das freut mich sehr. Wie damit meinte ich als Mann oder als Frau. Langsam und vorsichtig klingt sehr gut. Du musst keine Angst haben, es gibt nichts zu fürchten. Es wird schön werden, innig, liebevoll, zärtlich«, flüsterte Verrill Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nun, du bist beides. Und ich möchte beide Aspekte körperlich lieben, die dich zu einem Ganzen machen, wenn ich darf. Gern würde ich dich zuerst als Frau lieben, so wie ich mir das gewünscht hatte, und dann als Mann.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Dann werden wir uns auf diese Art lieben. Du darfst, Du musst nur vorsichtig sein. Aber das wirst Du selbst spüren, Du warst auch so behutsam zu mir, das warst Du immer. Du wirst mich halten und mir Geborgenheit durch Deine Arme schenken und ich gebe sie Dir zurück durch meinen Schoß. Du wirst mehr als ein Ganzes sein. Du wirst der Erste sein«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte. Er war sehr nervös, als Verrill so von ihnen beiden sprach. »Aber was ist mit Linhard?«, fragte er vorsichtig. »Sollte er es nicht sein?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Der erste der mich als Frau liebt. Ich habe als Mann schon oft gebend und nehmend geliebt. Als Frau noch nie, da es mit besonderer Vorsicht zu praktizieren ist. Generell der Akt bei mir, aber dort habe ich noch niemanden empfangen Ciel. Ich liebe Euch beide von Herzen, Ihr beide seid dort willkommen. Ob er noch möchte weiß ich nicht. Ich hoffe wie gesagt, dass er nur wütend war und doch noch heiraten möchte. Wir passen gut zusammen, ich vermute es war etwas viel für ihn. Für Dich ebenso, für Euch beide. Die Angst, die Unsicherheit, Ihr wollt beide das Gleiche und faucht Euch an. Das hatte er schon einmal. Zieht doch am gleichen Strang. So starb Brandur verstehst Du? Aber das können wir später klären, vielleicht Du mit ihm, wenn Du ihn zurückholst. Was mich freuen würde. Aber ich gewähre es Dir, ich überreiche Dir dieses Geschenk«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke, Verrill«, sagte Ciel und küsste sie auf den Mund. In diesem Moment nahm er vor allem den weiblichen Teil von Verrill war - und nie hatte sie süßer geduftet als zu diesem Augenblick. Er löste ihre Lippen wieder voneinander. »Ich bringe dir deinen Mann zurück. Gib mir das Buch mit - mit einer Widmung von dir. Und ich werde auch eine dazu schreiben. Niemand wird sterben.« Er musste wieder an Alexandre denken. »Niemand.« Er erhob sich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill kramte das Buch aus dem Nachtschrank. Dachte einen Moment lang nach und schrieb eine Widmung hinein. »Von mir an Dich, ich denk an Dich, ich liebe Dich - in Liebe ich«, schrieb sie und reichte Ciel das Buch. MIt den Fingern fuhr sie ihm durch die Haare und küsste ihn auf die Halsbeuge. Seltsamerweise rochen Ciel und Lin immer dann am besten, wenn sie sich geärgert oder verausgabt hatten. »Hier, schreib etwas dazu«, schmunzelte sie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warte.« Ciel setzte sich an den Tisch und zeichnete etwas in seiner ungelenken, steifen Art. Zwei Widder, die ihre Köpfe aneinanderschlugen und eine Ziege, die das ganze meckernd kommentierte. Darüber stand: ›Die zwei Sturhammel und die Meckerziege.‹ Unten in der Ecke der Seite schrieb er: ›Ende des Kapitels‹. Er betrachtete die Zeichnung zweifelnd. »Ich hätte es lassen sollen. Es ist grauenhaft, wenn ich mich an Humor versuche.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill schaute ihm lachend über die Schulter. »Wir sind doch recht gut getroffen«, lachte sie und küsste ihn auf den Kopf. »Das Kapitel sollte wirklich mit diesem einen Bild beendet sein. Das wäre schön. Darauf sollten glückliche folgen zu viert«, sagte sie liebevoll und drückte ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Er drückte sie zurück und küsste sie. Dann schlug er das Buch zu, räumte sorgsam seine Zeichnungen wieder in die Mappe und klemmte sich alles unter den Arm. »Ich muss los. Es steht noch eine weitere Versöhnung aus als die mit deinem Zukünftigen. Wahrlich stressige Zeiten.« Er verabschiedete sich mit einem freundlichen Blinzeln und kehrte zunächst in sein Quartier zurück, um die Mappe aufzuräumen.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Nur zu und gutes Gelingen", gab sie ihm mit auf den Weg. Verrill hoffte, dass sich Ciel und Lin versöhnen würden, nichts wäre schönen als wenn die beiden miteinander auskämen. Sie wollte keinen von beiden verlieren, denn beide waren mehr als Bruder oder Ehemann.
[ externes Bild ]
Avatar © Baxeda

Benutzeravatar
Wolfram von Wigberg

Die Handelsallianz Rote Laterne
Marquis
Beiträge: 86
Registriert: Fr 8. Sep 2017, 11:18
Volk: Naridischer Almane
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#22

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mo 30. Apr 2018, 22:53

Wolfram von Wigberg begab sich nach Hause. Er hatte ihnen ein kleines, geradezu winziges Haus gekauft, dass im Grunde nur eine kleine Stube beherbergte. Dafür lag ihr Häuschen direkt am Wasser und sie hatten einen großen Garten. Die meiste Zeit des Tages hielt sich Wolfram eh im Garten auf und er hoffte sein Schatz würde es ebenfalls so halten.

Wolfram ritt den schmalen mit Holz ausgelegten Pfad entlang und freute sich, als das kleine rote Haus in Sicht kam. Gut gelaunt stieg er ab, führte sein Pferd am Halfter und ließ seinen Blick über ihr neues Zuhause schweifen. Der Garten sah bereits jetzt schon wundervoll aus und das Haus machte einen gemütlichen Eindruck.

Wolframs und Marlos Haus:
Link:
https://i.imgur.com/vVnzjtP.jpg

Er führte sein Pferd hinter den Schuppen, unter dem großen schattigen Baum, ehe er selbst das Haus betrat. Überglücklich schloss er Marlo in die Arme und küsste ihn lange und innig zur Begrüßung.

"Schön wieder Zuhause zu sein. Was sagst Du zu unserem neuen Zuhause? Ich weiß, vermutlich ist es Dir zu klein, aber die meiste Zeit werden wir draußen verbringen Schatz. Du kannst im Fluss schwimmen gehen oder direkt am Haus angeln, wir können uns im Garten austoben oder einfach gemütlich vor unserem Haus sitzen und die schöne Natur genießen", sagte Wolfram und musterte Marlo.

"Wir könnte auch die eine oder andere Tanne pflanzen, hier wachsen keine. Ich vermisse unsere Tannen", grinste er über beide Ohren, ehe er ernst wurde.

"Marlo ich muss mit Dir über etwas sehr Wichtiges reden und kann dabei leider nicht ins Detail gehen. Hör mir bitte genau zu Schatz. Ich werde eine völlig neue Magierichtung erlernen und es würde mich freuen, wenn Du Dich mir ebenfalls anschließen würdest. Du wolltest kein Werkzeug der Zerstörung mehr sein. Hier wärst Du jemand, der nichts vernichtet, sondern erschafft. Es ist eine sehr noble, reine und selbstlose Form der Magie.

Falls Du Interesse daran hast, sprechen wir gemeinsam mit meinem Lehrmeister. Falls nicht, frage bitte nicht nach, denn ich schwor kein Wort darüber zu verlieren. Nur soviel, dass Schweigen ist angebracht und immens wichtig. Es würde mich allerdings sehr freuen, wenn Du Interesse hättest und wenigstens einmal mit meinem Meister sprechen würdest.

Du Fähigkeiten für diese Magie hättest Du. Du bist jung, stark und Geistmagier. Du könntest das Schwert an den Nagel hängen und Dich voll und ganz dieser Magie widmen, gemeinsam mit mir. Das würde mich sehr freuen. Überleg es Dir einfach Schatz",
erzählte Wolfram aufgekratzt.

Er schürte das Kaminfeuer und setzte eine Kanne Kaffee auf. Als dieser fertig war, schüttete Wolfram zuerst Marlo einen Becher ein, bevor er sich selbst einen genehmigte. Müde aber glücklich setzte er sich neben Marlo an den Tisch und lehnte sich an ihn an, während er seinen Becher Kaffee genoss.

Benutzeravatar
Marlo von Falkenberg

Die Handelsallianz Rote Laterne
Chevalier
Beiträge: 49
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:24

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#23

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Mi 2. Mai 2018, 07:24

Marlo

packte Wolf zur Begrüssung und küsste ihn voller Leidenschaft. Wolf musste durch die Bude fegen und erstmal einen Kaffee kochen. Er war aufgeregt, drum hielt sich Marlo zurück. Wolfram musste erstmal runterkommen. Das kleine Haus gefiel Marlo. Zuerst dachte er, es wäre zu klein. Aber hier konnte Wolf nicht weglaufen. Und sie hatten nicht viel sauber zu machen. So brauchten sie keine Leibdiener. Die störten eh immer. Marlo nahm den Kaffee, den ihn Wolfram in die Hand drückte. Er setzte sich neben ihn und Marlo streichelte ihm den Rücken.

"Langsam Wolf und danke für den Kaffee. Zuerst wegen den Tannen, klar brauchen wir welche. Zur Not tuts auch der Baum hinterm Haus. Er ist schön dick und gross. Wir können genauso im Bett Sex haben. Aber unsere Tannen pflanzen wir trotzdem. Zuerst fand ich unser neues Haus zu klein. Jetzt gefällt es mir. Wir müssen nicht viel sauber machen und du kannst dich nicht verstecken. Und wenn ich dich suche, muss ich nur aus der Tür gucken. Besser gehts nicht. Schwimmengehen können wir gemeinsam Wolf. Angeln ist eine gute Idee, da habe ich was leckeres auf dem Teller. Fische isst du bestimmt auch nicht. Eine selbstlose Magie? Das klingt gut, ich bin dabei. Ich werd mit deinen Meister reden."

Benutzeravatar
Wolfram von Wigberg

Die Handelsallianz Rote Laterne
Marquis
Beiträge: 86
Registriert: Fr 8. Sep 2017, 11:18
Volk: Naridischer Almane
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#24

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Mi 2. Mai 2018, 21:01

Das Marlo so spontan zusagte, gefiel Wolfram. Getoppt wurde das nur von der leidenschaftlichen Begrüßung, mit der ihn Marlo Zuhause willkommen hieß. Wolfram genoss die Streicheleinheiten und stieß mit Marlo auf die Zusage an.

"Schön dass Du zur neuen Magierichtigung direkt zusagst, mit Dir kann man planen. Wie gesagt, Genaueres erfährst Du von unserem Lehrmeister. Dann kannst Du vor immer noch entscheiden, ob Du dabei bleiben möchtest, oder ob es doch nichts für Dich ist. Ich würde mich aber freuen, wenn Du dabei bleibst.

Natürlich können wir auch im Bett Sex haben, dagegen spricht nichts. Ich hatte es nur mit den Tannen umschrieben Marlo, also Tannen werden dafür nicht benötigt",
grinste Wolfram und trank einen Schluck Kaffee.

"Ich fühle mich auch sehr wohl hier. Zudem Marlo habe ich mich nicht vor Dir versteckt, ich hatte ständig etwas im alten Haus zu tun. Und das war nicht dem Haus geschuldet, sondern unseren Gästen. Aber schön war es doch, mit dem ganzen Trubel in der Bude. Ich vermisse die Bande, jeden Einzelnen von ihnen. Ich hoffe irgendwer hat mal nach Simon geschaut, den haben wir nämlich vor Ort in meinem Haus vergessen.

Wobei Dave behauptete, dass Simon gut auf sich selbst aufpassen kann. Er sagte, Simon wäre sicher froh eine Zeit lang Urlaub von Archibald zu haben. Die Speisekammer ist voll, also verhungern wird er nicht. Zudem ist auch noch Margot vor Ort. Sie wird sich hoffentlich um Simon kümmern. Sie ist eine ganz aufmerksame und anständige Dienerin. Und Simon war sehr umgänglich.

Sobald es etwas wärmer wird, können wir gerne schwimmen gehen. Wegen Deiner Frage, nein ich esse keinen Fisch. Ich esse überhaupt keine Tiere. Eier, Milch und Honig hingegen schon, dass ist die Ausnahme. Aber auch eher selten Marlo, ich komme ganz gut mit meinem Gemüse zurecht. Es schmeckt mir, ich vertrage es gut, ich bin glücklich damit, was möchte ich mehr. Dass muss Dich aber nicht daran hindern, Fische zu essen oder anderes Fleisch",
sagte Wolfram, lehnte sich seinerseits an Marlo an und kraulte ihn liebevoll.

"Ich habe eine Bank vor unser Haus gestellt. Eine ganz schlichte und einfacher, aber um den Abend draußen ausklingen zu lassen, reicht sie völlig aus. Viel wichtiger ist, dass sie bequem ist. Eine Feuerstelle ist auch draußen, ich habe direkt praktisch gedacht. Wenn ich den Großteil im Garten bin und etwas zubereiten möchte, muss dich dafür nicht ständig ins Haus laufen.

Ich bin gespannt wie wir uns hier einleben werden. Du hattest mich etwas im Tal gefragt und ich habe gesagt, dass meine Antwort Ja wäre. Gilt die nichtgestellte Frage noch? Das würde ich gerne wissen Schatz.

Ach und denk beizeiten mal an unsere Bienen. Hier wäre ein idealer Ort für sie und für die restlichen Tiere auch. Warst Du schon bei unseren Nachbarn auf der gegenüberliegenden Wasserseite? Linker Hand kann man am Ufer entlang gehen. Ich hatte vor mich mal die Tage vorzustellen. Man möchte schließlich wissen, wer auf der Nähe wohnt",
erklärte Wolfram und trank seinen Kaffee aus.

Er drückte Marlo einen Kuss auf den Mund und stand auf. Wolfram verschloss die Tür und schloss die Fensterläden, ehe er sich umzog und es sich im Bett gemütlich machte.

"Komm zu mir ins Bett Schatz. Ich habe sicherheitshalber abgeschlossen, noch weiß ich die Gegend nicht einzuschätzen. Wir hatten doch vor uns einen Hund anzuschaffen, also genauer gesagt, hattest Du vor mir einen zu schenken", schmunzelte Wolfram. Er rutschte im Bett zur Seite und klopfte neben sich.

"Marlo....", gurrte er.

Benutzeravatar
Alexandre de la Grange
Zweitcharakter
Beiträge: 17
Registriert: Mo 2. Apr 2018, 18:55
Volk: Almane (Souvagne)
Steckbrief: [ externes Bild ]

Alexandres und Zerbinos erstes Gespräch

#25

Beitrag von Alexandre de la Grange » Mi 9. Mai 2018, 01:10

Alexandre de la Grange
Alexandre war keineswegs freiwillig hier. Seine Anwesenheit resultierte aus einem ausdrücklichen Befehl von Prince Ciel. Der Leibdiener, der sich um ihn kümmern sollte, war vermutlich genau so wenig erfreut wie der Erzhexer, der in einem miefenden Wust von ungewaschenen Roben vor ihm stand. Nachdem der Prince mit seinem eigenen Diener die Gemächer verlassen hatte, beäugte Alexandre den vor ihm stehenden Mann kritisch. Er erkannte ihn wieder. »Zerbino, der Leibdiener von Prince Gregoire«, stelle Alexandre fest und diese Aussage war gleichzeitig seine Begrüßung.

Zerbino
Zerbino deutete eine leichte Verbeugung an. »Ex-Leibdiener von Prince Gregoire Herr. Nun bin ich der Eure, laut Prince Ciel. Möchtet Ihr von mir zurecht gemacht werden, oder möchtet Ihr nicht? Sollen wir uns vielleicht erst ein wenig vertraut machen? Gleichgültig was man Euch sagte, ich bin verschwiegen und diskret. Das mit genau das Gegenteil in letzter Zeit nachgesagt wurde, beruht leider auf einem Missverständnis mit meinem alten Herrn. Und der Ärger ließ sich auch nicht ausräumen. So kam ich in den Dienst von Prince Ciel und so stehe ich nun vor Euch, um Euch zu dienen«.

Alexandre de la Grange
»Derlei Gerüchte sind mir bislang nicht zu Ohren gekommen, was wohl daran liegt, dass die Beteiligten geschwiegen haben. Als Lehrer komme ich meist sehr rasch in den Genuss solcher Informationen, denn die meisten Schüler neigen dazu, zu viel zu plaudern. Du bist nun mein Leibdiener, sagst du, wie darf ich das verstehen? Hat Ciel dich mir übereignet oder zur dauerhaften Verwendung vorgesehen?«

Zerbino
»Letzteres Herr. Ich gehöre zwar nach wie vor Prince Ciel, aber ich diene Euch, so wie es sich für einen guten Leibdiener gehört«, antwortete Zerbino.

Alexandre de la Grange
»Offenbar hält der Prince es für notwendig. Da kann man nichts machen, obgleich ich geneigt bin, mich gekränkt zu fühlen ob der Geste. Aber dafür kannst du nichts. Dann berichte mir bitte zuerst, was du nun mit mir vorhast.«

Zerbino
»Es kommt drauf an, von welcher Warte Ihr aus meine Anwesenheit seht. Bedenkt dass er Euch nur Gutes tun möchte. Das erste was ich vorhabe Herr ist Euch gründlich zu waschen und Eure Kleidung bestmöglich zu reinigen. Mit Verlaub, Ihr habt es leider nötig und seid nicht Eurem Stand entsprechend reinlich. Das holen wir gemeinsam nach. Ihr kennt mich nicht und die Frage wäre unerhört, von einem Fremden. Aber ich bin Euer Leibdiener, wie bereits gesagt. Darf ich fragen, was Euch in diesen Zustand kommen ließ? Was ist geschehen, dass Ihr Euch vernachlässigt?«, fragte Zerbino ganz ruhig.

Alexandre de la Grange
»Was geschehen ist? Nichts ist geschehen. Ich bin ein vielbeschäftigter Mann und habe wahrlich besseres zu tun, als mich mit Oberflächlichkeiten zu befassen. Meine Zeit ist begrenzt und ich muss sie mir gut einteilen. Ich sehe ein, dass ich zur Hochzeit in einer anderen Aufmachung erscheinen sollte, allerdings habe ich mich nicht um meine Anwesenheit dort gerissen. Sei es drum. Du wirst mich also anschließend auf die Feierlichkeit begleiten? Ich bin dir gegenüber weisungsbefugt, obgleich du Prince Ciel gehörst?«

Zerbino
»Eure Gesundheit ist keine Oberflächlichkeit, aber vielleicht habt Ihr dies auch bei Eurer Vielbeschäftigung vergessen Herr. Ich werde mich zukünftig darum kümmern, dann habt Ihr den Kopf frei davon. Gewiss, so hat es der Prince angeordnet. Ihr könnt auf mich zählen«, erklärte Zerbino. Natürlich würde er dem Marquis nicht nur waschen, sondern jeden Dienst erfüllen, das war seine Berufung.

Alexandre de la Grange
»Gut. Ich gehe davon aus, dass Ciel sich etwas dabei gedacht hat, ausgerechnet dich auszuwählen, obwohl ich eigentlich auf Nathan gehofft hatte, da ich mit diesem vertraut bin. Aber den musste der Prince ja unbedingt verschenken. Ich gehe davon aus, er hat aus gutem Grund dich zur Vertretung ausgesucht. Ich werde dich einweihen, wie auch Ciels andere Leibdiener eingeweiht wurden und du womöglich auch bereits. Ich bin Blutmagier, was bedeutet, dass ich sehr viele Narben am Körper trage. Oft auch offene Wunden. Damit musst du zurecht kommen und dich darauf einstellen. Desweiteren wünsche ich keine beengende Kleidung, sondern ich trage ausschließlich Roben. Üblicherweise wasche ich mich selbst, kleide mich allein um und überlasse dem Leibdiener lediglich die Rasur und den Haarschnitt.«

Zerbino
»Ich verstehe Herr, natürlich werde ich Eure Wünsche beherzigen. Wie sieht es mit der Wundversorgung aus? Wie geht Ihr dort vor? Oder soll ich dies für Euch übernehmen? Sind die Wunden normale Schnittwunden, dann kann ich Euch helfen. Wenn es schwerwiegendere Verletzungen sind, dann kann ich Euch nur beistehen. Ja Ciel suchte mich aus einem speziellen Grund aus. Aber diesen Grund werde ich Euch nicht benennen, da ich darüber schweigen werde. Ich gab nicht nur mein Wort, ich schwor. Ich werde mich an Euren Narben nicht stören Herr. Rasieren und Frisieren kann ich Euch ebenso«.

Alexandre de la Grange
»Dann kannst du gleich damit fortfahren, zu schwören. Wer hier im Palast Bluthexerei beherrscht, geht niemanden etwas an. Wir Bluthexer sind durch Eid an die Wahrung des Geheimnisses gebunden. Da du nun im Bilde bist, bist auch du ein Geheimniswahrer und sollte jemand durch dich davon erfahren, musst du mit der Höchststrafe rechnen. Ist das verständlich? Die Schnittwunden versorge ich selbst, aber wenn du nun einmal schon in meinen Dienst gestellt wurdest, kannst du dies auch übernehmen. Es handelt sich um keine anderen Wunden, nur um Schnitte unterschiedlicher Größe und Tiefe.«

Zerbino
»Ja Herr, ich schwöre Euch dass niemand von Eurer Fähigkeit durch mich erfahren wird. Euer Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. Wie Ihr wünscht, ich werde Eure Schnittwunden versorgen und mich darum kümmern dass sie sauber abheilen. Dies geschieht leichter, wenn Eure Haut reinlich ist Herr. Vertraut mir bitte. Wollen wir anfangen? Dann begeben wir uns ins Bad und ich bereite alles für Euch vor. Folgt mir bitte«, bat Zerbino respektvoll.

Alexandre de la Grange
»Gut.« Alexandre folgte Zerbino ins Bad, setzte sich auf einen Hocker und beobachtete ihn bei seinem Treiben. »Wie gebildet bist du, Zerbino?«

Zerbino
Zerbino pumpte Wasser in den Zuber, überprüfte die Wärme und gab heilende Öle hinzu, damit sein neuer Herr keine unnötigen Schmerzen hatte. Zudem waren es sanfte Öle, damit es nicht brannte oder biss. »Durchschnittlich für Hofverhältnisse würde ich sagen Herr. Ich kann lesen, rechnen und schreiben. Ich könnte also auch Notizen und Schriftstücke für Euch verfassen. Als diese ist kein Problem. Ab und an habe ich auch für meinen alten Herrn Briefe vorgefertigt. Dies hat mir sehr viel Freude bereitet. Ist es doch eine leichte und dennoch schöne Tätigkeit. In welcher Art meint Ihr die Bildung denn genau? Entkleidet Ihr Euch selbst, oder wünscht Ihr dass ich Euch ausziehen? Das Wasser ist soweit, Ihr könnt in den Zuber steigen«, sagte Zerbino aufmunternd.

Alexandre de la Grange
»Danke, ich kleide mich selbst um. Dreh dich mit dem Gesicht zur Wand, bis ich dir Bescheid gebe.« Alexandre wartete, bis Zerbino der Aufforderung Folge geleistet hatte, dann schälte er sich aus seinen vielen Roben, die als stinkender Haufen vor dem Zuber zum Liegen kamen. Er schob sie mit dem Fuß beiseite und setzte sich in den Zuber. Er winkelte die Beine an, so dass seine Schamregion vor Zerbinos Blicken verborgen war. »Du kannst dich wieder umdrehen. Mit wissenschaftlichem Arbeiten bist du also nicht vertraut. Traust du dir dennoch zu, mir in meinem Labor zur Hand zu gehen?«

Zerbino
»Darf ich mich wieder umdrehen Herr? Ja ich traue es mir zu. Das was ich nicht kann, werde ich erlernen um Euch zur Seite zu stehen. Was genau habe ich dort zu tun? Soll ich für Euch, Eure Papiere oder Utensilien sortieren? Möchtet Ihr mit einem Schwamm, einem Lappen oder der puren Hand gewaschen werden Herr? Es wird nötig sein Euch mehrfach abzuschrubben. Ihr möchtet schließlich einen guten Eindruck auf der Hochzeit machen. Ich hoffe Ihr werdet dort ebenfalls etwas Freude haben. Auch wenn Ihr mir nicht gerade den Eindruck macht. Ihr sagtet Ciel hätte es Euch befohlen. Meidet Ihr die Gesellschaft anderer, dass er Euch das Feiern befehlen musste? Das ist schade, gerade bei diesem Anlass«, sagte Zerbino

Alexandre de la Grange
»Ich sagte doch bereits, dass du dich umdrehen darfst«, erlärte Alexandre geduldig. »Ich werde meinen Körper selbst waschen. Für mein Haar und das Gesicht darfst du die Finger nehmen. Ich meide Menschen generell, da ich wenig Freude an durchschnittlicher menschlicher Gesellschaft empfinde. Hinzu kommt, dass ich wenig erfreut über den Umstand bin, dass Prince Ciel heiratet, da dies meinen Lehren widerspricht. Leider steht es mir nicht zu, ihn zu seinem Glück zu zwingen. So viel verschenktes Potenzial.«

Zerbino
Zerbino drehte sich wieder um und gesellte sich zu seinem Herrn an den Zuber. »Manche Leute festigt es in sich selbst, manche Leute wirft es aus der Bahn. Ich weiß nicht, wie es sich mit Prince Ciel verhalten wird Herr, aber er machte stets einen gefestigten und besonnenen Eindruck. So besonnen, dass ich ihm mein Leben verdanke Herr. Der junge Herr hat soviele Pflichten, die er alle sorgfältig erledigt. Vielleicht ist seine Ehe genau der Rückzogsort, wo er Kraft schöpft um sich erneut seinen Aufgaben widmen zu können«, sagte Zerbino und wusch Alex vorsichtig die Haare.

Alexandre de la Grange
»Das wird sich zeigen«, antwortete Alexandre unverbindlich. Seine Hände ruhten locker zwischen seinen Beinen, während Zerbino ihm das Haar reinigte. Alexandre benötigte eine Weile, um sich an die Berührung zu gewöhnen, ehe er sich so weit entspannen konnte, dass er den Kopf zurücklegte. »Ciel ist ein kluger Kopf, so wie jedes Mitglied seiner Familie. Aber er braucht noch viel Leitung. So wie andere Leute sie ebenso brauchen würden. Ich hoffe, seine Braut kann ihm diese bieten. In meinem Labor würdest du mir beim Ordnunghalten behilflich sein können, ebenso beim Durchführen der Experimente. Wenn du eine gute Handschrift hast und sicher bist in Orthografie und Grammatik, würde ich dir gern auch das ein oder andere diktieren.«

Zerbino
Zerbino massierte Alexandre die Kopfhaut während er ihm das Haar erneut einschäumte. »Meine Schrift ist ordentlich, Ihr werdet keine Probleme haben sie lesen zu können Herr. Ja Ciel und seine Brüder sind kluge Köpfe, da stimme ich Euch zu. Aber sie sind auch noch sehr jung. Junge Männer, die sich manchmal beweisen wollen. So ist das in dem Alter, nicht nur bei Prince Ciel, auch bei Prince Dreux und Greg. Jeder der Drei ist bestrebt, ihren Vater stolz zu machen. Das ist auch richtig so, aber ich glaube alle drei sehen es zu verbissen. Vielleicht war dem auch so, da der Duc nicht in der Heimat war. Sie wollten es besonders gut machen. Ich vermute auch Olivie ist eine ruhige und umgängliche Person. Mein Ex-Herr war dies größtenteils auch. Größtenteils, da kein Mensch permanent nur ruhig und ausgeglichen ist. Das wäre zuviel verlangt. Was ich sah sagt mir, dass Prince Ciel Euch außergewöhnlich schätzt«.

Alexandre de la Grange
»Aha. Und wie kommst du darauf? Ich sehe mich eher als eines seiner Spielzeuge. Dass Olivie ruhig und umgänglich ist, habe ich befürchtet.« Alexandre schloss die Augen zur Hälfte. Einen Spalt ließ er offen, um sehen zu können. »Was ist mit dir? Bist du immer ruhig? Wenn du mein Leibdiener bist, wünsche ich, etwas mehr über dich als Person zu erfahren. Wie lautet dein Nachname und wie kamst du in den Dienst von Prince Gregoire?«

Zerbino
»Herr Ihr seid doch kein Spielzeug, wie kommt Ihr denn nur auf so etwas? Er hat Euch doch bewusst eingeladen um Euch zu erfreuen, oder geht es dabei um etwas ganz anderes? Ich kam vor langer Zeit in den Dienst von Prince Gregoire Verrill de Souvagne. 17 Jahre diente ich ihm, als der junge Prince 6 Jahre alt war, wurde ich ihm als Leibdiener zugeteilt. Er sollte jemand älteres an seiner Seite haben. Jemand wo er sich gut aufgehoben, verstanden aber vor allem auch beschützt fühlt. Im Grunde wie eine zweite Nanny. So lebten wir gemeinsam, Herr und Diener und auch ein klein wenig so wie großer Bruder und der kleine Knirps. Immer ruhig bin auch ich nicht, etwas besonnen schon, manchmal vielleicht auch schon zu phlegmatisch. Unser kleiner Prince ist eine sehr umgängliche liebe Person. Er liebt Bücher, er sammelt Bücher und nichts liebt er mehr als in seiner Bibliothek zu sitzen und zu lesen. Dabei habe ich ihm selbstverständlich Gesellschaft geleistet. Und so lernte ich ebenfalls Bücher lieben. Nun ich lese nichts wissenschaftliches Herr. Ich lese pure Unterhaltung. So habe ich mir selbst die Zeit versüßt, die ich an der Seite meines Herrn verbrachte. Sein zukünftiger Ehemann hält es wohl genauso. Mein Herr ging gerne auf Bücherjagd in alten Läden und Krämereien. Dorthin begleitete ich ihn immer sehr gerne. Dinge aus fremden Landen schaue ich mir gerne an. Ich habe einst eine Sandflasche erworben, in der der Sand in ganz besonderen Mustern angeordnet war. Manchmal frage ich mich, wo diese Flasche wohl schon überall gestanden hat. Jedenfalls hat diese eine weitere Reise hinter sich, als ich je unternehmen werde. Solche Dinge frage ich mich dann. Manchmal tausche ich mich dabei mit Fabien aus, dem Leibdiener des Duc. Er hat eine ganz interessante Sicht auf manche Dinge. Ich frage mich immer, was uns manche Gegenstände wohl erzählen würden, wenn sie nur könnten. Was ihre Geschichte ist. Mein vollständiger Name ist Zerbino Boisvert Herr«.

Alexandre de la Grange
»Hm, ja, auch Ciel liest gern. Aber keine Belletristik. Du kannst dir ein paar Bücher mitnehmen, wenn du mich in den Tempel begleitest und deine Arbeiten erledigt hast. Allerdings ist es dort nicht sonderlich gemütlich. Dass Ciel mich aus reiner Gutmütigkeit bei der Hochzeit zu sehen wünscht, glaube ich weniger. Entweder, er genießt es, mir vorzuführen, was ich niemals haben werde, oder dies ist ein sehr ungeschickter Versuch, sich mit mir wieder gutzustellen - und sich vor einer Entschuldigung zu drücken. Die Flasche mit dem Sand kannst du mit ins Labor bringen, ich kann den Inhalt einiger alchemistischer Analysen unterziehen und womöglich erfährst du dann, wo sie schon überall war - es sei denn, deine Frage war rein theoretischer Natur. Dass du einem Herrn, der wie ein kleiner Bruder war, auf welche Weise auch immer genommen wurdest, tut mir leid zu hören. Ein Bruder kann ich für dich nicht sein. Vermutlich nicht einmal ein Freund. Aber ich bemühe mich, ein anständiger Herr für dich zu sein.«

Zerbino
»Das ist sehr freundlich von Euch Herr, beide Angebote nehme ich dankend an. Nein Herr bitte, warum sollte Ciel Euch denn vor Augen führen was Ihr nie haben könnt? Zudem wer sagt denn, dass Ihr nie heiraten werdet! Falls Ihr das nicht möchtet, wird es selbstverständlich so sein. Aber falls Ihr dem nachtrauert, weil Euer Schüler nun heiratet - Herr dann müsst Ihr an Euch arbeiten, damit Ihr ebenfalls Euer Glück findet. Aber so eine Gehässigkeit gerade an seinem Hochzeitstag würde Prince Ciel niemals planen. Ja im Grunde könnt Ihr sagen, ich habe Prince Greg mit großgezogen. Dies wegen einem Missverständnis zu verlieren tat und tut sehr weh. Aber wisst Ihr, vielleicht war es überfällig. Er ist erwachsen geworden und hat sich damit von mir abgenabelt. Er geht seinen eigenen Weg, er heiratet heute selbst. Er verlässt das elterliche Nest und wird seine Entscheidungen zukünftig gemeinsam mit seinem Ehemann treffen. Ich wünsche den beiden nur das Beste und ich wünsche »meinem kleinen Greg« nur das Beste. Er ist eine zartere Pflanze, als man vermutet. Aber Linhard wird sich gut um ihn kümmern und seine Brüder sind zur Not auch noch da. Es freut mich, dass er jemanden gefunden hat, den er liebt. Zeitgleich ist der Verlust schon ein Stich. Ich hätte ihm gegönnt ins Leben auf eigenen Beinen zu Starten, nur der Umstand wie es geschah, dass schmerzt mich sehr. Ich war niemals unloyal zu ihm. Ich hoffe er glaubt mir dies. Auch wenn er lieber einen anderen Leibdiener nun wünscht. Was hat Prince Ciel denn getan, dass es einer Entschuldigung bedarf? Und Herr, gewährt ihm doch seine Gnade, was immer es war zu seinem heutigen Ehrentag«.

Alexandre de la Grange
»Er ist erwachsen geworden und hat sich abgenabelt ... eine interessante wie poetische Sichtweise. Und vielleicht gar nicht so weit entfernt von der Wahrheit. Es scheint allgemein gerade eine Zeit des Umbruchs zu herrschen und dies bringt stets Verluste, aber auch Neuanfänge mit sich. Ich hoffe für Prince Gregoire, dass er einen neuen, ebenso guten Leibdiener findet, so wie Ciel auch zwei neue gefunden hat, von denen er mit dem einen sehr zufrieden zu sein scheint und den anderen zumindest für so vertrauenswürdig hält, ihn mir anzuvertrauen. Mir geht es nicht darum, dass ich nicht heiraten kann. Dies könnte ich vielleicht, wenn ich das wöllte, genug Einfluss und Geld hat meine Familie, um irgendwen zu finden. Aber ich wünsche nicht irgendwen. Ich wünschte überhaupt niemanden, bis Ciel mir - wie ich dachte - eindeutige Avancen machte, nur um mir einen Tag später seine Verlobung mit seiner Halbschwester unter die Nase zu reiben. Wie würdest du ein solches Verhalten interpretieren, wenn nicht als Gehässigkeit? Und würdest du nicht auch wünschen, dass jemand, der so etwas tat, nicht wenigstens den Mut aufbringen sollte, eine Entschuldigung auszusprechen?«

Zerbino
»Zuerst würde ich nicht gleich Gehässigkeit unterstellen Herr, sondern ich würde vermuten dass sich Prince Ciel nicht entscheiden konnte. Machte er Euch die gleichen Avancen wie seiner zukünftigen Frau? Dann war er sich vielleicht nicht im Klaren, wen er tatsächlich heiraten wollte oder sollte. Herr Ihr kennt Prince Ciel genauso lange wie ich, wann hatte der junge Prince je vor zu heiraten? Soweit ich mich zurück erinnern kann - niemals Herr. Nie. Und als die neuen Marquis eingebürgert wurden, da hatte mein Herr sich spontan in den Marquis Linhard von Hohenfelde verguckt. Er wollte diesen Mann und er machte ihm ein eindeutiges und einmaliges Angebot was dieser angenommen hat. Davor hatte sich der neue Marquis nach Olivie erkundigt. Aber nur einige Minuten vorher, teilte Ciel mit, dass er Olivie ehelichen würde, damit sie nicht den Zwerg heiraten müsse. Was sagt Euch dies? Liebt er seine Schwester? Auf jedene Fall. Wie liebt er sie? Das vermag ich Euch nicht zu sagen. Aber eines auf alle Fälle - er beschützt sie um jeden Preis. Wenn er andere Gefühle für Euch hegt, dann wird er Euch nicht ködern um Euch vor den Kopf zu stoßen. Er wird Euch ebenso mögen eventuell sogar lieben. Seine Gefühle bleiben gleich für Euch, nur sein Familienstatus ändert sich Herr. Dies solltet Ihr bedenken. Vielleicht war es wie von meinem Herrn eine Spontanentscheidung. Mein Herr verliebte sich, Prince Ciel sah sich zum Handeln, ja zur Rettung Olivies genötigt. Er wird Euch niemals bewusst wehgetan haben Herr. Nun wenn Ihr nicht heiraten mögt, ist dies in Ordnung. Aber dann seid auch Ciel nicht böse, wenn er es tut - und zwar aus einem anderen Grund, als Ihr vermutet habt. Sein Grund war Rettung«.

Alexandre de la Grange
Alexandre überlegte. »Vielleicht hast du Recht. Eine solche Unentschlossenheit würde gut zu ihm passen. Ich bin ihm nicht böse, dass er heiratet, nur enttäuscht. Verärgert bin ich ob der Art und Weise. Ehrlicher Weise muss ich einräumen, dass er nach der Verlobung die Aussprache mit mir suchte, ich ihn jedoch abblockte. Ich sollte mir anhören, was er zu sagen hat. Nun, ich werde ihm die Feier nicht verderben, aber genießen werde ich sie auch nicht. Du darfst mich nun rasieren und mir nebenbei erklären, warum man dich im Allgemeinen als Kauz bezeichnet, wohingegen du heute eine bemerkenswert scharfsinnige und einfühlsame Beobachtungsgabe im Hinblick auf dein Umfeld beweist. Wie passen deine sogenannte Kauzigkeit und diese Einfühlsamkeit zusammen?«

Zerbino
Zerbino bereitete alles vor schäumte das Gesicht seines Herrn gut ein, ehe er anfing ihn zu rasieren. »Vermutlich liegt es an meiner ganzen Art. Ab und an saß ich in der Dienstbotenküche, aber meist war ich bei meinem Herrn. Das ist schließlich die Aufgabe eines Leibdieners. Aber in der Freizeit war ich ebenso in meiner Kammer. In manchen Dingen habe ich eine sehr festgefahrene Meinung,manche Dinge beobachte ich scharf und ziehe meine Schlüsse daraus. Und alles muss einen richtigen Gang gehen. Ich denke dass ist mit meiner Kauzigkeit gemeint. Aber so einige haben doch ihren alltäglichen Trott, nicht nur ich. Da ich meist verschlossen bin und nicht so viel rede, halten mich die meisten für eine verkniffene Auster. Das bin ich gewiss nicht. Wir beide reden ja auch angeregt miteinander Herr. Es kann aber sein, dass ich es nur gewöhnt bin mit meinem Herrn zu reden und in dessen Nähe zu sein, als mich mit anderen groß auszutauschen. Meine Kauzigkeit bekam Nathan zu spüren, was er nicht verdient hatte. Er war nur besorgt und ich war ein schroffer alter Griesgram«, erklärte Zerbino während er Alex rasierte.

Alexandre de la Grange
»Warum warst du ihm gegenüber griesgrämig?«, fragte Alexandre, als Zerbino gerade das Messer abwusch und ihn entsprechend nicht schneiden konnte. »Liegt es an ihm als Person? Er ist dir recht ähnlich, sehr auf seinen Herrn fixiert und verteckt sich am liebsten. Womit er widerum auch mir ähnlich ist, nur dass ich keinen Herrn in dem Sinne habe.«

Zerbino
»Nein, er hatte sich nach etwas erkundigt. Er war in Sorge. Und dabei erinnerte er mich an einen Vorfall für den ich mich bezüglich meiner Tatenlosigkeit schämte. Und ich schämte mich für meinen Herrn und seine - Unausgeglichenheit an diesem Tage. Nathan hat nichts falsch gemacht. Wir hatten einen großen Fehler begangen und Nathan hat mich mit seinem Fragen damit konfrontiert. Und dies machte mich griesgrämig. Im Grunde war ich so zu Nathan, wie ich zu mir hätte sein müssen. Er fragte in völliger Unschuld und mit Sorge. Weder meinen Ton noch meine Art hat er verdient. Er hatte nur das Beste für seinen Herrn, seinen ehemaligen Herrn und für einen Kollegen im Sinn. Es lang an mir und meiner Scham. Wie sagt unser Duc immer? Jemanden den Spiegel vorhalten. Was ich sah, hat mich zutiefst beschämt. Dafür kann weder Nathan noch der sinngemäße Spiegel etwas. Wer bekommt schon gerne unverblümt seine Fehler aufgezeigt? Niemand. Und sie dann noch in Sorge verpackt vorgesetzt zu bekommen, hat sie extrem bitter werden lassen. Nathan ist was er ist, ein guter, treuer Leibdiener. Ich war dies auch, aber genau just an diesem Tage Herr war das mein größter Fehler. Ein Leibdiener muss seinen Herrn auch von einer Dummheit abhalten. Dazu ist er verpflichtet. Ich schwieg, ich schaute weg in der Hoffnung er würde von seinem Vorhaben ablassen. Was er leider nicht tat. Bis sein Bruder Prince Ciel erschien und meinen Herrn beruhigte«.

Alexandre de la Grange
»Die Wahrheit kann weh tun«, sinnierte Alexandre altklug vor sich hin. »Nathan ist ein sehr feines Wesen, dem man nichts Böses tun sollte. Aber genau das Böse scheint er anzuziehen. Von welchen Dummheiten gedenkst du mich künftig abzuhalten? Es wird im Bluttempel viele Dinge geben, die aus deiner Sicht womöglich keinen Sinn machen oder sogar schädlich sind.«

Zerbino
»Dingen die Ihr anderen Unschuldigen antun würdet. Ich würde Euch ansprechen und Euch bitten es mir zu erläutern. Meist reicht es aus, wenn jemand seine Handlung erläutern muss. Meist verraucht die Wut bei einer Erklärung, da man es auch von der Seele bekommt, aber ohne Handgreiflichkeiten oder ähnichem. Nein Nathan sollte man nichts Böses tun, er war einfach zu anständig für so einen alten Deppen wie mich«.

Alexandre de la Grange
»Hast du Ciels Rücken in den letzten Tagen gesehen?«

Zerbino
Zerbino dachte fieberhaft nach, aber nein das hatte er nicht. Ferrau kümmerte sich um seinen Herrn und er hatte wie Blei im Bett gelegen, da er nicht begreifen konnte, Greg niemals wieder zu sehen auf diese Art. Auch wenn er nur sein Leibdiener war, er hatte ihn ein Stückweit großgezogen. Es war auch sein Küken und das hatte ihn nun vor die Tür gesetzt. Es gab kein Zurück mehr und das raubte ihm in den letzten Tagen jede Kraft. »Nein Herr, ich sah seinen Rücken nicht«.

Alexandre de la Grange
»Dann zeige ich dir meinen.« Er lehnte sich nach vorn, so dass Zerbino ein Netz aus Peitschennarben unterschiedlichen Alters sehen konnte. »Flagellatio. Selbstgeißelung. Eine wichtige Übung. Ciels Rücken ist von sehr viel frischeren Geißelungsspuren gezeichnet. Würdest du mich davon abhalten wollen, dies durchzuführen oder meinen Schülern zu verordnen?«

Zerbino
»Nein Herr, ich würde Euch fragen warum Ihr dies tut. Aber ich würde Euch abhalten, wenn IHR dies mit Ciel tun wolltet. Eindeutig«, erwiderte Zerbino sehr ernst.

Alexandre de la Grange
»Ah, nein, das erledigt Ciel selbst, so wie jeder andere Schüler und auch die Lehrer sind davor nicht gefeit, wie du siehst. Aber mitunter lege ich ihnen Flagellatio nahe.«

Zerbino
»Nun wenn dies zu Euren Lehren gehört, kann ich nichts dagegen sagen. Ich akzeptiere es, da sich jeder selbst so zurichtet. Dies tut ihm kein anderer an Herr«, antwortete Zerbino beruhigt. Er hatte angenommen, der Marquis hätte dies seinen Schülern angetan, einschließlich Ciel.

Alexandre de la Grange
»Dann akzeptierst du auch, dass ich ihnen diese Eigenbehandlung bei Bedarf nahelege, sprich, sie kraft meiner Autorität mehr oder minder dazu zwinge?«

Zerbino
»Nein das tue ich nicht, dennoch könnt Ihr es tun. Ich verstehe den Hintergrund dessen nicht Herr. Warum tut Ihr das? Was habt Ihr davon? Gehört es zu Eurer Religion oder Magie?«, fragte Zerbino verwirrt.

Alexandre de la Grange
»Es gehört zu der Ideologie, welche dazu dient, den Geist des Bluhexers zu einer uneinnehmbaren Festung zu formen«, erklärte Alexandre geduldig. »Wir benötigen Eigenblut für die Durchführung unserer Rituale. Dieses gewinnen wir durch rituelle Selbstverletzung. Dass man dafür kein Sensibelchen sein kann, ist naheliegend. Der Geist muss gestählt werden. Muss lernen, Pein zu ertragen. Flagellatio ist nur ein Weg von vielen und wird meist für Bestrafungen für das Nachgeben körperlichen Verlangens eingesetzt.«

Zerbino
»Aha, also dient es Eurer Ausübung der Magie«, sinnierte Zerbino und dachte angestrengt über die Worte nach. »Ich nehme Eure Erklärung hin und füge mich als Euer Leibdiener. Gesehen habe ich es ja noch nicht oder die Auswirkung wozu Ihr es benötigt Herr. Das man bei Selbstverletzungen die man sich zufügen muss, Schmerz resistend sein sollte, verstehe ich. Aber schädigt Euch das nicht mehr, als das es nützt? Ihr verliert doch dabei Blut«, warf Zerbino ein.

Alexandre de la Grange
»Ja, es schädigt uns. Mehr noch, es zerstört uns über kurz oder lang. Was letztendlich bedeutungslos ist, wenn man den höheren Sinn unseren Handelns betrachtet. Wir Bluthexer schützen die Krone vor Untoten und beherrschen obendrein einige mächtige Heilzauber.«

(Fortsetzung folgt)
Avatar created with ePic Character Generator

Benutzeravatar
Alexandre de la Grange
Zweitcharakter
Beiträge: 17
Registriert: Mo 2. Apr 2018, 18:55
Volk: Almane (Souvagne)
Steckbrief: [ externes Bild ]

Alexandres und Zerbinos erstes Gespräch

#26

Beitrag von Alexandre de la Grange » Do 10. Mai 2018, 00:32

(Fortsetzung)

Zerbino
Zerbino dachte über die Worte seines Herrn nach. Sie beschützten die Krone und beherrschten Heilzauber. Aber was unterschied diese Heilzauber von anderen? Sie benötigten Blut. Aber wozu genau? Von Magie hatte er soviel Ahnung wie vom Stepptanz - keine. »Herr ich verstehe, was Ihr mir sagen möchtet. Aber ich verstehe die Bedeutung Eurer Worte nicht. Ihr sagt, Ihr schützt die Krone. Das freut mich und ich weiß, dass dies viele gute Männer und Frauen auf ihre Art und Weise tun. Wie genau tut Ihr es? Kämpft Ihr mit Magie? Und was sind das für Heilzauber wo man Blut für benötigt? Oder benötigt Ihr dies nicht für den Zauber selbst? Ich habe keine Ahnung von Magie her. Sie ist mir völlig fremd, ich hatte auch nie direkten Kontakt mit Magie oder jemand der sie gewirkt hätte. Ich kenne es nur von den Himmelsaugen. Aber dort sieht man ja keine Magie direkt wirken. Man sieht oder merkt, dass diese Männer auf einmal über Wissen verfügen, dass Wissen, dass ihnen ihre Vögel weitergeben. Wie funktioniert dies bei Euch?«.

Alexandre de la Grange
Alexandre versuchte, sich möglichst laienfreundlich auszudrücken. »Ich erwarte nicht von dir, dass du alles verstehst, was ich dir zur Bluthexerei erzähle. Es genügt, wenn du die Grundzüge begreifst, damit du mein Handeln nachvollziehen kannst. Wichtig ist für dich zu akzeptieren, dass Bluthexer Eigenblut als die wichtigste Zutat ihrer Zauberei verwenden. Ebenso, dass dies nur über Selbstverletzung zu gewinnen ist und daher eine größtmögliche Resistenz gegen die Hilfeschreie des Fleisches gegeben sein muss. Infolgedessen musst du verstehen, dass in der Bluthexerei der Geist als über dem Körper stehend betrachtet wird. Völlige Loslösung von allen körperlichen Bedürfnissen, die über den bloßen Lebenserhalt hinausgehen, ist das Ziel und entsprechend martialisch wirken auf Uneingeweihte unsere Praktiken. Begreife es als etwas Schönes, Edles, wenn ich mein Blut für den Duc und seine Familie vergieße oder Prince Ciel das tut. Wir bluten, damit es ihnen gut geht und wenn es sein muss, sterben wir für sie. Das macht es für dich vielleicht einfacher. Welchen familiären Hintergrund hast du? Was ist die Profession deiner Eltern?«

Zerbino
»Ich verstehe warum Ihr dies tut. Ihr beschützt den Duc, so wie die Himmelsaugen, die Gardisten und alle anderen Kämpfer und Krieger ihre Leben für den Duc, die Krone und Souvagne geben würden. Ihr agiert selbstlos wie Mönche. Ich entstamme einer langen Linie von Dienern Herr. Meine Eltern waren Diener, sprich Diener und Zofe und deren Eltern davor auch. Ich bin also kein Quereinsteiger wie Ferrau, Nathan, Khawa oder Fabien. Dies soll keine Wertung sein, da alle ihre Arbeit sehr gut verrichten. Es dient nur der Erklärung. In wie weit könnt Ihr denn jedem Körperlichen entsagen? Fastet Ihr? Oder was tut Ihr noch? Leistet Ihr andere Dienste?«.

Alexandre de la Grange
»Dann darf ich mich bei dir wohl in besonders fachkundigen Händen fühlen. Wenn der Duc dir seinen Sohn anvertraut, wird auch Alexandre de la Grange keinen Grund zur Beschwerde finden, ich fühle mich geehrt. Ich bin in der Lage, sehr viele Tage vollständig zu fasten und auch auf Flüssigkeit zu verzichten, was man als Bluthexer jedoch beides nur sehr selten zu Schulungszwecken praktizieren sollte, da die Qualität des Blutes darunter leidet. Ich befolge eine strenge Diät, so wie all meine Schüler, so weit ich es kontrollieren kann. Diese besteht aus besonders eisenreichen Nahrungsmitteln, da alchemistische Experimente gezeigt haben, dass der Eisengehalt des Blutes bei regelmäßigen Blutopfern rapide abnimmt. Man bemerkt dies dann unter anderem an massivem Leistungsverlust, eingerissenen Mundwinkeln und einer wunden Zunge. Diese Diät ist also sehr wichtig. Desweiteren halte ich meine Schüler zur größtmöglichen Enthaltsamkeit an, besonders jene, bei denen ich hohes magisches Potenzial sehe.«

Zerbino
»Vielen Dank für das Lob Herr. Ihr solltet mir diese Diät aufschreiben, damit ich für Euch ebenfalls darauf achten kann. Solange es nicht nötig ist, solltet Ihr nicht dursten. Wie ich einst hörte, kann man länger hungern als dursten. Und das glaube ich auch Herr, denn Durst ist selten erträglich, Hunger kann man beiseite schieben. Mir ergeht es so. Ihr und Eure Schüler leben also keusch. Nun dann bitte ich meinen vorherigen Einwand oder meinen guten Rat einer Ehe entsprechend zu entschuldigen. Ich habe nicht gewusst, dass Ihr Euch dies auferlegt und wollte Euch nur Mut zu sprechen«.

Alexandre de la Grange
»Es gibt nichts zu entschuldigen, du konntest das nicht wissen. Ich selbst achte gut auf die Einhaltung meiner Diät, aber was Ciel anbelangt, bin ich mir manchmal nicht so sicher. Darum wäre es gut, wenn du nach ihm schauen könntest, so es dein Zeitplan bei mir erlaubt. Er trägt sein Haar nicht umsonst als Einziger seiner Familie kurz - es ist dünn und brüchig geworden. Er sollte nicht so viele Kekse und Weißbrot zu sich nehmen und vor allem keinen Kaffee trinken, sondern vor allem rotes, rohes Fleisch, frische Innereien, Milchprodukte, Gemüse und saure Früchte und Beeren verzehren. Ei ist auch gut.« Er betrachtete Zerbino. »Du siehst ebenso recht blass aus und dein Haar ist stumpf und ohne Glanz. Versuche, deine Ernährung mit diesen Zutaten zu ergänzen und schaue, ob es besser wird. Lebst du in Partnerschaft oder Ehe, Zerbino?«

Zerbino
»Nein ich lebe allein. Meine Aufgabe, meine wirklich vollumfängliche Aufgabe war Prince Gregoire. Nicht dass Ihr dies missversteht, wie ich bereits erläuterte verband und ein großer Bruder - kleiner Bruder Verhältnis, niemals ein intimes. Aber sagen wir es einmal so, auch Prince Gregoire hat sehr spezielle Anforderungen an seinen Leibdiener, an seine Umwelt und an sein Leben. Und so ist es oft auch sehr zeitaufwendig diesem nachzukommen. Er hingegen liebt Kekse und daher hat sich das wohl Ciel abgeschaut. Aber nicht nur er, sondern auch ich. Ohne Kaffee Herr, käme ich nicht aus. Kekse und Kaffee waren in meinem alten Zuhause quasi Grundnahrungsmittel. Aber ich werde Euren Rat befolgen und selbstverständlich werde ich mich um Ciel kümmern und darauf achten. Er rettete mein Leben«.

Alexandre de la Grange
»Du musst stets bedenken, dass all diese Beschränkungen keine Gängelei sind, sondern ihren Sinn haben. In dem Falle Ciels Gesundheit. Ich weiß nicht, warum sein Eisengehalt in letzter Zeit so rapide gesunken ist, ich denke, er wendet seine Zauber auch außerhalb des Tempels an, ohne mit mir Rücksprache zu halten. Er sieht ungesund aus. Also lebst du im Prinzip auch keusch? Keineswegs wollte ich dir Intimität mit dem Prince unterstellen und wenn es so wäre, würde mich das nichts angehen und entsprechend auch nicht kümmern, selbst wenn ich es wüsste.«

Zerbino
»Nein ich lebe nicht keusch Herr, man muss nicht heiraten um intim sein zu können. Man muss nur eine Gelegenheit nutzen die sich bietet. Eine Intimbeziehung mit Prince Greg kommt nicht in Betracht. Ich bin sein Untergebener, ich diente ihm, ich schützte ihn soweit das in meiner Macht stand. Ich wollte es nur klarstellen, nicht dass falsche Rückschlüsse gezogen werden. Nun Ciel hatte in letzter Zeit sehr viel Stress. Denkt an den Krieg, an die Erweiterung Souvagnes, die ganzen Planungen, die Unterstützung von Dreux und Gregoire«.

Alexandre de la Grange
»Dann solltest du Ciel darüber in Kenntnis setzen, er schätzt es nicht, wenn seine Leibdiener hinter seinem Rücken mit irgendwem intim sind. Das endet dann so, wie mit Nathan. Und ganz sicher werde nicht ich es sein, dem er dich dann schenkt, denn das wäre wohl Strafe zu wenig, da sich nichts für dich ändern würde. Du stellst sehr entschieden klar, dass es keine andere Beziehung zwischen dir und Gregoire gab, als jene eines Dieners zu seinem Herrn beziehungsweise eine geschwisterliche. Warum? Gab es entsprechende Vorwürfe?«

Zerbino
»Nein solche Vorwürfe gab es nicht, ich wollte nur nicht dass Ihr ein falsches Bild von mir bekommt. Überlegt wie lange ich Gregoire diente. Ich kannte ihn als kleines Kind bis heute. Im Grund habe ich ihn mit großgezogen. Ich kann mich da nur wiederholen. Drum wäre es mir selbst einfach nicht Recht, wenn jemand so über uns denken würde. Versteht Ihr? Selbst wenn er mich jemals so gesehen hätte, ich hätte es abgelehnt. Er geht ja sehr offen mit seinem Geschmack um, dass er beides liebt - Männer wie Frauen. Für mich ist er immer der kleine Greg, auch wenn er mich für Aussage vermutlich erwürgen wollen würde. Aber ich kann, werde und will ihn nicht anders sehen. Und deshalb habe ich es so erläutert. Da mir dies wichtig ist Herr. Weshalb hinter Ciels Rücken? Ich treibe mich nicht herum, seid unbesorgt. Mit wenn sich etwas ergibt meine ich, wenn man auf einem Fest eine Frau kennenlernt für diese Zeit«.

Alexandre de la Grange
»Auch über eine solche Bekanntschaft solltest du Ciel in Kenntnis setzen. Es ist besser für euch beide, vor allem aber besser für dich. Du bist sein Eigentum und das nimmt er sehr wörtlich. Das wirst du vermutlich bald schon zu spüren bekommen. So lange du in seiner Gunst stehst, wird es dir an nichts mangeln, aber im Zorn steht er seinen Brüdern in nichts nach. Wie könnte ich ein falsches Bild von dir bekommen? Du selbst zeichnest das Bild, das ich zu sehen bekomme. Ich nehme das ganz neutral zur Kenntnis und denke mir meinen Teil, wenn ich genügend Pinselstriche von dir erhalten habe. Ich finde es erfreulich, dass du mit deinem ehemaligen Herrn ein so gutes Verhältnis hattest, aber gleichzeitig wird dieser Umstand auch stets einen Schatten auf unser Verhältnis werfen oder auf das zu Ciel, nehme ich an.«

Zerbino
»Darüber hatte ich nicht nachgedacht, dass ihn auch ein kurzes, bedeutungsloses Zusammentreffen missfallen könnte. Ich werde mit ihm reden. Ob und wann sich einmal was ergibt, kann ich nicht sagen. Es ist abhängig von den Feiern am Hofe und ob ich dann dienstfrei habe. Nein es wirft keinen Schatten auf das Verhältnis zu Ciel oder Euch. Ihr steht für Euch, ich nehme Euch völlig anders wahr als meinen alten Herrn. Ihr seid selbständig, entscheidet selbst und ich bin nur Euer Vertrauter wenn Ihr dies wünscht. Vermutlich war es auch für meinen alten Herrn nicht leicht, oft als Kind gesehen zu werden. Nun dass beinhaltete dass ich ihn natürlich umso mehr umsorgte, aber vermutlich fühlte er sich auch bevormundet durch diese Behandlung. Gesagt hat er dergleichen nicht, sondern sich umsorgen lassen aber das sind meine Gedanken dazu«.

Alexandre de la Grange
»Vielleicht sind deine Gedanken ja auch falsch und er genoss es, so umsorgt zu werden? Sonst hätte er sicher irgendwann etwas entsprechendes geäußert. Hast du selbst es denn genossen, ihn als kleinen Bruder zu umsorgen oder stand dein Pflichtgefühl im Vordergrund? Dass auch kurze Zusammenkünfte von Ciel als katastrophal empfunden werden können, zeigt doch, was mit Nathan geschehen ist. Dies ist jedoch keiner Bosheit geschuldet, sondern einer ausgeprägten Sensibilität. Er fühlt sich in solch einem Moment hintergangen. Drum sei stets ehrlich und offen zu ihm. Nichts, was du ihm Auge in Auge mitteilst, könnte ihn je so erzürnen wie einen Fehltritt, von dem er über Umwege erfährt.«

Zerbino
»Ich danke Euch für diesen Rat Herr und werde ihn beherzigen. Vielen Dank. Ciel soll erfahren wie ich denke und er wird mir als mein Herr sagen, wie er dazu steht. Ob er es erlaubt, oder nicht. Es war Freude und Pflicht zugleich - ein Privileg und eine Bürde, so war es Gregoire zu dienen. Alles was ich tat, tat ich stets für ihn und ich diente ihm aus vollem Herzen. Niemand kann jemanden so dienen aus reiner Pflicht heraus Herr. Das geht vielleicht kurze Zeit gut, aber für beide Seiten würde es irgendwann unterträgt. Für den Herrn, da er nicht nur abgearbeitet und bearbeitet werden möchte. Und für einen selbst, da er einen dies spüren lassen würde - zu Recht. Ich muss mich einfach noch etwas umgewöhnen. Aber ich werde Euch deshalb nicht weniger gut behandeln als Gregoire, dass verspreche ich Euch. Und ich glaube mit Euch wird es sogar etwas leichter«, grinste Zerbino.

Alexandre de la Grange
Alexandre zog belustigt die Augenbrauen nach oben. Sein Mund blieb ausdruckslos. Er fand selten Grund, zu lächeln. »Damit bist du die erste Person, welche mir sagt, dass ich einfach bin. Wenn du dies so empfindest. Umso besser. Wir haben uns schön unterhalten und mir gefällt deine Sicht auf deine Arbeit, deinen ehemaligen Herrn und auf die Gegenwart. Ich fühle mich gut aufgehoben in deiner Gegenwart. Ich habe darum entschieden, dir ein weiteres Geheimnis anzuvertrauen - neben jenem, dass ich ein Bluthexer bin. Wie es die Natur von Geheimnissen verlangt, erwarte ich absolutes Stillschweigen. Und damit meine ich absolut. Wenngleich eine Offenbarung dieses Geheimnisses keine Todesstrafe nach sich ziehen würde, so doch den Tod unseres guten Verhältnisses.«

Zerbino
»Mein Schweigen ist Euch so gewiss, wie der Sonnenaufgang morgen früh. Das schwöre ich Euch bei allem was mir heilig ist Herr«, schwor Zerbino feierlich.

Alexandre de la Grange
»Ich nehme dich beim Wort. Für uns beide wird es angenehmer sein, wenn du es erfährst. Es nimmt dir die Gedanken ab, die du dir unweigerlich machtest, als ich dich bat, dich umzudrehen, während ich mich auskleidete. Und mir nimmt es die Anspannung, mich stets vor deinen Augen verstecken zu müssen, damit du es nicht erfährst. Diesmal brauchst du nicht wegzusehen.« Alexandre nahm die Hände zwischen seinen Beinen hervor und kletterte aus der Wanne. Er stellte sich mit leicht ausgebreiteten Armen vor Zerbino. »Sieh hin. Sieh es dir genau an, damit du später nicht heimlich schauen musst. Du kannst die Narben auch anfassen, wenn du möchtest, denn das wirst du ohnehin tun müssen, wenn ich einmal in irgendeiner Sache deine Hilfe benötige. Wenn du genug geschaut hast, darfst du mich abtrocknen oder das Weite suchen, wenn es dich überfordert. Ich kann mich auch allein weiter kümmern.«

Zerbino
Zerbino trat ganz nah an den Marquis heran und schaute ihn sich von oben bis unten an. Erst dann blieb sein Blick an der Narbe hängen, die von mehr Leid zeugte, als ein Mann ertragen konnte. Und dennoch stand Alexandre de la Grange lebend vor ihm. Wie er dies überlebt hatte, konnte sich Zerbino nicht erklären, also musste es durch Magie gewesen sein. Einst hatte er einen »Mann« umsorgt - der keiner war, der beides war, der alles war. Und nun umsorgte er einen »Mann«, der keiner mehr war, der nichts war, als eine reine Seele ohne jede Zuordnung. Zerbino strich behutsam mit einem Finger über die Narbe. Nicht begehrend, nicht neugierig, sondern fühlend, tastend ob sie verhärtet war und ob sie trotz der großen Last zusätzlich Schmerzen bereitete. Für einen winzigen Augenblick legte Zerbino seine flache Hand auf den Schritt von seinem Herrn, so als wollte er ihn verbergen und schützen. Zerbino nahm die Hand fort, schaute auf und lächelte seinen Herrn an. Er nickte knapp, nahm das vorgewärmte Handtuch und trocknete seinen Herrn ab. »Mit was möchtet Ihr gleich eingecremt werden Herr? Oder bevorzugt Ihr Puder?«, fragte er zuvorkommend.

Alexandre de la Grange
Alexandre nahm die Berührungen verwundert hin. Zerbino hatte keine Berührungsängste. Alexandre hatte erwartet, dass er, wie Dreaux, geschockt reagieren würde oder, wie Ciel, mit aufdringlicher Neugier. Mit einem so entspannten Mittelmaß hatte er jedenfalls nicht gerechnet. Er fragte sich, ob Ciel geahnt hatte, dass Zerbino so reagieren würde.«Eingecremt?«, fragte Alexandre nachdenklich und ließ sich trocken tupfen. »Lange ist es her ... ich hatte schon vergessen, dass man das überhaupt macht. Ich pflege sonst nur die Wunden und Narben.« Er betrachtete seine Arme. »Ich kann es nicht sagen, was außer Narbensalbe noch zu meiner Haut passt. Vermutlich nur die. Viel Platz ist ja nicht mehr. Was würdest du mir empfehlen?«

Zerbino
»Das schlichteste und beste für eine Haut wie die Eure - Olivenöl. Es lässt Narben weich und geschmeidig werden, hat keinen großen Eigengeruch, zieht wunderbar ein und es löst keine Hautreaktionen aus. Kleine Kinder und sogar Babys kann man gefahrlos damit einreiben, was Euch zeigt Herr, dass Olivenöl absolut verträglich ist. Ich kann es nur empfehlen, jeder wird Euch um Eure zarte Haut beneiden, falls er sie berühren darf. Möchtet Ihr es einmal versuchen?«, fragte Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandre schnaubte kurz. »Mich will niemand mehr als nötig berühren, Zerbino. Außer ein gewisser Jemand, der heute jemand anderen ehelicht. Aber ich hatte mir vorgenommen, erst einmal mit ihm zu reden, bevor ich mich weiter ärgere. Ja, versuch das Olivenöl ruhig, wenn du meinst, dass es gut ist. Mir ist es gleichgültig, solche Entscheidungen überlasse ich fortan dir. Nur bitte putze mich nicht übermäßig heraus. Am besten, so wenig wie möglich. So, wie du einen Mönch herausputzen würdest, auch wenn ich keiner bin.«

Zerbino
»Ihr möchtet gepflegt aussehen, aber nicht zurecht gemacht.Das Öl wird auch die Spannungen aus Euren Narben nehmen. Nun falls er es sich doch noch einmal anders überlegen sollte Herr, dann fast Ihr Euch so gut an, dass er es bereut«, schmunzelte Zerbino.

Alexandre de la Grange
Alexandre grinste kaum merklich. Es war nur ein winziges Verziehen der Mundwinkel. »Charmant gekontert. Du lässt nicht zu, dass jemand im Trübsal schwelgt. Ich habe neue Roben mitgebracht, sie liegen dort drüben.«

Zerbino
»Wartet einen Moment«, bat Zerbino. Der Leibdiener hüllte Alex fest in das Handtuch, verließ ihn für einen Moment und eilte davon, dass Olivenöl zu holen. Nach einer Weile kam er zurück und zeigte Alex die Flasche. »Für Euch und wir legen auch gleich los«, sagte Zerbino gut gelaunt. Er schälte Alex aus seinem Handtuchkokon und begann ihn damit vorsichtig einzureiben und einzumassieren. Er begann mit ganz wenig Öl im Gesicht und arbeitete sich den Körper entlang nach unten, wobei er keine Stelle ausließ. Als er an den Füßen angekommen war, schloss er die Flasche wieder und wartete bis das Öl in Alex Haut eingezogen war. Erst dann kleidete er seinen neuen Herrn langsam und umsichtig an, da er nicht wusste ob alle Narben wirklich schon tief genug abgeheilt waren. Das konnte Zerbino nicht einschätzen. »So seht Ihr doch schon ganz anders aus«, freute er sich.

Alexandre de la Grange
Alexandre hatte keine Ahnung, wie er aussah und er wollte es auch nicht wissen. Was er sagen konnte war, dass sich eine angenehme Wärme in ihm ausgebreitet hatte und aller vorherhiger Ärger wie im wörtlichen Sinne weggespült war. Viele seiner Narben schmerzten, obwohl Zerbino umsichtig vorging, doch dieser dumpfe, hintergründige Schmerz war ohnehin allgegenwärtig störte den Erzhexer nicht weiter. Nur zu Wetterumschwüngen konnte es am Rande des Erträglichen kratzen. Es stand kein Wetterumschwung bevor, das Wetter versprach, blendend zu bleiben. Langsam begann Alexandre, etwas zuversichtlicher auf die Feier zu sehen. In Begleitung von Zerbino würde es zumindest erträglich werden.

Zerbino
»Möchtet Ihr los? Heute werden viele der neuen Adligen anwesend sein. Ich bin gespannt Herr, wer sich alles die Ehre geben wir und wer auf der Hochzeit unserer Princen erscheint. Ich werde an Eurer Seite bleiben, seid unbesorgt«, versprach Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
»Hm? Ja. Ich war gerade in Gedanken. Dort drüben liegen die Roben. Meine Familie wird auch anwesend sein, zumindest teilweise. Ich habe sie sehr lange nicht gesehen.«

Zerbino
Zerbino schaute sich die Roben an und wählte eine schöne davon aus, die er seinem Herrn überzog. »Dann ist dies doch für Euch ein erfreulicher Anlass. Das hoffe ich zumindest. Herr wollt Ihr diese eine oder alle Roben tragen?«, fragte Zerbino.

Alexandre de la Grange
»Alle. Aber ich überlasse dir die Reihenfolge. Von den neuen Adligen habe ich einige bereits kennenlernen dürfen. Angehörige von Prince Gregoires Verlobtem.«

Zerbino
Zerbino nickte und zog dem Marquise die Roben so an, wie es für ihn am schönsten aussah. »Und wie waren seine Verwandten so? Er selbst macht meist einen umgänglichen Eindruck, wenn er nicht gerade mit meinem alten Herrn Unfug treibt«.

Alexandre de la Grange
»Den vielversprechendsten Eindruck machte ein gewisser Wolfram, aber auch Davard wusste zu überzeugen. Generell bin ich jedoch zurückhaltend darin, Menschen wertend zu beurteilen, da dieses Urteil in achtundneunzig Prozent der Fälle ohnehin vernichtend ausfällt. Ich nehme sie daher, wie sie sind, ignoriere sie bestmöglich und gehe ihnen aus dem Weg. Wenig erfreulich jedoch war zweifelsohne der verstorbene Vater von Linhard, der einen sehr gewöhnungsbedürftigen Humor pflegt.«

Zerbino
»Vermutlich weil er tot ist Herr, da wären wir auch nicht gut gelaunt. Das freut mich, dass Euch zwei seiner Verwandten gefallen haben. Vielleicht treffen wir diese ja auf dem Fest. Dass wäre eine gute Gelegenheit Eure Bekanntschaft zu verfeinern. Ihr seid fertig Herr, wir können aufbrechen«.

Alexandre de la Grange
Alexandre fühlte sich seltsam ohne den vertrauten Geruch seiner Roben, der gleichsam einen Schutzwall bildete und Menschen aus seinem unmittelbaren Umfeld fernhielt. Er strich über den staubfreien, nach Waschmittel riechenden Stoff. Dann blickte er nach vorn. »Gehen wir.«

Zerbino
»Sehr wohl«, sagte Zerbino mit allem gebührenden Respekt für seinen neuen Herrn öffnete ihm die Tür und ließ ihm selbstredend den Vortritt auf ein Fest, dass hoffentlich auch ihm Freude bereiten würde.
Avatar created with ePic Character Generator

Benutzeravatar
Marlo von Falkenberg

Die Handelsallianz Rote Laterne
Chevalier
Beiträge: 49
Registriert: Do 14. Sep 2017, 10:24

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#27

Beitrag von Marlo von Falkenberg » Di 15. Mai 2018, 08:24

Marlo

musste Wolf das nicht zweimal sagen. Er zog sich aus und legte sich zu seinen Freund ins Bett. Er schob sich ganz dicht an Wolf heran und streichelte seinen Körper. Marlo zog Wolf das Haarband aus den Haare.

"Meine Frage gilt noch. Du bekommst deine Bienen und dein Hund Wolf. Ich wollte dich fragen ob du mich heiraten willst. Willst du? Im Tal wollte ich schon fragen. Aber ich hab mich nicht getraut. Und wenn ich was Mut hatte störten die anderen. Überleg dir das Wolf. Wir sind ein gutes Paar und ich lieb dich sehr. Ich bin an deine Seite. Ich hab dir gesagt, dass du mir vertrauen kannst. Und ich hab dir Spass beigebracht. Ich sag dir, du brauchst für Pasta keine eigene Nudel. Und du kannst heiss sein. Du bist nicht gewöhnt ein Partner zu haben. Aber dir gefällt das doch wie mir. Und du magst mich doch. Möchtest du mein Mann werden Wolf? ".

Benutzeravatar
Wolfram von Wigberg

Die Handelsallianz Rote Laterne
Marquis
Beiträge: 86
Registriert: Fr 8. Sep 2017, 11:18
Volk: Naridischer Almane
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#28

Beitrag von Wolfram von Wigberg » Di 15. Mai 2018, 12:41

Wolfram nahm Marlo in die Arme und kuschelte sich an ihn.

"Im Tal habe ich Dir die Antwort schon gegeben. Ich sagte zu Dir, die Antwort wäre ja auf Deine nicht gestellte Frage. Also Marlo von Falkenberg JA ich möchte Dein Mann werden. Sehr gerne sogar. Du kennst mich doch, wovor hattest Du Angst? Vor einem Nein? Das hatten wir doch geklärt. Nun dass einige ziemliche Kletten sind, haben sie bewiesen. Du bist auch eine.

Du wirst sehen, sobald alles fertig ist, fühlst Du Dich hier genauso Zuhause wie im Tal, ich mich ebenso. Man muss erst richtig ankommen, dazu gehört ein Garten und Tiere. Bei mir ist es jedenfalls so, Marlo. Und wenn wir erstmal mit unserer neuen Aufgabe begonnen haben, geht das Eingewöhnen ganz schnell",
sagte Wolfram liebevoll.

Benutzeravatar
Brandur von Hohenfelde

Die Handelsallianz
Freiherr
Beiträge: 88
Registriert: Di 8. Aug 2017, 14:39
Volk: Naridier (Almane)

Planung der Wiedererweckung von Brandur

#29

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 31. Mai 2018, 07:15

<< Spielzeugsoldaten und Bruderliebe

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hatte Brandur zu sich gebeten. Der alte Nekromant sah einige Dinge genau wie er. Max erhoffte sich einen Meinungsaustausch bezüglich Ciels Rettung. Aber leider hatte sein Kind Gregoire Verrill in der kurzen Zeit sich selbst etwas angetan. Warum war klar, Schweigen wie Reden - in seinem Fall war beides Gift. Max wartete draußen auf Brandur und hoffte der Geist würde sich bald materialisieren

Brandur von Hohenfelde
Es dauerte nicht lange, da kam Brandur um die Ecke spaziert, den Gehstock aufsetzend, als würde er in körperlicher Gestalt flanieren. »Majestät, Ihr habt nach mir schicken lassen«, begrüßte er den Duc, der ausgesprochen besorgt dreinblickte. Brandur kannte diesen Blick von sich selbst. »Habt Ihr Sorgen bezüglich Eurer Kinder?«, fragte er aufs Geratewohl.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nickte und deutete Brandur an ihm zu folgen. »Das habt Ihr richtig erkannt. Zuerst ließ mein Sohn Ciel nicht von seiner irrwitzigen Idee ab, sich entmannen zu wollen. Und nun, zu allem Überfluss wollte mein Zweitgeborener seinen Bruder beschützen und wenn auch mit etwas unlauternen Mitteln zurück auf den Pfad der Tugend leiten. Aber der Streit eskalierte dermaßen, dass sich Verrill etwas angetan hat. Es stand schlecht um ihn, aber Benito hat ihn gerettet. Greg ist auf dem Wege der Besserung. Er hat sich wieder gefasst. Das er noch lebt, verdanke ich vor allem Euren Sohn - seinem Ehemann. Und auch jetzt kümmert er sich äußerst rührend um ihn. Nun Verrill trägt ein Geheimnis und ich riet ihm stets zu schweigen. Aber scheinbar war dies falsch, ebenso falsch als würde er die Wahrheit offenbaren. Er sitzt zur Zeit in der Heilstube und Euer Sohn ist bei ihm und bewacht ihn Tag und Nacht«.

Brandur von Hohenfelde
Brandur bemühte sich, die tiefe Betroffenheit, die er empfand, auf seinem Gesicht zu spiegeln. Das war nicht selbstverständlich, schon gar nicht für einen Hohenfelde. »Erst einmal ist es gut zu hören, dass Gregoire wieder auf dem Weg der Besserung ist. Ich hoffe, er ist nicht allzu schwer verletzt, oder verwendete er Gift? Linhard wird treu an seiner Seite stehen, er liebt Euren Sohn sehr. Und wenn ich eines kennenlernen durfte in meinem langen und finsteren Leben, dann wie loyal mein Sohn denen gegenüber ist, die er liebt. Über das Geheimnis Eures Sohnes bin ich im Bilde, da ich es versehentlich beim herumschweben über ein gehörtes Gespräch in Erfahrung brachte. Dies ist natürlich etwas, das jemanden sehr belasten kann, aber seid versichert, dass Linhard Euer Kind liebt, wie es ist, ohne Wenn und Aber. Ich habe sogar das Gefühl, dass das gewisse Etwas dazu beiträgt, dass er Gregoire sogar noch ein wenig mehr liebt, als wäre er ausschließlich Mann, da er auf ein gemeinsames Kind hofft. Solch Hoffnung bindet natürlich besonders aneinander.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ihr versteht mich sehr gut Brandur. Er verwendete ein Schmerzmittel und gleichzeitig ein Gift. Aber wie er mir selbst gestand, hatte er eigentlich vor blanken Stahl zu verwenden. Auch hier ist es Eurem Sohn zu verdanken, dass er zum Glück anders wähle. Er wollte nicht, dass Linhard ihn durch Gewalt verliert. So verrückt es klingt. Die ganze Tat ist eine Tat des Wahnsinns. Natürlich kann ein Ereignis einen dermaßen schmerzen, dass man an kein Morgen mehr für sich glaubt. Aber es gibt immer ein Morgen. Ob dieser gut oder schlecht wird, muss der Tag erweisen Brandur. Und wenn es nur ein winziger Lichtschimmer ist, kann er sein Leben doch nicht wegwerfen. Ich mache mir die schlimmsten Vorwürfe ihm gesagt zu haben er solle Schweigen. Aber wenn Ihr um sein Geheimnis wisst, dann wisst Ihr auch um die Dummheit mancher Menschen und welche Gefahr von ihnen ausgehen kann. Hier ist er sicher, so sicher wie jemand sein kann. Aber ich ließ ihn nicht grundlos daheim, als wir auf die Reise nach Ehveros gingen. Von all meinen Kindern ist er jener, der am meisten Schutz bedarf. Nicht weil er wehrlos wäre, sondern weil er anders ist. Das ist durchaus möglich, dass Euer Sohn Verrill gerade deshalb liebt. Ciel ergeht es ähnlich und mir ebenso. Allerdings als Vater. Ich habe zwei Kinder in einem, versteht Ihr? Einen Sohn der sich durchaus zu wehren weiß und eine Tochter die an einer Beleidigung und dem Unrecht der Welt zerbrechen kann. Ihre... seine... Aggression ist oft nur Hilflosigkeit. Aber was soll ich tun? Ich versuche selbst mein bestes die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Aber ich bin Realist genug zu wissen, dass selbst ich genügend Grenzen habe um das niemals erreichen zu können. Für uns, unsere Leute und unser Land, vielleicht. Aber nicht für die Welt. Also wenn die Welt eine Gefahr darstellt, muss Greg vor ihr bewahrt werden. Für einen Moment hat er erfasst, was andere durchmachen die so geboren wurden wie er. Und er hat etwas gesehen, was er so nicht kannte. Ich sage Euch was er sah... Ghule, Vampire, Farisin, Orks, Zwerge oder Alben - was immer sie auch sein mögen eines habe ich als junger Mann gelernt. Alle Monster sind menschlich. Und das hat Verrill an dem Tag gelernt und wäre fast daran zerbrochen. Und nun kommt Ihr ins Spiel, der durch seine Familie mehr Leid sah, als eine Seele sehen sollte. Wie kann ich ihn beschützen?«

Brandur von Hohenfelde
»In welcher Gestalt trat das Monster Mensch ihm an jenem Tage gegenüber? Welche Fratze offenbarte sich, die ihn glauben machte, sein Leben sei nicht mehr lebenswert? Ihr tut bereits alles, was ein Vater für seine Kinder tun kann. Mehr lieben kann man seine Kinder nicht. Er hat eine liebende Familie, keine finanzielle not, stets genügend zu Essen und jeden Luxus, den er sich wünscht. Der Mann in ihm ist stark und wehrhaft, sagt Ihr - doch die Frau ist verletzlich und ihre Launen gefährlich für sie. Ein Gedanke - fühlt sich vielleicht die Frau in ihm eingesperrt? Genau diese versteckt er ja, um als Prince von Souvagne vom Volk anerkannt zu werden. Vielleicht braucht diese Seite etwas mehr Aufmerksamkeit.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Leider war es genau eine jener Personen die Verrill sehr liebt. Ciel sagte ihm etwas, oder titulierte ihn als Sündenpfuhl oder dergleichen. Das war nicht der Grund, weshalb er zum Gift griff. Aber es war ein Tropfen der das Fass mit zum überlaufen brachte. Ein langer Weg der Empfindsamkeiten, der an diesem Tag in der unsäglichen Tat gipfelte. Er war aufgrund seiner Blutung wankelmütig, eine Beleidigung die er sonst abgeschüttelte hätte, traf ihn. Und da sie von Ciel kam, jenem Bruder dem er sich als erstem anvertraute, traf sie Verrill härter, als von jedem anderen. Wen man liebt, ist man ohne Deckung Brandur. Und in diesem Moment fragte er sich, wenn Ciel ihn schon belog und er nur eine Abnormität ist, was denkt dann der Rest der ihn ebenfalls angeblich liebt? Und so kam er von einem Gedanken auf den anderen und kam aus diesem Gedankenkarussell überhaupt nicht mehr heraus. Er hat sich verrannt und in seiner Not dann zu dieser vermeintlichen Lösung gegriffen. Ja er öffentlich tritt er immer als Mann auf, er zeigt nur seine männliche Seite. Völlig neutral habt Ihr ihn noch nicht gekleidet gesehen. Fraulich hat ihn vermutlich noch niemand gekleidet gesehen. Was schlagt Ihr vor, wie ich ihm dies erleicherte?«

Brandur von Hohenfelde
»Mir fällt gerade auf, dass wir doch eigentlich schon beim Du angelangt waren, Max. Ich würde ersteinmal nur einen ganz privaten Rahmen vorschlagen, vielleicht sogar nur sie allein mit sich selbst. Schenk Ihr ein Kleid oder ich könnte auch Linhard einen entsprechenden Tipp geben, wenn du das für angemessen hältst. Dass Ciel sich ausgerechnet zu diesem empfindlichen Thema so in der Wortwahl vergriffen hat, ist natürlich fatal. Wie sind die beiden verblieben, hat Ciel sich entschuldigt? In meiner Familie hätte so eine Beleidigung zu einem Dolch in der Dunkelheit geführt, drum waren wir alle stets immer sehr zuvorkommend, während wir uns gedanklich gegenseitig zum Abgrund wünschten und unsere Netze woben wie eine Familie von Giftspinnen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du hast völlig Recht Brandur, wir waren schon beim Du! Das wichtigste vorneweg, Ciel hat sich bei Verrill entschuldigt und er hat es auch angenommen. Es war einfach zuviel für beide. Verrill wollte Ciel retten, er wollte nicht dass sein Bruder verblutet und stirbt. Und Ciel fühlte sich bevormundet und verteidigte seine Freiheit mit allen Mitteln. Am Ende hätte ich beinahe beide verloren und sie sich auch, die kleinen Dummköpfe. Ciel war Mann genug sich bei Verrill zu entschuldigen. Er ist ihn im der Heilstube von Benito besuchen gegangen und hat sich mit ihm ausgesprochen. Sie haben in Ruhe über alles geredet. Weder sieht Ciel Verrill als Missgeburt - noch sieht Verrill Ciel als armen Irren. Das hätten wir alle einfacher haben können Brandur, aber was ist schon einfach, wenn es um die Familie geht? Zu dem Thema Verrill sanft an das Thema Frau heranzuführen. Das ist eine ausgezeichnete Idee. Allerdings werde ich ihr kein Kleid schenken. Das wäre früher meine Aufgabe gewesen, aber seit dem 01.05.203 ist Verrill verheiratet und wenn sie ein Kleid bekommt, dann von ihrem Ehemann. Von ihren Vater bekommt sie andere Dinge, vielleicht etwas Schmuck oder dergleichen, aber ein Kleid oder vielleicht für Zuhause ein schönes Negligee von dem auch Linhard etwas hat, sollte auch Linhard Verrill schenken. Schön eingepackt damit sie das Kleidchen auspackt und er später sie. Dafür sind solche Kleider schließlich da. Und die schenkt kein Vater, so etwas verschenkt nur der Ehemann. Deine Familie war in fast allen Dingen viel zu hart, ich war in manchen Dingen leider zu weich. Aber ich kann meinen Kindern kaum etwas abschlagen und trotz unserer Stellung habe ich mir immer für sie etwas Kindheit gewünscht. Ich denke das ist mir gelungen. Jetzt muss mir nur noch gelingen, sie den letzten Schritt ins selbständige Leben machen zu lassen. Deshalb bekamen auch Ciel und Greg jeweils ein Lehen, direkt unter ihrem Bruder. Sie sollen auch als Erwachsene gemeinsam handeln. Es soll ihn ein Gefühl von Verbundenheit, Nähe und Wertschätzung geben. Aber so wie Lin versteht was Einsamkeit bedeutet, verstand ich es auch. Dann ist es nur logisch, dass man in seiner Familie später so handelt, dass es die Kinder gut haben. Dass sich Linhard Kinder wünscht freut mich vom ganzen Herzen. Du kannst Dir nicht vorstellen wie sehr es mich freut«.

Brandur von Hohenfelde
Brandur musterte Maximilien mit einer Mischung aus Ernst und Belustigung.«Ich dachte tatsächlich an ein ganz normales Kleid, um sich an das Gefühl und den Gedanken zu gewöhnen, die weibliche Seite zuzulassen. Eine aufgehaltene Tür, ein freundliches Angebot, es doch einmal zu versuchen. Ein Negligee verschenkt man als Vater natürlich nur der eigenen Frau und nicht an die Tochter. Das ist auch in Naridien nicht anders. Ob es ein solches sein soll, muss Linhard einschätzen. Wenn ich einen Tipp geben darf ... den ich natürlich nur zufällig erfuhr ... der Diener Nathan scheint sich in Sachen Kleidern gut auszukennen und versteht sich obendrein gut mit Gregoire und vielleicht sogar mit Verrill. Ihn könnte Linhard um Rat fragen. Ich wünschte, ich hätte einen Vater wie Euch mein eigen nennen dürfen. So viel Blutvergießen wäre erspart geblieben und ich wäre ein anderer geworden als der finstere Hexenmeister von Trux.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ich Danke Dir für das Kompliment Brandur, dass bedeutet mir sehr viel. Man blutet für die Familie und ebenso vergießt man Blut für die Familie, wenn einen die Umstände dazu zwingen. Aber man vergießt niemals das Blut der eigenen Kinder. Du wirst eine zweite Chance erhalten Brandur. Du hattest sie bereits und Du wirst sie fortsetzen können. Ich habe entschieden dass Du leben sollst. Nicht völlig uneigennützig, es ist also ein Geschenk mit Haken«, grinste Max. »Aber der Haken ist leicht zu schlucken, ich schätze Dich als Berater und Freund. Von daher denke ich mit diesem Egoismus von mir, kannst Du dann sehr gut leben. Und sobald Du dies tust, nutze Dein neues Leben weiterhin weise. Was das Kleid angeht, ja. Ich habe vielleicht einen Schritt zu weit gedacht - ein Sommerkleid wäre durchaus als Geschenk von meiner Seite möglich. Ich werde mit Nathan diesbezüglich sprechen. Kurzum ich werde ihn zu Linhard schicken, damit er unsere Kinder berät. Linhard in erster Linie, damit er nichts falsches kauft. Wobei er scheint ja bis jetzt alles richtig zu machen. Er weiß was er anschmiegsam sein muss und wann er die Krallen ausfährt. Und nebenbei, Dein Sohn sollte sich für uns alle das Rauchen wie auch das Trinken abgewöhnen. Für einen derartigen Konsum ist er mit 18 Jahren viel zu jung. Er sollte das Essen anfangen. Es nützt uns nichts, wenn wir zwei retten und ein anderer läuft uns davon«.

Brandur von Hohenfelde
Der Geist verneigte sich, um die Rührung zu verbergen, die sich auf sein Gesicht legte, ein schmerzlich-süßes Lächeln und verzogene Brauen. Freude und Leid lagen oft so nah beieinander. Als er sich wieder gesammelt hatte, richtete er sich wieder auf. »Ich danke dir, Max. Vor allem im Namen meines lieben Sohnes. Ein wenig Egoismus sei jedem zugestanden, auch dem Duc de Souvagne. Wer wird mich erwecken und in welcher Gestalt oder erhalte ich einen Spenderkörper? Meinen Sohn bitte ich seit einem halben Jahr darum, doch endlich das Rauchen in dieser ungesunden Menge aufzugeben, er hat schon braune Schneidezähne und das mit achtzehn! Aber ich als Vater habe nun vermutlich nicht mehr viel zu melden, ich vermute, der Wunsch muss von Gregoire ausgehen, damit er noch etwas fruchtet. So ist das nun einmal, wenn sie flügge werden, die lieben Kleinen. Hat dein anderer Sohn, Ciel, sich inzwischen von seinen - Verzeihung - haarsträubenden Vorstellungen abbringen lassen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Gerne. Nun ich verlor meinen Vater früh und meinen Bruder gleich mit. Also habe ich mich als Vater stets gefragt, was würde ich mir in der Situation von meinem Vater wünschen. Was hätte ich mir von ihm gewünscht? Und so versuche ich zu handeln. Gut, dass Ciel sich momentan keine Rettung wünscht, sondern Akzeptanz ist klar. Aber das ist nur heute der Fall, wo er einen Tunnelblick hat. Was ist in einem Jahr oder einem Jahrzehnt? Er könnte seine Entscheidung bitter bereuen. Und wo er nicht sieht, bin ich als Vater seine Augen, dafür sind Väter da. Wer Dich erwecken wird? Vermutlich Alexandre. Wie dies von statten geht, darüber kann ich Dir nichts sagen, da ich kein Magier bin Brandur. Aber ich werde mich danach erkundigen. Nun eine gute Idee, beiden eine Aufgabe zuzuteilen. Verrill soll Lin das ungesunde Rauchen abgewöhnen, er möchte seinen Mann schließlich noch lange behalten. Und Linhard soll Verrills weibliche Seite fördern, er möchte ja nicht, dass sie nochmal so eine Dummheit begeht. Ciel hat momentan, den Göttern sei Dank, von seinem Vorhaben Abstand genommen. Ich hoffe es bleibt auch dabei. In welcher Gestalt kannst Du wiederbelebt werden und was wäre Dir selbst am liebsten?«

Brandur von Hohenfelde
»Es gibt verschiedene Rituale der Wiedererweckung, doch es ist mir nicht bekannt, welches davon Alexandre beherrscht. Er ist eine harte Nuss, versehentlich bei ihm vorbeizuschweben hat kaum an nennnenswerten Informationen eingebracht, lediglich seinen Aufenthalsort und den katastrophalen Zustand seiner Gemächer. In Nariden wäre so was unter Mülldeponie durchgegangen und es wimmelt von Geziefer. Da sollte unbedingt jemand Vertrauenswürdiges für Hygiene sorgen gehen. Mir persönlich wäre meine vertraute Gestalt ohne die Gebrechen, die ich aufgrund des Familienkrieges davongetragen habe, am liebsten. Am besten noch ein wenig verjüngt, so dass ich möglichst lange etwas von meinem letzten verbliebenen Sohn habe und vielleicht mein Enkelchen noch erlebe. Glaubst du, dass Ciel wirklich seine Meinung geändert hat - oder lügt er, um keinen weiteren Streit zu provozieren? Ich teile deine Bedenken und würde so wie du alles dafür geben, um diesen Blödsinn zu verhindern.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Dann werde ich Deinen Wunsch genauso weitergeben, damit er umgesetzt wird. Ebenso werde ich jemanden nach dem Ungeziefer schauen lassen. Mein Sohn und einige andere Schüler gehen dort zur Lehre, der Mann hat Ordnung zu halten. Ob Ciel tatsächlich davon abgelassen hat, kann ich noch nicht beantworten. Noch verhält er sich ruhig und es scheint überwunden zu sein Brandur. Aber noch ist er auch misstrauisch, was die Familie angeht. Ich hoffe er bleibt vernünftig. Und in einigen Wochen, wenn Gras über die Sache gewachsen ist und er schön schläft, wird Parcival seine Gedanken auslesen. Dann wissen wir mehr, wie es um ihn steht. Ebenso wird er Verrill auslesen, damit so etwas nicht erneut vorkommt. Zurück zu Dir und Deiner Wiederbelebung. Dass Dir Deine vertraute Gestalt lieber wäre, verstehe ich. Und wenn Du schon neu anfängst, möchtest Du dies auch ohne Schmerzen. Wir werden sehen, was Alex bewerkstelligen kann. Ich hoffe, dass er Dir alle Deine Wünsche erfüllen kann. Wie weit ist Linhards Kinderwunsch? Stark, mittel? Er überlegt noch? Wie weit ist er mit diesem Gedanken?«

Brandur von Hohenfelde
»So wie ich meinen Jungen zu kennen glaube, ist sein Wunsch sehr stark. Insbesondere, seit mein Neffe Vater geworden ist von einem kleinen Mädchen. Kinder sind etwas Wundervolles und ich meine zu ahnen, dass mein Sohn das Wohlwollen gegenüber unseren kleinsten Mitbürgern mit mir teilt. Ich denke, er kann es nicht erwarten, einen eigenen Zweig zu gründen, einen Zweig, der dem Hellen Pfad führt. Aber er brachte mir gegenüber auch seine Sorge zum Ausdruck, was Verrills schmale Gestalt betrifft. Ich wünsche Ciel und Gregoire für ihre seelische Gesundheit alles Gute.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ich Danke Dir. Jene die die größte Stärke zeigen müssen, tragen oft große Schwäche in sich. Es ist vergleichbar mit einem Schwert. Je härter der Stahl, je schärfer und je brüchiger. Das freut mich zu hören, dass Dein Sohn so über Nachwuchs denkt. Wann immer es soweit sein sollte, ist mir gleich Brandur. Nur dass es irgendwann einmal so weit ist, darüber freue ich mich und ich denke Dir geht es ganz ähnlich. Großvater zu werden hat doch was. Ja für Verrill ist dies mit einigen Risiken verbunden, aber ich würde für sie jede Vorsichtsmaßnahme treffen die möglich ist. Und wir haben sehr viele Möglichkeiten. Ich denke wir werden uns noch etwas gedulden müssen, aber die beiden geben uns Hoffnung. Wie steht es mit Dir selbst? Wirst Du eine neue Familie gründen, sobald Du wieder unter den Lebenden weilst? Wirst Du Dir eine Frau suchen?«

Brandur von Hohenfelde
»Erst muss ich mich um das Wohl meines Sohnes kümmern. Eine Frau werde ich mir vielleicht wieder suchen, aber Kinder ... nein. Ich habe drei Kinder verloren, Max, drei Kinder auf schrecklichste Art und Weise verloren! Sie wurden nicht nur ermordet, sondern mein Bruder hat obendrein seinen Schwertmeister auf meine Familie angesetzt, der für seine Unzucht mit Kindern bekannt war. Ich weiß nicht, ob er ihnen etwas derartiges angetan hat, ich rede mir ein, dass es ganz kurz und schmerzlos war. Der Jüngste war noch ein Säugling ... nein, Max. Ich könnte es nicht ertragen, noch einmal ein Kind von mir in den Armen zu halten und es in diese Welt zu werfen, es ist, als würde ich es in einen Raubtierkäfig legen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Wir sitzen im Käfig Brandur und sperren die Raubtiere aus. Ich hoffe dass sie dieser Kreatur nicht in die Hände gefallen sind. Bei uns steht auf Kindsmisshandlung nur eine Strafe - Block! Ob ein Täter ein Baby in ein Erdloch steckt, weil es schreit oder ob er es... anfasst, er endet auf dem Block. Ein Baby kann sich nicht selbst verteidigen, es kann nicht fliehen, es kann nicht einmal für sich sprechen. Mehr Schutzbedürftigkeit als die eines Babys gibt es nicht. Und so werden solche Misshandlungen dann auch geahndet. Sollte ich einen dieser Täter erwischen durch meine Rechtsorgane, dann gibt es keine Wiederholungstaten Brandur. Aber ich verstehe Deinen Schmerz nur zu gut. Ich hätte Ciel und Greg am liebsten geschlagen und zeitgleich fest gehalten, damit ihnen nichts geschieht. Eine Familie würde Dir dennoch gut zu Gesicht stehen«.

Brandur von Hohenfelde
»Danke für deine zuversichtlichen Worte, aber momentan sind Kinder für mich keine Option. Ich habe einen gesunden, lebenden Sohn und vielleicht bald ein Enkelchen, das ist mehr als ich je erhofft hatte nach der Nacht des Blutes. In Naridien sind die Strafen nicht ganz so hart, aber doch vergleichbar, jedoch gab es keinen Kläger. Es war eine Wohltat der Bestrafung von Bellamy und Robere beizuwohnen, eine wahre Wonne zu sehen, wie sie sich wanden und schrien und doch nicht entkommen konnten. Sie spürten an jenem Tage, was sonst ihre Opfer spürten. Allein, hast du bereits erfahren, was dein Sorgenkind mit Bellamy getan hat?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das sehe ich genauso wie Du. Zuerst hatte ich darauf gehofft, dass mir Josy ebenfalls Kinder schenken wird, aber ich glaube nicht mehr daran. Sollte es noch geschehen, wunderbar. Aber Enkel haben einen gewaltigen Vorteil Brandur, Du verbringst nur die sonnigen Momente mit ihnen. Du spielst, hast Spaß, zeigst ihnen die Welt und wenn es anfängt Arbeit zu machen, gibst Du das Kleine Deinem Sohn zurück und kannst Dich selbst entspannen. Also ja, wozu benötigst Du noch weitere Kinder? Oder ich? Freuen wir uns doch auf unsere Enkel, wesentlich pflegeleichter. Was Ciel mit Bellamy getan hat? Er hat ihn sich unter den Nagel gerissen, da er ihn als Diener haben wollte. Bellamy kann froh sein über die Güte meines Sohnes. Sehr froh sogar, für seine Verfehlung hätte er hier kein Bein mehr auf den Boden bekommen. Oder was meintest Du genau?«

Brandur von Hohenfelde
Brandur betrachtete Maximilien vollkommen verständnislos. »Er hat ihn begnadigt - nachdem du ihn bestraftest. Empfindest du das nicht als offenen Affront? Aber gut, vielleicht denke ich zu sehr in alten Bahnen ... ich habe mir vorgestellt, wie der Kleine grinst und sich ins Fäustchen lacht, wie gelungen er Papa öffentlich vorgeführt hat. Eine Untergrabung deiner Autorität als Duc und als Vater. Drum war ich mal schauen. Nachts. Da fand ich ihn mit dem gefallenen Palaisin in trauter Eintracht gemeinsam im selben Bett nächtigen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du siehst das falsch Brandur, ich habe Bellamy dazu verurteilt die gleiche Strafe zu erhalten, die Robere Nathan grundlos aufbürdete. Es war nicht die Todesstrafe. Ich verurteilte ihn zu einer öffentlichen Schändung und degradierte ihn. Gnade Brandur erhielt Bellamy durch mich, sonst hätte ich ihn härter verurteilen müssen als Robere. Denn der Kopf der Einheit war Bellamy nicht Robere. Wenn Ciel sich Bellamy nun schnappt, sich seiner annimmt und ihn als Diener aufnimmt, dann sei ihm das gestattet. Leistet sich der Ex-Palaisin einen Schnitzer, weiß er was ihm blüht. Er wird also meinem Sohn sehr gut dienen. Was anderes wäre es gewesen, wenn Ciel Bellamy vor der Strafe an sich bewahrt hätte, dass hätte ich nicht durchgehen lassen. Aber, wie gesagt, Bellamy erhielt seine Strafe und hat somit seine Verfehlung verbüßt. Leistet er sich keinen Schnitzer mehr, ist alles in bester Ordnung. Ich möchte den Mann und Robere nicht tot sehen, sondern kurriert«.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hörte sich alles an. Sein Gesicht verriet sehr deutlich, dass er völlig anderer Meinung war, auch nach der Erklärung. »Ich hätte den Jungen übers Knie gelegt und Bellamy würde nie wieder wagen können, mich zu verhöhnen, den ohne Kopf höhnt es sich schlecht. Und für einen Hohenfelde wäre ich damit noch sehr milde gewesen. Aber du bist kein Hohenfelde, du bist ein Souvagne. Hier gelten andere Sitten. Nun, ich werde mich vermutlich daran gewöhnen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Vermutlich wirst Du dass. Rein interesse halber, wie hätte denn ein harter Hohenfelde reagiert? Und wer aus Deiner Familie wäre es gewesen, der so reagiert hätte? Du musst dies auch nicht verstehen oder sofort verinnerlichen. Verwechsele Freundlichkeit aber nicht mit Schwäche Brandur. Ich bin freundlich und ich versuche meine Leute zu beschützen. Vorrangig die Rechtschaffenen und danach folgen jene die zur Rechtschaffenheit zurückgeführt werden müssen. Schlägt aber eine Person die von mir gereichte Hand aus Brandur, dann ist klar was geschieht. Jeder erhält eine zweite Chance, straucheln kann jeder einmal. Aber um einmal sehr klare Worte zu wählen, verarschen lasse ich mich von niemanden. Ein Wort meinerseits und er ist seinen Kopf los. Allerdings sage ich Dir auch eines, manche Gande die Du durch eine gereichte Hand erweist, wird hundertmal mehr vergolten. Wir sind keine Metzger, Henker, Assassinen oder dergleichen, sondern wir sind Herrscher. Das ist der Unterschied in der Herangehensweise. Es gibt Dinge die verlangen pure Gnade und milde Strafe. Es gibt aber auch Dinge da kann es keine andere Antwort als den Block geben. Denke nur an die Kinder die gerade unser Thema waren. Es gibt Dinge die sind unentschuldbar und unverzeihlich. Vielleicht verstehst Du mein Handeln ehr, wenn Du Dir vorstellst alle aus dem Volke wären Deine Kinder. Jedes hat seine Macken«, schmunzelte Max.

Brandur von Hohenfelde
»Alle männlichen Hohenfeldes sind zu enormer Härte und Grausamkeit fähig. Ich galt als Weichling, da ich meine Kinder nur schlug. Mein Bruder Dunwin überreichte seine Söhne dem besagten Schwertmeister zum Spielen, er saß daneben und ließ sich das Abendbrot und einen guten Rotwein schmecken, während seine Kinder fast zu Tode gequält wurden. Den Kleinen hat er sogar einst aus unter einem wissenschaftlichen Vorwand mit Pocken infiziert. Mein Bruder war aber kein Wissenschaftler und nicht einmal ein gelehrter, er war ein nichtmagischer Krieger. Kämpfen und Leute quälen, das waren die Dinge, die er wirklich gut konnte. Aber auch er hatte eine zweite Chance, als Geist, so wie ich. Er begleitete mich bis zu meinem Ableben und war mir Freund und Wegbegleiter. Ja, vielleicht mag der Gedanke, Souvagne sei eine große Familie, beim Verständnis helfen - vielleicht aber multipliziert sich dadurch das Grauen, denn in meiner Familie war sich jeder ein Feind.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Und damit Brandur gibst Du Dir selbst die Antwort, WAR sich jeder ein Feind. Hier ist dies anders, denn Ihr seid keine reinen Hohenfeldes mehr. Durch Lin seid Ihr mit uns verbunden. Dein Bruder war ein grausamer und vermutlich auch geistig sehr kranker Mann. Die Frage die sich mir stellt ist, was erlebte er? Das entschuldigt nichts seiner Taten, aber soweit ich hörte sprach Lin davon dass es immer so war. Von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Also was hast Du und Dein Bruder vorher erlebt? Ist er das Tier für das man so einen Menschen hält? Oder kannte er es nicht anders und verseuchte seine Kinder ebenfalls mit diesem geistigen Gift des Hasses? Seine Söhne können froh sein, dass sie überlebt haben. Falls sie überlebt haben, seelisch meine ich. Wobei ich beide Personen kenne und zu behaupten wage, sie haben überlebt, wenn auch unter schwierigsten Bedingungen. Für Deinen Neffen Davard freut mich, dass er eine eigene Familie gegründet hat. So wie wir ihn bis jetzt kennenlernen durften, hat er diesen Weg hinter sich gelassen und ist sehr froh darum. Aber man kann auch aus Verzweiflung einen Mord begehen, nicht nur aus niederen Beweggründen. Drum muss man mit jedem Urteil vorsichtig sein Brandur. Nicht die Tat ist allein entscheidend, sondern auch der Grund für die Tat. Wobei ich den Schwertmeister auf den Block geschickt hätte. Er hat selbst einen Kopf zum Nachdenken, er hätte nein sagen müssen. Er hätte den Dienst verweigern müssen. Wieder ein Schwertmeister...«, sinnierte Max.

Brandur von Hohenfelde
»Ja, die lieben Schwertmeister. Meiner war ein Vampir, es ist jener, der nun meinem Sohn Linhard als Leibdiener dient. Kasimir. Ein guter Mann, so lange er keinen Hunger leidet. Ich wünsche dir mit deinem neuen Palaisin mehr Glück als mit dem Alten. Und ich wünsche dir artige Kinder. Man möchte meinen, dass sie langsam aus dem Alter raus sein sollten, indem man Blödsinn treibt. Mein Bruder Dunwin erlebte Ähnliches wie das, was man ihm antat und ich vermute unser werter Vater erlebte widerum seinen eigenen persönlichen Abgrund namens Kindheit und so weiter, so lange die Aufzeichnungen reichen. Ja, Hass ist ein Gift. Tödlich nicht nur für die anderen, sondern es zerfrisst auch die Hassenden. Am Ende hatte Dunwin alle besiegt und alle getötet, die in seinem Weg standen - und war so allein, wie ein Mensch nur sein konnte. Das berichtete er mir als Geist. Und seine Reue war aufrichtig. Er hat seine Strafe zu Lebzeiten verbüßt - er war sich selbst sein eigener Henker.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schwieg einen Moment und dachte nach, ehe er Brandur leise antwortete. »In diesem Fall könnte ich sogar eine Entscheidung wie Verrill sie traf verstehen. Würde man mich zwingen wollen, meinen Vater, meinem Bruder und meinen Kindern derart zu schaden, würde ich die Person die dies tut ausmerzen - koste es was es wolle. Und sollte mir dies nicht möglich sein, aber ich wüsste er selbst wagt sich nicht Hand anzulegen, sondern er braucht ein Helferlei dafür und dies wäre durch Zwang ich, würde ich ihm dieses Instrument nehmen. Sprich ich würde gehen, damit meiner Familie nichts geschieht. Ich kann mir nicht vorstellen, was einen dermaßen gegen die eigenen Kinder handeln lässt Brandur. Und ich bin froh, dass ich es nicht verstehe. Hat keiner von ihnen jemals seine Kinder geliebt? Hat Dunwin nichts für seine Kinder empfunden? Oder Euer Vater für Euch? Gab es keinen der sagte, ich mache diesen Wahnsinn nicht mehr mit? Scheinbar sah es niemand als Wahnsinn. Und soweit ich weiß warst Du der Erste der nach einem langen Exil zurückkehrte und genau das verkündete - der Wahnsinn hat ein Ende. Ob die Reue Deines Bruder echt war, kann ich nicht beurteilen, dies überlasse ich Dir Brandur. Vampire werden hier am Hofe nicht glücklich Brandur, sie können sich hier nicht aufhalten. Und muss es wirklich ein Vampir sein? Kleine Kinder - kleine Sorgen, große Kinder - große Sorgen. Da ist schon etwas Wahres dran. Wollen wir Alexandre aufsuchen?«

Brandur von Hohenfelde
»Ja, lass uns gehen, wir können uns ja nebenbei unterhalten. Wenn du Zuhörer fürchtest, kann ich dir einen Seelenfaden anbieten, über den wir mental sprechen können, jedoch denke ich dann deine Gedanken mit. Ansonsten reden wir einfach leise. Es war der Wunsch von Linhard oder Xavier, wie ich ihn seit seiner Hochzeit lieber nenne, jenen Kasimir als Leibdiener zu haben, der auch mir zuvor diente. Vielleicht wäre ein anderer Leibdiener in der Tat die bessere Wahl. Davard und Ansgar waren es, welche vor mir beschlossen, dass es so nicht weitergeht. Drum erhielt Xavier eine vergleichsweise gute Behandlung, indem man ihn schlichtweg ignorierte. Den Gedanke, dass Dunwin es nicht über sich brachte, seine eigenen Kinder zu misshandeln, musst du verwerfen, er brach ihnen eigenhändig die Knochen. Aber ich verzieh ihm, da er wahrhaftig bereute und mir widerum half, meinen Plan zu verwirklichen und diese Familie auf einen neuen Weg zu führen. Ob seine Söhne ihm verziehen ... nein. Ich glaube nicht. Den Tod hätte sein Schwertmeister verdient, wahrlich. Jener abscheuliche Archibald, der meinen Sohn begleitet.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien hörte Brandur aufmerksam zu und nickte knapp. »Ich habe den Mann bereits gesehen. Solange er hier niemanden etwas zu Leide getan hat, ist er ein unbescholtener Bürger. Was er in Naridien tat, zählt hier nicht Brandur. Aber er wird auch keine Gelegenheit bekommen, so etwas erneut zu tun. Er wird überwacht da er ein Vampir ist. Und ich werde ihn zusätzlich bewachen lassen. Sollte er sich etwas zu Schulden kommen lassen, oder in diese Richtung denken, benötigt mein Schwiegersohn einen neuen Schwertmeister. Xavier ist ein sehr schöner Name. Dann haben es Deine Neffen gut gemeint, aber sie hatten keinen Plan wie sie es umsetzen sollten. Wie auch? Sie haben nie etwas anderes kennengelernt außer Hass und Härte. So etwas kann man nicht verzeihen Brandur, er hat es zugelassen als Vater, dass ist schon schlimm genug. Würde er noch leben, könnte er sich um Wiedergutmachung bemühen, aber außerhalb des Dunstkreises von den beiden. Wir werden mit Alex die Eckdaten zu Deiner Wiederbelebung besprechen«, erklärte Max. Er wandte sich an einen der Diener, damit dieser Alexandre herbei schaffte.

Alexandre de la Grange
Sehr nervös aussehend kam Alexandre bald herbei. »Majestät«, sagte er nur und verneigte sich. Den Geist ignorierte er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Alexandre wir möchten, dass Brandur von Hohenfelde wiederbelebt wird. Ist es möglich, dass er ohne seine körperlichen Gebrechen aufersteht und ist es ferner möglich, dass er verjüngt aus diesem Ritual hervorgeht? Informiert uns darüber vollumfänglich Marquis«, sagte Max freundlich.

Alexandre de la Grange
»Dies ist im Rahmen des Zaubers der verjüngenden Wiedererweckung möglich, sofern die Gebrechen im Jugendalter noch nicht vorhanden waren«, erklärte Alexandre nüchtern. »Bedingung ist jedoch das Vorhandensein eines Leichnams mit dem zum Leben notwendigen Mindestmaß an Blut. Verweste, verbrannte, mumifzierte Leichname eignen sich dafür nicht.«

Brandur von Hohenfelde
»Mein Körper liegt bestens konserviert auf Eis«, informierte Brandur.

Maximilien
»Nun dass ist doch vortrefflich. Was benötigt Ihr um das Ritual durchzuführen Alex?«, fragte Max.

Alexandre de la Grange
»Nur ein wenig Zeit, um meinen Abschied vorzubereiten, sollte ich das Ritual nicht überleben, Hoheit, und ein Ritualmesser.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Habt Ihr die Möglichkeit das Ritual so durchzuführen, dass Ihr überlebt, durch die Hilfe eines Schülers oder Gehilfen? Kann Euch Ciel zur Hand gehen ohne gefährdet zu werden?«

Alexandre de la Grange
»Ich führe diese Rituale üblicherweise allein durch. Kein Heiler der Welt und kein Bluthexer kann mir helfen, wenn ich zu viel Blut verloren habe. Von daher ist die Anwesenheit anderer vielleicht in gewissem Maße tröstlich, aber nur bedingt hilfreich. Ciel könnte mir assistieren und die Wunde verschließen, wenn ich genug geblutet habe, mehr kann er nicht tun.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»In Ordnung. Inwieweit ist Eure Lehre gesichert für die Nachwelt? Wir planen nicht Euer Ableben, sondern die Wiederbelebung von Brandur. Dies möchten wir klarstellen Marquis. Ciel und Benito werden bei dem Ritual zu gegen sein«, erklärte Max und schickte einen Diener nach seinem Sohn. Ciel sollte sich dazu gesellen und seinen Beitrag leisten dürfen.

Alexandre de la Grange
»Sie ist so weit gesichert, wie ich es auf der Hochzeit darlegte. Ich setze meine größten Hoffnungen in Ciel, auch wenn er noch nicht den Meistergrad innehat. Doch ist er jener, welcher den Kern der Blutnekromantie erfasst hat, der sie am meisten verinnerlicht hat. Wünscht Ihr Brandurs sofortige Wiederbelebung?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Wir wünschen die Wiederbelebung so, dass Ihr beide daraus lebend wieder hervorgeht. Natürlich könnt Ihr dies nicht garantieren, dass haben wir verinnerlicht. Aber unter welchen Voraussetzungen bestehen dazu die besten Chancen Alexandre?«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam kurze Zeit später vorbei. Als er seinen Vater, den Geist und Alexandre am selben Ort stehen sah, runzelte er besorgt die Stirn. »Du hast nach mir schicken lassen, Vater?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien wandte sich seinem Sohn zu. »Ciel, ja ich habe nach Dir schicken lassen. Alexandre soll Brandur wiederbeleben. Allerdings möchte ich das Risiko für beide Seiten minimieren. Ich möchte Alex nicht verlieren. Was sind dazu die besten Voraussetzungen? Der Körper von Brandur liegt gekühlt auf Eis«.

Alexandre de la Grange
»Der richtige Zeitpunkt muss gefunden werden. Ich muss so viel Blut wie nur möglich opfern, ohne dabei selbst zu sterben. Es ist ein schmaler Grad, denn ist es zu wenig, funktioniert der Zauber nicht. Ansonsten habe ich alles getan, was ich tun konnte - mich eisenhaltig ernährt und viel getrunken. Mehr kann man nicht tun.«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte sehr unglücklich drein. »Es ist, wie er sagte. Alles weitere liegt in den Händen von Ainuwar. Wann soll die Wiederbelebung stattfinden?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Wir verstehen. Wir stellen Euch Benito an die Seite und solltet Ihr feststellen, dass Eure Kraft nicht ausreicht, dann brecht Ihr das Ritual ab, habt Ihr das verstanden? Brandur, so gern wir ihn haben, ist bereits tot und wird es auch noch einige Tage länger aushalten tot zu bleiben. Defakto wäre er für immer in diesem Zustand. Aber Ihr lebt Marquis und Euer Leben möchte ich schützen. Ciel Du wirst Dich um Alexandre kümmern, dass ihm die Wiederbelebung möglich ist. Und Sohn, Du achtest bitte darauf, dass er sein Leben nicht gefährdet. Benito ist ein fähiger Heilmagier, sollte es Alexandre schelcht gehen. Er steht Euch bei. Wann immer Alexandre dazu in der Lage ist Ciel. Möchtest Du mir vorher etwas sagen?«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schüttelte den Kopf.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm Ciel in die Arme und führte ihn zur Seite. »Denke nichts falsches, ich tue dies nicht um Alex zu bestrafen Ciel. Der Gedanke stellt sich einem, aber so ist es nicht. Ich möchte ihn nicht verlieren, sondern Brandur für uns gewinnen. Also bist Du an unserer Seite?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Was soll ich denn sonst machen«, schniefte Ciel. »Das ist nun einmal unsere Bestimmung. Du hast es entschieden und so wird es geschehen. Ich finde nur nicht, dass Brandur richtig zur Familie gehört. Er ist nicht einmal der richtige Vater von Linhard, er hat ihn nur adoptiert.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das ist wahr Ciel, aber ohne seine Adoption wäre Lin gar nicht hier. Und Greg wäre es vielleicht auch nicht mehr. Du selbst hattest vor ihn für Dich wiederbeleben zu lassen. Ich verstehe Deine Angst um Alex und deshalb habe ich angeordnet, dass Benito dabei ist und dass das Ritual zur Not abgebrochen wird. Das Du Alex nicht verlieren möchtest, weiß ich und ich achte es. Brandur gehört zur Familie Ciel, genau wie Linhard. Er war als Adoptivvater mehr Vater als der andere Mann je sein konnte. Drum benötigen wir Deine Hilfe. Sollte es gelingen hast Du ebenfalls Brandur an Deiner Seite. Du hast ihn als Nekromanten, ich als Freund, Lin hat seinen Vater wieder. Und das wird ihn sehr glücklich machen. Was wiederum Verrill sehr glücklich machen wird. Und falls sie fragt, war dies Deine Idee Ciel. Ihr habt Euch versöhnt, aber dass wir ihr gut tun. Wie müssen wir vorgehen, oder was muss vorbereitet und beachtet werden?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich brauche Brandur nicht an meiner Seite, ich kenne ihn ja kaum. Ich wollte ihn eigenhändig wiederbeleben für Verrill. Nicht durch Alex. Aber das kann ich nocht nicht, Papa, weil ich meine Zeit verschwendet habe anstatt mich auf meine Ausbildung zu konzentrieren! Und ihr mich keine Abkürzung gehen lasst!« Er fuhr sich übers Gesicht, um sich zu beruhigen. »Es muss nichts weiter vorbereitet werden. Alexandre hat stets gut auf seinen Bluthaushalt geachtet. Er will vielleicht vorher noch beten.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Geh mit ihm, bete mit ihm. Ich bete ebenso für ihn und das Gelingen, aber es steht mir nicht zu Eure Zweisamkeit zu stören. Dies ist Euer Moment, Du liebst diesen Mann... begleite ihn, stehe ihm bei, lerne von ihm. Lerne auch dass, was sich aus dem Gegenteil ergibt mein Kleiner. Wie stark liebst Du ihn?«

Ciel Felicien de Souvagne
»Von welchem Gegenteil sprichst du? Ich wollte ihn vielleicht heiraten, Papa. Das beantwortet hoffentlich deine Frage. Aber er weiß davon nichts. Wie von so vielem. Den Körper müsst ihr noch herschaffen lassen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Damit meine ich, dass Du auch von Entscheidungen lernen kannst, selbst diese nicht zu treffen. Positiv und Negativ Beispiele. Nutze beides um Dich weiterzubilden. Lerne aus seinen Fehlern und aus seinen Leistungen. Das meinte ich für Euch. Wenn Du diesen Mann dermaßen liebst, so nah liebst, solltest Du ihn fragen Ciel«

Ciel Felicien de Souvagne
»Alex macht keine Fehler, Papa. Alles, was er tut, fügt sich in ein Gesamtbild größtmöglicher Perfektion. Selbst die scheinbaren Makel sind doch nur Zeichen seiner nahezu vollkommenen Vergeistlichung. Ich kann ihn nicht fragen. Olivie will ihn nicht. Und ich will nicht, dass unsere Ehe ein Y bildet, sondern es sollte ein Dreieck sein.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du musst mit Deiner Frau vorher darüber reden. Sie muss ihn nicht als Ehemann wollen, sie muss ihn als angeheiraten Partner akzeptieren. So wie meine Frauen sich Ciel. Nathalie hat auch nichts mit Minette, aber wir sind trotzdem eine Familie und gehören zusammen. So wäre es zwischen Euch. Überlege es Dir, meine Erlaubnis und meinen Segen dazu hast Du. Wann könntet Ihr mit dem Ritual beginnen? Sobald der Körper hier ist?

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke, Papa, für die Erlaubnis und deine Worte. Aber ich frage ihn lieber nicht. Weißt du, wer Olivie gefällt? Nathan! Aber auch für den ist es nun zu spät. Ich habe mein Leben vergeudet und nun merke ich, was ich alles versäumt habe. Mit dem Ritual kann Alexandre beginnen, sobald der Leib vor ihm liegt und er ein ausreichend scharfes Messer in der Hand hat.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ciel Du hörst den einen Unsinn auf und fängst den nächsten an. Du hast Dein ganzes Leben noch vor Dir. Selbst wenn Dir Alex und Nathan nicht vergönnt sein werden, wird es vielleicht jemand anderes sein. Sei nicht immer so pessimistisch. Ich möchte nicht ständig Angst um Dich und Verrill haben hm? Ich kann Dir nur raten offen mit ihm zu reden. Nathan hat sich gerade bei Dreux eingelebt und Dein Bruder hat ihn sehr ins Herz geschlossen. Also Nathan wirst Du nicht zurück bekommen, aber Dein neuer Leibdiener arbeitet doch auch sehr gut und wie ich hörte versteht Ihr beiden Euch blendend. Sei so gut und bereite das Ritual vor und habe ein Auge auf Alex dabei«

Ciel Felicien de Souvagne
»Du brauchst um mich keine Angst zu haben. Ich gebe auf mich acht. Versprochen.« Ciel verneigte sich vor seinem Vater, nahm Alexandre am Ärmel und verließ mit ihm den Palast, um sich im Tempel ein vielleicht letztes Mal dem gemeinsamen Gebet hinzugeben und der Meditation.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien gesellte sich zu Brandur. »Es ist bald soweit. Ich wünsche Dir das Beste für Dein Ritual. Aber mein vorraniger Schutz muss Alex gelten. Falls es also nicht gelingen sollte, wird er das Ritual abbrechen Brandur. Zum Schutz seines eigenen Lebens, für Ciel wie auch für die Krone. Möchtest Du irgendwohin vorher noch?«

Brandur von Hohenfelde
»Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass ein toter alter Mann nicht die oberste Priorität dieser Art von Magie ist. Bluthexer sind rar, insbesondere dieses Kalibers. Umso mehr ehrt es mich, dass du den Marquis darum bittest, mich zurückzuholen. Ich möchte nirgendwo hin. Für mich würde sich nach einem missglückten Ritual nichts ändern und sollte es klappen, möchte ich Xavier gern überraschen. Ich danke dir vielmals, Max, und werde es dir vergelten.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Dann begleite mich einfach derweil in meine Gemächer, bis es soweit ist. Vergelte es indem Du Dich so gut wie möglich in die Familie einfügst und ein Auge mit auf unsere Jungs und Mädels hast Brandur. Ich werde Nathan zu mir rufen lassen. Aber vorher sollten wir uns einen Moment Ruhe gönnen, bevor wir weiter zur Tat schreiten«

Benutzeravatar
Gregoire Verrill de Souvagne

Rote Laterne
Prince
Beiträge: 31
Registriert: So 4. Feb 2018, 15:15
Steckbrief: [ externes Bild ]

Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#30

Beitrag von Gregoire Verrill de Souvagne » Do 7. Jun 2018, 16:18

Genesungswünsche


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel führte Verrill und Linhard in seine Gemächer. Auf seinem Sofa lag, in einem Nachthemd und auf eine dicke Schicht weicher Kissen gebettet, Alex. Er hatte die Augen geschlossen und sah aus, als wäre er gestorben. Ciel hatte jedoch all die Zeit über seinen Blutfluss überwacht, auch, als er bei Verrill war und darum wusste er, dass so weit alles in Ordnung war. Zumindest, wie es in Ordnung sein konnte. »Er hat viel Blut verloren«, sagte er. »Ich habe die Wunde verschlossen, er hatte sich die Kehle aufgeschlitzt.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard trat gemeinsam mit Greg ganz nah an Alex heran. Lin musterte den Bluthexer und deckte ihn mit einer Tagesdecke die in der Nähe lag behutsam zu. "Keine Ahnung ob Du mich hörst und was Du persönlich von der Wiedererweckung von meinem Vater gehalten hast... Danke. Du hast keine Vorstellung davon, welchen Gefallen Du mir getan hast. Und welchem Dienst Du ihm und unserer Familie erwiesen hast. Niemals zuvor hat jemand einem von uns das Leben gerettet oder ein zweites Mal geschenkt, genommen wurden viele. Meist von uns selbst, drum... Danke. Mehr als Danke kann ich nicht sagen, es gibt kein Wort das ausdrückt was ich empfinde Alexandre. Ich hoffe Du wirst schnell wieder gesund. Auch wenn wir nicht den besten Start hatten und Du mich für einen Proll aus Naridien hältst, ich stehe in Deiner Schuld. Unabhängig davon. Ich weiß nicht was ich Dir noch sagen soll und irgendwie ist es komisch mit Dir so zu reden, aber ich hoffe irgendwo tief in Deiner Bewusstlosigkeit hörst Du mich. Vielleicht nimmst Du ja auch Gedanken wahr, ich weiß es nicht. Jedenfalls wünsche ich Dir nur das Beste und hoffe Du kommst schnell wieder auf die Beine ohne bleibenden Schaden", sagte Linhard freundlich und hockte sich vor das Sofa.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg hockte sich neben seinen Mann und musterte Alex traurig. "Er hat sich die Kehle aufgeschlitzt? Und das hat er überlebt? Nun ich habe Brandur nach seiner Auferstehung gesehen. Jung, so jung wie Linhard, gesund und voller Leben... und er... Alex... liegt hier als genaues Gegenteil. Schwach, blass... dem Tode nahe. Sie haben getauscht... nicht wahr? Brandur hat nun Alex Energie, oder wie man es bezeichnen möchte".

Ciel Felicien de Souvagne
»So in der Art, ja. Normalerweise würde ein Mensch solch einen Blutverlust auch nicht überleben. Aber Alexanders Körper ist zum einen genau dahingehend trainiert und zum anderen hatte er magische Unterstützung von mir und Benito. Brandur zurückzuholen war ein harter Brocken, da diese Art der Magie generell anspruchsvoll ist und Alexandre zudem erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit zwei Wiedererweckungen vollbracht hat.« Ciel nahm die eiskalte, schlaffe Hand. Zu seiner Überraschung stellte er fest, dass Alexandres Augen geöffnet waren. Nur ein wenig, aber sie waren offen! Das waren sie doch vorher nicht gewesen - oder doch, und er hatte es nur nicht bemerkt? »Hast du uns gehört, Alex?« Der Erzhexer nickte kaum merklich.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm vorsichtig Alex andere Hand und schaute ihn genau an. "Ja er scheint wach zu sein oder langsam aus dem Dämmerzustand zu erwachen. Das klingt nicht gerade nach einer einfachen Übung um es mal so zu sagen. Es hätte auch verdammt schief gehen können, ich hatte keine Ahnung worum ich Euch gebeten habe. Ich tat es für meinen Mann und seinen Vater Ciel. Nicht um Alex zu schaden, das war nie mein Ziel. Mein Wunsch war es, dass Lin genau den Vater wieder bekommt, der ihn geliebt hat. Und lange hatten beide nichts voneinander. Zudem ist er eine gute Person. Ich habe ihn vorher zwar nur als Geist kennengelernt, aber schon dort kam ich gut mit ihm aus. Wieso auch nicht? Der Geist ist einfach die Seele von einer Person, ihm fehlte nur der Körper. Und der sagt ja nichts darüber aus, ob sich zwei Personen gut verstehen oder nicht. Wobei man auch sagt, dass zwei sich nicht riechen können.... nun wer weiß was dran ist. Jemanden gut riechen können gibt es", schmunzelte Verrill und drückte Alex Hand.

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Ja es sieht so aus, als würde er aufwachen. Hoffen wir es, ein erstes gutes Anzeichen. Er muss es einfach geschafft haben. Ich weiß was er Dir bedeutet Ciel, wirst Du es ihm sagen? Wirst Du ihm die Frage der Fragen stellen? Oder kommt das nicht in Betracht?", fragte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
Eine von Alexandres Augenbrauen verzog sich etwas auf Linhards Worte hin und die Augen richteten sich auf Ciel. Ciel zischte: »Still, Lin. Du stresst ihn. Alexandre ist zäh wie Unkraut, wenn ich das mal so sagen darf. Er hat schon haufenweise Dinge überlebt, die eigentlich kein normaler Mensch überleben würde. Höchstens Ferrau vielleicht noch. Und du, Greg, mach dir keine Gedanken mehr darüber. Geschehen ist geschehen und ich selbst hatte Brandurs Wiedererweckung angeboten. Freuen wir uns darüber, dass das Opfer nicht umsonst war. Letztlich sind wir genau dafür da. Hierfür. Und Lin hat nun seinen Vater wieder. Ich würde ja sagen, du bist Alexandre was schuldig, Lin, aber nein, das bist du nicht.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Ich weiß, dass ich ihm etwas schulde, mehr als ich in Worte fassen kann. Er gab mir den einzigen Menschen zurück der mich bis dato gemocht oder geliebt hat. Bei dem ich willkommen war und das ist mehr wert, als man mit Worten beschreiben kann. Mir hat es zwar wie man so schön sagt, an nichts gemangelt, aber ich wie mein Onkel einst sagte - er wäre lieber ein Nichts gewesen und hätte mit den anderen gelacht, gefeiert, Freude gehabt, Eltern gehabt - dafür hätte er auf alles verzichtet. Im Grunde waren sie die armen Würstchen. Beziehungsweise sind wir die armen Wüstchen obwohl wir alles haben. Bis auf Nähe, Vertrauen, Zuneigung, Freunde, Verwandte - Verwandte waren Todfeinde mit denen man unter einem Dach lebte. Und deshalb bin ich ihm etwas schuldig, dass ist eine Tatsache die ich nicht leugne", antwortete Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Mein damaliger Witz wegen dem Block tut mir leid, ich sagte es bereits einmal und ich entschuldigte mich auch, aber ich finde ich muss es noch einmal erwähnen in Anbetracht dessen, was Alex für uns geleistet hat. Im Fall des Falles könntest Du dies auch? Das was er vollbracht hat? Könntest Du einen von uns retten Ciel?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Sobald ich den Meistergrad innehabe, ja. Das wäre die nächste Ausbildungsstufe. Aber ich warte momentan immer noch auf meine Ordination zum Hexer, ich habe bereits die praktische und theoretische Prüfung abgelegt, aber es kam ja leider etwas dazwischen, als Alexandre meine Ausarbeitung sichten wollte.« Ciel schüttelte anschließend den Kopf. »Nein, Linhard. Niemand ist einem Bluthexer etwas schuldig, wenn er seine Arbeit verrichtet. Wir erwarten nicht einmal Dank. Wir tun es nicht für Anerkennung, sondern für Souvagne und das Leben selbst. Es reicht, wenn man uns nicht verspottet für das, was wir sind. Besonders die Flagellation lädt scheinbar dazu ein, dumme Witze zu reißen. Darüber muss man erhaben sein. Die Spötter verstummen meist sehr schnell, wenn sie sehen, wozu ein Bluthexer wahrhaft in der Lage ist. Wo ist Zerbino überhaupt?« Verärgert schaute er sich um. »Macht der jetzt einen auf Ferrau oder warum lässt der sich nicht blicken?«

Gregoire Verrill de Souvagne
"Soweit ich weiß, ist er bei Dir, da er sich um Dich kümmern sollte - anstatt Ferrau?", grübelte Verrill laut. "Das heißt, wäre es schief gegangen - also hätte ich es richtig getan... Ihr wisst schon, dann hätte er mich gerettet?", fragte Gregoire mit nicht zu deutendem Ton.

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: Lin musterte Gregoire mit einem Seitenblick und schaute dann Ciel fragend an. "Ja dass hätte er, wie kommst Du darauf, dass er Dich nicht retten würde? Schöner wäre es, wenn er Dich niemals retten müsste. Das merke ich mal an", warf Lin zerknirscht ein.

Ciel Felicien de Souvagne
»Richtig, das hätte Alex. Ich gehe zumindest stark davon aus, dass Papa genau das befohlen hätte. Schwieriger wäre es gewesen, wenn ich bereits so weit gewesen wäre, dann hätte Papa eine Gewissensentscheidung treffen müssen, ob ich mein Leben riskieren soll, um deins zu retten. Ich denke aber, er hätte sich auch in diesem Falle dafür entschieden. Immerhin stehst du vor mir in der Thronfolge. Warum fragst du, Greg?« Ciel stand auf und sah nach, ob Zerbino in der Kammer war, in der die beiden Diener wohnten.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich frage nicht weil ich erneut eine Dummheit plane, regt Euch bitte nicht auf. Ich frage aus einem anderen Grund. Was wenn mir etwas geschieht wenn ich... dick werde? Würde er mich dann auch retten? Könnte er mich dann überhaupt retten? Mein Plan war dumm, weil ich nicht verlieren wollte was ich liebte, wollte ich gehen. Also hätte ich es verloren durch meine eigene Hand. Aber ich frage jetzt für später - in fünf Jahren oder so", grinste Greg verlegen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Lin schaute mit in die Kammer, aber von Zerbino war nichts zu sehen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn du dick wirst, kann dich nur eine Diät retten«, murmelte Ciel. »Blöde Frage, natürlich. Und wenn es möglich wäre, euch beide. Was glaubst du, warum ich so ehrgeizig in meiner Ausbildung bin? Ich möchte Gewissheit haben, dass, wenn Alexandre es nicht schafft ... wir noch ein As im Ärmel haben. Wenn er es nicht schafft, dann hole ich euch zurück.« Verärgert musterte Ciel die leere Kammer. »Und Ferrau ist auch verschwunden! Was treiben die nur?« Ciel war besorgt. »Jemand von den beiden hätte bei Alex bleiben sollen, aber die Faulpelze waren ja schon vorhin weg.« Er trat an die Tür und schnauzte einen der wachhabenden Gardisten an. »Du! Wohin sind meine Diener gegangen?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Gardist: Der Gardist schaute etwas angespannt und versuchte trotzdem so höflich wie möglich zu schauen. "Eure Majestät Euer Leibdiener Ferrau hat frei und Euer Leibdiener Zerbino wollte sich um seinen Leihherrn den Marquis de la Grange kümmern, so weit wir wissen Herr".

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich hatte nicht vor eine Diät zu machen, aber vielleicht werde ich ja auch nie dick. Dass weiß man nicht. Es könnte jemand für mich dick werden. Ich möchte sehr gerne, dass jemand von mir dick wird. Und wenn es keinen Grund zur Angst gäbe, würde ich schon gerne dick werden. Aber es ist eben mit viel Angst und Gefahr verbunden. Darum muss ich gut nachdenken, wobei Lin mir ja schon ein eigenes Gefängnis gebaut hat, damit ich mich wohlfühle", grinste Greg, während Lin ihn anstarrte als hätte er in eine Zitrone gebissen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Frei?« Ciel überlegte kurz, wie lange er Ferrau eigentlich freigegeben hatte. Eigentlich ja nur für den Abend, an dem er feiern durfte, aber nicht für den folgenden Tag. Andererseits war er selbst sehr nervös gewesen und hatte sich womöglich versprochen. »Trotzdem hätte er mir sagen müssen, wo er hingeht, für Notfälle wie diesen! Das ist nicht zu fassen, womit habe ich das nur verdient? Und Zerbino sucht vermutlich am falschen Ort, herrje, muss man denn wirklich alles selber machen!« Er rief einen herumlaufenden Diener herbei. »DU! Bring mir Zerbino herbei und bringe in Erfahrung, wo sich Ferrau herumdrückt.« Dann schloss er, etwas ruppiger als beabsichtigt, die Tür und wandte sich den anderen wieder zu. »Linhard tut ganz recht damit, dir eine schöne dicke Burg samt Mauer zu schenken. Er passt sich nur souvagnischen Gepflogenheiten an.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard: "Oh es ist sowas wie eine Burg in unserer Burg, kurzum ein Sicherheitsgemacht mit Heilstube, Küche und und und... UND Gregoire hat zu seinem "Gefängnis" einen Schlüssel. Zudem habe ich es einrichten lassen, damit ihm nichts passieren kann. Und falls er dick wird, was ich schwer hoffe dann ist er dort sehr gut aufgehoben. Ich glaube Dein Zerbino ist dort wo Alex sonst lebt, kann das sein?", fragte Lin Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire legte einen Arm und Linhard und küsste ihn liebevoll. "Das hast Du lieb gesagt", freute sich Verrill. "Ferrau hatte wie lange frei? Na dass die anderen ihn für faul halten, kommt nicht von ungefähr", grinste Greg breit.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel raufte sich die Haare. Dann strich er sie wieder glatt nach hinten. »Ferrau hatte eigentlich nur für die Nacht frei! Und danach wollte ich sehen, ob es möglich ist, ihm einen weiteren freien Tag einzuräumen. Den ich aber noch nicht erteilt habe! So was! Oder ist ihm am Ende wieder etwas passiert?« Ciel wurde unruhig. »Das ist doch nicht normal, ständig ist der Mann weg! Erst schauen wir nach Zerbino. Wenn er im Tempel ist, kann der Diener ihn nicht finden. Wer von euch beiden begleitet mich?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Linhard deutete auf Gregoire. "Er begleitet Dich und ich hüte Alex, abgemacht?", fragte Lin. "Alles klar, so machen wir dass. Ich begleite Dich Ciel. Ich habe Dir immer gesagt, Du musst Ferrau an der kürzeren Leine halten, sonst macht er was er möchte. Oder er hat wieder etwas falsch verstanden, was auch gut möglich ist", sagte Gregoire und gab Ciel ein Zeichen ihm zu folgen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oder irgendwer hat ihn wieder abgefangen«, grübelte Ciel düster. »Wie SOLL ich ihn denn an der kurzen Leine halten? Er macht einfach, was er will! Jetzt gibt er sich womöglich schon selber frei! Er wurde früher geschlagen - und hat gemacht, was er will. Von mir wird er nicht geschlagen, er wird regelrecht verwöhnt - und macht trotzdem, was er will! Der Mann schafft mich«, stöhnte Ciel, während er mit Gregoire in Richtung der Kapelle ging, welche den Deckel zum Tempel bildete. »Hat Zerbino überhaupt einen Schlüssel? Nun, vielleicht hat Alex ihm einen gegeben«, murmelte er vor sich hin, schloss auf und trat mit seinem Bruder ein. Er schaute als erstes nach, ob die Statue noch an Ort und Stelle stand.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire lachte sich bei Ciels Erläuterung schlapp. Liebevoll legte er ihm einen Arm um die Schulter. "Nun vielleicht fing auch bei Dreux alles ganz harmlos an, bis ihn dieser Mann schaffte und er nur noch um sich trat wie ein brünstiger Arashi", lachte Verrill und seine klare Lache hallte in den Räumen wieder. "Oder er plant eine Überraschung für Dich, dass macht er doch oft, weil er Dich sehr gerne mag. Nur sollte er dann jemanden Bescheid sagen, dass er weg ist. Meiner Meinung nach Ciel. Der Tempel hat was... irgendwie ist er kühl und warm zugleich... Wenn Du jemals soweit bist, würdest Du mich beschützen, wenn ich schwanger wäre? Wärst Du an meiner Seite?", fragte Verrill leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weißt du was? Den Gedanken, dass Dreaux früher ganz zuvorkommend zu Ferrau war, bis dieser ihn in den Wahnsinn trieb, hatte ich auch schon.« Ciel blieb stehen, as Verrill ihn nach seinem Schutz fragte. Er wandte sich zu ihr um. Jetzt, wo Linhard nicht da war, legte er ihr die Arme um und zog sie an sich. Er küsste sie auf den Mund und die Gedanken von dem Anblick, als sie das blaue Kleid getragen hatte, schossen durch seinen Geist. »Natürlich beschütze ich dich. Immer. Und mit einem Kind unter deinem Herzen besonders. Ich bin immer für dich da, Verrill. Immer.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill umschlang Ciel und drückte sich an ihn. Als Ciel sie küsste, erwiderte sie den Kuss genauso leidenschaftlich und lehnte sich danach an ihn an. "Ich möchte beides, ich möchte ein Kind zeugen, oder wenn ich Glück habe mehrere, aber ich möchte es auch unter dem Herzen tragen. Nur dass ist der Knackpunkt in meinem Leben. Ab da bin ich hilflos, ich habe keine Ahnung wie ich mich dann verhalten muss oder was ich noch darf und was nicht. Soweit ich mich erkundigt habe nicht sehr viel, ich müsste mich schonen. Aber ich hatte ja auch nicht vor, dann Schwertfechten zu trainieren oder Ringen. Ich Danke Dir für Deine Liebe und Deinen Beistand Ciel. Ich bin ebenfalls immer für Dich da und ich helfe Dir, wenn es in meiner Macht liegt. Mal ohne Ferrau etwas zu wollen, ich glaube der Mann meint es oft gut, bringt es aber so falsch rüber, dass er alles schlimmer macht. Er möchte Dir eine Freude machen und dabei bringt er Dich auf die Palme", flüsterte Verrill ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Fast genau so hat Ferrau es mir mal gesagt. Er sagte: Wenn Ihr mich um Rat fragt, wird alles nur noch schlimmer! Das war seine Begründung, warum er sich manchmal nicht so ausquetschen lässt, wie ich das gern hätte. Und vielleicht hat er in dem Falle sogar recht. Trotzdem habe ich ein Recht darauf, mir seinen Rat anzuhören, wozu hat man schließlich sonst Vertraute? Verrill, ich mag das Kerlchen ... trotz seiner ganzen Macken oder vielleicht sogar deswegen. Sie machen ihn ... putzig. Vielleicht hat er das gemerkt und macht nun mit Absicht nur noch Blödsinn«, grübelte Ciel und stieg mit Verrill hinab in die Gewölbe. »Und dass du für mich da bist, bedeutet mir viel. Auch wenn wir uns mal streiten, wir gehören zusammen. Was du mit einem Kind im Leib noch darfst, das frag am besten eine Hebamme. Oder Nathan.« Den Witz konnte Ciel sich nicht verkneifen. »Zerbino?«, rief er.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Ich denke dass sich Dein Ferrau gar nichts dabei denkt - dass ist Euer Problem. Es ist für ihn nicht schlimm, da er es gut meint Ciel. Dann bestehe einfach darauf, dass er Dir antwortet. Mein neuer Liebdiener Gaston, ist sehr freundlich und lieb. Vielleicht sollte Ferrau einmal bei ihm in die Schule gehen. Und er ist sehr geduldig, dass muss er bei mir auch sein. Nun wenn Du Ferrau genauso magst, wie er ist, was möchte er mehr? Du weißt, dass ich immer für Dich da bin. Das stimmt, gleichgültig ob wir uns streiten, wir gehören zusammen. Aber gerade deshalb tut der Streit besonders weh. Lass uns lieber reden, statt streiten Ciel. Mit Dir und Lin an meiner Seite, werde ich es schon schaffen. Linhard muss dann alles für mich tun", grinste Greg.

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino: Als er seinen Herrn rufen hörte, antwortete er natürlich. "Ich bin hier Herr. Wisst Ihr wo sich der Marquis befindet? Er kehrte nicht heim!", sagte Zerbino besorgt und ging Ciel und Gregoire entgegen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe das doch versucht«, rief Ciel nun fast hysterisch. »Er sagt einfach nichts, trotz ausdrücklicher Anweisung inklusive Rüge. Nichts! Der macht mich fertig!« Als Zerbino sich bemerkbar machte, beruhigte er sich wieder ein wenig. »Wenigstens eine gute, brave Seele an diesem Ort. Alexandre ist in meinen Gemächern, auf dem Sofa. Du wirst sehr viel Arbeit mit ihm in nächster Zeit haben. Erschrick nicht, wenn du ihn siehst. Er sieht schlimm aus, er hat eine Wiedererweckung hinter sich und sehr viel Blut verloren. Weißt du, wo Ferrau ist?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Zerbino starrte Ciel einen Moment panisch an, ehe er seine Angst niedergekämpft hatte. "Herr ich werde mich wie immer sehr gut um Alexandre kümmern. Soll ich direkt in Eure Gemächer aufbrechen? Und nein Herr, ich weiß nicht wo Ferrau ist. Ich habe die ganze Zeit hier auf Alexandre gewartet und mich gesorgt als er nicht heimkam. Dass erklärt alles. Als ich von Euch aufbrach, war Ferrau noch dort. Aber er wollte etwas für Euch besorgen - so sagte er", erklärte der Leibdiener.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dem Gardisten hat er erzählt, er hätte heute frei«, stöhnte Ciel und rieb sich das Gesicht. »Wir kehren zusammen in meine Gemächer zurück, vielleicht ist Ferrau inzwischen eingetroffen. Oder möchtest du noch etwas mit mir besprechen...« an dieser Stelle musste Ciel sich unterbrechen, weil er fast ›Liebling‹ zu Verrill gesagt hätte. Er kaschierte es mit einem Räuspern. »Verrill?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill zwinkerte Ciel zu. "Nun unseren gemeinsamen Abend können wir ein anders mal besprechen. Zudem musst Du Dich noch mit Lin beschnuppern. Dazu werden wir gemeinsam was unternehmen. Und was uns beide betrifft, darüber reden wir in einer stillen Stunde, ganz alleine... völlig alleine", sagte Greg liebevoll. "Nun vielleicht wollte Ferrau etwas besorgen, weil er dachte er hat frei? So ergibt das ja wieder Sinn", grübelte Greg und ging gemeinsam mit Ciel und Zerbino wieder nach oben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ Zerbino ein Stück vorgehen, dann griff er nach Verrills Hand. Er war sehr nervös geworden nach ihren letzten Worten. »Was ... möchtest du zuerst? Den Dreier mit Lin oder nur uns beide?« Sehr langsam ging er hinter Zerbino her und verschloss alle Türen wieder.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Damit es keinen Zank zwischen Euch gibt, wäre der Dreier schön. Aber Ihr sollt Euch vertraut sein und Euch nicht als Konkurrenten sehen. Aber ich würde mich auch mit Dir allein treffen. Das weißt Du und wie wir es dann tun werden, weißt Du auch. Du wirst mich auf beide Arten lieben und ich werde Dich lieben", flüsterte Verrill ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du mich ... auch?«, fragte Ciel unsicher. »Du meinst ... du wirst mich als Mann lieben? Also du in der männlichen Rolle?«

Gregoire Verrill de Souvagne
"Was spricht denn dageben? Du wirst mir genauso vertrauen, wie ich Dir. Du wirst fühlen, wie schön es sein kann und ich werde Dich genauso in mir willkommen heißen. Du musst Dich nicht fürchten. Falls es Dir nicht gefällt, brechen wir es ab. Das ist doch selbstverständlich. Oder möchtest Du es nicht? Fürchtest Du Dich?"

Ciel Felicien de Souvagne
»J...ja. Ich fürchte mich. Daran hatte ich nicht gedacht. Ich kenne es zwar mit dem Finger. Aber anders kenne ich es nicht. Woher auch. Wäre dieser Teil dir denn wirklich wichtig?« Ciels Bild von Verrill als seine Schwester im strahlend Blauen Kleid bekam einen ziemlichen Riss.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill nahm sein Gesicht in beide Hände. "Wichtig ist mir, dass wir uns einmal ganz nah sind und dass Du mich lieben wirst. Das wäre meine Antwort darauf. Du kannst Dir überlegen ob Du sie fühlen möchtest. Aber ich versichere Dir, es gibt keinen Grund zur Angst. Was fürchtest Du? Schmerzen? Ich werde Dir nicht wehtun. Aber darum ging es auch nicht, sondern darum dass Du mich lieben darfst - mich und zwar beide Hälften. So als hättest Du mich geheiratet".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Verrill an, als sie sein Gesicht in ihren Händen hielt und diesen wundervollen und zugleich schmerzlichen Satz aussprach. Zögerlich nickte Ciel. »Ich hatte dir gesagt, dass ich dich, Verrill, liebe, so wie du bist. Als vollkommenes Wesen. Nicht nur als Frau. Mein Wort gilt. Darum lass es uns versuchen.« Er entwandt sich ihren Händen, umarmte sie nun sehr fest und presste sie, ihn, mit dem ganzen Körper an sich. Ganz bewusst konzentrierte er sich auf das Männliche, was in Verrill lag. Ihm wurde bewusst, dass es ihm schwerer fiel, als erwartet, sie wirklich immer als beides zu sehen. Das tat seiner Liebe jedoch keinen Abbruch. Er löste sich wieder von ihm und sprach nun gedanklich bewusst von Verrill in der männlichen Form. »Komm, Süßer, lass uns zurück zu Alex gehen und schauen, ob Ferrau wieder da ist.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Als sie Zerbino folgten, ging Gregoire bewusst einige Schritte hinter Ciel und strich ihm liebevoll und dankbar über den Rücken. "Danke für Deine Worte Ciel. Wir müssen ein wann und wo ausmachen... und habe keine Angst, ich habe auch keine vor Dir", antwortete Greg. Er schaute kurz Ciel auf den Hintern, als dieser die Treppen hinaufstieg und fand dass er einen schönen und knackigen Hintern hatte. Er konnte sich glücklich schätzen Ciel und Lin an seiner Seite zu haben. Ferrau... ja wo der Bursche abgeblieben war, war ein Rätsel.

Zerbino
Zurück in Ciels Gemächer angekommen, hockte sich Zerbino sofort neben Alex, der wie ein blasses Laken auf dem Sofa lag. "Herr ich bin es, Zerbino", flüsterte er leise und nahm Alexandres Hand. "Ich bin hier und werde mich um Euch kümmern. Ich habe gehört, was Ihr geleistet habt", sagte er und streichelte die klamme Hand stolz.

Alexandre
Alexandre drehte kaum merklich ein winziges Stück den Kopf in Zerbinos Richtung. Und er richtete seine Augen mühsam auf die von Zerbino, ehe sie ihm wieder zufielen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ferrau ist immer noch weg«, bangte Ciel und langsam bekam er Angst. »Wen könnten wir noch fragen? Jules! Das Himmelsauge! Wir fragen ihn. Er soll Ferrau aufspüren!«

Zerbino
Der Leibdiener streichelte seinem Herrn einmal über den Kopf und zog die Decke zurecht, auch wenn dies gar nicht nötig war. "Schlaft Euch gesund Herr. Ich werde Euch eine kräftigende Brühe zubereiten", munterte Zerbino Alex auf.

Ferrau
Kaum hatte Zerbino dies ausgesprochen, betrat Ferrau gut gelaunt das Gemach von Ciel und blieb erstaunt stehen, wer alles anwesend war. "Eure Hoheiten", grüßte er respektvoll in die Runde und verneigte sich vor jedem einzelnen, ehe er seine Einkäufe in seine kleine Kammer schleppte.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire und Linhard verfolgten das Schauspiel mit teils belustigter und teils sehr ernster Miene. "Er ist zurück, der Schleicher", grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ die anderen stehen, wo sie waren und folgte Ferrau in die Kammer. Hinter ihnen schloss er die Tür, setzte sich auf einen Stuhl und musterte ihn mit sehr ernster Miene. »Niemand wusste, wo du warst, Ferrau.«

Ferrau
"Warum auch Herr? Ich hatte frei und ich habe Euch etwas mitgebracht. Macht Euch keine Sorgen, mir geht es gut. Aber Ihr seht sehr blass aus. Was ist denn geschehen?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich war in SORGE«, erboste sich Ciel. »Sorge, weißt du, was das ist? Weißt du, was es bedeutet, sich um jemanden Sorgen zu machen? Ich dachte, dich hätte wieder irgendjemand zusammengeschlagen oder du wärst wieder aus einem Fenster geklettert und abgestürzt! Du hattest nicht frei, aber sei es drum! Ich erwarte von dir, dass ich IMMER, zu jedem Zeitpunkt, weiß, wo du zu finden bist! In der Zwischenzeit ist Alexandre fast gestorben, Linhards Vater wurde wiedererweckt und du hast all das noch nicht einmal bemerkt, weil du wieder ... irgendwo rumgeschlichen bist!« Ciel zerrte Ferrau an sich heran und drückte ihn. »Tu das nie, nie wieder. Hörst du?«

Ferrau
Versteifte sich wie ein Brett bei dem Anschiss von Ciel, aber als dieser ihn dann urplötzlich umarmte, nahm er ihn auch ganz fest in die Arme und drückte ihn liebevoll. "Ja ich weiß was Sorgen sind Herr. Und ich danke Euch, dass Ihr Euch um mich gesorgt habt. Ich werde Euch sonst einen Zettel schreiben wo ich bin, damit Ihr keine Angst mehr haben müsst. Es tut mir so leid, ich wollte wirklich nichts böses. Ich war im Ort einkaufen und habe bei einem Glasbläser halt gemacht. Das habe ich für Euch und Eure Frau gekauft. Bitte lasst uns nicht streiten. Zukünftig werde ich besser nachdenken und Euch keinen Kummer mehr bereiten. Was heißt Linhards Vater wurde wiedererweckt und Alex ist fast gestorben? Drum sah er so krank aus. Hier das ist für Euch", sagte Ferrau und löste sich vorsichtig von Ciel.

https://www.swarovski.com/is-bin/inters ... 2-W600.jpg

Ferrau drückte Ciel erneut. "Vielleicht kommt Ihr so Eurer Frau etwas näher", freute sich Ferrau und hoffte Ciel gefiel das Geschenk.

Ciel Felicien de Souvagne
Ganz vorsichtig betrachtete Ciel die Glasrose. »Sie ist wunderschön. Darüber wird sich Olivie freuen. Und ich freue mich auch. Danke, Ferrau.« Sorgfältig legte Ciel die Rose ab. »Am besten, du verwahrst sie bis dahin, ich mach sie sonst kaputt. Da fällt mir auf ... du hast vergessen, mich daran zu erinnern, ihr die anderen Geschenke zu geben! Ich habe immer noch den Vorsteckring. Ich muss mich dringend mit ihr treffen und du musst mir assistieren. Wie bei dem Verlobungsessen. Noch etwas. Ich lade dich zum Essen ein. Ich hatte dir etwas versprochen an dem Tag, als du mein Diener wurdest und ich stehe zu meinem Wort. Nun, wo du dir schon einmal selbst freigegeben hast, genieße den restlichen Tag, aber heute Abend brauche ich dich wieder, da Zerbino mit Alex alle Hände voll zu tun hat. Erhol dich gut.« Ciel drückte Ferrau noch einmal die Schulter mit den Fingern, dann kehrte er zu den anderen zurück.

Ferrau
"Danke Herr... Ihr könnt diese Rose aber auch für Euch behalten", antwortete Ferrau, nicht wissend ob Ciel ihn noch hörte. Er räumte seine neuen Einkäufe schon in seine Kammer, so dass sie gleich etwas gemütlicher aussah. Eine gehäkelte Tagesdecke, ein paar neue Puschen und ein Tablett mit Griffen, auf denen er seine Speisen stellen konnte. Damit der kleine Tisch nicht zu überladen war. Er schaute sich kurz sein Werk an, dann ging er schlafen.

Antworten

Zurück zu „Souvagne“