Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne

Die fleißige Feder in Bronze Rote Laterne
Prince
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Erstes Gespräch von Max und Ciel nach der Ankunft

#21

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 02:02

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Ciel für die Hochzeit in Schale geworfen worden war und Ciel Alexandre zu Zerbino geschickt hatte, machten er sich auf den Weg, um seinen Vater zu begrüßen. Er hatte Ferrau im Schlepptau. »Hast du meine Frage vorhin gehört? Magst du Tattoos?«, fragte er, während sie durch den Korridor liefen.

Ferrau
Ferrau kratzte sich am Kopf. »Ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht Herr, ich finde sie optisch nur sehr schön. Wie steht es mit Euch?«, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich selbst würde mich nicht unbedingt tätowieren lassen, ich gebe Narben den Vorzug. Aber wie steht es mit dir? Könntest du dir eine Tätowierung an dir vorstellen?«

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. »Ja wenn ich mal sehen könnte, wie man sie bekommt schon. Aber solange ich das nicht weiß, sage ich lieber noch nichts dazu. Vielleicht ist es sehr schmerzhaft«, gab Ferrau zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
»Es erfolgt durch das wiederholte Stechen einer Nadel, wodurch die Tinte in die tieferen Hautschichten eingebracht wird. Es ist schmerzhaft, aber Schmerzen haben einge gute Reinigungswirkung. Und ich finde, diese Art von Schmerz ist nicht sonderlich intensiv, gut erträglich auch für Anfänger. Was für ein Motiv würde dir gefallen?«

Ferrau
»Oh ich würde etwas nehmen was ich gerne mag, zum Beispiel finde ich die Fische im Gartenteich sehr schön. So etwas. Das wäre schön. Etwas woran ich selber Freude habe, wenn ich das Bild betrachte«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dann überleg dir ein Motiv. Du kannst es bei dem Hofkünstler in meinem Namen in Auftrag geben. Arbeitet so lange daran, bis es dir gefällt. Ob groß oder winzig, einfach oder komplex, wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst. Ich kümmere mich um den Rest. Nur bei der Farbwahl bist du etwas eingeschränkt. Ich wünsche, dass du dir ein Motiv mit hohem Rotanteil aussuchst oder eine ausschließlich rote Umsetzung wählst.«

Ferrau
Ferrau lachte und drückte Ciel. »Die Fische im Teich Herr, sie sind doch alle rot. Das ist also kein große Akt. Habt vielen Dank. Wann darf ich es mir denn aussuchen?«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lächelte etwas und drückte Ferrau zurück. »Ich freue mich, dass es mir offenbar endlich einmal glückt, jemandem eine Freude zu machen. Arbeite das Motiv gemeinsam mit dem Künstler aus, sobald du Zeit findest. Warte möglichst nicht zu lange damit. Lasse die Tätowierung aber noch nicht stechen, ich möchte gern dabei sein.«

Ferrau
»Ihr könnt mir dann die Hand halten Herr, falls ich Angst bekomme. Also ich möchte dass sie echt aussehen. Freut Ihr Euch das Euer Vater zurück ist?«, fragte Ferrau und klopfte an die Gemachtür von Maximilien. Es dauerte einen Moment bis Fabien die Tür öffnete. Ferrau starrte ihm kurz auf die Arme, dann ins Gesicht und lächelte freundlich. »Mein Herr möchte zu Eurem Vater«.

Ferrau
»Entschuldigt, zu seinem Vater«, korrigierte sich Ferrau.

Fabien
Fabien trat beiseite und machte eine einladende Geste. »Bitte tretet ein«, bat er freundlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Als Maximilien hörte, wer dort zu Gast war, stand er auf und ging seinem Sohn entgegen. »Schau einer an. Wie geht es Dir an Deinem besonderen Tag Ciel?«, fragte Max liebevoll und nahm ihn in die Arme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel grüßte Fabien neutral. Ihm schossen die Bilder durch den Kopf, die der Geistmagier ihn übermittelt hatte. Nathan, der auf Fabien lag. Er musste sich anstrengen, sie beiseitezuschieben. Beim Eintreten strich er Ferrau beiläufig über die Kleidung, damit er sich wieder beruhigte. Sein Leibdiener war offenbar ziemlich durch den Wind. Als sein Vater aufstand, beschleunigten sich Ciels Schritte und er umarmte diesen ganz fest. »Papa«, sagte er glücklich. »Ich bin nervös. Aber froh, dass du es rechtzeitig geschafft hast. Wir haben dich sehr vermisst und viel Blödsinn angestellt in der Zwischenzeit. Aber dabei haben wir unser Bestes gegeben.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Souvagne samt Hof steht noch, soviel Blödsinn kann es nicht gewesen sein, oder habt Ihr irgendwem den Krieg erklärt?«, lachte Max und küsste seinen Sohn auf die Stirn. »Na los, erzähl was hier los war und verrate mir endlich wer Deine Braut ist«, bat Max gut gelaunt und setzte sich in einen Sessel. Er deutete Ciel an es ihm gleich zu tun. Fabien brachte für beide Kaffee und Gebäck und musterte kurz Ferrau, der wie Falschgeld im Weg stand. Fabien deutete an, dass dieser sich zu seinem Herrn setzen sollte. Ferrau setzte sich ein Stück hinter Ciel und lächelte freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein, den Krieg habe wir niemandem erklärt. Aber hier ist einiges drunter und drüber gegangen. Wie du siehst, habe ich einen neuen Leibdiener. Sogar zwei, wie früher. Mir gehören nun Ferrau und Zerbino. Nathan dient Dreaux. Was Khawa tun wird, weiß ich nicht, er ist bisher nicht wieder eingetroffen. So weit die neuen Rahmenbedingungen. Dreaux hat ein wundervolles neues Gesetz erlassen - ich nenne es gern das Gesetz der warmen Hände, auch wenn es offiziell sehr viel kühler heißt. Aber ich denke, das sollte er dir vielleicht selbst mitteilen. Der Erlass zur Ächtung der Nekromantie wurde erstellt und ist ab 7.5. vollumfänglich gültig. Und, hm, zwischendurch erfolgten auch noch unsere beiden Verlobungen. Ich werde Olivie heiraten.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das Gesetz der warmen Hände klingt nach etwas Gebendem. Etwas fast Barmherzigem, gut ich werde mich gedulden und nicht weiter nachbohren. Du heiratest also Olivie? Ich hätte nicht gedacht, dass Dir Deine Schwester so nahe ist Ciel. Aber wo die Zuneigung oder hoffentlich Liebe hinfällt. Meinen Segen dazu habt Ihr. Wen heiratet Gregoire? Das steht auch in den Sternen und ich wüsste gerne Genaueres. Und wie kam es zu diesem spontanen Entschluss von Euch beiden? Bis jetzt kann ich nur sagen, dass Ihr Eure Arbeit sehr gut gemeistert habt Ciel. Die Nekromantie hat sich gegen die Rakshaner selbst gewannt, uns soll nicht das Gleiche widerfahren. Aber genug der Geschäfte, reden wir von Euch. Wer ist das Herzblatt von Greg und wie kam es zu Deiner Verlobung?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wusste es selbst nicht, bis das Gespräch darauf kam, dass sie den Zwergen heiraten sollte. Man merkt manchmal erst, was man hat, es droht, verloren zu gehen. Olivie ist eine kluge, sanftmütige Frau. Ich liebe sie sehr. Gregoire hat sich für einen der neuen Marquis entschieden - Linhard von Hohenfelde. Der sehr viel weniger sanft ist. Aber sie scheinen gut zueinander zu passen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Nun Greg mag es manchmal wenn jemand die Hosen für ihn an hat um ihn aus seinem Bücherturm zu befreien. Aber dann lässt er sich auch gerne mitziehen. Ich hoffe er hat dabei nicht zuviel sagen wir mal Schabernack getrieben. Wie ist dieser Linhard so? Wie steht er zu Greg? Ist es eine Zweckehe oder eine Liebesehe? Wie kommst Du darauf, dass Olivie den Zwerg heiraten sollte? Ciel ich bitte Dich. Ich hätte eventuell darüber nachgedacht, dass sie den Zwerg ehelichen dürfte, hätte sie darum gebeten. Sprich hätte sie sich in König Dunkelerz verliebt und beide hätten eine gemeinsame Zukunft geplant, dann hätte ich überlegt ob ich Olivies Wunsch erfülle. Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt geplant sie mit Dunkelerz zwangszuverheiraten. Erstens ist dies nicht meine Art, auch ihr werdet - sagen wir mal höchstens sanft gedrängt, aber nicht zwangsverheiratet. Sonst wärst Du es schon. Und König Dunkelerz hätte da auch noch ein Wort mit zu reden. Wie stellst Du Dir überhaupt so eine Ehe vor, wider der Völkergrenzen? Ich glaube rein körperlich trennt uns mehr von den Zwergen, als das es uns verbindet. Und suchen Frauen nicht große Männer, statt winzige für ihre Handtaschen?«, scherzte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nun, ich hoffe, nicht alle. Ich bin ja auch nicht gerade imposant.« Ciel stellte sich vor, wie Olivie nach den wandelnden Schrankwänden von der Leibgarde schaute, während sie mit ihrem zierlichen Mann über den Hof flanierte. Etwas besorgt runzelte er die Stirn. »Nun, es gibt jedenfalls auch Leute, die über solche Oberflächlichkeiten keinen Gedanken verschwenden. Von daher kann es durchaus sein, dass sie sich zu dem Zwerg hingezogen gefühlt hätte. Thekla, die Zofe meiner Mutter, ist schließlich auch in Khawa verliebt, obwohl sie eine anständige Souvagnerin ist. Wir waren uns nicht sicher, ob du das Gemeinwohl in diesem Falle über das Wohl von Olivie gestellt hättest, wenn es notwendig gewesen wäre. Denn das Gemeinwohl widerum wäre auch ihr Wohl. Jedenfalls ist sie nun meine Braut und ich bin mit ihr sehr glücklich. Was meinen Schwager angeht ... nun ...« Ciel überlegte, was er sagen sollte. Im Raum waren schließlich nicht nur er und sein Vater und er wollte Linhard nicht unnötig madig machen. Also sagte er etwas unverfängliches. »Ich glaube, anfangs stand schon eher ein zweckdienlicher Gedanke dahinter. Inzwischen scheinen sie sich zu mögen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm einen Schluck Kaffee und musterte seinen Sohn. »Wir beabsichtigen mit unserem Sohn vertraulich zu sprechen, die Bediensteten verlassen unser Gemach«, befahl Max.

Ferrau
Ferrau stand wie eine Sprungfeder auf und eilte zur Tür.

Fabien
»Wie Ihr wünscht Herr«, antwortete Fabien ergeben und folgte Ferrau etwas langsamer. Er schob den Leibdiener von Ciel vorsichtig zur Tür hinaus und schloss sie hinter sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Ferrau hinterher und fragte sich, warum dieser es so eilig gehabt hatte, den Raum zu verlassen. Er wartete, bis die beiden Diener sich von der Tür entfernt hatten. »Ich kann ihn nicht leiden«, sagte Ciel nun ehrlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Nun das mit dem Zwerg war ein Scherz meinerseits. Wie ich sagte, wo die Liebe hinfällt. Wäre dem so gewesen, hätte ich versucht für Olivie darüber nachzudenken. Das Gemeinwohl Souvagnes liegt in Souvagne. Leider sind andere Völker nicht so ehrenhaft oder wortgebunden wie wir. Aber das spielt keine Rolle. Es gibt auch gegenteilige Strömungen. So habe ich persönlich einen Freund in Fürst Tsaagan gefunden, einen ehrenwerten Mann. Und bei einem Tiefling hätte dort wohl jeder abgewunken Ciel. Die Menschen oder Völker sind nicht immer das was sie vorgeben zu sein. Weder Zwerge, Alben, Tieflinge noch Menschen. Von daher, wenn Du mit Olivie glücklich bist, macht mich das ebenso für Euch beide glücklich. Zudem bin ich selbst nicht gerade ein Hüne oder? Was weißt Du über Deinen Bruder Greg? Sprich offen und was weißt Du über Deinen Schwager? Ich kann im Moment nicht abschätzen, wie offen ich mit Dir sprechen kann. Gibt es sonst etwas dass Du mir anvertrauen möchtest? Was ist zwischen Ferrau und Dreux und Zerbino und Greg geschehen? Und Du besitzt Nathan nicht mehr«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich ...« Ciel sammelte sich einen moment. Er würde nicht vor seinem Vater die Fassung verlieren. »Das Thema geht mir sehr nahe. Alle Themen. Ich möchte nicht petzen. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht für sich behalten, egal, ob sie vertraulich sind. Und zwar dann, wenn sie die Gesundheit anderer Leute unnötig gefährden. Ich habe Ferrau von Dreaux geschenkt bekommen, weil dieser ihn nicht mehr wollte. Du kennst mich, ich will immer alles genau wissen und schaute mir Ferrau gut an. Er war nicht nur grün und blau geschlagen und getreten, überall dort, wo die Kleidung es verdeckt, sondern er hatte auch eine gebrochene Rippe. Kaum hatte er sich etwas erholt ist auch noch Greg mit einem glühenden Schürhaken auf ihn losgegangen. Ich bin wütend, Papa, wütend, wie sie mit ihm umgegangen sind und mehr als eine läppische Entschuldigung ist nicht gekommen. Von Greg nicht einmal das. Er hat sich bei mir entschuldigt, nicht bei Ferrau. Zerbino hätte um ein Haar ein ähnliches Schicksal ereilt - Linhard wollte ihn für Greg beseitigen lassen, weil dieser der Meinung war, Zerbino würde seine Geheimnisse ausplaudern. Was meines Wissens nach nicht stimmt. Über Verrills Geheimnis bin ich im Bilde, doch nicht über Zerbino, sondern weil sie selbst sich mir offenbart hat. Dreaux hat Sühne angeboten für sein Fehlverhalten, er möchte in einem Tempel dienen - von Greg habe ich nichts dergleichen gehört. Was Nathan angeht ...« Ciel überlegte sehr gut, was er nun sagte. »Er hat mit jemandem geschlafen. Hinter meinem Rücken, ohne mich zu fragen. Das hat mich sehr verletzt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max rutschte ganz nah zu Ciel auf, so dass sie beide nebeneinander saßen. »Ciel wir sind unter uns und Du kannst mir alles sagen. Das was Verrill betraf, dass habe ich weder Dir noch Dreux noch sonst irgendwem je erzählt, da ich der Auffassung bin, dass es ihr selbst zusteht. Aber ich bin auch der Auffassung, dass sie damit nicht hausieren gehen darf. In meinen Augen macht sie das zu einer gewaltig starken und zeitgleich äußerst verletzlichen Person. Vielleicht hat sie deshalb selbst die Bücher und ihr Refugium der Bibiliothek gewählt. Aber bösartig ist Verrill nicht, nur manchmal äußerst unbeherrscht wenn sie ihre Tage hat. Und weist Du sie dann zu Recht, bringst Du ihre Welt zum Einsturz. Jedenfalls für einige Zeit. Das Dir die Themen nahe gehen heißt, dass es Dir etwas bedeutet. Mir ebenso, denn Du bedeutest mir etwas. Nathan hat mit Fabien geschlafen Ciel. Das weiß ich von Fabien, da er mir dies auf unsere Rückreise gestand. Das Du wütend auf Deine Brüder bist, verstehe ich nur zu gut. Ich bin es nach so einer Behandlung ebenfalls. Unsere Diener opfern nicht nur ein Großteil ihres Lebens für uns, sondern sie haben erst gar keines. Sie leben unser Leben mit, um uns jede Unanehmlichkeit zu ersparen, jeden Handgriff für uns zu erledigen und unser Leben in Luxus und Wohlgefallen zu verwandeln. Und das wird mit Schlägen, Tritten und einem Schürhaken beantwortet? Diese Antwort von Dreux und Greg werde ich nicht unbeantwortet lassen. Der Tempel ist eine ausgezeichnetete Idee. Und vielleicht der Hof eines befreundeten Adligen, wo die beiden sich als Diener versuchen dürfen. Frage nicht warum der Mann so komisch geht - gehe mal in seinen Schuhen. Und das werden die beiden um zu lernen. Wie kam dieser Linhard auf eine dermaßen rabiate Idee oder hat Verrill ihn darum gebeten? Wie steht es mit Dir? Liebst Du Olivie tatsächlich? Oder ist es eine Deiner Fluchtversuche Ciel?«, fragte Max und nahm ihn in den Arm.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich fest an seinen Vater an. Er rang sehr mit sich. Er wusste, dass er seinem Vater alles anvertrauen konnte - aber wollte er es? Wollte er, dass sein Vater im Bilde darüber war, wie es wirklich in seinem Sohn vorging? »Dass sie ihre Tage hatte ist doch keine Rechtfertigung! Du hättest Ferrau sehen sollen, er lag am Boden und schrie um sein Leben, als sie ihn verbrannte. Vor Angst hatte er sich eingenässt. Ich bin so wütend auf Verrill, so dermaßen wütend ... ich wollte mit ihr persönlich darüber sprechen, mehrmals, ich wollte sie nach allen Regeln der Kunst zurechtstutzen für diese Bosheit. Aber stattdessen, ich weiß nicht wie, ist es jedes Mal damit geendet, dass wir Arm in Arm auf dem Sofa lagen. Und das macht mich noch wütender! Der Wunsch, Zerbino zu beseitigen, ging von Verrill aus und doch wollte Linhard sie darin unterstützen, ohne auch nur zu versuchen, es ihr auszureden. Er war auch dabei, als Ferrau geschlagen, verbrannt und gedemütigt wurde und soll ich dir was sagen? Es hat ihn erregt, es war nicht zu übersehen. Nicht nur, dass er nicht versuchte, Verrill zu beruhigen, er fand es auch noch gut, was sie da tat! Ich frage mich, wie erregend er es gefunden hätte, hätte er selbst dort gelegen. Ich will nicht, dass man die Domestiken so behandelt. Ob sie nun mir gehören oder nicht. Meine Domestiken waren stets die Menschen, die mir am nächsten waren, von meiner Familie abgesehen. Das mit Nathan und Fabien ... es hat sich angefühlt wie Verrat. Drum habe ich Nathan verschenkt. Aber zu keinem Zeitpunkt hätte ich ihn dafür derart misshandelt oder auch nur die Hand gegenüber ihm erhoben!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ich verstehe und ich sehe es ebenso wie Du. Ob mir der Diener persönlich gehört oder nicht spielt keine Rolle, denn sie alle unterstehen dem Hof, folglich mir, also meinem Schutz. Letztendlich kann ich sogar behaupten jeder Souvagner ist mein Eigentum. Aber gibt es mir das REcht sie so zu behandeln? Laut Gesetz - ja. Ich bin die höchste Macht, mein Wort ist das Gesetz. Aber was wäre ich für ein Mensch, wenn ich so willkürlich handele? Ein Duc? Nein ein Despot. Und das ist ein gewaltiger Unterschied. Zudem wird sie nicht ihre Tage gehabt haben, dass sieht anders aus. Himmelhoch jauchzend und zeitgleich zu Tode betrübt. Du solltest für Dein persönliches Wohlbefinden mit Verrill reden und sehr eindeutige Worte finden. Du solltest ihr offen sagen, wie sehr Dich das angewidert, verletzt und abgestoßen hat, was sie tat. Aber halte dazu besser Abstand, Du scheinst sie gewaltig zu lieben Ciel. Und ich glaube gerade das, macht Dich noch wütender auf sie. Und der Umstand von ihr als ganzheitliche Person zu wissen, die nicht mal handelte wie ein Halber - so wie wir, sondern noch niederer. Sie hat sich gehen lassen wie ein gewöhnlicher Verbrecher. Manche Leute erregt Gewalt. Die einen wenn sie sie ausüben, die anderen sobald sie sie sehen, es gibt sogar Leute die es erregt, wenn sie Gewalt erfahren. Aber Linhard scheint sadistische Züge zu haben, wenn er Gewalt auf diese Art liebt und verherrlicht. Zerbinos Tod wurde vermutlich von Verrill aus Angst vor Offenbarung angeordnet. Hier muss ich gestehen, trage ich einen Teilschuld. Denn ich habe ihr von kleinauf begebracht genau das zu verschweigen. Manche könnten sie als krank oder schlimmeres als Missgeburt sehen. Und auch wir sind nicht unangreifbar oder unsterblich Ciel, auch wenn unsere Sicherheit gewaltig ist. Ich hatte einfach Angst um sie, ihn, mein Baby, verstehst Du? Souvagne ist knallharte Tradition und Offenheit in einem. Wir leben Traditionen die andere als extrem stur empfinden, zeitgleich haben wir zur Liebe und Sexualität wohl eines der vernünftigsten Verhältnisse. Ein sehr gesundes Verhältnis. Aber wie steht es mit der Toleranz? Manchmal ist Schweigen die beste Lösung Ciel - also brachte ich ihr bei zu schweigen und die Offenbarung zu fürchten. Geboren aus meiner Furcht heraus, dass man sie mir nimmt, dass sie stirbt. Für mich ist sie eine perfekte Person, mit Macken die sich aus ihrer Perfektion ergeben. Drum schnapp sie Dir, sag ihr die Meinung. Hört sie Dir zu, wird sie verstehen. So dumm sie sich verhalten kann, so liebevoll, fürsorglich und klug kann sie agieren. Das tut sie doch meist auch um Euch zusammenzuhalten. Ich selbst war über Fabiens Geständnis sehr wütend, da ich ebenfalls mit ihm in Ehveros geschlafen habe. Mehrfach sogar. Aber letzendlich konnte ich ihm nicht böse sein. Sollte ich ihm böse sein, weil er liebt? Nun Du magst nicht die Hand gegen Nathan erhoben haben Ciel, aber wir beide wissen, dass auch seelische Folter, Folter ist. Und ohne die Hand zu heben, wirst Du mit der Verbannung Nathan öfter zum Weinen gebracht haben, als es ein einziger Schlag je vermocht hätte. Auch diese Wahrheit musst Du akzeptieren«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe ja versucht, Klartext mir ihr zu reden! Aber sie wickelt mich dauernd um ihren Finger. Ich bin jedes Mal mit der schlechtesten Laune zu ihr gegangen, stand da in der Tür wie ein fleischgewordener Rächer der Unschuldigen - nur um am Ende wieder in ihren Armen zu enden. Das ist erbärmlich Papa, aber ich kann ihr scheinbar einfach nicht die Meinung auf so eine Weise sagen. Sie weiß, was ich davon halte, aber ich wollte sie dafür anbrüllen und es ihr nicht ins Ohr säuseln! Ich hasse mich für diese Schwäche. Es ist abstoßend, ekelerregend, genau so schlimm wie Verrills Ausbrüche.« Ciel musste schlucken, als sein Vater ihm gestand, dass er mit Fabien geschlafen hatte. »Ich ... ich weiß schon längst, dass du mit Fabien geschlafen hast. Ich habe Maurice befohlen, Nathans Geist auszulesen. Maurice weiß es entsprechend auch. Bitte sei vorsichtig, Papa. Man könnte es gegen dich verwenden. Du könntest es natürlich auch offiziell machen, damit man keine Waffe gegen dich in der Hand hat. Das habe ich auch Verrill vorgeschlagen. Es ist eine Schande, dass sie sich verstecken muss. Vielleicht hat sie einmal Lust, ein Kleid zu tragen und kann nicht. Kein Wunder, dass sie wütend wird. Sie kann stets nur ihre männliche Seite ausleben.« Ciel dachte über Maximiliens Worte nach, was Linhard anbelangt. »Nun, was solche Neigungen anbelangt, wäre es ja nichts schlimmes, sofern er sie in kontrolliertem Rahmen auslebt, oder? Vielleicht wäre das eine Lösung für ihn«, grübelte er. »Im Moment ist er ein unbeherrschter Widerling. So wie ich.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ach was, Du bist kein Widerling und er hoffentlich auch nicht. Du bist nur frustiert. Um den Finger wickeln kann Greg fast jeden, sogar ihren Vater. Aber auf eine andere Art. Sprich anstatt mit meinem Sohn rede ich dann privat mit meiner kleinen Tochter, sie macht Rehaugen und guckt mich an, das selbst Steine weich werden wie Magarine. Von daher, Du bist nicht der Einzige. Aber eine Ansage kannst Du ihr trotzdem machen. Sieh sie nur als den Kerl, dann funktioniert dass. Ich rede in dem Fall dann entweder mit ihm - Greg oder mit ihr komplett. Das Du in ihren Armen landest, hat wohl den Grund dass Ihr Euch fremd und vertraut zugleich seid. Und dass Du sie begehrst. Hast Du sie auch als Mann begehrt? Was soll man da gegen mich verwenden Ciel? Das ich Sex habe ist bekannt, ich habe Kinder. Dass ich auch vor meiner Ehe Sex hatte, dürfte klar sein. Dass ich auch andere Dinge mal ausprobiere oder probiert habe, ebenso. Auch der Duc ist ein Mensch, auch wenn das viele gerne vergessen. Und was ich in meinem Bett so für Spielchen treibe geht nur mich und meine Spielgefährten etwas an. Oder jenen denen ich davon berichte. So wie Dir gerade. Trotzdem weiß ich Deine Sorge zu schätzen, dass rührt mich sehr mein Kleiner. Nun dann werden wir Linhard in die rechten Bahnen lenken, quasi auf den Pfad der Tugend. Notfalls mit etwas Starthilfe«, grinste Max, ehe er wieder ernst wurde. »Das sie nur eine Seite zeigen kann und das eventuell dies der Grund ihrer unterdrückten Wut ist, könnte hinkommen. Soweit habe ich nicht gedacht. Vielleicht ist es ihr selbst nicht einmal bewusst. Sie lebt nur ein halbes Leben, das frustiert. Auch ich sollte mit ihr reden. Oder wir gemeinsam. Vor allem sollte sie es Dreux sagen. Was schwebte Dir vor? Du hast mir nicht geantwortet bezogen auf Olivie Ciel. Ich lasse Dich da nicht vom Haken. Ich möchte die Wahrheit hören. Ich höre zu, aber ich halte mich raus. Also erzähl schon«, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich will Verrill nicht begehren, Papa. Ich will überhaupt niemanden begehren. Man sieht ja, was dabei herauskommt, ich werde dumm. Ich fange an, Fehler zu begehen. Man kann sich nicht voll auf den Verstand konzentrieren, wenn der Körper meint, mitsprechen zu müssen. Und manchmal ist es so schwer, zu unterscheiden, ob das Fleisch einem gerade zugeflüstert hat oder ob man eine Entscheidung wirklich aus reiner Vernunft heraus getroffen hat. Was Olivie anbelangt ... ich liebe sie sehr. Das Problem ist, sie ist nicht die Einzige. Ich liebe mehrere Personen - und ich liebe sie scheinbar alle gleich stark! Ich kann nicht unterscheiden, wen ich ›wirklich‹ liebe, verstehst du? Ich weiß nicht, warum das so ist, es war schon immer so. Andere schießen sich auf eine Person ein oder auch auf zwei - ich will am liebsten alle für mich haben. Ich gönne dir den Spaß mit Fabien von Herzen, aber ich war besorgt. Außerdem finde ich es nicht richtig, dass Fabien Nathan nebenbei laufen hat. Wie siehst du das? Stört dich das denn überhaupt nicht? Oder habt ihr das so miteinander vereinbart?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ich fange von hinten an. Was in Ehveros geschah, bleibt in Ehveros. Wir haben gar nichts vereinbart, das erste Mal geschah nach einem Ausflug und dem Ausschlafen meines Rauschs. Er lag so dicht hinter mir und hatte mich so fest gepackt, dass ich... gewollt habe. Es stört mich, das er es mir verschwiegen hat. Aber wenn sich die beiden tatsächlich lieben, werde ich ihnen ermöglichen zusammen zu sein. Eventuell mit einem gemeinsamen Quartier. Sie dürfen nur ihre Arbeit nicht vernachlässigen. Wobei davon gehe ich nicht aus. Nun zu Deinem Verstand-Problem. Der Mensch ist kein körperloses Geschöpf Ciel. Wir sind ein Verbund aus beidem. Wir haben einen Kopf um ihn einzusetzen, aber auch ein Herz um auf es zu hören. Wenn Du also eine Entscheidung triffst, höre auf Deinen Verstand aber nimm auch Dein Herz mit. Verrill würde ich das Gegenteil raten. Wenn Du lost ziehst, hör auf Dein Herz, aber vergiss bitte das Hirn nicht Zuhause. Am besten man schickt Euch zu zweit. Von wollen kann in Herzensangelegenheiten nicht immer die Rede sein Ciel. Dein Körper spricht nicht nur mit, er hat auch Mitsprache Recht. Er ist das Gefäß, dass Dich durch diese Welt trägt, Dir diese Welt durch Gefühle vermittelt. Sprich ohne Deinen Körper würdest Du einen Großteil verpassen, wärst Du nur ein Geist. Kein Schmecken, kein Spüren, kein wahrens Sehen oder Hören. Du wärst nicht wirklich Du. Denn auch Dein Körper ist ein Teil von Dir. Ich vertrete zwar die Meinung - wir haben keine Seelen, wir sind Seelen und haben Körper. Aber mein Körper bin ich ebenso wie meine Seele. Du ebenfalls Ciel. Was wärst Du denn reduziert rein auf Deinen Verstand? Rein nach logischen Fakten denkend, rein auf Effektivität fokossiert. Was wärst Du? Alles, aber keine Person mehr, kein Mensch mehr und Effektivität erreichst Du auch nicht. Da Dir sämtliche Zwischentöne die das Miteinander ausmachen verloren gehen würde. Ich weiß nicht, weshalb Du rein den Verstand so hoch hältst und das Körperliche dermaßen ablehnst. Körperlichkeit ist nicht nur Sex. Körperlichkeit beginnt dort, wo man sich seines Körpers gewahr wird, ihn akzeptiert, ihn liebt als Wunderwerk und ihm die Pflege angedeihen lässt die er verdient Ciel. Dein Körper ist der Tempel in dem Deine Seele aufbewahrt wird wie ein Heiligtum. Würdest Du einen Tempel verlottern lassen aber die Ainuwar-Statue pflegen? Ich denke nicht, aber gleiches hast Du mit Deinem persönlichen Tempel vor. Und Sex ist im Grunde ein Fest dass in diesem Tempel stattfindet. Alles was das Leben schützt, verlängert oder neues schafft erzeugt Freude. Gutes Essen, ausreichend Schlaf, etwas leckeres zu trinken und auch Sex. Sich diesen zu versagen oder versagt zu bekommen ist meist ein Druckmittel von irgendwem um die Menschen an der Knute zu haben. Denn es gibt kaum eine größere Macht als Sex, außer die Angst. Folglich musst Du Dich gar nicht auf Deinen Verstand konzentrieren, wenn er Dir dazu rät, einen Teil Deines gesunden Körpers zu missachten. Verrill soll sich ganz offenbaren, soll sich ganz ausleben können. Du selbst verzichtest. Weshalb? Auf die Antwort bin ich gespannt Ciel«, sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weshalb? Das habe ich doch gerade versucht, zu erklären! Zeugt es von Menschlichtkeit, was Verrill, Linhard und Dreaux getrieben haben? Macht sie das in deinen Augen liebenswerter? Sie haben auf ihre Herzen gehört und das Resultat war, dass meine Diener dafür büßen mussten. Sie sind nur das aktuellste Beispiel, nicht das Einzige. Papa, ich war an der Front, ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die aufhören, ihren Verstand zu gebrauchen! Ich will so nicht sein! Ich werde so nicht sein! Und niemand braucht einen Körperkult, um sich wohl zu fühlen. Es gibt genügend hässliche oder auch behinderte Menschen, die ihren Körper nie als Tempel bezeichnen würden, sondern bestenfalls als Gefängnis. So hat es mich Alexandre gelehrt und du hast ihn mir nicht umsonst als Mentor zugewiesen. Du kannst nicht nach zehn Jahren plötzlich alles, was er mich lehren sollte, widerrufen! Oder willst du das hiermit tun? Willst du sagen, dass er mich zehn Jahre falsch ausgebildet hat?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du siehst nur die negative Seite, was wäre daraus denn die Konsequenz? Ich habe auch gesehen zu was Menschen werden können. Ein Comte der schneller läutert, als Du läutern aussprechen kannst, bat um eine verhungernde Familie um Gnade und führte als Beispiel seine eigene Schuld an. Ich sah ebenso Menschen, die weniger als Nichts hatten und dennoch mit anderen teilten die in Not waren. Oder Menschen, die bewusst in den Tod marschierten um jene Zuhause vor dem sicheren Tod zu bewahren. Ich sah selbstlose Heiler und Heilmagier, die sich schon den schlimmsten Seuchen aussetzten um anderen Linderung zu verschaffen. Ich sah Mütter für ihre Kinder in den Tod gehen und ich sah Söhne sich für ihre Mutter opfern. Bevor Du also auf das Herz dermaßen spuckst, solltest Du auch einen Blick auf die positive Seite werfen. Denn alles, auch Dein Verstand hat eine dunkle Seite. Dort sah ich Geschäftsleute, die alles und jeden verkauften - es war nicht persönlich gemeint, aber es war ein gutes Geschäft. Das besagte ihnen die Logik. Ich sah Personen die behaupteten, sie haben ihre Familie getötet, da sie diese für zu teuer erachteten. Rein nach Logik muss man dieser Person zustimmen - eine Familie kostet Geld. Sie bringt nichts logisches ein - außer Liebe und Zuneigung. Und ich sah Kriegstreiber wie Roderich und Co, die alle sehr gute, logische und taktische Gründe für ihre Untaten hatten. Ist es diesen Verstand den Du anstrebst? Ich spreche von der vollkommenen Schönheit, nicht von der menschlich erdachten. Wenn jemand dick ist, mag er in Deinen Augen schön, in meinen hässlich sein. Aber letztendlich hat er sich selbst nicht geschaffen, es war eine höhere Macht. Und das er ist, wer er ist, dass er gesund ist, dafür sollte er dankbar sein und nicht versuchen einem Ideal zu entsprechen, dass er niemals erreicht. Ein kleiner dicker Mann ist durchaus schön - in seiner Natur. Nimmt er ab, wird er trotzdem kein gertenschlanker 200 cm Hüne. Dennoch sollte er auch seinen Körper lieben. Denn sobald er anfängt ihn zu lieben, gut zu behandeln und zu verwöhnen, wird sein Glück nach außen strahlen. Und genau dieses Glück, dieses mit sich im Reinen sein, dass schenkt Schönheit Ciel. Nicht 100 Gramm mehr oder weniger auf der Waage, eine Narbe im Gesicht oder ein fehlendes oder zusätzliches Bein. Alexandre? Meinst Du alles was er sich zusammenreimt ist Dogma? Alex ein brillianter Kopf, aber er ist weder ein Vater, noch ein liebender Vater noch ister Ainwuar. Seine Thesen sind was sie sind - seine Ideen. Und sollte er damit dermaßen meinem Sohn auf den falschen Pfad führen, werde ich einschreiten müssen Ciel. NIcht um ihm zu schaden, sondern um Dich vor Schaden zu bewahren«, sagte Maximilien ruhig und besonnen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du willst ihm nicht schaden? Was hast du mit ihm vor?«, fragte Ciel nun zutiefst misstrauisch und rückte etwas weg, um seinem Vater ins Gesicht schauen zu können.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Gar nichts, solange er Dich nicht zu etwas verdreht, was jedem gesunden Menschenverstand widerspricht. Möchtest Du auf jede fleischliche Begierde verzichten? Das wäre möglich. Dann solltest Du Eunuch werden und zudem fasten. Du könntest dann komplett fasten, bis Du reinen Geistzustand erreicht hast, folglich den Tod. Oder Du fastest so in völliger Askese, dass Du so gerade überlebst. Dann solltest Du aber auch auf Kleidung verzichten Ciel. Sie sind Ausdruck Deines Standes und ein Geist benötigt keine Kleidung. Verschenke sie. Du könntest auch draußen leben. Ein Geist benötigt kein warmes Haus, kein Feuer im Kamin, er benötigt nichts. Ist es das was Du möchtest? Denn das wäre die pure geistige Freiheit, die pure Körperlosigkeit. Dass kann nicht Dein Wunsch sein«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Vielleicht wäre ich ja gern Eunuch?«, erwiderte Ciel trotzig. »Und ich faste bereits, ich befolge eine strenge Diät, um mein Blut zu dem bestmöglich wirksamen magischen Konzentrat zu machen. Und ich brauche auch nicht diese teure Kleidung, genau so gut könnte ich in meiner schlichten Adeptenrobe herumlaufen. Ihr seid es, die es nicht wollen, dass ich das tue, das geht nicht von mir aus. Ganz abgesehen davon, dass meine Aufgaben eine gewisse Kleiderordnung mit sich bringen, ich bin nun einmal nicht nur Bluthexer, sondern habe auch weltliche Aufgaben zu erledigen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Nun ich sehe wohin Dich zehn Jahre Indoktrination geführt haben. Sollte dieser Lebenswandel tatsächlich Dein Wunsch sein, könnte ich es Dir erlauben oder unterbinden. Vielleicht ist eine zwanghafte Unterbindung aber genau das Flasche. Iss heute noch vom verbotenen Fleisch, morgen schon könnte es erlaubt sein. Gut Ciel, ich erlaube es Dir, ich gestattet Dir Deinen Wunsch zu leben, so wie ich es auch Verrill erlauben werde. Ich entbinde Dich hiermit mit sofortiger Wirkung von sämtlichen weltlichen und rechtlichen Pflichten. Es sei Dir gestattet eine derartige Körperanpassung vorzunehmen. Es sei Dir gestattet als Mönch in völliger Askese zu leben und den Hof zu verlassen. Ab heute wird man Dich mit dem Titel Bruder Ciel, oder schlicht Ciel Felicien ansprechen um zu verdeutlichen, dass Du allen weltlichen Reichtümern, wie auch Ständen entsagt hast. Mögest Du einen passenden Titel für Dein Amt als Bluthexer wählen Ciel. Ich werde mit Dreux sprechen, damit Deine Hochzeit abgesagt wird. Es ist unverantwortlich ein fremdes Leben, vor allem das einer so jungen Frau auf diese Weise zu fesseln. Ich denke nicht, dass Olivie ihr Leben lang keusch und ins Askese leben möchte. Bedauerlicherweise ging ich von etwas anderen aus. Ich hatte gedacht, ich würde Dir eine Freude mit dem Titel und die Erhebung in den gleichwertigen Stand schenken. Dem scheint nicht so zu sein. Das konnte ich nicht wissen. Viele finden Ruhe und Zufriedenheit hinter Klostermauern, mögest Du sie ebenfalls hinter den Mauern Deines Glaubens finden Ciel. Teile Ferrau bitte draußen mit, dass er übergangsweise mein Leibdiener ist, bis ich eine geeignete Stelle für ihn gefunden habe. Ebenso Zerbino. Ich werde mich um Deine weltlichen Angelegenheiten kümmern. Ebenso werde ich schauen, wen ich nun das Furisto Lehen überreiche, damit unsere Lehensaufteilung nicht völlig unnötig war. Nun ein anderes Thema, Bellamy und Robere haben sich ebenfalls an Nathan vergangen. Beide werden an den Pranger gestellt und öffentlich geschändet, wie sie Nathan schändeten. Bellamy ist damit in Unehren aus dem Dienst entlassen. Seine Nachfolge als Palaisin tritt Comte Massimo de la Cantillion an«, sagte Max und musterte Ciel genau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel rang sichtlich mit seiner Fassung. Er war ein beherrschter Mensch, doch dies brachte ihn an den Rande seiner Selbstbeherrschung. »Bitte gestatte mir, mich von Olivie und meinen Brüdern zu verabschieden. Ich bitte ferner darum, Ferrau und Zerbino mit in den Tempel nehmen zu dürfen. Nicht als Leibdiener, sondern zur Gesellschaft. Sie können im Tempel dienen, als ... irgendwas. Alexandre muss das regeln, ich kann so was nicht entscheiden.« Als Maximilien von Nathans Schicksal sprach, brach Ciel in Tränen aus. Es dauerte nicht lange, nur Sekunden, dann hatte er sich wieder so weit im Griff, dass er sprechen konnte. »Ich sehe nun, dass ich einen Fehler beging, Nathan ohne Vorbereitungen auf dieser verfluchte Welt loszulassen. Ich habe ihn all dieser Grausamkeit regelrecht zum Fraß vorgeworfen. Du hast Recht, nicht nur Dreaux und Greg haben sich schuldig gemacht, sondern auch ich. Ich ... ich weiß nicht, was ich noch sagen soll.« Er sprach gefasst, doch ihm liefen noch immer die Tränen vom Gesicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Mehr hast Du nicht zu sagen, außer dass Du dieses Schicksal tatsächlich wünscht? Ein Spiegel vorzuhalten nützt Dir also nichts?«, fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich kann gerade nicht gut nachdenken, Papa ... es ist alles so viel und ich habe weder Zettel noch Stift dabei, um alles zu sortieren. Ich habe Angst. Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll, damit du mit mir zufrieden bist oder was du noch zu hören wünschst. Außer, dass ich mich bei dir entschuldigen muss, dass ich als Sohn so eine Enttäuschung für dich bin, nachdem du mich endlich anerkannt hast.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du weißt aber was eine völlige Kastration nach sich zieht? Du wirst eine hohe Stimme erhalten, Du wirst schwammig werden. Aber das ist nicht das schlimmste. Deine Harnwege werden offen liegen. Du wirst ständig Urin verlieren, ständig Entzündungen haben - all das möchtest Du? Darum hast Du gerade gebeten. Ich möchte von Dir hören, dass Dein Wunsch eine Dummheit ist und dass Du lernst, Dich so zu lieben wie Du bist. Mit Geist und Körper. Dazu benötigst Du keinen Zettel Ciel. Oder?«, fragte Max streng wie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
»Meine Stimme wird bleiben, wie sie ist und ob ich schwammig werde - wen kümmert das? Werde ich dadurch ein schlechterer Mensch? Ich wusste nicht, dass ich davon so oft krank werden könnte, aber wir haben gute Heiler. Ich finde, das ist ein kleines Opfer für einen klaren Verstand. Warum verstehst du nicht, dass ich das für Souvagne tue? Und für dich? Du wirst auch nicht jünger, Papa und Alexandres Zeit neigt sich. Ich weiß nicht, ob ich dann schon so weit bin, ihn zurückzuholen. Er ist der Einzige, der die nächste Generation von Bluthexern ausbilden kann!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ciel dröseln wir es mal einzeln auf. Und verstecke Dich nicht hinter meinem Alter oder Alex. Möchtest Du dermaßen krank werden? Du allein, ständig nach Urin stinkend, ständig Harnwegsinfekte, ständig Verkrustungen und so weiter möchtest Du das? Möchtest Du auf alle weltlichen Güter verzichten? Möchtest Du uns verlassen? Möchtest Du Olivie vor dem Altar stehen lassen? Möchtest Du Deine Brüder im Stich lassen? Möchtest Du mich im Stich lassen? Falls nicht, dann sage mir das bitte. Und sage mir bitte was Du genau möchtest. Was Ciel, was möchtest Du? Du warst mir bis dato ein guter Sohn, hast unser Land verteidigt, hast Dich in Ehveros eingebracht und hier mit Deinen Brüdern regiert. Was ist los? Stört Dich die Hochzeit? Was genau ist es?«, fragte Max und schaute Ciel an, damit dieser wusste ihm galt seine ganze Aufmerksamkeit.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich verstecke mich nicht, Papa. Ich habe nicht vor, dich dem Nexus zu überlassen, sollte deine Zeit gekommen sein, die Physis zu verlassen. Wenn Alexandre vorher stirbt, wer holt dich dann zurück? Alexandre hat vielleicht noch fünf Jahre, ich bin noch Adept! Ich muss in dieser Zeit mindestens den Meistergrad erreichen! Und nun kam auch noch Linhard und wollte seinen Vater zurück. Was, wenn Alexandre das nicht überlebt? Was dann? Dann stecken die Bluthexer in einer Sackgasse! Er hat fähige Schüler, doch nicht einen, der momentan fähig genug wäre, sein Fehlen wirklich zu ersetzen. Ich hatte sein Nachfolger werden sollen, in mich hat er all seine Hoffnungen gesetzt. Und wenn ich dafür meine Gesundheit ruiniere, das kümmert mich nicht. Ich nehme es in Kauf. Ich will Olivie nicht stehen lassen ... ich bin nur so unsicher! Die Entscheidung erfolgte sehr überstürzt und ich habe dir ja gesagt, dass ich mehrere Leute liebe. Ich weiß nicht, wie das in Zukunft werden soll. Und dann verlangst du auch noch von mir, dass ich mit ihr schlafe!«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Schade, es hätte ein Tag der Freude werden sollen. Dies nahm ich an als ich hörte Ihr heiratet. Ich verlange gar nichts von Dir, Du kannst vorher mit mir offen reden. Wozu sollte Alex mich zurückholen, wenn ich sterbe? Soweit ich weiß, erfreut sich Dreux bester Gesundheit. Richte Alex aus, er soll seine Lehren verschriftlichen, so dass seine Schüler zur not autodidaktisch lernen können. Soviel Weitsicht erwarte ich von einem Mann seines Ranges. Nun zurück zu Dir persönlich. Möchtest Du das Furistoamt noch ausführen ja oder nein Ciel? Möchtest Du noch heiraten ja oder nein? Dass muss ich wissen, ehe ich komplett alles umplanen muss«, sagte Max und rieb sich erschöpft über das Gesicht. »Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder und so weiter. Und kläre mich bitte über Linhards toten Vater auf. Was hat es mit ihm auf sich?«, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe versucht, mit Olivie zu sprechen. Aber andauernd kam Verrill und drängelte sich vor. Ich habe in den letzten Tagen mehr Zeit mit Verrill verbracht als je zuvor. Mit ihr habe ich alles besprochen, was man nur an persönlichen Dingen besprechen könnte ... mit Olivie habe ich nicht ein Wort gewechselt. Ich bin nicht sicher, ob Verrill das nicht vielleicht sogar mit Absicht getan hat. Sie deutete an, etwas eifersüchtig auf meine Braut zu sein. Alexandre schreibt doch alles auf, aber so eine Kunst lernt man nicht nur schriftlich. Es bedarf der Anleitung eines erfahrenen Mentors, was die Praxis anbelangt. Bitte sprich nicht schlecht von Alexandre, das hat er nicht verdient. Warum ich dich zurückholen möchte? Weil wir vier unseren Vater brauchen, besonders drei von ihnen! Wir drei haben nach Kräften versucht, alles richtig zu machen, aber wir sind auch alle drei darüber fast wahnsinnig geworden. Wobei Dreaux noch am ehesten alles richtig gemacht hat, über ihn kann man wirklich nichts Schlechtes sagen. Trotz allem brauchen wir dich. Wir schaffen das nicht allein! Ja, ich möchte das Furisto-Lehen gern behalten und die ehemalige Hohe Mark wieder aufbauen. Ich habe auch die Magierakademie angefangen zu planen, ich habe die ersten Lehrer verpflichtet und einen neuen, vielversprechenden Schüler für Alexandre. Linhards Vater war ein machtvoller Hexenmeister, ein Nekromant. Er schwebte als Geist durch unseren Palast und fand dabei auch den Bluttempel. Darum habe ich ihn versiegeln lassen. Er führte mir auf dieser Weise sehr eindrücklich und bewusst eine Sicherheitslücke vor Augen. Er scheint gerissen zu sein wie ein alter Wolf. Aber er hat sich durchweg anständig benommen. Ich hätte ihn gern als Hofnekromanten. Und auch, um eine Aussöhnung mit Linhard zu erreichen. Wir hatten viel Streit in letzter Zeit. Ich versprach ihm, seinen Vater zurückzuholen, wenn seine Familie mir Derya ausliefert, die Person, die Alexandre verstümmelt hat.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»So wenn Du also Dein Amt ausführen möchtest und auch heiraten möchtest, dann solltest Du dies auch tun. In diesem Fall musst Du eng mit Deinem Bruder Greg zusammenarbeiten. Anders ist es nicht möglich. Du musst mit beiden sprechen, Olivie, sowie Verrill. Das Ihr mich dermaßen liebt und vermisst habt freut mich Ciel. Es freut mich aus tiefstem Herzen mein Kleiner, aber irgendwann ist meine Zeit um. Das ist der Lauf der Welt, genau dafür hat man Kinder. In ihnen lebt ein kleines Stück von mir weiter, in jedem von Euch. Also ganz weg wäre ich dann nicht. Du hast Dreux, Greg, Olivie auf die Du Dich verlassen kannst. Und ich vermute ich bin noch eine ganze Weile hier. Das hoffe ich jedenfalls. Kannst Du Dich einfach nicht freuen, oder magst Du Dich nicht freuen? Kannst Du das Leben nicht einfach genießen? Wenn Du Freude daran hast, die Hohe Mark aufzubauen, ebenso die Akademie, dann nutze diese Freude doch und versage es Dir nicht selbst. Nun Verrill hätte Dich vielleicht gerne für sich, wäre doch möglich. Das findest Du nur raus, wenn Du sie fragst Ciel. Genau wie mit mir musst Du mit anderen Menschen reden. Also wie verbleiben wir? Was möchtest Du? Möchtest Du der bleiben der Du bist in Amt und Würden? Nichts anderes wünsche ich mir von und für Dich. Andernfalls müsste ich das Amt an eine andere Person übergeben - da käme zur Zeit nur mein Vierter Sohn - mein Schwiegersohn in Betracht. Oder wem sollte ich das Amt Deiner Meinung nach sonst geben? Es war für Dich bestimmt, für Dich und Greg um Euch zu zeigen, dass Ihr mir genauso viel wert seid wie Dreux. Was die Sicherheitslücke angeht, die müssen wir schließen. Hat Linhard Derya ausgeliefert? Oder wird er es tun? Ist Brandur das Risiko wert? Antworte ehrlich«, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Linhard?«, rief Ciel aufgebracht. »Unmöglich, nein! Ich werde das Lehen regieren, so wie du es für mich bestimmt hast. Bevor er es bekommt, solltest du es Olivie regieren lassen, wirklich. Er ist erzogen wie ein Adliger, aber das muss auf naridischen Adel bezogen sein. Er hat wenig Benimm und ich schilderte dir ja, wie unbeherrscht er ist. Er gibt sich Mühe, vielleicht wird auch in ein paar Jahren ein anständiger Mann aus ihm, aber er ist lange nicht so weit, dass man ihm eine derartige Verantwortung übertragen könnte. Bezeichnest du ihn wirklich als deinen Sohn?« Ciel spürte einen eifersüchtigen Stich. »Linhard bot an, einem seiner Verwandten, Davard von Hohenfelde, der Erfahrung mit solchen Aufträgen hat, dabei zu unterstützen, diese Verbrecherin herzubringen. Ob Brandur das Risiko wert ist, kann man nur erahnen. Er scheint fähig zu sein und wäre mit uns verwandt. Und vielleicht sieht Linhard mich dann mit anderen Augen. Er und ich ... wir können nicht so gut miteinander. Ich habe, wie gesagt, versucht mit Olivie zu reden, aber ich kam einfach nicht dazu. Sie weiß nichts von meinem Plan.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Na die Eifersucht scheint Dich ganz schön anzutreiben, egal auf wen«, schmunzelte Max und küsste Ciel auf die Wange. »Nun ab heute wird er mein Schwiegersohn sein Ciel. Und er muss lernen, dass er genau das ist und sich folglich so verhaltten. Anstatt ihm dermaßen entgegenzustehen, solltest Du vielleicht Deinen Groll nutzen um es ihm beizubringen. Das würde mich freuen. Wie alt ist er überhaupt? Es klingt nach einem ziemlich jungen Mann. Es freut mich, dass Du soviel Ehrgeiz hast, Deine Aufgabe lieber selbst wahrzunehmen. Das freut mich sehr Ciel. Denn dieses Lehen war für Dich bestimmt, wie das andere Furistolehen für Greg. Lin wäre nur eine Notlösung gewesen. Was steht bei Euch, sprich Dir und Lin denn im Wege? Nun ein Vater hat immer einen anderen Einfluß. Vielleicht ist es genau das was ihm sehr fehlt. Olivie kann nicht regieren Ciel, so lieb ich meine Kleine habe, sie ist eine Frau«, grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Zwischen Linhard und mir steht Verrill. Ich weiß, dass das nicht richtig ist, darum will ich ja diesen einen Schritt gehen, Papa. Dann wird künftig niemand mehr von meiner Eifersucht belästigt. Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht mein Kopf ist, von dem dieses Gefühl ausgeht - der sagt mir klar und deutlich, dass Verrill und ich kein anderes Verhältnis haben sollten als ein Geschwisterliches. Ich weiß nicht, wie alt Linhard ist, aber er benimmt sich wie vierzehn. Vermutlich ist er so zwanzig.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Die gleiche Nähe verbindet Dich mit Olivie Ciel und die ehelichst Du. Na vierzehn wird er hoffentlich nicht sein, er sollte mindestens 16 Jahre sein, sonst haben wir ein Problem«, kicherte Max. »Ulk beiseite, dann musst Du für klare Verhältnisse sorgen. Aber nicht indem Du Dir alles abschneidest, sondern entweder dass Du Dir Verrill ebenfalls aneignest oder sie Linhard überlässt. Eines von beidem. Ich denke nicht, das Verrill ausschließlich Linhard als Ehepartner möchte. Falls doch, nun ist die Antwort gefallen. Und Du kommst überhaupt nicht mit Deinem Schwager klar?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nicht nur mit Olivie. Auch mit Dreaux. Würde es nach meinem grauenhaften Unterbewusstsein gehen, würde ich sie alle drei heiraten - und nicht nur sie. Danach kann ich nicht gehen, Papa. Ich kann nicht jeden Menschen heiraten, nur weil mein ein Teil von mir dies verlangt. Ich muss mich mäßigen. Und mein Wille allein scheint dazu nicht auszureichen. Ich gab Linhard mein Wort, nicht zwischen ihm und Verrill zu stehen. Ich komme nicht gut mit ihm aus, nein, und das letzte Mal hat er sich im Zorn betrunken. Er ist mir zu launisch. Aber ich will ihn nicht nur schlecht reden. Verrill liebt ihn und auch er scheint sie zu lieben. Er gibt sich zwischendurch auch wirklich Mühe. Und das nächste Mal ist er wieder so unerträglich überheblich und unverschämt.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Du sollst sie auch nicht alle heiraten, nur Euch scheint ja gewaltig viel zu verbinden. Eine Bindung bedeutet nicht dass Du zwischen zweien stehst, sondern dabei. Oder steht Deine Mutter zwischen mir und der Duchesse? Sie gehört dazu, sie steht nicht zwischen uns. Wobei nun, das Beispiel ist vielleicht nicht das Beste. Man könnte ehr sagen die Duchesse gehört dazu, rein nach dem Gefühl. Das er sich betrunken hat, ist seine Wahl gewesen Ciel, Du hast ihn schließlich nicht dazu gezwungen. Das ist er sich bemüht, spricht für ihn. Nur muss dies dauerhaft sein. Und was würdest Du bezogen auf Brandur tun?«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte die Schultern. »Ich weiß es nicht, Papa ... ich weiß es nicht. Das muss der Duc entscheiden. Was würdest du denn tun?« Er blickte seinen Vater an. »Was haben Bellamy und der andere Nathan angetan? Oder war das nur ein schlechter Scherz, um mich aus der Reserve zu locken?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Mit so etwas mache ich keine Scherze, und auch der Rest war keiner. Sondern ich wollte Dir um Deiner selbst Willen einen Spiegel vorhalten Ciel. Dieser Robere hat Nathan... mhm er hat ihn dermaßen rangenommen, dass er danach geblutet hat und den Medicus aufsuchen musste. Und Nathan gab sich noch die Schuld dafür. Rangenommen ist ein geschmeicheltes Wort, er hat ihn geschändet. Er hat ihn mit Nathans Einverständnis geschändet, da dieser nicht wusste worauf er sich einlässt. Fabien und Nathan haben sich Briefe geschrieben. Fabs wusste nicht was er tun sollte, daraufhin zeigte er die Briefe mir und teilte mir somit natürlich auch die Beziehung zwischen Nathan und ihm mit. Er bat mich darum, die Betreffenden entsprechend zu bestrafen. Und das werde ich. Ich würde schauen, ob eine Rückholung von diesem Brandur möglich ist und ob er so treu wäre, dass es sich lohnt«, gab Max zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kamen wieder die Tränen. So etwas musste er natürlich am Tag seiner Hochzeit erfahren. Er hatte gesehen, dass es Nathan sehr schlecht ging, doch er hatte dies auf dessen Einsamkeit geschoben und sich darüber gefreut. Als er nun erfuhr, was ihm wirklich wiederfahren war und dass er seelisch und körperlich behandelt worden war wie Dreck, dass man ihn so verletzt hatte, tat ihm mehr als nur weh. »Siehst du, Papa - Triebe. Das passiert dann«, sagte Ciel leise. »Ich werde es Olivie nach der Hochzeit sagen. Ich schenke ihr eine wundervolle Hochzeitsnacht, ich gebe alles, damit es ihr gefällt. Aber das muss ihr genügen. Möchtest du mit Brandur sprechen? Ich habe seinen Geist hier. Ich hatte vor, ihn für die Hochzeit noch einmal zurückkommen zu lassen, damit Linhard seinen Vater dabei hat. Doch auch darüber hat Linhard sich nicht gefreut. Er ist undankbar, egoistisch und grob.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das hat nichts mit dem Trieb zu tun, sondern damit dass manche Menschen Monster sind, während andere versuchen Heilige zu sein Ciel. Dabei schlummert in jedem von uns beides. Ja sie haben Nathan nicht nur wie Dreck behandelt, sie haben ihn benutzt. Und darin liegt die eigentliche Gewalt. Sie hätten ihn auch zwingen können Fäkalien zu essen, das wäre die gleiche Gewalt nur ohne Dein verhasster Trieb. Sie haben ihn missbraucht, weil sie es konnten. Solche Leute haben uns nicht zu beschützen. Die Garde ist dafür da, uns zu repräsentieren. Treten sie in Erscheinung, tritt die Staatsmacht in Erscheinung, so lautet die Beschreibung. Sie stehen für Recht, Ordnung, Gerechtigkeit und Schutz. All das haben sie mit der Tat mit Füßen getreten und dafür werden sie öffentlich zur Rechenschaft gezogen. Genauso wie sie es mit Nathan getan haben, im Heimlichen. Ich denke er würde sich schon über seinen Vater freuen. Lass den Geist frei Ciel. Verbringe die Nacht mit Deiner Frau und entscheide dann, ob Du Freude daran empfindest oder ob Du verzichtest. Und rede mit Verrill ebenso. Das solltest Du tun«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Das werde ich tun. Wo sind Bellamy und der andere jetzt? Sind sie inhaftiert? Ich möchte mit Bellamy sprechen.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Vergiss Bellamy, den rammen wir ungespitzt in den Boden. Es geht vorerst um Dich und diesen Brandur. Vielleicht ist er die Lösung für Dein Schwagerproblem. Lass ihn frei. Danach rede mit Verrill und mit Oli redest Du auf der Feier, nach dem Ja Wort bitte. Vertraue Dich ihr an. Lass diesen Geist frei«, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete durch. Er zog die Flasche aus seiner Robe, zog den Korken mit dem Siegelbann heraus. Ein grüner Dampf stieg aus der Flasche, zog sich in die Länge und verschwand mit atemberaubender Geschwindigkeit durchs Schlüsselloch. Das Ganze hatte nicht einmal eine Sekunde gedauert. »Ich werde mit meinen Geschwistern nach der Hochzeit sprechen. Vorher nicht, das würde die Stimmung nur trüben und ich will ihnen die Feier nicht verderben. Ich möchte dennoch gern mit Bellamy sprechen, sobald ich die Zeit finde. Er hat Zerbino das Leben gerettet.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max deutete mit grimmigem Blick auf die Flasche.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja?«, fragte Ciel unsicher. »Das war gerade der Geist von Brandur. Wolltest du ihn sprechen?«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»So kannst Du keinesfalls heiraten. Folge mir und danach gehen wir zu Bellamy. Gibts doch nicht!«, fauchte Max.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max blieb so abrupt stehen, dass Ciel gegen ihn prallte. »Ja natürlich, sag mal Ciel was ist nur mit Dir los? Wir müssen das jetzt klären, ehe Du noch wer weiß was anstellst. Du bist ja total durch den Wind. Windiger als das. Folge mir. Du mir hinterher gehen!«, befahl Max und ging vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel überlegte, was er jetzt schon wieder für einen Fehler begangen hatte, verkorkte die Flasche und steckte sie wieder ein, ehe er seinem Vater zu Bellamy folgen wollte. Unvermittelt knallte er gegen den Rücken seines Vaters. Dann hielt sein Vater eine Standpauke und ging weiter. Ciel rieb sich kurz die Nase und folgte ihm weiter.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Warum hast Du den Geist nicht festgehalten? Du fragst mich ob ich mit ihm reden möchte. Ich sage JA! Und wusch, weg ist der grüne Knilch. Wer weiß wo er nun rumschwebt«, erklärte Max und hakte Ciel unter. Nicht das der noch unterwegs verloren ging.
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Ciel Felicien de Souvagne

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Aussprache von Verrill und Ciel

#22

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 02:08

Maximilien Rivenet de Souvagne
Er klopfte gegen die Tür von Gregoire und wartete einen Moment bis sein Sohn aufmachte. Verill starrte Max an und umarmte ihn liebevoll. »Schön dass Du wieder da bist«, freute sich Greg und zog beide rein. Max drückte Ciel auf einen freien Stuhl. »Verrill mach den Mund zu - Ciel hat Dir etwas zu sagen. Das muss vor der Hochzeit geklärt werden, damit es eine Hochzeit gibt. Und ja ich habe Euch Mäuse auch vermisst. Ciel Bitte«, sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klappte der Mund auf, dann machte er ihn wieder zu. Er überlegte einen Moment und sprach dann. »Erstens, Papa: Ich kann keine Geister festhalten. Das ist das Problem, wir haben hier niemanden, der das kann. Zweitens, weiß ich gerade nicht, was von den ganzen Dingen, die wir soeben besprochen haben, ich Verrill mitteilen soll. Verrill weiß, dass ich sie liebe, dass ich sie fast geheiratet hätte und dass ich eifersüchtig auf ihren Verlobten bin. Ferner weiß sie, was ich mit meinem Körper vorhabe.« Etwas hilflos schaute er zwischen seinem Vater und seiner Schwester hin und her.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill nickte stumm und schaute zu ihrem Vater auf. »Das stand auch nicht zwischen Euch Ciel. Sag Verrill bitte was Du von der Sache mit Ferrau und Zerbino hältst, so wie Du es mir gesagt hast. Dass Du sie dermaßen liebst, verurteile ich nicht. Ihr müsst Euch dort nur einigen. Dafür oder dagegen ihr beiden. Aber kläre bitte dass, was Dich zerfrisst und Du ihr nicht sagen konntest. Sonst steht dies immer zwischen Euch. Das geht nicht. Also bitte«, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin wütend auf dich«, erklärte Ciel nicht ganz so barsch wie er gern wollte. »Wütend, weil du die Domestiken so behandelst und dich nicht um Wiedergutmachung mühst. Dreaux hat seinen Fehler eingesehen und er hat Rückgrat bewiesen. Du nicht. Entschuldigen brauchst du dich nicht bei ihnen, aber eine symbolische Form der Wiedergutmachung wäre angebracht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das ist genau das was er Dir sagen wollte, nur der Ton stimmt noch nicht ganz. Versuch es erneut Ciel und Du schweigst Greg, Du kannst danach antworten. Die Strafe werde ich Dir gleich benennen. Nochmal Ciel, eine Spur mehr so, wie Du empfindest«, bat Max und verschränkte die Arme während er Greg musterte. Verrill starrte von Ciel zu ihrem Vater und zurück. Sie kaute auf der Unterlippe. »Lass das, schau ihn an und höre Dir an was er zu der Untat zu sagen hast, die Du verbrochen hast Verrill«, erinnerte Max ruhig. »Ich weiß was ich verbrochen habe. Ich habe durch meine Dummheit meinen vertrauten Zerbino verloren, weil ich auf Unsinn gehört habe. Und um den Unsinn zu beweisen, schlug ich seinen Leibdiener«, flüsterte Greg. »Deine Einsicht in allen Ehren Kleines, aber das reicht nicht aus«, anwortete Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel saß angespannt auf seinem Stuhl. »Ich ... kann nicht, Papa«, gestand er leise.
Maximilien Rivenet de Souvagne
Max legte ihm eine Hand auf die Schulter. »Doch, gerade weil Du sie liebst und sie vor sich selbst beschützt. Sag es ihr so, wie sie es verdient hat und wie Du fühlst. Raus damit Ciel. Du kannst das nicht ewig mit Dir herumschleppen. Du weißt doch noch wie man brüllt oder?«, fragte Max leise. Während Greg eine Augenbraue lupfte und Ciel musterte. »Du bist dermaßen wütend dass Du mich anbrüllen möchtest? Verdient habe ich es. Ich habe mich einfach gehen lassen, da ich dachte Zerbino tratscht alles herum. Versteht Ihr das nicht?«, fragte Verrill. »Doch das verstehen wir, trotzdem ist das kein Grund jemanden mit einem Schürhaken anzugreifen, der mit der ganzen Sache nichts zu tun hat!«, gab Max hart zurück.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich weiß, wie man brüllt. Und ich weiß auch, wie man einen Menschen erschlägt. Ich weiß, wie man jemanden vollkommen zerstört, ohne ihn umzubringen. All dies ist mir bekannt«, erklärte Ciel sachlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Nun soweit sollst Du nicht gehen, da Ihr beide meine Kinder seid. Du sollst brüllen, damit Ihr Euch wirklich versöhnen könnt«, sagte Max und gab Ciel eine Kopfnuss.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kassierte die Kopfnuss ohne mit der Wimper zu zucken. Aber es tat ihm weh, dass sein Vater sie ihm verpasste anstatt seiner Tochter. Ciel erhob sich langsam. Er stellte sich eine Armlänge entfernt von Verrill hin. Er sah ihr tief in die Augen. Einige Augenblicke stand er so da. Er rang sehr mit sich und zitterte etwas. Er dachte daran, wie Verrill und er geküsst hatten, wie sie ihm ihren Körper gezeigt hatte. An die lieben Worte, die sie getauscht hatten. Er dachte an Zerbino, der nun völlig fertig mit der Welt in seinem Bett lag und seither kaum noch unter der Decke hervorgekrochen kam. Er dachte an Ferrau, der auf dem Boden lag und um sein Leben schrie, sich an sein Bein klammerte, während Verrill mit dem Schürhaken über ihm stand. Ciels Faust traf Verrill ins Gesicht. Er schlug nicht einmal, sondern zwei Mal kurz und hart hintereinander. Einmal für Ferrau und einmal für Zerbino. Dabei blieb er vollkommen stumm.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Überrumpelt und erschrocken taumelte Greg ein Stück zurück, bevor er sich abfangen konnte. Er wischte sich über die Nase und musterte Ciel mit nicht zu deutendem Blick, ehe er einmal den Kopf schüttelte um den Hieb abzuschütteln. Maximilien seinerseits schaute die beiden an und legte Ciel einen Arm um die Schulter. »Den hast Du Dir verdient. Du wirst ebenso wie Dreux in einem Tempel als Tempelgehilfe dienen und eine Zeit, über die ich noch entscheiden muss an einem fremden Hof, als genau dass was Du zu achten lernen musst. Als Diener. Du kannst nicht so mit Dir anvertrauten Leuten umgehen Verrill. Das weißt Du und falls Du es nicht weißt, wirst Du es eben auf diese Art lernen. So lange, bis Du es verinnerlicht hast«, erklärte Max schlicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Ich weiß was ich an Zerbino hatte und was ich verloren habe. Ich nehme die Strafe hin«, sagte sie leise und befühlte ihre Nase. Greg musterte Ciel und legte fragend den Kopf schief. Er wusste nicht mehr, wie er mit ihm umgehen sollten. Was waren sie nun noch? Was war er für ihn? Er wusste es nicht. »Wann muss ich die Strafe antreten? Jetzt?«, fragte sie nervös. »Nein, Du sollst heiraten. Du sollst das Fest genießen, Du sollst Dich mit Deinem Bruder versöhnen. Aber Du sollst auch dafür büßen was Du angerichtet hast. Wenn Du das weißt, wunderbar. Umso kürzer ist Deine Dienstzeit. Falls Du es nicht weißt, schlecht für Dich Kleines, denn dann bist Du länger von Deinen Lieben getrennt«, sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ das Gesicht seiner Schwester nicht aus den Augen. Sein Gesicht war etwas angespannt, ansonsten ausdruckslos, doch seine Augen blitzen wütend und gleichzeitig glitzerten seine Wimpern feucht. Er hatte nicht nur Verrill, sondern auch sich selbst geschlagen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max gab ihm einen sanften Schubs Richtung Verrill. »Eigentlich wollte er brüllen Verrill, aber Du hast ihn nicht gelassen. Also vertragt Euch wieder so wie es sich gehört unter Geschwistern. Wer dermaßen austeilt, muss auch einmal was einstecken. Und Du hast sehr ungerecht und grob ausgeteilt«, sagte Max leise.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Greg nickte knapp und nahm Ciel in die Arme. »Es tut mir leid«, flüstere sie ihm ins Ohr. »Verzeih mir bitte«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte sie steif zurück. Er fragte sich, wie viel zwischen ihnen soeben kaputt gegangen war. Er suchte Verrills Blick und fragte sich, ob er nicht noch heftiger hätte zuschlagen sollen, um endgültig alles zwischen ihnen zu zerstören. Dann legte er seine Lippen auf ihre und küsste sie.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill streichelte Ciels Nacken, küsste ihn zurück und löste sich sanft aus der Umarmung. Sie musterte ihn ebenfalls. »Lass uns wieder gut miteinander sein, bitte. Jeder macht Fehler. Und ich sehe es ein. Ich möchte keinen Streit mit Dir Ciel, weder heute an unserem besonderen Tag, noch überhaupt. Dafür liebe ich Dich zu sehr. Wir waren eine Familie, wir waren ein Trio. Streit kommt vor. Lass uns nicht wieder da stehen, wo wir vor einiger Zeit standen«, sagte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Er schüttelte nach ihrem letzten Satz rasch den Kopf und als sie sich von ihm löste hielt er einen Moment ihre Hände fest. Noch immer brachte er kein Wort heraus.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien gesellte sich dazu und nahm beide in die Arme. »Na was nun? Ist das so schwer?«, fragte er.

Ciel Felicien de Souvagne
Fragend blickte Ciel seinen Vater an.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Möchtest Du Dich nicht versöhnen? Und was war vor ein paar Tagen?«, hakte Max nach.

Gregoire Verill de Souvagne
»Ich möchte und wir hatten uns grundlos gestritten, weil... ich habe es vergessen. Wegen Lin glaube ich? Jedenfalls hatte ich Angst Dreux und Ciel zu verlieren«, antwortete Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Aber wir haben uns doch gerade versöhnt - oder nicht?« Ciel sah das Gesicht seines Bruders an, den er in letzter Zeit nur noch als seine Schwester wahrnahm. Er versuchte, darin zu lesen.

Gregoire Verill de Souvagne
»Doch aber tun wir es nochmal damit wir beide es wissen und Paps«, grinste Verrill. Sie nahm Ciel fest in die Arme und drückte ihn an sich. Zeitgleich drückte sie ihm einen Kuss auf. »Wieder gut miteinander Großer«, flüsterte sie ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erzitterte kaum merklich, als sie sich der Länge nach an seinen Körper schmiegte. Er nickte. »Wieder gut, Kleine. Wir hatten gestritten weil du nicht verstanden hattest, das Linhard dich liebt. Dabei hatte er es dir längst gesagt. Das war deine große Furcht.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Das stimmt, wo ist er überhaupt?«, fragte Verrill. »Wir wollten gemeinsam in die Ferne ziehen Ciel, wir wollten uns gemeinsam um Deine Projekte kümmern oder? Hast Du das vergessen? Wieso schaust Du dann so?«, fragte Greg und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. »Weil er von Deinem Verhalten enttäuscht war Verrill. Fehler macht jeder, aber belass es bei diesem einen Mal. Wir erwarten mehr von Dir, nicht nur ich oder Ciel. Jeder Souvagner - auch Deine Untertanen, Deine Deiner«, erinnerte Max sie.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du weißt, warum«, gab er zerknirscht von sich. Er spürte ihre Finger über sein Gesicht streicheln, als sie ihm die Haare aus dem Gesicht strich. Er packte ihren Kiefer und küsste sie richtig. Danach ging er wieder auf Distanz und betrachtete sie. Er fragte sich, ob sie ein Kleid getragen hätte, wenn er sie geheiratet hätte und nicht Linhard.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill genoss den Kuss. »Nun jetzt weiß ich warum, nach dem Kuss. Es ist wieder in Ordnung. Du hättest es mir... ehr um die Ohren hauen sollen Ciel. Das dem so ist, weiß ich Paps. Aber ich habe es durch Nathan erneut aufgezeigt bekommen. Ich habe Ciel sogar ein Haus geschenkt, damit er vor Ort sicher und geschützt leben und arbeiten kann. Das Haus ist groß und mehr Festung als ein Haus. Damit er sich auch in der Ferne sicher und geborgen fühlt. Er samt Olivie. Ich hatte vor bei Linhard zu wohnen, wenn ich ihn unterstütze. Oder zu pendeln zwischen Hof, Ciel und Linhards Haus. Ich habe niemanden verletzten wollen, aber ich selbst wollte auch nicht verletzt und bloßgestellt werden. Ich weiß dass die Pferde mit mir durchgegangen sind. Und Linhard weiß es auch. Er hat nichts gesagt, er wollte mir auf seine Art beistehen und helfen. Das hat er nicht getan, zum Glück. Aber er hätte es getan um mich zu verteidigen, da er mich mag... mehr sogar«, anwortete sie. »Was schaust Du mich fragend an? Frag einfach«, grinste sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte sich aufrecht hin. »Es ist besser, wenn ich nicht frage, da es vollkommen irrelevant ist. Und bitte erwähne Linhard nicht so oft, wenn ich da bin. Ich akzeptiere ihn, aber ich muss ihn nicht dauernd vor die Nase gehalten bekommen.« Er sah seinen Vater an. »Wir wollten noch zu Bellamy.«

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Er gehört zu mir wie Olivie zu Dir Ciel, beruhige Dich. Er ist keine Konkurrenz für Dich. Du wolltest Dich mit ihm verstehen, versuch das bitte auch. Denk an unser Essen. Ich habe mich darauf gefreut. Und was immer Du fragen wolltest, hebe Dir die Frage auf. Ich werde sie Dir beantworten, wenn ich Dir Dein Geschenk überreiche. Aber nun muss ich selbst los und noch etwas erledigen. Bis später Paps und Ciel«, erklärte Greg und küsste beide auf die Wange, ehe er ging.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Verrill nach und musterte Ciel. »Na bitte, zwar nicht wie erwartet und Du hast einen guten rechten Haken, aber es hat gewirkt. Auf gehts, gehen wir zu Bellamy«, sagte Max und gab den Weg in die Wachstube vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Na bitte, sagst du? Ist dir mal was aufgefallen? Sie hat es schon wieder getan! Es ist erneut damit geendet, dass wir Arm in Arm und küssend dastanden. Und wie sie diesen Bengel verteidigt! Je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger kann ich ihn leiden.« Er folgte seinem Vater.

Maximilien Rivenet de Souvagne
»Sie liebt Dich Ciel, dass ist mir aufgefallen und ja sie versucht es Euch zu versöhnen. Sieh ihn nicht so hart als Konkurrenten, sondern als Schüler. Jedenfalls was sein Benehmen anbelangt. Wäre es nicht seltsam, wenn sie ihrem Verlobten in den Rücken fallen würde? Das würde im Umkehrschluss bedeuten, das würde sie bei jedem tun den sie liebt. Aber man kann Greg vieles nachsagen, so etwas macht er nicht. Er versucht seine Leute zu vereinen und zusammenzuhalten. Falls Du ihm keine Chance gibst, züchtest Du Streit heran der nicht sein muss Ciel. Du kannst ein Familienmitglied dazugewinnen, oder sogar zwei mit diesem Brandur«, gab Max zu bedenken. An der Wachstube hielt er an und ging hinein.
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Dreux Gifford de Souvagne

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#23

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 15:06

Dreux ging gemeinsam mit Nathan zurück zu seinen Gemächern. An diesem schönen Tag, wollte und würde er sich nicht von einigen Untertanen ärgern lassen. Bellamy und Robere hatten gezeigt bekommen, dass man mit ihm nicht spielte. Der junge Duc musterte seinen Leibdiener. Zum Glück war Nathan soweit wohlauf.

Sein Vater war zurück und es gab so vieles, was er ihm erzählen wollte. Zudem freute er sich auf die bevorstehende Feier. Für Dreux war es eine Premiere, ein Brautpaar zu trauen. Und er durfte heute gleich zweimal. Er selbst beschloss mit offenen Augen die Hochzeitsfeier zu genießen. Der komplette Adel Souvagnes war anwesend. Möglicherweise fand er heute auf dem Fest seiner Brüder selbst eine passende Frau.

Dreux wusste, dass der Comte Melville de la Cantillion zwei Töchter im heiratsfähigen Alter hatte. Aber nicht nur er, sondern sicher auch einige andere Adlige hatten schöne Töchter.

Ein Diener eilte herbei und verneigte sich tief vor Dreux. Der junge Duc nickte knapp, als Zeichen dass der Mann sprechen durfte.

"Herr die Seeadler ist pünktlich in den Hafen Cantillions eingelaufen. Ein herrliches Schiff, besonders der Adlerkopf am Bug", verkündete der Diener stolz.
"Ausgezeichnet, hab Dank Onfroi. Unser Bruder Gregoire wird staunen, was er von unserer Person, sowie Prince Ciel als Hochzeitsgeschenk erhält. Da scheinbar alle heute so zeitig wach sind, werden wir mit den Vorbereitungen im Garten gegen 09:00 Uhr beginnen. Teilt dies bitte umgehend der Küche mit", befahl Dreux und setzte seinen Weg fort.

Der junge Duc holte seine Unterlagen aus seinem Gemach und schritt damit stolz, allerdings auch ziemlich nervös zu den Gemächern seines Vaters. Er klopfte kurz an. Fabien öffnete und ließ Dreux sofort eintreten.

"Euer Sohn Dreux Herr", teilte Fabien höflich mit.
"Nur zu, bitte ihn herein", bat Maximilien.
"Schon geschehen Vater", antwortete Dreux.

Er ging auf seinen Vater zu und umarmte ihn zur Begrüßung. Maximilien erwiderte die Geste, packte Dreux bei den Schultern musterte ihn genau.

"Nun erzähle, was treibt Dich her? Setzen wir uns", schmunzelte Max, während Fabien den beiden Kaffee servierte.

"Die Arbeit Vater. Ich lasse Dir alle Unterlagen hier, damit Du Dich zu späterer Stunde von meiner Arbeit überzeugen kannst. Aber eine Gesetzesänderung liegt mir besonders am Herzen und diese möchte ich Dir gerne persönlich vorstellen. Ich hoffe die Änderung findet Deine Zustimmung, sie wurde mit dem Herzen und dem Verstand gewählt. Ich nenne sie gerne die Änderung der warmen Hände.

Ich lese Dir die Gesetzesänderung vor.


[brief]Gesetz zur Abdikation und Intronisation - Inkrafttretung - 17.04.203 n.d.A.

Mit sofortiger Wirkung wechselt die souvagnische Krone nicht vornehmlich durch Todesfall, sondern durch Abdikation/Lossagung den Amts- und Würdenträger.

Die souvagnische Krone wird folglich mit warmen, lebenden Händen, anstatt mit den kalten Händen des Todes überreicht bei Möglichkeit.

Der amtierende Duc teilt seinen Abdikationswunsch zugunsten des Kronprinzen mit und lässt die Kunde auf dem üblichen Wege verbreiten, wann er sich von seinem Amt lossagen werde.

Die Amtsübergabe findet in der Hauptstadt Beaufort mit der Unterzeichnung der Abdikationsurkunde am Hofe de Souvagne und der anschließenden Inthronisation des Kronprinzen statt.

Mit Unterzeichnung der Abdikationsurkunde durch den Duc und den Kronprinz wird der verfassungsgemäße Thronwechsel vollzogen.

Der ehemalige Duc trägt nach Amtsübergabe den Titel:

Großherzogliche Hoheit
Prince de Souvagne.


Im Todesfall des amtierenden Duc wird mit der Heroldsformel "Der Duc ist tot, lang lebe der Duc - Le Duc est mort, vive le Duc" der Tod des alten Duc in Souvagne bekannt gegeben und gleichzeitig der neue Großherzog ausgerufen.

Betont wird damit die Kontinuität der Erbmonarchie und die rechtliche Tatsache, dass beim Tod des Duc die Krone sofort in den Besitz des Nachfolgers übergeht.


Duc Dreux Gifford de Souvagne[/brief]

Die Bedeutung dahinter ist schlicht, ich liebe Dich Vater und ich möchte die Krone nicht aus Deinen kalten Händen nehmen, wenn Du gegangen bist, sondern ich möchte sie von Dir zu Lebzeiten überreicht bekommen - mit warmen, lebendigen Händen.

Du weißt worum ich Dich damit bitte Papa?

Sobald Du mich für reif und würdig erachtest den Thron zu besteigen, überlasse ihn mir nicht sofort. Lass uns eine zeitlang gemeinsam herrschen. Lerne und leite mich an, bringe mir alles bei was Du weißt. Nach Deinem Ermessen wirst Du entscheiden, wann ich den Thron allein inne habe. Was sagst Du dazu?",
fragte Dreux neugierig wie nervös.

"Die Gesetzesänderung ist eine der Schönsten seit den letzten Jahrzehnten, wenn nicht die schönste Änderung. Du kannst somit gleich in Amt und Würden bleiben Dreux, mit sofortiger Wirkung regieren wir gemeinsam. Du hast Dir sehr viele Gedanken gemacht wie ich sehe", schmunzelte der Duc glücklich und trank einen Schluck Kaffee.
"Dankeschön. Oh ja, viele Gedanken habe ich mir gemacht, Du hast gar keine Ahnung davon wie viele...", stimmte Dreux zu, was beide loslachen ließ.

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#24

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 5. Mai 2018, 01:28

Vater & Sohn Hohenfelde

Brandur von Hohenfelde
Der Korken mit dem Siegelbann war gelöst worden. Brandurs Geist raste aus der Flasche, in der man ihn gefangen gehalten hatte. Ohne sich umzuschauen oder zu warten, ob man vielleicht etwas von ihm wollte, entfernte er sich so schnell er konnte von dem Ort, an dem die Flasche sich befand. Er erkannte flüchtig zwei blonde Männer, dann war er schon fort. Als grüner, langgestreckter Substanzfaden düste er durchs Schlüsselloch, in den Korridor und hinüber zum Gemach seines Sohnes. Der war nicht anwesend. Brandur versteckte sich in der Materie der Keksschale, bis Linhard zurückkehren würde.

Linhard von Hohenfelde
Brandur musste nicht lange warten, denn Linhard kam nach einigen Minuten zurück. Er schnappte sich einen Keks, stopfte ihn sich in den Mund und pumpte Wasser in den Zuber. Zeitgleich riss er das Fenster auf, denn es nützte nichts, wenn er sich sauber schrubbte und zeitgleich wieder einräucherte. Er wollte seine-n Angetraute-n ja nicht gleich damit vergraulen, dass er bis zum Himmel stank. Aber im Moment war das noch der Fall. Er roch wie der Aschenbecher eines Kettenrauchers. Als er genug Wasser hineingepumpt hatte, schüttete er von den Badezusätzen einfach von allem etwas hinein, zog sich aus und stieg ins Wasser.

Brandur von Hohenfelde
Brandur materialisierte sich in seiner gewohnten Gestalt. Er räusperte sich vernehmlich. "Guten Tag, mein Junge", sprach der Geist mit dem Dreispitz in den Raum hinein.

Linhard von Hohenfelde
Lin wischte sich das Wasser aus den Augen und grinste seinen Vater an. "Paps! Hat Dich Ciel doch freigelassen! Ich hab schon gar nicht mehr daran geglaubt. Hock Dich zu mir, ich meine schweb neben mir, also mach es Dir auf Geisterart gemütlich. Ich muss was mit Dir besprechen Paps, ich hatte mit Ciel dem Bruder meines Kerl Streit und ich muss Dir was anvertrauen, da Du der Einzige bist dem ich vertraue", erklärte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schaute sich suchend nach einer Sitzgelegenheit um und fand sie in Gestalt eines Hockers, der bei der Wanne stand. Er setzte sich darauf, die Hände auf den Gehstock zwischen seinen Schnallenschuhen gestützt. "Das ich eingesperrt wurde, war nicht sehr erfreulich, aber zu erwarten. Es hätte mich eher gewundert, hätte man mich weiterhin mein Unwesen treiben lassen. Ich habe ja doch ein wenig provoziert. Sprich, Junge, was gab es für Ärger?"

Linhard von Hohenfelde
Lin warf kurz die Hände in die Luft und ließ sie ins Wasser klatschen. "ER hasst mich. War nicht anders zu erwarten, aber der Grund, schlägt dem Fass den Boden aus. Möchtest Du wissen warum? Weil er Gregoire liebt! Pass auf Paps, zuerst fragte ich ja ob ich Olivie heiraten darf. Meint Ciel - nö, er macht das. Daraufhin hat mir ja Greg das Angebot unterbreitet. Kaum steht es fünf Minuten vor der Hochzeit, moppert der ständig herum, warum? Weil er Greg liebt! Sag mal! Möchte ich Olivie - nein, seine. Möchte ich Greg, nein seiner. Das habe ich ihm auch so gesagt, als wir uns gestritten haben. Wir hatten uns wie gesagt gestritten, da habe ich Greg den Verlobungsring zurückgegeben und gesagt, ich bleibe bei meinem Wort. Entweder ist er am 01.05. da oder nicht. Dann weiß ich Bescheid. So eine verfluchte Scheiße hätte ich nicht tun sollen. Wieso hab ich vor Ciel den Schwanz eingekniffen? Na vermutlich weil er die Landesmacht hinter sich hat und ich nur - ja ehm... Kasimir und Archibald. Egal. Jedenfalls habe ich mir die Kante gegegeben und etwas zu viel geraucht. Da kam er an - Ciel. Er hat sich mit mir versöhnt und wollte das ich zurück zu Greg gehe. Naja bis dato war es ein Hin und her, da die Versöhnung in einem Buch stand und ich mit meinem dicken Kopp nicht begriffen habe was er von mir wollte. Etwas peinlich. Jedenfalls war er wohl so angzickt, da ich Greg nur geheiratet hätte aus geschäftlichen Gründen anstatt ihn zu lieben. Aber nach all dem, auch was mit dem Streit rund um Zerbino und Ferrau war, gab mir das Gespräch mit Ciel doch einiges zu denken. Einiges sehr Wichtiges Paps", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur hörte aufmerksam zu. "Schwierig. Aber immerhin war er ehrlich zu dir in seinen Gefühlen. Damit lässt sich arbeiten. Auf zweierlei Weise: Du kennst nun eine seiner Schwachstellen, falls du mal eine benötigst. Aber du weißt auch, dass er aufrichtig mit dir umgehen wollte, anstatt irgendeinen Maskenball zu veranstalten. Was auch heißt, dass er dir weit genug vertraut. Aber erzähl erst einmal zu Ende."

Linhard von Hohenfelde
"Was mir durch den Kopf ging bezüglich Ciel ist, wir kamen her um dem alten Weg zu entsagen und neue Wege zu beschreiten. Souvagnische Wege, almanische Wege. Aber bei Ferrau und Zerbino, da habe ich nicht den neuen Weg gewählt. Ich habe ihn mir nicht mal angeschaut. Ich habe den alten Weg mitgebracht - ihn nach Souvagne importiert. Er lebt nicht nur in Dir, Opa oder Kunwolf Paps. Er lebt auch nicht in Ansgar und dort ist Schluss. Er lebt auch in mir! Opa stand dabei als man Ansgar und Dave quälte, er lachte oder tat nichts. Es war ihm scheißegal. Was tat ich denn anderes bei Ferrau, obwohl ich es hätte besser wissen müssen? Ich tat nicht, ich lachte, ich bekam einen Steifen. Ich war genau wie Dunwin und alle anderen davor. Was hätte Ansgar oder Dave für mich empfunden? Ekel, Abscheu? Und da ist mir aufgefallen, der alte Weg lebt in uns allen. Er ist nicht nur anerzogen, er ist ein Teil von uns. Er ist ein Teil unseres Erbes und unseres Blutes. Natürlich ist er das! Weil es überlebte ja auch immer nur der sadistischste, härteste und brutalste Kerl. Und genau das vererbte er weiter. Wie andere sich dazu zwingen müssen, zuzuschlagen oder anzugreifen, muss ich mich dazu zwingen nicht bei jeder Kleinigkeit gleich das Messer zu zücken und die Sache auf meine Art zu klären. Und genau das meine ich! Den Ticken nun nenne ich es mal Böses, den muss man bewusst bekämpfen. Sich dem inneren Dunklen stellen, denn sonst Brandur, hätten wir niemals herkommen brauchen. Wenn ich Zerbino für Greg absteche, da er Angst hat, dass er was ausplaudert, was für ihn sehr wichtig ist - dann habe ich nicht nur völlig am Gesetz von Souvagne vorbei gehandelt, ich habe nicht nur ein Mord begangen, ich habe den alten Weg niemals verlassen. Ich habe völlig versagt. Nichts als leere Worte waren meine Schwüre dann. Ja Ciel war ehrlich und das hat mir geholfen eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Mich selbst klarer zu sehen. Das was ich bin und der der ich doch gerne sein möchte. Seine Schwachstellen kenne ich, einige zumindest. Aber ich hielt es für klüger und ratsamer einen Schulterschluss zu versuchen".

Brandur von Hohenfelde
"Mein lieber Linhard, leider kann ich dich nicht umarmen und dir keinen Keks reichen. Aber ich bin da. Ich bin hier, an deiner Seite und so lange ich noch kann, spreche ich mit dir, wenn du das möchtest. Der Alte Weg, ich habe ihn manchmal als einen Fluch begriffen. Ja, er lebt in uns. Es schmerzt mich, zu hören, dass er nicht bei der Generation von Ansgar und Davard ausgeklungen ist. Kunwolf, Dunwin und ich, wir waren noch die alte Schule, wie man sagte. Wir wurde mit der größtmöglichen Härte erzogen. Bei Davard und Ansgar geschah das Gleiche durch uns, doch sie erzogen ihre Kinder anders. Ich hatte gehofft, dass es genügen würde, dass mit deiner Generation Schluss ist, wenn wir Alten rechtzeitig einen Schlusstrich ziehen. Dass dies nicht der Fall ist, dauert mich, aber nun müssen wir schauen, was wir daraus machen. Bezogen auf deine Anmerkung, dass du dich selbst nun klarer siehst - wer wärst du denn gerne? Wer möchtest du wirklich gern sein, Linhard?"

Linhard von Hohenfelde
"Jemand der Personen nicht sofort als Feind taxiert und auf einen Blick Schwachstellen findet, sondern vielleicht etwas das ich an der Person mögen könnte. Ich möchte eine Person sein, die den Mittelweg findet. Kein Killer, aber auch kein wehrloses Kätzchen. Härte wo sie angebracht ist, ansonsten friedfertig und mit mir selbst im Reinen ohne Angst zu haben, wo der nächste Feind lauert. Das möchte ich sein. Und ich möchte jemand sein, der seinen Partner lieben kann, ohne ständig drüber nachzudenken, wen ich dafür töten muss. Die Erziehung endete dort Paps, aber nicht das Blut. Und auch da hoffe ich auf unsere neue Familie, also unsere angeheiratete Familie. Wenn ich mich mit ihnen wirklich mische, wenn ich mich drauf einlasse, auf sie, auf ihre Art, auf ihren Umgang, färbt vielleicht was auf mich ab. Wenn ich Dir etwas anvertraue, dass mir in aller Heimlichkeit und Verschwiegenheit anvertraut wurde, schweigst Du? So wie ich für das Buch? Ich weiß es, aber ich muss es zu meiner Beruhigung hören", bat Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schloss die Geisteraugen, während Linhard sprach. "Das hört sich nach einem schönen Wunsch an, Linhard. Danach, dass man Frieden finden könnte, anstatt im ewigen Krieg mit sich selbst und der Familie zu liegen. Natürlich schweige ich. Was möchtest du mir anvertrauen?"

Linhard von Hohenfelde
Lin stieg aus dem Zuber, verschloss die Quartiertür, schloss jede Tür bis zum Bad und schloss selbst diese Tür, samt dem Fenster. Dann hockte er sich wieder ins Wasser und schaute Brandur lange und ernst an. "Weißt Du was ein Hermaphrodit ist? Das ist einer - der zwei ist. Greg ist einer, er ist weder Mann noch Frau, er ist beides. Und deshalb muss Zerbino schweigen. Er... sie hat Angst, dass es jemand erfährt. Du hast sie durch mich gestreichelt, ich dachte Du kommst vielleicht drauf. Aber das ist so verrückt, so abstrakt, so... ungewöhnlich... einmalig, da kommt doch keiner drauf. Ich muss sie beschützen. Und ich muss sie später überzeugen, mein Kind zu bekommen. Aber vorher muss ich sie vor der Konkurrenz verteidigen", flüsterte Linhard kaum hörbar.

Brandur von Hohenfelde
"Hm, das hätte ich nicht erwartet. Ja, ich kenne dieses Naturphänomen. Aber es ist derart selten bei Menschen, das ist das Letzte, was ich vermutete. Für deine Familienplanung ist das natürlich von Vorteil. Wie nahe stehen Greg und die Konkurrenz sich? Das lässt das Ganze in einem etwas anderen Licht erscheinen und erklärt Ciels Eifersucht. Du heiratest nicht nur seinen Bruder - sondern auch seine kleine Schwester."

Linhard von Hohenfelde
"Sie lieben sich auf beide Arten. Ich vermute sie lieben sich als Geschwister und Partner. Ja aber seine kleine Schwester gehört mir. Ich habe nichts dagegen wenn er zuguckt, was er heimlich getan hat. Trotzdem gehört Verrill ab heute mir, wenn sie sich mögen gut. Wenn er mehr will... hier ist das etwas anders als bei uns. Aber trotzdem habe ich doch ein Wort mitzureden. Das Problem ist, sie ist dürre und schmal wie ein Stock. Sie sagt, sie kann Kinder bekommen - aber es wäre gefährlich. Weil sie es nur unter großen Schwierigkeiten entbinden kann. Glaubst Du das?"

Brandur von Hohenfelde
"Ja, das glaube ich!", erklärte Brandur ernst. "Bei der Wahl einer Partnerin sollte man nicht umsonst auf die Proportionen schauen. Das hat weniger etwas mit einem Schönheitsideal zu tun, vielmehr mit ihrer Gebärfähigkeit. Eine schmale Taille bei gleichzeitig großen Brüsten und breitem Becken deutet auf eine höhere Fruchtbarkeit hin als bei Frauen mit geradem Verlauf der Flanken. Gleichzeitig fällt die Geburt leichter. Ein zu schmales Becken kann den Tod der Mutter bedeutet und bedeutet es oft genug. Wenn Greg wirklich Kinder bekommen kann und und sich mit Ciel mehr als nur geschwisterlich nahe steht, müssen klare Verhältnisse her! Rede mit ihr. Sage ihr deutlich, was du erwartest und was nicht. Ciel ist nicht die alleinige Adresse dafür, besonders, wenn er so schwer zugänglich ist. Aber die Treue von Greg hängt nicht nur von ihm ab, sondern vielmehr noch von ihr selbst. Von ihr muss die größte Treue ausgehen, denn sie hat Verantwortung dafür, wessen Kind sie später austragen wird. Dennoch musst du auch ihm gegenüber deinen Standpunkt klar machen und verteidigen. Notfalls sprich mit dem Vater der beiden und lege ihm deine Sorge dar, wenn es gar nicht anders gehen sollte. Aber ich hoffe, so weit wird es nicht kommen. Für wie treu schätzt du Greg ein?"

Linhard von Hohenfelde
"Das ist der schwierige Punkt. Das verschwimmt irgendwie. Die Grenzen zwischen Familie und Partner verschwimmt bei ihm. Ciel ist nur sein Halbbruder, dass ist der Grund vermute ich. Sie können sich nahe sein und sagen wir mal harmlos. Aber sie können sich auch fremd sein und sich begehren. Treu... ja wenn ist sie wohl uns beiden treu. Sie liebt mich, das sagt sie. Das glaube ich ihm. Ich habe am Anfang wirklich nur die Vorteile gesehen, bis ich viel Zeit mit ihm verbrachte und wir sind ein geniales Duo. Es passt einfach und wir verstehen uns gut. Wie ich auch Ciel sagte, heute würde ich ihn aus anderen Gründen heiraten und mir wäre der Status gleichgültig. Wobei ich ihn gerne mitnehme, das wäre gelogen. Davor hatte ich auch Angst, dass sie ihr Leben gefährdet. Und wenn sie ein Kind erwartet, dass es von ihm ist. Ich werde mit ihm reden, Du hast Recht. Sie können tun was sie wollen, aber alles muss eine Grenze haben und die Grenze lautet Sex mit meiner Frau. Er kann ihm die Nudel lutschen, wenn Ciel Greg gerne einen lutschen will, aber dort hat er nicht hinzufassen oder sie zu besteigen. Das geht nicht. Sexuell halte ich Greg nicht für treu, kein Stück. Gut also nach Deiner Beschreibung hätte sie extreme Schwierigkeiten das Baby auf die Welt zu bringen. Wobei sie erzählt hat, dass man es holen kann. Keine Ahnung wie, vermutlich durch eine Operation oder sowas. Aber ich möchte nicht, dass man sie aufschneidet wie einen alten Fisch und ich möchte dass sie an meine Seite gehört. Gut die nächste Frau die ich mir aussuche wird kugelrund sein", lachte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Klärt das", sagte Brandur mit hochgezogenen Brauen. "Ich würde die Grenze anders ziehen, denn wenn sie wirklich miteinander intim sind, dann ist es nur ein kleiner Schritt dazu, auch diese letzte Grenze zu überschreiten. Ich möchte dir bei so einer Sache nicht reinreden, aber dir den Rat geben, es dir gut zu überlegen. Fakt ist, man kann niemanden zur Treue zwingen. Es muss vom Partner oder der Partnerin selbst ausgehen. Du musst an ihre Vernunft appelieren und an ihre Gefühle für dich. Sie kann für eine Stunde Spaß fünfzig Jahre glückliche Zukunft vernichten, wenn es dumm kommt. Falls du dir wieder eine Frau suchst, muss sie nicht kugelrund sein, sondern eine möglichst große Differenz im Umfang zwischen Taille und Becken aufweisen. Das ist der entscheidende Punkt. Sie sollte im Idealfall die Figur einer 8 haben. Ob sie dabei üppig ist oder schlank, ist nicht das Entscheidende, nur dürr oder extrem dick darf sie nicht sein, denn beides kann zur Unfruchtbarkeit führen. Wie gut sind die Heiler in Souvagne? Wenn die Geburt derart risikoreich ist, solltet ihr darüber nachdenken, ob ihr wirklich ein gemeinsames KInd bekommen möchtet - und falls ja, alles für den Wenn-Fall vorbereiten. Für den Fall, dass Gregoire die Geburt nicht überlebt."

Linhard von Hohenfelde
"In Beziehungsfragen habe ich keine Ahnung Paps, ich hatte nur Nutten um es mal zu sagen wie es ist. Du bezahlst, Du bekommst worauf Du Appetit hast und musst Dich nicht rumärgern. Aber mit ihr möchte ich mich gerne rumärgern und ich dachte, wenn sie erstmal schwanger ist, hat das Rumgeblödel eh sein Ende. Aber die Idee ist wohl ehr mau, denn das ändert ja nichts an ihrer Einstellung. Weißt Du, es ist ja nicht nur die Partnerschaft, es ist alles. Wenn ich mit ihm abhänge, ist das nicht meine Frau. Das ist meine Frau, mein Kerl, mein Bester Freund, mein Baby, meine Maus. So - sie bietet alles. Er hat einen Humor wie wir und er ist klug, ziemlich klug. Wenn er mal nicht gerade seine 5 Minuten hat. Er kümmert sich lieb um einen und ich möchte ihn doch einfach nur behalten Paps. Ihr Bluthexer kann Dich zurückholen, also kann er auch sie retten, oder einer der Hexer. Angeblich möchte Ciel Dich zurückholen, ich hoffe er tut das auch! Wie eine Eieruhr meinst Du? Nun wir hatten überlegt, zu Anfang, als ich es noch nicht wusste - wir waren noch nicht im Bett miteinander, dass er mich heiratet und danach eine Frau die wir beide mögen. Sprich er hat einen Mann und eine Frau. Vielleicht ist das keine schlechte Lösung, aber man könnte ja auch mit einem Heiler reden was möglich wäre. Und vorher ob er es tun möchte, sprich ein Kind austragen. Du kannst ihn ja mal heimlich beobachten und sagen ob Du meinst das geht. Also von seiner Statur. Ich muss mich gleich noch herausputzen, ich habe mir etwas weißes gekauft, damit ich nicht ganz so käsig aussehe", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Weiß?", sinnierte Brandur. "Das gefällt mir. In unserer Familie haben die meisten traditionell in Schwarz oder Dunkelrot oder Dunkelblau geheiratet. Weiß hört sich schön an, ich habe dich noch nie weiß tragen sehen. Ich freu mich darauf. Was den Einsatz der Bluthexer anbelangt, sind die Souvagner ausgesprochen geizig. Das liegt daran, dass sie nur sehr wenige haben. Und wenn diese verschlissen sind, sind sie nicht so ohne weiteres zu reparieren. Vielleicht sollte Osmund mich doch besser auf nekromantischem Wege mit einem Körper versorgen. Ich habe mir schon einen ausgesucht, der mir gefallen würde. Dann wäre eine blutmagische Reserve für Gregoire gegeben. Ich freue mich sehr, dass ihr beide euch so gut versteht. Du wirst nun lernen müssen, nicht mit dem Dolch zu kämpfen, sondern mit dem Verstand. Denn so führt man an diesem Hof scheinbar Kriege. Du bist ein kluger Junge und ein von Hohenfelde, ich bin sicher, dass du uns auch in diesem Kampf keine Schande machen wirst."

Linhard von Hohenfelde
"Ja das Problem ist nur, dass mein Kampflehrmeister genau die Person ist um die ich kämpfe. Ja weiß, also schwarz weiß gemischt Paps. Warte ich zeige es Dir gleich. Welchen Körper hättest Du denn gerne? Erzähl. Schade das ich keine Magie beherrsche, ich hätte es für Dich gelernt", schmunzelte Linhard. Er stieg aus dem Zuber, trocknete sich ab und holte seine Kleidung. "Das trage ich zur Hochzeit schau".

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"Ich wollte immer gerne in weiß, grau, oder silber heiraten. Etwas Helles, dass Freude ausdrückt. Wieso heiraten Männer in schwarz? Man trägt immer schwarz, drum ist weiß oder grau was besonders. Und da ist weiß und silber drin. Das Schwarz hebt alles hervor".

Brandur von Hohenfelde
"Das sieht sehr kleidsam aus", fand Brandur. "Nun, ich habe auch in Schwarz geheiratet. Warum? Weil ich genau solche Laune hatte an jenem Tag. Magdalena war eine liebe Seele, aber meine Frau war Aster, die ich nicht heiraten konnte. Magdalena kam mir immer vor wie ein Störobjekt, obgleich ich sie selbst ausgewählt hatte."

Linhard von Hohenfelde
"Das verstehe ich Paps. Ich hatte zuerst zugesagt, weil ich dachte, etwas besseres kann unserer Familie ja nicht passieren. Zeitgleich habe ich dann statt Veyds Tochter, den Bilanzbücherwurm, den Bücherwurm aus Souvagne geheiratet. Nur hat er mehr Geld, mehr Macht und ist ein Kerl. Und ich hab es für die Familie getan. Er hat nichts erwartet, außer dass ich versuche mit ihm befreundet zu sein. Sex eventuell hieß es. Zuerst war ich etwas forsch, kann man schon sagen. Ich habe es vor Ciel nicht gerne zugegeben, aber ich war es. Eigentlich unsinnig oder? Jemand sagt Dir, dass er Dich toll findet und ich mauere. Ich hätte wenigstens geschmeichelt sein sollen. Aber ich dachte, komm steh zu Deinem Wort. Versuch doch einfach einen besten Kumpel als Ehemann zu haben. Das haben manche ja nicht mal - sprich einen Freund, eine Freundin. Und als ich das versucht habe, habe ich erstmal festgestellt, wen ich da wirklich an meiner Seite habe. Wen ist klar oder, wenn ich für sie töten würde. Das muss sie wissen, damit sie versteht was sie mir bedeutet. Dass sie nicht mehr denkt, es ist ein Deal. Es war einer, aber jetzt ist es was anderes. Ich hätte nicht mal etwas gegen eine Frau die er dazu heiratet, gegen einen Kerl aber schon. Konntest Du Aster nicht heiraten? Was wäre passiert, wenn Du es versucht hättest?".

Brandur von Hohenfelde
"Sie hätte einen tragischen Unfall erlitten. Sie war ein Purie und unsere Gärtnerin. Eines Hohenfeldes nicht würdig. So war sie in Sicherheit und wir konnten uns weiterhin sehen. In Naridien kann man leider nur eine Partnerin haben. Warum würde dich eine zusätzliche Frau nicht stören, ein Mann aber schon? Der Körper, den ich mir ausgesucht habe, läuft draußen schon auf der Feier herum. Ich zeige ihn dir, wenn wir da sind."

Linhard von Hohenfelde
"Weil eine Frau würde Greg nehmen und ich würde sie nehmen, aber sie ist völlig ungefährlich für ihn. Sie kann ihn schlecht schwängern, ich habe dann zwei Frauen und einen Kerl, überhaupt keinen Nachteil. Die nächtlichen feuchten Gedanken von mir - nicht übel nehmen Paps", lachte Lin leise. "Stimmt wohl, so wie Opas Freundin und die Freundin von Alastair. Er hätte die Mutter von Arch doch auch heiraten können, aber er tat es ebensowenig wie Du. Also ganz so der Held schien er nicht gewesen zu sein, wenn er selbst Angst hatte. Na dann lass uns den Körper angucken gehen", sagte Lin und zog sich an.

Brandur von Hohenfelde
"Ein Held? Jemand der Kinder schlägt, was soll das für ein Held sein? Nein, Linhard, Alastair war ein ganz armes Würstchen. So wie jene, die er zu Kampfhunden heranziehen wollte. Wir alle waren doch im Grunde ganz klein. Wir lernen erst seit einem Jahr langsam, Größe zu zeigen."

Linhard von Hohenfelde
"Ich meinte das auch ironisch. Als Geist tat er so, als wäre er allmächtig gewesen und selbst hatte er nicht mal dem Mumm seinen unehelichen Sohn ins Gesicht zu sagen, wer er ist. Schlimmer noch, er zwang seine Geliebte dazu, ihn abzugeben. Bloß weit weg, aus den Augen aus dem Sinn. Noch etwas, Paps. Ich habe Archibald um ein Gespräch nach der Hochzeit gebeten. Ich wollte es ihm sagen. Alles. Auch das wegen Derya. Das Lügen soll ein Ende haben. Entweder nimmt er es hin und der neue Weg gewinnt, oder er greift mich dafür an. Das Ende wäre klar. Ich kann ihn nicht besiegen - nur aufhalten. Sprich ich kann nicht gegen ihn gewinnen, aber ich kann vermutlich länger gegen ihn überleben als manch anderer. Ich weiß nur nicht ob ich das tun soll. Ich war bei ihm um mit ihm zu reden, und sagte bitte nach der Hochzeit. Und die Worte nach der Hochzeit - veranlassten Arch zu vermuten, dass ich möchte das a - die Erbfolge greift und b - Greg Duc wird. Da wusste ich nicht mehr, ob meine Idee überhaupt gut ist oder was bringt. Er denkt nur in diesen Bahnen, ich glaube Dunwin und er hielten sich gegenseitig auf Spur. Wurde einer milder und drohte vernünftig zu werden, brachte der andere ihn zurück in den Wahnsinn. Ich weiß Du hast es verboten, aber wie siehst Du meine Idee mit dem neuen Wissen bezogen auf das Gespräch mit Ciel?"

Brandur von Hohenfelde
"Ich verstehe gerade nicht, wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängen soll. Möchtest du, dass Archibald Ciel und Dreaux aus dem Weg räumt? Um die Konkurrenz auf alte Weise loszuwerden?"

Linhard von Hohenfelde
"Nein! Wie kommst Du denn darauf? Darauf kam auch Archibald. Nein er soll gar nichts tun. Er soll mir zuhören und ich sage ihm die Wahrheit über seine Herkunft und darüber dass ich Derya an Ciel und Co verraten habe. Damit das Lügen ein Ende hat. Entweder rettet er sie, oder eben nicht. Nur wüsste er woran er ist und ich hätte die Wahrheit gesagt. Es könnte natürlich auch sein, dass er mich angeht... vermute ich".

Brandur von Hohenfelde
"Schweigen ist kein Lügen, Linhard", sagte Brandur streng. "Halte dich fern von Archibald! Du wünschst dir mit ihm Vertraulichkeit. Genau so gut könntest du dir Vertraulichkeit mit einem Haifisch wünschen. Betrachte eure Beziehung rein geschäftlich. Unser Blut mag durch seine Adern fließen, aber dennoch ist er kein von Hohenfelde - er ist ein von Dornburg. Und das bleibt er. Nichts wird ihn zu einem der unseren machen."

Linhard von Hohenfelde
"Nunja... ja. Manchmal kam es mir so vor, als würde er mich verstehen und vor allem als würde er mich mögen. Ebenso Kasimir. Kasi ist doch auch vertrauenswürdig, bis zu einem gewissen Grad. Und er ist mein Stabler, also Arch. Ich weiß, ich habe oft Probleme - einerseits der Typ mit dem ich lache. Auf der anderen Seite der Typ, der Kinder einsperrt und seinem Sklaven eine Kette aus Rasierklingen um den Hals hängt. Ich weiß nicht warum ich so auf ihn reagiere. Manchmal frage ich mich wieviel Opa in meinen Adern fließt Paps. Und ob das normal ist. Und manchmal frage ich mich, ob ich einfach seinen Köder schlucke, oder von seinem Gift gesoffen habe, dass ich die Gefahr ausblende. Ich weiß doch was ich sah! Ich war total neben der Spur, ich hatte Todesangst vor ihm unten im Keller. Er war so anders, so... wie von einer anderen Welt, wer hat es hier herein gelassen? Aber dann, sitzt er neben einen redet und lacht und man denkt, habe ich mir nur eingebildet. Das habe ich aber nicht. Was stimmt nicht mit mir? Vielleicht sollte ich mich wirklich mehr fernhalten um ihn anders zu sehen. Sehen schafft Vertrauen. Regel 23 des Buches des Todes - es ist leichter eine Person zu ermorden, wenn sie einem vom Sehen her kennt. Je öfter sie einen bewusst oder unbewusst wahrnimmt, je geringer wird das Misstrauen und die Hemmschwelle - Zitat Ende", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Warum? Ich vermute, du sehnst dich entweder nach einem Freund oder einem Ersatzvater", sagte Brandur bitter. "Für ersteres - such dir einfach einen anderen Stabler aus oder meinetwegen auch Kasimir. Jeder wäre besser geeignet als er! Jeder! Am Besten, du suchst dir souvagnische Freude, damit ihr fester mit dem Lande verwachst. Optimal wäre es natürlich, sie hätten eine gute Position inne. Fakt ist: Du hast seinen Köder geschluckt. Und du kannst Ainuwar auf Knien danken, dass du zu alt für ihn bist. Sonst würdest du über kurz oder lang in seinem Magen landen. Ich wünschte, jemand würde ich züchtigen für diese Dummheit, aber leider ist mir dies in feinstofflicher Gestalt versagt", fauchte Brandur.

Linhard von Hohenfelde
"In Ordnung Paps, ich habe verstanden Du musst mich nicht züchtigen. Ich werde versuchen mir souvagnische Freunde zu suchen und vielleicht einen anderen Stabler des Vertrauens. Er hat es einmal gesagt, es ist schon was her, er sagte ich müsste mich nicht fürchten denn ich wäre uralt. Was für ihn jung ist... habe ich ja gesehen. Ich... stimmt... er ermordet sie und frisst sie auf, daher waren ja die Knochen für meine Puppe! Manchmal frage ich mich wirklich wo ich meinen Kopf habe. Er grinst und man denkt alles tutti. Vermutlich ist Jesper noch eine Spur dämlicher als ich. Ich werde versuchen Leute in meinem Alter auf meiner Hochzeit kennenzulernen. Vielleicht kennt Greg welche? Oder hat nicht Aimeric noch einen Bruder? Der hat vielleicht auch Kumpel in meinem Alter. Paps wo ist meine Bumspuppe? Ich hab die gesucht".

Brandur von Hohenfelde
"Sie war im Wyvern, in einem Koffer. Sie ist noch nicht ganz fertig, aber sie funktioniert. Wenn Kasimir sich um das Gepäck gekümmert hat, dann sollte sie mit bei deinen Habseligkeiten zu finden sein. Auf der Hochzeit nach Gleichaltrigen Ausschau zu halten ist ein guter Gedanke."

Linhard von Hohenfelde
"Bist Du mir sehr böse? Ich habe ihm noch nichts gesagt, ich hatte es nur vor. Aber ich werde es lassen, sonst ende ich vielleicht doch noch im Kochtopf. Komm zeig mir Deinen neuen Körper, reden wir lieber von Dir", freute sich Lin und kleidete sich komplett ein. "Wie sehe ich aus?", grinste er glücklich.

Brandur von Hohenfelde
Brandur betrachtete seinen Jungen. "Ich bin stolz auf dich. Du bist ein ausgesprochen adretter Ehemann! Ich bin sicher, Greg wird ebenso stolz sein, sich an deiner Seite zeigen zu dürfen. Was Archibald betrifft - ich bin dir nicht böse, ich bin in allerhöchster Sorge! Du meinst, Archibald händeln zu können. Niemand kann das. Nicht einmal Jesper und der versucht es seit 40 Jahren." Brandur schwebte an Linhards Seite hinaus in das feiernde Volk. Es war noch zeitig, doch es waren schon einige Gäste eingetroffen.

Linhard von Hohenfelde
"Niemand bis auf Opa. Oh wir sollten Aimeric suchen unser lieben Freund und Verwandten. Ich möchte ihn gerne bei uns haben. Ich freue mich immer ihn zu sehen, wenn er nicht gerade in den Nachttopf dabei kotzt", lachte Lin. Lin schaute sich gut gelaunt und um deutete auf das gewaltige Luftschiff. "Schau mal, sieht das nicht genial aus? Mit Aquilla könnte ich darauf landen. Aber solche Scherze lasse ich lieber. Manachmal habe ich solche Gedanken, störe Dich nicht dran. Sozusagen persönliche Herausforderungen, nur mit Aquilla sehen die anders aus, als mit einem Pferd. Wobei ich auch ein neues Pferd habe, Noir heißt es und es ist nachtschwarz. Hatte ich Dir davon schon erzählt? Sag mir bescheid wenn wir Deinen Körper sehen", flüsterte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Das ist wahrlich imposant", staunte Brandur. "Das werde ich mir dann mal aus der Nähe ansehen. Ob Alastair Archibald wirklich unter Kontrolle hatte, lasse ich im Raum stehen. Er hat es ja nicht einmal versucht, ihn zu zügeln, außer, wenn es ihm selbst an sein faltiges Leder ging." Brandur schaute sich suchend um, dann entdeckte er, wen er suchte. "Komm, da drüben geht mein potenzieller Körper, falls wir die Sache auf diese Weise klären." Er schwebte in Richtung zweier Männer, von denen einer den anderen untergehakt über den Platz schleifte. Der Untergehakte war ein Brillenträger und guckte mit von den Gläsern unnatürlich riesigen Augen durch die Gegend, scheinbar ohne etwas zu erkennen trotz der Sehhilfe. Sein Begleiter zog ihn nicht nur quer über den Platz, sondern textete ihn obendrein unablässig zu. "Der gesprächige Herr da", sagte Brandur leise.

Linhard von Hohenfelde
"Die Brillenschlange? Bist Du verrückt? Was willst Du mit dem Maulwurf?!? Nimm den Kerl daneben, wenn schon. Faltiges Leder? Gut gebrüllt Löwe Paps. Ja Opa sah immer was dürre aus", kicherte Linhard und schaute sich den Mann mit den Riesenaugen an. "Ich hoffe die wirken nur durch die Brille so riesig, sonst hat er ein Problem", lachte Linhard.

Brandur von Hohenfelde
"Den ohne Brille meine ich doch", erwiderte Brandur. "Den, der unablässig redet! Er ist jung, er ist gesund und das wichtigste - er ist Geistmagier."

Linhard von Hohenfelde
"Ahhhhh, bei dem anderen hätte ich Probleme gehabt Dir in die Augen zu schauen. Wobei, eigentlich nicht. Ich hätte ja nur Augen gesehen. Wobei die beiden scheinen sich zu mögen. Soll ich ihnen mal auf den Zahn fühlen?", fragte Lin gut gelaunt.

Brandur von Hohenfelde
"Nur zu", erwiderte Brandur freundlich. "Ich werde mich derweil in deiner Kleidung verstecken, um sie nicht zu beunruhigen." Damit kroch er in Linhards Außenmantel. Sofort wurde das Kleidungsstück eiskalt, doch Linhard trug noch weitere Kleider darunter, so dass ihn dies nur wenig stören dürfte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schlenderte auf die beiden zu und lächelte dabei so freundlich, wie er es seit Kindertagen einstudiert hatte - schließlich wurde das bei einer neutralen Begrüßung erwartet. "Hallo Ihr beiden. Mit wem habe ich die Ehre? Ich bin Linhard, der Zukünftige von Prince Gregoire de Souvagne", stellte sich Linhard vor.

Linhard von Hohenfelde
Gaetano verneigte sich in die Richtung, aus der die Stimme kam. "Hoheit, es freut uns, Euch kennenzulernen. Mein Begleiter ist Himmelsauge Remy und ich bin Comte Gaetano de la Cantillion. Meine Verwandten müssten auch hier irgendwo sein", sagte Tano zu machte eine Geste in die Gegend, so das Linhard mit dem Gesicht zurück zuckten musste, falls er keinen Finger im Auge wollte.

Brandur von Hohenfelde
Remy: Remy hörte auf, Gaetano über den Platz zu schleifen und blieb stehen, ohne seinen neuen Kumpel loszulassen. Er musterte überrascht den Bräutigam, der sich zu ihnen gesellte. Mit fachkundigem Blick analysierte er zuerst dessen Kleider. "DAS nenne ich eine Garderobe, in der man sich sehen lassen kann! Wahnsinn, diese ganzen Applikationen, das sieht wunderbar teuer aus! Gaetano stellt sich wieder viel zu Bescheiden vor. Er ist der Mann, der fast die Prinzessin geehelicht hätte, aber leider kam ihm der Prinz zuvor."

Linhard von Hohenfelde
"Ja das ist hier ein leidiges Thema", grinste Lin. "Vielen Dank, ich hoffe meinem Mann gefällt es auch. Ich habe extra dies gewählt. Er sagte in Souvagne liebt man es ausfwendiger und ich habe keine Kosten und Mühen gescheut für ihn. Ihr seid also ein Himmelsauge?", fragte Lin neugierig.

Brandur von Hohenfelde
"Ja, das bin ich", erwiderte Remy stolz. "Ich soll hier die Hochzeit mit sichern, aber nebenbei kann ich auch feiern, das ist der Vorteil. Die Gardisten haben es da schlechter getroffen. Und klar lieben wir es hier aufwändig, wer hat, der hat, nicht wahr? Das seid Ihr von Naridien natürlich nicht gewohnt. Ihr seid doch Naridier?" Er musterte ihn.

Linhard von Hohenfelde
"Ich war Naridier ja, also ich war gebürtiger Naridier aber ich bin eingebürgert worden, ansonsten hätte ich Gregoire nicht heiraten dürfen. Dies steht so in den Hausgesetzen der de Souvagnes. In Naridien geht es schlichter zu, jedenfalls was die Kleidung anbelangt. Dafür ist das Leben auf andere Art und Weise turbulenter. Allerdings zum Nachteil aller Beteiligten. Was macht ein Himmelsauge denn noch so, außer den Hof bewachen? Ihr seid Magier richtig? Viele meiner Familie sind auch Magier - Geistmagier", sagte Lin und lächelte.

Brandur von Hohenfelde
"Oh, vieles. Hauptsächlich überwachen wir die innere Sicherheit. Aber einige von uns werden auch im Krieg eingesetzt. Passt mal auf, ich zeig Euch was!" Er nahm Gaetano schwungvoll die Brille weg, warf sie einmal in die Luft. Sie flog über sie, kreiselte in der Luft, ehe Remy sie geschickt wieder fing und in seiner Tasche verstaute. Er hielt Gaetano ganz fest, damit der nicht in Panik ausbrach und verband sich mit seinem Geist. "Augen zu, Tano", sagte er und koppelte sie beide mit dem Geist seines Habichts. Gaetano sah nun gestochen scharf das Gesicht von Linhard und auch das von Remy. Dann schickte der Geistmagier seinen Vogel los, ließ ihn über den gesamten Platz kreisen und sich höher schrauben, bis hinauf zum Luftschiff. "Na, Tano?", rief Remy begeistert. "Wenn es dir gefällt, sag der Hoheit, wie gut ich meinen Job mache! Ich kann leider nicht einfach auf den Geist vom Bräutigam zugreifen und ihm das selber zeigen, das gibt nur Ärger. Aber es ist gut, oder?"

Linhard von Hohenfelde
Gaetano versteifte sich wie eine Salzsäule und schien auch nicht mehr zu atmen. Seine Finger krallten sich schmerzhaft in den Arm von Remy und seine Lippen wurden langsam blau, weil er scheinbar immer noch keine Luft holte. "So sieht die Welt aus...", japste er voller Erstaunen.

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Gaetano an und dann Remy. "Ich glaube er ist total von den Socken, rüttele ihn mal. Wie schlecht sieht er denn? Und was sieht er nun? Nein an mein Geist darf nur Wasser und mein Paps", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Eh du musst atmen", rief Remy erschrocken und versuchte, Gaetano rasch irgendwelche beruhigenden Gefühle zu übermitteln. Er schickte ihm das Gefühl eines Abends vor dem Kamin, eingekuschelt in eine Decke mit einem Buch und einem heißen Kakao. Das zog bei fast allen. "Eh", sprach Remy, "Er sieht, was ich sehe und somit, was mein Habicht sieht. Moment, Hoheit, ich muss mich mal kurz konzentrieren!" Er wartete, ob Gaetano sich wieder beruhigte. "Dass dich das so umhaut, kann ja keiner Ahnen." Er zupfte etwas an Gaetaons Geist herum und stöberte vorsichtig an der Oberfläche. "Mann, du bist echt ein ganz schöner Blindmull. Ich zeig dir dann mal ein paar heiße Bräute!"

Linhard von Hohenfelde
"Nein! ich möchte alles sehen, ich möchte meine Familie sehen, ich möchte ihre Gesichter sehen Remy bitte. Und ich möchte das Luftschiff noch einmal sehen. Und Dein Gesicht", freute sich Gaetano und drückte ihn felsenfest an sich.

Linhard von Hohenfelde
"Also wenn er sich nicht freut, wer dann? Wo ist Dein Habicht? Vielleicht solltest Du ihn als naja Fernrohr für Gaetano mitnehmen?", schlug Lin vor. "Wenn er sonst nichts sieht, ist doch klar, dass er sich so freut. Er sieht unsere Welt das erste mal richtig. Dann bekommt er unsere Hochzeit auch mit und hört sie nicht nur".

Brandur von Hohenfelde
"Hehe", lachte Remy nervös, als Gaetano ihn drückte. "Das sollte ja nur eine kleine Demo sein, aber super, wenn sie dich so von den Socken haut! Die Hoheit beeindruckt, das macht sich gut in unserer Biografie. Und den Comte erfreut, fast genau so gut! Dann lass ich unseren Geist miteinander verbunden für die Hochzeit, ja? Damit du auch was mitkriegst. Ich guck schön in der Gegend rum und zeig dir deine Familie. Hier, du kannst meine Visage noch mal sehen." Der Habicht umkreiste noch einmal das Luftschiff, damit Gaetano es sich anschauen konnte und kehrte dann zurück, um seinen Herrn zu beäugen. "Da, das bin ich! Und so siehst du aus." Der Habicht besah sich Gaetanos Gesicht, der sich selbst vielleicht das erste mal wirklich sah. "Das ist auch unsere Aufgabe, Hoheit - unsere Leute glücklich machen." Er grinste.

Linhard von Hohenfelde
"Eine der besten Aufgaben die man haben kann. Wobei kann Dein Vogel schauen wo mein Mann gerade ist? Das wäre hilfreich", fragte Lin.

Linhard von Hohenfelde
"Ja bitte, lass es so. Ich möchte alles sehen. Ich sehe komisch aus, wenn ich mich selbst angucke. Das ist unheimlich, Du hast eine spitze Nase Remy. Das Luftschiff war mit Blumen geschmückt, hast Du das gesehen? Für mich sah es aus wie eine große graue Rauchstange in der Luft. So ist es schöner. Ich wünschte ich hätte solche Augen wie der Habicht", sagte Tano.

Brandur von Hohenfelde
"Meine Nase ist spitz, aber sieht gut aus! Das muss man mal so sagen. Du siehst nicht komisch aus, nur ungewohnt ohne Brille. Die Abdrücke gehen dann wieder weg. Du kannst für heute die Augen meines Habichts geborgt haben und wenn wir uns sehen, immer. Das macht mir gar nichts aus." Er wandte sich an Linhard. "Klar kann mein Habicht das, Hoheit! Das dauert nur Minuten, dann hat er hier alles abgesucht und ich unterstütz ihn aus dem Nexus. Eiiiinen Moment, Tano, du kannst dich gleich wieder bewundern, erstmal der Hoheit helfen." Der Habicht zog los und suchte nach dem anderen Bräutigam. Zeitgleich begab sich Remy in Trance und tastete das Netz lebender Präsenzen ab. "Da ist er!" Er zeigte in eine Richtung. "Guckt sich die Deko an. Kommt gerade in unsere Richtung flaniert. Hat sich mega schick gemacht! Die Stoffe sehen noch teurer aus als Eure! Nichts für ungut."

Linhard von Hohenfelde
"Dass passt schon so, er soll hübsch sein, ruhig hübscher als ich. Das geht halt nur über teure Kleidung nicht wahr? Danke, wir sehen uns hoffentlich noch später. Viel Spaß Euch beiden auf der Hochzeit", sagte Lin gut gelaunt und ging Greg entgegen. `Paps? Schau Dir Greg genau an und sag dann was zu seiner Hüfte´, bat Lin. Er schaute sich um und entdeckte seinen Zukünftigen. "Hier treibst Du Dich rum", grüßte Linhard und knuffte Greg zur Begrüßung.

Linhard von Hohenfelde
Greg musterte Lin von oben bis unten und küsste ihn zur Begrüßung. "Du siehst richtig schick aus, ich hatte schon Befürchtungen Du kommst in irgendeinem naridischen Fummel", lachte Greg. "Irgendsowas tarnfarbenes, das Du aussiehst wie Kompost".

Linhard von Hohenfelde
Lin kniff ein Auge zusammen und schaute Greg an. "Ich vermeide es tunlichst wie Kompost auszusehen, Danke Schatz", gab Lin zurück. "Oh bitte, wenn man zur Begrüßung knufft, muss man auch mit sowas rechnen. Box mich aber nicht vor dem Altar oder klatsch mich ab. Hier küsst man sich, nur zur Info", lachte Greg. "Ich werde es mir merken", gibbelte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur kroch in Linhards Körper hinein, um ungestört mit ihm reden zu können. 'Ich bin hier. Darf ich?' Er äugte durch Linhards Augen. 'Oh je, ein sehr schmales Hüftchen. Eine Männerhüfte, vermutlich. Ich sehe da von den Proportionen nichts Weibliches.' Er wich ruckartig zurück, als Greg Linhard einen Kuss auf den Mund drückte, aber Greg erwischte ihn trotzdem. 'Entschuldige. Das Wegzucken war ein Reflex.'

Linhard von Hohenfelde
`Nicht schlimm, alles gut. Willkommen Daheim. Findest Du? Warte´, bat Lin und legte Greg liebevoll einen Arm um die Hüfte. Natürlich nicht nur rein zur Begrüßung, sondern auch damit Brandur eine Schätzung vornehmen konnte. Brandur spürte durch Lin, dass Greg wesentlich schmaler war, als er in der Kleidung aussah und selbst da war er nicht breit gebaut. Er war schmal, geradezu dürre aber fest und sehnig. "Ich habe Dir unser Buch aufs Kopfkissen gelegt Lin, da steht eine neue Botschaft für Dich drin. Eine liebe Botschaft. Mist schreibe ich nicht in unser Buch. Oh warte, halt still, ehe ich das wieder vergesse!", bat Gregoire und packte Linhards Hand. Er zog sich mit den Zähnen Lins Verlobungsring vom Finger und schob ihn Lin zurück auf den Finger. "Hier gehört er hin und hier bleibt er zukünftig. Unterlass so etwas bitte. Renn nicht weg und stell mir kein Ultimatum. Ich habe Dich gebeten zu bleiben, Du bist stiften gegangen. Was sollte das? Wegen Ciel? Er hat Dich für mich zurückgeholt, obwohl er wütend auf Dich war. Versucht bitte miteinander auszukommen. Wir zwei gehören zusammen Lin", flüsterte Greg ihm ins Ohr und biss ihm kichernd ins Ohrläppchen. "Versprochen", wisperte Lin zurück und befreite sich sanft. "Lass uns was trinken gehen, ein Kaffee wäre nicht schlecht", schlug Gregoire vor und schlenderte mit Linhard in den hergerichteten Frühstückssaal.

Linhard von Hohenfelde
`Und Papa was meinst Du?´, fragte Lin seinen Vater hoffnungsvoll.

Brandur von Hohenfelde
Linhard hatte dank Brandur einen roten Kopf bekommen. 'Ich hoffe, ich mach dir keine Schande, ich versuche, deine Motorik nicht zu beeinträchtigen. Ich habe nur sehr lange niemanden mehr zärtlich berührt und erst recht keinen halben Mann. Er scheint körperlich sehr maskulin gebaut zu sein. Seine Gebärfähigkeit ist aus meiner Sicht sehr fragwürdig. Doch ein Medicus kann das besser einschätzen, notfalls konsultiert einen.'

Linhard von Hohenfelde
`Danke für Deinen ehrlichen Rat Paps. Vermisst Du es eine Frau zu streicheln? Würdest Du Dir eine Frau suchen, wenn Du wieder lebst? Bist Du einsam als Geist? Ich bin einsam ohne Dich, aber Du bist mein Vater, ich Dein Sohn und vielleicht sehnst Du Dich ja nach einer Frau wie Aster, eine die Dich auf jene weise liebt und glücklich macht. Ich würde es Dir wünschen, aber was wünscht Du Dir?´, fragte Linhard liebevoll, während er zuerst Greg und dann sich selbst einen Kaffee aushändigen ließ. Lin wartete auf die Antwort seines Vaters, während sich Greg in seinen Arm schmiegte. "Deine Haare riechen lecker Greg", freute sich Lin. "Dank Nathan, er hat so gut gewählt", antwortete Gregoire behaglich und nahm sich ein Plätzchen vom Frühstücksangebot.

Brandur von Hohenfelde
'Einsam? Nein. Ich habe doch dich. Doch nach einer Frau sehne ich mich. Sicher tue ich das. Ich bin auch nur ein Mann, wenn auch ein alter. Ob ich noch einmal heiraten wöllte, weiß ich nicht, aber eine Partnerin hätte ich schon gern. Ich denke, dieser Remy könnte mir dabei eine gute Hilfe sein. Was hältst du von ihm als Gefäß?' Brandur versuchte, Greg als guten Freund wahrzunehmen, der sich an ihm schmiegte. So ging es. Er gab sich Mühe, Linhards und seine Gedanken un Gefühle zu trennen, doch das war nicht vollständig möglich. Sie teilten sich nun einmal momentan einen Körper.

Linhard von Hohenfelde
`Das Gefäß ist gut, aber Du würdest einem Verwandten damit schaden, unserem Gaetano. Den ich vorher nicht kannte. Kannst Du Dir nicht einen anderen Kerl suchen als Remy? Ich hätte ihn gerne als Kumpel Paps. Ginge das? Ich meine Du gehst vor, aber ich finde um Remy wäre es schade. Es gibt bestimmt genug Körper wo Drecksäcke drin stecken, die man ohne weiteres rausräumen sollte. Meiner Meinung nach. Dann werden wir Dir eine Frau suchen. Entweder wenn Du knusprig neu auferstehst, oder wenn Ciel sein Versprechen wahr macht. So oder so finden wir eine Frau für Dich. Stell Dir Greg als magere Frau vor, dann geht es Paps, Du musst keine Angst vor ihm haben. Er ist ganz umgänglich schau´, erklärte Lin und küsste Greg liebevoll auf den Hals. Greg erwiderte den Kuss drückte sich fester an ihn. `Wie sah Aster denn aus? Wie ist Dein Geschmack, wie soll sie aussehen?´

Brandur von Hohenfelde
Brandur räusperte sich mental. Er versuchte, die Zärtlichkeit nicht allzu nah an sich heranzulassen, da er sich wie ein unanständiger alter Mann fühlte, der den jungen Gefährten seines Sohnes ungefragt begrabschte. `Aster war eine einfache, robuste Frau. Sehr natürlich, äußerlich und innerlich, das Gegenteil unserer unterkühlten, steifen Familie. Braun gebrannt von der Sonne, mit Sommersprossen und braunem Lockenhaar. Sie hatte eine ziemlich große Nase, aber alles hat bei ihr gut zusammengepasst. Sie war muskulös von der Arbeit, aber dabei sehr weiblich. Sie war älter als ich, was mir als jungem Mann entgegenkam, da sie mich anleitete. Mit ihr lernte ich, zu lieben, seelisch und körperlich. Wenn dir Remy am Herzen liegt, werde ich nach einem anderen Gefäß suchen. Selbstredend. Ich werde dir nicht einen potenziellen Freund nehmen. Er gefiel mir, aber ich finde schon wen anderes."

Linhard von Hohenfelde
`So jemanden wie Aster finden wir nie wieder, aber nach einer optisch ähnlichen Frau können wir Ausschau halten. Wenn Dir Remy gefällt, ist die Wahl als Freund doch umso besser. Er sorgt sich um Gaetano, er nimmt ihn trotz allem mit. Wer würde das schon machen? Er scheint durch und durch ein anständiger Kerl zu sein und mir war er auf Anhieb sympatisch und das Paps haben wir Hohenfelde echt selten. Ja ich werde aber weiterhin versuchen, dass Du lebendig zurückkommen darfst´.

Brandur von Hohenfelde
'Es ist nicht allein die Optik, es war, wie sie wirkte. Sie war wie die glühende Sommersonne in der Eisgrotte, die wir zu Hause nannten. Vielleicht finden wir wen. Aber darüber lohnt es sich erst, Gedanken zu verschwenden, wenn ich einen Körper habe.' Er strich beiläufig Greg die Haare aus dem Gesicht. 'Du hast Recht, Remy sollte unbehelligt über Asamura wandeln. Freundliche Menschen gibt es zu wenige und boshafte zu viele. Er schien obendrein ein guter Geistmagier zu sein, der sich freute, dir einen Gefallen erweisen zu können. Solche Bekannten muss man sich warm halten. Du weißt nie, wann du einen Geistmagier benötigst.'

Linhard von Hohenfelde
`Eben und er wird weitere kennen Paps, von denen Du einen zur Not nutzen kannst. Ich verstehe nur zu gut was Du meinst. Du hast Dich geliebt und geborgen bei ihr gefühlt. So fühle ich für Verrill. So heißt sie für mich. Freundliche Menschen gibt es echt zu wenige. Ich versuche einer zu sein, für jene die es in meinen Augen verdienen´.

Brandur von Hohenfelde
'Das hast du ausgesprochen schön gesagt, mein lieber Junge. Vielleicht solltest du dir diesen Satz für dich selbst in euer Buch schreiben, als kleine Merkhilfe an dunklen Tagen. Wenn dir Gregoire wirklich so viel wert ist wie Aster für mich, dann ist dies der beste Grund, dem dunklen Pfad ein für alle Mal den Rücken zu kehren. Denn dieser Pfad hat Aster gemeinsam mit allen anderen, die ich liebte, umgebracht.'

Linhard von Hohenfelde
`So sei es - Keks Paps, auf Aster und auf Verrill´, antwortete Lin gerührt.

Brandur von Hohenfelde
'Keks' antwortete Brandur glücklich.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Ciel Felicien de Souvagne

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Auf der Hochzeit

#25

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 7. Mai 2018, 23:43

Ciel Felicien de Souvagne
Es war so weit. Nachdem Ciel allerlei stressige Dinge erledigen musste, die eigentlich am Tag einer Hochzeit nichts zu suchen hatten, wie den Palaisin zur Rede stellen und anschließend im Gefängnis zu besuchen, konnte er sich endlich seiner Braut widmen. Pünktlich klopfte es an seiner Tür. Als Ferrau öffnete, trat ein sehr unwillig aussehender Alexandre in den Raum. »Ah sehr schön«, begrüßte ihn Ciel. »Ich dachte schon, du würdest dich trotz aller Anweisungen drücken. Zerbino, während ich mit Ferrau schon einmal vorgehe, darfst du dich darum kümmern, meinen Lehrer für die Feierlichkeiten herauszuputzen.«

Zerbino
Zerbino verneigte sich vor seinem Herrn. »Ich werde mich bestens um ihn bemühen. Kommt bitte Marquis, lasst uns beginnen. Es wird angenehm, dass verspreche ich Euch«, sagte Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandres Gesichtsausdruck blieb unverändert mürrisch, doch er ließ sich widerstandslos von Zerbino abführen. Ciel hatte einen ausdrücklichen Befehl erteilt und der Erzhexer würde sich fügen, ob es ihm passte oder nicht.

Ferrau
Ferrau ging gemeinsam mit seinem Herrn zu den Gemächern von Olivie. »Herr habt Ihr auch alles dabei? Die Ringe, die Geschenke? Herr?«, fragte Ferrau sicherheitshalber.

Ciel Felicien de Souvagne
Zufrieden machte Ciel sich mit Ferrau auf den Weg. »Ich habe alles dabei! Aber wann gibt man ihr das? Nach der Trauung?« Ciel war extrem nervös.

Ferrau
Ferrau schüttelte den Kopf. »Nein gleich in einem vertraulichen Moment reicht Ihr Eurer Braut eines der Geschenke und zwar den Vorsteckring. Auf der Hochzeit werden die Eheringe getauscht. Und am Morgen nach der Hochzeitsnacht überreicht Ihr Eurer Braut als Morgengabe die Kette, mit der Rose Herr«, erklärte Ferrau glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wenn ich dich nicht hätte, ich würde alles falsch machen! Kein Mensch kann sich so viele Formalitäten merken«, stöhnte Ciel. Als sie Olivies Gemächer erreichten, schlug Ciels Herz bis zum Hals. Angstvoll starrte er auf die Tür. Er freute sich sehr, seine Braut im Hochzeitskleid zu sehen, dennoch hatte der Tag noch nichts von seinem Schrecken für ihn verloren. Er hoffte, er würde sich in Olivies vertrauter Gegenwart etwas beruhigen.

Ferrau
Ferrau klopfte beherzt an, da sein Herr zu zögern schien.

Jeanne
Einen Augenblick später öffnete Jeanne die Tür, strahlte beide an und trat zur Seite. »Eure Hoheit, tretet bitte ein«, sagte sie respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bemerkte erst, dass er vergessen hatte zu klopfen, als Ferrau dies für ihn erledigte. Er erwiderte Jeannes Lächeln mit einem verkrampften Schmunzeln und trat an ihr vorbei in den Raum, wo er sich nach seiner Braut umschaute.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie eilte ihm entgegen und nahm ihn liebevoll in die Arme. »Ciel, da bist Du ja. Ich habe mich schon den ganzen Tag auf Dich gefreut. Wollen wir gleich das Fest zusammen unsicher machen? Was sagst Du zu meinem Kleid?«, fragte Olivie und drehte sich einmal um sich selbst, damit er sich aus allen Richtungen genau betrachten konnte.

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Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte sie nicht minder liebevoll zurück, wobei er die Nase tief in ihr Haar vergrub. Wie nicht anders zu erwarten, duftete sie nach Rosen. Er trat zurück, ohne ihre Schultern loszulassen und betrachtete ihr Kleid. Er besah es sich ganz genau. »Eine Rosenborte, wie passend für dich. Du siehst bezaubernd aus. Ein ausgesprochen schönes Kleid aus weichem Stoff. Die Kapuze gefällt mir.« Er entdeckte die winzige Handtasche, die sie, dazu passend, trug. »Niedlich«, kommentierte er das Acessoire und nun löste sich langsam sein verkrampfter Gesichtsausdruck und er lächelte sie breit an. »Lass uns zur Feier gehen. Mal schauen, wer schon alles da ist.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie strahlte über das ganze Gesicht, dass Ciel das Kleid so gut gefiel. Sie hatte gut gewählt. Nicht zu pompös, sondern schlicht und schön, so wie sie es mochte. Und Rosen hatten ebenfalls ihren Platz gefunden. Oli hakte sich bei ihm ein und nickte zustimmend. »Du siehst auch sehr gut aus, sehr edler Zwirn Ciel. Richtig königlich und wunderbar weich und anschmiegsam. Kuschelig würde ich fast sagen. Wir ergänzen uns ausgezeichnet. Hast Du zufällig das Luftschiff draußen gesehen? Es ist wie durch ein Zufall mit Rosen geschmückt. Ich glaube kaum, dass das Dreux war. Ich denke einige sind schon da, aber als Dame geziemt es sich nicht als Erste zu erscheinen aber auch nicht als Letzte«, lachte Olivie und ging gemeinsam mit Ciel los.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, irgendwer hatte da einen sehr guten Einfall«, erwiderte er schmunzelnd und warf Ferrau einen kurzen Blick zu. »Was sich als Dame geziemt oder nicht geziemt, darum musst du dich kümmern. Ich kenne mich damit nicht aus. Ich bin einfach zu dem Zeitpunkt erschienen, der am besten in den Zeitplan gepasst hat. Wenn er genau so richtig ist, umso besser.« Er führte seine Braut hinaus in den Hof. Das Erste, was ihm auffiel, war eine luxuriös aussehende schwarz-weiß lackierte Kutsche, die an einer unmöglichen Stelle und auch noch schief parkte. Vier edelste souvagnische Rösser standen davor. Rein danach betrachtet, was dieses Gefährt samt Zugtieren kostete, gehörte das mindestens einem Marquis oder es war ein Geschenk der royalen Familie für irgendwen. Ciel runzelte die Stirn ob des ungünstig gewählten Parkplatzes, aber ihm war nicht danach, sich darum zu kümmern und er führte Olivie weiter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie schaute sich ebenfalls die Kutsche an. Sie musste ein Vermögen wert sein, nur wem sie gehörte, dass konnte sie nicht sagen. Ein Wappen oder einen anderen Hinweis konnte sie auch nicht erkennen, also ging sie von Ciel geführt weiter. Der Palast selbst war im Inneren genauso geschmückt wie der Garten draußen und jeder denen sie begegneten trug seine beste Robe. Es war ein pures Fest für die Sinne. Olivie lehnte sich im Laufen an Ciel und genoss die wunderschöne Aussicht die einfach alles bot. »Sollen wir das Buffett aufsuchen?«, fragte sie freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warum nicht? Die besten Happen sind sonst fort und ich muss was essen, bevor Alexandre hier aufkreuzt und mich an meine Diät erinnert.« Ciel blinzelte gut gelaunt und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, als sie sich an ihn anlehnte. Da entdeckte er die ersten vertrauten Gesichter. »Sieh mal! Jules und der treulose Khawa sind auch schon da.« Er sagte dies jedoch nicht in bösem Tonfall, sondern im Scherz. Der Tag war zu schön, um alte Kamellen hervorzukramen und er war froh, dass sein alter Leibdiener und sein Berater wieder wohlbehalten angekommen waren. Er betrachtete gut gelaunt das Buffet.

Jules de Mireault
»Eure Hoheit, seid gegrüßt«, sagte Jules freundlich und knuffte Khawa in die Rippen, dass es ihn fast von den Füßen holte. »Grüße ihn, Khawa das gehört sich so, er heiratet heute«, flüsterte Jules.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nickte den beiden freundlich zu. »Alex wird doch heute wohl mal ein Auge zudrücken und wenn Du etwas mehr isst, hältst Du Dich eben morgen zurück. Sei auf Deiner eigenen Hochzeit nicht auf Diät, dass geht doch nicht Ciel«, lächelte Olivie und nahm sich einen Schokoladeüberzogenen Liebesknochen und hielt ihn Ciel vor den Mund. »Möchtest Du kosten?«, fragte sie schelmisch.

Khawa
Khawa machte eine schwungvolle Verneigung. »Hoheit, meine allerbesten Glückwünsche«, sagte er strahlend. Er war seit er selbst verlobt war in allerbester Stimmung und freute sich, dass der Prinz offenbar nicht gedachte, wie sonst so oft üblich wegen irgendetwas beleidigt oder eingeschnappt zu sein. Ciel sah aus, als wolle er zurückgrüßen, doch ihm wurde ein Gebäck in den Mund gestopft, das er genüsslich verzehrte.

Jules de Mireault
»So kann man auch jemanden zum Schweigen bringen, wobei ich küssen bevorzugen würde«, flüsterte Jules und nahm sich auch ein Stück Kuchen - rein demonstrativ.

Khawa
»Dürfen wir jetzt nicht küssen?«, fragte Khawa leise zurück. »Oder meinst du, du willst sehen, wie der Prinz und die Prinzessin knutschen?« Khawa stellte sich den keuschesten und langweiligsten Kuss vor, den sein Geist sich nur ausmalen konnte.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nahm sich ebenfalls einen Liebesknochen und aß ihn glücklich auf. Sie ließ sich einen Kaffee einschenken und bedachte Ciel mit einem liebevollen Blick. »Und spürst Du schon erste Auswirkungen des Liebesknochens?«, lachte sie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Liebesknochen?«, fragte Ciel entsetzt. »Du meinst, da ist was drin?« Seine Stimme wurde etwas panisch.

Olivie Solaine de Souvagne
»Ja natürlich ist da was drin, Pudding, Creme - fruchtig oder Kaffee, alles was Dein Herz begehrt lieber Ciel. Alles - nur kein Knochen«, lachte Olivie und ließ die Augenbrauen hüpfen.

Jules de Mireault
Jules aß sein Stück Kuchen als wollte er es totbeißen. »Ehrlich, Du bist sowas von romantisch und hörst mir überhaupt nicht zu«, schmollte Jules. Er grabschte Khawa am Schlafittchen und knutschte ihn fest und innig dass dem Ex-Rakshaner die Knie weich wurden. »So geht das«, grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
Sicherheitshalber beschloss Ciel, um dieses Gebäck fortan einen Bogen zu machen. Das letzte, was er gebrauchen konnte, war die aphrodisierende Wirkung irgendeiner geheimen Spezialzutat. »Wie wäre es damit?« Er wollte gerade auf ein mit weißer Schokolade gefülltes Gebäck zeigen, da erstarrte er mitten in der Bewegung und ihm klappte der Mund auf. Jules knutschte Khawa in einer Weise, dass dieser regelrecht schmolz. »Wusste ich es doch!«, rief Ciel, halb erbost, halb triumphierend. »Also raus mit der Sprache. Wie lange läuft zwischen euch schon was?«

Jules de Mireault
»Was? Er hatte Krümel am Mund«, rechtfertigte sich Jules und musste dann losprusten.

Khawa
»Schokokrümel«, pflichtete Khawa ihm bei und grinste selig.

Jules de Mireault
»Seit ungefähr einem Jahr«, lachte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Augenbrauen wanderten nach oben. »Nun, immerhin scheint Ihnen etwas aneinander zu liegen. Wobei ich Ihnen wirklich einen anderen Geschmack zugeschrieben hätte, Jules. Dass ausgerechnet Sie einem ehemaligen Rakshaner den Hof machen, ist schon fast komisch. Und was haben Sie beide nun vor?«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie schmunzelte Ciel und dann die beiden an. »Es sei ihnen gegönnt. Weiß Vater das Khawa und Jules zurück sind? Vielleicht feiern wir ja bald eine weitere Hochzeit«, überlegte Olivie und reichte Ciel noch einen Liebesknochen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nein danke«, sagte Ciel schnell. »Ich probiere lieber noch etwas anderes. Das Buffet hat so eine breite Vielfalt zu bieten, es wäre doch schade, sich nur mit einer Köstlichkeit den Bauch vollzuschlagen.«

Jules de Mireault
»Nun Herr das habe ich ja gar nicht, er hat mich andauern gefoltert und mit Kaffee überbrüht. Und da Sie nicht rettend eingeschritten sind, dachte ich mir - ich kapituliere. Nun wir wollten uns ein gemeinsames Haus suchen, da wir heiraten wollten. Ich habe Khawa gefragt und er hat meinen Antrag angenommen«, grinste Jules über beide Ohren.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill gesellte sich zu der Gruppe und musterte Olivie von oben bis unten. »Du siehst bezaubernd aus in dem Kleid. Schön Euch beide zu sehen. Ich hoffe es geht Euch gut? Khawa, Jules«, grüßte Verrill und nahm sich einen Liebeskuchen.

Ciel Felicien de Souvagne
»Die zwei da wollen heiraten«, rief Ciel ungläubig und zeigte auf Khawa und Jules. »Ist das die Möglichkeit! Seit einem Jahr haben sie mich an der Nase herumgeführt und mich glauben machen, dass sie sich hassen würden und nun das. Ich hoffe, das haben Sie sich gut überlegt, Jules, Khawa ist manchmal ziemlich anstrengend. Meine aufrichtigen Glückwünsche Ihnen beiden.« Als Verrill zu ihnen trat, spannte sich Ciel kurz etwas an. Dann lächelte er. »Schön dich zu sehen. Gut siehst du aus. Wo hast du deinen Zukünftigen gelassen?«

Jules de Mireault
»Vielen Dank Herr, nunja das stimmt. Aber das mindert nicht meine Liebe zu Khawa«, grinste Jules.

Khawa
»Eh«, verteidigte sich Khawa. »Dafür kann ich Bazum tanzen und Mokka kochen wie sonst keiner hier. Die Diener servieren ja nur dünne Wasserbrühe.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Ich schließe mich Ciel an, Du siehst gut aus Verrill. Wobei Ihr beide dunkle Farben tragt. Da kommt sein Zukünftiger, er trägt weiß, so wie ich. Soll uns das was sagen?«, lachte Olivie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
»Kommt drauf an, wer die Kleidung ausgesucht hat, Liebes«, erwiderte Ciel schmunzelnd.


Gregoire Verrill de Souvagne
»Vielen Dank, das Kompliment gebe ich gerne zurück. Nein es bedeutet nichts Olivie, außer dass er die Farbe mag«, schmunzelte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard gesellte sich dazu, grüßte alle mit einem knappen Nicken und legte Greg einen Arm um die Hüfte. »Dann zeig mal was Du drauf hast, ich hätte gerne einen Mokka«, sagte Lin.

Olivie Solaine de Souvagne
»Er ist kein Diener, er ist ein freier Mann. Nun dass konntest Du nicht wissen Linhard. Khawa würdest Du uns trotzdem einen Mokka kochen?«, bat Olvie.

Linhard von Hohenfelde
»In meiner Truppe dient auch ein Rakshaner, Damir Mäusehirn«, grinste Lin.

Olivie Solaine de Souvagne
»Was für ein schrecklicher Name, der arme Mann. Also falls er gewillt ist, sich umbenennen zu lassen, souvagnische Namen sind äußert klangvoll. Mäusehirn... wer denkt sich sowas bösartiges aus?«, fragte Olivie betrübt.

Linhard von Hohenfelde
»Er ist kein Intelligenzbolzen, aber wohl der bestaussehenste Rakshaner diesseits von Asamura. So munkelt man«, sagte Lin und nahm sich einen Liebesknochen.

Jules de Mireault
»Für mich bist Du das Khawa, hab keine Angst. Zudem habe ich den Kerl noch nicht gesehen«, lachte Jules und knuffte seinen Liebsten, als Zeichen dass er ihn nur aufzog.

Khawa
Khawa grüßte höflich zurück. »Wirklich, ein Rakshaner?«, fragte er dann interessiert. »Den würde ich gern mal sehen. Besser als ich kann der gar nicht aussehen, hört auf July. Mäusehirn ist ein ganz normaler rakshanischer Name, wenn man den übersetzt. Ich hieß früher Kaffee der Gazelle, jetzt heiße ich nur noch Kaffee.« Er grinste. »Ich kann euch gern einen Kaffee kochen.« Er kassierte den Knuff mit einem gut gelaunten Grinsen und nahm Jules händchenhaltend mit, um in die Küche zu gehen.

Olivie Solaine de Souvagne
»Und seid Ihr beiden schon aufgeregt? Ich bin sehr aufgeregt. Die Trauung wird der Höhepunkt der Zeremonie und danach wird gefeiert. Wer wird die Tanzfläche eröffnen, wir oder Ihr?«, hakte Olivie nach und aß noch einen Liebesknochen.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Oh wir überlassen Euch gerne die Ehre, oder kannst Du tanzen Lin?«, fragte Greg und nahm sich etwas vom gebratenen Speck.

Linhard von Hohenfelde
»Ja ich kann tanzen und einiges mehr, drum eröffnen wir den Tanz«, sagte Lin und nahm Greg den Speck weg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Warum tanzen wir nicht zu viert?«, schlug Ciel vor und betrachtete argwöhnisch, wie alle außer ihm einen Liebesknochen nach dem anderen zu verzehren schienen.

Olivie Solaine de Souvagne
»Das ist eine wundervolle Idee. Es gibt so viele schöne höfische Tänze, die man gut zu mehreren tanzen kann. Ich bin dabei Schatz«, sagte Olivie und hakte sich wieder bei Ciel ein.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich wäre auch dafür und Du?«, fragte Verrill und nahm sich einige Austern die er ausschlürfte.

Linhard von Hohenfelde
Lin musterte ihn, als verspeiste sein Kerl gerade einen Kadaver den er am Straßenrand gefunden hatte. »Jaaaa gut... das können wir machen... Was beim Abgrund isst Du da? Tu das weg«, zischte Lin besorgt.

Olivie Solaine de Souvagne
»Das sind Austern, fangfrisch und aufgebrochen. Sie sind sehr gut für die Gesundheit und für die Manneskraft, so sagt man«, erklärte Olivie hilfreich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nun, wer es nötig hat...« Ciel betrachtete das Buffet auf der Suche nach weiteren Leckereien, die ihm sonst verwehrt waren und nahm sich ein Stück belegtes Baguette.

Linhard von Hohenfelde
»Er benötigt das nicht, trotzdem danke für die Info. Hier iss ein Stück Speck, ich wollte nur nicht, dass Du Dich damit volltropfst und Deine schönen Klamotten einsaust. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen die bewegen sich«, stöhnte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Meine Klamotten? Normal da ich drin bin«, lachte Greg was Olivie mit den Augen rollen ließ.

Olivie Solaine de Souvagne
»Die Austern! Natürlich, sie ziehen sich im Todeskampf zusammen. Sie leben noch, man hat ihnen eine Schale vom Körper gerissen. Greg hör auf Lin kennt das nicht, iss bitte etwas anderes, so wie Ciel«, sagte Olivie und schnappte sich ein reich belegtes Crepes.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg leckte lassiv die Schale der Austern aus, grinste und nahm sich etwas anderes. »Nur Spaß Leute«, lachte er leise und nahm sich eine Scheibe frisch geröstetem Graubrot die er reich mit Käse belegte. Er gab Lin einen Kuss auf die Wange und hakte ihn unter. »So bis später, wir stöbern noch ein bisschen herum. Ich zeige Lin den gesamten Hof. Wir sehen uns«, sagte Greg und zog Lin mit sich.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie starrte auf die Austern und starrte dann Greg hinterher. »Wieviele hat er gegessen?«, lachte sie leise und piekste Ciel liebevoll in die Seite.

Ciel Felicien de Souvagne
»Weg waren sie«, kommentierte Ciel etwas traurig. »Einer nach dem anderen lassen sie uns stehen. Khawa und Jules haben sich scheinbar auch eine stille Ecke gesucht. Ich habe keine Ahnung, wie viel er gegessen hat, ich habe ihm nicht die Austern in den Mund gezählt.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Sei nicht traurig, sie drehen doch nur eine große Runde und sind dann wieder bei uns. Zudem haben wir doch einen gemeinsamen Hochzeitstisch, wir sitzen zusammen. Was ist denn los? Bist Du melancholisch heute? Große Freude lässt einen auch oft nachdenken und das Ereignis wird bitter-süß. So ist es oft Ciel. Moment, Lin wollte doch von Khawa einen Mocca haben und nun ist er auf und davon. Zur Not trinke ich den Mocca oder beide sind wieder rechtzeitig da. Aber ich muss sagen, beide haben sich sehr schön zurecht gemacht, aber Du gefällst mir am Besten«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das möchte auch sein.« Ciel gab ihr einen festen Kuss. »Keiner von beiden kann mit dir oder mir mithalten. Da müssen sie schon früher aufstehen. Ich bin etwas nervös, ja. Merkt man das sehr? Und du, kein bisschen aufgeregt?«

Olivie Solaine de Souvagne
»Ja man merkt es und es ist völlig normal. Wer Dir was anderes erzählt lügt. Oh ich bin ebenfalls sehr aufgeregt. Ich wusste nicht ob Dir das Kleid gefällt, ich wusste nicht ob ich rechtzeitig fertig werde und ach hunderte Sachen. Dabei hat alles ganz wunderbar geklappt Ciel. Jeanne hat sich sehr große Mühe gegeben. Man macht sich oft unnötige Sorgen, Dir geht es sicher genauso. Man mal sich schlimme Dinge aus, die alle passieren noch vor der Hochzeit und dann hat man es doch rechtzeitig ins Kleid geschafft, keine Naht ist gerissen, die Schuhe sitzen wunderbar, die Haare liegen und der Morgen begrüßt einen mit einem Rosengarten am Himmel. Greg sah selten so gelöst und glücklich aus, er hat sein Spitzbubenlachen wieder. Ich glaube der Vierertisch wird ganz witzig. Es war eine sehr gute Idee von Dir gemeinsam zu tanzen«, sagte sie erfreut.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete sie und versuchte, möglichst verständnisvoll auszusehen. Ihre sogenannten Probleme hatten ungefähr die selbe Größenordnung wie jene Problemchen von Minette. Man hatte ihm gesagt, er müsse Verständnis dafür haben und es positiv sehen - wenn die Frauen derlei Banalitäten als Probleme werteten, hieß das, dass ihre Männer ihre Arbeit, sie zu behüten, gut machten. »Nichts von alldem ist eingetroffen«, sagte Ciel freundlich. Ciel betrachtete das rosenbestückte Luftschiff. Er sträubte sich, die Lorbeeren dafür einzuheimsen, denn letztlich war Ferrau es gewesen, der sich diese wundervolle Idee ausgedacht hatte. »Ich bin übrigens ein grauenvoller Tänzer. Nimm mir das bitte nicht übel. Wenn wir zu viert tanzen, fällt es vielleicht nicht so auf.«

Olivie Solaine de Souvagne
Sie nahm ihn bei beiden Händen und schaute ihm tief in die Augen. So tief, als wollte sie nicht nur in seiner Seele lesen, sondern diese auch an die Oberfläche holen. »Ciel entspanne Dich ein wenig. Heute geht es um nichts anderes als um uns und unsere Liebe. Wie Du tanzt ist mir gleich, Hauptsache wir beide tun es gemeinsam. Und richtig, nichts ist eingetroffen dass sich uns in den Weg gestellt hätte. Gleichgültig wie groß oder klein. Den manche kleinen Gegebenheiten können eine große Welle nach sich ziehen. Dazu erzähle ich Dir eine witzige Geschichte. Elsa. Hör zu:

http://www.kr8.de/die_kuh_elsa.html

Olivie drückte Ciel fest an sich. »Du siehst, also manchmal kann auch eine Banalität wie ein gebrochener Absatz etwas nach sich ziehen. Man stürzt, reißt etwas um, und und und«, grinste Oli.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drückte sie ebenso fest an sich. »Du hast eine erfrischende Art, einem die Dinge zu veranschaulichen. Wenn dein Absatz bricht, fange ich dich auf. Oder am besten, du trägst einfach flache Schuhe, das ist ohnehin besser für deine zarten Füßlein.« Er versuchte, zu erkennen, was für Schuhe sie unter ihrem langen Kleid überhaupt trug.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie lupfte etwas das Kleid und entblößte weiße Schnürsandalen, damit sie gut tanzen konnte. »Ich habe keine Absätze gewählt. Ich danke Dir, ich würde Dich jederzeit ebenso halten und beschützen, auch wenn ich das sicher nicht annähernd so gut kann wie Du. Möchtest Du noch etwas bestimmtes zu essen probieren? Und nebenbei Ciel, die Liebesknochen heißen wirklich nur so, da ist nichts drinnen, was irgendwie an eine Droge erinnern könnte. Es sei denn Du bezeichnest Pudding als Droge«, flüsterte Olivie und küsste auf sein Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
»Sicher ist sicher«, schnurrte Ciel und drehte seinen Kopf, so dass sie besser an sein Ohr herankam. »Ich glaube, ich esse lieber noch ein paar Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie gut vertrage - rohes Rindfleisch zum Beispiel. Oder ein paar getrocknete Früchte. »Wann soll die Trauung überhaupt stattfinden?«

Olivie Solaine de Souvagne
Liebevoll streichelte sie seine Hände und fuhr ihm über den Rücken. »Vermutlich so gegen 11 Uhr herum? Wir sollten Dreux nochmal genau fragen. Wir werden offiziell in den Hof einschreiten durch das Säbelspalier. Ich bin gespannt auf die vielen Leute, die besonderen Gäste, wer sich wohl alles herbemüht hat? Von den neuen Adligen vermutlich jeder oder? Es wäre sehr unhöflich nicht zu erscheinen. Aber ich gehe davon aus, dass jeder unserer Adligen erscheinen wird. Es wird ein Fest der Farben, Roben, Ballkleider, des teuren Schmucks und der edlen Parfüms. Wie ich sagte, ein Fest für alle Sinne, dass man auch mit allen Sinnen genießen sollte. Ebenso die erlesenen Speisen. Wollen wir ebenfalls ein bisschen schlendern Ciel? Hast Du Lust?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, lass uns die Beine vertreten«, erwiderte Ciel, nicht, ohne noch rasch einen Happen dunkelrot leuchtendes Schabefleisch zu naschen. Er aß das fast jeden Tag, eines der wenigen Dinge seiner Diät, die er sich nicht irgendwann übergegessen hatte. »Alexandre ist dann wohl der Einzige Adlige, den man zu seinem Glück regelrecht prügeln muss. Aber das ist nicht länger meine Sorge, ich habe ihm Zerbino aufs Auge gedrückt. Ob Dreaux auch schon da ist?« Er bot Olivie seinen Arm an und flanierte mit ihr durch die Pracht. Ciel musste daran denken, dass zwei Mann beim Säbelspalier fehlen würden für ihr Verbrechen. Die beiden würden nicht nur in entsetzlicher Angst vor dem vegetieren, was sie erwartete, sondern heute vermutlich auch darunter leiden, dass ihnen diese hohe Ehre versagt blieb, gemeinsam mit ihren Kameraden das Ehrenspalier zu bilden. »Ich muss dir was gestehen, Liebling.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Dreux wird als Erster hier gewesen sein, Du kennst ihn doch. Nun Alex wird auch noch lernen zu genießen. Er kann nicht nur arbeiten. Zerbino ist ein guter Mann, er wird sich um Alex kümmern. Du kannst mir alles anvertrauen, nur zu Liebster«, munterte Olivie Ciel auf. Über das Stück Fleisch musste sie schmunzeln. Es war nichts anderes als die Auster und es war tatsächlich gesund. Wenn es frisch war und man Maß hielt. Liebevoll musterte sie ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde eine Nuance blasser. Die ganz große Wahrheit würde er ihr erst nach der Hochzeitsnacht offenbaren. Keinesfalls würde er ihr diesen Tag verderben und ihr Angst machen. »Das rosengeschmückte Luftschiff ... Ferrau hat sich das ausgedacht. Es soll mein Geschenk an dich sein. Aber die Idee ist von ihm. Er will sicher nicht, dass ich dir das sage, er wünscht vermutlich, dass ich so tue, als sei es meins. Aber ich möchte, dass du weißt, dass es sein Einfall war. Er ist in solchen Dingen sehr kreativ und einfühlsam. Dein Kleid und meine Gewandung passen gut zusammen. Ich vermute, er wird sich mit dir oder Jeanne abgesprochen haben?«

Olivie Solaine de Souvagne
»Oh, aber er tat es für Dich Ciel. Er hat wirklich wundervoll gewählt und hat einen erstklassigen Geschmack in solchen Dingen. Das solltest Du Deinem Leibdiener ruhig sagen. Es wird ihn sicher freuen zu hören. Nein, also nicht dass ich davon wüsste. Ob Jeanne sich mit ihm heimlich abgesprochen hat, kann ich Dir nicht sagen. Aber offiziell nicht und wo ich dabei war, gab es auch nichts, was sie je geflüstert hätten. Wann war er auch je bei uns? Sie müssten sich wenn heimlich getroffen haben. Aber das wäre sehr schwer. ich glaube er versteht einfach sein Handwerk und wollte Dir eine besondere Freude machen und damit mir ebenfalls«, sagte sie glücklich.

Ciel Felicien de Souvagne
»Das ist ihm gelungen, wie ich sehe.« Ciel freute sich, wie glücklich seine zukünftige Frau aussah. Für sie war das Ganze einfach ein riesengroßes, kunterbuntes Fest, in welchem die Damen und Herren in aufwändigen Gewandungen miteinander tanzten und Konversation hielten, wo man sich teure Geschenke machte und Adel wie Volk einmal den Ärger des Alltags vergessen konnten. »Ich werde es ihm sagen. Vorher möchte ich dir noch eine Frage stellen. Ich habe dich schon einmal danach gefragt, aber vielleicht hast du in der Zwischenzeit ja noch einmal alles überdacht.« Er blieb stehen und sah sie ernst an. »Wer bin ich für dich, Olivie?«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie blieb ebenfalls stehen und schaute genauso ernsthaft zurück. »Du bist mein Beschützer, mein Bruder und bald mein Mann Ciel. Sehr bald sogar. Du musst die alte Angst nicht wieder aufkeimen lassen. Wir haben alles besprochen. Wir werden sehen wie weit wir kommen und falls wir nirgendwohin kommen, dann liegen wir im Bett lieben und lachen trotzdem, aber eben auf andere Art und Weise, wie wohl die meisten vermuten. Es soll kein Zwang dahinter stehen, denn davor habe ich selbst Angst. Niemand möchte gezwungen werden, weder Du noch ich«, erklärte sie sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
»Bin ich in erster Linie noch dein Bruder?«, fragte er zurück. »Du hast dies genannt, bevor du mich als deinen baldigen Mann bezeichnetest. Wir werden nicht gezwungen. Ich habe mir Dreaux gesprochen. Niemand wird uns zuschauen, von dem wir nicht wollen, dass er anwesend ist. Heißt, notfalls kannst du auch schummeln.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Als erstes bist Du mein Beschützer, mein Vertrauter. Du warst immer mein Bruder Ciel, nur so kenne ich Dich. Als meinen Mann muss ich Dich noch kennenlernen. Vom Gefühl her bist Du beides. Du bist mir nahe, so dass ich vor Dir keine Angst habe. Aber zeitgleich bist Du mehr als mein Bruder, denn sonst hättest Du mich nicht so vor dem Zwerg bewahren wollen. Und ich sehe es ebenso, denn würde ich es nicht so sehen Ciel, dann hätte ich ehrlich abgelehnt. Wir kennen uns nur auf diese vertraute Art, der neuen Art des Zusammenseins müssen wir eine Chance einräumen Schatz. Damit das Gefühl wachsen kann. Lieben tun wir uns, daran besteht kein Zweifel. Und das ist das wichtigste, das Fundament unserer Ehe«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seine Hände unterhalb ihrer Ohren an ihren schmalen Hals. Er küsste sie liebevoll, länger als sonst. Er genoss das Gefühl ihrer weichen, gepflegten Lippen. »Die Chance werden wir uns geben. Aber was, wenn wir uns dennoch nie auf andere Weise nahe sein werden? Wenn wir nur Schwester und Bruder füreinander bleiben? Was dann, Olivie? Bist du dann unglücklich gefangen?«

Olivie Solaine de Souvagne
»Nein, da ich nicht bei einem Mann leben muss, der nichts für mich empfindet und sich nur nimmt wonach ihm gelüstet. Was sollte dann geschehen? Wir lieben uns trotzdem, wie wir es immer getan haben. Wir sind Freunde, wir halten zusammen, wir unterstützen uns wir empfinden sehr viel füreinander. Ob es nun so eine Art der Liebe ist wie sie Vater zu Min pflegt, weiß ich noch nicht zu sagen. Die Liebe ist da, nur das Begehren noch nicht. Entweder entdecken wir es gemeinsam oder eben nicht. Nun bist Du es, der sich um solche Kleinigkeiten Gedanken macht. Wäre Dir eine lieblose aber sexvolle Ehe lieber? Nicht dem Ciel, den ich kenne«, flüsterte sie und drückte ihn an sich. »Du hast Angst, aber wir beide gehen diesen Weg gemeinsam Hand in Hand. Keiner wird straucheln, hey Du hattest versprochen mich aufzufangen und ich halte Dich fest. Also keine Angst und keine trüben Gedanken«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich hege keine trüben Gedanken. Nicht mehr als sonst. Und ein wenig Besorgnis musst du mir zugestehen. Vater meinte heute morgen, wenn wir beide niemals miteinander schlafen würden, wäre das schlimm für dich.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Ciel ich bin genauso unerfahren wie Du. Und wenn es bei dem Umstand bliebe, wäre doch nichts anders als jetzt oder? Es wäre einfach weiterhin Status X. Natürlich möchte ich es gerne mit Dir versuchen. Aber wann wir möchten und wie wir möchten und nicht nach Vaters Uhr, oder der von sonst wem. Heute hast Du Angst, morgen ich. Irgendwann wird der Tag kommen, wo wir beide sagen - heute versuchen wir es. So wie andere darüber reden, muss es eine sehr schöne Erfahrung sein. Aber meiner Meinung nach gehört dazu eben reine Freiwilligkeit und keine Forderung oder ein Zwang. Du stellst keine Forderungen und zwingst mich zu nichts. Was sollte ich daran auszusetzen haben? Andere Männer pochen auf ihre Rechte, ich glaube jene Frauen sind unglücklich die einen Mann bedienen müssen, den sie vorher nicht einmal kannten. Monique und Massimo de la Cantillion haben sich ebenfalls bemüht, aber ich glaube für sie war es am Anfang hundertmal schwerer, als es für uns je sein könnte. Ich könnte einfach so neben Dir schlafen, ich kenne Dich, ich liebe Dich, ich vertraue Dir. Monique lag neben einem völlig Fremden. Was hat sie gefühlt? Und da soll ich unglücklich sein?«, fragte Olivie

Ciel Felicien de Souvagne
»Dir würde nichts fehlen, sollten wir nie miteinander schlafen?«, hakte Ciel nach. »Nichts? Du wärst rundum glücklich mit mir an deiner Seite?«

Olivie Solaine de Souvagne
»Fragen wir andersherum, Du kennst mich und alles bleibt genauso wie es ist. Was vermisst Du?«, fragte sie mit einem Zwinkern.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich bin dahingehend anders als die meisten, Olivie. Und mir wurde in den letzten Tagen von mehreren Seiten regelrecht eingetrichtert, dass ich dich quälen würde, sollte es nie dazu kommen. Mir wurde sogar davon abgeraten, dich überhaupt zu ehelichen! Das gab mir sehr zu denken, darum frage ich lieber noch einmal nach, nicht dass du hinterher enttäuscht bist. Ich kenne mich mit Frauen und ihren Bedürfnissen nicht so gut aus. Ich kann euch schwer einschätzen.«

Olivie Solaine de Souvagne
»Nun ich kann Dir nur das erzählen, was ich jetzt empfinde. Jetzt fühle ich mich gut, sicher und geborgen bei Dir. Wenn wir es ausprobiert haben und ich Freude daran empfinde, dann kann ich Dir mehr sagen. Aber ja, dann würde ich es gewiss vermissen, also nicht es - sondern Dich und Dein körperliche Nähe. Vielleicht finden wir beide es wundervoll. Vielleicht aber auch genau das Gegenteil, das Ableisten seltsamer Übungen wo wir uns bei mehr abmühen und mehr hineindenken als es tatsächlich Spaß macht. Wer weiß das ohne Probelauf schon? Weder Du noch ich. Das können wir auch vorher gar nicht wissen. Ich für meinen Teil kann Dir aber sagen, dass ich es mit Dir gerne versuchen würde«.

Ciel Felicien de Souvagne
Er nahm ihre Hände in seine und drückte sie sanft. »Wir werden es versuchen. Ich habe etwas Angst, aber ich freue mich auf die Nähe zu dir. Und darauf, dass wir gemeinsam in einem ruhigen Raum sind, einfach die Tür hinter uns zumachen und die Welt Welt sein lassen. Jetzt komm. Lass uns nach Dreaux Ausschau halten. Ich will wissen, wie der Duc sich am heutigen Tage gewandet hat. Ob er auch zu uns passt, wie Verrill und Linhard.« Ihm fiel auf, dass er versehentlich Verrill gesagt hatte. Er hoffte, Olivie würde es nicht auffallen.

Olivie Solaine de Souvagne
»Siehst Du, das Ciel ist Liebe. Sich gegenseitig ergänzen, wo der andere schwach wird stützt ihn der andere. Ich freue mich auch auf Dich und gleichgültig was passiert, ärgere Dich nicht, schäme Dich nicht und sprich einfach offen. Ich halte es auch so. Und wenn es nicht funktionieren möchte, dann liegen wir einfach gemütlich Arm in Arm und verbringen so die Nacht. Was funktioniert schon direkt beim ersten Mal? Kaum etwas, also lassen wir uns keine Bange machen. Unser Dreux wird etwas dunkles tragen vermute ich, so wie Greg«, antwortete sie ihm liebevoll und hakte ihn wieder richtig unter.

Ciel Felicien de Souvagne
»Oder er trägt pink, wenn Nathan die Farbwahl übernommen hat«, erwiderte Ciel schmunzelnd. Er hielt Ausschau, ob er seinen Bruder irgendwo entdeckte.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux stand gemeinsam mit Greg und Linhard an einem der vielen kullinarischen Tische. Jeder hielt ein kleines Glas Bowle in der Hand und entgegen Olivies Vermutung, trug Dreux etwas weißes, dass ihm fast das Aussehen eines überirdischen Wesens verlieh. https://78.media.tumblr.com/ebe940d23db ... 2_1280.png

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging mit Olivie zu ihm und da Dreaux im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder keinen eifersüchtigen Verlobten neben sich stehen hatte, umarmte Ciel ihn liebevoll, wobei er darauf achtete, den Arm mit der Bowle nicht versehentlich zu verwackeln. »Du siehst schön aus, Dreaux«, fand er.

Dreaux Gifford de Souvagne
»Hallo Ihr beiden. Danke Danke, Ihr habt Euch aber auch herausgeputzt. Heute scheinen wir eine Hell-Dunkelfraktion zu bilden. Entgegen meiner sonstigen Kleiderwahl wählte ich für Euch etwas Helles, etwas freundliches - zudem ist es mein erster öffentlicher Anlass in so einer schönen Angelegenheit, da war es mir eine Herzensangelegenheit«, erklärte er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
»Du siehst auch nicht aus, als hätte Nathan dir die Sachen herausgesucht«, sagte Ciel schmunzelnd. »Wo ist er, unser Sorgenkind?«

Dreaux Gifford de Souvagne
»Wieso Sorgenkind?«, fragten Dreux und Greg synchron.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wegen dem Ärger, den er in letzter Zeit wegen mir hatte«, räumte Ciel ein. Ärger ... was für ein harmloses Wort für das, was dem Barden wiederfahren war und wie es ihm gegangen sein musste.

Linhard von Hohenfelde
»Vermutlich weil er so ein schüchterner Geselle ist«, warf Linhard ein.

Olivie Solaine de Souvagne
»Das ist er zwar, aber er ist ein sehr zuvorkommender und lieber Leibdiener. Über ihn gab es nie Beschwerden, stimmt es Ciel?«, fragte Olivie.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nun das hat Lin auch nicht gemeint. Ich selbst weiß, was für ein hervorragender Leibdiener er ist«, warf Verrill schmunzelnd ein.

Dreaux Gifford de Souvagne
»Dito, Nathan und ich verstanden uns auf Anhieb, als hätte es so sollen sein... Er wurde mir geschickt, von Ciel«, lachte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte ernst. »Ja, er wurde geschickt. Doch nicht von mir, sondern von der höheren Macht. Wo ist er nun?«

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte kaum merklich und nahm einen Schluck Bowle. »Falls Nathan hier auftaucht, werde ich ihm gleich etwas frei geben. Er soll sich auch ein wenig amüsieren und vielleicht das eine oder andere Getränk mit Fabien trinken dürfen. Dass passt schon so«, sagte Dreux und blinzelte Ciel zu, als Zeichen das Nathan etwas Erholung benötigte von den ganzen Strapazen.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Soll ich ihn suchen?«, bot Verrill an.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, bitte. Er kann sich dann wieder seinen Beschäftigungen widmen, seiner Freizeit oder was auch immer. Es dauert nur eine Minute.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich bin sofort wieder da«, sagte Greg und reichte Linhard sein Glas. Dieser nahm es vorsichtig entgegen und drückte Greg einen Kuss auf den Mund, bevor dieser gut gelaunt Nathan suchen ging. Greg schaute zuerst am Buffett und ging dann Richtung Küche. Da Gregoire Nathan weder am Büffett noch sonst den üblichen Stellen fand, wo man sich an einem Fest zuerst einfinden würde, ging er zu Dreux Gemächer und klopfte an. »Nathan? Bist Du Zuhause? Ich bin es Verrill, mach bitte auf«, bat Greg.

Nathan
Nur wenig später öffnete Nathan die Tür. Seine Haare standen am Hinterkopf etwas nach oben, woran man sah, dass er im Bett gelegen hatte, jedoch war er fertig angezogen. »Hoheit«, grüßte er erstaunt. »Wie kann ich Euch helfen?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Begleite mich bitte, Ciel möchte mit Dir sprechen. Was er möchte, weiß ich nicht. Aber ich hoffe, dass er sich mit Dir versöhnen möchte. Na komm«, bat Gregoire und strich Nathan die Haare glatt. »Danach hast Du frei und darfst ebenso auf dem Fest einige Stunden Spaß haben. Das sagt Dir Dreux sicher gleich nochmal, Du könntest Fabien besuchen«, schlug Verrill vor und gab den Weg vor.

Nathan
Nathan versuchte im Gehen, die widerspenstige Haarsträhne mit den Fingern glattzukämmen, auf die Verrill ihn dezent hingewiesen hatte. Er spürte, wie seine Wangen sich etwas röteten, als die Sprache auf Fabien kam. »Allein möchte ich nicht auf die Feier. Ich hoffe, ich störe Fabs nicht, sonst geh ich wieder in meine Kammer. Ich möchte ihm nicht das Fest verderben.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ich glaube kaum dass Du ihm das Fest verdirbst, wenn er nicht arbeiten sondern feiern darf Nathan. Er wird sich über Deinen Besuch freuen. Zudem hat jeder heute ein Anrecht auf etwas feiern, Du wie er. Nutzt das Ihr beiden hm? Und falls Du doch in Deiner Kammer bleiben möchtest, pack etwas Leckeres ein und lade ihn ein. Ihr habt doch nicht oft Gelegenheit Euch privat zu treffen. Gleichgültig ob ihr nur redet oder Spaß habt. Auf welche Art auch immer«, flüsterte Greg.

Nathan
Nathans Kopf wurde noch röter. »Ich, ja, Herr. Ich, ich hab nur Sorge, dass ich ihn beim Genießen der Feier störe. Aber das sagt er mir dann bestimmt schon, hoffe ich.« Ängstlich folgte Nathan ihm nach draußen. Er hoffte, dass Ciel nicht streiten wollte.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Du weißt doch so gut wie ich, wer Deine Peiniger hinter Gitter gebracht hat, dass war Dein Fabs. Wenn er Vater je um was bittet, dann fast nie für sich. Vater schlägt ihm solche Bitten nicht ab. Du störst ihn ganz sicher nicht, wenn er den Duc darum bittet Dich zu schützen und zu nun sagen wir mal rächen«, erklärte Greg. Gemeinsam ging er zurück zu dem Rest der Gruppe und gesellte sich mit Nathan dazu. »Hier ist unser Nathan«, grinste er gut gelaunt und legte Linhard wieder einen Arm um die Hüfte. »Willkommen zurück«, antwortete Lin und reichte Greg seine Bowle.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat wortlos an Nathan heran und umarmte ihn fest. Er brachte kein Wort heraus. Er drückte ihn einfach mit all der Liebe, die er für ihn empfand. Die ganzen Entschuldigungen, die fällig wären - er brachte sie nicht über seine Lippen. So wenig, wie er es über sich gebracht hatte, Gregoire verbal mitzuteilen, wie wütend er wirklich auf ihn war.

Nathan
Nathan erschrak einen Moment, als Ciel so rasch auf ihn zukam, aber in der Umarmung beruhigte er sich rasch wieder. »Danke«, piepste er kaum hörbar. »Ferrau hat dich schön gemacht.«

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie strich Ciel beruhigend über den Rücken.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Schön dass Ihr Euch endlich aussöhnt«, flüsterte Greg und rutschte ein Stück näher zu Lin.

Dreaux Gifford de Souvagne
»Ja, dass wurde auch Zeit und Du hast einen guten Anlass gewählt«, pflichtete Dreux bei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gab Nathan wieder frei. Der trat ein paar Schritte zurück und wischte sich über das Gesicht. Er wusste so wenig wie sein ehemaliger Herr, was er sagen sollte. Schließlich ergriff Ciel als erster das Wort. »Der Duc meinte, du hast nun Freizeit. Von meiner Seite aus war das alles. Wenn du willst, kannst du nun gehen.«

Nathan
Nathan blickte fragend seinen Herrn an.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte kurz. »Bis zur Trauung selbst hast Du frei Nathan, also noch einige Stunden - die Zeremonie beginnt um 11 Uhr, sei spätestens um 10:30 Uhr bei mir. Ansonsten viel Spaß, gönn Dir etwas. Dass hast Du Dir verdient. Bis nachher mein Bester«, sagte Dreux.

Nathan
»Danke, Herr, ich werde pünktlich da sein und mich noch einmal kämmen!« Er verneigte sich, mit roten Wangen, weil sein Herr etwas Freundliches zu ihm gesagt hatte. Einen Moment überlegte er, ob er Ferrau sagen sollte, wie schön er die Kleider für Ciel ausgewählt hatte, aber er traute sich nicht. Ferrau schaute ihn immer so abweisend an. Ohne dem anderen Diener das Lob mitzuteilen, verschwand er, um nachzuschauen, ob Fabien ebenfalls ein wenig Zeit für sich bekommen hatte.

Fabien Lacomb
Fabien öffnete Nathan die Tür, als dieser bei ihm aufschlug. »Na in Feierstimmung? Komm rein, ich bin auch gleich soweit. Ich wollte nach Dir schauen, aber da Du hier bist, komm rein. Machen wir es uns einen Moment in meiner Kammer gemütlich«, sagte Fabien und drückte Nathan felsenfest zur Begrüßung ehe er ihn küsste. »Du bekommst noch Dein Souvenir«, grinste Fabs.

(Fortsetzung folgt)
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#26

Beitrag von Fabien Lacomb » Fr 11. Mai 2018, 00:38

Der Honigbär

(Fortsetzung)


Nathan
Fabien öffnete Nathan die Tür, als dieser bei ihm aufschlug. »Na in Feierstimmung? Komm rein, ich bin auch gleich soweit. Ich wollte nach Dir schauen, aber da Du hier bist, komm rein. Machen wir es uns einen Moment in meiner Kammer gemütlich«, sagte Fabien und drückte Nathan felsenfest zur Begrüßung ehe er ihn küsste. »Du bekommst noch Dein Souvenir«, grinste Fabs.

Nathan
Nathan spürte Fabiens warmen, muskulösen Körper. Er bettete seine Wange an seine Brust und spürte den weichen Stoff. Da war keine Rüstung und keine angespannte Körperhaltung. Fabien hieß ihn nicht nur mit Worten, sondern auch mit seinem Körper willkommen. Nathan legte die Arme ganz fest um Fabiens Taille. Als er den Kopf wieder hob, erwartete ihn ein Begrüßungskuss. Nathans Kopf war rot geworden und glänzte leicht an der Stirn. "Ich hab dich vermisst, Fabsi", sagte er leise. "Du warst lange weg ... ich bin so froh, dass du da bist!"

Fabien Lacomb
"Ich habe Dich ebenso vermisst Natty und ich habe mich gewaltig gesorgt. Na los komm rein, lass uns nicht zwischen Tür und Angel reden", sagte Fabien freundlich. Er nahm Nathans Hand und zog ihn in die Gemächer von Maximilien. Fabien schloss die Tür, grinste Nathan kurz an und zog ihn dann hinter sich her in seine eigene kleine Kammer. Gemeinsam mit Nathan setzte er sich aufs Bett. "Ich habe Dir versprochen dass ich Dir was mitbringe und das habe ich auch. Also Augen zu", sagte Fabs und schloss Nathan die Augen. Natty hörte Fabien kurz kramen, dann legte er ihm eine kleine Schachtel in die Hand.

Als Nathan sie öffnete sah er sein kleines Souvenier.
Link:
http://www.erzgebirge.hamburg/images/pr ... topf_3.jpg

"Ich hoffe er gefällt Dir, passend zu Deiner Holzsammlung", flüsterte Fabien und küsste Nathan liebevoll.

Nathan
Mit großen Augen betrachtete Nathan den kleinen Bären. Ehrfürchtig hielt er ihn in beiden Händen, guckte ihn von allen Seiten ganz genau an, befühlte die Oberfläche und streichelte ihm über das Köpfchen. "Ein kleiner Bär, wie er aus der Hohen Mark stammen könnte", hauchte er. Er hielt das kleine Holzspielzeug wie einen Schatz und das war es für ihn auch. Als Fabien ihn noch einmal küsste, schloss Nathan die Augen und legte einen Arm um seine Hüfte, während er mit der anderen Hand das Bärchen hielt. "Danke", sagte er freudig und seine Wangen glühten vor lauter Glück. "Der darf neben dem Minifabs sitzen!"

Fabien Lacomb
"Daher stammt er zwar nicht Natty, aber er sollte daran erinnern. Freut mich dass er Dir so gut gefällt. Ich hoffe ich lerne Minifabs mal kennen. Heute Abend vielleicht, wenn Du magst. Ich dachte wir machen es uns hier gemütlich, quatschen was und gehen später auf das Fest. Was meinst Du? Ich habe Dich ziemlich vermisst Natty. Und als ich Deinen Brief gelesen habe, wegen Robere... Nathan, dieser Mann wollte Dir zu keiner Zeit etwas Gutes. Ich bitte Dich höre auf mich. Er wollte weder Deine Nähe, noch Deine Liebe. Er wollte nur... einen wegstecken und Dir dabei weh tun. Um Dich zu demütigen. Manche empfinden dabei Freude. Leider gibt es solche Menschen. Darum habe ich Max Deinen Brief gezeigt und er hat sich der Sache angenommen, für Dich und für uns. Er weiß es also und er verbietet es nicht. Auch wenn das Geständnis ihn ziemlich geärgert hat. Nicht das wir zusammen sind Natty, sondern dass ich es ihm nicht vorher gestanden habe".

Nathan
Über Nathans freudiges Gesicht ging ein Schatten der Besorgnis. "Ich, ich weiß nicht Fabs. Er war manchmal so einfühlsam, er fragte immer, was ich mir wünsche, vielleicht kann er es nur nicht zeigen? Ich, ich muss dir was zeigen. Einer der Gardisten hat mir was gegeben. Bitte nicht böse sein, Fabsi, bitte! Ich bin so froh, dass du wieder da bist und möchte nicht, dass wir uns streiten, ich hab dich so lieb!" Er drückte sein Gesicht an Fabien und den kleinen Bären an sein Herz.

Fabien Lacomb
"Er kann Dir nichts zeigen, was nicht da ist Natty", antwortete Fabien leise und streichelte Nathan liebevoll über den Rücken. "Was möchtest Du mir denn zeigen? Was hat er Dir gegeben?", hakte Fabien nach und betete stumm zu Ainuwar, dass Nathan ihm jetzt nicht eine Stichwunde oder dergleichen präsentierte.

Nathan
Nathan reichte Fabien einen ganz klein gefalteten Zettel. Mit Bleistift beschriebenes Toilettenpapier. Die Schrift war ungelenk und verwies auf einen ungeübten Schreiber, es gab kaum Punkt und Komma.

[brief]hallo kleiner
ich hoff das dich mein brief noch erreicht ich weiß nicht was los war wir hatten einen schönen tag und plötzlich stellst du mich hin als sonstwas ich hab keine ahnung was du erzählt hast aber was erwartest du ich war im dienst ich hatte keine zeit es musste schnell gehen ich hab gesagt das es hart wird und es war dir recht und jetzt auf einmal doch nicht??? ich werd öffentlich fertig gemacht ich werd meine stelle verlieren alle lachen über mich vielleicht verecke ich und alles wegen einem fick der dir nicht gefallen hat was hast du für glanzleistungen erwartet in den fünf minuten die ich freinehmen konnte ich arbeite für den duc!!! ist das was du wolltest??? ich dacht uns verbindet mehr wenn dir je was an mir gelegen hat dann erklär ihm dass du nur unzufrieden warst weil es zu kurz war ich hab dir nichts tun wollen und hab dir nichts getan!!
Robby[/brief]


Fabien Lacomb
Fabien nahm den Brief entgegen, las ihn in aller Ruhe durch und faltete ihn dann wieder sorgsam zusammen. Er reichte ihm Nathan zurück und mustere diesen einen Moment sehr ernst.

"Nun werde ich Dir diesen Brief übersetzen. Lieber Nathan, es ist passiert was passiert war. Mehr als 5 Min meiner Dienstzeit warst Du nicht wert. Ich habe Dich mal so eben dazwischen... und Dir einen reingeschoben. Bis zu dem Tag, wo ich zur Rechenschaft gezogen wurde, war es mir völlig gleichgültig was aus Dir wird. Nun nicht mehr, da davon abhängt was aus mir wird. Lieber Nathan, bitte rede mich heraus, damit ich nicht bestraft werden. Dafür belüge ich Dich auch mit ein paar warmen Worten, die mir extrem schwer von der Feder gehen. Bitte trotz meiner Fehler rette mich. Ich möchte nicht, dass man mir antut, was ich Dir antat.... - das steht dort in dem Brief.

Denn ansonsten hätte er über Dich geschrieben, hätte er Dich gemeint. Dann hätte dort gestanden...

"Lieber Nathan, was ich Dir angetan habe, bereue ich zutiefst. Ich entschuldige mich in aller Form bei Dir. Nicht nur dass ich Dich verletzt habe, ich hätte Dich auch noch viel schwerer verletzten können. Leider Nathan erwidere ich Deine Gefühle nicht. Aber ich war zu gierig und zu bequem um Dir das offen ins Gesicht zu sagen. Ich suchte nur meinen Spaß für den ich nun teuer bezahlen muss. Die Behandlung hast Du nicht verdient, Du hast Dich nur nach Zuneigung gesehen. In meinen Armen findest Du sie nicht. Ich suche etwas anderes als Du. Aber letztendlich bekommen wir am Ende das Gleiche. Verzeih mir" .... das hätte er schreiben können.

Vielleicht empfindet er sogar wirklich etwas Reue, dass spreche ich ihm nicht ab. Aber leider erreicht man solche Menschen nur über Schmerz und Angst. Wenn sie selbst erleben müssen, was sie ihren Opfern angetan haben Natty. Wie ich Dir sagte, halte Dich von ihnen fern. Er selbst ist genauso schwul wie ich oder Du. Aber er würde nie dazu stehen und sich über Dich zu stellen, damit meint er sich erheben zu können. Oder zu beweisen wie hart er ist. Wahre Stärke muss sich nicht beweisen Nathan.

Oder rennt Max durch die Gegend und schlägt Leute zusammen, weil er ja der mächtigste Mann im Land ist? Nein, Robere ist überhaupt nicht mächtig. Er ist klein, geradezu lächerlich winzig, er hat Angst und er kennt sich selbst nicht. Und genau das macht ihm am meisten Angst. Und deshalb reagiert er wie ein böses Kind und reißt den Schmetterlingen die Flügel oder Fühler aus, weil er es bei ihnen kann. Er würde aber schon keiner Katze mehr am Schwanz ziehen, denn die hat messerscharfe Krallen. Du Nathan, Du bist ein Schmetterling, Du bist lieb, sanft, schwerelos und harmlos... das sah er. Dafür haben die Schwachen die die Starken spielen einen Blick. Halte Dich von ihm fern, er wird Dir sonst schlimmeres antun, ich beschwöre Dich. Nathan, ich dachte uns beide verbindet etwas. Selbst wenn Robere ein anständiger Mann wäre, möchte ich nicht dass Du Dich mit ihm triffst. Aber das ist er nicht".

Nathan
"Ich hab es dir versprochen, Fabs, und ich habe mich daran gehalten. Ich hab ihn nicht besucht, nachdem ich den Brief bekommen habe. Obwohl ich es wollte. Ich dachte, vielleicht sollten wir noch mal über alles reden. Aber ich hab mich nicht getraut zum Verlies zu gehen allein. Und ich hatte es dir versprochen. Ich geh nicht mehr zu ihm. Aber es tut mir leid, dass er da nun ganz alleine sitzt und weint und nur nach Hause will, vielleicht hat er ja Kinder, die ihren Papa vermissen oder kranke Eltern, die seine Hilfe brauchen? Ich fühl mich so schlecht, Fabs. Du, du bist auch ein Schmetterling? Was wärst du, wenn du ein Tier wärst? Du bist schön, stark und klug. Und sehr lieb."

Fabien Lacomb
"Zum Glück hast Du Dich daran gehalten. Möglich dass er sogar Frau und Kinder hat, aber dann wäre es noch mehr ein Grund gewesen, Dich nicht so zu behandeln. Wie geht er denn mit denen um? Auch so grausam? Warum er da sitzt Nathan, dass ist nicht Deine Schuld, sondern die von Robere. Es ist die Konsequenz seiner Handlung. Wie sagt Max immer? Mach was Du willst - aber wisse was Du tust. Er hat gemacht was er wollte, gewusst was er tat nicht und so kam es zurück. Und nun muss er genau das durchmachen, was Du ertragen hast. Wenn das gar nicht so schlimm war, wie er in seinem Brief behauptet, wovor hat er dann Angst? Es wird dann nur eine Nummer die nicht nach seinem Geschmack ist und kurz wird sie auch. Also woher dann die Angst? Ich sage es Dir, er weiß was er getan hat - daher. Da hilft kein Beschönigen und Dir hilft es schon mal gar nicht. Du darfst Dich nicht schlecht fühlen Nathan, alles was Dir nun widerfährt ist Gerechtigkeit. Und dafür muss Robere den Arsch hinhalten. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Danke für die lieben Worte. Wenn ich ein Tier wäre, was ich wäre? Eine Katze. Die Katzen denken auch das was meine Mutter mir immer sagte, wenn Du nichts zu tun hast, mach Dich wenigstens schön. Das mache ich, dass macht jede Katze. Fünf Sekunden Freizeit und sie putzen sich und ich mache irgendwie was ähnliches", lachte Fabien leise. "Ich liebe Dich Nathan".

Nathan
"Ich liebe dich auch, Fabs", sagte Nathan sanft. Er sah Fabien die ganze Zeit über ins Gesicht und freute sich daran, es wieder zu sehen, ihn hier wohlbehalten neben sich sitzen zu haben. "Danke, dass du mich beschützt hast. Ich versuche, mich nicht schlecht zu fühlen, aber ich fühl mich trotzdem ein bisschen mies, ja? Nur eine kleine Ecke weit. Willst du zusehen bei der Bestrafung? Ich eigentlich nicht, aber ich glaube, ich muss. Aber ich sag dir auch was Schönes! Ciel hat mich vorhin gedrückt, ich glaub, er will wieder gut sein mit mir. Hast du schon die Hochzeitssachen gesehen? Es gibt eine dunkle und eine helle Fraktion, hat Prince Gregoire gesagt!"

Fabien Lacomb
"Schön zu hören Natty, dann sollten wir es vielleicht unter uns beiden festmachen. Was meinst Du? Nun Gefühle kann man nicht abstellen Nat. Das Du versuchst Dich nicht mehr mies zu fühlen, ist ein guter Anfang. Ob es klappt, wird sich zeigen Schatz. Zusehen wollen? Bei Ainuwar nein, wenn ich nicht muss, werde ich auch nicht zusehen. Es ist zwar seine gerechte Strafe, aber es ist genauso leid und ich weiß was es wiederspiegelt - Deines Natty. Aber wenn Max zusieht, werde ich ebenfalls zusehen müssen. Wie immer werde ich an seiner Seite sein. Ich habe keine Freude daran andere leiden zu sehen, nicht mal als Rachegelüste. Er soll die Strafe bekommen da es gerecht ist. Er soll lernen, so etwas niemals wieder zu tun. Aber das ist es auch. Ich empfinde da keinen Spaß, oder schaue gerne hin. Ich wünschte niemand würde jemals wieder so etwas tun und keiner müsste es sehen. Ich verabscheue Gewalt und ich nutze sie nur, wenn man mich dazu zwingt. Und das tat Robere. Max nutzt sie ebenso nur als Mittel zum Zweck, wenn er muss. Niemals weil er es selbst möchte. Darum ordnete er die Strafe an, nicht weil er Spaß dran hätte Robere so leiden zu sehen. Mir wäre es sogar lieber, wenn es im Kerker geschähe. Denn wer weiß, ob das andere nicht wieder auf Gedanken bringt. Aber ich halte mich geschlossen. Wenn es 100 abschreckt und einen auf eine Idee bringt, ist das so. Man wird niemals alle erreichen können und man wird niemals alle retten können. Gleichgültig wie hart man es versucht. Thema Hochzeit! Ja also zwei Fraktionen, die einen sind hell und die anderen dunkel gekleidet? Das klingt ziemlich gut. Wer trägt was? Du verstehst Dich gut mit Prince Gregoire?".

Nathan
"Oh, du weißt ja alles noch nicht", rief Nathan verzückt darüber, auch mal etwas beitragen zu können, um Fabiens Wissensschatz zu erweitern. "Ciel hat nicht nur den Diener von Dreaux, sondern auch den Diener von Gregoire abgestaubt! Ihm gehören jetzt Ferrau und Zerbino. Ich gehöre dafür Dreaux und Gregoire hat gar niemanden mehr, darum durfte ich ihn zurechtmachen für die Hochzeit. Er ist sehr freundlich, finde ich. So wie seine Brüder. Alle drei sind sie liebe Seelen. Olivie und Linhard tragen hell, Ciel und Gregoire Dunkel. Und der Duc - trägt fast rein weiß. Du findest ihn sicher hübsch so, er sieht aus, wie ich mir ein Irrlicht vorstelle. Ganz hell und leuchtend, man kann kaum wegsehen. Außer ich, weil du jetzt da bist und ich zu dir gucken kann. Festmachen? Du meinst, dass wir ein Paar sind?", fragte Nathan erfreut.

Fabien Lacomb
"Ganz genau, dass meine ich. Wir beide ein Paar, Du und ich Natty. Och ich werde noch rot, wenn Du sowas sagst. Ja Dreux kann aussehen wie ein sphärisches Wesen, genau wie Max. Aber Dreux sogar noch einen kleinen Ticken mehr durch seine sehr dünne und schlanke Gestalt. Ja Greg kann ziemlich lieb und umgänglich sein, ich bin immer gut mit ihm ausgekommen, sogar wenn er etwas kratzbürstig war. Irgendwie ich weiß nicht, er ist eben sehr locker drauf. Du hast Greg also für die Hochzeit zurecht gemacht? Dreux und Greg, dass nennen ich Spaß pur. Ich habe Max und mich zurecht gemacht. Ich bin neugierig wie alle aussehen. Vor allem Ciel. Das Ciel heiratet! Wir haben ja mit allem gerechnet, sogar das Ainuwar persönlich vorbeikommt und selbst heiratet - aber Ciel? Das war so unwahrscheinlich wie das... was weiß ich die Sonne vom Himmel fällt. Max hat sich sofort so sehr für seine beiden Jungs gefreut. Er musste unbedingt nach Hause. Ob die anderen eingeladenen Staatsgäste ebenfalls erscheinen weiß ich nicht. Eingeladen vor Ort waren Fürst Tsaagan von Alkena, Tarrik Tarkan, Ricarda von Ehveros, Zwergenkönig Dunkelerz und die Counts aus Ledwick. Die Counts waren alles junge Männer und ihr Land hat leider keinen offiziellen Herrscher mehr. Ich hoffe sie finden einen Thronfolger oder benennen einen neuen. Es wird schwer werden, aber als eine der wenigen, haben sie genau wie der Fürst direkt Hilfe angeboten. Dass musste man ihnen lassen. Ich denke Max würde ihnen ebenso beistehen. Aber ob sie überhaupt zur Hochzeit kommen können? Tja, abwarten. Beim Fürsten bin ich guter Dinge, auch Rakshaner wissen zu feiern, dass kennen wir ja von Khawa und ob und wie Zwerge feiern weiß ich nicht. Auf die neuen Adligen bin ich gespannt und was sie so für Kleidung tragen. Souvagnische oder naridische Mode? Und wie sieht deren Mode aus? Was hast Du davon gehört oder gesehen? Erzähl mir alles Natty", grinste Fabs.

Nathan
"Dürfen wir denn ein Paar sein?", fragte Nathan besorgt. "Müssen wir da nicht vorher unsere Herren fragen? Ich möchte es sehr gern, Fabsi. Darum wolltest du außer wegen deiner Fürsorge nicht, dass ich zu Robere gehe? Und du? Wirst du noch zu anderen gehen? Außer zu deinem Herrn, meine ich. Ich weiß ja, wie sehr du ihn liebst. Warum Ciel heiratet, weiß ich nicht. Er hatte mir versprochen, es nie zu tun. Aber ich habe ihm auch versprochen, ihm immer treu zu sein. Ich war ihm nicht treu, er ist es auch nicht. Ich hoffe, er wird glücklich mit Olivie und sie mit ihm, sie haben es sich beide verdient. Aber ich habe auch Angst, weil Ciel eigentlich ... nicht so ist. Gregoire war überhaupt keine Kratzbürste bei mir und auch Dreaux bislang nicht, sie sind so freundlich gewesen. Vielleicht haben sie meine Trauer gesehen und wollten mir etwas von der Sorge nehmen. Ich vermisse Ciel immer noch, Fabs. Das wird übrhaupt nicht weniger. Aber ich glaube, jetzt wird alles gut, jetzt, wo wir ein Paar sind oder schon fast." Verliebt betrachtete Nathan Fabien und konnte es noch immer kaum fassen, dass dieser Mann mit ihm zusammensein wollte. Er selbst fand, er hätte Fabien überhaupt nicht verdient. "Ich, also, die ziehen souvagnische Trachten an, die Naridier. Sie haben sich angepasst. Außer das Spukgespenst, der Papa vom Linhard, das trägt einen naridischen Dreispitz!"

Fabien Lacomb
Fabien hatte bezogen auf Ciel geschwiegen. Der junge Prince war stets in Eile und arbeitete Tag und Nacht. Er war extrem loyal und das verlangte er auch von seinem Personal, aber Nathan hatte ihn nicht betrogen. Jedenfalls nicht so, was Fabien unter Betrug verstanden hätte. Nathan hätte vermutlich sein Leben für Ciel gegeben, wie er seines für Max, aber dennoch fasste es Ciel als Betrug auf... genau wie Max! Was hatte er auch anderes erwartet von Vater und Sohn? Dumm zu denken, dass sie so unterschiedlich waren. Es knallte manchmal, wie einst im Thronsaal, da sie sich so ähnlich sahen, genau das gleiche meinten und völlig unterschiedlich erklärten. Er hatte schon vermitteln müssen. Und hatte er nun Nathan und Ciel getrennt? Das war nicht seine Absicht gewesen. Er hatte mit Ciel selbst reden wollen, aber das wagte er sich nicht. Er war ein Leibdiener, er war der Diener des Duc, aber ohne Grund hatte er auch fremde Herrschaften nicht anzusprechen. Einen Plausch mit einem Prince gab es nur, wenn ihn dieser ansprach. Aber vielleicht ergab sich auf der Hochzeit ja die Möglichkeit.

"Prince Ciel ist ich würde mal sagen arbeitssüchtig. Er ist immer fleißig, hart am malochen und er verlangt ebenso viel von seinen Leuten. Das er Dich gedrückt hat, ich wollte nichts sagen Natty. Aber er braucht oft lange bevor er sich öffnen kann. Ebenso bei seinem Vater. Ich hoffe für Euch beide, dass er sich versöhnen möchte. Ihr habt Euch nahe gestanden, so nahe und nun das. Ich habe nicht gewollt, dass es so kommt. Und ich hatte vor mit Prince Ciel zu reden, aber den Mut dazu hatte ich nicht. Wie auch?

Noch musste ich ihn nicht aufbringen, denn noch ergab sich keine Gelegenheit. Ich werde es aber versuchen, auch wenn mir das Herz dabei bis zum Hals schlägt. Wegen unserer Beziehung werden wir unsere Herren fragen. Ich Max und Du Dreux. Eindeutig fragen,damit wir eine eindeutige Antwort erhalten. Stimmen sie zu, sind wir zusammen Natty. Ja es kann gut sein, dass sie Deine Trauer gesehen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, was passieren würde, müsste ich Max verlassen. Das ist so... puh ich weiß nicht. Ich wüsste nicht, was ich täte. Wo sollte ich denn hin? Ich könnte nur zurück zu meiner Mutter und in der Wäscherei arbeiten. Nicht schlimm, damit verdient man sich auch sein Brot, aber ich glaube ich halte es nicht einen Tag ohne ihn aus. Also vor Greg und Dreux hatte ich noch nie Angst, ehr vor Ciel. Er ist immer so getrieben, als ob er durch sein Leben rennt. Das macht mir Angst. Angepasst sagst Du? Na dann bin ich gespannt was sie gewählt haben. Linhards Vater ist ein Gespenst? Also, darauf bin ich wirklich mehr als gespannt! Ein Gespenst!? Ist der Geist gruselig?", fragte Fabs grinsend und küsste Nat.


(Fortsetzung folgt)

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#27

Beitrag von Nathan » Sa 12. Mai 2018, 01:04

(Fortsetzung)

Nathan
Nathan genoss den Kuss und er war es nicht, der ihn schließlich beendete. Er wartete, bis Fabien das tat und genoss jede Sekunde. »Du hast mir aber nicht gesagt, ob du dich noch weiter mit anderen Leuten treffen möchtest, außer mir und deinem Herrn, meine ich«, sagte er. »Du kannst es mir ruhig sagen, ich bin nicht böse, ich möchte es nur gern wissen, ob es so ist, damit ich dann nicht traurig bin, falls es mal so ist. Aber zuerst müssen wir ohnehin unsere Herren fragen. Mit Ciel kannst du reden, er wird nicht böse sein, wenn du ihn einfach so ansprichst. So was ärgert ihn nicht, es ist ja wichtig und ansonsten machst du immer alles richtig. Ihn ärgern dafür andere Sachen. Na ja. Lieb, dass du mit ihm reden möchtest. Ich würde gern mit Ferrau reden und ihm sagen, worauf er achten muss, aber ich glaube, dann wird der böse. Max wird dich nicht weggeben. Er ist geduldig und lieb und du machst nie Fehler. Er hat dich bestimmt auch lieb, er guckt immer ganz freundlich, finde ich. Linhards Vater muss wohl gestorben sein, also er war bestimmt kein Gespenst, als er Linhards Papa wurde. Den Geist fand ich schon ein bisschen unheimlich ... er ist Grün und seine Stimme scheint in deinem Kopf zu entstehen, was ja irgendwo auch Sinn macht, weil er keinen Hals mehr hat, keinen richtigen, meine ich.«

Fabien Lacomb
»Eigentlich hätte ich Euch beide gerne für mich Natty. Aber Max gehört mir nicht und die Entscheidung ob irgendwas passiert, liegt bei ihm und nicht bei mir. Vor Ehveros ist nie etwas zwischen uns gelaufen und in Ehveros, also in seiner Freizeit, war er nicht der Duc - er war einfach nur er. Aber das klingt nach einer lahmen Ausrede und ich möchte mich nicht um die Antwort drücken. Wenn wir zusammen sind, gibt es nur uns. Ich wollte Dir damit nur erklärt haben, dass er nicht gefragt hat, oder mich nie angemacht hat oder sowas. Ich habe es manchmal sehr subtil versucht - ohne Erfolg. Das war aber noch weit vor Deiner Zeit, oder besser gesagt unserer. Also ja, sind wir zusammen dann bin ich Dir treu. Nur Du und ich. Ich kann schlecht eifersüchtig sein und verlangen dass Du nur mit mir zusammen bist und ich bin es nicht. Also bin ich auch nur mit Dir zusammen. Gut dann werde ich Ciel auf der Feier ansprechen, falls sich eine Gelegenheit ergibt. Natty falsch habe ich sicher schon einiges gemacht, aber Du hast Recht, Max ist ziemlich umgänglich. Mit Ferrau kannst Du doch problemlos reden, oder kam er Dir dumm? Das muss wohl so sein, schlimm für ihn wenn sein Vater dann als Geist rumschwebt und keine Ruhe findet. Ich habe meinen nie kennengelernt, ich weiß nicht mal wer es ist. Aber vielleicht tröstet es Linhard, dass er als Geist noch da ist. Grün und man hört die Stimme im Kopf... klingt schon verrückt. Hast Du versucht den Geist anzufassen?«, hakte Fabs nach.

Nathan
Nathan streichelte Fabien mit den Fingerspitzen, während sie redeten. »Du brauchst dich nicht von Max zu, äh, trennen, wenn ihr so was wie zusammenseid. Ich verstehe, dass du gern uns beide hättest und es würde mich nicht stören. Bei Max weiß ich, dass er gut zu dir ist und ich will dich ihm nicht wegnehmen. Aber ich finde es lieb, dass du dann nicht zu anderen gehst, das ist sehr rücksichtsvoll. Wenn du es dir mal anders überlegst, sagst du mir das dann bitte, damit ich mir keine Gedanken machen muss? Ich denke nicht so gerne viel. Ferrau mag mich, glaube ich, nicht so gut leiden. Er hat es zufällig immer eilig, wenn ich in der Nähe bin, obwohl er sonst meistens so bummelt. Ich hab ihn mal gesehen auf dem Weg zu Benito, da ging er fast Kaffeebohnen. Vielleicht trau ich mich trotzdem irgendwann mal, ich hab Angst, dass er alles falsch macht und Ciel dann leidet. Warum weißt du nicht, wer dein Papa ist? Ist er auch gestorben?«, frage Nathan besorgt. »Den Geist wollte ich nicht anfassen, ich wollte nur weg, er hat mir Befehle erteilen wollen, war laut und hat mich angeleuchtet!«

Fabien Lacomb
Fabien nahm Nathan fest in die Arme. »Nein ich bin nicht mit Max zusammen, dass wäre es ja«, lachte er leise. »Ich liebe Dich und ich liebe ihn. Aber ich bin nicht mit ihm zusammen, wir sind Freude, wage ich mal frech zu behaupten. Wir stehen uns sehr nahe, wir hatten im Urlaub Sex miteinander. Aber wir waren nie zusammen, das war einfach nur gemeinsamer Spaß aus der Situation heraus. Es kam einfach dazu, wie bei Dir und Edouardo. Keine Sorge, falls es je so käme, würde ich Dir das sagen. Aber Natty, wir sollte nicht anfangen vom möglichen Ende unserer Beziehung zu reden, wenn wir noch nicht mal zusammen sind in Ordnung? Du wirst es mir genauso sagen, falls Du mich nicht mehr liebst, dass weiß ich. Ferrau soll sich mal schön an seine eigene Nase fassen. Wieso sollte er Dich grundlos nicht leiden können? Schleicht immer rum und drückt sich vor jeder Arbeit und auf einmal hat er die Geschwindigkeit für sich entdeckt? Hm keine Ahnung, erscheint mir aber seltsam. Rede mit ihm, wenn ich dabei bin Nat. Warum ich nicht weiß wer mein Vater ist? Ich habe ihn nie kennengelernt, meine Mutter hat mir nie von ihm erzählt und ich kann Dir nicht mal sagen ob er tot ist. Sie wollte nie darüber sprechen und irgendwann habe ich auch nicht mehr gefragt, da es sie nur traurig gemacht hat. Meine Ma ist eine ganz liebe und der Kerl ist weg, wieso auch immer. Wäre er gefallen oder sowas, hätte sie das bestimmt gesagt. Ich denke er hat sie entweder ausgenutzt, eine Nacht Spaß und danach hat er sie nicht mehr gekannt, oder er hat sie länger ausgenutzt, bis sie schwanger war. Aber das sind Dinge die muss sie mir schon erzählen wollen. Du kannst sie ja mal kennenlernen wenn Du möchtest. Na der Geist klingt ganz schön dreist, aber wer weiß was so ein Geist kann. Also hätte ich mich auch lieber verdrückt. Erzähl mir wie Du an Minifabs gekommen bist«, sagte Fabien gut gelaunt und streckte sich lang auf dem Bett aus und zog Nathan mit sich.

Nathan
Nathan ließ sich mitziehen und kuschelte sich an Fabiens Seite ein. Er legte seinen Arm über Fabiens Körper und zog sich ganz dicht an ihn heran. »Zwischen mir und Edo war gar nichts ... glaube ich. Ich war ganz schön betrunken. Oder war doch was zwischen uns?! Hast du was gesehen? Ich wollte gar nicht vom Ende unserer Vielleicht-Beziehung reden, ich wollte doch nur sagen, dass es mich nicht stört, wenn du und Max euch lieb habt, weil er genau so lieb ist wie du. Danke, dass du bei Ferrau mitkommst, da ist es einfacher, ihn anzusprechen. Tut mir sehr leid für dich, dass du deinen Papa nicht kennst. Meinen habe ich seid dreizehn Jahren nicht gesehen. Aber ich weiß noch, dass er ganz lieb war und wunderschön gesungen hat. Vielleicht überlegt deine Mama es sich ja irgendwann einmal anders und sagt es dir doch noch. Den Minifabs, den habe ich mir auf dem Markt gekauft beim Spielzeugmacher. Ich hab ihn gesehen und er wollte unbedingt mit, da konnte ich ihn nicht sitzen lassen. Ich zeige ihn dir sobald ich ihn mal aus meiner Kammer geholt habe, er freut sich schon auf dich! Warum hast du eigentlich einen Honigbären ausgesucht? Weil er so süß war oder hat das eine Bedeutung?«

Fabien Lacomb
»Das hat eine versteckte Bedeutung, mit den Fingern in der Keksdose oder im Honigtopf sagen wir mal erwischt werden, heißt jemand hat Dich beim Sex erwischt. Bei was verbotenem eigentlich. Verboten war unsere Zusammenkunft eigentlich nicht, aber auch nicht erlaubt. Aber sie war schön, süß wie Honig und da Du Spielzeug sammelt, also Holzspielzeug und knuffig bist, fand ich den Bären genau passend. Zudem mussten wir durch die Hohe Mark und daher kommen doch die Bärenreiter. Ob meine Ma sich das jemals überlegt, weiß ich nicht Nathan, aber mir ist es auch nicht mehr wichtig. Sie ist alt und ich möchte nur dass es ihr gut geht und sie nicht soviel Stress und Maloche hat. Dreizehn Jahre ist eine sehr lange Zeit. Dann sind alle Deine Vorfahren Barden gewesen? Ihr habt Den Duponts gehört. Oh man, dann war der Sänger der uns in der Gefangenschaft der Duponts geqäult hat, Dein Vater Nathan! Ein Barde sang uns vor, als wir dort eingesperrt waren. Sie wollten mit Max verhandeln, dass taten sie auch und Max war einverstanden. Aber Domi bekam ein Pfeil ins Knie und ein Barde sägte an unseren Nerven um uns mürbe zu machen«.

Nathan
»Du hast meinen Papa gesehen?«, rief Nathan erfreut. »Wie sah der Mann aus? Das war er bestimmt, wenn er bei den Duponts lebte! Und womit war Max einverstanden? Wegen dem Bären, da habe ich ja sogar richtig gelegen, dass du dir was dabei gedacht hast«, schwärmte Nathan, nun doppelt glücklich. »Das ist eine besonders schöne Erinnerung an den Tag. Ich sammel meistens Holzspielzeig, aber ich habe auch ein bisschen was anderes. Das meiste ist aber noch bei Ciel, ich habe mich nicht getraut, es abzuholen. Er hat da, hm, eine Art Tür in der Wand. Da ist unser Paradies drin. Aber das darf ich dir bestimmt nicht zeigen. Vielleicht ist es aber auch besser, dass meine Figuren und Püppchen dort bleiben, da geht es ihnen gut. Danke, dass du mich knuffig findest ...« Er bekam heiße Ohren und versteckte sein Gesicht an Fabiens Schulter.

Fabien Lacomb
»Ja dass kann gut sein, dass das Dein Papa war. Er war ähnlich gekleidet wie Du. Etwas älter. Also pass auf das war so Natty«, sagte Fabs und machte es sich richtig gemütlich und nahm Nathan in beide Arme. »Also wir ritten durch Ledwick, ein Sumpfloch und auf einmal wurden wir durch Ketten ausgebremst. Leute bedrohten uns mit Bögen und sagten, dass wir ihre Gefangenen wären. Duponts waren es. Der Typ der mit uns verhandelte sagte, wir sollen freiwillig mitkommen dann passiert uns nichts. Er hat gelogen, denn sie haben Domi beschossen. Jedenfalls hat der Comte Massimo de la Cantillion denen ein paar Takte gesagt, nachdem Max ihnen etwas gesagt hat. Das hat aber nichts genützt, da wir mit Bögen bedroht wurden. Jedenfalls der Rädelsführer der Duponts, rastete auf einmal aus und flitzte in den Sumpf. Völlig verrückt der Mann. Seine Verwandten mussten ihn aus den Sumpf ziehen. Domi und ich wurden vom Rest der Gruppe getrennt. Und uns sollte der Barde weichklopfen. Oben verhandelten die Duponts mit Max und baten um ihre Begnadigung wie ich später erfuhr. Massimo hatte für die Duponts gesprochen und Max hat sie begnadigt, da das alte Familienoberhaupt schon tot ist und der Strolch, der Dich so reingerissen hat, wohl im Alleingang gehandelt hatte. Ja Dein Vater lebt also noch. Er war soweit in Ordnung, aber alle sahen da sehr verhungert aus. Sie haben wohl nichts zu essen. Auch das war mit Grund für ihre Begnadigung. Sie waren ja einst Souvagner. Und alle die dort am Hungertuch nagten, waren ja nur Familienmitglieder, sie konnten doch nichts für den Verbrecher. Auf das Paradies wäre ich gespannt. Falls Du Deine alten Sachen nicht wieder bekommst, kaufen wir Dir neue. Immer wenn ich was finde was passt und ich mir leisten kann, denke ich an Dich. Was hattest Du denn schönes? Erzähl mal«.

Nathan
»Dann ist Papa wieder in Souvagne mit unseren alten Herren?«, rief Nathan erfreut. »Ich muss ihn suchen und ihm was zu essen bringen! Ja, die Duponts sind Chevaliers gewesen, die können kämpfen und haben das früher wohl auch. Hoffentlich geht es Domi bald wieder gut. Der Mann, den du Strolch nennst, war Chevalier Chirag de Dupont. Ich habe ihm gehört, so wie mein Papa. Und er war eigentlich kein Strolch, sondern sehr edelmütig, nur manchmal sehr traurig. Ich könnte dir sagen, was ich an Spielsachen hatte. Oder wir schauen es uns an!«

Fabien Lacomb
»Da alle draußen auf dem Fest sind, ist keiner in den Gemächern, wollen wir?«, grinste Fabien verschwörerisch. »Nein er hat Maximilien zu tiefst beleidigt, er ist ein Strolch oder wurde einer Nathan. Aber das ist doch gleichgültig. Zuerst Deinen Papa suchen, oder heimlich einmal ins Paradies schlüpfen? Hast Du Lust? Einmalige Gelegenheit«.

Nathan
»Lass uns schauen gehen! Aber ob uns die Gardisten vorbeilassen?«, fragte er ängstlich.

Fabien Lacomb
»Nun ich sage einfach ich muss was für den Duc holen, aber verpfeif mich bloss nicht. Wir sagen es unterliegt der Schweigepflicht. Wenn der Duc mich schickt, ist es so als läuft er selbst was holen, verstehst Du. Würden die Max den Zutritt verweigern? Nein. Das ist der Vorteil an meinem Beruf. Ich bin ein Diener, ein Niemand, ein Nichts, Eigentum - aber ich habe manchmal mehr zu sagen als mancher Hofbeamte«.

Nathan
Nathan kicherte. »Nein, ich sage das niemandem, wir schauen ja bloß mal. Aber du darfst auch Ciel nichts verraten!« Nathan stand auf, obwohl ihm nicht danach war, Fabien loszulassen und zog seine Sachen zurecht.

Fabien Lacomb
»Garantiert nicht, sonst bekomme ich Ärger, glaub mir. Also auf gehts«. Fabien stand auf und zog Nathan mit hoch. Gut gelaunt ging er vor und zog hinter sie beide die Tür zu. Mit aller Selbstverständlichkeit die er aufbieten konnte, und das war eine Menge, schritt er zu den Gemächern von Ciel, zückte den Generalschlüssel von Maximilien und schloss auf. Die Gardisten die links und rechts die Tür flankierten würdigte er keines Blickes, sondern schritt einfach hinein. Sie wussten wer er war und stellten keine dummen Fragen. Wozu auch? Fabien schritt weit in die Gemächer hinein und schaute sich dann neugierig um. Er wartete auf Nathan und deutete ihm an die Tür zu schließen.

Nathan
Nathan konnte nicht anders, er blieb noch einmal stehen und sah sich den Ort an, der so viele Jahre sein zu Hause gewesen war. Die Wände waren in einem unaufdringlichen Grünton tapeziert und an der Decke waren Efeuranken gemalt. Wenn man genau hinschaute, entdeckte man zwischen den Ranken kleine Tiere. Er strich über die Möbel und schaute in seine alte Kammer. Dort war alles ordentlich, aber die Gegenstände darin waren die von Ferrau und Zerbino. Er fragte sich, wie die beiden in ein Bett passen wollten, vermutete aber, dass einer von ihnen auf dem Sofa schlief. »Hier drin hab ich mal gewohnt«, sagte er leise und ließ Fabien hineinschauen, falls er wollte. »Und jetzt zeig ich dir Ciels und mein Geheimversteck.« Er hob einen Wandteppich an, auf dem ein Knotenmuster eingewebt war, welches Ciel zum Meditieren betrachtete, wenn er sich auf einem Kissen im Schneidersitz davor niederließ. Dahinter war eine Tür. Sie war nicht verschlossen, denn kaum jemand wusste von ihr und es genügte, wenn die Tür zur Wohnung abgeschlossen war. Dahinter war ein heller, freundlicher Raum, der ein Kinderzimmer zu sein schien. Er war in rosa und hellblau gehalten. Der Boden war rundherum mit Matratzen ausgelegt, auf denen sich weiche Kissen stapelten. In der Mitte stand ein atemberaubend detailreiches Modell einer Burganlage mit Umland, mehrere Meter breit. »Komm rein, aber zieh bitte die Schuhe aus.« Nathan tat es ebenso und balancierte über die Matratzen dahin. Über ihnen war die Decke mit einem Sternenhimmel bemalt. Nathan zog die Vorhänge auf, die sonst stets verschlossen waren.

Fabien Lacomb
Fabien schaute sich in dem einstigen Zuhause von Nathan um. Dies war seine Kammer, sein kleines Reich gewesen. Sein Refugium wo er sich zurückziehen konnte. Viel Platz hatte er nicht gehabt, aber was spielte das schon für eine Rolle? Es war sein Platz gewesen, gleichgültig wie winzig er auch gewesen war. Fabien musterte die Kammer mit Wehmut, die eigentlich Nathan galt. Nun hatte hier Ferrau ein neues Zuhause gefunden und Nathan hatte seines räumen müssen. Fabs folgte Nathan in den verstecken Raum und strich ihm dabei über den Rücken. Er zog wie erbeten die Schuhe aus und schaute sich erstaunt in dem Raum um. Er war eine Mischung aus Taktikraum und Kinderzimmer. Eine Mischung aus Kind und Erwachsenem. Fabs legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Decke, ehe er sich daran machte die Burg genau zu betrachten. »Es ist wunderschön hier, ein kleines Nest«, flüsterte Fabs. Er wusste nicht warum, aber irgendwie verlangte dieser Raum danach.

Nathan
Nathan setzte sich auf eine Matratze. Er entdeckte, dass neben ihm die Kissen zerwühlt waren, schüttelte sie beiläufg auf und platzierte sie ordentlich. Dann erklärte er Fabien die Burganlage. »Wir haben uns früher immer heimlich in den Taktikraum vom Duc geschlichen. Dort haben wir dann mit den kleinen Rittern gespielt. Jedes Mal, wenn wir dort waren, hat Ciel einen geklaut. Irgendwann waren es so viele, dass es auffiel und sein Papa es mitbekam. Da musste Ciel beichten. Aber anstatt ihn zu bestrafen, ließ Maximilien für Ciel eine eigene Burg zum Geburtstag anfertigen. Es ist ein Modell eines sehr alten Familiensitzes der de Souvagnes, bevor sie in den Palast in Beaufort gezogen sind. Schau mal, wir haben die kleinen Chevaliers bemalt. Jeden mit anderer Haarfarbe und Augenfarbe, wo man es sieht. Und ihnen Wappen gegeben, manche sind echt und manche erfunden. Wir haben aber auch Zivilisten, schau. Hier ist ein Stellmacher, hier ein Waffenschmied und da ein Gehöft. Als wir älter wurden, haben wir nicht mehr so viel damit gespielt und mehr gebastelt. Aber es sieht nicht aus, als ob Ciel da in letzter Zeit dran weitergearbeitet hätte.« Er hob einen kleinen Chevalier auf und reichte ihn Fabien. »Den hab ich bemalt. Sein Bein ist abgebrochen, drum haben wir gespielt, dass er es im Krieg verloren hat. Chevalier Laurence heißt er.« Der Ritter hatte ein kleines Herz auf dem Wappenrock, genau dort, wo tatsächlich sein Herz gesessen hätte.

Fabien Lacomb
Fabien nahm den Chevalier entgegen und schaute ihn sich genau an. »Ja so ist Max und so seid Ihr. Das hätte Ciel nicht hinter einem Wandvorhang verstecken müssen. Komisch das freundliche Dinge manmal peinlich sind. Ich finde es sehr schön. Was ist mit Laurence? Wollen wir ihn retten? Ich meine hey, er hat ein Bein verloren, da kann er nicht mehr die Burg bewachen. Aber er könnte Minifabs Gesellschaft leisten und beide wären nicht mehr so einsam. Ich finde er hat sich den Ruhestand auf seine alten Tage durchaus verdient. Was meinst Du Nathan? Ihr habt Euch wirklich extrem viel Mühe gegeben was die ganze Anlage hier anbelangt. Sie muss schon einige Jahrzehnte alt sein, wenn Ciel und Du schon als Kinder daran gebastelt habt. Ob die anderen von dem Raum wissen? Der Raum ist Euer, Diener und Ciels. Ich freue mich, dass ich ihn einmal anschauen durfte. Wir werden Deinen Holzfiguren auch ein schönes Zuhause bauen. Vielleicht keine Burg, aber eine schöne Kammer so wie eine Puppenstube tut es doch für die beiden auch«, sagte Fabs leise und sanft.

Nathan
»Eine Puppenstube ... das würde mir gefallen. Ja, nimm Laurence ruhig mit. Ich habe ihn ja auch bemalt und er hat viele Jahre treu seinen Dienst geleistet.« Nathan arrangierte einige Figürchen anders und krabbelte auf allen vieren nach hinten in eine Ecke, wo sich Kuscheltiere und Puppen zwischen den Kissen befanden. »Na ja, ein bisschen peinlich ist das schon, wenn man unser Alter bedenkt. Manchmal kommen ja auch wichtige Leute in die Privatgemächer. Und zumindest Alexandre hätte gemeckert, der hat an allem was zu nörgeln und wegen ihm hatten wir viel Ärger. Aber jetzt zeige ich dir was Schönes.« Dann fiel ihm ein, dass er Minifabs ja bereits entwendet hatte. »Minifabs ist in meinem Bett, also meinem neuen Bett«, sagte er stirnrunzelnd.

Fabien Lacomb
Fabien rutschte ganz nah auf und kuschelte sich bei Nathan an. »Jede Seele braucht etwas Wärme und Nähe. Etwas Geborgenheit und wenn Dir dabei ein Kuscheltier hilft, ist das genauso in Ordnung, wie eine Kuscheldecke vor einem Kamin. Wer darüber lacht Nathan und sich lustig macht, hätte selbst heimlich gerne eins«, erklärte Fabs und kraulte Nathan. »Wollen wir dann zu Minifabs aufbrechen? Wieso hatte Alex denn an allem was auszusetzen? Ist der Mann so streng?«.

Nathan
Nathan zog Fabiens Arm um sich und schmiegte sich in ein großes Kissen. »Ich finde ihn, ehrlich gesagt, nicht so sehr freundlich. Er meint es gut, aber er setzt Ciel sehr unter Druck und manchmal trifft er Entscheidungen, die weder ich noch Ciel verstehen. Wegen ihm durfte ich nicht mehr bei Ciel im Bett schlafen, aber später tat Ciel so, als sei das seine eigene Entscheidung gewesen. Er erinnert sich manchmal völlig falsch. Aber wir haben nicht immer auf ihn gehört.« Nathan stemmte sich wieder hoch und krabbelte zurück. Er warf noch einen letzten wehmütigen Blick auf die Burg, während er seine Schuhe anzog.

Fabien Lacomb
»Das macht Ciel, weil er sich selbst belügen muss in dem Punkt. Er möchte selbständig sein und sich nicht gängeln lassen. Aber er macht es letztendlich doch und tut so, als wäre es seine eigene Entscheidung gewesen. Das macht er, damit es ihm mit der Entscheidung besser geht, sonst käme er sich fremdgesteuert vor. Und das ist jeder von uns irgendwie, scheinbar sogar der Prince. Wer kann es ihm verdenken, seine Erinnerung zu schönen? Das tun wir doch alle einmal Nathan. Na komm, auf in Deine neue Kammer, ich möchte sehen wie es da aussieht«, freute sich Fabien und zog sich ebenfalls die Schuhe wieder an. Er verließ vorsichtig den versteckten Raum, da er nicht Ciel oder einem der anderen Leibdiener in die Arme rennen wollte. Aber es war niemand anwesend. »Die Luft ist rein Natty«.

Nathan
»Ich bin gespannt, wann er merkt, dass ich da drin war«, sinnierte Nathan. »Und das Laurence fehlt.« Er führte Fabien in seine neue Kammer. Sie sah noch sehr nach Ferrau aus. Nathan hatte einfach alles belassen, wie es war. »Komm rein.« Im Bett lag, als würde sie schlafen, halb zugedeckt eine weiche Stoffpuppe. »Minifabs, das ist der große Fabs«, erklärte Nathan und reichte Fabien die Puppe. http://www.echtkind.de/media/catalog/pr ... lond-q.jpg

Fabien Lacomb
Fabien trat ein und schaute sich auch hier neugierig um. Die Kammer war noch nicht Nathans Zuhause geworden, dass sah und spürte er. Eine Stoffpuppe lag im Bett und hatte eine witzige Frisur. Nathan hob sie aus dem Bett und reichte sie ihm. Fabs nahm sie entgegen und schüttelte dem kleinen Fabien die winzige Stoffhand. »Erfreut Deine Bekanntschaft zu machen. Wie ich gehört habe, hast Du während meiner Abewesenheit auf Nathan aufgepasst. Ich danke Dir für die Vertretung. Ich hoffe Du hast auch seine Tränen getrocknet, denn dass machen Stoffpuppen doch so. Tränen aufsaugen und Liebe abgeben«, erklärte Fabien und küsste sein Stoffdouble auf den Kopf, ehe er ihn Nathan zurückreichte. »Bitte damit er Dir auch weiterhin Glück bringt und beisteht. Falls ich mal nicht da bin. Was ich aber ehrlich gesagt nicht hoffe. Ich hatte vor den Rest meines Lebens in Souvagne zu verbringen. Einmal in der Fremde das hat mir gereicht. Wobei es ab und an lustig war. Aber Zuhause ist immer noch am Schönsten. Und Du warst nicht mehr da Nathan, aber wenigstens warst Du in Sicherheit... dachte ich. Warum hast Du Dich denn hier noch nicht eingerichtet? Du bleibst doch bei Dreux oder?«, fragte Fabien und setzte sich aufs Bett und schaute zu Nathan hoch.

Nathan
Nathan freute sich, dass Fabien so lieb mit Minifabs umging. Er drückte nach der Begrüßung das Püppchen an sich und setzte sich neben Fabien auf das Bett. »Minifabs war sehr lieb, er macht dir ja auch alles nach. Ja, ich bleibe bei Dreaux, aber ich fühle mich hier so allein. Er ist immer nebenan und ich bin hier. Das ist ja auch richtig so, aber irgendwie bin ich noch nicht umgewöhnt und ich will ihn nicht nerven. Es ist ja auch alles ordentlich und in gutem Zustand, da brauche ich keine anderen Möbel oder Tapeten. Ich glaube, Ferrau hat sich vielleicht das selbe gedacht. Er scheint hier nie wirklich angekommen zu sein, wenn ich mich so umschaue, oder? Es ist alles recht kühl und unpersönlich.«

Fabien Lacomb
»Du musst abends mal zu Deinem Herrn rübergehen und ihn fragen, ob er sich noch etwas unterhalten mag, ob er noch einen Tee oder Kaffee möchte Natty. Du musst hier nicht allein sitzen. Manchmal merken Herrn das nicht, dass sie selbst Gesellschaft wünschen oder sogar benötigen. Wenn er nicht möchte, wird er ablehnen. Aber meist freuen sie sich über die Frage und es ist auch eine Aufmerksamkeit. Du musst ihm da ein klein bisschen entgegen kommen. So wie ich hörte, war er mit Ferrau nicht zufrieden. Also solltest Du es anders machen. Er ließ es so, dann verändere es hier. Hänge einige Bilder auf, oder Zeichnungen von Dir. Sprich abends etwas mit Deinem Herrn. Vielleicht lehnt er zu Anfang ab, da er es nicht kennt. Aber irgendwann wird er schon drauf eingehen. Neugierig sind alle de Souvagnes. Oder frage Du ihn dann mal, ob Du mit ihm sprechen darfst. Ein klein bisschen hast Du ihn dann reingelegt, aber um ihm zu helfen. Du sagst, Du bist in Deiner Kammer allein ob er vielleicht gerne ein paar Minuten mit Dir reden möchte. Dass macht er sicher gerne. Und ein bisschen so zu plaudern entspannt viele auch. Daran musst Du immer denken. Nur dienstlich kann niemand leben, auch nicht Ciel und Dreux auch nicht. Du musst das hier auch zu Deinem Zuhause machen Nathan. Das ist Deine Kammer, Du verbringst zwar nicht viel Zeit darin tagsüber, aber dennoch ist das Dein wirklicher Ort. Dies ist Deins - so soll es auch aussehen. Wenn Du die Kammer betrittst musst Du spüren, ach Zuhause. So muss es sein. Ein Bett kann man überall hineinstellen, aber eine eigene Kammer muss sich auch so anfühlen, verstehst Du? Wir können sie ja gemeinsam einrichten, damit sie nicht so kalt und unpersönlich bleibt. So sollst Du nicht leben«.

Nathan
»Na ja«, antwortete Nathan kleinlaut. »Meine alte Kammer war auch immer nur Notbehelf für mich. Eigentlich habe ich es so empfunden, dass ich mit bei Ciel wohne, weil er mich eigentlich fast immer bei sich haben wollte. Wenn er noch arbeitete, sollte ich bei ihm auf dem Sofa schlafen, damit er nicht allein ist. Oder manchmal eben auch im Bett. Wenn du mir hilfst, es hier schön zu machen, dann wird es leichter. Ich werde Dreaux mal fragen, aber ich habe ziemlich großen Respekt vor ihm, auch wenn er ein gutherziger Mensch ist. Wie hast du deine Kammer denn persönlicher gemacht?«

Fabien Lacomb
»Respekt musst Du auch vor Deinem Herrn haben, er ist nach Max der mächtigste Mann im Land, alles andere wäre gelogen. Aber auch die beiden benötigen jemand Vertrautes und bei Dreux bist Du das Natty. Dann stell Dir Deine Kammer doch als Dein Schlafzimmer vor. Vielleicht möchte er ja auch gerne, dass die Tür mal aufbleibt oder dass Du bei ihm in der Nähe schläfst oder sogar im Bett. Je nachdem wie gut oder schlecht er sich fühlt, gibt ihm dass dann ein Gefühl von Sicherheit. Auch sie benötigen das. Bedenke die Luft da oben wo sie leben ist gewaltig dünn. Wenn können die beiden denn tatsächlich um Rat fragen? Außer ihre Familie? Ihre Berater, aber das hören sie sich an und entscheiden letztendlich selbst. Weder Dreux noch Max können sagen, dass weiß ich nicht, könnte mir mal einer helfen? Den Satz wirst Du von ihnen niemals hören. Selbst wenn sie das denken, sie dürfen niemals Unzulänglichkeit zugeben oder Unwissenheit. Sie lassen sich Tipps geben und entscheiden dann. Entweder da sie tatsächlich zu einem Ergebnis gekommen sind, oder nach Besten Wissen und Gewissen. Aber letzteres verursacht auch ihnen ab und an Bauchweh und dann werden sie zwar als Duc in die Gemächer einmarschieren wie jeden Tag, aber sobald sich die Tür schließt wollen sie die ganze Last auch einfach mal ablegen. Max tut dies genauso, wie Dreux es irgendwann tun wird. Und bei Max hilft nichts besser als ein heißes Bad und ihm irgendwelchen Tratsch erzählen. Es geht ihm selten um den Tratsch, sondern darum meine Stimme zu hören und es muss was Belangloses sein, worüber er nicht nachdenken muss. Verstehst Du Nathan? Du versorgst nicht nur ihre Körper, auch ihre Seelen. Denn ohne gesunde Seele wird auch der Körper krank. Und das gilt auch für Dich Schatz. Wenn Du in einer Kammer wohnst, wo Du Dich nicht wohl fühlst, wirst Du über kurz oder lang krank, weil Du mit Dir selbst nicht im Reinen bist. Du bist wie immer auf dem Sprung, Du wartest - worauf Nathan? Ciel wird Dich nicht zurückholen. So leid es mir tut, aber ich muss es einmal aussprechen. Komm hier endlich an, ich helfe Dir dabei so gut ich kann. Versprich mir dass Natty«.

Nathan
Nathan schniefte und fuhr sich über die Augen, aber er blieb tapfer. »Vielleicht ja doch? Ich diene Dreaux wirklich gern und er ist ein gütiger Herr, aber es ist eine große Umgewöhnung. Ich muss mir jeden Handgriff genau überlegen. Ich kann nicht einfach vor mich hin arbeiten. Ich weiß nie, wie er reagiert, ob es ihm nun so gefallen könnte oder nicht, was ich darf und was ihn vielleicht wütend macht oder ihn beschämt. Und ich habe Angst, dass er das merkt und unzufrieden ist. Und er hat selber so viel Stress, da kann ich ihn nicht noch mit meinen Sorgen und Bedenken belasten. Ich möchte ihm einfach alles schön machen, damit er sich zurücklehnen und sich auf sein Ducsein konzentrieren kann. Aber ich müsste ihn eigentlich alle fünf Minuten was fragen, was ich natürlich nicht machen kann und dann muss ich raten. Ich kann nicht so gut reden, Fabs. Ciel sagt immer, ich wäre ein Dummerchen. Er meinte das lieb, aber er hat recht. Ich weiß nichts, was ich jemandem wie Dreaux erzählen könnte und ich habe keine Freunde außer dir, von denen ich was interessantes erfahren könnte.«

Fabien Lacomb
»Also wenn Du ihn alle fünf Minuten was fragen möchtest, frage ihn zuerst einmal ob Du ihn abends generell ständig etwas fragen darfst. Der Grund ist, dass Du ihn und seine Wünsche und Gewohnheiten besser kennenlernen möchtest. Entweder er sagt ja auch freut sich, oder er freut sich und sagt, sammele die Fragen. Ablehnen wird das kein Herr. Er möchte es ja auch selbst schön mit Dir haben. Wichtig ist, hat er Dir schon einmal etwas erklärt? Daran siehst Du ja wie er gestrickt ist. Und dass er sich auf das Ducsein konzentriert ist richtig. Aber Natty, Du musst ihm auch dabei helfen Zuhause nicht mehr der Duc zu sein. Irgendwann wird er es dauerhaft sein, aber Zuhause - sprich in seinen Gemächern, da muss Dreux auch einfach nur Dreux sein dürfen und Du bist sein Vertrauter. Du bist sein Ohr und seine Schulter an der er sich ausweinen darf oder sein Unterhalter der ihn mal aufmuntert. Und wenn es wirklich perfekt läuft, bekommst Du genau dass zurück - ob Du es glaubst oder nicht. Denn ein Herr ist nur so gut wie sein Diener und der Diener so wie sein Herr Natty. Also sei nicht scheu, sondern rede mit ihm. Oder gesteh ihm Deine Scheu. Das lockert das Gespräch doch von Anfang an etwas auf. Versuch ihm nahe zu kommen, als Freund. Stell ihn Dir als Deinen besten Freund vor. Oder als zweitbesten Freund, da der erste ja Ciel war. Und so behandelst Du ihn, glaube mir er wird Dich auch gut behandeln. Zumal er sich doch sonst schon längst beschwert hätte oder Dir etwas gesagt hätte. Hat er dass? Ich kann es mir nicht vorstellen. Du hast mir vorhin doch sogar erzählt, dass Du sogar Greg aushelfen durftest und das zu seiner Hochzeit. Das zeigt von großem Vertrauen Natty. Du wenn Du keine Infos oder keinen Tratsch hast, das ist doch gar nicht schlimm. Ich versorge Dich mit Infos bis Dir schlecht wird«, lachte Fabs und küsste Natty fest und innig. »Das musste jetzt sein«.

Nathan
»Oh, danke«, sagte Nathan und vor Freude bekam er wieder rote Wangen. »Du kannst mir so viel erzählen, wie du magst, ich mach das dann wie Dreaux später bei mir und höre einfach zu und erfreue mich an deiner wunderbaren Stimme. Er hat sich nie beklagt, er hat mich sogar gelobt. Und er hat mir alles lang und breit erklärt. Du hast recht, ich mache das so, wie du gesagt hast. Ich frage ihn, ob ich fragen darf und ob er abends noch etwas Gesellschaft wünscht. Andererseits wird unsere Zeit zusammen dann kürzer. Aber da fällt mir ein ... Dreaux hat gesagt, er will nicht gern allein gelassen werden. Vielleicht freut er sich sogar, wenn ich ihm Gesellschaft leiste? Und, hm, sag mal, wollen wir Max vielleicht gleich fragen? Vielleicht hat er gerade gute Laune wegen der Hochzeit.«

Fabien Lacomb
»Das klingt doch vielversprechend Natty, siehst Du! Du hast Dir umsonst Sorgen gemacht. Wenn Dreux nicht gerne alleine ist, dann wird er sich über Gesellschaft freuen. Du sollst ihn nicht verlassen, dann ist er froh dass Du da bist. Das ist eine sehr gute Idee. Alle haben heute gute Laune, dass sollten wir ausnutzen. Also gehen wir zu Max. Komm Natty«, freute sich Fabien. Fabs stand auf und reichte Nathan die Hand um ihn hochzuziehen.

Nathan
Nathan ließ sich von Fabien hochziehen. Er legte die Puppe wieder sorgsam auf ihren Platz, das Köpfchen auf das Kissen gebettet und den Körper zugedeckt, die Ärmchen auf der Decke. Dann begab er sich mit Fabien nach draußen, um Fabiens Herrn zu suchen. Inzwischen herrschte reges Getümmel, es waren weitere Leute eingetroffen und es war gar nicht so einfach, die royale Familie zu finden. Nathan klammerte sich an Fabiens Arm fest, weil er Angst hatte, dass sie sich sonst verlieren könnten.

Fabien Lacomb
Fabien schob sich durch die Menschenmassen und hielt Nathan dabei sicher und fest, damit er nicht verloren gehen konnte. Fabs hielt einfach Ausschau nach hellblonden Haarschöpfen. So hell wie die Familie des Duc war kaum jemand den er kannte. Es dauerte eine Weile, dann hatten sie Maximilien samt seiner Kinder gefunden. Fabien gesellte sich dazu und verneigte sich. »Eure Majestät, dürften wir Euch kurz stören. Wir möchten Euch für einen winzigen Moment allein sprechen bitte«, bat Fabien ergeben.

Nathan
Nathan ließ vorsichtshalber Fabiens Arm wieder los, damit er nicht gleich den Ärger von Maximilien auf sich zog.

Maximilien
Maximilien ging mit den beiden ein Stück zur Seite und schaute sie erwartungsvoll an. »Na dann mal los«, schmunzelte er freundlich.

Fabien Lacomb
Fabien schaute Nathan an und stubste ihn etwas. »Möchtest Du anfangen oder soll ich lieber? Einen Augenblick bitte Herr«, bat Fabien.

Nathan
»Ich?«, piepste Nathan. »So-so-soll ich?!«

Maximilien
»Wenn Du möchtest ja, also was ist los Nathan?«, hakte Max freundlich nach.

Fabien Lacomb
»Also es ist folgendermaßen, Nathan und ich wären gerne zusammen und dafür benötigen wir Eure Erlaubnis. Gestattet Ihr uns eine Beziehung Herr?«, fragte Fabien hoffnungsvoll.

Nathan
Nathan fühlte sich, als hätte er eine Kartoffel im ganzen heruntergeschluckt. Er rang um Luft und um seine Stimme, da kam ihm Fabien zuvor. Erleichtert atmete Nathan wieder aus und nickte etwas. Besorgt betrachtete er das Gesicht von Maximilien.

Maximilien
»Ich gehe davon aus, dass Du das Gleiche fragen möchtest. Von meiner Seite aus, ist das völlig in Ordnung. Solange Ihr weder bei Dreux oder mir die Arbeit vernachlässigt sei Euch beiden die Beziehung von Herzen gegönnt. Sprecht mit Dreux. Erklärt er sich ebenfalls einverstanden, bekommt ihr eine Kammer, die zwischen unseren Gemächern liegt. Diese könnt Ihr tagsüber nutzen, in der Pause oder wann Ihr Zeit findet. Dies wäre dann Eure Kammer. Nachts solltet Ihr bei Euren Herren sein, es sei denn Dreux oder ich gestatten Euch die Übernachtung beim anderen. Oder es gibt einen Ersatz. Wir finden da schon eine Lösung, aber die Zeit nach dem Frühstück und die Mittagspause gehört Euch - wie uns ebenfalls, was unsere Freizeit angeht. Sprecht mit Dreux, meine Zustimmung habt Ihr«, antwortet Max.

Nathan
»Danke, Herr«, ächzte Nathan mühsam. »Das ist sehr großmütig von Euch!« Er freute sich sehr, doch nun musste er noch seinen eigenen Herrn fragen. Angstvoll blickte er in Richtung von Dreaux in seiner schneeweißen Gewandung. Er fürchtete sich davor, dass Dreaux ihm böse sein könnte wegen der Frage, nachdem er gerade neu in seinen Dienst gekommen war.

Fabien Lacomb
Fabien musterte Max dankbar und schaute dann zu Dreux. »Danke Herr, wir wenden uns an Euren Sohn«, sagte er freundlich und zog Nathan mit sich. »Eure Hoheit Dreux dürften wir Euch kurz sprechen?«, bat Fabien.

Dreaux
Dreux musterte die beiden und nickte knapp. »Was ist los?«, fragte er Nathan.

Nathan
Nathan begann vor Angst zu schwitzen, als Dreaux ihn so unwirsch ansprach. »En-entschuldigt bitte die Störung, ich, wir, wir haben nur eine Frage. Und zwaaar, wir, wir, ich wollte fragen, also ob Fabien und ich, wenn es möglich wäre, nicht eine, eine, ob wir nicht ein Paar sein dürfen.« Endlich war es raus.

Dreaux
Dreux dachte einen Moment lang nach, ging rüber zu seinem Vater und sprach mit diesem leise und nicht hörbar. Sie beide sprachen eine Weile miteinander, dann kam Dreux zurück. »Das geht in Ordnung, ich schließe mich der Meinung meines Vaters an. Solange die Arbeit nicht leidet, ist es mir Recht. Die Details besprechen wir noch. Jedenfalls möchte ich Abends nicht allein gelassen werden, dass habe ich schon einmal erklärt. Wegen dem Sicherheitsgefühl. Aber ich denke da finden wir eine für alle zufriedenstellende Lösung. Nichts was Euch beiden im Weg stehen muss. Und Du musst auch keine Angst haben mich etwas zu fragen Nathan hm? Also Vater sagte Ihr bekommt eine gemeinsame Kammer die Ihr Euch einrichten könnt. Das ist doch schon einmal ein Anfang. Der Rest wird sich ergeben. Oder möchtest Du sonst noch etwas hinzufügen?«, fragte Dreux schmunzelnd.

Fabien Lacomb
»Ja Herr er benötigt neue Möbel und etwas Deko für seine Kammer, es ist noch nicht seine Kammer, sondern immer noch die von Ferrau. Darüber wäre er sehr froh«, bat Fabien respektvoll.

Dreux
»Nathan... was hatte ich Dir am Anfang angeboten?«, hakte Dreux nach und zog eine Augenbraue hoch.

Nathan
»Ich, ich, ich hatte nicht vor, euch Nachts allein zu lassen, Herr. Das, das hab ich Fabs also Fabien auch gesagt, dass Ihr das nicht wünscht. Und das mache ich nicht.« Als die Sprache auf die Möbel kam, musste Nathan schlucken. »Ihr habt mir gesagt, dass ich neue Möbel bekommen kann«, sagte er leise. »Ich, ich hab mich, ich hab mich nicht getraut, das noch einmal anzusprechen, weil ich Euch nicht belasten wollte.«

Dreux
»Nun mich belastet dass nicht Nathan, ich muss sie ja nicht schleppen«, grinste Dreux. »Nun such Dir endlich vernünftige Möbel aus, richte Dich schön ein und lass sie Dir liefern. So schwer ist das doch nicht. Du kannst unten in die Möbelkammer gehen und nachschauen was da ist. Schau einfach was Dir gefällt. Dort werden die Sachen eingelagert, die im Moment niemand benötigt. Also kannst Du sie ruhig in Beschlag nehmen«, sagte Dreux freundlich.

Nathan
»Danke, Herr«, sagte er leise. »We-wer wird mir beim Tragen helfen? Ich weiß gar nicht, an wen ich mich da wenden muss.«

Dreux
»An die normale Dienerschaft oder an die Burschen. Fabien wird das für Dich erledigen, dann lernst Du noch etwas nebenbei. Die normalen Dienstboten haben dafür zu sorgen«, erklärte Dreux Nathan.

Nathan
Nathan nickte schüchtern. »Dankesehr. Vielen Dank.«

Dreaux:
»Na nicht dafür, wie gesagt, ich hatte es Dir schon zu Anfang gesagt. Decke Dich mit Möbeln ein und mach es Dir gemütlich. Ferrau hatte daran kein Interesse, aber gut er wollte ja scheinbar auch nicht bleiben und ich wollte ihn nicht behalten, von daher... richte Dich ein Nathan und habe keine Angst. Nicht mehr lang, dann werde ich meine Geschwister trauen, also bis später Nathan. Oh und nebenbei, Greg wünscht sich, dass Du auf der Hochzeit für ihn singst«, erklärte Dreux.

Nathan
Nathan bekam riesengroße Augen. »Wirklich?«, sagte er. »Das, also das freut mich, das mach ich gern, was für eine Ehre! Aber ich muss mich vorher warmsingen!«

Dreux
»Das hat er selbst gesagt, frage ihn doch am besten was er sich wünscht. Vermutlich etwas fröhliches oder naridisches für seinen Mann«, schlug Dreux vor.

Nathan
Nathan verneigte sich. »Das mache ich, Herr, vielen Dank!« Er angelte Fabiens Hand. Nun war es besiegelt, sie waren ein Paar. Nur um Ciel wollte Nathan lieber einen Bogen machen, wenn sie Händchen hielten. Er genoss das Gefühl von Fabiens starker, aber weicher Hand, die um seine lag. Kein Vergleich zu Roberes rauem und hartem Griff. Als er Prince Gregoire fand, fragte er so unaufdringlich wie möglich: »Herr?«

Fabien Lacomb
Fabien bedankte sich mit einer Verbeugung bei Dreux und folgte dann sofort Nathan. Er war für ihn mit stolz, dass er auf der Hochzeit singen sollte. Fabien betete zu allen Göttern, dass diesmal nichts schief ging. Nathan hatte jetzt die Chance seine Stimme reinzuwaschen und Fabs hoffte, dass er dies auch konnte. Zärtlich drückte er ihm die Hand um ihn aufzumuntern und ihm beizustehen.
Greg
»Hallo Nathan, hat Dreux Dir gesagt, dass ich mir wünsche dass Du auf unserer Hochzeit singst?«, fragte er gut gelaunt.

Nathan
»Ja«, piepste Nathan freudig. »Ich möchte gern fragen, welche Richtung Ihr Euch wünscht?«

Greg
»Ich möchte dass Du meinem Mann ein Liebeslied von mir widmest, also es singst. Eine Botschaft für Linhard«, grinste Verrill.

Nathan
»Das mache ich«, sagte Nathan. »Ich überlege und wähle ein besonders schönes Stück! Oder habt Ihr schon eins ausgesucht?«

Greg
»Nein ich kenne so keine Lieder Nathan, vielleicht eines aus Souvagne? Ein altes Lied? Darüber würde er sich sicher freuen. Etwas das Geschichte hat, oder eben einfach eine lange Tradition? Nichts aus seiner Heimat, an die möchte er nicht so gerne erinnert werden«.

Nathan
»Ich werde ein passendes und sehr schönes Lied wählen«, versprach Nathan. »Aber ich muss mich vorher warmsingen! Eine Stimme muss aufgewärmt werden, wie Muskeln vor dem Sport. Und das klingt ziemlich lustig. Ich sollte mich dazu zurückziehen.«

Greg
»Nur zu, ich freue mich drauf und ich Danke Dir. Das Lied sollte aussagen was er mir bedeutet. Ich habe ihm nicht umsonst den Antrag gemacht und wir haben uns nach kurzer Zeit tatsächlich gefunden. Es gab einige kleine Streitigkeiten, die er sich zu sehr zu Herzen nahm. Er soll wissen, dass ich ihn liebe. Dass muss das Lied aussagen. Ich habe es ihm zwar geschrieben, aber er soll es so auch noch einmal hören«, bat Greg.

Nathan
»Ich gebe mir große Mühe beim Aussuchen und Singen. Vielen Dank für die Ehre, ich freue mich darüber und werde Euch nicht enttäuschen. Ich werde mich auch nicht verhaspeln beim Singen, ich kann viel schöner singen als reden. Versprochen.«

Greg
Greg schmunzelte. »Du weißt dass es nicht nur darum geht und ich weiß, dass Du Dein Bestes geben wirst. Danke Nathan«, sagte Gregoire freundlich.

Fabien Lacomb
Fabien musterte Nathan und Gregoire und freute sich für die beiden. So konnte Nathan beweisen, was wirklich als Sänger in ihm steckte. Fabien schob seine Hand in die von Nathan und kraulte ihm kurz die Handfläche.

Nathan
Nathan guckte Gregoire mit riesengroßen Augen an, weil Fabien ihm heimlich die Handfläche kraulte. »Danke«, fiepte er. »Darf ich mich warmsingen gehen, Herr?«

Greg
»Nur zu, mach was immer Du tun musst, damit sich Linhard über sein Geschenk freut. Ich verlasse mich auf Dich Nathan, erneut«.

Fabien Lacomb
»Dann lass uns am besten gehen, damit Du direkt üben kannst. Kann ich Dir dabei irgendwie helfen? Ich meine ich kann überhaupt nicht singen, aber vielleicht kann ich Dich ja unterstützen«, schlug Fabien vor.

Nathan Heute
Nathan verneigte sich tief. »Er wird sich ganz sicher freuen«, sagte er und verließ mit Fabien den Platz. »Ich, ich, ich muss in meine Kammer, da störe ich niemanden mit dem Geträller! Warmsingen klingt nämlich nicht sehr schön. Willst du mitkommen? Ja, du kannst mir helfen! Ich habe lange nicht laut gesungen, da muss bei dem A der Mund so weit aufgemacht werden, dass mindestens zwei Finger übereinander reinpassen. Das vergesse ich oft, weil ich meist ganz leise für Ciel zum Einschlafen gesungen habe. Du kannst mir zugucken und drauf achten, dass ich das mache und mir ein Zeichen geben, wenn ich es wieder vergesse.«

Fabien Lacomb
Fabien nickte geflissentlich und fragte sich wie weit Nathan den Mund aufsperren wollte. Zwei Finger hoch! Bei den Göttern, der Mann konnte ein Brot quer futtern. Auf der anderen Seite würde Nathan niemals Probleme haben, wenn es um Leck- und Lutschspielchen ging, was Fabiens ziemlich freute. Er grinste von einem Ohr zum anderen, behielt seine Gedanken aber vorerst für sich. »Alles klar, ich werde genau auf Deinen Mund achten und wie weit Du ihn öffnest«, grinste Fabien. Er konnte nichts dagegen tun.

Nathan
Fabien schien überraschend begeistert davon zu sein, Nathan assistieren zu dürfen. Nathan freute sich ebenfalls. Er hielt Fabiens Hand ganz fest, während sie zurück in seine Kammer gingen.

Fabien Lacomb
»Ich bin total aufgeregt, wie weit Du den Schnabel öffnen kannst. Musst Du dass vorher auch üben?«, fragte Fabien neugierig.

Nathan
»Ja, muss ich, damit ich ein Gefühl bekomme, wie weit ich das machen muss. Wieso?«

Fabien Lacomb
»Na dass muss ich doch wissen, wenn ich Dir helfe, ich habe davon keine Ahnung. Ich habe meinen Mund vermutlich noch nie sooo weit aufgerissen«, lachte Fabs.

Nathan
»Guck.« Nathan sperrte den Mund auf und schob sich zwei Finger hochkant zwischen die Zähne.

Fabien Lacomb
»Wow, also das ist genial. Muss das jeder Barde können? Ich versuche das lieber nicht, nachher renke ich mir den Kiefer aus, oder bekomme Maulsperre«.

Nathan
»Nein, das kannst du auch, so dick sind meine Finger doch gar nicht. Ich halte sie doch nicht als würde ich in den Himmel zeigen, sondern wie wenn ich auf meinen Rachen zeigen wöllte. Die meisten neigen aber dazu, den Mund beim Singen viel zu weit zu zu lassen, weil sie denken, dass es sonst übertrieben wäre. Ist es aber nicht.«

Fabien Lacomb
»Keine Ahnung Nathan, da kann ich Dir einfach nur zuhören und zustimmen. Ich habe von Gesang überhaupt keine Ahnung und wenn Du das sagst, wird das schon stimmen. Du bist der Barde nicht ich. Also warum lassen sie den Mund denn zu? Weil es nicht gut aussieht?«

Nathan
»Also ja, jeder Barde muss das können, aber nein, davon kriegt man keine Maulsperre! Du kriegst das ja auch nicht, wenn du eine Wurst abbeißt. Leute die nicht im Gesang geschult sind, wissen einfach gar nicht, wie stark man den Mund bewegen muss, damit es wirklich schön klingt und auch die, die viel singen, trauen sich meist nicht, weil es ungewohnt ist und man eben denkt, das wäre zu viel.«

Fabien Lacomb
»Das werde ich ja gleich sehen, ich sage Dir dann wie es aussieht. Aber vielleicht ist es wie beim Schreien oder Brüllen. Je mehr Luft raus muss, je mehr Platz muss man ihr machen. Dass könnte die Erklärung sein«, schlug Fabien vor.

Nathan
»Das ist genau die falsche Erklärung, weil man im Gegenteil seine Luft sehr gut dosieren muss. Man darf nicht zwischendurch laut nach Luft schnappen. Man darf das Luftholen nicht hören, es stört das Lied! Die Lautstärke kommt mehr vom Volumen. Man muss den Hals weit machen und die Brust. Dass man den Mund so weit aufsperrt, dient eher dazu, dass die Aussprache deutlich wird, sonst nuschelt man. Man muss die gesamte Aussprache beim Singen übertreiben, nicht nur beim A. Zum Beispiel muss man am Wortende das T oder D besonders deutlich machen, weil es sonst untergeht.«

Fabien Lacomb
»Oh da habe ich direkt falsch gelegen. Nunja wie gesagt Du bist der Experte, aber es ist interessant zu hören wie es funktioniert. Also muss man überdeutlich sprechen und man darf nicht dabei laut atmen. Das ist schon schwierig, da man ja irgendwann doch nach Luft schnappen muss. Nur dann vermutlich an einer Stelle, wo es im Lied passt, also einen Moment lang Stille ist wo man schnell atmen kann. Ich werde genau aufpassen, so als ob ich es ebenfalls lernte, damit ich Dir helfen kann Nathan. Mach Dir keine Gedanken, ich achte auf Deinen Mund und ob ich Deinen Atem höre«.

Nathan
»Genau, man muss bei einem Lied die Stellen, wo man am besten atmen sollte, herausfinden. Bei Volksliedern ist das leicht, sie sind dazu gedacht, dass jeder sie singen kann. Aber Choräle und so was können einen ganz schön an die Grenzen bringen. Da gibt es so lange Passagen ... man muss dann viel Luft einatmen und sie nur ganz langsam wieder abgeben. Und trotzdem muss es voll und schön klingen. Darum sind dicke Leute oft sehr gute Sänger! Sie haben einfach mehr Volumen und sind sozusagen ein größerer Resonanzkörper! Bei sehr dünnen Leuten klingt die Stimme oft spitz. Die allerbesten Sänger un Sängerinnen sind meistens kräftig gebaut.«

Fabien Lacomb
»Das sollte man den Leuten sagen, die sich sonst zu dick fühlen. Das Singen so kompliziert ist, habe ich nicht gewusst Nathan. Es klingt nach einer Wissenschaft für sich. Wegen den Möbel Natty, da suchen wir gleich für zwei Kammern welche aus, so dass wir unsere gemeinsame Kammer auch schön einrichten können. Das wollte ich nur eingeworfen haben«, freute sich Fabien.

Nathan
»Das machen wir«, freute Nathan sich und nahm Fabien mit in seine Kammer, wo er sich mit Fabiens Hilfe auf seinen Auftritt auf der Hochzeit vorbereiten wollte. Die vielleicht einzige Gelegenheit, seinen Namen als Sänger wieder reinzuwaschen.

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Linhard von Hohenfelde

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#28

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 13. Mai 2018, 03:13

Der Hühnergott

Linhard von Hohenfelde
Linhard behielt die ganze Zeit Ciel im Auge. Sein Schwager in Spee hatte nichts weiter gesagt, hatte ihn weder gegrüßt, noch eines Blickes gewürdigt. Warum war klar, sie beide hatten einen Schützengraben ausgehoben. Als Verrill kurz verschwandt, musterte Lin Ciel während er aus seinem Bowleglas trank. Er wurde aus dem Mann nicht schlau, aber wer verstand schon die krummen Gedankenwege von Magiern? Zuerst bat er darum, seinen Vater wiederzubekommen. Das lehnte Ciel rigoros ab. Nun wo er Brandur selbst haben wollte, war er schlagartig bereit jeden dafür über die Klinge springen zu lassen. Sogar seinen besten Freund. Lin wusste nicht was er davon halten sollte. Eigentlich hatte er sich erhofft, dass er trotz allem etwas Anschluss in der neuen Familie finden würde. Aber es sah nicht danach aus. Ciel war ähnlich wie die anderen Magier der Hohenfelde. Eiskalt und Berechnend, ein junger Alastair mit käsiger Haut und fahlen Fischaugen. Das Geschäft Hochzeit gegen Beziehungen hätte einen gewaltigen Nachgeschmack gehabt, wäre er sich nicht mit Verrill nähergekommen. Und nun auch noch das. Sogar das versuchte Ciel zu unterbinden. Linhard hatte keine Schwester, aber sollte Anwolf je heiraten wollen, würde er ihm alles Glück wünschen, dass es gab. Was Ciel bewegte, außer Egoismus wusste Lin nicht. Aber der Kerl unterstellte anderen gerne, woran er selbst litt. Sein Opa hatte Recht gehabt, Magier waren gefährlich - bis auf Paps natürlich. Der bildete eine Ausnahme. Er hatte erkannt, dass zwar nicht alle gleich waren, aber dennoch harmonisch miteinander leben konnten. Wenn sie denn wollten. Ciel wollte nicht. Und scheinbar wollte ihm sonst auch keiner mal ihre Mutter vorstellen. Vermutlich lief es letztendlich doch darauf hinaus, dass jeder sein Ding machte, eine Ehe auf dem Papier. Lin dankte Ainuwar, dass man hier mehrfach heiraten durfte. Wobei, seine Puppe saß in seinem Bett und wo man was kaufen konnte wusste er auch. Er war schließlich kein Kleinkind mehr, im Gegensatz zu diesem bösartigen Wichtel Ciel, der sich sogar in seinem Schrank versteckt hatte. Lin lächelte Ciel freundlich zu, am liebsten hätte er ihn gewürgt, aber das wagte er sich nicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lächelte Linhard genau so falsch an wie dieser ihn. Natürlich dachte der Bengel nicht im Traum daran, als erster zu grüßen, wie es sich gehört hätte, sowohl dem Rang als auch dem Alter nach, ganz davon abgesehen, dass Linhard hier derjenige war, der neu hinzugekommen war und sich mit den Alteingesessenen gutzustellen hatte. Ciel verzichtete entsprechend darauf, ihn zu grüßen und fragte: "Ist deine Familie schon eingetroffen?"

Linhard von Hohenfelde
"Das weiß ich nicht, ich habe niemanden eingeladen. Also wenn sie es durch die Aushänge und Ausrufer vernommen haben, werden wohl jene kommen die Interesse daran haben. Bis jetzt habe ich noch keinen aus meiner Familie gesehen, aber ich muss gestehen, ich habe auch nicht nach ihnen Ausschau gehalten oder sie gesucht oder so etwas. Wie steht es denn mit Euren Eltern? Also mit Euren Müttern? Kommen sie ebenfalls?", fragte Lin und stellte das Bowleglas beiseite, ehe er gleich wieder einen in der Krone hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dein Vater müsste bereits anwesend sein. Ich habe mein Versprechen gehalten. Sollte er fortgeschwebt sein, kann ich nichts dagegen tun, frei ist er. Meine Mutter wird ebenfalls hier erscheinen, das lässt sie sich nicht entgehen. Ich nehme an, auch die Mutter meiner Geschwister wird bald eintreffen. Warum du niemanden eingeladen hast, kann ich nur erahnen, aber allein wirst du nicht sein. Dafür wird Verrill schon sorgen."

Linhard von Hohenfelde
"Aus dem einfachen Grund mir die Taler und die Enttäuschung zu sparen. Wer kommt, kommt. Wer nicht, bleibt weg. Das ist weniger unangenehm, als wenn man zig Absagen erhält, oder nicht mal die. Aber das meine ich nicht gefühlsduselig, sondern wirklich so wie ich es sage. Die Zeit wo ich mich über so etwas geärgert habe, oder wo es mir noch was bedeutet hätte, dass wer von denen erscheint, ist längst vorbei. Wenn sie ein besseres Verhältnis wünschen, jeder weiß wo ich wohne, mein Haus steht ihnen offen. Aber ich laufe niemandem mehr hinterher. Das lohnt sich nicht. Ich befasse mich lieber in der Zeit mit Dingen, die mir Freude bereiten - wie meinem Drachenhuhn zum Beispiel. Nun Verrill ist ja auch der Einzige der tatsächlich anwesend sein muss, sonst heiratet es sich schlecht", grinste Lin. "Na ich bin gespannt drauf, wie Eure Mütter aussehen. Vor allem Deine".

Ciel Felicien de Souvagne
"Warum bist du gespannt darauf, wie meine Mutter aussieht?", verlangte Ciel zu wissen.

Linhard von Hohenfelde
"Aus reiner Neugier, Greg sagte Deine Mutter wäre die Lieblingsfrau vom Duc. Da möchte ich wissen wieso", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und du meinst, das würde ausschließlich an ihrer Schönheit liegen?" Ciel musterte weng freundlich sein Gesicht.

Linhard von Hohenfelde
"Nein, woran es liegt, werde ich ja erfahren sobald ich sie kennenlerne. Wie alt ist sie denn?", hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Genau im richtigen Alter. Möchtest du vielleicht auch noch ihr Gewicht wissen? Warum fragst du so neugierig?"

Linhard von Hohenfelde
"Weil ich neugierig auf Deine Mutter bin. Ob sie so ist wie Du, oder ganz anders. Wie sie aussieht, was sie so für eine Einstellung hat. All das wird es doch sein warum der Duc sie so liebt. Soweit ich weiß hat er drei Frauen, richtig?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja", sagte Ciel und musterte Linhard nun noch intensiver. "Du meinst also, weil du es dir nicht vorstellen kannst, wie man sie nur lieben kann, wenn sie mir ähnelt?"

Linhard von Hohenfelde
"Das hast Du gesagt Ciel, nicht ich. Ich bin einfach nur neugierig auf die Lieblingsfrau Deines Vaters, nicht mehr und nicht weniger. Warum denn so eifersüchtig? Das ist ein generelles Problem von Dir nicht wahr? Oder hast Du am Ende noch Angst, ich heirate Deine Mutter?", schmunzelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Meine Mutter weiß, wohin sie gehört", antwortete Ciel. "Ich finde so viel Interesse für meine Mutter einfach irritierend, besonders, wenn du an erster Stelle ihr Aussehen und ihr Alter erfahren möchtest. Mach dir einfach ein eigenes Bild von ihr, wenn du sie triffst. Sie ist meist mit ihrer Schwertmeisterin unterwegs, du kannst sie also leicht von den anderen Frauen des Ducs unterscheiden, auch ohne sie zu kennen. Was ist mit deinem Stab, sind diese Leute schon eingetroffen?"

Linhard von Hohenfelde
"Dir ist irgendwie immer eine Laus über die Leber gelaufen Ciel. Keine Ahnung, ich habe noch keinen von ihnen gesehen. Wäre schön, wenn sie da wären. Was befürchtest Du eigentlich andauernd, dass Du so die Krallen ausfährst? Ich nehme Dir schon nichts weg", sagte Linhard und gönnte sich nun doch ein Glas der Bowle.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel versuchte, etwas weniger biestig zu klingen, da er merkte, dass er einen harten Unterton in seine Stimme gelegt hatte. Diese Angewohnheit würde er vermutlich nicht mehr loswerden, man hörte sofort, ob er wütend war, selbst wenn seine Mimik es nicht verriet. Er würde gezielt mit jemandem üben müssen, den Kommandoton wieder abzugewöhnen, den er sich an der Front von den Chevaliers und Comtes abgeschaut hatte. "Ich habe viel verloren in den letzten Wochen. Und wir beide kreisen umeinander wie kampfbereite Wölfe. Ich kann dir momentan nur sagen, dass du etwas an dir hast, was mich kampfbereit werden lässt, selbst wenn ich das nicht möchte. Und was ist mit dir? Warum provozierst du, indem du so nach dem detailierten Aussehen meiner Mutter fragst?"

Linhard von Hohenfelde
"Um sie zu erkennen, ganz einfach. Aber wenn ich Dir sage warum, wird Dich dass auch provozieren. Sei es drum. Wir sind ab heute eine Familie, da dachte ich es wäre sinnvoll die Mitglieder zu erkennen. Aber es ist nicht zwingend erforderlich. Sie wird Dich oder Deinen Vater entsprechend grüßen. Ich habe nichts an mir, mir fehlt etwas und genau das macht Dich aggressiv oder sagen wir mal, dass sorgt dafür dass Du mir nicht vertraust. Aber das ist schon in Ordnung so. Schau, mal ganz ehrlich, wir beide müssen nur den heutigen Tag irgendwie freundlich über die Bühne bringen. Wir wollten zwar was anderes versuchen, aber manchmal findet man eben keine Wellenlänge. Daran ist nichts Schlimmes oder so, es ist einfach eine Gegebenheit. Und das Verwandte nicht zwangsläufig Freunde sein müssen, weiß niemand so gut wie ich oder ein anderer Hohenfelde. Dass kannst Du mir glauben. Zudem bin ich nur angeheiratet, ihr könnt mich so sehen, oder als Teil der Familie. Das liegt bei Euch. Aber ich werde kein Störfaktor sein. Ich habe weder vor Dir, Deiner Mutter oder einem aus Deiner Familie zu schaden. Das sagte ich Dir bereits. Und ich sagte Dir bereits warum wir hier sind. Zuhause hätte ich eine Verwandte geheiratet, quasi meinen Hintern zum Markt getragen. Hier tat ich zu Anfang nichts anderes. Nur war es eben keine Bankerfamilie, sondern wesentlich mehr und Verrill stellte mir mehr in Aussicht - Freundschaft. Die die Du so leicht weggibst, für meinen Vater. Aber es reduziert sich meist dann doch wieder auf das Wesentliche, ein Clan bleibt ein Clan. Was Du verloren hast weiß ich nicht, aber vielleicht solltest Du mal scharf nachdenken warum dass so war. Das ist nur ein Tipp, keine Beleidigung, kein Angriff. Denn Du bist manchmal, nun sagen wir mal schwer verdaulich Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde dich meiner Mutter vorstellen, sobald ich sie sehe", erklärte Ciel und versuchte, dabei versöhnlich zu klingen, was ihm nur teilweise gelang. "Ich sehe, dass du dich bemühst. Ich weiß das zu würdigen und ich weiß, dass du weder stören noch uns schaden möchtest. Ich bemühe mich ebenso um ein freundschaftliches Auskommen mit dir. Aber das Gefühl der Kampfbereitschaft bleibt erhalten - bei uns beiden, vermute ich. Was fehlt dir? Was ist es deiner Meinung nach, was mein Misstrauen weckt?" Als die Sprache auf Alexandre kam, den er angeblich leichtfertig opfern würde, blitzten Ciels Augen wieder auf. "Meine Freundschaft leicht weggeben? Ich opfere sie, Linhard! Weißt du, was ein Opfer ist, verstehst du den höheren Sinn hinter diesem Wort? Nein, natürlich nicht! Du kennst nur dich und deine belanglosen Problemchen. Warum ich viel verloren habe, weiß ich. Die Beteiligten haben Fehler begangen. Auch ich, vielleicht den größten. Ich bin nicht ... schwer verdaulich. Es gibt genügend Menschen, die völlig normal mit mir umgehen und keine Probleme mit mir haben. Was genau meinst du mit schwer verdaulich?"

Linhard von Hohenfelde
"Mir fehlt die Magische Gabe und mir fehlte familiärer Umgang, einen Umgang wie Du ihn genießen durftest. Wer es aber nun schrecklicher hatte von uns beiden ist Jammern auf hohen Niveau. Du bist Prince von Souvagne. Du wünscht, Du bekommst. Dir wird es niemals zu keiner Zeit an irgendetwas gemangelt haben. Weder an Essen, Kleidung, Geld, was auch immer. Deine Wünsche werden jederzeit erfüllt worden sein. Richtig? Richtig! Und meine ebenso Ciel. Wir beide sind zwei Bonzen mit dicken Brieftaschen, die sich beschweren weil sie keiner lieb hat... hatte... was auch immer. Einst erklärte mein Onkel mir mal etwas und zwar, als er klein war und die Diener draußen feiern sah wäre er gerne einer von ihnen gewesen. Zwar hätte er hart zu ackern gehabt, aber er hätte auch Leute gehabt die ihn gemocht hätten. Er hätte feiern können, lachen können, all dass eben. Man kann wirklich nicht alles mit Geld kaufen. Aber sind wir ehrlich - weder Du noch ich hätten das Los eines Dieners gewählt, denn uns beiden ist es lieber bequem zu leben und ohne jedes Gefühl, als dafür nur etwas von unserem Status und unserem Luxus zu opfern. Und da liegt das Problem. Deshalb sind wir manchmal einsam. Jedenfalls ich bin es, wie es Dir geht weiß ich nicht, geht mich auch nichts an. Ich möchte gar nicht kampfbereit bleiben, aber Du versuchst mich aus der Familie zu drängen, bevor ich drin war Ciel. Das geht so nicht. Greg hat mir den Heiratsantrag gemacht. Warum auch immer, dass muss Dich nicht stören. Du hattest lange genug Zeit ihn selbst zu fragen. Aber Du wähltest Olivie und er wählte mich. Auch wenn Du mich auf den Tod nicht ausstehen kannst und mir die Pest an den Hals wünscht - Du liebst angeblich Verrill. Dann solltest Du seine Wahl akzepierten. Ich tue es schließlich ebenso, wenn auch Zähneknirschend. Aber dass muss ich tun, denn Ihr werdet auch nach der Hochzeit Geschwister bleiben. So soll es auch sein. Und Ihr werdet auch nach der Hochzeit gemeinsam arbeiten, sprich Ihr müsst Euch aufeinander verlassen können. Das sollt Ihr auch und das ist in Eurem Amt wichtig. Aber das hat alles nichts mit mir zu tun Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist bemerkenswert festgefahren in deiner Einschätzung zu meiner Person. Ich habe nie behauptet, dass es mir schrecklich gegangen wäre. Es geht und ging mir hervorragend. Du hattest Recht, ich hatte alles - vielleicht von allem zu viel. Und du irrst, wenn du glaubst, mir würde etwas an Luxus liegen. Mir liegt nichts daran. Ich trage diese kostbaren Kleider, weil ich ein Prince bin und Furisto von Neu-Souvagne. Das ist alles. Du bist nicht der erste, der mir diesen Vorwurf macht. Vielleicht wäre an der Zeit zu beweisen, wie wenig ich auf materielle Güter angewiesen bin, generell auf Materie, da mir niemand zu glauben scheint, dass es so ist. Die Sicht deines Onkels ist bemerkenswert und so hätte ich ihn auch eingeschätzt. Ich habe mich mit ihm gut unterhalten. Ich akzeptiere Verrills Wahl. Ich akzeptiere sie vollumfänglich. Deine Einschätzung zu meiner Person akzeptiere ich nicht und möchte sie gern richtig stellen, aber ich glaube, ich gebe auf. Du siehst mich als einen verwöhnten Rotzlöffel, dem es stets gut ging und der von goldenen Tellern aß. Du siehst nicht all das, was ich darüber hinaus war und bin. Du siehst nicht einmal nur die in Samt gewandete Oberfläche, denn sonst würdest du auch den Feldherren sehen, der Souvagne mit dem Säbel verteidigt hat, obwohl er den Frieden liebt und der sah, wie Männer im Dreck starben, Freunde wie Feinde. Um nur ein weiteres Puzzleteil zu nennen."

Linhard von Hohenfelde
"Tja das liegt vielleicht daran, dass Du es niemanden sehen lassen willst Ciel. Und Du bist nicht der einzige der sich die Finger schmutzig machen musste. Oder wie meinst Du kommt ein Nekromant an Leichen? Indem man aus Lebenden Leichen macht - so einfach und banal es klingt, so einfach ist es auch. Und mit jedem Mord für dieses abartige Hobby stirbst Du ein Stück mit, weil es Dich ankotzt, aber trotzdem möchtest Du Papa gefallen. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Tja vielleicht bin ich zu festgefahren, aber es spricht nichts dagegen, es zu ändern. Was wir einst wollten, gar nicht so lange her. Aber dazu gehören immer zwei, einer der es versucht und einer der den Versuch auch zulässt. Ich sehe Dich zudem nicht als verwöhnten Rotzlöffel, denn dann wäre ich genauso einer. Du verhälst Dich nur so, als wärst Du immer noch Feldherr und ich Dein persönlicher Feind. Das bin ich nicht Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Aber du benimmst dich wie einer", fand Ciel. "Du hast weder mich noch meine Braut vernünftig begrüßt. Stattdessen warst du damit beschäftigt, meinen Bruder zu bewachen, indem du ihm unentwegt den Arm um die Hüfte legtest und andauernd knutschtest, während ich mich mit ihm unterhalten wollte. Wenn das kein Affront war, was dann? Ich glaube dir, dass du keine schöne Kindheit hattest und auch wenn du mir das wohl nicht glaubst, bedaure ich dies. Dies gibt dir jedoch keine Blankovollmacht für rüdes Verhalten. Ich erwähnte meinen Einsatz als Feldherr, um dir vor Augen zu führen, dass ich nicht nur ein verwöhnter Schnösel bin, der in Honigmilch badet." Ciel ärgerte sich maßlos über diese Unterstellung, die auch sein Vater ihm machte. Er hielt Ausschau, wo Ferrau stand.

Linhard von Hohenfelde
"Ja Das stimmt, ich benehme mich so. Allerdings nur, weil ich gar nicht mehr weiß wie ich mich Dir gegenüber benehmen soll. Grüße ich, grüße ich nicht, wie grüße ich, wie besser nicht. Ich weiß es nicht Ciel - ich weiß nicht was Du erwartest. Zudem fühle ich mich so als müsste ich Greg bewachen, was nicht heißt dass es tatsächlich so ist, aber Du hast mir mit Deinem Geständnis auch in die Magengrube geschlagen. Sei doch froh, dass ich mich drüber ärgere, dass heißt doch, dass mir Verrill was bedeutet. Wäre es Dir lieber, mir wäre gleich? Du kannst Dich mit ihm unterhalten, dagegen spricht doch gar nichts. Du kannst Dich auch mit mir unterhalten. Das meine Kindheit kein Freifahrtschein für unfreundliches oder dummes Verhalten ist, ist korrekt. Wäre es so Ciel, bliebe es so. Ich fühle mich bei Dir immer als müsste ich auf Eiern laufen, als gehe ich über verdammt dünnes Eis. Das war seit unserem ersten Gespräch so. Warum, keine Ahnung aber Du hattest Spaß dran mich auflaufen zu lassen. Schien jedenfalls so. Ich weiß, was Du für Souvagne getan hast. Dein Bruder hat es mir erzählt. Ich behauptete auch nicht dass Du verzärtelt wärst, im Gegenteil. Zukünftig grüße ich", sagte Lin versöhnlich.

Ferrau
Ferau stand ganz in der Nähe, aber in einigem Sicherheitsabstand und musterte Linhard, der bereits das vierte Glas Bowle trank. Wenn er so weitermachte, musste Gregoire seinen Ehemann zum Altar tragen. Nun dann hatte er wenigstens beide Hände voll zu tun und keine frei, dachte Ferrau kichernd.

Ciel Felicien de Souvagne
"Moment, bitte. Ich bin gleich wieder da." Ciel suchte mit den Blicken nach seinem Leibdiener, bis er ihn fand. Er ließ Linhard stehen, ging zu Ferrau und zog ihn am Oberarm mit sich an eine ruhige Ecke, die es um die Zeit zum Glück noch gab. Lange würde das nicht mehr so bleiben. "Ich brauche deine Einschätzung. Eine ehrliche, wohlgemerkt. Mich halten mehrere Leute für einen luxusliebenden Schnösel, der nicht auf seinen Prunk verzichten könnte! Sogar mein eigener Vater glaubt das von mir! Wie kommen diese Menschen auf diese Einschätzung? Was mache ich falsch, dass es so wirkt?"

Ferrau
Ferrau musterte seinen Herrn von oben bis unten. "Das seid Ihr nicht Herr. Ihr seid heute herausgeputzt, da Eure Hochzeit ist. Aber von all den Menschen, denen Ihr nahesteht meinen das genau zwei. Ich bin nicht der Auffassung. Ihr seht sonst schlicht und gediegen aus. Ihr habt einen Stand zu repräsentieren. Seid Ihr sicher, dass Euer Vater dies so meinte? Ich zweifele Eure Worte nicht an, aber Euer Vater sagt manchmal Dinge die er gar nicht meint. Ganz bewusst, er wiederholt nur anders etwas, dass man einemal sagte damit man über sein Verhalten nachdenken muss. Er denkt um ganz viele Ecken Herr. Daher ist das nicht immer leicht für mich zu wissen, was meint er, wo muss man nur nachdenken und was ist einfach ein Befehl. Fragt Euren Vater doch einfach einmal. Er hat gute Laune. Und ich versichere Euch, ich habe Euch nur gute Kleidung herausgelegt, keine eines Gecken! Ich beschwöre Euch. Oder fragt Eure Brüder. Beide sind ähnlich gekleidet wie Ihr. Glaubt Ihr Dreux ist ein Geck oder Gregoire? Sie sind was anderes, aber keine Gecken. Oder hat dieser furchtbare Linhard das zu Euch gesagt?", wisperte Ferrau verstört. "Er will mich madig machen und uns trennen oder?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Du hast deine Arbeit hervorragend gemacht und ich fühle mich rundum wohl, Ferrau. Meine Frage bezog sich darauf, ob es an meinem Verhalten liegt? Wenn ja, woran? Ich liebe keinen Luxus, das stimmt einfach nicht, es ist eine Unterstellung, die jeder Grundlage entbert! Ja, natürlich hat Linhard das geäußert, wer sonst. Er will uns nicht trennen, die Unterstellung ist seiner außerordentlichen Oberflächlichkeit geschuldet. Er sieht einen See und glaubt, eine spiegelnde Ebene vor sich zu haben. Und falls er uns trennen wöllte, würde ihm das nicht gelingen. Du bist meiner, Ferrau." Er legte die Arme um seinen Diener und drückte ihn einen Moment lang an sich. Er merkte, dass er wehmütig wurde und drückte ihn fester. "Du hast Recht, ich sollte Vater fragen."

Ferrau
"Na dann ist das doch klar! Jeder von Eurer Familie ist für ihn etwas ein Geck, der Proll ist Naridier. Das war wir Benimm und Ettikette nennen, kennt er nicht. Was ihm fehlt ist Erziehung. Eine Benimmschule. Versteht Ihr Herr? Die normale höfische Ettikette könnt Ihr nicht von einem Naridier verlangen, ob nun Adeliger oder nicht. Bei denen sind alle gleich und so behandeln die sich auch. Aber bei uns gibt es Rang, Status und Hirarchie. Und der liebe Linhard, kann froh sein, dass Ihr so eine Geduld habt. Wäre er nicht der Verlobte Eures Bruder, hätte er nun mit nacktem Heck am Pranger gestanden, neben den anderen Frevlern und man hätte ihm für sein loses Mundwerk eine Stockschläge verpasst, damit er es zukünftig hält. Naja, jedenfalls wenn Ihr ihn dazu verurteilt hättet Herr. Ich vermute, er kennt einfach kein Benehmen. Er sagte Euch doch einst, er war immer allein. War dem so, hat ihm auch niemand die Ettikette beigebracht. Seine älteren Verwandten beherrschen sie ja. Er war scheinbar der Laufbursche der Familie oder so etwas. Euer Bruder täte gut daran ihn etwas zu maßregeln und zu erziehen. Ich glaube er fürchtet Euch und Euer Wissen. Wisst Ihr noch beim ersten Treffen? Da wurde er auch so frech, als er keine Argumente mehr hatte", sagte Ferrau leise und berührte Ciel am Arm, als Zeichen dass er ihm beistand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ließ ihn wieder los. "Dann hilft wohl nichts, als ihm aus dem Weg zu gehen und seine hoffentlich meist nur hintergründige Anwesenheit zu ertragen", grübelte er. "Das letzte Mal war Verrill dabei, auf den er ja angeblich aufpassen muss. Jetzt steht Verrill ganz wo anders und schlägt sich den Bauch mit Austern voll. Nicht nur Linhard hatte diesen dummen Vorwurf geäußert, sondern sogar mein Vater. Der zuerst und nun sagt ausgerechnet Linhard das selbe! Du bist ehrlich zu mir, Ferrau? Mache ich mich mit irgendeinem Verhalten vollkommen lächerlich?"

Ferrau
"Nein Herr, dann hätte ich irgendwie versucht Euch anzusprechen. Und bitte, Euer Vater wird doch nichts mit dem Streit von Linhard zu tun haben. Er liebt Euch! Fragt ihn was er meinte und bitte streitet nicht auf Eurer Hochzeit, ich habe doch alles getan was in meiner Macht steht, dass Ihr und Eure Braut glücklich werdet", bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich streite mich nicht", sagte Ciel entschieden. Ferrau guckte ausgesprochen besorgt drein. Das war verständlich, er hatte sich größte Mühe für diesen Tag gegeben, die Vorbereitungen mussten viel Zeit in Anspruch genommen haben und er hatte kaum mehr geschlafen als sein Herr - und nun drohte ausgerechnet jener, der sich hatte wohlfühlen sollen, dem die ganze Sorge galt, seine Hochzeit nicht mehr vollumfänglich genießen zu können. Ciel überlegte kurz. Stritt er vielleicht doch? Womöglich ein wenig. Dann war es das Beste, die Emotionen herauszunehmen und das Ganze radikal auf eine sachliche Ebene herunterzubrechen. "Gehen wir." Er begab sich zu Duc Maximilien. "Vater? Darf ich dich kurz persönlcih sprechen?"

Maximilien de Souvagne
Max schaute Ciel an und nickte freundlich. "Ja natürlich, wie kann ich Dir helfen?", fragte Maximilien liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du hast neulich etwas gesagt, was mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich möchte es gern erklärt haben, damit ich mich ganz auf die Hochzeit konzentrieren kann und nicht grübeln muss. Du sagtest, ich könnte und wöllte auf den ganzen Luxus, in dem ich lebe, nicht verzichten. Was genau hast du damit ausdrücken wollen? Wie waren deine Worte gemeint?"

Maximilie de Souvagne
Maximilien nahm Ciel fest in die Arme und drückte ihn an sich. "So habe ich das nicht gesagt Ciel. Höre mir jetzt ganz genau zu mein Kleiner. Du hast mir gesagt, dass Du Dich verstümmeln möchtest. Stell Dir meine Situation vor. Dein Kind, dass Du liebst offenbart Dir, sich verstümmeln zu wollen. Dein Kind ist jung, gesund und Du liebst es von ganzem Herzen. Und nun sagt es Dir, dass es sich verstümmeln möchte und dabei stirbt es vielleicht. Was würdest Du als liebender Vater tun? Es zwangseinweisen lassen in den Tempel für Geisteskranke? Oder würdest Du versuchen es zu retten, indem Du ihm seinen Irrtum erklärst? Letzteres habe ich versucht Ciel. Du hast mir erklärt, Du möchtest Dich verstümmeln, Dich entmannen um völlig geistesbezogen zu leben. Um Dich voll auf Deine Gedanken konzentrieren zu können und nicht von Gelüsten abgelenkt zu werden. So. Das war unser Grundthema. Also habe ich Dir versucht zu zeigen, was Du alles noch verlieren könntest, wenn Du wirklich nur ein Geist sein möchtest, reine Ratio - reiner Verstand. Ich sagte - Ein Verstand benötigt kein Dach über dem Kopf, keine Kleidung, keine Nahrung und und und. Natürlich kannst Du ohne jeden Luxus leben, Du warst an der Front. Und gezwungenermaßen können wir alle das Ciel. Wir beide schlafen gerne in guten Rosshaarbetten. Aber wenn es keines gibt, dann schlafen wir auch auf dem blanken Boden. Dafür sind wir uns nicht zu fein. Wir sind was wir sind und tun was wir tun müssen. Und ich tat, was ich als Vater tun musste - Dir einen Spiegel vorhalten, um Deine körperliche Unversehrtheit zu retten. Ich sagte dies um Dich als meinen Sohn zu beschützen. Denn auch das ist meine Aufgabe. Du bist ein Teil von mir Ciel und ich liebe Dich. Meinst Du ich schaue zu wie irgendwer Dich verletzt oder tötet? Niemals. Selbst dann nicht, wenn Du es selbst bist. Es ging darum Dir zu zeigen, dass nicht alles was Alex sagt, tatsächlich logisch ist. Und nicht alle seine Ideen sind Dogmen. Wenn einer diese aufstellen kann, dann bin ich es. Aber auch meine Meinung kann letztendlich falsch sein Ciel. Und was ersteinmal ab ist, ist ab. Zudem sehr paradox - Du hast vor Dich zu entmannen um Alex zu retten. Stirbst Du aber dabei, wird Alex sterben müssen, um Dich zu retten. Was hast Du denn dadurch gewonnen oder überhaupt wer? Niemand hat gewonnen, alle haben verloren. Und ein Vater möchte seine Kinder nicht vor sich gehen sehen Ciel. Ebenso hielt ich Dir wegen Nathan einen Spiegel vor. Was nützt es wenn ich Dich schlage, einsperre oder anschreie? Nichts, Du siehst nur einen Vater der wütet, Du spürst nur Schmerz. Du bist so gerne Verstand Ciel. Benutze ihn bitte. Ich zeigte Dir auf, wo der Fehler liegt. Schau hin, sei nicht beleidigt. Du hast geschmollt - zu Recht. Und nun schaust Du was ich Dir zeigen wollte hm?", erläuterte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich an seinen Vater und hörte aufmerksam zu, was er ihm zu sagen hatte. "Ich habe keine Kinder, Papa. Ich weiß auch nicht, ob ich je welche haben werde. Dass Alex mich zurückholen müsste, daran habe ich nicht gedacht. Im ungünstigsten Falle, wenn sein Zauber missglückt, wären wir beide tot. Falls ich diesen Schnitt setze, soll Benito dabei sein. Er kann mich magisch unterstützen. Übrigens habe ich mit Olivie gesprochen, wie du es wünschtest. Es würde sie nicht stören, nicht mit mir schlafen zu können. Ich möchte mich nicht aus Spaß oder einer Laune heraus verstümmeln, wie du es nennst. Ich habe sehr gute Gründe! Aber lass uns jetzt nicht davon reden, sonst machst du dir wieder Sorgen. Mir geschieht nichts, Papa. Warum ich gerade wieder an deine Worte denken musste - Linhard hat mir genau das Gleiche gesagt. Dass ich Luxus bräuchte. Ich frage mich, ob es nicht möglich wäre, dass ich, wie Alex, nur noch Roben trage. Eine ganz einfache Leinenrobe. Und auf den Schnickschnack verzichte."

Maximilien de Souvagne
"Kleiner, mir ist absolut klar, dass Du diese Entscheidung nicht aus einer Laune heraus getroffen hast. Du hast wohlweißlich überlegt. Wie immer Ciel. Aber, Deine Argumente Dir selbst gegenüber sind falsch. Du hast Dich selbst zu etwas Falschem überzeugt. Grund hierfür ist Deine Verehrung für Alex. Aber seine Verehrung muss dort eine Grenze haben, wo es in Fanatismus übergeht und Du dafür Dein Leben ruinierst. Im Moment siehst Du es nicht so Ciel. Du kannst es gar nicht sehen. Aber ich bin Deine Stimme, wenn Du nicht sprechen kannst, ich bin ebenso Deine Augen wenn Du nicht siehst und ich bin Deine Ohen, falls Dir das Zuhören und Begreifen versagt bleibt. Dafür sind Väter da. Sie kämpfen für ihre Kinder. Lass etwas Zeit vergehen und dann reden wir erneut darüber. In Ruhe mit klaren Argumenten. Deine werde ich mir selbstverständlich ebenso anhören. Ciel natürlich ist das möglich, dass Du eine Robe trägst. Schlicht und einfach, wie immer sie aussehen soll. Aber nun erneut ein Spiegel für Dich. Alex sagte... und Du möchtest dies. Linhard sagte... und Du möchtest das. Du verzichtest auf den Luxus, scheinbar. Nein das tust Du nicht Ciel. Du gibst schlichtweg zu viel auf die Meinung anderer Leute und lässt Dich beeinflussen. Du kannst Dir gerne eine Meinung anhören, aber bilde Dir stets Deine eigene Sohn. Dein vermeintlicher Luxus zeigt jedem dies ist ein Prince - ein Mitglied der Krone. Eine schlichte Robe zeigt jedem Adligen - er ist in Ungnade gefallen. Natürlich kann man erläutern, Du hast Dich dem Glauben zugewandt. Aber siehst Du was dann wieder geschieht? Du bist Dich schon wieder am rechtfertigen mein Kleiner. Also wenn Du eine Robe tragen willst, dann wann? Wenn Du es willst! Und wann trägst Du eine Brokatweste die teurer ist als 10 Pferde? Wenn Du Lust drauf hast. Was andere Dir erzählen ist irrelevant. Ciel - frage 5 Leute und Du hörst 10 Meinungen. Ob Du je Kinder haben wirst, wird sich zeigen. Ich würde es mir von ganzem Herzen wünschen, denn Du bist ein herzensguter Mensch. Mutig, gütig, tapfer - das ist mein Ciel. Das Du Dich mit Olivie geeinigt hast, freut mich und worauf Ihr Euch einigt, geht nicht mal Euren Vater etwas an. Es ist Eure Ehe. Falls Du mir etwas erzählen möchtest, gebe ich Dir gerne einen Rat und höre Dir gerne zu. Aber das entscheidest Du. Und nebenbei, selbst wenn alles wunderbar läuft Ciel, ich mache mir immer Sorgen um Euch vier... weil ich Euch liebe".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich hab dich auch lieb, Papa ... ich weiß nicht, warum mich deine und Linhards Worte so treffen. Ich fühle mich zur Zeit, als wäre meine äußere Hülle aufgerissen und alles, was darunter ist, liegt frei, der Witterung und den Elementen ausgeliefert. Linhard macht mich reizbar. Und nun sagten er und du auch noch die gleichen verletzenden Dinge. Ich möchte nicht wie ein überkandidelter Schnösel auf mein Umfeld wirken. Ich nehme mir Kritik zu Herzen. Ich denke darüber nach. Wenn es eine geistliche Robe wäre, würde man dann immer noch glauben, ich stünde in Ungnade? Glaubt man, jeder der eine Robe trägt, tut das?"

Maximilien de Souvagne
"Du tust es gerade schon wieder Ciel. Komm versuchen wir es anders herum. Welche Robe möchtst Du gerne tragen? Beschreibe sie mir. Ich helfe Dir, also leg los. Was für eine Robe soll es sein? Linhards Worte treffen Dich so, weil Du Verrills wahre Natur kennst und Du sie auf zwei Arten liebst. Einmal als Deinen Bruder und einmal als Partner. Ihr könnt die Sache klären und Euch einigen, dass Ihr beide eine Partnerschaft mit Verrill führt, Ihr könnt Euch einigen, dass Du sie freigibst, oder Du kannst ständig mit Linhard Krieg führen. Aber wozu? So wie er da steht, sagt das alles über ihn aus. Guck ihn Dir doch mal an, was siehst Du dann Ciel? Du kannst doch Menschen einschätzen. Verrill vernebelt Dir gerade nur etwas die Sicht. Verrill ist aber nicht hier - und was siehst Du? Linhard steht allein bei der Bowle. Er ist unter hunderten von Gästen ALLEIN. Verstehst Du es nun? Er ist einsam und hat Angst, dass Du ihm die einzigen Bezugspersonen wegnimmst. Als ich Dir den Spiegel vorhielt, bezogen auf reine Ratio - habe ich gesagt ein Geist benötigt keine Diener. Du hattest sofort Angst und wolltest sie behalten. Ich weiß, dass war hart, aber es musste ein heilsamer Schock sein. Du möchtest Deine Lieben nicht verlieren. Du sammelst sogar fleißig immer mehr Vertraute Diener hinzu. Das ist verständlich und ganz menschlich. Aber dann erlaube es Linhard doch auch. Und da Ihr bald einer Familie angehört, was spricht dagegen, dass Du es mit ihm versuchst? Schau mal er ist allein, einsam, hat keine Ahnung von unserem Land, hat nur zwei Leute und davon ist einer tot - wie fühlt er sich gerade? Dann kommt jemand vorbei und möchte auch noch die letzte Person mitnehmen. Was würdest Du tun? Was hast Du getan hm? Du hast vor mir gestanden und geweint. Würde er vielleicht auch Ciel, wenn er das könnte. Und vielleicht tut er es bereits die ganze Zeit auf seine eigene Art ohne Tränen. Du möchtest nicht angegriffen werden, er auch nicht. Wir sind eine Familie Ciel oder? Halten wir nicht zusammen? Ich stehe Dir immer bei, aber auch da sage ich Dir die Wahrheit. Denk bitte einmal darüber nach, über Dich und Deine Diener. Und wie Du Dich fühltest. Und dann wie er sich fühlt. Nun zu Deiner Robe. Wie soll sie aussehen?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich kann die Robe nicht nur nach meinem Geschmack auswählen, da ich einen Teil Souvagnes repräsentiere - Neu-Souvagne. Ich BIN zwar nicht Souvagne, denn das bist du, das seid Ihr, aber auch ich trage unser geliebtes Land im Namen. Darum ist es wichtig, dass ich so wirke, wie ich wirken möchte. Ich möchte bodenständig erscheinen. Eben genau nicht abgehoben. Wir sagen immer, ich sei der Kopf - und so möchte ich auch wirken. Ich habe mich von der Kleidung her im Feldlager wohl gefühlt, wenn ich nicht gerade Rüstung trug. Sie sie war pragmatisch, ich konnte mich hervorragend bewegen darin. Ich habe sie kaum gespürt. Aber ich möchte hier nicht in militärischer Kleidung herumlaufen, da ich den Krieg an der Grenze nicht mit Freude geführt habe. Eine zweite Kleidung, die ich gern trage, ist meine Adeptenrobe. Sie ist nur gefärbter Leinen mit einem Strick als Gürtel. Sie kann schmutzig werden oder kaputtgehen und niemanden kümmert es. Ich trage im Bluttempel nicht mal Schuhe. Ich fühle mich in dieser Robe Ainuwar nahe. Das Nichts und doch alles. Eine dritte Kleidung, die ich schätze, ist meine Schlafgewandung. Das liegt wohl daran, dass ich dann erst wirklich Feierabend mache, wenn ich sie trage und dann mit Ferrau noch spiele oder rede. Das sind Momente, in denen ich rundum glücklich bin. Aber nichts von diesen Sachen kann ich als Prinz im Alltag tragen. Was ist dein Vorschlag? Ich will Linhard nicht Verrill wegnehmen. Linhard wollte sogar schon wieder gehen - ich bin gegangen und habe ihn zurückgeholt. Nicht für ihn, für Verrill. Aber ich habe es getan. Und ich würde es wieder tun. Ich habe ihm sogar etwas gezeichnet, um ihn aufzumuntern. Trotzdem scheint er mich nicht zu mögen und ich mag ihn auch nicht. Ich sehe, wie er dasteht. Aber ich habe doch alles getan, um ihn willkommen zu heißen! Oder nicht? Was mache ich falsch, Papa? Bitte sage es mir. Meine Diener ... du hast recht. Ich sammle Menschen. Ich habe Angst vor dem Alleinsein. Drum habe ich immer das Gefühl, genügend in Reserve zu brauchen und das war richtig so. Khawa und Nathan sind fort. Hätte ich Alex nicht und hätte mir Dreaux nicht Ferrau geschenkt ... Dreaux hat keine Ahnung, wie wertvoll dieses Geschenk wirklich für mich ist. Und ich freue mich über Zerbino, auch wenn ich mit dem noch nicht so richtig warm geworden bin. Aber er ist da, er ist anständig und er ist sehr traurig. Ich glaube, ich mag ihn langsam."

Maximilien de Souvagne
"Die Robe die Du benötigst, muss schlicht und schön sein. Schlichtheit ist die Krone der Schöpfung, so sagt man. Das heißt, Deine Robe wird einfach aussehen, eine klare und einfache Schnittführung haben, aber der Stoff aus dem sie hergestellt wird, wird sie adeln. Niemand muss in bunter Seide herumlaufen um zu zeigen dass er von Stand ist. Und niemand muss sich in flauschige Pelze hüllen Ciel. Ist so ein Pelzmantel mit dem Nerz nach innen und dem Leder nach außen nicht viel wärmer? Also wirst Du einen guten Stoff auswählen, der auch Deine Anforderungen erfüllt. Bequem soll er sein, leicht, weich, gut zu reinigen - da bliebe Loden und Hanffaser. Hanffaser hält ewig und Loden ebenso. Also da haben wir eine schlichte Robe, einfacher Schnitt, gedeckte Farbe aus Hanffaser und oder Loden. Bitte. Du kannst sie auch mit Leder absetzen lassen, dass sie etwas robuster ist. Schuhe solltest Du allein schon Deiner Sicherheit halber tragen, jedenfalls draußen. Man kann sich schnell etwas eintreten und eine Blutvergiftung erhalten Ciel. Im Tempel gehe auch ich schlicht und barfuß. Und was Du über Ainuwar sagtest stimmt - alles und nichts. Verrill versteht das und Du verstehst ihn. Feierabend ist die schönste Zeit Ciel. Wie ich bereits sagte, Du bist gutmütig und dass Du für Deinen Bruder Lin zurückgeholt hast, zeigt doch dass Du über Deinen Schatten gesprungen bist. Das hast Du sehr gut gemacht. Lin ist ein harter Brocken, aber kein schlechter Kerl. Er ist ein Mix aus Angst, Einsamkeit und Sturheit. Und er säuft ganz schön viel für sein Alter, fällt mir dabei auf. Das er versucht mit Dir auszukommen, zeigt mir etwas anderes. Er mag Dich und versucht es auf seine unbeholfene Art. Warum Du ihn nicht magst, ist wahrscheinlich nur eine Spiegelung von dem was Du annimmst. Er mag mich nicht - also mag ich ihn auch nicht. Abwehrhaltung oder? Was hast Du ihm gezeichnet? Zeige mir das später bitte einmal. Und wenn Du ihm einen Gefallen erweisen willst, gehe rüber. Rede mit ihm, und versuch es mal so als redest Du mit einem Diener den Du magst. Und nimm ihm den Alkohol weg, sonst muss ich es tun. Und das wäre eine Zurechtweisung die er heute nicht benötigt. Versuch es noch einmal, wenigstens einmal für uns. Und nebenbei, Du bist Souvagne, wenn nicht Ganz Souvagne, aber ein sehr großer Teil davon, so wie alle Deine Brüder. Merk Dir das gut".

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke, Papa", sagte Ciel glücklich. "Du verstehst es, die richtigen Worte zu finden, um einem zu helfen und einen wieder aufzubauen. Du hast sehr gefehlt ... wir haben uns um alles Notwendige gekümmert und Souvagne wäre nicht untergegangen, aber deine besonnene Art hat uns drei Hitzköpfen gefehlt. Warst du früher ähnlich wie wir oder bist du von Natur aus so? Ich werde mich bezüglich der Robe von Ferrau beraten lassen, er hat einen guten Geschmack. Ich freue mich, dass ich das ausprobieren darf. Wie es auf mein Umfeld wirkt, muss sich zeigen. Ich freue mich wirklich! Für Linhard hatte ich eine alberne kleine Kritzelei gezeichnet. Zwei Sturhammel, die sich die Köpfe einschlagen und eine Meckerziege. Und darunter hatte ich geschrieben: Ende des Kapitels. Mit deiner Erlaubnis werde ich nun zu Linhard gehen und es noch einmal versuchen."

Maximilien de Souvagne
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte Ciel. Du hast ihm alles gesagt, was Du tatsächlich meintest. Nun handele selbst auch danach. Du hast erkannt was ihr seid und es wieder gut machen wollen. Gib ihm seine Chance und gib Euch eine Chance Freunde oder Familie zu werden. Vielen Dank für das Kompliment. Als junger Mann war ich weit weniger besonnen als Du vielleicht vermutest. Meine Meinung war die Gleiche, ich kämpfte stets für und um unser Land, aber mit anderen Mitteln als mein Bruder. Meine Waffe ist das Wissen, das Verständnis das weißt Du. Tja manchmal war ich genauso ein Hitzkopf wie Du und Greg. Es ist nicht verboten jung und wild zu sein Ciel - auch Du darfst das. Nur musste ich mit einem Schlag völlig erwachsen werden als mein Vater und mein Bruder starben. Ich hatte innerhalbs eines Augenblickes ein Volk unter mir, aber niemanden mehr an meiner Seite. Fast niemanden, bis auf Leon - meinen Leibdiener. Ich weiß wie einsam man in so einer Position wie Du sein kann Ciel. Und folglich wirst auch Du verstehen, wie einsam ich einst ab und an gewesen war. Und darum verstehe ich auch, wie sich Dein Schwager fühlt. Deshalb vergesse ich niemals wie wichtig Familie ist. Du bitte auch nicht. Und Eure Idee mit dem Gesetz der warmen Hände, freut mich sehr. Wir sollten mehr davon schaffen. Und nun geh, Du hast besseres auf Deiner eigenen Hochzeit zu tun, als mit Deinem Vater zu quatschen. Rede mit Deinem Schwager, iss Kuchen, rede mit Deiner Liebsten. Und feiere sobald das Fest beginnt. Sorgen können wir uns morgen wieder. Wobei - eine glatte Lüge, das Fest geht drei Tage", grinste Max und gab Ciel einen liebevoll Schubs. "Ab mit Dir mein Kleiner".

Ciel Felicien de Souvagne
Sehr viel besser gelaunt als noch vor einigen Minuten ging Ciel auf Linhard zu. Er nahm ihm das Glas aus der Hand und stellte es auf den Sockel einer Statue. Er versuchte, auszublenden, für wen er Linhard hielt und was er mit Verrill anstellte. Er stellte sich vor, Linhard sei sein neuer Diener, der da allein stand und ein Glas Bowle nach dem anderen trank. Wie würde er reagieren, würde er Ferrau in solch einem Zustand vorfinden? Mit solch einem leeren Blick und das am Tag seiner Hochzeit? Ciel griff Linhard an die Schulter. Dann drückte er ihn.

Linhard von Hohenfelde
Linhard war einen Moment wie überrumpelt, als Ciel ihm das Glas abnahm und ihn umarmte. Lin zögerte für eine Sekunde, ehe er sich traute die Umarmung zu erwidern. Er drückte Ciel ebenfalls an sich und klopfte ihm liebevoll auf den Rücken. "Danke", sagte er leise mit heiserer Stimme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte Linhard zwei Mal mit der flachen Hand über den Rücken ehe er ihn sanft wieder losließ. "Dein Mantel ist ganz schön kalt", fand er. "Trägst du deinen Paps bei dir? Dann habe ich ihn gerade aus Versehen gestreichelt. Du solltest hier nicht so allein rumstehen. Wenn von deinen Angehörigen und deinem Stab noch niemand gekommen ist, geselle dich doch zu uns. Ich stelle dich dann meiner Mutter vor, sie ist etwas anstrengend, aber sehr warmherzig. Ich hasse dich nicht, Linhard, und ich wünsche dir auch nicht die Pest an den Hals. Ich kann mit dir nur nicht gut umgehen. Bring es mir bei. Erkläre mir, was du dir wünschst, damit du dich gemocht fühlst. Denn meine Botschaften scheinen bei dir nicht so angekommen zu sein, wie ich das wollte."

Linhard von Hohenfelde
"Ja er ist bei mir, aber er wird es verstehen. Ich habe es Dir auch nicht gerade leicht gemacht, also ein Neuanfang. Zukünftig grüße ich meine Familie und ich geselle mich zu Euch dazu. Die Wohnung werde ich weniger verräuchern, nicht dass Du noch erstickst, oder ich selbst. Ich sollte mir das eh abgewöhnen. Ich hasse Dich auch nicht, ich habe Dich gefürchtet. Ich dachte Du wärst mich gerne los, vor allem nach meiner Bitte was meinen Vater betraf. Was ich mir wünsche um mich gemocht zu fühlen? Nähe und Freundlichkeit, ich biete das Gleiche. Also Du hast erzählt, Du warst an der Front und Deine Ma hat eine Schwertmeisterin. Wie steht es mit Dir? Lust mal mit mir gemeinsam zu üben? Was meinst Du? Was sind Deine Interessen? Und ebenbei, die Botschaft im Buch hat mir gefallen von Euch beiden, zugegeben. Ich wollte nur nicht so leicht nachgeben, blöderweiser. Weder bei Dir noch bei Verrill. In Ordnung, ich bin vorgewarnt, weshalb ist Deine Ma anstrengend?", grinste Lin

Ciel Felicien de Souvagne
"Nähe und Freundlichkeit. Welche Nähe? Nicht, dass es zu Missverständnissen kommt. Du hast aber nicht gefürchtet, dass ich nachhelfen würde, um dich loszuwerden, hoffe ich?", fragte Ciel. "Rauchen ist wirklich nicht gesund und schon gar nicht in dieser Menge. Alkohol übrigens auch nicht. Wir können gern einmal die Klingen kreuzen. Ich übe zu wenig, da es mir keine Freude macht, das wäre eine Gelegenheit, mal wieder den Übungsplatz zu besuchen. Meine Mutter hat ihre Schwertmeisterin, die ihr auch eine gute Freundin geworden ist. Das lässt mich ruhiger schlafen, denn Minette - so heißt meine Mutter - ist eine sehr liebe Person. Zu lieb, sie erkennt die Gefahr nicht, wenn sie vor ihr steht, sondern lächelt noch und bietet ihr einen Kaffee an. Sie ist ... sehr weiblich in ihrer Weltsicht. Ich finde Gespräche mit ihr grauenhaft. Aber vielleicht kommst du damit besser zurecht."

Linhard von Hohenfelde
"Doch genau das habe ich befürchtet, da Du im Grunde alles straffrei durchdrücken könntest. Wer sollte Dich verurteilen? Dein Vater? Aber das ist in alten Bahnen gedacht und so seid Ihr nicht. Vor allem bist Du so nicht. Freundschaftliche Nähe, so wie Du mit den anderen auch umgehst, mit denen Du befreundet bist. Ich schließe mich dem an. Wir können auch Übungsklingen kreuzen, ehe Greg nachher noch denkt, wir rasten völlig aus. Wäre vielleicht sinnvoller, bis er uns glaubt, was meinst Du? Meine Mutter heißt Fingard und sie war die erste Liebesheirat in unserer Familie. Aber letztendlich hat mein Vater sie wohl mehr geliebt, als sie ihn. Als es zum Streit auf der Hochzeit meines Onkels kam, sollte sie fliehen. Das tat sie scheinbar auch. Jedenfalls hatte mein Erzeuger mich danach auf dem Kieker, da ich zu Brandur gehalten habe. Und meine Mutter warnte mich davor, dass sich mein Erzeuger rächen wollte. Ab dato waren sie getrennte Leute. Es ging Ansgar nicht mal um das ob - das hätte er vielleicht sogar erlaubt. Sprich mich zu warnen. Sondern darum, dass sie ihn nicht gefragt hat. Aber sie ist immerhin meine Mutter. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, fiel ihr das reichlich früh ein. 18 Jahre hat sie Ansgar schalten und walten lassen wie er wollte und auf einmal findet sie ihre mütterlichen Gefühle wieder. Wer es glaubt oder? Ich denke, sie wollte nur vor sich selbst nicht schlecht dastehen. Sie hat getan was sie für ihr Gewissen tun musste. Ich war gleichgültig wie immer. Ansgar liebte Anwolf und hat ihn verwöhnt. Nur zu, aber für mich hätte auch was über bleiben dürfen. Blieb es aber nicht und Fingard hat es damals nicht interessiert. Sie kam ja nicht mal zurück. Sie kam erst zurück, als Brandur beigesetzt wurde. Lange Geschichte, erzähle ich Dir mal in Ruhe. Keine Ahnung ob ich das von Deiner Ma ertrage, aber ich denke schon. Sie redet ja mit mir, worüber ist mir ehrlich gesagt dann gleich. Hauptsache wir haben etwas zu reden. Ich versuche es jedenfalls".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte sich eine Sekunde lang vor, wie er mit Linhard wie mit Ferrau auf dem Sofa saß und sie gemeinsam Karten spielten. Es war eine ungewohnte Vorstellung. Aber er beschloss, es einmal zu versuchen. Er musste Linhard ja hinterher nicht auf dem Sofa schlafen lassen. Alles Schritt für Schritt. Der Reihe nach, schön strukturiert. "Ich wollte dein Leid nicht schmälern. Ich habe unsensible Dinge gesagt. Du hast eine andere Sicht auf die Welt, weil du anders gelebt hast. Du musst dir die Sicht eines Marquis angewöhnen und das wirst du. Wir helfen dir dabei. Dazu gehört aber auch Höflichkeit." Er blinzelte freundlich. "Ob Übungsklingen oder nicht, ist mir gleich. Die Wahl der Waffe überlasse ich dir. Was deine Mutter zu wenig an mütterlicher Fürsorge zeigte, zeigt meine zu viel. Sie behandelt Leute ... mich, aber auch meine Brüder ... nicht immer deren Alter entsprechend."

Linhard von Hohenfelde
"Aber sie liebt Dich und nur darauf kommt es an. Es sei denn sie macht Dich mit Spucke sauber. Dann musst Du mit ihr reden, oder einfach schnell genug weglaufen. Wir waren beide nicht fair zueinander Ciel. Abgemacht Du bringst es mir bei und ich bemühe mich es zu lernen. Wer den Hof repräsentiert, muss sich auch so verhalten können. Und falls Du gerne mal mit Aquilla einen Ausflug unternehmen willst, nur zu dann nehme ich Dich mit", bot Lin freundlich an. Er war froh und glücklich darüber, dass Ciel ihm eine Chance gab. Dass sie beide sich endlich eine Chance gaben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Auf deinem Drachenhuhn? Warum nicht? Wie viele Personen kann das Tier tragen? Wenn er möchte und du es erlaubst, würde ich gern Ferrau mitnehmen. Ich habe bei ihm etwas wieder gutzumachen und es fällt mir schwer, mir angemessene Entschuldigungen zu überlegen. Aber lass uns heute nicht mehr über Verfehlungen sprechen. Lass uns zu den anderen gehen, dein Mann vermisst dich sicher schon."

Linhard von Hohenfelde
"Auqilla kann drei von uns tragen. Wir sind ja nicht allzuschwer und sie ist stark. Ich dachte wir fliegen mal in einen anderen Ort oder zum Meer. Am Meer war ich schon, ist sehr schön da. Zwar kalt und windig, aber auf die raue See zu gucken ist irgendwie beruhigend. Eigentlich immer das gleiche Bild, aber es sieht dort stets anders aus. Du wirst sehen was ich meine. Ich habe einige Steine von dort gesammelt, sie sind ganz glatt geschliffen. Wer weiß wie lange sie in den Gezeiten herumgewirbelt wurden. Fast wie wir, bis wir die Kanten verloren, hat es auch was gedauert. Ich werde Dir einen Lochstein überlassen, als... Freundschaftsstein", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist ein schönes Geschenk, ich werde ihn in Ehren halten. Dann lass uns das nicht aus den Augen verlieren, sobald die Feierlichkeiten vorbei sind. Die Metapher gefällt mir. Dann ist sicher der Stein mit Loch auch eine Metapher. Wir werden zusehen, dass das Loch in deinem Herzen nicht größer wird und vielleicht Heilung findet."

Linhard von Hohenfelde
"Das auch, aber man nennt sie auch Hühnergott, ein Stein mit einem natürlich entstandenen Loch soll den Träger vor Unheil schützen. Und davon kann man ja nicht genug Steine haben oder? Vor allem aber schützt es wohl Geflügel, aber die kleinen auch uns. Drum gebe ich Dir einen ab, als Zeichen wie ich zu Dir stehe. Aber Deine Metapher gefällt mir. Ja ich hoffe es heilt und ich hoffe er schenkt mir etwas mehr. Später, in zwei drei Jahren. Du weißt schon", schmunzelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ein Kind?", fragte Ciel besorgt.

Linhard von Hohenfelde
"Ja ein Kind", antwortete Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schossen die ganzen Sorgen durch den Kopf, die Verrills schmale Gestalt mit sich brachten. Aber er würde das nicht gegenüber Linhard thematisieren. Das musste Verrill tun, denn es war sein Körper. "Ich wünsche euch alles Gute", sagte er so aufrichtig wie unverbindlich, denn dieser Satz konnte alles Mögliche bedeuten und war entsprechend nicht gelogen.

Linhard von Hohenfelde
Lin drückte Ciel, soweit kannte er ihn nun doch schon, um zu wissen was das hieß. "Er entscheidet ob er es tut, oder ob er noch einmal heiratet und sie es tut, in Ordnung? Vergiss nicht, ich liebe ihn auch. Ansonsten Danke Ciel", flüsterte Lin ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drückte ihn zurück. "Ich vertraue euch, dass ihr die Entscheidung sorgfältig abwägt. Ihr seid erwachsene und intelligente Menschen. Ich werde nicht anfangen, euch zu bevormunden, wie Minette das gern tut mit ihren wohlgemeinten Ratschlägen, auch wenn ich manchmal Lust habe." Er grinste etwas. "Das spare ich mir für meine Diener auf."

Linhard von Hohenfelde
"Du kannst uns gerne begleiten, wenn es soweit ist. Nichts spricht gegen einen guten Rat. Es muss wenn genau abgeklärt werden, ob es möglich ist. Vor allem ob es gefahrlos möglich ist. Natürlich wünsche ich mir einen Stammhalter, er ebenso. Aber zur Not nicht von uns - gemeinsam. Ich möchte ihn behalten, er bedeutet mir sehr viel. Wo ist er überhaupt?", flüsterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah sich suchend um. "Ich vermute, am Buffett. Bei den Meeresfrüchten."

Linhard von Hohenfelde
"Oh also gut, dann begleite ich Dich zu unseren Leuten. Er kommt sicher nach. Warum er da so drauf abfährt, weiß ich nicht. Aber ihm scheint es zu schmecken. Ihr habt hier eh Dinge, die ich gar nicht so kannte, was das Essen angeht. Manches ist interessant, machenes echt schräg. Die Kekse sind unschlagbar", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Seite an Seite gingen die beiden zum Buffet und das erste Mal hatte Ciel das Gefühl, dass sie auf einem guten Weg waren.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Der Tanz

#29

Beitrag von Nathan » Mo 14. Mai 2018, 14:12

Fabien Lacomb
Fabien hatte Spaß daran gehabt Nathan beim Einsingen zuzuhören. Er hatte sich vorgestellt, dass er die ganze Zeit über Lieder sang, aber eigentlich tat er das nicht. Er trällerte vor sich hin und achtete dabei darauf wie er den Mund hielt. Fabs tat es ihm gleich, achtete aber nicht auf den eigenen Mund - wozu auch, er konnte nicht singen - sondern auf den von Nathan. Es war schon erstaunlich was der Bursche konnte. Und das obwohl er sich immer so darstellte, als wäre er zu nichts fähig. Gleichzeitig fragte sich Fabien, was damals geschehen war, dass Nathan so grauenvoll gesungen hatte. Jedenfalls wenn man Max hörte. Und Max log ganz sicher nicht. Vielleicht war Nathan krank und erkältet? Er hatte dann meist gar keine Stimme mehr. Gut gelaunt hatten sich beide zurück auf das Fest begeben und schauten sich um. Fabien nahm Nathan bei der Hand und schmunzelte ihn gut gelaunt an. »Möchtest Du zuerst auf das Fest, zu meiner Mutter oder zu Deinen Möbeln?«, fragte Fabien und streichelte Nathan die Flanke.

Nathan
»Ich, ich würde gern mal dorthin gehen, wo die Musik gespielt wird ... und mit dir tanzen. Ich weiß aber gar nicht, ob ich es noch kann. Wenn du magst. Sonst können wir auch was anderes machen!«

Fabien Lacomb
»Mit mir tanzen? Wow, ja klar gerne. Jetzt bin ich gerührt Nathan, ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Aber dafür sage ich ganz schön viel. Ich hoffe ich kann gut genug tanzen um mitzuhalten, erwarte keinen hohen Künste von mir, notfalls tanzen wir beide einfach eng, da fällt es keinem auf«, antwortete Fabien und verschränkte seine Finger mit denen von Nathan.

Nathan
Nathan freute sich, dass Fabien so erfreut auf seinen Vorschlag reagierte, klammerte seine Finger in Fabiens Hand und ging mit ihm nach draußen. »Ich kann auch nicht so gut tanzen. Aber darauf kommt es, glaube ich, gar nicht so an. Man muss es einfach machen und sich wohlfühlen und die schöne Musik dabei hören. Ich finde tanzen enspannend.« Sie hatten den Platz erreicht. Inzwischen gab es hier einen regen Andrang. Die Trauung stand kurz bevor und ganz Souvagne schien auf dem Hof versammelt zu sein. Es war ein Meer bunter Gewandungen, auslandender Kopfbedeckungen und langer Kleider. Nathan hielt Fabiens Hand ganz fest, damit sie nicht von der Masse an Leuten auseinandergedrückt wurden, während er auf die Musik zuhielt.

Fabien Lacomb
Fabien hielt Nathan ebenfalls fest und schaute sich um. Die Kleider und Roben der Adligen stritten um die Wette, wer trug das teuerste und ausgefallenste Gewand, wer hatte den besten Geschmack bewiesen und wer würde morgen und übermorgen noch in aller Munde sein und am Hof Erwähnung finden, da er so vorzüglich gekleidet war? Die meisten interessierte so etwas nicht, Fabien hingegen schon. Er erfreute sich an den schönen Gewandungen und zog Nathan hinter sich her auf die Tanzfläche. Er schaute noch einmal in die Runde und musterte dann ausschließlich Nathan. »Du führst Natty«, sagte Fabien liebevoll und reichte ihm erneut die Hände.

Nathan
»Na gut«, sagte Nathan. »Ich versuche es.« Nathan hatte ein gutes Gefühl für Rhythmus und Walzer waren nicht schwer zu tanzen, verglichen mit anderen Formen höfischer Tänze, die komplizierte Schrittfolgen erforderten. Beim Walzer konnte man sich einfach Arm in Arm von der Melodie treiben lassen. Nathan war kleiner als Fabien, aber wenn Fabien wollte, dass er führte, musste er derjenige sein, der die traditionelle Haltung des Mannes einahm. Er legte Fabien eine Hand auf den Rücken, während Fabien seine auf Nathans Schulter legen musste und schon konnte es losgehen. Die Melodie war sanft und freundlich und leicht zu tanzen. Nathan gab sein bestes, den Tanz zu führen, auch wenn er sonst immer die Rolle des weiblichen Parts übernommen hatte. Er führte Fabien ganz sanft, er war niemand, der angeben oder Führungsstärke beweisen wollte. Er wollte einfach nur mit seinem Liebsten in der Musik versinken.

Fabien Lacomb
Fabs ließ sich von Nathan die Grundhaltung zeigen und genoss die Führung während des Tanzes. Es fühlte sich gut an, sich einfach bei Nathan fallen lassen zu können. Er war liebevoll und dennoch wusste er was er tat. Ganz ähnlich wie im Alkoven, nur waren dort ihre Rollen vertauscht gewesen. In beiden Kategorien konnte man sich auf Natty verlassen. Fabien machte es sich beim Tanzen etwas gemütlich und zog Nat näher zu sich heran. »Du kannst das ziemlich gut, dass gefällt mir. So kann sogar ich tanzen. Danke Schatz«, flüsterte Fabs ihm liebevoll ins Ohr und schmiegte sich kurz an ihn, ehe sie weitertanzten. »Wollen wir nachher was leckeres essen? Was isst Du gerne? Erzähl mal ein bisschen über Dich. Wir wissen so wenig voneinander, dass müssen wir ändern. Wer war Deine Mutter? War sie eine Bardin? Gibt es weibliche Barden?«, fragte Fabs neugierig.

Nathan
»Meine Mama war eine Amme bei den Duponts«, erklärte Nathan, während er Fabien vorsichtig führte, damit dieser mit den Schritten nicht durcheinanderkam. Er genoss es, wie nahe sie sich waren. »Ich habe sie mit 12 das letzte Mal gesehen, ich weiß nicht mehr so viel von ihr und Papa. Mit Papa habe ich mehr Zeit verbracht, weil er mir das Singen beigebracht hat. Es gibt bestimmt weibliche Barden, aber meine Mama hat andere Arbeiten verrichtet. Sie hatte mich bekommen, aber zwei Babys versorgt. Mich und einen kleinen Dupont. Vianney. Mit dem habe ich viel gespielt, bevor ich an den Hof kam. Ich weiß noch, dass Mama kugelrund war, sie hat immer gut zu Essen bekommen, da ihre Milch ja für uns beide reichen musste und sie war sehr, sehr lieb, so wie Papa. Ich hatte wirklich Glück.« Er freute sich, dass Fabien ihn Schatz genannt hatte und bekam ein rotes Gesicht. »Ich esse gern alles, am liebsten Lachscarpaccio mit Orangen. Das schmeckt lecker! Und du? Außer EIntopf und Schnitte?«

Fabien Lacomb
»Ah wo meine Ma arbeitet weißt Du bereits, in der Wäscherei der Hofküche. Also was esse ich gerne, mal überlegen. Mit Eintöpfen liegst Du schon mal richtig und Brote liebe ich auch. Meist etwas herzhaftes, zünftiges. Wurst und Fleisch esse ich gerne, Lammbraten mag ich, manche Fischsorten auch. Kochfisch esse ich gerne, so wie Heilbutt gekocht. Oder davon eine Gemüsepfanne. Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee, oder beides Nathan? Ich bevorzuge Kaffee«, schmunzelte Fabien. Er freute sich über sowas mit Nathan zu reden. Es machte Spaß und er lernte ihn noch besser kennen.

Nathan
»Ich mag Tee«, gestand Nathan. »Der schmeckt schön mild und man wird nicht so aufgekratzt. Manchen Leuten darf man keinen Kaffee geben, die werden da komisch. Das muss ich Ferrau noch sagen, Ciel darf keinen Kaffee bekommen! Und warum magst du lieber Kaffee? Du musst dir mal einen von Khawa machen lassen, der macht den besonders gut. Oder ich mach dir mal einen, Khawa hat es mir beigebracht. Dreaux hat der zumindest geschmeckt. Lachst du manchmal Leute aus? Wenn ja, wofür?«, wollte Nathan neugierig wissen.

Fabien Lacomb
»Damit ich morgen gut aus dem Bett komme und ich mag den bitteren Geschmack. Nein ich lache ganz selten Leute aus, weil ich das als eine Form von Angriff empfinde. Jeder von uns wurde schon mal beleidigt und das ist doch was ähnliches finde ich. Drum nein, es sei denn jemand passiert ein Missgeschick und er lacht selbst drüber. Worüber lachst Du?«.

Nathan
»Ich lache nur über Dinge, die niemandem weh tun. Ich möchte niemanden auslachen. Ich lache nicht, wenn jemand sich den Kopf stößt oder stolpert. Manche finden so was ja lustig. Meistens lache ich einfach, wenn ich so glücklich bin. Was findest du an Leuten doof und was magst du an Leuten?«

Fabien Lacomb
»Das verstehe ich und das gefällt mir sehr gut Natty. Nun ich mag wenn einer offen und ehrlich ist und man sich gut mit ihm unterhalten kann. Über Tiefsinniges und über Blödsinn, man muss über beides reden können. Gemeisam lachen und weinen. Ich lache gerne über flache Witze oder über Tratsch, ich liebe Tratsch. Aber ich weiß auch was es ist, eben einfach nur Blödsinn. Darauf gebe ich nichts, aber ich höre die Märchen gerne. Vor allem die Übertreibungen. Ich mag es nicht, wenn jemand seine Macht ausnutzt oder nur unhöflich zu uns ist, weil wir Diener sind. Manche von denen haben weniger als wir, aber spielen sich auf. Ich mag es nicht, wenn jemand ungerecht ist oder grundlos brutal. Ich mag am liebsten den Herbst, es ist die bunteste und vollste Jahreszeit und das Wetter ist am Schönsten. Morgens kühl, Tagsüber warm und die Erntezeit ist da. Welches ist Deine liebste Jahreszeit?«.

Nathan
»Ich mag den Winter. Man kann kuschlige Sachen tragen oder sich zu Hause vor dem Kamin einkuscheln. Oder in einer heißen Wanne liegen, während es draußen stürmt. Winter macht gemütlich. Man kuschelt sich mit einem heißen Kakao aneinander und erzählt sich Geschichten oder lauscht Musik. Mit mir kann man leider nicht so gut tiefsinnig reden, ich bin nicht so klug. Ich hoffe, du redest trotzdem gerne mit mir.«

Fabien Lacomb
»Absolut ich rede sehr gerne mit Dir und ich rede auch über Tiefsinniges mit Dir. Was Du nichts weißt, wirst Du lernen Nathan, dafür sind Gespräche doch da. Ich weiß auch nicht alles und Du hast mich einfach an die Hand genommen, siehe unseren Tanz. Der Winter ist auch gemütlich, aber oft farblos. Wobei wir selbst können ja die Farbklekse im Winter sein. Gemütlich vor dem Kamin sitzen und was warmes trinken ist schön. Auch vor dem Ofen sitzen macht Spaß. Aber nicht nur im Winter, generell wenn es schuttelig ist. Früher haben wir den kleinen Ofen dann abends noch mal angestochert in unserer Kammer, also bei meiner Ma und ich. Einer stand nachts auf und hat nachgelegt. Komisch woran man sich erinnert, wenn man so die Gedanken schweifen lässt. Kakao schmeckt gut, mit Keksen dabei«.

Nathan
»Du redest immer so lieb von deine Ma ... ich glaub, du redest überhaupt immer lieb von allen. Du bist ein lieber Mensch. Hattest du schon mal, also, einen Partner?«, fragte Nathan schüchtern.

Fabien Lacomb
»Ja früher mal, als ich noch kein Leibdiener war, da war ich noch ein ganz junger Kerl. Nicht mal ein Kerl, ehr ein Bubi. Nun ich versuche mich mit denen abzugeben, über die ich nettes sagen kann. Die anderen muss man nicht erwähnen, von denen erfährt man eh. Du warst immer solo und mit Ciel zusammen oder?«, fragte Fabien neugierig.

Nathan
»Äh, nein, also ja, meine ich. Also ich hatte nie jemand anderes als Ciel.«

Fabien Lacomb
»Verstehe, dass macht ja nichts. Du hast ja so gesehen trotzdem Beziehungserfahrung, da Du immer Leibdiener warst. Das ist auch eine Form von Beziehung. Manche davon halten länger als jede Ehe Nathan, denk immer daran. Ich freue mich auf unsere kleine gemeinsame Kammer, die machen wir uns richtig gemütlich. Mit einem Öfchen und allem was uns so einfällt. Kuschelkissen und Decken, Hauptsache gemütlich und unser Zuhause«.

Nathan
»Oh, das hat mir auch wirklich nie was ausgemacht. Ich hatte ja Ciel, da brauchte ich sonst niemanden. Und Ciel brauchte auch niemanden. Kaum hat er mich nicht mehr, musste er plötzlich heiraten. Das ist doch komisch, oder? So als ob Olivie meinen Platz einnehmen soll. Kuschelkissen mag ich und Kuscheldecken! Darf ich meine Spielsachen da irgendwo hintun? Je nachdem, was Ciel mir noch überlässt, ich muss mich nur trauen, ihn zu fragen. Bist du, also seid ihr, du und Max, also ähm, bist du sicher, dass ich euch nicht störe? Ich habe Angst, dass ich dich ihm weggenommen habe und er dann genau so böse wird wie Ciel.«

Fabien Lacomb
»Es ist unsere Kammer Natty, Du darfst dort hinstellen was Du möchtest. Also natürlich auch Deine Spielsachen. Ich freue mich drüber, haben wir etwas Deko. Es kann gut sein, dass er Olivie als Ersatz benötigt, er benötigt wie Max denke ich viel Nähe und Aufmerksamkeit. Nein, Max und mich hast Du nicht getrennt. Falls ihm etwas nicht gefällt, wird er mir das sagen. Aber er gönnt uns unsere Beziehung. Andernfalls hätte er sie uns verboten Natty. Und wie gesagt, er und ich waren nie zusammen. Wir sind Freunde mehr noch, Vertraute. Und ich empfinde viel für ihn, Du weißt wieviel. Das in Ehveros war Urlaubsstimmung, wir waren nie ein Liebespaar. Das hätte ich Dir gesagt«, flüsterte Fabien Nathan ins Ohr.

Nathan
»Ciel hätte es auch einfach verbieten können ... aber er hat mich lieber verschenkt. Die sind manchmal schwer zu verstehen, die Herren, deiner scheint ruhiger zu sein.« Nathan sprach über diese Dinge genau so leise wie Fabien, aber die Musik übertönte das meiste. Sie drehten sich noch immer im langsamen Walzer. »Ich, ich dachte, ich dachte ihr wärt ein Paar«, gestand er. »Aber das würde mich auch nicht stören, ich hatte nur Angst und will selber niemand sein, der stört. Warum brauchen die de Souvagnes so viel Aufmerksamkeit? Ich glaube, sie sind alle so ... aber warum? Sie waren doch nie allein.«

Fabien Lacomb
»Das ist der Unterschied Nathan. Wenn ich Dich jetzt hier stehen lasse - mitten auf der Tanzfläche, bist Du dann allein? Nein. Aber Du wärst einsam, stimmts? Du kannst unter tausenden Leuten einsamer sein, als wenn Du allein in Deiner Kammer sitzt. Allein und einsam ist ein großer Unterschied. Und sie alle haben große Macht, große Verantwortung und niemanden mit denen sie alle Gedanken teilen können - außer den Verwandten und ihren Leibdienern. Max hatte als er jung war aber seinen Bruder und Vater verloren. Also das was Ciel noch als Vertraute hat, hatte er nicht mal. Er hatte nur seinen Leibdiener. Und auch sie sind nur Menschen die sich mal anlehnen wollen. Und da sie es den ganzen Tag über nicht können, benötigen sie dermaßen Nähe. Verstehst Du? Eine Person wie Ciel oder Dreux oder auch Max kann nicht sagen - oh tut mir leid keine Ahnung. Was würde passieren wenn Max das sagt? Es könnte sogar eine Panik ausbrechen. Krieg? Hups, keine Ahnung, gucken wir mal. Nein er muss immer die Kontrolle behalten, wenigstens nach Außen hin, selbst wenn er Panik empfindet. Er muss es wissen, jeder erwartet von ihm, dass er die Lösung findet oder besser noch sie schon hat. Und mit genug Leuten die Ahnung haben, kann er auch stets eine Lösung finden. Er hat seine Fachleute, Magier, Forscher und und und. Kein Mensch weiß alles. Aber jeder denkt, er ist sowas wie ein allwissendes Wesen - er ist Souvagne, dass Land das selbst spricht. Folglich muss er auch alles wissen was Souvagne betrifft. Und wenn er dann Zuhause ist, möchte er einfach er selbst sein. Genauso Ciel. Stell Dir vor er muss die Grenze sichern und sagt dann - Grenze sicher. Wie? Ja woher soll ich das wissen, macht mal. Das geht schlecht. Also muss er machen, denken, planen, sich informieren, andere anweisen und und und. Er macht die Denkarbeit und fügt die Gedanken anderer zusammen. Zuhause möchte er nicht mehr der Starke sein, der Anführer, der große Ciel der alles weiß. Er benötigt einen Freund, eine Schulter. Jemanden wo er offen sagen kann - ich hoffe das geht gut. Verstehst Du Natty?«

Nathan
»Das hört sich so an, als ob es richtig wäre«, sinnierte Nathan. »Aber da muss Ferrau sich ganz schön umgewöhnen. Weil Dreaux nicht so extrem anhänglich ist, glaube ich. Andererseits wollte ich ihn ja deswegen noch fragen, weil ich das so gewöhnt bin, immer da sein zu müssen. Wehe ich war mal zu lange unterwegs. Da wurde ich dann ausgeschimpft, dass ich lieber wen anders hätte schicken sollen. Ich hoffe, Ferrau nimmt das Ciel nicht übel oder macht ihn traurig. Meinst du, Ferrau schafft das? Der gemeine Zerbino ist zum Glück nicht allein bei Ciel. Wo wir an der Nordgrenze waren, da war Ciel nachts besonders anhänglich. Ich schlief bei ihm und rr hat im Schlaf am Daumen genuckelt, ich habe ihm den dann immer aus dem Mund gezogen, damit er keine schiefen Zähne bekommt. Am Tag musste er wieder Feldherr sein und Souvagne schützen.«

Fabien Lacomb
Fabien musste sich ein Lachen verkneifen, als er sich Ciel vorstellte, dessen Zähne völlig krumm und schief aus dem Mund hängen und alles nur, weil er im Stress am Daumen genuckelt hatte. Fabs musste einige male um seine Beherrschung kämpfen, ehe er antwortete. »Doch sie sind alle gleich, sie müssen sich nur erst an einen gewöhnen. Max war von Anfang an auch nicht so zutraulich wie jetzt. Man muss sich erst kennenlernen und warm miteinander werden. Dein Herr muss spüren, dass er bei Dir gut aufgehoben ist und Dir völlig vertrauen kann, auch Dir als Person. Ciel mit Daumen im Mund muss knuffig aussehen«, grinste Fabs.

Nathan
»Das sah auch knuffig aus. Wir waren da noch 15. Mir hat das gefallen, ich durfte ihn streicheln. Er tat mir sehr leid, weil der Untschied zwischen Tag und Nacht so dolle war. Tags war er Feldherr, Nachts ein Kind. Aber er hat seine Aufgabe gut gemacht. Die Grenze wurde fertig gesichert und niemand ist in Souvagne mehr eingefallen aus der Richtung. Und er hat Khawas Truppe besiegt. Wie lange hat es gedauert, bis Max dir so vertraute, dass er sich geborgen bei dir fühlte?«

Fabien Lacomb
»Ja dass muss auch hart für ihn gewesen sein, er musste einer Rolle gerecht werden die so schon kaum jemand schafft und dann in dem Alter. Einige Monate hat es gedauert, also fast vier Monate. Er hat um Leon getrauert, so habe ich ihn kennengelernt. Leon war gestorben und er war fertig. Ich bediente dort und fragte einfach wie es ihm geht. Keine Ahnung warum, eigentlich darf man Herrschaften nicht ansprechen, aber er tat mir leid und ich konnte meinen Mund nicht halten. Ich gab ihm ein Taschentuch, da ich dachte dass er weinen müsste oder so. Ab dato war ich sein neuer Leibdiener. Er vertraute mir schon, aber er ließ mich gefühlsmäßig nicht so nah an sich heran. Das dauerte etwas, was ja verständlich ist. Anders hätte ich es als seltsam empfunden. Wenn er über Leon spricht, dann redet er nur gut über ihn, er hat ihn sehr geschätzt und extrem vermisst«.

(Fortsetzung folgt)

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Ciel Felicien de Souvagne

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Planänderung

#30

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 15. Mai 2018, 00:52

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte noch etwas sehr, sehr wichtiges mit Gregoire zu besprechen, bevor es ans Eingemachte ging. Er wartete einen günstigen Moment ab, wo es nicht so unangenehm wäre, das Gespräch mit Dreaux und Linhard zu unterbrechen, die ebenfalls in der Runde standen. Das war gut, so würde Linhard nicht gleich wieder allein gelassen werden. »Greg, auf ein Wort unter vier Augen?«, fragte Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Natürlich«, schmunzelte Greg und drückte Linhard seinen Teller behutsam in die Hand. »Wir sind gleich wieder da«, sagte er freundlich und zog Ciel mit sich. Als sie außer Hörweite der anderen waren ließ Greg ihn los und musterte ihn neugierig. »Worum geht es?«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe etwas in der Bibliothek recherchiert. Kannst du mal kurz drüberschauen, ob das so seine Richtigkeit hat?« Ciel zog ein winziges Notizbüchlein aus der Tasche, blätterte und schlug die richtige Seite auf. Von dort angefangen fand sich eine stichpunktartige Anleitung für die Hochzeitsnacht. »Stimmt das so oder würdest du noch was ergänzen oder ändern?«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm das Buch entgegen und laß die Liste von Ciel durch. »Ich würde das Drumherum ergänzen. Denn bevor es zur eigentlichen Sache geht, wird sie nervös sein. Linhard wird ebenso nervös sein. Nun jeder ist nervös bei etwas, dass er zum ersten Mal tut. Deshalb solltest Du es Euch so leicht wie möglich machen. Alles was dazu gehört und Euch entspannt. Gedämpftes Licht, vielleicht etwas das gut duftet, sie mag Rosen, etwas leckeres zum Essen. Nur eine winzige Kleinigkeit, gar nicht tatsächlich zum Essen gedacht. Aber falls sie nicht weiter weiß als Übersprungshandlung hervorragend geeignet, einfach etwas zu naschen, anstatt nicht mit den Händen zu wissen wohin. Etwas zu trinken, Sekt auf alle Fälle, oder etwas Süßes. Das Vermittelt meist Geborgenheit. Ihr könnt Euch vorher auch mit etwas leckeren füttern, als Zeichen dass Ihr Euch vertraut. Das nimmt die Hemmschwelle. Es geht Dir ja nicht rein um den Sex, sondern darum mit ihr eine schöne Zeit zu verbringen. Ihr zu zeigen dass Du sie magst, ihr Freund und Liebhaber aber auch ihr Mann bist. Um ihr zu beweisen, dass von Dir keine Gefahr ausgeht, gleichgültig wieviel Angst sie hat, Du zwingst sie zu nichts. Also muss alles seinen eigenen gemütlichen Gang gehen. Es darf nie Hetze aufkommen oder Druck. Vielleicht badet Ihr beiden vorher im Zuber gemeinsam zusammen. So etwas in der Art oder kuschelt vor dem Kamin in einer großen Decke. Dazu benötigst Du dann Süßes zum Naschen. Aber keine Kekse, die krümmeln und das wäre ärgerlich wenn es dann piekst«, flüsterte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm ihm das Buch aus der Hand, stützte sich damit gegen den Sockel einer Statue und schrieb alles auf, was Gregoire ihm erklärte. »Gut, um das Drumherum kann Ferrau sich kümmern, dann vergesse ich nichts. Baden, hm ... dann ist man schon nackt. Das sollte also erst relativ spät kommen.« Ciel machte eine Klammer um das Baden und einen Pfeil der an die Stelle führte, wo er es für richtig erachtete. »Ansonsten alles richtig?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Ansonsten alles korrekt wie es sein sollte Ciel...«, sagte Verrill übergriff seine Hand und schloss mit seinen Fingern nicht nur Ciels Hand, sondern dabei auch zeitgleich das Buch. »Die Liste gibt Dir Sicherheit nicht wahr? Du kannst Dich nicht fallen lassen oder? Worauf hättest Du selbst denn Lust? Stell Dir einmal vor, dies wird der rundeste Abend, den Du je hattest. Ein Abend wo Du sagst, wunderschön, einfach herrlich. Wie wäre der Abend dann? Wie würde er verlaufen? Überlege und antworte absolut ehrlich«, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte ihn einen Augenblick lang an. »Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ja, die Liste hilft mir, da ich nicht weiß, was ich tun soll. Ferrau hat genau so wenig Ahnung, der ist mir in der Hinsicht keine Hilfe.« Plötzlich blitzten Ciels Augen auf und sein Mund verbreiterte sich zu einem Grinsen. »Da fällt mir doch glatt etwas ein.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Du grinst gerade wie eine Katze, der man einen fetten Fisch serviert... was hast Du vor?«, grinste Greg verschwörerisch.

Ciel Felicien de Souvagne
»Eine Planänderung. Aber ich muss prüfen, ob sie funktioniert. Du kannst dich wieder zu Lin gesellen, ich bin einige Minuten weg. Danach sag ich dir Bescheid. Wünsch mir viel Erfolg!«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Natürlich wünsche ich Dir viel Erfolg, bis gleich Ciel«, sagte Greg und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. »Toi toi toi und stell nichts an. Um das Land zu verlassen ist es zu spät«, grinste Greg und schlenderte davon.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seinem Bruder zum vorläufigen Abschied die Hand auf den Arm, noch immer breit grinsend. Kaum war Gregoire weg, fuhr Ciel zu Ferrau herum. »Wo ist Alexandre?«

Ferrau
»Vermutlich in seinen Gemächern Herr oder schon mit Zerbino unterwegs hierher«, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Er muss schon hier irgendwo sein, such ihn und bring ihn samt Zerbino her.«

Ferrau
»Jawohl«, sagte der Leibdiener und flitzte davon. Er suchte und schaute nach dem hageren Magier und hielt nach dem Schnurbart von Zerbino Ausschau. Als er sie beide entdeckt hatte, bleib er vor ihnen stehen. »Marquis mein Herr möchte Euch ganz dringend sprechen. Folgt mir bitte«, bat Ferrau und führte Alex zu Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Alexandre von oben bis unten an. So gepflegt konnte Alexandre sich wirklich in der Öffentlichkeit sehen lassen. Er verkniff sich ein Kompliment, da er wusste, dass der Marquis Komplimente bezüglich Äußerlichkeiten nicht ausstehen konnte. Stattdessen umarmte er ihn liebevoll zur Begrüßung. »Schön, dass du hier bist. Darf ich dir einen Moment Zerbino entführen? Ferrau wird sich derweil um dich kümmern.«

Alexandre de la Grange
Wenig begeistert nickte Alexandre.

Zerbino
Zerbino folgte Ciel und musterte ihn dabei etwas nervös. »Herr wie kann ich Euch helfen?«, fragte er respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel suchte sich eine der wenigen verbliebenen Ecken. »Warum so nervös?«, fragte er. »Im Übrigen, erstklassige Arbeit. Alexandre macht was her.«

Zerbino
»Nun Herr, weil ich mich sehr gut mit dem Marquis verstehe und ich hoffe Ihr zieht mich dort von dem Dienst nicht wieder ab. Ich habe mir sehr große Mühe gegeben und ich mag den Marquis sehr«, antwortete Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel winkte ab. »Nein, keine Sorge. Ich würde dich nur für eine kurze Zeit ausborgen. Du bist doch ein erfahrener Mann. Was würdest du davon halten, mir bei der Hochzeitsnacht zu helfen?«

Zerbino
»Das kann ich gerne tun Herr, was genau wünscht Ihr zu wissen?«, fragte Zerbino erleichtert.

Ciel Felicien de Souvagne
»Nichts, ich habe bereits alles aufgeschrieben.« Er klopfte auf seine Kleidung, wo er das Notizbuch verborgen hatte. »Ich dachte an eine praktische Einweisung.«

Zerbino
»Was genau meint Ihr damit?«, hakte Zerbino nach.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich meinte damit, dass du bei der Hochzeitsnacht dabei bist und mir praktische Hilfestellung gibst«, erklärte Ciel.

Zerbino
»Ich soll Euch Kommandos geben? Gut abgemacht«, grinste Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, Anweisungen und notfalls könntest du auch demonstrieren, wie es geht. Und ich ahme es dann gegebenenfalls nach.«

Zerbino
»Mit einer Frau?«, hakte Zerbino nach und schaute sich um.

Ciel Felicien de Souvagne
»Olivie ist ganz offensichtlich eine Frau«, sagte Ciel.

Zerbino
»Das meine ich doch nicht Herr! Ich muss es Euch doch vormachen und dazu benötige ich eine Frau«, erklärte Zerbino grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja doch, du solltest es mir an Olivie zeigen«, erklärte Ciel.

Zerbino
»An Olivie Herr? Seid Ihr sicher? Ich dachte ich demonstriere es Euch an einer anderen Frau und Ihr macht es einfach mit Olivie nach«, schlug Zerbino vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich will keine wildfremde Person in meinem Schlafzimmer haben«, sagte Ciel entschieden. »Dich kennen wir beide und dir kann man vertrauen. Du bist alt und im Umgang mit Damen erfahren, so sagtest du.«

Zerbino
»So ist es auch. Also meint Ihr ich soll Hand an Eure Frau legen? Oder es nur verbal demonstrieren? Herr Ihr musst das bitte genau sagen, nicht dass ich für meine Hilfe auf dem Block lande!«, stöhnte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich habe es doch bereits erklärt. Du sollst mir vormachen, wie es ihr gefällt und gegebenenfalls eine Anleitung geben. Ich kann Frauen schwer einschätzen. Aber Verrill meinte, bei dir fühlte sie sich wohl und geborgen, also wird auch Olivie sich in deinen Händen wohl fühlen.«

Zerbino
»Sie? Ihr wisst... Ihr wisst davon?«, keuchte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ja, weiß ich. Und?«

Zerbino
»Aber nicht von mir! Ich habe niemals meinen Schwur gebrochen. Woher wisst Ihr das? Von wem? Von wem?«, fragte Zerbino ernst und packte Ciel an den Schultern. »Ihr müsst schweigen, Ihr dürft Euch nie wieder versprechen, Herr! Ich beschwöre Euch!«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm einen Finger von Zerbino und pflückte die Hand von seiner Schulter. Das selbe machte er mit der zweiten Hand. »Mein lieber Zerbino, ich habe mich nicht versprochen. Ich sprach von ihr, damit du weißt, warum ich dich auswählte. Olivie soll sich wohlfühlen. Und warum sollte sie anders fühlen, als mein anderes Schwesterchen, hm?«

Zerbino
»Herr sagt sowas nicht. Wen Euch jemand hört. Ich habe geschwiegen und Ihr müsst auch schweigen. Es ist verboten darüber zu sprechen. Wenn Euch jemand Eingeweihtes hört, werden sie denken ich habe gesprochen und mich wegen Hochverrat hinrichten lassen, oder schlimmeres, Pfählen lassen oder Vierteilen lassen. Er muss geschützt werden, er ist etwas besonderes. Dass müsst Ihr dann doch wissen. Er ist völlig eins, Ihr bringt ihn in Gefahr. Es gibt Leute die jene töten und abschlachten wie Albinos. Wisst Ihr das nicht? Wollt Ihr Euren Bruder gefährden? Es gibt auch Menschen die sich grundlos vor ihnen fürchten. Er ist ein ER Herr. Ich helfe Euch, aber beim Abgrund so schweigt endlich!«, flehte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
»Mir ist bekannt, wie dumm und bösartig Menschen sind. Wie einfältig und wie blind gegenüber den Botschaften Ainuwars. Darüber habe ich mir meine Gedanken gemacht. Das darf so nicht bleiben. Ich arbeite bereits an einem neuen Gesetzesentwurf, der genau jene Verbrechen nicht nur zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern auch zur Lästerung der Götter erklärt. Aber vorerst werde ich schweigen. Du hast Recht, Zerbino. Hilfst du mir nun aus Angst? So war es nicht gedacht, ich dachte, ich mache dir eine Freude mit dieser Ehre. Nun gut. Dann wird Ferrau mir beistehen.« Ciel blickte zur Seite. Es wollte ihm einfach nicht gelingen, irgendwen mit einem seiner Geschenke zu erfreuen.

Zerbino
»Nein Herr ich helfe Euch aus Freude und stehe Euch bei. Aber ich beschützte auch Euren Bruder, ob ich ihm noch diene oder nicht. Mein Schwur ist nicht gebrochen. Versteht mich doch. Und ja, Ihr habt Recht, Menschen können grundlos sehr dumm und sehr grausam sein. Das ist leider wahr. Er ist nicht missgestaltet, falls Ihr ihn gesehen habt. Sondern ihm fehlt nichts und das ist genau das, was ihn besonders macht. Was Ihr vorhabt freut mich sehr. Für all jene die anderes und doch jene von uns sind. Ihr tut sehr gut daran. In jedem Geschöpf lebt schließlich der Geist Ainuwars nicht wahr? Und in solchen Wesen, wenn ich dies so sagen darf, manifestiert er sich. Er zeigt uns eine andere Wahrheit, jene hinter der Norm und Gleichheit der anderen. Und böse Menschen Herr sehen dies sehr wohl. Aber sie sind neidvoll wollen Ainuwars Werk zerstören. Oder es vernichten und sich damit einen Teil von ihm, von dieser Macht aneignen. Dabei hat niemand an Macht gewonnen der ein Stück eines Albino aß und keiner konnte jemals hinter den Schleier blicken oder bekam das zweite Gesicht, der einen Zwitter aß. Ich helfe Euch, natürlich helfe ich Euch. Aber die Hilfe hat nicht mit meiner Angst um ihn zu tun. Ihr seid mein Herr, aber ich bitte für das Wohl Eures Bruders. Ihr habt es doch selbst im Auge, wie ich sehe«, bat Zerbino freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Zerbino sehr intensiv. »Jetzt ist es an mir zu fragen: Woher weißt du von den Schleiern? Meinen Geschwistern wird nichts geschehen. Ich wache über sie. Jetzt, wo du Alexandre näher kennst, weißt du auch, wie sehr ich das wirklich tue. Du hilfst mir also, Olivie in dieser Nacht glücklich zu machen?«

Zerbino
»Ja selbstverständlich helfe ich Euch, sehr gerne sogar. Euer Bruder klärte mich darüber auf. Nun das ist vielleicht zuviel des Guten. Er erzählte davon. Er hat sich oft damit befasst, da man annimmt, dass jene die zwei sind - oder besser gesagt ein Ganzes, das zweite Gesicht haben. Ihrer Sicht fehlt keine Hälfte. Das soll ihnen ermöglichen hinter den Schleier zu blicken. Ähnliches sagt man Menschen mit zwei unterschiedlichen Augenfarben nach. Sie können scheinbar ab und an in den Nexus blicken, ohne Magie wirken zu können. Ob es stimmt wissen die Magier oder die Bücher Eures Bruders Herr. Ich hörte oft nur zu und schnappte einiges auf«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. »Gut, dann halte dich für später bereit. Du darfst dich bis dahin wieder um Alexandre kümmern, aber sag ihm schon einmal bescheid, dass du dann einige Stunden nicht anwesend sein wirst, aber vielleicht wird er sich dann ohnehin schon wieder zurückgezogen haben. Und bitte schick mir Ferrau her.«

Zerbino
»Ja Herr, habt Dank und verzeiht meinen ängstlichen Ausbruch«, bat Zerbino und eilte zurück zu Alexandre. »Ferrau Du sollst zu Deinem Herrn zurückkehren, er verlangt sofort nach Dir«, wies Zerbino den anderen Leibdiener an. Ferrau eilte sofort los zu Ciel. »Herr hier bin ich wieder. Zerbino sagte es wäre eilig«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte sich inzwischen mit einem Glas alkoholfreier Bowle versorgt und naschte mit einem Spieß ein paar Obststückchen daraus. »So eilig ist es nun auch wieder nicht, aber es freut mich, dass du auch schnell zu Fuß sein kannst, wenn du es musst. Ich habe endlich eine Lösung für das heutige Hauptproblem gefunden. Welche den positiven Nebeneffekt hat, dass du heute die gesamte Nacht Freizeit hast.«

Ferrau
»Welches Hautproblem habt Ihr?«, keuchte Ferrau, »ich kümmere mich sofort darum!«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte irritiert. »Es war jenes Problem, das zu kümmern dir solche Sorgen und Kopfzerbrechen bereitet hat. Die Hochzeitsnacht!«

Ferrau
»Was hat das mit Eurer Haut zu tun? Herr ich bin verwirrt. Soll ich Euch vorher einölen?«, schlug Ferrau vor.

Ciel Felicien de Souvagne
»HAUPTproblem«, wiederholte Ciel noch einmal deutlich.

Ferrau
»Ahhhhh, verzeiht Herr. Ich war in Sorge um Eure Gesundheit und Euer Wohlbefinden. Ja dass ist gut, Zerbino wird sich um das HAUPTPROBLEM kümmern, sehr wohl der Herr«, antwortete Ferrau knallrot.

Ciel Felicien de Souvagne
»Wir alle sind etwas durcheinander. Du wirst also die gesamte Nacht so verbringen dürfen, wie es dir beliebt, mit den bekannten Einschränkungen. Zerbino hat sich bereit erklärt, mich bei der Hochzeitsnacht zu unterstützen.«

Ferrau
»Dann werde ich feiern Herr und mir den Bauch vollschlagen«, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, dass Ferrau die Botschaft so gut aufnahm. »Dann ist es mir offenbar endlich einmal gelungen, jemandem eine Freude zu machen.«

Ferrau
»Ja mir auf alle Fälle. Ich dachte zuerst verängstigt Ihr hättet Pickel oder Ausschlag bekommen von meiner Pflege und das heute! Zum Glück nicht und ich darf feiern«, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
»Vorausgesetzt«, Ciel hob einen Finger, »Alexandre gibt dir ebenfalls für diese Zeit frei. Ich vermute, er wird die Feier recht schnell wieder verlassen wollen, aber ich weiß es natürlich nicht genau. Sollte er bleiben, wird er deiner Anwesenheit bedürfen.«

Ferrau
»Wieso denn das? Kann er nicht bei einem der neuen Adligen bleiben? Wo ich einmal im Jahr frei habe?«, fragte Ferrau zerknirscht

Ciel Felicien de Souvagne
»Frag ihn das doch bitte selbst. Er war wenig erfreut, dass ich ihm Zerbino entführe und so ist es das mindeste, ihm einen vertrauenswürdigen Ersatz zur Seite zu stellen.«

Ferrau
»Ja Herr, ich werde mich um den Marquis kümmern. Wie Ihr wünscht. Vielleicht dauert mein Dienst bei ihm gar nicht so lange. Verzeiht«, sagte Ferrau und schlich davon.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte verdutzt. Ferrau hatte ihn einfach stehen gelassen. Etwas hilflos stocherte er in seiner Bowle herum, ehe er sich entschied, zu Gregoire zurückzugehen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg grinste seinen Bruder breit an. »Na alles gut bei Dir? Du wirkst etwas fahrig«, kicherte Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm seinen Bruder noch einmal beiseite. »Nichts, es ist alles in Ordnung, Ferrau schleicht nur schon wieder, das ist immer etwas verstörend, ihn so zu sehen. Ich habe eine Lösung für mein Problem gefunden! Zerbino wird mich bei der Hochzeitsnacht unterstützen!«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Oh darauf hätte ich auch einmal Lust, Du meinst eine Menage a trois? Als Beziehung wünsche ich mir dies, aber rein als Dreier vielleicht nicht schlecht hm? Zerbino hilft Dir also, dass freut mich für Euch. Schützenhilfe?«, fragte Verrill flüsternd.

Ciel Felicien de Souvagne
»Schützenhilfe? Was meinst du?«, fragte Ciel zurück. »Er soll es vormachen. Habe ich ihm gesagt. Aber eigentlich soll er es mir abnehmen. Ich liege dabei und schaue zu, schmuse vielleicht ein bisschen mit Oli. Wie stellst du dir deinen Dreier vor?«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Bequem und liebevoll zwischen zwei Männern. Zuerst darf ich beide beglücken und sie mich danach auf beide Weisen. Aber das ist nur Spinnerei, weil es beide Weisen nicht für sie gibt. Sagen wir der zweite Durchgang wäre ich liege in Deinen Armen und wir küssen uns, während mein Mann mich verwöhnt und dann drehe ich mich um und Du darf mich verwöhnen, wärend ich ihn küsse. Wobei eben etwas mehr möglich wäre - aber nun der Schritt ist gefährlich. Du weißt schon. Eine andere Vorstellung von mir ist, dass ich Mann und Frau habe. Eine Frau die zu uns beiden passt, wo er sich mit mir und ihr beschäftigt. hast Du nie solche Gedanken? Ah Zerbino soll also Oli bestäuben, nun warum nicht. Zerbino wird es gefallen«, kicherte Greg und knuffte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam rosige Wangen, als Verrill ihn als Bestandteil des Dreiers erwähnte. »Du hast ... solche Fantasien ... in denen ich vorkomme? Oder sagst du das nur so? Ich selbst verbiete mir solche Gedanken. Sie sind nicht zielführend. Ich habe mich auf deinen Tipp verlassen. Du meinstest, du hast dich bei ihm immer wohl und gut aufgehoben gefühlt. Also dachte ich, dass Olivie sich bei ihm sicher ebenso wohl fühlt. Er ist alt und erfahren. Ich werde von ihm lernen, falls ich es doch noch irgendwann benötige und wenn nicht, wird er sich fortan um Olivies Bedürfnisse kümmern. Dann kommt sie nicht auf dumme Gedanken, falls ihr doch etwas von mir fehlen sollte.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Sicher habe ich das ab und an, wieso sollte ich Dir sonst das Angebot unterbreitet haben? Und tue nicht so, als fühlst Du nichts. Abgesehen davon, ja bei Zerbino habe ich mich immer sicher und gut aufgehoben gefühlt. Er ist ein guter Leibdiener und ich werde mir einen suchen, wo ich erneut so fühle. Ebenso sicher fühle ich mich bei Euch, bei meinen Lieben. Aber noch ein Stück mehr, ein gewaltiges Stück mehr und das gilt auch für Lin. Er ist zwar manchmal etwas seltsam und schräg, aber auf eine niedliche Art. Du weißt was ich für ihn empfinde. Und deshalb hast Du mir eine sehr große Freude damit gemacht, Dich mit ihm auszusöhnen Ciel«, sagte Greg sanft und nahm seine Hand. »Dankeschön dafür«.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel merkte, wie ihm heiß wurde. »Seit wann machst du dir ... diese Gedanken? Seit ich sagte, dass ich eigentlich dich heiraten wollte? Doch, ich fühle etwas. Das bestreite ich ja gar nicht.« Er drückte sanft Verrills Finger. Eigentlich hatte er bewusst Gregoire um seinen Rat gefragt und nun stand schon wieder Verrill vor ihm.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Unnötige Frage Ciel, da meine Antwort JA gewesen wäre. Also wohl kaum erst seit der Frage. Heute gar nicht so logisch hm? Aber wieso auch an unserem Hochzeitstag? Nun manchmal hegte ich solche Gedanken und aufeinmal stand der besagte Naridier vor uns und es war mit einem Schlag alles anders. Gewaltig anders, denn ich wollte ihn und ich wollte nicht mehr schweigen müssen. Nicht vor ihm, nicht vor Dir - oder vor anderen aus der Familie. Aber er ist was besonders wie Du. Bei Euch habe ich keine Angst zu sein wer ich bin. Aber Du solltest davor auch keine Angst haben, schon gar nicht was Olivie angeht. Ich werde heute Abend zu ihm als sein Mann ins Bett steigen und er wird auf diese Art mein Mann werden. Das ist klar, er gehört mir und er gehört zu mir. Auch wenn er mich vorher schon als Mann lieben durfte. Heute ist er meiner, absolut und so vollziehen wir die Ehe. Zuerst wird er meiner und dann werde ich seiner. Und so steigst Du auch zu Olivie ins Bett, als Ihr Mann Ciel. Merk Dir das«, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte, als würde er aus einem Traum erwachen. »Sie meinte, ich bin in erster Linie immer noch ihr Bruder. Es muss sich zeigen, ob wir mehr füreinander empfinden können. Aber für den Notfall habe ich ja Zerbino.« Sie hatten noch immer ihre Hände in einander verschränkt. Ciel löste vorsichtig die Berührung.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Daran ist doch nichts Schlechtes, und falls Du weitere Frauen ehelichen möchtest, steht Dir das offen. Wer weiß, vielleicht findest Du eines Tages eine Frau die Du liebst, begehrst und heiraten möchten aus völlig anderen Gründen. Ich wusste immer, dass ich zwei Personen heiraten möchte. Darüber hinaus wird es sich zeigen. Vater hat auch drei Frauen. Und ich wünsche, dass ich mit ihnen befreundet bin. Mit Linhard bin ich auf einem guten Weg dahin. Wir mögen uns, wir sind verliebt, wir verstehen und wir zanken uns. Also es passt. Bei Euch wird es auch bald passen, trau Dich mal ein bisschen was. Du hast ganz andere Schlachten gewonnen Ciel«, antwortete Greg und legte ihm die Hand auf die Schulter. »Darf ich etwas fragen?«

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte nur.

Gregoire Verrill de Souvagne
»Du bittest Zerbino um Hilfe bei Olivie, weil Du dort nicht möchtest. Bei mir würdest Du dieses Geschenk annehmen. Heißt das Du begehrst mich und sie nicht? Ich möchte es nur wissen, ich werte es nicht. Du kennst meine Neugier und es betrifft halt mich. Falls dem so ist, sag mir bitte warum«, bat Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich weiß es nicht genau. Diese ganze Thematik ist Neuland für mich. Sie verwirrt mich. Und ich stehe ... allein da. An der Front hatte ich Berater. Ich hatte Menschen, von denen ich lernen und mir ihr Verhalten abschauen konnte. Aber wenn ich das jetzt versuche ... dann er scheinen mir diese Menschen, von denen ich lernen könnte, so abstoßend. Wie Tiere. Und jene, die mir nicht abstoßend erscheinen ... jene, bei denen ich es vielleicht als etwas Schönes empfinden würde, jene, von denen ich wirklich lernen will ... jene können mir nicht helfen. Kein Buch beantwortet mir wirklich meine Fragen. Ich kann nur vermuten. Vielleicht ist es ... weil ich dich als etwas so Besonderes sehe, während Olivie eine gewöhnliche Frau ist? Oder weil wir Brüder uns schon immer näher standen? Ich weiß es nicht, Verrill, Greg, ich weiß es wirklich nicht.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Das hast Du schön gesagt und ich Danke Dir für die Worte. Im Herzen befürchtete ich etwas anderes, obwohl Du mir schon einmal gesagt hast für was Du mich hältst, für etwas von Ainuwar wie Deinen Nathan. Und ja, er ist und bleibt auf seine Art Dein Nathan. Nun ich bin Dein Bruder und Deine Schwester zugleich. Ja wir standen uns immer nahe, auch wenn wir manchmal nicht so viel miteinander zu tun hatten. Ihr seid die Macher, ich bin der Leser und Sammler. Dennoch, als wir einmal Streit hatten, gleichgültig wie kurz er war, hat sich meine Kehle zusammengeschnürt. Lass sowas nie wieder vorkommen. Ich habe mich Dir offenbart, Dir noch vor Dreux, da ich Dir absolut vertraue. Ich hatte es schon lange vor, aber weder den Mut noch die Gelegenheit. Oder sagen wir es so, ich suchte Ausreden. Ich hatte Angst dass Du mich abstoßend finden könntest, mich als Bruder zurückweist. Aber so wie Du reagiert hast, das war Balsam für meine Seele. So reagierte Lin auch, so wie Du, oder so wie Vater mich sieht. Es ist nichts Falsches an mir. Dennoch habe ich manchmal die Angst, das mich Leute so sehen. Das wäre so nicht schlimm, aber würdest Du mich so sehen, oder Dreux, dass könnte nich nicht ertragen... nicht verkraften... es wäre... reden wir nicht davon. Beraten kann Dich nur jeder theoretisch Ciel. Es gibt keinen tatsächlichen Schlachtplan. Und das was es an Wissen gibt mein Lieber, dass steht in Deinem Notizbuch. Alles weitere bringt Dir das Leben und die Erfahrung bei. Ich wünsche Dir trotz allem heute Nacht eine herrliche Zeit und mir natürlich auch. Ich hoffe Lin hat keine Angst, oder nicht zu große. Aber zuerst freue ich mich auf die Trauung. Du sieht sehr gut aus Ciel, Dein Ferrau hat gut gewählt. Du bist ein hübscher Kerl, Olivie kann froh sein Dich bekommen zu haben, eindeutig«, schmunzelte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
»Dass du dich mir anvertraut hast, bedeutet mir sehr viel. Was hast du denn befürchtet? Ich werde versuchen, so oder so das Beste aus dieser Nacht zu machen. Zerbino wird dabei helfen, dass es keine völlige Enttäuschung für Olivie wird, sollte sie sich mehr erhofft haben, als ich ihr vielleicht bieten kann. Ich weiß nicht, ob ich es hinbekomme. Ob ich es will. Ich will nicht, dass sie mich mit solchen Schmerzen sieht. Es würde ihr nur Angst machen.«

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg beugte sich zu Ciel und flüsterte ihm ins Ohr. »Dann erleichtere Dich vorher selbst etwas, dass hilft Dir Anspannung und Druck zu nehmen. Sonst ist es so wie im Schrank Ciel. Du musst den Überdruck loswerden. Was ich ständig befürchte ist, wenn es jemand weiß, dann möchte er es einmal mit einem Monster, einem Freak getan haben. Ich habe Angst dass mir jemand sowas sagt, mir ins Gesicht knallt was ich für eine... Missgeburt bin... sowas. Wenn man manche Leute reden hört bekommt man Angst, bei anderen fühlt man sich geschmeichelt. Drum verstehe ich Vaters Warnung. Und ich wusste nicht wie Ihr reagiert. Gesagt ist viel, was wenn Du so jemand gegenüberstehst? Du hast Dein Wort gehalten Ciel, auch wenn Du mir nie eines gegeben hast - nicht bewusst. Ebenso hat Lin sein Wort gehalten, auch wenn er nie eines gab. Ihr seid beide tief in Eurem Herzen absolut gute Kerle, dass sollt Ihr wissen und lasst Euch nichts anderes einreden«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich sehe dich auch als etwas Besonderes. Nicht im negativen Sinne aber ... es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass es mich nicht anzieht. Du gefällst mir, sehr. Ich hoffe, das stößt dich nun nicht ab, dass ich das gesagt habe. Es ist nichts ... Böswilliges in meinen Gedanken. Nur unendliche Zuneigung für dich mit allem, was du bist. Vielleicht ist es auch der Reiz der verbotenen Früchte? Du gehörst nun Lin und ich bin bestenfalls ein Gast. Ich möchte mich nicht erleichtern. Ich mag das nicht, Greg. Ich fühle mich dabei schäbig.«

Gregoire Verrill de Souvagne
»Nein das stößt mich nicht ab, es ist eines der größten Komplimente die ich je gehört habe. Denn Du sagst, Du magst mich nicht nur trotz meiner anderen Art. Sondern wegen meiner anderen Art. Du verachtest nichts an mir, Du liebst es. Was kann es Schöneres geben? Für Dich und ihn ist es kein Makel, sondern Schönheit und das zu hören ist wundervoll. Ich weiß, dass Du nichts Bösartiges empfindest. Aber etwas wissen, oder es gesagt zu bekommen ist schon was anderes. Es zu hören beruhigt und freut mich sehr. Wie sehr, dafür finde ich keine passenden Worte. Danke ist nicht annähernd dass Glück, dass es ausdrücken kann. Aber Dankbarkbeit ist dabei und Liebe. Ob Du Gast bleibst, bleiben musst oder wir einen anderen Weg wählen, dass können wir später immer noch entscheiden Ciel. Du musst Dich nicht schäbig fühlen, aber wenn Du es nicht magst, binde es doch ein und lass es sie ganz sanft tun. Sie könnte Dich streicheln und Dich sanft und liebevoll erleichtern, ohne dass Du etwas geben musst. Das wäre doch ein seichter Einstieg für Euch. Sie massiert Dich und Du schmust mit ihr. Ansonsten sei einfach lieb und zärtlich zu ihr. Ja ich gehöre Lin und ich werde ihm das heute beweisen«.

Ciel Felicien de Souvagne
»Ich wollte versuchen, überhaupt nicht in ihrem Beisein zu kommen. Das hängt aber auch davon ab, wie sehr sie es sich wünscht, und wie hartnäckig sie ist. Vielleicht mag ich es ja dann doch. Ich möchte es gern ausprobieren, nachdem Zerbino es vorgemacht hat. Oder er soll mich anleiten, je nachdem, wie es Olivie besser gefällt. Aber kommen wollte ich dabei nicht. Mal schauen. Wie weit wir kommen. Und ob überhaupt.« Ciel drückte Greg einen Kuss auf die Wange. »Ich danke dir für deine Worte und deinen Rat. Ich beginne langsam, mich auch ein wenig darauf zu freuen und nicht nur Angst zu haben. Ja, du bist Schönheit pur. So wie Alexandre, auch wenn die meisten das anders sehen würden. Ich gehe noch ein wenig zu ihm, bevor der Ernst losgeht.« Er lächelte zum Abschied und ging zu Alexandre. Er war gespannt, ob Ferrau inzwischen bei dem Erzhexer angelangt war oder ob er einen besonders großen Umweg gegangen war.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire schaute seinem Bruder hinterher und strich sich über die Wange. »Du ebenfalls mein großer Beschützer - innen wie außen. Euch nur das Beste und davon sehr viel...«, flüsterte Verrill auch wenn sein Bruder ihn nicht mehr hören konnte. Er drehte sich um und kehrte zu Linhard zurück. Greg umarmte seinen zukünftigen Mann und küsste ihn liebevoll. »Ihr zwei...«, schmunzelte Verrill und lehnte sich glücklich an.

Gregoire Verrill de Souvagne
Ferrau stand bei Alexandre und musterte seinen Herrn glücklich. Er sah lockerer aus, entspannter. Ferrau freute sich für Ciel. Die Trauung konnte kommen, fand der treue Leibdiener. Für beide Paare.
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