Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#31

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 24. Jun 2018, 17:57

Vater & Sohn Gespräche


Ciel Felicien de Souvagne
Spät am Abend beschloss Ciel, noch einmal seinen Vater aufzusuchen und mit ihm ein wenig zu reden. Sie hatten sich lange keine Zeit für sich genommen, vielleicht auch darum, weil ihre persönlichen Differenzen wie ein Fallbeil über ihnen schwebten. Heute war vielleicht der Tag, wo Ciel seinem Vater einen Teil der Sorgen nehmen konnte. Er klopfte an der Tür.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Fabien öffnete die Tür und musterte kurz Ciel. Dann trat er beiseite um ihn eintreten zu lassen. "Herr Euer Sohn Ciel besucht Euch", teilte er freundlich mit und schloss hinter Ciel wieder die Tür. Er stellte beiden Kaffee und Gebäck bereit, ehe er sich in seine Kammer zurück zog. Immerhin wusste er, dass Ciel nicht gut auf ihn zu sprechen war und er wollte den Prince nicht provozieren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Fabien kurz nach und schmunzelte seinen Sohn an. "Schön Dich zu sehen Ciel, was führt Dich her?", fragte Max gut gelaunt und setzte sich an den Esstisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte seinen sitzenden Vater und machte es sich anschließend bequem, schlug die Beine übereinander und nahm einen Keks. »Ich freue mich auch, dich zu sehen. Ich wollte ein wenig mit dir plaudern. Wir hatten wenig Zeit dafür und zwischen uns war nicht immer alles gut in letzter Zeit. Zunächst wollte ich dir mitteilen, dass Bellamy sich langsam eingelebt zu haben scheint. Er ist noch immer ziemlich am Boden, die Strafe und mehr noch seine Degradierung haben ihn schwer getroffen. Ich denke, er hat seine Lektion gelernt und beginnt sich nun ein wenig zu erholen. Aber es wird dauern.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Zwischen uns war alles gut Ciel, das einzige was zwischen uns stand war meine Sorge. Aber lass uns nicht wieder davon anfangen. Ich freue mich auch Dich zu sehen. Sollte Bellamy seine Lektion lernen, war die Strafe genau richtig. Dass ihn eine Degradierung nicht freut, ist verständlich. Aber er war in seinem Amt durch sein Verhalten nicht mehr tragbar. Vielleicht ist ein kleinerer, privater Rahmen seiner Art ehr angemessen. Worüber möchtest Du denn genau plaudern? Oder einfach nur so? Ich habe mir überlegt, ob wir nicht eine Botschaft für einen Diplomaten Alkenas an unserem Hofe einrichten sollten. Ein Zeichen dafür, dass wir offen gegenüber unseren Freunden agieren. Ebenso könnte ein Diplomat in Alkena vor Ort sein. Was hältst Du von der Idee? Die Himmelsaugen sahen Zwerge gen Ledwick", erklärte Max seinem Sohn und aß auch einen Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zwerge, die gen Ledwick reisen?« Ciel runzelte besorgt die Stirn. »Darauf müssen wir ein Auge haben. Das gefällt mir nicht. Eine Botschaft ist sicher keine schlechte Idee, du weißt, dass ich mich für den interkulturellen Austausch stets interessierte. Man kann viel voneinander lernen, ohne sich selbst untreu werden zu müssen. Ich bin eigentlich gekommen, um die Last deiner Sorgen vielleicht ein wenig zu erleichtern. Andererseits, vielleicht wird sie auch noch erdrückender. Auf jeden Fall war mir danach, darüber mit dir zu sprechen. Papa, ich habe Ferrau gestanden, dass ich ihn liebe.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir haben bereits ein Auge darauf Ciel. Weise Worte... Man kann viel voneinander lernen, ohne sich selbst untreu werden zu müssen. Sie hätten von meinem Bruder stammen können, manchmal frage ich mich wieviel von ihm in Dir wiedergeboren wurde", sagte Max liebevoll. Als Ciel ihm die Liebe zu Ferrau gestand küsste ihn Max auf die Stirn. "An Liebe ist nichts Erdrückendes, wie hast Du es festgestellt und wie kam es zu dem Geständnis? Ich höre Dir zu, also sprich ruhig offen. Geht Deine Liebe soweit, dass Du sie offiziell machen möchtest?", fragte Maximilien und trank einen Schluck Kaffee, während er Ciel freundlich musterte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich hätte Onkel Pom gern kennengelernt. Du sagst mir oft, wir wären uns ähnlich. Khawa hätte ihm sicher gefallen. Dass ich Ferrau liebe, habe ich gemerkt, als Gregoire mit dem Schürhaken auf ihn losging. Es war, als hätte er einen Teil von mir angegriffen. Ich habe in diesem Moment gemerkt, was Ferrau mir wirklich bedeutet. Er hat mir ulkigerweise die ganze Zeit über verborgen versucht mitzuteilen, dass er genau so fühlt, aber ich war zu verbohrt, die Zeichen zu deuten. Er hat mir zum Beispiel eine Kristallrose geschenkt, bei der er meinte, dass ich sie Olivie weiterschenken oder auch selbst behalten könnte. Erst Gregoire hat mir erklärt, was es vermutlich wirklich damit auf sich hat. Ich habe ihn dann zu seinem Lieblingsessen eingeladen und mit ihm über alles gesprochen. Er ist so ein lieber, putziger Kerl. Offiziell machen, nein, dafür ist es zu früh. Und ich weiß auch nicht, wie Olivie darauf reagieren würde, da sie Ferrau nicht sonderlich mag.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja an Khawa hätte er vermutlich seine helle Freude gehabt und ihn ausgequetscht wie eine Zitrone. Wir beide wissen, dass es von Greg ein unmögliches Verhalten war, aber ich denke nicht dass er die Absicht hatte Ferrau zu töten. So ist er nicht. Was Du ja auch daran sieht, dass er Dir offenbarte, wie Du die Zeichen von Ferrau zu deuten hast. Ich sage dass nur, damit kein Unmut zwischen Euch beiden aufkommt. Ihr beide gebt Euch immer hart wie Granit, dabei seit Ihr seelische Mimosen und mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Das gilt im Übrigen auch für Euch beide untereinander. Verletzt Euch nicht, steht Euch bei. Ich möchte Euch drei gesund und munter wissen. Nun Ciel von Mann zu Mann - letztendlich ist es rein Deine Entscheidung, wenn Du als Herr des Hauses heiratest. Sollte ich morgen beschließen Brandur zu heiraten, dann wäre das so. Was sollten meine Frauen dagegen sagen ? Sie mögen ihn nicht? Gut zur Kenntnis genommen, interessiert mich aber nicht weiter. Ebenso könnten sie nichts dagegen sagen, sollte ich beschließen morgen Ricarda zu heiraten. Du bist das Familienoberhaupt Deiner Familie Ciel. Also handele auch dementsprechend. Sind wir ehrlich, natürlich ist es schöner, wenn sich Deine Ehepartner alle miteinander verstehen. Oder sich wenigstens friedfertig dulden. Etwas liegt es in Deiner Hand, Du kannst nach ihren Wünschen gehen, aber letztendlich triffst Du die Entscheidungen. Liebst Du Olivie so wie Ferrau? Auf die gleiche Art?"

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel druckste herum. »Du bist nicht der Erste, der mir sagt, dass es allein meine Entscheidung wäre. Aber mir ist es wichtig, dass Olivie sich wohlfühlt. Sonst hätte ich sie auch dem Zwerg überlassen können. Ich hätte gern noch einen Mann mit in unserer Ehe, da ich gemerkt habe, dass mir das gut tut. Aber ich möchte darob nicht meine Frau vor den Kopf stoßen. Alex hatte sie auch schon verschmäht ... ich trau es mir gar nicht richtig, ihr das mit Ferrau zu sagen. Die selbe Art von Liebe ist es nicht, da Olivie nicht nur meine Frau, sondern auch meine Schwester ist. Die Liebe zu ihr wurzelt sehr tief. Aber sie ist genau so unsicher wie ich. Ferrau hingegen, so drollig er auch wirkt, kann durchaus den Ton angeben, wenn er meint, dass er es besser weiß. Dreaux hat das fast wahnsinnig gemacht und mich kostet es die letzten Haare. Aber in dem Falle tut es auch gut. Wir, hm, also wir waren uns schon sehr nahe. Nicht so nahe, aber da hat er den Takt angegeben und ich habe mich sehr wohl dabei gefühlt. Geborgen vielleicht. Olivie kann mir Liebe geben, aber Geborgenheit, nein. Dafür ist sie zu jung und wünscht sich, dass ich ihr genau das gebe, wonach ich mich selber sehne. Zwischen Greg und mir ist kein böses Blut mehr, Papa. Wir hatten uns ausgesprochen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max strich seinem Sohn behutsam durch die Haare und schüttelte langsam den Kopf. "Er sollte sich besser um Dich kümmern als Leibdiener. Nun dann schlage ich vor, Du sagst das Deiner Frau genauso so. Du wünscht Dir Führung in der Beziehung und das findest Du leider nicht bei ihr, wie auch sie ist eine Frau. Ergo wünscht Du Dir einen Mann. So hast Du beides, eine Frau die Du schützt und führst und einen Mann der Dich ebenso führen kann wie Du ihn. Manchmal ist es auch für jemanden wie uns ganz angenehm die Führung mal einer anderen Person überlassen zu können. Ansonsten sind wir jene, die alles entscheiden, regeln, bestimmen. In einer Beziehung möchte man einfach mal man selbst sein und sich um solche Dinge keine Gedanken machen müssen. Mehr noch, es abgenommen bekommen. Wenn Ferrau Dir das bietet, ist er doch die richtige Wahl. Greg wählte doch ebenso und er machte nie einen Hehl daraus, dass er sich einen Mann und eine Frau wünscht. Wie er jetzt noch dazu steht, kann ich Dir nicht sagen. Aber ich weiß, dass er sehr glücklich mit Linhard ist. Das gleiche Glück wünsche ich Dir Ciel, ob mit Ferrau, Olivie oder sonstwem, dass musst Du wissen und zwar aus dem Herzen nicht aus dem Verstand. Es freut mich sehr, dass Ihr beiden Euch ausgesprochen habt. Ja Dreux konnte Ferrau irgendwann gar nicht mehr ertragen. Sogar seine Stimme hat ihm Schmerzen bereitet wie er einmal sagte. Du hast ihm mit Nathan einen sehr großen Gefallen erwiesen Ciel. Also ist Ferrau vorerst Dein Geliebter".

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, er ist mein Geliebter und er soll auch mein Leibdiener bleiben. Ferrau ist nie anmaßend in seiner Art der Führung. Er gibt einfach auf die ihm eigene, manchmal etwas bockige Art und Weise den Ton an, ob er das nun gerade soll oder nicht. Ich fühle mich sehr wohl bei ihm und freue mich, dass Dreaux mit Nathan glücklich ist. Ferrau scheint sich auch wohlzufühlen, er ist nicht mehr so dürr. Es war höchste Zeit, dass er von Dreaux wegkommt. Würdest du mir bitte beistehen, wenn ich Olivie das sage? Ich habe ein bisschen Angst.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Natürlich stehe ich Dir bei. So wie Du von ihm sprichst, liebst Du ihn auf eine ganz andere Weise als Olivie. Sie bedeutet Dir viel, das glaube ich Dir. Aber von Ferrau redest Du in anderen Tönen Ciel. Unabhängig von Olivie gefallen mir die Töne, da Du vor kurzem noch ganz anders geklungen hast. Dass er nicht anmaßend ist oder dreist, zeigt dass er ebenso für Dich empfindet. Dass er einiges an Gewicht zugelegt hat stimmt, aber ich muss Dir sagen, es steht ihm auch besser. Du musst Ferrau nicht als Leibdiener aufgeben, dass verlangt keiner Ciel. Und ich werde es ganz sicher nicht verlangen. Wie hast Du zu Khawa gestanden? Hat Dich ähnliches mit ihm verbunden oder war es einfach der Reiz des Fremden, Exotischen? Nun ich bin einmal meiner Neugier gefolgt und ich habe es nicht bereut. Warum solltest Du dann nicht Deinem Herzen folgen?"

Ciel Felicien de Souvagne
»Aber ich liebe Olivie, Papa und sie gefällt mir auch. Es ist nur ... sie hat das Gemüt eines Mädchens und damit tue ich mich zugegebener Maßen etwas schwer. Zu Khawa habe ich ganz anders gestanden als zu Ferrau. Er ist jemand, mit dem man sich lange und tief unterhalten kann, was ich mit Nathan damals nicht konnte. Er hat viel erlebt und er hat einen Kriegstrupp geführt, so wie ich das auch getan habe und wieder tun würde. Ich hatte damals, als wir ihn einfingen, großen Respekt vor ihm. Massimo hatte mich im Kampf Unerbittlichkeit gelehrt. Durchsetzungsvermögen und Härte. Khawa hat mich in Gerissenheit unterrichtet. Nicht zuletzt hat mir seine Natürlichkeit und sein unerschütterlicher Optimismus gut getan. Er hatte immer ein breites Grinsen parat und einen frechen Spruch, egal, wie mies die Lage auch sein mochte. Geliebt habe ich ihn nicht und er mich auch nicht, aber er war mir ein guter Freund.« Ciel schluckte. »Bitte lasse Fabien Olivie holen. Ich möchte es hinter mir haben.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Khawa hat mich ebenso einiges gelehrt, vor allem über Rakshaner was meine Sicht auf sie änderte. Oder besser gesagt, mich dazu veranlasste genauer über sie nachzusinnen und so änderte ich meine Sicht. Er ist ein guter, wenn auch chaotischer Mann. Aber was erwartet man vom Chaos, als Chaos? Ja Massimo ist manchmal die Unerbittlichkeit in Person, oder er war es. Ich kenne kaum jemanden, der ihn so schnell aus den Socken hauen würde, gleich wie hart der Hieb ist. Monique macht es mit einem Streicheln, ich glaube jeder von uns kennt das. Sie hat ihn um den Finger gewickelt und es steht ihm gut zu Gesicht. Was wäre er auch für ein Mann würde er nicht für, sondern gegen seine Frau kämpfen. Er stand ihr jederzeit bei, er beließ sie sogar bei uns obwohl ich sie eigentlich mit Euch nach Hause geschickt hatte. Manchmal ist er ziemlich stur, aber ich denke er ist einfach verliebt, so wie Du. Und das gleiche hat Khawa mit Jules getan, also so abwägig war die Vermutung nicht. Sich selbst in der schwersten Stunde den Optimiusmus zu bewahren ist eine Kunst. Ich wage zu bezweifeln, dass ich sie beherrsche. Ich schicke ihn", sagte Max freundlich und rief nach Fabien. Der Leibdiener kam sofort zu seinem Herr geeilt und musterte Max. "Mein Herr, Ihr wünscht?", fragte er freundlich. "Wir benötigen Olivie für ein Gespräch. Sei so gut, suche sie auf und hole sie her", antwortete Max. Fabien nickte knapp und machte sich sofort auf den Weg. "Jetzt heißt es warten. Immer noch böse auf Fabien?", fragte Max schmunzelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ein bisschen«, murrte Ciel. »Aber ich beginne, es entspannter zu sehen. Nur hin und wieder vermisse ich ihn und es holt mich die Erinnerung ein. Nathan scheinbar auch. Er war in unserem geheimen Kinderzimmer, das hinter dem Wandteppich. Er hat in den Kissen herumgewühlt, vielleicht dort gelegen, und sich eine Figur mitgenommen. Ich bin mir sicher, dass er es war, da es eine seiner Lieblingsfiguren ist, eine kaputte. Die hätte wohl kaum jemand anderes geklaut. Dass Massimo mit Monique so glücklich ist, ist schön zu hören. Aber ein verliebter Palaisin, ich weiß nicht. Zum Glück kann mir das mit Bellamy nicht passieren.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musste bei Ciel Erläuterung lachen. "Ein verliebter Palaisin macht vielleicht nicht so einen Fehler, da er seiner Frau nicht schaden möchte. Ansonsten verhält er sich wie immer. Oder besser gesagt fast. Er war es, der für die Begnadigung der Duponts sprach. Vielleicht hat er ihr Schicksal mit anderen Augen gesehen, was für ihn spricht. Er bleibt nicht starr bei seiner Meinung, also schloss ich mich an. Fabien ist nicht Dein Feind Ciel und er bedeutet mir etwas. Versuche mit ihm auszukommen. Nathan vermisst Dich, dass ist so. Ihr seid eine lange Zeit zusammengewesen, unzertrennlich. Lass ihm doch die kleine Freude der Figur. Eine Erinnerung an gute alte Zeiten. Er hat letztens hier übernachtet, Nathan ist schon eine Marke für sich. Aber er ist ein lieber Kerl und ein sehr angenehmer Umgang. Wir hatten sozusagen eine Pyjamaparty, auch wenn Fabien sehr viel Platz beansprucht hat - es war lustig. Wieso ist Bellamy vor der Liebe gefeiht? All jene die genau das behaupten, trifft es irgendwann wie der Blitz", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hoffentlich nicht«, stöhnte Ciel bei der Vorstellung eines liebestollen Bellamy. »Erst Khawa, dann Nathan ... nun, wenn ich es mir so recht überlege, wäre es eigentlich ganz logisch, dass Bellamy sich auch in irgendwen verguckt und mir davonläuft. Es wäre typisch. Ich lasse Nathan die Figur ja. Ich weiß nur nicht, was ich jetzt mit dem Kinderzimmer mache. Allein ist es nur halb so schön darin. Vielleicht lasse ich es einfach leerräumen. Ich bin schließlich alt genug. Nathan hat bei dir im Bett übernachtet? Mit Fabien? Ich hoffe, er hat sich benommen. Er hat seltsame Schlafmarotten. Fabien ist nicht mein Feind, aber wie soll ich ihn mögen nach allem, was geschehen ist?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Indem Du Dir vor Augen führst Ciel, dass Fabien nicht das Problem war, sondern leider Du selbst. Du hast Nathan zu fest gefühlsmäßig an Dich gekettet und ihm alles untersagt. Er ist freigebrochen, da auch er ein Mensch mit Gefühlen ist. Auch Leibeigene haben Gefühle und Bedürfnisse und gerade als Herr musst Du auch darauf achten. Nathan wollte doch nichts weiter, als ebenfalls geliebt zu werden und lieben zu dürfen. Vielleicht nicht einmal dass, vielleicht wollte er einfach einmal lieb gehabt werden. Auch körperlich und Fabien hat es ihm geboten. Das hätte aber auch jeder andere sein können, der sich in Nathan verguckt hätte, verstehst Du? Das meine ich nicht gegen Dich Ciel, dass weißt Du. Ich sage Dir das jetzt offen und ehrlich, damit Du den gleichen Fehler nicht ein zweites Mal machst. Warum ist es denn zu Nathans Unglück mit Robere gekommen? Weil er sich nach Zuneigung gesehnt hat, er hat aber am falschen Ort gesucht Ciel. Fabien kann nichts dafür, er hat nichts falsches getan. Er hat sich nur in Nathan verliebt und darin besteht keine Schuld. Er wollte ihn Dir sicher nicht wegnehmen, denn das macht er mit Dreux schließlich auch nicht. Abgegeben hast Du Nathan Ciel, er ist nicht freiwillig gegangen und Fabien hat das auch nicht verlangt. Ich weiß, keiner bekommt gerne einen Spiegel vorgehalten, ich ebensowenig. Aber manchmal ist er erforderlich, damit wir nicht nocheinmal so danebengreifen. So hat es mich einst Leon gelernt. Und ein wahrer Mann, kann auch in den Spiegel schauen, selbst wenn es wehtut oder ihn ärgert. Das muss man manchmal einfach aushalten. Bellamy wird Dich nicht verlassen, sollte er sich jemals tatsächlich verlieben. Dafür liebt er seine Tätigkeit zu sehr. Seltsame Marotten hatte er ja, aber nichts was mich gestört hätte. Ansonsten hätte ich beide gebeten, mein Bett zu verlassen. Aber wie gesagt, es war angenehm. Du kannst das Zimmer auch der Erinnerung wegen behalten, oder rein die Spielsachen. Ganz wie Du möchtest. Und vielleicht fragst Du Nathan, ob er etwas davon haben möchte, als Friedensangebot. Das würde Euch beiden gut tun, denn wie Du schon richtig sagst - Du bist alt genug. Also solltest Du auch gönnen können. Du weißt dass er Spielzeug sammelt, schenke ihm etwas davon", erklärte Max und legte Ciel noch einen Keks auf den Teller. "Du kannst es ebenso gebrauchen", schmunzelte er.

Fabien
Einen Augenblick später kam Fabien mit Olivie zurück. "Du hast nach mir schicken lassen Vater? Hallo Ciel", grüßte Olivie freundlich.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#32

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 24. Jun 2018, 18:11

Vater & Sohn Gespräche 02 - unzufriedende Ehefrau und ungehorsame Diener


Olivie Solaine de Souvagne
Olivie hatte gerade mit der Planung für die kommende Woche begonnen, als Jeanne verkündete, dass der Leibdiener ihres Vaters vor der Tür stand. Ihr Vater bat sie zu sich. Olivie hatte ihre Schreibfeder bewusst langsam beiseite gelegt um noch einige Sekunden Zeit zu haben, zu überlegen. Wusste Ihr Vater von Remy? Das es ihn gab, dass er am Hofe und ein Himmelsauge war - gewiss. Aber dass er nun ihr persönlicher Leibwächter war, wusste er vermutlich noch nicht. Und falls doch, wie weit diese Leibwache ging, dass konnte er nicht wissen. Das hoffte sie jedenfalls. Sie wusste nicht wie ihr Vater darauf reagieren würde, dass sie einen Geliebten hatte. Er konnte es locker sehen, da er alles andere als prüde war, aber er konnte es auch knallhart sehen, da sie seine Tochter war. Gleichgültig von wem sie ein Kind bekam, es war ein de Souvagne. Das Kind war niemals ein Bastard, aber wie sah das ihr Vater und die Gefahr ein solches außereheliches Kind zu bekommen? Vielleicht stellte sich die Frage auch nicht, sondern es war vielmehr die Frage was sich Ciel und sie bei der Hochzeit gedacht hatten. Sie hatten es ausdiskutiert und verhandelt wie zwei Freunde einen Geschäftsvertrag verhandelten. Niemand wollte den anderen übers Ohr hauen oder ihm schaden. Aber ihre Liebe war Geschwisterliebe und sie verband Freundschaft. Verband sie mehr? Olivie glaubte nicht daran. Im direkten Vergleich empfand weder Ciel noch sie für den anderen die heiße, wilde Leidenschaft die sie für Remy empfunden hatte und Ciel für... ja für wen überhaupt? Möglicherweise konnte er gar nicht so empfinden. Und falls doch, dann war sie nicht das Objekt seiner Begierde. Sie war das Objekt seines Schutzes und seines Wohlwollens. Weitaus mehr als manch andere Frauen des Adels bekamen, aber dennoch war es etwas völlig anderes in Remys Armen zu liegen, als ich denen von Ciel. Sie liebte beide, aber auf völlig verschiedene Arten. Bei Ciel fühlte sie sich gut aufgehoben und geboren, für Remy empfand sie eine verzehrende Leidenschaft und sie zählte die Minuten bis sie ihn wieder sah. Nun es nützte alles nichts, sie stand auf und folgte Fabien in die Gemächer ihres Vaters. Ciel und Vater waren anwesend und sie grüßte beide höflich. Worum es ging, konnte sie nicht an ihren Mienen erkennen, aber ihr Vater hatte gute Laune, von daher würde er ihr kaum den Kopf abreißen. Olivie lächelte und wischte sich gedanklich den Schweiß von der Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand auf, um seine Frau mit einem kurzen Kuss zu begrüßen. »Guten Abend«, grüßte er förmlich. »Setz dich doch bitte zu uns, ich möchte in einer privaten Angelegenheit mit dir sprechen.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nickte knapp, strich ihm liebevoll über den Arm und setzte sich zu Ciel. "Fabien sagte mir, dass Vater mich zu sprechen wünscht, dass Du hier bist, hat er scheinbar vergessen", schmunzelte Olivie.

Maximilien
"Ich bin hier als Vermittler, Dein Mann möchte Dich sprechen und Fabien sagte genau dass, was ich ihm auftrug Olivie. Er hat nichts vergessen - höchstens vorenthalten", grinste Max und trank seinen Kaffee, während Fabien auch ein Gedeck für Olivie hinstellte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Tst«, machte Ciel verächtlich. Natürlich hatte Fabien ihn mit Absicht nicht erwähnt. Er zog sein Notizbuch aus der Tasche und blätterte darin, ehe ihm auffiel, dass er sich zu diesem Thema gar keine Stichpunkte angefertigt hatte. Er steckte es wieder weg. Dann musste er wohl aus dem Stegreif sprechen. Auch noch über Gefühle, wo ihm das Thema doch so schwerfiel. Er würde es kurz und schmerzlos halten. »Olivie, ich hatte dir vor unserer Ehe mitgeteilt, dass ich männliche Verstärkung wünsche. Ich hatte dir verschiedene Männer vorgeschlagen, obwohl ich das nicht hätte tun müssen. Mir war jedoch wichtig, dass du dich wohlfühlst. Keiner war dir genehm und du hast auch keinen Gegenvorschlag erbracht, obgleich ich dich ausdrücklich dazu ermuntert habe. Nun habe ich mich entschieden. Ich bin zumeist kein Gefühlsmensch, aber in dieser Sache war es weniger der Kopf, der entschieden hat. Mein Herz schlägt für Ferrau.«

Olivie Solaine de Souvagne
In dem Moment wo Olivie der Unterkiefer herabsackte, fiel die Keksdose scheppernd auf den Boden. "Verzeihung Hoheiten", räusperte sich Fabien und hob die Dose wieder auf und schenkte Max ein gequältes Lächeln. Olivie war bei dem Scheppern zusammengezuckt und musterte zuerst Fabien etwas verstört, dann ihren Vater bis ihr Blick an Ciel heften blieb. "Nun Ciel dass stimmt darum hast Du mich gebeten. Aber leider, sind wir doch ehrlich, hast Du mir eine Horde Tattergreise angeboten. Von Zerbino diesem Walross bis zu Alex dieses Stinkmorchel. Wen sollte ich denn bitteschön aus diesem Gruselkabinett wählen? Hatte ich eine freie Wahl? Hast Du mir Männer des Adels oder des Hofes vorgestellt? Nein. Nein das hast Du nicht. Wenn Dein Herz für Ferrau schlägt, ist das doch etwas ganz anderes. Er ist Deine Wahl Ciel und ich wünsche Dir alles Glück mit ihm. Wie jede gute Ehefrau werde ich eine Beifrau oder einen Beimann dulden. Aber es ist Eure Beziehung, aus der ich mich heraushalten werde. Vielleicht bist Du mit ihm glücklicher und gedanklich befreiter, es wäre Dir zu wünschen. Ich möchte Dich nicht an mich ketten, wo ich weiß, dass Deine Liebe zu mir eine andere ist. Wie sieht Ferrau die Sache?", fragte sie freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Fabien finster an. »Was machst du noch hier? Hast du nicht deine Kammer aufzuräumen oder dich zur Abwechslung um diese Uhrzeit mal um deinen Partner zu kümmern, anstatt meinen Vater zu beglucken? Wir sind durchaus in der Lage, Gespräche ohne deine Anwesenheit zu führen.« Er wandte sich wieder an seine Frau. »Alexandre ist von Stand, er ist Marquis«, empörte er sich. »Offenbar stört dich an allen nur das Äußere. Schade. Aber gut. Ich hätte mich gefreut, wenn Ferrau vielleicht doch noch deinen Gefallen hätte finden können. Ich weiß wirklich nicht, was dich an ihm stört, er ist weder alt noch ein Walross und erfreut sich bester olfaktorischer Eigenschaften. Er bleibt jedoch trotz allem mein Leibdiener, ich werde ihn nicht heiraten oder dergleichen und die Sache bleibt bitte auch unter uns. Ferrau erwidert meine Gefühle.«

Olivie Solaine de Souvagne
Fabien wurde knallrot, sagte aber nichts weiter sondern musterte Maximilien. Dieser deutete mit einem knappen Nicken an, dass er gehen durfte, was Fabien auch umgehend tat. Max legte Ciel beruhigend eine Hand auf den Arm. "Bleib ruhig Ciel. Olivie Ciel kann schlecht Deinen Geschmack kennen, wenn Du ihm keine Vorgaben machst. Möglicherweise kennst Du ihn selbst nicht, aber deshalb musst Du genauso wenig verbal um Dich schlagen wie Ciel. Weder Fabien, Alexandre noch Zerbino können etwas für Eure Konstellation. Diese war Eure Wahl. Und da Du Ciels Ehefrau bist, hast Du Dich so oder so seiner Wahl zu beugen, selbst wenn er Ferrau heiraten sollte. Sind wir da einfach mal ehrlich. Das er Ferrau nicht als Diener verlieren mag, ist verständlich und dass Du ihn nicht rein dulden sollst, ebenso. Zu einem guten Miteinander gehört mehr als reine Duldung. Zudem ist Ferrau jung und es sollte möglich sein freundschaftlich mit ihm auszukommen. Er ist höflich, freundlich, jung und er riecht angenehmer als Alexandre. Aber der Grund weshalb Alexandre so riecht, ist sicher nicht einer den er im Hofe verbreitet haben möchte. Nur soviel, seine Wahl war es ganz sicher nicht. Also achte auf Deine Worte, Du bist keine Schranze von der Straße, sondern eine de Souvagne - folglich verhalte Dich so", ermahnte Maximilien seine Tochter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie musterte Ciel etwas nervös, als dieser Fabien so anging. Der Leibdiener ihres Vater hatte nichts weiter getan als die Keksdose fallenzulassen und sie alle zu erschrecken. Aber das interessierte sie zwei Minunten später schon nicht mehr, da ihr Vater eindeutig Stellung für Ciel bezog. Natürlich war es ihre Wahl gewesen, aber sie mochte Zerbino nicht und Alexandre ebensowenig. "Wie Ihr wünscht Vater. Ich habe nur meine Gedanken geäußert, vielleicht nicht im gebührlichen Ton. Dennoch möchte ich nicht mit Zerbino oder Alexandre verbandelt werden. Beide Männer mag ich nicht, sie sind mir unheimlich. Ich spreche es meinem Mann nicht ab, sich weitere Partner oder Partnerinnen zu nehmen und ich bemühe mich um ein Auskommen mit ihnen, aber das heißt nicht, dass ich sie als mehr betrachten muss. Oder etwa doch? Ich weiß dass sich meine Mutter mit Minette versteht, aber dies ist genauso ausreichend wie wenn ich mich mit Ferrau verstehe. Ciel liebt diesen Mann Vater, nicht ich. Und ich gönne ihm dieses Glück, weshalb auch nicht? Unsere Konstellation beruhte auf Schutz, da meine Brüder davon ausgingen ich müsste einen Zwerg heiraten. Was de facto möglich gewesen wäre um die Verbindungen zum Zwergenreich zu festigen. Davor wollte Ciel mich bewahren. Dies war sein Grund mich zu wählen. Er wollte mich beschützen. Das darf man niemandem vorhalten und ich halte es ihm auch nicht vor. Wir beide lieben uns, aber vermutlich anders als wir es uns selbst erhofft haben, oder Ihr Vater. Er liebt mich nicht wie Ihr Minette oder Minette Euch. Das ist kein Vergleich. So liebt er vermutlich Ferrau. Oder ist es nicht so Ciel?", fragte Olivie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde genau so rot, wie es kurz zuvor Fabien geworden war. »Ich hätte mir gewünscht, dass wir eine schöne Dreiecksbeziehung führen, anstatt dass ich mir kraft meines Standes einfach nehme, nach wem mir beliebt. Ich wollte, dass wir zusammen glücklich sind. Wenn du nicht für mich als Ehemann empfindest, warum hast du die Chance nicht genutzt, einen Mann zu wählen, der dir wirklich gefällt?« Ciels Stimme hatte einen erstickten Unterton. Ihn trafen Olivies Worte sehr. »Ich habe mir gewünscht, dass wir nicht nur eine Zweckehe führen, sondern dass du glücklich bist. Aber offenbar gelingt es mir nicht, dich glücklich zu machen, Schwesterlein.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nahm Ciels Hand und schaute ihm tief in die Augen. "Du möchtest mich nicht selbst glücklich machen Ciel, sondern mit Verstärkung. Dass Du mich glücklich sehen möchtest, freut mich. Dass ich Dich liebe steht außer Frage, dass Du mich liebst, ebenso. Aber begehrst Du mich? Antworte ehrlich. Begehrst Du mich so wie Du Ferrau begehrst? Ja wir könnten gemeinsam glücklich werden, wenn ich Dir jemanden vorschlagen darf, der mir tatsächlich rundherum gefällt. Wärst Du damit einverstanden?", fragte sie ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
›Bitte nicht Bellamy‹, betete Ciel gedanklich. Laut sagte er: »Ja, ich bin einverstanden und auf den schlimmsten Vorschlag gefasst.« Andererseits war er auch ganz froh, dass Ferrau nicht ihrem Geschmack entsprach. Umso mehr verstärkte sich jedoch der Verdacht, dass sie es eher auf kriegerische Männer abgesehen hatte, den keiner von jenen, die Ciel ihr vorgeschlagen hatte, entsprach diesem Typus. Ihm selbst gefielen sanfte Seelen, die dennoch Geborgenheit versprachen. All jene waren von Olivie abgelehnt worden. »Ja, ich begehre dich sehr. Und ich möchte behaupten, nicht minder als Ferrau. Jedoch bin ich unsicher in der Kunst der Verführung. Wahrscheinlich eine komplette Niete. Wir beide sind unsicher und dort liegt der Hase im Pfeffer. Ich kann dir die Führung nicht bieten, die du verdienst und dir wünschst.« Vielleicht gefiel ihr auch der scheußliche Robere, grübelte Ciel, oder Massimo.

Maximilien
Maximilien musterte nun seinerseits Olivie, die gründlich nachzudenken schien. "Er hat Dir offen und ehrlich geantwortet, so wie Du es Dir gewünscht hast. Also, sei es ebenso. Wer trifft Deinen Geschmack? Ihm wird nichts geschehen, dass das von vornherein klar ist", versicherte Max seiner Tochter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie machte ein betretenes Gesicht. "Dankeschön", sagte sie leise und ließ offen, wen von beiden sie nun meinte. Aber sie meinte beide. Sie nahm Ciels Gesicht in beide Hände und küsste ihn auf den Mund. "Ich hätte nicht gedacht, dass Du mich begehrst. Ich habe vermutet, Du wolltest es nur hinter Dich bringen und hast deshalb Verstärkung geholt und Dir auch gewünscht. Viele heiraten auch und sind befreundet. Es tut mir leid, dass ich so schlecht von Dir gedacht habe. Wobei ich dachte nicht schlecht, ich dachte nur völlig falsch. Dass Du mich begehrst, freut mich sehr. Wirklich extrem, ich kann es Dir nicht sagen. Ich dachte in Deinen Augen wäre ich keine Frau, sondern einfach ein Kumpel, mehr nicht. Nun ich mag gerne Männer wie die Himmelsaugen, durchtrainiert und Chevalierartig - also so wie Jules in jung, wie Maurice in jung oder Remy, ja er ist ein gutes Beispiel und hat sogar das passende Alter", erklärte Olivie und hoffte dass sie nun nicht rot wurde.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Kuss. »Aber Liebes, wie kommst du denn darauf, dass ich dich nicht begehrenswert finden würde? Aufgrund meiner Unsicherheit? Du bist wunderschön, Oli und ich hatte viel Freude an der Hochzeitsnacht, zumindest am zweiten Versuch. Ich ... kann es nur einfach nicht so gut. Vielleicht würdest du dir eher einen selbstbewussten Draufgänger wünschen. Man sagt, dass das vielen Frauen gefällt. Drum dachte ich, ein wenig Hilfe wäre gar nicht schlecht. Aber Jules? Das müssten wir mit ihm absprechen. Warum eigentlich nicht, er ist mir seit Jahren ein guter Freund. Ihm kann man vertrauen. Er scheint irgendetwas Anziehendes an sich zu haben. Khawa mag ihn ja auch. Ich werde gleich nach ihm schicken lassen.«

Olivie Solaine de Souvagne
"Aber Jules ist mit Khawa verlobt, dass können wir ihm nicht antun und Khawa auch nicht. Wie wäre es mit Remy? Nun es hat auch etwas sehr anziehendes, wenn ein Mann genau weiß was er möchte und sehr selbstbewusst ist. Dass bist Du jederzeit im Beruf Schatz, aber im Bett sind wir beides Anfänger und wissen nicht was zu tun ist. Vielleicht ändert sich das ja mit Hilfe. Wie viel Ahnung hat Ferrau? Lass doch nach Remy schicken, er ist allein und hat auch niemanden", schlug Olivie vor, während Max Ciel unter dem Tisch einen leichten Tritt verpasste als Zeichen "hör genau hin", sein Gesicht blieb ausdruckslos.

Ciel Felicien de Souvagne
»Remy? Diesen schmierigen Prahlhans?«, rief Ciel, als er einen Tritt kassierte. Gleich darauf versuchte er, nicht ganz so angewidert dreinzublicken. »Na schön, ich fragte nach einem Gegenvorschlag, du hast einen unterbreitet. Aber Remy ... Remy!« Er versuchte, nachzuvollziehen, was eine Frau an diesem Kerl reizen konnte. »Was gefällt dir an ihm?«, wollte er wissen. »Ferrau hat überhaupt keine Ahnung.«

Olivie Solaine de Souvagne
"Remy ist ein Himmelsauge, eine gepflegte Erscheinung, er sieht sehr gut aus, ist charmant, er kann sehr gut erklären und hat eine große Allgemeinbildung, er ist ein äußert lieber Mensch. Er hat sich zum Beispiel Gaetano de la Cantillion angenommen, der Comte kann kaum etwas sehen und ist ebenfalls ein sehr feinfühliger Mensch. Remy weiß mit einer Waffe umzugehen und hat Benimm und er hat einen erlesenen Geschmack. Vor allem mag er die Schöngeistigen Dinge des Lebens. Er hält nicht hinter dem Berg mit den Dingen die ihm wichtig sind und er ist nicht auf den Mund gefallen. Er weiß zu unterhalten und verfügt über die hohe Kunst des Bonmot, ja dass kann er sehr gut. Also ich habe schon mit ihm gesprochen und er ist durchweg eine äußerst positive Erscheinung. Dass kann ich Dir versichern. Ferrau hat ebenfalls keine Ahnung? Ciel wie möchtest Du es dann mit ihm hinbekommen?", fragte Olivie, während Max in Zeitlupe einen Keks aß.

Ciel Felicien de Souvagne
»Aber die ganzen Dinge treffen doch auf mich ebenso zu, von der Kunst des Wortwitzes vielleicht abgesehen. Was macht ihn so viel besser als mich? Ist es, weil er dunkle Haare hat? Oder weil er charmanter, das heißt, schmieriger aufzutreten weiß? Bin ich dir zu langweilig und zu borniert? Ich möchte das jetzt bitte genau wissen, damit ich weiß, was ich besser machen kann oder ob jegliche Hoffnung verloren ist. Ferrau hätte mir einfach durch seine Anwesenheit geholfen, da ich mich sehr wohlfühle, wenn er zugegen ist. Papa, du schaust so komisch?«

Olivie Solaine de Souvagne
Maximilien beugte sich ganz nah zu seinem Sohn herüber und flüsterte ihm so ins Ohr, dass nur er es hören konnte. "Wann hatten die beiden Sex? Das ist purer Höhenflug bezogen auf Remy. Deine Fragen wird sie Dir beantworten, aber dass ist kein Vorschlag mehr, die beiden haben was. Du bist zu nah dran um es sofort zu sehen. Betroffene sehen es immer als Letzte. Wenn wir eines können in anderen lesen. Wissen Deine Brüder davon? Oder hat sie sich Greg anvertraut? Das werde ich herausfinden. Sie ist mit Remy zusammen oder liebt ihn, falls es noch keine Liebe ist, sie ist über beide Ohren verknallt in ihn. Fakt, sie redet über ihn wie ich über Deine Mutter".

Olivie Solaine de Souvagne
"Fast alle Dinge treffen auf Dich zu, aber Ciel Du bist oft so verkrampft. Gerade dann wenn Du Dich bemühst locker zu sein. Du kannst keine Armee mit ins Bett schleppen um Dich besser zu fühlen. Natürlich magst Du Dich dann nicht allein und hilflos fühlen, aber wie ich mich fühle fragst Du schon wieder nicht. Ein Wunder dass Du nicht Massimo und Alex dabei haben wolltest, Deine beiden Mentoren. Wobei Alex die Sti... den Marquis wolltest Du ja dabei haben. Massimo ist den Göttern sei Dank verheiratet, sonst hätte ich vermutlich ein Schwert während des Aktes am Hals und sollte lächeln, damit es Dir gefällt. Polemik beiseite, Du bist nicht zu langweilig oder borniert, Du bist zu steif. Also vom Benehmen, nicht unten herum Schatz. Du musst etwas lockerer sein. Ob es klappt oder nicht ist doch gleich. Es wird viel ehr klappen,wenn Du mit mir lachst, scherzt und Dich einfach auf die Situation einlässt. Und wenn Du versagst? Dann hast Du nicht versagt, sondern wir waren zärtlich zueinander. Und wir müssen auch mal was zusammen unternehmen, einfach einen Ausflug zum Meer, oder einen Ausritt, irgendetwas dass uns näher zusammenbringt", schlug sie vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gesicht schien einen Moment zu versteinern, als sein Vater ihm diese Dinge ins Ohr flüsterte. Dann zwang er sich zu einem Lächeln. »Ich werde mir deinen Vorschlag durch den Kopf gehen lassen, Liebes. Ich freue mich, dass wir so offen miteinander sprechen konnten. Es tut mir leid, dass ich nicht mit Humor gesegnet bin, aber ich freue mich, dass dir meine Steifheit wenigstens in anderen Körperregionen gefällt.« Er küsste Olivie. »Dann möchte ich dich nicht weiter aufhalten. Geh nur, es ist schon spät.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie stand ganz langsam auf und betrachtete Ciel noch eine Zeit lang. Sie versuchte in seinem Gesicht zu lesen. Das gleiche versuchte sie bei ihrem Vater, aber dies war ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn Maximilien seine Gedanken nicht preisgeben wollte, war sein Gesicht eine freundlich Maske. Und genauso schaute er sie nun an. Ciel und Maximilien hätten auch aus Stein gehauene Statuen sein können, ihre Gesichter waren völlig ausdruckslos. "Es freut mich, dass Du Dir meinen Vorschlag überlegst. Dann möchte ich nicht weiter stören und ziehe mich zurück", sagte sie bedächtig. Sie verneigte sich kurz und verließ die Gemächer ihres Vaters. Sie wartete einen Moment bis sie meine angemessen entfernt zu sein, dann rannte sie los um Remy vor Ciel zu warnen.

Maximilien
Maximilien stopfte sich einen Keks in den Mund und wartete ebenfalls einen Augenblick. "Was wirst Du mit dem Nebenbuhler tun?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erhob sich. »Ich werde mich mit einem Vertrauten darüber beraten, was zu tun ist«, sagte er. »Ich möchte nichts überstürzen. Wenn du mich entschuldigst, ich möchte das sofort in Angriff nehmen. Danke für deinen Rat und deinen Beistand. Ich hab dich lieb, Papa.« Er küsste seinen Vater auf die Wange.

Maximilien
Max drückte Ciel kurz. "Ich verstehe Dich, geh und überleg Dir wie Du handeln möchtest. Du hast freie Hand. Ich mische mich nicht ein, dass ist alles was ich Olivie versprach - aber Dir ebenso. Du bist Ihr Ehemann, was sie darf und nicht liegt nun in Deiner Hand Ciel. Vergiss das nicht", antwortete Max und küsste seinen Sohn ebenfalls. "Geh zu Bellamy, er wird Dir helfen".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste trotz des schmerzlichen Anlasses. »Du kennst mich zu gut, Papa. Genau mit ihm wollte ich sprechen. Bis später.« Ciel stürmte im Marschschritt aus den Gemächern seines Vaters und eilte ins Gesindehaus. Dort hämmerte er mit der Faust an Bellamys Tür.

Bellamy Bourgeois
Bellamy riss die Tür auf und starrte dann Ciel verdutzt an. "Was ist los Herr? Was ist geschehen?", fragte er besorgt, packte Ciel am Kragen und zog ihn so behutsam wie möglich ins Quartier. Er schloss die Tür und wartete ab. "Sprecht, was ist geschehen, dass Ihr so aufgeregt seid?", fragte Bellamy und rüstete sich dabei.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sie haben eine Aufgabe«, erklärte Ciel, sichtlich um Fassung ringend, während er seinen Kragen wieder in Ordnung brachte. »Himmelsauge Remy, Sie wissen schon, dieser schmierige Schleimer, steht im dringenden Verdacht, etwas mit meiner Frau zu haben. Ihre Aufgabe ist es, in Erfahrung zu bringen, was an diesem Verdacht dran ist!«

Bellamy Bourgeois
"Alles klar Boss, ich werde alles in Erfahrung bringen, was Ihr wissen müsst. Was soll ich tun, sollte sich Euer Verdacht erhärten? Falls ich ihn ausschalten soll, benötige ich etwas Zeit. Ich muss es tun, sobald er schläft. Denn sieht er mich, während ich ihn angreife, weiß es sofort sein ganzer Orden, wenn er es nur einem seiner Brüder übermitteln kann. Darum müsst Ihr mir in dem Fall etwas mehr Zeit geben, ich muss ihn allein und schlafend erwischen, oder hinterrücks. Er darf mich nicht erkennen", erklärte Bellamy eindringlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sollte der Verdacht sich bestätigen, werde ich mir genau überlegen, was zu tun ist. Für den Augenblick hoffe ich, dass ich mich irre. Zuerst müssen Sie herausfinden, was an der Sache dran ist. Wie Sie das anstellen, ist mir gleichgültig, aber lassen Sie ihn am Leben und verzichten Sie darauf, ihn zu verstümmeln.«

Bellamy Bourgeois
"Ich verzichte ganz darauf irgendetwas zu tun, dass den Verdacht erregt Ihr würdet gegen ihn ermitteln. Wir verhalten uns absolut ruhig und still. Solltet Ihr eine Entscheidung gegen ihn treffen, muss es ihn aus heiterem Himmel treffen. Solltet Ihr Euch für ihn entscheiden, dann sollte nicht Eure Beziehung belasten. Das heißt, es muss für Euch alles offen bleiben. Ich werde mich neutral umhören. Am Hofe gibt es genug Augen und Ohren, dass wisst Ihr selbst. Ihr bekommt die Information, ich weiß nur nicht ob sie Euch gefallen wird. Wie seid Ihr darauf gekommen?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Den Verdacht, dass gegen ihn ermittelt wird, wird er ohnehin hegen, da meine Frau das womöglich ahnt. Sie ist eine de Souvagne, sie ist intelligent. Drum würde ich Ihnen eher die schnelle und harte Tour empfehlen. Wie ich darauf kam? Meine Frau hat mir von ihm vorgeschwärmt, und zwar ohne Punkt und Komma, dass sogar unserem Vater der Keks quer im Hals stecken blieb!«

Bellamy Bourgeois
"Wie Ihr wünscht. Zieht die Tür einfach hinter Euch zu Herr, ich mache mich sofort auf den Weg!", sagte Bellamy und rannte los.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tat, wie Bellamy ihn geheißen hatte und machte es sich derweil auf dessen Bett bequem, wo er an die Decke starrte und seinen finsteren Gedanken nachhing.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie rannte so schnell es ihre Robe und Schuhe zuließen. Aber das war nicht schnell genug, also riss sie sich die Schuhe von den Füßen und rannte auf Strümpfen weiter. Besonders sportlich war sie nicht und das Kleid war alles andere als zum Rennen geeignet. Die Blicke der Dienstboten, Gardisten und Hofbeamten ignorierend flitzte und rutschte sie Richtung Remys Unterkunft und riss die Tür auf. Im gleichen Moment schlug sie die Tür hinter sich zu. "ER weiß es! Ciel weiß es Remy, ich habe mich verplappert. Nicht richtig, aber er weiß es!", kreischte sie aufgebracht.

Remy de Remuer
Remy fing die herumirrende und schreiende Olivie mit einer galanten Umarmung ein. »Beruhigt Euch erst einmal, Süße.« Er schickte ihr über seine Hände ein warmes Gefühl, so als ob diese starken Arme sie vor allem Unheil Asamuras zu schützen vermochten. »Wenn das so ist«, er grübelte und schluckte, »werde ich im günstigen Falle meinen Kopf verlieren und im ungünstigen auf einem Pfahl enden. Aber Euch wird nichts geschehen, Ihr seid ja nicht nur Ciels Frau, sondern auch seine Schwester, oder? Im schlimmsten Fall wird er Euch in ein Kloster schicken, vermute ich. Aber das ist unwahscheinlich. Mann, das ist gerade echt kacke«, grübelte er. "Was mache ich jetzt nur?"

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie umarmte Remy felsenfest. "Du musst Dich verstecken oder wenn Du Dich traust die Konfronatation mit ihm suchen. Er hat mich doch selbst gefragt, wen ich mir als Partner wünschen würde. Du kannst Dir nicht vorstellen, wen er vorher dazu einlud. Ich meine es ist normal, dass manche Männere mehrere Partner haben. Mein Vater hat drei Frauen. Aber seine Frauen liegen nicht zeitgleich in seinem Bett, jedenfalls sagte meine Mutter nie etwas deartiges. Und Ciel möchte, dass ich mich mit seinem Mann gut verstehe. Gut, dass fände ich auch schön, aber rein freundschaftlich. Er liebt mich und eben seinen Mann. Aber ich liebe seinen Mann nicht, wir sind eben Ehegeschwister. Und nun als ich sagte dass ich Jules, Maurice oder Dich attraktiv fand, schlug er zuerst Jules vor. Ich glaube er hat eine Schwäche für ältere Männer, genau wie Greg. Und da habe ich Dich als Gegenvorschlag unterbreitet und er wurde ganz komisch", weinte Olivie.

Remy de Remuer
Remy küsste ihre Tränen weg. »Ich kann mich nicht verstecken. Die anderen Himmelsaugen würden mich finden. Bis zu einem gewissen Grad kann ich mich abschirmen, aber gegen die richtig hohen Tiere hab ich keine Chance. Wenn, dann würde es Sinn machen, mich ihm zu stellen«, sinnierte er, während er Olivie streichelte. »Ja, ich glaub, das ist der einzige Weg und auch ehrenvoll und so. Darauf muss ich als Chevalier ja auch achten, sonst fällt das auf meine Familie zurück. Der soll sich mal nicht so haben, echt mal. Was habt Ihr gegen Jules? Ihr habt den Mann doch selber vorgeschlagen, sagtet Ihr, und eigentlich ist der gar nicht so übel. Ich komme gut mit ihm zurecht.«

Olivie Solaine de Souvagne
"Ich habe gar nichts gegen Jules, auch nicht gegen Maurice, aber beide sind für mich zu alt. Du und ich wir sind fast gleich alt und Du hast Erfahrung. Aber bei Jules oder Maurice würde ich mir wie ein Kind vorkommen, dass Befehle empfängt, obwohl beide gut aussehen. Jules ist nett, dass stimmt. Aber ich habe die beiden eigentlich nur vorgeschlagen, damit Du nicht so auffällst. Du willst Dich Ciel stellen? Dann gehe ich mit, damit er Dir nichts antut. Zuerst wollte ich als Tarnung noch Linhard vorschlagen, aber dann hätte ich wohl Gregoire am Hals gehabt", stöhnte Olivie und nahm Remy fest in die Arme.

Remy de Remuer
»Wo ist Ciel jetzt, in seinen Gemächern? Lieb, dass Ihr mitkommen wollt. Mann, ich würde mich gern noch von Tano verabschieden, falls ich heut meine Rübe verliere«, jammerte er. »Wir machen einen Abstecher, ja?«

Olivie Solaine de Souvagne
"Ja das machen wir. Komm, vielleicht können wir Tano ja mitnehmen und er spricht gut für Euch. Sogar den Leibdiener von meinem Vater hat Ciel angefaucht. Aber er hasst Fabien eh. Warum weiß keiner. Jedenfalls weiß ich nicht warum. Komm wir müssen uns beeilen", sagte Olivie und nahm Remy fest bei der Hand.

Remy de Remuer
Händchenhaltend marschierte Remy zu Gaetano. Ohne anzuklopfen trat er ein. »He, Tano«, grüßte er.

Gaetano
Gaetano zog sich die Schlafmütze vom Kopf und setzte sich die Brille auf. "Hallo Remy... oh und Hallo Eure Hoheit", sagte Tano verlegen und zog die Decke enger um sich. "Was macht Ihr denn hier? Ich hatte mich gerade etwas hingelegt und wollte etwas schlafen. Möchtet Ihr etwas essen? Ich habe noch etwas Obst da", sagte er freundlich.

Remy de Remuer
Remy ging ohne sich weiter aufzuhalten zu Gaetano ans Bett und drückte ihn. »Der olle Ciel hat`s rausgefunden. Ich verliere vermutlich gleich meine Rübe, da kannst wohl nicht mal du alter Gesetzesverdreher was mehr reißen. Ich wollt dir sagen, dass du echt klasse bist und ich vererb dir meine Kutsche! Die Pferde kriegt mein Bruder.«

Gaetano
Gaetanos Augen wurden noch größer als sie durch die Brille schon waren. "Ich kann es versuchen und mit ihm verhandeln. Soll ich als Vermittler mitkommen? Mein Onkel ist Palaisin am Hof und mein anderer Onkel ist ein Himmelsauge wie Du. Ich weiß nicht ob das Ciel etwas bedeutet, aber vielleicht lässt er mich ja ein gutes Wort für Dich einlegen. Danke Remy, wir kennen uns nicht lange, aber Du warst mir ein echter Freund", sagte Tano und wischte sich über die Augen.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie drückte sich fest an Remy. "Er soll es versuchen, kommt wir gehen gemeinsam zu Ciel", bat sie Remy inständig. "Rede nicht davon, den Kopf zu verlieren. Versuche zu kämpfen, verbal natürlich. Ciel darf Dich nicht einfach töten, dass lasse ich nicht zu. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich es verhindern soll", gestand Oli.

Remy de Remuer
Remy legte den Arm um Olivie. »Hey, wenn ich abtrete, dann mit Stil. Ich werd mich nicht verkriechen, wir reden mit deinem Bruder und notfalls mit dem Duc. Äh, ja, wäre schön, wenn du mich auf meinem letzten Weg begleitest, Tano. Wirklich.« Remy nahm Gaetano an der Hand, zog ihn aus seinem Bett und nahm ihn gleich im Nachthemd mit, da es ewig dauern würde, dem Comte was über zu ziehen. Zu dritt gingen sie so durch die Flure.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie packte Remy fester bei der Hand und rannte mit ihm und Tano im Schlepptau zu Ciels Quartier. Dort riss sie einfach die Tür auf und stürmte mit Remy und Tano herein. Ferrau sprang brüllend vom Sofa hoch, ehe er erkannte wer dort stand und kreischte erneut. "HERR!", rief er entsetzt, da er ein gleiches Schicksal wie bei Verrill befürchtete. "CIEL!!!! Wir müssen reden!", rief Olivie aufgebracht.

Ciel
Ciel jedoch lag noch immer bei Bellamy im Quartier auf dem Bett und beobachtete eine Spinne, die ein Insekt einwebte, um es später zu verzehren.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie packte Ferrau am Kragen und schüttelte ihn. "Wo ist mein Mann? Wo?", fragte sie verstört. "Remy hilf mir, bring diesen Diener zum sprechen", flehte sie ihn an. Tano schüttelte ganz langsam den Kopf. "Nein, dass ist der Leibdiener Eures Mannes, wenn Remy diesen schlägt oder angreift, dann wird er sehr hart bestraft. Mach das nicht", flehte Tano. Ferrau schleuderte Olivie von sich und rannte wie von allen Dämonen gehetzt aus den Gemächern seines Herrn. Dort flitzte er nun seinerseits kreischend über die Flure.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel saß senkrecht im Bett, als er eine vertraute Stimme durch die Flure hallen hörte. Er sprang auf, stürmte aus dem Quartier und rannte dem Kreischen entgegen. Bald erblickte er Ferrau, der wie von Sinnen auf ihn zu gerannt kam. »Was ist passiert?«, rief Ciel und erwartete das Schlimmste. Sofort analysierte er Ferraus Blutfluss auf Verletzungen hin.

Olivie Solaine de Souvagne
Ferrau klammerte sich an Ciel fest und deutete nach Luft japsend hinter sich. "Mich... geschüttelt... mich angegriffen.... Oli...vie.... und.... zwei... Männer....", keuchte er total aus der Puste und schaute Ciel hilfesuchend an.

Ciel Felicien de Souvagne
Feindselig blickte Ciel in die Richtung, in die der arme Ferrau zeigte. »Das sieht Olivie ähnlich, so wie sie auch meinem kleinen Bruder Gregoire ähnlich sieht! Ich habe ihr davon berichtet, dass wir uns lieben und nun will sie sich an dir rächen. In ihren Adern fließt wahrlich das Blut der Neufvilles, ein bisweilen schändlicher Zweig, wie mir scheint! Komm, Ferrau, du bleibst bei mir. Wo ist nur dieser verflixte Bellamy, wenn man ihn braucht?! BELLAMY!«, brüllte Ciel.

Bellamy
Bellamy war gerade an der Tür von Remy angekommen, als sein Herr nach ihm brüllte. "Verdammt", fluchte er und rannte zurück aus der Richtung, aus der er gekommen war um seinen Herrn samt seinem Leibdiener vorzufinden. Ferrau sah total verstört, ja sogar verweint aus und schnaufte wie ein Stier. Er schien gerannt zu sein, oder hatte sich schnell bewegen müssen. Und jeder der Ferrau kannte wusste, dass er dies ganz sicher nicht gewöhnt war. "Ihr habt nach mir gerufen Herr? Ich war gerade vor der Tür des Übeltäters, was ist mit Eurem Diener geschehen?", fragte Bellamy misstrauisch und positionierte sich schützend neben Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er wurde gequält«, kreischte Ciel. »Misshandelt! Von Olivie und zwei Handlangern! Es würde mich nicht wundern, wenn einer der beiden dieser widerwärtige Remy ist! Ferrau war in meinem Quartier, als sich das Verbrechen zutrug, sehen Sie nach!« Er hielt schützend den Arm um Ferrau.

Bellamy
"Kommt mit Herr, es handelt sich um Eure Frau! Gebietet ihr Einhalt, sonst ist dies erst der Auftakt zu weitaus Schlimmeren. Bedenkt dies bitte. Ich schütze Euch und Euren Diener, gleichgültig gegen wen", sagte Bellamy ernst und stampfte zu Ciels Gemächern.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie starrte Remy an und rappelte sich wieder auf. "Dieser verrückte Ferrau, er sollte mir sagen wo mein Mann ist. Was ist denn in den gefahren?", fragte sie verdattert und klopfte sich sauber.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt sich neben Bellamy, während er Ferrau mit sich führte. Um nichts in der Welt würde er den unglücklichen Leibdiener jetzt allein irgendwo lassen. In seinen Gemächern fanden sie - Olivie, Remy und Gaetano. »Aha«, triumphierte Ciel. »Die schlechten Manieren gegenüber den Domestiken hast du dir wohl von deinem kleinen Bruder abgeschaut, werte Frau Gemahlin.«

Olivie Solaine de Souvagne
"Bitte?", fragte Olivie empört. "Ich habe Deinen Diener nur nach Deinem Verbleib gefragt, da Remy mit Dir über die Sache reden wollte. Von Mann zu Mann und wir haben Deinem Diener nichts getan. Er schrie auf einmal los und schleuderte mich zu Boden. Da kannst Du gerne die beiden Anwesenden fragen. Ich habe ihn nicht geschlagen. Für wen hältst Du mich? Greg wird schon gewusst haben, warum er diesem Idioten eins verpasst. Mich hat er geschleudert, nicht umgekehrt. Aber deshalb sind wir nicht hier", murrte Olivie und tippte Remy an.

Bellamy
Der Ex-Palaisin blieb schräg vor Ciel stehen, so dass Ciel zwar die Leute in seinen Gemächern sehen konnte, aber von ihnen abgeschirmt wurde. Die Hand des ehemaligen Schwertmeisters lag auf dem Schwertknauf. Eine eindeutige Geste an alle friedlich zu bleiben.

Olivie Solaine de Souvagne
Tano: Gaetano hob beschwichtigend die Hände. "Hoheit wir sind nicht hier um Euch zu schaden, sondern mein Freund Remy möchte sich mit Euch aussprechen. Bitte gewährt ihm diese Chance", bat er inständig mit riesigen Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schaute dem sehr viel imposanteren Bellamy von hinten über die Schulter. Ferrau hielt er noch immer fest, damit der nicht wieder wegflitzte oder anderweitig verloren ging, wie er es zu tun pflegte. Er musterte kurz Olivie und untersuchte auch ihren Blutfluss, doch sie war kerngesund, nur etwas wütend. »Gut, ich erteile Remy das Wort. Sie wissen vermutlich, was man Ihnen vorwirft. Erklären Sie sich.«

Olivie Solaine de Souvagne
Bellamy rutschte ein Stückchen zur Seite, damit sein Herr besser sehen konnte. Sein Blick in Richtung Remy sprach aber Bände. Ein falsches Zucken und er würde sofort handeln. Dass er dem Läuterer in der Schnelligkeit in nichts nachstand, wusste jeder. Er hatte nur seinen Posten, nicht seine Fähigkeiten verloren. "Sprecht", forderte Bellamy nachträglich.

Remy de Remuer
»Man wirft mir den Beischlaf mit Eurer Gemahlin vor, Hoheit. Dazu habe ich Folgendes zu sagen: Es ist wahr! Ich schütze als Himmelsauge und Leibwächter nicht nur Eure Frau vor den Gefahren dieser Welt, sondern ich habe mich auch um ihr, äh, sonstiges Wohl gekümmert. Eure Frau hat in meinen armen Trost gesucht, da sie sich von Euch bitter vernachlässigt und nicht begehrt fühlt.« Er musterte den Diener mit der viel zu eng sitzenden Hose. »Vielleicht nicht ganz unbegründet, mit Verlaub.« Er verneigte sich ein wenig.

Bellamy
Bell zog die Stirn in Falten und warf Ciel kurz einen Blick zu. "Ehm ja, Herr was sagt Ihr zu diesem Geständnis?", fragte er leicht irritiert. Er hatte mit allem gerechnet, mit jeder Ausrede und sei sie noch so bunt oder an den Haaren herbeigezogen. Aber damit nicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste schlucken. Die Worte trafen ihn tief. »Ja, meine Frau gab mir das zu verstehen«, murmelte er. Resigniert ließ er die Schultern hängen. »Geht. Ich muss nachdenken.« Er ließ sich auf sein grünes Sofa plumsen. »Belly und Ferrau, ihr bleibt hier.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie musterte Ciel, es tat ihr im Herzen weh ihn so getroffen zu sehen. "Ciel, es tut mir leid dass es so gekommen ist. Aber hast Du nicht ganz ähnlich gewählt? Du hast zuerst Zerbino mitgebracht, dann Nathan Deine Hochzeitsnacht übernehmen lassen und nun stellst Du mir Ferrau als Ehebruder vor. Und da beklagst Du Dich, dass ich mich nach Leidenschaft sehne? Ich war doch nur das Beiwerk zu Deinen Männern. Du magst mich begehren, aber nur in Kombination mit einem Mann. Ciel, gestehe es Dir ein, Du liebst Männer. Mit einer Frau kannst Du nichts anfangen und eine Frau ist nichts für Dich. Du bist nicht an beidem interessiert wie Greg, oder nur an Frauen wie Dreux oder Vater, Du liebst einfach Männer. Das ist auch nicht weiter tragisch und Du kannst gerne so viele Männer ehelichen wie Du möchtest. Nur untersage mir dann nicht mein Glück! Ich darf scheinbar nur glücklich sein, mit Männern die Dir gefallen. Wie soll dass denn gehen? Wenn Du keine Lust auf Ferrau hast, dann darf er sich zu mir gesellen, oder ich darf um ihn bitten, damit auch ich meinen Anteil an Zuneigung erhalte? Hast Du es Dir so vorgestellt? Remy hat mich als das gesehen was ich bin, als das wie mich noch niemand sah. Als Frau. Nicht als Schwester, Prinzessin oder sonst etwas, sondern einfach als Frau und er hat mir gezeigt wie sehr er mich begehrt. Hat mich fühlen lassen, dass ich schön bin. Du hast mich fühlen lassen, dass Du mich jederzeit beschützt. Vielleicht hätte der Zwerg mich sogar begehrt, wer weiß das schon? Aber diese Sorge war vermutlich hausgemacht, da Dreux, Greg und Du ins selbe Horn blasen. Panik vor dem Fremden. Vater hätte niemals zugelassen, dass ich den Zwerg heirate oder heiraten muss! Jeder de Souvagne heiratete stets einen Inländer und zwar eine Adlige aus unserem Land. Weshalb musste Linhard denn vor der Eheschließung eingebürgert werden? Damit er ein Souvagner ist, sonst wäre eine Heirat gar nicht möglich gewesen. Gut, dass er das eh wollte, ist was anderes. Aber Vater, Großvater, Urgroßvater und alle Ducs davor waren stets mit Souvagnerinnen verheiratet. Wie kommst Du darauf, dass man mich an einen Zwerg verkauft hätte? Ich verstehe so langsam gar nichts mehr. Und ich habe nichts anderes getan als Du. Ich habe Wärme und Zuneigung gesucht. Denk auch darüber nach Ciel, dass wir beide nichts unterschiedliches taten und wir einander nicht weh tun wollten. Und das würdest Du, solltest Du Remy etwas antun", sagte Olivie. Sie schaute Ciel bekümmert an, an hob sie ihre Schuhe auf und verließ die Gemächer von ihrem Ehemann. Gaetano folgte ihr stumm und mit sehr blassem Gesicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Auch Remy folgte ihr. Sogar er schien unglücklich zu sein beim Anblick des am Boden zerstören Prinzen, der wie der einsamste Mensch der Welt auf seinem Sofa saß. Ciel wartete, bis die drei weg waren. »Ihre Empfehlung, Bellamy«, sagte er tonlos.

Bellamy Bourgeois
Bellamy wartete bis alle die Gemächer verlassen hatten, dann schloss er die Tür und verriegelte diese. Er ließ sich neben Ciel auf das Sofa plumpsen, legte ihm kameradschaftlich den Arm um die Schulter und schwieg einen Moment. Ciel als ehemaliger Soldat würde die Geste zu deuten wissen, er war für ihn da, auch wenn er selbst noch über das Problem nachdenken musste. "Wen liebt Ihr Herr? Liebt Ihr diese Frau als Frau? Wenn Ihr jede Person auf dieser Welt haben könntet und sie Euch zurücklieben würde, wen würdet Ihr sofort zu Eurem Gefähren oder Eurer Gefährtin ernennen? Wir sind unter uns. Wer wäre es? Ihr könnt mir ebenfalls jederzeit derartig persönliche Fragen stellen, auch ich werde Euch jederzeit ehrlich antworten. Aber dass muss ich wissen, um Euch einen Rat geben zu können. Würdet Ihr tatsächlich bei so einer Möglichkeit Olivie wählen, dann müssen wir das Problem ganz anders angehen. Aber dafür finde ich auch eine Lösung. Aber sagt mir, wer wäre Eure Wahl? Tatsächlich ein Mann wie sie behauptet? Oder eine Frau? Vielleicht eine Frau die etwas mehr Bums hat - also eine Kriegerin, eine Gardistin wie Fille de Bouclier Arienne de Riquier? Was ist Euer purer, reiner Geschmack? Worauf steht Ihr? Was bringt Euer Blut in Wallung, noch besser was bringt es zum Kochen?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Hilfe«, jammerte Ciel. »Ich habe erst vor wenigen Wochen überhaupt angefangen, mir ernsthaft darüber Gedanken zu machen. Vorher wollte ich ein keusches Leben führen! Bis vor kurzem wäre die Antwort ganz einfach gewesen. Würde man alle rationalen Aspekte außer acht lassen und sich rein auf das Gefühl konzentrieren, wäre meine Wahl auf Nathan gefallen. Also ja, ein Mann, sofern man den als Mann durchgehen lässt«, grübelte Ciel. »Aber seit einiger Zeit ist das nicht mehr ganz so einfach. Ich wollte alles einmal ausprobieren, eine Frau, einen Mann, einen Zwitter und ein Nichts, also einen Vollkastraten. Damit ich selbst Klarheit finde. Was körperliche Reize anbelangt, bin ich sehr flexibel in der Wahrnehmung dessen, was ich anziehend finde. Aber ich bin jemand, den eher tiefes Vertrauen und seelisches Einssein reizt und das schlägt dann in Begehren um - unabhängig vom Geschlecht der Person. Es ist ein dummes Klischee, das die inneren Werte zählen, aber in meinem Fall ist es tatsächlich das, was mich auch körperlich anzieht. Meist ist es jedoch so, dass ich mit Männern besser zurechtkomme als mit Frauen.«

Bellamy Bourgeois
"Das ist kein dummes Klieschee Herr. Schaut sehen weckt Begierde. Welche Begierde denn? Jene der Lenden, die man direkt stillen möchte. Sehen, haben wollen - das ist die Konsequenz. Es gibt zweierlei. Ihr seht eine Person, findet sie dermaßen scharf, dass Ihr Euch Sex mit ihr vorstellt und wünscht. Geschieht dies, kann daraus eine Beziehung erwachsen. Muss es aber nicht. Vielleicht hattet Ihr einfach nur eine unendlich geile Nummer. Ihr könnt aber auch eine Person zuerst kennenlernen. Mögt ihre Art, den Witz, irgend etwas das diese Person besonders macht. Verliebt Euch in sie, liebt diese Person. Geht Ihr dann eine Beziehung ein und habt dann Sex, ist das auf einer ganz anderen Ebene. Ihr seid mit dieser Person schon vereint gewesen, geistig, gefühlsmäßig. Das Körperliche folgte. Rein Körperlich kann der Rest zwar folgen, aber das ist selten der Fall. Der Idealfall ist, man bekommt beides zeitgleich. Ihr findet eine Person die Euch geistig wie körperlich aus den Socken haut. War das bei Nathan der Fall? Ihr seid weder auf Männer, Frauen noch auf sonst wen geeicht Herr, wisst Ihr auf was Ihr steht? Auf eine passende Seele. Aber Seelen die ehr ins maskuline tendieren liegen Euch mehr. Das könnte aber auch eine Walküre sein, die mehr Kerl ist als ich", grinste Bellamy freundschaftlich. "Denkt nochmal angestrengt nach, ist es Nathan für den Euer Herz sofort schlagen würde? Würdet Ihr Nathan mit Herz, Hirn und Hose wählen? Sagt es mir bitte", bat Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
»Vor einem Monat noch - ja. Aber jetzt ist alles durcheinander«, stöhnte Ciel.

Bellamy Bourgeois
"Dann solltet Ihr Euch Nathan als Partner zurückholen, denn ohne ihn scheint Ihr erst durcheinander zu geraten. Er war eine feste Säule in Eurem Leben nicht wahr? So wie bei mir meine Garde. Aber die Garde waren viele kleine Säulen, die mein Fundament bildeten. Dies ist nun verschwunden und IHr habt mir eine neue Daseinsberechtigung gegeben. Ich weiß nicht, was ich sonst getan hätte. Wohin es mich verschlagen hätte. Das sage ich Euch frei heraus. Ihr solltet mit Nathan ein Gespräch führen, als gleichberechtigte Partner. Was er sich wünscht, was Ihr Euch ersehnt. Falls Ihr ihn noch wollt. Möchtet Ihr Eure Frau behalten? Falls ja könntet Ihr Euch Remy zuwenden und Ihr hättet einen Mann in der eigenen Familie den auch Eure Frau attraktiv findet. Oder Ihr wählt völlig neu um eine klare Linie zu ziehen. Entweder mit oder ohne Eure Frau. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass sie Euch schaden wollte Herr. Sie ist jung, viel jünger noch als Ihr und sie war unerfahren und neugierig. Das ist keine Entschuldigung, aber wer von uns handelt immer logisch? Nicht einmal Ihr und Ihr wisst warum. Ihr wärt gerne der Kopf, aber Ihr seid ein Herz", grinste Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
»Auch das noch«, murrte Ciel und rieb sich das Gesicht. »Dann muss Dreaux vorerst den Platz als Kopf unseres Dreigestirn einnehmen, bis ich wieder klar denken kann. Nein, Nathan möchte ich nicht mehr zurück. Das ist eine Kopfentscheidung, man kann nicht immer auf sein Herz hören. Er hat Fabien und ich habe nun meinen Ferrau. Würde ich ihn zurückzwingen, würde er Fabien vermissen. Und ich Ferrau.« Er griff zu Ferrau herüber und zog ihn an sich, so dass sie nun zu dritt aneinander lehnten. »Ich werde meiner Frau ihr Glück mit Remy gönnen. Vermutlich ist er ihr ein besserer Mann, als ich es sein kann und immerhin hat er Rückgrat bewiesen. Als eigenen Mann will ich den Kerl allerdings nicht haben, der ist überhaupt nicht mein Geschmack.« Er verzog das Gesicht. "Es freut mich, dass Sie sich in meinem Dienst so weit wohl fühlen. Ich bin auch froh, Sie hier zu haben, als Fast-Palaisin und als Berater."

Bellamy Bourgeois
"Ich bin Ihr "Palaisin", Ihr Fürsteiter und erstes Schwert wenn Ihr dies möchtet. Kurzum ich bin Euer Schwertmeister, aber kein richtiger Palaisin - Ihr wisst was ich meine. Das kann ich nachvollziehen. Damals war Nathan der Richtige. Die richtige Zeit, der richtige Ort, er war der richtige Partner für Euch. Nun ist er es nicht mehr. Dass Ihr Eurer Frau Ihren Nebenmann gönnt ist achtenswert. Ich glaube Euch, dass Ihr sie liebt. Und ich denke Ihr habt dort ebenfalls mit dem Kopf entschieden, Ihr habt wie ein Palaisin Eure Frau beschützt. Euer Herz gab seine Zustimmung als der Kopf sagte, Ihr wollt sie retten. Auch das ist legitim und kann Euch niemand absprechen. Der Einwand Eurer Frau stimmt, aber was einst war, muss nicht immer Bestand haben. Das hat sie nicht bedacht. Wer hätte jemals in Souvagne gedacht, dass unser Land ein Bündnis eingeht mit weiteren Großherzogtümern, sprich mit vier fremden Ländern? Niemand. Und wer von uns hätte gedacht, dass genau jene uns in den Rücken fallen werden und uns betrügen, unsere Schiffe rauben und uns in einen Krieg zerren werden? Direkt nach Bündnisabschluss - vermutlich viele Souvagner. Nach einigen Jahrzehnten sicher niemand mehr. Das Land der Hohen Mark, das Land Ehveros, das Land Ledwick oder das Land Evalon es waren Freunde, Bündnisbrüder die sich in der Not beistehen würden. Dass sie selbst die Not herbeiführen würden für ein Volk, dass unserem Bündnis nicht angehört, damit hätte nie jemand gerechnet. Und dass dies nicht mal eine Frage unter Freunden wert ist, damit noch weniger. Gemeinsam hätte man so einen Einsatz durchaus beschließen können Herr. Und das wäre dann vermutlich sogar für alle glimpflich ausgegangen. Euer Vater hätte wie immer an die Vernunft appeliert und er hätte sich die Gegenargumente angehört. Aber so? So blieb uns nichts anderes übrig als wie im Geschäftsleben zu handeln. Wenn von dem Vertragspartner der Vertrag einseitig gebrochen wird - in diesem Falle von vier Partnern, dann ist der Vertrag nichtig und kann zerrissen werden. Und genau dass tat Euer Vater. Und genau das habt Ihr getan, mit der Beziehung zu Nathan. Schlagartig gab es eine Änderung, ich denke es war Fabien, sonst wären die beiden nicht zusammen und Ihr habt Nathan die Beziehung aufgekündigt. Weil es für Euch nicht mehr erträglich war. Aber Ihr dürft nun nicht von einem Extrem ins andere fallen. Ihr müsst gut überlegen. Möchtet Ihr Eure Frau behalten? Falls ja sehr gut, dann muss sie Euch aber genauso achten, wie Ihr sogar ihre Liebschaft achtet. Verkauft Euch nicht darunter, verkauft Euch nicht unter Wert Herr", mahnte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, Fabien!«, keifte Ciel. »Er hat sich an meinem Eigentum vergriffen, ohne mich um Erlaubnis zu fragen!« Ciel wurde jedoch rasch wieder ruhig. Dass Bellamy hier war, und ihm Sicherheit gab, tat ihm gut. »Ihr habt Recht, was das Bündnis der vier Länder anbelangt. Aber Krieg erscheint mir so viel einfacher als ein Beziehungsleben. Wenn ich meiner Frau ihren Geliebten nicht gönnen soll, was ist dann Ihr Vorschlag? Und, was mich auch interessieren würde - war ihnen von Anfang an immer klar, wonach ihnen der Sinn steht, was körperliche Nähe anbelangt?«

Bellamy Bourgeois
"Ja das war mir immer klar, da ich bei körperlicher Nähe nicht auf einer Beziehung aus bin, sondern... wie Ihr gerade sagtet... auf körperliche Nähe. Kurzum auf Sex. Entweder ich möchte Sex und nehme ihn mir, oder ich möchte eine Freundschaft, dann versuche ich mit der Person klarzukommen. Aber Sex und Freundschaft in einem, habe ich nie gefunden. Ich vermute dass wird auch etwas schwierig. Sex habe ich gerne mit Frauen, aber sonst gebe ich mich nicht groß mit ihnen ab. Sie kosten mich gelinde gesagt den letzten Nerv. Freundschaften die an eine Partnerschaft grenzen, habe ich gerne mit Männern. Wahlbruderschaft nennen viele es. Aber ich habe mit Männern sehr selten Sex. Kurzum bei mir ist es geteilt. Ich habe Sex mit Frauen und die Freundschaft mit Männern. Beides bei einer Frau oder einem Mann zu finden, ist wohl die Lösung. Ich habe aber weder je so eine Frau noch je so einen Mann gefunden. Wobei es dann wohl ehr der Mann wäre. Sex der nicht der volle Bringer ist, aber dafür eine gute Beziehung geht. Eine grauenvolle Beziehung, wo einen schon jedes Wort auf den Zeiger geht, dafür aber eine gute Nummer - schlechter Deal, sehr schlechter Deal", lachte Bellamy. "Nun dann hättet Ihr Euren Vater darum bitten sollen Fabien zu bestrafen. Wobei das utopisch ist, denn Eurem Vater bedeutet sein Leibdiener ebenso viel wie Euch die Euren. Aber Fabien hätte mit der Bitte gesehen, wie weit er gegangen ist. Ob er tatsächlich bestraft würde, spielt keine Rolle. Oder Ihr sagt ihm einfach mal dazu die Meinung. Es scheint Euch immer noch zu bedrücken, es quält Euch. Also redet mit dem Mann. Ich begleite Euch, wenn Ihr es wünscht. Bei einem Krieg ist von vornherein klar, dass es hart zur Sache geht, dass man befeindet ist, dass es keine Schonung geben wird. In einer Beziehung ist dies ein Eiertanz um genau das zu vermeiden. Drum vermeide ich direkt das Eiertanzen und die Beziehungen. Wenn mir die Nudel juckt, kratze ich und bitte nicht um Hilfe. Und Ihr hättet Eure Frau auch erziehen können. Wisst Ihr wie viele Männer genau dies tun? Ihr müsst nicht mal die Hand erheben. Aber wenn Ihr sie auf einen langen Urlaub schickt, einige Wochen oder Monate in ein anderes Land oder eine andere Familie wo sie nicht Royal ist, wo ein anderer Wind weht oder in einen Tempel, da wird so manche Frau sehr schnell klein und handzahm. Zumal wenn sie einem anderen Mann untersteht, dem sie nichts bedeutet und er sie nachts ins Bett "bittet", glaub mir, da sehnt sie sich nach Hause zurück", antwortete Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und das alles war ihnen immer von Anfang an klar?«, fragte Ciel. »Bemerkenswert. Ich möchte meine Frau nicht bestrafen. Sie ist ja auch meine Schwester. Natürlich stünde mir das zu, aber das bringe ich nicht über mich. Wenn sie an meiner Seite nicht glücklich wird, dann ... dann muss ich mir etwas überlegen. Wie ich sie glücklich machen kann. Was Fabien anbelangt ...« Ciel ballte eine Faust. Dann wurde er laut. »Von allem darf ich mir anhören, dass ich Nathan eingesperrt hätte! Dass er quasi gezwungen war, sich mit Fabien einzulassen, weil es bei mir so unzumutbar für ihn gewesen sei! Dabei habe ich ihn beschützt! Vor der Welt und vor sich selbst! Hat das Fabien? Nein, unter seiner Obhut ist er zu Robere gegangen, immer wieder! Kommen Sie, wir gehen sofort zu Fabien!« Doch dann wurde Ciel klein. »Aber was soll ich ihm sagen?« Er zog die Beine an und legte die Arme darum. »Der Blödmann weiß, was ich für Nathan empfunden habe und er fühlt sich wahrscheinlich wie sein Retter.« Dann erhellte Ciels Miene sich. »Sagen Sie, fällt Ihnen nicht eine unauffällige, für Sie ungefährliche Methode ein, es dem Schwerenöter heimzuzahlen?«

Bellamy Bourgeois
Bellamy hielt Ciel ganz fest. "Sagt ihm einfach alles was Euch auf der Seele brennt. Sich das anzuhören, dazu sollte er Manns genug sein, findet Ihr nicht? Und gerade weil er weiß, was Ihr für Nathan empfunden habt, soll er Euch dabei ins Gesicht sehen und Euch auch ins Gesicht sagen was er sich dabei dachte. Befreit? Er hat Nathan nicht befreit Herr, denn Fabien ist genau wie Nathan selbst ein Leibeigener. Oh das ist nicht Schlechtes. Glaubt mir, als Leibeigener hätte man mir ja nicht mal den Arsch aufgerissen, sondern meinem Herrn. Also je nach Lage und Betrachtung, ist es manchmal wirklich schön, für nichts verantwortlich zu sein. Außer für das Wohlbefinden eines Herrn, oder die übertragene Aufgabe. Zumal es ihnen hier wirklich sehr gut geht. Nathan war nicht gezwungen sich auf wen einzulassen. Genau das was er vermisst, hätte er Euch auch sagen können. Gut ich verstehe, Eure Frau ist Eure Schwester und auch Euer Kamerad. Wisst Ihr was wir tun? Wir behandeln sie genau eine Zeitlang einmal so. Ihr verlangt nichts, Ihr seid Ihr ein Freund und Kamerad. Und gebt Euch mit ihr ab. Vielleicht sieht sie dann, dass Ihr weitaus mehr zu bieten habt als Sex oder kein Sex. Mann oder doch kein Ehemann. Sie muss sehen, was Ihr für sie empfindet, weitaus mehr als dass sie "nur" eine Ehefrau ist. Zeigt Ihr was Euch interessiert und seht ob sie drauf eingeht. Geht aber dafür auch auf ihre Interessen ein, dass machen Kameraden so. Würdet Ihr auf ein Botcha Tunier gehen, ginge ich mit, auch wenn ich es langweilig finde. Einfach um Euch beizustehen. Dann seht Ihr ja, wie sie sich verhält. Rein neutral betrachtet glaube ich eines Herr, Ihr beide wisst nicht wie Ihr miteinander umgehen sollt und dann seid Ihr gleich ins Bett gesprungen. Versucht es als Kameraden, läuft dass dann seid Ihr gewaltig weiter. Denn dann kann ja der Sex einfach kommen, wenn er soll. Auf gehts, gehen wir zu Herrn Lacomb", grinste Bellamy und zog Ciel vom Sofa hoch. "Und keine Bange, seine Statur muss Euch nicht abschrecken, Ihr habt mich", sagte er freundlich und nahm Ciel mit sich, an dem immer noch Ferrau klammerte. Bellamy schüttelte gut gelaunt den Kopf. "Eure Mutter hatte so ein Äffchen, dass hat sich auch festgeklammert. Bilimm, Blimm, Palim? So ähnlich, schwarz wie die Nacht und frech. Es hatte ein Junges, wo ist es überhaupt?", fragte Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das Kind ist noch bei seiner Düsterlingmutter. Gut, dass Sie mich daran erinnern, ich hatte das kleine Biest schon fast vergessen. Ich muss meine Mutter mal nach den Fortschritten fragen, die Blim bei ihr macht.« Ciel ließ sich etwas widerwillig von Bellamy zu Fabien schleifen. Sicherheitshalber krallte er den klammernden Ferrau auch noch an der Kleidung fest, damit er nicht irgendwo abhandenkam. »Danke für Euren Rat, was meine Frau anbelangt ... so etwas ähnliches hatten wir eigentlich auch vor. Aber Remy war schneller.« Er seufzte. Sie hatten die Tür zum Gemach seines Vaters erreicht.

Bellamy Bourgeois
"Dann solltet Ihr es auch umsetzen Herr. Genau ein Düsterling war es, kein Affe! Sie war frech, aber irgendwie auch ganz drollig. Fragt Eure Mutter, vielleicht kaufe ich Ihr das Junge ab. Jetzt wo ich Zeit für ein Haustier habe", grinste Bellamy und klopfte. Es dauerte einen Moment, dann öffnete Fabien die Tür. Er musterte die Gruppe. "Ich kündige Euch Eurem Vater an", sagte Fabien tonlos und wandte sich ab.

Ciel Felicien de Souvagne
»HALT«, befahl Ciel. »Mit dir wünsche ich zu sprechen! Ohne meinen Vater.«

Fabien
Fabien blieb stehen. "Hier auf dem Flur Hoheit, oder in meiner Kammer?", fragte Fabien. Er wusste nicht was er davon halten sollte, zumal Bellamy dabei war und Ferrau... irgendwie.

Ciel Felicien de Souvagne
»In meinen Gemächern«, befahl Ciel, dem einfiel, dass auch jemand den Leibdiener hätte zu ihm bringen können.

Fabien Lacomb
"Nun denn, ich folge Euch Herr. Geht voran", sagte Fabien und deutete Ciel an, vorneweg zu gehen. Was dieser mit ihm besprechen wollte, schien nichts Gutes zu sein. Vor allem, da er vorhin schon so unwirsch reagiert hatte. Aber Fabien fragte nicht weiter nach, da er wusste, dass Ciel ihn nicht ausstehen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Die kleine Delegation marschierte schnurschracks zurück in Ciels Gemächer, mit Ausnahme von Ferrau; der wurde geschliffen. In seinen Gemächern angelangt, schloss Ciel die Tür. Dann baute er sich vor Fabien auf. »Jetzt hörst du mir zu, du aufgeblasener Muskelprotz! Ich werde dir nun all die Dinge sagen, die mir seit Wochen und Monaten auf der Seele brennen. Ich kann dich nicht ausstehen! Du bist nicht nur Schuld daran, dass Nathan aus seinem zu Hause gerissen wurde und unsere Beziehung zerstört wurde, du hast seine Unwissenheit und Unschuld ausgenutzt, um deine widerwärtigen Triebe zu befriedigen! Um etwas anderes ging es dir doch nicht, davor war er dir schließlich auch egal und du konntest all die Zeit über gewissenlos andere Leute besteigen, auf die du noch viel weniger Anspruch hast! Wahrscheinlich bist du voller Krankheitskeime! Ich halte dich für einen widerwärtigen, triebgesteuerten Tunichtgut! Nicht zuletzt wurde Nathan nicht nur aus meiner Obhut gerissen, sondern unter deinem nicht vorhandenen Verantwortungsgefühl wurde er auch Opfer von diesem zwielichtigen Robere, der kaum schlechter ist als du, nur ehrlicher und obendrein besser aussieht als du mit deinem gigantischen Zinken im Gesicht! Ich hoffe, du bist nun glücklich, nachdem du dein zerstörerisches Werk vollbracht hast!«

Fabien Lacomb
Fabien ließ die Schimpftriade über sich ergehen, denn er wusste was sonst Bellamy aller Wahrscheinlichkeit danach mit ihm tat. Natürlich würde Ciel dafür Ärger bekommen, aber tot blieb er trotzdem. Und Fabien wollte so einiges, sterben gehörte nicht dazu. "Ich danke Euch für Eure offenen Worte Hoheit. Zu Eurer Information, als Euer ehemaliger Leibdiener Nathan von Robere geschändet wurde, befand ich mich nicht am Hofe. Ich begleitete Euren Vater und dieser war kurz darauf in Gefangenschaft bei den werten Duponts. Also ich mag einiges verschuldet haben, aber Nathan Schändung ganz gewiss nicht. Ich war nicht vor Ort. Zeugnis darüber kann kein geringerer ablegen als Euer Vater der Duc höchstpersönlich. Ferner merke ich an, da Ihr scheinbar gefragt habt, dass ich Nathan nicht aus reinem Trieb verführte, sondern dass wir uns beide näher kamen. Mit wem ich vorher oder danach Sex hatte Hoheit, obliegt allein der Entscheidung Eures Vaters. Er erteilte mir diesbezüglich keinerlei Verbote und ich habe auch mit niemandem Sex gehabt, der Euer Eigentum wäre. Bis auf Nathan, womit Ihr Recht habt. Auch für mein Äußeres kann ich nichts, da müsstet Ihr Euch an meine Mutter oder meinen Vater wenden, ich habe mich nicht selbst gemacht. Dass Ihr mich nicht ausstehen könnt, daran lasst Ihr zu keiner Minute einen Zweifel. Aber ich bin nicht Euer Leibdiener oder Allgemeingut, sondern das Privateigentum des Ducs. Solltet Ihr also beschließen mich zu töten, oder zu beschädigen, werde ich das ganz sicher nicht verhindern können. Solchen Illusionen gebe ich mich nicht hin. Und Ihr würdet bestenfalls von Eurem Vater gerügt, auch dies weiß ich. Aber ich denke, schon dass Bellamy dafür bestraft werden würde, falls er mir etwas antut", sagte Fabien so ruhig wie möglich, auch wenn er am liebsten geflohen wäre.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es liegt mir fern, dich zu beschädigen, du Sachgegenstand«, brüllte Ciel. »Ich werde meinem Vater nicht den Leibdiener nehmen, denn im Gegensatz zu dir habe ich Anstand und weiß, was ein guter Leibdiener wert ist! Natürlich war es Trieb, sonst hättest du ihn anschließend nicht allein gelassen, sondern mich darum gebeten, auf ihn achtgeben zu dürfen, oder hättest mich vorher gefragt! Warum hast du das nicht getan, wenn nicht aus einem anderen Grunde als den, dass dir deine winzige Nudel gejuckt hat?!«

Fabien Lacomb
"Wie ich bereits sagte Herr, da wir uns beide näher gekommen sind. Es war in den Gärten in Ehveros, als wir zu einer Pause nach draußen geschickt wurden. Natürlich fand ich Nathan sexuell anziehend, sonst hätten wir keinen Sex gehabt. Aber er empfand ebenso, sonst wäre er nicht darauf eingegangen. Und es mag Euch verwundern, aber auch Diener und Leibeigene haben Empfindungen. Das ich Euch hätte fragen müssen stimmt, aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Genau genommen hätte ich ebenso meinen Herrn vorher um Erlaubnis fragen müssen. Aber für meine Verfehlung konnte Nathan nichts. Ihr hättet mich bestrafen lassen sollen durch Euren Vater, anstatt ihn", gab Fabien zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
»Aha! Du gibst es zu«, triumphierte Ciel. »Du warst in diesem Moment Sklave deines Fleisches, hast dich der Zügellosigkeit hingegeben! Wäre es so romantisch abgelaufen, wie du behauptest, hättest du zum einen meinen Vater und mich gefragt und zum anderen Nathan darauf hingewiesen, in was für eine Gefahr er sich begibt. Du hast es jedoch verschwiegen mit der Absicht, mich und meinen Vater zu hintergehen und Nathans Unwissenheit auszunutzen. Hast du Nathan mal gefragt, wie er sich fühlte, nachdem er verstoßen wurde? Und du, der du der Quell des Übels bist - wurdest du für all dies bestraft?«

Fabien Lacomb
"Ja das gebe ich zu, dass es zu mehr wurde und ich dann nicht mehr nachgedacht habe. Denn dabei geht es selten ums Denken. Wie sich Nathan gefühlt hat, weiß ich Hoheit. Ich weiß dass er Euch schmerzlich vermisste und daran fast zerbrochen wäre. Ich weiß, dass er sich nach Euch zurücksehnte es aber kein zurück mehr gab. Ihr sprecht leichtfertig von Liebe Hoheit. Liebe generell, sprich zu einem anderen Menschen stellt diesen Menschen über einen selbst. Hätte Euch Euer Vater für einen einzigen Fehler in ein Waisenhaus gegeben? Niemals, er hätte Euch verziehen. Ihr beschuldigt mich, Euch Nathan entrissen zu haben. Hoheit, dergleichen steht überhaupt nicht in meiner Macht. Ihr selbst habt Nathan verstoßen, dies war Eure Entscheidung. Ich habe nichts zu entscheiden, so etwas schon gar nicht. Wäre nach Nathans Verfehlung Liebe im Spiel gewesen, dann hätte diese Liebe einen anderen Namen als Verstoßung. Sie hieße Verzeihen, oder wie es andere nennen Barmherzigkeit. Verstoßung Herr wird aus verletztem Stolz geboren, Barmherzigkeit, Vergebung wird aus Liebe geboren. Ich mag nicht über Euren Intellekt verfügen, nicht über Eure Ausbildung und schon gar nicht über Eure Macht, aber ich weiß was Barmherzigkeit und Liebe ist. Ich diene Eurem Vater.... Herr", antwortete Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»So, nun bin ich auf einmal der Böse, weil ich mir von euch zweien nicht auf der Nase herumtanzen lassen habe! Frag Bellamy, was er dazu meint, dass du mich als hartherzig hinstellst und als jemand, der Fehltritte nicht vergeben könne. Oder Ferrau. Hier geht es aber nicht um einen kleinen Fehltritt, sondern um die Entweihung einer Reliquie. Im Prinzip hast du Götterlästerung betrieben, indem du ihn besudelt hast und lass meinen Vater aus dem Spiel, komme mir nicht mit so was! Eben jenen werde ich um deine nachträgliche Bestrafung bitten!«

Fabien Lacomb
"Das ist Euer gutes Recht Herr, ich habe meinen Fehler zugegeben weder Euch als Nathans Herr noch meinen eigenen zu fragen. Falls Nathan Eure Reliquie war, wieso sollte er denn damit entweiht worden sein? Er lebte kein Leben als Mönch, oder hatte er klare Order, dass er keinerlei Geschlechtsverkehr haben darf? Ich habe keinem Gott gelästert Hoheit. Euer Vater bleibt nicht aus dem Spiel, da ich sein Eigentum bin. Und ich sehe den eklatanten Unterschied zwischen seinen und Euren Entscheidungen. Dazu muss ich nicht Bellamy befragen, denn Bellamy ist genau wie Ferrau Euer treuer Diener. Sie werden nicht gegen Euch sprechen, was nur Recht so ist. Folglich kann ich nur meine Verfehlungen zugeben und jene von mir weisen die ich nicht beging. Ihr könnt Euren Vater auch darum bitten, Euch Nathan wieder zuzuteilen und Dreux einen neuen Leibdiener zu stellen", schlug Fabien vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, diese Order hatte er. Er sollte sich überhaupt nicht mit solchen Dingen beschäftigen! Er ist kein Mönch, nein, er war weitaus mehr, ein Gesandter Ainuwars, Bote der Unschuld und Reinheit. Und du hast ihn zu einem Fleischstück herabgewürdigt. Wenn du das nicht verstehst, verstehst du vermutlich auch nicht, warum es Götterlästerung wäre, in einem Tempel seinen Samen auf eine Statue zu spritzen. Gehen wir zu meinem Vater.«

Fabien Lacomb
"Gerne, dann könnt Ihr gleich um meine Bestrafung ersuchen", antwortete Fabien und war froh, endlich wieder die Gemächer von Ciel verlassen zu können. Gleichzeitig schalt er sich, dass er überhaupt einfach mitgegangen war. Er hätte Max informieren müssen, so hätten sie ihn einfach beseitigt und er wäre vermutlich weggelaufen und wäre nie wieder gesehen worden. Oder er wäre in der Gullaschkanone für die anderen Diener gelandet. Sowas traute er Bellamy durchaus zu. Verschwunden wäre er also nicht, sondern in der Grube gelandet. Fabien ging zurück zu den Gemächern seines Herrn und war froh als er diese betrat. Er musste den Drang unterdrücken zurück zu rennen und in den Gemächern nach seinem Herrn zu rufen. Stattdessen blieb er weiterhin ruhig. In den Gemächern war alles gut, auch wenn man sie nicht sah, die Leibwächter des Ducs waren allgegenwärtig. Fabien trat an das Bett von Maximilien heran und weckte ihn sanft. "Verzeiht Herr, aber erneut Euer Sohn. Er wünscht Euch sehr dringend zu sprechen. Es geht um meine Person", erklärte Fabien.

Maximilien
Max rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. Er schaute sich einen Moment desorientiert um, ehe er Ciel musterte. "Worum geht es Ciel?", fragte er freundlich aber müde.

Ciel Felicien de Souvagne
»Tut mir leid, dass ich dich wecke, Papa, aber ich bin stocksauer! Nicht nur, dass sich bewahrheitet hat, was dieser ekelerregende Remy angestellt hat, sondern Fabien drückt sich auch seit Monaten vor seiner Strafe, da er Nathan befleckte und weder dich noch mich um Erlaubnis fragte! Ich wünsche, dass dieser Missstand korrigiert wird.«

Maximilien
"Na das habe ich mir bei dem Loblied auf das Himmelsauge gleich gedacht. Wie bist Du dort mit Deiner Frau verblieben? Nun dass ist wohl oder übel korrekt was Ciel hier aufführt Fabien. Ich habe immerhin auch erst durch die Briefe davon erfahren. Allerdings habe ich Dir verziehen, da ich Dich nicht bestrafen wollte, dafür dass Du Dich verliebt hast. Bleibt noch der Herr von Nathan. Er hat ein Anrecht auf Strafe oder Wiedergutmachung. Welche Strafe schwebt Dir für Fabien vor?", fragte Max seinen Sohn und wartete gespannt ab.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das kommt darauf an, ob du ihn für eine Weile entbehren kannst«, sprach Ciel langsam. »Anstelle einer Leibesstrafe fände ich es angemessen, ihm vor Augen zu führen, wie es sich anfühlt, von denjenigen getrennt zu werden, die man liebt. Mit meiner Frau bin ich überhaupt nicht verlieben. Ich habe sie samt Remy weggeschickt. Mag sie mit ihm tun und lassen, was sie für richtig hält, wenn ich es nicht vermag, sie glücklich zu machen.«

Maximilien
"Entbehren kann ich ihn eigentlich nicht, aber die Bestrafung steht Dir zu und Du bist mein Sohn Ciel. Wohin möchtest Du Fabien schicken? Nun ich verstehe Deine Enttäuschung bezüglich Deiner Frau, möchtest Du die Ehe aufrecht erhalten, oder soll ich sie annullieren? Ich komme Deinem Wunsch nach, auch wenn ich es schade fände. Möglicherweise benötigt Ihr etwas Zeit?", schlug Max vor und klopfte aufs Bett damit sich Ciel zu ihm setzte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich möchte die Ehe nicht annullieren. Aber ich glaube, Olivie wünscht sich das«, jammerte Ciel und setzte sich zu seinem Vater. »Sie glaubt, ich sollte einen Mann heiraten, nur einen Mann. Wohin ich Fabien schicken will? Am liebsten als Putzfrau in einem rosa Fummel ins Mannschaftsquartier von Unitè B!«, wütete er.

Maximilien
Max rutschte zur Seite so dass Ciel ausreichend Platz hatte. "Du darfst Dich entfernen Bellamy, Du ebenso Ferrau", befahl Max und wartete ab, bis beide verschwunden waren. "Du bleibst heute Nacht hier Ciel, keine Widerrede. Auf Olivies Wunsch werde ich keine Ehe aufheben. So eine Entscheidung muss wohl durchdacht sein und so sehr ich meine Tochter liebe, wohl durchdacht und Olivie sind zwei völlig verschiedene Dinge. Meist sind Ihre Handlungen spontan und sprunghaft. Sie ist klug, aber sie ist auch jung und sie ist Deine Frau. Ob die Ehe aufgehoben wird, entscheidest Du, da ich Dir das Angebot unterbreitete. Ich werde ganz sicher nicht Olivie nach Ihrer Meinung diesbezüglich fragen. Ich frage selbstverständlich auch manchmal meine Frauen um Rat Ciel, aber letztendlich entscheiden wir. Und so verhält es sich auch mit Olivie. Im kleinen oder im großen sind es die Männer die die Entscheidungen treffen, die Frauen halten die Familien zusammen. Das ist eine andere Aufgabe. Vielleicht sollte ich Olivie daran erinnern. Im Guten versteht sich, denn ich möchte dass Du mit ihr glücklich wirst. Es ist Dein Wunsch, sie soll Deine Frau bleiben und ich finde dass eine sehr schöne Entscheidung von Dir. Bezüglich Remy musst Du nachdenken wie Du verfährst, darüber können wir uns gerne beratschlagen. Aber auch ich würde keine meiner Frauen leichtfertig aufgeben. Dafür hat man nicht geheiratet. Zur Unit-B in einem Fummel werde ich Fabien nicht schicken. Mach einen umsetzbaren Vorschlag und nimm Dir von mir Schlafkleidung Ciel", antwortete Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dass der Vorschlag nicht realistisch ist, ist mir bewusst«, murrte Ciel und beobachtete betrübt, wie Ferrau das Quartier verließ. Er nahm sich frische Schlafkleidung seines Vaters und kuschelte sich in dessen Bett. »Wäre der Blödmann dir nicht so wichtig, wäre es einfacher. Mach du doch einen Vorschlag, der fair ist für alle Seiten. Ich bin vermutlich vom Hass verblendet und zu zu milde und dann wählen wir die Mitte. Ich möchte, dass Olivie glücklich wird. Aber ich kann sie einfach nicht glücklich machen, sie fühlt sich von mir nicht begehrt und sieht mich nur als Bruder. Remy sieht sie als Mann. Das hat mich sehr getroffen, ich hatte mir solche Mühe gegeben, es ihr schön zu machen und dann kommt dieser dahergelaufene Chevalier und schafft scheinbar im Handumdrehen, was ich in hundert Jahren nicht schaffen würde. Ich habe als Ehemann völlig versagt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein Du hast nicht völlig versagt, sondern erst einmal gestartet. Du musst Ihr einfach offensiver zeigen, dass Du sie wirklich begehrst. Sie persönlich Ciel, nicht mit Geschenken, sondern durch Gesten. Das ist vielleicht nicht so Deine Art, aber versuch es einfach. Sobald etwas auf gleiche Art zurück kommt, weißt Du dass Du richtig handelst oder dass sie Dich belogen hat. Eines von beidem. Wir könnten Fabien in die Wäscherei schicken. Dort wäre er nicht völlig allein und abgeschnitten, da dort seine Mutter arbeitet, aber er hätte für die Zeit keine Privilegien und müsste eben genau jene Arbeit verrichten. Ein Diener von Dienern. Die Wäscherei arbeitet für die Hausdiener, für die Küche und und und. Je nachdem wer Wäsche herab gibt um diese Waschen zu lassen. Was sagst Du dazu?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Finde ich zu milde, eben weil er da ja seine Mutter hat. Das ist keine richtige Strafe. Mein Nathan ist komplett weg, für immer, den hat er sich unter den Nagel gerissen. Ich würde Dreaux ja fragen, ob er ihn mir ausborgt, um Fabien zu quälen, aber damit fahre ich Ferrau wieder gegen den Karren«, stöhnte Ciel. »Ferrau hat gleich verstanden, was er mir bedeutet, als ich ihm eine Kuscheldecke schenkte. Und er hat mir auch durch Geschenke gezeigt, was ihm an mir liegt. Olivie ist kompliziert.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Frauen sind kompliziert und wundervoll Ciel, manchmal sind sie ganz einfach und mal sehr umständlich und genau dass ist das Komplizierte. Man kann sich nicht auf eine Laufbahn verlassen. Sie wechseln ständig, aber ihre Gefühle könnten sie uns auch mitteilen. Vielleicht solltest Du mal mit Linhard reden, was meinst Du? Gut, sagen wir Fabien arbeitet in der Küche oder in den Ställen? Oder fernab von unserem Hof bei einem anderen Adligen?", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wie wäre es damit, ihn als Diener bei irgendwem einzusetzen, den er nicht leiden kann? Bei mir zum Beispiel?«, grinste Ciel. »Ich bin schließlich auch der Geschädigte gewesen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das wäre fair, solange Du auch fair bleibst und ihn nicht züchtigst. Denn eines bedenke bitte Ciel, auch ich muss danach noch mit Fabien zusammen leben können und ich möchte dies auch. Er bedeutet mir ebenso viel, wie Dir Nathan bedeutet hat. Und nach der Strafe sollten wir beide uns noch vertrauen können. Ich muss mich danach noch von ihm rasieren lassen können. Sprich reiner Kommandoton ist erlaubt, reines Dienen ist erlaubt, aber körperliche Züchtigung oder Misshandlung ist verboten. Mit allem anderen hat er proffessionell umzugehen. Du allerdings auch mit ihm. Sagst Du das zu, ist er Dein Diener. Für wie lange wäre noch auszumachen", sagte Max, während Fabien Ciel anstarrte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe nie einen Diener gezüchtigt«, erklärte Ciel entschieden. »Das Schlimmste, was ich mal getan habe, ist, einen zu schütteln und anzuschreien, aber da muss ich schon wirklich wütend sein. Ich habe nie die Hand gegen einen Diener erhoben.« Ihm entging Fabiens Blick nicht und er freute sich diebisch darüber.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"In Ordnung, dann ist Fabien für die Entschädigungsdauer Dein Leibdiener oder Diener, ganz wie Du es möchtest. Wie lange soll er Dein Diener sein? Zwei Wochen, ein Monat?", fragte Maximilien und überlegte, wen er solange als Leibdiener verpflichten könnte. Fabiens Blick sprach Bände, auch wenn er keinen Ton verlor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Einen Monat«, entschied Ciel. »Über seine genauen Aufgaben mache ich mir noch Gedanken. Er wird nicht in seiner Arbeitsleistung beeinträchtigt sein, wenn er wieder zu dir kommt, aber er wird gründlich nachgedacht haben.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun dass ist Sinn und Zweck einer Strafe, ab wann? Ab morgen mittag würde ich vorschlagen, ich muss immerhin noch einen Leibdiener als Ersatz benennen können. Hast Du einen Vorschlag?", fragte Max und dachte angestrengt nach. Fabien musterte Ciel als wollte er ihn erdolchen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Quentin Davout? Einer der gewöhnlichen Diener, den ich gern für jene Dinge einsetze, die keines Leibdieners bedürfen. Er ist zuverlässig, freundlich und diskret. Morgen Mittag ist perfekt«, freute Ciel sich und zeigte Fabien hinter dem Rücken seines Vaters aus dem Bett hervor eine lange Nase.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun dann bringe mir Quentin morgen vorbei, dann tauschen wir, sozusagen. Behandele Fabien trotz allem gut, jedenfalls soweit das möglich ist. Du musst ihn nicht lieben, oder verwöhnen, Du musst nur fair zu ihm sein, jedenfalls in Deinem Sinne. Nun vielleicht ist das eine Herausforderung ebenso an mich, mich auf eine neue Person einzulassen. Ich bin nicht gerade ein Freund von Veränderungen, wie man weiß", schmunzelte Max, "aber ich werde es versuchen".

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, ich werde ihn nicht gut behandeln, sonst ist es keine Strafe. Aber ich werde es auch nicht übertreiben. Du musst dir jedenfalls keine Sorgen machen. Ich denke, den Großteil der Strafe wird Ferrau übernehmen, ohne es zu merken, der kann es nicht leiden, wenn andere Diener ihm ins Handwerk pfuschen und kann dann auch ganz schön mit denen bocken. Das habe ich gemerkt, als ich Zerbino hinzu holte.« Ciel kuschelte sich bei seinem Papa ins Kissen. »Legst du dich auch hin, Papa? Ich bin müde.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja mache ich", antwortete Max und legte sich auf die Seite, so dass er Ciel zugewandt war. "Damit hast Du Recht, aber Du kennst mich. Nun ich bin gespannt auf Quentin und wie ich mit ihm klar kommen werde. Ich werde bewusst offen auf ihn zugehen, dass hat er verdient. Und Du Fabien geh in Deine Kammer, pack Deine Sachen und leg Dich noch etwas hin. Die vier Wochen wirst Du ertragen... kurzum ertragen müssen. Und denk dran, durch das Übergehen von mir und Ciel hast Du uns beide in die Scheiße geritten und es mal auf den Punkt zu bringen. Ich kann nicht gegen meinen Sohn entscheiden und nicht gegen Dich. Also sieh zu dass Du daraus das Beste machst, ich versuche es ebenso. Hat er Besuchsverbot für die Zeit?", fragte Max lachend. "Meine Güte ich bin schlimmer als Ihr drei zusammen", grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
»Natürlich, er ist für die Zeit mein Diener und hat sich vollends mir zu widmen. Er wird weder Zeit für dich noch für Nathan finden«, frohlockte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich beuge mich Deiner Entscheidung Ciel, alles andere wäre unfair Dir gegenüber. Zudem sehe ich das mit einem zwinkernden Auge, Du bist mir ja auch etwas entgegen gekommen, siehe Ferrau. Ich denke mal für ihn bleibt doch wohl alles dran", schmunzelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»So weit waren wir noch nicht«, murrte Ciel kleinlaut. »Momentan ist es eine rein geistige Liebe. Aber wir werden es vielleicht mal ausprobieren, wenn er mag.« Ciel kuschelte sich bei seinem Papa ein.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nahm Ciel wie ein kleines Kind in die Arme und drückte ihn an seine Brust. "Schlaf gut Kurzer", sagte er liebevoll, küsste ihn auf die Stirn, legte seinen Kopf auf den von Ciel ab und deckte sie beide zu. Fabien ging leise in seine Kammer und fing an zu packen. Vier Wochen, dass waren 28 Tage, die konnte er hoffentlich gut ableisten ohne mit Ciel aneinander zu geraten. Er beschloss nur das nötigste mit dem Prince zu reden, um nicht neue Angriffsfläche zu bieten. Als er das Nötigste eingepackt hatte, legte er sich aufs Bett und wartete auf das Morgengrauen. Und das Grauen meinte er wörtlich.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung für etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#33

Beitrag von Fabien Lacomb » Mo 25. Jun 2018, 20:17

Antritt zum Strafdienst


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand am nächsten Morgen auf, noch bevor sein Vater munter war. Er war aufgeregt und konnte nicht mehr schlafen. Er streichelte Maximilien und schälte sich vorsichtig aus dem Bett. Dann nahm er seine Sachen und ging noch im Schlafanzug zurück in seine Gemächer, wo er nach Ferrau Ausschau hielt.

Ferrau Du Trieux
Ferrau war gerade dabei die Gemächer wieder ordentlich herzurichten, aber wie üblich machte er das in seinem ganz eigenen Tempo. So dass ihm die Arbeit dabei auch noch Spaß machte. Er legte alles schön zusammen, sortierte die Kleidung für die Wäsche vor und machte dann das Bett. In das Kopfkissen machte er extra einen Knick, damit es schön fluffig nach oben stand, sobald sein Herr zurück war. Er setzte Kaffee auf und stellte einige Kekse in eine Etagerie auf den Tisch, natürlich probierte er selbst einen. Er wollte Ciel ja sagen können dass sie schmecken. Als das Gemach wieder seinen Ansprüchen genügte, setzte er sich gut gelaunt aufs Sofa und spielte gegen sich selbst Karten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam barfuß und im Schlafzeug zu Ferrau herüber. Er setzte sich gemütlich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf den Mund. »Morgen. Na, schön geschlafen? Du bist ja schon fleißig gewesen.« Er konnte sich das Grinsen nicht verkneifen.

Ferrau Du Trieux
"Ich bin immer fleißig, jedenfalls am planen", lachte Ferrau und küsste Ciel zurück, zeitgleich reichte er ihm ein Kartenblatt. "Du zockst mit. Wie geht es Dir? Ist alles in Ordnung? Darf ich überhaupt einfach Du sagen? Ich hoffe ich darf das. Natürlich nur privat, nicht draußen. War es schön bei Deinem Vater? Du hattest immer viele Leibdiener oder? Warum hat Dein Vater nur einen? Hat das einen Grund? Schau mal, ich habe Dir Kekse besorgt. Keine Angst, die sind von der Patisserie in Beaufort, sie sind sehr lecker. Und Kaffee habe ich für Dich aufgesetzt", freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich sehr über die liebevolle Begrüßung. Er nahm die Karten und rutschte ganz dicht an Ferrau heran, während er die Beine bequem unterschlug. »Ich hätte dir das Du noch angeboten, in einer ganz schrecklich nüchternen Verlautbarung. Aber da du es von dir aus ansprichst, bleiben wir gleich dabei. Inzwischen wissen einige von unserer Übereinkunft, unter anderem mein Vater und meine Schwester, auch Bellamy ist im Bilde und der dumme Fabien. Wir behalten es ansonsten noch für uns, lass uns erstmal schauen, wie gut wir uns auf diese Weise verstehen, bevor wir es offiziell machen.« Er sortierte die Karten in seiner Hand. »Danke, dass du alles schon vorbereitet hast, es ist schön, wenn man nach Hause kommt und alles ist so liebevoll arrangiert. Was spielen wir? Ja, ich hatte recht zeitig angefangen, mir zwei Leibdiener zu halten, da ich so wenig schlafe und meine Leibdiener meistens ziemlich stark beanspruche. Sie haben wenig Pause und sind daher oft erschöpft, drum kann ein zweiter nicht schaden. Warum mein Vater nur einen hat, kann ich dir gar nicht sagen, das müsste ich ihn glatt mal fragen. Womit wir beim Thema wären.« Ciel grinste breit. »Ich habe ab heute einen zweiten Leibdiener.« Er nahm sich mit der freien Hand einen der neuen Kekse und probierte. "Hm, die sind gut!"

Ferrau Du Trieux
Ferrau freute sich die ganze Zeit über und grinste wie ein Honigkuchenpferd, bis die Sprache auf den zweiten Leibdiener kam. Schlagartig fielen seine Mundwinkel nach unten. "Zerbino kommt zurück, oder habt Ihr einen neuen Leibdiener angeheuert? Ich meine Du? Also ich kann mich auch beeilen so ist es nicht.Was wir spielen, darfst Du aussuchen. Wen denn? Wer ist es? Das wir warten bis es gut läuft, finde ich eine gute Idee", sagte Ferrau und schaute in die Karten, wobei er Ciel heimlich aus dem Augenwinkel beobachtete.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es ist Fabien«, erwiderte Ciel mit einem noch breiteren Grinsen. »Lass uns Räuberrommee spielen, dabei muss man nicht so viel nachdenken und wir können uns auf das Organisatorische fokussieren. Du brauchst nicht schneller arbeiten, es ist gut so, wie es ist. So hast du mehr Zeit für mich als Privatmensch und nicht als Leibdiener.« Er gab es nicht zu, aber er freute sich, dass Ferrau wenig begeistert über seinen neuen Kollegen war. Es machte das Ganze hoffentlich schön unangenehm für Fabien und nebenbei fühlte Ciel sich auch geschmeichelt. Er trank einen Schluck Kaffee. »Hm, der ist gut!«

Ferrau Du Trieux
"Und warum ist Fabien hier? Hat Euer Vater Streit mit ihm und Du hast ihm eine Unterkunft geboten? Der schläft nicht in meiner Kammer, dass sage ich gleich. Der und Nathan haben oft an mir rumgemeckert, dass hier ist mein Zuhause. Ja den Kaffee habe ich mit einer Prise Salz gemacht, so machte es meine Mutter immer", erklärte Ferrau stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er ist hier, um dafür zu büßen, was er mit Nathan gemacht hat. Er soll spüren, wie es ist, aus seinem zu Hause herausgerissen zu werden und als Leibdiener von seinem Herrn getrennt zu sein. Darum wird er einen Monat lang hier arbeiten und hat Besuchsverbot bei seinem Herrn und bei seinem Partner. Ob er in deinem Bett schläft oder woanders, ist dir überlassen, aber du schläfst in meinem.« Ciel gab die Karten aus.

Ferrau Du Trieux
"Das freut mich, ich war auch sehr lange fremd und allein, obwohl ich einen Herrn hatte. Das man mir dann unterstellt ich wäre faul, finde ich nicht richtig. Man kann ja mal mit den Leuten reden, statt über sie oder? Aber Fabien liebt "Tratsch", er hätte Frisör werden sollen, dass wäre der richtige Beruf für ihn. Wobei, im Grunde ist er Frisör und Bader in einem, ein doppeltes Tratschweib, schlimmer als die Waschweiber alle zusammen. Und er weiß auch immer alles. Mal ehrlich Ciel ja? Wenn Fabien immer so fleißig und gehorsam ist wie er tut, woher weiß er dann das alles? Dann könnte er das alles gar nicht wissen, da er nur arbeitet. Also muss er sich doch mit denen unterhalten und tratschen, anstatt andauernd zu arbeiten. Das geht ja nicht, dass kommt ja nicht hin. Oder kommen die alle zu Fabien und erstatten Bericht? Wohl kaum, da sie selbst alle arbeiten müssten. Die Waschweiber und die Küchendiener reden ja bei der Arbeit. Nur arbeitet Fabien dort nicht. Oder er hat da seine Flammen, wer weiß das schon bei ihm. Nathan hat auch schlecht über mich gesprochen, aber in letzter Zeit hat er sich sehr bemüht und mir gute Tipps gegeben. Ich glaube ihm tat es leid. Ich weiß ja, dass ich mich manchmal gedrückt habe, aber Du weißt es war nicht aus Faulheit. Und jeder macht seinen Beruf auch anders. Der eine total geplant, der andere chaotisch und ich eben auf meine Art. Vielleicht bin ich nicht der Schnellste, aber guck doch mal in unserer Wohnung ist alles sauber und schön. Das es schön und gemütlich ist, ist doch auch wichtig. Also ich finde das sehr wichtig. Nein ich möchte nicht, dass er in meiner Kammer schläft, dass ist meine Kammer. Er kann doch im Wohnzimmer schlafen für vier Wochen", murrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann schläft er im Wohnzimmer. Das kannst du ihm nach dem Frühstück gleich sagen, dann holen wir ihn ab und bringen Papa seine Vertretung vorbei. Du gibst den Ton hier an, wenn ich es nicht gerade tue und kannst ihn nach Herzenslust striezen. Da kann er seinen angeblichen Fleiß gleich mal unter Beweis stellen. Lass sie reden, Ferrau. Ich weiß es besser, ich wusste es von Anfang an, was in dir für Potenzial schlummert. Du magst bockig sein, aber faul, nein, das bist du nicht. Und unsere Wohnung ist wirklich traumhaft gemütlich, allein, wie schön du die Kissen arrangiert hast, die ich gerade wieder mit dem Rücken plattdrücke. Nathan ist ein sehr lieber Mensch, er ist nur leider strunzdumm. Wenn ihm irgendwer etwas einredet, ist es ihm nicht möglich, den Wahrheitsgehalt zu reflektieren. Wenn ihm also jemand einredet, dem er vertraut, dass du faul bist, dann nimmt er das für bare Münze. Das ist lästig, aber er kann nichts dafür. Du musst ihm eigentlich nur das Gegenteil sagen und passend begründen, dann ist für ihn alles wieder gut. Ich denke, er mag dich, er hatte ja auch mit Zerbino darüber geredet, was Greg mit dir anstellte.«

Ferrau Du Trieux
"Ich weiß nicht warum Euer Bruder so böse auf mich wurde. Ich habe ihn nicht belogen, ich meine Dein Bruder! Herje. Er ist so umgeschlagen, dass ich richtig Todesangst vor ihm hatte. Aber ich habe ihn niemals belogen. Und wieso sollte ich für Zerbino lügen? Ich kannte den Mann doch gar nicht. Also vom sehen und grüßen, aber da lüge ich doch nicht um dann bestraft zu werden. Ich hätte ihm die Wahrheit gesagt, wenn ich was zu sagen gehabt hätte. Aber ich wusste doch gar nichts. Warum soll ich denn für einen Fremden die Schläge kassieren? Aber er war wie vernagelt, er wollte mir nicht glauben, egal wie ich flehte. Er war voller Hass und voller Angst und dann... dann... hast Du mich gerettet. Es ist nicht schlimm, wenn jemand dumm ist. Dann sagt man ihm seine Aufgabe zwei oder dreimal. Aber es nicht nicht richtig, alles ungefilter weiterzutratschen und was dabei zu machen oder wegzulassen. Ob Fabien das macht, weiß ich nicht, aber er gibt ja was auf den Mist und hört es sich an. Ja wenn er so fleißig ist, kann er es beweisen. Ich bin Dein Leibdiener, er ist es nicht. Also ist er wie die normale Dienerschaft, die wir in Anspruch nehmen dürfen. Ich hoffe nur er streitet nicht mit mir", grübelte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er hat nicht mit dir zu streiten. Wenn er es doch tut, sagst du mir das. Wir werden ihm von Anfang an sagen, was Sache ist. Also möchtest du nicht, dass er deine Aufgaben als Leibdiener übernimmt, sondern er soll dich nur in den anderen Dingen unterstützen? Mir ist beides Recht. Hauptsache, er bekommt sein Fett weg und ärgert sich krumm und schief. Niemand wird dich mehr schlagen, Ferrau. Wer es wagt, bekommt es mit Bellamy zu tun oder, sollte es der Stand nicht erlauben, mit mir. Du bist nun noch weitaus mehr für mich als früher und auch meine Brüder werden nicht immun gegen meinen Zorn sein, sollten sie das wagen. Nicht einmal Verrill.« Er zog Ferrau zu sich herüber und kuschelte seinen Kopf in Ferraus wuschliges Haar.

Ferrau Du Trieux
"Nein er darf alles machen, was ein Leibdiener so macht, bis auf die intimen Dinge, wie waschen und rasieren und so weiter. Das darf er nicht. Aber wenn Du einen Kaffee möchtest oder ein Buch, kann er doch laufen, statt ich oder? Oder er soll Dich waschen, Dich wird er ja nicht gerne waschen im Gegensatz zu Deinem Vater. Er war ja immer dran irgendwas an ihm zu richten oder zu verschönern, Hauptsache er konnte an ihm rumfummeln. Greg war als ich für den Hochzeitskuchen fragte, wie ausgewechselt, er war auf einmal freundlich. Ich glaube die ganze Wut war Zerbino schuld und ich kassierte den Haken für den Blödmann. Und der stand noch dabei und hat mich nicht verteidigt. Warum sollte ich ihn dann verteidigen? Was sagst Du? Soll er Dich waschen, Deine Füße, Deinen Hintern und Du sagst ob Du zufrieden bist. Ich bin ja dabei, Du musst keine Angst haben", ginste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn du dabei bist, kann ja nichts schiefgehen. Wenn dich irgendwas stört, was er macht, darfst du deiner Meinung ruhig deutlich Ausdruck verleihen, nur körperlich darf er nicht gezüchtigt werden. Das wünscht mein Vater nicht und ich wünsche das auch nicht. Eigentlich kann unser Tratschweib gleich mal loslegen, ich bin ja gerade erst aufgestanden und noch im Schlafanzug«, grinste Ciel und trank noch einen Schluck Kaffee. »Hol ihn bitte her. Wenn ich angezogen bin, bringen wir meinem Vater seine Vertretung.«

Ferrau Du Trieux
Ferrau grinste breit und nickte zustimmend. "Ja geschlagen wird bei uns nicht, niemand von niemandem. Dass ist ein gutes Motto, ich bin sofort wieder da und guck nicht in meine Karten", lachte Ferrau und machte sich sofort auf den Weg. Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde, dann kam er im Schlepptau mit Fabien zurück. "Hier ist unser Neuzugang Herr", flötete Ferrau.

Fabien Lacomb
"Ich grüße Euch Hoheit", sagte Fabien so tonlos, dass vermutlich sogar ein Ghul aufgehorcht hätte, wie wenig Leben in seiner Stimme war.

Ciel Felicien de Souvagne
»Guten Morgen, Fabien«, grüßte Ciel zurück. »Ich habe gerade mit Ferrau gesprochen. Er ist hier der erste Leibdiener und du wirst dich seinen Anweisungen fügen, als hätte ich selbst sie ausgesprochen. Zunächst einmal wünscht Ferrau nicht, dass du in seiner Kammer wohnst, also wirst du mit diesem Sofa vorliebnehmen, auf dem wir uns gerade den Frühstückskaffee schmecken lassen. Deine Sachen musst du dann hier irgendwo hinlegen, in das Schränkchen hier oder, wenn das nicht reicht, auf den Fußboden. Ferrau, bitte informiere Fabien über eure Aufgabenverteilung.«

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickt zustimmend. "Meine Kammer ist mein Zuhause und Du hast ein eigenes, aber Du wohnst dort im Moment nicht. Du kannst Deine Sachen in Deiner Tasche lassen und sie in die Ecke stellen. Da stört sie niemand. Und da Du ja eh permanent arbeitest, stört es Dich ja auch nicht, wenn Du auf dem Sofa schläfst. Du schläfst erst, wenn alle zu Bett gehen und dann erst wird dass Sofa für Dich frei. Passt doch. Du wirst alle meine Aufgaben erledigen und ich überwache sie nur. Laufburschentätigkeiten überwache ich nicht, aber da Du ja viel schneller bist als ich, gehe ich davon aus, wofür ich 10 Minuten brauche schaffst Du locker in fünf Minuten. Du bist ja trainiert. Ansonsten muss ich Dir ja nicht sagen, was Du zu tun hast. Das kennst Du ja von Deinem Herrn. Morgentoilette, waschen, rasieren, kämmen, ankleiden und und und. Herr möchtet Ihr was ergänzen?", fragte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Da du sämtliche Aufgaben von Ferrau übernehmen wirst, darfst du nicht nur als Letzter ins Bett gehen, sondern auch als Erster aufstehen. Im Schnitt schlafe ich vier Stunden, aber das wird dir als vorbildlicher Leibdiener ja reichen. Ich denke, Ferrau kann vielleicht sogar noch was von dir lernen, also gib dir Mühe, das gute Vorbild zu sein, als das du dich gegenüber meinem lieben Ferrau so gern hinstellst.« Ciel trank seinen Kaffee aus und stellte die Tasse hin. »Fangen wir an, ich möchte dann zeitnah zu meinem Vater und ihm die Vertretung vorbeibringen.«

Ferrau Du Trieux
Ferrau grinste von einem Ohr zum anderen und deutete mit beiden Händen auf Ciel wie ein Showmaster. "Er ist bereit für die Morgentoilette", flötete Ferrau.

Fabien Lacomb
Fabien stellte seine Sachen in die Ecke und schaute sich in Ciels Gemach um. Schließlich war er nicht jeden Tag anwesend und er wusste nicht wo hier was stand. Als er alles gefunden hatte kehrte er zu Ciel zurück. "Wenn Ihr mir folgen wollt", sagte er genauso tonlos wie zur Begrüßung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte Ferrau zu, stand auf, streckte sich und folgte Fabien.

Ferrau Du Trieux
Ferrau folgte den beiden gut gelaunt ins Bad und schaute zu, was sie so trieben.

Fabien Lacomb
Fabs ließ Wasser in den Zuber, fühlte ob die Temperatur angenehm genug war und fragte sich wie dieses strohhaarige Etwas mit schütterem Haar aus Max Lenden gekrochen sein konnte. Es musste bei der Geburt eine Verwechslung gegeben haben. Bei dem Gedanken musste er aufpassen nicht zu grinsen, da es ihm ein klein wenig besser ging. Er bereitete alles für die Rasur vor und deutete auf den Zuber. Zeitgleich weichte er den Badeschwamm ein. "Wenn Ihr Platz nehmen mögt", bat Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel prüfte die Temperatur mit den Fingern. »Das Wasser ist mir zu warm«, nörgelte er. »Ich bin es gewohnt, kühl zu baden.«

Ferrau Du Trieux
"Wie Ihr wünscht Herr", antwortete Fabien und setzte sich neben den Zuber und lächelte Ciel höflich an, so falsch wie er nur lächeln konnte. Ferrau zog fragend eine Augenbraue hoch.

Ciel Felicien de Souvagne
Verwundert stand Ciel im Bad herum und wechselte einen Blick mit Ferrau. Dann sagte er zu Fabien: »Worauf wartest du? Tausch das Wasser gegen kühleres Wasser aus!«

Ferrau Du Trieux
"Vielleicht ist es Euch nicht bewusst Herr, aber Wasser kühlt nach einiger Zeit ab. Wir müssen nur warten. Einige Minuten und schon könnt Ihr in den Zuber. Fühlt einfach wann es Eure Wohlfühlkälte hat, dass ist für uns doch einfacher. Oder möchtet Ihr dass ich so oft Wasser schleppe bis meine Hände zittern? Ich soll Euch doch rasieren, kämmen und schminken oder nicht?", fragte Fabien.

Ferrau Du Trieux
Ferrau wechselte einen Blick mit Ciel. "Falls Deine Hände zittern, werde ich unseren Herrn rasieren, also steht auf und wechsele das Wasser! Gibts denn sowas", murrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Man möchte meinen, dass du genug Kraft hast in deinen dicken fetten Armen«, wetterte Ciel. »Es ist, wie Ferrau sagt! Ich möchte, dass du das Wasser wechselst, und zwar jetzt! Ich habe keine Zeit, um zu warten!«

Fabien Lacomb
Fabien nickte ergeben und wechselte das Wasser. "Wie warm oder kalt soll Euer Wasser sein Herr?", fragte Fabien, da er keine Lust hatte sich mehr als nötig mit Ciel anzulegen. Bei Ferrau würde er sich noch bedanken.

Ciel Felicien de Souvagne
»Kühl«, erklärte Ciel. »Aber nicht kalt. Auch nicht lauwarm, sondern wunderbar kühl, so wie man es an einem heißen Sommertag schätzen würde. Das ist meine Badetemperatur, außer, wenn ich anderes verlauten lasse - meist will ich es dann eiskalt - oder krank bin. Dann benötige ich es selbstredend warm. Sämtliche Lappen, die mit Schüsseln hantieren und nicht mit dem Zuber, sollen prinzipiell eiskalt sein.«

Fabien Lacomb
"Verstanden, so wie Quellwasser", antwortete Fabien und füllte den Zuber mit kalten Wasser. Zwar konnte man jemanden dann nicht so gut abwaschen, da sich Seife besser in warmen Wasser löste, aber daran konnte er nichts ändern. Er musste Ciels Wünschen Folge leisten. "Ich hoffe es ist nun zu Eurer Zufriedenheit", sagte Fabien und musterte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streckte prüfend die Finger hinein. »Ein wenig zu kalt, da ich es ja nur kühl wollte, aber für heute wird es gehen. Du darfst mich auskleiden.«

Fabien Lacomb
Fabien warf Ferrau einen Blick zu, aber da dieser nur guckte und keine Anstalten machte, etwas zur Erläuterung beizutragen, öffnete Fabien Ciels Kleidung und streifte sie ihm behutsam von den Schultern. Dann zog er ihm die Hose herunter, bis zu den Knöcheln. "Steigt bitte aus der Hose und setzte Euch in den Zuber", bat Fabien. "Welchen Badezusatz wünscht Ihr?", fragte er höflich nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stieg aus der Hose und kletterte in die Wanne, wo er es sich bequem machte. »Einen Badezusatz mit Meersalz.«

Fabien Lacomb
Fabien nickte und suchte den entsprechenden Badezusatz heraus. Er löste ihn in einem extra Gefäß Wasser auf und gab ihn dann ins Badewasser hinzu. "Möchtet Ihr mit dem Lappen oder dem Schwamm gewaschen werden Herr?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mit den Händen«, erklärte Ciel. »Schwämme mag ich nicht. Sollte es unumgänglich sein, dann nutze stattdessen einen Lappen. Oh, und man sagt, du hättest deine Ohren überall. Du darfst mir und Ferrau etwas Interessantes erzählen.« Gut gelaunt wackelte er mit den Zehen.

Fabien Lacomb
"Gewiss Herr, wie Ihr wünscht", sagte Fabien und nahm einen Lappen zur Hand. Er schäumte ihn kräftig mit Seife ein und wusch Ciel zuerst dass Gesicht und arbeitete sich dann nach unten weiter vor. "An was für Neuigkeiten seid Ihr denn interessiert?", fragte Fabien, während er ihn sauber schrubbte.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich sagte doch, mit den Händen«, erboste sich Ciel und spannte sich an. »So verkrustet bin ich auch wieder nicht! Ich mag das Gefühl auf der Haut nicht leiden. Der Lappen ist nur für mein Hinterteil gedacht. Bei Ainuwar, muss man dir denn alles derart detailliert erklären? Ich - mag - keine - rauen - Fasern! Du kannst mich über den neuesten Tratsch bezüglich meiner Geschwister in Kenntnis setzen.«

Fabien Lacomb
"Ihr habt gesagt, entweder mit den Händen oder dem Lappen Herr. Wenn Ihr lieber mit den Händen gewaschen werden wollt, mache ich das natürlich", erklärte Fabien und wusch Ciel mit gründlich mit den Händen. "Der neuste Tratsch Eure Brüder betreffend lautet, dass Euer Bruder Verrill wohlmöglich bald wieder heiraten wird. Diesmal ist es wohl der frisch auferstandene und verjüngte Brandur von Hohenfelde. Dies soll vor allem von Linhard von Hohenfelde ausgehen. Immerhin ist Brandur nicht sein leiblicher Vater, er würde sich außergewöhnlich über diese sehr enge Verbindung freuen und Gregoire ist Brandur sehr zugetan. Wie ich aus sicherer Quelle weiß, lieben beide Bibliotheken und haben auch sonst viel gemeinsam. Aber die Verjüngung ist irrelevant in dem Fall. Auch in Form seines Alter Egos hätte Gregoire vermutlich Interesse an dem guten Marquis von Hohenfelde Senior bekundet, wie einst an Comte Melville de la Cantillion. Nur liegen zwischen den beiden wohl Interessen-Welten Herr, so dass Greg diesmal wohl sehr ernste Absichten hegt. Nicht dass die Absichten dem Comte gegenüber nicht lauter gewesen wären. Aber, soweit mir bekannt ist, war Euer Bruder damals jung, genoss das Spiel mit dem Feuer und war nicht bereit sich als dritter Ehepartner zu binden. Was man nur zu gut nachvollziehen kann. Brandur hingegen käme ja aus dem selben Stall wie Linhard und wie man hört, also tatsächlich von den beiden hört sind sie sich sehr zugetan auch was das Körperliche anbelangt. Ich glaube Brandur ist jetzt sogar genau in Gregoires Alter. Zwei derart starke und mächtige Männer an der Seite des Prinzen werden ihm gut tun, findet Ihr nicht auch? Er war stets etwas schüchtern", plauderte Fabien während er Ciel wusch.

Ciel Felicien de Souvagne
»Greg will WAS?«, kreischte Ciel. Dann ließ er sich tiefer in die kalte Wanne rutschen. »Nein, ich finde überhaupt nicht, das ihm das gut tun würde. Brandur ist ein Nekromant der alten Schule, manipulativ und genau so ein gebürtiger Naridier wie Linhard! Demnächst schleppt Greg einen Rakshaner an. Ich dachte, wenn überhaupt, dann wollte Gregoire eine Dame heiraten? Was ist daraus geworden? Das gibt es doch nicht«, murrte Ciel. »So eine Schnapsidee. Ich werde mit meinem Bruder reden müssen. Weiß mein Vater schon davon? Was frage ich, sicher weiß er das, wenn du es weißt. Was sagt er dazu?«

Fabien Lacomb
Fabien verkniff sich ein Grinsen und schaute absolut neutral. "Euer werter Herr Vater ist überaus glücklich Brandur selbst bald als direkten Verwandten im Kreise der Familie begrüßen zu dürfen. Ihr wisst doch, dass es Euer Vater war, der die Wiederbelebung befahl Herr. Er fühlt sich Brandur freundschaftlich und auch familiär verbunden. Diese Verbindung wird von Eurem Vater absolut gutgeheißen. Mit Verlaub, aber Euer Bruder ist manchmal etwas, wie soll ich es sagen? Launisch instabil? Ein so erfahrener und gestandener Mann wie Brandur, neben einem so jungen und heißblütigen Mann wie Linhard würde ihm genau die richtige Sicherheit geben. Ich weiß nicht, was mit Gregoire ab und an los ist, aber ich vermute dass er kränklich ist, oder sehr empfindsam. Und Brandur, nun zarte 20 Jahre hat die Lebenserfahrung eines weisen Mannes. Es wird kaum etwas geben, was er Eurem Bruder nicht beantworten kann. Und seid unbesorgt, so gut wie sich Linhard und Brandur verstehen, werden sich auch in einer Doppelehe gemeinsam Hand in Hand für ihren Ehemann arbeiten und diesem beistehen oder ihn auf den rechten Pfad lenken, falls er erneut straucheln sollte. Ihr wisst ja von seiner schrecklichen Verzweiflungstat. So etwas wird unter der Obhut von Brandur und Linhard, ganz gewiss nicht mehr vorkommen. Soweit ich weiß, ist die Frau noch im Gespräch. Sie wäre wohl die vierte im Bunde. Aber dies ist Zukunftsmusik, die sich in fünf bis zehn Jahren abspielen wird. Man hört, dass Linhard und Gregoire sehr oft zum Meer reisen, sie scheinen den Strand wahrlich zu lieben Herr", schmunzelte Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wunderbar«, grummelte Ciel und ärgerte sich über die Lobeshymne auf Brandur. »Ferrau, meine Termine müssen umgeplant werden. Ich muss Verrill so schnell wie möglich sprechen. Hast du keine guten Neuigkeiten auf Lager, Fabien?«

Fabien Lacomb
"Aber Herr, dass sind doch vortreffliche Neuigkeiten. Die anderen Neuigkeiten habt Ihr direkt miterlebt und darüber möchtet Ihr sicher keinen Tratsch hören, dass wäre unziemlich. Darf ich Euch aus dem Wasser bitten?", bat Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Den Tratsch über Remy?« Ciel kniff die Augen zusammen. »Es wäre wünschenswert gewesen, wenn man mich vorher darüber in Kenntnis gesetzt hätte.« Er stand auf und stieg aus dem Zuber. »Nein, das sind überhaupt keine vortrefflichen Neuigkeiten. Sie sind grauenvoll.«

Fabien Lacomb
"Euer Bruder sieht sein Glück sicher anders, als grauenvoll Herr. Nun Ihr habt nicht nach dem neusten Tratsch gefragt. Euch interessieren sonst solche Interna doch nicht, so wurdet Ihr auch davon nicht in Kenntnis gesetzt. Euer Vater ist Tratsch auch nicht zugeneigt, aber zu hören was wo vor sich geht hält er für wichtig. Vielleicht ergeht es Euch nun ganz ähnlich?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das höre ich mir lieber von den Betreffenden selbst an«, murrte Ciel. »Und MEIN Leibdiener weiß, welche Themen ich für relevant erachte und hätte er von der Sache mit Remy gewusst, hätte er mich von sich aus darüber in Kenntnis gesetzt, nicht wahr, Ferrau?«

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte gewichtig. "Selbstverständlich Herr, umgehend, so schnell wie möglich!", bestätigte Ferrau ernst.

Fabien Lacomb
Fabiens Lippen kräuselten sich zu einem minimalen Schmunzeln. "Ja aber er hat es nicht gewusst Herr, alle anderen hingegen schon. Aber wir alle wissen, dass Ihr über solchen Dingen steht. Ihr lasst Euch ganz gewiss nicht davon aus der Fassung bringen, was hinter Eurem Rücken über Euch geredet wird. Dafür seid Ihr Edelmann genug, auf so ein Geschwätz nichts zu geben. Wollen wir zum Rasiertisch schreiten ja?", bat Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und warum wurde Ferrau davon ausgegrenzt?«, fragte Ciel bestürzt und ging zum Rasiertisch. Er witterte ein Komplott gegen ihn. »Du meinst, jeder hat davon gewusst, dass meine Frau mich mit einem dahergelaufenen Chevalier betrügt, außer den Mitgliedern meines Haushalts?«

Fabien Lacomb
"Jeder sicher nicht Herr, vermutlich gibt es einige Leute, die noch nicht davon gehört haben. So wie Ferrau. Nein er wird nicht ausgegrenzt, er wechselt nur nicht gerne ein Wort mit den Damen der Wäscherei oder denen aus der Küche. Mal hier und dort ein nettes Wort, und Ihr erfahrt auch etwas. Aber dass ist auch nicht schlimm oder schlecht. Schaut so habt Ihr Euch gar nicht geärgert, da Ihr von nichts wusstet. Süße Unwissenheit. Welchen Rasierschaum bevorzugt Ihr?", fragte Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Egal, irgendeinen«, murrte Ciel. Während der Rasur schwieg er, damit Fabien ihn nicht schnitt. Für diese Zeit hing er sehr finsteren Gedanken nach. Danach fragte er: »Was meinst du, wie das Sensibelchen Nathan wohl den einsamen Monat ohne dich verkraften wird?«

Fabien Lacomb
"Das weiß ich nicht, aber falls er einsam ist, kann er sich mit meiner Mutter treffen, oder mit Eurem Vater. Und Euer Bruder Dreux ist auch noch da", sagte Fabien traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Und wer gibt auf ihn Acht?« Ciel warf Fabien einen strengen Blick zu.

Fabien Lacomb
"Euer Bruder vermutlich, ich bin Leibdiener und kein Leibwächter", ergänzte Fabien und starrte für einen Sekundenbruchteil Ciel in die Augen, ehe er den Blick ergeben senkte. Die Botschaft war klar, hör auf damit mir extra wehzutun.


(Fortsetzung folgt)

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#34

Beitrag von Fabien Lacomb » Di 26. Jun 2018, 20:20

Antritt zum Strafdienst 02

(Fortsetzung)

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte Fabiens Starren mit ausdrucksloser Miene. »Man gewöhnt sich schnell an Nathan, nicht wahr? Und es tut weh, wenn er plötzlich weg ist. Ihm selbst übrigens auch und er verträgt Einsamkeit nicht gut. Die letzten beiden Male hat er sich anderweitig gekümmert, als er einsam war. Vor dem Haarekämmen denke bitte daran, mein Haar mit Mandelöl zu behandeln. Dann kleide mich bitte an, mein Vater wartet.«

Fabien Lacomb
Fabien war kein gewalttätiger Mensch, aber das Ciel ihm unter die Nase rieb, dass sich Nathan schon nach Ersatz umgeschaut hatte, ließ ihn innerlich brodeln. Das Mandelöl hätte er am liebsten zur letzten Ölung von Ciel verwendet. Aber gleichgültig wie Ciel aussah, er wusste sich nicht nur zu verteidigen, er wusste auch zu kämpfen. Wie jeder Mann aus seiner Familie. Nun die Gedankenspiele, was er mit Ciel am liebsten tun würde strich er beiseite. Solche Gedanken waren Hochverrat und gleichgültig wie sehr sie sich verabscheuten, Ciel war für mindestens vier Wochen sein Herr. Und man hatte nicht immer das Glück, dass man einem angenehmen Herrn dienen durfte. Zudem hatte er das sticheln angefangen. Fabien rieb sich kurz über die Schläfe und schaute sich nach dem besagten Mandelöl um. Für die paar Haare lohnte sich das eigentlich nicht mehr, aber vielleicht wollte der Prince retten, was noch zu retten war. Fabien baute die Sachen ordentlich auf, trocknete Ciel ab und führte ihn zum Frisiertisch. "Möchtet Ihr eingecremt oder gepudert werden Herr?", fragte er und musterte Ciel abwartend.

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdenklich wiegte Ciel den Kopf. »Ich möchte nicht herausgeputzt aussehen, nur gepflegt. Ferrau, was empfiehlst du?«

Ferrau
"Also ich würde eincremen wählen, dass ist doch angenehmer als Puder. Puder ist schön, wenn es sehr warm ist, weil man dann nicht so schwitzt", schlug Ferrau vor und setzte sich zu Ciel.
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Fabien Lacomb • Gestern, 20:25
"Also Creme Herr, wie von Eurem Leiddiener empfohlen?", fragte Fabien nach und nahm die Creme zur Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja. Irgendeine Creme, die nach gar nichts riecht und schnell einzieht. Ich wünsche nicht zu glänzen wie eine Speckschwarte.«

Fabien Lacomb
"Dafür ist es zu spät", murmelte sich Fabien in den nicht vorhandenen Bart und fing an Ciel von oben nach unten einzucremen, ehe er ihn kurz musterte. "Was möchtet Ihr tragen, beziehungsweise was möchtet Ihr anziehen Herr?", fragte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du hast meine Haare vergessen und hör auf, vor dich hinzubrabbeln. Wenn du etwas zu sagen hast, sprich so, dass ich dich verstehe. Du darfst deine Worte noch einmal deutlich wiederholen. Ferrau hat sicher für heute schon Sachen herausgelegt, die kannst du nehmen, auf seine Wahl ist Verlass.«

Fabien Lacomb
"Darauf würde ich mich nicht verlassen Herr, wo er doch rumläuft wie eine Presswurst. Aber wie Ihr wünscht. Die Haare frisiere ich zum Schluss, damit sie beim Einkleiden nicht wieder durcheinander geraten. Ich sagte nichts von Bedeutung, vergesst es einfach. Ich hole die Sachen, Sekunde bitte", antwortete Fabien und ging Ciels Kleidung holen. Er kam einen Moment später wieder zurück und kleidete Ciel an. Danach verteilte er ihm das gewünschte Mandelöl in den Haaren und frisierte Ciel. "Bitte", sagte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bitte was?«, rief Ciel empört, als Fabien seinen Leibdiener derart schmähte. »Ferrau sieht genau so aus, wie ich es wünsche und wenn mir die eng sitzende Kleidung an ihm gefällt, dann ist das so! Dass du dich erdreistest, meinen Leibdiener und meinen Kleidergeschmack zu kritisieren! Weißt du was? Dann zeig ihm doch, wie man es richtig macht. Du darfst, nachdem du mich angekleidet hast, ihn ebenfalls waschen, frisieren und umkleiden. Ferrau, erkläre ihm, wie du alles haben willst. Ich bleibe anwesend und überzeuge mich davon, ob Fabien sein Fach wirklich so gut versteht, wie er behauptet.« Ciel musterte Fabien mit sehr düsterer Miene.

Fabien Lacomb
"Ich wollte Euch nicht beleidigen Herr, wenn Ihr es wünscht, werde ich Euren Leibdiener zurecht machen", sagte Fabien kleinlaut.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, wünsche ich! An die Arbeit!"

Ferrau
"Ja das wünscht er. Ich bin außerdem nicht presswurstig. Die Hose ist eben was eng, vorher war ich einfach zu dünn und zwar aus Stress und nicht aus Faulheit. Ich möchte gewaschen werden, rasiert und gekämmt. Eingecremt werden muss ich nicht", antwortete Ferrau und grinste Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Diese Hose muss so sitzen«, bestätigte Ciel, dem sie in der Tat gut gefiel. »Den Dreitagebart belässt du aber bitte, der darf nur getrimmt werden.«

Fabien Lacomb
Fabien musste sich beherrschen Ferrau nicht anzufunkeln. Er stellte sich einfach vor, Ferrau wäre entgegen seiner Natur wichtig. Also schöpfte er neues Wasser in den Zuber und deutete Ferrau an sich hineinzusetzen. Ferrau schüttelte den Kopf. "Das ist mir auch schon passiert, lieber Fabien. Aber normal baden die Leute nackt. Du musst mich schon ausziehen, also aus der Pelle schälen", warf Ferrau ein. Fabien schaute ihn kurz über die Schulter an, ehe er sich an die Arbeit machte und Ferrau entkleidete. Er wartete ab bis Ferrau im Zuber saß. "Welchen Badezusatz wünscht Du?", fragte er nach. "Eselsmilch", schlug Ferrau vor und dachte einen Moment nach, während ihn Fabien anstarrte. "Haben wir nicht", gab Fabien zurück. `Soll ich Deine Mutter melken oder was?´, fauchte Fabien gedanklich und lächelte freundlich. "Gut dann nehme ich Badesalz wie mein Herr vorhin", bat Ferrau. "Sollst Du haben", erwiderte Fabien und rührte es ebenso in einer extra Schüssel an um es zu verflüssigen, damit Ferrau mit seinem weichen Hintern nicht auf piekigen Salzkristallen hocken musste. Dann schüttete er es ins Wasser. "Schwamm oder Waschlappen?", hakte Fabien nach. "Ich möchte auch mit den Händen gewaschen werden, so wie mein Herr", grinste Ferrau. "In Ordnung", gab Fabien zurück. `Irgendwann wirst Du mit diesen Händen erwürgt!´, dachte sich Fabs und wusch Ferrau von oben bis unten sauber, ehe er Ferrau aus dem Zuber stieg und abgetrocknet wurde. Er wurde ebenfalls abgetrocknet, eingekleidet und frisiert. "Bitteschön", sagte Fabien ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete wie ein Greifvogel, dass Fabien auch alles richtig machte und Ferrau nicht grob anfasste. Er musste schmunzeln, als sein Leibdiener Eselsmilch verlangte. Fabien hatte sichtlich keine Lust, sich auch noch um Ferrau zu kümmern. »Mein lieber Fabien«, begann Ciel im Tonfall eines Lehrers. »Du bist hier, um eine Strafe zu verbüßen. Eine Strafe für ein Fehlverhalten, dass fehlerhafter kaum sein könnte. Du hast dir diese Situation somit selbst zuzuschreiben. Ich hätte auch darum bitten können, dich vom Hof fortzugeben oder dir den Umgang mit Nathan zu verbieten. Zeig etwas mehr Rückgrat. Akzeptiere deine Strafe wie ein Mann, anstatt wie ein Mädchen herumzuzicken.« Er zupfte eigenhändig Ferraus Haare noch etwas zurecht und streichelte seinen Hals. »Ferrau, bitte gib Fabien eine Aufgabe, mit der er eine Weile hier beschäftigt sein wird, während wir meinem Vater seinen neuen Leibdiener bringen.«

Ferrau
Ferrau überlegte. "Du kannst die Betten abziehen und die Bettwäsche wie auch die Laken in die Wäscherei bringen. Und wenn Du das getan hast, kannst Du die kleinen Läufer ausklopfen, damit alles schön frisch und sauber ist. Fällt Dir noch etwas ein, was er tun sollte? Das ist ja schnell erledigt", grinste Ferrau.

Fabien Lacomb
"Ich gelobe Besserung und ich werde mich darum kümmern. Natürlich hättet Ihr darum bitten können mich fortzugeben, ob Euer Vater das getan hätte, weiß ich nicht. Den Umgang mit Nathan hättet Ihr ebenso verbieten können. Das könnt Ihr bei Bedarf ja noch nachholen", warf Fabien ein.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ist es das, was du von mir im Anschluss an diesen Strafmonat erwartest?«, wollte Ciel wissen und betrachtete Fabiens Gesicht aufmerksam.

Fabien Lacomb
"Nein natürlich nicht, ich möchte meinen Dienst wieder bei meinem Herrn antreten. Wie kommt Ihr darauf Herr? Warum sollte ich mir das wünschen?", fragte Fabien verwirrt. "Ich dachte, dass ich normalerweise danach zurück dürfte, davon ging ich jedenfalls aus".

Ciel Felicien de Souvagne
»Gerade sagtest du, ich könne das ja bei Bedarf noch nachholen.«

Fabien Lacomb
"Nun Herr ich weiß nicht warum Ihr mich auf etwas festnageln wollt, was Ihr eben sagtet. Ihr sagtet Ihr könntet mich abgeben. Und ich erwiderte darauf, dass Ihr dies ja noch nachholen könnt. Ich habe meine Abgabe doch gar nicht vorgeschlagen", stöhnte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wollte wissen, ob es das ist, was du von mir erwartest!«, keifte Ciel. »Ist es das, wovon du ausgehst?«

Fabien Lacomb
Fabien blinzelte Ciel unsicher an. "Nein... ehm das erwarte ich nicht Herr", antwortete Fabien leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ist das der Grund für dein loses Mundwerk? Weil du mir nicht zutraust, im Notfall auch durchgreifen zu können? Oder warum muss ich mir all diese Frechheiten gefallen lassen? Dass Bellamy mich lange Zeit nicht ausstehen konnte, ist nachvollziehbar, da ich ihn als Junge sehr gepiesackt und in seiner Ehre öffentlich gekränkt habe, so dass sogar mein Vater einschreiten musste. Aber was habe ich dir je getan? Warum kannst du mich so wenig leiden und warum verhältst du dich so respektlos? Ich wünsche, dass du offen sprichst.« Ciel kraulte geistesabwesend Ferraus wuschlige Haare, anstatt Fabien anzusehen.

Fabien Lacomb
"Zuerst, wenn ich respektlos war entschuldige ich mich dafür Herr. Ich bin ungehalten darüber von meinem Herrn getrennt zu sein. Das ist für mich schwierig. Ich traue Euch durchaus zu, mich abzugeben oder dergleichen. Ich habe Euch nie unterstellt, schwach zu sein oder nicht durchzugreifen. Ihr habt mir bis dato nichts getan Herr, außer mir vorzuwerfen, dass ich Euch Nathan bewusst weggenommen habe. Ich habt befohlen offen zu sprechen, ich tue es hiermit. Ich wollte Euch Nathan nicht wegnehmen oder ihm etwas antun. Ich könnte Euch fragen, warum Ihr mir so etwas unterstellt, aber dies steht mir nicht zu. Ich wollte Euch Nathan nicht wegnehmen, dass schwöre ich Euch. Und ich wollte nicht respektlos sein. Aber ich bin... gekränkt, beleidigt, eingeschnappt... so etwas ich kann es nicht genau beschreiben. Ich werde mich zusammenreißen", gab Fabien umgänglich zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
»Doch, das wolltest du, denn sonst hättest du es nicht getan. Nicht jeder teilt gern, was er liebt. Vielleicht kannst du das, ich kann und will es nicht. Ich unterstelle es dir, weil du es getan hast. Du hast nicht einmal gefragt und keine deiner Entschuldigungen wird es ändern. Sei es drum, ich habe es inzwischen akzeptiert und konzentriere mich auf die Zukunft. Nun sage mir bitte, warum DU gekränkt, beleidigt und eingeschnappt bist? Für vier Wochen Strafarbeit?«

Fabien Lacomb
"Herr es ging dabei nicht um Euch, es ging uns nur um uns und unsere Gemeinsamkeit. Ich wusste nicht, dass Ihr mit Nathan zusammen gewesen seid. Aber das ich nicht gefragt habe, dass stimmt, daran gibt es nichts zu rütteln. Es ist nicht wegen den vier Wochen oder der Strafarbeit Herr, sondern weil ich Maximilien vermisse. Das ist der Grund", erklärte Fabien ehrlich.

Ferrau
Ferrau legte Ciel einen Arm um die Hüfte und dachte darüber nach, ob er mit Nathan zusammen gewesen war. Ciel hatte davon nichts erzählt. Er glaubte nicht daran, wollte ihn aber am Abend einmal in Ruhe fragte. Aber jetzt gehörten sie zusammen und wie Ciel richtig sagte, Vergangenheit war Vergangenheit und Ferrau war froh drum. Sonst würde er nicht an Ciels Seite sitzen, dachte er sich glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du sollst deinen Herrn auch vermissen, so wie Nathan seinen vermisste. Und genau so sollst du deinen Partner vermissen. Das ist der Sinn dieser Strafe. Fühle nach, was du uns antatest und lerne. Ich war mit Nathan nie ein anderes Paar als das eines Herrn und seines Leibdieners. Oder das von zwei sehr engen Freunden. Dennoch habe ich ihn sehr geliebt. Dafür muss man kein Paar sein, um so eng miteinander verbunden zu sein, dass es einer Symbiose gleicht. Oder bist du etwa mit meinem Vater zusammen?« Er ließ sich von Ferrau den Arm um die Hüfte legen und kraulte ihm beim Reden weiter den Hinterkopf. Doch sein Verstand war hellwach und aufmerksam. Auf die Antwort auf diese Frage war er sehr gespannt.

Fabien Lacomb
"Nein... nein dass bin ich nicht. Ich wäre es sehr gerne gewesen, aber wir teilen die gleiche Nähe die Ihr mit Nathan geteilt habt. Wir sind kein Paar, sondern Freunde. Mehr als Freunde, Vertraute. Ich weiß, dass das Teil der Strafe ist, es ist der schwierigste Teil daran", gestand Fabien Ciel ein.

Ciel Felicien de Souvagne
»Na siehst du. Und im Gegensatz zu mir und Nathan hast du die Gewissheit, dass nach vier Wochen wieder alles ist, wie bisher. Vielleicht sogar besser, weil ihr beide euch so sehr freut, euch wiederzusehen und dies eure Freundschaft erfrischt. Für mich ist die Freundschaft mit Nathan vorbei. Aber ich bin darüber hinweg.« Er liebkoste Ferraus Ohr. »Ich bin jedoch der Meinung, dass du dennoch eine Strafe verdienst. Darum darfst du nun tun, was Ferrau dir auftrug.«

Ferrau
Ferrau genoss die Zärtlichkeiten von Ciel und schmiegte sich an ihn. Dass Fabien mit einem blauen Auge davon kam, fand Ferrau ziemlich freundlich von Ciel. Aber so war er, er war niemand der andere grundlos quälte und er kam wesentlich ehr nach seinem Vater aus Dreux. Ferrau hätte Ciel auf den Thron gesetzt, hätte er die Macht dazu gehabt. Dreux und Greg waren ihm zu gefährlich. Ciel kam ehr nach seinem Vater fand er. Wobei er den Duc selbst nicht so gut kannte.

Fabien Lacomb
"Ja dass hoffe ich jedenfalls, es könnte auch sein, dass sich mein Herr an den neuen Leibdiener gewöhnt. Jedenfalls ist das meine Angst. Auf der anderen Seite, denke ich nicht, dass er so handeln würde. Ich kümmere mich um die übertragenen Arbeiten in Eurer Abwesenheit Herr", sagte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann betrachte es nicht nur als Strafe, sondern auch als Probe eurer Freundschaft«, sagte Ciel. »Oh und wenn du hier saubermachst - das Zimmer hinter dem Wandteppich da lässt du außen vor. Da drin hast du nichts zu suchen. Komm, Ferrau, wir holen Quentin ab.«

Fabien Lacomb
"Das werde ich, beides Herr", antwortete Fabien und überlegte sich ob vielleicht auch genau das Gegenteil möglich wäre. So wie Ciel sagte, dass Max sich sehr darüber freuen würde, ihn wieder an seiner Seite zu haben. Vielleicht sogar so sehr, dass sie Ihr Wiedersehen feiern würden. Wie sie einst das überstandene Besäufnis gefeiert hatten. Das er wusste was hinter dem Vorhang war, verschwieg er. Fabien wollte nicht, dass Nathan unnötig Ärger bekam. Er machte sich umgehend an die Arbeit.

Ferrau
Ferrau folgte Ciel. "Wo hast Du Quentin aufgetrieben? Ich bin gespannt, was er für ein Typ ist und wie Dein Vater reagiert", grinste Ferrau gut gelaunt. "Wie sehe ich aus?", fragte er glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb auf diese Frage hin stehen, bevor sie die Gemächer verließen. Er betrachtete Ferrau ausgiebig, legte dann beide Hände um Ferraus Hals und küsste ihn. Erst nur kurz, dann innig. »Du siehst gut aus. Und mach dir keine Gedanken wegen Fabiens Äußerung. Man ist es einfach von dir gewohnt, dass deine Kleider um dein dünnes Körperchen herumschlackern. Jetzt bist du genau richtig und deine Sachen auch. Wie gefällst du dir selbst? Hat Fabien dich schick gemacht? Quentin hat früher bei den de la Granges gearbeitet. Alexandres Vater hat ihn seinem Sohn hinterhergeschickt, aber der hat ihn verschmäht, da er lange Zeit keinen Leibdiener wollte. Er arbeitet darum als normaler Diener und ab und zu hilft er in der Bibliothek.«

Ferrau
Ferrau umarmte Ciel felsenfest und küsste ihn genussvoll mit. "Ja ich fühle mich nicht mehr so schlapp, einfach rundum wohl. Fabien hat mich gut gebadet und zurecht gemacht. Er war zwar grantig, aber er hat mich nicht grob angefasst und ich finde er hat seinen Job gut gemacht. Bis auf seine Vollvertonung von jedem Handgriff. Ich habe Dir ja gesagt, er ist eine Klette, er hängt ständig an Deinem Vater. Sie haben keine Beziehung, also Maximilien hat keine Beziehung mit Fabien oder? Fabien sieht die Sache vielleicht anders. Er hat vielleicht zwei Männer,einen ganz schüchternen und nicht so gescheiten mit dem er Sex hat und einen gescheiten mit dem er alles teilt außer Sex? Oder teilen sie es zu dritt? Das wissen wir nicht, wir wissen nur dass Nathan schon dort war und übernachtet hat. Aber das ist nicht Dein Problem, denn solange Fabien hier arbeitet, kann er denken was er möchte. Wo schlafe ich denn, bei Dir im Bett? Oder nicht solange er da ist?", grübelte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das habe ich dir doch schon gesagt. Du bist ja ganz durcheinander. Du schläfst bei mir im Bett und ob Fabien ein paar Meter weiter auf dem Sofa liegt oder nicht, ist mir gleichgültig. Ich möchte, dass du bei mir liegst. Du fühlst dich nicht mehr so schlapp?« Ciel schmunzelte. »Was war es denn, was dir so gut getan hat? Fabien arbeitet gut, aber seine Muffelei und sein Gezicke muss er sich abgewöhnen.« Ciel runzelte die Stirn. »Was die drei miteinander teilen ... dazu habe ich meine eigene Theorie. Fabien liebt meinen Vater, da bin ich sicher. Das ist auch in Ordnung, umso besser dient er ihm. Womöglich holt er sich bei Nathan das Körperliche und bei meinem Vater das Emotionale.«

Ferrau
"Ganz gewiss Ciel", grinste Ferrau und freute sich, dass Ciel immer auf alles eine Antwort wusste. "Was mir so gut getan hat? Das weißt Du doch, dass ich endlich keine Angst mehr haben muss. Das ich in Ruhe schlafen kann, ohne dass ich Angst habe, mich schlägt jemand. Gut dass hat Dreux nie getan, aber manchmal wenn er so rumgelärmt hat, hatte ich Angst er kommt rüber und verprügelt mich. Und das Essen. Ich esse mich satt und ich esse in Ruhe alles auf und schlinge es nicht mehr schnell herunter. Ja ich schlafe gerne in Deinem Bett, ich wollte ganz sicher sein. Nein mich stört es auch nicht. Fabien pennt dort und fertig. Wir kümmern uns um uns. Ist Dein Vater so Nähebedürftig wie Du?", fragte Ferrau neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wir alle sind sehr nähebedürftig«, gestand Ciel und fühlte sich ein wenig ertappt. »Sogar Dreaux, vermute ich, aber er ist der Einzige, bei dem ich es nicht sicher weiß, sondern nur mutmaßen kann. Vielleicht litt er darunter, dass er mit dir keine enge Verbindung eingehen konnte, keine Frau hatte und sich daher einsam fühlte. Das verträgt keiner aus unserer Familie gut. Fabien weiß das und er weiß, wie wichtig mir Greg ist, darum ritt er so sehr darauf herum, dass der sich für Brandur interessierte. Und dass meine Frau mir mit Remy durchgebrannt ist.« Ciel guckte betrübt und zog Ferrau ganz fest an sich heran. »Mach das nie«, flüsterte er.

Ferrau
"Mit Greg durchbrennen? Der wollte mich durchbrennen!", kreischte Ferrau schockiert.

Ciel Felicien de Souvagne
»Überhaupt durchbrennen«, stöhne Ciel. »Erst Khawa, dann Nathan, nun meine Frau ... wenn du jetzt auch noch mit irgendwem durchbrennst, gebe ich auf. Ich weiß immer noch nicht, was ich mit meiner Frau wegen Remy mache. Und was mit Remy. Was würdest du tun?«

Ferrau
"Ich würde die beiden abschreiben und ihnen ihren Spaß gönnen. Und in der Zeit würde ich mich nur mit meinem Leibdiener abgeben, der mich wirklich liebt und auch gerne mal Sex ausprobieren möchte. Aber mit seinem Herrn und nicht mit Fremden. Und da würde die Frau ja nur stören. Vielleicht würde ich danach mit ihr reden und mit Remy, aber nicht allein. Ich würde meinen Bruder mit dem Schürhaken mitnehmen, denn wenn er Kekse gebacken hat, dann ist er sogar ganz nett. Und klar wusste Fabien dass, drum hat er gegiftet. Er wollte Dir weh tun, weil er sich verletzt fühlt. Er hat quasi rumgeheult Max und Nathan sind weg. Darf ich überhaupt Max zu ihm sagen?", fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lachte leise. »Und diese Empfehlung gibst du mir ganz uneigennützig? Freut mich, dass du dich entschieden hast, einmal mehr mit mir auszuprobieren. Ich hatte mich damals in, hm, deinen Händen sehr wohl gefühlt. Die Schmerzen waren nicht deine Schuld und ich hatte oft an diesen Moment zurückgedacht. Ich war, glaube ich, nie so oft in der kalten Wanne. Und Alexandre war stinkig auf mich. Momentan ist er zu schwach, um wütend zu sein. Da fällt mir ein ... er hat bislang auf dem Sofa geschlafen. Ich kann ihm nicht zumuten, neben dem gehässigen Fabien zu liegen! Er braucht ein Gästezimmer hier oben, wo er mit Zerbino wohnen kann. Und ja, nenn meinen Vater ruhig Max, wenn wir unter uns sind.«

Ferrau
"Ja und wenn wir mal privat dort sind und ich mit Dir privat bin? Wie soll ich ihn dann nennen, einfach weitere Eure Majestät oder Hoheit? Nun dafür sind wir doch zusammen oder? Mein Tipp war total neutral. Aber ich würde den beiden wirklich einfach Zeit geben. Ich glaube alle waren durcheinander. Der Marquis benötigt einen eigenen Raum, dass ist richtig", pflichtete Ferrau bei. "Wo ist der neue Leibdiener?", fragte er gespannt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Also mein Vater müsste dir selbst etwas anderes anbieten als die förmliche Anrede. Das kann ich nicht für ihn entscheiden. Offiziell sind wir beide ja kein Paar. Ich möchte es vorsichtig angehen lassen. Quentin wartet in der Bibliothek darauf, dass wir ihn abholen.« Ciel betrachtete Ferraus Gesicht. Dann musste er sich abwenden. »Komm, lass uns ihn holen.«

Ferrau
Ferrau befühlte sicherheitshalber sein Gesicht. "Was ist denn los mit meinem Gesicht?", fragte er nervös. "Ja dass stimmt, er ist immerhin unser Duc. Ich hatte nur gedacht, wenn er es weiß, also wenn wir es mal öffentlich machen und so", sagte er grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es ist alles in Ordnung. Es war nur ein Gedankenblitz. Eine Kombination aus dem Bewusstsein, wie süß du bist und einer blitzartigen Rückblende, was man dir angetan hat. So etwas habe ich manchmal. Es ist harmlos, nur kurzzeitig schwer zu ertragen. Ich möchte dich dann noch enger an mich ketten, als ich ohnehin schon tue. Würdest du es gern offiziell machen, was uns beide verbindet? Wenn ja - wie?«

Ferrau
"Sobald Du Dich bereit fühlst und auch so findest, möchte ich gerne, dass es Deine Familie weiß. Auch Dein Vater, gerade er. Das würde mir sehr viel bedeuten", sagte Ferrau ernst und geradezu feierlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mein Vater weiß es doch schon«, sagte Ciel sanft. »Er freut sich für uns. Und Gregoire weiß es auch, was ich für dich empfinde. Er riet mir dazu, es dir zu sagen. Sonst wüsstest du vermutlich heute noch nicht davon.«

Ferrau
"Oh", freute sich Ferrau und wurde dann puterrot. "Dass... das feiern wir heute Abend ja?", grinste er breit. "Ich werde uns was kochen, dass kann ich, Du wirst staunen. Ich mache was leckeres für Dich", sagte er gut gelaunt und hakte sich bei Ciel ein. "Ja dann hast Du schon alles getan, was ich mir wünsche. Bis auf den zweiten Versuch", kicherte Ferrau leise.


(Fortsetzung folgt)

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Ciel Felicien de Souvagne

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#35

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 27. Jun 2018, 11:08

(Fortsetzung)

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schnurrte regelrecht, als er mit Ferrau herumturtelte, während Fabien im Hintergrund schuften musste. »Ich habe eine bessere Idee. Fabien wird nach deiner Vorgabe für uns kochen und uns bewirten, während wir es uns richtig gut gehen lassen. Wegen der einen Sache, die Fabien ansprach, wollte ich noch mit Greg reden. Ich würde das gern mit ihm unter vier Augen besprechen. Bringst du mich noch hin? Anschließend kannst du Fabien wegen heut Abend einweisen und dir danach ein wenig Freizeit gönnen. Aber versteck dich nicht wieder so, dass ich dich nicht finde. Und sag Bescheid, falls du einkaufen gehst, ja?«

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. »Ich werde nach Beaufort gehen und uns noch etwas Gebäck für heute Abend kaufen. Und danach bin ich wieder in unserem Quartier um Fabien zu beaufsichtigen. Falls wir beide die ganze Zeit weg sind, könnte er sich sonst zu Max oder Nathan schleichen. Keine Ahnung ob er sowas tun würde, aber er könnte auf die Idee kommen, so anhänglich wie er ist. Wobei was mache ich wenn Dein Vater auf der Matte steht? Oder Nathan? Oder beide? Sicher bringe ich Dich noch zu Greg dem Schürhaken«, grinste Ferrau und lief glücklich neben Ciel her, bis sie vor Gregoires Gemächer angekommen waren. »Hier bist Du«, sagte Ferrau und gab Ciel frei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff jedoch wieder nach Ferraus Hand, bevor er klopfte, und hielt sie fest. »Meinen Vater kannst du höchstens bitten, an die Vereinbarung zu denken, aber ich glaube, er wird sich schon selbst daran halten und mir nicht in den Rücken fallen. Nathan kannst du verjagen. Notfalls helfen dir die beiden Gardisten, die neben der Tür stehen. Bevor du einkaufen gehst, erinnere die zwei am besten daran, dass Fabien nicht meine Gemächer zu verlassen hat ohne mein Beisein.« Er hielt Ferraus Hand ganz fest. »Oh und nimm Bellamy mit zum Einkaufen.«

Ferrau
Nahm Ciels Hand fest in seine eigene. »Danke. Ja gut, ich sage Bellamy bescheid, dass er mich begleiten soll. Vielleicht hat er ja auch einen Wunsch, dann kaufe ich es ihm. Also falls er Gebäck und Kekse mag. Und den Gardisten werde ich sagen, dass Fabien drin und Nathan draußen bleiben muss. Ich hoffe dass Dein Vater sich daran hält, aber er hat ja tagsüber immer zu tun, er wird gar nicht die Zeit haben rumzulaufen. Was ein Vorteil für uns ist. Ich werde Dir was Schönes mitbringen. Ich wünsche Dir viel Glück mit Deinem Bruder und seinen Schnapsideen«, grinste Ferrau und küsste Ciel, ehe er sich löste und losschlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tat etwas, was er nicht oft tat - er verdrehte die Augen. Er hatte Ferrau extra an der Hand gehalten, damit Gregoire sah, was Sache war. Er war so stolz darauf gewesen, ihm zu zeigen, dass er Erfolg gehabt hatte, aber Ferrau machte ihm gekonnt einen Strich durch die Rechnung, indem er seine Hand befreite und sich entfernte. Mit etwas säuerlicher Miene klopfte Ciel ein zweites Mal, weil niemand an die Tür ging.

Gaston
Gaston öffnete die Tür und musterte Ciel freundlich. »Guten Morgen Hoheit, ich kündige Euch an, einen Augenblick Geduld bitte«, sagte er freundlich und schloss kurz die Tür wieder. Es dauerte wirklich nur einen winzigen Augenblick, dann öffnete er sie wieder und bat Ciel mit einer freundlichen Geste herein. »Euer Bruder empfängt Euch. Wundert Euch bitte nicht über seine Aufmachung Herr, er ist gerade erst aufgestanden und wollte sich noch nicht zurechtmachen lassen«, bat Gaston.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg saß zerstrubbelt in Nachtkleidung rauchend, Kaffee trinkend und Kekse essend auf dem Sofa und musterte Ciel gut gelaunt aber ziemlich müde. »Morgen mein Bester«, gähnte er und rieb sich mit dem Handballen über die Augen. »Was machst Du so früh hier? Hock Dich zu mir, dann bekommst Du auch einen Kaffee«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Guten Morgen, Gaston. Das macht nichts, ich weiß, wie er im Schlafanzug aussieht. Ich habe ja oft genug bei ihm übernachtet.« Ciel kam hinein und machte eine wedelnde Handbewegung vor seinem Gesicht. »Pfui, Greg! Musst du das deiner Lunge am frühen Morgen antun? Wollte Lin nicht aufhören mit dem Rauchen? Indem du hier alles einnebelst, machst du seine Bemühungen zunichte. Wo ist er überhaupt? Gaston, bitte mach die Fenster auf, man kann hier ja kaum atmen.« Ciel setzte sich zu Gregoire auf das Sofa.

Gaston
»Sehr wohl der Herr, seht Ihr, ich habe es Euch auch gesagt Herr. Der Rauch wird von allein eingeatmet«, sagte Gaston freundlich und riss alle Fenster weit auf, so dass Greg ihn mürrisch musterte und seinen Morgenmantel enger um sich zog.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Und ich sagte, dass noch niemand erstickt ist, aber erfroren. Aber von mir aus, Ihr habt ja beide Recht«, stimmte Greg zu und drückte die Zigarette im Aschenbecher aus. »Wo er jeden Morgen ist, Sport und dann einen Ausritt mit seinem Huhn und danach seinem Pferd. Er steht ja meist früh auf. Vermisst Du ihn etwa?«, grinste Greg und hielt Ciel die Kekse hin. »Die habe ich mit Mangosplitter und Kokos gemacht«, sagte er stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
»Um die Uhrzeit unternimmt er Ausritte? Gut, wenn er meint ... er hat ja hier scheinbar noch keine Pflichten. Seit wann rauchst du überhaupt, Greg? Das kenne ich gar nicht von dir. Außerdem bist du der Einzige, der noch nicht aufgestanden ist, während alle anderen schon unterwegs sind und ihrem Tagewerk nachgehen. Ist alles in Ordnung?« Ciel nahm sich einen Keks und kostete. »Hm, köstlich! Was sind Mangosplitter?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Eben noch hat er keine Verpflichtungen, drum kümmert er sich um seine Tiere, dass sie bewegt werden. Noir lässt er nach dem Ausritt auf die Koppel und Aquilla benötigt ja ihren Ausflug. Trainieren tut er eh, sieht man ja, er ist nicht faul oder drückt sich und macht sich damit einen Lenz Ciel. Seit wann ich rauche? Seit dem ich mit Lin zusammen bin, er fing damit an, bot mir eine Rauchstange an und seit dem rauche ich und er hört auf! Ich sollte mir den Mist wieder abgewöhnen. Nein ich bin einfach durch und durch müde, drum bleibe ich heute Zuhause. Ich wollte sogar den Tag im Bett verbringen, aber ich dachte ich mache es mir auf der Couch mit einem Buch, einem Kaffee, Keksen und einer Wärmflasche gemütlich. Mangosplitter sind ganz kleine Zesten von getrockneten Mangos. Ich liebe Mangos. Aber schön dass Du hier bist, dass freut mich. Ich hoffe Du bleibst eine Weile«, antwortete Greg liebevoll. Er strich sich die Haare hinter die Ohren und lehnte sich an Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sag du noch einmal, dass Alexandre stinkt«, murrte Ciel und legte den Arm um Gregoire. »Ja, gewöhn dir das wieder ab. Je länger du das beibehältst, umso schwieriger wird es. Und spätestens, wenn du dir ein Kind wünschst, wirst du es dir abgewöhnen müssen. Tu es lieber gleich.« Er küsste ihn auf die Stirn. »Ich bin gekommen, um mich mit dir zu unterhalten.« Er grinste. »Hast du Zeit, oder ist dir das zu ungemütlich, wenn ich Wärmflasche spiele?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Damit hast Du ebenfalls Recht. Du kannst die Rauchstangen nachher mitnehmen und entsorgen. Solange ich welche habe, gehe ich dran, aber ich gehe heute nicht raus. Du hast den ganzen Tag Zeit meine Wärmflasche zu spielen und mir zu erzählen, was immer Du mir erzählen möchtest. Ich bin für Dich da. Ob ich mir ein Kind wünsche, steht doch außer Frage. Sicher tue ich das, es kommt nur drauf an, wie...«, grinste Greg und schnupperte an sich. »Naja ich könnte mich wenigstens waschen und ein bisschen zurecht machen. Aber gleich, jetzt noch nicht. Also erzähl, worum geht es. Du machst mich neugierig«, antwortete Greg und streckte sich auf der Couch lang aus. Ciels Schoß nahm er als Kopfkissen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du riechst nach Rauch, das meinte ich«, stöhnte Ciel, »nicht deinen natürlichen Eigengeruch. Der ist angenehm. Aber das Pfeifenkraut stinkt. Du riechst wie die Gardisten, die quarzen auch dauernd in ihren Pausen, obwohl es nicht gerade gut für ihre Kondition ist. Vermutlich ist das von Bellamy auf sie übergeschwappt, der raucht selber. Hoffentlich gewöhnt Massimo ihnen das ab.« Er setzte sich gemütlicher hin und kraulte Gregoires Haare. »Ich hab es Ferrau gesagt. Es war entsetzlich unromantisch, obwohl ich mir Mühe gegeben habe, es alles schön zu machen. Für Romantik brauch ich einfach jemanden, der mir vorsagt. Damals bei dem Verlobungsessen hat Ferrau mir dauernd heimlich Hinweise gegeben und alles war super. So war es sehr knapp und förmlich. Aber er hat sich trotzdem gefreut. Wir«, er räusperte sich, dann grinste er breit, »wir sind jetzt ein Paar.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg legte den Kopf in den Nacken und genoss die Finger in seinen Haaren. »Mhm schön zu hören! Na Du musst nicht vorgesagt bekommen, sei einfach Du. Er soll ja auch mit Dir zusammen sein und nicht mit Deinem Zuflüsterer. Na siehst Du, da war Deine Angst umsonst. Ich hoffe er nimmt mir meine Zickerei von damals nicht mehr so übel. Er kam für Deinen Hochzeitskuchen sogar extra her, obwohl er gezittert hatte wie Espenlaub und vermutlich kaum laufen konnte, so schlackerten seine Beine. Das fand ich irgendwie total süß von ihm, drum habe ich ihm anstandslos den Kuchen gebacken. Ja ich hoffe Massimo gewöhnt es ihnen ab. Ich weiß gar nicht, ob er selbst raucht. Sein Bruder Melville raucht nicht, jedenfalls damals nicht. Heute kann ich Dir das nicht sagen, Maurice hat nie geraucht und tut es wohl immer noch nicht. Zudem bekommen Massimo und Monique doch ein Baby, da wird er sich das Rauchen abgewöhnen, sollte er Raucher sein. Du könntest Dir überlegen worüber Du Dich freuen würdest. Was würde Dich richtig überraschen, worauf hättest Du Lust? Und genau dass machst Du dann mit Deinem Ferrau. So halte ich es mit Lin. Wobei ich da natürlich bedenken muss, was mag er und was mag ich. Du ebenso. Ich glaube über ein Buch würde sich Lin nicht so freuen wie über eine Waffe. Es sei denn es ist ein Buch über Waffen. Das findet er super. Und Ferrau wird doch auch irgendetwas haben, was er gerne macht oder was ihm gefällt. Was ist das? Was erfreut ihn?«, fragte Greg neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
»Na ja, du hattest mir den Tipp gegeben, ihm ein wertvolles Brettspiel zu schenken und eine Kuscheldecke. Eine Kuscheldecke hat er von mir bereits bekommen. Aber wenn ich ihm Geschenke überreiche, ist das irgendwie immer wie ein Staatsakt. Ich kann es einfach nicht so machen, dass es liebevoll wirkt. Ich kann nur klammern und kuscheln. Ich liebe ihn sehr, meinen Ferrau. Aber ich muss lernen, ihm das auch anders zu zeigen. Ach, dir ist auch schon aufgefallen, dass er süß ist?« Ciel schmunzelte. »Fällt dir reichlich spät auf. Du hast nicht gezickt, du hast ihn fast umgebracht. Er hat noch immer Angst, aber ich habe ihm Bellamy mit auf den Weg gegeben, für alle Fälle. Noch was. Fabien schiebt für einen Monat Dienst bei mir. Er berichtete mir, du willst dich mit Brandur verloben? Mit Linhards Vater?« Ciel musste sich Mühe geben, ruhig zu bleiben.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Du machst selbst den Staatsakt daraus Ciel. Leg es ihm doch einfach mal auf sein Bett, ganz heimlich still und leise und warte dann ab, bis er es findet. Oder leg es unter sein Kopfkissen. Ja habe ich und ich war ein Idiot mich so gehen zu lassen. Das hatte er nicht verdient, zumal er mit der Sache die mich so auf die Palme brachte überhaupt nichts zu tun hatte. Ich hätte Zerbino den verlogenen, verräterischen Schädel einschlagen sollen! Fabien? Du meinst Papas Fabien? In Ordnung, dass erstaunt mich jetzt, wo die beiden doch sonst ein unzertrennliches Duo sind. Ich bin mit Gaston auch sehr zufrieden und glücklich, also ich würde ihn nicht verleihen und ich hätte nie gedacht, dass Paps Fabien verleiht. Also, wozu benötigst Du Fabien denn? Als Zuflüsterer für Ferrau? Ferrau muss keine Angst mehr vor mir haben, dass habe ich ihm gesagt. Das kannst Du ihm versichern«, erklärte Greg und nahm sich noch einen Keks den er mümmelte. Als Ciel davon sprach, dass er angeblich vorhatte sich mit Brandur zu verloben, hielt er mitten beim Kauen inne und musterte Ciel baff. »Ich soll mich mit Brandur verlobt haben? Davon weiß ich noch gar nichts. Mal ehrlich er ist keine schlechte Partie und nich mag ihn sehr, aber sollte ich davon nicht wissen? Zudem Lin würde mir was husten, wenn ich ihm sage - Schatz was hältst Du davon, wenn ich Deinen Vater heirate? Dann fragt er garantiert ob mir der Helm brennt«, lachte Gregoire sich schlapp.

Ciel Felicien de Souvagne
»Laut Fabien würde der Flurtratsch von nichts anderem mehr reden«, sagte Ciel gestresst. »Entweder hat er gelogen, um mich zu ärgern, oder der Flurtratsch ist sehr unzuverlässig. Also hast du kein Interesse an Brandur? Mich hätte das verletzt, da wir beide ja eigentlich auch noch was miteinander ausprobieren wollten. Oder ist das hinfällig? Ich habe mir Fabien ausgeborgt, damit er am eigenen Leibe erfährt, wie es ist, wenn man von denen getrennt ist, die man liebt.« Ciel knurrte. Er nahm sich Gregoires Kaffeetasse und trank daraus. »Gut, das nächste Geschenk werde ich Ferrau finden lassen. Vielleicht freut er sich. Bellamy habe ich ihm mitgegeben, damit er sich sicher fühlt. Zerbino lässt du bitte auch in Ruhe, Alex braucht ihn und dass Zerbino nichts ausgeplaudert hat, hatten wir doch erklärt.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Langsam, langsam, dass meinte ich auf meine damalige Wut bezogen, es ist alles gut. Also Ciel ich kann Dir gar nicht sagen ob ich an Brandur Interesse habe, da ich ihn nie mit solchen Augen sah. Für mich war er stets Linhards Vater und ein sehr guter dazu. Jemanden den Lin nicht nur dringend wiederhaben wollte, sondern sogar auf gewisse Art wiederhaben musste. Er führt zwar eine gesamte Sippe, aber im Grunde hat er niemanden. Die Leute die er hat, kann er an einer Hand abzählen, dass sind Brandur, mich, Archibald. Das sind alle seine direkten Ansprechpartner. Und Letzterer ist sein Schwertmeister so wie Dein Bellamy. Richtig persönlich habe ich ihn nicht kennengelernt, er ist ein Vampir, hat hier also weder etwas verloren noch kommt er hier ohne weiteres hinein. Ich wäre froh, Lin würde ihn loswerden. Er ist eine unbekannte Größe im Hintergrund und er ist alles andere als harmlos. Wir hatten Brandurs Vater beschworen und da kam auch einiges anderes bei heraus. Jedenfalls möchte ich diesen Archibald nicht in meinem Dunstkreis wissen, aber soweit ich weiß, hat Lin ihm beflohen mich zu beschützen. Na danke auch. Wenn Du Stillschweigen bewahrt, verrate ich Dir ein Geheimnis. Zurück zu Brandur, nun er ist wiederauferstanden und jung, teilt so einige Interessen mit mir und ich verstehe mich ausgezeichnet mit ihm. Es spräche für mich nichts dagegen, aber wie gesagt er ist Lins Vater und wir haben beide niemals in die Richtung gedacht. Ich mag ihn unheimlich gerne, dass gebe ich offen zu und ist auch nichts verwerfliches, aber der Flurflunk ist eine Lüge. Entweder von irgendwem oder von Fabien um Dich zu ärgern, für sein Ausborgen. Er kann Dir ja nicht anders beikommen, außer Dich etwas zu trietzen. So kann er behaupten er hat sich geirrt. Sprich ganz so wehrlos sind Leibdiener nicht, oder generell Diener. Sie wehren sich auf ihre Art, hier ein Gerücht, da eine Lüge und dann alles abstreiten. Drum war ich so... panisch, dass Zerbino vielleicht wirklich mein Geheimnis breitgetreten hat. Verstehst Du es nun? Zu Brandur, nein wir haben nicht geplant zu heiraten, wir sind nicht verlobt, wir sind einfach Schwiegervater und Sohn die sich sehr mögen. Unsere Vereinbarung ist nicht hinfällig. Es sei denn Du möchtest sie aufgeben«, antwortete Greg offen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zerrte Gregoire in seine Arme und küsste ihn trotz des üblen Rauchgeschmacks innig auf den Mund. »Nein, das möchte ich nicht aufgeben. Aber ich weiß nicht, wann wir es zusammen versuchen wollen. Auf der einen Seite, nun, habe ich Angst, dass Linhard mir zuvorkommt. Ich weiß dein Geschenk sehr zu schätzen und möchte es unbedingt in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob du wieder ungeduldig wirst und dann ... zickst, sprich, jemanden halb oder ganz tot schlägst, oder Linhard vorziehst. Auf der anderen Seite fühle ich mich gerade rundum wohl mit Ferrau und möchte es mit ihm versuchen, ganz in Ruhe, ohne Stress und Zeitdruck. Und auf der dritten Seite ... oh, das weißt du noch gar nicht.« Ciels Gesicht verfinsterte sich. »Olivie hat mich mit einem der Himmelsaugen betrogen, mit Remy. Mehr noch, sie scheint in den Kerl verknallt zu sein.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Wir sind hier und allein, wenn ich Gaston fortschicke Ciel. Nur Du und ich. Ich gebe Dir Recht und ich habe auch zwei Seiten zu bedenken. Einerseits möchte ich es mit Dir tun, da Du mir vertraut bist und ich keine Angst vor Dir habe. Genauso möchte ich aber auch Lin nicht verprellen, er ist mein Mann und ich habe Angst dass uns dass trennen könnte. Er ist in der Sache, ziemlich hartnäckig. Nicht der Erste zu sein, ich denke dass habe ich ihm nie gesagt. Ich kann mich nicht dran erinnern, ob ich ihm sagte dass ich noch nie habe, auf diese Art. Ich sollte mir sowas mal merken. Nun bei ihm merke ich mir leider nichts oder bei Dir und Dreux, da ich davon ausgehe Euch alles sagen zu können. Nun fast alles, bis auf das, was ich verschweigen musste. Er ist hartnäckig darin sofort ein Kind zu wollen. Er denkt, er hat keine Zeit, er geht davon aus, dass er es jetzt erledigt haben muss. Das er es sicher in der Tasche haben muss. Ich sagte ihm in fünf Jahren wäre für mich in Ordnung. Er sagt uns trennen bereits fünf Jahre und er kann nicht sagen was in fünf Minuten ist. Er wartet keine fünf Jahre. Einerseits sagt er, ich habe alle Zeit die ich benötige, dann sagt er wieder er wartet keine fünf Jahre. Ich weiß dass er das nicht böse meint, er hat hat Angst, dass er keine Kinder bekommen wird. Wenigstens eins wünscht er sich. Verstehst Du? Und wenn ich es dann mit ihm tun würde, wäre das nicht einfach Du bist mein erster Mann auf diese Weise, sondern da schwebt der Gedanke dahinter. Es geht dann vermutlich nicht um uns, wie bei jedem normalen schönen Sex, sondern darum zu bekommen was er möchte. Drum habe ich das bis jetzt abgeblockt. Bei Dir steckt das nicht dahinter, es geht um uns und um Vertrauen und Zärtlichkeit. Aber ich verstehe auch, was Ferrau Dir bedeutet. Was würdest Du an meiner Stelle tun? Ich weiß die Frage ist vielleicht gemein, aber ich möchte Deine Sicht hören Ciel«, erklärte Greg liebevoll. Als er hörte was Olivie getan hatte setzte sich Verrill auf und musterte ihren Bruder. »Remy? Oh man, Lin hat mir von ihm erzählt, dass so ein ganz freundlicher Typ sein. Und Oli hat sich in ihn verguckt? Also entweder Du akzeptierst dass, oder Du verscheuchst ihn. Akzetierst Du es, muss sie auch wegen Ferrau die Klappe halten. Aber dass muss sie als Deine Frau eh. Akzeptierst Du es nicht, helfe ich Dir sie von Remy zu trennen«, erklärte Verrill und schaute Ciel genau in die Augen, damit er verstand.

Ciel Felicien de Souvagne
»Danke für deinen Beistand. Aber würden wir sie von Remy trennen, wäre sie sehr unglücklich. Ich möchte nicht, dass sie bei mir unglücklich ist. Mir wurde so oft vorgeworfen, dass ich Nathan gefangen gehalten hätte und dass ich quasi selbst schuld bin, dass er mich betrog ... und Olivie habe ich alle Freiheiten gelassen und es hat kein Vierteljahr gedauert, bis sie mir fremdging. Wie ich es mache, mache ich es falsch«, jammerte Ciel. »Was rätst du mir? Oh und wegen diesem Archibald - er wird beschattet von den Bluthexern. Alexandre kann dir alle Auskünfte zu ihm geben, die du benötigst, alle Informationen fließen zu ihm. Ich habe mich jetzt nicht weiter mit ihm und seinem Mitvampir befasst, da ich andere Sorgen hatte. Welches Geheimnis meinst du? Natürlich schweige ich, du kennst mich doch. Was Linhard und dich anbelangt ... was ich tun würde ...« Ciel dachte nach. »Ich würde Linhard den Vorzug geben.« Er sah weg.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg küsste Ciel lange und liebevoll auf den Mund. »Und darum gewähre ich ihn Dir, weil Du für mich denkst, statt an Dich selbst. Warte«, sagte Greg und ging in Gastons Kammer. Er redete kurz mit seinem Leibdiener, ehe Gaston die Gemächer verließ mit einem großen Einkaufsbeutel in der Hand. Greg gesellte sich wieder zu Ciel und deutete aufs Schlafzimmer. »Komm mit«, schmunzelte er freundlich, nachdem er sein Gemach abgeschlossen hatte. »Das Geheimnis ist, dass ich weiß wer Archibald tatsächlich ist. Er ist der Vater von Derya und er ist genau wie sie ein Menschenfresser. Oder war einer, jetzt ist er wohl ehr ein Menschentrinker. Das ist das Geheimnis. Bezüglich Oli, da hast Du nichts falsch gemacht. Du weißt ja gar nicht, ob sie ihn einfach gesehen hat und sich verliebt hat. So ging es mir mit Lin. Gesehen und dann war es passiert. Soll ich einmal in Ruhe mit ihr reden?«, fragte Verrill, schnappte sich die Kaffeetasse und eine Hand voll Kekse und verschwand im Schlafzimmer.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tapste hinterher. »Nein, es muss von ihr selbst ausgehen. Ich fühle mich, als hätte ich als Ehemann auf ganzer Linie versagt. Ich würde sie wieder freigeben, würde sie mich darum bitten. Aber das würde sich wie eine öffentliche Niederlage anfühlen. Wie eine Kapitulation. Jeder würde denken, ich bin nicht in der Lage, in meinem Haushalt für Ordnung zu sorgen und genau so ist es ja auch. Archibald ist also der Vater von der Person, die Alexandre so verstümmelt hat. Davard von Hohenfelde ist auf Derya angesetzt. Ich bin gespannt, als wie loyal Archibald sich dann uns gegenüber erweisen wird.« Er setzte sich im Schneidersitz auf Gregoires Bett.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill setzte sich Ciel genau gegenüber und schaut ihn liebevoll an. »Archibald ist niemandem gegenüber loyal außer seinem Herrn und seinem Stab. Vergiss das nie, falls er bei der Verurteilung von Derya anwesend ist. Ich weiß nicht wie weit Du im Bilde bist, was Linhards Onkel angeht. Davard und sein Bruder Ansgar wurden seit dem sie kleine Kinder sind misshandelt und missbraucht, von ihrem Vater und Archibald. Er wird mehr als nur berufliches Interesse haben die Tochter seines Schänders einzufangen Ciel. Ich verstehe nicht, warum Linhard ihn behält. Gerade im Hinblick auf diesen Hintergrund. Er sagt zwar immer, den Arch den Dave kennenlernte und den er selbst kennenlernte sind zwei Personen, aber da irrt er sich. Dieser Mann zeigt ihm gegenüber nur ein anderes Gesicht. Er mag ihn. Die Frage ist nur, was passiert, falls das mal nicht mehr der Fall ist? Gut, er ist mein Mann, er ist geschützt, er hat Leibwächter die ihm im Hintergrund bewachen, ungesehen, ungehört, aber stets da - wie Vater, Dreux, Du oder ich. Aber trotzdem gibt es Situationen wo er völlig allein mit dem Mann ist. Und so eine Person wie Bellamy oder Archibald benötigten höchstens Sekunden um so einen Umstand tödlich auszunutzen. Ein Lächeln und eine Kurzklinge über der Kehle und das wars. Da kannst Du tausend Leibwächter und Armeen hinter Dir haben, Du bist tot. Und er kann vermutlich im Gegensatz zu Bellamy sogar wegfliegen. Das dazu. Du wirst sie nicht freigeben, was soll der Unfug? Sie ist Deine Frau, punktum. Wenn dann werdet Ihr eine gemeinsame Lösung finden. Die kann sogar eine offene Beziehung sein, oder Du nimmst Remy zu Dir mit auf. Das ginge auch. Dann müsstest Du ihn ehelichen. Damit wäre es sogar legitimiert. Sprich würde ich jetzt Magdalena heiraten und Lin und sie würden sich näher kommen, kann ich das gut heißen oder unterbinden. Verstehst Du? Zudem kommt sowas in jeder Familie mal vor, deshalb gleich alles zerschlagen, für einen Fehler? Wir sind jung Ciel, wir machen Fehler, auch Oli. Aber hier ist jetzt weder Oli noch Archibald das Thema, sondern Du und ich«, sagte Verrill und befreite Ciel von seiner Kleidung, ehe sie sich selbst aus den Nachtklamotten schälte. Danach blieb sie weiter Ciel gegenüber sitzen und musterte ihn genau, ehe sie sein Gesicht in beide Hände nahm und ihn ganz sanft küsste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ sich mit riesengroßen Augen von Gregoire küssen, so wie er sich widerstandslos aus der Kleidung hatte schälen lassen. Hatte er nicht gerade noch gesagt, dass er sich Gedanken machte wegen seiner jungen Partnerschaft mir Ferrau? Dass er sich zuerst in Ruhe mit Ferrau näherkommen wollte, ehe er Gregs Geschenk einlöste? Und nun saßen sie hier, nackt, in Gregoires Bett und küssten und Ciel spürte, wie seine Muskeln weich wurden. Er schloss die Augen und erwiderte den Kuss. Er zog Gregoire näher an sich heran, so dass sich ihre Brust berührte und küsste ihn inniger. Er hoffte, dass nicht genau jetzt Linhard von seinem Ausritt zurückkehrte. »Du schaffst es immer wieder, mich weichzuklopfen«, stellte Ciel leise fest, nachdem sich ihre Lippen wieder voneinander gelöst hatten.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ein klein wenig ja, aber ich weiß dass wir beide uns nie einig werden, wenn nicht einer den Anfang macht, drum mache ich ihn jetzt. Ich mag Dich mehr und auf andere Art als ich sollte, aber Dir geht es genauso. Und ginge es rein nach mir, würde ich nicht zwischen Dir und Lin wählen müssen. Ich hätte Euch beide gerne im Arm oder mal im Bett. Aber dazu seid Ihr ja nicht zu bewegen, Ihr solltet Euch nicht anfeinden. Möchtest Du es einlösen?«, fragte Verrill liebevoll und beugte sich über Ciels Schritt.

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#36

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 29. Jun 2018, 20:22

Adieu und Abflug


Er wusste wie Sex roch und er wusste dass er heute keinen gehabt hatte.
Ihre Vereinbarung war gebrochen worden. Die Vereinbarung besagte, dass nichts ohne das Wissen des anderen geschah.

Jemanden im Nachhinein zu informieren, war nicht das was er als Wissen wertete. Wobei er war nicht einmal informiert worden. Er hatte ihr gemeinsames Schlafzimmer betreten und seine Nase hatte ihn informiert. Er hatte seine Nase ins Bettzeug gedrückt und war angewidert und enttäuscht zurückgewichen.

Auf die Frage „Wer?“ hatte er nichts weiter zur Antwort erhalten, als einen beschwörenden Blick und Schweigen. Ein weiterer Grund, der seinen Blutdruck in ungeahnte Höhen schnellen ließ.

Er ballte die Fäuste, bis seine Fingergelenke knackten. Wobei Ihr gemeinsames Schlafzimmer? Der Raum war gar nicht ihr gemeinsames Schlafzimmer, er gehörte seiner besseren Hälfte, er gehörte allein Verrill.

Schlagartig dämmerte ihm, warum sämtliche Männer in seiner Familie neben ihren Ehefrauen eine Geliebte hatten. Bis auf einige Ausnahmen, aber wenn er genau darüber nachdachte, hatten auch diese Ausnahmen Geliebte. Sein Erzeuger Ansgar war noch mit seiner Mutter verheiratet und lebte mit seiner neuen Freundin zusammen. Sein Onkel Dave war mit Varmikan verheiratet, aber eigentlich gehörte er zwei Männern. Es gab keine Ausnahme und er war auch keine mehr.

Selbst sein Vater Brandur bildete da keine Ausnahme. Sie alle heirateten der Gabe, dem Stand und dem Geld entsprechend. Das Private suchten sie sich nach der Eheschließung.

Er hatte sich niemanden gesucht, er wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.
So wie stets, so wie immer.
Es änderte sich nie.

Was Verrill ihm die ganze Zeit über verwehrt hatte, hatte sie freimütig einem anderen geschenkt. Wem, war eigentlich gleichgültig. Lin taxierte sie von oben bis unten, als könnte er auf ihrem Körper lesen, wer sie angefasst und genommen hatte.

Es gab einige Kandidaten, die in Gregoire Verrills Beuteschema passten und die in ihrer Gunst standen. Einschließlich Melville de la Cantillion. Aber keiner der üblichen Verdächtigen war am Hof. Was nichts bedeuten musste, Verrill konnte sich genauso gut einen neuen Spielgefährten gesucht haben.

Aber für Linhard kam eigentlich nur ein Schuldiger in Betracht – Ciel.

Von körperlicher Treue hatte Verrill ein anderes Verständnis, das minderte allerdings nicht Linhards Schmerz und das Gefühl hintergangen worden zu sein. Wozu vertrauten sie sich sonst alles an und hielten fest zusammen, wenn dies mit einem einzigen Akt ausgehebelt werden konnte?

Nun eigentlich interessierte ihn das auch nicht mehr. Das Warum zu ergründen war müßig, es machte den Betrug nicht ungeschehen. Aber weder konnte er Verrill noch Ciel bestrafen und eine Strafe machte es ebenso wenig ungeschehen, wie seine Wut und Enttäuschung.

Aber ein Gedanke schlich sich wie ein nachtschwarzer Schatten in seine Gedanken und breitete dort seine ersten, zarten Wurzeln des Schreckens aus.
Was wenn Ihre Zweisamkeit Früchte getragen hatte?

Linhard spürte wie dieser Gedanke eine gut versiegelte Tür in seinem Verstand öffnete und ihm die Welt jenseits seiner eigenen Beteuerungen zeigte. Eine Welt schwärzer als der Abgrund, mit all ihren Facetten und Möglichkeiten sich solcher Probleme äußerst befriedigend anzunehmen.

Der Pfad dahin war jedem Hohenfelde bekannt, er sang in ihrem Blut und sie fanden ihn zielsicher. Seine Anziehungskraft konnte seine Familie leiten, wie das Magnetfeld Asamuras Zugvögel an den richtigen Zielort lotste.

Er spürte wie sich ein wahnsinniges Kichern in seinem Schädel ausbreitete und sich seinen Hals entlang nach unten kämpfte. Aber er hielt die Lippen fest verschlossen, denn ein einziges verächtliches, irres Lachen trennten ihn davon den schwarzen Pfad zu beschreiten.

Es trennte ihn davon Verrill zu demonstrieren, wie weh sie ihm getan hatte mit all der Kunst, die einem Hohenfelde dafür zur Verfügung stand.

Linhards dunklen Augen bohrten sich in die hellblauen von Verrill.

Nur unter größter Anstrengung riss er den dunklen Schatten samt seiner Wurzeln aus seinen Gedanken und sperrte ihn dahin zurück, woher er gekommen war. Denn trotz allem liebte er Verrill und er wollte ihr nicht schaden.

Eigentlich hatte er es sich zur Aufgabe gemacht sie zu beschützen. Und ihm wurde klar, dass er dies vermutlich nur auf eine Art gewährleisten konnte, er musste sie verlassen. Jedenfalls für eine gewisse Zeit um sicher zu gehen, dass dieses Abenteuer keine Früchte getragen hatte. Solange dies nicht feststand, musste er sich von ihr fernhalten. Was er im gegenteiligen Fall tun sollte, wusste er nicht.

Er schaue ihr noch einmal ins Gesicht, drehte sich wortlos um und verließ das Gemach.


****


Unterwegs zu den Stallungen zündete sich Lin eine Rauchstange an und inhalierte tief den bitteren Tabak, der ein klein wenig seine aufgewühlten Nerven beruhigte. Er würde es so halten wie sein Großvater Dunwin, er würde auf dem Papier verheiratet bleiben, seinen Pflichten nachkommen und sich eine neue Frau suchen. In Souvgane konnte er sogar diese Frau problemlos heiraten.

Mit seiner Hochzeit hatte er den höchsten Titel angenommen, den jemals ein Hohenfelde erreicht hatte. Einen Titel der sogar unvergleichlich in der gesamten Sippe war, er war royal! Prince Linhard Xavier de Souvagne, Marquis von Hohenfelde. So etwas hatte bis dato niemand in seiner Sippe geschafft! Nicht einmal einer der Magier.

Dieser Titel war ein Monument, ein Berg aus Privilegien und Pflichten, er kam fast einer Allmacht gleich. Aber je höher Berge waren, je eisiger waren sie auch. Daran bestand für ihn kein Zweifel mehr.

Als er seine Rauchstange aufgeraucht hatte, schnipste er den Stummel einfach beiseite. Einige Gardisten und Diener schauten etwas irritiert, hielten sich mit ihrer Meinung aber zurück.

Linhard machte entgegen seiner ersten Entscheidung einen Abstecher zum Hofmarschall. Er betrat die Amtsstube, in der es ehr nach einer Hähnchengrillstube roch. Gerüche waren heute nicht seine Freunde, stellte Linhard fest, er hatte im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll davon. Er bat Adrien seinen Stab, sowie Verrill schriftlich darüber zu informieren, dass er nach Hohenfelde abgereist sei. Sein Stab sollte ihm bitte folgen und jemand sollte sich zeitgleich seines Pferdes Noir annehmen und es mitbringen.

Nach diesem Abstecher suchte Linhard den Stall von Aquillia auf. Lin sattelte sein Tier und führte es nach draußen. Dort redete er beruhigend auf das große Wesen ein und streichelte ihren Kopf. Er hatte heute Morgen erst einen großen Rundflug mit dem Drachenhuhn unternommen, aber Auqilla war jederzeit für einen Rundflug zu haben.

Er konnte sie gut verstehen, auf ihrem Rücken fühlte er sich frei und von allen Sorgen losgelöst. Linhard schwang sich in den Sattel und Auquillia hob mit einem Sprung und einem mächtigen Flügelschlag ab. Das Drachenhuhn gewann schnell an Höhe. Linhard ließ das mächtige Tier einmal über dem Hof von Souvagne kreisen.

„Adieu und Abflug“, flüsterte er leise, klopfte Aquillia auf den Hals und flog Richtung Hohenfelde davon.


****


Aquilla flog mit ruhigen Flügelschlägen Richtung Hohenfelde. Linhard genoss den Flug, auch wenn der Wind ihm die Tränen in die Augen trieb. Seiner Meinung nach, war es der Wind und nichts anderes. Es war unsinnig nach Hohenfelde zu fliegen, falls ihn jemand suchte, war das die erste Adresse die man aufsuchen würde.

Er ließ sein Drachenhuhn in einer großen Schleife wenden und steuerte Naridien an. Der Flug dauerte einige Stunden, Aquilla flog hoch, so dass die Luft wirklich eisig wurde und Linhards Atem in weißen Wolken von seinen Lippen gerissen wurde. Dann endlich kam das Gebirge von Daijan in Sicht.

Linhard ließ Aquilla tiefer gehen und suchend über dem Gebirge kreisen. Als er das verborgene Tal von Wolfram entdeckte landete er mit seinem Drachenhuhn mitten im Tal. Lin blieb noch einen Moment auf Aquilla sitzen und schaute sich um.

Hierhin hatte es Brandur, Dunwin und ihn verschlagen. Wolfram hatte ihnen Unterschlupf gewährt und es war eine der schönsten Zeiten seines Lebens gewesen. Jetzt lag das kleine Haus, wie das gesamte Tal verlassen da. Der Garten war bereits etwas verwildert, das Haus war dunkel.

Linhard öffnete die Sicherheitsgurte und ließ sich von Aquilla rutschen. Er musste sich an seinem Drachenhuhn festklammern, denn er benötigte einen Moment, bis er wieder richtig stehen konnte. Mit leisem Ächzen rieb er sich die eingeschlafenen Beine und kraulte danach Aquilla, ehe er mit steifen Gelenken ins Haus stapfte.

Leer, kalt, unbewohnt - so lag das Haus vor ihm, dass damals mehr Wärme ausgestrahlt hatte, als es das Herrenhaus je gekonnt hatte. Es war klein, geradezu beengt, aber irgendwie hatte hier jeder seine kleine Nische gefunden und hatte sich wohlgefühlt.

Linhard zündete das Feuer im Kamin an und lüftete etwas durch. Müde rieb er sich über die Augen und machte es sich in Wolframs Schlafzimmer bequem. Lin zog sich bis auf die Unterwäsche aus und kroch in das kalte Bett von Wolfram. Morgen früh würde er Aquilla etwas aus dem Vorratsschuppen holen. Einige Tage wollte er hier in der Ruhe des verborgenen Tals verbringen um über Verrill und sich nachzudenken. Er vermisste Greg, aber mehr noch vermisste er seinen Paps Brandur und seinen Rat. Sein Magen knurrte, aber Linhard schob das Hungergefühl zur Seite. Müde wickelte er sich in seinen Reisemantel und deckte sich damit zu. Die Wärme des Kamins und das Prasseln des Feuers lullten ihn in einen friedlichen Schlaf.


****


Lin wachte mitten in der Nacht auf. Irgendetwas stimmte nicht. Seine Schulter tat ihm weh, ein seltsames schmatzendes Geräusch ließ ihn aufhorchen. Müde drehte er den Kopf Richtung Kamin und blickte in ein gelbes Gesicht, dass tief und fest in seine Schulter gebissen hatte und Blut aus ihm nuckelte.

Kreischend sprang Linhard auf und schlug zeitgleich zu. Seine Faust traf mitten in das gelbe Gesicht und riss den Kopf seines Angreifers brutal in den Nacken. Kaum war Lin auf den Beinen, klappte er vor dem Bett zusammen. Gerade als er sich wieder aufrappeln wollte, war der gelbe Angreifer über ihm und riss ihn brutal zurück ins Bett.

"Nai nai!", brüllte er wie besessen und hieb mit seinen spinnenartigen Fingern brutal auf Lin ein, um ihn gefügig zu machen. Linhard warf sich herum, kämpfte sich ein Stück frei und gerade als ihn der Gelbe wieder greifen wollte, knallte er ihm den Fuß mit brachialer Gewalt mitten ins Gesicht.

Seine Schulter brannte wie eine Fackel des Abgrund und er spürte dass sein Hemd klatschnass war. Er musste bluten wie ein Schwein, aber er konnte kaum noch etwas sehen, alles war verschwommen. Lin krabbelte auf allen vieren Richtung Ausgang. Er stemmte sich an der Haustür hoch, als er hörte wie hinter ihm der gelbe Widersacher stöhnend auf die Beine kam und die Verfolgung aufnahm.

"Nai!", brüllte der Gelbe wie wahnsinnig und grabschte Linhards Fußgelenk. Wie wild zerrte er an ihm, um ihn von der Tür wegzubekommen. Linhard kreischte seinerseits auf und trat wie ein Maulesel um sich. Einer der Tritte erwischte den gelben Kerl seitlich vor den Kopf und ließ ihn zur Seite fliegen.

Linhard riss die Tür auf und stürzte nach draußen. Er stolperte mehr, als dass er rannte. Panisch schaute er sich nach Aquilla um. Auf allen vieren rannte er zum Vorratsschuppen und riss die Tür auf. Ein bestialischer Gestank schlug ihm entgegen, so als hätte er gerade die Tür zum Abgrund aufgerissen.

Leichen.
Dutzende von ausgesaugten und verwesenden Leichen.

Linhard übergab sich geräuschvoll, wischte sich den Mund sauber und warf sich herum, nur um schnellstmöglich von diesem Vorratslager zu verschwinden. Er prallte gegen einen Körper. Keinen Augenblick später, verpasste ihm der Gelbe einen brutalen Schlag in den Magen, der ihn zusammenklappen ließ.

"Nai!", knurrte sein Angreifer geifernd und hasserfüllt, dabei entblößte er zwei gewaltige Fangzähne.

Linhard ignorierte seinen rebellierenden Magen und kroch so schnell er konnte rückwärts. Lin knallte mit dem Rücken gegen die Tür sah gerade noch, wie der Vampir eine Keule hochriss und mit einem urgewaltigen Schrei auf ihn losging.

Der Vampir führte den Hieb niemals zu Ende.

Es kam etwas in Sicht, dass sich Linhard zuerst gar nicht erklären konnten. Etwas Riesiges schob sich von oben über den gelben Vampir, eine blitzartige, schnappende Bewegung, ein gewaltiger Schnabel blitzte auf und der Vampir war nur noch ein kopfloser Torso der in sich zusammenbrach.

Vor ihm stand Aquilla sein Drachenhuhn. Erneut schnappte sie zu, erwischte den Torso in der Seite und schleuderte ihn wild hin und her, dass man die Knochen des Körpers brechen hörte. Urplötzlich ließ sie ihn los und der kopflose Leichnam flog in der Nacht wie ein Geschoss davon.

"Aquilla", stöhnte Linhard und kroch auf sein Drachenhuhn zu.

Die große Urvogelhenne legte den Kopf schief und beäugte ihn mit einem Auge, ehe sie ihre großen Schwingen um ihn schloss und ihn huderte. Linhard rollte sich zwischen den wärmenden Schwingen zitternd zusammen. Etwas stimmte nicht, etwas stimmte ganz und gar nicht mit ihm. Er rollte sich auf den Bauch und kotzte sich die Seele aus dem Leib.

Dann fiel es ihm schlagartig ein. Er war von einem Vampir gebissen worden, er wusste nicht wie viel Blut er verloren hatte, aber es musste viel sein, so schwach und erbärmlich wie er sich fühlte. Wenn er jetzt einschlief war es vorbei, er würde als Blutsauger wieder aufwachen.

Mit letzter Kraft zerrte er sich an Aquilla hoch und klammerte sich an ihr Geschirr. Mehr tot als lebendig lenkte er sein treues Drachenhuhn zum nächst gelegenen Tempel. Vor den Stufen rutschte er von Aquilla, auf der Schwelle brach er zusammen.

Linhard wachte in einem kleinen Krankenzimmer auf, als die Morgensonne durch sein Fenster schien und ihn weckte. Eine uralte Heilerin stand vor ihm.

"Ihre Infectio vampirius demortuus wurde geheilt junger Mann. Sie hatten großes Glück, unwahrscheinlich großes Glück. Ihr Greif oder was das für ein Geschöpf ist, hat vor dem Tempel randaliert, so dass wir Sie rechtzeitig gefunden haben. Soll ich irgendwen für Sie benachrichtigen lassen?", fragte die uralte Heilerin.

"Marquis Brandur von Hohenfelde in Beaufort - Souvagne, meinen Vater bitte. Und Danke", flüsterte Linhard, ehe er müde die Augen schloss und lautlos Auqilla für seine Rettung dankte.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#37

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 29. Jun 2018, 20:46

Versorgung, Vergebung und Versöhnung


Brandur von Hohenfelde
Der Knochendrache landete mit einem schabenden Geräusch auf der Wiese vor dem Tempel. Er schlitterte mehrere Meter und durchpflügte mit dem Brustkorb das Edreich, bis es sich zu einem Berg getürmt hatte und das Fluggefährt zum Stehen kam. Die mechanisch kalibrierbaren Flügel funktionierten sich in Stützen um. Unter dem schwanengleich angehobenen Hals kroch ein junger Mann aus eine Öffnung, zerrte einen Koffer hinter sich her und eilte ins Innere des Tempels. Er fragte sich bis zu seinem Sohn durch, klopfte an der Tür des benannten Zimmers und trat vorsichtig samt dem Riesenkoffer ein. »Junge«, begrüßte er ihn besorgt. »Was machst du für Sachen?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard drehte seinen Kopf Richtung Tür und hätte am liebsten vor Erleichterung losgeheult, aber das verkniff er sich. Stattdessen grinste er einfach nur breit und überglücklich, dass Brandur da war. "Paps!", rief er erfreut und musste kurz darauf husten. Er verfluchte innerlich die Rauchstangen, die er all die Jahre geraucht hatte. "Ich hatte Streit mit Verrill und bin abgehauen. Eigentlich wollte ich zu unserem Herrenhaus fliegen, habe mich aber umentschieden. Der größte Fehler meines Lebens. Ich flog zurück zum Tal, Du weißt, dort wo wir glücklich waren. Ich wollte einige Nächte dort übernachten um den Kopf frei zu bekommen. In der Nacht hatte ich Schmerzen in der Schulter und als ich nachguckte, saugte ein gelber Vampir an mir! Es war fast zu spät, da ich kaum noch Kraft hatte. Er muss schon einiges getrunken haben und ich war voller Blut und blutete stark. Ich habe mich nach draußen gerettet. Aber den Arsch hat mir Auqilla gerettet, mein Drachenhuhn. Der Kerl wollte mich erschlagen und hätte es auch getan, hätte sie nicht kurzen Prozess mit ihm gemacht und ihm den Kopf abgebissen. Ich flog hierher und brach zusammen. Und draußen machte sie Radau, dass man mich gefunden hat. Sie ist eine gute Seele", erklärte Lin und nahm sich etwas zu trinken von dem kleinen Tisch. "Setz Dich zu mir", bat er seinen Paps.

Brandur von Hohenfelde
Brandur setzte sich zu seinem Jungen und streichelte ihm das kurze Haar. »Lässt du sie wieder lang wachsen? Sonst mach ich denen hier Feuer unterm Hintern, dass sie dir einen Barbier schicken! Der Vampir wird Archibalds Simon gewesen sein, in den war Kasimir vernarrt. Ich wusste allerdings nicht, dass Simon inzwischen auch zu einem Vampir geworden war. Der arme Bub.« Brandur schüttelte traurig den Kopf. »Was Archibald mit ihm getan hat, weißt du. Es ist ein anschauliches wie trauriges Beispiel für das Verderben, was dieser Mann bringt. Behalte das stets im Hinterkopf. Zum Glück war Aquila zur Stelle. Um was ging es bei dem Streit mit Verrill, dass du dermaßen emotional geworden bist?« Brandur streichelte während des Gesprächs Linhards Haupt.

Linhard von Hohenfelde
Linhard mummelte sich in die Decke und rutschte ein Stück herüber, so dass sich Brandur zu ihm aufs Bett legen konnte, wenn er wollte. Lin schloss die Augen und drückte seinen Kopf in die Hand von seinem Vater. Er benötigte mehrere Anläufe, ehe er die Sprache wieder gefunden hatte. "Er hat mich betrogen. Er sagte nichts, ich habe es gerochen, in unserem Schlafzimmer Paps. Aber dann ist mir eingefallen, es ist nicht mal unser Schlafzimmer. Es ist seins. Ich bin dazugekommen, wie ein Gebrauchsgegenstand. Er ist nichts anderes als ein Ansgar. Nur suchte er keinen Dolch, sondern einen Dildo", knurrte Linhard leise und schwieg einen Moment um sich zu sammeln. "Ich vermute Ciel war sein Liebhaber, wer sonst? Er war mal mit Melville zusammen, aber der war nicht am Hof und der wird nicht so dreist sein sich in anderer Leute Betten herumzutreiben. Und ich weiß wie eine Frau riecht, er hat ihm gewährt, was er mir nicht geben wollte. Warum weiß ich nicht, aber er tat es. Ich habe ihn gefragt wer? Aber er hat nicht geantwortet. Warum sollte er auch, letztendlich macht es den Betrug nicht ungeschehen, wenn ich weiß wer es war. Nur auf der anderen Seite komme ich mir so blöde vor, nachher genau der Person ins Gesicht zu lächeln, die mir Hörner aufgesetzt hat. Wer weiß ob es Ciel war? Könnte auch ein anderer gewesen sein, ein neuer Spielgefährte. Er nimmt es mit der Treue anders. Für ihn ist Treue zu jemanden zu stehen, das im Bett - das ist Spaß. So kann man das natürlich sehen, aber für mich bedeutet Treue auch, dass wenn er sowas macht oder darf, dass man sich wenigstens an die Erlaubnis hält. Ich hätte ihm das niemals erlauben sollen mit Einverständnis. Ich war einfach, naja ich wollte nicht als Spießer vor ihm dastehen und ich wollte ihn behalten. Gemeinsam einen Dreier zu schieben ist doch was anderes, als fremdgehen. Da geht man gemeinsam und hat zusammen Spaß. Ich war so kurz davor ihm zu zeigen wo der Frosch die Locken hat, ehrlich. Ich musste mich dermaßen beherrschen ihn nicht zusammenzuschlagen. Ich habe es gelassen. Nicht weil ich wüsste dass er sich wehren kann, denn ich weiß was er nicht kann oder wie er kämpft. Aber ich war so kurz davor durch das Tor zu gehen und einen wirklich üblen Pfad zu beschreiten. Dann hätte er nichts bekommen, nicht mal eine Ohrfeige, nur ein Lachen und eine Rache die sich gewaschen hätte. Aber dann hätten wir wohl Souvagne verlassen müssen, wäre das aufgeflogen. Sonst Block. Und wofür? Wofür dass alles, weil er nicht nicht beherrschen kann? Nein. Dafür müssen andere nicht leiden. Also dachte ich, verziehe Dich so lange, bis sicher ist, dass Verrill nicht schwanger ist. Dann siehst Du weiter. Nur falls sie es ist was dann? Und wenn ich weg bin, kann sie ja munter weiter spielen. Und was dann? Mich will sie ja scheinbar dafür nicht. Keine Ahnung, irgendwie war alles verkorkst und ich dachte, bekomm einen klaren Kopf. Stimmt Simon! An ihn hatte ich nicht mehr gedacht, aber er war so anders, so verändert. So wild und brutal und seine Zähne waren grauenvoll und haben in meinem Fleisch geschmerzt. Ja Arch hat ihn getötet als er vier Jahre alt war. Simon lief als lebende Leiche herum, ein ewiges Spielzeug von Archibald. Und dann hat er es einfach bei Wolfram vergessen und aus seinem Opfer wurde eine tödliche Falle für jeden. Der Vorratsraum Paps, er war voller Leichen. Simon muss gejagt haben wie ein Wilder. Er muss sehr viel Hunger gehabt haben. Aber das war mir gleich, ich wollte nicht als Abendbrot enden", stöhnte Linhard.

Brandur von Hohenfelde
Brandur folgte dem Wunsch seines Sohnes und legte sich neben ihn ins Bett. Der arme Junge brauchte den Trost seines Vaters und Brandur nahm seine Rolle sehr ernst, auch, wenn sie nun dank seiner Wiederbelebung körperlich gleich jung waren. »Lass uns zuerst an die Familie denken. Das musst du, als Familienoberhaupt. Erst danach kommt dein zu Recht gekränkter Stolz. Welche Folgen könnte der Fehltritt schlimmstenfalls für die Familie haben? Ein Kind, im ungünstigsten Fall ein Sohn, der nicht der deine ist, dir aber untergeschoben werden soll. Von daher ist körperlicher Abstand der richtige Weg, damit klar ist, von wem die Leibesfrucht stammt, sollte eine entstanden sein. An deiner Stelle wöllte ich schon aus taktischen Gründen erfahren, wer derjenige war. Halt es wie die Wigbergs, sammle alle Informationen, die du bekommen kannst. Vielleicht nützen sie dir dereinst. Bewusst die Augen zu verschließen, ist weniger schmerzhaft, als genau hinzusehen, aber das kannst du dir nicht leisten. Wenn du es möchtest, werde ich für dich fragen und es dir dann mitteilen. Dann ist es vielleicht leichter, als es selbst aus Verrills Mund zu hören. Alternativ können wir auch zusammen hingehen. Die Frage ist nun: Wollt ihr zusammen glücklich werden oder nur miteinander verheiratet sein? Beides hat seine Vor- und Nachteile, aber ihr müsst da am selben Strang ziehen, sonst werdet ihr beide unglücklich darob. Wie fühlst du dich jetzt, körperlich und seelisch?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard freute sich, dass sich Brandur neben ihn legte. Er lehnte sich an und entspannte sich etwas. Die direkte Nähe von Brandur tat ihm gut. "Du hast Recht und um keinen Unsinn anzustellen, wollte ich erst einmal Abstand gewinnen. Wie es mir geht? Auf den Punkt gebracht - Scheiße. Ich hatte zuerst den Gedanken, mir einfach selbst eine Frau zu suchen, mit der ich eine Familie gründe. Es wäre ja möglich, sprich dass ich eine Frau heirate und so weiter und mit Verrill verheiratet bleibe. Es wäre eine Ehe auf dem Papier. Denn ich sehe nicht ein, warum ich wegen ihrem Fehltritt meinen Status aufgeben soll und damit alle Privilegien für uns. Sie hatte mich doch gefragt! Sie hat mir einen Antrag gemacht und ich bin sogar drauf eingegangen, obwohl ich sie zuerst rein für einen Mann hielt. Und ich habe mich bemüht. Ich habe mich angestrengt, mit Greg klarzukommen, mich mit ihm anzufreunden. Zuerst war es für mich befremdlich jemandem so nahe zu sein, auch freundschaftlich. Aber dann, als wir Spaß hatten, als wir glücklich waren, da war ich so froh, dass ich ihn hatte. Ich war glücklich. Nach langer Zeit das erste Mal wirklich glücklich, nach unserer Zeit. Und ich war nicht mehr ganz so alleine. Ich meine dass bin ich so gesehen ja nicht, aber ich habe niemand Vertrautes. Ich habe eine Familie, einen Bruder, einen Onkel und trotzdem hänge ich irgendwie immer allein in den Seilen. Auch wenn jeder sagt, dass muss ja nicht so sein. Klar, ich könnte auch auf die anderen zugehen. Aber mir kommt es so vor, als laufen die dann weg. Vielleicht auch nur meine Wahrnehmung, nach all dem Mist. Ich weiß es nicht. Und Greg war für mich da. Er war liebevoll, er war mein bester Kumpel, er war mein Ein und Alles, wir waren dicke miteinander. Ich habe sogar geliebt auf seinem Scheißsofa zu schlafen und ich habe nicht gewusst, dass man jemanden körperlich dermaßen vermissen kann. Man kann Paps. Und ich habe ihm doch erklärt, warum ich jetzt ein Kind möchte. Er sagte, dass muss er sich gut überlegen, wegen der Gesundheit und Gefahr und so. Das ist verständlich, aber ist nur mein Kind in ihm gefährlich? Oder wollte er einfach keines von mir? Das hätte er ehrlich sagen können. Ich meine, ich hätte mich dann auch gefühlt, als hätte er mir mit Anlauf in die Eier getreten. Aber ich hätte gewusst woran ich bin. Wir hatten immer vor ein Kind zu bekommen. Vielleicht nicht selbst, aber er wollte eine Frau heiraten und ein Kind zeugen und ich sollte es ebenso. Mittlerweile frage ich mich, ob ich einfach nur Beiwerk für irgendwas bin. Alla - oh heute sieht das Schlafzimmer komisch aus. Irgendwas fehlt. Die Kommode? Doch die ist da. Der Beistelltisch? Doch ist da - ach der Lin fehlt! So komme ich mir vor. Wobei er den Tisch wohl ehr vermissen würde, da liegen ja seine Bücher drauf", knurrte Linhard und biss sich in die Hand.

Brandur von Hohenfelde
Brandur zog Linhard nachdrücklich die Hand aus dem Mund. »Ich verstehe dich sehr gut. Aber momentan fußt dein ganzer Ärger auf Mutmaßungen. Ich bin mit dem Wyvern hier. Wenn du dich gut genug fühlst, bringe ich dich zurück nach Souvagne - und dort suchst du das Gespräch. Du bist ein Hohenfelde, auch wenn dein Name nun etwas länger ist. Stell dich. Ich bin bei dir. Und du fühlst dich noch immer allein, obgleich ich da bin und Verrill und auch dein Onkel Dave? Was vermisst du - Freunde? Hattest du nicht vor, dich mit Ciel und Remy anzufreunden?«

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte knapp. "Ja das ist nur ein Gefühl oft und ich weiß dass es nicht stimmt. Als hätte sich das festgesetzt irgendwie in meinem Kopf. Freunde hätte ich schon gerne. Remy ist ein netter Kerl auch sein Kumpel Gaetano ist ein netter Bursche. Mit denen wollte ich mich anfreunden. Mit Ciel auch, aber ich glaube dass hat er nicht vor. Am liebsten würde ich mir die Decke über den Kopf ziehen und warten bis es vorbei ist. Aber Du hast Recht, wir sind Hohenfelde, wir verlassen entweder erhobenen Hauptes das Schlachtfeld oder tot, aber nicht aus Feigheit. Ich glaube schon dass ich reisen kann. Niemand hat was anderes gesagt. Der Knochendrache, weißt Du noch wie wir mit Dunwin damals aus dem Herrenhaus vor Ansgar geflohen sind? Es scheint mir eine Ewigkeit her zu sein. Eine andere Zeit, ein anderes Leben. Es war komisch in Wolframs Haus. Es war dunkel, leer, kalt... wobei klamm trifft es eher. Es war auf einmal wie seelenlos ohne ihn und Euch alle. Es war nur noch eine Hülle und dann kam auch noch Simon aus seinem Loch geschlichen und fiel mich an. Echt, dass kann nur mir passieren oder? Ich könnte mitten im Nirgendwo stehen, da latscht mir einer auf den Fuß", grinste Lin schief und wuchtete sich aus dem Bett hoch.

Brandur von Hohenfelde
»Ja, mit Dunwin als Geist, das war schon eine lustige Zeit. Wäre sie nicht so blutig und düster gewesen, man könnte sie fast vermissen. Weißt du, wer noch fehlt? Dunwins und mein großer Bruder. Dein Großonkel Kunwolf. Er fehlt mir in letzter Zeit besonders. Wir sollten die Blunekromantie in unserer Familie fördern, für solch Fälle. Wir könnten uns gegenseitig wiederbeleben, eine Armee von jahrhundertealten Hohenfeldes, schier unbesiegbar«, schwärmte Brandur und blickte verträumt aus dem Fenster. Er erhob sich und griff seinem Sohn unter den Arm. »Komm, Xavier. Wir reden mit Verrill, sondieren die Lage und dann halten wir erneut Kriegsrat.«

Linhard von Hohenfelde
"Du meinst wir sollen ihn töten? Er hat Leibwächter, auch wenn man sie nicht sieht und jeder der de Souvagnes wird von Himmelsaugen beschützt. Ich spreche nicht von Jules oder anderen die Du so kennst, sondern solche wie Parcival und anderen Oberen. Sie haben irgendwie ein mentales Auge auf sie. Ich vermute wenn ich Verrill wirklich tödlich angreife, dann macht einer von denen dass, was Dave mit mir tat. Oder sie machen es nicht auf die Art. Ich vermute sie würden mir die Hirngrütze kochen, das was Dave tat, wäre dagegen wohl fast zärtlich. Ich möchte ihn auch nicht töten, dafür bedeutet mir das Arschloch zuviel Paps. Ich weiß dass ich anders sprach und ich bin tief enttäuscht und wütend auf ihn, aber ich möchte seinen Tod nicht", flüsterte Lin und klammerte sich an seinem Paps fest um sicheren Stand zu finden.

Brandur von Hohenfelde
»Nein, das meinte ich nicht«, sprach Brandur sehr ernst. »Ich meinte, was ich sagte - wir hören uns an, was er dazu zu sagen hat und dann überlegen wir erneut, was nun zu tun ist. Ob du danach noch mit ihm verheiratet bleiben möchtest und wenn ja, unter welchen Konditionen. Ob du dir vielleicht eine Geliebte suchst.« Als Linhard sicher stand, öffnete Brandur kurz den Koffer. Die kopflose Sexpuppe war darin. »Die hatte ich dir für alle Fälle eingepackt, da ich nicht wusste, wie lange du bleiben würdest.« Er schmunzelte und verschloss den Koffer wieder, ehe er Linhard nach draußen zum Wyvern führte.

Linhard von Hohenfelde
Lin wollte gerade etwas erwidern, als sein Vater den Koffer öffnete und die kopflose Sexpuppe offenbarte. Linhard musste losprusten und zwar dermaßen, dass er sich die Tränen aus den Augen wischen musste. "Beim Abgrund, glaube mir, ich bekomme gerade noch einiges hin, aber dass nicht. Wobei sie hat was, beziehungsweise ihr fehlt etwas, was passend ist. Also zur Erklärung, wenn ich mit Verrill nicht mehr zusammen sein möchte, dann wird er im Palast leben und ich bei mir. Ich kann mich nicht von ihm trennen oder mich scheiden lassen. Wenn jemand eine Trennung vornimmt, dann er. Das gilt aber nicht nur für mich, dass gilt für jede Person die einen de Souvagne heiratet. Du kannst Dich nicht von ihnen trennen laut deren Hausgesetz. Was vermutlich klar ist, wie sähe das aus, wenn sich die Frau vom Duc scheiden lässt? Er kann sie vor die Tür setzen, aber sie kann nicht gehen. Ich kann auch nicht gehen, nur woanders wohnen und ein anderes Leben leben. Dennoch bleibe ich Verrills Mann, bis er die Schnauze voll hat, oder eben für ewig auf dem Papier. Allerdings dann auch mit den Ämtern. Es ist mehr als eine Ehe verstehst Du Paps? Und ich weiß ehrlich nicht was ich will. Doch weiß ich. Ich wünschte er würde sagen es tut ihm leid", gestand Lin als er neben Brandur herlief. "Gut, dass Du das so sagst. Ich weiß es klingt jämmerlich und schwach, aber ich hätte ihn nicht töten können. Nicht ihn, genauso wenig wie Dich. Das geht nicht. Eine nette Vorstellung die mächtigsten Hohenfelde lebend vereint. Aber stell Dir dann auch vor, was jeder von ihnen versuchen wird. Dazu müsstest Du die freundlichsten auswählen, rein die mächtigsten da wäre auch Dein Vater drunter. Und der war nicht gerade kooperativ", erklärte Lin freundlich. "Wir müssen Aquilla mitnehmen!".

Brandur von Hohenfelde
»Aquilla, gut, dass du das sagst. Ruf sie, damit sie uns hinterherfliegt. Tut sie das? Du bist zu schwach zum Reiten, im Wyvern sind schöne dicke Decken, kuschel dich da ein und ich übernehme den Rest. Mit diesen Puppen kann man auch kuscheln und schmusen, besonders, wenn man sie mit einem Geist beseelt. Man muss nicht intim werden mit ihnen. Mit meiner Viola habe ich gern getanzt, im leeren Tanzsaal der Nachtburg, während Kasimir sang. Alastair wird sein Fett noch wegbekommen, das verspreche ich dir. Und wenn er in so einer Puppe landet, die ich an den letzten Widerling veräußere. Man müsste geschickt planen, welche Hohenfeldes man zurückruft und sie nacheinander auf den Neuen Weg einschwören. Wer nicht kooperativ ist, muss wieder gehen oder endet als bloßes Werkzeug, wie es Alastair wird.«

Linhard von Hohenfelde
"Ja sie kann hinterher fliegen, wir können aber auch einen Ausbindezügel nehmen und sie anleinen, dann kommt sie automatisch mit. Ich würde vielleicht nicht nur die Hohenfeldes in Betracht ziehen. Denk an Osmund, die Wigbergs an sich. Einen von Eibenberg würde ich mich hüten, der stellt einem noch in Rechnung, was er da drüben alles verpasst hat. "Für jede angefangene Stunde im Diesseits verlange ich 70 Taler", äffte Linhard Veyd nach und musste lachen. "Nein Spaß beiseite, Du solltest Dich auch mit Osmund und Maghilia gut stellen. Bei Maghilia ist es vielleicht was schwieriger, aber Osmund ist ganz umgänglich. Irgendwie habe ich immer nur das Gefühl bei ihm, als stehe ich einem moppeligen Ansgar gegenüber. Wie Wolfi mal richtig sagte, da sieht man wie nah wir verwandt sind. Ansgar und Osmund könnten lügen Vater und Sohn zu sein, dass würde keiner abstreiten. Was mich interessieren würde, wäre jemand aus weiter Vergangenheit. Einer als die Siedler hier noch jung waren. Überlege mal was er für ein Wissen haben müsste", sagte Lin und pfiff auf den Fingern nach seinem Drachenhuhn. Es dauerte einen Moment, dann kam Aquilla um die Ecke gelaufen und beäugte sie beide wie es Hühner tatsächlich taten. Sie hatte immer noch ihr Geschirr um. Zur Begrüßung sträubte sie kurz die Feder und gab ganz leise Geräusche von sich. Lin streichelte sie über den Hals und umarmte ihren Kopf. "Die einzige Frau auf die Verlass ist, ist ein Huhn. Und was für eins", grinste Lin und funktionierte ihre Gurte in einen Ausbindezügel um, damit befestigte er sie am Knochendrachen. Er streichelte sie erneut, dann verschwand er im Gefährt, während Auqilla zur Probe auf den Knochendrachen pickte.

Brandur von Hohenfelde
»Gute Idee, man könnte viel lernen, das werde ich im Auge behalten«, grübelte Brandur, während er Linhard in alle Decken wickelte, die er dabei hatte, so dass sein Junge aussah wie eine dicke, fette verpuppte Raupe. Er selbst war warm genug angezogen und nahm so Platz. Als das Huhn auf den Wyvern pickte, donnerte es und der ganze Korpus vibrierte. »Abflug nach Beaufort«, befahl Brandur und der Geist im Gefährt brachte es zum Fliegen. »Osmund und Maghilia sind viel für sich. Sie suchen die Gesellschaft nicht unbedingt, auch wenn sie recht umgänglich sind, sobald sie einmal anwesend sind. Ich denke auch, man sollte sie mehr ins Geschehen holen. Wohin ist eigentlich Archibald verschwunden? Weißt du etwas? Mich macht es misstrauisch, nicht zu wissen, was er gerade treibt.« Der Wyvern bewegte sich schnell in Richtung Souvagne.

Linhard von Hohenfelde
Lin fühlte sich geborgen wie ein Baby und genoss das Gefühl. Er verriet es aber nicht, da er sich dabei albern vorkam. Er kuschelte sich noch tiefer in die Decken, so dass nur seine Augen rausschauten. "Ja Osmund war immer freundlich zu mir, Maghilia wollte mich stets umbringen, daraus hat sie nie einen Hehl gemacht, bis zu Deiner Beerdigung, da hat sie wohl begriffen, worum es uns wirklich ging. Ich finde auch, wir sollten sie mehr einbinden. Das Wissen der beiden ist enorm und ich würde sogar behaupten, dass jeder für sich Mag wie Ossi mächtiger sind als Alastair, denn beide leben noch. Und sie leben weit länger als ein Mensch doch lebt. Das haben sie sicher mit Magie hinbekommen. Keine Ahnung wie, aber man kann Magie abzapfen, also ich meine Leben. Das hatte Dave vor für Pavo. Du kennst den alten Goblin. Er war auch immer gut zu mir, hat sich für Versöhnung eingesetzt und mir meist in der Heilstube was zugesteckt, was nicht so ganz legal war, aber geil. Archibald... ja Archibald. Da kann ich mittlerweile nur Jesper zustimmen. An dem Kerl ist ein alter Kater verloren gegangen. Kommt und geht wie er will, er informiert niemanden und wenn er Lust hat, legt er Dir tote Mäuse vor die Tür. Nur sind das dann keine Mäuse, erinnere Dich was er tat um uns zu "helfen". Das hätte er mal lieber gelassen. Ich bin im Moment eh nicht gut auf ihn zu sprechen. Sein Erbrelikt hätte mich fast in einen Vampir verwandelt, wäre die alte Olga nicht gewesen und Aquilla. Ich weiß nicht wo er ist, was er treibt und was er denkt. Manchmal wenn ich ihn brauche ist er da, hört zu und ich fühle mich unglaublich wohl in seiner Nähe. Manchmal könnte ich ihn einfach erdolchen. Aber das ist immer nur dann, wenn er weg ist. Seine Nähe ist irgendwie anziehend und verstörend, findest Du nicht auch? Ich habe keine Ahnung was er treibt, aber er sagte nicht bescheid. Vielleicht hat er auch wem bescheid gesagt, nur ich weiß mal wieder nichts. Wäre zu typisch", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
»Nein, ich finde Archibald kein Bisschen anziehen«, sagte Brandur entschieden und dann schwiegen sie eine Weile. Erst, als der Wyvern vor dem Palast landete, ergriff Brandur erneut das Wort. »Such dir einen anderen, zuverlässigeren Schwertmeister.« Er half Linhard aus seiner Verpuppung und führte ihn am Arm durch den Palast, während ein Diener sich mit dem Koffer abmühen musste und die Stallburschen sich um das Drachenhuhn kümmerten. Brandur klopfte an Verrills Tür.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Brandur und nickte knapp. "Ich weiß, ich habe so meine Probleme mit ihm. Er kann einen gut um den Finger wickeln. Aber ich werde mir einen neuen Schwertmeister suchen und einen Leibdiener Paps, versprochen", flüsterte Lin und wartete ab. Einen Augenblick später öffnete Gaston die Tür, lächelte erleichtert und trat direkt zur Seite. "Bitte kommt rein", bat er Brandur und Linhard. Lin atmete einmal durch und betrat mit Brandur die Gemächer von Verrill.

Brandur von Hohenfelde
»Das solltest du dir abgewöhnen. Kein Hohenfelde sollte sich von irgendwem, egal wem, um den Finger wickeln lassen. Das ist unsere Aufgabe und nicht die unseres Gegenpbers. Danke«, sagte Brandur anschließend kühl zu Gaston. »Verrill?« Er schaute sich suchend um. »Mein Sohn möchte gern mit dir sprechen.«

Linhard von Hohenfelde
Gaston nickte freundlich und klopfte ans Schlafzimmer. "Herr Euer Mann und Euer Schwiegervater wünschen Euch zu sprechen", sagte Gaston und öffnete die Tür. Verrill rieb sich müde die Augen, stand auf und schickte Gaston mit einem Handzeichen fort. Gregoire gesellte sich zu Linhard und Brandur. Er blieb knapp vor beiden stehen, unschlüssig wie er jetzt handeln sollte. Man sah ihm eindeutig an, dass er Lin am liebsten umarmt hätte. "Hier bin ich", sagte er leise.

Brandur von Hohenfelde
»Setzen wir uns«, bestimmte Brandur. »Mein Sohn hat Grund zur Klage, wie er mir mitteilte. Du hast laut mir vorliegender Information nach Art einer Frau mit jemandem geschlafen, der nicht dein Ehegatte ist - ohne es mit diesem abzusprechen. Entspricht dies den Tatsachen oder irrt mein Junge sich?«

Linhard von Hohenfelde
Greg: Verrill setzte sich aufs Sofa und machte eine einladende Geste. "Nein er irrt sich nicht und ich hätte es ihm auch erklärt, aber er stand kurz vorm Platzen und ich dachte ein falsches Wort und wir gehen uns gegenseitig an die Kehle. Also schwieg ich, damit wir uns beide beruhigen können. Er weiß es, ich habe es nicht geleugnet, ich hatte Sex ohne es ihm vorher zu sagen. Unsere Vereinbarung war eine andere, aber es war nicht einfach Sex mit irgendwem. Es war ein altes Versprechen, dass ich mir mit jemandem gegeben hatte. Es hatte eine Bedeutung. Aber das spielt im Moment keine Rolle, denn ich möchte dass Lin weiß, dass ich ihn liebe. Ich hätte ihn vorher fragen sollen und es tut mir aufrichtig leid. Ich habe ihn vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich weiß nicht was ich sagen soll Brandur, außer dass es mir leid tut und dass ich Angst um ihn hatte als er über Nacht nicht nach Hause kam", gestand Verrill und musterte die beiden.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute Verrill an. "Ich war dermaßen wütend, weil Du geschwiegen hast Greg! Ich möchte wissen wer es war, ansonsten vermute ich einfach Ciel. Und der Akt an sich ist nicht das Schlimme, sondern der Betrug. Dass Du es hinter meinem Rücken getan hast. Ich habe Dir wohl immer alles gegeben, was Du wolltest, gleich ob ich Schiss hatte oder nicht. Und dann das? Was für ein Versprechen? Du bist mein Mann. Wobei... bist Du mein Mann oder bist Du meine Frau? Dann sähe die Sache ja anders aus nicht wahr?", fragte Linhard lauernd.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte anerkennend, als Verrill die Wahrheit so freimütig zugab. »Dass ihr offen miteinander redet, ist das Wichtigste, wenn ihr beide eine Ehe wünscht, die auf Liebe basiert und nicht auf Zweckdienlichkeit. Ist es denn so? Liebt ihr einander und wünscht, dass der andere euch liebt? Dann sollet ihr auch entsprechend miteinander umgehen. Es stimmt traurig, euch nun so zu sehen, wo ihr doch eigentlich meines Erachtens bislang ganz anders zueinander standet. Bitte beantworte Xaviers Fragen, Verrill. Ich denke, sie tragen entscheidend zur Klärung der Sache bei.«

Linhard von Hohenfelde
"Ja ich liebe ihn und ich möchte nicht, dass er geht. Nein ich bin nicht Deine Frau Linhard, ich bin Dein Mann - offiziell bin ich der zweite Sohn in der Thronfolge. Ich habe nur etwas mehr, nichts weniger. Also versuch es nicht darüber, sprich ich möchte mich mit Dir einigen. Aber ich werde mich nicht einfach von Dir herumkommandieren lassen, dazu hast Du nicht das Recht. Ich hätte es in einigen Fällen, Du bist angeheiratet. Aber ich möchte von meinem Recht gar keinen Gebrauch machen. Du hast zur Zeit noch gar keine Pflichten, bis auf die Drachenhuhnzucht, die man wohl als Pflicht und schönes Hobby sehen kann. An die anderen Pflichten wollte ich Dich heranführen und Du kannst auch wählen, was Dir liegt. Also lass den Unfug, ich weiß dass ich Dir wehgetan habe, aber das bringt uns nicht weiter. Du bist hier, dass heißt Du möchtest auch nicht dass es vorbei ist. Ich weiß, ich habe Dir den Hof gemacht und Dir den Antrag gemacht. Und ich habe unsere Vereinbarung gebrochen. Du müsstest nicht mal hier sitzen, Du könntest Dich zurückziehen und nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Gleichgültig was ich Dir befehle oder welches Amt ich Dir übertrage, Du könntest einfach Dienst nach Vorschrift machen, wir sind verheiratet und das war es. Aber das möchtest Du nicht, denn Du bist hier. Und ich möchte es auch nicht, ich könnte es nicht ertragen. Du hast Recht Brandur, wir standen anders zueinander, er ist mein Mann und daran hat sich für mich nichts geändert. Ich liebe ihn, er ist wie gesagt mein Mann, mein Kumpel, er ist alles. Bevor ich Euch sage wer es war, sage ich dazu, dass die Sache von mir ausging. Er hatte vorher noch gesagt, dass er nun mit jemandem zusammen ist und es mit ihm versuchen möchte. Und ich habe die Sache in die Hand genommen und mit ihm geschlafen. Ja es war Ciel", gestand Gregoire ein.

Linhard von Hohenfelde
Linhard lehnte sich zurück und drückte sich zeitgleich gegen Brandur. "Du hast echt Nerven Greg. Hast Du mal über die möglichen Konsequenzen nachgedacht? Nun dass ich Dir ein bisschen von der Scheiße zurückgebe die Du angefangen hast, ist doch wohl klar. Aber um eines vorneweg zu nehmen, ich will Dich auch nicht verlieren. Ich bin zwar stinksauer und ich würde Dich am liebsten bestrafen, aber ich kann es nicht, ich werde es nicht und... naja das eben", knurrte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war erleichtert, dass die beiden sich noch liebten. Alles andere hätte ihm von Herzen wehgetan für die beiden, vor allem aber für seinen Sohn. »Wie stellt ihr euch nun die Zukunft vor?«, wollte er wissen. »Was, wenn die Verbindung Früchte trägt, Verrill? Wünschst du und dein Bruder euch eine Wiederholung oder war das eine einmalige Sache? Und, was mich besonders interessieren würde - warum er? Warum nicht Xavier? Und warum ghinter dem Rücken deines Mannes?«

Gregoire
"Dazu muss ich etwas ausholen und es wird Lin nicht ganz schmecken", gestand Gregoire ein. "Wenn wir dabei sind reinen Tisch zu machen, dann mach es ganz und zwar jetzt", warf Lin ein und nahm Brandurs Hand. Er war vor, dass es Verrill genau so sah wie er, zeitgleich wäre er am liebsten losgestürmt und hätte Ciel in den Arsch getreten. "Nun Ciel und ich stehen anders zueinander, mehr als Geschwister. Er hat sogar in Erwägung gezogen mich zu heiraten, anstatt Olivie. Er war die zweite Person die ich ins Vertrauen gezogen habe. Freiwillig. Mein Vater und meine Mutter wussten es, logischerweise, aber ihm habe ich vertraut. Eine weitere Person weiß davon, da wir einst zusammen waren. Und ich wollte einmal auf diese Art und Weise lieben, auch wenn ich es mir sonst versagt habe. Ich hatte stets Angst davor, komplett ich zu sein, sprich mich als das zu zeigen was ich bin. Also zeigte ich nur meine männliche Hälfte, so wie es mir Vater sagte. Eben zum Selbstschutz. Aber ich wollte nicht nur als Mann lieben. Ich wollte nicht nur eine Frau besteigen oder mich als Mann besteigen lassen, ich wollte es einmal auf diese Art erfahren und auch in meinen Gefühlen komplett werden. Und ich hatte nicht vor es Dir ewig zu versagen Lin. Ich wollte es Dir gewähren, aber ich wollte es Dir dann geben, wenn Du bereit bist es nur für uns beide zu tun. Du solltest mich lieben, weil Du Lust hast mich zu lieben. Aber Du hast Dich manchmal aufgeführt wie ein Deckhengst und das hat mich vergrault. Du hast gefragt, Du hörst die Antwort. Gut dass hätte ich Dir auch vorher sagen können, aber Du bist manchmal sehr direkt und fordernd. Also wählte ich Ciel für mein erstes Mal als Frau, da es ihm um unsere Zweisamkeit und um unser Gefühl ging. Wäre es Dir darum gegangen, oder nur darum ein Kind zu zeugen? Ich habe ihn gefragt, ob er von unserer Vereinbarung Abstand nehmen möchte. Ob er selbst möchte oder ob er Dir den Vortritt lässt. Er hat Dir den Vortritt gelassen. Und darum wählte ich ihn für das Erste Mal Lin", erklärte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Lin leckte sich über die Lippen und atmete ruhig durch. "Ist Dir mal der Gedanke gekommen, dass ich mit Dir ein Kind möchte, weil ich Dich liebe? Ginge es nur um das Kind, da hätte ich jede andere anbumsen können und Geld auf den Tisch gelegt. Ja ich will am besten gestern ein Kind mit Dir. Warum? Weil ich in meiner Familie nicht weiß was morgen ist. Aber ich wollte es mit Dir Verrill, nicht ein Kind, sondern unser Kind. Aber ich wollte Dich auch nicht dermaßen bedrängen. Das nun... das war mein Fehler, ich bin halt keiner der lange wartet", gestand Lin ein.

Brandur von Hohenfelde
Brandurs eisiges Gesicht wurde etwas weicher, als Verrill seine Gefühle darlegte. »Deine Gefühle kann dir niemand in Abrede stellen. Aber hast du an die von deinem Gatten gedacht? Es hört sich egoistisch an, wenngleich zu aufgrund deiner Gefühle handeltest. Du hättest es Xavier sagen können, vorher, dass er dir zu aufdringlich erscheint und dich das abschreckt. Wie möchtest du in Zukunft mit Ciel umgehen? Nurmehr brüderlich oder weiterhin auch in körperlicher Verbundenheit? Und was geschieht, solltest du nun sein Kind im Leibe tragen? Wie soll deine und Xaviers Ehe weitergehen? Und wie sollen Ciel und Xavier sich je wieder in die Augen sehen?«

Gregoire
"Es hört sich nicht nur egoistisch an, ich war egoistisch Brandur. Es ging einmal einfach nur um mich, was ich fühle, was ich wollte, worauf ich Lust hatte. Gleichgültig dessen, wer oder besser gesagt was ich bin. Eigentlich wollte ich es gar nicht mit Ciel allein tun. Mein Gedanke, also mein Wunsch war, es mit beiden zu tun, da ich für beide sehr viel empfinde. Aber Linhard ist mein Mann und auch Ciel zweifelt es nicht an. Er selbst ist in einer glücklichen Beziehung und auch daran habe ich nicht gedacht. Noch weniger, ich habe seinen Einwand bewusst ignoriert. Ich weiß nicht, was ich tun soll, sollte ich von Ciel schwanger sein. Aber das Kind könnte doch nichts dafür oder? Für meine Ehe würde ich mir wünschen, dass mir Xav verzeiht und auch Ciel verzeiht. Es lag nicht an ihm, sicher er hätte ablehnen können. Aber dazu ließ ich ihm nicht die geringste Chance. Wenn einer Schuld war, nun dann ich. Weder Du Lin, noch Ciel oder ein eventuelles Kind. Ich hätte mit Dir darüber sprechen müssen, dass Du mal einen Gang runterfährst und ich hätte Ciels Einwand akzeptieren können. Das habe ich nicht und ich wollte es auch nicht, jedenfalls letzteres wollte ich nicht. Ich wollte einfach... von ihm geliebt werden. Ich hoffe, dass sie sich wieder in die Augen sehen können. Soll ich ihn herholen zur Aussprache?", fragte Greg und rutschte näher zu Linhard auf.

Linhard von Hohenfelde
"Nein dass Würmchen könnte nichts dafür, aber Du kannst auch nicht verlangen, dass ich das Kind von Ciel großziehe. Ich würde Euch nicht als Eltern reinfunken, aber ich würde mich Null um das Kind kümmern. Das ist wohl klar. Es ist sein, also ist es seine Aufgabe", mauerte Lin, während ihn Greg ziemlich nervös anstarrte.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. »Das kann man wahrlich von niemandem erwarten, wissentlich einen Kuckuck aufzuziehen, noch dazu, wenn er unter solchen Voraussetzungen entstand. Bitte lass nach Ciel schicken, wenn wir schon einmal dabei sind. So kann die Sache ein für alle Mal geklärt und hoffentlich aus der Welt geschafft werden.«

Gregoire
Verrill nickte knapp, ging kurz nach draußen und schickte einen der Gardisten zu Ciel um diesen zu holen. Dann setzte er sich wieder Linhard und Brandur gegenüber. "„Hör mal, Du kannst mich nicht die ganze Schwangerschaft über hängen lassen, Du hast mir etwas anderes versprochen. Zudem, gleichgültig wer der Vater ist, dass Kind ist auch von mir. Du warst auch damit einverstanden, dass ich als Vater ein Kind zeuge. Das heißt, dieses Kind ist dann auch von mir und einer anderen, nämlich einer Frau. Mit dem Kind möchtest Du dann auch nichts zu tun haben Linhard?“, fragte Verrill verstimmt. „Vergleich nicht Äpfel mit Birnen Verrill! Das war eine Abmachung zwischen uns beiden, dass Du Vater werden kannst. Aber Ciel als Kerl ranzulassen, ist allein auf Deinem Mist gewachsen, also halt mich da raus!“, antwortete Lin schärfer als beabsichtigt. Greg schaute Linhard als, als hätte ihn dieser geohrfeigt. „In Ordnung, das heißt Du kümmerst Dich erst um das Kind, wenn Du weißt dass es Deins ist, korrekt?“, fragte Verrill bitter. „Richtig“, stimmte Lin zu. „Gut, was möchtest Du im schlimmsten Fall tun, falls es tatsächlich von Ciel ist?“, hakte Greg enttäuscht nach. „Ich? Gar nichts, wie ich Dir gerade klipp und klar sagte, Ihr seid die Eltern von dem Kleinen, also kümmert Ihr Euch auch um das Kind. Und falls Dein lieber Ciel das nicht möchte und Du alleine nicht klar kommst, dann überreichst Du es einer Amme. Dafür gibt es diese Frauen. Ich meine bei unserem Kind hätte Dich auch eine Amme unterstützt, weil Du nach der Geburt schwach sein wirst und weil Du keine Milch hast. Sie würde uns unterstützen und sich gemeinsam mit uns um das Kleine kümmern. Meinen Part übernimmt Ciel, wenn es sein Kind ist. Und übernimmt er ihn nicht, übernimmt ihn die Amme komplett. Ich werde kein fremdes Kind aufziehen oder lieben. Du verlangst ein bisschen viel Verrill. Wenn ich Dir sage, dass ich mir ein Kind vor Dir wünsche, dann meine ich damit, dass ich es gezeugt habe und nicht ein anderer“, hielt Linhard dagegen. „Liebst Du mich?“, fragte Verrill. „Komm mir nicht so, dass ist Erpressung. Du weißt dass ich Dich liebe, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich den Kuckuck von Ciel betreue“, knurrte Lin. „Ehrlich… es wäre doch trotzdem von mir! Genau wie es von mir und sagen wir Magdalena wäre!“, knurrte Verrill zurück. „Nein ist es nicht!“, schnauzte Linhard. Verill blinzelte und musterte Lin. „Würdest Du mir in der Schwangerschaft tatsächlich nicht beistehen? Falls Du das nicht möchtest, was ist, wenn es von Dir ist? Ich fühle mich gerade ziemlich beschissen…“, flüsterte sie. „Da fühlen wir ja gleich, ist doch schon mal was!“, giftete Lin zurück. „Keine Antwort ist auch eine Antwort“, gab Verrill zurück und wischte sich die Tränen aus den Augen. „Verrill…“, stöhnte Lin, „meine Güte, lass uns jetzt nicht streiten. Ja ich stehe Dir bei falls Du schwanger bist, egal von wem es ist verdammt“.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klopfte, wartete nicht darauf, dass man ihm die Tür öffnete, sondern trat sofort ein. Er wirkte noch steifer und angespannter als sonst. »Verrill. Linhard. Brandur«, grüßte er knapp und setzte sich dazu. »Ich kann mir denken, worum es geht. Was möchtet ihr von mir hören? Habt ihr schon eine Entscheidung gefällt?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Ciel an, als wollte er ihn filetieren. "Du kannst mir sicher erklären, warum Du meinen Mann durchgenommen hast ja? Verrill hat gestanden, dass es alles von ihr ausging und dass Du nicht wolltest. Sie Dich aber überzeugt hat. Da musste man Dich sicher nicht groß zu überzeugen, ich sage nur Schlafzimmerschrank! Zudem wolltest Du mir die Ehre überlassen der Erste zu sein. Was hat Dich davon abgehalten, genau das zu tun? Sie, er, ES ist mein Partner!", schnauzte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
»So etwas Persönliches, wem sie die Entjungferung überlässt, ist doch allein ihre Entscheidung und sie erwählte mich. Sollte ich ein solches Geschenk, eine solche Ehre ausschlagen? Zudem ging ich davon aus, dass ihr beide das miteinander abgesprochen hattet?« Fragend blickte Ciel zu Verrill herüber, die leise weinte. Er verkniff es sich, sie zu trösten, um Linhard nicht noch wütender zu machen.

Linhard von Hohenfelde
"Nicht ganz korrekt lieber Ciel! Solange sie unverheiratet ist, kann sie rumhuren solange und mit wem sie möchte. Und sich auch von jedem dem sie möchte als Erste nehmen lassen. Aber sie ist verheiratet. Er ist mit mir verheiratet. Ich möchte gerne wissen, wie er sich gefühlt hätte, wenn ich vor unserer Hochzeitsnacht mich hätte in den Arsch ficken lassen zur Probe. Na? Wie wohl? Da hat er mich noch gefragt. Aber er selbst, hat andere Rechte? Ich verlange nicht mal, das er es lässt, ich habe nur verlangt, dass man mich informiert. Und ich bin in Euren Augen vielleicht prüde, aber ich halte es nicht für prüde, wenn man wissen möchte mit wem der eigene Ehepartner Sex hat. Wie ich meinem Vater sagte, wenn man gemeinsam loszieht, wie in einen Spaßclub, wo man sich gemeinsam vergnügt, da hat man es gemeinsam entschieden. Das Schlimme ist nicht, was Ihr getan habt, sondern wie! Heimlich hinter meinem Rücken, als wäre ich der Dumme. Nun das war ich ja auch für Euch. Sonst hättet Ihr mich ja vorher informieren können. Ich denke gerade Du solltest das verstehen, kleiner Denkanstoß - Nathan. Was störte Dich da? Na? Ich sage es Dir, dass man Dich nicht informiert hat. Und genau das stört mich auch, Gregoire Verrill ist MEIN Mann, MEIN Partner, also werde ICH gefragt, kein anderer. Sonst hätten wir wohl nicht heiraten brauchen, wenn er als wie ein Junggeselle leben möchte oder? Weiter im Text, was wenn sie schwanger ist und Dein Kind austrägt. Wer kümmert sich um es?", fragte Lin grantig und verschränkte die Arme vor der Brust.

Gregoire
"Es...", murmelte Verrill und nahm sich einen Keks den sie langsam aß.

Ciel Felicien de Souvagne
»Linhard, hör auf, in diesem Ton von meiner Schwester und deinem Ehemann zu sprechen! Sonst werde ich dir Manieren beibringen! Wir sind hier unter uns und reden privat, doch das heißt nicht, dass du dich derart im Ton vergreifen darfst! Ich ging davon aus, dass deine Erlaubnis zu diesem Akt vorliegt, nie wäre ich dir sonst zuvorgekommen. Ich habe Ehre im Leib und Hinterhältigkeit ist nicht meine Art. Unter diesen Umständen hast du natürlich Recht, du hättest informiert werden müssen. Warum Verrill das nicht tat, kann ich nur mutmaßen ... vielleicht, weil sie dein Nein fürchtete. Oder vielleicht, weil es zwischen uns so persönlich war, dass es nicht geplant werden sollte. Wir planen sonst alles, jede Minute unseres Tages, unsere Hochzeiten, unsere Liebschaften, unseren Beischlaf ... und diesmal war es etwas, wo wir dem Herzen folgten. In dem Fall warst du der Leidtragende. Linhard, es tut mir leid, ich bin von den falschen Voraussetzungen ausgegangen. Sollte ein Kind ...« Er musste schlucken. »Verrill? Du hast doch darauf geachtet, nicht in den fruchtbaren Tagen zu sein, oder?«

Linhard von Hohenfelde
Linhard hörte Ciel zu, zuerst schwoll ihm der Kamm, aber was Ciel danach sagte, machte Lin nachdenklich. Ihr Leben war genauso wie seines gewesen. Durchgeplant und fremdbestimmt, wenn auch zu einem anderen, zu einem guten Zweck. Dennoch war es trotz allem Reichtums ein schwieriges Leben. Den Reichtum und die Macht gab es nicht umsonst. Wo sich der normale Mensch keine Gedanken manchen musste, machten sie sich Gedanken um eine ganze Nation. Der schöne Schein, war nichts weiter als ein winziger Tropfen auf einem heißen Stein der Verantwortung und der Arbeit. Lin nickte zustimmend, als Ciel davon sprach, dass er hätte gefragt werden müssen. "Ja ich glaube Dir, ich möchte es nicht, ich möchte weiterhin wütend auf Dich sein um Dir die Schuld in die Schuhe schieben zu können, aber dass ist ein kleinliches Verhalten. Ich glaube Dir, dass Du davon ausgegangen bist, dass Du es durftest. Du hast zwar manchmal ein seltsames Verhalten, aber wenn Du uns auseinander bringen wolltest, hättest Du mich vor der Hochzeit nicht aus meinem Suff zurückgeholt. Ich entschuldige mich für meine Wortwahl bei Euch beiden, besonders bei Dir für das ES. Ich war einfach so verletzt, dass ich Dich zurückverletzen wollte Verrill. Dabei möchte ich doch sonst genau das verhindern. Beantworte bitte Ciels Frage", sagte Lin umgänglich.

Gregoire
"Ja habe ich", log Verrill, schaute dabei aber keinen an, sondern fand schlagartig die Muster auf den Keksen hochinteressant.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lehnte sich erleichtert zurück, schloss einen Moment die Augen und atmete durch. Das Letzte, was er gewollt hätte, wäre, seine Schwester in Lebensgefahr zu bringen durch eine Leibesfrucht. Er öffnete die Augen und setzte sich wieder aufrecht hin. Er räusperte sich leise. In seinem bleichen, spitzen Gesicht spiegelte sich die Sorge. Er reichte Linhard die Hand. »Such dir eine Wiedergutmachung aus. Frieden?«

Gregoire
"Ich habe gelogen, nein habe ich nicht. Ich habe auf gar nichts geachtet, ich habe nicht gedacht, nicht nachgedacht und nicht lange überlegt. Sondern ich habe gar nicht überlegt, sondern nur gefühlt und aus dem Gefühl heraus gehandelt. So es ist raus", verkündete Verrill, während Lin sie mit offenem Mund anstarrte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erstarrte mitten in der Bewegung und zog seine Hand wieder zurück, die er nun stattdessen dazu benutzte, sich über das Gesicht zu streichen, um zu verbergen, wie die Verzweiflung ihn übermannte. Er riss sich binnen eines Wimpernschlags zusammen und als die Bewegung vollendet war, war sein Gesicht wieder neutral. »Wichtig wäre, im Zweifelsfall festzustellen, wessen Kind du austrägst, um weitere Streitigkeiten zu vermeiden. Wann ... wann können wir frühestens erfahren, ob du ein Kind unter dem Herzen trägst?«

Gregoire
"In neun Monaten", knurrte Verrill und musterte Ciel und Lin giftig. "Schön dass Ihr Euch so einig seid!", schmollte sie.

Linhard von Hohenfelde
"Langsam!", sagte Lin und musterte Brandur hilfesuchend. "Dass kann man doch vorher untersuchen oder nicht? Und hör auf jetzt rumzuzicken. Wir versuchen eine vernünftige Lösung zu finden und gerade wo es funktioniert, zickst Du Greg. Also komm. Du möchtest dass wir zusammenbleiben, ich möchte es, Ciel möchte es hoffentlich auch. Das heißt es muss auch etwas von Dir kommen. Also hast Du nun drauf geachtet oder nicht? Oder ärgerst Du uns gerade zurück, beziehungsweise mich für meinen fiesen Kommentar?", fragte Lin so ruhig wie möglich.

Gregoire
"Ja Ihr habt Recht, ich kann zu Benito gehen und mich untersuchen lassen. Er könnte es feststellen, oder auch Ciel, indem er nachspürt ob dort ein weiters Leben ist, falls es schon ein Leben wäre. Ich bin gerade nur etwas mit den Nerven fertig. Eben sagtest Du noch, Du würdest mir beistehen, dann wieder nicht. Ginge es nicht, dass Ihr mir beide beisteht? Ich meine selbst dann, wenn wir unser Wunschkind hätten? Ginge das nicht?", bat Greg.

Linhard von Hohenfelde
"Doch das geht und ich stehe zu meinem Wort, aber ich muss ja nicht gleich Ciel jede Verantwortung abnehmen. Das sollte dann schon Hand in Hand geschehen, oder?", sagte Lin und schaute Ciel fragend an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte nun ebenfalls entgeistert in ihr Gesicht. »Liebling ...« Er korrigierte sich. »Schwesterchen. Linhard und ich sind uns einig dahingehend, dass wir eine Lösung für den Wenn-Fall brauchen! Das ist doch gut. Ich bin für dich da, so oder so. Immer. Ich gab dir mein Wort, lange bevor wir so füreinander empfanden. Und sollte ich Vater deines Kindes sein, werde ich alle entsprechenden Pflichten wahrnehmen, ohne Wenn und Aber. Wünschst du, dass ich nachspüre, wie es um dich steht?«, fragte er erstickt.

Linhard von Hohenfelde
"Ich werde ebenso immer für Dich da sein, wie versprochen, aber bitte denk zukünftig nach. Gefühle sind schön und gut und man soll ihnen auch nachgeben. Aber das Verrill geht nicht. Gut ich vermute woher es kommt. Sich ewig verstecken zu müssen bewirkt nur eines, es bricht sich seinen Weg frei. Lass Ciel nachspüren Greg, mach für uns alle", sagte Lin ernst.

Brandur von Hohenfelde
Brandur konnte momentan nicht viel als Schlichter beitragen. Aber er berührte das Bein seines Sohnes, indem er sein eigenes Bein dagegenlehnte, damit er spürte, dass er für ihn da war. ›Du bist nicht allein‹, hieß diese Geste. Ihm selbst war mehr als mulmig zumute und es gehörte viel dazu, einem Brandur Angst einzujagen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Soll ich?", fragte Ciel leise und kapselte in diesem Moment seine ganze Wahrnehmung ab, um es nicht schon versehentlich zu überprüfen. Er fürchtete, was er sehen könnte.

Gregoire
Greg nahm Ciels Hand und legte sie auf ihren Bauch. "Einverstanden, spüre nach und Danke für Euer... Verständnis. Ja so ist es auch, einmal einfach man selbst sein und zwar ganz. Aber das hätte ich Euch auch sagen können. Es war schon einmal ganz ähnlich als ich das blaue Kleid trug, da warst Du nur Millimeter davon entfernt es geschenkt zu bekommen Lin, da hätte ich es gerne mit Dir geteilt. Ich habe mich unfair Euch allen gegenüber benommen, Frieden bitte", sagte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Frieden«, wisperte Ciel und drückte seine Finger sanft auf Verrills Unterleib. Seine Finger waren kalt und zitterten etwas. Seine Wahrnehmung drang tief in sie hinein. Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf Verrills Herz, das sein Blut durch ihre Adern pumpte, die großen Venen hinab und in ihre Gebärmutter hinein. Dort spürte er nach, ob sie stärker durchblutet war als sonst, denn das potenzielle Kind hätte natürlich noch keinen eigenen Blutfluss. Die Wahrnehmung würde ungenau sein, aber eine Wahrscheinlichkeit ließ sich daraus ableiten.

Linhard von Hohenfelde
Linhard erwiderte die Geste von Brandur und war mehr als dankbar dafür. Er hoffte inständig, dass nichts geschehen war und dass sie sich alle wieder aussöhnen konnte. Er beschloss, die Sache dann so zu sehen, als wäre er informiert worden. Das bereitete ihm zwar Magenschmerzen, aber die waren immer noch erträglicher als Greg zu verlieren oder ihn wie ein Häufchen Elend da sitzen zu sehen. Normalerweise war er taff und meist sogar ziemlich frech. Aber jetzt war er völlig durch den Wind und das tat Lin weh. Das was sonst seine Stärke ausmachte, oder ihn zu mehr machte, als so manch anderen, hatte ihnen fast das Genick gebrochen. "Du solltest das Gesetz schreiben Ciel... ich weiß davon... Dein Plan, es wäre nicht einfach nur ein Gesetz, es wäre ein Geschenk... Greg ist sonst nicht so, manchmal kommt es an die Oberfläche und er wird ...sensibel. Er sollte es immer an der Oberfläche tragen dürfen. Zumindest wenn er möchte, damit sowas nicht erneut entsteht. Dass ist vergleichbar mit einer Diät. Sich etwas permanent zu versagen heißt, irgendwann frisst man alles", gab Lin zu bedenken. "Frieden zwischen uns...", sagte Lin ehrlich.

Gregoire
Ciel spürte, dass noch einmal alles gut gegangen war. Er erinnerte sich zudem daran, dass Greg bei ihrem letzten Streit, der gar nicht so lange her war ihre Tage hatte. Sie war nicht in ihrer furchtbaren Zeit und es war auch nichts geschehen. Nichts, bis auf dass, das sie beide sich hemmungslos und voller Leidenschaft geliebt hatten. Und das bereute Verrill nicht, nur wie es zustande kam, dass bereute sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte über ihren flachen Bauch. Und ließ es sich nicht nehmen, sie auf die Wange zu küssen. »Es scheint noch einmal gut gegangen zu sein. Ich spüre nichts. Aber ich werde sicherheitshalber in einer Woche noch einmal nachspüren, ja? Ich glaube aber, es ist alles beim Alten.« Erleichtert setzte er sich wieder normal hin. Gleichzeitig merkte er aber auch, dass er, entgegen aller Vernunft, Trauer empfand. »Du hast Recht, ich darf das Gesetz nicht länger auf die lange Bank schieben. Schlag eine Wiedergutmachung vor, Lin«, sagte er, um sich abzulenken.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte und setzte sich auf die andere Seite von Verrill und küsste sie ebenfalls. "Habe ich gerade, schreibe das Gesetz für Verrill und all jene die so sind wie sie. Das ist Deine Wiedergutmachung. Greg plante einst uns beide mit ins Bett zu nehmen. Du hattest nicht abgelehnt, ich habe nicht abgelehnt. Es ging nicht um den Akt, es ging um den Betrug. Ich werte das des Friedens willens jetzt so, als hättet Ihr mich gefragt. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter. Sollten wir je ein Kind haben, Verrill und ich wirst Du sein Patenonkel. Ich sage bewusst sollten wir je - denn ich werde Dich nicht mehr drängen und ich werde auch nicht mehr danach fragen. Und ich werde Dir auch nicht ständig aufs Brot schmieren, wovor ich Angst habe. Das ist mein und nicht Dein Problem Verrill. Und das Problem existiert nicht mehr, es ist sowas wie ein Nachklang, wie Magier etwas nennen. Bei mir ist es der Nachklang einer Erinnerung, die sich eingebrannt hat. Hätte sie es nicht, wäre ich nicht mehr am Leben. Drum, falls Du je möchtest, sagst Du mir bescheid. Ansonsten lass uns einfach wieder Freunde, Geliebte und ein Paar sein. Lass uns Spaß haben und uns lieben. Und Du Ciel, lass uns endlich miteinander auskommen", sagte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wechselte die Sofaseite und setzte sich neben Linhard. Er umschlang ihn mit den Armen und drückte ihn fest. Er legte seine Wange an Linhards Körper und genoss einfach, dass sie sich wieder versöhnt hatten, obgleich die Situation mehr als schwierig war. Dann stockte er. "Du bist verletzt und hast viel Blut verloren!"

Gregoire
Verrill umarmte sie beide mit. "Das ist eine sehr schöne Wiedergutmachung und eine absolut selbstlose Geste. Erst Deine Ciel und nun seine. Das Gesetz würde mich auch sehr freuen und nebenbei bemerkt, ich möchte ein Kind von Dir Lin. Du darfst auch weiterhin fragen, nur bitte nicht alle fünf Minuten und bei jedem Sex. Gib mir ein bisschen Zeit, dann musst Du auch nicht so lange warten. Was heißt er hat Blut verloren?", fragte Greg alamiert.

Ciel Felicien de Souvagne
"Viel", beharrte Ciel und tastete nach Linhards Schulter. "Hier ist die Austrittsöffnung."

Linhard von Hohenfelde
Linhard umarmte alle beide. Er freute sich besonders über Ciels Umarmung und genoss es sichtlich. "Das was Ciel sagte Verrill, ich wäre fast gestorben. Ich wurde von einem Vampir angegriffen und ausgesaugt. In letzter Minute konnte ich mich retten. Wobei ich mir nicht selbst das Leben gerettet habe, sondern Aquilla. Ich wollte einen klaren Kopf bekommen, wollte zuerst nach Hohenfelde fliegen, flog aber dann zu Wolframs altes Haus. Dort wohnte aber leider ein Vampir. Was ich nicht wusste. Also ich mich dort nachts zur Ruhe legte, wachte ich auf, als er aus mir trank. Ich konnte mich mit Mühe und Not nach draußen retten und da wollte der Kerl mir den Schädel einschlagen. Gerade als er soweit war, hat Aquilla ihn geköpft. Sie hat ihm den Schädel abgebissen und sie hat mich zum Tempel geflogen. Dort machte sie Lärm, da ich vor dem Tempel zusammengebrochen bin. Und so fanden mich die Heiler. Eine alte Heilerin hat mich vom Vampirismus befreit. Sie hat mir auch gesagt, wie es richtig heißt, aber das habe ich wieder vergessen. Wäre ich nicht so schnell im Tempel gewesen, wäre ich tot oder ein Vampir", erklärte Linhard. "Und als es mir besser ging, hat mich die Heilerin gefragt, wen sie benachrichtigen soll. So hat mich Paps Brandur abgeholt. Ja ich habe geblutet wie ein Schwein, mein ganzes Hemd war nass vor Blut. Seine Zähne waren Messerscharf, nicht nur die Vampirzähne", sagte Lin. Und schlagartig fiel ihm ein, wer Simon das Haifischmaul verpasst hatte. Archibald! Als Versuchskaninchen für sich selbst. Lin stieg die Galle hoch, als er sich vorstellte, wie es sich anfühlen musste von Arch bei lebendigem Leib gefressen zu werden. "Derya wohnt in Obenza, sie ist die Tochter von Archibald. Die Frau die... Ihr wisst schon", sagte Lin tonlos. Er hatte sich für seinen Paps Brandur, seine neue Familie und gegen Archibald entschieden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog Linhards Kleider über die verletzte Schulter hinab und begutachtete die Wunde. Er verschwand kurz im Bad und als er wiederkehrte, hielt er mit einer Hand sein Handgelenk umklammert. "Tut mir leid, Ferrau", murmelte er. "So viele Sorgen für deine kleine Seele..." Er setzte sich zu Linhard, kuschelte sich wieder an ihn und bat: "Stillhalten." Er ließ ihren Blutfluss eins werden und dann ließ er seine Wunde los, so dass sich ein Blutschwall über Linhard ergoss. Ciel legte die Hand darauf und Linhard spürte, wie die Schmerzen nachließen. Ciel hingegen wurde müde.

Brandur von Hohenfelde
Fasziniert beobachtete Brandur das Treiben und prägte sich alles sein. So funktionierte also Blutmagie. Sie brauchten wahrlich einen Bluthexer in der Familie, mindestens einen, besser mehr! "Dann lasst uns Derya doch holen", sagte er lächelnd.

Linhard von Hohenfelde
Lin starrte erstaunt wie gebannt auf das was Ciel tat und hielt ihn dabei ganz fest, damit er nicht umfiel. "Was soll ich machen?", fragte er einfach in den Raum hinein, da er keinen besonders ansprach, sondern davon ausging einer wird schon einen Tipp haben. "Ciel wird danach Ruhe benötigen und er bekommt eine kräftigende Brühe aus Rindfleisch und Leber", sagte Greg entschieden, fast ganz wieder in alter Form, der wissende Bücherwurm. Liebvoll küsste er Ciel auf die Stirn und musterte besorgt die Wunde. "Ein Vampir... und alles nur wegen mir", keuchte er und streichelte Linhard. "Naja Du hast ihn nicht zum Vampir gemacht oder mich gezwungen dort zu übernachten. Verrill Du baust oft Scheiße, große Scheiße, aber so gigantische Scheiße baut nur einer - Arch. Und bitte, bemüh Dich nicht ihn zu übertrumpfen", lächelte Lin gequält. "Versprochen", grinste Verrill zurück und stützte Ciel von der anderen Seite. "Wir müssen Derya doch gar nicht holen Paps. Ich muss ihr doch nur mitteilen, dass ich bereit für den Deal bin. Die alte Vereinbarung war, ein Kind. Also treffen wir uns auf neutralem Boden und dann haben wir sie. Warum jagen, wenn man die Beute auch anlocken kann?", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du musst nichts machen, Linhard, außer neues Blut zu bilden, denn das kann ich dir nicht ersetzen, nur die Wunde verschließen", sagte Ciel müde, rutschte an Verrill herunter und legte sich der Länge nach aufs Sofa. "Ach, doch. Ein was kannst du tun. Bitte schicke jemanden nach meinem Ferrau."

Linhard von Hohenfelde
"Ich gehe gleich selbst hin und was kann ich für Dich tun? Ist diese Infektion ganz aus mir heraus?", fragte Lin besorgt. Er hatte nicht vor, an einem anderen Tag gemütlich vor die Tür zu treten, die frische Morgenluft einzuatmen und zu einem Aschehaufen zusammenzufallen.

Brandur von Hohenfelde
Brandurs Lächeln wurde breiter. "Fast wie in alten Zeiten, Xavier, nur diesmal nicht gegen die Familie, sondern deren Feinde." Dass Archibald eigentlich auch ein Familienmitglied war, ignorierte er. "Ich freue mich darauf, Derya willkommen zu heißen."

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist vollständig geheilt. Wärst du ein Vampir, würde ich das spüren", erklärte Ciel.

Linhard von Hohenfelde
"Ich mich ebenso, mal sehen ob ihm auffällt, wenn der Reißzahn fehlt. Oder ob ihm das genauso gleichgültig ist, wie Simons Schicksal. Der konnte im Grunde gar nichts dafür, dass er mich angefallen hat. Er war hilflos und hungrig. Aber trotzdem war er brandgefährlich, der ganze Vorratsraum voller Leichen und die waren verwest. Du kannst Dir das Bild nicht vorstellen. Er hat Archibalds Kellerordnung kopiert. Er hat genau das getan, mit den Resten, wie er es von seinem Sklavenhalter gelernt hat. Ich weiß nicht was mich mehr anwiderte", gestand Lin.

Gregoire
Verrill streichelte Ciel beruhigend durch die Haare. "Zum Glück, kann man Vampirismus im Nachhinein noch heilen, oder ist es dann zu spät?", fragte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nur sehr kurzzeitig und nur die Priester der Ardemia. Vielleicht könnte es Benito? Du musst ihn mal fragen. Ich weiß den genauen Zeitraum nicht, es dürften ein oder zwei Tage sein, ehe es zu spät ist. Im Zweifel fragt meinen Lehrer, er weiß so etwas, ihn könnt ihr alles fragen, es gibt nichts, was er nicht weiß."

Linhard von Hohenfelde
"Ich weiß nicht, was für eine Heilerin sie war, aber sie hat mich geheilt und mir geholfen. Ich werde irgendwann zurückkehren und mich noch einmal richtig bedanken. Aber dafür muss ich mich wieder richtig gesund fühlen. Das hat sie verdient. Es war eine ganz alte Frau. Benito ist der Bruder von Dantoine unserem Haus und Hof Heiler. Er wird es vermutlich können, sein Bruder ist schon topp", gestand Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nicht so topp wie Alexandre", erwiderte Ciel müde grinsend. "Jetzt hol mir bitte meinen Ferrau. Sich bei der Dame zu bedanken ist sehr anständig von dir. Mach das."

Linhard von Hohenfelde
"Wegen dem Gesetz, mir ist das noch aus einem anderen Grund wichtig. Ich hätte gerne mal mit Eurem Vater, Deiner Mutter oder einem Heiler deswegen gesprochen. Es wäre ja möglich, dass unser Kind auch eine Sohn-Tochter wird. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Was die Sicherheit angeht, da habe ich Dir gesagt, dass Du einen ganzen Bereich für Dich hast, wo alles sicher ist. Sogar mit kleiner Heilstube. Ich bin gleich wieder da", sagte Lin und küsste beide, ehe er seinen Vater lange und fest drückte und ihn auch küsste. "Danke für alles. Warte hier auf mich", bat er und ging schnell Ferrau holen. Einige Minuten später kam er mit dem Leibdiener im Schlepptau zurück. Ferrau stürzte sofort zur Couch und nahm Ciels Hand. "Was ist mit ihm geschehen?", fragte er mit Tränen in den Augen. "Er hat meinen Mann gerettet, er war schwer verletzt. Also er hat Magie angewandt", erklärte Greg freundlich. "Ciel?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste einfach nur glücklich, setzte sich schief und wacklig auf und umarmte Ferrau ganz fest. "Jetzt ist alles wieder gut, aber ich werde bald Glatze haben. Für die nächsten Wochen gibt es rohe Leber zum Frühstück und Schabefleisch mit Ei zum Mittag. Sei so gut und denk daran, ja? Und nimm mir die Kekse weg." Er gab Ferrau wieder etwas frei, um Linhard vernünftig antworten zu können. "Du hast vollkommen Recht. Ich werde das schnellstmöglich angehen und wenn nicht, hast du die Lizenz, mir in den Hintern zu treten."

Gregoire
"Linsen sind auch blutbildend soweit ich weiß, dann ist das Essen nicht ganz so langweilig", schlug Lin vor. Ferrau nickte zustimmend. "Ja das habe ich auch mal gehört. Und das bisschen pupsen ist nicht schlimm, Hauptsache Du wirst wieder richtig gesund. Ich werde mir genau merken was Du essen sollst und es Dir servieren. Ich werde s auch Fabien sagen, damit es Dir schnell wieder besser geht", sagte Ferrau glücklich. "Wir achten alle mit drauf. Statt Kekse kann ich Dir ja mal Frikadellen braten, dass mache ich gerne. Die Möglichkeit dass mein Kind so wird, besteht ja. Ebenso dass ich es nicht auf normalem Weg entbinden kann, sondern aufgeschnitten werden muss. Sprich man muss meine Bauchdecke öffnen", antwortete Verrill und Ferrau fiel ohnmächtig um.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte gerade noch nach Ferraus Kleidern grabschen, so dass dieser nicht wie ein Stein zu Boden fiel, sondern der Fall gebremst wurde. Er rappelte sich auf. "Typisch. Jetzt übertreibt er es aber endgültig mit seiner Arbeitsunlust. Ich wollte nur, dass er da ist, er sollte nicht mal was machen. Wer hilft mir, meinen Leibdiener zurück in mein Quartier zu verbringen?"

Linhard von Hohenfelde
"Er bleibt hier", grinste Lin und rüttelte Ferrau wach, so dass seine Haare noch mehr abstanden als üblich. Ferrau blinzelte irritiert und rieb sich dann die Augen. "Wieso sollte man Euch aufschneiden Herr... mir wird schon wieder schwarz... sagte Ferrau sackte weg. Lin schüttelte ihn erneut, bis Ferrau zu sich kam. "Das erklären wir Dir ein anderes mal, aber so weit wird es nicht kommen. Vorher muss Verrill was anderes machen, genauso schrecklich aber gesünder", grinste Linhard breit. "Und das wäre?", fragte Greg misstraurisch. "Gymnastik", prustete Lin, was auch Greg loswiehern ließ.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog seinen halb bewusslosen Leibdiener wieder zu sich aufs Sofa. "Ich dachte, du hilfst mir, meine Wunde zu verbinden, aber das kann wohl jemand anderes machen", stöhnte Ciel und zeigte Ferrrau seinen blutenden Unterarm.

Ferrau
Ferrau erhob sich wackelig und wankte ins Bad. "Ich suche Verbandszeug", rief er hilfslos. "Wäre einfacher Du fragst jemanden der da ist", grinste Greg und ging Ferrau hinterher. Er kramte das Verbandszeug heraus und reichte es dem Leibdiener. Ferrau nickte dankbar, kehrte gemeinsam mit Greg zu Ciel zurück und verband fast fachmännisch die Wunde seines Herrn. "Alle sind krank und irgendwie verletzt, dass sorgt mich", sagte er mit sorgenvoller Miene. "Ich habe frischen Nudelsalat für uns machen lassen mit schönem bunten Gemüse", erklärte er Ciel und kuschelte sich an ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Etwas beschämt grinsend legte Ciel den Arm um Ferrau. Spätestens jetzt, da Ferrau von sich aus angekuschelt kam, wusste jeder, der es noch nicht gewusst hatte, was Sache war. Ciel küsste ihn fest. "So", schnurrte er.

Linhard von Hohenfelde
Lin zog fragend eine Augenbraue hoch, während Greg sich seinerseits an Lin anlehnte und ihn küsste. "Ihr seid ein schönes Paar", sagte er liebevoll und schmiegte sich fester an Lin. "Eigentlich hatte ich vor Dir mal vorzuschlagen ebenfalls Brandur zu heiraten. Wusstest Du das?", fragte Lin und küsste Verrill auf den Kopf. Greg blinzelte erstaunt und guckte Ciel an. "Der Witz ist alt, zudem mag ich Brandur sehr", gab Greg zurück, was nun Lin dumm aus der Wäsche gucken ließ.

Ciel Felicien de Souvagne
"Er ist alt und unlustig", erwiderte Ciel. "Sogar Fabien tratscht ihn schon breit." Er bekam rosige Wangen, als Verrill ihm bescheinigte, ein schönes Paar mit Ferrau zu bilden. "Danke", sagte er ganz leise und drückte Ferrau fest an sich. "Aber pst."

Linhard von Hohenfelde
"Ehm in Ordnung", sagte Lin baff und schaute Brandur an. Er zuckte leicht die Schultern und fragte sich woher Fabien das wusste und wieso er es rumtratschte. Irgendwie war das ziemlich verrückt. Lin drückte Verrill ganz fest an sich. "War nicht als Witz gemeint. Überlege es Dir. Und überlege Dir ob wir Magdalena kennenlernen. Die hattest Du vorgeschlagen und ich hatte sie damals auch ausgesucht, noch lange bevor ich überhaupt nach Souvagne kam. Und denk dran, Deine Bibliothek bei uns einzurichten, am besten gemeinsam mit Paps", schlug Lin Verrill und Brandur vor. Ferrau legte sich zu Ciel auf das Sofa. Er war ja im Moment kein Deiner und bediente sich bei den Keksen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wir schlafen hier eine Runde, ja?", erwiderte Ciel müde. Er hatte so viel Blut verloren in letzter Zeit, eigentlich hatte er überhaupt keine Blutmagie wirken wollen für die nächsten Monate. Bedauernd fuhr er sich durch sein immer dünner werdendes Haar. "Wirst du mich auch mit Glatze noch lieben?", fragte er Ferrau kaum hörbar, der neben ihm Kekse schnurpste.

Brandur von Hohenfelde
"Ich stehe für Fragen und für ein persönliches Kennenlernen zur Verfügung", erklärte Brandur und verneigte sich etwas vor Verrill. "Sofern ihr eine Entscheidungshilfe benötigt."

Linhard von Hohenfelde
Ferrau nickte, "Sogar wenn Du gar keine Haare mehr hast", gestand Ferrau ihm ein und schmiegte sich an, während er ihn vollkrümmelte. "Ich trage auch Glatze, oder fast wieder, für meinen Paps", grinste Lin. "Macht es Euch hier gemütlich, bleibt solange Ihr wollt. Gaston wird Euch für heute Nacht alles herrichten und dafür sorgen, dass Du Dich gut erholen kannst Ciel. Danke für Deine Hilfe. Entscheidungen bei Büchern? Nun wir können sie gemeinsam durchgehen, wenn Du Lust hast", freute sich Greg. "Sag das Zauberwort Buch und er ist glücklich", grinste Lin. "Ich muss Dir noch was ins Buch schreiben. Aber später. Wollen wir Brandur?", schlug Verrill vor.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. "Es wäre mir eine Ehre. Mit Literatur habe ich mich mein Leben lang immer gern befasst, sind Bücher doch wie Fenster aus Papier - Fenster in andere Welten, andere Zeiten, zu anderen Orten und nicht zuletzt in andere Köpfe."

Linhard von Hohenfelde
"Oder wie ferne Erinnerungen die für jedermann zugänglich sind, damit jeder von ihnen lernen kann. Sie verfügen über eine eigene uralte Art von Magie, allein schon ihre Haptik oder ihr Geruch. Nichts kann ein echtes, gebundes Buch ersetzen. Nichts ist vergleichbar damit, wie wenn die Fingerspitzen über das Handgeschöpfte Papier gleiten und man die Schrift nicht nur liest, sondern fühlt - ebenso die Zeichnungen. Ein Buch an sich ist allein durch seine Gegenwart schon Poesie. Und wir haben ein eigenes, Lin und ich. Und ich danke den Göttern dafür, dass es weiter geht, nach diesem turbulenten Kapitel und nicht geschlossen wurde", erklärte Greg und Lin küsste ihn fest auf den Hals.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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