Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Aufstieg der Blutnekromantie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#31

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 24. Jun 2018, 17:57

Vater & Sohn Gespr├Ąche


Ciel Felicien de Souvagne
Sp├Ąt am Abend beschloss Ciel, noch einmal seinen Vater aufzusuchen und mit ihm ein wenig zu reden. Sie hatten sich lange keine Zeit f├╝r sich genommen, vielleicht auch darum, weil ihre pers├Ânlichen Differenzen wie ein Fallbeil ├╝ber ihnen schwebten. Heute war vielleicht der Tag, wo Ciel seinem Vater einen Teil der Sorgen nehmen konnte. Er klopfte an der T├╝r.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Fabien ├Âffnete die T├╝r und musterte kurz Ciel. Dann trat er beiseite um ihn eintreten zu lassen. "Herr Euer Sohn Ciel besucht Euch", teilte er freundlich mit und schloss hinter Ciel wieder die T├╝r. Er stellte beiden Kaffee und Geb├Ąck bereit, ehe er sich in seine Kammer zur├╝ck zog. Immerhin wusste er, dass Ciel nicht gut auf ihn zu sprechen war und er wollte den Prince nicht provozieren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Fabien kurz nach und schmunzelte seinen Sohn an. "Sch├Ân Dich zu sehen Ciel, was f├╝hrt Dich her?", fragte Max gut gelaunt und setzte sich an den Esstisch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte seinen sitzenden Vater und machte es sich anschlie├čend bequem, schlug die Beine ├╝bereinander und nahm einen Keks. ┬╗Ich freue mich auch, dich zu sehen. Ich wollte ein wenig mit dir plaudern. Wir hatten wenig Zeit daf├╝r und zwischen uns war nicht immer alles gut in letzter Zeit. Zun├Ąchst wollte ich dir mitteilen, dass Bellamy sich langsam eingelebt zu haben scheint. Er ist noch immer ziemlich am Boden, die Strafe und mehr noch seine Degradierung haben ihn schwer getroffen. Ich denke, er hat seine Lektion gelernt und beginnt sich nun ein wenig zu erholen. Aber es wird dauern.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Zwischen uns war alles gut Ciel, das einzige was zwischen uns stand war meine Sorge. Aber lass uns nicht wieder davon anfangen. Ich freue mich auch Dich zu sehen. Sollte Bellamy seine Lektion lernen, war die Strafe genau richtig. Dass ihn eine Degradierung nicht freut, ist verst├Ąndlich. Aber er war in seinem Amt durch sein Verhalten nicht mehr tragbar. Vielleicht ist ein kleinerer, privater Rahmen seiner Art ehr angemessen. Wor├╝ber m├Âchtest Du denn genau plaudern? Oder einfach nur so? Ich habe mir ├╝berlegt, ob wir nicht eine Botschaft f├╝r einen Diplomaten Alkenas an unserem Hofe einrichten sollten. Ein Zeichen daf├╝r, dass wir offen gegen├╝ber unseren Freunden agieren. Ebenso k├Ânnte ein Diplomat in Alkena vor Ort sein. Was h├Ąltst Du von der Idee? Die Himmelsaugen sahen Zwerge gen Ledwick", erkl├Ąrte Max seinem Sohn und a├č auch einen Keks.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zwerge, die gen Ledwick reisen?┬ź Ciel runzelte besorgt die Stirn. ┬╗Darauf m├╝ssen wir ein Auge haben. Das gef├Ąllt mir nicht. Eine Botschaft ist sicher keine schlechte Idee, du wei├čt, dass ich mich f├╝r den interkulturellen Austausch stets interessierte. Man kann viel voneinander lernen, ohne sich selbst untreu werden zu m├╝ssen. Ich bin eigentlich gekommen, um die Last deiner Sorgen vielleicht ein wenig zu erleichtern. Andererseits, vielleicht wird sie auch noch erdr├╝ckender. Auf jeden Fall war mir danach, dar├╝ber mit dir zu sprechen. Papa, ich habe Ferrau gestanden, dass ich ihn liebe.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir haben bereits ein Auge darauf Ciel. Weise Worte... Man kann viel voneinander lernen, ohne sich selbst untreu werden zu m├╝ssen. Sie h├Ątten von meinem Bruder stammen k├Ânnen, manchmal frage ich mich wieviel von ihm in Dir wiedergeboren wurde", sagte Max liebevoll. Als Ciel ihm die Liebe zu Ferrau gestand k├╝sste ihn Max auf die Stirn. "An Liebe ist nichts Erdr├╝ckendes, wie hast Du es festgestellt und wie kam es zu dem Gest├Ąndnis? Ich h├Âre Dir zu, also sprich ruhig offen. Geht Deine Liebe soweit, dass Du sie offiziell machen m├Âchtest?", fragte Maximilien und trank einen Schluck Kaffee, w├Ąhrend er Ciel freundlich musterte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich h├Ątte Onkel Pom gern kennengelernt. Du sagst mir oft, wir w├Ąren uns ├Ąhnlich. Khawa h├Ątte ihm sicher gefallen. Dass ich Ferrau liebe, habe ich gemerkt, als Gregoire mit dem Sch├╝rhaken auf ihn losging. Es war, als h├Ątte er einen Teil von mir angegriffen. Ich habe in diesem Moment gemerkt, was Ferrau mir wirklich bedeutet. Er hat mir ulkigerweise die ganze Zeit ├╝ber verborgen versucht mitzuteilen, dass er genau so f├╝hlt, aber ich war zu verbohrt, die Zeichen zu deuten. Er hat mir zum Beispiel eine Kristallrose geschenkt, bei der er meinte, dass ich sie Olivie weiterschenken oder auch selbst behalten k├Ânnte. Erst Gregoire hat mir erkl├Ąrt, was es vermutlich wirklich damit auf sich hat. Ich habe ihn dann zu seinem Lieblingsessen eingeladen und mit ihm ├╝ber alles gesprochen. Er ist so ein lieber, putziger Kerl. Offiziell machen, nein, daf├╝r ist es zu fr├╝h. Und ich wei├č auch nicht, wie Olivie darauf reagieren w├╝rde, da sie Ferrau nicht sonderlich mag.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja an Khawa h├Ątte er vermutlich seine helle Freude gehabt und ihn ausgequetscht wie eine Zitrone. Wir beide wissen, dass es von Greg ein unm├Âgliches Verhalten war, aber ich denke nicht dass er die Absicht hatte Ferrau zu t├Âten. So ist er nicht. Was Du ja auch daran sieht, dass er Dir offenbarte, wie Du die Zeichen von Ferrau zu deuten hast. Ich sage dass nur, damit kein Unmut zwischen Euch beiden aufkommt. Ihr beide gebt Euch immer hart wie Granit, dabei seit Ihr seelische Mimosen und mit ├Ąu├čerster Vorsicht zu behandeln. Das gilt im ├ťbrigen auch f├╝r Euch beide untereinander. Verletzt Euch nicht, steht Euch bei. Ich m├Âchte Euch drei gesund und munter wissen. Nun Ciel von Mann zu Mann - letztendlich ist es rein Deine Entscheidung, wenn Du als Herr des Hauses heiratest. Sollte ich morgen beschlie├čen Brandur zu heiraten, dann w├Ąre das so. Was sollten meine Frauen dagegen sagen ? Sie m├Âgen ihn nicht? Gut zur Kenntnis genommen, interessiert mich aber nicht weiter. Ebenso k├Ânnten sie nichts dagegen sagen, sollte ich beschlie├čen morgen Ricarda zu heiraten. Du bist das Familienoberhaupt Deiner Familie Ciel. Also handele auch dementsprechend. Sind wir ehrlich, nat├╝rlich ist es sch├Âner, wenn sich Deine Ehepartner alle miteinander verstehen. Oder sich wenigstens friedfertig dulden. Etwas liegt es in Deiner Hand, Du kannst nach ihren W├╝nschen gehen, aber letztendlich triffst Du die Entscheidungen. Liebst Du Olivie so wie Ferrau? Auf die gleiche Art?"

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel druckste herum. ┬╗Du bist nicht der Erste, der mir sagt, dass es allein meine Entscheidung w├Ąre. Aber mir ist es wichtig, dass Olivie sich wohlf├╝hlt. Sonst h├Ątte ich sie auch dem Zwerg ├╝berlassen k├Ânnen. Ich h├Ątte gern noch einen Mann mit in unserer Ehe, da ich gemerkt habe, dass mir das gut tut. Aber ich m├Âchte darob nicht meine Frau vor den Kopf sto├čen. Alex hatte sie auch schon verschm├Ąht ... ich trau es mir gar nicht richtig, ihr das mit Ferrau zu sagen. Die selbe Art von Liebe ist es nicht, da Olivie nicht nur meine Frau, sondern auch meine Schwester ist. Die Liebe zu ihr wurzelt sehr tief. Aber sie ist genau so unsicher wie ich. Ferrau hingegen, so drollig er auch wirkt, kann durchaus den Ton angeben, wenn er meint, dass er es besser wei├č. Dreaux hat das fast wahnsinnig gemacht und mich kostet es die letzten Haare. Aber in dem Falle tut es auch gut. Wir, hm, also wir waren uns schon sehr nahe. Nicht so nahe, aber da hat er den Takt angegeben und ich habe mich sehr wohl dabei gef├╝hlt. Geborgen vielleicht. Olivie kann mir Liebe geben, aber Geborgenheit, nein. Daf├╝r ist sie zu jung und w├╝nscht sich, dass ich ihr genau das gebe, wonach ich mich selber sehne. Zwischen Greg und mir ist kein b├Âses Blut mehr, Papa. Wir hatten uns ausgesprochen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max strich seinem Sohn behutsam durch die Haare und sch├╝ttelte langsam den Kopf. "Er sollte sich besser um Dich k├╝mmern als Leibdiener. Nun dann schlage ich vor, Du sagst das Deiner Frau genauso so. Du w├╝nscht Dir F├╝hrung in der Beziehung und das findest Du leider nicht bei ihr, wie auch sie ist eine Frau. Ergo w├╝nscht Du Dir einen Mann. So hast Du beides, eine Frau die Du sch├╝tzt und f├╝hrst und einen Mann der Dich ebenso f├╝hren kann wie Du ihn. Manchmal ist es auch f├╝r jemanden wie uns ganz angenehm die F├╝hrung mal einer anderen Person ├╝berlassen zu k├Ânnen. Ansonsten sind wir jene, die alles entscheiden, regeln, bestimmen. In einer Beziehung m├Âchte man einfach mal man selbst sein und sich um solche Dinge keine Gedanken machen m├╝ssen. Mehr noch, es abgenommen bekommen. Wenn Ferrau Dir das bietet, ist er doch die richtige Wahl. Greg w├Ąhlte doch ebenso und er machte nie einen Hehl daraus, dass er sich einen Mann und eine Frau w├╝nscht. Wie er jetzt noch dazu steht, kann ich Dir nicht sagen. Aber ich wei├č, dass er sehr gl├╝cklich mit Linhard ist. Das gleiche Gl├╝ck w├╝nsche ich Dir Ciel, ob mit Ferrau, Olivie oder sonstwem, dass musst Du wissen und zwar aus dem Herzen nicht aus dem Verstand. Es freut mich sehr, dass Ihr beiden Euch ausgesprochen habt. Ja Dreux konnte Ferrau irgendwann gar nicht mehr ertragen. Sogar seine Stimme hat ihm Schmerzen bereitet wie er einmal sagte. Du hast ihm mit Nathan einen sehr gro├čen Gefallen erwiesen Ciel. Also ist Ferrau vorerst Dein Geliebter".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, er ist mein Geliebter und er soll auch mein Leibdiener bleiben. Ferrau ist nie anma├čend in seiner Art der F├╝hrung. Er gibt einfach auf die ihm eigene, manchmal etwas bockige Art und Weise den Ton an, ob er das nun gerade soll oder nicht. Ich f├╝hle mich sehr wohl bei ihm und freue mich, dass Dreaux mit Nathan gl├╝cklich ist. Ferrau scheint sich auch wohlzuf├╝hlen, er ist nicht mehr so d├╝rr. Es war h├Âchste Zeit, dass er von Dreaux wegkommt. W├╝rdest du mir bitte beistehen, wenn ich Olivie das sage? Ich habe ein bisschen Angst.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nat├╝rlich stehe ich Dir bei. So wie Du von ihm sprichst, liebst Du ihn auf eine ganz andere Weise als Olivie. Sie bedeutet Dir viel, das glaube ich Dir. Aber von Ferrau redest Du in anderen T├Ânen Ciel. Unabh├Ąngig von Olivie gefallen mir die T├Âne, da Du vor kurzem noch ganz anders geklungen hast. Dass er nicht anma├čend ist oder dreist, zeigt dass er ebenso f├╝r Dich empfindet. Dass er einiges an Gewicht zugelegt hat stimmt, aber ich muss Dir sagen, es steht ihm auch besser. Du musst Ferrau nicht als Leibdiener aufgeben, dass verlangt keiner Ciel. Und ich werde es ganz sicher nicht verlangen. Wie hast Du zu Khawa gestanden? Hat Dich ├Ąhnliches mit ihm verbunden oder war es einfach der Reiz des Fremden, Exotischen? Nun ich bin einmal meiner Neugier gefolgt und ich habe es nicht bereut. Warum solltest Du dann nicht Deinem Herzen folgen?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber ich liebe Olivie, Papa und sie gef├Ąllt mir auch. Es ist nur ... sie hat das Gem├╝t eines M├Ądchens und damit tue ich mich zugegebener Ma├čen etwas schwer. Zu Khawa habe ich ganz anders gestanden als zu Ferrau. Er ist jemand, mit dem man sich lange und tief unterhalten kann, was ich mit Nathan damals nicht konnte. Er hat viel erlebt und er hat einen Kriegstrupp gef├╝hrt, so wie ich das auch getan habe und wieder tun w├╝rde. Ich hatte damals, als wir ihn einfingen, gro├čen Respekt vor ihm. Massimo hatte mich im Kampf Unerbittlichkeit gelehrt. Durchsetzungsverm├Âgen und H├Ąrte. Khawa hat mich in Gerissenheit unterrichtet. Nicht zuletzt hat mir seine Nat├╝rlichkeit und sein unersch├╝tterlicher Optimismus gut getan. Er hatte immer ein breites Grinsen parat und einen frechen Spruch, egal, wie mies die Lage auch sein mochte. Geliebt habe ich ihn nicht und er mich auch nicht, aber er war mir ein guter Freund.┬ź Ciel schluckte. ┬╗Bitte lasse Fabien Olivie holen. Ich m├Âchte es hinter mir haben.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Khawa hat mich ebenso einiges gelehrt, vor allem ├╝ber Rakshaner was meine Sicht auf sie ├Ąnderte. Oder besser gesagt, mich dazu veranlasste genauer ├╝ber sie nachzusinnen und so ├Ąnderte ich meine Sicht. Er ist ein guter, wenn auch chaotischer Mann. Aber was erwartet man vom Chaos, als Chaos? Ja Massimo ist manchmal die Unerbittlichkeit in Person, oder er war es. Ich kenne kaum jemanden, der ihn so schnell aus den Socken hauen w├╝rde, gleich wie hart der Hieb ist. Monique macht es mit einem Streicheln, ich glaube jeder von uns kennt das. Sie hat ihn um den Finger gewickelt und es steht ihm gut zu Gesicht. Was w├Ąre er auch f├╝r ein Mann w├╝rde er nicht f├╝r, sondern gegen seine Frau k├Ąmpfen. Er stand ihr jederzeit bei, er belie├č sie sogar bei uns obwohl ich sie eigentlich mit Euch nach Hause geschickt hatte. Manchmal ist er ziemlich stur, aber ich denke er ist einfach verliebt, so wie Du. Und das gleiche hat Khawa mit Jules getan, also so abw├Ągig war die Vermutung nicht. Sich selbst in der schwersten Stunde den Optimiusmus zu bewahren ist eine Kunst. Ich wage zu bezweifeln, dass ich sie beherrsche. Ich schicke ihn", sagte Max freundlich und rief nach Fabien. Der Leibdiener kam sofort zu seinem Herr geeilt und musterte Max. "Mein Herr, Ihr w├╝nscht?", fragte er freundlich. "Wir ben├Âtigen Olivie f├╝r ein Gespr├Ąch. Sei so gut, suche sie auf und hole sie her", antwortete Max. Fabien nickte knapp und machte sich sofort auf den Weg. "Jetzt hei├čt es warten. Immer noch b├Âse auf Fabien?", fragte Max schmunzelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ein bisschen┬ź, murrte Ciel. ┬╗Aber ich beginne, es entspannter zu sehen. Nur hin und wieder vermisse ich ihn und es holt mich die Erinnerung ein. Nathan scheinbar auch. Er war in unserem geheimen Kinderzimmer, das hinter dem Wandteppich. Er hat in den Kissen herumgew├╝hlt, vielleicht dort gelegen, und sich eine Figur mitgenommen. Ich bin mir sicher, dass er es war, da es eine seiner Lieblingsfiguren ist, eine kaputte. Die h├Ątte wohl kaum jemand anderes geklaut. Dass Massimo mit Monique so gl├╝cklich ist, ist sch├Ân zu h├Âren. Aber ein verliebter Palaisin, ich wei├č nicht. Zum Gl├╝ck kann mir das mit Bellamy nicht passieren.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musste bei Ciel Erl├Ąuterung lachen. "Ein verliebter Palaisin macht vielleicht nicht so einen Fehler, da er seiner Frau nicht schaden m├Âchte. Ansonsten verh├Ąlt er sich wie immer. Oder besser gesagt fast. Er war es, der f├╝r die Begnadigung der Duponts sprach. Vielleicht hat er ihr Schicksal mit anderen Augen gesehen, was f├╝r ihn spricht. Er bleibt nicht starr bei seiner Meinung, also schloss ich mich an. Fabien ist nicht Dein Feind Ciel und er bedeutet mir etwas. Versuche mit ihm auszukommen. Nathan vermisst Dich, dass ist so. Ihr seid eine lange Zeit zusammengewesen, unzertrennlich. Lass ihm doch die kleine Freude der Figur. Eine Erinnerung an gute alte Zeiten. Er hat letztens hier ├╝bernachtet, Nathan ist schon eine Marke f├╝r sich. Aber er ist ein lieber Kerl und ein sehr angenehmer Umgang. Wir hatten sozusagen eine Pyjamaparty, auch wenn Fabien sehr viel Platz beansprucht hat - es war lustig. Wieso ist Bellamy vor der Liebe gefeiht? All jene die genau das behaupten, trifft es irgendwann wie der Blitz", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hoffentlich nicht┬ź, st├Âhnte Ciel bei der Vorstellung eines liebestollen Bellamy. ┬╗Erst Khawa, dann Nathan ... nun, wenn ich es mir so recht ├╝berlege, w├Ąre es eigentlich ganz logisch, dass Bellamy sich auch in irgendwen verguckt und mir davonl├Ąuft. Es w├Ąre typisch. Ich lasse Nathan die Figur ja. Ich wei├č nur nicht, was ich jetzt mit dem Kinderzimmer mache. Allein ist es nur halb so sch├Ân darin. Vielleicht lasse ich es einfach leerr├Ąumen. Ich bin schlie├člich alt genug. Nathan hat bei dir im Bett ├╝bernachtet? Mit Fabien? Ich hoffe, er hat sich benommen. Er hat seltsame Schlafmarotten. Fabien ist nicht mein Feind, aber wie soll ich ihn m├Âgen nach allem, was geschehen ist?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Indem Du Dir vor Augen f├╝hrst Ciel, dass Fabien nicht das Problem war, sondern leider Du selbst. Du hast Nathan zu fest gef├╝hlsm├Ą├čig an Dich gekettet und ihm alles untersagt. Er ist freigebrochen, da auch er ein Mensch mit Gef├╝hlen ist. Auch Leibeigene haben Gef├╝hle und Bed├╝rfnisse und gerade als Herr musst Du auch darauf achten. Nathan wollte doch nichts weiter, als ebenfalls geliebt zu werden und lieben zu d├╝rfen. Vielleicht nicht einmal dass, vielleicht wollte er einfach einmal lieb gehabt werden. Auch k├Ârperlich und Fabien hat es ihm geboten. Das h├Ątte aber auch jeder andere sein k├Ânnen, der sich in Nathan verguckt h├Ątte, verstehst Du? Das meine ich nicht gegen Dich Ciel, dass wei├čt Du. Ich sage Dir das jetzt offen und ehrlich, damit Du den gleichen Fehler nicht ein zweites Mal machst. Warum ist es denn zu Nathans Ungl├╝ck mit Robere gekommen? Weil er sich nach Zuneigung gesehnt hat, er hat aber am falschen Ort gesucht Ciel. Fabien kann nichts daf├╝r, er hat nichts falsches getan. Er hat sich nur in Nathan verliebt und darin besteht keine Schuld. Er wollte ihn Dir sicher nicht wegnehmen, denn das macht er mit Dreux schlie├člich auch nicht. Abgegeben hast Du Nathan Ciel, er ist nicht freiwillig gegangen und Fabien hat das auch nicht verlangt. Ich wei├č, keiner bekommt gerne einen Spiegel vorgehalten, ich ebensowenig. Aber manchmal ist er erforderlich, damit wir nicht nocheinmal so danebengreifen. So hat es mich einst Leon gelernt. Und ein wahrer Mann, kann auch in den Spiegel schauen, selbst wenn es wehtut oder ihn ├Ąrgert. Das muss man manchmal einfach aushalten. Bellamy wird Dich nicht verlassen, sollte er sich jemals tats├Ąchlich verlieben. Daf├╝r liebt er seine T├Ątigkeit zu sehr. Seltsame Marotten hatte er ja, aber nichts was mich gest├Ârt h├Ątte. Ansonsten h├Ątte ich beide gebeten, mein Bett zu verlassen. Aber wie gesagt, es war angenehm. Du kannst das Zimmer auch der Erinnerung wegen behalten, oder rein die Spielsachen. Ganz wie Du m├Âchtest. Und vielleicht fragst Du Nathan, ob er etwas davon haben m├Âchte, als Friedensangebot. Das w├╝rde Euch beiden gut tun, denn wie Du schon richtig sagst - Du bist alt genug. Also solltest Du auch g├Ânnen k├Ânnen. Du wei├čt dass er Spielzeug sammelt, schenke ihm etwas davon", erkl├Ąrte Max und legte Ciel noch einen Keks auf den Teller. "Du kannst es ebenso gebrauchen", schmunzelte er.

Fabien
Einen Augenblick sp├Ąter kam Fabien mit Olivie zur├╝ck. "Du hast nach mir schicken lassen Vater? Hallo Ciel", gr├╝├čte Olivie freundlich.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#32

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 24. Jun 2018, 18:11

Vater & Sohn Gespr├Ąche 02 - unzufriedende Ehefrau und ungehorsame Diener


Olivie Solaine de Souvagne
Olivie hatte gerade mit der Planung f├╝r die kommende Woche begonnen, als Jeanne verk├╝ndete, dass der Leibdiener ihres Vaters vor der T├╝r stand. Ihr Vater bat sie zu sich. Olivie hatte ihre Schreibfeder bewusst langsam beiseite gelegt um noch einige Sekunden Zeit zu haben, zu ├╝berlegen. Wusste Ihr Vater von Remy? Das es ihn gab, dass er am Hofe und ein Himmelsauge war - gewiss. Aber dass er nun ihr pers├Ânlicher Leibw├Ąchter war, wusste er vermutlich noch nicht. Und falls doch, wie weit diese Leibwache ging, dass konnte er nicht wissen. Das hoffte sie jedenfalls. Sie wusste nicht wie ihr Vater darauf reagieren w├╝rde, dass sie einen Geliebten hatte. Er konnte es locker sehen, da er alles andere als pr├╝de war, aber er konnte es auch knallhart sehen, da sie seine Tochter war. Gleichg├╝ltig von wem sie ein Kind bekam, es war ein de Souvagne. Das Kind war niemals ein Bastard, aber wie sah das ihr Vater und die Gefahr ein solches au├čereheliches Kind zu bekommen? Vielleicht stellte sich die Frage auch nicht, sondern es war vielmehr die Frage was sich Ciel und sie bei der Hochzeit gedacht hatten. Sie hatten es ausdiskutiert und verhandelt wie zwei Freunde einen Gesch├Ąftsvertrag verhandelten. Niemand wollte den anderen ├╝bers Ohr hauen oder ihm schaden. Aber ihre Liebe war Geschwisterliebe und sie verband Freundschaft. Verband sie mehr? Olivie glaubte nicht daran. Im direkten Vergleich empfand weder Ciel noch sie f├╝r den anderen die hei├če, wilde Leidenschaft die sie f├╝r Remy empfunden hatte und Ciel f├╝r... ja f├╝r wen ├╝berhaupt? M├Âglicherweise konnte er gar nicht so empfinden. Und falls doch, dann war sie nicht das Objekt seiner Begierde. Sie war das Objekt seines Schutzes und seines Wohlwollens. Weitaus mehr als manch andere Frauen des Adels bekamen, aber dennoch war es etwas v├Âllig anderes in Remys Armen zu liegen, als ich denen von Ciel. Sie liebte beide, aber auf v├Âllig verschiedene Arten. Bei Ciel f├╝hlte sie sich gut aufgehoben und geboren, f├╝r Remy empfand sie eine verzehrende Leidenschaft und sie z├Ąhlte die Minuten bis sie ihn wieder sah. Nun es n├╝tzte alles nichts, sie stand auf und folgte Fabien in die Gem├Ącher ihres Vaters. Ciel und Vater waren anwesend und sie gr├╝├čte beide h├Âflich. Worum es ging, konnte sie nicht an ihren Mienen erkennen, aber ihr Vater hatte gute Laune, von daher w├╝rde er ihr kaum den Kopf abrei├čen. Olivie l├Ąchelte und wischte sich gedanklich den Schwei├č von der Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand auf, um seine Frau mit einem kurzen Kuss zu begr├╝├čen. ┬╗Guten Abend┬ź, gr├╝├čte er f├Ârmlich. ┬╗Setz dich doch bitte zu uns, ich m├Âchte in einer privaten Angelegenheit mit dir sprechen.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nickte knapp, strich ihm liebevoll ├╝ber den Arm und setzte sich zu Ciel. "Fabien sagte mir, dass Vater mich zu sprechen w├╝nscht, dass Du hier bist, hat er scheinbar vergessen", schmunzelte Olivie.

Maximilien
"Ich bin hier als Vermittler, Dein Mann m├Âchte Dich sprechen und Fabien sagte genau dass, was ich ihm auftrug Olivie. Er hat nichts vergessen - h├Âchstens vorenthalten", grinste Max und trank seinen Kaffee, w├Ąhrend Fabien auch ein Gedeck f├╝r Olivie hinstellte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Tst┬ź, machte Ciel ver├Ąchtlich. Nat├╝rlich hatte Fabien ihn mit Absicht nicht erw├Ąhnt. Er zog sein Notizbuch aus der Tasche und bl├Ątterte darin, ehe ihm auffiel, dass er sich zu diesem Thema gar keine Stichpunkte angefertigt hatte. Er steckte es wieder weg. Dann musste er wohl aus dem Stegreif sprechen. Auch noch ├╝ber Gef├╝hle, wo ihm das Thema doch so schwerfiel. Er w├╝rde es kurz und schmerzlos halten. ┬╗Olivie, ich hatte dir vor unserer Ehe mitgeteilt, dass ich m├Ąnnliche Verst├Ąrkung w├╝nsche. Ich hatte dir verschiedene M├Ąnner vorgeschlagen, obwohl ich das nicht h├Ątte tun m├╝ssen. Mir war jedoch wichtig, dass du dich wohlf├╝hlst. Keiner war dir genehm und du hast auch keinen Gegenvorschlag erbracht, obgleich ich dich ausdr├╝cklich dazu ermuntert habe. Nun habe ich mich entschieden. Ich bin zumeist kein Gef├╝hlsmensch, aber in dieser Sache war es weniger der Kopf, der entschieden hat. Mein Herz schl├Ągt f├╝r Ferrau.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
In dem Moment wo Olivie der Unterkiefer herabsackte, fiel die Keksdose scheppernd auf den Boden. "Verzeihung Hoheiten", r├Ąusperte sich Fabien und hob die Dose wieder auf und schenkte Max ein gequ├Ąltes L├Ącheln. Olivie war bei dem Scheppern zusammengezuckt und musterte zuerst Fabien etwas verst├Ârt, dann ihren Vater bis ihr Blick an Ciel heften blieb. "Nun Ciel dass stimmt darum hast Du mich gebeten. Aber leider, sind wir doch ehrlich, hast Du mir eine Horde Tattergreise angeboten. Von Zerbino diesem Walross bis zu Alex dieses Stinkmorchel. Wen sollte ich denn bittesch├Ân aus diesem Gruselkabinett w├Ąhlen? Hatte ich eine freie Wahl? Hast Du mir M├Ąnner des Adels oder des Hofes vorgestellt? Nein. Nein das hast Du nicht. Wenn Dein Herz f├╝r Ferrau schl├Ągt, ist das doch etwas ganz anderes. Er ist Deine Wahl Ciel und ich w├╝nsche Dir alles Gl├╝ck mit ihm. Wie jede gute Ehefrau werde ich eine Beifrau oder einen Beimann dulden. Aber es ist Eure Beziehung, aus der ich mich heraushalten werde. Vielleicht bist Du mit ihm gl├╝cklicher und gedanklich befreiter, es w├Ąre Dir zu w├╝nschen. Ich m├Âchte Dich nicht an mich ketten, wo ich wei├č, dass Deine Liebe zu mir eine andere ist. Wie sieht Ferrau die Sache?", fragte sie freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Fabien finster an. ┬╗Was machst du noch hier? Hast du nicht deine Kammer aufzur├Ąumen oder dich zur Abwechslung um diese Uhrzeit mal um deinen Partner zu k├╝mmern, anstatt meinen Vater zu beglucken? Wir sind durchaus in der Lage, Gespr├Ąche ohne deine Anwesenheit zu f├╝hren.┬ź Er wandte sich wieder an seine Frau. ┬╗Alexandre ist von Stand, er ist Marquis┬ź, emp├Ârte er sich. ┬╗Offenbar st├Ârt dich an allen nur das ├äu├čere. Schade. Aber gut. Ich h├Ątte mich gefreut, wenn Ferrau vielleicht doch noch deinen Gefallen h├Ątte finden k├Ânnen. Ich wei├č wirklich nicht, was dich an ihm st├Ârt, er ist weder alt noch ein Walross und erfreut sich bester olfaktorischer Eigenschaften. Er bleibt jedoch trotz allem mein Leibdiener, ich werde ihn nicht heiraten oder dergleichen und die Sache bleibt bitte auch unter uns. Ferrau erwidert meine Gef├╝hle.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Fabien wurde knallrot, sagte aber nichts weiter sondern musterte Maximilien. Dieser deutete mit einem knappen Nicken an, dass er gehen durfte, was Fabien auch umgehend tat. Max legte Ciel beruhigend eine Hand auf den Arm. "Bleib ruhig Ciel. Olivie Ciel kann schlecht Deinen Geschmack kennen, wenn Du ihm keine Vorgaben machst. M├Âglicherweise kennst Du ihn selbst nicht, aber deshalb musst Du genauso wenig verbal um Dich schlagen wie Ciel. Weder Fabien, Alexandre noch Zerbino k├Ânnen etwas f├╝r Eure Konstellation. Diese war Eure Wahl. Und da Du Ciels Ehefrau bist, hast Du Dich so oder so seiner Wahl zu beugen, selbst wenn er Ferrau heiraten sollte. Sind wir da einfach mal ehrlich. Das er Ferrau nicht als Diener verlieren mag, ist verst├Ąndlich und dass Du ihn nicht rein dulden sollst, ebenso. Zu einem guten Miteinander geh├Ârt mehr als reine Duldung. Zudem ist Ferrau jung und es sollte m├Âglich sein freundschaftlich mit ihm auszukommen. Er ist h├Âflich, freundlich, jung und er riecht angenehmer als Alexandre. Aber der Grund weshalb Alexandre so riecht, ist sicher nicht einer den er im Hofe verbreitet haben m├Âchte. Nur soviel, seine Wahl war es ganz sicher nicht. Also achte auf Deine Worte, Du bist keine Schranze von der Stra├če, sondern eine de Souvagne - folglich verhalte Dich so", ermahnte Maximilien seine Tochter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie musterte Ciel etwas nerv├Âs, als dieser Fabien so anging. Der Leibdiener ihres Vater hatte nichts weiter getan als die Keksdose fallenzulassen und sie alle zu erschrecken. Aber das interessierte sie zwei Minunten sp├Ąter schon nicht mehr, da ihr Vater eindeutig Stellung f├╝r Ciel bezog. Nat├╝rlich war es ihre Wahl gewesen, aber sie mochte Zerbino nicht und Alexandre ebensowenig. "Wie Ihr w├╝nscht Vater. Ich habe nur meine Gedanken ge├Ąu├čert, vielleicht nicht im geb├╝hrlichen Ton. Dennoch m├Âchte ich nicht mit Zerbino oder Alexandre verbandelt werden. Beide M├Ąnner mag ich nicht, sie sind mir unheimlich. Ich spreche es meinem Mann nicht ab, sich weitere Partner oder Partnerinnen zu nehmen und ich bem├╝he mich um ein Auskommen mit ihnen, aber das hei├čt nicht, dass ich sie als mehr betrachten muss. Oder etwa doch? Ich wei├č dass sich meine Mutter mit Minette versteht, aber dies ist genauso ausreichend wie wenn ich mich mit Ferrau verstehe. Ciel liebt diesen Mann Vater, nicht ich. Und ich g├Ânne ihm dieses Gl├╝ck, weshalb auch nicht? Unsere Konstellation beruhte auf Schutz, da meine Br├╝der davon ausgingen ich m├╝sste einen Zwerg heiraten. Was de facto m├Âglich gewesen w├Ąre um die Verbindungen zum Zwergenreich zu festigen. Davor wollte Ciel mich bewahren. Dies war sein Grund mich zu w├Ąhlen. Er wollte mich besch├╝tzen. Das darf man niemandem vorhalten und ich halte es ihm auch nicht vor. Wir beide lieben uns, aber vermutlich anders als wir es uns selbst erhofft haben, oder Ihr Vater. Er liebt mich nicht wie Ihr Minette oder Minette Euch. Das ist kein Vergleich. So liebt er vermutlich Ferrau. Oder ist es nicht so Ciel?", fragte Olivie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde genau so rot, wie es kurz zuvor Fabien geworden war. ┬╗Ich h├Ątte mir gew├╝nscht, dass wir eine sch├Âne Dreiecksbeziehung f├╝hren, anstatt dass ich mir kraft meines Standes einfach nehme, nach wem mir beliebt. Ich wollte, dass wir zusammen gl├╝cklich sind. Wenn du nicht f├╝r mich als Ehemann empfindest, warum hast du die Chance nicht genutzt, einen Mann zu w├Ąhlen, der dir wirklich gef├Ąllt?┬ź Ciels Stimme hatte einen erstickten Unterton. Ihn trafen Olivies Worte sehr. ┬╗Ich habe mir gew├╝nscht, dass wir nicht nur eine Zweckehe f├╝hren, sondern dass du gl├╝cklich bist. Aber offenbar gelingt es mir nicht, dich gl├╝cklich zu machen, Schwesterlein.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nahm Ciels Hand und schaute ihm tief in die Augen. "Du m├Âchtest mich nicht selbst gl├╝cklich machen Ciel, sondern mit Verst├Ąrkung. Dass Du mich gl├╝cklich sehen m├Âchtest, freut mich. Dass ich Dich liebe steht au├čer Frage, dass Du mich liebst, ebenso. Aber begehrst Du mich? Antworte ehrlich. Begehrst Du mich so wie Du Ferrau begehrst? Ja wir k├Ânnten gemeinsam gl├╝cklich werden, wenn ich Dir jemanden vorschlagen darf, der mir tats├Ąchlich rundherum gef├Ąllt. W├Ąrst Du damit einverstanden?", fragte sie ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Bitte nicht BellamyÔÇ╣, betete Ciel gedanklich. Laut sagte er: ┬╗Ja, ich bin einverstanden und auf den schlimmsten Vorschlag gefasst.┬ź Andererseits war er auch ganz froh, dass Ferrau nicht ihrem Geschmack entsprach. Umso mehr verst├Ąrkte sich jedoch der Verdacht, dass sie es eher auf kriegerische M├Ąnner abgesehen hatte, den keiner von jenen, die Ciel ihr vorgeschlagen hatte, entsprach diesem Typus. Ihm selbst gefielen sanfte Seelen, die dennoch Geborgenheit versprachen. All jene waren von Olivie abgelehnt worden. ┬╗Ja, ich begehre dich sehr. Und ich m├Âchte behaupten, nicht minder als Ferrau. Jedoch bin ich unsicher in der Kunst der Verf├╝hrung. Wahrscheinlich eine komplette Niete. Wir beide sind unsicher und dort liegt der Hase im Pfeffer. Ich kann dir die F├╝hrung nicht bieten, die du verdienst und dir w├╝nschst.┬ź Vielleicht gefiel ihr auch der scheu├čliche Robere, gr├╝belte Ciel, oder Massimo.

Maximilien
Maximilien musterte nun seinerseits Olivie, die gr├╝ndlich nachzudenken schien. "Er hat Dir offen und ehrlich geantwortet, so wie Du es Dir gew├╝nscht hast. Also, sei es ebenso. Wer trifft Deinen Geschmack? Ihm wird nichts geschehen, dass das von vornherein klar ist", versicherte Max seiner Tochter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie machte ein betretenes Gesicht. "Dankesch├Ân", sagte sie leise und lie├č offen, wen von beiden sie nun meinte. Aber sie meinte beide. Sie nahm Ciels Gesicht in beide H├Ąnde und k├╝sste ihn auf den Mund. "Ich h├Ątte nicht gedacht, dass Du mich begehrst. Ich habe vermutet, Du wolltest es nur hinter Dich bringen und hast deshalb Verst├Ąrkung geholt und Dir auch gew├╝nscht. Viele heiraten auch und sind befreundet. Es tut mir leid, dass ich so schlecht von Dir gedacht habe. Wobei ich dachte nicht schlecht, ich dachte nur v├Âllig falsch. Dass Du mich begehrst, freut mich sehr. Wirklich extrem, ich kann es Dir nicht sagen. Ich dachte in Deinen Augen w├Ąre ich keine Frau, sondern einfach ein Kumpel, mehr nicht. Nun ich mag gerne M├Ąnner wie die Himmelsaugen, durchtrainiert und Chevalierartig - also so wie Jules in jung, wie Maurice in jung oder Remy, ja er ist ein gutes Beispiel und hat sogar das passende Alter", erkl├Ąrte Olivie und hoffte dass sie nun nicht rot wurde.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Kuss. ┬╗Aber Liebes, wie kommst du denn darauf, dass ich dich nicht begehrenswert finden w├╝rde? Aufgrund meiner Unsicherheit? Du bist wundersch├Ân, Oli und ich hatte viel Freude an der Hochzeitsnacht, zumindest am zweiten Versuch. Ich ... kann es nur einfach nicht so gut. Vielleicht w├╝rdest du dir eher einen selbstbewussten Draufg├Ąnger w├╝nschen. Man sagt, dass das vielen Frauen gef├Ąllt. Drum dachte ich, ein wenig Hilfe w├Ąre gar nicht schlecht. Aber Jules? Das m├╝ssten wir mit ihm absprechen. Warum eigentlich nicht, er ist mir seit Jahren ein guter Freund. Ihm kann man vertrauen. Er scheint irgendetwas Anziehendes an sich zu haben. Khawa mag ihn ja auch. Ich werde gleich nach ihm schicken lassen.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
"Aber Jules ist mit Khawa verlobt, dass k├Ânnen wir ihm nicht antun und Khawa auch nicht. Wie w├Ąre es mit Remy? Nun es hat auch etwas sehr anziehendes, wenn ein Mann genau wei├č was er m├Âchte und sehr selbstbewusst ist. Dass bist Du jederzeit im Beruf Schatz, aber im Bett sind wir beides Anf├Ąnger und wissen nicht was zu tun ist. Vielleicht ├Ąndert sich das ja mit Hilfe. Wie viel Ahnung hat Ferrau? Lass doch nach Remy schicken, er ist allein und hat auch niemanden", schlug Olivie vor, w├Ąhrend Max Ciel unter dem Tisch einen leichten Tritt verpasste als Zeichen "h├Âr genau hin", sein Gesicht blieb ausdruckslos.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Remy? Diesen schmierigen Prahlhans?┬ź, rief Ciel, als er einen Tritt kassierte. Gleich darauf versuchte er, nicht ganz so angewidert dreinzublicken. ┬╗Na sch├Ân, ich fragte nach einem Gegenvorschlag, du hast einen unterbreitet. Aber Remy ... Remy!┬ź Er versuchte, nachzuvollziehen, was eine Frau an diesem Kerl reizen konnte. ┬╗Was gef├Ąllt dir an ihm?┬ź, wollte er wissen. ┬╗Ferrau hat ├╝berhaupt keine Ahnung.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
"Remy ist ein Himmelsauge, eine gepflegte Erscheinung, er sieht sehr gut aus, ist charmant, er kann sehr gut erkl├Ąren und hat eine gro├če Allgemeinbildung, er ist ein ├Ąu├čert lieber Mensch. Er hat sich zum Beispiel Gaetano de la Cantillion angenommen, der Comte kann kaum etwas sehen und ist ebenfalls ein sehr feinf├╝hliger Mensch. Remy wei├č mit einer Waffe umzugehen und hat Benimm und er hat einen erlesenen Geschmack. Vor allem mag er die Sch├Ângeistigen Dinge des Lebens. Er h├Ąlt nicht hinter dem Berg mit den Dingen die ihm wichtig sind und er ist nicht auf den Mund gefallen. Er wei├č zu unterhalten und verf├╝gt ├╝ber die hohe Kunst des Bonmot, ja dass kann er sehr gut. Also ich habe schon mit ihm gesprochen und er ist durchweg eine ├Ąu├čerst positive Erscheinung. Dass kann ich Dir versichern. Ferrau hat ebenfalls keine Ahnung? Ciel wie m├Âchtest Du es dann mit ihm hinbekommen?", fragte Olivie, w├Ąhrend Max in Zeitlupe einen Keks a├č.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber die ganzen Dinge treffen doch auf mich ebenso zu, von der Kunst des Wortwitzes vielleicht abgesehen. Was macht ihn so viel besser als mich? Ist es, weil er dunkle Haare hat? Oder weil er charmanter, das hei├čt, schmieriger aufzutreten wei├č? Bin ich dir zu langweilig und zu borniert? Ich m├Âchte das jetzt bitte genau wissen, damit ich wei├č, was ich besser machen kann oder ob jegliche Hoffnung verloren ist. Ferrau h├Ątte mir einfach durch seine Anwesenheit geholfen, da ich mich sehr wohlf├╝hle, wenn er zugegen ist. Papa, du schaust so komisch?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Maximilien beugte sich ganz nah zu seinem Sohn her├╝ber und fl├╝sterte ihm so ins Ohr, dass nur er es h├Âren konnte. "Wann hatten die beiden Sex? Das ist purer H├Âhenflug bezogen auf Remy. Deine Fragen wird sie Dir beantworten, aber dass ist kein Vorschlag mehr, die beiden haben was. Du bist zu nah dran um es sofort zu sehen. Betroffene sehen es immer als Letzte. Wenn wir eines k├Ânnen in anderen lesen. Wissen Deine Br├╝der davon? Oder hat sie sich Greg anvertraut? Das werde ich herausfinden. Sie ist mit Remy zusammen oder liebt ihn, falls es noch keine Liebe ist, sie ist ├╝ber beide Ohren verknallt in ihn. Fakt, sie redet ├╝ber ihn wie ich ├╝ber Deine Mutter".

Olivie Solaine de Souvagne
"Fast alle Dinge treffen auf Dich zu, aber Ciel Du bist oft so verkrampft. Gerade dann wenn Du Dich bem├╝hst locker zu sein. Du kannst keine Armee mit ins Bett schleppen um Dich besser zu f├╝hlen. Nat├╝rlich magst Du Dich dann nicht allein und hilflos f├╝hlen, aber wie ich mich f├╝hle fragst Du schon wieder nicht. Ein Wunder dass Du nicht Massimo und Alex dabei haben wolltest, Deine beiden Mentoren. Wobei Alex die Sti... den Marquis wolltest Du ja dabei haben. Massimo ist den G├Âttern sei Dank verheiratet, sonst h├Ątte ich vermutlich ein Schwert w├Ąhrend des Aktes am Hals und sollte l├Ącheln, damit es Dir gef├Ąllt. Polemik beiseite, Du bist nicht zu langweilig oder borniert, Du bist zu steif. Also vom Benehmen, nicht unten herum Schatz. Du musst etwas lockerer sein. Ob es klappt oder nicht ist doch gleich. Es wird viel ehr klappen,wenn Du mit mir lachst, scherzt und Dich einfach auf die Situation einl├Ąsst. Und wenn Du versagst? Dann hast Du nicht versagt, sondern wir waren z├Ąrtlich zueinander. Und wir m├╝ssen auch mal was zusammen unternehmen, einfach einen Ausflug zum Meer, oder einen Ausritt, irgendetwas dass uns n├Ąher zusammenbringt", schlug sie vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Gesicht schien einen Moment zu versteinern, als sein Vater ihm diese Dinge ins Ohr fl├╝sterte. Dann zwang er sich zu einem L├Ącheln. ┬╗Ich werde mir deinen Vorschlag durch den Kopf gehen lassen, Liebes. Ich freue mich, dass wir so offen miteinander sprechen konnten. Es tut mir leid, dass ich nicht mit Humor gesegnet bin, aber ich freue mich, dass dir meine Steifheit wenigstens in anderen K├Ârperregionen gef├Ąllt.┬ź Er k├╝sste Olivie. ┬╗Dann m├Âchte ich dich nicht weiter aufhalten. Geh nur, es ist schon sp├Ąt.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie stand ganz langsam auf und betrachtete Ciel noch eine Zeit lang. Sie versuchte in seinem Gesicht zu lesen. Das gleiche versuchte sie bei ihrem Vater, aber dies war ein Ding der Unm├Âglichkeit. Wenn Maximilien seine Gedanken nicht preisgeben wollte, war sein Gesicht eine freundlich Maske. Und genauso schaute er sie nun an. Ciel und Maximilien h├Ątten auch aus Stein gehauene Statuen sein k├Ânnen, ihre Gesichter waren v├Âllig ausdruckslos. "Es freut mich, dass Du Dir meinen Vorschlag ├╝berlegst. Dann m├Âchte ich nicht weiter st├Âren und ziehe mich zur├╝ck", sagte sie bed├Ąchtig. Sie verneigte sich kurz und verlie├č die Gem├Ącher ihres Vaters. Sie wartete einen Moment bis sie meine angemessen entfernt zu sein, dann rannte sie los um Remy vor Ciel zu warnen.

Maximilien
Maximilien stopfte sich einen Keks in den Mund und wartete ebenfalls einen Augenblick. "Was wirst Du mit dem Nebenbuhler tun?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erhob sich. ┬╗Ich werde mich mit einem Vertrauten dar├╝ber beraten, was zu tun ist┬ź, sagte er. ┬╗Ich m├Âchte nichts ├╝berst├╝rzen. Wenn du mich entschuldigst, ich m├Âchte das sofort in Angriff nehmen. Danke f├╝r deinen Rat und deinen Beistand. Ich hab dich lieb, Papa.┬ź Er k├╝sste seinen Vater auf die Wange.

Maximilien
Max dr├╝ckte Ciel kurz. "Ich verstehe Dich, geh und ├╝berleg Dir wie Du handeln m├Âchtest. Du hast freie Hand. Ich mische mich nicht ein, dass ist alles was ich Olivie versprach - aber Dir ebenso. Du bist Ihr Ehemann, was sie darf und nicht liegt nun in Deiner Hand Ciel. Vergiss das nicht", antwortete Max und k├╝sste seinen Sohn ebenfalls. "Geh zu Bellamy, er wird Dir helfen".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste trotz des schmerzlichen Anlasses. ┬╗Du kennst mich zu gut, Papa. Genau mit ihm wollte ich sprechen. Bis sp├Ąter.┬ź Ciel st├╝rmte im Marschschritt aus den Gem├Ąchern seines Vaters und eilte ins Gesindehaus. Dort h├Ąmmerte er mit der Faust an Bellamys T├╝r.

Bellamy Bourgeois
Bellamy riss die T├╝r auf und starrte dann Ciel verdutzt an. "Was ist los Herr? Was ist geschehen?", fragte er besorgt, packte Ciel am Kragen und zog ihn so behutsam wie m├Âglich ins Quartier. Er schloss die T├╝r und wartete ab. "Sprecht, was ist geschehen, dass Ihr so aufgeregt seid?", fragte Bellamy und r├╝stete sich dabei.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie haben eine Aufgabe┬ź, erkl├Ąrte Ciel, sichtlich um Fassung ringend, w├Ąhrend er seinen Kragen wieder in Ordnung brachte. ┬╗Himmelsauge Remy, Sie wissen schon, dieser schmierige Schleimer, steht im dringenden Verdacht, etwas mit meiner Frau zu haben. Ihre Aufgabe ist es, in Erfahrung zu bringen, was an diesem Verdacht dran ist!┬ź

Bellamy Bourgeois
"Alles klar Boss, ich werde alles in Erfahrung bringen, was Ihr wissen m├╝sst. Was soll ich tun, sollte sich Euer Verdacht erh├Ąrten? Falls ich ihn ausschalten soll, ben├Âtige ich etwas Zeit. Ich muss es tun, sobald er schl├Ąft. Denn sieht er mich, w├Ąhrend ich ihn angreife, wei├č es sofort sein ganzer Orden, wenn er es nur einem seiner Br├╝der ├╝bermitteln kann. Darum m├╝sst Ihr mir in dem Fall etwas mehr Zeit geben, ich muss ihn allein und schlafend erwischen, oder hinterr├╝cks. Er darf mich nicht erkennen", erkl├Ąrte Bellamy eindringlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sollte der Verdacht sich best├Ątigen, werde ich mir genau ├╝berlegen, was zu tun ist. F├╝r den Augenblick hoffe ich, dass ich mich irre. Zuerst m├╝ssen Sie herausfinden, was an der Sache dran ist. Wie Sie das anstellen, ist mir gleichg├╝ltig, aber lassen Sie ihn am Leben und verzichten Sie darauf, ihn zu verst├╝mmeln.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Ich verzichte ganz darauf irgendetwas zu tun, dass den Verdacht erregt Ihr w├╝rdet gegen ihn ermitteln. Wir verhalten uns absolut ruhig und still. Solltet Ihr eine Entscheidung gegen ihn treffen, muss es ihn aus heiterem Himmel treffen. Solltet Ihr Euch f├╝r ihn entscheiden, dann sollte nicht Eure Beziehung belasten. Das hei├čt, es muss f├╝r Euch alles offen bleiben. Ich werde mich neutral umh├Âren. Am Hofe gibt es genug Augen und Ohren, dass wisst Ihr selbst. Ihr bekommt die Information, ich wei├č nur nicht ob sie Euch gefallen wird. Wie seid Ihr darauf gekommen?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Den Verdacht, dass gegen ihn ermittelt wird, wird er ohnehin hegen, da meine Frau das wom├Âglich ahnt. Sie ist eine de Souvagne, sie ist intelligent. Drum w├╝rde ich Ihnen eher die schnelle und harte Tour empfehlen. Wie ich darauf kam? Meine Frau hat mir von ihm vorgeschw├Ąrmt, und zwar ohne Punkt und Komma, dass sogar unserem Vater der Keks quer im Hals stecken blieb!┬ź

Bellamy Bourgeois
"Wie Ihr w├╝nscht. Zieht die T├╝r einfach hinter Euch zu Herr, ich mache mich sofort auf den Weg!", sagte Bellamy und rannte los.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tat, wie Bellamy ihn gehei├čen hatte und machte es sich derweil auf dessen Bett bequem, wo er an die Decke starrte und seinen finsteren Gedanken nachhing.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie rannte so schnell es ihre Robe und Schuhe zulie├čen. Aber das war nicht schnell genug, also riss sie sich die Schuhe von den F├╝├čen und rannte auf Str├╝mpfen weiter. Besonders sportlich war sie nicht und das Kleid war alles andere als zum Rennen geeignet. Die Blicke der Dienstboten, Gardisten und Hofbeamten ignorierend flitzte und rutschte sie Richtung Remys Unterkunft und riss die T├╝r auf. Im gleichen Moment schlug sie die T├╝r hinter sich zu. "ER wei├č es! Ciel wei├č es Remy, ich habe mich verplappert. Nicht richtig, aber er wei├č es!", kreischte sie aufgebracht.

Remy de Remuer
Remy fing die herumirrende und schreiende Olivie mit einer galanten Umarmung ein. ┬╗Beruhigt Euch erst einmal, S├╝├če.┬ź Er schickte ihr ├╝ber seine H├Ąnde ein warmes Gef├╝hl, so als ob diese starken Arme sie vor allem Unheil Asamuras zu sch├╝tzen vermochten. ┬╗Wenn das so ist┬ź, er gr├╝belte und schluckte, ┬╗werde ich im g├╝nstigen Falle meinen Kopf verlieren und im ung├╝nstigen auf einem Pfahl enden. Aber Euch wird nichts geschehen, Ihr seid ja nicht nur Ciels Frau, sondern auch seine Schwester, oder? Im schlimmsten Fall wird er Euch in ein Kloster schicken, vermute ich. Aber das ist unwahscheinlich. Mann, das ist gerade echt kacke┬ź, gr├╝belte er. "Was mache ich jetzt nur?"

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie umarmte Remy felsenfest. "Du musst Dich verstecken oder wenn Du Dich traust die Konfronatation mit ihm suchen. Er hat mich doch selbst gefragt, wen ich mir als Partner w├╝nschen w├╝rde. Du kannst Dir nicht vorstellen, wen er vorher dazu einlud. Ich meine es ist normal, dass manche M├Ąnnere mehrere Partner haben. Mein Vater hat drei Frauen. Aber seine Frauen liegen nicht zeitgleich in seinem Bett, jedenfalls sagte meine Mutter nie etwas deartiges. Und Ciel m├Âchte, dass ich mich mit seinem Mann gut verstehe. Gut, dass f├Ąnde ich auch sch├Ân, aber rein freundschaftlich. Er liebt mich und eben seinen Mann. Aber ich liebe seinen Mann nicht, wir sind eben Ehegeschwister. Und nun als ich sagte dass ich Jules, Maurice oder Dich attraktiv fand, schlug er zuerst Jules vor. Ich glaube er hat eine Schw├Ąche f├╝r ├Ąltere M├Ąnner, genau wie Greg. Und da habe ich Dich als Gegenvorschlag unterbreitet und er wurde ganz komisch", weinte Olivie.

Remy de Remuer
Remy k├╝sste ihre Tr├Ąnen weg. ┬╗Ich kann mich nicht verstecken. Die anderen Himmelsaugen w├╝rden mich finden. Bis zu einem gewissen Grad kann ich mich abschirmen, aber gegen die richtig hohen Tiere hab ich keine Chance. Wenn, dann w├╝rde es Sinn machen, mich ihm zu stellen┬ź, sinnierte er, w├Ąhrend er Olivie streichelte. ┬╗Ja, ich glaub, das ist der einzige Weg und auch ehrenvoll und so. Darauf muss ich als Chevalier ja auch achten, sonst f├Ąllt das auf meine Familie zur├╝ck. Der soll sich mal nicht so haben, echt mal. Was habt Ihr gegen Jules? Ihr habt den Mann doch selber vorgeschlagen, sagtet Ihr, und eigentlich ist der gar nicht so ├╝bel. Ich komme gut mit ihm zurecht.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
"Ich habe gar nichts gegen Jules, auch nicht gegen Maurice, aber beide sind f├╝r mich zu alt. Du und ich wir sind fast gleich alt und Du hast Erfahrung. Aber bei Jules oder Maurice w├╝rde ich mir wie ein Kind vorkommen, dass Befehle empf├Ąngt, obwohl beide gut aussehen. Jules ist nett, dass stimmt. Aber ich habe die beiden eigentlich nur vorgeschlagen, damit Du nicht so auff├Ąllst. Du willst Dich Ciel stellen? Dann gehe ich mit, damit er Dir nichts antut. Zuerst wollte ich als Tarnung noch Linhard vorschlagen, aber dann h├Ątte ich wohl Gregoire am Hals gehabt", st├Âhnte Olivie und nahm Remy fest in die Arme.

Remy de Remuer
┬╗Wo ist Ciel jetzt, in seinen Gem├Ąchern? Lieb, dass Ihr mitkommen wollt. Mann, ich w├╝rde mich gern noch von Tano verabschieden, falls ich heut meine R├╝be verliere┬ź, jammerte er. ┬╗Wir machen einen Abstecher, ja?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
"Ja das machen wir. Komm, vielleicht k├Ânnen wir Tano ja mitnehmen und er spricht gut f├╝r Euch. Sogar den Leibdiener von meinem Vater hat Ciel angefaucht. Aber er hasst Fabien eh. Warum wei├č keiner. Jedenfalls wei├č ich nicht warum. Komm wir m├╝ssen uns beeilen", sagte Olivie und nahm Remy fest bei der Hand.

Remy de Remuer
H├Ąndchenhaltend marschierte Remy zu Gaetano. Ohne anzuklopfen trat er ein. ┬╗He, Tano┬ź, gr├╝├čte er.

Gaetano
Gaetano zog sich die Schlafm├╝tze vom Kopf und setzte sich die Brille auf. "Hallo Remy... oh und Hallo Eure Hoheit", sagte Tano verlegen und zog die Decke enger um sich. "Was macht Ihr denn hier? Ich hatte mich gerade etwas hingelegt und wollte etwas schlafen. M├Âchtet Ihr etwas essen? Ich habe noch etwas Obst da", sagte er freundlich.

Remy de Remuer
Remy ging ohne sich weiter aufzuhalten zu Gaetano ans Bett und dr├╝ckte ihn. ┬╗Der olle Ciel hat`s rausgefunden. Ich verliere vermutlich gleich meine R├╝be, da kannst wohl nicht mal du alter Gesetzesverdreher was mehr rei├čen. Ich wollt dir sagen, dass du echt klasse bist und ich vererb dir meine Kutsche! Die Pferde kriegt mein Bruder.┬ź

Gaetano
Gaetanos Augen wurden noch gr├Â├čer als sie durch die Brille schon waren. "Ich kann es versuchen und mit ihm verhandeln. Soll ich als Vermittler mitkommen? Mein Onkel ist Palaisin am Hof und mein anderer Onkel ist ein Himmelsauge wie Du. Ich wei├č nicht ob das Ciel etwas bedeutet, aber vielleicht l├Ąsst er mich ja ein gutes Wort f├╝r Dich einlegen. Danke Remy, wir kennen uns nicht lange, aber Du warst mir ein echter Freund", sagte Tano und wischte sich ├╝ber die Augen.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie dr├╝ckte sich fest an Remy. "Er soll es versuchen, kommt wir gehen gemeinsam zu Ciel", bat sie Remy inst├Ąndig. "Rede nicht davon, den Kopf zu verlieren. Versuche zu k├Ąmpfen, verbal nat├╝rlich. Ciel darf Dich nicht einfach t├Âten, dass lasse ich nicht zu. Auch wenn ich keine Ahnung habe, wie ich es verhindern soll", gestand Oli.

Remy de Remuer
Remy legte den Arm um Olivie. ┬╗Hey, wenn ich abtrete, dann mit Stil. Ich werd mich nicht verkriechen, wir reden mit deinem Bruder und notfalls mit dem Duc. ├äh, ja, w├Ąre sch├Ân, wenn du mich auf meinem letzten Weg begleitest, Tano. Wirklich.┬ź Remy nahm Gaetano an der Hand, zog ihn aus seinem Bett und nahm ihn gleich im Nachthemd mit, da es ewig dauern w├╝rde, dem Comte was ├╝ber zu ziehen. Zu dritt gingen sie so durch die Flure.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie packte Remy fester bei der Hand und rannte mit ihm und Tano im Schlepptau zu Ciels Quartier. Dort riss sie einfach die T├╝r auf und st├╝rmte mit Remy und Tano herein. Ferrau sprang br├╝llend vom Sofa hoch, ehe er erkannte wer dort stand und kreischte erneut. "HERR!", rief er entsetzt, da er ein gleiches Schicksal wie bei Verrill bef├╝rchtete. "CIEL!!!! Wir m├╝ssen reden!", rief Olivie aufgebracht.

Ciel
Ciel jedoch lag noch immer bei Bellamy im Quartier auf dem Bett und beobachtete eine Spinne, die ein Insekt einwebte, um es sp├Ąter zu verzehren.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie packte Ferrau am Kragen und sch├╝ttelte ihn. "Wo ist mein Mann? Wo?", fragte sie verst├Ârt. "Remy hilf mir, bring diesen Diener zum sprechen", flehte sie ihn an. Tano sch├╝ttelte ganz langsam den Kopf. "Nein, dass ist der Leibdiener Eures Mannes, wenn Remy diesen schl├Ągt oder angreift, dann wird er sehr hart bestraft. Mach das nicht", flehte Tano. Ferrau schleuderte Olivie von sich und rannte wie von allen D├Ąmonen gehetzt aus den Gem├Ąchern seines Herrn. Dort flitzte er nun seinerseits kreischend ├╝ber die Flure.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sa├č senkrecht im Bett, als er eine vertraute Stimme durch die Flure hallen h├Ârte. Er sprang auf, st├╝rmte aus dem Quartier und rannte dem Kreischen entgegen. Bald erblickte er Ferrau, der wie von Sinnen auf ihn zu gerannt kam. ┬╗Was ist passiert?┬ź, rief Ciel und erwartete das Schlimmste. Sofort analysierte er Ferraus Blutfluss auf Verletzungen hin.

Olivie Solaine de Souvagne
Ferrau klammerte sich an Ciel fest und deutete nach Luft japsend hinter sich. "Mich... gesch├╝ttelt... mich angegriffen.... Oli...vie.... und.... zwei... M├Ąnner....", keuchte er total aus der Puste und schaute Ciel hilfesuchend an.

Ciel Felicien de Souvagne
Feindselig blickte Ciel in die Richtung, in die der arme Ferrau zeigte. ┬╗Das sieht Olivie ├Ąhnlich, so wie sie auch meinem kleinen Bruder Gregoire ├Ąhnlich sieht! Ich habe ihr davon berichtet, dass wir uns lieben und nun will sie sich an dir r├Ąchen. In ihren Adern flie├čt wahrlich das Blut der Neufvilles, ein bisweilen sch├Ąndlicher Zweig, wie mir scheint! Komm, Ferrau, du bleibst bei mir. Wo ist nur dieser verflixte Bellamy, wenn man ihn braucht?! BELLAMY!┬ź, br├╝llte Ciel.

Bellamy
Bellamy war gerade an der T├╝r von Remy angekommen, als sein Herr nach ihm br├╝llte. "Verdammt", fluchte er und rannte zur├╝ck aus der Richtung, aus der er gekommen war um seinen Herrn samt seinem Leibdiener vorzufinden. Ferrau sah total verst├Ârt, ja sogar verweint aus und schnaufte wie ein Stier. Er schien gerannt zu sein, oder hatte sich schnell bewegen m├╝ssen. Und jeder der Ferrau kannte wusste, dass er dies ganz sicher nicht gew├Âhnt war. "Ihr habt nach mir gerufen Herr? Ich war gerade vor der T├╝r des ├ťbelt├Ąters, was ist mit Eurem Diener geschehen?", fragte Bellamy misstrauisch und positionierte sich sch├╝tzend neben Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er wurde gequ├Ąlt┬ź, kreischte Ciel. ┬╗Misshandelt! Von Olivie und zwei Handlangern! Es w├╝rde mich nicht wundern, wenn einer der beiden dieser widerw├Ąrtige Remy ist! Ferrau war in meinem Quartier, als sich das Verbrechen zutrug, sehen Sie nach!┬ź Er hielt sch├╝tzend den Arm um Ferrau.

Bellamy
"Kommt mit Herr, es handelt sich um Eure Frau! Gebietet ihr Einhalt, sonst ist dies erst der Auftakt zu weitaus Schlimmeren. Bedenkt dies bitte. Ich sch├╝tze Euch und Euren Diener, gleichg├╝ltig gegen wen", sagte Bellamy ernst und stampfte zu Ciels Gem├Ąchern.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie starrte Remy an und rappelte sich wieder auf. "Dieser verr├╝ckte Ferrau, er sollte mir sagen wo mein Mann ist. Was ist denn in den gefahren?", fragte sie verdattert und klopfte sich sauber.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hielt sich neben Bellamy, w├Ąhrend er Ferrau mit sich f├╝hrte. Um nichts in der Welt w├╝rde er den ungl├╝cklichen Leibdiener jetzt allein irgendwo lassen. In seinen Gem├Ąchern fanden sie - Olivie, Remy und Gaetano. ┬╗Aha┬ź, triumphierte Ciel. ┬╗Die schlechten Manieren gegen├╝ber den Domestiken hast du dir wohl von deinem kleinen Bruder abgeschaut, werte Frau Gemahlin.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
"Bitte?", fragte Olivie emp├Ârt. "Ich habe Deinen Diener nur nach Deinem Verbleib gefragt, da Remy mit Dir ├╝ber die Sache reden wollte. Von Mann zu Mann und wir haben Deinem Diener nichts getan. Er schrie auf einmal los und schleuderte mich zu Boden. Da kannst Du gerne die beiden Anwesenden fragen. Ich habe ihn nicht geschlagen. F├╝r wen h├Ąltst Du mich? Greg wird schon gewusst haben, warum er diesem Idioten eins verpasst. Mich hat er geschleudert, nicht umgekehrt. Aber deshalb sind wir nicht hier", murrte Olivie und tippte Remy an.

Bellamy
Der Ex-Palaisin blieb schr├Ąg vor Ciel stehen, so dass Ciel zwar die Leute in seinen Gem├Ąchern sehen konnte, aber von ihnen abgeschirmt wurde. Die Hand des ehemaligen Schwertmeisters lag auf dem Schwertknauf. Eine eindeutige Geste an alle friedlich zu bleiben.

Olivie Solaine de Souvagne
Tano: Gaetano hob beschwichtigend die H├Ąnde. "Hoheit wir sind nicht hier um Euch zu schaden, sondern mein Freund Remy m├Âchte sich mit Euch aussprechen. Bitte gew├Ąhrt ihm diese Chance", bat er inst├Ąndig mit riesigen Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schaute dem sehr viel imposanteren Bellamy von hinten ├╝ber die Schulter. Ferrau hielt er noch immer fest, damit der nicht wieder wegflitzte oder anderweitig verloren ging, wie er es zu tun pflegte. Er musterte kurz Olivie und untersuchte auch ihren Blutfluss, doch sie war kerngesund, nur etwas w├╝tend. ┬╗Gut, ich erteile Remy das Wort. Sie wissen vermutlich, was man Ihnen vorwirft. Erkl├Ąren Sie sich.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Bellamy rutschte ein St├╝ckchen zur Seite, damit sein Herr besser sehen konnte. Sein Blick in Richtung Remy sprach aber B├Ąnde. Ein falsches Zucken und er w├╝rde sofort handeln. Dass er dem L├Ąuterer in der Schnelligkeit in nichts nachstand, wusste jeder. Er hatte nur seinen Posten, nicht seine F├Ąhigkeiten verloren. "Sprecht", forderte Bellamy nachtr├Ąglich.

Remy de Remuer
┬╗Man wirft mir den Beischlaf mit Eurer Gemahlin vor, Hoheit. Dazu habe ich Folgendes zu sagen: Es ist wahr! Ich sch├╝tze als Himmelsauge und Leibw├Ąchter nicht nur Eure Frau vor den Gefahren dieser Welt, sondern ich habe mich auch um ihr, ├Ąh, sonstiges Wohl gek├╝mmert. Eure Frau hat in meinen armen Trost gesucht, da sie sich von Euch bitter vernachl├Ąssigt und nicht begehrt f├╝hlt.┬ź Er musterte den Diener mit der viel zu eng sitzenden Hose. ┬╗Vielleicht nicht ganz unbegr├╝ndet, mit Verlaub.┬ź Er verneigte sich ein wenig.

Bellamy
Bell zog die Stirn in Falten und warf Ciel kurz einen Blick zu. "Ehm ja, Herr was sagt Ihr zu diesem Gest├Ąndnis?", fragte er leicht irritiert. Er hatte mit allem gerechnet, mit jeder Ausrede und sei sie noch so bunt oder an den Haaren herbeigezogen. Aber damit nicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste schlucken. Die Worte trafen ihn tief. ┬╗Ja, meine Frau gab mir das zu verstehen┬ź, murmelte er. Resigniert lie├č er die Schultern h├Ąngen. ┬╗Geht. Ich muss nachdenken.┬ź Er lie├č sich auf sein gr├╝nes Sofa plumsen. ┬╗Belly und Ferrau, ihr bleibt hier.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie musterte Ciel, es tat ihr im Herzen weh ihn so getroffen zu sehen. "Ciel, es tut mir leid dass es so gekommen ist. Aber hast Du nicht ganz ├Ąhnlich gew├Ąhlt? Du hast zuerst Zerbino mitgebracht, dann Nathan Deine Hochzeitsnacht ├╝bernehmen lassen und nun stellst Du mir Ferrau als Ehebruder vor. Und da beklagst Du Dich, dass ich mich nach Leidenschaft sehne? Ich war doch nur das Beiwerk zu Deinen M├Ąnnern. Du magst mich begehren, aber nur in Kombination mit einem Mann. Ciel, gestehe es Dir ein, Du liebst M├Ąnner. Mit einer Frau kannst Du nichts anfangen und eine Frau ist nichts f├╝r Dich. Du bist nicht an beidem interessiert wie Greg, oder nur an Frauen wie Dreux oder Vater, Du liebst einfach M├Ąnner. Das ist auch nicht weiter tragisch und Du kannst gerne so viele M├Ąnner ehelichen wie Du m├Âchtest. Nur untersage mir dann nicht mein Gl├╝ck! Ich darf scheinbar nur gl├╝cklich sein, mit M├Ąnnern die Dir gefallen. Wie soll dass denn gehen? Wenn Du keine Lust auf Ferrau hast, dann darf er sich zu mir gesellen, oder ich darf um ihn bitten, damit auch ich meinen Anteil an Zuneigung erhalte? Hast Du es Dir so vorgestellt? Remy hat mich als das gesehen was ich bin, als das wie mich noch niemand sah. Als Frau. Nicht als Schwester, Prinzessin oder sonst etwas, sondern einfach als Frau und er hat mir gezeigt wie sehr er mich begehrt. Hat mich f├╝hlen lassen, dass ich sch├Ân bin. Du hast mich f├╝hlen lassen, dass Du mich jederzeit besch├╝tzt. Vielleicht h├Ątte der Zwerg mich sogar begehrt, wer wei├č das schon? Aber diese Sorge war vermutlich hausgemacht, da Dreux, Greg und Du ins selbe Horn blasen. Panik vor dem Fremden. Vater h├Ątte niemals zugelassen, dass ich den Zwerg heirate oder heiraten muss! Jeder de Souvagne heiratete stets einen Inl├Ąnder und zwar eine Adlige aus unserem Land. Weshalb musste Linhard denn vor der Eheschlie├čung eingeb├╝rgert werden? Damit er ein Souvagner ist, sonst w├Ąre eine Heirat gar nicht m├Âglich gewesen. Gut, dass er das eh wollte, ist was anderes. Aber Vater, Gro├čvater, Urgro├čvater und alle Ducs davor waren stets mit Souvagnerinnen verheiratet. Wie kommst Du darauf, dass man mich an einen Zwerg verkauft h├Ątte? Ich verstehe so langsam gar nichts mehr. Und ich habe nichts anderes getan als Du. Ich habe W├Ąrme und Zuneigung gesucht. Denk auch dar├╝ber nach Ciel, dass wir beide nichts unterschiedliches taten und wir einander nicht weh tun wollten. Und das w├╝rdest Du, solltest Du Remy etwas antun", sagte Olivie. Sie schaute Ciel bek├╝mmert an, an hob sie ihre Schuhe auf und verlie├č die Gem├Ącher von ihrem Ehemann. Gaetano folgte ihr stumm und mit sehr blassem Gesicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Auch Remy folgte ihr. Sogar er schien ungl├╝cklich zu sein beim Anblick des am Boden zerst├Âren Prinzen, der wie der einsamste Mensch der Welt auf seinem Sofa sa├č. Ciel wartete, bis die drei weg waren. ┬╗Ihre Empfehlung, Bellamy┬ź, sagte er tonlos.

Bellamy Bourgeois
Bellamy wartete bis alle die Gem├Ącher verlassen hatten, dann schloss er die T├╝r und verriegelte diese. Er lie├č sich neben Ciel auf das Sofa plumpsen, legte ihm kameradschaftlich den Arm um die Schulter und schwieg einen Moment. Ciel als ehemaliger Soldat w├╝rde die Geste zu deuten wissen, er war f├╝r ihn da, auch wenn er selbst noch ├╝ber das Problem nachdenken musste. "Wen liebt Ihr Herr? Liebt Ihr diese Frau als Frau? Wenn Ihr jede Person auf dieser Welt haben k├Ânntet und sie Euch zur├╝cklieben w├╝rde, wen w├╝rdet Ihr sofort zu Eurem Gef├Ąhren oder Eurer Gef├Ąhrtin ernennen? Wir sind unter uns. Wer w├Ąre es? Ihr k├Ânnt mir ebenfalls jederzeit derartig pers├Ânliche Fragen stellen, auch ich werde Euch jederzeit ehrlich antworten. Aber dass muss ich wissen, um Euch einen Rat geben zu k├Ânnen. W├╝rdet Ihr tats├Ąchlich bei so einer M├Âglichkeit Olivie w├Ąhlen, dann m├╝ssen wir das Problem ganz anders angehen. Aber daf├╝r finde ich auch eine L├Âsung. Aber sagt mir, wer w├Ąre Eure Wahl? Tats├Ąchlich ein Mann wie sie behauptet? Oder eine Frau? Vielleicht eine Frau die etwas mehr Bums hat - also eine Kriegerin, eine Gardistin wie Fille de Bouclier Arienne de Riquier? Was ist Euer purer, reiner Geschmack? Worauf steht Ihr? Was bringt Euer Blut in Wallung, noch besser was bringt es zum Kochen?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Hilfe┬ź, jammerte Ciel. ┬╗Ich habe erst vor wenigen Wochen ├╝berhaupt angefangen, mir ernsthaft dar├╝ber Gedanken zu machen. Vorher wollte ich ein keusches Leben f├╝hren! Bis vor kurzem w├Ąre die Antwort ganz einfach gewesen. W├╝rde man alle rationalen Aspekte au├čer acht lassen und sich rein auf das Gef├╝hl konzentrieren, w├Ąre meine Wahl auf Nathan gefallen. Also ja, ein Mann, sofern man den als Mann durchgehen l├Ąsst┬ź, gr├╝belte Ciel. ┬╗Aber seit einiger Zeit ist das nicht mehr ganz so einfach. Ich wollte alles einmal ausprobieren, eine Frau, einen Mann, einen Zwitter und ein Nichts, also einen Vollkastraten. Damit ich selbst Klarheit finde. Was k├Ârperliche Reize anbelangt, bin ich sehr flexibel in der Wahrnehmung dessen, was ich anziehend finde. Aber ich bin jemand, den eher tiefes Vertrauen und seelisches Einssein reizt und das schl├Ągt dann in Begehren um - unabh├Ąngig vom Geschlecht der Person. Es ist ein dummes Klischee, das die inneren Werte z├Ąhlen, aber in meinem Fall ist es tats├Ąchlich das, was mich auch k├Ârperlich anzieht. Meist ist es jedoch so, dass ich mit M├Ąnnern besser zurechtkomme als mit Frauen.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Das ist kein dummes Klieschee Herr. Schaut sehen weckt Begierde. Welche Begierde denn? Jene der Lenden, die man direkt stillen m├Âchte. Sehen, haben wollen - das ist die Konsequenz. Es gibt zweierlei. Ihr seht eine Person, findet sie derma├čen scharf, dass Ihr Euch Sex mit ihr vorstellt und w├╝nscht. Geschieht dies, kann daraus eine Beziehung erwachsen. Muss es aber nicht. Vielleicht hattet Ihr einfach nur eine unendlich geile Nummer. Ihr k├Ânnt aber auch eine Person zuerst kennenlernen. M├Âgt ihre Art, den Witz, irgend etwas das diese Person besonders macht. Verliebt Euch in sie, liebt diese Person. Geht Ihr dann eine Beziehung ein und habt dann Sex, ist das auf einer ganz anderen Ebene. Ihr seid mit dieser Person schon vereint gewesen, geistig, gef├╝hlsm├Ą├čig. Das K├Ârperliche folgte. Rein K├Ârperlich kann der Rest zwar folgen, aber das ist selten der Fall. Der Idealfall ist, man bekommt beides zeitgleich. Ihr findet eine Person die Euch geistig wie k├Ârperlich aus den Socken haut. War das bei Nathan der Fall? Ihr seid weder auf M├Ąnner, Frauen noch auf sonst wen geeicht Herr, wisst Ihr auf was Ihr steht? Auf eine passende Seele. Aber Seelen die ehr ins maskuline tendieren liegen Euch mehr. Das k├Ânnte aber auch eine Walk├╝re sein, die mehr Kerl ist als ich", grinste Bellamy freundschaftlich. "Denkt nochmal angestrengt nach, ist es Nathan f├╝r den Euer Herz sofort schlagen w├╝rde? W├╝rdet Ihr Nathan mit Herz, Hirn und Hose w├Ąhlen? Sagt es mir bitte", bat Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vor einem Monat noch - ja. Aber jetzt ist alles durcheinander┬ź, st├Âhnte Ciel.

Bellamy Bourgeois
"Dann solltet Ihr Euch Nathan als Partner zur├╝ckholen, denn ohne ihn scheint Ihr erst durcheinander zu geraten. Er war eine feste S├Ąule in Eurem Leben nicht wahr? So wie bei mir meine Garde. Aber die Garde waren viele kleine S├Ąulen, die mein Fundament bildeten. Dies ist nun verschwunden und IHr habt mir eine neue Daseinsberechtigung gegeben. Ich wei├č nicht, was ich sonst getan h├Ątte. Wohin es mich verschlagen h├Ątte. Das sage ich Euch frei heraus. Ihr solltet mit Nathan ein Gespr├Ąch f├╝hren, als gleichberechtigte Partner. Was er sich w├╝nscht, was Ihr Euch ersehnt. Falls Ihr ihn noch wollt. M├Âchtet Ihr Eure Frau behalten? Falls ja k├Ânntet Ihr Euch Remy zuwenden und Ihr h├Ąttet einen Mann in der eigenen Familie den auch Eure Frau attraktiv findet. Oder Ihr w├Ąhlt v├Âllig neu um eine klare Linie zu ziehen. Entweder mit oder ohne Eure Frau. Wobei ich nicht davon ausgehe, dass sie Euch schaden wollte Herr. Sie ist jung, viel j├╝nger noch als Ihr und sie war unerfahren und neugierig. Das ist keine Entschuldigung, aber wer von uns handelt immer logisch? Nicht einmal Ihr und Ihr wisst warum. Ihr w├Ąrt gerne der Kopf, aber Ihr seid ein Herz", grinste Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Auch das noch┬ź, murrte Ciel und rieb sich das Gesicht. ┬╗Dann muss Dreaux vorerst den Platz als Kopf unseres Dreigestirn einnehmen, bis ich wieder klar denken kann. Nein, Nathan m├Âchte ich nicht mehr zur├╝ck. Das ist eine Kopfentscheidung, man kann nicht immer auf sein Herz h├Âren. Er hat Fabien und ich habe nun meinen Ferrau. W├╝rde ich ihn zur├╝ckzwingen, w├╝rde er Fabien vermissen. Und ich Ferrau.┬ź Er griff zu Ferrau her├╝ber und zog ihn an sich, so dass sie nun zu dritt aneinander lehnten. ┬╗Ich werde meiner Frau ihr Gl├╝ck mit Remy g├Ânnen. Vermutlich ist er ihr ein besserer Mann, als ich es sein kann und immerhin hat er R├╝ckgrat bewiesen. Als eigenen Mann will ich den Kerl allerdings nicht haben, der ist ├╝berhaupt nicht mein Geschmack.┬ź Er verzog das Gesicht. "Es freut mich, dass Sie sich in meinem Dienst so weit wohl f├╝hlen. Ich bin auch froh, Sie hier zu haben, als Fast-Palaisin und als Berater."

Bellamy Bourgeois
"Ich bin Ihr "Palaisin", Ihr F├╝rsteiter und erstes Schwert wenn Ihr dies m├Âchtet. Kurzum ich bin Euer Schwertmeister, aber kein richtiger Palaisin - Ihr wisst was ich meine. Das kann ich nachvollziehen. Damals war Nathan der Richtige. Die richtige Zeit, der richtige Ort, er war der richtige Partner f├╝r Euch. Nun ist er es nicht mehr. Dass Ihr Eurer Frau Ihren Nebenmann g├Ânnt ist achtenswert. Ich glaube Euch, dass Ihr sie liebt. Und ich denke Ihr habt dort ebenfalls mit dem Kopf entschieden, Ihr habt wie ein Palaisin Eure Frau besch├╝tzt. Euer Herz gab seine Zustimmung als der Kopf sagte, Ihr wollt sie retten. Auch das ist legitim und kann Euch niemand absprechen. Der Einwand Eurer Frau stimmt, aber was einst war, muss nicht immer Bestand haben. Das hat sie nicht bedacht. Wer h├Ątte jemals in Souvagne gedacht, dass unser Land ein B├╝ndnis eingeht mit weiteren Gro├čherzogt├╝mern, sprich mit vier fremden L├Ąndern? Niemand. Und wer von uns h├Ątte gedacht, dass genau jene uns in den R├╝cken fallen werden und uns betr├╝gen, unsere Schiffe rauben und uns in einen Krieg zerren werden? Direkt nach B├╝ndnisabschluss - vermutlich viele Souvagner. Nach einigen Jahrzehnten sicher niemand mehr. Das Land der Hohen Mark, das Land Ehveros, das Land Ledwick oder das Land Evalon es waren Freunde, B├╝ndnisbr├╝der die sich in der Not beistehen w├╝rden. Dass sie selbst die Not herbeif├╝hren w├╝rden f├╝r ein Volk, dass unserem B├╝ndnis nicht angeh├Ârt, damit h├Ątte nie jemand gerechnet. Und dass dies nicht mal eine Frage unter Freunden wert ist, damit noch weniger. Gemeinsam h├Ątte man so einen Einsatz durchaus beschlie├čen k├Ânnen Herr. Und das w├Ąre dann vermutlich sogar f├╝r alle glimpflich ausgegangen. Euer Vater h├Ątte wie immer an die Vernunft appeliert und er h├Ątte sich die Gegenargumente angeh├Ârt. Aber so? So blieb uns nichts anderes ├╝brig als wie im Gesch├Ąftsleben zu handeln. Wenn von dem Vertragspartner der Vertrag einseitig gebrochen wird - in diesem Falle von vier Partnern, dann ist der Vertrag nichtig und kann zerrissen werden. Und genau dass tat Euer Vater. Und genau das habt Ihr getan, mit der Beziehung zu Nathan. Schlagartig gab es eine ├änderung, ich denke es war Fabien, sonst w├Ąren die beiden nicht zusammen und Ihr habt Nathan die Beziehung aufgek├╝ndigt. Weil es f├╝r Euch nicht mehr ertr├Ąglich war. Aber Ihr d├╝rft nun nicht von einem Extrem ins andere fallen. Ihr m├╝sst gut ├╝berlegen. M├Âchtet Ihr Eure Frau behalten? Falls ja sehr gut, dann muss sie Euch aber genauso achten, wie Ihr sogar ihre Liebschaft achtet. Verkauft Euch nicht darunter, verkauft Euch nicht unter Wert Herr", mahnte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, Fabien!┬ź, keifte Ciel. ┬╗Er hat sich an meinem Eigentum vergriffen, ohne mich um Erlaubnis zu fragen!┬ź Ciel wurde jedoch rasch wieder ruhig. Dass Bellamy hier war, und ihm Sicherheit gab, tat ihm gut. ┬╗Ihr habt Recht, was das B├╝ndnis der vier L├Ąnder anbelangt. Aber Krieg erscheint mir so viel einfacher als ein Beziehungsleben. Wenn ich meiner Frau ihren Geliebten nicht g├Ânnen soll, was ist dann Ihr Vorschlag? Und, was mich auch interessieren w├╝rde - war ihnen von Anfang an immer klar, wonach ihnen der Sinn steht, was k├Ârperliche N├Ąhe anbelangt?┬ź

Bellamy Bourgeois
"Ja das war mir immer klar, da ich bei k├Ârperlicher N├Ąhe nicht auf einer Beziehung aus bin, sondern... wie Ihr gerade sagtet... auf k├Ârperliche N├Ąhe. Kurzum auf Sex. Entweder ich m├Âchte Sex und nehme ihn mir, oder ich m├Âchte eine Freundschaft, dann versuche ich mit der Person klarzukommen. Aber Sex und Freundschaft in einem, habe ich nie gefunden. Ich vermute dass wird auch etwas schwierig. Sex habe ich gerne mit Frauen, aber sonst gebe ich mich nicht gro├č mit ihnen ab. Sie kosten mich gelinde gesagt den letzten Nerv. Freundschaften die an eine Partnerschaft grenzen, habe ich gerne mit M├Ąnnern. Wahlbruderschaft nennen viele es. Aber ich habe mit M├Ąnnern sehr selten Sex. Kurzum bei mir ist es geteilt. Ich habe Sex mit Frauen und die Freundschaft mit M├Ąnnern. Beides bei einer Frau oder einem Mann zu finden, ist wohl die L├Âsung. Ich habe aber weder je so eine Frau noch je so einen Mann gefunden. Wobei es dann wohl ehr der Mann w├Ąre. Sex der nicht der volle Bringer ist, aber daf├╝r eine gute Beziehung geht. Eine grauenvolle Beziehung, wo einen schon jedes Wort auf den Zeiger geht, daf├╝r aber eine gute Nummer - schlechter Deal, sehr schlechter Deal", lachte Bellamy. "Nun dann h├Ąttet Ihr Euren Vater darum bitten sollen Fabien zu bestrafen. Wobei das utopisch ist, denn Eurem Vater bedeutet sein Leibdiener ebenso viel wie Euch die Euren. Aber Fabien h├Ątte mit der Bitte gesehen, wie weit er gegangen ist. Ob er tats├Ąchlich bestraft w├╝rde, spielt keine Rolle. Oder Ihr sagt ihm einfach mal dazu die Meinung. Es scheint Euch immer noch zu bedr├╝cken, es qu├Ąlt Euch. Also redet mit dem Mann. Ich begleite Euch, wenn Ihr es w├╝nscht. Bei einem Krieg ist von vornherein klar, dass es hart zur Sache geht, dass man befeindet ist, dass es keine Schonung geben wird. In einer Beziehung ist dies ein Eiertanz um genau das zu vermeiden. Drum vermeide ich direkt das Eiertanzen und die Beziehungen. Wenn mir die Nudel juckt, kratze ich und bitte nicht um Hilfe. Und Ihr h├Ąttet Eure Frau auch erziehen k├Ânnen. Wisst Ihr wie viele M├Ąnner genau dies tun? Ihr m├╝sst nicht mal die Hand erheben. Aber wenn Ihr sie auf einen langen Urlaub schickt, einige Wochen oder Monate in ein anderes Land oder eine andere Familie wo sie nicht Royal ist, wo ein anderer Wind weht oder in einen Tempel, da wird so manche Frau sehr schnell klein und handzahm. Zumal wenn sie einem anderen Mann untersteht, dem sie nichts bedeutet und er sie nachts ins Bett "bittet", glaub mir, da sehnt sie sich nach Hause zur├╝ck", antwortete Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und das alles war ihnen immer von Anfang an klar?┬ź, fragte Ciel. ┬╗Bemerkenswert. Ich m├Âchte meine Frau nicht bestrafen. Sie ist ja auch meine Schwester. Nat├╝rlich st├╝nde mir das zu, aber das bringe ich nicht ├╝ber mich. Wenn sie an meiner Seite nicht gl├╝cklich wird, dann ... dann muss ich mir etwas ├╝berlegen. Wie ich sie gl├╝cklich machen kann. Was Fabien anbelangt ...┬ź Ciel ballte eine Faust. Dann wurde er laut. ┬╗Von allem darf ich mir anh├Âren, dass ich Nathan eingesperrt h├Ątte! Dass er quasi gezwungen war, sich mit Fabien einzulassen, weil es bei mir so unzumutbar f├╝r ihn gewesen sei! Dabei habe ich ihn besch├╝tzt! Vor der Welt und vor sich selbst! Hat das Fabien? Nein, unter seiner Obhut ist er zu Robere gegangen, immer wieder! Kommen Sie, wir gehen sofort zu Fabien!┬ź Doch dann wurde Ciel klein. ┬╗Aber was soll ich ihm sagen?┬ź Er zog die Beine an und legte die Arme darum. ┬╗Der Bl├Âdmann wei├č, was ich f├╝r Nathan empfunden habe und er f├╝hlt sich wahrscheinlich wie sein Retter.┬ź Dann erhellte Ciels Miene sich. ┬╗Sagen Sie, f├Ąllt Ihnen nicht eine unauff├Ąllige, f├╝r Sie ungef├Ąhrliche Methode ein, es dem Schweren├Âter heimzuzahlen?┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy hielt Ciel ganz fest. "Sagt ihm einfach alles was Euch auf der Seele brennt. Sich das anzuh├Âren, dazu sollte er Manns genug sein, findet Ihr nicht? Und gerade weil er wei├č, was Ihr f├╝r Nathan empfunden habt, soll er Euch dabei ins Gesicht sehen und Euch auch ins Gesicht sagen was er sich dabei dachte. Befreit? Er hat Nathan nicht befreit Herr, denn Fabien ist genau wie Nathan selbst ein Leibeigener. Oh das ist nicht Schlechtes. Glaubt mir, als Leibeigener h├Ątte man mir ja nicht mal den Arsch aufgerissen, sondern meinem Herrn. Also je nach Lage und Betrachtung, ist es manchmal wirklich sch├Ân, f├╝r nichts verantwortlich zu sein. Au├čer f├╝r das Wohlbefinden eines Herrn, oder die ├╝bertragene Aufgabe. Zumal es ihnen hier wirklich sehr gut geht. Nathan war nicht gezwungen sich auf wen einzulassen. Genau das was er vermisst, h├Ątte er Euch auch sagen k├Ânnen. Gut ich verstehe, Eure Frau ist Eure Schwester und auch Euer Kamerad. Wisst Ihr was wir tun? Wir behandeln sie genau eine Zeitlang einmal so. Ihr verlangt nichts, Ihr seid Ihr ein Freund und Kamerad. Und gebt Euch mit ihr ab. Vielleicht sieht sie dann, dass Ihr weitaus mehr zu bieten habt als Sex oder kein Sex. Mann oder doch kein Ehemann. Sie muss sehen, was Ihr f├╝r sie empfindet, weitaus mehr als dass sie "nur" eine Ehefrau ist. Zeigt Ihr was Euch interessiert und seht ob sie drauf eingeht. Geht aber daf├╝r auch auf ihre Interessen ein, dass machen Kameraden so. W├╝rdet Ihr auf ein Botcha Tunier gehen, ginge ich mit, auch wenn ich es langweilig finde. Einfach um Euch beizustehen. Dann seht Ihr ja, wie sie sich verh├Ąlt. Rein neutral betrachtet glaube ich eines Herr, Ihr beide wisst nicht wie Ihr miteinander umgehen sollt und dann seid Ihr gleich ins Bett gesprungen. Versucht es als Kameraden, l├Ąuft dass dann seid Ihr gewaltig weiter. Denn dann kann ja der Sex einfach kommen, wenn er soll. Auf gehts, gehen wir zu Herrn Lacomb", grinste Bellamy und zog Ciel vom Sofa hoch. "Und keine Bange, seine Statur muss Euch nicht abschrecken, Ihr habt mich", sagte er freundlich und nahm Ciel mit sich, an dem immer noch Ferrau klammerte. Bellamy sch├╝ttelte gut gelaunt den Kopf. "Eure Mutter hatte so ein ├äffchen, dass hat sich auch festgeklammert. Bilimm, Blimm, Palim? So ├Ąhnlich, schwarz wie die Nacht und frech. Es hatte ein Junges, wo ist es ├╝berhaupt?", fragte Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das Kind ist noch bei seiner D├╝sterlingmutter. Gut, dass Sie mich daran erinnern, ich hatte das kleine Biest schon fast vergessen. Ich muss meine Mutter mal nach den Fortschritten fragen, die Blim bei ihr macht.┬ź Ciel lie├č sich etwas widerwillig von Bellamy zu Fabien schleifen. Sicherheitshalber krallte er den klammernden Ferrau auch noch an der Kleidung fest, damit er nicht irgendwo abhandenkam. ┬╗Danke f├╝r Euren Rat, was meine Frau anbelangt ... so etwas ├Ąhnliches hatten wir eigentlich auch vor. Aber Remy war schneller.┬ź Er seufzte. Sie hatten die T├╝r zum Gemach seines Vaters erreicht.

Bellamy Bourgeois
"Dann solltet Ihr es auch umsetzen Herr. Genau ein D├╝sterling war es, kein Affe! Sie war frech, aber irgendwie auch ganz drollig. Fragt Eure Mutter, vielleicht kaufe ich Ihr das Junge ab. Jetzt wo ich Zeit f├╝r ein Haustier habe", grinste Bellamy und klopfte. Es dauerte einen Moment, dann ├Âffnete Fabien die T├╝r. Er musterte die Gruppe. "Ich k├╝ndige Euch Eurem Vater an", sagte Fabien tonlos und wandte sich ab.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗HALT┬ź, befahl Ciel. ┬╗Mit dir w├╝nsche ich zu sprechen! Ohne meinen Vater.┬ź

Fabien
Fabien blieb stehen. "Hier auf dem Flur Hoheit, oder in meiner Kammer?", fragte Fabien. Er wusste nicht was er davon halten sollte, zumal Bellamy dabei war und Ferrau... irgendwie.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗In meinen Gem├Ąchern┬ź, befahl Ciel, dem einfiel, dass auch jemand den Leibdiener h├Ątte zu ihm bringen k├Ânnen.

Fabien Lacomb
"Nun denn, ich folge Euch Herr. Geht voran", sagte Fabien und deutete Ciel an, vorneweg zu gehen. Was dieser mit ihm besprechen wollte, schien nichts Gutes zu sein. Vor allem, da er vorhin schon so unwirsch reagiert hatte. Aber Fabien fragte nicht weiter nach, da er wusste, dass Ciel ihn nicht ausstehen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Die kleine Delegation marschierte schnurschracks zur├╝ck in Ciels Gem├Ącher, mit Ausnahme von Ferrau; der wurde geschliffen. In seinen Gem├Ąchern angelangt, schloss Ciel die T├╝r. Dann baute er sich vor Fabien auf. ┬╗Jetzt h├Ârst du mir zu, du aufgeblasener Muskelprotz! Ich werde dir nun all die Dinge sagen, die mir seit Wochen und Monaten auf der Seele brennen. Ich kann dich nicht ausstehen! Du bist nicht nur Schuld daran, dass Nathan aus seinem zu Hause gerissen wurde und unsere Beziehung zerst├Ârt wurde, du hast seine Unwissenheit und Unschuld ausgenutzt, um deine widerw├Ąrtigen Triebe zu befriedigen! Um etwas anderes ging es dir doch nicht, davor war er dir schlie├člich auch egal und du konntest all die Zeit ├╝ber gewissenlos andere Leute besteigen, auf die du noch viel weniger Anspruch hast! Wahrscheinlich bist du voller Krankheitskeime! Ich halte dich f├╝r einen widerw├Ąrtigen, triebgesteuerten Tunichtgut! Nicht zuletzt wurde Nathan nicht nur aus meiner Obhut gerissen, sondern unter deinem nicht vorhandenen Verantwortungsgef├╝hl wurde er auch Opfer von diesem zwielichtigen Robere, der kaum schlechter ist als du, nur ehrlicher und obendrein besser aussieht als du mit deinem gigantischen Zinken im Gesicht! Ich hoffe, du bist nun gl├╝cklich, nachdem du dein zerst├Ârerisches Werk vollbracht hast!┬ź

Fabien Lacomb
Fabien lie├č die Schimpftriade ├╝ber sich ergehen, denn er wusste was sonst Bellamy aller Wahrscheinlichkeit danach mit ihm tat. Nat├╝rlich w├╝rde Ciel daf├╝r ├ärger bekommen, aber tot blieb er trotzdem. Und Fabien wollte so einiges, sterben geh├Ârte nicht dazu. "Ich danke Euch f├╝r Eure offenen Worte Hoheit. Zu Eurer Information, als Euer ehemaliger Leibdiener Nathan von Robere gesch├Ąndet wurde, befand ich mich nicht am Hofe. Ich begleitete Euren Vater und dieser war kurz darauf in Gefangenschaft bei den werten Duponts. Also ich mag einiges verschuldet haben, aber Nathan Sch├Ąndung ganz gewiss nicht. Ich war nicht vor Ort. Zeugnis dar├╝ber kann kein geringerer ablegen als Euer Vater der Duc h├Âchstpers├Ânlich. Ferner merke ich an, da Ihr scheinbar gefragt habt, dass ich Nathan nicht aus reinem Trieb verf├╝hrte, sondern dass wir uns beide n├Ąher kamen. Mit wem ich vorher oder danach Sex hatte Hoheit, obliegt allein der Entscheidung Eures Vaters. Er erteilte mir diesbez├╝glich keinerlei Verbote und ich habe auch mit niemandem Sex gehabt, der Euer Eigentum w├Ąre. Bis auf Nathan, womit Ihr Recht habt. Auch f├╝r mein ├äu├čeres kann ich nichts, da m├╝sstet Ihr Euch an meine Mutter oder meinen Vater wenden, ich habe mich nicht selbst gemacht. Dass Ihr mich nicht ausstehen k├Ânnt, daran lasst Ihr zu keiner Minute einen Zweifel. Aber ich bin nicht Euer Leibdiener oder Allgemeingut, sondern das Privateigentum des Ducs. Solltet Ihr also beschlie├čen mich zu t├Âten, oder zu besch├Ądigen, werde ich das ganz sicher nicht verhindern k├Ânnen. Solchen Illusionen gebe ich mich nicht hin. Und Ihr w├╝rdet bestenfalls von Eurem Vater ger├╝gt, auch dies wei├č ich. Aber ich denke, schon dass Bellamy daf├╝r bestraft werden w├╝rde, falls er mir etwas antut", sagte Fabien so ruhig wie m├Âglich, auch wenn er am liebsten geflohen w├Ąre.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es liegt mir fern, dich zu besch├Ądigen, du Sachgegenstand┬ź, br├╝llte Ciel. ┬╗Ich werde meinem Vater nicht den Leibdiener nehmen, denn im Gegensatz zu dir habe ich Anstand und wei├č, was ein guter Leibdiener wert ist! Nat├╝rlich war es Trieb, sonst h├Ąttest du ihn anschlie├čend nicht allein gelassen, sondern mich darum gebeten, auf ihn achtgeben zu d├╝rfen, oder h├Ąttest mich vorher gefragt! Warum hast du das nicht getan, wenn nicht aus einem anderen Grunde als den, dass dir deine winzige Nudel gejuckt hat?!┬ź

Fabien Lacomb
"Wie ich bereits sagte Herr, da wir uns beide n├Ąher gekommen sind. Es war in den G├Ąrten in Ehveros, als wir zu einer Pause nach drau├čen geschickt wurden. Nat├╝rlich fand ich Nathan sexuell anziehend, sonst h├Ątten wir keinen Sex gehabt. Aber er empfand ebenso, sonst w├Ąre er nicht darauf eingegangen. Und es mag Euch verwundern, aber auch Diener und Leibeigene haben Empfindungen. Das ich Euch h├Ątte fragen m├╝ssen stimmt, aber daran habe ich in dem Moment nicht gedacht. Genau genommen h├Ątte ich ebenso meinen Herrn vorher um Erlaubnis fragen m├╝ssen. Aber f├╝r meine Verfehlung konnte Nathan nichts. Ihr h├Ąttet mich bestrafen lassen sollen durch Euren Vater, anstatt ihn", gab Fabien zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aha! Du gibst es zu┬ź, triumphierte Ciel. ┬╗Du warst in diesem Moment Sklave deines Fleisches, hast dich der Z├╝gellosigkeit hingegeben! W├Ąre es so romantisch abgelaufen, wie du behauptest, h├Ąttest du zum einen meinen Vater und mich gefragt und zum anderen Nathan darauf hingewiesen, in was f├╝r eine Gefahr er sich begibt. Du hast es jedoch verschwiegen mit der Absicht, mich und meinen Vater zu hintergehen und Nathans Unwissenheit auszunutzen. Hast du Nathan mal gefragt, wie er sich f├╝hlte, nachdem er versto├čen wurde? Und du, der du der Quell des ├ťbels bist - wurdest du f├╝r all dies bestraft?┬ź

Fabien Lacomb
"Ja das gebe ich zu, dass es zu mehr wurde und ich dann nicht mehr nachgedacht habe. Denn dabei geht es selten ums Denken. Wie sich Nathan gef├╝hlt hat, wei├č ich Hoheit. Ich wei├č dass er Euch schmerzlich vermisste und daran fast zerbrochen w├Ąre. Ich wei├č, dass er sich nach Euch zur├╝cksehnte es aber kein zur├╝ck mehr gab. Ihr sprecht leichtfertig von Liebe Hoheit. Liebe generell, sprich zu einem anderen Menschen stellt diesen Menschen ├╝ber einen selbst. H├Ątte Euch Euer Vater f├╝r einen einzigen Fehler in ein Waisenhaus gegeben? Niemals, er h├Ątte Euch verziehen. Ihr beschuldigt mich, Euch Nathan entrissen zu haben. Hoheit, dergleichen steht ├╝berhaupt nicht in meiner Macht. Ihr selbst habt Nathan versto├čen, dies war Eure Entscheidung. Ich habe nichts zu entscheiden, so etwas schon gar nicht. W├Ąre nach Nathans Verfehlung Liebe im Spiel gewesen, dann h├Ątte diese Liebe einen anderen Namen als Versto├čung. Sie hie├če Verzeihen, oder wie es andere nennen Barmherzigkeit. Versto├čung Herr wird aus verletztem Stolz geboren, Barmherzigkeit, Vergebung wird aus Liebe geboren. Ich mag nicht ├╝ber Euren Intellekt verf├╝gen, nicht ├╝ber Eure Ausbildung und schon gar nicht ├╝ber Eure Macht, aber ich wei├č was Barmherzigkeit und Liebe ist. Ich diene Eurem Vater.... Herr", antwortete Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So, nun bin ich auf einmal der B├Âse, weil ich mir von euch zweien nicht auf der Nase herumtanzen lassen habe! Frag Bellamy, was er dazu meint, dass du mich als hartherzig hinstellst und als jemand, der Fehltritte nicht vergeben k├Ânne. Oder Ferrau. Hier geht es aber nicht um einen kleinen Fehltritt, sondern um die Entweihung einer Reliquie. Im Prinzip hast du G├Âtterl├Ąsterung betrieben, indem du ihn besudelt hast und lass meinen Vater aus dem Spiel, komme mir nicht mit so was! Eben jenen werde ich um deine nachtr├Ągliche Bestrafung bitten!┬ź

Fabien Lacomb
"Das ist Euer gutes Recht Herr, ich habe meinen Fehler zugegeben weder Euch als Nathans Herr noch meinen eigenen zu fragen. Falls Nathan Eure Reliquie war, wieso sollte er denn damit entweiht worden sein? Er lebte kein Leben als M├Ânch, oder hatte er klare Order, dass er keinerlei Geschlechtsverkehr haben darf? Ich habe keinem Gott gel├Ąstert Hoheit. Euer Vater bleibt nicht aus dem Spiel, da ich sein Eigentum bin. Und ich sehe den eklatanten Unterschied zwischen seinen und Euren Entscheidungen. Dazu muss ich nicht Bellamy befragen, denn Bellamy ist genau wie Ferrau Euer treuer Diener. Sie werden nicht gegen Euch sprechen, was nur Recht so ist. Folglich kann ich nur meine Verfehlungen zugeben und jene von mir weisen die ich nicht beging. Ihr k├Ânnt Euren Vater auch darum bitten, Euch Nathan wieder zuzuteilen und Dreux einen neuen Leibdiener zu stellen", schlug Fabien vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, diese Order hatte er. Er sollte sich ├╝berhaupt nicht mit solchen Dingen besch├Ąftigen! Er ist kein M├Ânch, nein, er war weitaus mehr, ein Gesandter Ainuwars, Bote der Unschuld und Reinheit. Und du hast ihn zu einem Fleischst├╝ck herabgew├╝rdigt. Wenn du das nicht verstehst, verstehst du vermutlich auch nicht, warum es G├Âtterl├Ąsterung w├Ąre, in einem Tempel seinen Samen auf eine Statue zu spritzen. Gehen wir zu meinem Vater.┬ź

Fabien Lacomb
"Gerne, dann k├Ânnt Ihr gleich um meine Bestrafung ersuchen", antwortete Fabien und war froh, endlich wieder die Gem├Ącher von Ciel verlassen zu k├Ânnen. Gleichzeitig schalt er sich, dass er ├╝berhaupt einfach mitgegangen war. Er h├Ątte Max informieren m├╝ssen, so h├Ątten sie ihn einfach beseitigt und er w├Ąre vermutlich weggelaufen und w├Ąre nie wieder gesehen worden. Oder er w├Ąre in der Gullaschkanone f├╝r die anderen Diener gelandet. Sowas traute er Bellamy durchaus zu. Verschwunden w├Ąre er also nicht, sondern in der Grube gelandet. Fabien ging zur├╝ck zu den Gem├Ąchern seines Herrn und war froh als er diese betrat. Er musste den Drang unterdr├╝cken zur├╝ck zu rennen und in den Gem├Ąchern nach seinem Herrn zu rufen. Stattdessen blieb er weiterhin ruhig. In den Gem├Ąchern war alles gut, auch wenn man sie nicht sah, die Leibw├Ąchter des Ducs waren allgegenw├Ąrtig. Fabien trat an das Bett von Maximilien heran und weckte ihn sanft. "Verzeiht Herr, aber erneut Euer Sohn. Er w├╝nscht Euch sehr dringend zu sprechen. Es geht um meine Person", erkl├Ąrte Fabien.

Maximilien
Max rieb sich die Augen und setzte sich langsam auf. Er schaute sich einen Moment desorientiert um, ehe er Ciel musterte. "Worum geht es Ciel?", fragte er freundlich aber m├╝de.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Tut mir leid, dass ich dich wecke, Papa, aber ich bin stocksauer! Nicht nur, dass sich bewahrheitet hat, was dieser ekelerregende Remy angestellt hat, sondern Fabien dr├╝ckt sich auch seit Monaten vor seiner Strafe, da er Nathan befleckte und weder dich noch mich um Erlaubnis fragte! Ich w├╝nsche, dass dieser Missstand korrigiert wird.┬ź

Maximilien
"Na das habe ich mir bei dem Loblied auf das Himmelsauge gleich gedacht. Wie bist Du dort mit Deiner Frau verblieben? Nun dass ist wohl oder ├╝bel korrekt was Ciel hier auff├╝hrt Fabien. Ich habe immerhin auch erst durch die Briefe davon erfahren. Allerdings habe ich Dir verziehen, da ich Dich nicht bestrafen wollte, daf├╝r dass Du Dich verliebt hast. Bleibt noch der Herr von Nathan. Er hat ein Anrecht auf Strafe oder Wiedergutmachung. Welche Strafe schwebt Dir f├╝r Fabien vor?", fragte Max seinen Sohn und wartete gespannt ab.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das kommt darauf an, ob du ihn f├╝r eine Weile entbehren kannst┬ź, sprach Ciel langsam. ┬╗Anstelle einer Leibesstrafe f├Ąnde ich es angemessen, ihm vor Augen zu f├╝hren, wie es sich anf├╝hlt, von denjenigen getrennt zu werden, die man liebt. Mit meiner Frau bin ich ├╝berhaupt nicht verlieben. Ich habe sie samt Remy weggeschickt. Mag sie mit ihm tun und lassen, was sie f├╝r richtig h├Ąlt, wenn ich es nicht vermag, sie gl├╝cklich zu machen.┬ź

Maximilien
"Entbehren kann ich ihn eigentlich nicht, aber die Bestrafung steht Dir zu und Du bist mein Sohn Ciel. Wohin m├Âchtest Du Fabien schicken? Nun ich verstehe Deine Entt├Ąuschung bez├╝glich Deiner Frau, m├Âchtest Du die Ehe aufrecht erhalten, oder soll ich sie annullieren? Ich komme Deinem Wunsch nach, auch wenn ich es schade f├Ąnde. M├Âglicherweise ben├Âtigt Ihr etwas Zeit?", schlug Max vor und klopfte aufs Bett damit sich Ciel zu ihm setzte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich m├Âchte die Ehe nicht annullieren. Aber ich glaube, Olivie w├╝nscht sich das┬ź, jammerte Ciel und setzte sich zu seinem Vater. ┬╗Sie glaubt, ich sollte einen Mann heiraten, nur einen Mann. Wohin ich Fabien schicken will? Am liebsten als Putzfrau in einem rosa Fummel ins Mannschaftsquartier von Unit├Ę B!┬ź, w├╝tete er.

Maximilien
Max rutschte zur Seite so dass Ciel ausreichend Platz hatte. "Du darfst Dich entfernen Bellamy, Du ebenso Ferrau", befahl Max und wartete ab, bis beide verschwunden waren. "Du bleibst heute Nacht hier Ciel, keine Widerrede. Auf Olivies Wunsch werde ich keine Ehe aufheben. So eine Entscheidung muss wohl durchdacht sein und so sehr ich meine Tochter liebe, wohl durchdacht und Olivie sind zwei v├Âllig verschiedene Dinge. Meist sind Ihre Handlungen spontan und sprunghaft. Sie ist klug, aber sie ist auch jung und sie ist Deine Frau. Ob die Ehe aufgehoben wird, entscheidest Du, da ich Dir das Angebot unterbreitete. Ich werde ganz sicher nicht Olivie nach Ihrer Meinung diesbez├╝glich fragen. Ich frage selbstverst├Ąndlich auch manchmal meine Frauen um Rat Ciel, aber letztendlich entscheiden wir. Und so verh├Ąlt es sich auch mit Olivie. Im kleinen oder im gro├čen sind es die M├Ąnner die die Entscheidungen treffen, die Frauen halten die Familien zusammen. Das ist eine andere Aufgabe. Vielleicht sollte ich Olivie daran erinnern. Im Guten versteht sich, denn ich m├Âchte dass Du mit ihr gl├╝cklich wirst. Es ist Dein Wunsch, sie soll Deine Frau bleiben und ich finde dass eine sehr sch├Âne Entscheidung von Dir. Bez├╝glich Remy musst Du nachdenken wie Du verf├Ąhrst, dar├╝ber k├Ânnen wir uns gerne beratschlagen. Aber auch ich w├╝rde keine meiner Frauen leichtfertig aufgeben. Daf├╝r hat man nicht geheiratet. Zur Unit-B in einem Fummel werde ich Fabien nicht schicken. Mach einen umsetzbaren Vorschlag und nimm Dir von mir Schlafkleidung Ciel", antwortete Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dass der Vorschlag nicht realistisch ist, ist mir bewusst┬ź, murrte Ciel und beobachtete betr├╝bt, wie Ferrau das Quartier verlie├č. Er nahm sich frische Schlafkleidung seines Vaters und kuschelte sich in dessen Bett. ┬╗W├Ąre der Bl├Âdmann dir nicht so wichtig, w├Ąre es einfacher. Mach du doch einen Vorschlag, der fair ist f├╝r alle Seiten. Ich bin vermutlich vom Hass verblendet und zu zu milde und dann w├Ąhlen wir die Mitte. Ich m├Âchte, dass Olivie gl├╝cklich wird. Aber ich kann sie einfach nicht gl├╝cklich machen, sie f├╝hlt sich von mir nicht begehrt und sieht mich nur als Bruder. Remy sieht sie als Mann. Das hat mich sehr getroffen, ich hatte mir solche M├╝he gegeben, es ihr sch├Ân zu machen und dann kommt dieser dahergelaufene Chevalier und schafft scheinbar im Handumdrehen, was ich in hundert Jahren nicht schaffen w├╝rde. Ich habe als Ehemann v├Âllig versagt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein Du hast nicht v├Âllig versagt, sondern erst einmal gestartet. Du musst Ihr einfach offensiver zeigen, dass Du sie wirklich begehrst. Sie pers├Ânlich Ciel, nicht mit Geschenken, sondern durch Gesten. Das ist vielleicht nicht so Deine Art, aber versuch es einfach. Sobald etwas auf gleiche Art zur├╝ck kommt, wei├čt Du dass Du richtig handelst oder dass sie Dich belogen hat. Eines von beidem. Wir k├Ânnten Fabien in die W├Ąscherei schicken. Dort w├Ąre er nicht v├Âllig allein und abgeschnitten, da dort seine Mutter arbeitet, aber er h├Ątte f├╝r die Zeit keine Privilegien und m├╝sste eben genau jene Arbeit verrichten. Ein Diener von Dienern. Die W├Ąscherei arbeitet f├╝r die Hausdiener, f├╝r die K├╝che und und und. Je nachdem wer W├Ąsche herab gibt um diese Waschen zu lassen. Was sagst Du dazu?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Finde ich zu milde, eben weil er da ja seine Mutter hat. Das ist keine richtige Strafe. Mein Nathan ist komplett weg, f├╝r immer, den hat er sich unter den Nagel gerissen. Ich w├╝rde Dreaux ja fragen, ob er ihn mir ausborgt, um Fabien zu qu├Ąlen, aber damit fahre ich Ferrau wieder gegen den Karren┬ź, st├Âhnte Ciel. ┬╗Ferrau hat gleich verstanden, was er mir bedeutet, als ich ihm eine Kuscheldecke schenkte. Und er hat mir auch durch Geschenke gezeigt, was ihm an mir liegt. Olivie ist kompliziert.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Frauen sind kompliziert und wundervoll Ciel, manchmal sind sie ganz einfach und mal sehr umst├Ąndlich und genau dass ist das Komplizierte. Man kann sich nicht auf eine Laufbahn verlassen. Sie wechseln st├Ąndig, aber ihre Gef├╝hle k├Ânnten sie uns auch mitteilen. Vielleicht solltest Du mal mit Linhard reden, was meinst Du? Gut, sagen wir Fabien arbeitet in der K├╝che oder in den St├Ąllen? Oder fernab von unserem Hof bei einem anderen Adligen?", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie w├Ąre es damit, ihn als Diener bei irgendwem einzusetzen, den er nicht leiden kann? Bei mir zum Beispiel?┬ź, grinste Ciel. ┬╗Ich bin schlie├člich auch der Gesch├Ądigte gewesen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das w├Ąre fair, solange Du auch fair bleibst und ihn nicht z├╝chtigst. Denn eines bedenke bitte Ciel, auch ich muss danach noch mit Fabien zusammen leben k├Ânnen und ich m├Âchte dies auch. Er bedeutet mir ebenso viel, wie Dir Nathan bedeutet hat. Und nach der Strafe sollten wir beide uns noch vertrauen k├Ânnen. Ich muss mich danach noch von ihm rasieren lassen k├Ânnen. Sprich reiner Kommandoton ist erlaubt, reines Dienen ist erlaubt, aber k├Ârperliche Z├╝chtigung oder Misshandlung ist verboten. Mit allem anderen hat er proffessionell umzugehen. Du allerdings auch mit ihm. Sagst Du das zu, ist er Dein Diener. F├╝r wie lange w├Ąre noch auszumachen", sagte Max, w├Ąhrend Fabien Ciel anstarrte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe nie einen Diener gez├╝chtigt┬ź, erkl├Ąrte Ciel entschieden. ┬╗Das Schlimmste, was ich mal getan habe, ist, einen zu sch├╝tteln und anzuschreien, aber da muss ich schon wirklich w├╝tend sein. Ich habe nie die Hand gegen einen Diener erhoben.┬ź Ihm entging Fabiens Blick nicht und er freute sich diebisch dar├╝ber.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"In Ordnung, dann ist Fabien f├╝r die Entsch├Ądigungsdauer Dein Leibdiener oder Diener, ganz wie Du es m├Âchtest. Wie lange soll er Dein Diener sein? Zwei Wochen, ein Monat?", fragte Maximilien und ├╝berlegte, wen er solange als Leibdiener verpflichten k├Ânnte. Fabiens Blick sprach B├Ąnde, auch wenn er keinen Ton verlor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Einen Monat┬ź, entschied Ciel. ┬╗├ťber seine genauen Aufgaben mache ich mir noch Gedanken. Er wird nicht in seiner Arbeitsleistung beeintr├Ąchtigt sein, wenn er wieder zu dir kommt, aber er wird gr├╝ndlich nachgedacht haben.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun dass ist Sinn und Zweck einer Strafe, ab wann? Ab morgen mittag w├╝rde ich vorschlagen, ich muss immerhin noch einen Leibdiener als Ersatz benennen k├Ânnen. Hast Du einen Vorschlag?", fragte Max und dachte angestrengt nach. Fabien musterte Ciel als wollte er ihn erdolchen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Quentin Davout? Einer der gew├Âhnlichen Diener, den ich gern f├╝r jene Dinge einsetze, die keines Leibdieners bed├╝rfen. Er ist zuverl├Ąssig, freundlich und diskret. Morgen Mittag ist perfekt┬ź, freute Ciel sich und zeigte Fabien hinter dem R├╝cken seines Vaters aus dem Bett hervor eine lange Nase.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun dann bringe mir Quentin morgen vorbei, dann tauschen wir, sozusagen. Behandele Fabien trotz allem gut, jedenfalls soweit das m├Âglich ist. Du musst ihn nicht lieben, oder verw├Âhnen, Du musst nur fair zu ihm sein, jedenfalls in Deinem Sinne. Nun vielleicht ist das eine Herausforderung ebenso an mich, mich auf eine neue Person einzulassen. Ich bin nicht gerade ein Freund von Ver├Ąnderungen, wie man wei├č", schmunzelte Max, "aber ich werde es versuchen".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, ich werde ihn nicht gut behandeln, sonst ist es keine Strafe. Aber ich werde es auch nicht ├╝bertreiben. Du musst dir jedenfalls keine Sorgen machen. Ich denke, den Gro├čteil der Strafe wird Ferrau ├╝bernehmen, ohne es zu merken, der kann es nicht leiden, wenn andere Diener ihm ins Handwerk pfuschen und kann dann auch ganz sch├Ân mit denen bocken. Das habe ich gemerkt, als ich Zerbino hinzu holte.┬ź Ciel kuschelte sich bei seinem Papa ins Kissen. ┬╗Legst du dich auch hin, Papa? Ich bin m├╝de.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja mache ich", antwortete Max und legte sich auf die Seite, so dass er Ciel zugewandt war. "Damit hast Du Recht, aber Du kennst mich. Nun ich bin gespannt auf Quentin und wie ich mit ihm klar kommen werde. Ich werde bewusst offen auf ihn zugehen, dass hat er verdient. Und Du Fabien geh in Deine Kammer, pack Deine Sachen und leg Dich noch etwas hin. Die vier Wochen wirst Du ertragen... kurzum ertragen m├╝ssen. Und denk dran, durch das ├ťbergehen von mir und Ciel hast Du uns beide in die Schei├če geritten und es mal auf den Punkt zu bringen. Ich kann nicht gegen meinen Sohn entscheiden und nicht gegen Dich. Also sieh zu dass Du daraus das Beste machst, ich versuche es ebenso. Hat er Besuchsverbot f├╝r die Zeit?", fragte Max lachend. "Meine G├╝te ich bin schlimmer als Ihr drei zusammen", grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich, er ist f├╝r die Zeit mein Diener und hat sich vollends mir zu widmen. Er wird weder Zeit f├╝r dich noch f├╝r Nathan finden┬ź, frohlockte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich beuge mich Deiner Entscheidung Ciel, alles andere w├Ąre unfair Dir gegen├╝ber. Zudem sehe ich das mit einem zwinkernden Auge, Du bist mir ja auch etwas entgegen gekommen, siehe Ferrau. Ich denke mal f├╝r ihn bleibt doch wohl alles dran", schmunzelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So weit waren wir noch nicht┬ź, murrte Ciel kleinlaut. ┬╗Momentan ist es eine rein geistige Liebe. Aber wir werden es vielleicht mal ausprobieren, wenn er mag.┬ź Ciel kuschelte sich bei seinem Papa ein.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nahm Ciel wie ein kleines Kind in die Arme und dr├╝ckte ihn an seine Brust. "Schlaf gut Kurzer", sagte er liebevoll, k├╝sste ihn auf die Stirn, legte seinen Kopf auf den von Ciel ab und deckte sie beide zu. Fabien ging leise in seine Kammer und fing an zu packen. Vier Wochen, dass waren 28 Tage, die konnte er hoffentlich gut ableisten ohne mit Ciel aneinander zu geraten. Er beschloss nur das n├Âtigste mit dem Prince zu reden, um nicht neue Angriffsfl├Ąche zu bieten. Als er das N├Âtigste eingepackt hatte, legte er sich aufs Bett und wartete auf das Morgengrauen. Und das Grauen meinte er w├Ârtlich.
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Fabien Lacomb
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#33

Beitrag von Fabien Lacomb » Mo 25. Jun 2018, 20:17

Antritt zum Strafdienst


Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stand am n├Ąchsten Morgen auf, noch bevor sein Vater munter war. Er war aufgeregt und konnte nicht mehr schlafen. Er streichelte Maximilien und sch├Ąlte sich vorsichtig aus dem Bett. Dann nahm er seine Sachen und ging noch im Schlafanzug zur├╝ck in seine Gem├Ącher, wo er nach Ferrau Ausschau hielt.

Ferrau Du Trieux
Ferrau war gerade dabei die Gem├Ącher wieder ordentlich herzurichten, aber wie ├╝blich machte er das in seinem ganz eigenen Tempo. So dass ihm die Arbeit dabei auch noch Spa├č machte. Er legte alles sch├Ân zusammen, sortierte die Kleidung f├╝r die W├Ąsche vor und machte dann das Bett. In das Kopfkissen machte er extra einen Knick, damit es sch├Ân fluffig nach oben stand, sobald sein Herr zur├╝ck war. Er setzte Kaffee auf und stellte einige Kekse in eine Etagerie auf den Tisch, nat├╝rlich probierte er selbst einen. Er wollte Ciel ja sagen k├Ânnen dass sie schmecken. Als das Gemach wieder seinen Anspr├╝chen gen├╝gte, setzte er sich gut gelaunt aufs Sofa und spielte gegen sich selbst Karten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam barfu├č und im Schlafzeug zu Ferrau her├╝ber. Er setzte sich gem├╝tlich zu ihm und gab ihm einen Kuss auf den Mund. ┬╗Morgen. Na, sch├Ân geschlafen? Du bist ja schon flei├čig gewesen.┬ź Er konnte sich das Grinsen nicht verkneifen.

Ferrau Du Trieux
"Ich bin immer flei├čig, jedenfalls am planen", lachte Ferrau und k├╝sste Ciel zur├╝ck, zeitgleich reichte er ihm ein Kartenblatt. "Du zockst mit. Wie geht es Dir? Ist alles in Ordnung? Darf ich ├╝berhaupt einfach Du sagen? Ich hoffe ich darf das. Nat├╝rlich nur privat, nicht drau├čen. War es sch├Ân bei Deinem Vater? Du hattest immer viele Leibdiener oder? Warum hat Dein Vater nur einen? Hat das einen Grund? Schau mal, ich habe Dir Kekse besorgt. Keine Angst, die sind von der Patisserie in Beaufort, sie sind sehr lecker. Und Kaffee habe ich f├╝r Dich aufgesetzt", freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich sehr ├╝ber die liebevolle Begr├╝├čung. Er nahm die Karten und rutschte ganz dicht an Ferrau heran, w├Ąhrend er die Beine bequem unterschlug. ┬╗Ich h├Ątte dir das Du noch angeboten, in einer ganz schrecklich n├╝chternen Verlautbarung. Aber da du es von dir aus ansprichst, bleiben wir gleich dabei. Inzwischen wissen einige von unserer ├ťbereinkunft, unter anderem mein Vater und meine Schwester, auch Bellamy ist im Bilde und der dumme Fabien. Wir behalten es ansonsten noch f├╝r uns, lass uns erstmal schauen, wie gut wir uns auf diese Weise verstehen, bevor wir es offiziell machen.┬ź Er sortierte die Karten in seiner Hand. ┬╗Danke, dass du alles schon vorbereitet hast, es ist sch├Ân, wenn man nach Hause kommt und alles ist so liebevoll arrangiert. Was spielen wir? Ja, ich hatte recht zeitig angefangen, mir zwei Leibdiener zu halten, da ich so wenig schlafe und meine Leibdiener meistens ziemlich stark beanspruche. Sie haben wenig Pause und sind daher oft ersch├Âpft, drum kann ein zweiter nicht schaden. Warum mein Vater nur einen hat, kann ich dir gar nicht sagen, das m├╝sste ich ihn glatt mal fragen. Womit wir beim Thema w├Ąren.┬ź Ciel grinste breit. ┬╗Ich habe ab heute einen zweiten Leibdiener.┬ź Er nahm sich mit der freien Hand einen der neuen Kekse und probierte. "Hm, die sind gut!"

Ferrau Du Trieux
Ferrau freute sich die ganze Zeit ├╝ber und grinste wie ein Honigkuchenpferd, bis die Sprache auf den zweiten Leibdiener kam. Schlagartig fielen seine Mundwinkel nach unten. "Zerbino kommt zur├╝ck, oder habt Ihr einen neuen Leibdiener angeheuert? Ich meine Du? Also ich kann mich auch beeilen so ist es nicht.Was wir spielen, darfst Du aussuchen. Wen denn? Wer ist es? Das wir warten bis es gut l├Ąuft, finde ich eine gute Idee", sagte Ferrau und schaute in die Karten, wobei er Ciel heimlich aus dem Augenwinkel beobachtete.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist Fabien┬ź, erwiderte Ciel mit einem noch breiteren Grinsen. ┬╗Lass uns R├Ąuberrommee spielen, dabei muss man nicht so viel nachdenken und wir k├Ânnen uns auf das Organisatorische fokussieren. Du brauchst nicht schneller arbeiten, es ist gut so, wie es ist. So hast du mehr Zeit f├╝r mich als Privatmensch und nicht als Leibdiener.┬ź Er gab es nicht zu, aber er freute sich, dass Ferrau wenig begeistert ├╝ber seinen neuen Kollegen war. Es machte das Ganze hoffentlich sch├Ân unangenehm f├╝r Fabien und nebenbei f├╝hlte Ciel sich auch geschmeichelt. Er trank einen Schluck Kaffee. ┬╗Hm, der ist gut!┬ź

Ferrau Du Trieux
"Und warum ist Fabien hier? Hat Euer Vater Streit mit ihm und Du hast ihm eine Unterkunft geboten? Der schl├Ąft nicht in meiner Kammer, dass sage ich gleich. Der und Nathan haben oft an mir rumgemeckert, dass hier ist mein Zuhause. Ja den Kaffee habe ich mit einer Prise Salz gemacht, so machte es meine Mutter immer", erkl├Ąrte Ferrau stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er ist hier, um daf├╝r zu b├╝├čen, was er mit Nathan gemacht hat. Er soll sp├╝ren, wie es ist, aus seinem zu Hause herausgerissen zu werden und als Leibdiener von seinem Herrn getrennt zu sein. Darum wird er einen Monat lang hier arbeiten und hat Besuchsverbot bei seinem Herrn und bei seinem Partner. Ob er in deinem Bett schl├Ąft oder woanders, ist dir ├╝berlassen, aber du schl├Ąfst in meinem.┬ź Ciel gab die Karten aus.

Ferrau Du Trieux
"Das freut mich, ich war auch sehr lange fremd und allein, obwohl ich einen Herrn hatte. Das man mir dann unterstellt ich w├Ąre faul, finde ich nicht richtig. Man kann ja mal mit den Leuten reden, statt ├╝ber sie oder? Aber Fabien liebt "Tratsch", er h├Ątte Fris├Âr werden sollen, dass w├Ąre der richtige Beruf f├╝r ihn. Wobei, im Grunde ist er Fris├Âr und Bader in einem, ein doppeltes Tratschweib, schlimmer als die Waschweiber alle zusammen. Und er wei├č auch immer alles. Mal ehrlich Ciel ja? Wenn Fabien immer so flei├čig und gehorsam ist wie er tut, woher wei├č er dann das alles? Dann k├Ânnte er das alles gar nicht wissen, da er nur arbeitet. Also muss er sich doch mit denen unterhalten und tratschen, anstatt andauernd zu arbeiten. Das geht ja nicht, dass kommt ja nicht hin. Oder kommen die alle zu Fabien und erstatten Bericht? Wohl kaum, da sie selbst alle arbeiten m├╝ssten. Die Waschweiber und die K├╝chendiener reden ja bei der Arbeit. Nur arbeitet Fabien dort nicht. Oder er hat da seine Flammen, wer wei├č das schon bei ihm. Nathan hat auch schlecht ├╝ber mich gesprochen, aber in letzter Zeit hat er sich sehr bem├╝ht und mir gute Tipps gegeben. Ich glaube ihm tat es leid. Ich wei├č ja, dass ich mich manchmal gedr├╝ckt habe, aber Du wei├čt es war nicht aus Faulheit. Und jeder macht seinen Beruf auch anders. Der eine total geplant, der andere chaotisch und ich eben auf meine Art. Vielleicht bin ich nicht der Schnellste, aber guck doch mal in unserer Wohnung ist alles sauber und sch├Ân. Das es sch├Ân und gem├╝tlich ist, ist doch auch wichtig. Also ich finde das sehr wichtig. Nein ich m├Âchte nicht, dass er in meiner Kammer schl├Ąft, dass ist meine Kammer. Er kann doch im Wohnzimmer schlafen f├╝r vier Wochen", murrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann schl├Ąft er im Wohnzimmer. Das kannst du ihm nach dem Fr├╝hst├╝ck gleich sagen, dann holen wir ihn ab und bringen Papa seine Vertretung vorbei. Du gibst den Ton hier an, wenn ich es nicht gerade tue und kannst ihn nach Herzenslust striezen. Da kann er seinen angeblichen Flei├č gleich mal unter Beweis stellen. Lass sie reden, Ferrau. Ich wei├č es besser, ich wusste es von Anfang an, was in dir f├╝r Potenzial schlummert. Du magst bockig sein, aber faul, nein, das bist du nicht. Und unsere Wohnung ist wirklich traumhaft gem├╝tlich, allein, wie sch├Ân du die Kissen arrangiert hast, die ich gerade wieder mit dem R├╝cken plattdr├╝cke. Nathan ist ein sehr lieber Mensch, er ist nur leider strunzdumm. Wenn ihm irgendwer etwas einredet, ist es ihm nicht m├Âglich, den Wahrheitsgehalt zu reflektieren. Wenn ihm also jemand einredet, dem er vertraut, dass du faul bist, dann nimmt er das f├╝r bare M├╝nze. Das ist l├Ąstig, aber er kann nichts daf├╝r. Du musst ihm eigentlich nur das Gegenteil sagen und passend begr├╝nden, dann ist f├╝r ihn alles wieder gut. Ich denke, er mag dich, er hatte ja auch mit Zerbino dar├╝ber geredet, was Greg mit dir anstellte.┬ź

Ferrau Du Trieux
"Ich wei├č nicht warum Euer Bruder so b├Âse auf mich wurde. Ich habe ihn nicht belogen, ich meine Dein Bruder! Herje. Er ist so umgeschlagen, dass ich richtig Todesangst vor ihm hatte. Aber ich habe ihn niemals belogen. Und wieso sollte ich f├╝r Zerbino l├╝gen? Ich kannte den Mann doch gar nicht. Also vom sehen und gr├╝├čen, aber da l├╝ge ich doch nicht um dann bestraft zu werden. Ich h├Ątte ihm die Wahrheit gesagt, wenn ich was zu sagen gehabt h├Ątte. Aber ich wusste doch gar nichts. Warum soll ich denn f├╝r einen Fremden die Schl├Ąge kassieren? Aber er war wie vernagelt, er wollte mir nicht glauben, egal wie ich flehte. Er war voller Hass und voller Angst und dann... dann... hast Du mich gerettet. Es ist nicht schlimm, wenn jemand dumm ist. Dann sagt man ihm seine Aufgabe zwei oder dreimal. Aber es nicht nicht richtig, alles ungefilter weiterzutratschen und was dabei zu machen oder wegzulassen. Ob Fabien das macht, wei├č ich nicht, aber er gibt ja was auf den Mist und h├Ârt es sich an. Ja wenn er so flei├čig ist, kann er es beweisen. Ich bin Dein Leibdiener, er ist es nicht. Also ist er wie die normale Dienerschaft, die wir in Anspruch nehmen d├╝rfen. Ich hoffe nur er streitet nicht mit mir", gr├╝belte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er hat nicht mit dir zu streiten. Wenn er es doch tut, sagst du mir das. Wir werden ihm von Anfang an sagen, was Sache ist. Also m├Âchtest du nicht, dass er deine Aufgaben als Leibdiener ├╝bernimmt, sondern er soll dich nur in den anderen Dingen unterst├╝tzen? Mir ist beides Recht. Hauptsache, er bekommt sein Fett weg und ├Ąrgert sich krumm und schief. Niemand wird dich mehr schlagen, Ferrau. Wer es wagt, bekommt es mit Bellamy zu tun oder, sollte es der Stand nicht erlauben, mit mir. Du bist nun noch weitaus mehr f├╝r mich als fr├╝her und auch meine Br├╝der werden nicht immun gegen meinen Zorn sein, sollten sie das wagen. Nicht einmal Verrill.┬ź Er zog Ferrau zu sich her├╝ber und kuschelte seinen Kopf in Ferraus wuschliges Haar.

Ferrau Du Trieux
"Nein er darf alles machen, was ein Leibdiener so macht, bis auf die intimen Dinge, wie waschen und rasieren und so weiter. Das darf er nicht. Aber wenn Du einen Kaffee m├Âchtest oder ein Buch, kann er doch laufen, statt ich oder? Oder er soll Dich waschen, Dich wird er ja nicht gerne waschen im Gegensatz zu Deinem Vater. Er war ja immer dran irgendwas an ihm zu richten oder zu versch├Ânern, Hauptsache er konnte an ihm rumfummeln. Greg war als ich f├╝r den Hochzeitskuchen fragte, wie ausgewechselt, er war auf einmal freundlich. Ich glaube die ganze Wut war Zerbino schuld und ich kassierte den Haken f├╝r den Bl├Âdmann. Und der stand noch dabei und hat mich nicht verteidigt. Warum sollte ich ihn dann verteidigen? Was sagst Du? Soll er Dich waschen, Deine F├╝├če, Deinen Hintern und Du sagst ob Du zufrieden bist. Ich bin ja dabei, Du musst keine Angst haben", ginste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn du dabei bist, kann ja nichts schiefgehen. Wenn dich irgendwas st├Ârt, was er macht, darfst du deiner Meinung ruhig deutlich Ausdruck verleihen, nur k├Ârperlich darf er nicht gez├╝chtigt werden. Das w├╝nscht mein Vater nicht und ich w├╝nsche das auch nicht. Eigentlich kann unser Tratschweib gleich mal loslegen, ich bin ja gerade erst aufgestanden und noch im Schlafanzug┬ź, grinste Ciel und trank noch einen Schluck Kaffee. ┬╗Hol ihn bitte her. Wenn ich angezogen bin, bringen wir meinem Vater seine Vertretung.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau grinste breit und nickte zustimmend. "Ja geschlagen wird bei uns nicht, niemand von niemandem. Dass ist ein gutes Motto, ich bin sofort wieder da und guck nicht in meine Karten", lachte Ferrau und machte sich sofort auf den Weg. Es dauerte ungef├Ąhr eine halbe Stunde, dann kam er im Schlepptau mit Fabien zur├╝ck. "Hier ist unser Neuzugang Herr", fl├Âtete Ferrau.

Fabien Lacomb
"Ich gr├╝├če Euch Hoheit", sagte Fabien so tonlos, dass vermutlich sogar ein Ghul aufgehorcht h├Ątte, wie wenig Leben in seiner Stimme war.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Guten Morgen, Fabien┬ź, gr├╝├čte Ciel zur├╝ck. ┬╗Ich habe gerade mit Ferrau gesprochen. Er ist hier der erste Leibdiener und du wirst dich seinen Anweisungen f├╝gen, als h├Ątte ich selbst sie ausgesprochen. Zun├Ąchst einmal w├╝nscht Ferrau nicht, dass du in seiner Kammer wohnst, also wirst du mit diesem Sofa vorliebnehmen, auf dem wir uns gerade den Fr├╝hst├╝ckskaffee schmecken lassen. Deine Sachen musst du dann hier irgendwo hinlegen, in das Schr├Ąnkchen hier oder, wenn das nicht reicht, auf den Fu├čboden. Ferrau, bitte informiere Fabien ├╝ber eure Aufgabenverteilung.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickt zustimmend. "Meine Kammer ist mein Zuhause und Du hast ein eigenes, aber Du wohnst dort im Moment nicht. Du kannst Deine Sachen in Deiner Tasche lassen und sie in die Ecke stellen. Da st├Ârt sie niemand. Und da Du ja eh permanent arbeitest, st├Ârt es Dich ja auch nicht, wenn Du auf dem Sofa schl├Ąfst. Du schl├Ąfst erst, wenn alle zu Bett gehen und dann erst wird dass Sofa f├╝r Dich frei. Passt doch. Du wirst alle meine Aufgaben erledigen und ich ├╝berwache sie nur. Laufburschent├Ątigkeiten ├╝berwache ich nicht, aber da Du ja viel schneller bist als ich, gehe ich davon aus, wof├╝r ich 10 Minuten brauche schaffst Du locker in f├╝nf Minuten. Du bist ja trainiert. Ansonsten muss ich Dir ja nicht sagen, was Du zu tun hast. Das kennst Du ja von Deinem Herrn. Morgentoilette, waschen, rasieren, k├Ąmmen, ankleiden und und und. Herr m├Âchtet Ihr was erg├Ąnzen?", fragte Ferrau freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Da du s├Ąmtliche Aufgaben von Ferrau ├╝bernehmen wirst, darfst du nicht nur als Letzter ins Bett gehen, sondern auch als Erster aufstehen. Im Schnitt schlafe ich vier Stunden, aber das wird dir als vorbildlicher Leibdiener ja reichen. Ich denke, Ferrau kann vielleicht sogar noch was von dir lernen, also gib dir M├╝he, das gute Vorbild zu sein, als das du dich gegen├╝ber meinem lieben Ferrau so gern hinstellst.┬ź Ciel trank seinen Kaffee aus und stellte die Tasse hin. ┬╗Fangen wir an, ich m├Âchte dann zeitnah zu meinem Vater und ihm die Vertretung vorbeibringen.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau grinste von einem Ohr zum anderen und deutete mit beiden H├Ąnden auf Ciel wie ein Showmaster. "Er ist bereit f├╝r die Morgentoilette", fl├Âtete Ferrau.

Fabien Lacomb
Fabien stellte seine Sachen in die Ecke und schaute sich in Ciels Gemach um. Schlie├člich war er nicht jeden Tag anwesend und er wusste nicht wo hier was stand. Als er alles gefunden hatte kehrte er zu Ciel zur├╝ck. "Wenn Ihr mir folgen wollt", sagte er genauso tonlos wie zur Begr├╝├čung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte Ferrau zu, stand auf, streckte sich und folgte Fabien.

Ferrau Du Trieux
Ferrau folgte den beiden gut gelaunt ins Bad und schaute zu, was sie so trieben.

Fabien Lacomb
Fabs lie├č Wasser in den Zuber, f├╝hlte ob die Temperatur angenehm genug war und fragte sich wie dieses strohhaarige Etwas mit sch├╝tterem Haar aus Max Lenden gekrochen sein konnte. Es musste bei der Geburt eine Verwechslung gegeben haben. Bei dem Gedanken musste er aufpassen nicht zu grinsen, da es ihm ein klein wenig besser ging. Er bereitete alles f├╝r die Rasur vor und deutete auf den Zuber. Zeitgleich weichte er den Badeschwamm ein. "Wenn Ihr Platz nehmen m├Âgt", bat Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel pr├╝fte die Temperatur mit den Fingern. ┬╗Das Wasser ist mir zu warm┬ź, n├Ârgelte er. ┬╗Ich bin es gewohnt, k├╝hl zu baden.┬ź

Ferrau Du Trieux
"Wie Ihr w├╝nscht Herr", antwortete Fabien und setzte sich neben den Zuber und l├Ąchelte Ciel h├Âflich an, so falsch wie er nur l├Ącheln konnte. Ferrau zog fragend eine Augenbraue hoch.

Ciel Felicien de Souvagne
Verwundert stand Ciel im Bad herum und wechselte einen Blick mit Ferrau. Dann sagte er zu Fabien: ┬╗Worauf wartest du? Tausch das Wasser gegen k├╝hleres Wasser aus!┬ź

Ferrau Du Trieux
"Vielleicht ist es Euch nicht bewusst Herr, aber Wasser k├╝hlt nach einiger Zeit ab. Wir m├╝ssen nur warten. Einige Minuten und schon k├Ânnt Ihr in den Zuber. F├╝hlt einfach wann es Eure Wohlf├╝hlk├Ąlte hat, dass ist f├╝r uns doch einfacher. Oder m├Âchtet Ihr dass ich so oft Wasser schleppe bis meine H├Ąnde zittern? Ich soll Euch doch rasieren, k├Ąmmen und schminken oder nicht?", fragte Fabien.

Ferrau Du Trieux
Ferrau wechselte einen Blick mit Ciel. "Falls Deine H├Ąnde zittern, werde ich unseren Herrn rasieren, also steht auf und wechsele das Wasser! Gibts denn sowas", murrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Man m├Âchte meinen, dass du genug Kraft hast in deinen dicken fetten Armen┬ź, wetterte Ciel. ┬╗Es ist, wie Ferrau sagt! Ich m├Âchte, dass du das Wasser wechselst, und zwar jetzt! Ich habe keine Zeit, um zu warten!┬ź

Fabien Lacomb
Fabien nickte ergeben und wechselte das Wasser. "Wie warm oder kalt soll Euer Wasser sein Herr?", fragte Fabien, da er keine Lust hatte sich mehr als n├Âtig mit Ciel anzulegen. Bei Ferrau w├╝rde er sich noch bedanken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗K├╝hl┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Aber nicht kalt. Auch nicht lauwarm, sondern wunderbar k├╝hl, so wie man es an einem hei├čen Sommertag sch├Ątzen w├╝rde. Das ist meine Badetemperatur, au├čer, wenn ich anderes verlauten lasse - meist will ich es dann eiskalt - oder krank bin. Dann ben├Âtige ich es selbstredend warm. S├Ąmtliche Lappen, die mit Sch├╝sseln hantieren und nicht mit dem Zuber, sollen prinzipiell eiskalt sein.┬ź

Fabien Lacomb
"Verstanden, so wie Quellwasser", antwortete Fabien und f├╝llte den Zuber mit kalten Wasser. Zwar konnte man jemanden dann nicht so gut abwaschen, da sich Seife besser in warmen Wasser l├Âste, aber daran konnte er nichts ├Ąndern. Er musste Ciels W├╝nschen Folge leisten. "Ich hoffe es ist nun zu Eurer Zufriedenheit", sagte Fabien und musterte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streckte pr├╝fend die Finger hinein. ┬╗Ein wenig zu kalt, da ich es ja nur k├╝hl wollte, aber f├╝r heute wird es gehen. Du darfst mich auskleiden.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien warf Ferrau einen Blick zu, aber da dieser nur guckte und keine Anstalten machte, etwas zur Erl├Ąuterung beizutragen, ├Âffnete Fabien Ciels Kleidung und streifte sie ihm behutsam von den Schultern. Dann zog er ihm die Hose herunter, bis zu den Kn├Âcheln. "Steigt bitte aus der Hose und setzte Euch in den Zuber", bat Fabien. "Welchen Badezusatz w├╝nscht Ihr?", fragte er h├Âflich nach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stieg aus der Hose und kletterte in die Wanne, wo er es sich bequem machte. ┬╗Einen Badezusatz mit Meersalz.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien nickte und suchte den entsprechenden Badezusatz heraus. Er l├Âste ihn in einem extra Gef├Ą├č Wasser auf und gab ihn dann ins Badewasser hinzu. "M├Âchtet Ihr mit dem Lappen oder dem Schwamm gewaschen werden Herr?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mit den H├Ąnden┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Schw├Ąmme mag ich nicht. Sollte es unumg├Ąnglich sein, dann nutze stattdessen einen Lappen. Oh, und man sagt, du h├Ąttest deine Ohren ├╝berall. Du darfst mir und Ferrau etwas Interessantes erz├Ąhlen.┬ź Gut gelaunt wackelte er mit den Zehen.

Fabien Lacomb
"Gewiss Herr, wie Ihr w├╝nscht", sagte Fabien und nahm einen Lappen zur Hand. Er sch├Ąumte ihn kr├Ąftig mit Seife ein und wusch Ciel zuerst dass Gesicht und arbeitete sich dann nach unten weiter vor. "An was f├╝r Neuigkeiten seid Ihr denn interessiert?", fragte Fabien, w├Ąhrend er ihn sauber schrubbte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sagte doch, mit den H├Ąnden┬ź, erboste sich Ciel und spannte sich an. ┬╗So verkrustet bin ich auch wieder nicht! Ich mag das Gef├╝hl auf der Haut nicht leiden. Der Lappen ist nur f├╝r mein Hinterteil gedacht. Bei Ainuwar, muss man dir denn alles derart detailliert erkl├Ąren? Ich - mag - keine - rauen - Fasern! Du kannst mich ├╝ber den neuesten Tratsch bez├╝glich meiner Geschwister in Kenntnis setzen.┬ź

Fabien Lacomb
"Ihr habt gesagt, entweder mit den H├Ąnden oder dem Lappen Herr. Wenn Ihr lieber mit den H├Ąnden gewaschen werden wollt, mache ich das nat├╝rlich", erkl├Ąrte Fabien und wusch Ciel mit gr├╝ndlich mit den H├Ąnden. "Der neuste Tratsch Eure Br├╝der betreffend lautet, dass Euer Bruder Verrill wohlm├Âglich bald wieder heiraten wird. Diesmal ist es wohl der frisch auferstandene und verj├╝ngte Brandur von Hohenfelde. Dies soll vor allem von Linhard von Hohenfelde ausgehen. Immerhin ist Brandur nicht sein leiblicher Vater, er w├╝rde sich au├čergew├Âhnlich ├╝ber diese sehr enge Verbindung freuen und Gregoire ist Brandur sehr zugetan. Wie ich aus sicherer Quelle wei├č, lieben beide Bibliotheken und haben auch sonst viel gemeinsam. Aber die Verj├╝ngung ist irrelevant in dem Fall. Auch in Form seines Alter Egos h├Ątte Gregoire vermutlich Interesse an dem guten Marquis von Hohenfelde Senior bekundet, wie einst an Comte Melville de la Cantillion. Nur liegen zwischen den beiden wohl Interessen-Welten Herr, so dass Greg diesmal wohl sehr ernste Absichten hegt. Nicht dass die Absichten dem Comte gegen├╝ber nicht lauter gewesen w├Ąren. Aber, soweit mir bekannt ist, war Euer Bruder damals jung, genoss das Spiel mit dem Feuer und war nicht bereit sich als dritter Ehepartner zu binden. Was man nur zu gut nachvollziehen kann. Brandur hingegen k├Ąme ja aus dem selben Stall wie Linhard und wie man h├Ârt, also tats├Ąchlich von den beiden h├Ârt sind sie sich sehr zugetan auch was das K├Ârperliche anbelangt. Ich glaube Brandur ist jetzt sogar genau in Gregoires Alter. Zwei derart starke und m├Ąchtige M├Ąnner an der Seite des Prinzen werden ihm gut tun, findet Ihr nicht auch? Er war stets etwas sch├╝chtern", plauderte Fabien w├Ąhrend er Ciel wusch.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Greg will WAS?┬ź, kreischte Ciel. Dann lie├č er sich tiefer in die kalte Wanne rutschen. ┬╗Nein, ich finde ├╝berhaupt nicht, das ihm das gut tun w├╝rde. Brandur ist ein Nekromant der alten Schule, manipulativ und genau so ein geb├╝rtiger Naridier wie Linhard! Demn├Ąchst schleppt Greg einen Rakshaner an. Ich dachte, wenn ├╝berhaupt, dann wollte Gregoire eine Dame heiraten? Was ist daraus geworden? Das gibt es doch nicht┬ź, murrte Ciel. ┬╗So eine Schnapsidee. Ich werde mit meinem Bruder reden m├╝ssen. Wei├č mein Vater schon davon? Was frage ich, sicher wei├č er das, wenn du es wei├čt. Was sagt er dazu?┬ź

Fabien Lacomb
Fabien verkniff sich ein Grinsen und schaute absolut neutral. "Euer werter Herr Vater ist ├╝beraus gl├╝cklich Brandur selbst bald als direkten Verwandten im Kreise der Familie begr├╝├čen zu d├╝rfen. Ihr wisst doch, dass es Euer Vater war, der die Wiederbelebung befahl Herr. Er f├╝hlt sich Brandur freundschaftlich und auch famili├Ąr verbunden. Diese Verbindung wird von Eurem Vater absolut gutgehei├čen. Mit Verlaub, aber Euer Bruder ist manchmal etwas, wie soll ich es sagen? Launisch instabil? Ein so erfahrener und gestandener Mann wie Brandur, neben einem so jungen und hei├čbl├╝tigen Mann wie Linhard w├╝rde ihm genau die richtige Sicherheit geben. Ich wei├č nicht, was mit Gregoire ab und an los ist, aber ich vermute dass er kr├Ąnklich ist, oder sehr empfindsam. Und Brandur, nun zarte 20 Jahre hat die Lebenserfahrung eines weisen Mannes. Es wird kaum etwas geben, was er Eurem Bruder nicht beantworten kann. Und seid unbesorgt, so gut wie sich Linhard und Brandur verstehen, werden sich auch in einer Doppelehe gemeinsam Hand in Hand f├╝r ihren Ehemann arbeiten und diesem beistehen oder ihn auf den rechten Pfad lenken, falls er erneut straucheln sollte. Ihr wisst ja von seiner schrecklichen Verzweiflungstat. So etwas wird unter der Obhut von Brandur und Linhard, ganz gewiss nicht mehr vorkommen. Soweit ich wei├č, ist die Frau noch im Gespr├Ąch. Sie w├Ąre wohl die vierte im Bunde. Aber dies ist Zukunftsmusik, die sich in f├╝nf bis zehn Jahren abspielen wird. Man h├Ârt, dass Linhard und Gregoire sehr oft zum Meer reisen, sie scheinen den Strand wahrlich zu lieben Herr", schmunzelte Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wunderbar┬ź, grummelte Ciel und ├Ąrgerte sich ├╝ber die Lobeshymne auf Brandur. ┬╗Ferrau, meine Termine m├╝ssen umgeplant werden. Ich muss Verrill so schnell wie m├Âglich sprechen. Hast du keine guten Neuigkeiten auf Lager, Fabien?┬ź

Fabien Lacomb
"Aber Herr, dass sind doch vortreffliche Neuigkeiten. Die anderen Neuigkeiten habt Ihr direkt miterlebt und dar├╝ber m├Âchtet Ihr sicher keinen Tratsch h├Âren, dass w├Ąre unziemlich. Darf ich Euch aus dem Wasser bitten?", bat Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Den Tratsch ├╝ber Remy?┬ź Ciel kniff die Augen zusammen. ┬╗Es w├Ąre w├╝nschenswert gewesen, wenn man mich vorher dar├╝ber in Kenntnis gesetzt h├Ątte.┬ź Er stand auf und stieg aus dem Zuber. ┬╗Nein, das sind ├╝berhaupt keine vortrefflichen Neuigkeiten. Sie sind grauenvoll.┬ź

Fabien Lacomb
"Euer Bruder sieht sein Gl├╝ck sicher anders, als grauenvoll Herr. Nun Ihr habt nicht nach dem neusten Tratsch gefragt. Euch interessieren sonst solche Interna doch nicht, so wurdet Ihr auch davon nicht in Kenntnis gesetzt. Euer Vater ist Tratsch auch nicht zugeneigt, aber zu h├Âren was wo vor sich geht h├Ąlt er f├╝r wichtig. Vielleicht ergeht es Euch nun ganz ├Ąhnlich?", fragte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das h├Âre ich mir lieber von den Betreffenden selbst an┬ź, murrte Ciel. ┬╗Und MEIN Leibdiener wei├č, welche Themen ich f├╝r relevant erachte und h├Ątte er von der Sache mit Remy gewusst, h├Ątte er mich von sich aus dar├╝ber in Kenntnis gesetzt, nicht wahr, Ferrau?┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte gewichtig. "Selbstverst├Ąndlich Herr, umgehend, so schnell wie m├Âglich!", best├Ątigte Ferrau ernst.

Fabien Lacomb
Fabiens Lippen kr├Ąuselten sich zu einem minimalen Schmunzeln. "Ja aber er hat es nicht gewusst Herr, alle anderen hingegen schon. Aber wir alle wissen, dass Ihr ├╝ber solchen Dingen steht. Ihr lasst Euch ganz gewiss nicht davon aus der Fassung bringen, was hinter Eurem R├╝cken ├╝ber Euch geredet wird. Daf├╝r seid Ihr Edelmann genug, auf so ein Geschw├Ątz nichts zu geben. Wollen wir zum Rasiertisch schreiten ja?", bat Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und warum wurde Ferrau davon ausgegrenzt?┬ź, fragte Ciel best├╝rzt und ging zum Rasiertisch. Er witterte ein Komplott gegen ihn. ┬╗Du meinst, jeder hat davon gewusst, dass meine Frau mich mit einem dahergelaufenen Chevalier betr├╝gt, au├čer den Mitgliedern meines Haushalts?┬ź

Fabien Lacomb
"Jeder sicher nicht Herr, vermutlich gibt es einige Leute, die noch nicht davon geh├Ârt haben. So wie Ferrau. Nein er wird nicht ausgegrenzt, er wechselt nur nicht gerne ein Wort mit den Damen der W├Ąscherei oder denen aus der K├╝che. Mal hier und dort ein nettes Wort, und Ihr erfahrt auch etwas. Aber dass ist auch nicht schlimm oder schlecht. Schaut so habt Ihr Euch gar nicht ge├Ąrgert, da Ihr von nichts wusstet. S├╝├če Unwissenheit. Welchen Rasierschaum bevorzugt Ihr?", fragte Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Egal, irgendeinen┬ź, murrte Ciel. W├Ąhrend der Rasur schwieg er, damit Fabien ihn nicht schnitt. F├╝r diese Zeit hing er sehr finsteren Gedanken nach. Danach fragte er: ┬╗Was meinst du, wie das Sensibelchen Nathan wohl den einsamen Monat ohne dich verkraften wird?┬ź

Fabien Lacomb
"Das wei├č ich nicht, aber falls er einsam ist, kann er sich mit meiner Mutter treffen, oder mit Eurem Vater. Und Euer Bruder Dreux ist auch noch da", sagte Fabien traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und wer gibt auf ihn Acht?┬ź Ciel warf Fabien einen strengen Blick zu.

Fabien Lacomb
"Euer Bruder vermutlich, ich bin Leibdiener und kein Leibw├Ąchter", erg├Ąnzte Fabien und starrte f├╝r einen Sekundenbruchteil Ciel in die Augen, ehe er den Blick ergeben senkte. Die Botschaft war klar, h├Âr auf damit mir extra wehzutun.


(Fortsetzung folgt)

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#34

Beitrag von Fabien Lacomb » Di 26. Jun 2018, 20:20

Antritt zum Strafdienst 02

(Fortsetzung)

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte Fabiens Starren mit ausdrucksloser Miene. ┬╗Man gew├Âhnt sich schnell an Nathan, nicht wahr? Und es tut weh, wenn er pl├Âtzlich weg ist. Ihm selbst ├╝brigens auch und er vertr├Ągt Einsamkeit nicht gut. Die letzten beiden Male hat er sich anderweitig gek├╝mmert, als er einsam war. Vor dem Haarek├Ąmmen denke bitte daran, mein Haar mit Mandel├Âl zu behandeln. Dann kleide mich bitte an, mein Vater wartet.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien war kein gewaltt├Ątiger Mensch, aber das Ciel ihm unter die Nase rieb, dass sich Nathan schon nach Ersatz umgeschaut hatte, lie├č ihn innerlich brodeln. Das Mandel├Âl h├Ątte er am liebsten zur letzten ├ľlung von Ciel verwendet. Aber gleichg├╝ltig wie Ciel aussah, er wusste sich nicht nur zu verteidigen, er wusste auch zu k├Ąmpfen. Wie jeder Mann aus seiner Familie. Nun die Gedankenspiele, was er mit Ciel am liebsten tun w├╝rde strich er beiseite. Solche Gedanken waren Hochverrat und gleichg├╝ltig wie sehr sie sich verabscheuten, Ciel war f├╝r mindestens vier Wochen sein Herr. Und man hatte nicht immer das Gl├╝ck, dass man einem angenehmen Herrn dienen durfte. Zudem hatte er das sticheln angefangen. Fabien rieb sich kurz ├╝ber die Schl├Ąfe und schaute sich nach dem besagten Mandel├Âl um. F├╝r die paar Haare lohnte sich das eigentlich nicht mehr, aber vielleicht wollte der Prince retten, was noch zu retten war. Fabien baute die Sachen ordentlich auf, trocknete Ciel ab und f├╝hrte ihn zum Frisiertisch. "M├Âchtet Ihr eingecremt oder gepudert werden Herr?", fragte er und musterte Ciel abwartend.

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdenklich wiegte Ciel den Kopf. ┬╗Ich m├Âchte nicht herausgeputzt aussehen, nur gepflegt. Ferrau, was empfiehlst du?┬ź

Ferrau
"Also ich w├╝rde eincremen w├Ąhlen, dass ist doch angenehmer als Puder. Puder ist sch├Ân, wenn es sehr warm ist, weil man dann nicht so schwitzt", schlug Ferrau vor und setzte sich zu Ciel.
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Fabien Lacomb ÔÇó Gestern, 20:25
"Also Creme Herr, wie von Eurem Leiddiener empfohlen?", fragte Fabien nach und nahm die Creme zur Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja. Irgendeine Creme, die nach gar nichts riecht und schnell einzieht. Ich w├╝nsche nicht zu gl├Ąnzen wie eine Speckschwarte.┬ź

Fabien Lacomb
"Daf├╝r ist es zu sp├Ąt", murmelte sich Fabien in den nicht vorhandenen Bart und fing an Ciel von oben nach unten einzucremen, ehe er ihn kurz musterte. "Was m├Âchtet Ihr tragen, beziehungsweise was m├Âchtet Ihr anziehen Herr?", fragte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du hast meine Haare vergessen und h├Âr auf, vor dich hinzubrabbeln. Wenn du etwas zu sagen hast, sprich so, dass ich dich verstehe. Du darfst deine Worte noch einmal deutlich wiederholen. Ferrau hat sicher f├╝r heute schon Sachen herausgelegt, die kannst du nehmen, auf seine Wahl ist Verlass.┬ź

Fabien Lacomb
"Darauf w├╝rde ich mich nicht verlassen Herr, wo er doch ruml├Ąuft wie eine Presswurst. Aber wie Ihr w├╝nscht. Die Haare frisiere ich zum Schluss, damit sie beim Einkleiden nicht wieder durcheinander geraten. Ich sagte nichts von Bedeutung, vergesst es einfach. Ich hole die Sachen, Sekunde bitte", antwortete Fabien und ging Ciels Kleidung holen. Er kam einen Moment sp├Ąter wieder zur├╝ck und kleidete Ciel an. Danach verteilte er ihm das gew├╝nschte Mandel├Âl in den Haaren und frisierte Ciel. "Bitte", sagte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bitte was?┬ź, rief Ciel emp├Ârt, als Fabien seinen Leibdiener derart schm├Ąhte. ┬╗Ferrau sieht genau so aus, wie ich es w├╝nsche und wenn mir die eng sitzende Kleidung an ihm gef├Ąllt, dann ist das so! Dass du dich erdreistest, meinen Leibdiener und meinen Kleidergeschmack zu kritisieren! Wei├čt du was? Dann zeig ihm doch, wie man es richtig macht. Du darfst, nachdem du mich angekleidet hast, ihn ebenfalls waschen, frisieren und umkleiden. Ferrau, erkl├Ąre ihm, wie du alles haben willst. Ich bleibe anwesend und ├╝berzeuge mich davon, ob Fabien sein Fach wirklich so gut versteht, wie er behauptet.┬ź Ciel musterte Fabien mit sehr d├╝sterer Miene.

Fabien Lacomb
"Ich wollte Euch nicht beleidigen Herr, wenn Ihr es w├╝nscht, werde ich Euren Leibdiener zurecht machen", sagte Fabien kleinlaut.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, w├╝nsche ich! An die Arbeit!"

Ferrau
"Ja das w├╝nscht er. Ich bin au├čerdem nicht presswurstig. Die Hose ist eben was eng, vorher war ich einfach zu d├╝nn und zwar aus Stress und nicht aus Faulheit. Ich m├Âchte gewaschen werden, rasiert und gek├Ąmmt. Eingecremt werden muss ich nicht", antwortete Ferrau und grinste Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Diese Hose muss so sitzen┬ź, best├Ątigte Ciel, dem sie in der Tat gut gefiel. ┬╗Den Dreitagebart bel├Ąsst du aber bitte, der darf nur getrimmt werden.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien musste sich beherrschen Ferrau nicht anzufunkeln. Er stellte sich einfach vor, Ferrau w├Ąre entgegen seiner Natur wichtig. Also sch├Âpfte er neues Wasser in den Zuber und deutete Ferrau an sich hineinzusetzen. Ferrau sch├╝ttelte den Kopf. "Das ist mir auch schon passiert, lieber Fabien. Aber normal baden die Leute nackt. Du musst mich schon ausziehen, also aus der Pelle sch├Ąlen", warf Ferrau ein. Fabien schaute ihn kurz ├╝ber die Schulter an, ehe er sich an die Arbeit machte und Ferrau entkleidete. Er wartete ab bis Ferrau im Zuber sa├č. "Welchen Badezusatz w├╝nscht Du?", fragte er nach. "Eselsmilch", schlug Ferrau vor und dachte einen Moment nach, w├Ąhrend ihn Fabien anstarrte. "Haben wir nicht", gab Fabien zur├╝ck. `Soll ich Deine Mutter melken oder was?┬┤, fauchte Fabien gedanklich und l├Ąchelte freundlich. "Gut dann nehme ich Badesalz wie mein Herr vorhin", bat Ferrau. "Sollst Du haben", erwiderte Fabien und r├╝hrte es ebenso in einer extra Sch├╝ssel an um es zu verfl├╝ssigen, damit Ferrau mit seinem weichen Hintern nicht auf piekigen Salzkristallen hocken musste. Dann sch├╝ttete er es ins Wasser. "Schwamm oder Waschlappen?", hakte Fabien nach. "Ich m├Âchte auch mit den H├Ąnden gewaschen werden, so wie mein Herr", grinste Ferrau. "In Ordnung", gab Fabien zur├╝ck. `Irgendwann wirst Du mit diesen H├Ąnden erw├╝rgt!┬┤, dachte sich Fabs und wusch Ferrau von oben bis unten sauber, ehe er Ferrau aus dem Zuber stieg und abgetrocknet wurde. Er wurde ebenfalls abgetrocknet, eingekleidet und frisiert. "Bittesch├Ân", sagte Fabien ergeben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beobachtete wie ein Greifvogel, dass Fabien auch alles richtig machte und Ferrau nicht grob anfasste. Er musste schmunzeln, als sein Leibdiener Eselsmilch verlangte. Fabien hatte sichtlich keine Lust, sich auch noch um Ferrau zu k├╝mmern. ┬╗Mein lieber Fabien┬ź, begann Ciel im Tonfall eines Lehrers. ┬╗Du bist hier, um eine Strafe zu verb├╝├čen. Eine Strafe f├╝r ein Fehlverhalten, dass fehlerhafter kaum sein k├Ânnte. Du hast dir diese Situation somit selbst zuzuschreiben. Ich h├Ątte auch darum bitten k├Ânnen, dich vom Hof fortzugeben oder dir den Umgang mit Nathan zu verbieten. Zeig etwas mehr R├╝ckgrat. Akzeptiere deine Strafe wie ein Mann, anstatt wie ein M├Ądchen herumzuzicken.┬ź Er zupfte eigenh├Ąndig Ferraus Haare noch etwas zurecht und streichelte seinen Hals. ┬╗Ferrau, bitte gib Fabien eine Aufgabe, mit der er eine Weile hier besch├Ąftigt sein wird, w├Ąhrend wir meinem Vater seinen neuen Leibdiener bringen.┬ź

Ferrau
Ferrau ├╝berlegte. "Du kannst die Betten abziehen und die Bettw├Ąsche wie auch die Laken in die W├Ąscherei bringen. Und wenn Du das getan hast, kannst Du die kleinen L├Ąufer ausklopfen, damit alles sch├Ân frisch und sauber ist. F├Ąllt Dir noch etwas ein, was er tun sollte? Das ist ja schnell erledigt", grinste Ferrau.

Fabien Lacomb
"Ich gelobe Besserung und ich werde mich darum k├╝mmern. Nat├╝rlich h├Ąttet Ihr darum bitten k├Ânnen mich fortzugeben, ob Euer Vater das getan h├Ątte, wei├č ich nicht. Den Umgang mit Nathan h├Ąttet Ihr ebenso verbieten k├Ânnen. Das k├Ânnt Ihr bei Bedarf ja noch nachholen", warf Fabien ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ist es das, was du von mir im Anschluss an diesen Strafmonat erwartest?┬ź, wollte Ciel wissen und betrachtete Fabiens Gesicht aufmerksam.

Fabien Lacomb
"Nein nat├╝rlich nicht, ich m├Âchte meinen Dienst wieder bei meinem Herrn antreten. Wie kommt Ihr darauf Herr? Warum sollte ich mir das w├╝nschen?", fragte Fabien verwirrt. "Ich dachte, dass ich normalerweise danach zur├╝ck d├╝rfte, davon ging ich jedenfalls aus".

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gerade sagtest du, ich k├Ânne das ja bei Bedarf noch nachholen.┬ź

Fabien Lacomb
"Nun Herr ich wei├č nicht warum Ihr mich auf etwas festnageln wollt, was Ihr eben sagtet. Ihr sagtet Ihr k├Ânntet mich abgeben. Und ich erwiderte darauf, dass Ihr dies ja noch nachholen k├Ânnt. Ich habe meine Abgabe doch gar nicht vorgeschlagen", st├Âhnte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte wissen, ob es das ist, was du von mir erwartest!┬ź, keifte Ciel. ┬╗Ist es das, wovon du ausgehst?┬ź

Fabien Lacomb
Fabien blinzelte Ciel unsicher an. "Nein... ehm das erwarte ich nicht Herr", antwortete Fabien leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ist das der Grund f├╝r dein loses Mundwerk? Weil du mir nicht zutraust, im Notfall auch durchgreifen zu k├Ânnen? Oder warum muss ich mir all diese Frechheiten gefallen lassen? Dass Bellamy mich lange Zeit nicht ausstehen konnte, ist nachvollziehbar, da ich ihn als Junge sehr gepiesackt und in seiner Ehre ├Âffentlich gekr├Ąnkt habe, so dass sogar mein Vater einschreiten musste. Aber was habe ich dir je getan? Warum kannst du mich so wenig leiden und warum verh├Ąltst du dich so respektlos? Ich w├╝nsche, dass du offen sprichst.┬ź Ciel kraulte geistesabwesend Ferraus wuschlige Haare, anstatt Fabien anzusehen.

Fabien Lacomb
"Zuerst, wenn ich respektlos war entschuldige ich mich daf├╝r Herr. Ich bin ungehalten dar├╝ber von meinem Herrn getrennt zu sein. Das ist f├╝r mich schwierig. Ich traue Euch durchaus zu, mich abzugeben oder dergleichen. Ich habe Euch nie unterstellt, schwach zu sein oder nicht durchzugreifen. Ihr habt mir bis dato nichts getan Herr, au├čer mir vorzuwerfen, dass ich Euch Nathan bewusst weggenommen habe. Ich habt befohlen offen zu sprechen, ich tue es hiermit. Ich wollte Euch Nathan nicht wegnehmen oder ihm etwas antun. Ich k├Ânnte Euch fragen, warum Ihr mir so etwas unterstellt, aber dies steht mir nicht zu. Ich wollte Euch Nathan nicht wegnehmen, dass schw├Âre ich Euch. Und ich wollte nicht respektlos sein. Aber ich bin... gekr├Ąnkt, beleidigt, eingeschnappt... so etwas ich kann es nicht genau beschreiben. Ich werde mich zusammenrei├čen", gab Fabien umg├Ąnglich zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch, das wolltest du, denn sonst h├Ąttest du es nicht getan. Nicht jeder teilt gern, was er liebt. Vielleicht kannst du das, ich kann und will es nicht. Ich unterstelle es dir, weil du es getan hast. Du hast nicht einmal gefragt und keine deiner Entschuldigungen wird es ├Ąndern. Sei es drum, ich habe es inzwischen akzeptiert und konzentriere mich auf die Zukunft. Nun sage mir bitte, warum DU gekr├Ąnkt, beleidigt und eingeschnappt bist? F├╝r vier Wochen Strafarbeit?┬ź

Fabien Lacomb
"Herr es ging dabei nicht um Euch, es ging uns nur um uns und unsere Gemeinsamkeit. Ich wusste nicht, dass Ihr mit Nathan zusammen gewesen seid. Aber das ich nicht gefragt habe, dass stimmt, daran gibt es nichts zu r├╝tteln. Es ist nicht wegen den vier Wochen oder der Strafarbeit Herr, sondern weil ich Maximilien vermisse. Das ist der Grund", erkl├Ąrte Fabien ehrlich.

Ferrau
Ferrau legte Ciel einen Arm um die H├╝fte und dachte dar├╝ber nach, ob er mit Nathan zusammen gewesen war. Ciel hatte davon nichts erz├Ąhlt. Er glaubte nicht daran, wollte ihn aber am Abend einmal in Ruhe fragte. Aber jetzt geh├Ârten sie zusammen und wie Ciel richtig sagte, Vergangenheit war Vergangenheit und Ferrau war froh drum. Sonst w├╝rde er nicht an Ciels Seite sitzen, dachte er sich gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du sollst deinen Herrn auch vermissen, so wie Nathan seinen vermisste. Und genau so sollst du deinen Partner vermissen. Das ist der Sinn dieser Strafe. F├╝hle nach, was du uns antatest und lerne. Ich war mit Nathan nie ein anderes Paar als das eines Herrn und seines Leibdieners. Oder das von zwei sehr engen Freunden. Dennoch habe ich ihn sehr geliebt. Daf├╝r muss man kein Paar sein, um so eng miteinander verbunden zu sein, dass es einer Symbiose gleicht. Oder bist du etwa mit meinem Vater zusammen?┬ź Er lie├č sich von Ferrau den Arm um die H├╝fte legen und kraulte ihm beim Reden weiter den Hinterkopf. Doch sein Verstand war hellwach und aufmerksam. Auf die Antwort auf diese Frage war er sehr gespannt.

Fabien Lacomb
"Nein... nein dass bin ich nicht. Ich w├Ąre es sehr gerne gewesen, aber wir teilen die gleiche N├Ąhe die Ihr mit Nathan geteilt habt. Wir sind kein Paar, sondern Freunde. Mehr als Freunde, Vertraute. Ich wei├č, dass das Teil der Strafe ist, es ist der schwierigste Teil daran", gestand Fabien Ciel ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Na siehst du. Und im Gegensatz zu mir und Nathan hast du die Gewissheit, dass nach vier Wochen wieder alles ist, wie bisher. Vielleicht sogar besser, weil ihr beide euch so sehr freut, euch wiederzusehen und dies eure Freundschaft erfrischt. F├╝r mich ist die Freundschaft mit Nathan vorbei. Aber ich bin dar├╝ber hinweg.┬ź Er liebkoste Ferraus Ohr. ┬╗Ich bin jedoch der Meinung, dass du dennoch eine Strafe verdienst. Darum darfst du nun tun, was Ferrau dir auftrug.┬ź

Ferrau
Ferrau genoss die Z├Ąrtlichkeiten von Ciel und schmiegte sich an ihn. Dass Fabien mit einem blauen Auge davon kam, fand Ferrau ziemlich freundlich von Ciel. Aber so war er, er war niemand der andere grundlos qu├Ąlte und er kam wesentlich ehr nach seinem Vater aus Dreux. Ferrau h├Ątte Ciel auf den Thron gesetzt, h├Ątte er die Macht dazu gehabt. Dreux und Greg waren ihm zu gef├Ąhrlich. Ciel kam ehr nach seinem Vater fand er. Wobei er den Duc selbst nicht so gut kannte.

Fabien Lacomb
"Ja dass hoffe ich jedenfalls, es k├Ânnte auch sein, dass sich mein Herr an den neuen Leibdiener gew├Âhnt. Jedenfalls ist das meine Angst. Auf der anderen Seite, denke ich nicht, dass er so handeln w├╝rde. Ich k├╝mmere mich um die ├╝bertragenen Arbeiten in Eurer Abwesenheit Herr", sagte Fabien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann betrachte es nicht nur als Strafe, sondern auch als Probe eurer Freundschaft┬ź, sagte Ciel. ┬╗Oh und wenn du hier saubermachst - das Zimmer hinter dem Wandteppich da l├Ąsst du au├čen vor. Da drin hast du nichts zu suchen. Komm, Ferrau, wir holen Quentin ab.┬ź

Fabien Lacomb
"Das werde ich, beides Herr", antwortete Fabien und ├╝berlegte sich ob vielleicht auch genau das Gegenteil m├Âglich w├Ąre. So wie Ciel sagte, dass Max sich sehr dar├╝ber freuen w├╝rde, ihn wieder an seiner Seite zu haben. Vielleicht sogar so sehr, dass sie Ihr Wiedersehen feiern w├╝rden. Wie sie einst das ├╝berstandene Bes├Ąufnis gefeiert hatten. Das er wusste was hinter dem Vorhang war, verschwieg er. Fabien wollte nicht, dass Nathan unn├Âtig ├ärger bekam. Er machte sich umgehend an die Arbeit.

Ferrau
Ferrau folgte Ciel. "Wo hast Du Quentin aufgetrieben? Ich bin gespannt, was er f├╝r ein Typ ist und wie Dein Vater reagiert", grinste Ferrau gut gelaunt. "Wie sehe ich aus?", fragte er gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb auf diese Frage hin stehen, bevor sie die Gem├Ącher verlie├čen. Er betrachtete Ferrau ausgiebig, legte dann beide H├Ąnde um Ferraus Hals und k├╝sste ihn. Erst nur kurz, dann innig. ┬╗Du siehst gut aus. Und mach dir keine Gedanken wegen Fabiens ├äu├čerung. Man ist es einfach von dir gewohnt, dass deine Kleider um dein d├╝nnes K├Ârperchen herumschlackern. Jetzt bist du genau richtig und deine Sachen auch. Wie gef├Ąllst du dir selbst? Hat Fabien dich schick gemacht? Quentin hat fr├╝her bei den de la Granges gearbeitet. Alexandres Vater hat ihn seinem Sohn hinterhergeschickt, aber der hat ihn verschm├Ąht, da er lange Zeit keinen Leibdiener wollte. Er arbeitet darum als normaler Diener und ab und zu hilft er in der Bibliothek.┬ź

Ferrau
Ferrau umarmte Ciel felsenfest und k├╝sste ihn genussvoll mit. "Ja ich f├╝hle mich nicht mehr so schlapp, einfach rundum wohl. Fabien hat mich gut gebadet und zurecht gemacht. Er war zwar grantig, aber er hat mich nicht grob angefasst und ich finde er hat seinen Job gut gemacht. Bis auf seine Vollvertonung von jedem Handgriff. Ich habe Dir ja gesagt, er ist eine Klette, er h├Ąngt st├Ąndig an Deinem Vater. Sie haben keine Beziehung, also Maximilien hat keine Beziehung mit Fabien oder? Fabien sieht die Sache vielleicht anders. Er hat vielleicht zwei M├Ąnner,einen ganz sch├╝chternen und nicht so gescheiten mit dem er Sex hat und einen gescheiten mit dem er alles teilt au├čer Sex? Oder teilen sie es zu dritt? Das wissen wir nicht, wir wissen nur dass Nathan schon dort war und ├╝bernachtet hat. Aber das ist nicht Dein Problem, denn solange Fabien hier arbeitet, kann er denken was er m├Âchte. Wo schlafe ich denn, bei Dir im Bett? Oder nicht solange er da ist?", gr├╝belte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das habe ich dir doch schon gesagt. Du bist ja ganz durcheinander. Du schl├Ąfst bei mir im Bett und ob Fabien ein paar Meter weiter auf dem Sofa liegt oder nicht, ist mir gleichg├╝ltig. Ich m├Âchte, dass du bei mir liegst. Du f├╝hlst dich nicht mehr so schlapp?┬ź Ciel schmunzelte. ┬╗Was war es denn, was dir so gut getan hat? Fabien arbeitet gut, aber seine Muffelei und sein Gezicke muss er sich abgew├Âhnen.┬ź Ciel runzelte die Stirn. ┬╗Was die drei miteinander teilen ... dazu habe ich meine eigene Theorie. Fabien liebt meinen Vater, da bin ich sicher. Das ist auch in Ordnung, umso besser dient er ihm. Wom├Âglich holt er sich bei Nathan das K├Ârperliche und bei meinem Vater das Emotionale.┬ź

Ferrau
"Ganz gewiss Ciel", grinste Ferrau und freute sich, dass Ciel immer auf alles eine Antwort wusste. "Was mir so gut getan hat? Das wei├čt Du doch, dass ich endlich keine Angst mehr haben muss. Das ich in Ruhe schlafen kann, ohne dass ich Angst habe, mich schl├Ągt jemand. Gut dass hat Dreux nie getan, aber manchmal wenn er so rumgel├Ąrmt hat, hatte ich Angst er kommt r├╝ber und verpr├╝gelt mich. Und das Essen. Ich esse mich satt und ich esse in Ruhe alles auf und schlinge es nicht mehr schnell herunter. Ja ich schlafe gerne in Deinem Bett, ich wollte ganz sicher sein. Nein mich st├Ârt es auch nicht. Fabien pennt dort und fertig. Wir k├╝mmern uns um uns. Ist Dein Vater so N├Ąhebed├╝rftig wie Du?", fragte Ferrau neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir alle sind sehr n├Ąhebed├╝rftig┬ź, gestand Ciel und f├╝hlte sich ein wenig ertappt. ┬╗Sogar Dreaux, vermute ich, aber er ist der Einzige, bei dem ich es nicht sicher wei├č, sondern nur mutma├čen kann. Vielleicht litt er darunter, dass er mit dir keine enge Verbindung eingehen konnte, keine Frau hatte und sich daher einsam f├╝hlte. Das vertr├Ągt keiner aus unserer Familie gut. Fabien wei├č das und er wei├č, wie wichtig mir Greg ist, darum ritt er so sehr darauf herum, dass der sich f├╝r Brandur interessierte. Und dass meine Frau mir mit Remy durchgebrannt ist.┬ź Ciel guckte betr├╝bt und zog Ferrau ganz fest an sich heran. ┬╗Mach das nie┬ź, fl├╝sterte er.

Ferrau
"Mit Greg durchbrennen? Der wollte mich durchbrennen!", kreischte Ferrau schockiert.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗├ťberhaupt durchbrennen┬ź, st├Âhne Ciel. ┬╗Erst Khawa, dann Nathan, nun meine Frau ... wenn du jetzt auch noch mit irgendwem durchbrennst, gebe ich auf. Ich wei├č immer noch nicht, was ich mit meiner Frau wegen Remy mache. Und was mit Remy. Was w├╝rdest du tun?┬ź

Ferrau
"Ich w├╝rde die beiden abschreiben und ihnen ihren Spa├č g├Ânnen. Und in der Zeit w├╝rde ich mich nur mit meinem Leibdiener abgeben, der mich wirklich liebt und auch gerne mal Sex ausprobieren m├Âchte. Aber mit seinem Herrn und nicht mit Fremden. Und da w├╝rde die Frau ja nur st├Âren. Vielleicht w├╝rde ich danach mit ihr reden und mit Remy, aber nicht allein. Ich w├╝rde meinen Bruder mit dem Sch├╝rhaken mitnehmen, denn wenn er Kekse gebacken hat, dann ist er sogar ganz nett. Und klar wusste Fabien dass, drum hat er gegiftet. Er wollte Dir weh tun, weil er sich verletzt f├╝hlt. Er hat quasi rumgeheult Max und Nathan sind weg. Darf ich ├╝berhaupt Max zu ihm sagen?", fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lachte leise. ┬╗Und diese Empfehlung gibst du mir ganz uneigenn├╝tzig? Freut mich, dass du dich entschieden hast, einmal mehr mit mir auszuprobieren. Ich hatte mich damals in, hm, deinen H├Ąnden sehr wohl gef├╝hlt. Die Schmerzen waren nicht deine Schuld und ich hatte oft an diesen Moment zur├╝ckgedacht. Ich war, glaube ich, nie so oft in der kalten Wanne. Und Alexandre war stinkig auf mich. Momentan ist er zu schwach, um w├╝tend zu sein. Da f├Ąllt mir ein ... er hat bislang auf dem Sofa geschlafen. Ich kann ihm nicht zumuten, neben dem geh├Ąssigen Fabien zu liegen! Er braucht ein G├Ąstezimmer hier oben, wo er mit Zerbino wohnen kann. Und ja, nenn meinen Vater ruhig Max, wenn wir unter uns sind.┬ź

Ferrau
"Ja und wenn wir mal privat dort sind und ich mit Dir privat bin? Wie soll ich ihn dann nennen, einfach weitere Eure Majest├Ąt oder Hoheit? Nun daf├╝r sind wir doch zusammen oder? Mein Tipp war total neutral. Aber ich w├╝rde den beiden wirklich einfach Zeit geben. Ich glaube alle waren durcheinander. Der Marquis ben├Âtigt einen eigenen Raum, dass ist richtig", pflichtete Ferrau bei. "Wo ist der neue Leibdiener?", fragte er gespannt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Also mein Vater m├╝sste dir selbst etwas anderes anbieten als die f├Ârmliche Anrede. Das kann ich nicht f├╝r ihn entscheiden. Offiziell sind wir beide ja kein Paar. Ich m├Âchte es vorsichtig angehen lassen. Quentin wartet in der Bibliothek darauf, dass wir ihn abholen.┬ź Ciel betrachtete Ferraus Gesicht. Dann musste er sich abwenden. ┬╗Komm, lass uns ihn holen.┬ź

Ferrau
Ferrau bef├╝hlte sicherheitshalber sein Gesicht. "Was ist denn los mit meinem Gesicht?", fragte er nerv├Âs. "Ja dass stimmt, er ist immerhin unser Duc. Ich hatte nur gedacht, wenn er es wei├č, also wenn wir es mal ├Âffentlich machen und so", sagte er grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ist alles in Ordnung. Es war nur ein Gedankenblitz. Eine Kombination aus dem Bewusstsein, wie s├╝├č du bist und einer blitzartigen R├╝ckblende, was man dir angetan hat. So etwas habe ich manchmal. Es ist harmlos, nur kurzzeitig schwer zu ertragen. Ich m├Âchte dich dann noch enger an mich ketten, als ich ohnehin schon tue. W├╝rdest du es gern offiziell machen, was uns beide verbindet? Wenn ja - wie?┬ź

Ferrau
"Sobald Du Dich bereit f├╝hlst und auch so findest, m├Âchte ich gerne, dass es Deine Familie wei├č. Auch Dein Vater, gerade er. Das w├╝rde mir sehr viel bedeuten", sagte Ferrau ernst und geradezu feierlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein Vater wei├č es doch schon┬ź, sagte Ciel sanft. ┬╗Er freut sich f├╝r uns. Und Gregoire wei├č es auch, was ich f├╝r dich empfinde. Er riet mir dazu, es dir zu sagen. Sonst w├╝sstest du vermutlich heute noch nicht davon.┬ź

Ferrau
"Oh", freute sich Ferrau und wurde dann puterrot. "Dass... das feiern wir heute Abend ja?", grinste er breit. "Ich werde uns was kochen, dass kann ich, Du wirst staunen. Ich mache was leckeres f├╝r Dich", sagte er gut gelaunt und hakte sich bei Ciel ein. "Ja dann hast Du schon alles getan, was ich mir w├╝nsche. Bis auf den zweiten Versuch", kicherte Ferrau leise.


(Fortsetzung folgt)

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#35

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 27. Jun 2018, 11:08

(Fortsetzung)

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schnurrte regelrecht, als er mit Ferrau herumturtelte, w├Ąhrend Fabien im Hintergrund schuften musste. ┬╗Ich habe eine bessere Idee. Fabien wird nach deiner Vorgabe f├╝r uns kochen und uns bewirten, w├Ąhrend wir es uns richtig gut gehen lassen. Wegen der einen Sache, die Fabien ansprach, wollte ich noch mit Greg reden. Ich w├╝rde das gern mit ihm unter vier Augen besprechen. Bringst du mich noch hin? Anschlie├čend kannst du Fabien wegen heut Abend einweisen und dir danach ein wenig Freizeit g├Ânnen. Aber versteck dich nicht wieder so, dass ich dich nicht finde. Und sag Bescheid, falls du einkaufen gehst, ja?┬ź

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. ┬╗Ich werde nach Beaufort gehen und uns noch etwas Geb├Ąck f├╝r heute Abend kaufen. Und danach bin ich wieder in unserem Quartier um Fabien zu beaufsichtigen. Falls wir beide die ganze Zeit weg sind, k├Ânnte er sich sonst zu Max oder Nathan schleichen. Keine Ahnung ob er sowas tun w├╝rde, aber er k├Ânnte auf die Idee kommen, so anh├Ąnglich wie er ist. Wobei was mache ich wenn Dein Vater auf der Matte steht? Oder Nathan? Oder beide? Sicher bringe ich Dich noch zu Greg dem Sch├╝rhaken┬ź, grinste Ferrau und lief gl├╝cklich neben Ciel her, bis sie vor Gregoires Gem├Ącher angekommen waren. ┬╗Hier bist Du┬ź, sagte Ferrau und gab Ciel frei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel griff jedoch wieder nach Ferraus Hand, bevor er klopfte, und hielt sie fest. ┬╗Meinen Vater kannst du h├Âchstens bitten, an die Vereinbarung zu denken, aber ich glaube, er wird sich schon selbst daran halten und mir nicht in den R├╝cken fallen. Nathan kannst du verjagen. Notfalls helfen dir die beiden Gardisten, die neben der T├╝r stehen. Bevor du einkaufen gehst, erinnere die zwei am besten daran, dass Fabien nicht meine Gem├Ącher zu verlassen hat ohne mein Beisein.┬ź Er hielt Ferraus Hand ganz fest. ┬╗Oh und nimm Bellamy mit zum Einkaufen.┬ź

Ferrau
Nahm Ciels Hand fest in seine eigene. ┬╗Danke. Ja gut, ich sage Bellamy bescheid, dass er mich begleiten soll. Vielleicht hat er ja auch einen Wunsch, dann kaufe ich es ihm. Also falls er Geb├Ąck und Kekse mag. Und den Gardisten werde ich sagen, dass Fabien drin und Nathan drau├čen bleiben muss. Ich hoffe dass Dein Vater sich daran h├Ąlt, aber er hat ja tags├╝ber immer zu tun, er wird gar nicht die Zeit haben rumzulaufen. Was ein Vorteil f├╝r uns ist. Ich werde Dir was Sch├Ânes mitbringen. Ich w├╝nsche Dir viel Gl├╝ck mit Deinem Bruder und seinen Schnapsideen┬ź, grinste Ferrau und k├╝sste Ciel, ehe er sich l├Âste und losschlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tat etwas, was er nicht oft tat - er verdrehte die Augen. Er hatte Ferrau extra an der Hand gehalten, damit Gregoire sah, was Sache war. Er war so stolz darauf gewesen, ihm zu zeigen, dass er Erfolg gehabt hatte, aber Ferrau machte ihm gekonnt einen Strich durch die Rechnung, indem er seine Hand befreite und sich entfernte. Mit etwas s├Ąuerlicher Miene klopfte Ciel ein zweites Mal, weil niemand an die T├╝r ging.

Gaston
Gaston ├Âffnete die T├╝r und musterte Ciel freundlich. ┬╗Guten Morgen Hoheit, ich k├╝ndige Euch an, einen Augenblick Geduld bitte┬ź, sagte er freundlich und schloss kurz die T├╝r wieder. Es dauerte wirklich nur einen winzigen Augenblick, dann ├Âffnete er sie wieder und bat Ciel mit einer freundlichen Geste herein. ┬╗Euer Bruder empf├Ąngt Euch. Wundert Euch bitte nicht ├╝ber seine Aufmachung Herr, er ist gerade erst aufgestanden und wollte sich noch nicht zurechtmachen lassen┬ź, bat Gaston.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg sa├č zerstrubbelt in Nachtkleidung rauchend, Kaffee trinkend und Kekse essend auf dem Sofa und musterte Ciel gut gelaunt aber ziemlich m├╝de. ┬╗Morgen mein Bester┬ź, g├Ąhnte er und rieb sich mit dem Handballen ├╝ber die Augen. ┬╗Was machst Du so fr├╝h hier? Hock Dich zu mir, dann bekommst Du auch einen Kaffee┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Guten Morgen, Gaston. Das macht nichts, ich wei├č, wie er im Schlafanzug aussieht. Ich habe ja oft genug bei ihm ├╝bernachtet.┬ź Ciel kam hinein und machte eine wedelnde Handbewegung vor seinem Gesicht. ┬╗Pfui, Greg! Musst du das deiner Lunge am fr├╝hen Morgen antun? Wollte Lin nicht aufh├Âren mit dem Rauchen? Indem du hier alles einnebelst, machst du seine Bem├╝hungen zunichte. Wo ist er ├╝berhaupt? Gaston, bitte mach die Fenster auf, man kann hier ja kaum atmen.┬ź Ciel setzte sich zu Gregoire auf das Sofa.

Gaston
┬╗Sehr wohl der Herr, seht Ihr, ich habe es Euch auch gesagt Herr. Der Rauch wird von allein eingeatmet┬ź, sagte Gaston freundlich und riss alle Fenster weit auf, so dass Greg ihn m├╝rrisch musterte und seinen Morgenmantel enger um sich zog.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Und ich sagte, dass noch niemand erstickt ist, aber erfroren. Aber von mir aus, Ihr habt ja beide Recht┬ź, stimmte Greg zu und dr├╝ckte die Zigarette im Aschenbecher aus. ┬╗Wo er jeden Morgen ist, Sport und dann einen Ausritt mit seinem Huhn und danach seinem Pferd. Er steht ja meist fr├╝h auf. Vermisst Du ihn etwa?┬ź, grinste Greg und hielt Ciel die Kekse hin. ┬╗Die habe ich mit Mangosplitter und Kokos gemacht┬ź, sagte er stolz.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Um die Uhrzeit unternimmt er Ausritte? Gut, wenn er meint ... er hat ja hier scheinbar noch keine Pflichten. Seit wann rauchst du ├╝berhaupt, Greg? Das kenne ich gar nicht von dir. Au├čerdem bist du der Einzige, der noch nicht aufgestanden ist, w├Ąhrend alle anderen schon unterwegs sind und ihrem Tagewerk nachgehen. Ist alles in Ordnung?┬ź Ciel nahm sich einen Keks und kostete. ┬╗Hm, k├Âstlich! Was sind Mangosplitter?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Eben noch hat er keine Verpflichtungen, drum k├╝mmert er sich um seine Tiere, dass sie bewegt werden. Noir l├Ąsst er nach dem Ausritt auf die Koppel und Aquilla ben├Âtigt ja ihren Ausflug. Trainieren tut er eh, sieht man ja, er ist nicht faul oder dr├╝ckt sich und macht sich damit einen Lenz Ciel. Seit wann ich rauche? Seit dem ich mit Lin zusammen bin, er fing damit an, bot mir eine Rauchstange an und seit dem rauche ich und er h├Ârt auf! Ich sollte mir den Mist wieder abgew├Âhnen. Nein ich bin einfach durch und durch m├╝de, drum bleibe ich heute Zuhause. Ich wollte sogar den Tag im Bett verbringen, aber ich dachte ich mache es mir auf der Couch mit einem Buch, einem Kaffee, Keksen und einer W├Ąrmflasche gem├╝tlich. Mangosplitter sind ganz kleine Zesten von getrockneten Mangos. Ich liebe Mangos. Aber sch├Ân dass Du hier bist, dass freut mich. Ich hoffe Du bleibst eine Weile┬ź, antwortete Greg liebevoll. Er strich sich die Haare hinter die Ohren und lehnte sich an Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sag du noch einmal, dass Alexandre stinkt┬ź, murrte Ciel und legte den Arm um Gregoire. ┬╗Ja, gew├Âhn dir das wieder ab. Je l├Ąnger du das beibeh├Ąltst, umso schwieriger wird es. Und sp├Ątestens, wenn du dir ein Kind w├╝nschst, wirst du es dir abgew├Âhnen m├╝ssen. Tu es lieber gleich.┬ź Er k├╝sste ihn auf die Stirn. ┬╗Ich bin gekommen, um mich mit dir zu unterhalten.┬ź Er grinste. ┬╗Hast du Zeit, oder ist dir das zu ungem├╝tlich, wenn ich W├Ąrmflasche spiele?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Damit hast Du ebenfalls Recht. Du kannst die Rauchstangen nachher mitnehmen und entsorgen. Solange ich welche habe, gehe ich dran, aber ich gehe heute nicht raus. Du hast den ganzen Tag Zeit meine W├Ąrmflasche zu spielen und mir zu erz├Ąhlen, was immer Du mir erz├Ąhlen m├Âchtest. Ich bin f├╝r Dich da. Ob ich mir ein Kind w├╝nsche, steht doch au├čer Frage. Sicher tue ich das, es kommt nur drauf an, wie...┬ź, grinste Greg und schnupperte an sich. ┬╗Naja ich k├Ânnte mich wenigstens waschen und ein bisschen zurecht machen. Aber gleich, jetzt noch nicht. Also erz├Ąhl, worum geht es. Du machst mich neugierig┬ź, antwortete Greg und streckte sich auf der Couch lang aus. Ciels Scho├č nahm er als Kopfkissen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du riechst nach Rauch, das meinte ich┬ź, st├Âhnte Ciel, ┬╗nicht deinen nat├╝rlichen Eigengeruch. Der ist angenehm. Aber das Pfeifenkraut stinkt. Du riechst wie die Gardisten, die quarzen auch dauernd in ihren Pausen, obwohl es nicht gerade gut f├╝r ihre Kondition ist. Vermutlich ist das von Bellamy auf sie ├╝bergeschwappt, der raucht selber. Hoffentlich gew├Âhnt Massimo ihnen das ab.┬ź Er setzte sich gem├╝tlicher hin und kraulte Gregoires Haare. ┬╗Ich hab es Ferrau gesagt. Es war entsetzlich unromantisch, obwohl ich mir M├╝he gegeben habe, es alles sch├Ân zu machen. F├╝r Romantik brauch ich einfach jemanden, der mir vorsagt. Damals bei dem Verlobungsessen hat Ferrau mir dauernd heimlich Hinweise gegeben und alles war super. So war es sehr knapp und f├Ârmlich. Aber er hat sich trotzdem gefreut. Wir┬ź, er r├Ąusperte sich, dann grinste er breit, ┬╗wir sind jetzt ein Paar.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg legte den Kopf in den Nacken und genoss die Finger in seinen Haaren. ┬╗Mhm sch├Ân zu h├Âren! Na Du musst nicht vorgesagt bekommen, sei einfach Du. Er soll ja auch mit Dir zusammen sein und nicht mit Deinem Zufl├╝sterer. Na siehst Du, da war Deine Angst umsonst. Ich hoffe er nimmt mir meine Zickerei von damals nicht mehr so ├╝bel. Er kam f├╝r Deinen Hochzeitskuchen sogar extra her, obwohl er gezittert hatte wie Espenlaub und vermutlich kaum laufen konnte, so schlackerten seine Beine. Das fand ich irgendwie total s├╝├č von ihm, drum habe ich ihm anstandslos den Kuchen gebacken. Ja ich hoffe Massimo gew├Âhnt es ihnen ab. Ich wei├č gar nicht, ob er selbst raucht. Sein Bruder Melville raucht nicht, jedenfalls damals nicht. Heute kann ich Dir das nicht sagen, Maurice hat nie geraucht und tut es wohl immer noch nicht. Zudem bekommen Massimo und Monique doch ein Baby, da wird er sich das Rauchen abgew├Âhnen, sollte er Raucher sein. Du k├Ânntest Dir ├╝berlegen wor├╝ber Du Dich freuen w├╝rdest. Was w├╝rde Dich richtig ├╝berraschen, worauf h├Ąttest Du Lust? Und genau dass machst Du dann mit Deinem Ferrau. So halte ich es mit Lin. Wobei ich da nat├╝rlich bedenken muss, was mag er und was mag ich. Du ebenso. Ich glaube ├╝ber ein Buch w├╝rde sich Lin nicht so freuen wie ├╝ber eine Waffe. Es sei denn es ist ein Buch ├╝ber Waffen. Das findet er super. Und Ferrau wird doch auch irgendetwas haben, was er gerne macht oder was ihm gef├Ąllt. Was ist das? Was erfreut ihn?┬ź, fragte Greg neugierig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Na ja, du hattest mir den Tipp gegeben, ihm ein wertvolles Brettspiel zu schenken und eine Kuscheldecke. Eine Kuscheldecke hat er von mir bereits bekommen. Aber wenn ich ihm Geschenke ├╝berreiche, ist das irgendwie immer wie ein Staatsakt. Ich kann es einfach nicht so machen, dass es liebevoll wirkt. Ich kann nur klammern und kuscheln. Ich liebe ihn sehr, meinen Ferrau. Aber ich muss lernen, ihm das auch anders zu zeigen. Ach, dir ist auch schon aufgefallen, dass er s├╝├č ist?┬ź Ciel schmunzelte. ┬╗F├Ąllt dir reichlich sp├Ąt auf. Du hast nicht gezickt, du hast ihn fast umgebracht. Er hat noch immer Angst, aber ich habe ihm Bellamy mit auf den Weg gegeben, f├╝r alle F├Ąlle. Noch was. Fabien schiebt f├╝r einen Monat Dienst bei mir. Er berichtete mir, du willst dich mit Brandur verloben? Mit Linhards Vater?┬ź Ciel musste sich M├╝he geben, ruhig zu bleiben.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du machst selbst den Staatsakt daraus Ciel. Leg es ihm doch einfach mal auf sein Bett, ganz heimlich still und leise und warte dann ab, bis er es findet. Oder leg es unter sein Kopfkissen. Ja habe ich und ich war ein Idiot mich so gehen zu lassen. Das hatte er nicht verdient, zumal er mit der Sache die mich so auf die Palme brachte ├╝berhaupt nichts zu tun hatte. Ich h├Ątte Zerbino den verlogenen, verr├Ąterischen Sch├Ądel einschlagen sollen! Fabien? Du meinst Papas Fabien? In Ordnung, dass erstaunt mich jetzt, wo die beiden doch sonst ein unzertrennliches Duo sind. Ich bin mit Gaston auch sehr zufrieden und gl├╝cklich, also ich w├╝rde ihn nicht verleihen und ich h├Ątte nie gedacht, dass Paps Fabien verleiht. Also, wozu ben├Âtigst Du Fabien denn? Als Zufl├╝sterer f├╝r Ferrau? Ferrau muss keine Angst mehr vor mir haben, dass habe ich ihm gesagt. Das kannst Du ihm versichern┬ź, erkl├Ąrte Greg und nahm sich noch einen Keks den er m├╝mmelte. Als Ciel davon sprach, dass er angeblich vorhatte sich mit Brandur zu verloben, hielt er mitten beim Kauen inne und musterte Ciel baff. ┬╗Ich soll mich mit Brandur verlobt haben? Davon wei├č ich noch gar nichts. Mal ehrlich er ist keine schlechte Partie und nich mag ihn sehr, aber sollte ich davon nicht wissen? Zudem Lin w├╝rde mir was husten, wenn ich ihm sage - Schatz was h├Ąltst Du davon, wenn ich Deinen Vater heirate? Dann fragt er garantiert ob mir der Helm brennt┬ź, lachte Gregoire sich schlapp.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Laut Fabien w├╝rde der Flurtratsch von nichts anderem mehr reden┬ź, sagte Ciel gestresst. ┬╗Entweder hat er gelogen, um mich zu ├Ąrgern, oder der Flurtratsch ist sehr unzuverl├Ąssig. Also hast du kein Interesse an Brandur? Mich h├Ątte das verletzt, da wir beide ja eigentlich auch noch was miteinander ausprobieren wollten. Oder ist das hinf├Ąllig? Ich habe mir Fabien ausgeborgt, damit er am eigenen Leibe erf├Ąhrt, wie es ist, wenn man von denen getrennt ist, die man liebt.┬ź Ciel knurrte. Er nahm sich Gregoires Kaffeetasse und trank daraus. ┬╗Gut, das n├Ąchste Geschenk werde ich Ferrau finden lassen. Vielleicht freut er sich. Bellamy habe ich ihm mitgegeben, damit er sich sicher f├╝hlt. Zerbino l├Ąsst du bitte auch in Ruhe, Alex braucht ihn und dass Zerbino nichts ausgeplaudert hat, hatten wir doch erkl├Ąrt.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Langsam, langsam, dass meinte ich auf meine damalige Wut bezogen, es ist alles gut. Also Ciel ich kann Dir gar nicht sagen ob ich an Brandur Interesse habe, da ich ihn nie mit solchen Augen sah. F├╝r mich war er stets Linhards Vater und ein sehr guter dazu. Jemanden den Lin nicht nur dringend wiederhaben wollte, sondern sogar auf gewisse Art wiederhaben musste. Er f├╝hrt zwar eine gesamte Sippe, aber im Grunde hat er niemanden. Die Leute die er hat, kann er an einer Hand abz├Ąhlen, dass sind Brandur, mich, Archibald. Das sind alle seine direkten Ansprechpartner. Und Letzterer ist sein Schwertmeister so wie Dein Bellamy. Richtig pers├Ânlich habe ich ihn nicht kennengelernt, er ist ein Vampir, hat hier also weder etwas verloren noch kommt er hier ohne weiteres hinein. Ich w├Ąre froh, Lin w├╝rde ihn loswerden. Er ist eine unbekannte Gr├Â├če im Hintergrund und er ist alles andere als harmlos. Wir hatten Brandurs Vater beschworen und da kam auch einiges anderes bei heraus. Jedenfalls m├Âchte ich diesen Archibald nicht in meinem Dunstkreis wissen, aber soweit ich wei├č, hat Lin ihm beflohen mich zu besch├╝tzen. Na danke auch. Wenn Du Stillschweigen bewahrt, verrate ich Dir ein Geheimnis. Zur├╝ck zu Brandur, nun er ist wiederauferstanden und jung, teilt so einige Interessen mit mir und ich verstehe mich ausgezeichnet mit ihm. Es spr├Ąche f├╝r mich nichts dagegen, aber wie gesagt er ist Lins Vater und wir haben beide niemals in die Richtung gedacht. Ich mag ihn unheimlich gerne, dass gebe ich offen zu und ist auch nichts verwerfliches, aber der Flurflunk ist eine L├╝ge. Entweder von irgendwem oder von Fabien um Dich zu ├Ąrgern, f├╝r sein Ausborgen. Er kann Dir ja nicht anders beikommen, au├čer Dich etwas zu trietzen. So kann er behaupten er hat sich geirrt. Sprich ganz so wehrlos sind Leibdiener nicht, oder generell Diener. Sie wehren sich auf ihre Art, hier ein Ger├╝cht, da eine L├╝ge und dann alles abstreiten. Drum war ich so... panisch, dass Zerbino vielleicht wirklich mein Geheimnis breitgetreten hat. Verstehst Du es nun? Zu Brandur, nein wir haben nicht geplant zu heiraten, wir sind nicht verlobt, wir sind einfach Schwiegervater und Sohn die sich sehr m├Âgen. Unsere Vereinbarung ist nicht hinf├Ąllig. Es sei denn Du m├Âchtest sie aufgeben┬ź, antwortete Greg offen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zerrte Gregoire in seine Arme und k├╝sste ihn trotz des ├╝blen Rauchgeschmacks innig auf den Mund. ┬╗Nein, das m├Âchte ich nicht aufgeben. Aber ich wei├č nicht, wann wir es zusammen versuchen wollen. Auf der einen Seite, nun, habe ich Angst, dass Linhard mir zuvorkommt. Ich wei├č dein Geschenk sehr zu sch├Ątzen und m├Âchte es unbedingt in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite wei├č ich nicht, ob du wieder ungeduldig wirst und dann ... zickst, sprich, jemanden halb oder ganz tot schl├Ągst, oder Linhard vorziehst. Auf der anderen Seite f├╝hle ich mich gerade rundum wohl mit Ferrau und m├Âchte es mit ihm versuchen, ganz in Ruhe, ohne Stress und Zeitdruck. Und auf der dritten Seite ... oh, das wei├čt du noch gar nicht.┬ź Ciels Gesicht verfinsterte sich. ┬╗Olivie hat mich mit einem der Himmelsaugen betrogen, mit Remy. Mehr noch, sie scheint in den Kerl verknallt zu sein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wir sind hier und allein, wenn ich Gaston fortschicke Ciel. Nur Du und ich. Ich gebe Dir Recht und ich habe auch zwei Seiten zu bedenken. Einerseits m├Âchte ich es mit Dir tun, da Du mir vertraut bist und ich keine Angst vor Dir habe. Genauso m├Âchte ich aber auch Lin nicht verprellen, er ist mein Mann und ich habe Angst dass uns dass trennen k├Ânnte. Er ist in der Sache, ziemlich hartn├Ąckig. Nicht der Erste zu sein, ich denke dass habe ich ihm nie gesagt. Ich kann mich nicht dran erinnern, ob ich ihm sagte dass ich noch nie habe, auf diese Art. Ich sollte mir sowas mal merken. Nun bei ihm merke ich mir leider nichts oder bei Dir und Dreux, da ich davon ausgehe Euch alles sagen zu k├Ânnen. Nun fast alles, bis auf das, was ich verschweigen musste. Er ist hartn├Ąckig darin sofort ein Kind zu wollen. Er denkt, er hat keine Zeit, er geht davon aus, dass er es jetzt erledigt haben muss. Das er es sicher in der Tasche haben muss. Ich sagte ihm in f├╝nf Jahren w├Ąre f├╝r mich in Ordnung. Er sagt uns trennen bereits f├╝nf Jahre und er kann nicht sagen was in f├╝nf Minuten ist. Er wartet keine f├╝nf Jahre. Einerseits sagt er, ich habe alle Zeit die ich ben├Âtige, dann sagt er wieder er wartet keine f├╝nf Jahre. Ich wei├č dass er das nicht b├Âse meint, er hat hat Angst, dass er keine Kinder bekommen wird. Wenigstens eins w├╝nscht er sich. Verstehst Du? Und wenn ich es dann mit ihm tun w├╝rde, w├Ąre das nicht einfach Du bist mein erster Mann auf diese Weise, sondern da schwebt der Gedanke dahinter. Es geht dann vermutlich nicht um uns, wie bei jedem normalen sch├Ânen Sex, sondern darum zu bekommen was er m├Âchte. Drum habe ich das bis jetzt abgeblockt. Bei Dir steckt das nicht dahinter, es geht um uns und um Vertrauen und Z├Ąrtlichkeit. Aber ich verstehe auch, was Ferrau Dir bedeutet. Was w├╝rdest Du an meiner Stelle tun? Ich wei├č die Frage ist vielleicht gemein, aber ich m├Âchte Deine Sicht h├Âren Ciel┬ź, erkl├Ąrte Greg liebevoll. Als er h├Ârte was Olivie getan hatte setzte sich Verrill auf und musterte ihren Bruder. ┬╗Remy? Oh man, Lin hat mir von ihm erz├Ąhlt, dass so ein ganz freundlicher Typ sein. Und Oli hat sich in ihn verguckt? Also entweder Du akzeptierst dass, oder Du verscheuchst ihn. Akzetierst Du es, muss sie auch wegen Ferrau die Klappe halten. Aber dass muss sie als Deine Frau eh. Akzeptierst Du es nicht, helfe ich Dir sie von Remy zu trennen┬ź, erkl├Ąrte Verrill und schaute Ciel genau in die Augen, damit er verstand.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke f├╝r deinen Beistand. Aber w├╝rden wir sie von Remy trennen, w├Ąre sie sehr ungl├╝cklich. Ich m├Âchte nicht, dass sie bei mir ungl├╝cklich ist. Mir wurde so oft vorgeworfen, dass ich Nathan gefangen gehalten h├Ątte und dass ich quasi selbst schuld bin, dass er mich betrog ... und Olivie habe ich alle Freiheiten gelassen und es hat kein Vierteljahr gedauert, bis sie mir fremdging. Wie ich es mache, mache ich es falsch┬ź, jammerte Ciel. ┬╗Was r├Ątst du mir? Oh und wegen diesem Archibald - er wird beschattet von den Bluthexern. Alexandre kann dir alle Ausk├╝nfte zu ihm geben, die du ben├Âtigst, alle Informationen flie├čen zu ihm. Ich habe mich jetzt nicht weiter mit ihm und seinem Mitvampir befasst, da ich andere Sorgen hatte. Welches Geheimnis meinst du? Nat├╝rlich schweige ich, du kennst mich doch. Was Linhard und dich anbelangt ... was ich tun w├╝rde ...┬ź Ciel dachte nach. ┬╗Ich w├╝rde Linhard den Vorzug geben.┬ź Er sah weg.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg k├╝sste Ciel lange und liebevoll auf den Mund. ┬╗Und darum gew├Ąhre ich ihn Dir, weil Du f├╝r mich denkst, statt an Dich selbst. Warte┬ź, sagte Greg und ging in Gastons Kammer. Er redete kurz mit seinem Leibdiener, ehe Gaston die Gem├Ącher verlie├č mit einem gro├čen Einkaufsbeutel in der Hand. Greg gesellte sich wieder zu Ciel und deutete aufs Schlafzimmer. ┬╗Komm mit┬ź, schmunzelte er freundlich, nachdem er sein Gemach abgeschlossen hatte. ┬╗Das Geheimnis ist, dass ich wei├č wer Archibald tats├Ąchlich ist. Er ist der Vater von Derya und er ist genau wie sie ein Menschenfresser. Oder war einer, jetzt ist er wohl ehr ein Menschentrinker. Das ist das Geheimnis. Bez├╝glich Oli, da hast Du nichts falsch gemacht. Du wei├čt ja gar nicht, ob sie ihn einfach gesehen hat und sich verliebt hat. So ging es mir mit Lin. Gesehen und dann war es passiert. Soll ich einmal in Ruhe mit ihr reden?┬ź, fragte Verrill, schnappte sich die Kaffeetasse und eine Hand voll Kekse und verschwand im Schlafzimmer.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel tapste hinterher. ┬╗Nein, es muss von ihr selbst ausgehen. Ich f├╝hle mich, als h├Ątte ich als Ehemann auf ganzer Linie versagt. Ich w├╝rde sie wieder freigeben, w├╝rde sie mich darum bitten. Aber das w├╝rde sich wie eine ├Âffentliche Niederlage anf├╝hlen. Wie eine Kapitulation. Jeder w├╝rde denken, ich bin nicht in der Lage, in meinem Haushalt f├╝r Ordnung zu sorgen und genau so ist es ja auch. Archibald ist also der Vater von der Person, die Alexandre so verst├╝mmelt hat. Davard von Hohenfelde ist auf Derya angesetzt. Ich bin gespannt, als wie loyal Archibald sich dann uns gegen├╝ber erweisen wird.┬ź Er setzte sich im Schneidersitz auf Gregoires Bett.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill setzte sich Ciel genau gegen├╝ber und schaut ihn liebevoll an. ┬╗Archibald ist niemandem gegen├╝ber loyal au├čer seinem Herrn und seinem Stab. Vergiss das nie, falls er bei der Verurteilung von Derya anwesend ist. Ich wei├č nicht wie weit Du im Bilde bist, was Linhards Onkel angeht. Davard und sein Bruder Ansgar wurden seit dem sie kleine Kinder sind misshandelt und missbraucht, von ihrem Vater und Archibald. Er wird mehr als nur berufliches Interesse haben die Tochter seines Sch├Ąnders einzufangen Ciel. Ich verstehe nicht, warum Linhard ihn beh├Ąlt. Gerade im Hinblick auf diesen Hintergrund. Er sagt zwar immer, den Arch den Dave kennenlernte und den er selbst kennenlernte sind zwei Personen, aber da irrt er sich. Dieser Mann zeigt ihm gegen├╝ber nur ein anderes Gesicht. Er mag ihn. Die Frage ist nur, was passiert, falls das mal nicht mehr der Fall ist? Gut, er ist mein Mann, er ist gesch├╝tzt, er hat Leibw├Ąchter die ihm im Hintergrund bewachen, ungesehen, ungeh├Ârt, aber stets da - wie Vater, Dreux, Du oder ich. Aber trotzdem gibt es Situationen wo er v├Âllig allein mit dem Mann ist. Und so eine Person wie Bellamy oder Archibald ben├Âtigten h├Âchstens Sekunden um so einen Umstand t├Âdlich auszunutzen. Ein L├Ącheln und eine Kurzklinge ├╝ber der Kehle und das wars. Da kannst Du tausend Leibw├Ąchter und Armeen hinter Dir haben, Du bist tot. Und er kann vermutlich im Gegensatz zu Bellamy sogar wegfliegen. Das dazu. Du wirst sie nicht freigeben, was soll der Unfug? Sie ist Deine Frau, punktum. Wenn dann werdet Ihr eine gemeinsame L├Âsung finden. Die kann sogar eine offene Beziehung sein, oder Du nimmst Remy zu Dir mit auf. Das ginge auch. Dann m├╝sstest Du ihn ehelichen. Damit w├Ąre es sogar legitimiert. Sprich w├╝rde ich jetzt Magdalena heiraten und Lin und sie w├╝rden sich n├Ąher kommen, kann ich das gut hei├čen oder unterbinden. Verstehst Du? Zudem kommt sowas in jeder Familie mal vor, deshalb gleich alles zerschlagen, f├╝r einen Fehler? Wir sind jung Ciel, wir machen Fehler, auch Oli. Aber hier ist jetzt weder Oli noch Archibald das Thema, sondern Du und ich┬ź, sagte Verrill und befreite Ciel von seiner Kleidung, ehe sie sich selbst aus den Nachtklamotten sch├Ąlte. Danach blieb sie weiter Ciel gegen├╝ber sitzen und musterte ihn genau, ehe sie sein Gesicht in beide H├Ąnde nahm und ihn ganz sanft k├╝sste.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich mit riesengro├čen Augen von Gregoire k├╝ssen, so wie er sich widerstandslos aus der Kleidung hatte sch├Ąlen lassen. Hatte er nicht gerade noch gesagt, dass er sich Gedanken machte wegen seiner jungen Partnerschaft mir Ferrau? Dass er sich zuerst in Ruhe mit Ferrau n├Ąherkommen wollte, ehe er Gregs Geschenk einl├Âste? Und nun sa├čen sie hier, nackt, in Gregoires Bett und k├╝ssten und Ciel sp├╝rte, wie seine Muskeln weich wurden. Er schloss die Augen und erwiderte den Kuss. Er zog Gregoire n├Ąher an sich heran, so dass sich ihre Brust ber├╝hrte und k├╝sste ihn inniger. Er hoffte, dass nicht genau jetzt Linhard von seinem Ausritt zur├╝ckkehrte. ┬╗Du schaffst es immer wieder, mich weichzuklopfen┬ź, stellte Ciel leise fest, nachdem sich ihre Lippen wieder voneinander gel├Âst hatten.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ein klein wenig ja, aber ich wei├č dass wir beide uns nie einig werden, wenn nicht einer den Anfang macht, drum mache ich ihn jetzt. Ich mag Dich mehr und auf andere Art als ich sollte, aber Dir geht es genauso. Und ginge es rein nach mir, w├╝rde ich nicht zwischen Dir und Lin w├Ąhlen m├╝ssen. Ich h├Ątte Euch beide gerne im Arm oder mal im Bett. Aber dazu seid Ihr ja nicht zu bewegen, Ihr solltet Euch nicht anfeinden. M├Âchtest Du es einl├Âsen?┬ź, fragte Verrill liebevoll und beugte sich ├╝ber Ciels Schritt.

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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#36

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 29. Jun 2018, 20:22

Adieu und Abflug


Er wusste wie Sex roch und er wusste dass er heute keinen gehabt hatte.
Ihre Vereinbarung war gebrochen worden. Die Vereinbarung besagte, dass nichts ohne das Wissen des anderen geschah.

Jemanden im Nachhinein zu informieren, war nicht das was er als Wissen wertete. Wobei er war nicht einmal informiert worden. Er hatte ihr gemeinsames Schlafzimmer betreten und seine Nase hatte ihn informiert. Er hatte seine Nase ins Bettzeug gedr├╝ckt und war angewidert und entt├Ąuscht zur├╝ckgewichen.

Auf die Frage ÔÇ×Wer?ÔÇť hatte er nichts weiter zur Antwort erhalten, als einen beschw├Ârenden Blick und Schweigen. Ein weiterer Grund, der seinen Blutdruck in ungeahnte H├Âhen schnellen lie├č.

Er ballte die F├Ąuste, bis seine Fingergelenke knackten. Wobei Ihr gemeinsames Schlafzimmer? Der Raum war gar nicht ihr gemeinsames Schlafzimmer, er geh├Ârte seiner besseren H├Ąlfte, er geh├Ârte allein Verrill.

Schlagartig d├Ąmmerte ihm, warum s├Ąmtliche M├Ąnner in seiner Familie neben ihren Ehefrauen eine Geliebte hatten. Bis auf einige Ausnahmen, aber wenn er genau dar├╝ber nachdachte, hatten auch diese Ausnahmen Geliebte. Sein Erzeuger Ansgar war noch mit seiner Mutter verheiratet und lebte mit seiner neuen Freundin zusammen. Sein Onkel Dave war mit Varmikan verheiratet, aber eigentlich geh├Ârte er zwei M├Ąnnern. Es gab keine Ausnahme und er war auch keine mehr.

Selbst sein Vater Brandur bildete da keine Ausnahme. Sie alle heirateten der Gabe, dem Stand und dem Geld entsprechend. Das Private suchten sie sich nach der Eheschlie├čung.

Er hatte sich niemanden gesucht, er wurde vor vollendete Tatsachen gestellt.
So wie stets, so wie immer.
Es ├Ąnderte sich nie.

Was Verrill ihm die ganze Zeit ├╝ber verwehrt hatte, hatte sie freim├╝tig einem anderen geschenkt. Wem, war eigentlich gleichg├╝ltig. Lin taxierte sie von oben bis unten, als k├Ânnte er auf ihrem K├Ârper lesen, wer sie angefasst und genommen hatte.

Es gab einige Kandidaten, die in Gregoire Verrills Beuteschema passten und die in ihrer Gunst standen. Einschlie├člich Melville de la Cantillion. Aber keiner der ├╝blichen Verd├Ąchtigen war am Hof. Was nichts bedeuten musste, Verrill konnte sich genauso gut einen neuen Spielgef├Ąhrten gesucht haben.

Aber f├╝r Linhard kam eigentlich nur ein Schuldiger in Betracht ÔÇô Ciel.

Von k├Ârperlicher Treue hatte Verrill ein anderes Verst├Ąndnis, das minderte allerdings nicht Linhards Schmerz und das Gef├╝hl hintergangen worden zu sein. Wozu vertrauten sie sich sonst alles an und hielten fest zusammen, wenn dies mit einem einzigen Akt ausgehebelt werden konnte?

Nun eigentlich interessierte ihn das auch nicht mehr. Das Warum zu ergr├╝nden war m├╝├čig, es machte den Betrug nicht ungeschehen. Aber weder konnte er Verrill noch Ciel bestrafen und eine Strafe machte es ebenso wenig ungeschehen, wie seine Wut und Entt├Ąuschung.

Aber ein Gedanke schlich sich wie ein nachtschwarzer Schatten in seine Gedanken und breitete dort seine ersten, zarten Wurzeln des Schreckens aus.
Was wenn Ihre Zweisamkeit Fr├╝chte getragen hatte?

Linhard sp├╝rte wie dieser Gedanke eine gut versiegelte T├╝r in seinem Verstand ├Âffnete und ihm die Welt jenseits seiner eigenen Beteuerungen zeigte. Eine Welt schw├Ąrzer als der Abgrund, mit all ihren Facetten und M├Âglichkeiten sich solcher Probleme ├Ąu├čerst befriedigend anzunehmen.

Der Pfad dahin war jedem Hohenfelde bekannt, er sang in ihrem Blut und sie fanden ihn zielsicher. Seine Anziehungskraft konnte seine Familie leiten, wie das Magnetfeld Asamuras Zugv├Âgel an den richtigen Zielort lotste.

Er sp├╝rte wie sich ein wahnsinniges Kichern in seinem Sch├Ądel ausbreitete und sich seinen Hals entlang nach unten k├Ąmpfte. Aber er hielt die Lippen fest verschlossen, denn ein einziges ver├Ąchtliches, irres Lachen trennten ihn davon den schwarzen Pfad zu beschreiten.

Es trennte ihn davon Verrill zu demonstrieren, wie weh sie ihm getan hatte mit all der Kunst, die einem Hohenfelde daf├╝r zur Verf├╝gung stand.

Linhards dunklen Augen bohrten sich in die hellblauen von Verrill.

Nur unter gr├Â├čter Anstrengung riss er den dunklen Schatten samt seiner Wurzeln aus seinen Gedanken und sperrte ihn dahin zur├╝ck, woher er gekommen war. Denn trotz allem liebte er Verrill und er wollte ihr nicht schaden.

Eigentlich hatte er es sich zur Aufgabe gemacht sie zu besch├╝tzen. Und ihm wurde klar, dass er dies vermutlich nur auf eine Art gew├Ąhrleisten konnte, er musste sie verlassen. Jedenfalls f├╝r eine gewisse Zeit um sicher zu gehen, dass dieses Abenteuer keine Fr├╝chte getragen hatte. Solange dies nicht feststand, musste er sich von ihr fernhalten. Was er im gegenteiligen Fall tun sollte, wusste er nicht.

Er schaue ihr noch einmal ins Gesicht, drehte sich wortlos um und verlie├č das Gemach.


****


Unterwegs zu den Stallungen z├╝ndete sich Lin eine Rauchstange an und inhalierte tief den bitteren Tabak, der ein klein wenig seine aufgew├╝hlten Nerven beruhigte. Er w├╝rde es so halten wie sein Gro├čvater Dunwin, er w├╝rde auf dem Papier verheiratet bleiben, seinen Pflichten nachkommen und sich eine neue Frau suchen. In Souvgane konnte er sogar diese Frau problemlos heiraten.

Mit seiner Hochzeit hatte er den h├Âchsten Titel angenommen, den jemals ein Hohenfelde erreicht hatte. Einen Titel der sogar unvergleichlich in der gesamten Sippe war, er war royal! Prince Linhard Xavier de Souvagne, Marquis von Hohenfelde. So etwas hatte bis dato niemand in seiner Sippe geschafft! Nicht einmal einer der Magier.

Dieser Titel war ein Monument, ein Berg aus Privilegien und Pflichten, er kam fast einer Allmacht gleich. Aber je h├Âher Berge waren, je eisiger waren sie auch. Daran bestand f├╝r ihn kein Zweifel mehr.

Als er seine Rauchstange aufgeraucht hatte, schnipste er den Stummel einfach beiseite. Einige Gardisten und Diener schauten etwas irritiert, hielten sich mit ihrer Meinung aber zur├╝ck.

Linhard machte entgegen seiner ersten Entscheidung einen Abstecher zum Hofmarschall. Er betrat die Amtsstube, in der es ehr nach einer H├Ąhnchengrillstube roch. Ger├╝che waren heute nicht seine Freunde, stellte Linhard fest, er hatte im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll davon. Er bat Adrien seinen Stab, sowie Verrill schriftlich dar├╝ber zu informieren, dass er nach Hohenfelde abgereist sei. Sein Stab sollte ihm bitte folgen und jemand sollte sich zeitgleich seines Pferdes Noir annehmen und es mitbringen.

Nach diesem Abstecher suchte Linhard den Stall von Aquillia auf. Lin sattelte sein Tier und f├╝hrte es nach drau├čen. Dort redete er beruhigend auf das gro├če Wesen ein und streichelte ihren Kopf. Er hatte heute Morgen erst einen gro├čen Rundflug mit dem Drachenhuhn unternommen, aber Auqilla war jederzeit f├╝r einen Rundflug zu haben.

Er konnte sie gut verstehen, auf ihrem R├╝cken f├╝hlte er sich frei und von allen Sorgen losgel├Âst. Linhard schwang sich in den Sattel und Auquillia hob mit einem Sprung und einem m├Ąchtigen Fl├╝gelschlag ab. Das Drachenhuhn gewann schnell an H├Âhe. Linhard lie├č das m├Ąchtige Tier einmal ├╝ber dem Hof von Souvagne kreisen.

ÔÇ×Adieu und AbflugÔÇť, fl├╝sterte er leise, klopfte Aquillia auf den Hals und flog Richtung Hohenfelde davon.


****


Aquilla flog mit ruhigen Fl├╝gelschl├Ągen Richtung Hohenfelde. Linhard genoss den Flug, auch wenn der Wind ihm die Tr├Ąnen in die Augen trieb. Seiner Meinung nach, war es der Wind und nichts anderes. Es war unsinnig nach Hohenfelde zu fliegen, falls ihn jemand suchte, war das die erste Adresse die man aufsuchen w├╝rde.

Er lie├č sein Drachenhuhn in einer gro├čen Schleife wenden und steuerte Naridien an. Der Flug dauerte einige Stunden, Aquilla flog hoch, so dass die Luft wirklich eisig wurde und Linhards Atem in wei├čen Wolken von seinen Lippen gerissen wurde. Dann endlich kam das Gebirge von Daijan in Sicht.

Linhard lie├č Aquilla tiefer gehen und suchend ├╝ber dem Gebirge kreisen. Als er das verborgene Tal von Wolfram entdeckte landete er mit seinem Drachenhuhn mitten im Tal. Lin blieb noch einen Moment auf Aquilla sitzen und schaute sich um.

Hierhin hatte es Brandur, Dunwin und ihn verschlagen. Wolfram hatte ihnen Unterschlupf gew├Ąhrt und es war eine der sch├Ânsten Zeiten seines Lebens gewesen. Jetzt lag das kleine Haus, wie das gesamte Tal verlassen da. Der Garten war bereits etwas verwildert, das Haus war dunkel.

Linhard ├Âffnete die Sicherheitsgurte und lie├č sich von Aquilla rutschen. Er musste sich an seinem Drachenhuhn festklammern, denn er ben├Âtigte einen Moment, bis er wieder richtig stehen konnte. Mit leisem ├ächzen rieb er sich die eingeschlafenen Beine und kraulte danach Aquilla, ehe er mit steifen Gelenken ins Haus stapfte.

Leer, kalt, unbewohnt - so lag das Haus vor ihm, dass damals mehr W├Ąrme ausgestrahlt hatte, als es das Herrenhaus je gekonnt hatte. Es war klein, geradezu beengt, aber irgendwie hatte hier jeder seine kleine Nische gefunden und hatte sich wohlgef├╝hlt.

Linhard z├╝ndete das Feuer im Kamin an und l├╝ftete etwas durch. M├╝de rieb er sich ├╝ber die Augen und machte es sich in Wolframs Schlafzimmer bequem. Lin zog sich bis auf die Unterw├Ąsche aus und kroch in das kalte Bett von Wolfram. Morgen fr├╝h w├╝rde er Aquilla etwas aus dem Vorratsschuppen holen. Einige Tage wollte er hier in der Ruhe des verborgenen Tals verbringen um ├╝ber Verrill und sich nachzudenken. Er vermisste Greg, aber mehr noch vermisste er seinen Paps Brandur und seinen Rat. Sein Magen knurrte, aber Linhard schob das Hungergef├╝hl zur Seite. M├╝de wickelte er sich in seinen Reisemantel und deckte sich damit zu. Die W├Ąrme des Kamins und das Prasseln des Feuers lullten ihn in einen friedlichen Schlaf.


****


Lin wachte mitten in der Nacht auf. Irgendetwas stimmte nicht. Seine Schulter tat ihm weh, ein seltsames schmatzendes Ger├Ąusch lie├č ihn aufhorchen. M├╝de drehte er den Kopf Richtung Kamin und blickte in ein gelbes Gesicht, dass tief und fest in seine Schulter gebissen hatte und Blut aus ihm nuckelte.

Kreischend sprang Linhard auf und schlug zeitgleich zu. Seine Faust traf mitten in das gelbe Gesicht und riss den Kopf seines Angreifers brutal in den Nacken. Kaum war Lin auf den Beinen, klappte er vor dem Bett zusammen. Gerade als er sich wieder aufrappeln wollte, war der gelbe Angreifer ├╝ber ihm und riss ihn brutal zur├╝ck ins Bett.

"Nai nai!", br├╝llte er wie besessen und hieb mit seinen spinnenartigen Fingern brutal auf Lin ein, um ihn gef├╝gig zu machen. Linhard warf sich herum, k├Ąmpfte sich ein St├╝ck frei und gerade als ihn der Gelbe wieder greifen wollte, knallte er ihm den Fu├č mit brachialer Gewalt mitten ins Gesicht.

Seine Schulter brannte wie eine Fackel des Abgrund und er sp├╝rte dass sein Hemd klatschnass war. Er musste bluten wie ein Schwein, aber er konnte kaum noch etwas sehen, alles war verschwommen. Lin krabbelte auf allen vieren Richtung Ausgang. Er stemmte sich an der Haust├╝r hoch, als er h├Ârte wie hinter ihm der gelbe Widersacher st├Âhnend auf die Beine kam und die Verfolgung aufnahm.

"Nai!", br├╝llte der Gelbe wie wahnsinnig und grabschte Linhards Fu├čgelenk. Wie wild zerrte er an ihm, um ihn von der T├╝r wegzubekommen. Linhard kreischte seinerseits auf und trat wie ein Maulesel um sich. Einer der Tritte erwischte den gelben Kerl seitlich vor den Kopf und lie├č ihn zur Seite fliegen.

Linhard riss die T├╝r auf und st├╝rzte nach drau├čen. Er stolperte mehr, als dass er rannte. Panisch schaute er sich nach Aquilla um. Auf allen vieren rannte er zum Vorratsschuppen und riss die T├╝r auf. Ein bestialischer Gestank schlug ihm entgegen, so als h├Ątte er gerade die T├╝r zum Abgrund aufgerissen.

Leichen.
Dutzende von ausgesaugten und verwesenden Leichen.

Linhard ├╝bergab sich ger├Ąuschvoll, wischte sich den Mund sauber und warf sich herum, nur um schnellstm├Âglich von diesem Vorratslager zu verschwinden. Er prallte gegen einen K├Ârper. Keinen Augenblick sp├Ąter, verpasste ihm der Gelbe einen brutalen Schlag in den Magen, der ihn zusammenklappen lie├č.

"Nai!", knurrte sein Angreifer geifernd und hasserf├╝llt, dabei entbl├Â├čte er zwei gewaltige Fangz├Ąhne.

Linhard ignorierte seinen rebellierenden Magen und kroch so schnell er konnte r├╝ckw├Ąrts. Lin knallte mit dem R├╝cken gegen die T├╝r sah gerade noch, wie der Vampir eine Keule hochriss und mit einem urgewaltigen Schrei auf ihn losging.

Der Vampir f├╝hrte den Hieb niemals zu Ende.

Es kam etwas in Sicht, dass sich Linhard zuerst gar nicht erkl├Ąren konnten. Etwas Riesiges schob sich von oben ├╝ber den gelben Vampir, eine blitzartige, schnappende Bewegung, ein gewaltiger Schnabel blitzte auf und der Vampir war nur noch ein kopfloser Torso der in sich zusammenbrach.

Vor ihm stand Aquilla sein Drachenhuhn. Erneut schnappte sie zu, erwischte den Torso in der Seite und schleuderte ihn wild hin und her, dass man die Knochen des K├Ârpers brechen h├Ârte. Urpl├Âtzlich lie├č sie ihn los und der kopflose Leichnam flog in der Nacht wie ein Geschoss davon.

"Aquilla", st├Âhnte Linhard und kroch auf sein Drachenhuhn zu.

Die gro├če Urvogelhenne legte den Kopf schief und be├Ąugte ihn mit einem Auge, ehe sie ihre gro├čen Schwingen um ihn schloss und ihn huderte. Linhard rollte sich zwischen den w├Ąrmenden Schwingen zitternd zusammen. Etwas stimmte nicht, etwas stimmte ganz und gar nicht mit ihm. Er rollte sich auf den Bauch und kotzte sich die Seele aus dem Leib.

Dann fiel es ihm schlagartig ein. Er war von einem Vampir gebissen worden, er wusste nicht wie viel Blut er verloren hatte, aber es musste viel sein, so schwach und erb├Ąrmlich wie er sich f├╝hlte. Wenn er jetzt einschlief war es vorbei, er w├╝rde als Blutsauger wieder aufwachen.

Mit letzter Kraft zerrte er sich an Aquilla hoch und klammerte sich an ihr Geschirr. Mehr tot als lebendig lenkte er sein treues Drachenhuhn zum n├Ąchst gelegenen Tempel. Vor den Stufen rutschte er von Aquilla, auf der Schwelle brach er zusammen.

Linhard wachte in einem kleinen Krankenzimmer auf, als die Morgensonne durch sein Fenster schien und ihn weckte. Eine uralte Heilerin stand vor ihm.

"Ihre Infectio vampirius demortuus wurde geheilt junger Mann. Sie hatten gro├čes Gl├╝ck, unwahrscheinlich gro├čes Gl├╝ck. Ihr Greif oder was das f├╝r ein Gesch├Âpf ist, hat vor dem Tempel randaliert, so dass wir Sie rechtzeitig gefunden haben. Soll ich irgendwen f├╝r Sie benachrichtigen lassen?", fragte die uralte Heilerin.

"Marquis Brandur von Hohenfelde in Beaufort - Souvagne, meinen Vater bitte. Und Danke", fl├╝sterte Linhard, ehe er m├╝de die Augen schloss und lautlos Auqilla f├╝r seine Rettung dankte.
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Re: Aufstieg der Blutnekromantie

#37

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Fr 29. Jun 2018, 20:46

Versorgung, Vergebung und Vers├Âhnung


Brandur von Hohenfelde
Der Knochendrache landete mit einem schabenden Ger├Ąusch auf der Wiese vor dem Tempel. Er schlitterte mehrere Meter und durchpfl├╝gte mit dem Brustkorb das Edreich, bis es sich zu einem Berg get├╝rmt hatte und das Fluggef├Ąhrt zum Stehen kam. Die mechanisch kalibrierbaren Fl├╝gel funktionierten sich in St├╝tzen um. Unter dem schwanengleich angehobenen Hals kroch ein junger Mann aus eine ├ľffnung, zerrte einen Koffer hinter sich her und eilte ins Innere des Tempels. Er fragte sich bis zu seinem Sohn durch, klopfte an der T├╝r des benannten Zimmers und trat vorsichtig samt dem Riesenkoffer ein. ┬╗Junge┬ź, begr├╝├čte er ihn besorgt. ┬╗Was machst du f├╝r Sachen?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard drehte seinen Kopf Richtung T├╝r und h├Ątte am liebsten vor Erleichterung losgeheult, aber das verkniff er sich. Stattdessen grinste er einfach nur breit und ├╝bergl├╝cklich, dass Brandur da war. "Paps!", rief er erfreut und musste kurz darauf husten. Er verfluchte innerlich die Rauchstangen, die er all die Jahre geraucht hatte. "Ich hatte Streit mit Verrill und bin abgehauen. Eigentlich wollte ich zu unserem Herrenhaus fliegen, habe mich aber umentschieden. Der gr├Â├čte Fehler meines Lebens. Ich flog zur├╝ck zum Tal, Du wei├čt, dort wo wir gl├╝cklich waren. Ich wollte einige N├Ąchte dort ├╝bernachten um den Kopf frei zu bekommen. In der Nacht hatte ich Schmerzen in der Schulter und als ich nachguckte, saugte ein gelber Vampir an mir! Es war fast zu sp├Ąt, da ich kaum noch Kraft hatte. Er muss schon einiges getrunken haben und ich war voller Blut und blutete stark. Ich habe mich nach drau├čen gerettet. Aber den Arsch hat mir Auqilla gerettet, mein Drachenhuhn. Der Kerl wollte mich erschlagen und h├Ątte es auch getan, h├Ątte sie nicht kurzen Prozess mit ihm gemacht und ihm den Kopf abgebissen. Ich flog hierher und brach zusammen. Und drau├čen machte sie Radau, dass man mich gefunden hat. Sie ist eine gute Seele", erkl├Ąrte Lin und nahm sich etwas zu trinken von dem kleinen Tisch. "Setz Dich zu mir", bat er seinen Paps.

Brandur von Hohenfelde
Brandur setzte sich zu seinem Jungen und streichelte ihm das kurze Haar. ┬╗L├Ąsst du sie wieder lang wachsen? Sonst mach ich denen hier Feuer unterm Hintern, dass sie dir einen Barbier schicken! Der Vampir wird Archibalds Simon gewesen sein, in den war Kasimir vernarrt. Ich wusste allerdings nicht, dass Simon inzwischen auch zu einem Vampir geworden war. Der arme Bub.┬ź Brandur sch├╝ttelte traurig den Kopf. ┬╗Was Archibald mit ihm getan hat, wei├čt du. Es ist ein anschauliches wie trauriges Beispiel f├╝r das Verderben, was dieser Mann bringt. Behalte das stets im Hinterkopf. Zum Gl├╝ck war Aquila zur Stelle. Um was ging es bei dem Streit mit Verrill, dass du derma├čen emotional geworden bist?┬ź Brandur streichelte w├Ąhrend des Gespr├Ąchs Linhards Haupt.

Linhard von Hohenfelde
Linhard mummelte sich in die Decke und rutschte ein St├╝ck her├╝ber, so dass sich Brandur zu ihm aufs Bett legen konnte, wenn er wollte. Lin schloss die Augen und dr├╝ckte seinen Kopf in die Hand von seinem Vater. Er ben├Âtigte mehrere Anl├Ąufe, ehe er die Sprache wieder gefunden hatte. "Er hat mich betrogen. Er sagte nichts, ich habe es gerochen, in unserem Schlafzimmer Paps. Aber dann ist mir eingefallen, es ist nicht mal unser Schlafzimmer. Es ist seins. Ich bin dazugekommen, wie ein Gebrauchsgegenstand. Er ist nichts anderes als ein Ansgar. Nur suchte er keinen Dolch, sondern einen Dildo", knurrte Linhard leise und schwieg einen Moment um sich zu sammeln. "Ich vermute Ciel war sein Liebhaber, wer sonst? Er war mal mit Melville zusammen, aber der war nicht am Hof und der wird nicht so dreist sein sich in anderer Leute Betten herumzutreiben. Und ich wei├č wie eine Frau riecht, er hat ihm gew├Ąhrt, was er mir nicht geben wollte. Warum wei├č ich nicht, aber er tat es. Ich habe ihn gefragt wer? Aber er hat nicht geantwortet. Warum sollte er auch, letztendlich macht es den Betrug nicht ungeschehen, wenn ich wei├č wer es war. Nur auf der anderen Seite komme ich mir so bl├Âde vor, nachher genau der Person ins Gesicht zu l├Ącheln, die mir H├Ârner aufgesetzt hat. Wer wei├č ob es Ciel war? K├Ânnte auch ein anderer gewesen sein, ein neuer Spielgef├Ąhrte. Er nimmt es mit der Treue anders. F├╝r ihn ist Treue zu jemanden zu stehen, das im Bett - das ist Spa├č. So kann man das nat├╝rlich sehen, aber f├╝r mich bedeutet Treue auch, dass wenn er sowas macht oder darf, dass man sich wenigstens an die Erlaubnis h├Ąlt. Ich h├Ątte ihm das niemals erlauben sollen mit Einverst├Ąndnis. Ich war einfach, naja ich wollte nicht als Spie├čer vor ihm dastehen und ich wollte ihn behalten. Gemeinsam einen Dreier zu schieben ist doch was anderes, als fremdgehen. Da geht man gemeinsam und hat zusammen Spa├č. Ich war so kurz davor ihm zu zeigen wo der Frosch die Locken hat, ehrlich. Ich musste mich derma├čen beherrschen ihn nicht zusammenzuschlagen. Ich habe es gelassen. Nicht weil ich w├╝sste dass er sich wehren kann, denn ich wei├č was er nicht kann oder wie er k├Ąmpft. Aber ich war so kurz davor durch das Tor zu gehen und einen wirklich ├╝blen Pfad zu beschreiten. Dann h├Ątte er nichts bekommen, nicht mal eine Ohrfeige, nur ein Lachen und eine Rache die sich gewaschen h├Ątte. Aber dann h├Ątten wir wohl Souvagne verlassen m├╝ssen, w├Ąre das aufgeflogen. Sonst Block. Und wof├╝r? Wof├╝r dass alles, weil er nicht nicht beherrschen kann? Nein. Daf├╝r m├╝ssen andere nicht leiden. Also dachte ich, verziehe Dich so lange, bis sicher ist, dass Verrill nicht schwanger ist. Dann siehst Du weiter. Nur falls sie es ist was dann? Und wenn ich weg bin, kann sie ja munter weiter spielen. Und was dann? Mich will sie ja scheinbar daf├╝r nicht. Keine Ahnung, irgendwie war alles verkorkst und ich dachte, bekomm einen klaren Kopf. Stimmt Simon! An ihn hatte ich nicht mehr gedacht, aber er war so anders, so ver├Ąndert. So wild und brutal und seine Z├Ąhne waren grauenvoll und haben in meinem Fleisch geschmerzt. Ja Arch hat ihn get├Âtet als er vier Jahre alt war. Simon lief als lebende Leiche herum, ein ewiges Spielzeug von Archibald. Und dann hat er es einfach bei Wolfram vergessen und aus seinem Opfer wurde eine t├Âdliche Falle f├╝r jeden. Der Vorratsraum Paps, er war voller Leichen. Simon muss gejagt haben wie ein Wilder. Er muss sehr viel Hunger gehabt haben. Aber das war mir gleich, ich wollte nicht als Abendbrot enden", st├Âhnte Linhard.

Brandur von Hohenfelde
Brandur folgte dem Wunsch seines Sohnes und legte sich neben ihn ins Bett. Der arme Junge brauchte den Trost seines Vaters und Brandur nahm seine Rolle sehr ernst, auch, wenn sie nun dank seiner Wiederbelebung k├Ârperlich gleich jung waren. ┬╗Lass uns zuerst an die Familie denken. Das musst du, als Familienoberhaupt. Erst danach kommt dein zu Recht gekr├Ąnkter Stolz. Welche Folgen k├Ânnte der Fehltritt schlimmstenfalls f├╝r die Familie haben? Ein Kind, im ung├╝nstigsten Fall ein Sohn, der nicht der deine ist, dir aber untergeschoben werden soll. Von daher ist k├Ârperlicher Abstand der richtige Weg, damit klar ist, von wem die Leibesfrucht stammt, sollte eine entstanden sein. An deiner Stelle w├Âllte ich schon aus taktischen Gr├╝nden erfahren, wer derjenige war. Halt es wie die Wigbergs, sammle alle Informationen, die du bekommen kannst. Vielleicht n├╝tzen sie dir dereinst. Bewusst die Augen zu verschlie├čen, ist weniger schmerzhaft, als genau hinzusehen, aber das kannst du dir nicht leisten. Wenn du es m├Âchtest, werde ich f├╝r dich fragen und es dir dann mitteilen. Dann ist es vielleicht leichter, als es selbst aus Verrills Mund zu h├Âren. Alternativ k├Ânnen wir auch zusammen hingehen. Die Frage ist nun: Wollt ihr zusammen gl├╝cklich werden oder nur miteinander verheiratet sein? Beides hat seine Vor- und Nachteile, aber ihr m├╝sst da am selben Strang ziehen, sonst werdet ihr beide ungl├╝cklich darob. Wie f├╝hlst du dich jetzt, k├Ârperlich und seelisch?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard freute sich, dass sich Brandur neben ihn legte. Er lehnte sich an und entspannte sich etwas. Die direkte N├Ąhe von Brandur tat ihm gut. "Du hast Recht und um keinen Unsinn anzustellen, wollte ich erst einmal Abstand gewinnen. Wie es mir geht? Auf den Punkt gebracht - Schei├če. Ich hatte zuerst den Gedanken, mir einfach selbst eine Frau zu suchen, mit der ich eine Familie gr├╝nde. Es w├Ąre ja m├Âglich, sprich dass ich eine Frau heirate und so weiter und mit Verrill verheiratet bleibe. Es w├Ąre eine Ehe auf dem Papier. Denn ich sehe nicht ein, warum ich wegen ihrem Fehltritt meinen Status aufgeben soll und damit alle Privilegien f├╝r uns. Sie hatte mich doch gefragt! Sie hat mir einen Antrag gemacht und ich bin sogar drauf eingegangen, obwohl ich sie zuerst rein f├╝r einen Mann hielt. Und ich habe mich bem├╝ht. Ich habe mich angestrengt, mit Greg klarzukommen, mich mit ihm anzufreunden. Zuerst war es f├╝r mich befremdlich jemandem so nahe zu sein, auch freundschaftlich. Aber dann, als wir Spa├č hatten, als wir gl├╝cklich waren, da war ich so froh, dass ich ihn hatte. Ich war gl├╝cklich. Nach langer Zeit das erste Mal wirklich gl├╝cklich, nach unserer Zeit. Und ich war nicht mehr ganz so alleine. Ich meine dass bin ich so gesehen ja nicht, aber ich habe niemand Vertrautes. Ich habe eine Familie, einen Bruder, einen Onkel und trotzdem h├Ąnge ich irgendwie immer allein in den Seilen. Auch wenn jeder sagt, dass muss ja nicht so sein. Klar, ich k├Ânnte auch auf die anderen zugehen. Aber mir kommt es so vor, als laufen die dann weg. Vielleicht auch nur meine Wahrnehmung, nach all dem Mist. Ich wei├č es nicht. Und Greg war f├╝r mich da. Er war liebevoll, er war mein bester Kumpel, er war mein Ein und Alles, wir waren dicke miteinander. Ich habe sogar geliebt auf seinem Schei├čsofa zu schlafen und ich habe nicht gewusst, dass man jemanden k├Ârperlich derma├čen vermissen kann. Man kann Paps. Und ich habe ihm doch erkl├Ąrt, warum ich jetzt ein Kind m├Âchte. Er sagte, dass muss er sich gut ├╝berlegen, wegen der Gesundheit und Gefahr und so. Das ist verst├Ąndlich, aber ist nur mein Kind in ihm gef├Ąhrlich? Oder wollte er einfach keines von mir? Das h├Ątte er ehrlich sagen k├Ânnen. Ich meine, ich h├Ątte mich dann auch gef├╝hlt, als h├Ątte er mir mit Anlauf in die Eier getreten. Aber ich h├Ątte gewusst woran ich bin. Wir hatten immer vor ein Kind zu bekommen. Vielleicht nicht selbst, aber er wollte eine Frau heiraten und ein Kind zeugen und ich sollte es ebenso. Mittlerweile frage ich mich, ob ich einfach nur Beiwerk f├╝r irgendwas bin. Alla - oh heute sieht das Schlafzimmer komisch aus. Irgendwas fehlt. Die Kommode? Doch die ist da. Der Beistelltisch? Doch ist da - ach der Lin fehlt! So komme ich mir vor. Wobei er den Tisch wohl ehr vermissen w├╝rde, da liegen ja seine B├╝cher drauf", knurrte Linhard und biss sich in die Hand.

Brandur von Hohenfelde
Brandur zog Linhard nachdr├╝cklich die Hand aus dem Mund. ┬╗Ich verstehe dich sehr gut. Aber momentan fu├čt dein ganzer ├ärger auf Mutma├čungen. Ich bin mit dem Wyvern hier. Wenn du dich gut genug f├╝hlst, bringe ich dich zur├╝ck nach Souvagne - und dort suchst du das Gespr├Ąch. Du bist ein Hohenfelde, auch wenn dein Name nun etwas l├Ąnger ist. Stell dich. Ich bin bei dir. Und du f├╝hlst dich noch immer allein, obgleich ich da bin und Verrill und auch dein Onkel Dave? Was vermisst du - Freunde? Hattest du nicht vor, dich mit Ciel und Remy anzufreunden?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin nickte knapp. "Ja das ist nur ein Gef├╝hl oft und ich wei├č dass es nicht stimmt. Als h├Ątte sich das festgesetzt irgendwie in meinem Kopf. Freunde h├Ątte ich schon gerne. Remy ist ein netter Kerl auch sein Kumpel Gaetano ist ein netter Bursche. Mit denen wollte ich mich anfreunden. Mit Ciel auch, aber ich glaube dass hat er nicht vor. Am liebsten w├╝rde ich mir die Decke ├╝ber den Kopf ziehen und warten bis es vorbei ist. Aber Du hast Recht, wir sind Hohenfelde, wir verlassen entweder erhobenen Hauptes das Schlachtfeld oder tot, aber nicht aus Feigheit. Ich glaube schon dass ich reisen kann. Niemand hat was anderes gesagt. Der Knochendrache, wei├čt Du noch wie wir mit Dunwin damals aus dem Herrenhaus vor Ansgar geflohen sind? Es scheint mir eine Ewigkeit her zu sein. Eine andere Zeit, ein anderes Leben. Es war komisch in Wolframs Haus. Es war dunkel, leer, kalt... wobei klamm trifft es eher. Es war auf einmal wie seelenlos ohne ihn und Euch alle. Es war nur noch eine H├╝lle und dann kam auch noch Simon aus seinem Loch geschlichen und fiel mich an. Echt, dass kann nur mir passieren oder? Ich k├Ânnte mitten im Nirgendwo stehen, da latscht mir einer auf den Fu├č", grinste Lin schief und wuchtete sich aus dem Bett hoch.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ja, mit Dunwin als Geist, das war schon eine lustige Zeit. W├Ąre sie nicht so blutig und d├╝ster gewesen, man k├Ânnte sie fast vermissen. Wei├čt du, wer noch fehlt? Dunwins und mein gro├čer Bruder. Dein Gro├čonkel Kunwolf. Er fehlt mir in letzter Zeit besonders. Wir sollten die Blunekromantie in unserer Familie f├Ârdern, f├╝r solch F├Ąlle. Wir k├Ânnten uns gegenseitig wiederbeleben, eine Armee von jahrhundertealten Hohenfeldes, schier unbesiegbar┬ź, schw├Ąrmte Brandur und blickte vertr├Ąumt aus dem Fenster. Er erhob sich und griff seinem Sohn unter den Arm. ┬╗Komm, Xavier. Wir reden mit Verrill, sondieren die Lage und dann halten wir erneut Kriegsrat.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Du meinst wir sollen ihn t├Âten? Er hat Leibw├Ąchter, auch wenn man sie nicht sieht und jeder der de Souvagnes wird von Himmelsaugen besch├╝tzt. Ich spreche nicht von Jules oder anderen die Du so kennst, sondern solche wie Parcival und anderen Oberen. Sie haben irgendwie ein mentales Auge auf sie. Ich vermute wenn ich Verrill wirklich t├Âdlich angreife, dann macht einer von denen dass, was Dave mit mir tat. Oder sie machen es nicht auf die Art. Ich vermute sie w├╝rden mir die Hirngr├╝tze kochen, das was Dave tat, w├Ąre dagegen wohl fast z├Ąrtlich. Ich m├Âchte ihn auch nicht t├Âten, daf├╝r bedeutet mir das Arschloch zuviel Paps. Ich wei├č dass ich anders sprach und ich bin tief entt├Ąuscht und w├╝tend auf ihn, aber ich m├Âchte seinen Tod nicht", fl├╝sterte Lin und klammerte sich an seinem Paps fest um sicheren Stand zu finden.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nein, das meinte ich nicht┬ź, sprach Brandur sehr ernst. ┬╗Ich meinte, was ich sagte - wir h├Âren uns an, was er dazu zu sagen hat und dann ├╝berlegen wir erneut, was nun zu tun ist. Ob du danach noch mit ihm verheiratet bleiben m├Âchtest und wenn ja, unter welchen Konditionen. Ob du dir vielleicht eine Geliebte suchst.┬ź Als Linhard sicher stand, ├Âffnete Brandur kurz den Koffer. Die kopflose Sexpuppe war darin. ┬╗Die hatte ich dir f├╝r alle F├Ąlle eingepackt, da ich nicht wusste, wie lange du bleiben w├╝rdest.┬ź Er schmunzelte und verschloss den Koffer wieder, ehe er Linhard nach drau├čen zum Wyvern f├╝hrte.

Linhard von Hohenfelde
Lin wollte gerade etwas erwidern, als sein Vater den Koffer ├Âffnete und die kopflose Sexpuppe offenbarte. Linhard musste losprusten und zwar derma├čen, dass er sich die Tr├Ąnen aus den Augen wischen musste. "Beim Abgrund, glaube mir, ich bekomme gerade noch einiges hin, aber dass nicht. Wobei sie hat was, beziehungsweise ihr fehlt etwas, was passend ist. Also zur Erkl├Ąrung, wenn ich mit Verrill nicht mehr zusammen sein m├Âchte, dann wird er im Palast leben und ich bei mir. Ich kann mich nicht von ihm trennen oder mich scheiden lassen. Wenn jemand eine Trennung vornimmt, dann er. Das gilt aber nicht nur f├╝r mich, dass gilt f├╝r jede Person die einen de Souvagne heiratet. Du kannst Dich nicht von ihnen trennen laut deren Hausgesetz. Was vermutlich klar ist, wie s├Ąhe das aus, wenn sich die Frau vom Duc scheiden l├Ąsst? Er kann sie vor die T├╝r setzen, aber sie kann nicht gehen. Ich kann auch nicht gehen, nur woanders wohnen und ein anderes Leben leben. Dennoch bleibe ich Verrills Mann, bis er die Schnauze voll hat, oder eben f├╝r ewig auf dem Papier. Allerdings dann auch mit den ├ämtern. Es ist mehr als eine Ehe verstehst Du Paps? Und ich wei├č ehrlich nicht was ich will. Doch wei├č ich. Ich w├╝nschte er w├╝rde sagen es tut ihm leid", gestand Lin als er neben Brandur herlief. "Gut, dass Du das so sagst. Ich wei├č es klingt j├Ąmmerlich und schwach, aber ich h├Ątte ihn nicht t├Âten k├Ânnen. Nicht ihn, genauso wenig wie Dich. Das geht nicht. Eine nette Vorstellung die m├Ąchtigsten Hohenfelde lebend vereint. Aber stell Dir dann auch vor, was jeder von ihnen versuchen wird. Dazu m├╝sstest Du die freundlichsten ausw├Ąhlen, rein die m├Ąchtigsten da w├Ąre auch Dein Vater drunter. Und der war nicht gerade kooperativ", erkl├Ąrte Lin freundlich. "Wir m├╝ssen Aquilla mitnehmen!".

Brandur von Hohenfelde
┬╗Aquilla, gut, dass du das sagst. Ruf sie, damit sie uns hinterherfliegt. Tut sie das? Du bist zu schwach zum Reiten, im Wyvern sind sch├Âne dicke Decken, kuschel dich da ein und ich ├╝bernehme den Rest. Mit diesen Puppen kann man auch kuscheln und schmusen, besonders, wenn man sie mit einem Geist beseelt. Man muss nicht intim werden mit ihnen. Mit meiner Viola habe ich gern getanzt, im leeren Tanzsaal der Nachtburg, w├Ąhrend Kasimir sang. Alastair wird sein Fett noch wegbekommen, das verspreche ich dir. Und wenn er in so einer Puppe landet, die ich an den letzten Widerling ver├Ąu├čere. Man m├╝sste geschickt planen, welche Hohenfeldes man zur├╝ckruft und sie nacheinander auf den Neuen Weg einschw├Âren. Wer nicht kooperativ ist, muss wieder gehen oder endet als blo├čes Werkzeug, wie es Alastair wird.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ja sie kann hinterher fliegen, wir k├Ânnen aber auch einen Ausbindez├╝gel nehmen und sie anleinen, dann kommt sie automatisch mit. Ich w├╝rde vielleicht nicht nur die Hohenfeldes in Betracht ziehen. Denk an Osmund, die Wigbergs an sich. Einen von Eibenberg w├╝rde ich mich h├╝ten, der stellt einem noch in Rechnung, was er da dr├╝ben alles verpasst hat. "F├╝r jede angefangene Stunde im Diesseits verlange ich 70 Taler", ├Ąffte Linhard Veyd nach und musste lachen. "Nein Spa├č beiseite, Du solltest Dich auch mit Osmund und Maghilia gut stellen. Bei Maghilia ist es vielleicht was schwieriger, aber Osmund ist ganz umg├Ąnglich. Irgendwie habe ich immer nur das Gef├╝hl bei ihm, als stehe ich einem moppeligen Ansgar gegen├╝ber. Wie Wolfi mal richtig sagte, da sieht man wie nah wir verwandt sind. Ansgar und Osmund k├Ânnten l├╝gen Vater und Sohn zu sein, dass w├╝rde keiner abstreiten. Was mich interessieren w├╝rde, w├Ąre jemand aus weiter Vergangenheit. Einer als die Siedler hier noch jung waren. ├ťberlege mal was er f├╝r ein Wissen haben m├╝sste", sagte Lin und pfiff auf den Fingern nach seinem Drachenhuhn. Es dauerte einen Moment, dann kam Aquilla um die Ecke gelaufen und be├Ąugte sie beide wie es H├╝hner tats├Ąchlich taten. Sie hatte immer noch ihr Geschirr um. Zur Begr├╝├čung str├Ąubte sie kurz die Feder und gab ganz leise Ger├Ąusche von sich. Lin streichelte sie ├╝ber den Hals und umarmte ihren Kopf. "Die einzige Frau auf die Verlass ist, ist ein Huhn. Und was f├╝r eins", grinste Lin und funktionierte ihre Gurte in einen Ausbindez├╝gel um, damit befestigte er sie am Knochendrachen. Er streichelte sie erneut, dann verschwand er im Gef├Ąhrt, w├Ąhrend Auqilla zur Probe auf den Knochendrachen pickte.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Gute Idee, man k├Ânnte viel lernen, das werde ich im Auge behalten┬ź, gr├╝belte Brandur, w├Ąhrend er Linhard in alle Decken wickelte, die er dabei hatte, so dass sein Junge aussah wie eine dicke, fette verpuppte Raupe. Er selbst war warm genug angezogen und nahm so Platz. Als das Huhn auf den Wyvern pickte, donnerte es und der ganze Korpus vibrierte. ┬╗Abflug nach Beaufort┬ź, befahl Brandur und der Geist im Gef├Ąhrt brachte es zum Fliegen. ┬╗Osmund und Maghilia sind viel f├╝r sich. Sie suchen die Gesellschaft nicht unbedingt, auch wenn sie recht umg├Ąnglich sind, sobald sie einmal anwesend sind. Ich denke auch, man sollte sie mehr ins Geschehen holen. Wohin ist eigentlich Archibald verschwunden? Wei├čt du etwas? Mich macht es misstrauisch, nicht zu wissen, was er gerade treibt.┬ź Der Wyvern bewegte sich schnell in Richtung Souvagne.

Linhard von Hohenfelde
Lin f├╝hlte sich geborgen wie ein Baby und genoss das Gef├╝hl. Er verriet es aber nicht, da er sich dabei albern vorkam. Er kuschelte sich noch tiefer in die Decken, so dass nur seine Augen rausschauten. "Ja Osmund war immer freundlich zu mir, Maghilia wollte mich stets umbringen, daraus hat sie nie einen Hehl gemacht, bis zu Deiner Beerdigung, da hat sie wohl begriffen, worum es uns wirklich ging. Ich finde auch, wir sollten sie mehr einbinden. Das Wissen der beiden ist enorm und ich w├╝rde sogar behaupten, dass jeder f├╝r sich Mag wie Ossi m├Ąchtiger sind als Alastair, denn beide leben noch. Und sie leben weit l├Ąnger als ein Mensch doch lebt. Das haben sie sicher mit Magie hinbekommen. Keine Ahnung wie, aber man kann Magie abzapfen, also ich meine Leben. Das hatte Dave vor f├╝r Pavo. Du kennst den alten Goblin. Er war auch immer gut zu mir, hat sich f├╝r Vers├Âhnung eingesetzt und mir meist in der Heilstube was zugesteckt, was nicht so ganz legal war, aber geil. Archibald... ja Archibald. Da kann ich mittlerweile nur Jesper zustimmen. An dem Kerl ist ein alter Kater verloren gegangen. Kommt und geht wie er will, er informiert niemanden und wenn er Lust hat, legt er Dir tote M├Ąuse vor die T├╝r. Nur sind das dann keine M├Ąuse, erinnere Dich was er tat um uns zu "helfen". Das h├Ątte er mal lieber gelassen. Ich bin im Moment eh nicht gut auf ihn zu sprechen. Sein Erbrelikt h├Ątte mich fast in einen Vampir verwandelt, w├Ąre die alte Olga nicht gewesen und Aquilla. Ich wei├č nicht wo er ist, was er treibt und was er denkt. Manchmal wenn ich ihn brauche ist er da, h├Ârt zu und ich f├╝hle mich unglaublich wohl in seiner N├Ąhe. Manchmal k├Ânnte ich ihn einfach erdolchen. Aber das ist immer nur dann, wenn er weg ist. Seine N├Ąhe ist irgendwie anziehend und verst├Ârend, findest Du nicht auch? Ich habe keine Ahnung was er treibt, aber er sagte nicht bescheid. Vielleicht hat er auch wem bescheid gesagt, nur ich wei├č mal wieder nichts. W├Ąre zu typisch", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Nein, ich finde Archibald kein Bisschen anziehen┬ź, sagte Brandur entschieden und dann schwiegen sie eine Weile. Erst, als der Wyvern vor dem Palast landete, ergriff Brandur erneut das Wort. ┬╗Such dir einen anderen, zuverl├Ąssigeren Schwertmeister.┬ź Er half Linhard aus seiner Verpuppung und f├╝hrte ihn am Arm durch den Palast, w├Ąhrend ein Diener sich mit dem Koffer abm├╝hen musste und die Stallburschen sich um das Drachenhuhn k├╝mmerten. Brandur klopfte an Verrills T├╝r.

Linhard von Hohenfelde
Linhard musterte Brandur und nickte knapp. "Ich wei├č, ich habe so meine Probleme mit ihm. Er kann einen gut um den Finger wickeln. Aber ich werde mir einen neuen Schwertmeister suchen und einen Leibdiener Paps, versprochen", fl├╝sterte Lin und wartete ab. Einen Augenblick sp├Ąter ├Âffnete Gaston die T├╝r, l├Ąchelte erleichtert und trat direkt zur Seite. "Bitte kommt rein", bat er Brandur und Linhard. Lin atmete einmal durch und betrat mit Brandur die Gem├Ącher von Verrill.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Das solltest du dir abgew├Âhnen. Kein Hohenfelde sollte sich von irgendwem, egal wem, um den Finger wickeln lassen. Das ist unsere Aufgabe und nicht die unseres Gegenpbers. Danke┬ź, sagte Brandur anschlie├čend k├╝hl zu Gaston. ┬╗Verrill?┬ź Er schaute sich suchend um. ┬╗Mein Sohn m├Âchte gern mit dir sprechen.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Gaston nickte freundlich und klopfte ans Schlafzimmer. "Herr Euer Mann und Euer Schwiegervater w├╝nschen Euch zu sprechen", sagte Gaston und ├Âffnete die T├╝r. Verrill rieb sich m├╝de die Augen, stand auf und schickte Gaston mit einem Handzeichen fort. Gregoire gesellte sich zu Linhard und Brandur. Er blieb knapp vor beiden stehen, unschl├╝ssig wie er jetzt handeln sollte. Man sah ihm eindeutig an, dass er Lin am liebsten umarmt h├Ątte. "Hier bin ich", sagte er leise.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Setzen wir uns┬ź, bestimmte Brandur. ┬╗Mein Sohn hat Grund zur Klage, wie er mir mitteilte. Du hast laut mir vorliegender Information nach Art einer Frau mit jemandem geschlafen, der nicht dein Ehegatte ist - ohne es mit diesem abzusprechen. Entspricht dies den Tatsachen oder irrt mein Junge sich?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Greg: Verrill setzte sich aufs Sofa und machte eine einladende Geste. "Nein er irrt sich nicht und ich h├Ątte es ihm auch erkl├Ąrt, aber er stand kurz vorm Platzen und ich dachte ein falsches Wort und wir gehen uns gegenseitig an die Kehle. Also schwieg ich, damit wir uns beide beruhigen k├Ânnen. Er wei├č es, ich habe es nicht geleugnet, ich hatte Sex ohne es ihm vorher zu sagen. Unsere Vereinbarung war eine andere, aber es war nicht einfach Sex mit irgendwem. Es war ein altes Versprechen, dass ich mir mit jemandem gegeben hatte. Es hatte eine Bedeutung. Aber das spielt im Moment keine Rolle, denn ich m├Âchte dass Lin wei├č, dass ich ihn liebe. Ich h├Ątte ihn vorher fragen sollen und es tut mir aufrichtig leid. Ich habe ihn vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich wei├č nicht was ich sagen soll Brandur, au├čer dass es mir leid tut und dass ich Angst um ihn hatte als er ├╝ber Nacht nicht nach Hause kam", gestand Verrill und musterte die beiden.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schaute Verrill an. "Ich war derma├čen w├╝tend, weil Du geschwiegen hast Greg! Ich m├Âchte wissen wer es war, ansonsten vermute ich einfach Ciel. Und der Akt an sich ist nicht das Schlimme, sondern der Betrug. Dass Du es hinter meinem R├╝cken getan hast. Ich habe Dir wohl immer alles gegeben, was Du wolltest, gleich ob ich Schiss hatte oder nicht. Und dann das? Was f├╝r ein Versprechen? Du bist mein Mann. Wobei... bist Du mein Mann oder bist Du meine Frau? Dann s├Ąhe die Sache ja anders aus nicht wahr?", fragte Linhard lauernd.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte anerkennend, als Verrill die Wahrheit so freim├╝tig zugab. ┬╗Dass ihr offen miteinander redet, ist das Wichtigste, wenn ihr beide eine Ehe w├╝nscht, die auf Liebe basiert und nicht auf Zweckdienlichkeit. Ist es denn so? Liebt ihr einander und w├╝nscht, dass der andere euch liebt? Dann sollet ihr auch entsprechend miteinander umgehen. Es stimmt traurig, euch nun so zu sehen, wo ihr doch eigentlich meines Erachtens bislang ganz anders zueinander standet. Bitte beantworte Xaviers Fragen, Verrill. Ich denke, sie tragen entscheidend zur Kl├Ąrung der Sache bei.┬ź

Linhard von Hohenfelde
"Ja ich liebe ihn und ich m├Âchte nicht, dass er geht. Nein ich bin nicht Deine Frau Linhard, ich bin Dein Mann - offiziell bin ich der zweite Sohn in der Thronfolge. Ich habe nur etwas mehr, nichts weniger. Also versuch es nicht dar├╝ber, sprich ich m├Âchte mich mit Dir einigen. Aber ich werde mich nicht einfach von Dir herumkommandieren lassen, dazu hast Du nicht das Recht. Ich h├Ątte es in einigen F├Ąllen, Du bist angeheiratet. Aber ich m├Âchte von meinem Recht gar keinen Gebrauch machen. Du hast zur Zeit noch gar keine Pflichten, bis auf die Drachenhuhnzucht, die man wohl als Pflicht und sch├Ânes Hobby sehen kann. An die anderen Pflichten wollte ich Dich heranf├╝hren und Du kannst auch w├Ąhlen, was Dir liegt. Also lass den Unfug, ich wei├č dass ich Dir wehgetan habe, aber das bringt uns nicht weiter. Du bist hier, dass hei├čt Du m├Âchtest auch nicht dass es vorbei ist. Ich wei├č, ich habe Dir den Hof gemacht und Dir den Antrag gemacht. Und ich habe unsere Vereinbarung gebrochen. Du m├╝sstest nicht mal hier sitzen, Du k├Ânntest Dich zur├╝ckziehen und nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Gleichg├╝ltig was ich Dir befehle oder welches Amt ich Dir ├╝bertrage, Du k├Ânntest einfach Dienst nach Vorschrift machen, wir sind verheiratet und das war es. Aber das m├Âchtest Du nicht, denn Du bist hier. Und ich m├Âchte es auch nicht, ich k├Ânnte es nicht ertragen. Du hast Recht Brandur, wir standen anders zueinander, er ist mein Mann und daran hat sich f├╝r mich nichts ge├Ąndert. Ich liebe ihn, er ist wie gesagt mein Mann, mein Kumpel, er ist alles. Bevor ich Euch sage wer es war, sage ich dazu, dass die Sache von mir ausging. Er hatte vorher noch gesagt, dass er nun mit jemandem zusammen ist und es mit ihm versuchen m├Âchte. Und ich habe die Sache in die Hand genommen und mit ihm geschlafen. Ja es war Ciel", gestand Gregoire ein.

Linhard von Hohenfelde
Linhard lehnte sich zur├╝ck und dr├╝ckte sich zeitgleich gegen Brandur. "Du hast echt Nerven Greg. Hast Du mal ├╝ber die m├Âglichen Konsequenzen nachgedacht? Nun dass ich Dir ein bisschen von der Schei├če zur├╝ckgebe die Du angefangen hast, ist doch wohl klar. Aber um eines vorneweg zu nehmen, ich will Dich auch nicht verlieren. Ich bin zwar stinksauer und ich w├╝rde Dich am liebsten bestrafen, aber ich kann es nicht, ich werde es nicht und... naja das eben", knurrte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur war erleichtert, dass die beiden sich noch liebten. Alles andere h├Ątte ihm von Herzen wehgetan f├╝r die beiden, vor allem aber f├╝r seinen Sohn. ┬╗Wie stellt ihr euch nun die Zukunft vor?┬ź, wollte er wissen. ┬╗Was, wenn die Verbindung Fr├╝chte tr├Ągt, Verrill? W├╝nschst du und dein Bruder euch eine Wiederholung oder war das eine einmalige Sache? Und, was mich besonders interessieren w├╝rde - warum er? Warum nicht Xavier? Und warum ghinter dem R├╝cken deines Mannes?┬ź

Gregoire
"Dazu muss ich etwas ausholen und es wird Lin nicht ganz schmecken", gestand Gregoire ein. "Wenn wir dabei sind reinen Tisch zu machen, dann mach es ganz und zwar jetzt", warf Lin ein und nahm Brandurs Hand. Er war vor, dass es Verrill genau so sah wie er, zeitgleich w├Ąre er am liebsten losgest├╝rmt und h├Ątte Ciel in den Arsch getreten. "Nun Ciel und ich stehen anders zueinander, mehr als Geschwister. Er hat sogar in Erw├Ągung gezogen mich zu heiraten, anstatt Olivie. Er war die zweite Person die ich ins Vertrauen gezogen habe. Freiwillig. Mein Vater und meine Mutter wussten es, logischerweise, aber ihm habe ich vertraut. Eine weitere Person wei├č davon, da wir einst zusammen waren. Und ich wollte einmal auf diese Art und Weise lieben, auch wenn ich es mir sonst versagt habe. Ich hatte stets Angst davor, komplett ich zu sein, sprich mich als das zu zeigen was ich bin. Also zeigte ich nur meine m├Ąnnliche H├Ąlfte, so wie es mir Vater sagte. Eben zum Selbstschutz. Aber ich wollte nicht nur als Mann lieben. Ich wollte nicht nur eine Frau besteigen oder mich als Mann besteigen lassen, ich wollte es einmal auf diese Art erfahren und auch in meinen Gef├╝hlen komplett werden. Und ich hatte nicht vor es Dir ewig zu versagen Lin. Ich wollte es Dir gew├Ąhren, aber ich wollte es Dir dann geben, wenn Du bereit bist es nur f├╝r uns beide zu tun. Du solltest mich lieben, weil Du Lust hast mich zu lieben. Aber Du hast Dich manchmal aufgef├╝hrt wie ein Deckhengst und das hat mich vergrault. Du hast gefragt, Du h├Ârst die Antwort. Gut dass h├Ątte ich Dir auch vorher sagen k├Ânnen, aber Du bist manchmal sehr direkt und fordernd. Also w├Ąhlte ich Ciel f├╝r mein erstes Mal als Frau, da es ihm um unsere Zweisamkeit und um unser Gef├╝hl ging. W├Ąre es Dir darum gegangen, oder nur darum ein Kind zu zeugen? Ich habe ihn gefragt, ob er von unserer Vereinbarung Abstand nehmen m├Âchte. Ob er selbst m├Âchte oder ob er Dir den Vortritt l├Ąsst. Er hat Dir den Vortritt gelassen. Und darum w├Ąhlte ich ihn f├╝r das Erste Mal Lin", erkl├Ąrte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Lin leckte sich ├╝ber die Lippen und atmete ruhig durch. "Ist Dir mal der Gedanke gekommen, dass ich mit Dir ein Kind m├Âchte, weil ich Dich liebe? Ginge es nur um das Kind, da h├Ątte ich jede andere anbumsen k├Ânnen und Geld auf den Tisch gelegt. Ja ich will am besten gestern ein Kind mit Dir. Warum? Weil ich in meiner Familie nicht wei├č was morgen ist. Aber ich wollte es mit Dir Verrill, nicht ein Kind, sondern unser Kind. Aber ich wollte Dich auch nicht derma├čen bedr├Ąngen. Das nun... das war mein Fehler, ich bin halt keiner der lange wartet", gestand Lin ein.

Brandur von Hohenfelde
Brandurs eisiges Gesicht wurde etwas weicher, als Verrill seine Gef├╝hle darlegte. ┬╗Deine Gef├╝hle kann dir niemand in Abrede stellen. Aber hast du an die von deinem Gatten gedacht? Es h├Ârt sich egoistisch an, wenngleich zu aufgrund deiner Gef├╝hle handeltest. Du h├Ąttest es Xavier sagen k├Ânnen, vorher, dass er dir zu aufdringlich erscheint und dich das abschreckt. Wie m├Âchtest du in Zukunft mit Ciel umgehen? Nurmehr br├╝derlich oder weiterhin auch in k├Ârperlicher Verbundenheit? Und was geschieht, solltest du nun sein Kind im Leibe tragen? Wie soll deine und Xaviers Ehe weitergehen? Und wie sollen Ciel und Xavier sich je wieder in die Augen sehen?┬ź

Gregoire
"Es h├Ârt sich nicht nur egoistisch an, ich war egoistisch Brandur. Es ging einmal einfach nur um mich, was ich f├╝hle, was ich wollte, worauf ich Lust hatte. Gleichg├╝ltig dessen, wer oder besser gesagt was ich bin. Eigentlich wollte ich es gar nicht mit Ciel allein tun. Mein Gedanke, also mein Wunsch war, es mit beiden zu tun, da ich f├╝r beide sehr viel empfinde. Aber Linhard ist mein Mann und auch Ciel zweifelt es nicht an. Er selbst ist in einer gl├╝cklichen Beziehung und auch daran habe ich nicht gedacht. Noch weniger, ich habe seinen Einwand bewusst ignoriert. Ich wei├č nicht, was ich tun soll, sollte ich von Ciel schwanger sein. Aber das Kind k├Ânnte doch nichts daf├╝r oder? F├╝r meine Ehe w├╝rde ich mir w├╝nschen, dass mir Xav verzeiht und auch Ciel verzeiht. Es lag nicht an ihm, sicher er h├Ątte ablehnen k├Ânnen. Aber dazu lie├č ich ihm nicht die geringste Chance. Wenn einer Schuld war, nun dann ich. Weder Du Lin, noch Ciel oder ein eventuelles Kind. Ich h├Ątte mit Dir dar├╝ber sprechen m├╝ssen, dass Du mal einen Gang runterf├Ąhrst und ich h├Ątte Ciels Einwand akzeptieren k├Ânnen. Das habe ich nicht und ich wollte es auch nicht, jedenfalls letzteres wollte ich nicht. Ich wollte einfach... von ihm geliebt werden. Ich hoffe, dass sie sich wieder in die Augen sehen k├Ânnen. Soll ich ihn herholen zur Aussprache?", fragte Greg und rutschte n├Ąher zu Linhard auf.

Linhard von Hohenfelde
"Nein dass W├╝rmchen k├Ânnte nichts daf├╝r, aber Du kannst auch nicht verlangen, dass ich das Kind von Ciel gro├čziehe. Ich w├╝rde Euch nicht als Eltern reinfunken, aber ich w├╝rde mich Null um das Kind k├╝mmern. Das ist wohl klar. Es ist sein, also ist es seine Aufgabe", mauerte Lin, w├Ąhrend ihn Greg ziemlich nerv├Âs anstarrte.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. ┬╗Das kann man wahrlich von niemandem erwarten, wissentlich einen Kuckuck aufzuziehen, noch dazu, wenn er unter solchen Voraussetzungen entstand. Bitte lass nach Ciel schicken, wenn wir schon einmal dabei sind. So kann die Sache ein f├╝r alle Mal gekl├Ąrt und hoffentlich aus der Welt geschafft werden.┬ź

Gregoire
Verrill nickte knapp, ging kurz nach drau├čen und schickte einen der Gardisten zu Ciel um diesen zu holen. Dann setzte er sich wieder Linhard und Brandur gegen├╝ber. "ÔÇ×H├Âr mal, Du kannst mich nicht die ganze Schwangerschaft ├╝ber h├Ąngen lassen, Du hast mir etwas anderes versprochen. Zudem, gleichg├╝ltig wer der Vater ist, dass Kind ist auch von mir. Du warst auch damit einverstanden, dass ich als Vater ein Kind zeuge. Das hei├čt, dieses Kind ist dann auch von mir und einer anderen, n├Ąmlich einer Frau. Mit dem Kind m├Âchtest Du dann auch nichts zu tun haben Linhard?ÔÇť, fragte Verrill verstimmt. ÔÇ×Vergleich nicht ├äpfel mit Birnen Verrill! Das war eine Abmachung zwischen uns beiden, dass Du Vater werden kannst. Aber Ciel als Kerl ranzulassen, ist allein auf Deinem Mist gewachsen, also halt mich da raus!ÔÇť, antwortete Lin sch├Ąrfer als beabsichtigt. Greg schaute Linhard als, als h├Ątte ihn dieser geohrfeigt. ÔÇ×In Ordnung, das hei├čt Du k├╝mmerst Dich erst um das Kind, wenn Du wei├čt dass es Deins ist, korrekt?ÔÇť, fragte Verrill bitter. ÔÇ×RichtigÔÇť, stimmte Lin zu. ÔÇ×Gut, was m├Âchtest Du im schlimmsten Fall tun, falls es tats├Ąchlich von Ciel ist?ÔÇť, hakte Greg entt├Ąuscht nach. ÔÇ×Ich? Gar nichts, wie ich Dir gerade klipp und klar sagte, Ihr seid die Eltern von dem Kleinen, also k├╝mmert Ihr Euch auch um das Kind. Und falls Dein lieber Ciel das nicht m├Âchte und Du alleine nicht klar kommst, dann ├╝berreichst Du es einer Amme. Daf├╝r gibt es diese Frauen. Ich meine bei unserem Kind h├Ątte Dich auch eine Amme unterst├╝tzt, weil Du nach der Geburt schwach sein wirst und weil Du keine Milch hast. Sie w├╝rde uns unterst├╝tzen und sich gemeinsam mit uns um das Kleine k├╝mmern. Meinen Part ├╝bernimmt Ciel, wenn es sein Kind ist. Und ├╝bernimmt er ihn nicht, ├╝bernimmt ihn die Amme komplett. Ich werde kein fremdes Kind aufziehen oder lieben. Du verlangst ein bisschen viel Verrill. Wenn ich Dir sage, dass ich mir ein Kind vor Dir w├╝nsche, dann meine ich damit, dass ich es gezeugt habe und nicht ein andererÔÇť, hielt Linhard dagegen. ÔÇ×Liebst Du mich?ÔÇť, fragte Verrill. ÔÇ×Komm mir nicht so, dass ist Erpressung. Du wei├čt dass ich Dich liebe, aber das hat nichts damit zu tun, dass ich den Kuckuck von Ciel betreueÔÇť, knurrte Lin. ÔÇ×EhrlichÔÇŽ es w├Ąre doch trotzdem von mir! Genau wie es von mir und sagen wir Magdalena w├Ąre!ÔÇť, knurrte Verrill zur├╝ck. ÔÇ×Nein ist es nicht!ÔÇť, schnauzte Linhard. Verill blinzelte und musterte Lin. ÔÇ×W├╝rdest Du mir in der Schwangerschaft tats├Ąchlich nicht beistehen? Falls Du das nicht m├Âchtest, was ist, wenn es von Dir ist? Ich f├╝hle mich gerade ziemlich beschissenÔÇŽÔÇť, fl├╝sterte sie. ÔÇ×Da f├╝hlen wir ja gleich, ist doch schon mal was!ÔÇť, giftete Lin zur├╝ck. ÔÇ×Keine Antwort ist auch eine AntwortÔÇť, gab Verrill zur├╝ck und wischte sich die Tr├Ąnen aus den Augen. ÔÇ×VerrillÔÇŽÔÇť, st├Âhnte Lin, ÔÇ×meine G├╝te, lass uns jetzt nicht streiten. Ja ich stehe Dir bei falls Du schwanger bist, egal von wem es ist verdammtÔÇť.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klopfte, wartete nicht darauf, dass man ihm die T├╝r ├Âffnete, sondern trat sofort ein. Er wirkte noch steifer und angespannter als sonst. ┬╗Verrill. Linhard. Brandur┬ź, gr├╝├čte er knapp und setzte sich dazu. ┬╗Ich kann mir denken, worum es geht. Was m├Âchtet ihr von mir h├Âren? Habt ihr schon eine Entscheidung gef├Ąllt?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Ciel an, als wollte er ihn filetieren. "Du kannst mir sicher erkl├Ąren, warum Du meinen Mann durchgenommen hast ja? Verrill hat gestanden, dass es alles von ihr ausging und dass Du nicht wolltest. Sie Dich aber ├╝berzeugt hat. Da musste man Dich sicher nicht gro├č zu ├╝berzeugen, ich sage nur Schlafzimmerschrank! Zudem wolltest Du mir die Ehre ├╝berlassen der Erste zu sein. Was hat Dich davon abgehalten, genau das zu tun? Sie, er, ES ist mein Partner!", schnauzte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗So etwas Pers├Ânliches, wem sie die Entjungferung ├╝berl├Ąsst, ist doch allein ihre Entscheidung und sie erw├Ąhlte mich. Sollte ich ein solches Geschenk, eine solche Ehre ausschlagen? Zudem ging ich davon aus, dass ihr beide das miteinander abgesprochen hattet?┬ź Fragend blickte Ciel zu Verrill her├╝ber, die leise weinte. Er verkniff es sich, sie zu tr├Âsten, um Linhard nicht noch w├╝tender zu machen.

Linhard von Hohenfelde
"Nicht ganz korrekt lieber Ciel! Solange sie unverheiratet ist, kann sie rumhuren solange und mit wem sie m├Âchte. Und sich auch von jedem dem sie m├Âchte als Erste nehmen lassen. Aber sie ist verheiratet. Er ist mit mir verheiratet. Ich m├Âchte gerne wissen, wie er sich gef├╝hlt h├Ątte, wenn ich vor unserer Hochzeitsnacht mich h├Ątte in den Arsch ficken lassen zur Probe. Na? Wie wohl? Da hat er mich noch gefragt. Aber er selbst, hat andere Rechte? Ich verlange nicht mal, das er es l├Ąsst, ich habe nur verlangt, dass man mich informiert. Und ich bin in Euren Augen vielleicht pr├╝de, aber ich halte es nicht f├╝r pr├╝de, wenn man wissen m├Âchte mit wem der eigene Ehepartner Sex hat. Wie ich meinem Vater sagte, wenn man gemeinsam loszieht, wie in einen Spa├čclub, wo man sich gemeinsam vergn├╝gt, da hat man es gemeinsam entschieden. Das Schlimme ist nicht, was Ihr getan habt, sondern wie! Heimlich hinter meinem R├╝cken, als w├Ąre ich der Dumme. Nun das war ich ja auch f├╝r Euch. Sonst h├Ąttet Ihr mich ja vorher informieren k├Ânnen. Ich denke gerade Du solltest das verstehen, kleiner Denkansto├č - Nathan. Was st├Ârte Dich da? Na? Ich sage es Dir, dass man Dich nicht informiert hat. Und genau das st├Ârt mich auch, Gregoire Verrill ist MEIN Mann, MEIN Partner, also werde ICH gefragt, kein anderer. Sonst h├Ątten wir wohl nicht heiraten brauchen, wenn er als wie ein Junggeselle leben m├Âchte oder? Weiter im Text, was wenn sie schwanger ist und Dein Kind austr├Ągt. Wer k├╝mmert sich um es?", fragte Lin grantig und verschr├Ąnkte die Arme vor der Brust.

Gregoire
"Es...", murmelte Verrill und nahm sich einen Keks den sie langsam a├č.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Linhard, h├Âr auf, in diesem Ton von meiner Schwester und deinem Ehemann zu sprechen! Sonst werde ich dir Manieren beibringen! Wir sind hier unter uns und reden privat, doch das hei├čt nicht, dass du dich derart im Ton vergreifen darfst! Ich ging davon aus, dass deine Erlaubnis zu diesem Akt vorliegt, nie w├Ąre ich dir sonst zuvorgekommen. Ich habe Ehre im Leib und Hinterh├Ąltigkeit ist nicht meine Art. Unter diesen Umst├Ąnden hast du nat├╝rlich Recht, du h├Ąttest informiert werden m├╝ssen. Warum Verrill das nicht tat, kann ich nur mutma├čen ... vielleicht, weil sie dein Nein f├╝rchtete. Oder vielleicht, weil es zwischen uns so pers├Ânlich war, dass es nicht geplant werden sollte. Wir planen sonst alles, jede Minute unseres Tages, unsere Hochzeiten, unsere Liebschaften, unseren Beischlaf ... und diesmal war es etwas, wo wir dem Herzen folgten. In dem Fall warst du der Leidtragende. Linhard, es tut mir leid, ich bin von den falschen Voraussetzungen ausgegangen. Sollte ein Kind ...┬ź Er musste schlucken. ┬╗Verrill? Du hast doch darauf geachtet, nicht in den fruchtbaren Tagen zu sein, oder?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard h├Ârte Ciel zu, zuerst schwoll ihm der Kamm, aber was Ciel danach sagte, machte Lin nachdenklich. Ihr Leben war genauso wie seines gewesen. Durchgeplant und fremdbestimmt, wenn auch zu einem anderen, zu einem guten Zweck. Dennoch war es trotz allem Reichtums ein schwieriges Leben. Den Reichtum und die Macht gab es nicht umsonst. Wo sich der normale Mensch keine Gedanken manchen musste, machten sie sich Gedanken um eine ganze Nation. Der sch├Âne Schein, war nichts weiter als ein winziger Tropfen auf einem hei├čen Stein der Verantwortung und der Arbeit. Lin nickte zustimmend, als Ciel davon sprach, dass er h├Ątte gefragt werden m├╝ssen. "Ja ich glaube Dir, ich m├Âchte es nicht, ich m├Âchte weiterhin w├╝tend auf Dich sein um Dir die Schuld in die Schuhe schieben zu k├Ânnen, aber dass ist ein kleinliches Verhalten. Ich glaube Dir, dass Du davon ausgegangen bist, dass Du es durftest. Du hast zwar manchmal ein seltsames Verhalten, aber wenn Du uns auseinander bringen wolltest, h├Ąttest Du mich vor der Hochzeit nicht aus meinem Suff zur├╝ckgeholt. Ich entschuldige mich f├╝r meine Wortwahl bei Euch beiden, besonders bei Dir f├╝r das ES. Ich war einfach so verletzt, dass ich Dich zur├╝ckverletzen wollte Verrill. Dabei m├Âchte ich doch sonst genau das verhindern. Beantworte bitte Ciels Frage", sagte Lin umg├Ąnglich.

Gregoire
"Ja habe ich", log Verrill, schaute dabei aber keinen an, sondern fand schlagartig die Muster auf den Keksen hochinteressant.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lehnte sich erleichtert zur├╝ck, schloss einen Moment die Augen und atmete durch. Das Letzte, was er gewollt h├Ątte, w├Ąre, seine Schwester in Lebensgefahr zu bringen durch eine Leibesfrucht. Er ├Âffnete die Augen und setzte sich wieder aufrecht hin. Er r├Ąusperte sich leise. In seinem bleichen, spitzen Gesicht spiegelte sich die Sorge. Er reichte Linhard die Hand. ┬╗Such dir eine Wiedergutmachung aus. Frieden?┬ź

Gregoire
"Ich habe gelogen, nein habe ich nicht. Ich habe auf gar nichts geachtet, ich habe nicht gedacht, nicht nachgedacht und nicht lange ├╝berlegt. Sondern ich habe gar nicht ├╝berlegt, sondern nur gef├╝hlt und aus dem Gef├╝hl heraus gehandelt. So es ist raus", verk├╝ndete Verrill, w├Ąhrend Lin sie mit offenem Mund anstarrte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erstarrte mitten in der Bewegung und zog seine Hand wieder zur├╝ck, die er nun stattdessen dazu benutzte, sich ├╝ber das Gesicht zu streichen, um zu verbergen, wie die Verzweiflung ihn ├╝bermannte. Er riss sich binnen eines Wimpernschlags zusammen und als die Bewegung vollendet war, war sein Gesicht wieder neutral. ┬╗Wichtig w├Ąre, im Zweifelsfall festzustellen, wessen Kind du austr├Ągst, um weitere Streitigkeiten zu vermeiden. Wann ... wann k├Ânnen wir fr├╝hestens erfahren, ob du ein Kind unter dem Herzen tr├Ągst?┬ź

Gregoire
"In neun Monaten", knurrte Verrill und musterte Ciel und Lin giftig. "Sch├Ân dass Ihr Euch so einig seid!", schmollte sie.

Linhard von Hohenfelde
"Langsam!", sagte Lin und musterte Brandur hilfesuchend. "Dass kann man doch vorher untersuchen oder nicht? Und h├Âr auf jetzt rumzuzicken. Wir versuchen eine vern├╝nftige L├Âsung zu finden und gerade wo es funktioniert, zickst Du Greg. Also komm. Du m├Âchtest dass wir zusammenbleiben, ich m├Âchte es, Ciel m├Âchte es hoffentlich auch. Das hei├čt es muss auch etwas von Dir kommen. Also hast Du nun drauf geachtet oder nicht? Oder ├Ąrgerst Du uns gerade zur├╝ck, beziehungsweise mich f├╝r meinen fiesen Kommentar?", fragte Lin so ruhig wie m├Âglich.

Gregoire
"Ja Ihr habt Recht, ich kann zu Benito gehen und mich untersuchen lassen. Er k├Ânnte es feststellen, oder auch Ciel, indem er nachsp├╝rt ob dort ein weiters Leben ist, falls es schon ein Leben w├Ąre. Ich bin gerade nur etwas mit den Nerven fertig. Eben sagtest Du noch, Du w├╝rdest mir beistehen, dann wieder nicht. Ginge es nicht, dass Ihr mir beide beisteht? Ich meine selbst dann, wenn wir unser Wunschkind h├Ątten? Ginge das nicht?", bat Greg.

Linhard von Hohenfelde
"Doch das geht und ich stehe zu meinem Wort, aber ich muss ja nicht gleich Ciel jede Verantwortung abnehmen. Das sollte dann schon Hand in Hand geschehen, oder?", sagte Lin und schaute Ciel fragend an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte nun ebenfalls entgeistert in ihr Gesicht. ┬╗Liebling ...┬ź Er korrigierte sich. ┬╗Schwesterchen. Linhard und ich sind uns einig dahingehend, dass wir eine L├Âsung f├╝r den Wenn-Fall brauchen! Das ist doch gut. Ich bin f├╝r dich da, so oder so. Immer. Ich gab dir mein Wort, lange bevor wir so f├╝reinander empfanden. Und sollte ich Vater deines Kindes sein, werde ich alle entsprechenden Pflichten wahrnehmen, ohne Wenn und Aber. W├╝nschst du, dass ich nachsp├╝re, wie es um dich steht?┬ź, fragte er erstickt.

Linhard von Hohenfelde
"Ich werde ebenso immer f├╝r Dich da sein, wie versprochen, aber bitte denk zuk├╝nftig nach. Gef├╝hle sind sch├Ân und gut und man soll ihnen auch nachgeben. Aber das Verrill geht nicht. Gut ich vermute woher es kommt. Sich ewig verstecken zu m├╝ssen bewirkt nur eines, es bricht sich seinen Weg frei. Lass Ciel nachsp├╝ren Greg, mach f├╝r uns alle", sagte Lin ernst.

Brandur von Hohenfelde
Brandur konnte momentan nicht viel als Schlichter beitragen. Aber er ber├╝hrte das Bein seines Sohnes, indem er sein eigenes Bein dagegenlehnte, damit er sp├╝rte, dass er f├╝r ihn da war. ÔÇ║Du bist nicht alleinÔÇ╣, hie├č diese Geste. Ihm selbst war mehr als mulmig zumute und es geh├Ârte viel dazu, einem Brandur Angst einzujagen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Soll ich?", fragte Ciel leise und kapselte in diesem Moment seine ganze Wahrnehmung ab, um es nicht schon versehentlich zu ├╝berpr├╝fen. Er f├╝rchtete, was er sehen k├Ânnte.

Gregoire
Greg nahm Ciels Hand und legte sie auf ihren Bauch. "Einverstanden, sp├╝re nach und Danke f├╝r Euer... Verst├Ąndnis. Ja so ist es auch, einmal einfach man selbst sein und zwar ganz. Aber das h├Ątte ich Euch auch sagen k├Ânnen. Es war schon einmal ganz ├Ąhnlich als ich das blaue Kleid trug, da warst Du nur Millimeter davon entfernt es geschenkt zu bekommen Lin, da h├Ątte ich es gerne mit Dir geteilt. Ich habe mich unfair Euch allen gegen├╝ber benommen, Frieden bitte", sagte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Frieden┬ź, wisperte Ciel und dr├╝ckte seine Finger sanft auf Verrills Unterleib. Seine Finger waren kalt und zitterten etwas. Seine Wahrnehmung drang tief in sie hinein. Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf Verrills Herz, das sein Blut durch ihre Adern pumpte, die gro├čen Venen hinab und in ihre Geb├Ąrmutter hinein. Dort sp├╝rte er nach, ob sie st├Ąrker durchblutet war als sonst, denn das potenzielle Kind h├Ątte nat├╝rlich noch keinen eigenen Blutfluss. Die Wahrnehmung w├╝rde ungenau sein, aber eine Wahrscheinlichkeit lie├č sich daraus ableiten.

Linhard von Hohenfelde
Linhard erwiderte die Geste von Brandur und war mehr als dankbar daf├╝r. Er hoffte inst├Ąndig, dass nichts geschehen war und dass sie sich alle wieder auss├Âhnen konnte. Er beschloss, die Sache dann so zu sehen, als w├Ąre er informiert worden. Das bereitete ihm zwar Magenschmerzen, aber die waren immer noch ertr├Ąglicher als Greg zu verlieren oder ihn wie ein H├Ąufchen Elend da sitzen zu sehen. Normalerweise war er taff und meist sogar ziemlich frech. Aber jetzt war er v├Âllig durch den Wind und das tat Lin weh. Das was sonst seine St├Ąrke ausmachte, oder ihn zu mehr machte, als so manch anderen, hatte ihnen fast das Genick gebrochen. "Du solltest das Gesetz schreiben Ciel... ich wei├č davon... Dein Plan, es w├Ąre nicht einfach nur ein Gesetz, es w├Ąre ein Geschenk... Greg ist sonst nicht so, manchmal kommt es an die Oberfl├Ąche und er wird ...sensibel. Er sollte es immer an der Oberfl├Ąche tragen d├╝rfen. Zumindest wenn er m├Âchte, damit sowas nicht erneut entsteht. Dass ist vergleichbar mit einer Di├Ąt. Sich etwas permanent zu versagen hei├čt, irgendwann frisst man alles", gab Lin zu bedenken. "Frieden zwischen uns...", sagte Lin ehrlich.

Gregoire
Ciel sp├╝rte, dass noch einmal alles gut gegangen war. Er erinnerte sich zudem daran, dass Greg bei ihrem letzten Streit, der gar nicht so lange her war ihre Tage hatte. Sie war nicht in ihrer furchtbaren Zeit und es war auch nichts geschehen. Nichts, bis auf dass, das sie beide sich hemmungslos und voller Leidenschaft geliebt hatten. Und das bereute Verrill nicht, nur wie es zustande kam, dass bereute sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte ├╝ber ihren flachen Bauch. Und lie├č es sich nicht nehmen, sie auf die Wange zu k├╝ssen. ┬╗Es scheint noch einmal gut gegangen zu sein. Ich sp├╝re nichts. Aber ich werde sicherheitshalber in einer Woche noch einmal nachsp├╝ren, ja? Ich glaube aber, es ist alles beim Alten.┬ź Erleichtert setzte er sich wieder normal hin. Gleichzeitig merkte er aber auch, dass er, entgegen aller Vernunft, Trauer empfand. ┬╗Du hast Recht, ich darf das Gesetz nicht l├Ąnger auf die lange Bank schieben. Schlag eine Wiedergutmachung vor, Lin┬ź, sagte er, um sich abzulenken.

Linhard von Hohenfelde
Linhard nickte und setzte sich auf die andere Seite von Verrill und k├╝sste sie ebenfalls. "Habe ich gerade, schreibe das Gesetz f├╝r Verrill und all jene die so sind wie sie. Das ist Deine Wiedergutmachung. Greg plante einst uns beide mit ins Bett zu nehmen. Du hattest nicht abgelehnt, ich habe nicht abgelehnt. Es ging nicht um den Akt, es ging um den Betrug. Ich werte das des Friedens willens jetzt so, als h├Ąttet Ihr mich gefragt. Und ich gehe sogar einen Schritt weiter. Sollten wir je ein Kind haben, Verrill und ich wirst Du sein Patenonkel. Ich sage bewusst sollten wir je - denn ich werde Dich nicht mehr dr├Ąngen und ich werde auch nicht mehr danach fragen. Und ich werde Dir auch nicht st├Ąndig aufs Brot schmieren, wovor ich Angst habe. Das ist mein und nicht Dein Problem Verrill. Und das Problem existiert nicht mehr, es ist sowas wie ein Nachklang, wie Magier etwas nennen. Bei mir ist es der Nachklang einer Erinnerung, die sich eingebrannt hat. H├Ątte sie es nicht, w├Ąre ich nicht mehr am Leben. Drum, falls Du je m├Âchtest, sagst Du mir bescheid. Ansonsten lass uns einfach wieder Freunde, Geliebte und ein Paar sein. Lass uns Spa├č haben und uns lieben. Und Du Ciel, lass uns endlich miteinander auskommen", sagte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wechselte die Sofaseite und setzte sich neben Linhard. Er umschlang ihn mit den Armen und dr├╝ckte ihn fest. Er legte seine Wange an Linhards K├Ârper und genoss einfach, dass sie sich wieder vers├Âhnt hatten, obgleich die Situation mehr als schwierig war. Dann stockte er. "Du bist verletzt und hast viel Blut verloren!"

Gregoire
Verrill umarmte sie beide mit. "Das ist eine sehr sch├Âne Wiedergutmachung und eine absolut selbstlose Geste. Erst Deine Ciel und nun seine. Das Gesetz w├╝rde mich auch sehr freuen und nebenbei bemerkt, ich m├Âchte ein Kind von Dir Lin. Du darfst auch weiterhin fragen, nur bitte nicht alle f├╝nf Minuten und bei jedem Sex. Gib mir ein bisschen Zeit, dann musst Du auch nicht so lange warten. Was hei├čt er hat Blut verloren?", fragte Greg alamiert.

Ciel Felicien de Souvagne
"Viel", beharrte Ciel und tastete nach Linhards Schulter. "Hier ist die Austritts├Âffnung."

Linhard von Hohenfelde
Linhard umarmte alle beide. Er freute sich besonders ├╝ber Ciels Umarmung und genoss es sichtlich. "Das was Ciel sagte Verrill, ich w├Ąre fast gestorben. Ich wurde von einem Vampir angegriffen und ausgesaugt. In letzter Minute konnte ich mich retten. Wobei ich mir nicht selbst das Leben gerettet habe, sondern Aquilla. Ich wollte einen klaren Kopf bekommen, wollte zuerst nach Hohenfelde fliegen, flog aber dann zu Wolframs altes Haus. Dort wohnte aber leider ein Vampir. Was ich nicht wusste. Also ich mich dort nachts zur Ruhe legte, wachte ich auf, als er aus mir trank. Ich konnte mich mit M├╝he und Not nach drau├čen retten und da wollte der Kerl mir den Sch├Ądel einschlagen. Gerade als er soweit war, hat Aquilla ihn gek├Âpft. Sie hat ihm den Sch├Ądel abgebissen und sie hat mich zum Tempel geflogen. Dort machte sie L├Ąrm, da ich vor dem Tempel zusammengebrochen bin. Und so fanden mich die Heiler. Eine alte Heilerin hat mich vom Vampirismus befreit. Sie hat mir auch gesagt, wie es richtig hei├čt, aber das habe ich wieder vergessen. W├Ąre ich nicht so schnell im Tempel gewesen, w├Ąre ich tot oder ein Vampir", erkl├Ąrte Linhard. "Und als es mir besser ging, hat mich die Heilerin gefragt, wen sie benachrichtigen soll. So hat mich Paps Brandur abgeholt. Ja ich habe geblutet wie ein Schwein, mein ganzes Hemd war nass vor Blut. Seine Z├Ąhne waren Messerscharf, nicht nur die Vampirz├Ąhne", sagte Lin. Und schlagartig fiel ihm ein, wer Simon das Haifischmaul verpasst hatte. Archibald! Als Versuchskaninchen f├╝r sich selbst. Lin stieg die Galle hoch, als er sich vorstellte, wie es sich anf├╝hlen musste von Arch bei lebendigem Leib gefressen zu werden. "Derya wohnt in Obenza, sie ist die Tochter von Archibald. Die Frau die... Ihr wisst schon", sagte Lin tonlos. Er hatte sich f├╝r seinen Paps Brandur, seine neue Familie und gegen Archibald entschieden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog Linhards Kleider ├╝ber die verletzte Schulter hinab und begutachtete die Wunde. Er verschwand kurz im Bad und als er wiederkehrte, hielt er mit einer Hand sein Handgelenk umklammert. "Tut mir leid, Ferrau", murmelte er. "So viele Sorgen f├╝r deine kleine Seele..." Er setzte sich zu Linhard, kuschelte sich wieder an ihn und bat: "Stillhalten." Er lie├č ihren Blutfluss eins werden und dann lie├č er seine Wunde los, so dass sich ein Blutschwall ├╝ber Linhard ergoss. Ciel legte die Hand darauf und Linhard sp├╝rte, wie die Schmerzen nachlie├čen. Ciel hingegen wurde m├╝de.

Brandur von Hohenfelde
Fasziniert beobachtete Brandur das Treiben und pr├Ągte sich alles sein. So funktionierte also Blutmagie. Sie brauchten wahrlich einen Bluthexer in der Familie, mindestens einen, besser mehr! "Dann lasst uns Derya doch holen", sagte er l├Ąchelnd.

Linhard von Hohenfelde
Lin starrte erstaunt wie gebannt auf das was Ciel tat und hielt ihn dabei ganz fest, damit er nicht umfiel. "Was soll ich machen?", fragte er einfach in den Raum hinein, da er keinen besonders ansprach, sondern davon ausging einer wird schon einen Tipp haben. "Ciel wird danach Ruhe ben├Âtigen und er bekommt eine kr├Ąftigende Br├╝he aus Rindfleisch und Leber", sagte Greg entschieden, fast ganz wieder in alter Form, der wissende B├╝cherwurm. Liebvoll k├╝sste er Ciel auf die Stirn und musterte besorgt die Wunde. "Ein Vampir... und alles nur wegen mir", keuchte er und streichelte Linhard. "Naja Du hast ihn nicht zum Vampir gemacht oder mich gezwungen dort zu ├╝bernachten. Verrill Du baust oft Schei├če, gro├če Schei├če, aber so gigantische Schei├če baut nur einer - Arch. Und bitte, bem├╝h Dich nicht ihn zu ├╝bertrumpfen", l├Ąchelte Lin gequ├Ąlt. "Versprochen", grinste Verrill zur├╝ck und st├╝tzte Ciel von der anderen Seite. "Wir m├╝ssen Derya doch gar nicht holen Paps. Ich muss ihr doch nur mitteilen, dass ich bereit f├╝r den Deal bin. Die alte Vereinbarung war, ein Kind. Also treffen wir uns auf neutralem Boden und dann haben wir sie. Warum jagen, wenn man die Beute auch anlocken kann?", schlug Lin vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du musst nichts machen, Linhard, au├čer neues Blut zu bilden, denn das kann ich dir nicht ersetzen, nur die Wunde verschlie├čen", sagte Ciel m├╝de, rutschte an Verrill herunter und legte sich der L├Ąnge nach aufs Sofa. "Ach, doch. Ein was kannst du tun. Bitte schicke jemanden nach meinem Ferrau."

Linhard von Hohenfelde
"Ich gehe gleich selbst hin und was kann ich f├╝r Dich tun? Ist diese Infektion ganz aus mir heraus?", fragte Lin besorgt. Er hatte nicht vor, an einem anderen Tag gem├╝tlich vor die T├╝r zu treten, die frische Morgenluft einzuatmen und zu einem Aschehaufen zusammenzufallen.

Brandur von Hohenfelde
Brandurs L├Ącheln wurde breiter. "Fast wie in alten Zeiten, Xavier, nur diesmal nicht gegen die Familie, sondern deren Feinde." Dass Archibald eigentlich auch ein Familienmitglied war, ignorierte er. "Ich freue mich darauf, Derya willkommen zu hei├čen."

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist vollst├Ąndig geheilt. W├Ąrst du ein Vampir, w├╝rde ich das sp├╝ren", erkl├Ąrte Ciel.

Linhard von Hohenfelde
"Ich mich ebenso, mal sehen ob ihm auff├Ąllt, wenn der Rei├čzahn fehlt. Oder ob ihm das genauso gleichg├╝ltig ist, wie Simons Schicksal. Der konnte im Grunde gar nichts daf├╝r, dass er mich angefallen hat. Er war hilflos und hungrig. Aber trotzdem war er brandgef├Ąhrlich, der ganze Vorratsraum voller Leichen und die waren verwest. Du kannst Dir das Bild nicht vorstellen. Er hat Archibalds Kellerordnung kopiert. Er hat genau das getan, mit den Resten, wie er es von seinem Sklavenhalter gelernt hat. Ich wei├č nicht was mich mehr anwiderte", gestand Lin.

Gregoire
Verrill streichelte Ciel beruhigend durch die Haare. "Zum Gl├╝ck, kann man Vampirismus im Nachhinein noch heilen, oder ist es dann zu sp├Ąt?", fragte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nur sehr kurzzeitig und nur die Priester der Ardemia. Vielleicht k├Ânnte es Benito? Du musst ihn mal fragen. Ich wei├č den genauen Zeitraum nicht, es d├╝rften ein oder zwei Tage sein, ehe es zu sp├Ąt ist. Im Zweifel fragt meinen Lehrer, er wei├č so etwas, ihn k├Ânnt ihr alles fragen, es gibt nichts, was er nicht wei├č."

Linhard von Hohenfelde
"Ich wei├č nicht, was f├╝r eine Heilerin sie war, aber sie hat mich geheilt und mir geholfen. Ich werde irgendwann zur├╝ckkehren und mich noch einmal richtig bedanken. Aber daf├╝r muss ich mich wieder richtig gesund f├╝hlen. Das hat sie verdient. Es war eine ganz alte Frau. Benito ist der Bruder von Dantoine unserem Haus und Hof Heiler. Er wird es vermutlich k├Ânnen, sein Bruder ist schon topp", gestand Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nicht so topp wie Alexandre", erwiderte Ciel m├╝de grinsend. "Jetzt hol mir bitte meinen Ferrau. Sich bei der Dame zu bedanken ist sehr anst├Ąndig von dir. Mach das."

Linhard von Hohenfelde
"Wegen dem Gesetz, mir ist das noch aus einem anderen Grund wichtig. Ich h├Ątte gerne mal mit Eurem Vater, Deiner Mutter oder einem Heiler deswegen gesprochen. Es w├Ąre ja m├Âglich, dass unser Kind auch eine Sohn-Tochter wird. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit? Was die Sicherheit angeht, da habe ich Dir gesagt, dass Du einen ganzen Bereich f├╝r Dich hast, wo alles sicher ist. Sogar mit kleiner Heilstube. Ich bin gleich wieder da", sagte Lin und k├╝sste beide, ehe er seinen Vater lange und fest dr├╝ckte und ihn auch k├╝sste. "Danke f├╝r alles. Warte hier auf mich", bat er und ging schnell Ferrau holen. Einige Minuten sp├Ąter kam er mit dem Leibdiener im Schlepptau zur├╝ck. Ferrau st├╝rzte sofort zur Couch und nahm Ciels Hand. "Was ist mit ihm geschehen?", fragte er mit Tr├Ąnen in den Augen. "Er hat meinen Mann gerettet, er war schwer verletzt. Also er hat Magie angewandt", erkl├Ąrte Greg freundlich. "Ciel?", fragte Ferrau besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grinste einfach nur gl├╝cklich, setzte sich schief und wacklig auf und umarmte Ferrau ganz fest. "Jetzt ist alles wieder gut, aber ich werde bald Glatze haben. F├╝r die n├Ąchsten Wochen gibt es rohe Leber zum Fr├╝hst├╝ck und Schabefleisch mit Ei zum Mittag. Sei so gut und denk daran, ja? Und nimm mir die Kekse weg." Er gab Ferrau wieder etwas frei, um Linhard vern├╝nftig antworten zu k├Ânnen. "Du hast vollkommen Recht. Ich werde das schnellstm├Âglich angehen und wenn nicht, hast du die Lizenz, mir in den Hintern zu treten."

Gregoire
"Linsen sind auch blutbildend soweit ich wei├č, dann ist das Essen nicht ganz so langweilig", schlug Lin vor. Ferrau nickte zustimmend. "Ja das habe ich auch mal geh├Ârt. Und das bisschen pupsen ist nicht schlimm, Hauptsache Du wirst wieder richtig gesund. Ich werde mir genau merken was Du essen sollst und es Dir servieren. Ich werde s auch Fabien sagen, damit es Dir schnell wieder besser geht", sagte Ferrau gl├╝cklich. "Wir achten alle mit drauf. Statt Kekse kann ich Dir ja mal Frikadellen braten, dass mache ich gerne. Die M├Âglichkeit dass mein Kind so wird, besteht ja. Ebenso dass ich es nicht auf normalem Weg entbinden kann, sondern aufgeschnitten werden muss. Sprich man muss meine Bauchdecke ├Âffnen", antwortete Verrill und Ferrau fiel ohnm├Ąchtig um.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte gerade noch nach Ferraus Kleidern grabschen, so dass dieser nicht wie ein Stein zu Boden fiel, sondern der Fall gebremst wurde. Er rappelte sich auf. "Typisch. Jetzt ├╝bertreibt er es aber endg├╝ltig mit seiner Arbeitsunlust. Ich wollte nur, dass er da ist, er sollte nicht mal was machen. Wer hilft mir, meinen Leibdiener zur├╝ck in mein Quartier zu verbringen?"

Linhard von Hohenfelde
"Er bleibt hier", grinste Lin und r├╝ttelte Ferrau wach, so dass seine Haare noch mehr abstanden als ├╝blich. Ferrau blinzelte irritiert und rieb sich dann die Augen. "Wieso sollte man Euch aufschneiden Herr... mir wird schon wieder schwarz... sagte Ferrau sackte weg. Lin sch├╝ttelte ihn erneut, bis Ferrau zu sich kam. "Das erkl├Ąren wir Dir ein anderes mal, aber so weit wird es nicht kommen. Vorher muss Verrill was anderes machen, genauso schrecklich aber ges├╝nder", grinste Linhard breit. "Und das w├Ąre?", fragte Greg misstraurisch. "Gymnastik", prustete Lin, was auch Greg loswiehern lie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog seinen halb bewusslosen Leibdiener wieder zu sich aufs Sofa. "Ich dachte, du hilfst mir, meine Wunde zu verbinden, aber das kann wohl jemand anderes machen", st├Âhnte Ciel und zeigte Ferrrau seinen blutenden Unterarm.

Ferrau
Ferrau erhob sich wackelig und wankte ins Bad. "Ich suche Verbandszeug", rief er hilfslos. "W├Ąre einfacher Du fragst jemanden der da ist", grinste Greg und ging Ferrau hinterher. Er kramte das Verbandszeug heraus und reichte es dem Leibdiener. Ferrau nickte dankbar, kehrte gemeinsam mit Greg zu Ciel zur├╝ck und verband fast fachm├Ąnnisch die Wunde seines Herrn. "Alle sind krank und irgendwie verletzt, dass sorgt mich", sagte er mit sorgenvoller Miene. "Ich habe frischen Nudelsalat f├╝r uns machen lassen mit sch├Ânem bunten Gem├╝se", erkl├Ąrte er Ciel und kuschelte sich an ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Etwas besch├Ąmt grinsend legte Ciel den Arm um Ferrau. Sp├Ątestens jetzt, da Ferrau von sich aus angekuschelt kam, wusste jeder, der es noch nicht gewusst hatte, was Sache war. Ciel k├╝sste ihn fest. "So", schnurrte er.

Linhard von Hohenfelde
Lin zog fragend eine Augenbraue hoch, w├Ąhrend Greg sich seinerseits an Lin anlehnte und ihn k├╝sste. "Ihr seid ein sch├Ânes Paar", sagte er liebevoll und schmiegte sich fester an Lin. "Eigentlich hatte ich vor Dir mal vorzuschlagen ebenfalls Brandur zu heiraten. Wusstest Du das?", fragte Lin und k├╝sste Verrill auf den Kopf. Greg blinzelte erstaunt und guckte Ciel an. "Der Witz ist alt, zudem mag ich Brandur sehr", gab Greg zur├╝ck, was nun Lin dumm aus der W├Ąsche gucken lie├č.

Ciel Felicien de Souvagne
"Er ist alt und unlustig", erwiderte Ciel. "Sogar Fabien tratscht ihn schon breit." Er bekam rosige Wangen, als Verrill ihm bescheinigte, ein sch├Ânes Paar mit Ferrau zu bilden. "Danke", sagte er ganz leise und dr├╝ckte Ferrau fest an sich. "Aber pst."

Linhard von Hohenfelde
"Ehm in Ordnung", sagte Lin baff und schaute Brandur an. Er zuckte leicht die Schultern und fragte sich woher Fabien das wusste und wieso er es rumtratschte. Irgendwie war das ziemlich verr├╝ckt. Lin dr├╝ckte Verrill ganz fest an sich. "War nicht als Witz gemeint. ├ťberlege es Dir. Und ├╝berlege Dir ob wir Magdalena kennenlernen. Die hattest Du vorgeschlagen und ich hatte sie damals auch ausgesucht, noch lange bevor ich ├╝berhaupt nach Souvagne kam. Und denk dran, Deine Bibliothek bei uns einzurichten, am besten gemeinsam mit Paps", schlug Lin Verrill und Brandur vor. Ferrau legte sich zu Ciel auf das Sofa. Er war ja im Moment kein Deiner und bediente sich bei den Keksen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wir schlafen hier eine Runde, ja?", erwiderte Ciel m├╝de. Er hatte so viel Blut verloren in letzter Zeit, eigentlich hatte er ├╝berhaupt keine Blutmagie wirken wollen f├╝r die n├Ąchsten Monate. Bedauernd fuhr er sich durch sein immer d├╝nner werdendes Haar. "Wirst du mich auch mit Glatze noch lieben?", fragte er Ferrau kaum h├Ârbar, der neben ihm Kekse schnurpste.

Brandur von Hohenfelde
"Ich stehe f├╝r Fragen und f├╝r ein pers├Ânliches Kennenlernen zur Verf├╝gung", erkl├Ąrte Brandur und verneigte sich etwas vor Verrill. "Sofern ihr eine Entscheidungshilfe ben├Âtigt."

Linhard von Hohenfelde
Ferrau nickte, "Sogar wenn Du gar keine Haare mehr hast", gestand Ferrau ihm ein und schmiegte sich an, w├Ąhrend er ihn vollkr├╝mmelte. "Ich trage auch Glatze, oder fast wieder, f├╝r meinen Paps", grinste Lin. "Macht es Euch hier gem├╝tlich, bleibt solange Ihr wollt. Gaston wird Euch f├╝r heute Nacht alles herrichten und daf├╝r sorgen, dass Du Dich gut erholen kannst Ciel. Danke f├╝r Deine Hilfe. Entscheidungen bei B├╝chern? Nun wir k├Ânnen sie gemeinsam durchgehen, wenn Du Lust hast", freute sich Greg. "Sag das Zauberwort Buch und er ist gl├╝cklich", grinste Lin. "Ich muss Dir noch was ins Buch schreiben. Aber sp├Ąter. Wollen wir Brandur?", schlug Verrill vor.

Brandur von Hohenfelde
Brandur nickte. "Es w├Ąre mir eine Ehre. Mit Literatur habe ich mich mein Leben lang immer gern befasst, sind B├╝cher doch wie Fenster aus Papier - Fenster in andere Welten, andere Zeiten, zu anderen Orten und nicht zuletzt in andere K├Âpfe."

Linhard von Hohenfelde
"Oder wie ferne Erinnerungen die f├╝r jedermann zug├Ąnglich sind, damit jeder von ihnen lernen kann. Sie verf├╝gen ├╝ber eine eigene uralte Art von Magie, allein schon ihre Haptik oder ihr Geruch. Nichts kann ein echtes, gebundes Buch ersetzen. Nichts ist vergleichbar damit, wie wenn die Fingerspitzen ├╝ber das Handgesch├Âpfte Papier gleiten und man die Schrift nicht nur liest, sondern f├╝hlt - ebenso die Zeichnungen. Ein Buch an sich ist allein durch seine Gegenwart schon Poesie. Und wir haben ein eigenes, Lin und ich. Und ich danke den G├Âttern daf├╝r, dass es weiter geht, nach diesem turbulenten Kapitel und nicht geschlossen wurde", erkl├Ąrte Greg und Lin k├╝sste ihn fest auf den Hals.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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