Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Erstes Gespr├Ąch von Max und Ciel nach der Ankunft

#21

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 02:02

Ciel Felicien de Souvagne
Nachdem Ciel f├╝r die Hochzeit in Schale geworfen worden war und Ciel Alexandre zu Zerbino geschickt hatte, machten er sich auf den Weg, um seinen Vater zu begr├╝├čen. Er hatte Ferrau im Schlepptau. ┬╗Hast du meine Frage vorhin geh├Ârt? Magst du Tattoos?┬ź, fragte er, w├Ąhrend sie durch den Korridor liefen.

Ferrau
Ferrau kratzte sich am Kopf. ┬╗Ich habe mir noch nie dar├╝ber Gedanken gemacht Herr, ich finde sie optisch nur sehr sch├Ân. Wie steht es mit Euch?┬ź, fragte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich selbst w├╝rde mich nicht unbedingt t├Ątowieren lassen, ich gebe Narben den Vorzug. Aber wie steht es mit dir? K├Ânntest du dir eine T├Ątowierung an dir vorstellen?┬ź

Ferrau
Ferrau nickte zustimmend. ┬╗Ja wenn ich mal sehen k├Ânnte, wie man sie bekommt schon. Aber solange ich das nicht wei├č, sage ich lieber noch nichts dazu. Vielleicht ist es sehr schmerzhaft┬ź, gab Ferrau zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es erfolgt durch das wiederholte Stechen einer Nadel, wodurch die Tinte in die tieferen Hautschichten eingebracht wird. Es ist schmerzhaft, aber Schmerzen haben einge gute Reinigungswirkung. Und ich finde, diese Art von Schmerz ist nicht sonderlich intensiv, gut ertr├Ąglich auch f├╝r Anf├Ąnger. Was f├╝r ein Motiv w├╝rde dir gefallen?┬ź

Ferrau
┬╗Oh ich w├╝rde etwas nehmen was ich gerne mag, zum Beispiel finde ich die Fische im Gartenteich sehr sch├Ân. So etwas. Das w├Ąre sch├Ân. Etwas woran ich selber Freude habe, wenn ich das Bild betrachte┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann ├╝berleg dir ein Motiv. Du kannst es bei dem Hofk├╝nstler in meinem Namen in Auftrag geben. Arbeitet so lange daran, bis es dir gef├Ąllt. Ob gro├č oder winzig, einfach oder komplex, wichtig ist, dass du dich damit wohlf├╝hlst. Ich k├╝mmere mich um den Rest. Nur bei der Farbwahl bist du etwas eingeschr├Ąnkt. Ich w├╝nsche, dass du dir ein Motiv mit hohem Rotanteil aussuchst oder eine ausschlie├člich rote Umsetzung w├Ąhlst.┬ź

Ferrau
Ferrau lachte und dr├╝ckte Ciel. ┬╗Die Fische im Teich Herr, sie sind doch alle rot. Das ist also kein gro├če Akt. Habt vielen Dank. Wann darf ich es mir denn aussuchen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte etwas und dr├╝ckte Ferrau zur├╝ck. ┬╗Ich freue mich, dass es mir offenbar endlich einmal gl├╝ckt, jemandem eine Freude zu machen. Arbeite das Motiv gemeinsam mit dem K├╝nstler aus, sobald du Zeit findest. Warte m├Âglichst nicht zu lange damit. Lasse die T├Ątowierung aber noch nicht stechen, ich m├Âchte gern dabei sein.┬ź

Ferrau
┬╗Ihr k├Ânnt mir dann die Hand halten Herr, falls ich Angst bekomme. Also ich m├Âchte dass sie echt aussehen. Freut Ihr Euch das Euer Vater zur├╝ck ist?┬ź, fragte Ferrau und klopfte an die Gemacht├╝r von Maximilien. Es dauerte einen Moment bis Fabien die T├╝r ├Âffnete. Ferrau starrte ihm kurz auf die Arme, dann ins Gesicht und l├Ąchelte freundlich. ┬╗Mein Herr m├Âchte zu Eurem Vater┬ź.

Ferrau
┬╗Entschuldigt, zu seinem Vater┬ź, korrigierte sich Ferrau.

Fabien
Fabien trat beiseite und machte eine einladende Geste. ┬╗Bitte tretet ein┬ź, bat er freundlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Als Maximilien h├Ârte, wer dort zu Gast war, stand er auf und ging seinem Sohn entgegen. ┬╗Schau einer an. Wie geht es Dir an Deinem besonderen Tag Ciel?┬ź, fragte Max liebevoll und nahm ihn in die Arme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gr├╝├čte Fabien neutral. Ihm schossen die Bilder durch den Kopf, die der Geistmagier ihn ├╝bermittelt hatte. Nathan, der auf Fabien lag. Er musste sich anstrengen, sie beiseitezuschieben. Beim Eintreten strich er Ferrau beil├Ąufig ├╝ber die Kleidung, damit er sich wieder beruhigte. Sein Leibdiener war offenbar ziemlich durch den Wind. Als sein Vater aufstand, beschleunigten sich Ciels Schritte und er umarmte diesen ganz fest. ┬╗Papa┬ź, sagte er gl├╝cklich. ┬╗Ich bin nerv├Âs. Aber froh, dass du es rechtzeitig geschafft hast. Wir haben dich sehr vermisst und viel Bl├Âdsinn angestellt in der Zwischenzeit. Aber dabei haben wir unser Bestes gegeben.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Souvagne samt Hof steht noch, soviel Bl├Âdsinn kann es nicht gewesen sein, oder habt Ihr irgendwem den Krieg erkl├Ąrt?┬ź, lachte Max und k├╝sste seinen Sohn auf die Stirn. ┬╗Na los, erz├Ąhl was hier los war und verrate mir endlich wer Deine Braut ist┬ź, bat Max gut gelaunt und setzte sich in einen Sessel. Er deutete Ciel an es ihm gleich zu tun. Fabien brachte f├╝r beide Kaffee und Geb├Ąck und musterte kurz Ferrau, der wie Falschgeld im Weg stand. Fabien deutete an, dass dieser sich zu seinem Herrn setzen sollte. Ferrau setzte sich ein St├╝ck hinter Ciel und l├Ąchelte freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein, den Krieg habe wir niemandem erkl├Ąrt. Aber hier ist einiges drunter und dr├╝ber gegangen. Wie du siehst, habe ich einen neuen Leibdiener. Sogar zwei, wie fr├╝her. Mir geh├Âren nun Ferrau und Zerbino. Nathan dient Dreaux. Was Khawa tun wird, wei├č ich nicht, er ist bisher nicht wieder eingetroffen. So weit die neuen Rahmenbedingungen. Dreaux hat ein wundervolles neues Gesetz erlassen - ich nenne es gern das Gesetz der warmen H├Ąnde, auch wenn es offiziell sehr viel k├╝hler hei├čt. Aber ich denke, das sollte er dir vielleicht selbst mitteilen. Der Erlass zur ├ächtung der Nekromantie wurde erstellt und ist ab 7.5. vollumf├Ąnglich g├╝ltig. Und, hm, zwischendurch erfolgten auch noch unsere beiden Verlobungen. Ich werde Olivie heiraten.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das Gesetz der warmen H├Ąnde klingt nach etwas Gebendem. Etwas fast Barmherzigem, gut ich werde mich gedulden und nicht weiter nachbohren. Du heiratest also Olivie? Ich h├Ątte nicht gedacht, dass Dir Deine Schwester so nahe ist Ciel. Aber wo die Zuneigung oder hoffentlich Liebe hinf├Ąllt. Meinen Segen dazu habt Ihr. Wen heiratet Gregoire? Das steht auch in den Sternen und ich w├╝sste gerne Genaueres. Und wie kam es zu diesem spontanen Entschluss von Euch beiden? Bis jetzt kann ich nur sagen, dass Ihr Eure Arbeit sehr gut gemeistert habt Ciel. Die Nekromantie hat sich gegen die Rakshaner selbst gewannt, uns soll nicht das Gleiche widerfahren. Aber genug der Gesch├Ąfte, reden wir von Euch. Wer ist das Herzblatt von Greg und wie kam es zu Deiner Verlobung?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wusste es selbst nicht, bis das Gespr├Ąch darauf kam, dass sie den Zwergen heiraten sollte. Man merkt manchmal erst, was man hat, es droht, verloren zu gehen. Olivie ist eine kluge, sanftm├╝tige Frau. Ich liebe sie sehr. Gregoire hat sich f├╝r einen der neuen Marquis entschieden - Linhard von Hohenfelde. Der sehr viel weniger sanft ist. Aber sie scheinen gut zueinander zu passen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun Greg mag es manchmal wenn jemand die Hosen f├╝r ihn an hat um ihn aus seinem B├╝cherturm zu befreien. Aber dann l├Ąsst er sich auch gerne mitziehen. Ich hoffe er hat dabei nicht zuviel sagen wir mal Schabernack getrieben. Wie ist dieser Linhard so? Wie steht er zu Greg? Ist es eine Zweckehe oder eine Liebesehe? Wie kommst Du darauf, dass Olivie den Zwerg heiraten sollte? Ciel ich bitte Dich. Ich h├Ątte eventuell dar├╝ber nachgedacht, dass sie den Zwerg ehelichen d├╝rfte, h├Ątte sie darum gebeten. Sprich h├Ątte sie sich in K├Ânig Dunkelerz verliebt und beide h├Ątten eine gemeinsame Zukunft geplant, dann h├Ątte ich ├╝berlegt ob ich Olivies Wunsch erf├╝lle. Aber ich habe zu keinem Zeitpunkt geplant sie mit Dunkelerz zwangszuverheiraten. Erstens ist dies nicht meine Art, auch ihr werdet - sagen wir mal h├Âchstens sanft gedr├Ąngt, aber nicht zwangsverheiratet. Sonst w├Ąrst Du es schon. Und K├Ânig Dunkelerz h├Ątte da auch noch ein Wort mit zu reden. Wie stellst Du Dir ├╝berhaupt so eine Ehe vor, wider der V├Âlkergrenzen? Ich glaube rein k├Ârperlich trennt uns mehr von den Zwergen, als das es uns verbindet. Und suchen Frauen nicht gro├če M├Ąnner, statt winzige f├╝r ihre Handtaschen?┬ź, scherzte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, ich hoffe, nicht alle. Ich bin ja auch nicht gerade imposant.┬ź Ciel stellte sich vor, wie Olivie nach den wandelnden Schrankw├Ąnden von der Leibgarde schaute, w├Ąhrend sie mit ihrem zierlichen Mann ├╝ber den Hof flanierte. Etwas besorgt runzelte er die Stirn. ┬╗Nun, es gibt jedenfalls auch Leute, die ├╝ber solche Oberfl├Ąchlichkeiten keinen Gedanken verschwenden. Von daher kann es durchaus sein, dass sie sich zu dem Zwerg hingezogen gef├╝hlt h├Ątte. Thekla, die Zofe meiner Mutter, ist schlie├člich auch in Khawa verliebt, obwohl sie eine anst├Ąndige Souvagnerin ist. Wir waren uns nicht sicher, ob du das Gemeinwohl in diesem Falle ├╝ber das Wohl von Olivie gestellt h├Ąttest, wenn es notwendig gewesen w├Ąre. Denn das Gemeinwohl widerum w├Ąre auch ihr Wohl. Jedenfalls ist sie nun meine Braut und ich bin mit ihr sehr gl├╝cklich. Was meinen Schwager angeht ... nun ...┬ź Ciel ├╝berlegte, was er sagen sollte. Im Raum waren schlie├člich nicht nur er und sein Vater und er wollte Linhard nicht unn├Âtig madig machen. Also sagte er etwas unverf├Ąngliches. ┬╗Ich glaube, anfangs stand schon eher ein zweckdienlicher Gedanke dahinter. Inzwischen scheinen sie sich zu m├Âgen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien nahm einen Schluck Kaffee und musterte seinen Sohn. ┬╗Wir beabsichtigen mit unserem Sohn vertraulich zu sprechen, die Bediensteten verlassen unser Gemach┬ź, befahl Max.

Ferrau
Ferrau stand wie eine Sprungfeder auf und eilte zur T├╝r.

Fabien
┬╗Wie Ihr w├╝nscht Herr┬ź, antwortete Fabien ergeben und folgte Ferrau etwas langsamer. Er schob den Leibdiener von Ciel vorsichtig zur T├╝r hinaus und schloss sie hinter sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte Ferrau hinterher und fragte sich, warum dieser es so eilig gehabt hatte, den Raum zu verlassen. Er wartete, bis die beiden Diener sich von der T├╝r entfernt hatten. ┬╗Ich kann ihn nicht leiden┬ź, sagte Ciel nun ehrlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun das mit dem Zwerg war ein Scherz meinerseits. Wie ich sagte, wo die Liebe hinf├Ąllt. W├Ąre dem so gewesen, h├Ątte ich versucht f├╝r Olivie dar├╝ber nachzudenken. Das Gemeinwohl Souvagnes liegt in Souvagne. Leider sind andere V├Âlker nicht so ehrenhaft oder wortgebunden wie wir. Aber das spielt keine Rolle. Es gibt auch gegenteilige Str├Âmungen. So habe ich pers├Ânlich einen Freund in F├╝rst Tsaagan gefunden, einen ehrenwerten Mann. Und bei einem Tiefling h├Ątte dort wohl jeder abgewunken Ciel. Die Menschen oder V├Âlker sind nicht immer das was sie vorgeben zu sein. Weder Zwerge, Alben, Tieflinge noch Menschen. Von daher, wenn Du mit Olivie gl├╝cklich bist, macht mich das ebenso f├╝r Euch beide gl├╝cklich. Zudem bin ich selbst nicht gerade ein H├╝ne oder? Was wei├čt Du ├╝ber Deinen Bruder Greg? Sprich offen und was wei├čt Du ├╝ber Deinen Schwager? Ich kann im Moment nicht absch├Ątzen, wie offen ich mit Dir sprechen kann. Gibt es sonst etwas dass Du mir anvertrauen m├Âchtest? Was ist zwischen Ferrau und Dreux und Zerbino und Greg geschehen? Und Du besitzt Nathan nicht mehr┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich ...┬ź Ciel sammelte sich einen moment. Er w├╝rde nicht vor seinem Vater die Fassung verlieren. ┬╗Das Thema geht mir sehr nahe. Alle Themen. Ich m├Âchte nicht petzen. Aber es gibt Dinge, die kann man nicht f├╝r sich behalten, egal, ob sie vertraulich sind. Und zwar dann, wenn sie die Gesundheit anderer Leute unn├Âtig gef├Ąhrden. Ich habe Ferrau von Dreaux geschenkt bekommen, weil dieser ihn nicht mehr wollte. Du kennst mich, ich will immer alles genau wissen und schaute mir Ferrau gut an. Er war nicht nur gr├╝n und blau geschlagen und getreten, ├╝berall dort, wo die Kleidung es verdeckt, sondern er hatte auch eine gebrochene Rippe. Kaum hatte er sich etwas erholt ist auch noch Greg mit einem gl├╝henden Sch├╝rhaken auf ihn losgegangen. Ich bin w├╝tend, Papa, w├╝tend, wie sie mit ihm umgegangen sind und mehr als eine l├Ąppische Entschuldigung ist nicht gekommen. Von Greg nicht einmal das. Er hat sich bei mir entschuldigt, nicht bei Ferrau. Zerbino h├Ątte um ein Haar ein ├Ąhnliches Schicksal ereilt - Linhard wollte ihn f├╝r Greg beseitigen lassen, weil dieser der Meinung war, Zerbino w├╝rde seine Geheimnisse ausplaudern. Was meines Wissens nach nicht stimmt. ├ťber Verrills Geheimnis bin ich im Bilde, doch nicht ├╝ber Zerbino, sondern weil sie selbst sich mir offenbart hat. Dreaux hat S├╝hne angeboten f├╝r sein Fehlverhalten, er m├Âchte in einem Tempel dienen - von Greg habe ich nichts dergleichen geh├Ârt. Was Nathan angeht ...┬ź Ciel ├╝berlegte sehr gut, was er nun sagte. ┬╗Er hat mit jemandem geschlafen. Hinter meinem R├╝cken, ohne mich zu fragen. Das hat mich sehr verletzt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max rutschte ganz nah zu Ciel auf, so dass sie beide nebeneinander sa├čen. ┬╗Ciel wir sind unter uns und Du kannst mir alles sagen. Das was Verrill betraf, dass habe ich weder Dir noch Dreux noch sonst irgendwem je erz├Ąhlt, da ich der Auffassung bin, dass es ihr selbst zusteht. Aber ich bin auch der Auffassung, dass sie damit nicht hausieren gehen darf. In meinen Augen macht sie das zu einer gewaltig starken und zeitgleich ├Ąu├čerst verletzlichen Person. Vielleicht hat sie deshalb selbst die B├╝cher und ihr Refugium der Bibiliothek gew├Ąhlt. Aber b├Âsartig ist Verrill nicht, nur manchmal ├Ąu├čerst unbeherrscht wenn sie ihre Tage hat. Und weist Du sie dann zu Recht, bringst Du ihre Welt zum Einsturz. Jedenfalls f├╝r einige Zeit. Das Dir die Themen nahe gehen hei├čt, dass es Dir etwas bedeutet. Mir ebenso, denn Du bedeutest mir etwas. Nathan hat mit Fabien geschlafen Ciel. Das wei├č ich von Fabien, da er mir dies auf unsere R├╝ckreise gestand. Das Du w├╝tend auf Deine Br├╝der bist, verstehe ich nur zu gut. Ich bin es nach so einer Behandlung ebenfalls. Unsere Diener opfern nicht nur ein Gro├čteil ihres Lebens f├╝r uns, sondern sie haben erst gar keines. Sie leben unser Leben mit, um uns jede Unanehmlichkeit zu ersparen, jeden Handgriff f├╝r uns zu erledigen und unser Leben in Luxus und Wohlgefallen zu verwandeln. Und das wird mit Schl├Ągen, Tritten und einem Sch├╝rhaken beantwortet? Diese Antwort von Dreux und Greg werde ich nicht unbeantwortet lassen. Der Tempel ist eine ausgezeichnetete Idee. Und vielleicht der Hof eines befreundeten Adligen, wo die beiden sich als Diener versuchen d├╝rfen. Frage nicht warum der Mann so komisch geht - gehe mal in seinen Schuhen. Und das werden die beiden um zu lernen. Wie kam dieser Linhard auf eine derma├čen rabiate Idee oder hat Verrill ihn darum gebeten? Wie steht es mit Dir? Liebst Du Olivie tats├Ąchlich? Oder ist es eine Deiner Fluchtversuche Ciel?┬ź, fragte Max und nahm ihn in den Arm.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich fest an seinen Vater an. Er rang sehr mit sich. Er wusste, dass er seinem Vater alles anvertrauen konnte - aber wollte er es? Wollte er, dass sein Vater im Bilde dar├╝ber war, wie es wirklich in seinem Sohn vorging? ┬╗Dass sie ihre Tage hatte ist doch keine Rechtfertigung! Du h├Ąttest Ferrau sehen sollen, er lag am Boden und schrie um sein Leben, als sie ihn verbrannte. Vor Angst hatte er sich eingen├Ąsst. Ich bin so w├╝tend auf Verrill, so derma├čen w├╝tend ... ich wollte mit ihr pers├Ânlich dar├╝ber sprechen, mehrmals, ich wollte sie nach allen Regeln der Kunst zurechtstutzen f├╝r diese Bosheit. Aber stattdessen, ich wei├č nicht wie, ist es jedes Mal damit geendet, dass wir Arm in Arm auf dem Sofa lagen. Und das macht mich noch w├╝tender! Der Wunsch, Zerbino zu beseitigen, ging von Verrill aus und doch wollte Linhard sie darin unterst├╝tzen, ohne auch nur zu versuchen, es ihr auszureden. Er war auch dabei, als Ferrau geschlagen, verbrannt und gedem├╝tigt wurde und soll ich dir was sagen? Es hat ihn erregt, es war nicht zu ├╝bersehen. Nicht nur, dass er nicht versuchte, Verrill zu beruhigen, er fand es auch noch gut, was sie da tat! Ich frage mich, wie erregend er es gefunden h├Ątte, h├Ątte er selbst dort gelegen. Ich will nicht, dass man die Domestiken so behandelt. Ob sie nun mir geh├Âren oder nicht. Meine Domestiken waren stets die Menschen, die mir am n├Ąchsten waren, von meiner Familie abgesehen. Das mit Nathan und Fabien ... es hat sich angef├╝hlt wie Verrat. Drum habe ich Nathan verschenkt. Aber zu keinem Zeitpunkt h├Ątte ich ihn daf├╝r derart misshandelt oder auch nur die Hand gegen├╝ber ihm erhoben!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich verstehe und ich sehe es ebenso wie Du. Ob mir der Diener pers├Ânlich geh├Ârt oder nicht spielt keine Rolle, denn sie alle unterstehen dem Hof, folglich mir, also meinem Schutz. Letztendlich kann ich sogar behaupten jeder Souvagner ist mein Eigentum. Aber gibt es mir das REcht sie so zu behandeln? Laut Gesetz - ja. Ich bin die h├Âchste Macht, mein Wort ist das Gesetz. Aber was w├Ąre ich f├╝r ein Mensch, wenn ich so willk├╝rlich handele? Ein Duc? Nein ein Despot. Und das ist ein gewaltiger Unterschied. Zudem wird sie nicht ihre Tage gehabt haben, dass sieht anders aus. Himmelhoch jauchzend und zeitgleich zu Tode betr├╝bt. Du solltest f├╝r Dein pers├Ânliches Wohlbefinden mit Verrill reden und sehr eindeutige Worte finden. Du solltest ihr offen sagen, wie sehr Dich das angewidert, verletzt und abgesto├čen hat, was sie tat. Aber halte dazu besser Abstand, Du scheinst sie gewaltig zu lieben Ciel. Und ich glaube gerade das, macht Dich noch w├╝tender auf sie. Und der Umstand von ihr als ganzheitliche Person zu wissen, die nicht mal handelte wie ein Halber - so wie wir, sondern noch niederer. Sie hat sich gehen lassen wie ein gew├Âhnlicher Verbrecher. Manche Leute erregt Gewalt. Die einen wenn sie sie aus├╝ben, die anderen sobald sie sie sehen, es gibt sogar Leute die es erregt, wenn sie Gewalt erfahren. Aber Linhard scheint sadistische Z├╝ge zu haben, wenn er Gewalt auf diese Art liebt und verherrlicht. Zerbinos Tod wurde vermutlich von Verrill aus Angst vor Offenbarung angeordnet. Hier muss ich gestehen, trage ich einen Teilschuld. Denn ich habe ihr von kleinauf begebracht genau das zu verschweigen. Manche k├Ânnten sie als krank oder schlimmeres als Missgeburt sehen. Und auch wir sind nicht unangreifbar oder unsterblich Ciel, auch wenn unsere Sicherheit gewaltig ist. Ich hatte einfach Angst um sie, ihn, mein Baby, verstehst Du? Souvagne ist knallharte Tradition und Offenheit in einem. Wir leben Traditionen die andere als extrem stur empfinden, zeitgleich haben wir zur Liebe und Sexualit├Ąt wohl eines der vern├╝nftigsten Verh├Ąltnisse. Ein sehr gesundes Verh├Ąltnis. Aber wie steht es mit der Toleranz? Manchmal ist Schweigen die beste L├Âsung Ciel - also brachte ich ihr bei zu schweigen und die Offenbarung zu f├╝rchten. Geboren aus meiner Furcht heraus, dass man sie mir nimmt, dass sie stirbt. F├╝r mich ist sie eine perfekte Person, mit Macken die sich aus ihrer Perfektion ergeben. Drum schnapp sie Dir, sag ihr die Meinung. H├Ârt sie Dir zu, wird sie verstehen. So dumm sie sich verhalten kann, so liebevoll, f├╝rsorglich und klug kann sie agieren. Das tut sie doch meist auch um Euch zusammenzuhalten. Ich selbst war ├╝ber Fabiens Gest├Ąndnis sehr w├╝tend, da ich ebenfalls mit ihm in Ehveros geschlafen habe. Mehrfach sogar. Aber letzendlich konnte ich ihm nicht b├Âse sein. Sollte ich ihm b├Âse sein, weil er liebt? Nun Du magst nicht die Hand gegen Nathan erhoben haben Ciel, aber wir beide wissen, dass auch seelische Folter, Folter ist. Und ohne die Hand zu heben, wirst Du mit der Verbannung Nathan ├Âfter zum Weinen gebracht haben, als es ein einziger Schlag je vermocht h├Ątte. Auch diese Wahrheit musst Du akzeptieren┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe ja versucht, Klartext mir ihr zu reden! Aber sie wickelt mich dauernd um ihren Finger. Ich bin jedes Mal mit der schlechtesten Laune zu ihr gegangen, stand da in der T├╝r wie ein fleischgewordener R├Ącher der Unschuldigen - nur um am Ende wieder in ihren Armen zu enden. Das ist erb├Ąrmlich Papa, aber ich kann ihr scheinbar einfach nicht die Meinung auf so eine Weise sagen. Sie wei├č, was ich davon halte, aber ich wollte sie daf├╝r anbr├╝llen und es ihr nicht ins Ohr s├Ąuseln! Ich hasse mich f├╝r diese Schw├Ąche. Es ist absto├čend, ekelerregend, genau so schlimm wie Verrills Ausbr├╝che.┬ź Ciel musste schlucken, als sein Vater ihm gestand, dass er mit Fabien geschlafen hatte. ┬╗Ich ... ich wei├č schon l├Ąngst, dass du mit Fabien geschlafen hast. Ich habe Maurice befohlen, Nathans Geist auszulesen. Maurice wei├č es entsprechend auch. Bitte sei vorsichtig, Papa. Man k├Ânnte es gegen dich verwenden. Du k├Ânntest es nat├╝rlich auch offiziell machen, damit man keine Waffe gegen dich in der Hand hat. Das habe ich auch Verrill vorgeschlagen. Es ist eine Schande, dass sie sich verstecken muss. Vielleicht hat sie einmal Lust, ein Kleid zu tragen und kann nicht. Kein Wunder, dass sie w├╝tend wird. Sie kann stets nur ihre m├Ąnnliche Seite ausleben.┬ź Ciel dachte ├╝ber Maximiliens Worte nach, was Linhard anbelangt. ┬╗Nun, was solche Neigungen anbelangt, w├Ąre es ja nichts schlimmes, sofern er sie in kontrolliertem Rahmen auslebt, oder? Vielleicht w├Ąre das eine L├Âsung f├╝r ihn┬ź, gr├╝belte er. ┬╗Im Moment ist er ein unbeherrschter Widerling. So wie ich.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ach was, Du bist kein Widerling und er hoffentlich auch nicht. Du bist nur frustiert. Um den Finger wickeln kann Greg fast jeden, sogar ihren Vater. Aber auf eine andere Art. Sprich anstatt mit meinem Sohn rede ich dann privat mit meiner kleinen Tochter, sie macht Rehaugen und guckt mich an, das selbst Steine weich werden wie Magarine. Von daher, Du bist nicht der Einzige. Aber eine Ansage kannst Du ihr trotzdem machen. Sieh sie nur als den Kerl, dann funktioniert dass. Ich rede in dem Fall dann entweder mit ihm - Greg oder mit ihr komplett. Das Du in ihren Armen landest, hat wohl den Grund dass Ihr Euch fremd und vertraut zugleich seid. Und dass Du sie begehrst. Hast Du sie auch als Mann begehrt? Was soll man da gegen mich verwenden Ciel? Das ich Sex habe ist bekannt, ich habe Kinder. Dass ich auch vor meiner Ehe Sex hatte, d├╝rfte klar sein. Dass ich auch andere Dinge mal ausprobiere oder probiert habe, ebenso. Auch der Duc ist ein Mensch, auch wenn das viele gerne vergessen. Und was ich in meinem Bett so f├╝r Spielchen treibe geht nur mich und meine Spielgef├Ąhrten etwas an. Oder jenen denen ich davon berichte. So wie Dir gerade. Trotzdem wei├č ich Deine Sorge zu sch├Ątzen, dass r├╝hrt mich sehr mein Kleiner. Nun dann werden wir Linhard in die rechten Bahnen lenken, quasi auf den Pfad der Tugend. Notfalls mit etwas Starthilfe┬ź, grinste Max, ehe er wieder ernst wurde. ┬╗Das sie nur eine Seite zeigen kann und das eventuell dies der Grund ihrer unterdr├╝ckten Wut ist, k├Ânnte hinkommen. Soweit habe ich nicht gedacht. Vielleicht ist es ihr selbst nicht einmal bewusst. Sie lebt nur ein halbes Leben, das frustiert. Auch ich sollte mit ihr reden. Oder wir gemeinsam. Vor allem sollte sie es Dreux sagen. Was schwebte Dir vor? Du hast mir nicht geantwortet bezogen auf Olivie Ciel. Ich lasse Dich da nicht vom Haken. Ich m├Âchte die Wahrheit h├Âren. Ich h├Âre zu, aber ich halte mich raus. Also erz├Ąhl schon┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich will Verrill nicht begehren, Papa. Ich will ├╝berhaupt niemanden begehren. Man sieht ja, was dabei herauskommt, ich werde dumm. Ich fange an, Fehler zu begehen. Man kann sich nicht voll auf den Verstand konzentrieren, wenn der K├Ârper meint, mitsprechen zu m├╝ssen. Und manchmal ist es so schwer, zu unterscheiden, ob das Fleisch einem gerade zugefl├╝stert hat oder ob man eine Entscheidung wirklich aus reiner Vernunft heraus getroffen hat. Was Olivie anbelangt ... ich liebe sie sehr. Das Problem ist, sie ist nicht die Einzige. Ich liebe mehrere Personen - und ich liebe sie scheinbar alle gleich stark! Ich kann nicht unterscheiden, wen ich ÔÇ║wirklichÔÇ╣ liebe, verstehst du? Ich wei├č nicht, warum das so ist, es war schon immer so. Andere schie├čen sich auf eine Person ein oder auch auf zwei - ich will am liebsten alle f├╝r mich haben. Ich g├Ânne dir den Spa├č mit Fabien von Herzen, aber ich war besorgt. Au├čerdem finde ich es nicht richtig, dass Fabien Nathan nebenbei laufen hat. Wie siehst du das? St├Ârt dich das denn ├╝berhaupt nicht? Oder habt ihr das so miteinander vereinbart?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich fange von hinten an. Was in Ehveros geschah, bleibt in Ehveros. Wir haben gar nichts vereinbart, das erste Mal geschah nach einem Ausflug und dem Ausschlafen meines Rauschs. Er lag so dicht hinter mir und hatte mich so fest gepackt, dass ich... gewollt habe. Es st├Ârt mich, das er es mir verschwiegen hat. Aber wenn sich die beiden tats├Ąchlich lieben, werde ich ihnen erm├Âglichen zusammen zu sein. Eventuell mit einem gemeinsamen Quartier. Sie d├╝rfen nur ihre Arbeit nicht vernachl├Ąssigen. Wobei davon gehe ich nicht aus. Nun zu Deinem Verstand-Problem. Der Mensch ist kein k├Ârperloses Gesch├Âpf Ciel. Wir sind ein Verbund aus beidem. Wir haben einen Kopf um ihn einzusetzen, aber auch ein Herz um auf es zu h├Âren. Wenn Du also eine Entscheidung triffst, h├Âre auf Deinen Verstand aber nimm auch Dein Herz mit. Verrill w├╝rde ich das Gegenteil raten. Wenn Du lost ziehst, h├Âr auf Dein Herz, aber vergiss bitte das Hirn nicht Zuhause. Am besten man schickt Euch zu zweit. Von wollen kann in Herzensangelegenheiten nicht immer die Rede sein Ciel. Dein K├Ârper spricht nicht nur mit, er hat auch Mitsprache Recht. Er ist das Gef├Ą├č, dass Dich durch diese Welt tr├Ągt, Dir diese Welt durch Gef├╝hle vermittelt. Sprich ohne Deinen K├Ârper w├╝rdest Du einen Gro├čteil verpassen, w├Ąrst Du nur ein Geist. Kein Schmecken, kein Sp├╝ren, kein wahrens Sehen oder H├Âren. Du w├Ąrst nicht wirklich Du. Denn auch Dein K├Ârper ist ein Teil von Dir. Ich vertrete zwar die Meinung - wir haben keine Seelen, wir sind Seelen und haben K├Ârper. Aber mein K├Ârper bin ich ebenso wie meine Seele. Du ebenfalls Ciel. Was w├Ąrst Du denn reduziert rein auf Deinen Verstand? Rein nach logischen Fakten denkend, rein auf Effektivit├Ąt fokossiert. Was w├Ąrst Du? Alles, aber keine Person mehr, kein Mensch mehr und Effektivit├Ąt erreichst Du auch nicht. Da Dir s├Ąmtliche Zwischent├Âne die das Miteinander ausmachen verloren gehen w├╝rde. Ich wei├č nicht, weshalb Du rein den Verstand so hoch h├Ąltst und das K├Ârperliche derma├čen ablehnst. K├Ârperlichkeit ist nicht nur Sex. K├Ârperlichkeit beginnt dort, wo man sich seines K├Ârpers gewahr wird, ihn akzeptiert, ihn liebt als Wunderwerk und ihm die Pflege angedeihen l├Ąsst die er verdient Ciel. Dein K├Ârper ist der Tempel in dem Deine Seele aufbewahrt wird wie ein Heiligtum. W├╝rdest Du einen Tempel verlottern lassen aber die Ainuwar-Statue pflegen? Ich denke nicht, aber gleiches hast Du mit Deinem pers├Ânlichen Tempel vor. Und Sex ist im Grunde ein Fest dass in diesem Tempel stattfindet. Alles was das Leben sch├╝tzt, verl├Ąngert oder neues schafft erzeugt Freude. Gutes Essen, ausreichend Schlaf, etwas leckeres zu trinken und auch Sex. Sich diesen zu versagen oder versagt zu bekommen ist meist ein Druckmittel von irgendwem um die Menschen an der Knute zu haben. Denn es gibt kaum eine gr├Â├čere Macht als Sex, au├čer die Angst. Folglich musst Du Dich gar nicht auf Deinen Verstand konzentrieren, wenn er Dir dazu r├Ąt, einen Teil Deines gesunden K├Ârpers zu missachten. Verrill soll sich ganz offenbaren, soll sich ganz ausleben k├Ânnen. Du selbst verzichtest. Weshalb? Auf die Antwort bin ich gespannt Ciel┬ź, sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weshalb? Das habe ich doch gerade versucht, zu erkl├Ąren! Zeugt es von Menschlichtkeit, was Verrill, Linhard und Dreaux getrieben haben? Macht sie das in deinen Augen liebenswerter? Sie haben auf ihre Herzen geh├Ârt und das Resultat war, dass meine Diener daf├╝r b├╝├čen mussten. Sie sind nur das aktuellste Beispiel, nicht das Einzige. Papa, ich war an der Front, ich habe gesehen, was aus Menschen wird, die aufh├Âren, ihren Verstand zu gebrauchen! Ich will so nicht sein! Ich werde so nicht sein! Und niemand braucht einen K├Ârperkult, um sich wohl zu f├╝hlen. Es gibt gen├╝gend h├Ąssliche oder auch behinderte Menschen, die ihren K├Ârper nie als Tempel bezeichnen w├╝rden, sondern bestenfalls als Gef├Ąngnis. So hat es mich Alexandre gelehrt und du hast ihn mir nicht umsonst als Mentor zugewiesen. Du kannst nicht nach zehn Jahren pl├Âtzlich alles, was er mich lehren sollte, widerrufen! Oder willst du das hiermit tun? Willst du sagen, dass er mich zehn Jahre falsch ausgebildet hat?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du siehst nur die negative Seite, was w├Ąre daraus denn die Konsequenz? Ich habe auch gesehen zu was Menschen werden k├Ânnen. Ein Comte der schneller l├Ąutert, als Du l├Ąutern aussprechen kannst, bat um eine verhungernde Familie um Gnade und f├╝hrte als Beispiel seine eigene Schuld an. Ich sah ebenso Menschen, die weniger als Nichts hatten und dennoch mit anderen teilten die in Not waren. Oder Menschen, die bewusst in den Tod marschierten um jene Zuhause vor dem sicheren Tod zu bewahren. Ich sah selbstlose Heiler und Heilmagier, die sich schon den schlimmsten Seuchen aussetzten um anderen Linderung zu verschaffen. Ich sah M├╝tter f├╝r ihre Kinder in den Tod gehen und ich sah S├Âhne sich f├╝r ihre Mutter opfern. Bevor Du also auf das Herz derma├čen spuckst, solltest Du auch einen Blick auf die positive Seite werfen. Denn alles, auch Dein Verstand hat eine dunkle Seite. Dort sah ich Gesch├Ąftsleute, die alles und jeden verkauften - es war nicht pers├Ânlich gemeint, aber es war ein gutes Gesch├Ąft. Das besagte ihnen die Logik. Ich sah Personen die behaupteten, sie haben ihre Familie get├Âtet, da sie diese f├╝r zu teuer erachteten. Rein nach Logik muss man dieser Person zustimmen - eine Familie kostet Geld. Sie bringt nichts logisches ein - au├čer Liebe und Zuneigung. Und ich sah Kriegstreiber wie Roderich und Co, die alle sehr gute, logische und taktische Gr├╝nde f├╝r ihre Untaten hatten. Ist es diesen Verstand den Du anstrebst? Ich spreche von der vollkommenen Sch├Ânheit, nicht von der menschlich erdachten. Wenn jemand dick ist, mag er in Deinen Augen sch├Ân, in meinen h├Ąsslich sein. Aber letztendlich hat er sich selbst nicht geschaffen, es war eine h├Âhere Macht. Und das er ist, wer er ist, dass er gesund ist, daf├╝r sollte er dankbar sein und nicht versuchen einem Ideal zu entsprechen, dass er niemals erreicht. Ein kleiner dicker Mann ist durchaus sch├Ân - in seiner Natur. Nimmt er ab, wird er trotzdem kein gertenschlanker 200 cm H├╝ne. Dennoch sollte er auch seinen K├Ârper lieben. Denn sobald er anf├Ąngt ihn zu lieben, gut zu behandeln und zu verw├Âhnen, wird sein Gl├╝ck nach au├čen strahlen. Und genau dieses Gl├╝ck, dieses mit sich im Reinen sein, dass schenkt Sch├Ânheit Ciel. Nicht 100 Gramm mehr oder weniger auf der Waage, eine Narbe im Gesicht oder ein fehlendes oder zus├Ątzliches Bein. Alexandre? Meinst Du alles was er sich zusammenreimt ist Dogma? Alex ein brillianter Kopf, aber er ist weder ein Vater, noch ein liebender Vater noch ister Ainwuar. Seine Thesen sind was sie sind - seine Ideen. Und sollte er damit derma├čen meinem Sohn auf den falschen Pfad f├╝hren, werde ich einschreiten m├╝ssen Ciel. NIcht um ihm zu schaden, sondern um Dich vor Schaden zu bewahren┬ź, sagte Maximilien ruhig und besonnen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du willst ihm nicht schaden? Was hast du mit ihm vor?┬ź, fragte Ciel nun zutiefst misstrauisch und r├╝ckte etwas weg, um seinem Vater ins Gesicht schauen zu k├Ânnen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gar nichts, solange er Dich nicht zu etwas verdreht, was jedem gesunden Menschenverstand widerspricht. M├Âchtest Du auf jede fleischliche Begierde verzichten? Das w├Ąre m├Âglich. Dann solltest Du Eunuch werden und zudem fasten. Du k├Ânntest dann komplett fasten, bis Du reinen Geistzustand erreicht hast, folglich den Tod. Oder Du fastest so in v├Âlliger Askese, dass Du so gerade ├╝berlebst. Dann solltest Du aber auch auf Kleidung verzichten Ciel. Sie sind Ausdruck Deines Standes und ein Geist ben├Âtigt keine Kleidung. Verschenke sie. Du k├Ânntest auch drau├čen leben. Ein Geist ben├Âtigt kein warmes Haus, kein Feuer im Kamin, er ben├Âtigt nichts. Ist es das was Du m├Âchtest? Denn das w├Ąre die pure geistige Freiheit, die pure K├Ârperlosigkeit. Dass kann nicht Dein Wunsch sein┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vielleicht w├Ąre ich ja gern Eunuch?┬ź, erwiderte Ciel trotzig. ┬╗Und ich faste bereits, ich befolge eine strenge Di├Ąt, um mein Blut zu dem bestm├Âglich wirksamen magischen Konzentrat zu machen. Und ich brauche auch nicht diese teure Kleidung, genau so gut k├Ânnte ich in meiner schlichten Adeptenrobe herumlaufen. Ihr seid es, die es nicht wollen, dass ich das tue, das geht nicht von mir aus. Ganz abgesehen davon, dass meine Aufgaben eine gewisse Kleiderordnung mit sich bringen, ich bin nun einmal nicht nur Bluthexer, sondern habe auch weltliche Aufgaben zu erledigen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun ich sehe wohin Dich zehn Jahre Indoktrination gef├╝hrt haben. Sollte dieser Lebenswandel tats├Ąchlich Dein Wunsch sein, k├Ânnte ich es Dir erlauben oder unterbinden. Vielleicht ist eine zwanghafte Unterbindung aber genau das Flasche. Iss heute noch vom verbotenen Fleisch, morgen schon k├Ânnte es erlaubt sein. Gut Ciel, ich erlaube es Dir, ich gestattet Dir Deinen Wunsch zu leben, so wie ich es auch Verrill erlauben werde. Ich entbinde Dich hiermit mit sofortiger Wirkung von s├Ąmtlichen weltlichen und rechtlichen Pflichten. Es sei Dir gestattet eine derartige K├Ârperanpassung vorzunehmen. Es sei Dir gestattet als M├Ânch in v├Âlliger Askese zu leben und den Hof zu verlassen. Ab heute wird man Dich mit dem Titel Bruder Ciel, oder schlicht Ciel Felicien ansprechen um zu verdeutlichen, dass Du allen weltlichen Reicht├╝mern, wie auch St├Ąnden entsagt hast. M├Âgest Du einen passenden Titel f├╝r Dein Amt als Bluthexer w├Ąhlen Ciel. Ich werde mit Dreux sprechen, damit Deine Hochzeit abgesagt wird. Es ist unverantwortlich ein fremdes Leben, vor allem das einer so jungen Frau auf diese Weise zu fesseln. Ich denke nicht, dass Olivie ihr Leben lang keusch und ins Askese leben m├Âchte. Bedauerlicherweise ging ich von etwas anderen aus. Ich hatte gedacht, ich w├╝rde Dir eine Freude mit dem Titel und die Erhebung in den gleichwertigen Stand schenken. Dem scheint nicht so zu sein. Das konnte ich nicht wissen. Viele finden Ruhe und Zufriedenheit hinter Klostermauern, m├Âgest Du sie ebenfalls hinter den Mauern Deines Glaubens finden Ciel. Teile Ferrau bitte drau├čen mit, dass er ├╝bergangsweise mein Leibdiener ist, bis ich eine geeignete Stelle f├╝r ihn gefunden habe. Ebenso Zerbino. Ich werde mich um Deine weltlichen Angelegenheiten k├╝mmern. Ebenso werde ich schauen, wen ich nun das Furisto Lehen ├╝berreiche, damit unsere Lehensaufteilung nicht v├Âllig unn├Âtig war. Nun ein anderes Thema, Bellamy und Robere haben sich ebenfalls an Nathan vergangen. Beide werden an den Pranger gestellt und ├Âffentlich gesch├Ąndet, wie sie Nathan sch├Ąndeten. Bellamy ist damit in Unehren aus dem Dienst entlassen. Seine Nachfolge als Palaisin tritt Comte Massimo de la Cantillion an┬ź, sagte Max und musterte Ciel genau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel rang sichtlich mit seiner Fassung. Er war ein beherrschter Mensch, doch dies brachte ihn an den Rande seiner Selbstbeherrschung. ┬╗Bitte gestatte mir, mich von Olivie und meinen Br├╝dern zu verabschieden. Ich bitte ferner darum, Ferrau und Zerbino mit in den Tempel nehmen zu d├╝rfen. Nicht als Leibdiener, sondern zur Gesellschaft. Sie k├Ânnen im Tempel dienen, als ... irgendwas. Alexandre muss das regeln, ich kann so was nicht entscheiden.┬ź Als Maximilien von Nathans Schicksal sprach, brach Ciel in Tr├Ąnen aus. Es dauerte nicht lange, nur Sekunden, dann hatte er sich wieder so weit im Griff, dass er sprechen konnte. ┬╗Ich sehe nun, dass ich einen Fehler beging, Nathan ohne Vorbereitungen auf dieser verfluchte Welt loszulassen. Ich habe ihn all dieser Grausamkeit regelrecht zum Fra├č vorgeworfen. Du hast Recht, nicht nur Dreaux und Greg haben sich schuldig gemacht, sondern auch ich. Ich ... ich wei├č nicht, was ich noch sagen soll.┬ź Er sprach gefasst, doch ihm liefen noch immer die Tr├Ąnen vom Gesicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Mehr hast Du nicht zu sagen, au├čer dass Du dieses Schicksal tats├Ąchlich w├╝nscht? Ein Spiegel vorzuhalten n├╝tzt Dir also nichts?┬ź, fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich kann gerade nicht gut nachdenken, Papa ... es ist alles so viel und ich habe weder Zettel noch Stift dabei, um alles zu sortieren. Ich habe Angst. Ich wei├č wirklich nicht, was ich tun soll, damit du mit mir zufrieden bist oder was du noch zu h├Âren w├╝nschst. Au├čer, dass ich mich bei dir entschuldigen muss, dass ich als Sohn so eine Entt├Ąuschung f├╝r dich bin, nachdem du mich endlich anerkannt hast.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du wei├čt aber was eine v├Âllige Kastration nach sich zieht? Du wirst eine hohe Stimme erhalten, Du wirst schwammig werden. Aber das ist nicht das schlimmste. Deine Harnwege werden offen liegen. Du wirst st├Ąndig Urin verlieren, st├Ąndig Entz├╝ndungen haben - all das m├Âchtest Du? Darum hast Du gerade gebeten. Ich m├Âchte von Dir h├Âren, dass Dein Wunsch eine Dummheit ist und dass Du lernst, Dich so zu lieben wie Du bist. Mit Geist und K├Ârper. Dazu ben├Âtigst Du keinen Zettel Ciel. Oder?┬ź, fragte Max streng wie liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Meine Stimme wird bleiben, wie sie ist und ob ich schwammig werde - wen k├╝mmert das? Werde ich dadurch ein schlechterer Mensch? Ich wusste nicht, dass ich davon so oft krank werden k├Ânnte, aber wir haben gute Heiler. Ich finde, das ist ein kleines Opfer f├╝r einen klaren Verstand. Warum verstehst du nicht, dass ich das f├╝r Souvagne tue? Und f├╝r dich? Du wirst auch nicht j├╝nger, Papa und Alexandres Zeit neigt sich. Ich wei├č nicht, ob ich dann schon so weit bin, ihn zur├╝ckzuholen. Er ist der Einzige, der die n├Ąchste Generation von Bluthexern ausbilden kann!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ciel dr├Âseln wir es mal einzeln auf. Und verstecke Dich nicht hinter meinem Alter oder Alex. M├Âchtest Du derma├čen krank werden? Du allein, st├Ąndig nach Urin stinkend, st├Ąndig Harnwegsinfekte, st├Ąndig Verkrustungen und so weiter m├Âchtest Du das? M├Âchtest Du auf alle weltlichen G├╝ter verzichten? M├Âchtest Du uns verlassen? M├Âchtest Du Olivie vor dem Altar stehen lassen? M├Âchtest Du Deine Br├╝der im Stich lassen? M├Âchtest Du mich im Stich lassen? Falls nicht, dann sage mir das bitte. Und sage mir bitte was Du genau m├Âchtest. Was Ciel, was m├Âchtest Du? Du warst mir bis dato ein guter Sohn, hast unser Land verteidigt, hast Dich in Ehveros eingebracht und hier mit Deinen Br├╝dern regiert. Was ist los? St├Ârt Dich die Hochzeit? Was genau ist es?┬ź, fragte Max und schaute Ciel an, damit dieser wusste ihm galt seine ganze Aufmerksamkeit.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich verstecke mich nicht, Papa. Ich habe nicht vor, dich dem Nexus zu ├╝berlassen, sollte deine Zeit gekommen sein, die Physis zu verlassen. Wenn Alexandre vorher stirbt, wer holt dich dann zur├╝ck? Alexandre hat vielleicht noch f├╝nf Jahre, ich bin noch Adept! Ich muss in dieser Zeit mindestens den Meistergrad erreichen! Und nun kam auch noch Linhard und wollte seinen Vater zur├╝ck. Was, wenn Alexandre das nicht ├╝berlebt? Was dann? Dann stecken die Bluthexer in einer Sackgasse! Er hat f├Ąhige Sch├╝ler, doch nicht einen, der momentan f├Ąhig genug w├Ąre, sein Fehlen wirklich zu ersetzen. Ich hatte sein Nachfolger werden sollen, in mich hat er all seine Hoffnungen gesetzt. Und wenn ich daf├╝r meine Gesundheit ruiniere, das k├╝mmert mich nicht. Ich nehme es in Kauf. Ich will Olivie nicht stehen lassen ... ich bin nur so unsicher! Die Entscheidung erfolgte sehr ├╝berst├╝rzt und ich habe dir ja gesagt, dass ich mehrere Leute liebe. Ich wei├č nicht, wie das in Zukunft werden soll. Und dann verlangst du auch noch von mir, dass ich mit ihr schlafe!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Schade, es h├Ątte ein Tag der Freude werden sollen. Dies nahm ich an als ich h├Ârte Ihr heiratet. Ich verlange gar nichts von Dir, Du kannst vorher mit mir offen reden. Wozu sollte Alex mich zur├╝ckholen, wenn ich sterbe? Soweit ich wei├č, erfreut sich Dreux bester Gesundheit. Richte Alex aus, er soll seine Lehren verschriftlichen, so dass seine Sch├╝ler zur not autodidaktisch lernen k├Ânnen. Soviel Weitsicht erwarte ich von einem Mann seines Ranges. Nun zur├╝ck zu Dir pers├Ânlich. M├Âchtest Du das Furistoamt noch ausf├╝hren ja oder nein Ciel? M├Âchtest Du noch heiraten ja oder nein? Dass muss ich wissen, ehe ich komplett alles umplanen muss┬ź, sagte Max und rieb sich ersch├Âpft ├╝ber das Gesicht. ┬╗Kleine Kinder, kleine Sorgen. Gro├če Kinder und so weiter. Und kl├Ąre mich bitte ├╝ber Linhards toten Vater auf. Was hat es mit ihm auf sich?┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe versucht, mit Olivie zu sprechen. Aber andauernd kam Verrill und dr├Ąngelte sich vor. Ich habe in den letzten Tagen mehr Zeit mit Verrill verbracht als je zuvor. Mit ihr habe ich alles besprochen, was man nur an pers├Ânlichen Dingen besprechen k├Ânnte ... mit Olivie habe ich nicht ein Wort gewechselt. Ich bin nicht sicher, ob Verrill das nicht vielleicht sogar mit Absicht getan hat. Sie deutete an, etwas eifers├╝chtig auf meine Braut zu sein. Alexandre schreibt doch alles auf, aber so eine Kunst lernt man nicht nur schriftlich. Es bedarf der Anleitung eines erfahrenen Mentors, was die Praxis anbelangt. Bitte sprich nicht schlecht von Alexandre, das hat er nicht verdient. Warum ich dich zur├╝ckholen m├Âchte? Weil wir vier unseren Vater brauchen, besonders drei von ihnen! Wir drei haben nach Kr├Ąften versucht, alles richtig zu machen, aber wir sind auch alle drei dar├╝ber fast wahnsinnig geworden. Wobei Dreaux noch am ehesten alles richtig gemacht hat, ├╝ber ihn kann man wirklich nichts Schlechtes sagen. Trotz allem brauchen wir dich. Wir schaffen das nicht allein! Ja, ich m├Âchte das Furisto-Lehen gern behalten und die ehemalige Hohe Mark wieder aufbauen. Ich habe auch die Magierakademie angefangen zu planen, ich habe die ersten Lehrer verpflichtet und einen neuen, vielversprechenden Sch├╝ler f├╝r Alexandre. Linhards Vater war ein machtvoller Hexenmeister, ein Nekromant. Er schwebte als Geist durch unseren Palast und fand dabei auch den Bluttempel. Darum habe ich ihn versiegeln lassen. Er f├╝hrte mir auf dieser Weise sehr eindr├╝cklich und bewusst eine Sicherheitsl├╝cke vor Augen. Er scheint gerissen zu sein wie ein alter Wolf. Aber er hat sich durchweg anst├Ąndig benommen. Ich h├Ątte ihn gern als Hofnekromanten. Und auch, um eine Auss├Âhnung mit Linhard zu erreichen. Wir hatten viel Streit in letzter Zeit. Ich versprach ihm, seinen Vater zur├╝ckzuholen, wenn seine Familie mir Derya ausliefert, die Person, die Alexandre verst├╝mmelt hat.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗So wenn Du also Dein Amt ausf├╝hren m├Âchtest und auch heiraten m├Âchtest, dann solltest Du dies auch tun. In diesem Fall musst Du eng mit Deinem Bruder Greg zusammenarbeiten. Anders ist es nicht m├Âglich. Du musst mit beiden sprechen, Olivie, sowie Verrill. Das Ihr mich derma├čen liebt und vermisst habt freut mich Ciel. Es freut mich aus tiefstem Herzen mein Kleiner, aber irgendwann ist meine Zeit um. Das ist der Lauf der Welt, genau daf├╝r hat man Kinder. In ihnen lebt ein kleines St├╝ck von mir weiter, in jedem von Euch. Also ganz weg w├Ąre ich dann nicht. Du hast Dreux, Greg, Olivie auf die Du Dich verlassen kannst. Und ich vermute ich bin noch eine ganze Weile hier. Das hoffe ich jedenfalls. Kannst Du Dich einfach nicht freuen, oder magst Du Dich nicht freuen? Kannst Du das Leben nicht einfach genie├čen? Wenn Du Freude daran hast, die Hohe Mark aufzubauen, ebenso die Akademie, dann nutze diese Freude doch und versage es Dir nicht selbst. Nun Verrill h├Ątte Dich vielleicht gerne f├╝r sich, w├Ąre doch m├Âglich. Das findest Du nur raus, wenn Du sie fragst Ciel. Genau wie mit mir musst Du mit anderen Menschen reden. Also wie verbleiben wir? Was m├Âchtest Du? M├Âchtest Du der bleiben der Du bist in Amt und W├╝rden? Nichts anderes w├╝nsche ich mir von und f├╝r Dich. Andernfalls m├╝sste ich das Amt an eine andere Person ├╝bergeben - da k├Ąme zur Zeit nur mein Vierter Sohn - mein Schwiegersohn in Betracht. Oder wem sollte ich das Amt Deiner Meinung nach sonst geben? Es war f├╝r Dich bestimmt, f├╝r Dich und Greg um Euch zu zeigen, dass Ihr mir genauso viel wert seid wie Dreux. Was die Sicherheitsl├╝cke angeht, die m├╝ssen wir schlie├čen. Hat Linhard Derya ausgeliefert? Oder wird er es tun? Ist Brandur das Risiko wert? Antworte ehrlich┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Linhard?┬ź, rief Ciel aufgebracht. ┬╗Unm├Âglich, nein! Ich werde das Lehen regieren, so wie du es f├╝r mich bestimmt hast. Bevor er es bekommt, solltest du es Olivie regieren lassen, wirklich. Er ist erzogen wie ein Adliger, aber das muss auf naridischen Adel bezogen sein. Er hat wenig Benimm und ich schilderte dir ja, wie unbeherrscht er ist. Er gibt sich M├╝he, vielleicht wird auch in ein paar Jahren ein anst├Ąndiger Mann aus ihm, aber er ist lange nicht so weit, dass man ihm eine derartige Verantwortung ├╝bertragen k├Ânnte. Bezeichnest du ihn wirklich als deinen Sohn?┬ź Ciel sp├╝rte einen eifers├╝chtigen Stich. ┬╗Linhard bot an, einem seiner Verwandten, Davard von Hohenfelde, der Erfahrung mit solchen Auftr├Ągen hat, dabei zu unterst├╝tzen, diese Verbrecherin herzubringen. Ob Brandur das Risiko wert ist, kann man nur erahnen. Er scheint f├Ąhig zu sein und w├Ąre mit uns verwandt. Und vielleicht sieht Linhard mich dann mit anderen Augen. Er und ich ... wir k├Ânnen nicht so gut miteinander. Ich habe, wie gesagt, versucht mit Olivie zu reden, aber ich kam einfach nicht dazu. Sie wei├č nichts von meinem Plan.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Na die Eifersucht scheint Dich ganz sch├Ân anzutreiben, egal auf wen┬ź, schmunzelte Max und k├╝sste Ciel auf die Wange. ┬╗Nun ab heute wird er mein Schwiegersohn sein Ciel. Und er muss lernen, dass er genau das ist und sich folglich so verhaltten. Anstatt ihm derma├čen entgegenzustehen, solltest Du vielleicht Deinen Groll nutzen um es ihm beizubringen. Das w├╝rde mich freuen. Wie alt ist er ├╝berhaupt? Es klingt nach einem ziemlich jungen Mann. Es freut mich, dass Du soviel Ehrgeiz hast, Deine Aufgabe lieber selbst wahrzunehmen. Das freut mich sehr Ciel. Denn dieses Lehen war f├╝r Dich bestimmt, wie das andere Furistolehen f├╝r Greg. Lin w├Ąre nur eine Notl├Âsung gewesen. Was steht bei Euch, sprich Dir und Lin denn im Wege? Nun ein Vater hat immer einen anderen Einflu├č. Vielleicht ist es genau das was ihm sehr fehlt. Olivie kann nicht regieren Ciel, so lieb ich meine Kleine habe, sie ist eine Frau┬ź, grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zwischen Linhard und mir steht Verrill. Ich wei├č, dass das nicht richtig ist, darum will ich ja diesen einen Schritt gehen, Papa. Dann wird k├╝nftig niemand mehr von meiner Eifersucht bel├Ąstigt. Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht mein Kopf ist, von dem dieses Gef├╝hl ausgeht - der sagt mir klar und deutlich, dass Verrill und ich kein anderes Verh├Ąltnis haben sollten als ein Geschwisterliches. Ich wei├č nicht, wie alt Linhard ist, aber er benimmt sich wie vierzehn. Vermutlich ist er so zwanzig.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Die gleiche N├Ąhe verbindet Dich mit Olivie Ciel und die ehelichst Du. Na vierzehn wird er hoffentlich nicht sein, er sollte mindestens 16 Jahre sein, sonst haben wir ein Problem┬ź, kicherte Max. ┬╗Ulk beiseite, dann musst Du f├╝r klare Verh├Ąltnisse sorgen. Aber nicht indem Du Dir alles abschneidest, sondern entweder dass Du Dir Verrill ebenfalls aneignest oder sie Linhard ├╝berl├Ąsst. Eines von beidem. Ich denke nicht, das Verrill ausschlie├člich Linhard als Ehepartner m├Âchte. Falls doch, nun ist die Antwort gefallen. Und Du kommst ├╝berhaupt nicht mit Deinem Schwager klar?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nicht nur mit Olivie. Auch mit Dreaux. W├╝rde es nach meinem grauenhaften Unterbewusstsein gehen, w├╝rde ich sie alle drei heiraten - und nicht nur sie. Danach kann ich nicht gehen, Papa. Ich kann nicht jeden Menschen heiraten, nur weil mein ein Teil von mir dies verlangt. Ich muss mich m├Ą├čigen. Und mein Wille allein scheint dazu nicht auszureichen. Ich gab Linhard mein Wort, nicht zwischen ihm und Verrill zu stehen. Ich komme nicht gut mit ihm aus, nein, und das letzte Mal hat er sich im Zorn betrunken. Er ist mir zu launisch. Aber ich will ihn nicht nur schlecht reden. Verrill liebt ihn und auch er scheint sie zu lieben. Er gibt sich zwischendurch auch wirklich M├╝he. Und das n├Ąchste Mal ist er wieder so unertr├Ąglich ├╝berheblich und unversch├Ąmt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du sollst sie auch nicht alle heiraten, nur Euch scheint ja gewaltig viel zu verbinden. Eine Bindung bedeutet nicht dass Du zwischen zweien stehst, sondern dabei. Oder steht Deine Mutter zwischen mir und der Duchesse? Sie geh├Ârt dazu, sie steht nicht zwischen uns. Wobei nun, das Beispiel ist vielleicht nicht das Beste. Man k├Ânnte ehr sagen die Duchesse geh├Ârt dazu, rein nach dem Gef├╝hl. Das er sich betrunken hat, ist seine Wahl gewesen Ciel, Du hast ihn schlie├člich nicht dazu gezwungen. Das ist er sich bem├╝ht, spricht f├╝r ihn. Nur muss dies dauerhaft sein. Und was w├╝rdest Du bezogen auf Brandur tun?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte die Schultern. ┬╗Ich wei├č es nicht, Papa ... ich wei├č es nicht. Das muss der Duc entscheiden. Was w├╝rdest du denn tun?┬ź Er blickte seinen Vater an. ┬╗Was haben Bellamy und der andere Nathan angetan? Oder war das nur ein schlechter Scherz, um mich aus der Reserve zu locken?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Mit so etwas mache ich keine Scherze, und auch der Rest war keiner. Sondern ich wollte Dir um Deiner selbst Willen einen Spiegel vorhalten Ciel. Dieser Robere hat Nathan... mhm er hat ihn derma├čen rangenommen, dass er danach geblutet hat und den Medicus aufsuchen musste. Und Nathan gab sich noch die Schuld daf├╝r. Rangenommen ist ein geschmeicheltes Wort, er hat ihn gesch├Ąndet. Er hat ihn mit Nathans Einverst├Ąndnis gesch├Ąndet, da dieser nicht wusste worauf er sich einl├Ąsst. Fabien und Nathan haben sich Briefe geschrieben. Fabs wusste nicht was er tun sollte, daraufhin zeigte er die Briefe mir und teilte mir somit nat├╝rlich auch die Beziehung zwischen Nathan und ihm mit. Er bat mich darum, die Betreffenden entsprechend zu bestrafen. Und das werde ich. Ich w├╝rde schauen, ob eine R├╝ckholung von diesem Brandur m├Âglich ist und ob er so treu w├Ąre, dass es sich lohnt┬ź, gab Max zu bedenken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kamen wieder die Tr├Ąnen. So etwas musste er nat├╝rlich am Tag seiner Hochzeit erfahren. Er hatte gesehen, dass es Nathan sehr schlecht ging, doch er hatte dies auf dessen Einsamkeit geschoben und sich dar├╝ber gefreut. Als er nun erfuhr, was ihm wirklich wiederfahren war und dass er seelisch und k├Ârperlich behandelt worden war wie Dreck, dass man ihn so verletzt hatte, tat ihm mehr als nur weh. ┬╗Siehst du, Papa - Triebe. Das passiert dann┬ź, sagte Ciel leise. ┬╗Ich werde es Olivie nach der Hochzeit sagen. Ich schenke ihr eine wundervolle Hochzeitsnacht, ich gebe alles, damit es ihr gef├Ąllt. Aber das muss ihr gen├╝gen. M├Âchtest du mit Brandur sprechen? Ich habe seinen Geist hier. Ich hatte vor, ihn f├╝r die Hochzeit noch einmal zur├╝ckkommen zu lassen, damit Linhard seinen Vater dabei hat. Doch auch dar├╝ber hat Linhard sich nicht gefreut. Er ist undankbar, egoistisch und grob.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das hat nichts mit dem Trieb zu tun, sondern damit dass manche Menschen Monster sind, w├Ąhrend andere versuchen Heilige zu sein Ciel. Dabei schlummert in jedem von uns beides. Ja sie haben Nathan nicht nur wie Dreck behandelt, sie haben ihn benutzt. Und darin liegt die eigentliche Gewalt. Sie h├Ątten ihn auch zwingen k├Ânnen F├Ąkalien zu essen, das w├Ąre die gleiche Gewalt nur ohne Dein verhasster Trieb. Sie haben ihn missbraucht, weil sie es konnten. Solche Leute haben uns nicht zu besch├╝tzen. Die Garde ist daf├╝r da, uns zu repr├Ąsentieren. Treten sie in Erscheinung, tritt die Staatsmacht in Erscheinung, so lautet die Beschreibung. Sie stehen f├╝r Recht, Ordnung, Gerechtigkeit und Schutz. All das haben sie mit der Tat mit F├╝├čen getreten und daf├╝r werden sie ├Âffentlich zur Rechenschaft gezogen. Genauso wie sie es mit Nathan getan haben, im Heimlichen. Ich denke er w├╝rde sich schon ├╝ber seinen Vater freuen. Lass den Geist frei Ciel. Verbringe die Nacht mit Deiner Frau und entscheide dann, ob Du Freude daran empfindest oder ob Du verzichtest. Und rede mit Verrill ebenso. Das solltest Du tun┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Das werde ich tun. Wo sind Bellamy und der andere jetzt? Sind sie inhaftiert? Ich m├Âchte mit Bellamy sprechen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Vergiss Bellamy, den rammen wir ungespitzt in den Boden. Es geht vorerst um Dich und diesen Brandur. Vielleicht ist er die L├Âsung f├╝r Dein Schwagerproblem. Lass ihn frei. Danach rede mit Verrill und mit Oli redest Du auf der Feier, nach dem Ja Wort bitte. Vertraue Dich ihr an. Lass diesen Geist frei┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete durch. Er zog die Flasche aus seiner Robe, zog den Korken mit dem Siegelbann heraus. Ein gr├╝ner Dampf stieg aus der Flasche, zog sich in die L├Ąnge und verschwand mit atemberaubender Geschwindigkeit durchs Schl├╝sselloch. Das Ganze hatte nicht einmal eine Sekunde gedauert. ┬╗Ich werde mit meinen Geschwistern nach der Hochzeit sprechen. Vorher nicht, das w├╝rde die Stimmung nur tr├╝ben und ich will ihnen die Feier nicht verderben. Ich m├Âchte dennoch gern mit Bellamy sprechen, sobald ich die Zeit finde. Er hat Zerbino das Leben gerettet.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max deutete mit grimmigem Blick auf die Flasche.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja?┬ź, fragte Ciel unsicher. ┬╗Das war gerade der Geist von Brandur. Wolltest du ihn sprechen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗So kannst Du keinesfalls heiraten. Folge mir und danach gehen wir zu Bellamy. Gibts doch nicht!┬ź, fauchte Max.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max blieb so abrupt stehen, dass Ciel gegen ihn prallte. ┬╗Ja nat├╝rlich, sag mal Ciel was ist nur mit Dir los? Wir m├╝ssen das jetzt kl├Ąren, ehe Du noch wer wei├č was anstellst. Du bist ja total durch den Wind. Windiger als das. Folge mir. Du mir hinterher gehen!┬ź, befahl Max und ging vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berlegte, was er jetzt schon wieder f├╝r einen Fehler begangen hatte, verkorkte die Flasche und steckte sie wieder ein, ehe er seinem Vater zu Bellamy folgen wollte. Unvermittelt knallte er gegen den R├╝cken seines Vaters. Dann hielt sein Vater eine Standpauke und ging weiter. Ciel rieb sich kurz die Nase und folgte ihm weiter.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Warum hast Du den Geist nicht festgehalten? Du fragst mich ob ich mit ihm reden m├Âchte. Ich sage JA! Und wusch, weg ist der gr├╝ne Knilch. Wer wei├č wo er nun rumschwebt┬ź, erkl├Ąrte Max und hakte Ciel unter. Nicht das der noch unterwegs verloren ging.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Aussprache von Verrill und Ciel

#22

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 02:08

Maximilien Rivenet de Souvagne
Er klopfte gegen die T├╝r von Gregoire und wartete einen Moment bis sein Sohn aufmachte. Verill starrte Max an und umarmte ihn liebevoll. ┬╗Sch├Ân dass Du wieder da bist┬ź, freute sich Greg und zog beide rein. Max dr├╝ckte Ciel auf einen freien Stuhl. ┬╗Verrill mach den Mund zu - Ciel hat Dir etwas zu sagen. Das muss vor der Hochzeit gekl├Ąrt werden, damit es eine Hochzeit gibt. Und ja ich habe Euch M├Ąuse auch vermisst. Ciel Bitte┬ź, sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klappte der Mund auf, dann machte er ihn wieder zu. Er ├╝berlegte einen Moment und sprach dann. ┬╗Erstens, Papa: Ich kann keine Geister festhalten. Das ist das Problem, wir haben hier niemanden, der das kann. Zweitens, wei├č ich gerade nicht, was von den ganzen Dingen, die wir soeben besprochen haben, ich Verrill mitteilen soll. Verrill wei├č, dass ich sie liebe, dass ich sie fast geheiratet h├Ątte und dass ich eifers├╝chtig auf ihren Verlobten bin. Ferner wei├č sie, was ich mit meinem K├Ârper vorhabe.┬ź Etwas hilflos schaute er zwischen seinem Vater und seiner Schwester hin und her.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill nickte stumm und schaute zu ihrem Vater auf. ┬╗Das stand auch nicht zwischen Euch Ciel. Sag Verrill bitte was Du von der Sache mit Ferrau und Zerbino h├Ąltst, so wie Du es mir gesagt hast. Dass Du sie derma├čen liebst, verurteile ich nicht. Ihr m├╝sst Euch dort nur einigen. Daf├╝r oder dagegen ihr beiden. Aber kl├Ąre bitte dass, was Dich zerfrisst und Du ihr nicht sagen konntest. Sonst steht dies immer zwischen Euch. Das geht nicht. Also bitte┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin w├╝tend auf dich┬ź, erkl├Ąrte Ciel nicht ganz so barsch wie er gern wollte. ┬╗W├╝tend, weil du die Domestiken so behandelst und dich nicht um Wiedergutmachung m├╝hst. Dreaux hat seinen Fehler eingesehen und er hat R├╝ckgrat bewiesen. Du nicht. Entschuldigen brauchst du dich nicht bei ihnen, aber eine symbolische Form der Wiedergutmachung w├Ąre angebracht.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist genau das was er Dir sagen wollte, nur der Ton stimmt noch nicht ganz. Versuch es erneut Ciel und Du schweigst Greg, Du kannst danach antworten. Die Strafe werde ich Dir gleich benennen. Nochmal Ciel, eine Spur mehr so, wie Du empfindest┬ź, bat Max und verschr├Ąnkte die Arme w├Ąhrend er Greg musterte. Verrill starrte von Ciel zu ihrem Vater und zur├╝ck. Sie kaute auf der Unterlippe. ┬╗Lass das, schau ihn an und h├Âre Dir an was er zu der Untat zu sagen hast, die Du verbrochen hast Verrill┬ź, erinnerte Max ruhig. ┬╗Ich wei├č was ich verbrochen habe. Ich habe durch meine Dummheit meinen vertrauten Zerbino verloren, weil ich auf Unsinn geh├Ârt habe. Und um den Unsinn zu beweisen, schlug ich seinen Leibdiener┬ź, fl├╝sterte Greg. ┬╗Deine Einsicht in allen Ehren Kleines, aber das reicht nicht aus┬ź, anwortete Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sa├č angespannt auf seinem Stuhl. ┬╗Ich ... kann nicht, Papa┬ź, gestand er leise.
Maximilien Rivenet de Souvagne
Max legte ihm eine Hand auf die Schulter. ┬╗Doch, gerade weil Du sie liebst und sie vor sich selbst besch├╝tzt. Sag es ihr so, wie sie es verdient hat und wie Du f├╝hlst. Raus damit Ciel. Du kannst das nicht ewig mit Dir herumschleppen. Du wei├čt doch noch wie man br├╝llt oder?┬ź, fragte Max leise. W├Ąhrend Greg eine Augenbraue lupfte und Ciel musterte. ┬╗Du bist derma├čen w├╝tend dass Du mich anbr├╝llen m├Âchtest? Verdient habe ich es. Ich habe mich einfach gehen lassen, da ich dachte Zerbino tratscht alles herum. Versteht Ihr das nicht?┬ź, fragte Verrill. ┬╗Doch das verstehen wir, trotzdem ist das kein Grund jemanden mit einem Sch├╝rhaken anzugreifen, der mit der ganzen Sache nichts zu tun hat!┬ź, gab Max hart zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č, wie man br├╝llt. Und ich wei├č auch, wie man einen Menschen erschl├Ągt. Ich wei├č, wie man jemanden vollkommen zerst├Ârt, ohne ihn umzubringen. All dies ist mir bekannt┬ź, erkl├Ąrte Ciel sachlich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun soweit sollst Du nicht gehen, da Ihr beide meine Kinder seid. Du sollst br├╝llen, damit Ihr Euch wirklich vers├Âhnen k├Ânnt┬ź, sagte Max und gab Ciel eine Kopfnuss.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kassierte die Kopfnuss ohne mit der Wimper zu zucken. Aber es tat ihm weh, dass sein Vater sie ihm verpasste anstatt seiner Tochter. Ciel erhob sich langsam. Er stellte sich eine Arml├Ąnge entfernt von Verrill hin. Er sah ihr tief in die Augen. Einige Augenblicke stand er so da. Er rang sehr mit sich und zitterte etwas. Er dachte daran, wie Verrill und er gek├╝sst hatten, wie sie ihm ihren K├Ârper gezeigt hatte. An die lieben Worte, die sie getauscht hatten. Er dachte an Zerbino, der nun v├Âllig fertig mit der Welt in seinem Bett lag und seither kaum noch unter der Decke hervorgekrochen kam. Er dachte an Ferrau, der auf dem Boden lag und um sein Leben schrie, sich an sein Bein klammerte, w├Ąhrend Verrill mit dem Sch├╝rhaken ├╝ber ihm stand. Ciels Faust traf Verrill ins Gesicht. Er schlug nicht einmal, sondern zwei Mal kurz und hart hintereinander. Einmal f├╝r Ferrau und einmal f├╝r Zerbino. Dabei blieb er vollkommen stumm.

Maximilien Rivenet de Souvagne
├ťberrumpelt und erschrocken taumelte Greg ein St├╝ck zur├╝ck, bevor er sich abfangen konnte. Er wischte sich ├╝ber die Nase und musterte Ciel mit nicht zu deutendem Blick, ehe er einmal den Kopf sch├╝ttelte um den Hieb abzusch├╝tteln. Maximilien seinerseits schaute die beiden an und legte Ciel einen Arm um die Schulter. ┬╗Den hast Du Dir verdient. Du wirst ebenso wie Dreux in einem Tempel als Tempelgehilfe dienen und eine Zeit, ├╝ber die ich noch entscheiden muss an einem fremden Hof, als genau dass was Du zu achten lernen musst. Als Diener. Du kannst nicht so mit Dir anvertrauten Leuten umgehen Verrill. Das wei├čt Du und falls Du es nicht wei├čt, wirst Du es eben auf diese Art lernen. So lange, bis Du es verinnerlicht hast┬ź, erkl├Ąrte Max schlicht.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich wei├č was ich an Zerbino hatte und was ich verloren habe. Ich nehme die Strafe hin┬ź, sagte sie leise und bef├╝hlte ihre Nase. Greg musterte Ciel und legte fragend den Kopf schief. Er wusste nicht mehr, wie er mit ihm umgehen sollten. Was waren sie nun noch? Was war er f├╝r ihn? Er wusste es nicht. ┬╗Wann muss ich die Strafe antreten? Jetzt?┬ź, fragte sie nerv├Âs. ┬╗Nein, Du sollst heiraten. Du sollst das Fest genie├čen, Du sollst Dich mit Deinem Bruder vers├Âhnen. Aber Du sollst auch daf├╝r b├╝├čen was Du angerichtet hast. Wenn Du das wei├čt, wunderbar. Umso k├╝rzer ist Deine Dienstzeit. Falls Du es nicht wei├čt, schlecht f├╝r Dich Kleines, denn dann bist Du l├Ąnger von Deinen Lieben getrennt┬ź, sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č das Gesicht seiner Schwester nicht aus den Augen. Sein Gesicht war etwas angespannt, ansonsten ausdruckslos, doch seine Augen blitzen w├╝tend und gleichzeitig glitzerten seine Wimpern feucht. Er hatte nicht nur Verrill, sondern auch sich selbst geschlagen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max gab ihm einen sanften Schubs Richtung Verrill. ┬╗Eigentlich wollte er br├╝llen Verrill, aber Du hast ihn nicht gelassen. Also vertragt Euch wieder so wie es sich geh├Ârt unter Geschwistern. Wer derma├čen austeilt, muss auch einmal was einstecken. Und Du hast sehr ungerecht und grob ausgeteilt┬ź, sagte Max leise.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Greg nickte knapp und nahm Ciel in die Arme. ┬╗Es tut mir leid┬ź, fl├╝stere sie ihm ins Ohr. ┬╗Verzeih mir bitte┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte sie steif zur├╝ck. Er fragte sich, wie viel zwischen ihnen soeben kaputt gegangen war. Er suchte Verrills Blick und fragte sich, ob er nicht noch heftiger h├Ątte zuschlagen sollen, um endg├╝ltig alles zwischen ihnen zu zerst├Âren. Dann legte er seine Lippen auf ihre und k├╝sste sie.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill streichelte Ciels Nacken, k├╝sste ihn zur├╝ck und l├Âste sich sanft aus der Umarmung. Sie musterte ihn ebenfalls. ┬╗Lass uns wieder gut miteinander sein, bitte. Jeder macht Fehler. Und ich sehe es ein. Ich m├Âchte keinen Streit mit Dir Ciel, weder heute an unserem besonderen Tag, noch ├╝berhaupt. Daf├╝r liebe ich Dich zu sehr. Wir waren eine Familie, wir waren ein Trio. Streit kommt vor. Lass uns nicht wieder da stehen, wo wir vor einiger Zeit standen┬ź, sagte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Er sch├╝ttelte nach ihrem letzten Satz rasch den Kopf und als sie sich von ihm l├Âste hielt er einen Moment ihre H├Ąnde fest. Noch immer brachte er kein Wort heraus.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien gesellte sich dazu und nahm beide in die Arme. ┬╗Na was nun? Ist das so schwer?┬ź, fragte er.

Ciel Felicien de Souvagne
Fragend blickte Ciel seinen Vater an.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗M├Âchtest Du Dich nicht vers├Âhnen? Und was war vor ein paar Tagen?┬ź, hakte Max nach.

Gregoire Verill de Souvagne
┬╗Ich m├Âchte und wir hatten uns grundlos gestritten, weil... ich habe es vergessen. Wegen Lin glaube ich? Jedenfalls hatte ich Angst Dreux und Ciel zu verlieren┬ź, antwortete Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber wir haben uns doch gerade vers├Âhnt - oder nicht?┬ź Ciel sah das Gesicht seines Bruders an, den er in letzter Zeit nur noch als seine Schwester wahrnahm. Er versuchte, darin zu lesen.

Gregoire Verill de Souvagne
┬╗Doch aber tun wir es nochmal damit wir beide es wissen und Paps┬ź, grinste Verrill. Sie nahm Ciel fest in die Arme und dr├╝ckte ihn an sich. Zeitgleich dr├╝ckte sie ihm einen Kuss auf. ┬╗Wieder gut miteinander Gro├čer┬ź, fl├╝sterte sie ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erzitterte kaum merklich, als sie sich der L├Ąnge nach an seinen K├Ârper schmiegte. Er nickte. ┬╗Wieder gut, Kleine. Wir hatten gestritten weil du nicht verstanden hattest, das Linhard dich liebt. Dabei hatte er es dir l├Ąngst gesagt. Das war deine gro├če Furcht.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das stimmt, wo ist er ├╝berhaupt?┬ź, fragte Verrill. ┬╗Wir wollten gemeinsam in die Ferne ziehen Ciel, wir wollten uns gemeinsam um Deine Projekte k├╝mmern oder? Hast Du das vergessen? Wieso schaust Du dann so?┬ź, fragte Greg und strich ihm die Haare aus dem Gesicht. ┬╗Weil er von Deinem Verhalten entt├Ąuscht war Verrill. Fehler macht jeder, aber belass es bei diesem einen Mal. Wir erwarten mehr von Dir, nicht nur ich oder Ciel. Jeder Souvagner - auch Deine Untertanen, Deine Deiner┬ź, erinnerte Max sie.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du wei├čt, warum┬ź, gab er zerknirscht von sich. Er sp├╝rte ihre Finger ├╝ber sein Gesicht streicheln, als sie ihm die Haare aus dem Gesicht strich. Er packte ihren Kiefer und k├╝sste sie richtig. Danach ging er wieder auf Distanz und betrachtete sie. Er fragte sich, ob sie ein Kleid getragen h├Ątte, wenn er sie geheiratet h├Ątte und nicht Linhard.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Verrill genoss den Kuss. ┬╗Nun jetzt wei├č ich warum, nach dem Kuss. Es ist wieder in Ordnung. Du h├Ąttest es mir... ehr um die Ohren hauen sollen Ciel. Das dem so ist, wei├č ich Paps. Aber ich habe es durch Nathan erneut aufgezeigt bekommen. Ich habe Ciel sogar ein Haus geschenkt, damit er vor Ort sicher und gesch├╝tzt leben und arbeiten kann. Das Haus ist gro├č und mehr Festung als ein Haus. Damit er sich auch in der Ferne sicher und geborgen f├╝hlt. Er samt Olivie. Ich hatte vor bei Linhard zu wohnen, wenn ich ihn unterst├╝tze. Oder zu pendeln zwischen Hof, Ciel und Linhards Haus. Ich habe niemanden verletzten wollen, aber ich selbst wollte auch nicht verletzt und blo├čgestellt werden. Ich wei├č dass die Pferde mit mir durchgegangen sind. Und Linhard wei├č es auch. Er hat nichts gesagt, er wollte mir auf seine Art beistehen und helfen. Das hat er nicht getan, zum Gl├╝ck. Aber er h├Ątte es getan um mich zu verteidigen, da er mich mag... mehr sogar┬ź, anwortete sie. ┬╗Was schaust Du mich fragend an? Frag einfach┬ź, grinste sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte sich aufrecht hin. ┬╗Es ist besser, wenn ich nicht frage, da es vollkommen irrelevant ist. Und bitte erw├Ąhne Linhard nicht so oft, wenn ich da bin. Ich akzeptiere ihn, aber ich muss ihn nicht dauernd vor die Nase gehalten bekommen.┬ź Er sah seinen Vater an. ┬╗Wir wollten noch zu Bellamy.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Er geh├Ârt zu mir wie Olivie zu Dir Ciel, beruhige Dich. Er ist keine Konkurrenz f├╝r Dich. Du wolltest Dich mit ihm verstehen, versuch das bitte auch. Denk an unser Essen. Ich habe mich darauf gefreut. Und was immer Du fragen wolltest, hebe Dir die Frage auf. Ich werde sie Dir beantworten, wenn ich Dir Dein Geschenk ├╝berreiche. Aber nun muss ich selbst los und noch etwas erledigen. Bis sp├Ąter Paps und Ciel┬ź, erkl├Ąrte Greg und k├╝sste beide auf die Wange, ehe er ging.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Verrill nach und musterte Ciel. ┬╗Na bitte, zwar nicht wie erwartet und Du hast einen guten rechten Haken, aber es hat gewirkt. Auf gehts, gehen wir zu Bellamy┬ź, sagte Max und gab den Weg in die Wachstube vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Na bitte, sagst du? Ist dir mal was aufgefallen? Sie hat es schon wieder getan! Es ist erneut damit geendet, dass wir Arm in Arm und k├╝ssend dastanden. Und wie sie diesen Bengel verteidigt! Je mehr ich dar├╝ber nachdenke, umso weniger kann ich ihn leiden.┬ź Er folgte seinem Vater.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Sie liebt Dich Ciel, dass ist mir aufgefallen und ja sie versucht es Euch zu vers├Âhnen. Sieh ihn nicht so hart als Konkurrenten, sondern als Sch├╝ler. Jedenfalls was sein Benehmen anbelangt. W├Ąre es nicht seltsam, wenn sie ihrem Verlobten in den R├╝cken fallen w├╝rde? Das w├╝rde im Umkehrschluss bedeuten, das w├╝rde sie bei jedem tun den sie liebt. Aber man kann Greg vieles nachsagen, so etwas macht er nicht. Er versucht seine Leute zu vereinen und zusammenzuhalten. Falls Du ihm keine Chance gibst, z├╝chtest Du Streit heran der nicht sein muss Ciel. Du kannst ein Familienmitglied dazugewinnen, oder sogar zwei mit diesem Brandur┬ź, gab Max zu bedenken. An der Wachstube hielt er an und ging hinein.
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Dreux Gifford de Souvagne
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#23

Beitrag von Dreux Gifford de Souvagne » Fr 4. Mai 2018, 15:06

Dreux ging gemeinsam mit Nathan zur├╝ck zu seinen Gem├Ąchern. An diesem sch├Ânen Tag, wollte und w├╝rde er sich nicht von einigen Untertanen ├Ąrgern lassen. Bellamy und Robere hatten gezeigt bekommen, dass man mit ihm nicht spielte. Der junge Duc musterte seinen Leibdiener. Zum Gl├╝ck war Nathan soweit wohlauf.

Sein Vater war zur├╝ck und es gab so vieles, was er ihm erz├Ąhlen wollte. Zudem freute er sich auf die bevorstehende Feier. F├╝r Dreux war es eine Premiere, ein Brautpaar zu trauen. Und er durfte heute gleich zweimal. Er selbst beschloss mit offenen Augen die Hochzeitsfeier zu genie├čen. Der komplette Adel Souvagnes war anwesend. M├Âglicherweise fand er heute auf dem Fest seiner Br├╝der selbst eine passende Frau.

Dreux wusste, dass der Comte Melville de la Cantillion zwei T├Âchter im heiratsf├Ąhigen Alter hatte. Aber nicht nur er, sondern sicher auch einige andere Adlige hatten sch├Âne T├Âchter.

Ein Diener eilte herbei und verneigte sich tief vor Dreux. Der junge Duc nickte knapp, als Zeichen dass der Mann sprechen durfte.

"Herr die Seeadler ist p├╝nktlich in den Hafen Cantillions eingelaufen. Ein herrliches Schiff, besonders der Adlerkopf am Bug", verk├╝ndete der Diener stolz.
"Ausgezeichnet, hab Dank Onfroi. Unser Bruder Gregoire wird staunen, was er von unserer Person, sowie Prince Ciel als Hochzeitsgeschenk erh├Ąlt. Da scheinbar alle heute so zeitig wach sind, werden wir mit den Vorbereitungen im Garten gegen 09:00 Uhr beginnen. Teilt dies bitte umgehend der K├╝che mit", befahl Dreux und setzte seinen Weg fort.

Der junge Duc holte seine Unterlagen aus seinem Gemach und schritt damit stolz, allerdings auch ziemlich nerv├Âs zu den Gem├Ąchern seines Vaters. Er klopfte kurz an. Fabien ├Âffnete und lie├č Dreux sofort eintreten.

"Euer Sohn Dreux Herr", teilte Fabien h├Âflich mit.
"Nur zu, bitte ihn herein", bat Maximilien.
"Schon geschehen Vater", antwortete Dreux.

Er ging auf seinen Vater zu und umarmte ihn zur Begr├╝├čung. Maximilien erwiderte die Geste, packte Dreux bei den Schultern musterte ihn genau.

"Nun erz├Ąhle, was treibt Dich her? Setzen wir uns", schmunzelte Max, w├Ąhrend Fabien den beiden Kaffee servierte.

"Die Arbeit Vater. Ich lasse Dir alle Unterlagen hier, damit Du Dich zu sp├Ąterer Stunde von meiner Arbeit ├╝berzeugen kannst. Aber eine Gesetzes├Ąnderung liegt mir besonders am Herzen und diese m├Âchte ich Dir gerne pers├Ânlich vorstellen. Ich hoffe die ├änderung findet Deine Zustimmung, sie wurde mit dem Herzen und dem Verstand gew├Ąhlt. Ich nenne sie gerne die ├änderung der warmen H├Ąnde.

Ich lese Dir die Gesetzes├Ąnderung vor.


[brief]Gesetz zur Abdikation und Intronisation - Inkrafttretung - 17.04.203 n.d.A.

Mit sofortiger Wirkung wechselt die souvagnische Krone nicht vornehmlich durch Todesfall, sondern durch Abdikation/Lossagung den Amts- und W├╝rdentr├Ąger.

Die souvagnische Krone wird folglich mit warmen, lebenden H├Ąnden, anstatt mit den kalten H├Ąnden des Todes ├╝berreicht bei M├Âglichkeit.

Der amtierende Duc teilt seinen Abdikationswunsch zugunsten des Kronprinzen mit und l├Ąsst die Kunde auf dem ├╝blichen Wege verbreiten, wann er sich von seinem Amt lossagen werde.

Die Amts├╝bergabe findet in der Hauptstadt Beaufort mit der Unterzeichnung der Abdikationsurkunde am Hofe de Souvagne und der anschlie├čenden Inthronisation des Kronprinzen statt.

Mit Unterzeichnung der Abdikationsurkunde durch den Duc und den Kronprinz wird der verfassungsgem├Ą├če Thronwechsel vollzogen.

Der ehemalige Duc tr├Ągt nach Amts├╝bergabe den Titel:

Gro├čherzogliche Hoheit
Prince de Souvagne.


Im Todesfall des amtierenden Duc wird mit der Heroldsformel "Der Duc ist tot, lang lebe der Duc - Le Duc est mort, vive le Duc" der Tod des alten Duc in Souvagne bekannt gegeben und gleichzeitig der neue Gro├čherzog ausgerufen.

Betont wird damit die Kontinuit├Ąt der Erbmonarchie und die rechtliche Tatsache, dass beim Tod des Duc die Krone sofort in den Besitz des Nachfolgers ├╝bergeht.


Duc Dreux Gifford de Souvagne[/brief]

Die Bedeutung dahinter ist schlicht, ich liebe Dich Vater und ich m├Âchte die Krone nicht aus Deinen kalten H├Ąnden nehmen, wenn Du gegangen bist, sondern ich m├Âchte sie von Dir zu Lebzeiten ├╝berreicht bekommen - mit warmen, lebendigen H├Ąnden.

Du wei├čt worum ich Dich damit bitte Papa?

Sobald Du mich f├╝r reif und w├╝rdig erachtest den Thron zu besteigen, ├╝berlasse ihn mir nicht sofort. Lass uns eine zeitlang gemeinsam herrschen. Lerne und leite mich an, bringe mir alles bei was Du wei├čt. Nach Deinem Ermessen wirst Du entscheiden, wann ich den Thron allein inne habe. Was sagst Du dazu?",
fragte Dreux neugierig wie nerv├Âs.

"Die Gesetzes├Ąnderung ist eine der Sch├Ânsten seit den letzten Jahrzehnten, wenn nicht die sch├Ânste ├änderung. Du kannst somit gleich in Amt und W├╝rden bleiben Dreux, mit sofortiger Wirkung regieren wir gemeinsam. Du hast Dir sehr viele Gedanken gemacht wie ich sehe", schmunzelte der Duc gl├╝cklich und trank einen Schluck Kaffee.
"Dankesch├Ân. Oh ja, viele Gedanken habe ich mir gemacht, Du hast gar keine Ahnung davon wie viele...", stimmte Dreux zu, was beide loslachen lie├č.

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Linhard von Hohenfelde
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#24

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Sa 5. Mai 2018, 01:28

Vater & Sohn Hohenfelde

Brandur von Hohenfelde
Der Korken mit dem Siegelbann war gel├Âst worden. Brandurs Geist raste aus der Flasche, in der man ihn gefangen gehalten hatte. Ohne sich umzuschauen oder zu warten, ob man vielleicht etwas von ihm wollte, entfernte er sich so schnell er konnte von dem Ort, an dem die Flasche sich befand. Er erkannte fl├╝chtig zwei blonde M├Ąnner, dann war er schon fort. Als gr├╝ner, langgestreckter Substanzfaden d├╝ste er durchs Schl├╝sselloch, in den Korridor und hin├╝ber zum Gemach seines Sohnes. Der war nicht anwesend. Brandur versteckte sich in der Materie der Keksschale, bis Linhard zur├╝ckkehren w├╝rde.

Linhard von Hohenfelde
Brandur musste nicht lange warten, denn Linhard kam nach einigen Minuten zur├╝ck. Er schnappte sich einen Keks, stopfte ihn sich in den Mund und pumpte Wasser in den Zuber. Zeitgleich riss er das Fenster auf, denn es n├╝tzte nichts, wenn er sich sauber schrubbte und zeitgleich wieder einr├Ąucherte. Er wollte seine-n Angetraute-n ja nicht gleich damit vergraulen, dass er bis zum Himmel stank. Aber im Moment war das noch der Fall. Er roch wie der Aschenbecher eines Kettenrauchers. Als er genug Wasser hineingepumpt hatte, sch├╝ttete er von den Badezus├Ątzen einfach von allem etwas hinein, zog sich aus und stieg ins Wasser.

Brandur von Hohenfelde
Brandur materialisierte sich in seiner gewohnten Gestalt. Er r├Ąusperte sich vernehmlich. "Guten Tag, mein Junge", sprach der Geist mit dem Dreispitz in den Raum hinein.

Linhard von Hohenfelde
Lin wischte sich das Wasser aus den Augen und grinste seinen Vater an. "Paps! Hat Dich Ciel doch freigelassen! Ich hab schon gar nicht mehr daran geglaubt. Hock Dich zu mir, ich meine schweb neben mir, also mach es Dir auf Geisterart gem├╝tlich. Ich muss was mit Dir besprechen Paps, ich hatte mit Ciel dem Bruder meines Kerl Streit und ich muss Dir was anvertrauen, da Du der Einzige bist dem ich vertraue", erkl├Ąrte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schaute sich suchend nach einer Sitzgelegenheit um und fand sie in Gestalt eines Hockers, der bei der Wanne stand. Er setzte sich darauf, die H├Ąnde auf den Gehstock zwischen seinen Schnallenschuhen gest├╝tzt. "Das ich eingesperrt wurde, war nicht sehr erfreulich, aber zu erwarten. Es h├Ątte mich eher gewundert, h├Ątte man mich weiterhin mein Unwesen treiben lassen. Ich habe ja doch ein wenig provoziert. Sprich, Junge, was gab es f├╝r ├ärger?"

Linhard von Hohenfelde
Lin warf kurz die H├Ąnde in die Luft und lie├č sie ins Wasser klatschen. "ER hasst mich. War nicht anders zu erwarten, aber der Grund, schl├Ągt dem Fass den Boden aus. M├Âchtest Du wissen warum? Weil er Gregoire liebt! Pass auf Paps, zuerst fragte ich ja ob ich Olivie heiraten darf. Meint Ciel - n├Â, er macht das. Daraufhin hat mir ja Greg das Angebot unterbreitet. Kaum steht es f├╝nf Minuten vor der Hochzeit, moppert der st├Ąndig herum, warum? Weil er Greg liebt! Sag mal! M├Âchte ich Olivie - nein, seine. M├Âchte ich Greg, nein seiner. Das habe ich ihm auch so gesagt, als wir uns gestritten haben. Wir hatten uns wie gesagt gestritten, da habe ich Greg den Verlobungsring zur├╝ckgegeben und gesagt, ich bleibe bei meinem Wort. Entweder ist er am 01.05. da oder nicht. Dann wei├č ich Bescheid. So eine verfluchte Schei├če h├Ątte ich nicht tun sollen. Wieso hab ich vor Ciel den Schwanz eingekniffen? Na vermutlich weil er die Landesmacht hinter sich hat und ich nur - ja ehm... Kasimir und Archibald. Egal. Jedenfalls habe ich mir die Kante gegegeben und etwas zu viel geraucht. Da kam er an - Ciel. Er hat sich mit mir vers├Âhnt und wollte das ich zur├╝ck zu Greg gehe. Naja bis dato war es ein Hin und her, da die Vers├Âhnung in einem Buch stand und ich mit meinem dicken Kopp nicht begriffen habe was er von mir wollte. Etwas peinlich. Jedenfalls war er wohl so angzickt, da ich Greg nur geheiratet h├Ątte aus gesch├Ąftlichen Gr├╝nden anstatt ihn zu lieben. Aber nach all dem, auch was mit dem Streit rund um Zerbino und Ferrau war, gab mir das Gespr├Ąch mit Ciel doch einiges zu denken. Einiges sehr Wichtiges Paps", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur h├Ârte aufmerksam zu. "Schwierig. Aber immerhin war er ehrlich zu dir in seinen Gef├╝hlen. Damit l├Ąsst sich arbeiten. Auf zweierlei Weise: Du kennst nun eine seiner Schwachstellen, falls du mal eine ben├Âtigst. Aber du wei├čt auch, dass er aufrichtig mit dir umgehen wollte, anstatt irgendeinen Maskenball zu veranstalten. Was auch hei├čt, dass er dir weit genug vertraut. Aber erz├Ąhl erst einmal zu Ende."

Linhard von Hohenfelde
"Was mir durch den Kopf ging bez├╝glich Ciel ist, wir kamen her um dem alten Weg zu entsagen und neue Wege zu beschreiten. Souvagnische Wege, almanische Wege. Aber bei Ferrau und Zerbino, da habe ich nicht den neuen Weg gew├Ąhlt. Ich habe ihn mir nicht mal angeschaut. Ich habe den alten Weg mitgebracht - ihn nach Souvagne importiert. Er lebt nicht nur in Dir, Opa oder Kunwolf Paps. Er lebt auch nicht in Ansgar und dort ist Schluss. Er lebt auch in mir! Opa stand dabei als man Ansgar und Dave qu├Ąlte, er lachte oder tat nichts. Es war ihm schei├čegal. Was tat ich denn anderes bei Ferrau, obwohl ich es h├Ątte besser wissen m├╝ssen? Ich tat nicht, ich lachte, ich bekam einen Steifen. Ich war genau wie Dunwin und alle anderen davor. Was h├Ątte Ansgar oder Dave f├╝r mich empfunden? Ekel, Abscheu? Und da ist mir aufgefallen, der alte Weg lebt in uns allen. Er ist nicht nur anerzogen, er ist ein Teil von uns. Er ist ein Teil unseres Erbes und unseres Blutes. Nat├╝rlich ist er das! Weil es ├╝berlebte ja auch immer nur der sadistischste, h├Ąrteste und brutalste Kerl. Und genau das vererbte er weiter. Wie andere sich dazu zwingen m├╝ssen, zuzuschlagen oder anzugreifen, muss ich mich dazu zwingen nicht bei jeder Kleinigkeit gleich das Messer zu z├╝cken und die Sache auf meine Art zu kl├Ąren. Und genau das meine ich! Den Ticken nun nenne ich es mal B├Âses, den muss man bewusst bek├Ąmpfen. Sich dem inneren Dunklen stellen, denn sonst Brandur, h├Ątten wir niemals herkommen brauchen. Wenn ich Zerbino f├╝r Greg absteche, da er Angst hat, dass er was ausplaudert, was f├╝r ihn sehr wichtig ist - dann habe ich nicht nur v├Âllig am Gesetz von Souvagne vorbei gehandelt, ich habe nicht nur ein Mord begangen, ich habe den alten Weg niemals verlassen. Ich habe v├Âllig versagt. Nichts als leere Worte waren meine Schw├╝re dann. Ja Ciel war ehrlich und das hat mir geholfen eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Mich selbst klarer zu sehen. Das was ich bin und der der ich doch gerne sein m├Âchte. Seine Schwachstellen kenne ich, einige zumindest. Aber ich hielt es f├╝r kl├╝ger und ratsamer einen Schulterschluss zu versuchen".

Brandur von Hohenfelde
"Mein lieber Linhard, leider kann ich dich nicht umarmen und dir keinen Keks reichen. Aber ich bin da. Ich bin hier, an deiner Seite und so lange ich noch kann, spreche ich mit dir, wenn du das m├Âchtest. Der Alte Weg, ich habe ihn manchmal als einen Fluch begriffen. Ja, er lebt in uns. Es schmerzt mich, zu h├Âren, dass er nicht bei der Generation von Ansgar und Davard ausgeklungen ist. Kunwolf, Dunwin und ich, wir waren noch die alte Schule, wie man sagte. Wir wurde mit der gr├Â├čtm├Âglichen H├Ąrte erzogen. Bei Davard und Ansgar geschah das Gleiche durch uns, doch sie erzogen ihre Kinder anders. Ich hatte gehofft, dass es gen├╝gen w├╝rde, dass mit deiner Generation Schluss ist, wenn wir Alten rechtzeitig einen Schlusstrich ziehen. Dass dies nicht der Fall ist, dauert mich, aber nun m├╝ssen wir schauen, was wir daraus machen. Bezogen auf deine Anmerkung, dass du dich selbst nun klarer siehst - wer w├Ąrst du denn gerne? Wer m├Âchtest du wirklich gern sein, Linhard?"

Linhard von Hohenfelde
"Jemand der Personen nicht sofort als Feind taxiert und auf einen Blick Schwachstellen findet, sondern vielleicht etwas das ich an der Person m├Âgen k├Ânnte. Ich m├Âchte eine Person sein, die den Mittelweg findet. Kein Killer, aber auch kein wehrloses K├Ątzchen. H├Ąrte wo sie angebracht ist, ansonsten friedfertig und mit mir selbst im Reinen ohne Angst zu haben, wo der n├Ąchste Feind lauert. Das m├Âchte ich sein. Und ich m├Âchte jemand sein, der seinen Partner lieben kann, ohne st├Ąndig dr├╝ber nachzudenken, wen ich daf├╝r t├Âten muss. Die Erziehung endete dort Paps, aber nicht das Blut. Und auch da hoffe ich auf unsere neue Familie, also unsere angeheiratete Familie. Wenn ich mich mit ihnen wirklich mische, wenn ich mich drauf einlasse, auf sie, auf ihre Art, auf ihren Umgang, f├Ąrbt vielleicht was auf mich ab. Wenn ich Dir etwas anvertraue, dass mir in aller Heimlichkeit und Verschwiegenheit anvertraut wurde, schweigst Du? So wie ich f├╝r das Buch? Ich wei├č es, aber ich muss es zu meiner Beruhigung h├Âren", bat Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur schloss die Geisteraugen, w├Ąhrend Linhard sprach. "Das h├Ârt sich nach einem sch├Ânen Wunsch an, Linhard. Danach, dass man Frieden finden k├Ânnte, anstatt im ewigen Krieg mit sich selbst und der Familie zu liegen. Nat├╝rlich schweige ich. Was m├Âchtest du mir anvertrauen?"

Linhard von Hohenfelde
Lin stieg aus dem Zuber, verschloss die Quartiert├╝r, schloss jede T├╝r bis zum Bad und schloss selbst diese T├╝r, samt dem Fenster. Dann hockte er sich wieder ins Wasser und schaute Brandur lange und ernst an. "Wei├čt Du was ein Hermaphrodit ist? Das ist einer - der zwei ist. Greg ist einer, er ist weder Mann noch Frau, er ist beides. Und deshalb muss Zerbino schweigen. Er... sie hat Angst, dass es jemand erf├Ąhrt. Du hast sie durch mich gestreichelt, ich dachte Du kommst vielleicht drauf. Aber das ist so verr├╝ckt, so abstrakt, so... ungew├Âhnlich... einmalig, da kommt doch keiner drauf. Ich muss sie besch├╝tzen. Und ich muss sie sp├Ąter ├╝berzeugen, mein Kind zu bekommen. Aber vorher muss ich sie vor der Konkurrenz verteidigen", fl├╝sterte Linhard kaum h├Ârbar.

Brandur von Hohenfelde
"Hm, das h├Ątte ich nicht erwartet. Ja, ich kenne dieses Naturph├Ąnomen. Aber es ist derart selten bei Menschen, das ist das Letzte, was ich vermutete. F├╝r deine Familienplanung ist das nat├╝rlich von Vorteil. Wie nahe stehen Greg und die Konkurrenz sich? Das l├Ąsst das Ganze in einem etwas anderen Licht erscheinen und erkl├Ąrt Ciels Eifersucht. Du heiratest nicht nur seinen Bruder - sondern auch seine kleine Schwester."

Linhard von Hohenfelde
"Sie lieben sich auf beide Arten. Ich vermute sie lieben sich als Geschwister und Partner. Ja aber seine kleine Schwester geh├Ârt mir. Ich habe nichts dagegen wenn er zuguckt, was er heimlich getan hat. Trotzdem geh├Ârt Verrill ab heute mir, wenn sie sich m├Âgen gut. Wenn er mehr will... hier ist das etwas anders als bei uns. Aber trotzdem habe ich doch ein Wort mitzureden. Das Problem ist, sie ist d├╝rre und schmal wie ein Stock. Sie sagt, sie kann Kinder bekommen - aber es w├Ąre gef├Ąhrlich. Weil sie es nur unter gro├čen Schwierigkeiten entbinden kann. Glaubst Du das?"

Brandur von Hohenfelde
"Ja, das glaube ich!", erkl├Ąrte Brandur ernst. "Bei der Wahl einer Partnerin sollte man nicht umsonst auf die Proportionen schauen. Das hat weniger etwas mit einem Sch├Ânheitsideal zu tun, vielmehr mit ihrer Geb├Ąrf├Ąhigkeit. Eine schmale Taille bei gleichzeitig gro├čen Br├╝sten und breitem Becken deutet auf eine h├Âhere Fruchtbarkeit hin als bei Frauen mit geradem Verlauf der Flanken. Gleichzeitig f├Ąllt die Geburt leichter. Ein zu schmales Becken kann den Tod der Mutter bedeutet und bedeutet es oft genug. Wenn Greg wirklich Kinder bekommen kann und und sich mit Ciel mehr als nur geschwisterlich nahe steht, m├╝ssen klare Verh├Ąltnisse her! Rede mit ihr. Sage ihr deutlich, was du erwartest und was nicht. Ciel ist nicht die alleinige Adresse daf├╝r, besonders, wenn er so schwer zug├Ąnglich ist. Aber die Treue von Greg h├Ąngt nicht nur von ihm ab, sondern vielmehr noch von ihr selbst. Von ihr muss die gr├Â├čte Treue ausgehen, denn sie hat Verantwortung daf├╝r, wessen Kind sie sp├Ąter austragen wird. Dennoch musst du auch ihm gegen├╝ber deinen Standpunkt klar machen und verteidigen. Notfalls sprich mit dem Vater der beiden und lege ihm deine Sorge dar, wenn es gar nicht anders gehen sollte. Aber ich hoffe, so weit wird es nicht kommen. F├╝r wie treu sch├Ątzt du Greg ein?"

Linhard von Hohenfelde
"Das ist der schwierige Punkt. Das verschwimmt irgendwie. Die Grenzen zwischen Familie und Partner verschwimmt bei ihm. Ciel ist nur sein Halbbruder, dass ist der Grund vermute ich. Sie k├Ânnen sich nahe sein und sagen wir mal harmlos. Aber sie k├Ânnen sich auch fremd sein und sich begehren. Treu... ja wenn ist sie wohl uns beiden treu. Sie liebt mich, das sagt sie. Das glaube ich ihm. Ich habe am Anfang wirklich nur die Vorteile gesehen, bis ich viel Zeit mit ihm verbrachte und wir sind ein geniales Duo. Es passt einfach und wir verstehen uns gut. Wie ich auch Ciel sagte, heute w├╝rde ich ihn aus anderen Gr├╝nden heiraten und mir w├Ąre der Status gleichg├╝ltig. Wobei ich ihn gerne mitnehme, das w├Ąre gelogen. Davor hatte ich auch Angst, dass sie ihr Leben gef├Ąhrdet. Und wenn sie ein Kind erwartet, dass es von ihm ist. Ich werde mit ihm reden, Du hast Recht. Sie k├Ânnen tun was sie wollen, aber alles muss eine Grenze haben und die Grenze lautet Sex mit meiner Frau. Er kann ihm die Nudel lutschen, wenn Ciel Greg gerne einen lutschen will, aber dort hat er nicht hinzufassen oder sie zu besteigen. Das geht nicht. Sexuell halte ich Greg nicht f├╝r treu, kein St├╝ck. Gut also nach Deiner Beschreibung h├Ątte sie extreme Schwierigkeiten das Baby auf die Welt zu bringen. Wobei sie erz├Ąhlt hat, dass man es holen kann. Keine Ahnung wie, vermutlich durch eine Operation oder sowas. Aber ich m├Âchte nicht, dass man sie aufschneidet wie einen alten Fisch und ich m├Âchte dass sie an meine Seite geh├Ârt. Gut die n├Ąchste Frau die ich mir aussuche wird kugelrund sein", lachte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Kl├Ąrt das", sagte Brandur mit hochgezogenen Brauen. "Ich w├╝rde die Grenze anders ziehen, denn wenn sie wirklich miteinander intim sind, dann ist es nur ein kleiner Schritt dazu, auch diese letzte Grenze zu ├╝berschreiten. Ich m├Âchte dir bei so einer Sache nicht reinreden, aber dir den Rat geben, es dir gut zu ├╝berlegen. Fakt ist, man kann niemanden zur Treue zwingen. Es muss vom Partner oder der Partnerin selbst ausgehen. Du musst an ihre Vernunft appelieren und an ihre Gef├╝hle f├╝r dich. Sie kann f├╝r eine Stunde Spa├č f├╝nfzig Jahre gl├╝ckliche Zukunft vernichten, wenn es dumm kommt. Falls du dir wieder eine Frau suchst, muss sie nicht kugelrund sein, sondern eine m├Âglichst gro├če Differenz im Umfang zwischen Taille und Becken aufweisen. Das ist der entscheidende Punkt. Sie sollte im Idealfall die Figur einer 8 haben. Ob sie dabei ├╝ppig ist oder schlank, ist nicht das Entscheidende, nur d├╝rr oder extrem dick darf sie nicht sein, denn beides kann zur Unfruchtbarkeit f├╝hren. Wie gut sind die Heiler in Souvagne? Wenn die Geburt derart risikoreich ist, solltet ihr dar├╝ber nachdenken, ob ihr wirklich ein gemeinsames KInd bekommen m├Âchtet - und falls ja, alles f├╝r den Wenn-Fall vorbereiten. F├╝r den Fall, dass Gregoire die Geburt nicht ├╝berlebt."

Linhard von Hohenfelde
"In Beziehungsfragen habe ich keine Ahnung Paps, ich hatte nur Nutten um es mal zu sagen wie es ist. Du bezahlst, Du bekommst worauf Du Appetit hast und musst Dich nicht rum├Ąrgern. Aber mit ihr m├Âchte ich mich gerne rum├Ąrgern und ich dachte, wenn sie erstmal schwanger ist, hat das Rumgebl├Âdel eh sein Ende. Aber die Idee ist wohl ehr mau, denn das ├Ąndert ja nichts an ihrer Einstellung. Wei├čt Du, es ist ja nicht nur die Partnerschaft, es ist alles. Wenn ich mit ihm abh├Ąnge, ist das nicht meine Frau. Das ist meine Frau, mein Kerl, mein Bester Freund, mein Baby, meine Maus. So - sie bietet alles. Er hat einen Humor wie wir und er ist klug, ziemlich klug. Wenn er mal nicht gerade seine 5 Minuten hat. Er k├╝mmert sich lieb um einen und ich m├Âchte ihn doch einfach nur behalten Paps. Ihr Bluthexer kann Dich zur├╝ckholen, also kann er auch sie retten, oder einer der Hexer. Angeblich m├Âchte Ciel Dich zur├╝ckholen, ich hoffe er tut das auch! Wie eine Eieruhr meinst Du? Nun wir hatten ├╝berlegt, zu Anfang, als ich es noch nicht wusste - wir waren noch nicht im Bett miteinander, dass er mich heiratet und danach eine Frau die wir beide m├Âgen. Sprich er hat einen Mann und eine Frau. Vielleicht ist das keine schlechte L├Âsung, aber man k├Ânnte ja auch mit einem Heiler reden was m├Âglich w├Ąre. Und vorher ob er es tun m├Âchte, sprich ein Kind austragen. Du kannst ihn ja mal heimlich beobachten und sagen ob Du meinst das geht. Also von seiner Statur. Ich muss mich gleich noch herausputzen, ich habe mir etwas wei├čes gekauft, damit ich nicht ganz so k├Ąsig aussehe", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Wei├č?", sinnierte Brandur. "Das gef├Ąllt mir. In unserer Familie haben die meisten traditionell in Schwarz oder Dunkelrot oder Dunkelblau geheiratet. Wei├č h├Ârt sich sch├Ân an, ich habe dich noch nie wei├č tragen sehen. Ich freu mich darauf. Was den Einsatz der Bluthexer anbelangt, sind die Souvagner ausgesprochen geizig. Das liegt daran, dass sie nur sehr wenige haben. Und wenn diese verschlissen sind, sind sie nicht so ohne weiteres zu reparieren. Vielleicht sollte Osmund mich doch besser auf nekromantischem Wege mit einem K├Ârper versorgen. Ich habe mir schon einen ausgesucht, der mir gefallen w├╝rde. Dann w├Ąre eine blutmagische Reserve f├╝r Gregoire gegeben. Ich freue mich sehr, dass ihr beide euch so gut versteht. Du wirst nun lernen m├╝ssen, nicht mit dem Dolch zu k├Ąmpfen, sondern mit dem Verstand. Denn so f├╝hrt man an diesem Hof scheinbar Kriege. Du bist ein kluger Junge und ein von Hohenfelde, ich bin sicher, dass du uns auch in diesem Kampf keine Schande machen wirst."

Linhard von Hohenfelde
"Ja das Problem ist nur, dass mein Kampflehrmeister genau die Person ist um die ich k├Ąmpfe. Ja wei├č, also schwarz wei├č gemischt Paps. Warte ich zeige es Dir gleich. Welchen K├Ârper h├Ąttest Du denn gerne? Erz├Ąhl. Schade das ich keine Magie beherrsche, ich h├Ątte es f├╝r Dich gelernt", schmunzelte Linhard. Er stieg aus dem Zuber, trocknete sich ab und holte seine Kleidung. "Das trage ich zur Hochzeit schau".

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"Ich wollte immer gerne in wei├č, grau, oder silber heiraten. Etwas Helles, dass Freude ausdr├╝ckt. Wieso heiraten M├Ąnner in schwarz? Man tr├Ągt immer schwarz, drum ist wei├č oder grau was besonders. Und da ist wei├č und silber drin. Das Schwarz hebt alles hervor".

Brandur von Hohenfelde
"Das sieht sehr kleidsam aus", fand Brandur. "Nun, ich habe auch in Schwarz geheiratet. Warum? Weil ich genau solche Laune hatte an jenem Tag. Magdalena war eine liebe Seele, aber meine Frau war Aster, die ich nicht heiraten konnte. Magdalena kam mir immer vor wie ein St├Ârobjekt, obgleich ich sie selbst ausgew├Ąhlt hatte."

Linhard von Hohenfelde
"Das verstehe ich Paps. Ich hatte zuerst zugesagt, weil ich dachte, etwas besseres kann unserer Familie ja nicht passieren. Zeitgleich habe ich dann statt Veyds Tochter, den Bilanzb├╝cherwurm, den B├╝cherwurm aus Souvagne geheiratet. Nur hat er mehr Geld, mehr Macht und ist ein Kerl. Und ich hab es f├╝r die Familie getan. Er hat nichts erwartet, au├čer dass ich versuche mit ihm befreundet zu sein. Sex eventuell hie├č es. Zuerst war ich etwas forsch, kann man schon sagen. Ich habe es vor Ciel nicht gerne zugegeben, aber ich war es. Eigentlich unsinnig oder? Jemand sagt Dir, dass er Dich toll findet und ich mauere. Ich h├Ątte wenigstens geschmeichelt sein sollen. Aber ich dachte, komm steh zu Deinem Wort. Versuch doch einfach einen besten Kumpel als Ehemann zu haben. Das haben manche ja nicht mal - sprich einen Freund, eine Freundin. Und als ich das versucht habe, habe ich erstmal festgestellt, wen ich da wirklich an meiner Seite habe. Wen ist klar oder, wenn ich f├╝r sie t├Âten w├╝rde. Das muss sie wissen, damit sie versteht was sie mir bedeutet. Dass sie nicht mehr denkt, es ist ein Deal. Es war einer, aber jetzt ist es was anderes. Ich h├Ątte nicht mal etwas gegen eine Frau die er dazu heiratet, gegen einen Kerl aber schon. Konntest Du Aster nicht heiraten? Was w├Ąre passiert, wenn Du es versucht h├Ąttest?".

Brandur von Hohenfelde
"Sie h├Ątte einen tragischen Unfall erlitten. Sie war ein Purie und unsere G├Ąrtnerin. Eines Hohenfeldes nicht w├╝rdig. So war sie in Sicherheit und wir konnten uns weiterhin sehen. In Naridien kann man leider nur eine Partnerin haben. Warum w├╝rde dich eine zus├Ątzliche Frau nicht st├Âren, ein Mann aber schon? Der K├Ârper, den ich mir ausgesucht habe, l├Ąuft drau├čen schon auf der Feier herum. Ich zeige ihn dir, wenn wir da sind."

Linhard von Hohenfelde
"Weil eine Frau w├╝rde Greg nehmen und ich w├╝rde sie nehmen, aber sie ist v├Âllig ungef├Ąhrlich f├╝r ihn. Sie kann ihn schlecht schw├Ąngern, ich habe dann zwei Frauen und einen Kerl, ├╝berhaupt keinen Nachteil. Die n├Ąchtlichen feuchten Gedanken von mir - nicht ├╝bel nehmen Paps", lachte Lin leise. "Stimmt wohl, so wie Opas Freundin und die Freundin von Alastair. Er h├Ątte die Mutter von Arch doch auch heiraten k├Ânnen, aber er tat es ebensowenig wie Du. Also ganz so der Held schien er nicht gewesen zu sein, wenn er selbst Angst hatte. Na dann lass uns den K├Ârper angucken gehen", sagte Lin und zog sich an.

Brandur von Hohenfelde
"Ein Held? Jemand der Kinder schl├Ągt, was soll das f├╝r ein Held sein? Nein, Linhard, Alastair war ein ganz armes W├╝rstchen. So wie jene, die er zu Kampfhunden heranziehen wollte. Wir alle waren doch im Grunde ganz klein. Wir lernen erst seit einem Jahr langsam, Gr├Â├če zu zeigen."

Linhard von Hohenfelde
"Ich meinte das auch ironisch. Als Geist tat er so, als w├Ąre er allm├Ąchtig gewesen und selbst hatte er nicht mal dem Mumm seinen unehelichen Sohn ins Gesicht zu sagen, wer er ist. Schlimmer noch, er zwang seine Geliebte dazu, ihn abzugeben. Blo├č weit weg, aus den Augen aus dem Sinn. Noch etwas, Paps. Ich habe Archibald um ein Gespr├Ąch nach der Hochzeit gebeten. Ich wollte es ihm sagen. Alles. Auch das wegen Derya. Das L├╝gen soll ein Ende haben. Entweder nimmt er es hin und der neue Weg gewinnt, oder er greift mich daf├╝r an. Das Ende w├Ąre klar. Ich kann ihn nicht besiegen - nur aufhalten. Sprich ich kann nicht gegen ihn gewinnen, aber ich kann vermutlich l├Ąnger gegen ihn ├╝berleben als manch anderer. Ich wei├č nur nicht ob ich das tun soll. Ich war bei ihm um mit ihm zu reden, und sagte bitte nach der Hochzeit. Und die Worte nach der Hochzeit - veranlassten Arch zu vermuten, dass ich m├Âchte das a - die Erbfolge greift und b - Greg Duc wird. Da wusste ich nicht mehr, ob meine Idee ├╝berhaupt gut ist oder was bringt. Er denkt nur in diesen Bahnen, ich glaube Dunwin und er hielten sich gegenseitig auf Spur. Wurde einer milder und drohte vern├╝nftig zu werden, brachte der andere ihn zur├╝ck in den Wahnsinn. Ich wei├č Du hast es verboten, aber wie siehst Du meine Idee mit dem neuen Wissen bezogen auf das Gespr├Ąch mit Ciel?"

Brandur von Hohenfelde
"Ich verstehe gerade nicht, wie das Eine mit dem Anderen zusammenh├Ąngen soll. M├Âchtest du, dass Archibald Ciel und Dreaux aus dem Weg r├Ąumt? Um die Konkurrenz auf alte Weise loszuwerden?"

Linhard von Hohenfelde
"Nein! Wie kommst Du denn darauf? Darauf kam auch Archibald. Nein er soll gar nichts tun. Er soll mir zuh├Âren und ich sage ihm die Wahrheit ├╝ber seine Herkunft und dar├╝ber dass ich Derya an Ciel und Co verraten habe. Damit das L├╝gen ein Ende hat. Entweder rettet er sie, oder eben nicht. Nur w├╝sste er woran er ist und ich h├Ątte die Wahrheit gesagt. Es k├Ânnte nat├╝rlich auch sein, dass er mich angeht... vermute ich".

Brandur von Hohenfelde
"Schweigen ist kein L├╝gen, Linhard", sagte Brandur streng. "Halte dich fern von Archibald! Du w├╝nschst dir mit ihm Vertraulichkeit. Genau so gut k├Ânntest du dir Vertraulichkeit mit einem Haifisch w├╝nschen. Betrachte eure Beziehung rein gesch├Ąftlich. Unser Blut mag durch seine Adern flie├čen, aber dennoch ist er kein von Hohenfelde - er ist ein von Dornburg. Und das bleibt er. Nichts wird ihn zu einem der unseren machen."

Linhard von Hohenfelde
"Nunja... ja. Manchmal kam es mir so vor, als w├╝rde er mich verstehen und vor allem als w├╝rde er mich m├Âgen. Ebenso Kasimir. Kasi ist doch auch vertrauensw├╝rdig, bis zu einem gewissen Grad. Und er ist mein Stabler, also Arch. Ich wei├č, ich habe oft Probleme - einerseits der Typ mit dem ich lache. Auf der anderen Seite der Typ, der Kinder einsperrt und seinem Sklaven eine Kette aus Rasierklingen um den Hals h├Ąngt. Ich wei├č nicht warum ich so auf ihn reagiere. Manchmal frage ich mich wieviel Opa in meinen Adern flie├čt Paps. Und ob das normal ist. Und manchmal frage ich mich, ob ich einfach seinen K├Âder schlucke, oder von seinem Gift gesoffen habe, dass ich die Gefahr ausblende. Ich wei├č doch was ich sah! Ich war total neben der Spur, ich hatte Todesangst vor ihm unten im Keller. Er war so anders, so... wie von einer anderen Welt, wer hat es hier herein gelassen? Aber dann, sitzt er neben einen redet und lacht und man denkt, habe ich mir nur eingebildet. Das habe ich aber nicht. Was stimmt nicht mit mir? Vielleicht sollte ich mich wirklich mehr fernhalten um ihn anders zu sehen. Sehen schafft Vertrauen. Regel 23 des Buches des Todes - es ist leichter eine Person zu ermorden, wenn sie einem vom Sehen her kennt. Je ├Âfter sie einen bewusst oder unbewusst wahrnimmt, je geringer wird das Misstrauen und die Hemmschwelle - Zitat Ende", sagte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Warum? Ich vermute, du sehnst dich entweder nach einem Freund oder einem Ersatzvater", sagte Brandur bitter. "F├╝r ersteres - such dir einfach einen anderen Stabler aus oder meinetwegen auch Kasimir. Jeder w├Ąre besser geeignet als er! Jeder! Am Besten, du suchst dir souvagnische Freude, damit ihr fester mit dem Lande verwachst. Optimal w├Ąre es nat├╝rlich, sie h├Ątten eine gute Position inne. Fakt ist: Du hast seinen K├Âder geschluckt. Und du kannst Ainuwar auf Knien danken, dass du zu alt f├╝r ihn bist. Sonst w├╝rdest du ├╝ber kurz oder lang in seinem Magen landen. Ich w├╝nschte, jemand w├╝rde ich z├╝chtigen f├╝r diese Dummheit, aber leider ist mir dies in feinstofflicher Gestalt versagt", fauchte Brandur.

Linhard von Hohenfelde
"In Ordnung Paps, ich habe verstanden Du musst mich nicht z├╝chtigen. Ich werde versuchen mir souvagnische Freunde zu suchen und vielleicht einen anderen Stabler des Vertrauens. Er hat es einmal gesagt, es ist schon was her, er sagte ich m├╝sste mich nicht f├╝rchten denn ich w├Ąre uralt. Was f├╝r ihn jung ist... habe ich ja gesehen. Ich... stimmt... er ermordet sie und frisst sie auf, daher waren ja die Knochen f├╝r meine Puppe! Manchmal frage ich mich wirklich wo ich meinen Kopf habe. Er grinst und man denkt alles tutti. Vermutlich ist Jesper noch eine Spur d├Ąmlicher als ich. Ich werde versuchen Leute in meinem Alter auf meiner Hochzeit kennenzulernen. Vielleicht kennt Greg welche? Oder hat nicht Aimeric noch einen Bruder? Der hat vielleicht auch Kumpel in meinem Alter. Paps wo ist meine Bumspuppe? Ich hab die gesucht".

Brandur von Hohenfelde
"Sie war im Wyvern, in einem Koffer. Sie ist noch nicht ganz fertig, aber sie funktioniert. Wenn Kasimir sich um das Gep├Ąck gek├╝mmert hat, dann sollte sie mit bei deinen Habseligkeiten zu finden sein. Auf der Hochzeit nach Gleichaltrigen Ausschau zu halten ist ein guter Gedanke."

Linhard von Hohenfelde
"Bist Du mir sehr b├Âse? Ich habe ihm noch nichts gesagt, ich hatte es nur vor. Aber ich werde es lassen, sonst ende ich vielleicht doch noch im Kochtopf. Komm zeig mir Deinen neuen K├Ârper, reden wir lieber von Dir", freute sich Lin und kleidete sich komplett ein. "Wie sehe ich aus?", grinste er gl├╝cklich.

Brandur von Hohenfelde
Brandur betrachtete seinen Jungen. "Ich bin stolz auf dich. Du bist ein ausgesprochen adretter Ehemann! Ich bin sicher, Greg wird ebenso stolz sein, sich an deiner Seite zeigen zu d├╝rfen. Was Archibald betrifft - ich bin dir nicht b├Âse, ich bin in allerh├Âchster Sorge! Du meinst, Archibald h├Ąndeln zu k├Ânnen. Niemand kann das. Nicht einmal Jesper und der versucht es seit 40 Jahren." Brandur schwebte an Linhards Seite hinaus in das feiernde Volk. Es war noch zeitig, doch es waren schon einige G├Ąste eingetroffen.

Linhard von Hohenfelde
"Niemand bis auf Opa. Oh wir sollten Aimeric suchen unser lieben Freund und Verwandten. Ich m├Âchte ihn gerne bei uns haben. Ich freue mich immer ihn zu sehen, wenn er nicht gerade in den Nachttopf dabei kotzt", lachte Lin. Lin schaute sich gut gelaunt und um deutete auf das gewaltige Luftschiff. "Schau mal, sieht das nicht genial aus? Mit Aquilla k├Ânnte ich darauf landen. Aber solche Scherze lasse ich lieber. Manachmal habe ich solche Gedanken, st├Âre Dich nicht dran. Sozusagen pers├Ânliche Herausforderungen, nur mit Aquilla sehen die anders aus, als mit einem Pferd. Wobei ich auch ein neues Pferd habe, Noir hei├čt es und es ist nachtschwarz. Hatte ich Dir davon schon erz├Ąhlt? Sag mir bescheid wenn wir Deinen K├Ârper sehen", fl├╝sterte Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Das ist wahrlich imposant", staunte Brandur. "Das werde ich mir dann mal aus der N├Ąhe ansehen. Ob Alastair Archibald wirklich unter Kontrolle hatte, lasse ich im Raum stehen. Er hat es ja nicht einmal versucht, ihn zu z├╝geln, au├čer, wenn es ihm selbst an sein faltiges Leder ging." Brandur schaute sich suchend um, dann entdeckte er, wen er suchte. "Komm, da dr├╝ben geht mein potenzieller K├Ârper, falls wir die Sache auf diese Weise kl├Ąren." Er schwebte in Richtung zweier M├Ąnner, von denen einer den anderen untergehakt ├╝ber den Platz schleifte. Der Untergehakte war ein Brillentr├Ąger und guckte mit von den Gl├Ąsern unnat├╝rlich riesigen Augen durch die Gegend, scheinbar ohne etwas zu erkennen trotz der Sehhilfe. Sein Begleiter zog ihn nicht nur quer ├╝ber den Platz, sondern textete ihn obendrein unabl├Ąssig zu. "Der gespr├Ąchige Herr da", sagte Brandur leise.

Linhard von Hohenfelde
"Die Brillenschlange? Bist Du verr├╝ckt? Was willst Du mit dem Maulwurf?!? Nimm den Kerl daneben, wenn schon. Faltiges Leder? Gut gebr├╝llt L├Âwe Paps. Ja Opa sah immer was d├╝rre aus", kicherte Linhard und schaute sich den Mann mit den Riesenaugen an. "Ich hoffe die wirken nur durch die Brille so riesig, sonst hat er ein Problem", lachte Linhard.

Brandur von Hohenfelde
"Den ohne Brille meine ich doch", erwiderte Brandur. "Den, der unabl├Ąssig redet! Er ist jung, er ist gesund und das wichtigste - er ist Geistmagier."

Linhard von Hohenfelde
"Ahhhhh, bei dem anderen h├Ątte ich Probleme gehabt Dir in die Augen zu schauen. Wobei, eigentlich nicht. Ich h├Ątte ja nur Augen gesehen. Wobei die beiden scheinen sich zu m├Âgen. Soll ich ihnen mal auf den Zahn f├╝hlen?", fragte Lin gut gelaunt.

Brandur von Hohenfelde
"Nur zu", erwiderte Brandur freundlich. "Ich werde mich derweil in deiner Kleidung verstecken, um sie nicht zu beunruhigen." Damit kroch er in Linhards Au├čenmantel. Sofort wurde das Kleidungsst├╝ck eiskalt, doch Linhard trug noch weitere Kleider darunter, so dass ihn dies nur wenig st├Âren d├╝rfte.

Linhard von Hohenfelde
Linhard schlenderte auf die beiden zu und l├Ąchelte dabei so freundlich, wie er es seit Kindertagen einstudiert hatte - schlie├člich wurde das bei einer neutralen Begr├╝├čung erwartet. "Hallo Ihr beiden. Mit wem habe ich die Ehre? Ich bin Linhard, der Zuk├╝nftige von Prince Gregoire de Souvagne", stellte sich Linhard vor.

Linhard von Hohenfelde
Gaetano verneigte sich in die Richtung, aus der die Stimme kam. "Hoheit, es freut uns, Euch kennenzulernen. Mein Begleiter ist Himmelsauge Remy und ich bin Comte Gaetano de la Cantillion. Meine Verwandten m├╝ssten auch hier irgendwo sein", sagte Tano zu machte eine Geste in die Gegend, so das Linhard mit dem Gesicht zur├╝ck zuckten musste, falls er keinen Finger im Auge wollte.

Brandur von Hohenfelde
Remy: Remy h├Ârte auf, Gaetano ├╝ber den Platz zu schleifen und blieb stehen, ohne seinen neuen Kumpel loszulassen. Er musterte ├╝berrascht den Br├Ąutigam, der sich zu ihnen gesellte. Mit fachkundigem Blick analysierte er zuerst dessen Kleider. "DAS nenne ich eine Garderobe, in der man sich sehen lassen kann! Wahnsinn, diese ganzen Applikationen, das sieht wunderbar teuer aus! Gaetano stellt sich wieder viel zu Bescheiden vor. Er ist der Mann, der fast die Prinzessin geehelicht h├Ątte, aber leider kam ihm der Prinz zuvor."

Linhard von Hohenfelde
"Ja das ist hier ein leidiges Thema", grinste Lin. "Vielen Dank, ich hoffe meinem Mann gef├Ąllt es auch. Ich habe extra dies gew├Ąhlt. Er sagte in Souvagne liebt man es ausfwendiger und ich habe keine Kosten und M├╝hen gescheut f├╝r ihn. Ihr seid also ein Himmelsauge?", fragte Lin neugierig.

Brandur von Hohenfelde
"Ja, das bin ich", erwiderte Remy stolz. "Ich soll hier die Hochzeit mit sichern, aber nebenbei kann ich auch feiern, das ist der Vorteil. Die Gardisten haben es da schlechter getroffen. Und klar lieben wir es hier aufw├Ąndig, wer hat, der hat, nicht wahr? Das seid Ihr von Naridien nat├╝rlich nicht gewohnt. Ihr seid doch Naridier?" Er musterte ihn.

Linhard von Hohenfelde
"Ich war Naridier ja, also ich war geb├╝rtiger Naridier aber ich bin eingeb├╝rgert worden, ansonsten h├Ątte ich Gregoire nicht heiraten d├╝rfen. Dies steht so in den Hausgesetzen der de Souvagnes. In Naridien geht es schlichter zu, jedenfalls was die Kleidung anbelangt. Daf├╝r ist das Leben auf andere Art und Weise turbulenter. Allerdings zum Nachteil aller Beteiligten. Was macht ein Himmelsauge denn noch so, au├čer den Hof bewachen? Ihr seid Magier richtig? Viele meiner Familie sind auch Magier - Geistmagier", sagte Lin und l├Ąchelte.

Brandur von Hohenfelde
"Oh, vieles. Haupts├Ąchlich ├╝berwachen wir die innere Sicherheit. Aber einige von uns werden auch im Krieg eingesetzt. Passt mal auf, ich zeig Euch was!" Er nahm Gaetano schwungvoll die Brille weg, warf sie einmal in die Luft. Sie flog ├╝ber sie, kreiselte in der Luft, ehe Remy sie geschickt wieder fing und in seiner Tasche verstaute. Er hielt Gaetano ganz fest, damit der nicht in Panik ausbrach und verband sich mit seinem Geist. "Augen zu, Tano", sagte er und koppelte sie beide mit dem Geist seines Habichts. Gaetano sah nun gestochen scharf das Gesicht von Linhard und auch das von Remy. Dann schickte der Geistmagier seinen Vogel los, lie├č ihn ├╝ber den gesamten Platz kreisen und sich h├Âher schrauben, bis hinauf zum Luftschiff. "Na, Tano?", rief Remy begeistert. "Wenn es dir gef├Ąllt, sag der Hoheit, wie gut ich meinen Job mache! Ich kann leider nicht einfach auf den Geist vom Br├Ąutigam zugreifen und ihm das selber zeigen, das gibt nur ├ärger. Aber es ist gut, oder?"

Linhard von Hohenfelde
Gaetano versteifte sich wie eine Salzs├Ąule und schien auch nicht mehr zu atmen. Seine Finger krallten sich schmerzhaft in den Arm von Remy und seine Lippen wurden langsam blau, weil er scheinbar immer noch keine Luft holte. "So sieht die Welt aus...", japste er voller Erstaunen.

Linhard von Hohenfelde
Linhard starrte Gaetano an und dann Remy. "Ich glaube er ist total von den Socken, r├╝ttele ihn mal. Wie schlecht sieht er denn? Und was sieht er nun? Nein an mein Geist darf nur Wasser und mein Paps", grinste Lin.

Brandur von Hohenfelde
"Eh du musst atmen", rief Remy erschrocken und versuchte, Gaetano rasch irgendwelche beruhigenden Gef├╝hle zu ├╝bermitteln. Er schickte ihm das Gef├╝hl eines Abends vor dem Kamin, eingekuschelt in eine Decke mit einem Buch und einem hei├čen Kakao. Das zog bei fast allen. "Eh", sprach Remy, "Er sieht, was ich sehe und somit, was mein Habicht sieht. Moment, Hoheit, ich muss mich mal kurz konzentrieren!" Er wartete, ob Gaetano sich wieder beruhigte. "Dass dich das so umhaut, kann ja keiner Ahnen." Er zupfte etwas an Gaetaons Geist herum und st├Âberte vorsichtig an der Oberfl├Ąche. "Mann, du bist echt ein ganz sch├Âner Blindmull. Ich zeig dir dann mal ein paar hei├če Br├Ąute!"

Linhard von Hohenfelde
"Nein! ich m├Âchte alles sehen, ich m├Âchte meine Familie sehen, ich m├Âchte ihre Gesichter sehen Remy bitte. Und ich m├Âchte das Luftschiff noch einmal sehen. Und Dein Gesicht", freute sich Gaetano und dr├╝ckte ihn felsenfest an sich.

Linhard von Hohenfelde
"Also wenn er sich nicht freut, wer dann? Wo ist Dein Habicht? Vielleicht solltest Du ihn als naja Fernrohr f├╝r Gaetano mitnehmen?", schlug Lin vor. "Wenn er sonst nichts sieht, ist doch klar, dass er sich so freut. Er sieht unsere Welt das erste mal richtig. Dann bekommt er unsere Hochzeit auch mit und h├Ârt sie nicht nur".

Brandur von Hohenfelde
"Hehe", lachte Remy nerv├Âs, als Gaetano ihn dr├╝ckte. "Das sollte ja nur eine kleine Demo sein, aber super, wenn sie dich so von den Socken haut! Die Hoheit beeindruckt, das macht sich gut in unserer Biografie. Und den Comte erfreut, fast genau so gut! Dann lass ich unseren Geist miteinander verbunden f├╝r die Hochzeit, ja? Damit du auch was mitkriegst. Ich guck sch├Ân in der Gegend rum und zeig dir deine Familie. Hier, du kannst meine Visage noch mal sehen." Der Habicht umkreiste noch einmal das Luftschiff, damit Gaetano es sich anschauen konnte und kehrte dann zur├╝ck, um seinen Herrn zu be├Ąugen. "Da, das bin ich! Und so siehst du aus." Der Habicht besah sich Gaetanos Gesicht, der sich selbst vielleicht das erste mal wirklich sah. "Das ist auch unsere Aufgabe, Hoheit - unsere Leute gl├╝cklich machen." Er grinste.

Linhard von Hohenfelde
"Eine der besten Aufgaben die man haben kann. Wobei kann Dein Vogel schauen wo mein Mann gerade ist? Das w├Ąre hilfreich", fragte Lin.

Linhard von Hohenfelde
"Ja bitte, lass es so. Ich m├Âchte alles sehen. Ich sehe komisch aus, wenn ich mich selbst angucke. Das ist unheimlich, Du hast eine spitze Nase Remy. Das Luftschiff war mit Blumen geschm├╝ckt, hast Du das gesehen? F├╝r mich sah es aus wie eine gro├če graue Rauchstange in der Luft. So ist es sch├Âner. Ich w├╝nschte ich h├Ątte solche Augen wie der Habicht", sagte Tano.

Brandur von Hohenfelde
"Meine Nase ist spitz, aber sieht gut aus! Das muss man mal so sagen. Du siehst nicht komisch aus, nur ungewohnt ohne Brille. Die Abdr├╝cke gehen dann wieder weg. Du kannst f├╝r heute die Augen meines Habichts geborgt haben und wenn wir uns sehen, immer. Das macht mir gar nichts aus." Er wandte sich an Linhard. "Klar kann mein Habicht das, Hoheit! Das dauert nur Minuten, dann hat er hier alles abgesucht und ich unterst├╝tz ihn aus dem Nexus. Eiiiinen Moment, Tano, du kannst dich gleich wieder bewundern, erstmal der Hoheit helfen." Der Habicht zog los und suchte nach dem anderen Br├Ąutigam. Zeitgleich begab sich Remy in Trance und tastete das Netz lebender Pr├Ąsenzen ab. "Da ist er!" Er zeigte in eine Richtung. "Guckt sich die Deko an. Kommt gerade in unsere Richtung flaniert. Hat sich mega schick gemacht! Die Stoffe sehen noch teurer aus als Eure! Nichts f├╝r ungut."

Linhard von Hohenfelde
"Dass passt schon so, er soll h├╝bsch sein, ruhig h├╝bscher als ich. Das geht halt nur ├╝ber teure Kleidung nicht wahr? Danke, wir sehen uns hoffentlich noch sp├Ąter. Viel Spa├č Euch beiden auf der Hochzeit", sagte Lin gut gelaunt und ging Greg entgegen. `Paps? Schau Dir Greg genau an und sag dann was zu seiner H├╝fte┬┤, bat Lin. Er schaute sich um und entdeckte seinen Zuk├╝nftigen. "Hier treibst Du Dich rum", gr├╝├čte Linhard und knuffte Greg zur Begr├╝├čung.

Linhard von Hohenfelde
Greg musterte Lin von oben bis unten und k├╝sste ihn zur Begr├╝├čung. "Du siehst richtig schick aus, ich hatte schon Bef├╝rchtungen Du kommst in irgendeinem naridischen Fummel", lachte Greg. "Irgendsowas tarnfarbenes, das Du aussiehst wie Kompost".

Linhard von Hohenfelde
Lin kniff ein Auge zusammen und schaute Greg an. "Ich vermeide es tunlichst wie Kompost auszusehen, Danke Schatz", gab Lin zur├╝ck. "Oh bitte, wenn man zur Begr├╝├čung knufft, muss man auch mit sowas rechnen. Box mich aber nicht vor dem Altar oder klatsch mich ab. Hier k├╝sst man sich, nur zur Info", lachte Greg. "Ich werde es mir merken", gibbelte Lin.

Brandur von Hohenfelde
Brandur kroch in Linhards K├Ârper hinein, um ungest├Ârt mit ihm reden zu k├Ânnen. 'Ich bin hier. Darf ich?' Er ├Ąugte durch Linhards Augen. 'Oh je, ein sehr schmales H├╝ftchen. Eine M├Ąnnerh├╝fte, vermutlich. Ich sehe da von den Proportionen nichts Weibliches.' Er wich ruckartig zur├╝ck, als Greg Linhard einen Kuss auf den Mund dr├╝ckte, aber Greg erwischte ihn trotzdem. 'Entschuldige. Das Wegzucken war ein Reflex.'

Linhard von Hohenfelde
`Nicht schlimm, alles gut. Willkommen Daheim. Findest Du? Warte┬┤, bat Lin und legte Greg liebevoll einen Arm um die H├╝fte. Nat├╝rlich nicht nur rein zur Begr├╝├čung, sondern auch damit Brandur eine Sch├Ątzung vornehmen konnte. Brandur sp├╝rte durch Lin, dass Greg wesentlich schmaler war, als er in der Kleidung aussah und selbst da war er nicht breit gebaut. Er war schmal, geradezu d├╝rre aber fest und sehnig. "Ich habe Dir unser Buch aufs Kopfkissen gelegt Lin, da steht eine neue Botschaft f├╝r Dich drin. Eine liebe Botschaft. Mist schreibe ich nicht in unser Buch. Oh warte, halt still, ehe ich das wieder vergesse!", bat Gregoire und packte Linhards Hand. Er zog sich mit den Z├Ąhnen Lins Verlobungsring vom Finger und schob ihn Lin zur├╝ck auf den Finger. "Hier geh├Ârt er hin und hier bleibt er zuk├╝nftig. Unterlass so etwas bitte. Renn nicht weg und stell mir kein Ultimatum. Ich habe Dich gebeten zu bleiben, Du bist stiften gegangen. Was sollte das? Wegen Ciel? Er hat Dich f├╝r mich zur├╝ckgeholt, obwohl er w├╝tend auf Dich war. Versucht bitte miteinander auszukommen. Wir zwei geh├Âren zusammen Lin", fl├╝sterte Greg ihm ins Ohr und biss ihm kichernd ins Ohrl├Ąppchen. "Versprochen", wisperte Lin zur├╝ck und befreite sich sanft. "Lass uns was trinken gehen, ein Kaffee w├Ąre nicht schlecht", schlug Gregoire vor und schlenderte mit Linhard in den hergerichteten Fr├╝hst├╝ckssaal.

Linhard von Hohenfelde
`Und Papa was meinst Du?┬┤, fragte Lin seinen Vater hoffnungsvoll.

Brandur von Hohenfelde
Linhard hatte dank Brandur einen roten Kopf bekommen. 'Ich hoffe, ich mach dir keine Schande, ich versuche, deine Motorik nicht zu beeintr├Ąchtigen. Ich habe nur sehr lange niemanden mehr z├Ąrtlich ber├╝hrt und erst recht keinen halben Mann. Er scheint k├Ârperlich sehr maskulin gebaut zu sein. Seine Geb├Ąrf├Ąhigkeit ist aus meiner Sicht sehr fragw├╝rdig. Doch ein Medicus kann das besser einsch├Ątzen, notfalls konsultiert einen.'

Linhard von Hohenfelde
`Danke f├╝r Deinen ehrlichen Rat Paps. Vermisst Du es eine Frau zu streicheln? W├╝rdest Du Dir eine Frau suchen, wenn Du wieder lebst? Bist Du einsam als Geist? Ich bin einsam ohne Dich, aber Du bist mein Vater, ich Dein Sohn und vielleicht sehnst Du Dich ja nach einer Frau wie Aster, eine die Dich auf jene weise liebt und gl├╝cklich macht. Ich w├╝rde es Dir w├╝nschen, aber was w├╝nscht Du Dir?┬┤, fragte Linhard liebevoll, w├Ąhrend er zuerst Greg und dann sich selbst einen Kaffee aush├Ąndigen lie├č. Lin wartete auf die Antwort seines Vaters, w├Ąhrend sich Greg in seinen Arm schmiegte. "Deine Haare riechen lecker Greg", freute sich Lin. "Dank Nathan, er hat so gut gew├Ąhlt", antwortete Gregoire behaglich und nahm sich ein Pl├Ątzchen vom Fr├╝hst├╝cksangebot.

Brandur von Hohenfelde
'Einsam? Nein. Ich habe doch dich. Doch nach einer Frau sehne ich mich. Sicher tue ich das. Ich bin auch nur ein Mann, wenn auch ein alter. Ob ich noch einmal heiraten w├Âllte, wei├č ich nicht, aber eine Partnerin h├Ątte ich schon gern. Ich denke, dieser Remy k├Ânnte mir dabei eine gute Hilfe sein. Was h├Ąltst du von ihm als Gef├Ą├č?' Brandur versuchte, Greg als guten Freund wahrzunehmen, der sich an ihm schmiegte. So ging es. Er gab sich M├╝he, Linhards und seine Gedanken un Gef├╝hle zu trennen, doch das war nicht vollst├Ąndig m├Âglich. Sie teilten sich nun einmal momentan einen K├Ârper.

Linhard von Hohenfelde
`Das Gef├Ą├č ist gut, aber Du w├╝rdest einem Verwandten damit schaden, unserem Gaetano. Den ich vorher nicht kannte. Kannst Du Dir nicht einen anderen Kerl suchen als Remy? Ich h├Ątte ihn gerne als Kumpel Paps. Ginge das? Ich meine Du gehst vor, aber ich finde um Remy w├Ąre es schade. Es gibt bestimmt genug K├Ârper wo Drecks├Ącke drin stecken, die man ohne weiteres rausr├Ąumen sollte. Meiner Meinung nach. Dann werden wir Dir eine Frau suchen. Entweder wenn Du knusprig neu auferstehst, oder wenn Ciel sein Versprechen wahr macht. So oder so finden wir eine Frau f├╝r Dich. Stell Dir Greg als magere Frau vor, dann geht es Paps, Du musst keine Angst vor ihm haben. Er ist ganz umg├Ąnglich schau┬┤, erkl├Ąrte Lin und k├╝sste Greg liebevoll auf den Hals. Greg erwiderte den Kuss dr├╝ckte sich fester an ihn. `Wie sah Aster denn aus? Wie ist Dein Geschmack, wie soll sie aussehen?┬┤

Brandur von Hohenfelde
Brandur r├Ąusperte sich mental. Er versuchte, die Z├Ąrtlichkeit nicht allzu nah an sich heranzulassen, da er sich wie ein unanst├Ąndiger alter Mann f├╝hlte, der den jungen Gef├Ąhrten seines Sohnes ungefragt begrabschte. `Aster war eine einfache, robuste Frau. Sehr nat├╝rlich, ├Ąu├čerlich und innerlich, das Gegenteil unserer unterk├╝hlten, steifen Familie. Braun gebrannt von der Sonne, mit Sommersprossen und braunem Lockenhaar. Sie hatte eine ziemlich gro├če Nase, aber alles hat bei ihr gut zusammengepasst. Sie war muskul├Âs von der Arbeit, aber dabei sehr weiblich. Sie war ├Ąlter als ich, was mir als jungem Mann entgegenkam, da sie mich anleitete. Mit ihr lernte ich, zu lieben, seelisch und k├Ârperlich. Wenn dir Remy am Herzen liegt, werde ich nach einem anderen Gef├Ą├č suchen. Selbstredend. Ich werde dir nicht einen potenziellen Freund nehmen. Er gefiel mir, aber ich finde schon wen anderes."

Linhard von Hohenfelde
`So jemanden wie Aster finden wir nie wieder, aber nach einer optisch ├Ąhnlichen Frau k├Ânnen wir Ausschau halten. Wenn Dir Remy gef├Ąllt, ist die Wahl als Freund doch umso besser. Er sorgt sich um Gaetano, er nimmt ihn trotz allem mit. Wer w├╝rde das schon machen? Er scheint durch und durch ein anst├Ąndiger Kerl zu sein und mir war er auf Anhieb sympatisch und das Paps haben wir Hohenfelde echt selten. Ja ich werde aber weiterhin versuchen, dass Du lebendig zur├╝ckkommen darfst┬┤.

Brandur von Hohenfelde
'Es ist nicht allein die Optik, es war, wie sie wirkte. Sie war wie die gl├╝hende Sommersonne in der Eisgrotte, die wir zu Hause nannten. Vielleicht finden wir wen. Aber dar├╝ber lohnt es sich erst, Gedanken zu verschwenden, wenn ich einen K├Ârper habe.' Er strich beil├Ąufig Greg die Haare aus dem Gesicht. 'Du hast Recht, Remy sollte unbehelligt ├╝ber Asamura wandeln. Freundliche Menschen gibt es zu wenige und boshafte zu viele. Er schien obendrein ein guter Geistmagier zu sein, der sich freute, dir einen Gefallen erweisen zu k├Ânnen. Solche Bekannten muss man sich warm halten. Du wei├čt nie, wann du einen Geistmagier ben├Âtigst.'

Linhard von Hohenfelde
`Eben und er wird weitere kennen Paps, von denen Du einen zur Not nutzen kannst. Ich verstehe nur zu gut was Du meinst. Du hast Dich geliebt und geborgen bei ihr gef├╝hlt. So f├╝hle ich f├╝r Verrill. So hei├čt sie f├╝r mich. Freundliche Menschen gibt es echt zu wenige. Ich versuche einer zu sein, f├╝r jene die es in meinen Augen verdienen┬┤.

Brandur von Hohenfelde
'Das hast du ausgesprochen sch├Ân gesagt, mein lieber Junge. Vielleicht solltest du dir diesen Satz f├╝r dich selbst in euer Buch schreiben, als kleine Merkhilfe an dunklen Tagen. Wenn dir Gregoire wirklich so viel wert ist wie Aster f├╝r mich, dann ist dies der beste Grund, dem dunklen Pfad ein f├╝r alle Mal den R├╝cken zu kehren. Denn dieser Pfad hat Aster gemeinsam mit allen anderen, die ich liebte, umgebracht.'

Linhard von Hohenfelde
`So sei es - Keks Paps, auf Aster und auf Verrill┬┤, antwortete Lin ger├╝hrt.

Brandur von Hohenfelde
'Keks' antwortete Brandur gl├╝cklich.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Ciel Felicien de Souvagne
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Auf der Hochzeit

#25

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 7. Mai 2018, 23:43

Ciel Felicien de Souvagne
Es war so weit. Nachdem Ciel allerlei stressige Dinge erledigen musste, die eigentlich am Tag einer Hochzeit nichts zu suchen hatten, wie den Palaisin zur Rede stellen und anschlie├čend im Gef├Ąngnis zu besuchen, konnte er sich endlich seiner Braut widmen. P├╝nktlich klopfte es an seiner T├╝r. Als Ferrau ├Âffnete, trat ein sehr unwillig aussehender Alexandre in den Raum. ┬╗Ah sehr sch├Ân┬ź, begr├╝├čte ihn Ciel. ┬╗Ich dachte schon, du w├╝rdest dich trotz aller Anweisungen dr├╝cken. Zerbino, w├Ąhrend ich mit Ferrau schon einmal vorgehe, darfst du dich darum k├╝mmern, meinen Lehrer f├╝r die Feierlichkeiten herauszuputzen.┬ź

Zerbino
Zerbino verneigte sich vor seinem Herrn. ┬╗Ich werde mich bestens um ihn bem├╝hen. Kommt bitte Marquis, lasst uns beginnen. Es wird angenehm, dass verspreche ich Euch┬ź, sagte Zerbino freundlich.

Alexandre de la Grange
Alexandres Gesichtsausdruck blieb unver├Ąndert m├╝rrisch, doch er lie├č sich widerstandslos von Zerbino abf├╝hren. Ciel hatte einen ausdr├╝cklichen Befehl erteilt und der Erzhexer w├╝rde sich f├╝gen, ob es ihm passte oder nicht.

Ferrau
Ferrau ging gemeinsam mit seinem Herrn zu den Gem├Ąchern von Olivie. ┬╗Herr habt Ihr auch alles dabei? Die Ringe, die Geschenke? Herr?┬ź, fragte Ferrau sicherheitshalber.

Ciel Felicien de Souvagne
Zufrieden machte Ciel sich mit Ferrau auf den Weg. ┬╗Ich habe alles dabei! Aber wann gibt man ihr das? Nach der Trauung?┬ź Ciel war extrem nerv├Âs.

Ferrau
Ferrau sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Nein gleich in einem vertraulichen Moment reicht Ihr Eurer Braut eines der Geschenke und zwar den Vorsteckring. Auf der Hochzeit werden die Eheringe getauscht. Und am Morgen nach der Hochzeitsnacht ├╝berreicht Ihr Eurer Braut als Morgengabe die Kette, mit der Rose Herr┬ź, erkl├Ąrte Ferrau gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn ich dich nicht h├Ątte, ich w├╝rde alles falsch machen! Kein Mensch kann sich so viele Formalit├Ąten merken┬ź, st├Âhnte Ciel. Als sie Olivies Gem├Ącher erreichten, schlug Ciels Herz bis zum Hals. Angstvoll starrte er auf die T├╝r. Er freute sich sehr, seine Braut im Hochzeitskleid zu sehen, dennoch hatte der Tag noch nichts von seinem Schrecken f├╝r ihn verloren. Er hoffte, er w├╝rde sich in Olivies vertrauter Gegenwart etwas beruhigen.

Ferrau
Ferrau klopfte beherzt an, da sein Herr zu z├Âgern schien.

Jeanne
Einen Augenblick sp├Ąter ├Âffnete Jeanne die T├╝r, strahlte beide an und trat zur Seite. ┬╗Eure Hoheit, tretet bitte ein┬ź, sagte sie respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bemerkte erst, dass er vergessen hatte zu klopfen, als Ferrau dies f├╝r ihn erledigte. Er erwiderte Jeannes L├Ącheln mit einem verkrampften Schmunzeln und trat an ihr vorbei in den Raum, wo er sich nach seiner Braut umschaute.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie eilte ihm entgegen und nahm ihn liebevoll in die Arme. ┬╗Ciel, da bist Du ja. Ich habe mich schon den ganzen Tag auf Dich gefreut. Wollen wir gleich das Fest zusammen unsicher machen? Was sagst Du zu meinem Kleid?┬ź, fragte Olivie und drehte sich einmal um sich selbst, damit er sich aus allen Richtungen genau betrachten konnte.

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Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte sie nicht minder liebevoll zur├╝ck, wobei er die Nase tief in ihr Haar vergrub. Wie nicht anders zu erwarten, duftete sie nach Rosen. Er trat zur├╝ck, ohne ihre Schultern loszulassen und betrachtete ihr Kleid. Er besah es sich ganz genau. ┬╗Eine Rosenborte, wie passend f├╝r dich. Du siehst bezaubernd aus. Ein ausgesprochen sch├Ânes Kleid aus weichem Stoff. Die Kapuze gef├Ąllt mir.┬ź Er entdeckte die winzige Handtasche, die sie, dazu passend, trug. ┬╗Niedlich┬ź, kommentierte er das Acessoire und nun l├Âste sich langsam sein verkrampfter Gesichtsausdruck und er l├Ąchelte sie breit an. ┬╗Lass uns zur Feier gehen. Mal schauen, wer schon alles da ist.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie strahlte ├╝ber das ganze Gesicht, dass Ciel das Kleid so gut gefiel. Sie hatte gut gew├Ąhlt. Nicht zu pomp├Âs, sondern schlicht und sch├Ân, so wie sie es mochte. Und Rosen hatten ebenfalls ihren Platz gefunden. Oli hakte sich bei ihm ein und nickte zustimmend. ┬╗Du siehst auch sehr gut aus, sehr edler Zwirn Ciel. Richtig k├Âniglich und wunderbar weich und anschmiegsam. Kuschelig w├╝rde ich fast sagen. Wir erg├Ąnzen uns ausgezeichnet. Hast Du zuf├Ąllig das Luftschiff drau├čen gesehen? Es ist wie durch ein Zufall mit Rosen geschm├╝ckt. Ich glaube kaum, dass das Dreux war. Ich denke einige sind schon da, aber als Dame geziemt es sich nicht als Erste zu erscheinen aber auch nicht als Letzte┬ź, lachte Olivie und ging gemeinsam mit Ciel los.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, irgendwer hatte da einen sehr guten Einfall┬ź, erwiderte er schmunzelnd und warf Ferrau einen kurzen Blick zu. ┬╗Was sich als Dame geziemt oder nicht geziemt, darum musst du dich k├╝mmern. Ich kenne mich damit nicht aus. Ich bin einfach zu dem Zeitpunkt erschienen, der am besten in den Zeitplan gepasst hat. Wenn er genau so richtig ist, umso besser.┬ź Er f├╝hrte seine Braut hinaus in den Hof. Das Erste, was ihm auffiel, war eine luxuri├Âs aussehende schwarz-wei├č lackierte Kutsche, die an einer unm├Âglichen Stelle und auch noch schief parkte. Vier edelste souvagnische R├Âsser standen davor. Rein danach betrachtet, was dieses Gef├Ąhrt samt Zugtieren kostete, geh├Ârte das mindestens einem Marquis oder es war ein Geschenk der royalen Familie f├╝r irgendwen. Ciel runzelte die Stirn ob des ung├╝nstig gew├Ąhlten Parkplatzes, aber ihm war nicht danach, sich darum zu k├╝mmern und er f├╝hrte Olivie weiter.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie schaute sich ebenfalls die Kutsche an. Sie musste ein Verm├Âgen wert sein, nur wem sie geh├Ârte, dass konnte sie nicht sagen. Ein Wappen oder einen anderen Hinweis konnte sie auch nicht erkennen, also ging sie von Ciel gef├╝hrt weiter. Der Palast selbst war im Inneren genauso geschm├╝ckt wie der Garten drau├čen und jeder denen sie begegneten trug seine beste Robe. Es war ein pures Fest f├╝r die Sinne. Olivie lehnte sich im Laufen an Ciel und genoss die wundersch├Âne Aussicht die einfach alles bot. ┬╗Sollen wir das Buffett aufsuchen?┬ź, fragte sie freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum nicht? Die besten Happen sind sonst fort und ich muss was essen, bevor Alexandre hier aufkreuzt und mich an meine Di├Ąt erinnert.┬ź Ciel blinzelte gut gelaunt und dr├╝ckte ihr einen Kuss auf die Stirn, als sie sich an ihn anlehnte. Da entdeckte er die ersten vertrauten Gesichter. ┬╗Sieh mal! Jules und der treulose Khawa sind auch schon da.┬ź Er sagte dies jedoch nicht in b├Âsem Tonfall, sondern im Scherz. Der Tag war zu sch├Ân, um alte Kamellen hervorzukramen und er war froh, dass sein alter Leibdiener und sein Berater wieder wohlbehalten angekommen waren. Er betrachtete gut gelaunt das Buffet.

Jules de Mireault
┬╗Eure Hoheit, seid gegr├╝├čt┬ź, sagte Jules freundlich und knuffte Khawa in die Rippen, dass es ihn fast von den F├╝├čen holte. ┬╗Gr├╝├če ihn, Khawa das geh├Ârt sich so, er heiratet heute┬ź, fl├╝sterte Jules.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nickte den beiden freundlich zu. ┬╗Alex wird doch heute wohl mal ein Auge zudr├╝cken und wenn Du etwas mehr isst, h├Ąltst Du Dich eben morgen zur├╝ck. Sei auf Deiner eigenen Hochzeit nicht auf Di├Ąt, dass geht doch nicht Ciel┬ź, l├Ąchelte Olivie und nahm sich einen Schokolade├╝berzogenen Liebesknochen und hielt ihn Ciel vor den Mund. ┬╗M├Âchtest Du kosten?┬ź, fragte sie schelmisch.

Khawa
Khawa machte eine schwungvolle Verneigung. ┬╗Hoheit, meine allerbesten Gl├╝ckw├╝nsche┬ź, sagte er strahlend. Er war seit er selbst verlobt war in allerbester Stimmung und freute sich, dass der Prinz offenbar nicht gedachte, wie sonst so oft ├╝blich wegen irgendetwas beleidigt oder eingeschnappt zu sein. Ciel sah aus, als wolle er zur├╝ckgr├╝├čen, doch ihm wurde ein Geb├Ąck in den Mund gestopft, das er gen├╝sslich verzehrte.

Jules de Mireault
┬╗So kann man auch jemanden zum Schweigen bringen, wobei ich k├╝ssen bevorzugen w├╝rde┬ź, fl├╝sterte Jules und nahm sich auch ein St├╝ck Kuchen - rein demonstrativ.

Khawa
┬╗D├╝rfen wir jetzt nicht k├╝ssen?┬ź, fragte Khawa leise zur├╝ck. ┬╗Oder meinst du, du willst sehen, wie der Prinz und die Prinzessin knutschen?┬ź Khawa stellte sich den keuschesten und langweiligsten Kuss vor, den sein Geist sich nur ausmalen konnte.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie nahm sich ebenfalls einen Liebesknochen und a├č ihn gl├╝cklich auf. Sie lie├č sich einen Kaffee einschenken und bedachte Ciel mit einem liebevollen Blick. ┬╗Und sp├╝rst Du schon erste Auswirkungen des Liebesknochens?┬ź, lachte sie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Liebesknochen?┬ź, fragte Ciel entsetzt. ┬╗Du meinst, da ist was drin?┬ź Seine Stimme wurde etwas panisch.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Ja nat├╝rlich ist da was drin, Pudding, Creme - fruchtig oder Kaffee, alles was Dein Herz begehrt lieber Ciel. Alles - nur kein Knochen┬ź, lachte Olivie und lie├č die Augenbrauen h├╝pfen.

Jules de Mireault
Jules a├č sein St├╝ck Kuchen als wollte er es totbei├čen. ┬╗Ehrlich, Du bist sowas von romantisch und h├Ârst mir ├╝berhaupt nicht zu┬ź, schmollte Jules. Er grabschte Khawa am Schlafittchen und knutschte ihn fest und innig dass dem Ex-Rakshaner die Knie weich wurden. ┬╗So geht das┬ź, grinste er.

Ciel Felicien de Souvagne
Sicherheitshalber beschloss Ciel, um dieses Geb├Ąck fortan einen Bogen zu machen. Das letzte, was er gebrauchen konnte, war die aphrodisierende Wirkung irgendeiner geheimen Spezialzutat. ┬╗Wie w├Ąre es damit?┬ź Er wollte gerade auf ein mit wei├čer Schokolade gef├╝lltes Geb├Ąck zeigen, da erstarrte er mitten in der Bewegung und ihm klappte der Mund auf. Jules knutschte Khawa in einer Weise, dass dieser regelrecht schmolz. ┬╗Wusste ich es doch!┬ź, rief Ciel, halb erbost, halb triumphierend. ┬╗Also raus mit der Sprache. Wie lange l├Ąuft zwischen euch schon was?┬ź

Jules de Mireault
┬╗Was? Er hatte Kr├╝mel am Mund┬ź, rechtfertigte sich Jules und musste dann losprusten.

Khawa
┬╗Schokokr├╝mel┬ź, pflichtete Khawa ihm bei und grinste selig.

Jules de Mireault
┬╗Seit ungef├Ąhr einem Jahr┬ź, lachte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Augenbrauen wanderten nach oben. ┬╗Nun, immerhin scheint Ihnen etwas aneinander zu liegen. Wobei ich Ihnen wirklich einen anderen Geschmack zugeschrieben h├Ątte, Jules. Dass ausgerechnet Sie einem ehemaligen Rakshaner den Hof machen, ist schon fast komisch. Und was haben Sie beide nun vor?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie schmunzelte Ciel und dann die beiden an. ┬╗Es sei ihnen geg├Ânnt. Wei├č Vater das Khawa und Jules zur├╝ck sind? Vielleicht feiern wir ja bald eine weitere Hochzeit┬ź, ├╝berlegte Olivie und reichte Ciel noch einen Liebesknochen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nein danke┬ź, sagte Ciel schnell. ┬╗Ich probiere lieber noch etwas anderes. Das Buffet hat so eine breite Vielfalt zu bieten, es w├Ąre doch schade, sich nur mit einer K├Âstlichkeit den Bauch vollzuschlagen.┬ź

Jules de Mireault
┬╗Nun Herr das habe ich ja gar nicht, er hat mich andauern gefoltert und mit Kaffee ├╝berbr├╝ht. Und da Sie nicht rettend eingeschritten sind, dachte ich mir - ich kapituliere. Nun wir wollten uns ein gemeinsames Haus suchen, da wir heiraten wollten. Ich habe Khawa gefragt und er hat meinen Antrag angenommen┬ź, grinste Jules ├╝ber beide Ohren.

Gregoire Verrill de Souvagne
Verrill gesellte sich zu der Gruppe und musterte Olivie von oben bis unten. ┬╗Du siehst bezaubernd aus in dem Kleid. Sch├Ân Euch beide zu sehen. Ich hoffe es geht Euch gut? Khawa, Jules┬ź, gr├╝├čte Verrill und nahm sich einen Liebeskuchen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die zwei da wollen heiraten┬ź, rief Ciel ungl├Ąubig und zeigte auf Khawa und Jules. ┬╗Ist das die M├Âglichkeit! Seit einem Jahr haben sie mich an der Nase herumgef├╝hrt und mich glauben machen, dass sie sich hassen w├╝rden und nun das. Ich hoffe, das haben Sie sich gut ├╝berlegt, Jules, Khawa ist manchmal ziemlich anstrengend. Meine aufrichtigen Gl├╝ckw├╝nsche Ihnen beiden.┬ź Als Verrill zu ihnen trat, spannte sich Ciel kurz etwas an. Dann l├Ąchelte er. ┬╗Sch├Ân dich zu sehen. Gut siehst du aus. Wo hast du deinen Zuk├╝nftigen gelassen?┬ź

Jules de Mireault
┬╗Vielen Dank Herr, nunja das stimmt. Aber das mindert nicht meine Liebe zu Khawa┬ź, grinste Jules.

Khawa
┬╗Eh┬ź, verteidigte sich Khawa. ┬╗Daf├╝r kann ich Bazum tanzen und Mokka kochen wie sonst keiner hier. Die Diener servieren ja nur d├╝nne Wasserbr├╝he.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Ich schlie├če mich Ciel an, Du siehst gut aus Verrill. Wobei Ihr beide dunkle Farben tragt. Da kommt sein Zuk├╝nftiger, er tr├Ągt wei├č, so wie ich. Soll uns das was sagen?┬ź, lachte Olivie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kommt drauf an, wer die Kleidung ausgesucht hat, Liebes┬ź, erwiderte Ciel schmunzelnd.


Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Vielen Dank, das Kompliment gebe ich gerne zur├╝ck. Nein es bedeutet nichts Olivie, au├čer dass er die Farbe mag┬ź, schmunzelte Greg.

Linhard von Hohenfelde
Linhard gesellte sich dazu, gr├╝├čte alle mit einem knappen Nicken und legte Greg einen Arm um die H├╝fte. ┬╗Dann zeig mal was Du drauf hast, ich h├Ątte gerne einen Mokka┬ź, sagte Lin.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Er ist kein Diener, er ist ein freier Mann. Nun dass konntest Du nicht wissen Linhard. Khawa w├╝rdest Du uns trotzdem einen Mokka kochen?┬ź, bat Olvie.

Linhard von Hohenfelde
┬╗In meiner Truppe dient auch ein Rakshaner, Damir M├Ąusehirn┬ź, grinste Lin.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Was f├╝r ein schrecklicher Name, der arme Mann. Also falls er gewillt ist, sich umbenennen zu lassen, souvagnische Namen sind ├Ąu├čert klangvoll. M├Ąusehirn... wer denkt sich sowas b├Âsartiges aus?┬ź, fragte Olivie betr├╝bt.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Er ist kein Intelligenzbolzen, aber wohl der bestaussehenste Rakshaner diesseits von Asamura. So munkelt man┬ź, sagte Lin und nahm sich einen Liebesknochen.

Jules de Mireault
┬╗F├╝r mich bist Du das Khawa, hab keine Angst. Zudem habe ich den Kerl noch nicht gesehen┬ź, lachte Jules und knuffte seinen Liebsten, als Zeichen dass er ihn nur aufzog.

Khawa
Khawa gr├╝├čte h├Âflich zur├╝ck. ┬╗Wirklich, ein Rakshaner?┬ź, fragte er dann interessiert. ┬╗Den w├╝rde ich gern mal sehen. Besser als ich kann der gar nicht aussehen, h├Ârt auf July. M├Ąusehirn ist ein ganz normaler rakshanischer Name, wenn man den ├╝bersetzt. Ich hie├č fr├╝her Kaffee der Gazelle, jetzt hei├če ich nur noch Kaffee.┬ź Er grinste. ┬╗Ich kann euch gern einen Kaffee kochen.┬ź Er kassierte den Knuff mit einem gut gelaunten Grinsen und nahm Jules h├Ąndchenhaltend mit, um in die K├╝che zu gehen.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Und seid Ihr beiden schon aufgeregt? Ich bin sehr aufgeregt. Die Trauung wird der H├Âhepunkt der Zeremonie und danach wird gefeiert. Wer wird die Tanzfl├Ąche er├Âffnen, wir oder Ihr?┬ź, hakte Olivie nach und a├č noch einen Liebesknochen.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Oh wir ├╝berlassen Euch gerne die Ehre, oder kannst Du tanzen Lin?┬ź, fragte Greg und nahm sich etwas vom gebratenen Speck.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Ja ich kann tanzen und einiges mehr, drum er├Âffnen wir den Tanz┬ź, sagte Lin und nahm Greg den Speck weg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum tanzen wir nicht zu viert?┬ź, schlug Ciel vor und betrachtete argw├Âhnisch, wie alle au├čer ihm einen Liebesknochen nach dem anderen zu verzehren schienen.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Das ist eine wundervolle Idee. Es gibt so viele sch├Âne h├Âfische T├Ąnze, die man gut zu mehreren tanzen kann. Ich bin dabei Schatz┬ź, sagte Olivie und hakte sich wieder bei Ciel ein.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich w├Ąre auch daf├╝r und Du?┬ź, fragte Verrill und nahm sich einige Austern die er ausschl├╝rfte.

Linhard von Hohenfelde
Lin musterte ihn, als verspeiste sein Kerl gerade einen Kadaver den er am Stra├čenrand gefunden hatte. ┬╗Jaaaa gut... das k├Ânnen wir machen... Was beim Abgrund isst Du da? Tu das weg┬ź, zischte Lin besorgt.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Das sind Austern, fangfrisch und aufgebrochen. Sie sind sehr gut f├╝r die Gesundheit und f├╝r die Manneskraft, so sagt man┬ź, erkl├Ąrte Olivie hilfreich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nun, wer es n├Âtig hat...┬ź Ciel betrachtete das Buffet auf der Suche nach weiteren Leckereien, die ihm sonst verwehrt waren und nahm sich ein St├╝ck belegtes Baguette.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Er ben├Âtigt das nicht, trotzdem danke f├╝r die Info. Hier iss ein St├╝ck Speck, ich wollte nur nicht, dass Du Dich damit volltropfst und Deine sch├Ânen Klamotten einsaust. Wenn ich es nicht besser w├╝sste, w├╝rde ich sagen die bewegen sich┬ź, st├Âhnte Lin.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Meine Klamotten? Normal da ich drin bin┬ź, lachte Greg was Olivie mit den Augen rollen lie├č.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Die Austern! Nat├╝rlich, sie ziehen sich im Todeskampf zusammen. Sie leben noch, man hat ihnen eine Schale vom K├Ârper gerissen. Greg h├Âr auf Lin kennt das nicht, iss bitte etwas anderes, so wie Ciel┬ź, sagte Olivie und schnappte sich ein reich belegtes Crepes.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg leckte lassiv die Schale der Austern aus, grinste und nahm sich etwas anderes. ┬╗Nur Spa├č Leute┬ź, lachte er leise und nahm sich eine Scheibe frisch ger├Âstetem Graubrot die er reich mit K├Ąse belegte. Er gab Lin einen Kuss auf die Wange und hakte ihn unter. ┬╗So bis sp├Ąter, wir st├Âbern noch ein bisschen herum. Ich zeige Lin den gesamten Hof. Wir sehen uns┬ź, sagte Greg und zog Lin mit sich.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie starrte auf die Austern und starrte dann Greg hinterher. ┬╗Wieviele hat er gegessen?┬ź, lachte sie leise und piekste Ciel liebevoll in die Seite.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weg waren sie┬ź, kommentierte Ciel etwas traurig. ┬╗Einer nach dem anderen lassen sie uns stehen. Khawa und Jules haben sich scheinbar auch eine stille Ecke gesucht. Ich habe keine Ahnung, wie viel er gegessen hat, ich habe ihm nicht die Austern in den Mund gez├Ąhlt.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Sei nicht traurig, sie drehen doch nur eine gro├če Runde und sind dann wieder bei uns. Zudem haben wir doch einen gemeinsamen Hochzeitstisch, wir sitzen zusammen. Was ist denn los? Bist Du melancholisch heute? Gro├če Freude l├Ąsst einen auch oft nachdenken und das Ereignis wird bitter-s├╝├č. So ist es oft Ciel. Moment, Lin wollte doch von Khawa einen Mocca haben und nun ist er auf und davon. Zur Not trinke ich den Mocca oder beide sind wieder rechtzeitig da. Aber ich muss sagen, beide haben sich sehr sch├Ân zurecht gemacht, aber Du gef├Ąllst mir am Besten┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das m├Âchte auch sein.┬ź Ciel gab ihr einen festen Kuss. ┬╗Keiner von beiden kann mit dir oder mir mithalten. Da m├╝ssen sie schon fr├╝her aufstehen. Ich bin etwas nerv├Âs, ja. Merkt man das sehr? Und du, kein bisschen aufgeregt?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Ja man merkt es und es ist v├Âllig normal. Wer Dir was anderes erz├Ąhlt l├╝gt. Oh ich bin ebenfalls sehr aufgeregt. Ich wusste nicht ob Dir das Kleid gef├Ąllt, ich wusste nicht ob ich rechtzeitig fertig werde und ach hunderte Sachen. Dabei hat alles ganz wunderbar geklappt Ciel. Jeanne hat sich sehr gro├če M├╝he gegeben. Man macht sich oft unn├Âtige Sorgen, Dir geht es sicher genauso. Man mal sich schlimme Dinge aus, die alle passieren noch vor der Hochzeit und dann hat man es doch rechtzeitig ins Kleid geschafft, keine Naht ist gerissen, die Schuhe sitzen wunderbar, die Haare liegen und der Morgen begr├╝├čt einen mit einem Rosengarten am Himmel. Greg sah selten so gel├Âst und gl├╝cklich aus, er hat sein Spitzbubenlachen wieder. Ich glaube der Vierertisch wird ganz witzig. Es war eine sehr gute Idee von Dir gemeinsam zu tanzen┬ź, sagte sie erfreut.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete sie und versuchte, m├Âglichst verst├Ąndnisvoll auszusehen. Ihre sogenannten Probleme hatten ungef├Ąhr die selbe Gr├Â├čenordnung wie jene Problemchen von Minette. Man hatte ihm gesagt, er m├╝sse Verst├Ąndnis daf├╝r haben und es positiv sehen - wenn die Frauen derlei Banalit├Ąten als Probleme werteten, hie├č das, dass ihre M├Ąnner ihre Arbeit, sie zu beh├╝ten, gut machten. ┬╗Nichts von alldem ist eingetroffen┬ź, sagte Ciel freundlich. Ciel betrachtete das rosenbest├╝ckte Luftschiff. Er str├Ąubte sich, die Lorbeeren daf├╝r einzuheimsen, denn letztlich war Ferrau es gewesen, der sich diese wundervolle Idee ausgedacht hatte. ┬╗Ich bin ├╝brigens ein grauenvoller T├Ąnzer. Nimm mir das bitte nicht ├╝bel. Wenn wir zu viert tanzen, f├Ąllt es vielleicht nicht so auf.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Sie nahm ihn bei beiden H├Ąnden und schaute ihm tief in die Augen. So tief, als wollte sie nicht nur in seiner Seele lesen, sondern diese auch an die Oberfl├Ąche holen. ┬╗Ciel entspanne Dich ein wenig. Heute geht es um nichts anderes als um uns und unsere Liebe. Wie Du tanzt ist mir gleich, Hauptsache wir beide tun es gemeinsam. Und richtig, nichts ist eingetroffen dass sich uns in den Weg gestellt h├Ątte. Gleichg├╝ltig wie gro├č oder klein. Den manche kleinen Gegebenheiten k├Ânnen eine gro├če Welle nach sich ziehen. Dazu erz├Ąhle ich Dir eine witzige Geschichte. Elsa. H├Âr zu:

http://www.kr8.de/die_kuh_elsa.html

Olivie dr├╝ckte Ciel fest an sich. ┬╗Du siehst, also manchmal kann auch eine Banalit├Ąt wie ein gebrochener Absatz etwas nach sich ziehen. Man st├╝rzt, rei├čt etwas um, und und und┬ź, grinste Oli.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte sie ebenso fest an sich. ┬╗Du hast eine erfrischende Art, einem die Dinge zu veranschaulichen. Wenn dein Absatz bricht, fange ich dich auf. Oder am besten, du tr├Ągst einfach flache Schuhe, das ist ohnehin besser f├╝r deine zarten F├╝├člein.┬ź Er versuchte, zu erkennen, was f├╝r Schuhe sie unter ihrem langen Kleid ├╝berhaupt trug.

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie lupfte etwas das Kleid und entbl├Â├čte wei├če Schn├╝rsandalen, damit sie gut tanzen konnte. ┬╗Ich habe keine Abs├Ątze gew├Ąhlt. Ich danke Dir, ich w├╝rde Dich jederzeit ebenso halten und besch├╝tzen, auch wenn ich das sicher nicht ann├Ąhernd so gut kann wie Du. M├Âchtest Du noch etwas bestimmtes zu essen probieren? Und nebenbei Ciel, die Liebesknochen hei├čen wirklich nur so, da ist nichts drinnen, was irgendwie an eine Droge erinnern k├Ânnte. Es sei denn Du bezeichnest Pudding als Droge┬ź, fl├╝sterte Olivie und k├╝sste auf sein Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sicher ist sicher┬ź, schnurrte Ciel und drehte seinen Kopf, so dass sie besser an sein Ohr herankam. ┬╗Ich glaube, ich esse lieber noch ein paar Dinge, von denen ich wei├č, dass ich sie gut vertrage - rohes Rindfleisch zum Beispiel. Oder ein paar getrocknete Fr├╝chte. ┬╗Wann soll die Trauung ├╝berhaupt stattfinden?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Liebevoll streichelte sie seine H├Ąnde und fuhr ihm ├╝ber den R├╝cken. ┬╗Vermutlich so gegen 11 Uhr herum? Wir sollten Dreux nochmal genau fragen. Wir werden offiziell in den Hof einschreiten durch das S├Ąbelspalier. Ich bin gespannt auf die vielen Leute, die besonderen G├Ąste, wer sich wohl alles herbem├╝ht hat? Von den neuen Adligen vermutlich jeder oder? Es w├Ąre sehr unh├Âflich nicht zu erscheinen. Aber ich gehe davon aus, dass jeder unserer Adligen erscheinen wird. Es wird ein Fest der Farben, Roben, Ballkleider, des teuren Schmucks und der edlen Parf├╝ms. Wie ich sagte, ein Fest f├╝r alle Sinne, dass man auch mit allen Sinnen genie├čen sollte. Ebenso die erlesenen Speisen. Wollen wir ebenfalls ein bisschen schlendern Ciel? Hast Du Lust?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, lass uns die Beine vertreten┬ź, erwiderte Ciel, nicht, ohne noch rasch einen Happen dunkelrot leuchtendes Schabefleisch zu naschen. Er a├č das fast jeden Tag, eines der wenigen Dinge seiner Di├Ąt, die er sich nicht irgendwann ├╝bergegessen hatte. ┬╗Alexandre ist dann wohl der Einzige Adlige, den man zu seinem Gl├╝ck regelrecht pr├╝geln muss. Aber das ist nicht l├Ąnger meine Sorge, ich habe ihm Zerbino aufs Auge gedr├╝ckt. Ob Dreaux auch schon da ist?┬ź Er bot Olivie seinen Arm an und flanierte mit ihr durch die Pracht. Ciel musste daran denken, dass zwei Mann beim S├Ąbelspalier fehlen w├╝rden f├╝r ihr Verbrechen. Die beiden w├╝rden nicht nur in entsetzlicher Angst vor dem vegetieren, was sie erwartete, sondern heute vermutlich auch darunter leiden, dass ihnen diese hohe Ehre versagt blieb, gemeinsam mit ihren Kameraden das Ehrenspalier zu bilden. ┬╗Ich muss dir was gestehen, Liebling.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Dreux wird als Erster hier gewesen sein, Du kennst ihn doch. Nun Alex wird auch noch lernen zu genie├čen. Er kann nicht nur arbeiten. Zerbino ist ein guter Mann, er wird sich um Alex k├╝mmern. Du kannst mir alles anvertrauen, nur zu Liebster┬ź, munterte Olivie Ciel auf. ├ťber das St├╝ck Fleisch musste sie schmunzeln. Es war nichts anderes als die Auster und es war tats├Ąchlich gesund. Wenn es frisch war und man Ma├č hielt. Liebevoll musterte sie ihn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde eine Nuance blasser. Die ganz gro├če Wahrheit w├╝rde er ihr erst nach der Hochzeitsnacht offenbaren. Keinesfalls w├╝rde er ihr diesen Tag verderben und ihr Angst machen. ┬╗Das rosengeschm├╝ckte Luftschiff ... Ferrau hat sich das ausgedacht. Es soll mein Geschenk an dich sein. Aber die Idee ist von ihm. Er will sicher nicht, dass ich dir das sage, er w├╝nscht vermutlich, dass ich so tue, als sei es meins. Aber ich m├Âchte, dass du wei├čt, dass es sein Einfall war. Er ist in solchen Dingen sehr kreativ und einf├╝hlsam. Dein Kleid und meine Gewandung passen gut zusammen. Ich vermute, er wird sich mit dir oder Jeanne abgesprochen haben?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Oh, aber er tat es f├╝r Dich Ciel. Er hat wirklich wundervoll gew├Ąhlt und hat einen erstklassigen Geschmack in solchen Dingen. Das solltest Du Deinem Leibdiener ruhig sagen. Es wird ihn sicher freuen zu h├Âren. Nein, also nicht dass ich davon w├╝sste. Ob Jeanne sich mit ihm heimlich abgesprochen hat, kann ich Dir nicht sagen. Aber offiziell nicht und wo ich dabei war, gab es auch nichts, was sie je gefl├╝stert h├Ątten. Wann war er auch je bei uns? Sie m├╝ssten sich wenn heimlich getroffen haben. Aber das w├Ąre sehr schwer. ich glaube er versteht einfach sein Handwerk und wollte Dir eine besondere Freude machen und damit mir ebenfalls┬ź, sagte sie gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das ist ihm gelungen, wie ich sehe.┬ź Ciel freute sich, wie gl├╝cklich seine zuk├╝nftige Frau aussah. F├╝r sie war das Ganze einfach ein riesengro├čes, kunterbuntes Fest, in welchem die Damen und Herren in aufw├Ąndigen Gewandungen miteinander tanzten und Konversation hielten, wo man sich teure Geschenke machte und Adel wie Volk einmal den ├ärger des Alltags vergessen konnten. ┬╗Ich werde es ihm sagen. Vorher m├Âchte ich dir noch eine Frage stellen. Ich habe dich schon einmal danach gefragt, aber vielleicht hast du in der Zwischenzeit ja noch einmal alles ├╝berdacht.┬ź Er blieb stehen und sah sie ernst an. ┬╗Wer bin ich f├╝r dich, Olivie?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie blieb ebenfalls stehen und schaute genauso ernsthaft zur├╝ck. ┬╗Du bist mein Besch├╝tzer, mein Bruder und bald mein Mann Ciel. Sehr bald sogar. Du musst die alte Angst nicht wieder aufkeimen lassen. Wir haben alles besprochen. Wir werden sehen wie weit wir kommen und falls wir nirgendwohin kommen, dann liegen wir im Bett lieben und lachen trotzdem, aber eben auf andere Art und Weise, wie wohl die meisten vermuten. Es soll kein Zwang dahinter stehen, denn davor habe ich selbst Angst. Niemand m├Âchte gezwungen werden, weder Du noch ich┬ź, erkl├Ąrte sie sanft.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bin ich in erster Linie noch dein Bruder?┬ź, fragte er zur├╝ck. ┬╗Du hast dies genannt, bevor du mich als deinen baldigen Mann bezeichnetest. Wir werden nicht gezwungen. Ich habe mir Dreaux gesprochen. Niemand wird uns zuschauen, von dem wir nicht wollen, dass er anwesend ist. Hei├čt, notfalls kannst du auch schummeln.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Als erstes bist Du mein Besch├╝tzer, mein Vertrauter. Du warst immer mein Bruder Ciel, nur so kenne ich Dich. Als meinen Mann muss ich Dich noch kennenlernen. Vom Gef├╝hl her bist Du beides. Du bist mir nahe, so dass ich vor Dir keine Angst habe. Aber zeitgleich bist Du mehr als mein Bruder, denn sonst h├Ąttest Du mich nicht so vor dem Zwerg bewahren wollen. Und ich sehe es ebenso, denn w├╝rde ich es nicht so sehen Ciel, dann h├Ątte ich ehrlich abgelehnt. Wir kennen uns nur auf diese vertraute Art, der neuen Art des Zusammenseins m├╝ssen wir eine Chance einr├Ąumen Schatz. Damit das Gef├╝hl wachsen kann. Lieben tun wir uns, daran besteht kein Zweifel. Und das ist das wichtigste, das Fundament unserer Ehe┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seine H├Ąnde unterhalb ihrer Ohren an ihren schmalen Hals. Er k├╝sste sie liebevoll, l├Ąnger als sonst. Er genoss das Gef├╝hl ihrer weichen, gepflegten Lippen. ┬╗Die Chance werden wir uns geben. Aber was, wenn wir uns dennoch nie auf andere Weise nahe sein werden? Wenn wir nur Schwester und Bruder f├╝reinander bleiben? Was dann, Olivie? Bist du dann ungl├╝cklich gefangen?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Nein, da ich nicht bei einem Mann leben muss, der nichts f├╝r mich empfindet und sich nur nimmt wonach ihm gel├╝stet. Was sollte dann geschehen? Wir lieben uns trotzdem, wie wir es immer getan haben. Wir sind Freunde, wir halten zusammen, wir unterst├╝tzen uns wir empfinden sehr viel f├╝reinander. Ob es nun so eine Art der Liebe ist wie sie Vater zu Min pflegt, wei├č ich noch nicht zu sagen. Die Liebe ist da, nur das Begehren noch nicht. Entweder entdecken wir es gemeinsam oder eben nicht. Nun bist Du es, der sich um solche Kleinigkeiten Gedanken macht. W├Ąre Dir eine lieblose aber sexvolle Ehe lieber? Nicht dem Ciel, den ich kenne┬ź, fl├╝sterte sie und dr├╝ckte ihn an sich. ┬╗Du hast Angst, aber wir beide gehen diesen Weg gemeinsam Hand in Hand. Keiner wird straucheln, hey Du hattest versprochen mich aufzufangen und ich halte Dich fest. Also keine Angst und keine tr├╝ben Gedanken┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich hege keine tr├╝ben Gedanken. Nicht mehr als sonst. Und ein wenig Besorgnis musst du mir zugestehen. Vater meinte heute morgen, wenn wir beide niemals miteinander schlafen w├╝rden, w├Ąre das schlimm f├╝r dich.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Ciel ich bin genauso unerfahren wie Du. Und wenn es bei dem Umstand bliebe, w├Ąre doch nichts anders als jetzt oder? Es w├Ąre einfach weiterhin Status X. Nat├╝rlich m├Âchte ich es gerne mit Dir versuchen. Aber wann wir m├Âchten und wie wir m├Âchten und nicht nach Vaters Uhr, oder der von sonst wem. Heute hast Du Angst, morgen ich. Irgendwann wird der Tag kommen, wo wir beide sagen - heute versuchen wir es. So wie andere dar├╝ber reden, muss es eine sehr sch├Âne Erfahrung sein. Aber meiner Meinung nach geh├Ârt dazu eben reine Freiwilligkeit und keine Forderung oder ein Zwang. Du stellst keine Forderungen und zwingst mich zu nichts. Was sollte ich daran auszusetzen haben? Andere M├Ąnner pochen auf ihre Rechte, ich glaube jene Frauen sind ungl├╝cklich die einen Mann bedienen m├╝ssen, den sie vorher nicht einmal kannten. Monique und Massimo de la Cantillion haben sich ebenfalls bem├╝ht, aber ich glaube f├╝r sie war es am Anfang hundertmal schwerer, als es f├╝r uns je sein k├Ânnte. Ich k├Ânnte einfach so neben Dir schlafen, ich kenne Dich, ich liebe Dich, ich vertraue Dir. Monique lag neben einem v├Âllig Fremden. Was hat sie gef├╝hlt? Und da soll ich ungl├╝cklich sein?┬ź, fragte Olivie

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dir w├╝rde nichts fehlen, sollten wir nie miteinander schlafen?┬ź, hakte Ciel nach. ┬╗Nichts? Du w├Ąrst rundum gl├╝cklich mit mir an deiner Seite?┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Fragen wir andersherum, Du kennst mich und alles bleibt genauso wie es ist. Was vermisst Du?┬ź, fragte sie mit einem Zwinkern.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin dahingehend anders als die meisten, Olivie. Und mir wurde in den letzten Tagen von mehreren Seiten regelrecht eingetrichtert, dass ich dich qu├Ąlen w├╝rde, sollte es nie dazu kommen. Mir wurde sogar davon abgeraten, dich ├╝berhaupt zu ehelichen! Das gab mir sehr zu denken, darum frage ich lieber noch einmal nach, nicht dass du hinterher entt├Ąuscht bist. Ich kenne mich mit Frauen und ihren Bed├╝rfnissen nicht so gut aus. Ich kann euch schwer einsch├Ątzen.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Nun ich kann Dir nur das erz├Ąhlen, was ich jetzt empfinde. Jetzt f├╝hle ich mich gut, sicher und geborgen bei Dir. Wenn wir es ausprobiert haben und ich Freude daran empfinde, dann kann ich Dir mehr sagen. Aber ja, dann w├╝rde ich es gewiss vermissen, also nicht es - sondern Dich und Dein k├Ârperliche N├Ąhe. Vielleicht finden wir beide es wundervoll. Vielleicht aber auch genau das Gegenteil, das Ableisten seltsamer ├ťbungen wo wir uns bei mehr abm├╝hen und mehr hineindenken als es tats├Ąchlich Spa├č macht. Wer wei├č das ohne Probelauf schon? Weder Du noch ich. Das k├Ânnen wir auch vorher gar nicht wissen. Ich f├╝r meinen Teil kann Dir aber sagen, dass ich es mit Dir gerne versuchen w├╝rde┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Er nahm ihre H├Ąnde in seine und dr├╝ckte sie sanft. ┬╗Wir werden es versuchen. Ich habe etwas Angst, aber ich freue mich auf die N├Ąhe zu dir. Und darauf, dass wir gemeinsam in einem ruhigen Raum sind, einfach die T├╝r hinter uns zumachen und die Welt Welt sein lassen. Jetzt komm. Lass uns nach Dreaux Ausschau halten. Ich will wissen, wie der Duc sich am heutigen Tage gewandet hat. Ob er auch zu uns passt, wie Verrill und Linhard.┬ź Ihm fiel auf, dass er versehentlich Verrill gesagt hatte. Er hoffte, Olivie w├╝rde es nicht auffallen.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Siehst Du, das Ciel ist Liebe. Sich gegenseitig erg├Ąnzen, wo der andere schwach wird st├╝tzt ihn der andere. Ich freue mich auch auf Dich und gleichg├╝ltig was passiert, ├Ąrgere Dich nicht, sch├Ąme Dich nicht und sprich einfach offen. Ich halte es auch so. Und wenn es nicht funktionieren m├Âchte, dann liegen wir einfach gem├╝tlich Arm in Arm und verbringen so die Nacht. Was funktioniert schon direkt beim ersten Mal? Kaum etwas, also lassen wir uns keine Bange machen. Unser Dreux wird etwas dunkles tragen vermute ich, so wie Greg┬ź, antwortete sie ihm liebevoll und hakte ihn wieder richtig unter.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oder er tr├Ągt pink, wenn Nathan die Farbwahl ├╝bernommen hat┬ź, erwiderte Ciel schmunzelnd. Er hielt Ausschau, ob er seinen Bruder irgendwo entdeckte.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux stand gemeinsam mit Greg und Linhard an einem der vielen kullinarischen Tische. Jeder hielt ein kleines Glas Bowle in der Hand und entgegen Olivies Vermutung, trug Dreux etwas wei├čes, dass ihm fast das Aussehen eines ├╝berirdischen Wesens verlieh. https://78.media.tumblr.com/ebe940d23db ... 2_1280.png

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging mit Olivie zu ihm und da Dreaux im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder keinen eifers├╝chtigen Verlobten neben sich stehen hatte, umarmte Ciel ihn liebevoll, wobei er darauf achtete, den Arm mit der Bowle nicht versehentlich zu verwackeln. ┬╗Du siehst sch├Ân aus, Dreaux┬ź, fand er.

Dreaux Gifford de Souvagne
┬╗Hallo Ihr beiden. Danke Danke, Ihr habt Euch aber auch herausgeputzt. Heute scheinen wir eine Hell-Dunkelfraktion zu bilden. Entgegen meiner sonstigen Kleiderwahl w├Ąhlte ich f├╝r Euch etwas Helles, etwas freundliches - zudem ist es mein erster ├Âffentlicher Anlass in so einer sch├Ânen Angelegenheit, da war es mir eine Herzensangelegenheit┬ź, erkl├Ąrte er gut gelaunt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du siehst auch nicht aus, als h├Ątte Nathan dir die Sachen herausgesucht┬ź, sagte Ciel schmunzelnd. ┬╗Wo ist er, unser Sorgenkind?┬ź

Dreaux Gifford de Souvagne
┬╗Wieso Sorgenkind?┬ź, fragten Dreux und Greg synchron.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wegen dem ├ärger, den er in letzter Zeit wegen mir hatte┬ź, r├Ąumte Ciel ein. ├ärger ... was f├╝r ein harmloses Wort f├╝r das, was dem Barden wiederfahren war und wie es ihm gegangen sein musste.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Vermutlich weil er so ein sch├╝chterner Geselle ist┬ź, warf Linhard ein.

Olivie Solaine de Souvagne
┬╗Das ist er zwar, aber er ist ein sehr zuvorkommender und lieber Leibdiener. ├ťber ihn gab es nie Beschwerden, stimmt es Ciel?┬ź, fragte Olivie.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nun das hat Lin auch nicht gemeint. Ich selbst wei├č, was f├╝r ein hervorragender Leibdiener er ist┬ź, warf Verrill schmunzelnd ein.

Dreaux Gifford de Souvagne
┬╗Dito, Nathan und ich verstanden uns auf Anhieb, als h├Ątte es so sollen sein... Er wurde mir geschickt, von Ciel┬ź, lachte Dreux.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte ernst. ┬╗Ja, er wurde geschickt. Doch nicht von mir, sondern von der h├Âheren Macht. Wo ist er nun?┬ź

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte kaum merklich und nahm einen Schluck Bowle. ┬╗Falls Nathan hier auftaucht, werde ich ihm gleich etwas frei geben. Er soll sich auch ein wenig am├╝sieren und vielleicht das eine oder andere Getr├Ąnk mit Fabien trinken d├╝rfen. Dass passt schon so┬ź, sagte Dreux und blinzelte Ciel zu, als Zeichen das Nathan etwas Erholung ben├Âtigte von den ganzen Strapazen.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Soll ich ihn suchen?┬ź, bot Verrill an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, bitte. Er kann sich dann wieder seinen Besch├Ąftigungen widmen, seiner Freizeit oder was auch immer. Es dauert nur eine Minute.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich bin sofort wieder da┬ź, sagte Greg und reichte Linhard sein Glas. Dieser nahm es vorsichtig entgegen und dr├╝ckte Greg einen Kuss auf den Mund, bevor dieser gut gelaunt Nathan suchen ging. Greg schaute zuerst am Buffett und ging dann Richtung K├╝che. Da Gregoire Nathan weder am B├╝ffett noch sonst den ├╝blichen Stellen fand, wo man sich an einem Fest zuerst einfinden w├╝rde, ging er zu Dreux Gem├Ącher und klopfte an. ┬╗Nathan? Bist Du Zuhause? Ich bin es Verrill, mach bitte auf┬ź, bat Greg.

Nathan
Nur wenig sp├Ąter ├Âffnete Nathan die T├╝r. Seine Haare standen am Hinterkopf etwas nach oben, woran man sah, dass er im Bett gelegen hatte, jedoch war er fertig angezogen. ┬╗Hoheit┬ź, gr├╝├čte er erstaunt. ┬╗Wie kann ich Euch helfen?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Begleite mich bitte, Ciel m├Âchte mit Dir sprechen. Was er m├Âchte, wei├č ich nicht. Aber ich hoffe, dass er sich mit Dir vers├Âhnen m├Âchte. Na komm┬ź, bat Gregoire und strich Nathan die Haare glatt. ┬╗Danach hast Du frei und darfst ebenso auf dem Fest einige Stunden Spa├č haben. Das sagt Dir Dreux sicher gleich nochmal, Du k├Ânntest Fabien besuchen┬ź, schlug Verrill vor und gab den Weg vor.

Nathan
Nathan versuchte im Gehen, die widerspenstige Haarstr├Ąhne mit den Fingern glattzuk├Ąmmen, auf die Verrill ihn dezent hingewiesen hatte. Er sp├╝rte, wie seine Wangen sich etwas r├Âteten, als die Sprache auf Fabien kam. ┬╗Allein m├Âchte ich nicht auf die Feier. Ich hoffe, ich st├Âre Fabs nicht, sonst geh ich wieder in meine Kammer. Ich m├Âchte ihm nicht das Fest verderben.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ich glaube kaum dass Du ihm das Fest verdirbst, wenn er nicht arbeiten sondern feiern darf Nathan. Er wird sich ├╝ber Deinen Besuch freuen. Zudem hat jeder heute ein Anrecht auf etwas feiern, Du wie er. Nutzt das Ihr beiden hm? Und falls Du doch in Deiner Kammer bleiben m├Âchtest, pack etwas Leckeres ein und lade ihn ein. Ihr habt doch nicht oft Gelegenheit Euch privat zu treffen. Gleichg├╝ltig ob ihr nur redet oder Spa├č habt. Auf welche Art auch immer┬ź, fl├╝sterte Greg.

Nathan
Nathans Kopf wurde noch r├Âter. ┬╗Ich, ja, Herr. Ich, ich hab nur Sorge, dass ich ihn beim Genie├čen der Feier st├Âre. Aber das sagt er mir dann bestimmt schon, hoffe ich.┬ź ├ängstlich folgte Nathan ihm nach drau├čen. Er hoffte, dass Ciel nicht streiten wollte.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du wei├čt doch so gut wie ich, wer Deine Peiniger hinter Gitter gebracht hat, dass war Dein Fabs. Wenn er Vater je um was bittet, dann fast nie f├╝r sich. Vater schl├Ągt ihm solche Bitten nicht ab. Du st├Ârst ihn ganz sicher nicht, wenn er den Duc darum bittet Dich zu sch├╝tzen und zu nun sagen wir mal r├Ąchen┬ź, erkl├Ąrte Greg. Gemeinsam ging er zur├╝ck zu dem Rest der Gruppe und gesellte sich mit Nathan dazu. ┬╗Hier ist unser Nathan┬ź, grinste er gut gelaunt und legte Linhard wieder einen Arm um die H├╝fte. ┬╗Willkommen zur├╝ck┬ź, antwortete Lin und reichte Greg seine Bowle.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trat wortlos an Nathan heran und umarmte ihn fest. Er brachte kein Wort heraus. Er dr├╝ckte ihn einfach mit all der Liebe, die er f├╝r ihn empfand. Die ganzen Entschuldigungen, die f├Ąllig w├Ąren - er brachte sie nicht ├╝ber seine Lippen. So wenig, wie er es ├╝ber sich gebracht hatte, Gregoire verbal mitzuteilen, wie w├╝tend er wirklich auf ihn war.

Nathan
Nathan erschrak einen Moment, als Ciel so rasch auf ihn zukam, aber in der Umarmung beruhigte er sich rasch wieder. ┬╗Danke┬ź, piepste er kaum h├Ârbar. ┬╗Ferrau hat dich sch├Ân gemacht.┬ź

Olivie Solaine de Souvagne
Olivie strich Ciel beruhigend ├╝ber den R├╝cken.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Sch├Ân dass Ihr Euch endlich auss├Âhnt┬ź, fl├╝sterte Greg und rutschte ein St├╝ck n├Ąher zu Lin.

Dreaux Gifford de Souvagne
┬╗Ja, dass wurde auch Zeit und Du hast einen guten Anlass gew├Ąhlt┬ź, pflichtete Dreux bei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gab Nathan wieder frei. Der trat ein paar Schritte zur├╝ck und wischte sich ├╝ber das Gesicht. Er wusste so wenig wie sein ehemaliger Herr, was er sagen sollte. Schlie├člich ergriff Ciel als erster das Wort. ┬╗Der Duc meinte, du hast nun Freizeit. Von meiner Seite aus war das alles. Wenn du willst, kannst du nun gehen.┬ź

Nathan
Nathan blickte fragend seinen Herrn an.

Dreaux Gifford de Souvagne
Dreux nickte kurz. ┬╗Bis zur Trauung selbst hast Du frei Nathan, also noch einige Stunden - die Zeremonie beginnt um 11 Uhr, sei sp├Ątestens um 10:30 Uhr bei mir. Ansonsten viel Spa├č, g├Ânn Dir etwas. Dass hast Du Dir verdient. Bis nachher mein Bester┬ź, sagte Dreux.

Nathan
┬╗Danke, Herr, ich werde p├╝nktlich da sein und mich noch einmal k├Ąmmen!┬ź Er verneigte sich, mit roten Wangen, weil sein Herr etwas Freundliches zu ihm gesagt hatte. Einen Moment ├╝berlegte er, ob er Ferrau sagen sollte, wie sch├Ân er die Kleider f├╝r Ciel ausgew├Ąhlt hatte, aber er traute sich nicht. Ferrau schaute ihn immer so abweisend an. Ohne dem anderen Diener das Lob mitzuteilen, verschwand er, um nachzuschauen, ob Fabien ebenfalls ein wenig Zeit f├╝r sich bekommen hatte.

Fabien Lacomb
Fabien ├Âffnete Nathan die T├╝r, als dieser bei ihm aufschlug. ┬╗Na in Feierstimmung? Komm rein, ich bin auch gleich soweit. Ich wollte nach Dir schauen, aber da Du hier bist, komm rein. Machen wir es uns einen Moment in meiner Kammer gem├╝tlich┬ź, sagte Fabien und dr├╝ckte Nathan felsenfest zur Begr├╝├čung ehe er ihn k├╝sste. ┬╗Du bekommst noch Dein Souvenir┬ź, grinste Fabs.

(Fortsetzung folgt)
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#26

Beitrag von Fabien Lacomb » Fr 11. Mai 2018, 00:38

Der Honigb├Ąr

(Fortsetzung)


Nathan
Fabien ├Âffnete Nathan die T├╝r, als dieser bei ihm aufschlug. ┬╗Na in Feierstimmung? Komm rein, ich bin auch gleich soweit. Ich wollte nach Dir schauen, aber da Du hier bist, komm rein. Machen wir es uns einen Moment in meiner Kammer gem├╝tlich┬ź, sagte Fabien und dr├╝ckte Nathan felsenfest zur Begr├╝├čung ehe er ihn k├╝sste. ┬╗Du bekommst noch Dein Souvenir┬ź, grinste Fabs.

Nathan
Nathan sp├╝rte Fabiens warmen, muskul├Âsen K├Ârper. Er bettete seine Wange an seine Brust und sp├╝rte den weichen Stoff. Da war keine R├╝stung und keine angespannte K├Ârperhaltung. Fabien hie├č ihn nicht nur mit Worten, sondern auch mit seinem K├Ârper willkommen. Nathan legte die Arme ganz fest um Fabiens Taille. Als er den Kopf wieder hob, erwartete ihn ein Begr├╝├čungskuss. Nathans Kopf war rot geworden und gl├Ąnzte leicht an der Stirn. "Ich hab dich vermisst, Fabsi", sagte er leise. "Du warst lange weg ... ich bin so froh, dass du da bist!"

Fabien Lacomb
"Ich habe Dich ebenso vermisst Natty und ich habe mich gewaltig gesorgt. Na los komm rein, lass uns nicht zwischen T├╝r und Angel reden", sagte Fabien freundlich. Er nahm Nathans Hand und zog ihn in die Gem├Ącher von Maximilien. Fabien schloss die T├╝r, grinste Nathan kurz an und zog ihn dann hinter sich her in seine eigene kleine Kammer. Gemeinsam mit Nathan setzte er sich aufs Bett. "Ich habe Dir versprochen dass ich Dir was mitbringe und das habe ich auch. Also Augen zu", sagte Fabs und schloss Nathan die Augen. Natty h├Ârte Fabien kurz kramen, dann legte er ihm eine kleine Schachtel in die Hand.

Als Nathan sie ├Âffnete sah er sein kleines Souvenier.
Link:
http://www.erzgebirge.hamburg/images/pr ... topf_3.jpg

"Ich hoffe er gef├Ąllt Dir, passend zu Deiner Holzsammlung", fl├╝sterte Fabien und k├╝sste Nathan liebevoll.

Nathan
Mit gro├čen Augen betrachtete Nathan den kleinen B├Ąren. Ehrf├╝rchtig hielt er ihn in beiden H├Ąnden, guckte ihn von allen Seiten ganz genau an, bef├╝hlte die Oberfl├Ąche und streichelte ihm ├╝ber das K├Âpfchen. "Ein kleiner B├Ąr, wie er aus der Hohen Mark stammen k├Ânnte", hauchte er. Er hielt das kleine Holzspielzeug wie einen Schatz und das war es f├╝r ihn auch. Als Fabien ihn noch einmal k├╝sste, schloss Nathan die Augen und legte einen Arm um seine H├╝fte, w├Ąhrend er mit der anderen Hand das B├Ąrchen hielt. "Danke", sagte er freudig und seine Wangen gl├╝hten vor lauter Gl├╝ck. "Der darf neben dem Minifabs sitzen!"

Fabien Lacomb
"Daher stammt er zwar nicht Natty, aber er sollte daran erinnern. Freut mich dass er Dir so gut gef├Ąllt. Ich hoffe ich lerne Minifabs mal kennen. Heute Abend vielleicht, wenn Du magst. Ich dachte wir machen es uns hier gem├╝tlich, quatschen was und gehen sp├Ąter auf das Fest. Was meinst Du? Ich habe Dich ziemlich vermisst Natty. Und als ich Deinen Brief gelesen habe, wegen Robere... Nathan, dieser Mann wollte Dir zu keiner Zeit etwas Gutes. Ich bitte Dich h├Âre auf mich. Er wollte weder Deine N├Ąhe, noch Deine Liebe. Er wollte nur... einen wegstecken und Dir dabei weh tun. Um Dich zu dem├╝tigen. Manche empfinden dabei Freude. Leider gibt es solche Menschen. Darum habe ich Max Deinen Brief gezeigt und er hat sich der Sache angenommen, f├╝r Dich und f├╝r uns. Er wei├č es also und er verbietet es nicht. Auch wenn das Gest├Ąndnis ihn ziemlich ge├Ąrgert hat. Nicht das wir zusammen sind Natty, sondern dass ich es ihm nicht vorher gestanden habe".

Nathan
├ťber Nathans freudiges Gesicht ging ein Schatten der Besorgnis. "Ich, ich wei├č nicht Fabs. Er war manchmal so einf├╝hlsam, er fragte immer, was ich mir w├╝nsche, vielleicht kann er es nur nicht zeigen? Ich, ich muss dir was zeigen. Einer der Gardisten hat mir was gegeben. Bitte nicht b├Âse sein, Fabsi, bitte! Ich bin so froh, dass du wieder da bist und m├Âchte nicht, dass wir uns streiten, ich hab dich so lieb!" Er dr├╝ckte sein Gesicht an Fabien und den kleinen B├Ąren an sein Herz.

Fabien Lacomb
"Er kann Dir nichts zeigen, was nicht da ist Natty", antwortete Fabien leise und streichelte Nathan liebevoll ├╝ber den R├╝cken. "Was m├Âchtest Du mir denn zeigen? Was hat er Dir gegeben?", hakte Fabien nach und betete stumm zu Ainuwar, dass Nathan ihm jetzt nicht eine Stichwunde oder dergleichen pr├Ąsentierte.

Nathan
Nathan reichte Fabien einen ganz klein gefalteten Zettel. Mit Bleistift beschriebenes Toilettenpapier. Die Schrift war ungelenk und verwies auf einen unge├╝bten Schreiber, es gab kaum Punkt und Komma.

[brief]hallo kleiner
ich hoff das dich mein brief noch erreicht ich wei├č nicht was los war wir hatten einen sch├Ânen tag und pl├Âtzlich stellst du mich hin als sonstwas ich hab keine ahnung was du erz├Ąhlt hast aber was erwartest du ich war im dienst ich hatte keine zeit es musste schnell gehen ich hab gesagt das es hart wird und es war dir recht und jetzt auf einmal doch nicht??? ich werd ├Âffentlich fertig gemacht ich werd meine stelle verlieren alle lachen ├╝ber mich vielleicht verecke ich und alles wegen einem fick der dir nicht gefallen hat was hast du f├╝r glanzleistungen erwartet in den f├╝nf minuten die ich freinehmen konnte ich arbeite f├╝r den duc!!! ist das was du wolltest??? ich dacht uns verbindet mehr wenn dir je was an mir gelegen hat dann erkl├Ąr ihm dass du nur unzufrieden warst weil es zu kurz war ich hab dir nichts tun wollen und hab dir nichts getan!!
Robby[/brief]


Fabien Lacomb
Fabien nahm den Brief entgegen, las ihn in aller Ruhe durch und faltete ihn dann wieder sorgsam zusammen. Er reichte ihm Nathan zur├╝ck und mustere diesen einen Moment sehr ernst.

"Nun werde ich Dir diesen Brief ├╝bersetzen. Lieber Nathan, es ist passiert was passiert war. Mehr als 5 Min meiner Dienstzeit warst Du nicht wert. Ich habe Dich mal so eben dazwischen... und Dir einen reingeschoben. Bis zu dem Tag, wo ich zur Rechenschaft gezogen wurde, war es mir v├Âllig gleichg├╝ltig was aus Dir wird. Nun nicht mehr, da davon abh├Ąngt was aus mir wird. Lieber Nathan, bitte rede mich heraus, damit ich nicht bestraft werden. Daf├╝r bel├╝ge ich Dich auch mit ein paar warmen Worten, die mir extrem schwer von der Feder gehen. Bitte trotz meiner Fehler rette mich. Ich m├Âchte nicht, dass man mir antut, was ich Dir antat.... - das steht dort in dem Brief.

Denn ansonsten h├Ątte er ├╝ber Dich geschrieben, h├Ątte er Dich gemeint. Dann h├Ątte dort gestanden...

"Lieber Nathan, was ich Dir angetan habe, bereue ich zutiefst. Ich entschuldige mich in aller Form bei Dir. Nicht nur dass ich Dich verletzt habe, ich h├Ątte Dich auch noch viel schwerer verletzten k├Ânnen. Leider Nathan erwidere ich Deine Gef├╝hle nicht. Aber ich war zu gierig und zu bequem um Dir das offen ins Gesicht zu sagen. Ich suchte nur meinen Spa├č f├╝r den ich nun teuer bezahlen muss. Die Behandlung hast Du nicht verdient, Du hast Dich nur nach Zuneigung gesehen. In meinen Armen findest Du sie nicht. Ich suche etwas anderes als Du. Aber letztendlich bekommen wir am Ende das Gleiche. Verzeih mir" .... das h├Ątte er schreiben k├Ânnen.

Vielleicht empfindet er sogar wirklich etwas Reue, dass spreche ich ihm nicht ab. Aber leider erreicht man solche Menschen nur ├╝ber Schmerz und Angst. Wenn sie selbst erleben m├╝ssen, was sie ihren Opfern angetan haben Natty. Wie ich Dir sagte, halte Dich von ihnen fern. Er selbst ist genauso schwul wie ich oder Du. Aber er w├╝rde nie dazu stehen und sich ├╝ber Dich zu stellen, damit meint er sich erheben zu k├Ânnen. Oder zu beweisen wie hart er ist. Wahre St├Ąrke muss sich nicht beweisen Nathan.

Oder rennt Max durch die Gegend und schl├Ągt Leute zusammen, weil er ja der m├Ąchtigste Mann im Land ist? Nein, Robere ist ├╝berhaupt nicht m├Ąchtig. Er ist klein, geradezu l├Ącherlich winzig, er hat Angst und er kennt sich selbst nicht. Und genau das macht ihm am meisten Angst. Und deshalb reagiert er wie ein b├Âses Kind und rei├čt den Schmetterlingen die Fl├╝gel oder F├╝hler aus, weil er es bei ihnen kann. Er w├╝rde aber schon keiner Katze mehr am Schwanz ziehen, denn die hat messerscharfe Krallen. Du Nathan, Du bist ein Schmetterling, Du bist lieb, sanft, schwerelos und harmlos... das sah er. Daf├╝r haben die Schwachen die die Starken spielen einen Blick. Halte Dich von ihm fern, er wird Dir sonst schlimmeres antun, ich beschw├Âre Dich. Nathan, ich dachte uns beide verbindet etwas. Selbst wenn Robere ein anst├Ąndiger Mann w├Ąre, m├Âchte ich nicht dass Du Dich mit ihm triffst. Aber das ist er nicht".

Nathan
"Ich hab es dir versprochen, Fabs, und ich habe mich daran gehalten. Ich hab ihn nicht besucht, nachdem ich den Brief bekommen habe. Obwohl ich es wollte. Ich dachte, vielleicht sollten wir noch mal ├╝ber alles reden. Aber ich hab mich nicht getraut zum Verlies zu gehen allein. Und ich hatte es dir versprochen. Ich geh nicht mehr zu ihm. Aber es tut mir leid, dass er da nun ganz alleine sitzt und weint und nur nach Hause will, vielleicht hat er ja Kinder, die ihren Papa vermissen oder kranke Eltern, die seine Hilfe brauchen? Ich f├╝hl mich so schlecht, Fabs. Du, du bist auch ein Schmetterling? Was w├Ąrst du, wenn du ein Tier w├Ąrst? Du bist sch├Ân, stark und klug. Und sehr lieb."

Fabien Lacomb
"Zum Gl├╝ck hast Du Dich daran gehalten. M├Âglich dass er sogar Frau und Kinder hat, aber dann w├Ąre es noch mehr ein Grund gewesen, Dich nicht so zu behandeln. Wie geht er denn mit denen um? Auch so grausam? Warum er da sitzt Nathan, dass ist nicht Deine Schuld, sondern die von Robere. Es ist die Konsequenz seiner Handlung. Wie sagt Max immer? Mach was Du willst - aber wisse was Du tust. Er hat gemacht was er wollte, gewusst was er tat nicht und so kam es zur├╝ck. Und nun muss er genau das durchmachen, was Du ertragen hast. Wenn das gar nicht so schlimm war, wie er in seinem Brief behauptet, wovor hat er dann Angst? Es wird dann nur eine Nummer die nicht nach seinem Geschmack ist und kurz wird sie auch. Also woher dann die Angst? Ich sage es Dir, er wei├č was er getan hat - daher. Da hilft kein Besch├Ânigen und Dir hilft es schon mal gar nicht. Du darfst Dich nicht schlecht f├╝hlen Nathan, alles was Dir nun widerf├Ąhrt ist Gerechtigkeit. Und daf├╝r muss Robere den Arsch hinhalten. Sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Danke f├╝r die lieben Worte. Wenn ich ein Tier w├Ąre, was ich w├Ąre? Eine Katze. Die Katzen denken auch das was meine Mutter mir immer sagte, wenn Du nichts zu tun hast, mach Dich wenigstens sch├Ân. Das mache ich, dass macht jede Katze. F├╝nf Sekunden Freizeit und sie putzen sich und ich mache irgendwie was ├Ąhnliches", lachte Fabien leise. "Ich liebe Dich Nathan".

Nathan
"Ich liebe dich auch, Fabs", sagte Nathan sanft. Er sah Fabien die ganze Zeit ├╝ber ins Gesicht und freute sich daran, es wieder zu sehen, ihn hier wohlbehalten neben sich sitzen zu haben. "Danke, dass du mich besch├╝tzt hast. Ich versuche, mich nicht schlecht zu f├╝hlen, aber ich f├╝hl mich trotzdem ein bisschen mies, ja? Nur eine kleine Ecke weit. Willst du zusehen bei der Bestrafung? Ich eigentlich nicht, aber ich glaube, ich muss. Aber ich sag dir auch was Sch├Ânes! Ciel hat mich vorhin gedr├╝ckt, ich glaub, er will wieder gut sein mit mir. Hast du schon die Hochzeitssachen gesehen? Es gibt eine dunkle und eine helle Fraktion, hat Prince Gregoire gesagt!"

Fabien Lacomb
"Sch├Ân zu h├Âren Natty, dann sollten wir es vielleicht unter uns beiden festmachen. Was meinst Du? Nun Gef├╝hle kann man nicht abstellen Nat. Das Du versuchst Dich nicht mehr mies zu f├╝hlen, ist ein guter Anfang. Ob es klappt, wird sich zeigen Schatz. Zusehen wollen? Bei Ainuwar nein, wenn ich nicht muss, werde ich auch nicht zusehen. Es ist zwar seine gerechte Strafe, aber es ist genauso leid und ich wei├č was es wiederspiegelt - Deines Natty. Aber wenn Max zusieht, werde ich ebenfalls zusehen m├╝ssen. Wie immer werde ich an seiner Seite sein. Ich habe keine Freude daran andere leiden zu sehen, nicht mal als Rachegel├╝ste. Er soll die Strafe bekommen da es gerecht ist. Er soll lernen, so etwas niemals wieder zu tun. Aber das ist es auch. Ich empfinde da keinen Spa├č, oder schaue gerne hin. Ich w├╝nschte niemand w├╝rde jemals wieder so etwas tun und keiner m├╝sste es sehen. Ich verabscheue Gewalt und ich nutze sie nur, wenn man mich dazu zwingt. Und das tat Robere. Max nutzt sie ebenso nur als Mittel zum Zweck, wenn er muss. Niemals weil er es selbst m├Âchte. Darum ordnete er die Strafe an, nicht weil er Spa├č dran h├Ątte Robere so leiden zu sehen. Mir w├Ąre es sogar lieber, wenn es im Kerker gesch├Ąhe. Denn wer wei├č, ob das andere nicht wieder auf Gedanken bringt. Aber ich halte mich geschlossen. Wenn es 100 abschreckt und einen auf eine Idee bringt, ist das so. Man wird niemals alle erreichen k├Ânnen und man wird niemals alle retten k├Ânnen. Gleichg├╝ltig wie hart man es versucht. Thema Hochzeit! Ja also zwei Fraktionen, die einen sind hell und die anderen dunkel gekleidet? Das klingt ziemlich gut. Wer tr├Ągt was? Du verstehst Dich gut mit Prince Gregoire?".

Nathan
"Oh, du wei├čt ja alles noch nicht", rief Nathan verz├╝ckt dar├╝ber, auch mal etwas beitragen zu k├Ânnen, um Fabiens Wissensschatz zu erweitern. "Ciel hat nicht nur den Diener von Dreaux, sondern auch den Diener von Gregoire abgestaubt! Ihm geh├Âren jetzt Ferrau und Zerbino. Ich geh├Âre daf├╝r Dreaux und Gregoire hat gar niemanden mehr, darum durfte ich ihn zurechtmachen f├╝r die Hochzeit. Er ist sehr freundlich, finde ich. So wie seine Br├╝der. Alle drei sind sie liebe Seelen. Olivie und Linhard tragen hell, Ciel und Gregoire Dunkel. Und der Duc - tr├Ągt fast rein wei├č. Du findest ihn sicher h├╝bsch so, er sieht aus, wie ich mir ein Irrlicht vorstelle. Ganz hell und leuchtend, man kann kaum wegsehen. Au├čer ich, weil du jetzt da bist und ich zu dir gucken kann. Festmachen? Du meinst, dass wir ein Paar sind?", fragte Nathan erfreut.

Fabien Lacomb
"Ganz genau, dass meine ich. Wir beide ein Paar, Du und ich Natty. Och ich werde noch rot, wenn Du sowas sagst. Ja Dreux kann aussehen wie ein sph├Ąrisches Wesen, genau wie Max. Aber Dreux sogar noch einen kleinen Ticken mehr durch seine sehr d├╝nne und schlanke Gestalt. Ja Greg kann ziemlich lieb und umg├Ąnglich sein, ich bin immer gut mit ihm ausgekommen, sogar wenn er etwas kratzb├╝rstig war. Irgendwie ich wei├č nicht, er ist eben sehr locker drauf. Du hast Greg also f├╝r die Hochzeit zurecht gemacht? Dreux und Greg, dass nennen ich Spa├č pur. Ich habe Max und mich zurecht gemacht. Ich bin neugierig wie alle aussehen. Vor allem Ciel. Das Ciel heiratet! Wir haben ja mit allem gerechnet, sogar das Ainuwar pers├Ânlich vorbeikommt und selbst heiratet - aber Ciel? Das war so unwahrscheinlich wie das... was wei├č ich die Sonne vom Himmel f├Ąllt. Max hat sich sofort so sehr f├╝r seine beiden Jungs gefreut. Er musste unbedingt nach Hause. Ob die anderen eingeladenen Staatsg├Ąste ebenfalls erscheinen wei├č ich nicht. Eingeladen vor Ort waren F├╝rst Tsaagan von Alkena, Tarrik Tarkan, Ricarda von Ehveros, Zwergenk├Ânig Dunkelerz und die Counts aus Ledwick. Die Counts waren alles junge M├Ąnner und ihr Land hat leider keinen offiziellen Herrscher mehr. Ich hoffe sie finden einen Thronfolger oder benennen einen neuen. Es wird schwer werden, aber als eine der wenigen, haben sie genau wie der F├╝rst direkt Hilfe angeboten. Dass musste man ihnen lassen. Ich denke Max w├╝rde ihnen ebenso beistehen. Aber ob sie ├╝berhaupt zur Hochzeit kommen k├Ânnen? Tja, abwarten. Beim F├╝rsten bin ich guter Dinge, auch Rakshaner wissen zu feiern, dass kennen wir ja von Khawa und ob und wie Zwerge feiern wei├č ich nicht. Auf die neuen Adligen bin ich gespannt und was sie so f├╝r Kleidung tragen. Souvagnische oder naridische Mode? Und wie sieht deren Mode aus? Was hast Du davon geh├Ârt oder gesehen? Erz├Ąhl mir alles Natty", grinste Fabs.

Nathan
"D├╝rfen wir denn ein Paar sein?", fragte Nathan besorgt. "M├╝ssen wir da nicht vorher unsere Herren fragen? Ich m├Âchte es sehr gern, Fabsi. Darum wolltest du au├čer wegen deiner F├╝rsorge nicht, dass ich zu Robere gehe? Und du? Wirst du noch zu anderen gehen? Au├čer zu deinem Herrn, meine ich. Ich wei├č ja, wie sehr du ihn liebst. Warum Ciel heiratet, wei├č ich nicht. Er hatte mir versprochen, es nie zu tun. Aber ich habe ihm auch versprochen, ihm immer treu zu sein. Ich war ihm nicht treu, er ist es auch nicht. Ich hoffe, er wird gl├╝cklich mit Olivie und sie mit ihm, sie haben es sich beide verdient. Aber ich habe auch Angst, weil Ciel eigentlich ... nicht so ist. Gregoire war ├╝berhaupt keine Kratzb├╝rste bei mir und auch Dreaux bislang nicht, sie sind so freundlich gewesen. Vielleicht haben sie meine Trauer gesehen und wollten mir etwas von der Sorge nehmen. Ich vermisse Ciel immer noch, Fabs. Das wird ├╝brhaupt nicht weniger. Aber ich glaube, jetzt wird alles gut, jetzt, wo wir ein Paar sind oder schon fast." Verliebt betrachtete Nathan Fabien und konnte es noch immer kaum fassen, dass dieser Mann mit ihm zusammensein wollte. Er selbst fand, er h├Ątte Fabien ├╝berhaupt nicht verdient. "Ich, also, die ziehen souvagnische Trachten an, die Naridier. Sie haben sich angepasst. Au├čer das Spukgespenst, der Papa vom Linhard, das tr├Ągt einen naridischen Dreispitz!"

Fabien Lacomb
Fabien hatte bezogen auf Ciel geschwiegen. Der junge Prince war stets in Eile und arbeitete Tag und Nacht. Er war extrem loyal und das verlangte er auch von seinem Personal, aber Nathan hatte ihn nicht betrogen. Jedenfalls nicht so, was Fabien unter Betrug verstanden h├Ątte. Nathan h├Ątte vermutlich sein Leben f├╝r Ciel gegeben, wie er seines f├╝r Max, aber dennoch fasste es Ciel als Betrug auf... genau wie Max! Was hatte er auch anderes erwartet von Vater und Sohn? Dumm zu denken, dass sie so unterschiedlich waren. Es knallte manchmal, wie einst im Thronsaal, da sie sich so ├Ąhnlich sahen, genau das gleiche meinten und v├Âllig unterschiedlich erkl├Ąrten. Er hatte schon vermitteln m├╝ssen. Und hatte er nun Nathan und Ciel getrennt? Das war nicht seine Absicht gewesen. Er hatte mit Ciel selbst reden wollen, aber das wagte er sich nicht. Er war ein Leibdiener, er war der Diener des Duc, aber ohne Grund hatte er auch fremde Herrschaften nicht anzusprechen. Einen Plausch mit einem Prince gab es nur, wenn ihn dieser ansprach. Aber vielleicht ergab sich auf der Hochzeit ja die M├Âglichkeit.

"Prince Ciel ist ich w├╝rde mal sagen arbeitss├╝chtig. Er ist immer flei├čig, hart am malochen und er verlangt ebenso viel von seinen Leuten. Das er Dich gedr├╝ckt hat, ich wollte nichts sagen Natty. Aber er braucht oft lange bevor er sich ├Âffnen kann. Ebenso bei seinem Vater. Ich hoffe f├╝r Euch beide, dass er sich vers├Âhnen m├Âchte. Ihr habt Euch nahe gestanden, so nahe und nun das. Ich habe nicht gewollt, dass es so kommt. Und ich hatte vor mit Prince Ciel zu reden, aber den Mut dazu hatte ich nicht. Wie auch?

Noch musste ich ihn nicht aufbringen, denn noch ergab sich keine Gelegenheit. Ich werde es aber versuchen, auch wenn mir das Herz dabei bis zum Hals schl├Ągt. Wegen unserer Beziehung werden wir unsere Herren fragen. Ich Max und Du Dreux. Eindeutig fragen,damit wir eine eindeutige Antwort erhalten. Stimmen sie zu, sind wir zusammen Natty. Ja es kann gut sein, dass sie Deine Trauer gesehen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, was passieren w├╝rde, m├╝sste ich Max verlassen. Das ist so... puh ich wei├č nicht. Ich w├╝sste nicht, was ich t├Ąte. Wo sollte ich denn hin? Ich k├Ânnte nur zur├╝ck zu meiner Mutter und in der W├Ąscherei arbeiten. Nicht schlimm, damit verdient man sich auch sein Brot, aber ich glaube ich halte es nicht einen Tag ohne ihn aus. Also vor Greg und Dreux hatte ich noch nie Angst, ehr vor Ciel. Er ist immer so getrieben, als ob er durch sein Leben rennt. Das macht mir Angst. Angepasst sagst Du? Na dann bin ich gespannt was sie gew├Ąhlt haben. Linhards Vater ist ein Gespenst? Also, darauf bin ich wirklich mehr als gespannt! Ein Gespenst!? Ist der Geist gruselig?", fragte Fabs grinsend und k├╝sste Nat.


(Fortsetzung folgt)

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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#27

Beitrag von Nathan » Sa 12. Mai 2018, 01:04

(Fortsetzung)

Nathan
Nathan genoss den Kuss und er war es nicht, der ihn schlie├člich beendete. Er wartete, bis Fabien das tat und genoss jede Sekunde. ┬╗Du hast mir aber nicht gesagt, ob du dich noch weiter mit anderen Leuten treffen m├Âchtest, au├čer mir und deinem Herrn, meine ich┬ź, sagte er. ┬╗Du kannst es mir ruhig sagen, ich bin nicht b├Âse, ich m├Âchte es nur gern wissen, ob es so ist, damit ich dann nicht traurig bin, falls es mal so ist. Aber zuerst m├╝ssen wir ohnehin unsere Herren fragen. Mit Ciel kannst du reden, er wird nicht b├Âse sein, wenn du ihn einfach so ansprichst. So was ├Ąrgert ihn nicht, es ist ja wichtig und ansonsten machst du immer alles richtig. Ihn ├Ąrgern daf├╝r andere Sachen. Na ja. Lieb, dass du mit ihm reden m├Âchtest. Ich w├╝rde gern mit Ferrau reden und ihm sagen, worauf er achten muss, aber ich glaube, dann wird der b├Âse. Max wird dich nicht weggeben. Er ist geduldig und lieb und du machst nie Fehler. Er hat dich bestimmt auch lieb, er guckt immer ganz freundlich, finde ich. Linhards Vater muss wohl gestorben sein, also er war bestimmt kein Gespenst, als er Linhards Papa wurde. Den Geist fand ich schon ein bisschen unheimlich ... er ist Gr├╝n und seine Stimme scheint in deinem Kopf zu entstehen, was ja irgendwo auch Sinn macht, weil er keinen Hals mehr hat, keinen richtigen, meine ich.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Eigentlich h├Ątte ich Euch beide gerne f├╝r mich Natty. Aber Max geh├Ârt mir nicht und die Entscheidung ob irgendwas passiert, liegt bei ihm und nicht bei mir. Vor Ehveros ist nie etwas zwischen uns gelaufen und in Ehveros, also in seiner Freizeit, war er nicht der Duc - er war einfach nur er. Aber das klingt nach einer lahmen Ausrede und ich m├Âchte mich nicht um die Antwort dr├╝cken. Wenn wir zusammen sind, gibt es nur uns. Ich wollte Dir damit nur erkl├Ąrt haben, dass er nicht gefragt hat, oder mich nie angemacht hat oder sowas. Ich habe es manchmal sehr subtil versucht - ohne Erfolg. Das war aber noch weit vor Deiner Zeit, oder besser gesagt unserer. Also ja, sind wir zusammen dann bin ich Dir treu. Nur Du und ich. Ich kann schlecht eifers├╝chtig sein und verlangen dass Du nur mit mir zusammen bist und ich bin es nicht. Also bin ich auch nur mit Dir zusammen. Gut dann werde ich Ciel auf der Feier ansprechen, falls sich eine Gelegenheit ergibt. Natty falsch habe ich sicher schon einiges gemacht, aber Du hast Recht, Max ist ziemlich umg├Ąnglich. Mit Ferrau kannst Du doch problemlos reden, oder kam er Dir dumm? Das muss wohl so sein, schlimm f├╝r ihn wenn sein Vater dann als Geist rumschwebt und keine Ruhe findet. Ich habe meinen nie kennengelernt, ich wei├č nicht mal wer es ist. Aber vielleicht tr├Âstet es Linhard, dass er als Geist noch da ist. Gr├╝n und man h├Ârt die Stimme im Kopf... klingt schon verr├╝ckt. Hast Du versucht den Geist anzufassen?┬ź, hakte Fabs nach.

Nathan
Nathan streichelte Fabien mit den Fingerspitzen, w├Ąhrend sie redeten. ┬╗Du brauchst dich nicht von Max zu, ├Ąh, trennen, wenn ihr so was wie zusammenseid. Ich verstehe, dass du gern uns beide h├Ąttest und es w├╝rde mich nicht st├Âren. Bei Max wei├č ich, dass er gut zu dir ist und ich will dich ihm nicht wegnehmen. Aber ich finde es lieb, dass du dann nicht zu anderen gehst, das ist sehr r├╝cksichtsvoll. Wenn du es dir mal anders ├╝berlegst, sagst du mir das dann bitte, damit ich mir keine Gedanken machen muss? Ich denke nicht so gerne viel. Ferrau mag mich, glaube ich, nicht so gut leiden. Er hat es zuf├Ąllig immer eilig, wenn ich in der N├Ąhe bin, obwohl er sonst meistens so bummelt. Ich hab ihn mal gesehen auf dem Weg zu Benito, da ging er fast Kaffeebohnen. Vielleicht trau ich mich trotzdem irgendwann mal, ich hab Angst, dass er alles falsch macht und Ciel dann leidet. Warum wei├čt du nicht, wer dein Papa ist? Ist er auch gestorben?┬ź, frage Nathan besorgt. ┬╗Den Geist wollte ich nicht anfassen, ich wollte nur weg, er hat mir Befehle erteilen wollen, war laut und hat mich angeleuchtet!┬ź

Fabien Lacomb
Fabien nahm Nathan fest in die Arme. ┬╗Nein ich bin nicht mit Max zusammen, dass w├Ąre es ja┬ź, lachte er leise. ┬╗Ich liebe Dich und ich liebe ihn. Aber ich bin nicht mit ihm zusammen, wir sind Freude, wage ich mal frech zu behaupten. Wir stehen uns sehr nahe, wir hatten im Urlaub Sex miteinander. Aber wir waren nie zusammen, das war einfach nur gemeinsamer Spa├č aus der Situation heraus. Es kam einfach dazu, wie bei Dir und Edouardo. Keine Sorge, falls es je so k├Ąme, w├╝rde ich Dir das sagen. Aber Natty, wir sollte nicht anfangen vom m├Âglichen Ende unserer Beziehung zu reden, wenn wir noch nicht mal zusammen sind in Ordnung? Du wirst es mir genauso sagen, falls Du mich nicht mehr liebst, dass wei├č ich. Ferrau soll sich mal sch├Ân an seine eigene Nase fassen. Wieso sollte er Dich grundlos nicht leiden k├Ânnen? Schleicht immer rum und dr├╝ckt sich vor jeder Arbeit und auf einmal hat er die Geschwindigkeit f├╝r sich entdeckt? Hm keine Ahnung, erscheint mir aber seltsam. Rede mit ihm, wenn ich dabei bin Nat. Warum ich nicht wei├č wer mein Vater ist? Ich habe ihn nie kennengelernt, meine Mutter hat mir nie von ihm erz├Ąhlt und ich kann Dir nicht mal sagen ob er tot ist. Sie wollte nie dar├╝ber sprechen und irgendwann habe ich auch nicht mehr gefragt, da es sie nur traurig gemacht hat. Meine Ma ist eine ganz liebe und der Kerl ist weg, wieso auch immer. W├Ąre er gefallen oder sowas, h├Ątte sie das bestimmt gesagt. Ich denke er hat sie entweder ausgenutzt, eine Nacht Spa├č und danach hat er sie nicht mehr gekannt, oder er hat sie l├Ąnger ausgenutzt, bis sie schwanger war. Aber das sind Dinge die muss sie mir schon erz├Ąhlen wollen. Du kannst sie ja mal kennenlernen wenn Du m├Âchtest. Na der Geist klingt ganz sch├Ân dreist, aber wer wei├č was so ein Geist kann. Also h├Ątte ich mich auch lieber verdr├╝ckt. Erz├Ąhl mir wie Du an Minifabs gekommen bist┬ź, sagte Fabien gut gelaunt und streckte sich lang auf dem Bett aus und zog Nathan mit sich.

Nathan
Nathan lie├č sich mitziehen und kuschelte sich an Fabiens Seite ein. Er legte seinen Arm ├╝ber Fabiens K├Ârper und zog sich ganz dicht an ihn heran. ┬╗Zwischen mir und Edo war gar nichts ... glaube ich. Ich war ganz sch├Ân betrunken. Oder war doch was zwischen uns?! Hast du was gesehen? Ich wollte gar nicht vom Ende unserer Vielleicht-Beziehung reden, ich wollte doch nur sagen, dass es mich nicht st├Ârt, wenn du und Max euch lieb habt, weil er genau so lieb ist wie du. Danke, dass du bei Ferrau mitkommst, da ist es einfacher, ihn anzusprechen. Tut mir sehr leid f├╝r dich, dass du deinen Papa nicht kennst. Meinen habe ich seid dreizehn Jahren nicht gesehen. Aber ich wei├č noch, dass er ganz lieb war und wundersch├Ân gesungen hat. Vielleicht ├╝berlegt deine Mama es sich ja irgendwann einmal anders und sagt es dir doch noch. Den Minifabs, den habe ich mir auf dem Markt gekauft beim Spielzeugmacher. Ich hab ihn gesehen und er wollte unbedingt mit, da konnte ich ihn nicht sitzen lassen. Ich zeige ihn dir sobald ich ihn mal aus meiner Kammer geholt habe, er freut sich schon auf dich! Warum hast du eigentlich einen Honigb├Ąren ausgesucht? Weil er so s├╝├č war oder hat das eine Bedeutung?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das hat eine versteckte Bedeutung, mit den Fingern in der Keksdose oder im Honigtopf sagen wir mal erwischt werden, hei├čt jemand hat Dich beim Sex erwischt. Bei was verbotenem eigentlich. Verboten war unsere Zusammenkunft eigentlich nicht, aber auch nicht erlaubt. Aber sie war sch├Ân, s├╝├č wie Honig und da Du Spielzeug sammelt, also Holzspielzeug und knuffig bist, fand ich den B├Ąren genau passend. Zudem mussten wir durch die Hohe Mark und daher kommen doch die B├Ąrenreiter. Ob meine Ma sich das jemals ├╝berlegt, wei├č ich nicht Nathan, aber mir ist es auch nicht mehr wichtig. Sie ist alt und ich m├Âchte nur dass es ihr gut geht und sie nicht soviel Stress und Maloche hat. Dreizehn Jahre ist eine sehr lange Zeit. Dann sind alle Deine Vorfahren Barden gewesen? Ihr habt Den Duponts geh├Ârt. Oh man, dann war der S├Ąnger der uns in der Gefangenschaft der Duponts geq├Ąult hat, Dein Vater Nathan! Ein Barde sang uns vor, als wir dort eingesperrt waren. Sie wollten mit Max verhandeln, dass taten sie auch und Max war einverstanden. Aber Domi bekam ein Pfeil ins Knie und ein Barde s├Ągte an unseren Nerven um uns m├╝rbe zu machen┬ź.

Nathan
┬╗Du hast meinen Papa gesehen?┬ź, rief Nathan erfreut. ┬╗Wie sah der Mann aus? Das war er bestimmt, wenn er bei den Duponts lebte! Und womit war Max einverstanden? Wegen dem B├Ąren, da habe ich ja sogar richtig gelegen, dass du dir was dabei gedacht hast┬ź, schw├Ąrmte Nathan, nun doppelt gl├╝cklich. ┬╗Das ist eine besonders sch├Âne Erinnerung an den Tag. Ich sammel meistens Holzspielzeig, aber ich habe auch ein bisschen was anderes. Das meiste ist aber noch bei Ciel, ich habe mich nicht getraut, es abzuholen. Er hat da, hm, eine Art T├╝r in der Wand. Da ist unser Paradies drin. Aber das darf ich dir bestimmt nicht zeigen. Vielleicht ist es aber auch besser, dass meine Figuren und P├╝ppchen dort bleiben, da geht es ihnen gut. Danke, dass du mich knuffig findest ...┬ź Er bekam hei├če Ohren und versteckte sein Gesicht an Fabiens Schulter.

Fabien Lacomb
┬╗Ja dass kann gut sein, dass das Dein Papa war. Er war ├Ąhnlich gekleidet wie Du. Etwas ├Ąlter. Also pass auf das war so Natty┬ź, sagte Fabs und machte es sich richtig gem├╝tlich und nahm Nathan in beide Arme. ┬╗Also wir ritten durch Ledwick, ein Sumpfloch und auf einmal wurden wir durch Ketten ausgebremst. Leute bedrohten uns mit B├Âgen und sagten, dass wir ihre Gefangenen w├Ąren. Duponts waren es. Der Typ der mit uns verhandelte sagte, wir sollen freiwillig mitkommen dann passiert uns nichts. Er hat gelogen, denn sie haben Domi beschossen. Jedenfalls hat der Comte Massimo de la Cantillion denen ein paar Takte gesagt, nachdem Max ihnen etwas gesagt hat. Das hat aber nichts gen├╝tzt, da wir mit B├Âgen bedroht wurden. Jedenfalls der R├Ądelsf├╝hrer der Duponts, rastete auf einmal aus und flitzte in den Sumpf. V├Âllig verr├╝ckt der Mann. Seine Verwandten mussten ihn aus den Sumpf ziehen. Domi und ich wurden vom Rest der Gruppe getrennt. Und uns sollte der Barde weichklopfen. Oben verhandelten die Duponts mit Max und baten um ihre Begnadigung wie ich sp├Ąter erfuhr. Massimo hatte f├╝r die Duponts gesprochen und Max hat sie begnadigt, da das alte Familienoberhaupt schon tot ist und der Strolch, der Dich so reingerissen hat, wohl im Alleingang gehandelt hatte. Ja Dein Vater lebt also noch. Er war soweit in Ordnung, aber alle sahen da sehr verhungert aus. Sie haben wohl nichts zu essen. Auch das war mit Grund f├╝r ihre Begnadigung. Sie waren ja einst Souvagner. Und alle die dort am Hungertuch nagten, waren ja nur Familienmitglieder, sie konnten doch nichts f├╝r den Verbrecher. Auf das Paradies w├Ąre ich gespannt. Falls Du Deine alten Sachen nicht wieder bekommst, kaufen wir Dir neue. Immer wenn ich was finde was passt und ich mir leisten kann, denke ich an Dich. Was hattest Du denn sch├Ânes? Erz├Ąhl mal┬ź.

Nathan
┬╗Dann ist Papa wieder in Souvagne mit unseren alten Herren?┬ź, rief Nathan erfreut. ┬╗Ich muss ihn suchen und ihm was zu essen bringen! Ja, die Duponts sind Chevaliers gewesen, die k├Ânnen k├Ąmpfen und haben das fr├╝her wohl auch. Hoffentlich geht es Domi bald wieder gut. Der Mann, den du Strolch nennst, war Chevalier Chirag de Dupont. Ich habe ihm geh├Ârt, so wie mein Papa. Und er war eigentlich kein Strolch, sondern sehr edelm├╝tig, nur manchmal sehr traurig. Ich k├Ânnte dir sagen, was ich an Spielsachen hatte. Oder wir schauen es uns an!┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Da alle drau├čen auf dem Fest sind, ist keiner in den Gem├Ąchern, wollen wir?┬ź, grinste Fabien verschw├Ârerisch. ┬╗Nein er hat Maximilien zu tiefst beleidigt, er ist ein Strolch oder wurde einer Nathan. Aber das ist doch gleichg├╝ltig. Zuerst Deinen Papa suchen, oder heimlich einmal ins Paradies schl├╝pfen? Hast Du Lust? Einmalige Gelegenheit┬ź.

Nathan
┬╗Lass uns schauen gehen! Aber ob uns die Gardisten vorbeilassen?┬ź, fragte er ├Ąngstlich.

Fabien Lacomb
┬╗Nun ich sage einfach ich muss was f├╝r den Duc holen, aber verpfeif mich bloss nicht. Wir sagen es unterliegt der Schweigepflicht. Wenn der Duc mich schickt, ist es so als l├Ąuft er selbst was holen, verstehst Du. W├╝rden die Max den Zutritt verweigern? Nein. Das ist der Vorteil an meinem Beruf. Ich bin ein Diener, ein Niemand, ein Nichts, Eigentum - aber ich habe manchmal mehr zu sagen als mancher Hofbeamte┬ź.

Nathan
Nathan kicherte. ┬╗Nein, ich sage das niemandem, wir schauen ja blo├č mal. Aber du darfst auch Ciel nichts verraten!┬ź Nathan stand auf, obwohl ihm nicht danach war, Fabien loszulassen und zog seine Sachen zurecht.

Fabien Lacomb
┬╗Garantiert nicht, sonst bekomme ich ├ärger, glaub mir. Also auf gehts┬ź. Fabien stand auf und zog Nathan mit hoch. Gut gelaunt ging er vor und zog hinter sie beide die T├╝r zu. Mit aller Selbstverst├Ąndlichkeit die er aufbieten konnte, und das war eine Menge, schritt er zu den Gem├Ąchern von Ciel, z├╝ckte den Generalschl├╝ssel von Maximilien und schloss auf. Die Gardisten die links und rechts die T├╝r flankierten w├╝rdigte er keines Blickes, sondern schritt einfach hinein. Sie wussten wer er war und stellten keine dummen Fragen. Wozu auch? Fabien schritt weit in die Gem├Ącher hinein und schaute sich dann neugierig um. Er wartete auf Nathan und deutete ihm an die T├╝r zu schlie├čen.

Nathan
Nathan konnte nicht anders, er blieb noch einmal stehen und sah sich den Ort an, der so viele Jahre sein zu Hause gewesen war. Die W├Ąnde waren in einem unaufdringlichen Gr├╝nton tapeziert und an der Decke waren Efeuranken gemalt. Wenn man genau hinschaute, entdeckte man zwischen den Ranken kleine Tiere. Er strich ├╝ber die M├Âbel und schaute in seine alte Kammer. Dort war alles ordentlich, aber die Gegenst├Ąnde darin waren die von Ferrau und Zerbino. Er fragte sich, wie die beiden in ein Bett passen wollten, vermutete aber, dass einer von ihnen auf dem Sofa schlief. ┬╗Hier drin hab ich mal gewohnt┬ź, sagte er leise und lie├č Fabien hineinschauen, falls er wollte. ┬╗Und jetzt zeig ich dir Ciels und mein Geheimversteck.┬ź Er hob einen Wandteppich an, auf dem ein Knotenmuster eingewebt war, welches Ciel zum Meditieren betrachtete, wenn er sich auf einem Kissen im Schneidersitz davor niederlie├č. Dahinter war eine T├╝r. Sie war nicht verschlossen, denn kaum jemand wusste von ihr und es gen├╝gte, wenn die T├╝r zur Wohnung abgeschlossen war. Dahinter war ein heller, freundlicher Raum, der ein Kinderzimmer zu sein schien. Er war in rosa und hellblau gehalten. Der Boden war rundherum mit Matratzen ausgelegt, auf denen sich weiche Kissen stapelten. In der Mitte stand ein atemberaubend detailreiches Modell einer Burganlage mit Umland, mehrere Meter breit. ┬╗Komm rein, aber zieh bitte die Schuhe aus.┬ź Nathan tat es ebenso und balancierte ├╝ber die Matratzen dahin. ├ťber ihnen war die Decke mit einem Sternenhimmel bemalt. Nathan zog die Vorh├Ąnge auf, die sonst stets verschlossen waren.

Fabien Lacomb
Fabien schaute sich in dem einstigen Zuhause von Nathan um. Dies war seine Kammer, sein kleines Reich gewesen. Sein Refugium wo er sich zur├╝ckziehen konnte. Viel Platz hatte er nicht gehabt, aber was spielte das schon f├╝r eine Rolle? Es war sein Platz gewesen, gleichg├╝ltig wie winzig er auch gewesen war. Fabien musterte die Kammer mit Wehmut, die eigentlich Nathan galt. Nun hatte hier Ferrau ein neues Zuhause gefunden und Nathan hatte seines r├Ąumen m├╝ssen. Fabs folgte Nathan in den verstecken Raum und strich ihm dabei ├╝ber den R├╝cken. Er zog wie erbeten die Schuhe aus und schaute sich erstaunt in dem Raum um. Er war eine Mischung aus Taktikraum und Kinderzimmer. Eine Mischung aus Kind und Erwachsenem. Fabs legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Decke, ehe er sich daran machte die Burg genau zu betrachten. ┬╗Es ist wundersch├Ân hier, ein kleines Nest┬ź, fl├╝sterte Fabs. Er wusste nicht warum, aber irgendwie verlangte dieser Raum danach.

Nathan
Nathan setzte sich auf eine Matratze. Er entdeckte, dass neben ihm die Kissen zerw├╝hlt waren, sch├╝ttelte sie beil├Ąufg auf und platzierte sie ordentlich. Dann erkl├Ąrte er Fabien die Burganlage. ┬╗Wir haben uns fr├╝her immer heimlich in den Taktikraum vom Duc geschlichen. Dort haben wir dann mit den kleinen Rittern gespielt. Jedes Mal, wenn wir dort waren, hat Ciel einen geklaut. Irgendwann waren es so viele, dass es auffiel und sein Papa es mitbekam. Da musste Ciel beichten. Aber anstatt ihn zu bestrafen, lie├č Maximilien f├╝r Ciel eine eigene Burg zum Geburtstag anfertigen. Es ist ein Modell eines sehr alten Familiensitzes der de Souvagnes, bevor sie in den Palast in Beaufort gezogen sind. Schau mal, wir haben die kleinen Chevaliers bemalt. Jeden mit anderer Haarfarbe und Augenfarbe, wo man es sieht. Und ihnen Wappen gegeben, manche sind echt und manche erfunden. Wir haben aber auch Zivilisten, schau. Hier ist ein Stellmacher, hier ein Waffenschmied und da ein Geh├Âft. Als wir ├Ąlter wurden, haben wir nicht mehr so viel damit gespielt und mehr gebastelt. Aber es sieht nicht aus, als ob Ciel da in letzter Zeit dran weitergearbeitet h├Ątte.┬ź Er hob einen kleinen Chevalier auf und reichte ihn Fabien. ┬╗Den hab ich bemalt. Sein Bein ist abgebrochen, drum haben wir gespielt, dass er es im Krieg verloren hat. Chevalier Laurence hei├čt er.┬ź Der Ritter hatte ein kleines Herz auf dem Wappenrock, genau dort, wo tats├Ąchlich sein Herz gesessen h├Ątte.

Fabien Lacomb
Fabien nahm den Chevalier entgegen und schaute ihn sich genau an. ┬╗Ja so ist Max und so seid Ihr. Das h├Ątte Ciel nicht hinter einem Wandvorhang verstecken m├╝ssen. Komisch das freundliche Dinge manmal peinlich sind. Ich finde es sehr sch├Ân. Was ist mit Laurence? Wollen wir ihn retten? Ich meine hey, er hat ein Bein verloren, da kann er nicht mehr die Burg bewachen. Aber er k├Ânnte Minifabs Gesellschaft leisten und beide w├Ąren nicht mehr so einsam. Ich finde er hat sich den Ruhestand auf seine alten Tage durchaus verdient. Was meinst Du Nathan? Ihr habt Euch wirklich extrem viel M├╝he gegeben was die ganze Anlage hier anbelangt. Sie muss schon einige Jahrzehnte alt sein, wenn Ciel und Du schon als Kinder daran gebastelt habt. Ob die anderen von dem Raum wissen? Der Raum ist Euer, Diener und Ciels. Ich freue mich, dass ich ihn einmal anschauen durfte. Wir werden Deinen Holzfiguren auch ein sch├Ânes Zuhause bauen. Vielleicht keine Burg, aber eine sch├Âne Kammer so wie eine Puppenstube tut es doch f├╝r die beiden auch┬ź, sagte Fabs leise und sanft.

Nathan
┬╗Eine Puppenstube ... das w├╝rde mir gefallen. Ja, nimm Laurence ruhig mit. Ich habe ihn ja auch bemalt und er hat viele Jahre treu seinen Dienst geleistet.┬ź Nathan arrangierte einige Fig├╝rchen anders und krabbelte auf allen vieren nach hinten in eine Ecke, wo sich Kuscheltiere und Puppen zwischen den Kissen befanden. ┬╗Na ja, ein bisschen peinlich ist das schon, wenn man unser Alter bedenkt. Manchmal kommen ja auch wichtige Leute in die Privatgem├Ącher. Und zumindest Alexandre h├Ątte gemeckert, der hat an allem was zu n├Ârgeln und wegen ihm hatten wir viel ├ärger. Aber jetzt zeige ich dir was Sch├Ânes.┬ź Dann fiel ihm ein, dass er Minifabs ja bereits entwendet hatte. ┬╗Minifabs ist in meinem Bett, also meinem neuen Bett┬ź, sagte er stirnrunzelnd.

Fabien Lacomb
Fabien rutschte ganz nah auf und kuschelte sich bei Nathan an. ┬╗Jede Seele braucht etwas W├Ąrme und N├Ąhe. Etwas Geborgenheit und wenn Dir dabei ein Kuscheltier hilft, ist das genauso in Ordnung, wie eine Kuscheldecke vor einem Kamin. Wer dar├╝ber lacht Nathan und sich lustig macht, h├Ątte selbst heimlich gerne eins┬ź, erkl├Ąrte Fabs und kraulte Nathan. ┬╗Wollen wir dann zu Minifabs aufbrechen? Wieso hatte Alex denn an allem was auszusetzen? Ist der Mann so streng?┬ź.

Nathan
Nathan zog Fabiens Arm um sich und schmiegte sich in ein gro├čes Kissen. ┬╗Ich finde ihn, ehrlich gesagt, nicht so sehr freundlich. Er meint es gut, aber er setzt Ciel sehr unter Druck und manchmal trifft er Entscheidungen, die weder ich noch Ciel verstehen. Wegen ihm durfte ich nicht mehr bei Ciel im Bett schlafen, aber sp├Ąter tat Ciel so, als sei das seine eigene Entscheidung gewesen. Er erinnert sich manchmal v├Âllig falsch. Aber wir haben nicht immer auf ihn geh├Ârt.┬ź Nathan stemmte sich wieder hoch und krabbelte zur├╝ck. Er warf noch einen letzten wehm├╝tigen Blick auf die Burg, w├Ąhrend er seine Schuhe anzog.

Fabien Lacomb
┬╗Das macht Ciel, weil er sich selbst bel├╝gen muss in dem Punkt. Er m├Âchte selbst├Ąndig sein und sich nicht g├Ąngeln lassen. Aber er macht es letztendlich doch und tut so, als w├Ąre es seine eigene Entscheidung gewesen. Das macht er, damit es ihm mit der Entscheidung besser geht, sonst k├Ąme er sich fremdgesteuert vor. Und das ist jeder von uns irgendwie, scheinbar sogar der Prince. Wer kann es ihm verdenken, seine Erinnerung zu sch├Ânen? Das tun wir doch alle einmal Nathan. Na komm, auf in Deine neue Kammer, ich m├Âchte sehen wie es da aussieht┬ź, freute sich Fabien und zog sich ebenfalls die Schuhe wieder an. Er verlie├č vorsichtig den versteckten Raum, da er nicht Ciel oder einem der anderen Leibdiener in die Arme rennen wollte. Aber es war niemand anwesend. ┬╗Die Luft ist rein Natty┬ź.

Nathan
┬╗Ich bin gespannt, wann er merkt, dass ich da drin war┬ź, sinnierte Nathan. ┬╗Und das Laurence fehlt.┬ź Er f├╝hrte Fabien in seine neue Kammer. Sie sah noch sehr nach Ferrau aus. Nathan hatte einfach alles belassen, wie es war. ┬╗Komm rein.┬ź Im Bett lag, als w├╝rde sie schlafen, halb zugedeckt eine weiche Stoffpuppe. ┬╗Minifabs, das ist der gro├če Fabs┬ź, erkl├Ąrte Nathan und reichte Fabien die Puppe. http://www.echtkind.de/media/catalog/pr ... lond-q.jpg

Fabien Lacomb
Fabien trat ein und schaute sich auch hier neugierig um. Die Kammer war noch nicht Nathans Zuhause geworden, dass sah und sp├╝rte er. Eine Stoffpuppe lag im Bett und hatte eine witzige Frisur. Nathan hob sie aus dem Bett und reichte sie ihm. Fabs nahm sie entgegen und sch├╝ttelte dem kleinen Fabien die winzige Stoffhand. ┬╗Erfreut Deine Bekanntschaft zu machen. Wie ich geh├Ârt habe, hast Du w├Ąhrend meiner Abewesenheit auf Nathan aufgepasst. Ich danke Dir f├╝r die Vertretung. Ich hoffe Du hast auch seine Tr├Ąnen getrocknet, denn dass machen Stoffpuppen doch so. Tr├Ąnen aufsaugen und Liebe abgeben┬ź, erkl├Ąrte Fabien und k├╝sste sein Stoffdouble auf den Kopf, ehe er ihn Nathan zur├╝ckreichte. ┬╗Bitte damit er Dir auch weiterhin Gl├╝ck bringt und beisteht. Falls ich mal nicht da bin. Was ich aber ehrlich gesagt nicht hoffe. Ich hatte vor den Rest meines Lebens in Souvagne zu verbringen. Einmal in der Fremde das hat mir gereicht. Wobei es ab und an lustig war. Aber Zuhause ist immer noch am Sch├Ânsten. Und Du warst nicht mehr da Nathan, aber wenigstens warst Du in Sicherheit... dachte ich. Warum hast Du Dich denn hier noch nicht eingerichtet? Du bleibst doch bei Dreux oder?┬ź, fragte Fabien und setzte sich aufs Bett und schaute zu Nathan hoch.

Nathan
Nathan freute sich, dass Fabien so lieb mit Minifabs umging. Er dr├╝ckte nach der Begr├╝├čung das P├╝ppchen an sich und setzte sich neben Fabien auf das Bett. ┬╗Minifabs war sehr lieb, er macht dir ja auch alles nach. Ja, ich bleibe bei Dreaux, aber ich f├╝hle mich hier so allein. Er ist immer nebenan und ich bin hier. Das ist ja auch richtig so, aber irgendwie bin ich noch nicht umgew├Âhnt und ich will ihn nicht nerven. Es ist ja auch alles ordentlich und in gutem Zustand, da brauche ich keine anderen M├Âbel oder Tapeten. Ich glaube, Ferrau hat sich vielleicht das selbe gedacht. Er scheint hier nie wirklich angekommen zu sein, wenn ich mich so umschaue, oder? Es ist alles recht k├╝hl und unpers├Ânlich.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Du musst abends mal zu Deinem Herrn r├╝bergehen und ihn fragen, ob er sich noch etwas unterhalten mag, ob er noch einen Tee oder Kaffee m├Âchte Natty. Du musst hier nicht allein sitzen. Manchmal merken Herrn das nicht, dass sie selbst Gesellschaft w├╝nschen oder sogar ben├Âtigen. Wenn er nicht m├Âchte, wird er ablehnen. Aber meist freuen sie sich ├╝ber die Frage und es ist auch eine Aufmerksamkeit. Du musst ihm da ein klein bisschen entgegen kommen. So wie ich h├Ârte, war er mit Ferrau nicht zufrieden. Also solltest Du es anders machen. Er lie├č es so, dann ver├Ąndere es hier. H├Ąnge einige Bilder auf, oder Zeichnungen von Dir. Sprich abends etwas mit Deinem Herrn. Vielleicht lehnt er zu Anfang ab, da er es nicht kennt. Aber irgendwann wird er schon drauf eingehen. Neugierig sind alle de Souvagnes. Oder frage Du ihn dann mal, ob Du mit ihm sprechen darfst. Ein klein bisschen hast Du ihn dann reingelegt, aber um ihm zu helfen. Du sagst, Du bist in Deiner Kammer allein ob er vielleicht gerne ein paar Minuten mit Dir reden m├Âchte. Dass macht er sicher gerne. Und ein bisschen so zu plaudern entspannt viele auch. Daran musst Du immer denken. Nur dienstlich kann niemand leben, auch nicht Ciel und Dreux auch nicht. Du musst das hier auch zu Deinem Zuhause machen Nathan. Das ist Deine Kammer, Du verbringst zwar nicht viel Zeit darin tags├╝ber, aber dennoch ist das Dein wirklicher Ort. Dies ist Deins - so soll es auch aussehen. Wenn Du die Kammer betrittst musst Du sp├╝ren, ach Zuhause. So muss es sein. Ein Bett kann man ├╝berall hineinstellen, aber eine eigene Kammer muss sich auch so anf├╝hlen, verstehst Du? Wir k├Ânnen sie ja gemeinsam einrichten, damit sie nicht so kalt und unpers├Ânlich bleibt. So sollst Du nicht leben┬ź.

Nathan
┬╗Na ja┬ź, antwortete Nathan kleinlaut. ┬╗Meine alte Kammer war auch immer nur Notbehelf f├╝r mich. Eigentlich habe ich es so empfunden, dass ich mit bei Ciel wohne, weil er mich eigentlich fast immer bei sich haben wollte. Wenn er noch arbeitete, sollte ich bei ihm auf dem Sofa schlafen, damit er nicht allein ist. Oder manchmal eben auch im Bett. Wenn du mir hilfst, es hier sch├Ân zu machen, dann wird es leichter. Ich werde Dreaux mal fragen, aber ich habe ziemlich gro├čen Respekt vor ihm, auch wenn er ein gutherziger Mensch ist. Wie hast du deine Kammer denn pers├Ânlicher gemacht?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Respekt musst Du auch vor Deinem Herrn haben, er ist nach Max der m├Ąchtigste Mann im Land, alles andere w├Ąre gelogen. Aber auch die beiden ben├Âtigen jemand Vertrautes und bei Dreux bist Du das Natty. Dann stell Dir Deine Kammer doch als Dein Schlafzimmer vor. Vielleicht m├Âchte er ja auch gerne, dass die T├╝r mal aufbleibt oder dass Du bei ihm in der N├Ąhe schl├Ąfst oder sogar im Bett. Je nachdem wie gut oder schlecht er sich f├╝hlt, gibt ihm dass dann ein Gef├╝hl von Sicherheit. Auch sie ben├Âtigen das. Bedenke die Luft da oben wo sie leben ist gewaltig d├╝nn. Wenn k├Ânnen die beiden denn tats├Ąchlich um Rat fragen? Au├čer ihre Familie? Ihre Berater, aber das h├Âren sie sich an und entscheiden letztendlich selbst. Weder Dreux noch Max k├Ânnen sagen, dass wei├č ich nicht, k├Ânnte mir mal einer helfen? Den Satz wirst Du von ihnen niemals h├Âren. Selbst wenn sie das denken, sie d├╝rfen niemals Unzul├Ąnglichkeit zugeben oder Unwissenheit. Sie lassen sich Tipps geben und entscheiden dann. Entweder da sie tats├Ąchlich zu einem Ergebnis gekommen sind, oder nach Besten Wissen und Gewissen. Aber letzteres verursacht auch ihnen ab und an Bauchweh und dann werden sie zwar als Duc in die Gem├Ącher einmarschieren wie jeden Tag, aber sobald sich die T├╝r schlie├čt wollen sie die ganze Last auch einfach mal ablegen. Max tut dies genauso, wie Dreux es irgendwann tun wird. Und bei Max hilft nichts besser als ein hei├čes Bad und ihm irgendwelchen Tratsch erz├Ąhlen. Es geht ihm selten um den Tratsch, sondern darum meine Stimme zu h├Âren und es muss was Belangloses sein, wor├╝ber er nicht nachdenken muss. Verstehst Du Nathan? Du versorgst nicht nur ihre K├Ârper, auch ihre Seelen. Denn ohne gesunde Seele wird auch der K├Ârper krank. Und das gilt auch f├╝r Dich Schatz. Wenn Du in einer Kammer wohnst, wo Du Dich nicht wohl f├╝hlst, wirst Du ├╝ber kurz oder lang krank, weil Du mit Dir selbst nicht im Reinen bist. Du bist wie immer auf dem Sprung, Du wartest - worauf Nathan? Ciel wird Dich nicht zur├╝ckholen. So leid es mir tut, aber ich muss es einmal aussprechen. Komm hier endlich an, ich helfe Dir dabei so gut ich kann. Versprich mir dass Natty┬ź.

Nathan
Nathan schniefte und fuhr sich ├╝ber die Augen, aber er blieb tapfer. ┬╗Vielleicht ja doch? Ich diene Dreaux wirklich gern und er ist ein g├╝tiger Herr, aber es ist eine gro├če Umgew├Âhnung. Ich muss mir jeden Handgriff genau ├╝berlegen. Ich kann nicht einfach vor mich hin arbeiten. Ich wei├č nie, wie er reagiert, ob es ihm nun so gefallen k├Ânnte oder nicht, was ich darf und was ihn vielleicht w├╝tend macht oder ihn besch├Ąmt. Und ich habe Angst, dass er das merkt und unzufrieden ist. Und er hat selber so viel Stress, da kann ich ihn nicht noch mit meinen Sorgen und Bedenken belasten. Ich m├Âchte ihm einfach alles sch├Ân machen, damit er sich zur├╝cklehnen und sich auf sein Ducsein konzentrieren kann. Aber ich m├╝sste ihn eigentlich alle f├╝nf Minuten was fragen, was ich nat├╝rlich nicht machen kann und dann muss ich raten. Ich kann nicht so gut reden, Fabs. Ciel sagt immer, ich w├Ąre ein Dummerchen. Er meinte das lieb, aber er hat recht. Ich wei├č nichts, was ich jemandem wie Dreaux erz├Ąhlen k├Ânnte und ich habe keine Freunde au├čer dir, von denen ich was interessantes erfahren k├Ânnte.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Also wenn Du ihn alle f├╝nf Minuten was fragen m├Âchtest, frage ihn zuerst einmal ob Du ihn abends generell st├Ąndig etwas fragen darfst. Der Grund ist, dass Du ihn und seine W├╝nsche und Gewohnheiten besser kennenlernen m├Âchtest. Entweder er sagt ja auch freut sich, oder er freut sich und sagt, sammele die Fragen. Ablehnen wird das kein Herr. Er m├Âchte es ja auch selbst sch├Ân mit Dir haben. Wichtig ist, hat er Dir schon einmal etwas erkl├Ąrt? Daran siehst Du ja wie er gestrickt ist. Und dass er sich auf das Ducsein konzentriert ist richtig. Aber Natty, Du musst ihm auch dabei helfen Zuhause nicht mehr der Duc zu sein. Irgendwann wird er es dauerhaft sein, aber Zuhause - sprich in seinen Gem├Ąchern, da muss Dreux auch einfach nur Dreux sein d├╝rfen und Du bist sein Vertrauter. Du bist sein Ohr und seine Schulter an der er sich ausweinen darf oder sein Unterhalter der ihn mal aufmuntert. Und wenn es wirklich perfekt l├Ąuft, bekommst Du genau dass zur├╝ck - ob Du es glaubst oder nicht. Denn ein Herr ist nur so gut wie sein Diener und der Diener so wie sein Herr Natty. Also sei nicht scheu, sondern rede mit ihm. Oder gesteh ihm Deine Scheu. Das lockert das Gespr├Ąch doch von Anfang an etwas auf. Versuch ihm nahe zu kommen, als Freund. Stell ihn Dir als Deinen besten Freund vor. Oder als zweitbesten Freund, da der erste ja Ciel war. Und so behandelst Du ihn, glaube mir er wird Dich auch gut behandeln. Zumal er sich doch sonst schon l├Ąngst beschwert h├Ątte oder Dir etwas gesagt h├Ątte. Hat er dass? Ich kann es mir nicht vorstellen. Du hast mir vorhin doch sogar erz├Ąhlt, dass Du sogar Greg aushelfen durftest und das zu seiner Hochzeit. Das zeigt von gro├čem Vertrauen Natty. Du wenn Du keine Infos oder keinen Tratsch hast, das ist doch gar nicht schlimm. Ich versorge Dich mit Infos bis Dir schlecht wird┬ź, lachte Fabs und k├╝sste Natty fest und innig. ┬╗Das musste jetzt sein┬ź.

Nathan
┬╗Oh, danke┬ź, sagte Nathan und vor Freude bekam er wieder rote Wangen. ┬╗Du kannst mir so viel erz├Ąhlen, wie du magst, ich mach das dann wie Dreaux sp├Ąter bei mir und h├Âre einfach zu und erfreue mich an deiner wunderbaren Stimme. Er hat sich nie beklagt, er hat mich sogar gelobt. Und er hat mir alles lang und breit erkl├Ąrt. Du hast recht, ich mache das so, wie du gesagt hast. Ich frage ihn, ob ich fragen darf und ob er abends noch etwas Gesellschaft w├╝nscht. Andererseits wird unsere Zeit zusammen dann k├╝rzer. Aber da f├Ąllt mir ein ... Dreaux hat gesagt, er will nicht gern allein gelassen werden. Vielleicht freut er sich sogar, wenn ich ihm Gesellschaft leiste? Und, hm, sag mal, wollen wir Max vielleicht gleich fragen? Vielleicht hat er gerade gute Laune wegen der Hochzeit.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das klingt doch vielversprechend Natty, siehst Du! Du hast Dir umsonst Sorgen gemacht. Wenn Dreux nicht gerne alleine ist, dann wird er sich ├╝ber Gesellschaft freuen. Du sollst ihn nicht verlassen, dann ist er froh dass Du da bist. Das ist eine sehr gute Idee. Alle haben heute gute Laune, dass sollten wir ausnutzen. Also gehen wir zu Max. Komm Natty┬ź, freute sich Fabien. Fabs stand auf und reichte Nathan die Hand um ihn hochzuziehen.

Nathan
Nathan lie├č sich von Fabien hochziehen. Er legte die Puppe wieder sorgsam auf ihren Platz, das K├Âpfchen auf das Kissen gebettet und den K├Ârper zugedeckt, die ├ärmchen auf der Decke. Dann begab er sich mit Fabien nach drau├čen, um Fabiens Herrn zu suchen. Inzwischen herrschte reges Get├╝mmel, es waren weitere Leute eingetroffen und es war gar nicht so einfach, die royale Familie zu finden. Nathan klammerte sich an Fabiens Arm fest, weil er Angst hatte, dass sie sich sonst verlieren k├Ânnten.

Fabien Lacomb
Fabien schob sich durch die Menschenmassen und hielt Nathan dabei sicher und fest, damit er nicht verloren gehen konnte. Fabs hielt einfach Ausschau nach hellblonden Haarsch├Âpfen. So hell wie die Familie des Duc war kaum jemand den er kannte. Es dauerte eine Weile, dann hatten sie Maximilien samt seiner Kinder gefunden. Fabien gesellte sich dazu und verneigte sich. ┬╗Eure Majest├Ąt, d├╝rften wir Euch kurz st├Âren. Wir m├Âchten Euch f├╝r einen winzigen Moment allein sprechen bitte┬ź, bat Fabien ergeben.

Nathan
Nathan lie├č vorsichtshalber Fabiens Arm wieder los, damit er nicht gleich den ├ärger von Maximilien auf sich zog.

Maximilien
Maximilien ging mit den beiden ein St├╝ck zur Seite und schaute sie erwartungsvoll an. ┬╗Na dann mal los┬ź, schmunzelte er freundlich.

Fabien Lacomb
Fabien schaute Nathan an und stubste ihn etwas. ┬╗M├Âchtest Du anfangen oder soll ich lieber? Einen Augenblick bitte Herr┬ź, bat Fabien.

Nathan
┬╗Ich?┬ź, piepste Nathan. ┬╗So-so-soll ich?!┬ź

Maximilien
┬╗Wenn Du m├Âchtest ja, also was ist los Nathan?┬ź, hakte Max freundlich nach.

Fabien Lacomb
┬╗Also es ist folgenderma├čen, Nathan und ich w├Ąren gerne zusammen und daf├╝r ben├Âtigen wir Eure Erlaubnis. Gestattet Ihr uns eine Beziehung Herr?┬ź, fragte Fabien hoffnungsvoll.

Nathan
Nathan f├╝hlte sich, als h├Ątte er eine Kartoffel im ganzen heruntergeschluckt. Er rang um Luft und um seine Stimme, da kam ihm Fabien zuvor. Erleichtert atmete Nathan wieder aus und nickte etwas. Besorgt betrachtete er das Gesicht von Maximilien.

Maximilien
┬╗Ich gehe davon aus, dass Du das Gleiche fragen m├Âchtest. Von meiner Seite aus, ist das v├Âllig in Ordnung. Solange Ihr weder bei Dreux oder mir die Arbeit vernachl├Ąssigt sei Euch beiden die Beziehung von Herzen geg├Ânnt. Sprecht mit Dreux. Erkl├Ąrt er sich ebenfalls einverstanden, bekommt ihr eine Kammer, die zwischen unseren Gem├Ąchern liegt. Diese k├Ânnt Ihr tags├╝ber nutzen, in der Pause oder wann Ihr Zeit findet. Dies w├Ąre dann Eure Kammer. Nachts solltet Ihr bei Euren Herren sein, es sei denn Dreux oder ich gestatten Euch die ├ťbernachtung beim anderen. Oder es gibt einen Ersatz. Wir finden da schon eine L├Âsung, aber die Zeit nach dem Fr├╝hst├╝ck und die Mittagspause geh├Ârt Euch - wie uns ebenfalls, was unsere Freizeit angeht. Sprecht mit Dreux, meine Zustimmung habt Ihr┬ź, antwortet Max.

Nathan
┬╗Danke, Herr┬ź, ├Ąchzte Nathan m├╝hsam. ┬╗Das ist sehr gro├čm├╝tig von Euch!┬ź Er freute sich sehr, doch nun musste er noch seinen eigenen Herrn fragen. Angstvoll blickte er in Richtung von Dreaux in seiner schneewei├čen Gewandung. Er f├╝rchtete sich davor, dass Dreaux ihm b├Âse sein k├Ânnte wegen der Frage, nachdem er gerade neu in seinen Dienst gekommen war.

Fabien Lacomb
Fabien musterte Max dankbar und schaute dann zu Dreux. ┬╗Danke Herr, wir wenden uns an Euren Sohn┬ź, sagte er freundlich und zog Nathan mit sich. ┬╗Eure Hoheit Dreux d├╝rften wir Euch kurz sprechen?┬ź, bat Fabien.

Dreaux
Dreux musterte die beiden und nickte knapp. ┬╗Was ist los?┬ź, fragte er Nathan.

Nathan
Nathan begann vor Angst zu schwitzen, als Dreaux ihn so unwirsch ansprach. ┬╗En-entschuldigt bitte die St├Ârung, ich, wir, wir haben nur eine Frage. Und zwaaar, wir, wir, ich wollte fragen, also ob Fabien und ich, wenn es m├Âglich w├Ąre, nicht eine, eine, ob wir nicht ein Paar sein d├╝rfen.┬ź Endlich war es raus.

Dreaux
Dreux dachte einen Moment lang nach, ging r├╝ber zu seinem Vater und sprach mit diesem leise und nicht h├Ârbar. Sie beide sprachen eine Weile miteinander, dann kam Dreux zur├╝ck. ┬╗Das geht in Ordnung, ich schlie├če mich der Meinung meines Vaters an. Solange die Arbeit nicht leidet, ist es mir Recht. Die Details besprechen wir noch. Jedenfalls m├Âchte ich Abends nicht allein gelassen werden, dass habe ich schon einmal erkl├Ąrt. Wegen dem Sicherheitsgef├╝hl. Aber ich denke da finden wir eine f├╝r alle zufriedenstellende L├Âsung. Nichts was Euch beiden im Weg stehen muss. Und Du musst auch keine Angst haben mich etwas zu fragen Nathan hm? Also Vater sagte Ihr bekommt eine gemeinsame Kammer die Ihr Euch einrichten k├Ânnt. Das ist doch schon einmal ein Anfang. Der Rest wird sich ergeben. Oder m├Âchtest Du sonst noch etwas hinzuf├╝gen?┬ź, fragte Dreux schmunzelnd.

Fabien Lacomb
┬╗Ja Herr er ben├Âtigt neue M├Âbel und etwas Deko f├╝r seine Kammer, es ist noch nicht seine Kammer, sondern immer noch die von Ferrau. Dar├╝ber w├Ąre er sehr froh┬ź, bat Fabien respektvoll.

Dreux
┬╗Nathan... was hatte ich Dir am Anfang angeboten?┬ź, hakte Dreux nach und zog eine Augenbraue hoch.

Nathan
┬╗Ich, ich, ich hatte nicht vor, euch Nachts allein zu lassen, Herr. Das, das hab ich Fabs also Fabien auch gesagt, dass Ihr das nicht w├╝nscht. Und das mache ich nicht.┬ź Als die Sprache auf die M├Âbel kam, musste Nathan schlucken. ┬╗Ihr habt mir gesagt, dass ich neue M├Âbel bekommen kann┬ź, sagte er leise. ┬╗Ich, ich hab mich, ich hab mich nicht getraut, das noch einmal anzusprechen, weil ich Euch nicht belasten wollte.┬ź

Dreux
┬╗Nun mich belastet dass nicht Nathan, ich muss sie ja nicht schleppen┬ź, grinste Dreux. ┬╗Nun such Dir endlich vern├╝nftige M├Âbel aus, richte Dich sch├Ân ein und lass sie Dir liefern. So schwer ist das doch nicht. Du kannst unten in die M├Âbelkammer gehen und nachschauen was da ist. Schau einfach was Dir gef├Ąllt. Dort werden die Sachen eingelagert, die im Moment niemand ben├Âtigt. Also kannst Du sie ruhig in Beschlag nehmen┬ź, sagte Dreux freundlich.

Nathan
┬╗Danke, Herr┬ź, sagte er leise. ┬╗We-wer wird mir beim Tragen helfen? Ich wei├č gar nicht, an wen ich mich da wenden muss.┬ź

Dreux
┬╗An die normale Dienerschaft oder an die Burschen. Fabien wird das f├╝r Dich erledigen, dann lernst Du noch etwas nebenbei. Die normalen Dienstboten haben daf├╝r zu sorgen┬ź, erkl├Ąrte Dreux Nathan.

Nathan
Nathan nickte sch├╝chtern. ┬╗Dankesehr. Vielen Dank.┬ź

Dreaux:
┬╗Na nicht daf├╝r, wie gesagt, ich hatte es Dir schon zu Anfang gesagt. Decke Dich mit M├Âbeln ein und mach es Dir gem├╝tlich. Ferrau hatte daran kein Interesse, aber gut er wollte ja scheinbar auch nicht bleiben und ich wollte ihn nicht behalten, von daher... richte Dich ein Nathan und habe keine Angst. Nicht mehr lang, dann werde ich meine Geschwister trauen, also bis sp├Ąter Nathan. Oh und nebenbei, Greg w├╝nscht sich, dass Du auf der Hochzeit f├╝r ihn singst┬ź, erkl├Ąrte Dreux.

Nathan
Nathan bekam riesengro├če Augen. ┬╗Wirklich?┬ź, sagte er. ┬╗Das, also das freut mich, das mach ich gern, was f├╝r eine Ehre! Aber ich muss mich vorher warmsingen!┬ź

Dreux
┬╗Das hat er selbst gesagt, frage ihn doch am besten was er sich w├╝nscht. Vermutlich etwas fr├Âhliches oder naridisches f├╝r seinen Mann┬ź, schlug Dreux vor.

Nathan
Nathan verneigte sich. ┬╗Das mache ich, Herr, vielen Dank!┬ź Er angelte Fabiens Hand. Nun war es besiegelt, sie waren ein Paar. Nur um Ciel wollte Nathan lieber einen Bogen machen, wenn sie H├Ąndchen hielten. Er genoss das Gef├╝hl von Fabiens starker, aber weicher Hand, die um seine lag. Kein Vergleich zu Roberes rauem und hartem Griff. Als er Prince Gregoire fand, fragte er so unaufdringlich wie m├Âglich: ┬╗Herr?┬ź

Fabien Lacomb
Fabien bedankte sich mit einer Verbeugung bei Dreux und folgte dann sofort Nathan. Er war f├╝r ihn mit stolz, dass er auf der Hochzeit singen sollte. Fabien betete zu allen G├Âttern, dass diesmal nichts schief ging. Nathan hatte jetzt die Chance seine Stimme reinzuwaschen und Fabs hoffte, dass er dies auch konnte. Z├Ąrtlich dr├╝ckte er ihm die Hand um ihn aufzumuntern und ihm beizustehen.
Greg
┬╗Hallo Nathan, hat Dreux Dir gesagt, dass ich mir w├╝nsche dass Du auf unserer Hochzeit singst?┬ź, fragte er gut gelaunt.

Nathan
┬╗Ja┬ź, piepste Nathan freudig. ┬╗Ich m├Âchte gern fragen, welche Richtung Ihr Euch w├╝nscht?┬ź

Greg
┬╗Ich m├Âchte dass Du meinem Mann ein Liebeslied von mir widmest, also es singst. Eine Botschaft f├╝r Linhard┬ź, grinste Verrill.

Nathan
┬╗Das mache ich┬ź, sagte Nathan. ┬╗Ich ├╝berlege und w├Ąhle ein besonders sch├Ânes St├╝ck! Oder habt Ihr schon eins ausgesucht?┬ź

Greg
┬╗Nein ich kenne so keine Lieder Nathan, vielleicht eines aus Souvagne? Ein altes Lied? Dar├╝ber w├╝rde er sich sicher freuen. Etwas das Geschichte hat, oder eben einfach eine lange Tradition? Nichts aus seiner Heimat, an die m├Âchte er nicht so gerne erinnert werden┬ź.

Nathan
┬╗Ich werde ein passendes und sehr sch├Ânes Lied w├Ąhlen┬ź, versprach Nathan. ┬╗Aber ich muss mich vorher warmsingen! Eine Stimme muss aufgew├Ąrmt werden, wie Muskeln vor dem Sport. Und das klingt ziemlich lustig. Ich sollte mich dazu zur├╝ckziehen.┬ź

Greg
┬╗Nur zu, ich freue mich drauf und ich Danke Dir. Das Lied sollte aussagen was er mir bedeutet. Ich habe ihm nicht umsonst den Antrag gemacht und wir haben uns nach kurzer Zeit tats├Ąchlich gefunden. Es gab einige kleine Streitigkeiten, die er sich zu sehr zu Herzen nahm. Er soll wissen, dass ich ihn liebe. Dass muss das Lied aussagen. Ich habe es ihm zwar geschrieben, aber er soll es so auch noch einmal h├Âren┬ź, bat Greg.

Nathan
┬╗Ich gebe mir gro├če M├╝he beim Aussuchen und Singen. Vielen Dank f├╝r die Ehre, ich freue mich dar├╝ber und werde Euch nicht entt├Ąuschen. Ich werde mich auch nicht verhaspeln beim Singen, ich kann viel sch├Âner singen als reden. Versprochen.┬ź

Greg
Greg schmunzelte. ┬╗Du wei├čt dass es nicht nur darum geht und ich wei├č, dass Du Dein Bestes geben wirst. Danke Nathan┬ź, sagte Gregoire freundlich.

Fabien Lacomb
Fabien musterte Nathan und Gregoire und freute sich f├╝r die beiden. So konnte Nathan beweisen, was wirklich als S├Ąnger in ihm steckte. Fabien schob seine Hand in die von Nathan und kraulte ihm kurz die Handfl├Ąche.

Nathan
Nathan guckte Gregoire mit riesengro├čen Augen an, weil Fabien ihm heimlich die Handfl├Ąche kraulte. ┬╗Danke┬ź, fiepte er. ┬╗Darf ich mich warmsingen gehen, Herr?┬ź

Greg
┬╗Nur zu, mach was immer Du tun musst, damit sich Linhard ├╝ber sein Geschenk freut. Ich verlasse mich auf Dich Nathan, erneut┬ź.

Fabien Lacomb
┬╗Dann lass uns am besten gehen, damit Du direkt ├╝ben kannst. Kann ich Dir dabei irgendwie helfen? Ich meine ich kann ├╝berhaupt nicht singen, aber vielleicht kann ich Dich ja unterst├╝tzen┬ź, schlug Fabien vor.

Nathan Heute
Nathan verneigte sich tief. ┬╗Er wird sich ganz sicher freuen┬ź, sagte er und verlie├č mit Fabien den Platz. ┬╗Ich, ich, ich muss in meine Kammer, da st├Âre ich niemanden mit dem Getr├Ąller! Warmsingen klingt n├Ąmlich nicht sehr sch├Ân. Willst du mitkommen? Ja, du kannst mir helfen! Ich habe lange nicht laut gesungen, da muss bei dem A der Mund so weit aufgemacht werden, dass mindestens zwei Finger ├╝bereinander reinpassen. Das vergesse ich oft, weil ich meist ganz leise f├╝r Ciel zum Einschlafen gesungen habe. Du kannst mir zugucken und drauf achten, dass ich das mache und mir ein Zeichen geben, wenn ich es wieder vergesse.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien nickte geflissentlich und fragte sich wie weit Nathan den Mund aufsperren wollte. Zwei Finger hoch! Bei den G├Âttern, der Mann konnte ein Brot quer futtern. Auf der anderen Seite w├╝rde Nathan niemals Probleme haben, wenn es um Leck- und Lutschspielchen ging, was Fabiens ziemlich freute. Er grinste von einem Ohr zum anderen, behielt seine Gedanken aber vorerst f├╝r sich. ┬╗Alles klar, ich werde genau auf Deinen Mund achten und wie weit Du ihn ├Âffnest┬ź, grinste Fabien. Er konnte nichts dagegen tun.

Nathan
Fabien schien ├╝berraschend begeistert davon zu sein, Nathan assistieren zu d├╝rfen. Nathan freute sich ebenfalls. Er hielt Fabiens Hand ganz fest, w├Ąhrend sie zur├╝ck in seine Kammer gingen.

Fabien Lacomb
┬╗Ich bin total aufgeregt, wie weit Du den Schnabel ├Âffnen kannst. Musst Du dass vorher auch ├╝ben?┬ź, fragte Fabien neugierig.

Nathan
┬╗Ja, muss ich, damit ich ein Gef├╝hl bekomme, wie weit ich das machen muss. Wieso?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Na dass muss ich doch wissen, wenn ich Dir helfe, ich habe davon keine Ahnung. Ich habe meinen Mund vermutlich noch nie sooo weit aufgerissen┬ź, lachte Fabs.

Nathan
┬╗Guck.┬ź Nathan sperrte den Mund auf und schob sich zwei Finger hochkant zwischen die Z├Ąhne.

Fabien Lacomb
┬╗Wow, also das ist genial. Muss das jeder Barde k├Ânnen? Ich versuche das lieber nicht, nachher renke ich mir den Kiefer aus, oder bekomme Maulsperre┬ź.

Nathan
┬╗Nein, das kannst du auch, so dick sind meine Finger doch gar nicht. Ich halte sie doch nicht als w├╝rde ich in den Himmel zeigen, sondern wie wenn ich auf meinen Rachen zeigen w├Âllte. Die meisten neigen aber dazu, den Mund beim Singen viel zu weit zu zu lassen, weil sie denken, dass es sonst ├╝bertrieben w├Ąre. Ist es aber nicht.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Keine Ahnung Nathan, da kann ich Dir einfach nur zuh├Âren und zustimmen. Ich habe von Gesang ├╝berhaupt keine Ahnung und wenn Du das sagst, wird das schon stimmen. Du bist der Barde nicht ich. Also warum lassen sie den Mund denn zu? Weil es nicht gut aussieht?┬ź

Nathan
┬╗Also ja, jeder Barde muss das k├Ânnen, aber nein, davon kriegt man keine Maulsperre! Du kriegst das ja auch nicht, wenn du eine Wurst abbei├čt. Leute die nicht im Gesang geschult sind, wissen einfach gar nicht, wie stark man den Mund bewegen muss, damit es wirklich sch├Ân klingt und auch die, die viel singen, trauen sich meist nicht, weil es ungewohnt ist und man eben denkt, das w├Ąre zu viel.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das werde ich ja gleich sehen, ich sage Dir dann wie es aussieht. Aber vielleicht ist es wie beim Schreien oder Br├╝llen. Je mehr Luft raus muss, je mehr Platz muss man ihr machen. Dass k├Ânnte die Erkl├Ąrung sein┬ź, schlug Fabien vor.

Nathan
┬╗Das ist genau die falsche Erkl├Ąrung, weil man im Gegenteil seine Luft sehr gut dosieren muss. Man darf nicht zwischendurch laut nach Luft schnappen. Man darf das Luftholen nicht h├Âren, es st├Ârt das Lied! Die Lautst├Ąrke kommt mehr vom Volumen. Man muss den Hals weit machen und die Brust. Dass man den Mund so weit aufsperrt, dient eher dazu, dass die Aussprache deutlich wird, sonst nuschelt man. Man muss die gesamte Aussprache beim Singen ├╝bertreiben, nicht nur beim A. Zum Beispiel muss man am Wortende das T oder D besonders deutlich machen, weil es sonst untergeht.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Oh da habe ich direkt falsch gelegen. Nunja wie gesagt Du bist der Experte, aber es ist interessant zu h├Âren wie es funktioniert. Also muss man ├╝berdeutlich sprechen und man darf nicht dabei laut atmen. Das ist schon schwierig, da man ja irgendwann doch nach Luft schnappen muss. Nur dann vermutlich an einer Stelle, wo es im Lied passt, also einen Moment lang Stille ist wo man schnell atmen kann. Ich werde genau aufpassen, so als ob ich es ebenfalls lernte, damit ich Dir helfen kann Nathan. Mach Dir keine Gedanken, ich achte auf Deinen Mund und ob ich Deinen Atem h├Âre┬ź.

Nathan
┬╗Genau, man muss bei einem Lied die Stellen, wo man am besten atmen sollte, herausfinden. Bei Volksliedern ist das leicht, sie sind dazu gedacht, dass jeder sie singen kann. Aber Chor├Ąle und so was k├Ânnen einen ganz sch├Ân an die Grenzen bringen. Da gibt es so lange Passagen ... man muss dann viel Luft einatmen und sie nur ganz langsam wieder abgeben. Und trotzdem muss es voll und sch├Ân klingen. Darum sind dicke Leute oft sehr gute S├Ąnger! Sie haben einfach mehr Volumen und sind sozusagen ein gr├Â├čerer Resonanzk├Ârper! Bei sehr d├╝nnen Leuten klingt die Stimme oft spitz. Die allerbesten S├Ąnger un S├Ąngerinnen sind meistens kr├Ąftig gebaut.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das sollte man den Leuten sagen, die sich sonst zu dick f├╝hlen. Das Singen so kompliziert ist, habe ich nicht gewusst Nathan. Es klingt nach einer Wissenschaft f├╝r sich. Wegen den M├Âbel Natty, da suchen wir gleich f├╝r zwei Kammern welche aus, so dass wir unsere gemeinsame Kammer auch sch├Ân einrichten k├Ânnen. Das wollte ich nur eingeworfen haben┬ź, freute sich Fabien.

Nathan
┬╗Das machen wir┬ź, freute Nathan sich und nahm Fabien mit in seine Kammer, wo er sich mit Fabiens Hilfe auf seinen Auftritt auf der Hochzeit vorbereiten wollte. Die vielleicht einzige Gelegenheit, seinen Namen als S├Ąnger wieder reinzuwaschen.

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Linhard von Hohenfelde
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Re: Royale Doppelhochzeit -- 01.05.203

#28

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » So 13. Mai 2018, 03:13

Der H├╝hnergott

Linhard von Hohenfelde
Linhard behielt die ganze Zeit Ciel im Auge. Sein Schwager in Spee hatte nichts weiter gesagt, hatte ihn weder gegr├╝├čt, noch eines Blickes gew├╝rdigt. Warum war klar, sie beide hatten einen Sch├╝tzengraben ausgehoben. Als Verrill kurz verschwandt, musterte Lin Ciel w├Ąhrend er aus seinem Bowleglas trank. Er wurde aus dem Mann nicht schlau, aber wer verstand schon die krummen Gedankenwege von Magiern? Zuerst bat er darum, seinen Vater wiederzubekommen. Das lehnte Ciel rigoros ab. Nun wo er Brandur selbst haben wollte, war er schlagartig bereit jeden daf├╝r ├╝ber die Klinge springen zu lassen. Sogar seinen besten Freund. Lin wusste nicht was er davon halten sollte. Eigentlich hatte er sich erhofft, dass er trotz allem etwas Anschluss in der neuen Familie finden w├╝rde. Aber es sah nicht danach aus. Ciel war ├Ąhnlich wie die anderen Magier der Hohenfelde. Eiskalt und Berechnend, ein junger Alastair mit k├Ąsiger Haut und fahlen Fischaugen. Das Gesch├Ąft Hochzeit gegen Beziehungen h├Ątte einen gewaltigen Nachgeschmack gehabt, w├Ąre er sich nicht mit Verrill n├Ąhergekommen. Und nun auch noch das. Sogar das versuchte Ciel zu unterbinden. Linhard hatte keine Schwester, aber sollte Anwolf je heiraten wollen, w├╝rde er ihm alles Gl├╝ck w├╝nschen, dass es gab. Was Ciel bewegte, au├čer Egoismus wusste Lin nicht. Aber der Kerl unterstellte anderen gerne, woran er selbst litt. Sein Opa hatte Recht gehabt, Magier waren gef├Ąhrlich - bis auf Paps nat├╝rlich. Der bildete eine Ausnahme. Er hatte erkannt, dass zwar nicht alle gleich waren, aber dennoch harmonisch miteinander leben konnten. Wenn sie denn wollten. Ciel wollte nicht. Und scheinbar wollte ihm sonst auch keiner mal ihre Mutter vorstellen. Vermutlich lief es letztendlich doch darauf hinaus, dass jeder sein Ding machte, eine Ehe auf dem Papier. Lin dankte Ainuwar, dass man hier mehrfach heiraten durfte. Wobei, seine Puppe sa├č in seinem Bett und wo man was kaufen konnte wusste er auch. Er war schlie├člich kein Kleinkind mehr, im Gegensatz zu diesem b├Âsartigen Wichtel Ciel, der sich sogar in seinem Schrank versteckt hatte. Lin l├Ąchelte Ciel freundlich zu, am liebsten h├Ątte er ihn gew├╝rgt, aber das wagte er sich nicht.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte Linhard genau so falsch an wie dieser ihn. Nat├╝rlich dachte der Bengel nicht im Traum daran, als erster zu gr├╝├čen, wie es sich geh├Ârt h├Ątte, sowohl dem Rang als auch dem Alter nach, ganz davon abgesehen, dass Linhard hier derjenige war, der neu hinzugekommen war und sich mit den Alteingesessenen gutzustellen hatte. Ciel verzichtete entsprechend darauf, ihn zu gr├╝├čen und fragte: "Ist deine Familie schon eingetroffen?"

Linhard von Hohenfelde
"Das wei├č ich nicht, ich habe niemanden eingeladen. Also wenn sie es durch die Aush├Ąnge und Ausrufer vernommen haben, werden wohl jene kommen die Interesse daran haben. Bis jetzt habe ich noch keinen aus meiner Familie gesehen, aber ich muss gestehen, ich habe auch nicht nach ihnen Ausschau gehalten oder sie gesucht oder so etwas. Wie steht es denn mit Euren Eltern? Also mit Euren M├╝ttern? Kommen sie ebenfalls?", fragte Lin und stellte das Bowleglas beiseite, ehe er gleich wieder einen in der Krone hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dein Vater m├╝sste bereits anwesend sein. Ich habe mein Versprechen gehalten. Sollte er fortgeschwebt sein, kann ich nichts dagegen tun, frei ist er. Meine Mutter wird ebenfalls hier erscheinen, das l├Ąsst sie sich nicht entgehen. Ich nehme an, auch die Mutter meiner Geschwister wird bald eintreffen. Warum du niemanden eingeladen hast, kann ich nur erahnen, aber allein wirst du nicht sein. Daf├╝r wird Verrill schon sorgen."

Linhard von Hohenfelde
"Aus dem einfachen Grund mir die Taler und die Entt├Ąuschung zu sparen. Wer kommt, kommt. Wer nicht, bleibt weg. Das ist weniger unangenehm, als wenn man zig Absagen erh├Ąlt, oder nicht mal die. Aber das meine ich nicht gef├╝hlsduselig, sondern wirklich so wie ich es sage. Die Zeit wo ich mich ├╝ber so etwas ge├Ąrgert habe, oder wo es mir noch was bedeutet h├Ątte, dass wer von denen erscheint, ist l├Ąngst vorbei. Wenn sie ein besseres Verh├Ąltnis w├╝nschen, jeder wei├č wo ich wohne, mein Haus steht ihnen offen. Aber ich laufe niemandem mehr hinterher. Das lohnt sich nicht. Ich befasse mich lieber in der Zeit mit Dingen, die mir Freude bereiten - wie meinem Drachenhuhn zum Beispiel. Nun Verrill ist ja auch der Einzige der tats├Ąchlich anwesend sein muss, sonst heiratet es sich schlecht", grinste Lin. "Na ich bin gespannt drauf, wie Eure M├╝tter aussehen. Vor allem Deine".

Ciel Felicien de Souvagne
"Warum bist du gespannt darauf, wie meine Mutter aussieht?", verlangte Ciel zu wissen.

Linhard von Hohenfelde
"Aus reiner Neugier, Greg sagte Deine Mutter w├Ąre die Lieblingsfrau vom Duc. Da m├Âchte ich wissen wieso", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und du meinst, das w├╝rde ausschlie├člich an ihrer Sch├Ânheit liegen?" Ciel musterte weng freundlich sein Gesicht.

Linhard von Hohenfelde
"Nein, woran es liegt, werde ich ja erfahren sobald ich sie kennenlerne. Wie alt ist sie denn?", hakte Lin nach.

Ciel Felicien de Souvagne
"Genau im richtigen Alter. M├Âchtest du vielleicht auch noch ihr Gewicht wissen? Warum fragst du so neugierig?"

Linhard von Hohenfelde
"Weil ich neugierig auf Deine Mutter bin. Ob sie so ist wie Du, oder ganz anders. Wie sie aussieht, was sie so f├╝r eine Einstellung hat. All das wird es doch sein warum der Duc sie so liebt. Soweit ich wei├č hat er drei Frauen, richtig?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja", sagte Ciel und musterte Linhard nun noch intensiver. "Du meinst also, weil du es dir nicht vorstellen kannst, wie man sie nur lieben kann, wenn sie mir ├Ąhnelt?"

Linhard von Hohenfelde
"Das hast Du gesagt Ciel, nicht ich. Ich bin einfach nur neugierig auf die Lieblingsfrau Deines Vaters, nicht mehr und nicht weniger. Warum denn so eifers├╝chtig? Das ist ein generelles Problem von Dir nicht wahr? Oder hast Du am Ende noch Angst, ich heirate Deine Mutter?", schmunzelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Meine Mutter wei├č, wohin sie geh├Ârt", antwortete Ciel. "Ich finde so viel Interesse f├╝r meine Mutter einfach irritierend, besonders, wenn du an erster Stelle ihr Aussehen und ihr Alter erfahren m├Âchtest. Mach dir einfach ein eigenes Bild von ihr, wenn du sie triffst. Sie ist meist mit ihrer Schwertmeisterin unterwegs, du kannst sie also leicht von den anderen Frauen des Ducs unterscheiden, auch ohne sie zu kennen. Was ist mit deinem Stab, sind diese Leute schon eingetroffen?"

Linhard von Hohenfelde
"Dir ist irgendwie immer eine Laus ├╝ber die Leber gelaufen Ciel. Keine Ahnung, ich habe noch keinen von ihnen gesehen. W├Ąre sch├Ân, wenn sie da w├Ąren. Was bef├╝rchtest Du eigentlich andauernd, dass Du so die Krallen ausf├Ąhrst? Ich nehme Dir schon nichts weg", sagte Linhard und g├Ânnte sich nun doch ein Glas der Bowle.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel versuchte, etwas weniger biestig zu klingen, da er merkte, dass er einen harten Unterton in seine Stimme gelegt hatte. Diese Angewohnheit w├╝rde er vermutlich nicht mehr loswerden, man h├Ârte sofort, ob er w├╝tend war, selbst wenn seine Mimik es nicht verriet. Er w├╝rde gezielt mit jemandem ├╝ben m├╝ssen, den Kommandoton wieder abzugew├Âhnen, den er sich an der Front von den Chevaliers und Comtes abgeschaut hatte. "Ich habe viel verloren in den letzten Wochen. Und wir beide kreisen umeinander wie kampfbereite W├Âlfe. Ich kann dir momentan nur sagen, dass du etwas an dir hast, was mich kampfbereit werden l├Ąsst, selbst wenn ich das nicht m├Âchte. Und was ist mit dir? Warum provozierst du, indem du so nach dem detailierten Aussehen meiner Mutter fragst?"

Linhard von Hohenfelde
"Um sie zu erkennen, ganz einfach. Aber wenn ich Dir sage warum, wird Dich dass auch provozieren. Sei es drum. Wir sind ab heute eine Familie, da dachte ich es w├Ąre sinnvoll die Mitglieder zu erkennen. Aber es ist nicht zwingend erforderlich. Sie wird Dich oder Deinen Vater entsprechend gr├╝├čen. Ich habe nichts an mir, mir fehlt etwas und genau das macht Dich aggressiv oder sagen wir mal, dass sorgt daf├╝r dass Du mir nicht vertraust. Aber das ist schon in Ordnung so. Schau, mal ganz ehrlich, wir beide m├╝ssen nur den heutigen Tag irgendwie freundlich ├╝ber die B├╝hne bringen. Wir wollten zwar was anderes versuchen, aber manchmal findet man eben keine Wellenl├Ąnge. Daran ist nichts Schlimmes oder so, es ist einfach eine Gegebenheit. Und das Verwandte nicht zwangsl├Ąufig Freunde sein m├╝ssen, wei├č niemand so gut wie ich oder ein anderer Hohenfelde. Dass kannst Du mir glauben. Zudem bin ich nur angeheiratet, ihr k├Ânnt mich so sehen, oder als Teil der Familie. Das liegt bei Euch. Aber ich werde kein St├Ârfaktor sein. Ich habe weder vor Dir, Deiner Mutter oder einem aus Deiner Familie zu schaden. Das sagte ich Dir bereits. Und ich sagte Dir bereits warum wir hier sind. Zuhause h├Ątte ich eine Verwandte geheiratet, quasi meinen Hintern zum Markt getragen. Hier tat ich zu Anfang nichts anderes. Nur war es eben keine Bankerfamilie, sondern wesentlich mehr und Verrill stellte mir mehr in Aussicht - Freundschaft. Die die Du so leicht weggibst, f├╝r meinen Vater. Aber es reduziert sich meist dann doch wieder auf das Wesentliche, ein Clan bleibt ein Clan. Was Du verloren hast wei├č ich nicht, aber vielleicht solltest Du mal scharf nachdenken warum dass so war. Das ist nur ein Tipp, keine Beleidigung, kein Angriff. Denn Du bist manchmal, nun sagen wir mal schwer verdaulich Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich werde dich meiner Mutter vorstellen, sobald ich sie sehe", erkl├Ąrte Ciel und versuchte, dabei vers├Âhnlich zu klingen, was ihm nur teilweise gelang. "Ich sehe, dass du dich bem├╝hst. Ich wei├č das zu w├╝rdigen und ich wei├č, dass du weder st├Âren noch uns schaden m├Âchtest. Ich bem├╝he mich ebenso um ein freundschaftliches Auskommen mit dir. Aber das Gef├╝hl der Kampfbereitschaft bleibt erhalten - bei uns beiden, vermute ich. Was fehlt dir? Was ist es deiner Meinung nach, was mein Misstrauen weckt?" Als die Sprache auf Alexandre kam, den er angeblich leichtfertig opfern w├╝rde, blitzten Ciels Augen wieder auf. "Meine Freundschaft leicht weggeben? Ich opfere sie, Linhard! Wei├čt du, was ein Opfer ist, verstehst du den h├Âheren Sinn hinter diesem Wort? Nein, nat├╝rlich nicht! Du kennst nur dich und deine belanglosen Problemchen. Warum ich viel verloren habe, wei├č ich. Die Beteiligten haben Fehler begangen. Auch ich, vielleicht den gr├Â├čten. Ich bin nicht ... schwer verdaulich. Es gibt gen├╝gend Menschen, die v├Âllig normal mit mir umgehen und keine Probleme mit mir haben. Was genau meinst du mit schwer verdaulich?"

Linhard von Hohenfelde
"Mir fehlt die Magische Gabe und mir fehlte famili├Ąrer Umgang, einen Umgang wie Du ihn genie├čen durftest. Wer es aber nun schrecklicher hatte von uns beiden ist Jammern auf hohen Niveau. Du bist Prince von Souvagne. Du w├╝nscht, Du bekommst. Dir wird es niemals zu keiner Zeit an irgendetwas gemangelt haben. Weder an Essen, Kleidung, Geld, was auch immer. Deine W├╝nsche werden jederzeit erf├╝llt worden sein. Richtig? Richtig! Und meine ebenso Ciel. Wir beide sind zwei Bonzen mit dicken Brieftaschen, die sich beschweren weil sie keiner lieb hat... hatte... was auch immer. Einst erkl├Ąrte mein Onkel mir mal etwas und zwar, als er klein war und die Diener drau├čen feiern sah w├Ąre er gerne einer von ihnen gewesen. Zwar h├Ątte er hart zu ackern gehabt, aber er h├Ątte auch Leute gehabt die ihn gemocht h├Ątten. Er h├Ątte feiern k├Ânnen, lachen k├Ânnen, all dass eben. Man kann wirklich nicht alles mit Geld kaufen. Aber sind wir ehrlich - weder Du noch ich h├Ątten das Los eines Dieners gew├Ąhlt, denn uns beiden ist es lieber bequem zu leben und ohne jedes Gef├╝hl, als daf├╝r nur etwas von unserem Status und unserem Luxus zu opfern. Und da liegt das Problem. Deshalb sind wir manchmal einsam. Jedenfalls ich bin es, wie es Dir geht wei├č ich nicht, geht mich auch nichts an. Ich m├Âchte gar nicht kampfbereit bleiben, aber Du versuchst mich aus der Familie zu dr├Ąngen, bevor ich drin war Ciel. Das geht so nicht. Greg hat mir den Heiratsantrag gemacht. Warum auch immer, dass muss Dich nicht st├Âren. Du hattest lange genug Zeit ihn selbst zu fragen. Aber Du w├Ąhltest Olivie und er w├Ąhlte mich. Auch wenn Du mich auf den Tod nicht ausstehen kannst und mir die Pest an den Hals w├╝nscht - Du liebst angeblich Verrill. Dann solltest Du seine Wahl akzepierten. Ich tue es schlie├člich ebenso, wenn auch Z├Ąhneknirschend. Aber dass muss ich tun, denn Ihr werdet auch nach der Hochzeit Geschwister bleiben. So soll es auch sein. Und Ihr werdet auch nach der Hochzeit gemeinsam arbeiten, sprich Ihr m├╝sst Euch aufeinander verlassen k├Ânnen. Das sollt Ihr auch und das ist in Eurem Amt wichtig. Aber das hat alles nichts mit mir zu tun Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist bemerkenswert festgefahren in deiner Einsch├Ątzung zu meiner Person. Ich habe nie behauptet, dass es mir schrecklich gegangen w├Ąre. Es geht und ging mir hervorragend. Du hattest Recht, ich hatte alles - vielleicht von allem zu viel. Und du irrst, wenn du glaubst, mir w├╝rde etwas an Luxus liegen. Mir liegt nichts daran. Ich trage diese kostbaren Kleider, weil ich ein Prince bin und Furisto von Neu-Souvagne. Das ist alles. Du bist nicht der erste, der mir diesen Vorwurf macht. Vielleicht w├Ąre an der Zeit zu beweisen, wie wenig ich auf materielle G├╝ter angewiesen bin, generell auf Materie, da mir niemand zu glauben scheint, dass es so ist. Die Sicht deines Onkels ist bemerkenswert und so h├Ątte ich ihn auch eingesch├Ątzt. Ich habe mich mit ihm gut unterhalten. Ich akzeptiere Verrills Wahl. Ich akzeptiere sie vollumf├Ąnglich. Deine Einsch├Ątzung zu meiner Person akzeptiere ich nicht und m├Âchte sie gern richtig stellen, aber ich glaube, ich gebe auf. Du siehst mich als einen verw├Âhnten Rotzl├Âffel, dem es stets gut ging und der von goldenen Tellern a├č. Du siehst nicht all das, was ich dar├╝ber hinaus war und bin. Du siehst nicht einmal nur die in Samt gewandete Oberfl├Ąche, denn sonst w├╝rdest du auch den Feldherren sehen, der Souvagne mit dem S├Ąbel verteidigt hat, obwohl er den Frieden liebt und der sah, wie M├Ąnner im Dreck starben, Freunde wie Feinde. Um nur ein weiteres Puzzleteil zu nennen."

Linhard von Hohenfelde
"Tja das liegt vielleicht daran, dass Du es niemanden sehen lassen willst Ciel. Und Du bist nicht der einzige der sich die Finger schmutzig machen musste. Oder wie meinst Du kommt ein Nekromant an Leichen? Indem man aus Lebenden Leichen macht - so einfach und banal es klingt, so einfach ist es auch. Und mit jedem Mord f├╝r dieses abartige Hobby stirbst Du ein St├╝ck mit, weil es Dich ankotzt, aber trotzdem m├Âchtest Du Papa gefallen. Warum auch immer, ich wei├č es nicht. Tja vielleicht bin ich zu festgefahren, aber es spricht nichts dagegen, es zu ├Ąndern. Was wir einst wollten, gar nicht so lange her. Aber dazu geh├Âren immer zwei, einer der es versucht und einer der den Versuch auch zul├Ąsst. Ich sehe Dich zudem nicht als verw├Âhnten Rotzl├Âffel, denn dann w├Ąre ich genauso einer. Du verh├Ąlst Dich nur so, als w├Ąrst Du immer noch Feldherr und ich Dein pers├Ânlicher Feind. Das bin ich nicht Ciel".

Ciel Felicien de Souvagne
"Aber du benimmst dich wie einer", fand Ciel. "Du hast weder mich noch meine Braut vern├╝nftig begr├╝├čt. Stattdessen warst du damit besch├Ąftigt, meinen Bruder zu bewachen, indem du ihm unentwegt den Arm um die H├╝fte legtest und andauernd knutschtest, w├Ąhrend ich mich mit ihm unterhalten wollte. Wenn das kein Affront war, was dann? Ich glaube dir, dass du keine sch├Âne Kindheit hattest und auch wenn du mir das wohl nicht glaubst, bedaure ich dies. Dies gibt dir jedoch keine Blankovollmacht f├╝r r├╝des Verhalten. Ich erw├Ąhnte meinen Einsatz als Feldherr, um dir vor Augen zu f├╝hren, dass ich nicht nur ein verw├Âhnter Schn├Âsel bin, der in Honigmilch badet." Ciel ├Ąrgerte sich ma├člos ├╝ber diese Unterstellung, die auch sein Vater ihm machte. Er hielt Ausschau, wo Ferrau stand.

Linhard von Hohenfelde
"Ja Das stimmt, ich benehme mich so. Allerdings nur, weil ich gar nicht mehr wei├č wie ich mich Dir gegen├╝ber benehmen soll. Gr├╝├če ich, gr├╝├če ich nicht, wie gr├╝├če ich, wie besser nicht. Ich wei├č es nicht Ciel - ich wei├č nicht was Du erwartest. Zudem f├╝hle ich mich so als m├╝sste ich Greg bewachen, was nicht hei├čt dass es tats├Ąchlich so ist, aber Du hast mir mit Deinem Gest├Ąndnis auch in die Magengrube geschlagen. Sei doch froh, dass ich mich dr├╝ber ├Ąrgere, dass hei├čt doch, dass mir Verrill was bedeutet. W├Ąre es Dir lieber, mir w├Ąre gleich? Du kannst Dich mit ihm unterhalten, dagegen spricht doch gar nichts. Du kannst Dich auch mit mir unterhalten. Das meine Kindheit kein Freifahrtschein f├╝r unfreundliches oder dummes Verhalten ist, ist korrekt. W├Ąre es so Ciel, bliebe es so. Ich f├╝hle mich bei Dir immer als m├╝sste ich auf Eiern laufen, als gehe ich ├╝ber verdammt d├╝nnes Eis. Das war seit unserem ersten Gespr├Ąch so. Warum, keine Ahnung aber Du hattest Spa├č dran mich auflaufen zu lassen. Schien jedenfalls so. Ich wei├č, was Du f├╝r Souvagne getan hast. Dein Bruder hat es mir erz├Ąhlt. Ich behauptete auch nicht dass Du verz├Ąrtelt w├Ąrst, im Gegenteil. Zuk├╝nftig gr├╝├če ich", sagte Lin vers├Âhnlich.

Ferrau
Ferau stand ganz in der N├Ąhe, aber in einigem Sicherheitsabstand und musterte Linhard, der bereits das vierte Glas Bowle trank. Wenn er so weitermachte, musste Gregoire seinen Ehemann zum Altar tragen. Nun dann hatte er wenigstens beide H├Ąnde voll zu tun und keine frei, dachte Ferrau kichernd.

Ciel Felicien de Souvagne
"Moment, bitte. Ich bin gleich wieder da." Ciel suchte mit den Blicken nach seinem Leibdiener, bis er ihn fand. Er lie├č Linhard stehen, ging zu Ferrau und zog ihn am Oberarm mit sich an eine ruhige Ecke, die es um die Zeit zum Gl├╝ck noch gab. Lange w├╝rde das nicht mehr so bleiben. "Ich brauche deine Einsch├Ątzung. Eine ehrliche, wohlgemerkt. Mich halten mehrere Leute f├╝r einen luxusliebenden Schn├Âsel, der nicht auf seinen Prunk verzichten k├Ânnte! Sogar mein eigener Vater glaubt das von mir! Wie kommen diese Menschen auf diese Einsch├Ątzung? Was mache ich falsch, dass es so wirkt?"

Ferrau
Ferrau musterte seinen Herrn von oben bis unten. "Das seid Ihr nicht Herr. Ihr seid heute herausgeputzt, da Eure Hochzeit ist. Aber von all den Menschen, denen Ihr nahesteht meinen das genau zwei. Ich bin nicht der Auffassung. Ihr seht sonst schlicht und gediegen aus. Ihr habt einen Stand zu repr├Ąsentieren. Seid Ihr sicher, dass Euer Vater dies so meinte? Ich zweifele Eure Worte nicht an, aber Euer Vater sagt manchmal Dinge die er gar nicht meint. Ganz bewusst, er wiederholt nur anders etwas, dass man einemal sagte damit man ├╝ber sein Verhalten nachdenken muss. Er denkt um ganz viele Ecken Herr. Daher ist das nicht immer leicht f├╝r mich zu wissen, was meint er, wo muss man nur nachdenken und was ist einfach ein Befehl. Fragt Euren Vater doch einfach einmal. Er hat gute Laune. Und ich versichere Euch, ich habe Euch nur gute Kleidung herausgelegt, keine eines Gecken! Ich beschw├Âre Euch. Oder fragt Eure Br├╝der. Beide sind ├Ąhnlich gekleidet wie Ihr. Glaubt Ihr Dreux ist ein Geck oder Gregoire? Sie sind was anderes, aber keine Gecken. Oder hat dieser furchtbare Linhard das zu Euch gesagt?", wisperte Ferrau verst├Ârt. "Er will mich madig machen und uns trennen oder?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Du hast deine Arbeit hervorragend gemacht und ich f├╝hle mich rundum wohl, Ferrau. Meine Frage bezog sich darauf, ob es an meinem Verhalten liegt? Wenn ja, woran? Ich liebe keinen Luxus, das stimmt einfach nicht, es ist eine Unterstellung, die jeder Grundlage entbert! Ja, nat├╝rlich hat Linhard das ge├Ąu├čert, wer sonst. Er will uns nicht trennen, die Unterstellung ist seiner au├čerordentlichen Oberfl├Ąchlichkeit geschuldet. Er sieht einen See und glaubt, eine spiegelnde Ebene vor sich zu haben. Und falls er uns trennen w├Âllte, w├╝rde ihm das nicht gelingen. Du bist meiner, Ferrau." Er legte die Arme um seinen Diener und dr├╝ckte ihn einen Moment lang an sich. Er merkte, dass er wehm├╝tig wurde und dr├╝ckte ihn fester. "Du hast Recht, ich sollte Vater fragen."

Ferrau
"Na dann ist das doch klar! Jeder von Eurer Familie ist f├╝r ihn etwas ein Geck, der Proll ist Naridier. Das war wir Benimm und Ettikette nennen, kennt er nicht. Was ihm fehlt ist Erziehung. Eine Benimmschule. Versteht Ihr Herr? Die normale h├Âfische Ettikette k├Ânnt Ihr nicht von einem Naridier verlangen, ob nun Adeliger oder nicht. Bei denen sind alle gleich und so behandeln die sich auch. Aber bei uns gibt es Rang, Status und Hirarchie. Und der liebe Linhard, kann froh sein, dass Ihr so eine Geduld habt. W├Ąre er nicht der Verlobte Eures Bruder, h├Ątte er nun mit nacktem Heck am Pranger gestanden, neben den anderen Frevlern und man h├Ątte ihm f├╝r sein loses Mundwerk eine Stockschl├Ąge verpasst, damit er es zuk├╝nftig h├Ąlt. Naja, jedenfalls wenn Ihr ihn dazu verurteilt h├Ąttet Herr. Ich vermute, er kennt einfach kein Benehmen. Er sagte Euch doch einst, er war immer allein. War dem so, hat ihm auch niemand die Ettikette beigebracht. Seine ├Ąlteren Verwandten beherrschen sie ja. Er war scheinbar der Laufbursche der Familie oder so etwas. Euer Bruder t├Ąte gut daran ihn etwas zu ma├čregeln und zu erziehen. Ich glaube er f├╝rchtet Euch und Euer Wissen. Wisst Ihr noch beim ersten Treffen? Da wurde er auch so frech, als er keine Argumente mehr hatte", sagte Ferrau leise und ber├╝hrte Ciel am Arm, als Zeichen dass er ihm beistand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č ihn wieder los. "Dann hilft wohl nichts, als ihm aus dem Weg zu gehen und seine hoffentlich meist nur hintergr├╝ndige Anwesenheit zu ertragen", gr├╝belte er. "Das letzte Mal war Verrill dabei, auf den er ja angeblich aufpassen muss. Jetzt steht Verrill ganz wo anders und schl├Ągt sich den Bauch mit Austern voll. Nicht nur Linhard hatte diesen dummen Vorwurf ge├Ąu├čert, sondern sogar mein Vater. Der zuerst und nun sagt ausgerechnet Linhard das selbe! Du bist ehrlich zu mir, Ferrau? Mache ich mich mit irgendeinem Verhalten vollkommen l├Ącherlich?"

Ferrau
"Nein Herr, dann h├Ątte ich irgendwie versucht Euch anzusprechen. Und bitte, Euer Vater wird doch nichts mit dem Streit von Linhard zu tun haben. Er liebt Euch! Fragt ihn was er meinte und bitte streitet nicht auf Eurer Hochzeit, ich habe doch alles getan was in meiner Macht steht, dass Ihr und Eure Braut gl├╝cklich werdet", bat Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich streite mich nicht", sagte Ciel entschieden. Ferrau guckte ausgesprochen besorgt drein. Das war verst├Ąndlich, er hatte sich gr├Â├čte M├╝he f├╝r diesen Tag gegeben, die Vorbereitungen mussten viel Zeit in Anspruch genommen haben und er hatte kaum mehr geschlafen als sein Herr - und nun drohte ausgerechnet jener, der sich hatte wohlf├╝hlen sollen, dem die ganze Sorge galt, seine Hochzeit nicht mehr vollumf├Ąnglich genie├čen zu k├Ânnen. Ciel ├╝berlegte kurz. Stritt er vielleicht doch? Wom├Âglich ein wenig. Dann war es das Beste, die Emotionen herauszunehmen und das Ganze radikal auf eine sachliche Ebene herunterzubrechen. "Gehen wir." Er begab sich zu Duc Maximilien. "Vater? Darf ich dich kurz pers├Ânlcih sprechen?"

Maximilien de Souvagne
Max schaute Ciel an und nickte freundlich. "Ja nat├╝rlich, wie kann ich Dir helfen?", fragte Maximilien liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du hast neulich etwas gesagt, was mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Ich m├Âchte es gern erkl├Ąrt haben, damit ich mich ganz auf die Hochzeit konzentrieren kann und nicht gr├╝beln muss. Du sagtest, ich k├Ânnte und w├Âllte auf den ganzen Luxus, in dem ich lebe, nicht verzichten. Was genau hast du damit ausdr├╝cken wollen? Wie waren deine Worte gemeint?"

Maximilie de Souvagne
Maximilien nahm Ciel fest in die Arme und dr├╝ckte ihn an sich. "So habe ich das nicht gesagt Ciel. H├Âre mir jetzt ganz genau zu mein Kleiner. Du hast mir gesagt, dass Du Dich verst├╝mmeln m├Âchtest. Stell Dir meine Situation vor. Dein Kind, dass Du liebst offenbart Dir, sich verst├╝mmeln zu wollen. Dein Kind ist jung, gesund und Du liebst es von ganzem Herzen. Und nun sagt es Dir, dass es sich verst├╝mmeln m├Âchte und dabei stirbt es vielleicht. Was w├╝rdest Du als liebender Vater tun? Es zwangseinweisen lassen in den Tempel f├╝r Geisteskranke? Oder w├╝rdest Du versuchen es zu retten, indem Du ihm seinen Irrtum erkl├Ąrst? Letzteres habe ich versucht Ciel. Du hast mir erkl├Ąrt, Du m├Âchtest Dich verst├╝mmeln, Dich entmannen um v├Âllig geistesbezogen zu leben. Um Dich voll auf Deine Gedanken konzentrieren zu k├Ânnen und nicht von Gel├╝sten abgelenkt zu werden. So. Das war unser Grundthema. Also habe ich Dir versucht zu zeigen, was Du alles noch verlieren k├Ânntest, wenn Du wirklich nur ein Geist sein m├Âchtest, reine Ratio - reiner Verstand. Ich sagte - Ein Verstand ben├Âtigt kein Dach ├╝ber dem Kopf, keine Kleidung, keine Nahrung und und und. Nat├╝rlich kannst Du ohne jeden Luxus leben, Du warst an der Front. Und gezwungenerma├čen k├Ânnen wir alle das Ciel. Wir beide schlafen gerne in guten Rosshaarbetten. Aber wenn es keines gibt, dann schlafen wir auch auf dem blanken Boden. Daf├╝r sind wir uns nicht zu fein. Wir sind was wir sind und tun was wir tun m├╝ssen. Und ich tat, was ich als Vater tun musste - Dir einen Spiegel vorhalten, um Deine k├Ârperliche Unversehrtheit zu retten. Ich sagte dies um Dich als meinen Sohn zu besch├╝tzen. Denn auch das ist meine Aufgabe. Du bist ein Teil von mir Ciel und ich liebe Dich. Meinst Du ich schaue zu wie irgendwer Dich verletzt oder t├Âtet? Niemals. Selbst dann nicht, wenn Du es selbst bist. Es ging darum Dir zu zeigen, dass nicht alles was Alex sagt, tats├Ąchlich logisch ist. Und nicht alle seine Ideen sind Dogmen. Wenn einer diese aufstellen kann, dann bin ich es. Aber auch meine Meinung kann letztendlich falsch sein Ciel. Und was ersteinmal ab ist, ist ab. Zudem sehr paradox - Du hast vor Dich zu entmannen um Alex zu retten. Stirbst Du aber dabei, wird Alex sterben m├╝ssen, um Dich zu retten. Was hast Du denn dadurch gewonnen oder ├╝berhaupt wer? Niemand hat gewonnen, alle haben verloren. Und ein Vater m├Âchte seine Kinder nicht vor sich gehen sehen Ciel. Ebenso hielt ich Dir wegen Nathan einen Spiegel vor. Was n├╝tzt es wenn ich Dich schlage, einsperre oder anschreie? Nichts, Du siehst nur einen Vater der w├╝tet, Du sp├╝rst nur Schmerz. Du bist so gerne Verstand Ciel. Benutze ihn bitte. Ich zeigte Dir auf, wo der Fehler liegt. Schau hin, sei nicht beleidigt. Du hast geschmollt - zu Recht. Und nun schaust Du was ich Dir zeigen wollte hm?", erl├Ąuterte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich an seinen Vater und h├Ârte aufmerksam zu, was er ihm zu sagen hatte. "Ich habe keine Kinder, Papa. Ich wei├č auch nicht, ob ich je welche haben werde. Dass Alex mich zur├╝ckholen m├╝sste, daran habe ich nicht gedacht. Im ung├╝nstigsten Falle, wenn sein Zauber missgl├╝ckt, w├Ąren wir beide tot. Falls ich diesen Schnitt setze, soll Benito dabei sein. Er kann mich magisch unterst├╝tzen. ├ťbrigens habe ich mit Olivie gesprochen, wie du es w├╝nschtest. Es w├╝rde sie nicht st├Âren, nicht mit mir schlafen zu k├Ânnen. Ich m├Âchte mich nicht aus Spa├č oder einer Laune heraus verst├╝mmeln, wie du es nennst. Ich habe sehr gute Gr├╝nde! Aber lass uns jetzt nicht davon reden, sonst machst du dir wieder Sorgen. Mir geschieht nichts, Papa. Warum ich gerade wieder an deine Worte denken musste - Linhard hat mir genau das Gleiche gesagt. Dass ich Luxus br├Ąuchte. Ich frage mich, ob es nicht m├Âglich w├Ąre, dass ich, wie Alex, nur noch Roben trage. Eine ganz einfache Leinenrobe. Und auf den Schnickschnack verzichte."

Maximilien de Souvagne
"Kleiner, mir ist absolut klar, dass Du diese Entscheidung nicht aus einer Laune heraus getroffen hast. Du hast wohlwei├člich ├╝berlegt. Wie immer Ciel. Aber, Deine Argumente Dir selbst gegen├╝ber sind falsch. Du hast Dich selbst zu etwas Falschem ├╝berzeugt. Grund hierf├╝r ist Deine Verehrung f├╝r Alex. Aber seine Verehrung muss dort eine Grenze haben, wo es in Fanatismus ├╝bergeht und Du daf├╝r Dein Leben ruinierst. Im Moment siehst Du es nicht so Ciel. Du kannst es gar nicht sehen. Aber ich bin Deine Stimme, wenn Du nicht sprechen kannst, ich bin ebenso Deine Augen wenn Du nicht siehst und ich bin Deine Ohen, falls Dir das Zuh├Âren und Begreifen versagt bleibt. Daf├╝r sind V├Ąter da. Sie k├Ąmpfen f├╝r ihre Kinder. Lass etwas Zeit vergehen und dann reden wir erneut dar├╝ber. In Ruhe mit klaren Argumenten. Deine werde ich mir selbstverst├Ąndlich ebenso anh├Âren. Ciel nat├╝rlich ist das m├Âglich, dass Du eine Robe tr├Ągst. Schlicht und einfach, wie immer sie aussehen soll. Aber nun erneut ein Spiegel f├╝r Dich. Alex sagte... und Du m├Âchtest dies. Linhard sagte... und Du m├Âchtest das. Du verzichtest auf den Luxus, scheinbar. Nein das tust Du nicht Ciel. Du gibst schlichtweg zu viel auf die Meinung anderer Leute und l├Ąsst Dich beeinflussen. Du kannst Dir gerne eine Meinung anh├Âren, aber bilde Dir stets Deine eigene Sohn. Dein vermeintlicher Luxus zeigt jedem dies ist ein Prince - ein Mitglied der Krone. Eine schlichte Robe zeigt jedem Adligen - er ist in Ungnade gefallen. Nat├╝rlich kann man erl├Ąutern, Du hast Dich dem Glauben zugewandt. Aber siehst Du was dann wieder geschieht? Du bist Dich schon wieder am rechtfertigen mein Kleiner. Also wenn Du eine Robe tragen willst, dann wann? Wenn Du es willst! Und wann tr├Ągst Du eine Brokatweste die teurer ist als 10 Pferde? Wenn Du Lust drauf hast. Was andere Dir erz├Ąhlen ist irrelevant. Ciel - frage 5 Leute und Du h├Ârst 10 Meinungen. Ob Du je Kinder haben wirst, wird sich zeigen. Ich w├╝rde es mir von ganzem Herzen w├╝nschen, denn Du bist ein herzensguter Mensch. Mutig, g├╝tig, tapfer - das ist mein Ciel. Das Du Dich mit Olivie geeinigt hast, freut mich und worauf Ihr Euch einigt, geht nicht mal Euren Vater etwas an. Es ist Eure Ehe. Falls Du mir etwas erz├Ąhlen m├Âchtest, gebe ich Dir gerne einen Rat und h├Âre Dir gerne zu. Aber das entscheidest Du. Und nebenbei, selbst wenn alles wunderbar l├Ąuft Ciel, ich mache mir immer Sorgen um Euch vier... weil ich Euch liebe".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich hab dich auch lieb, Papa ... ich wei├č nicht, warum mich deine und Linhards Worte so treffen. Ich f├╝hle mich zur Zeit, als w├Ąre meine ├Ąu├čere H├╝lle aufgerissen und alles, was darunter ist, liegt frei, der Witterung und den Elementen ausgeliefert. Linhard macht mich reizbar. Und nun sagten er und du auch noch die gleichen verletzenden Dinge. Ich m├Âchte nicht wie ein ├╝berkandidelter Schn├Âsel auf mein Umfeld wirken. Ich nehme mir Kritik zu Herzen. Ich denke dar├╝ber nach. Wenn es eine geistliche Robe w├Ąre, w├╝rde man dann immer noch glauben, ich st├╝nde in Ungnade? Glaubt man, jeder der eine Robe tr├Ągt, tut das?"

Maximilien de Souvagne
"Du tust es gerade schon wieder Ciel. Komm versuchen wir es anders herum. Welche Robe m├Âchtst Du gerne tragen? Beschreibe sie mir. Ich helfe Dir, also leg los. Was f├╝r eine Robe soll es sein? Linhards Worte treffen Dich so, weil Du Verrills wahre Natur kennst und Du sie auf zwei Arten liebst. Einmal als Deinen Bruder und einmal als Partner. Ihr k├Ânnt die Sache kl├Ąren und Euch einigen, dass Ihr beide eine Partnerschaft mit Verrill f├╝hrt, Ihr k├Ânnt Euch einigen, dass Du sie freigibst, oder Du kannst st├Ąndig mit Linhard Krieg f├╝hren. Aber wozu? So wie er da steht, sagt das alles ├╝ber ihn aus. Guck ihn Dir doch mal an, was siehst Du dann Ciel? Du kannst doch Menschen einsch├Ątzen. Verrill vernebelt Dir gerade nur etwas die Sicht. Verrill ist aber nicht hier - und was siehst Du? Linhard steht allein bei der Bowle. Er ist unter hunderten von G├Ąsten ALLEIN. Verstehst Du es nun? Er ist einsam und hat Angst, dass Du ihm die einzigen Bezugspersonen wegnimmst. Als ich Dir den Spiegel vorhielt, bezogen auf reine Ratio - habe ich gesagt ein Geist ben├Âtigt keine Diener. Du hattest sofort Angst und wolltest sie behalten. Ich wei├č, dass war hart, aber es musste ein heilsamer Schock sein. Du m├Âchtest Deine Lieben nicht verlieren. Du sammelst sogar flei├čig immer mehr Vertraute Diener hinzu. Das ist verst├Ąndlich und ganz menschlich. Aber dann erlaube es Linhard doch auch. Und da Ihr bald einer Familie angeh├Ârt, was spricht dagegen, dass Du es mit ihm versuchst? Schau mal er ist allein, einsam, hat keine Ahnung von unserem Land, hat nur zwei Leute und davon ist einer tot - wie f├╝hlt er sich gerade? Dann kommt jemand vorbei und m├Âchte auch noch die letzte Person mitnehmen. Was w├╝rdest Du tun? Was hast Du getan hm? Du hast vor mir gestanden und geweint. W├╝rde er vielleicht auch Ciel, wenn er das k├Ânnte. Und vielleicht tut er es bereits die ganze Zeit auf seine eigene Art ohne Tr├Ąnen. Du m├Âchtest nicht angegriffen werden, er auch nicht. Wir sind eine Familie Ciel oder? Halten wir nicht zusammen? Ich stehe Dir immer bei, aber auch da sage ich Dir die Wahrheit. Denk bitte einmal dar├╝ber nach, ├╝ber Dich und Deine Diener. Und wie Du Dich f├╝hltest. Und dann wie er sich f├╝hlt. Nun zu Deiner Robe. Wie soll sie aussehen?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich kann die Robe nicht nur nach meinem Geschmack ausw├Ąhlen, da ich einen Teil Souvagnes repr├Ąsentiere - Neu-Souvagne. Ich BIN zwar nicht Souvagne, denn das bist du, das seid Ihr, aber auch ich trage unser geliebtes Land im Namen. Darum ist es wichtig, dass ich so wirke, wie ich wirken m├Âchte. Ich m├Âchte bodenst├Ąndig erscheinen. Eben genau nicht abgehoben. Wir sagen immer, ich sei der Kopf - und so m├Âchte ich auch wirken. Ich habe mich von der Kleidung her im Feldlager wohl gef├╝hlt, wenn ich nicht gerade R├╝stung trug. Sie sie war pragmatisch, ich konnte mich hervorragend bewegen darin. Ich habe sie kaum gesp├╝rt. Aber ich m├Âchte hier nicht in milit├Ąrischer Kleidung herumlaufen, da ich den Krieg an der Grenze nicht mit Freude gef├╝hrt habe. Eine zweite Kleidung, die ich gern trage, ist meine Adeptenrobe. Sie ist nur gef├Ąrbter Leinen mit einem Strick als G├╝rtel. Sie kann schmutzig werden oder kaputtgehen und niemanden k├╝mmert es. Ich trage im Bluttempel nicht mal Schuhe. Ich f├╝hle mich in dieser Robe Ainuwar nahe. Das Nichts und doch alles. Eine dritte Kleidung, die ich sch├Ątze, ist meine Schlafgewandung. Das liegt wohl daran, dass ich dann erst wirklich Feierabend mache, wenn ich sie trage und dann mit Ferrau noch spiele oder rede. Das sind Momente, in denen ich rundum gl├╝cklich bin. Aber nichts von diesen Sachen kann ich als Prinz im Alltag tragen. Was ist dein Vorschlag? Ich will Linhard nicht Verrill wegnehmen. Linhard wollte sogar schon wieder gehen - ich bin gegangen und habe ihn zur├╝ckgeholt. Nicht f├╝r ihn, f├╝r Verrill. Aber ich habe es getan. Und ich w├╝rde es wieder tun. Ich habe ihm sogar etwas gezeichnet, um ihn aufzumuntern. Trotzdem scheint er mich nicht zu m├Âgen und ich mag ihn auch nicht. Ich sehe, wie er dasteht. Aber ich habe doch alles getan, um ihn willkommen zu hei├čen! Oder nicht? Was mache ich falsch, Papa? Bitte sage es mir. Meine Diener ... du hast recht. Ich sammle Menschen. Ich habe Angst vor dem Alleinsein. Drum habe ich immer das Gef├╝hl, gen├╝gend in Reserve zu brauchen und das war richtig so. Khawa und Nathan sind fort. H├Ątte ich Alex nicht und h├Ątte mir Dreaux nicht Ferrau geschenkt ... Dreaux hat keine Ahnung, wie wertvoll dieses Geschenk wirklich f├╝r mich ist. Und ich freue mich ├╝ber Zerbino, auch wenn ich mit dem noch nicht so richtig warm geworden bin. Aber er ist da, er ist anst├Ąndig und er ist sehr traurig. Ich glaube, ich mag ihn langsam."

Maximilien de Souvagne
"Die Robe die Du ben├Âtigst, muss schlicht und sch├Ân sein. Schlichtheit ist die Krone der Sch├Âpfung, so sagt man. Das hei├čt, Deine Robe wird einfach aussehen, eine klare und einfache Schnittf├╝hrung haben, aber der Stoff aus dem sie hergestellt wird, wird sie adeln. Niemand muss in bunter Seide herumlaufen um zu zeigen dass er von Stand ist. Und niemand muss sich in flauschige Pelze h├╝llen Ciel. Ist so ein Pelzmantel mit dem Nerz nach innen und dem Leder nach au├čen nicht viel w├Ąrmer? Also wirst Du einen guten Stoff ausw├Ąhlen, der auch Deine Anforderungen erf├╝llt. Bequem soll er sein, leicht, weich, gut zu reinigen - da bliebe Loden und Hanffaser. Hanffaser h├Ąlt ewig und Loden ebenso. Also da haben wir eine schlichte Robe, einfacher Schnitt, gedeckte Farbe aus Hanffaser und oder Loden. Bitte. Du kannst sie auch mit Leder absetzen lassen, dass sie etwas robuster ist. Schuhe solltest Du allein schon Deiner Sicherheit halber tragen, jedenfalls drau├čen. Man kann sich schnell etwas eintreten und eine Blutvergiftung erhalten Ciel. Im Tempel gehe auch ich schlicht und barfu├č. Und was Du ├╝ber Ainuwar sagtest stimmt - alles und nichts. Verrill versteht das und Du verstehst ihn. Feierabend ist die sch├Ânste Zeit Ciel. Wie ich bereits sagte, Du bist gutm├╝tig und dass Du f├╝r Deinen Bruder Lin zur├╝ckgeholt hast, zeigt doch dass Du ├╝ber Deinen Schatten gesprungen bist. Das hast Du sehr gut gemacht. Lin ist ein harter Brocken, aber kein schlechter Kerl. Er ist ein Mix aus Angst, Einsamkeit und Sturheit. Und er s├Ąuft ganz sch├Ân viel f├╝r sein Alter, f├Ąllt mir dabei auf. Das er versucht mit Dir auszukommen, zeigt mir etwas anderes. Er mag Dich und versucht es auf seine unbeholfene Art. Warum Du ihn nicht magst, ist wahrscheinlich nur eine Spiegelung von dem was Du annimmst. Er mag mich nicht - also mag ich ihn auch nicht. Abwehrhaltung oder? Was hast Du ihm gezeichnet? Zeige mir das sp├Ąter bitte einmal. Und wenn Du ihm einen Gefallen erweisen willst, gehe r├╝ber. Rede mit ihm, und versuch es mal so als redest Du mit einem Diener den Du magst. Und nimm ihm den Alkohol weg, sonst muss ich es tun. Und das w├Ąre eine Zurechtweisung die er heute nicht ben├Âtigt. Versuch es noch einmal, wenigstens einmal f├╝r uns. Und nebenbei, Du bist Souvagne, wenn nicht Ganz Souvagne, aber ein sehr gro├čer Teil davon, so wie alle Deine Br├╝der. Merk Dir das gut".

Ciel Felicien de Souvagne
"Danke, Papa", sagte Ciel gl├╝cklich. "Du verstehst es, die richtigen Worte zu finden, um einem zu helfen und einen wieder aufzubauen. Du hast sehr gefehlt ... wir haben uns um alles Notwendige gek├╝mmert und Souvagne w├Ąre nicht untergegangen, aber deine besonnene Art hat uns drei Hitzk├Âpfen gefehlt. Warst du fr├╝her ├Ąhnlich wie wir oder bist du von Natur aus so? Ich werde mich bez├╝glich der Robe von Ferrau beraten lassen, er hat einen guten Geschmack. Ich freue mich, dass ich das ausprobieren darf. Wie es auf mein Umfeld wirkt, muss sich zeigen. Ich freue mich wirklich! F├╝r Linhard hatte ich eine alberne kleine Kritzelei gezeichnet. Zwei Sturhammel, die sich die K├Âpfe einschlagen und eine Meckerziege. Und darunter hatte ich geschrieben: Ende des Kapitels. Mit deiner Erlaubnis werde ich nun zu Linhard gehen und es noch einmal versuchen."

Maximilien de Souvagne
"Ein Bild sagt mehr als tausend Worte Ciel. Du hast ihm alles gesagt, was Du tats├Ąchlich meintest. Nun handele selbst auch danach. Du hast erkannt was ihr seid und es wieder gut machen wollen. Gib ihm seine Chance und gib Euch eine Chance Freunde oder Familie zu werden. Vielen Dank f├╝r das Kompliment. Als junger Mann war ich weit weniger besonnen als Du vielleicht vermutest. Meine Meinung war die Gleiche, ich k├Ąmpfte stets f├╝r und um unser Land, aber mit anderen Mitteln als mein Bruder. Meine Waffe ist das Wissen, das Verst├Ąndnis das wei├čt Du. Tja manchmal war ich genauso ein Hitzkopf wie Du und Greg. Es ist nicht verboten jung und wild zu sein Ciel - auch Du darfst das. Nur musste ich mit einem Schlag v├Âllig erwachsen werden als mein Vater und mein Bruder starben. Ich hatte innerhalbs eines Augenblickes ein Volk unter mir, aber niemanden mehr an meiner Seite. Fast niemanden, bis auf Leon - meinen Leibdiener. Ich wei├č wie einsam man in so einer Position wie Du sein kann Ciel. Und folglich wirst auch Du verstehen, wie einsam ich einst ab und an gewesen war. Und darum verstehe ich auch, wie sich Dein Schwager f├╝hlt. Deshalb vergesse ich niemals wie wichtig Familie ist. Du bitte auch nicht. Und Eure Idee mit dem Gesetz der warmen H├Ąnde, freut mich sehr. Wir sollten mehr davon schaffen. Und nun geh, Du hast besseres auf Deiner eigenen Hochzeit zu tun, als mit Deinem Vater zu quatschen. Rede mit Deinem Schwager, iss Kuchen, rede mit Deiner Liebsten. Und feiere sobald das Fest beginnt. Sorgen k├Ânnen wir uns morgen wieder. Wobei - eine glatte L├╝ge, das Fest geht drei Tage", grinste Max und gab Ciel einen liebevoll Schubs. "Ab mit Dir mein Kleiner".

Ciel Felicien de Souvagne
Sehr viel besser gelaunt als noch vor einigen Minuten ging Ciel auf Linhard zu. Er nahm ihm das Glas aus der Hand und stellte es auf den Sockel einer Statue. Er versuchte, auszublenden, f├╝r wen er Linhard hielt und was er mit Verrill anstellte. Er stellte sich vor, Linhard sei sein neuer Diener, der da allein stand und ein Glas Bowle nach dem anderen trank. Wie w├╝rde er reagieren, w├╝rde er Ferrau in solch einem Zustand vorfinden? Mit solch einem leeren Blick und das am Tag seiner Hochzeit? Ciel griff Linhard an die Schulter. Dann dr├╝ckte er ihn.

Linhard von Hohenfelde
Linhard war einen Moment wie ├╝berrumpelt, als Ciel ihm das Glas abnahm und ihn umarmte. Lin z├Âgerte f├╝r eine Sekunde, ehe er sich traute die Umarmung zu erwidern. Er dr├╝ckte Ciel ebenfalls an sich und klopfte ihm liebevoll auf den R├╝cken. "Danke", sagte er leise mit heiserer Stimme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte Linhard zwei Mal mit der flachen Hand ├╝ber den R├╝cken ehe er ihn sanft wieder loslie├č. "Dein Mantel ist ganz sch├Ân kalt", fand er. "Tr├Ągst du deinen Paps bei dir? Dann habe ich ihn gerade aus Versehen gestreichelt. Du solltest hier nicht so allein rumstehen. Wenn von deinen Angeh├Ârigen und deinem Stab noch niemand gekommen ist, geselle dich doch zu uns. Ich stelle dich dann meiner Mutter vor, sie ist etwas anstrengend, aber sehr warmherzig. Ich hasse dich nicht, Linhard, und ich w├╝nsche dir auch nicht die Pest an den Hals. Ich kann mit dir nur nicht gut umgehen. Bring es mir bei. Erkl├Ąre mir, was du dir w├╝nschst, damit du dich gemocht f├╝hlst. Denn meine Botschaften scheinen bei dir nicht so angekommen zu sein, wie ich das wollte."

Linhard von Hohenfelde
"Ja er ist bei mir, aber er wird es verstehen. Ich habe es Dir auch nicht gerade leicht gemacht, also ein Neuanfang. Zuk├╝nftig gr├╝├če ich meine Familie und ich geselle mich zu Euch dazu. Die Wohnung werde ich weniger verr├Ąuchern, nicht dass Du noch erstickst, oder ich selbst. Ich sollte mir das eh abgew├Âhnen. Ich hasse Dich auch nicht, ich habe Dich gef├╝rchtet. Ich dachte Du w├Ąrst mich gerne los, vor allem nach meiner Bitte was meinen Vater betraf. Was ich mir w├╝nsche um mich gemocht zu f├╝hlen? N├Ąhe und Freundlichkeit, ich biete das Gleiche. Also Du hast erz├Ąhlt, Du warst an der Front und Deine Ma hat eine Schwertmeisterin. Wie steht es mit Dir? Lust mal mit mir gemeinsam zu ├╝ben? Was meinst Du? Was sind Deine Interessen? Und ebenbei, die Botschaft im Buch hat mir gefallen von Euch beiden, zugegeben. Ich wollte nur nicht so leicht nachgeben, bl├Âderweiser. Weder bei Dir noch bei Verrill. In Ordnung, ich bin vorgewarnt, weshalb ist Deine Ma anstrengend?", grinste Lin

Ciel Felicien de Souvagne
"N├Ąhe und Freundlichkeit. Welche N├Ąhe? Nicht, dass es zu Missverst├Ąndnissen kommt. Du hast aber nicht gef├╝rchtet, dass ich nachhelfen w├╝rde, um dich loszuwerden, hoffe ich?", fragte Ciel. "Rauchen ist wirklich nicht gesund und schon gar nicht in dieser Menge. Alkohol ├╝brigens auch nicht. Wir k├Ânnen gern einmal die Klingen kreuzen. Ich ├╝be zu wenig, da es mir keine Freude macht, das w├Ąre eine Gelegenheit, mal wieder den ├ťbungsplatz zu besuchen. Meine Mutter hat ihre Schwertmeisterin, die ihr auch eine gute Freundin geworden ist. Das l├Ąsst mich ruhiger schlafen, denn Minette - so hei├čt meine Mutter - ist eine sehr liebe Person. Zu lieb, sie erkennt die Gefahr nicht, wenn sie vor ihr steht, sondern l├Ąchelt noch und bietet ihr einen Kaffee an. Sie ist ... sehr weiblich in ihrer Weltsicht. Ich finde Gespr├Ąche mit ihr grauenhaft. Aber vielleicht kommst du damit besser zurecht."

Linhard von Hohenfelde
"Doch genau das habe ich bef├╝rchtet, da Du im Grunde alles straffrei durchdr├╝cken k├Ânntest. Wer sollte Dich verurteilen? Dein Vater? Aber das ist in alten Bahnen gedacht und so seid Ihr nicht. Vor allem bist Du so nicht. Freundschaftliche N├Ąhe, so wie Du mit den anderen auch umgehst, mit denen Du befreundet bist. Ich schlie├če mich dem an. Wir k├Ânnen auch ├ťbungsklingen kreuzen, ehe Greg nachher noch denkt, wir rasten v├Âllig aus. W├Ąre vielleicht sinnvoller, bis er uns glaubt, was meinst Du? Meine Mutter hei├čt Fingard und sie war die erste Liebesheirat in unserer Familie. Aber letztendlich hat mein Vater sie wohl mehr geliebt, als sie ihn. Als es zum Streit auf der Hochzeit meines Onkels kam, sollte sie fliehen. Das tat sie scheinbar auch. Jedenfalls hatte mein Erzeuger mich danach auf dem Kieker, da ich zu Brandur gehalten habe. Und meine Mutter warnte mich davor, dass sich mein Erzeuger r├Ąchen wollte. Ab dato waren sie getrennte Leute. Es ging Ansgar nicht mal um das ob - das h├Ątte er vielleicht sogar erlaubt. Sprich mich zu warnen. Sondern darum, dass sie ihn nicht gefragt hat. Aber sie ist immerhin meine Mutter. Auf der anderen Seite muss ich dazu sagen, fiel ihr das reichlich fr├╝h ein. 18 Jahre hat sie Ansgar schalten und walten lassen wie er wollte und auf einmal findet sie ihre m├╝tterlichen Gef├╝hle wieder. Wer es glaubt oder? Ich denke, sie wollte nur vor sich selbst nicht schlecht dastehen. Sie hat getan was sie f├╝r ihr Gewissen tun musste. Ich war gleichg├╝ltig wie immer. Ansgar liebte Anwolf und hat ihn verw├Âhnt. Nur zu, aber f├╝r mich h├Ątte auch was ├╝ber bleiben d├╝rfen. Blieb es aber nicht und Fingard hat es damals nicht interessiert. Sie kam ja nicht mal zur├╝ck. Sie kam erst zur├╝ck, als Brandur beigesetzt wurde. Lange Geschichte, erz├Ąhle ich Dir mal in Ruhe. Keine Ahnung ob ich das von Deiner Ma ertrage, aber ich denke schon. Sie redet ja mit mir, wor├╝ber ist mir ehrlich gesagt dann gleich. Hauptsache wir haben etwas zu reden. Ich versuche es jedenfalls".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel stellte sich eine Sekunde lang vor, wie er mit Linhard wie mit Ferrau auf dem Sofa sa├č und sie gemeinsam Karten spielten. Es war eine ungewohnte Vorstellung. Aber er beschloss, es einmal zu versuchen. Er musste Linhard ja hinterher nicht auf dem Sofa schlafen lassen. Alles Schritt f├╝r Schritt. Der Reihe nach, sch├Ân strukturiert. "Ich wollte dein Leid nicht schm├Ąlern. Ich habe unsensible Dinge gesagt. Du hast eine andere Sicht auf die Welt, weil du anders gelebt hast. Du musst dir die Sicht eines Marquis angew├Âhnen und das wirst du. Wir helfen dir dabei. Dazu geh├Ârt aber auch H├Âflichkeit." Er blinzelte freundlich. "Ob ├ťbungsklingen oder nicht, ist mir gleich. Die Wahl der Waffe ├╝berlasse ich dir. Was deine Mutter zu wenig an m├╝tterlicher F├╝rsorge zeigte, zeigt meine zu viel. Sie behandelt Leute ... mich, aber auch meine Br├╝der ... nicht immer deren Alter entsprechend."

Linhard von Hohenfelde
"Aber sie liebt Dich und nur darauf kommt es an. Es sei denn sie macht Dich mit Spucke sauber. Dann musst Du mit ihr reden, oder einfach schnell genug weglaufen. Wir waren beide nicht fair zueinander Ciel. Abgemacht Du bringst es mir bei und ich bem├╝he mich es zu lernen. Wer den Hof repr├Ąsentiert, muss sich auch so verhalten k├Ânnen. Und falls Du gerne mal mit Aquilla einen Ausflug unternehmen willst, nur zu dann nehme ich Dich mit", bot Lin freundlich an. Er war froh und gl├╝cklich dar├╝ber, dass Ciel ihm eine Chance gab. Dass sie beide sich endlich eine Chance gaben.

Ciel Felicien de Souvagne
"Auf deinem Drachenhuhn? Warum nicht? Wie viele Personen kann das Tier tragen? Wenn er m├Âchte und du es erlaubst, w├╝rde ich gern Ferrau mitnehmen. Ich habe bei ihm etwas wieder gutzumachen und es f├Ąllt mir schwer, mir angemessene Entschuldigungen zu ├╝berlegen. Aber lass uns heute nicht mehr ├╝ber Verfehlungen sprechen. Lass uns zu den anderen gehen, dein Mann vermisst dich sicher schon."

Linhard von Hohenfelde
"Auqilla kann drei von uns tragen. Wir sind ja nicht allzuschwer und sie ist stark. Ich dachte wir fliegen mal in einen anderen Ort oder zum Meer. Am Meer war ich schon, ist sehr sch├Ân da. Zwar kalt und windig, aber auf die raue See zu gucken ist irgendwie beruhigend. Eigentlich immer das gleiche Bild, aber es sieht dort stets anders aus. Du wirst sehen was ich meine. Ich habe einige Steine von dort gesammelt, sie sind ganz glatt geschliffen. Wer wei├č wie lange sie in den Gezeiten herumgewirbelt wurden. Fast wie wir, bis wir die Kanten verloren, hat es auch was gedauert. Ich werde Dir einen Lochstein ├╝berlassen, als... Freundschaftsstein", lachte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist ein sch├Ânes Geschenk, ich werde ihn in Ehren halten. Dann lass uns das nicht aus den Augen verlieren, sobald die Feierlichkeiten vorbei sind. Die Metapher gef├Ąllt mir. Dann ist sicher der Stein mit Loch auch eine Metapher. Wir werden zusehen, dass das Loch in deinem Herzen nicht gr├Â├čer wird und vielleicht Heilung findet."

Linhard von Hohenfelde
"Das auch, aber man nennt sie auch H├╝hnergott, ein Stein mit einem nat├╝rlich entstandenen Loch soll den Tr├Ąger vor Unheil sch├╝tzen. Und davon kann man ja nicht genug Steine haben oder? Vor allem aber sch├╝tzt es wohl Gefl├╝gel, aber die kleinen auch uns. Drum gebe ich Dir einen ab, als Zeichen wie ich zu Dir stehe. Aber Deine Metapher gef├Ąllt mir. Ja ich hoffe es heilt und ich hoffe er schenkt mir etwas mehr. Sp├Ąter, in zwei drei Jahren. Du wei├čt schon", schmunzelte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ein Kind?", fragte Ciel besorgt.

Linhard von Hohenfelde
"Ja ein Kind", antwortete Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schossen die ganzen Sorgen durch den Kopf, die Verrills schmale Gestalt mit sich brachten. Aber er w├╝rde das nicht gegen├╝ber Linhard thematisieren. Das musste Verrill tun, denn es war sein K├Ârper. "Ich w├╝nsche euch alles Gute", sagte er so aufrichtig wie unverbindlich, denn dieser Satz konnte alles M├Âgliche bedeuten und war entsprechend nicht gelogen.

Linhard von Hohenfelde
Lin dr├╝ckte Ciel, soweit kannte er ihn nun doch schon, um zu wissen was das hie├č. "Er entscheidet ob er es tut, oder ob er noch einmal heiratet und sie es tut, in Ordnung? Vergiss nicht, ich liebe ihn auch. Ansonsten Danke Ciel", fl├╝sterte Lin ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte ihn zur├╝ck. "Ich vertraue euch, dass ihr die Entscheidung sorgf├Ąltig abw├Ągt. Ihr seid erwachsene und intelligente Menschen. Ich werde nicht anfangen, euch zu bevormunden, wie Minette das gern tut mit ihren wohlgemeinten Ratschl├Ągen, auch wenn ich manchmal Lust habe." Er grinste etwas. "Das spare ich mir f├╝r meine Diener auf."

Linhard von Hohenfelde
"Du kannst uns gerne begleiten, wenn es soweit ist. Nichts spricht gegen einen guten Rat. Es muss wenn genau abgekl├Ąrt werden, ob es m├Âglich ist. Vor allem ob es gefahrlos m├Âglich ist. Nat├╝rlich w├╝nsche ich mir einen Stammhalter, er ebenso. Aber zur Not nicht von uns - gemeinsam. Ich m├Âchte ihn behalten, er bedeutet mir sehr viel. Wo ist er ├╝berhaupt?", fl├╝sterte Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sah sich suchend um. "Ich vermute, am Buffett. Bei den Meeresfr├╝chten."

Linhard von Hohenfelde
"Oh also gut, dann begleite ich Dich zu unseren Leuten. Er kommt sicher nach. Warum er da so drauf abf├Ąhrt, wei├č ich nicht. Aber ihm scheint es zu schmecken. Ihr habt hier eh Dinge, die ich gar nicht so kannte, was das Essen angeht. Manches ist interessant, machenes echt schr├Ąg. Die Kekse sind unschlagbar", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Seite an Seite gingen die beiden zum Buffet und das erste Mal hatte Ciel das Gef├╝hl, dass sie auf einem guten Weg waren.
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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Nathan
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Der Tanz

#29

Beitrag von Nathan » Mo 14. Mai 2018, 14:12

Fabien Lacomb
Fabien hatte Spa├č daran gehabt Nathan beim Einsingen zuzuh├Âren. Er hatte sich vorgestellt, dass er die ganze Zeit ├╝ber Lieder sang, aber eigentlich tat er das nicht. Er tr├Ąllerte vor sich hin und achtete dabei darauf wie er den Mund hielt. Fabs tat es ihm gleich, achtete aber nicht auf den eigenen Mund - wozu auch, er konnte nicht singen - sondern auf den von Nathan. Es war schon erstaunlich was der Bursche konnte. Und das obwohl er sich immer so darstellte, als w├Ąre er zu nichts f├Ąhig. Gleichzeitig fragte sich Fabien, was damals geschehen war, dass Nathan so grauenvoll gesungen hatte. Jedenfalls wenn man Max h├Ârte. Und Max log ganz sicher nicht. Vielleicht war Nathan krank und erk├Ąltet? Er hatte dann meist gar keine Stimme mehr. Gut gelaunt hatten sich beide zur├╝ck auf das Fest begeben und schauten sich um. Fabien nahm Nathan bei der Hand und schmunzelte ihn gut gelaunt an. ┬╗M├Âchtest Du zuerst auf das Fest, zu meiner Mutter oder zu Deinen M├Âbeln?┬ź, fragte Fabien und streichelte Nathan die Flanke.

Nathan
┬╗Ich, ich w├╝rde gern mal dorthin gehen, wo die Musik gespielt wird ... und mit dir tanzen. Ich wei├č aber gar nicht, ob ich es noch kann. Wenn du magst. Sonst k├Ânnen wir auch was anderes machen!┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Mit mir tanzen? Wow, ja klar gerne. Jetzt bin ich ger├╝hrt Nathan, ich wei├č gar nicht was ich sagen soll. Aber daf├╝r sage ich ganz sch├Ân viel. Ich hoffe ich kann gut genug tanzen um mitzuhalten, erwarte keinen hohen K├╝nste von mir, notfalls tanzen wir beide einfach eng, da f├Ąllt es keinem auf┬ź, antwortete Fabien und verschr├Ąnkte seine Finger mit denen von Nathan.

Nathan
Nathan freute sich, dass Fabien so erfreut auf seinen Vorschlag reagierte, klammerte seine Finger in Fabiens Hand und ging mit ihm nach drau├čen. ┬╗Ich kann auch nicht so gut tanzen. Aber darauf kommt es, glaube ich, gar nicht so an. Man muss es einfach machen und sich wohlf├╝hlen und die sch├Âne Musik dabei h├Âren. Ich finde tanzen enspannend.┬ź Sie hatten den Platz erreicht. Inzwischen gab es hier einen regen Andrang. Die Trauung stand kurz bevor und ganz Souvagne schien auf dem Hof versammelt zu sein. Es war ein Meer bunter Gewandungen, auslandender Kopfbedeckungen und langer Kleider. Nathan hielt Fabiens Hand ganz fest, damit sie nicht von der Masse an Leuten auseinandergedr├╝ckt wurden, w├Ąhrend er auf die Musik zuhielt.

Fabien Lacomb
Fabien hielt Nathan ebenfalls fest und schaute sich um. Die Kleider und Roben der Adligen stritten um die Wette, wer trug das teuerste und ausgefallenste Gewand, wer hatte den besten Geschmack bewiesen und wer w├╝rde morgen und ├╝bermorgen noch in aller Munde sein und am Hof Erw├Ąhnung finden, da er so vorz├╝glich gekleidet war? Die meisten interessierte so etwas nicht, Fabien hingegen schon. Er erfreute sich an den sch├Ânen Gewandungen und zog Nathan hinter sich her auf die Tanzfl├Ąche. Er schaute noch einmal in die Runde und musterte dann ausschlie├člich Nathan. ┬╗Du f├╝hrst Natty┬ź, sagte Fabien liebevoll und reichte ihm erneut die H├Ąnde.

Nathan
┬╗Na gut┬ź, sagte Nathan. ┬╗Ich versuche es.┬ź Nathan hatte ein gutes Gef├╝hl f├╝r Rhythmus und Walzer waren nicht schwer zu tanzen, verglichen mit anderen Formen h├Âfischer T├Ąnze, die komplizierte Schrittfolgen erforderten. Beim Walzer konnte man sich einfach Arm in Arm von der Melodie treiben lassen. Nathan war kleiner als Fabien, aber wenn Fabien wollte, dass er f├╝hrte, musste er derjenige sein, der die traditionelle Haltung des Mannes einahm. Er legte Fabien eine Hand auf den R├╝cken, w├Ąhrend Fabien seine auf Nathans Schulter legen musste und schon konnte es losgehen. Die Melodie war sanft und freundlich und leicht zu tanzen. Nathan gab sein bestes, den Tanz zu f├╝hren, auch wenn er sonst immer die Rolle des weiblichen Parts ├╝bernommen hatte. Er f├╝hrte Fabien ganz sanft, er war niemand, der angeben oder F├╝hrungsst├Ąrke beweisen wollte. Er wollte einfach nur mit seinem Liebsten in der Musik versinken.

Fabien Lacomb
Fabs lie├č sich von Nathan die Grundhaltung zeigen und genoss die F├╝hrung w├Ąhrend des Tanzes. Es f├╝hlte sich gut an, sich einfach bei Nathan fallen lassen zu k├Ânnen. Er war liebevoll und dennoch wusste er was er tat. Ganz ├Ąhnlich wie im Alkoven, nur waren dort ihre Rollen vertauscht gewesen. In beiden Kategorien konnte man sich auf Natty verlassen. Fabien machte es sich beim Tanzen etwas gem├╝tlich und zog Nat n├Ąher zu sich heran. ┬╗Du kannst das ziemlich gut, dass gef├Ąllt mir. So kann sogar ich tanzen. Danke Schatz┬ź, fl├╝sterte Fabs ihm liebevoll ins Ohr und schmiegte sich kurz an ihn, ehe sie weitertanzten. ┬╗Wollen wir nachher was leckeres essen? Was isst Du gerne? Erz├Ąhl mal ein bisschen ├╝ber Dich. Wir wissen so wenig voneinander, dass m├╝ssen wir ├Ąndern. Wer war Deine Mutter? War sie eine Bardin? Gibt es weibliche Barden?┬ź, fragte Fabs neugierig.

Nathan
┬╗Meine Mama war eine Amme bei den Duponts┬ź, erkl├Ąrte Nathan, w├Ąhrend er Fabien vorsichtig f├╝hrte, damit dieser mit den Schritten nicht durcheinanderkam. Er genoss es, wie nahe sie sich waren. ┬╗Ich habe sie mit 12 das letzte Mal gesehen, ich wei├č nicht mehr so viel von ihr und Papa. Mit Papa habe ich mehr Zeit verbracht, weil er mir das Singen beigebracht hat. Es gibt bestimmt weibliche Barden, aber meine Mama hat andere Arbeiten verrichtet. Sie hatte mich bekommen, aber zwei Babys versorgt. Mich und einen kleinen Dupont. Vianney. Mit dem habe ich viel gespielt, bevor ich an den Hof kam. Ich wei├č noch, dass Mama kugelrund war, sie hat immer gut zu Essen bekommen, da ihre Milch ja f├╝r uns beide reichen musste und sie war sehr, sehr lieb, so wie Papa. Ich hatte wirklich Gl├╝ck.┬ź Er freute sich, dass Fabien ihn Schatz genannt hatte und bekam ein rotes Gesicht. ┬╗Ich esse gern alles, am liebsten Lachscarpaccio mit Orangen. Das schmeckt lecker! Und du? Au├čer EIntopf und Schnitte?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Ah wo meine Ma arbeitet wei├čt Du bereits, in der W├Ąscherei der Hofk├╝che. Also was esse ich gerne, mal ├╝berlegen. Mit Eint├Âpfen liegst Du schon mal richtig und Brote liebe ich auch. Meist etwas herzhaftes, z├╝nftiges. Wurst und Fleisch esse ich gerne, Lammbraten mag ich, manche Fischsorten auch. Kochfisch esse ich gerne, so wie Heilbutt gekocht. Oder davon eine Gem├╝sepfanne. Trinkst Du lieber Kaffee oder Tee, oder beides Nathan? Ich bevorzuge Kaffee┬ź, schmunzelte Fabien. Er freute sich ├╝ber sowas mit Nathan zu reden. Es machte Spa├č und er lernte ihn noch besser kennen.

Nathan
┬╗Ich mag Tee┬ź, gestand Nathan. ┬╗Der schmeckt sch├Ân mild und man wird nicht so aufgekratzt. Manchen Leuten darf man keinen Kaffee geben, die werden da komisch. Das muss ich Ferrau noch sagen, Ciel darf keinen Kaffee bekommen! Und warum magst du lieber Kaffee? Du musst dir mal einen von Khawa machen lassen, der macht den besonders gut. Oder ich mach dir mal einen, Khawa hat es mir beigebracht. Dreaux hat der zumindest geschmeckt. Lachst du manchmal Leute aus? Wenn ja, wof├╝r?┬ź, wollte Nathan neugierig wissen.

Fabien Lacomb
┬╗Damit ich morgen gut aus dem Bett komme und ich mag den bitteren Geschmack. Nein ich lache ganz selten Leute aus, weil ich das als eine Form von Angriff empfinde. Jeder von uns wurde schon mal beleidigt und das ist doch was ├Ąhnliches finde ich. Drum nein, es sei denn jemand passiert ein Missgeschick und er lacht selbst dr├╝ber. Wor├╝ber lachst Du?┬ź.

Nathan
┬╗Ich lache nur ├╝ber Dinge, die niemandem weh tun. Ich m├Âchte niemanden auslachen. Ich lache nicht, wenn jemand sich den Kopf st├Â├čt oder stolpert. Manche finden so was ja lustig. Meistens lache ich einfach, wenn ich so gl├╝cklich bin. Was findest du an Leuten doof und was magst du an Leuten?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das verstehe ich und das gef├Ąllt mir sehr gut Natty. Nun ich mag wenn einer offen und ehrlich ist und man sich gut mit ihm unterhalten kann. ├ťber Tiefsinniges und ├╝ber Bl├Âdsinn, man muss ├╝ber beides reden k├Ânnen. Gemeisam lachen und weinen. Ich lache gerne ├╝ber flache Witze oder ├╝ber Tratsch, ich liebe Tratsch. Aber ich wei├č auch was es ist, eben einfach nur Bl├Âdsinn. Darauf gebe ich nichts, aber ich h├Âre die M├Ąrchen gerne. Vor allem die ├ťbertreibungen. Ich mag es nicht, wenn jemand seine Macht ausnutzt oder nur unh├Âflich zu uns ist, weil wir Diener sind. Manche von denen haben weniger als wir, aber spielen sich auf. Ich mag es nicht, wenn jemand ungerecht ist oder grundlos brutal. Ich mag am liebsten den Herbst, es ist die bunteste und vollste Jahreszeit und das Wetter ist am Sch├Ânsten. Morgens k├╝hl, Tags├╝ber warm und die Erntezeit ist da. Welches ist Deine liebste Jahreszeit?┬ź.

Nathan
┬╗Ich mag den Winter. Man kann kuschlige Sachen tragen oder sich zu Hause vor dem Kamin einkuscheln. Oder in einer hei├čen Wanne liegen, w├Ąhrend es drau├čen st├╝rmt. Winter macht gem├╝tlich. Man kuschelt sich mit einem hei├čen Kakao aneinander und erz├Ąhlt sich Geschichten oder lauscht Musik. Mit mir kann man leider nicht so gut tiefsinnig reden, ich bin nicht so klug. Ich hoffe, du redest trotzdem gerne mit mir.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Absolut ich rede sehr gerne mit Dir und ich rede auch ├╝ber Tiefsinniges mit Dir. Was Du nichts wei├čt, wirst Du lernen Nathan, daf├╝r sind Gespr├Ąche doch da. Ich wei├č auch nicht alles und Du hast mich einfach an die Hand genommen, siehe unseren Tanz. Der Winter ist auch gem├╝tlich, aber oft farblos. Wobei wir selbst k├Ânnen ja die Farbklekse im Winter sein. Gem├╝tlich vor dem Kamin sitzen und was warmes trinken ist sch├Ân. Auch vor dem Ofen sitzen macht Spa├č. Aber nicht nur im Winter, generell wenn es schuttelig ist. Fr├╝her haben wir den kleinen Ofen dann abends noch mal angestochert in unserer Kammer, also bei meiner Ma und ich. Einer stand nachts auf und hat nachgelegt. Komisch woran man sich erinnert, wenn man so die Gedanken schweifen l├Ąsst. Kakao schmeckt gut, mit Keksen dabei┬ź.

Nathan
┬╗Du redest immer so lieb von deine Ma ... ich glaub, du redest ├╝berhaupt immer lieb von allen. Du bist ein lieber Mensch. Hattest du schon mal, also, einen Partner?┬ź, fragte Nathan sch├╝chtern.

Fabien Lacomb
┬╗Ja fr├╝her mal, als ich noch kein Leibdiener war, da war ich noch ein ganz junger Kerl. Nicht mal ein Kerl, ehr ein Bubi. Nun ich versuche mich mit denen abzugeben, ├╝ber die ich nettes sagen kann. Die anderen muss man nicht erw├Ąhnen, von denen erf├Ąhrt man eh. Du warst immer solo und mit Ciel zusammen oder?┬ź, fragte Fabien neugierig.

Nathan
┬╗├äh, nein, also ja, meine ich. Also ich hatte nie jemand anderes als Ciel.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Verstehe, dass macht ja nichts. Du hast ja so gesehen trotzdem Beziehungserfahrung, da Du immer Leibdiener warst. Das ist auch eine Form von Beziehung. Manche davon halten l├Ąnger als jede Ehe Nathan, denk immer daran. Ich freue mich auf unsere kleine gemeinsame Kammer, die machen wir uns richtig gem├╝tlich. Mit einem ├ľfchen und allem was uns so einf├Ąllt. Kuschelkissen und Decken, Hauptsache gem├╝tlich und unser Zuhause┬ź.

Nathan
┬╗Oh, das hat mir auch wirklich nie was ausgemacht. Ich hatte ja Ciel, da brauchte ich sonst niemanden. Und Ciel brauchte auch niemanden. Kaum hat er mich nicht mehr, musste er pl├Âtzlich heiraten. Das ist doch komisch, oder? So als ob Olivie meinen Platz einnehmen soll. Kuschelkissen mag ich und Kuscheldecken! Darf ich meine Spielsachen da irgendwo hintun? Je nachdem, was Ciel mir noch ├╝berl├Ąsst, ich muss mich nur trauen, ihn zu fragen. Bist du, also seid ihr, du und Max, also ├Ąhm, bist du sicher, dass ich euch nicht st├Âre? Ich habe Angst, dass ich dich ihm weggenommen habe und er dann genau so b├Âse wird wie Ciel.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Es ist unsere Kammer Natty, Du darfst dort hinstellen was Du m├Âchtest. Also nat├╝rlich auch Deine Spielsachen. Ich freue mich dr├╝ber, haben wir etwas Deko. Es kann gut sein, dass er Olivie als Ersatz ben├Âtigt, er ben├Âtigt wie Max denke ich viel N├Ąhe und Aufmerksamkeit. Nein, Max und mich hast Du nicht getrennt. Falls ihm etwas nicht gef├Ąllt, wird er mir das sagen. Aber er g├Ânnt uns unsere Beziehung. Andernfalls h├Ątte er sie uns verboten Natty. Und wie gesagt, er und ich waren nie zusammen. Wir sind Freunde mehr noch, Vertraute. Und ich empfinde viel f├╝r ihn, Du wei├čt wieviel. Das in Ehveros war Urlaubsstimmung, wir waren nie ein Liebespaar. Das h├Ątte ich Dir gesagt┬ź, fl├╝sterte Fabien Nathan ins Ohr.

Nathan
┬╗Ciel h├Ątte es auch einfach verbieten k├Ânnen ... aber er hat mich lieber verschenkt. Die sind manchmal schwer zu verstehen, die Herren, deiner scheint ruhiger zu sein.┬ź Nathan sprach ├╝ber diese Dinge genau so leise wie Fabien, aber die Musik ├╝bert├Ânte das meiste. Sie drehten sich noch immer im langsamen Walzer. ┬╗Ich, ich dachte, ich dachte ihr w├Ąrt ein Paar┬ź, gestand er. ┬╗Aber das w├╝rde mich auch nicht st├Âren, ich hatte nur Angst und will selber niemand sein, der st├Ârt. Warum brauchen die de Souvagnes so viel Aufmerksamkeit? Ich glaube, sie sind alle so ... aber warum? Sie waren doch nie allein.┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das ist der Unterschied Nathan. Wenn ich Dich jetzt hier stehen lasse - mitten auf der Tanzfl├Ąche, bist Du dann allein? Nein. Aber Du w├Ąrst einsam, stimmts? Du kannst unter tausenden Leuten einsamer sein, als wenn Du allein in Deiner Kammer sitzt. Allein und einsam ist ein gro├čer Unterschied. Und sie alle haben gro├če Macht, gro├če Verantwortung und niemanden mit denen sie alle Gedanken teilen k├Ânnen - au├čer den Verwandten und ihren Leibdienern. Max hatte als er jung war aber seinen Bruder und Vater verloren. Also das was Ciel noch als Vertraute hat, hatte er nicht mal. Er hatte nur seinen Leibdiener. Und auch sie sind nur Menschen die sich mal anlehnen wollen. Und da sie es den ganzen Tag ├╝ber nicht k├Ânnen, ben├Âtigen sie derma├čen N├Ąhe. Verstehst Du? Eine Person wie Ciel oder Dreux oder auch Max kann nicht sagen - oh tut mir leid keine Ahnung. Was w├╝rde passieren wenn Max das sagt? Es k├Ânnte sogar eine Panik ausbrechen. Krieg? Hups, keine Ahnung, gucken wir mal. Nein er muss immer die Kontrolle behalten, wenigstens nach Au├čen hin, selbst wenn er Panik empfindet. Er muss es wissen, jeder erwartet von ihm, dass er die L├Âsung findet oder besser noch sie schon hat. Und mit genug Leuten die Ahnung haben, kann er auch stets eine L├Âsung finden. Er hat seine Fachleute, Magier, Forscher und und und. Kein Mensch wei├č alles. Aber jeder denkt, er ist sowas wie ein allwissendes Wesen - er ist Souvagne, dass Land das selbst spricht. Folglich muss er auch alles wissen was Souvagne betrifft. Und wenn er dann Zuhause ist, m├Âchte er einfach er selbst sein. Genauso Ciel. Stell Dir vor er muss die Grenze sichern und sagt dann - Grenze sicher. Wie? Ja woher soll ich das wissen, macht mal. Das geht schlecht. Also muss er machen, denken, planen, sich informieren, andere anweisen und und und. Er macht die Denkarbeit und f├╝gt die Gedanken anderer zusammen. Zuhause m├Âchte er nicht mehr der Starke sein, der Anf├╝hrer, der gro├če Ciel der alles wei├č. Er ben├Âtigt einen Freund, eine Schulter. Jemanden wo er offen sagen kann - ich hoffe das geht gut. Verstehst Du Natty?┬ź

Nathan
┬╗Das h├Ârt sich so an, als ob es richtig w├Ąre┬ź, sinnierte Nathan. ┬╗Aber da muss Ferrau sich ganz sch├Ân umgew├Âhnen. Weil Dreaux nicht so extrem anh├Ąnglich ist, glaube ich. Andererseits wollte ich ihn ja deswegen noch fragen, weil ich das so gew├Âhnt bin, immer da sein zu m├╝ssen. Wehe ich war mal zu lange unterwegs. Da wurde ich dann ausgeschimpft, dass ich lieber wen anders h├Ątte schicken sollen. Ich hoffe, Ferrau nimmt das Ciel nicht ├╝bel oder macht ihn traurig. Meinst du, Ferrau schafft das? Der gemeine Zerbino ist zum Gl├╝ck nicht allein bei Ciel. Wo wir an der Nordgrenze waren, da war Ciel nachts besonders anh├Ąnglich. Ich schlief bei ihm und rr hat im Schlaf am Daumen genuckelt, ich habe ihm den dann immer aus dem Mund gezogen, damit er keine schiefen Z├Ąhne bekommt. Am Tag musste er wieder Feldherr sein und Souvagne sch├╝tzen.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien musste sich ein Lachen verkneifen, als er sich Ciel vorstellte, dessen Z├Ąhne v├Âllig krumm und schief aus dem Mund h├Ąngen und alles nur, weil er im Stress am Daumen genuckelt hatte. Fabs musste einige male um seine Beherrschung k├Ąmpfen, ehe er antwortete. ┬╗Doch sie sind alle gleich, sie m├╝ssen sich nur erst an einen gew├Âhnen. Max war von Anfang an auch nicht so zutraulich wie jetzt. Man muss sich erst kennenlernen und warm miteinander werden. Dein Herr muss sp├╝ren, dass er bei Dir gut aufgehoben ist und Dir v├Âllig vertrauen kann, auch Dir als Person. Ciel mit Daumen im Mund muss knuffig aussehen┬ź, grinste Fabs.

Nathan
┬╗Das sah auch knuffig aus. Wir waren da noch 15. Mir hat das gefallen, ich durfte ihn streicheln. Er tat mir sehr leid, weil der Untschied zwischen Tag und Nacht so dolle war. Tags war er Feldherr, Nachts ein Kind. Aber er hat seine Aufgabe gut gemacht. Die Grenze wurde fertig gesichert und niemand ist in Souvagne mehr eingefallen aus der Richtung. Und er hat Khawas Truppe besiegt. Wie lange hat es gedauert, bis Max dir so vertraute, dass er sich geborgen bei dir f├╝hlte?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Ja dass muss auch hart f├╝r ihn gewesen sein, er musste einer Rolle gerecht werden die so schon kaum jemand schafft und dann in dem Alter. Einige Monate hat es gedauert, also fast vier Monate. Er hat um Leon getrauert, so habe ich ihn kennengelernt. Leon war gestorben und er war fertig. Ich bediente dort und fragte einfach wie es ihm geht. Keine Ahnung warum, eigentlich darf man Herrschaften nicht ansprechen, aber er tat mir leid und ich konnte meinen Mund nicht halten. Ich gab ihm ein Taschentuch, da ich dachte dass er weinen m├╝sste oder so. Ab dato war ich sein neuer Leibdiener. Er vertraute mir schon, aber er lie├č mich gef├╝hlsm├Ą├čig nicht so nah an sich heran. Das dauerte etwas, was ja verst├Ąndlich ist. Anders h├Ątte ich es als seltsam empfunden. Wenn er ├╝ber Leon spricht, dann redet er nur gut ├╝ber ihn, er hat ihn sehr gesch├Ątzt und extrem vermisst┬ź.

(Fortsetzung folgt)

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Ciel Felicien de Souvagne
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Plan├Ąnderung

#30

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Di 15. Mai 2018, 00:52

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte noch etwas sehr, sehr wichtiges mit Gregoire zu besprechen, bevor es ans Eingemachte ging. Er wartete einen g├╝nstigen Moment ab, wo es nicht so unangenehm w├Ąre, das Gespr├Ąch mit Dreaux und Linhard zu unterbrechen, die ebenfalls in der Runde standen. Das war gut, so w├╝rde Linhard nicht gleich wieder allein gelassen werden. ┬╗Greg, auf ein Wort unter vier Augen?┬ź, fragte Ciel.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich┬ź, schmunzelte Greg und dr├╝ckte Linhard seinen Teller behutsam in die Hand. ┬╗Wir sind gleich wieder da┬ź, sagte er freundlich und zog Ciel mit sich. Als sie au├čer H├Ârweite der anderen waren lie├č Greg ihn los und musterte ihn neugierig. ┬╗Worum geht es?┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe etwas in der Bibliothek recherchiert. Kannst du mal kurz dr├╝berschauen, ob das so seine Richtigkeit hat?┬ź Ciel zog ein winziges Notizb├╝chlein aus der Tasche, bl├Ątterte und schlug die richtige Seite auf. Von dort angefangen fand sich eine stichpunktartige Anleitung f├╝r die Hochzeitsnacht. ┬╗Stimmt das so oder w├╝rdest du noch was erg├Ąnzen oder ├Ąndern?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nahm das Buch entgegen und la├č die Liste von Ciel durch. ┬╗Ich w├╝rde das Drumherum erg├Ąnzen. Denn bevor es zur eigentlichen Sache geht, wird sie nerv├Âs sein. Linhard wird ebenso nerv├Âs sein. Nun jeder ist nerv├Âs bei etwas, dass er zum ersten Mal tut. Deshalb solltest Du es Euch so leicht wie m├Âglich machen. Alles was dazu geh├Ârt und Euch entspannt. Ged├Ąmpftes Licht, vielleicht etwas das gut duftet, sie mag Rosen, etwas leckeres zum Essen. Nur eine winzige Kleinigkeit, gar nicht tats├Ąchlich zum Essen gedacht. Aber falls sie nicht weiter wei├č als ├ťbersprungshandlung hervorragend geeignet, einfach etwas zu naschen, anstatt nicht mit den H├Ąnden zu wissen wohin. Etwas zu trinken, Sekt auf alle F├Ąlle, oder etwas S├╝├čes. Das Vermittelt meist Geborgenheit. Ihr k├Ânnt Euch vorher auch mit etwas leckeren f├╝ttern, als Zeichen dass Ihr Euch vertraut. Das nimmt die Hemmschwelle. Es geht Dir ja nicht rein um den Sex, sondern darum mit ihr eine sch├Âne Zeit zu verbringen. Ihr zu zeigen dass Du sie magst, ihr Freund und Liebhaber aber auch ihr Mann bist. Um ihr zu beweisen, dass von Dir keine Gefahr ausgeht, gleichg├╝ltig wieviel Angst sie hat, Du zwingst sie zu nichts. Also muss alles seinen eigenen gem├╝tlichen Gang gehen. Es darf nie Hetze aufkommen oder Druck. Vielleicht badet Ihr beiden vorher im Zuber gemeinsam zusammen. So etwas in der Art oder kuschelt vor dem Kamin in einer gro├čen Decke. Dazu ben├Âtigst Du dann S├╝├čes zum Naschen. Aber keine Kekse, die kr├╝mmeln und das w├Ąre ├Ąrgerlich wenn es dann piekst┬ź, fl├╝sterte Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm ihm das Buch aus der Hand, st├╝tzte sich damit gegen den Sockel einer Statue und schrieb alles auf, was Gregoire ihm erkl├Ąrte. ┬╗Gut, um das Drumherum kann Ferrau sich k├╝mmern, dann vergesse ich nichts. Baden, hm ... dann ist man schon nackt. Das sollte also erst relativ sp├Ąt kommen.┬ź Ciel machte eine Klammer um das Baden und einen Pfeil der an die Stelle f├╝hrte, wo er es f├╝r richtig erachtete. ┬╗Ansonsten alles richtig?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Ansonsten alles korrekt wie es sein sollte Ciel...┬ź, sagte Verrill ├╝bergriff seine Hand und schloss mit seinen Fingern nicht nur Ciels Hand, sondern dabei auch zeitgleich das Buch. ┬╗Die Liste gibt Dir Sicherheit nicht wahr? Du kannst Dich nicht fallen lassen oder? Worauf h├Ąttest Du selbst denn Lust? Stell Dir einmal vor, dies wird der rundeste Abend, den Du je hattest. Ein Abend wo Du sagst, wundersch├Ân, einfach herrlich. Wie w├Ąre der Abend dann? Wie w├╝rde er verlaufen? ├ťberlege und antworte absolut ehrlich┬ź, bat Verrill.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte ihn einen Augenblick lang an. ┬╗Ich habe nicht die geringste Ahnung. Ja, die Liste hilft mir, da ich nicht wei├č, was ich tun soll. Ferrau hat genau so wenig Ahnung, der ist mir in der Hinsicht keine Hilfe.┬ź Pl├Âtzlich blitzten Ciels Augen auf und sein Mund verbreiterte sich zu einem Grinsen. ┬╗Da f├Ąllt mir doch glatt etwas ein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du grinst gerade wie eine Katze, der man einen fetten Fisch serviert... was hast Du vor?┬ź, grinste Greg verschw├Ârerisch.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Eine Plan├Ąnderung. Aber ich muss pr├╝fen, ob sie funktioniert. Du kannst dich wieder zu Lin gesellen, ich bin einige Minuten weg. Danach sag ich dir Bescheid. W├╝nsch mir viel Erfolg!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich w├╝nsche ich Dir viel Erfolg, bis gleich Ciel┬ź, sagte Greg und dr├╝ckte ihm einen Kuss auf die Stirn. ┬╗Toi toi toi und stell nichts an. Um das Land zu verlassen ist es zu sp├Ąt┬ź, grinste Greg und schlenderte davon.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte seinem Bruder zum vorl├Ąufigen Abschied die Hand auf den Arm, noch immer breit grinsend. Kaum war Gregoire weg, fuhr Ciel zu Ferrau herum. ┬╗Wo ist Alexandre?┬ź

Ferrau
┬╗Vermutlich in seinen Gem├Ąchern Herr oder schon mit Zerbino unterwegs hierher┬ź, grinste Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er muss schon hier irgendwo sein, such ihn und bring ihn samt Zerbino her.┬ź

Ferrau
┬╗Jawohl┬ź, sagte der Leibdiener und flitzte davon. Er suchte und schaute nach dem hageren Magier und hielt nach dem Schnurbart von Zerbino Ausschau. Als er sie beide entdeckt hatte, bleib er vor ihnen stehen. ┬╗Marquis mein Herr m├Âchte Euch ganz dringend sprechen. Folgt mir bitte┬ź, bat Ferrau und f├╝hrte Alex zu Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte Alexandre von oben bis unten an. So gepflegt konnte Alexandre sich wirklich in der ├ľffentlichkeit sehen lassen. Er verkniff sich ein Kompliment, da er wusste, dass der Marquis Komplimente bez├╝glich ├äu├čerlichkeiten nicht ausstehen konnte. Stattdessen umarmte er ihn liebevoll zur Begr├╝├čung. ┬╗Sch├Ân, dass du hier bist. Darf ich dir einen Moment Zerbino entf├╝hren? Ferrau wird sich derweil um dich k├╝mmern.┬ź

Alexandre de la Grange
Wenig begeistert nickte Alexandre.

Zerbino
Zerbino folgte Ciel und musterte ihn dabei etwas nerv├Âs. ┬╗Herr wie kann ich Euch helfen?┬ź, fragte er respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel suchte sich eine der wenigen verbliebenen Ecken. ┬╗Warum so nerv├Âs?┬ź, fragte er. ┬╗Im ├ťbrigen, erstklassige Arbeit. Alexandre macht was her.┬ź

Zerbino
┬╗Nun Herr, weil ich mich sehr gut mit dem Marquis verstehe und ich hoffe Ihr zieht mich dort von dem Dienst nicht wieder ab. Ich habe mir sehr gro├če M├╝he gegeben und ich mag den Marquis sehr┬ź, antwortete Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel winkte ab. ┬╗Nein, keine Sorge. Ich w├╝rde dich nur f├╝r eine kurze Zeit ausborgen. Du bist doch ein erfahrener Mann. Was w├╝rdest du davon halten, mir bei der Hochzeitsnacht zu helfen?┬ź

Zerbino
┬╗Das kann ich gerne tun Herr, was genau w├╝nscht Ihr zu wissen?┬ź, fragte Zerbino erleichtert.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nichts, ich habe bereits alles aufgeschrieben.┬ź Er klopfte auf seine Kleidung, wo er das Notizbuch verborgen hatte. ┬╗Ich dachte an eine praktische Einweisung.┬ź

Zerbino
┬╗Was genau meint Ihr damit?┬ź, hakte Zerbino nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich meinte damit, dass du bei der Hochzeitsnacht dabei bist und mir praktische Hilfestellung gibst┬ź, erkl├Ąrte Ciel.

Zerbino
┬╗Ich soll Euch Kommandos geben? Gut abgemacht┬ź, grinste Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, Anweisungen und notfalls k├Ânntest du auch demonstrieren, wie es geht. Und ich ahme es dann gegebenenfalls nach.┬ź

Zerbino
┬╗Mit einer Frau?┬ź, hakte Zerbino nach und schaute sich um.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Olivie ist ganz offensichtlich eine Frau┬ź, sagte Ciel.

Zerbino
┬╗Das meine ich doch nicht Herr! Ich muss es Euch doch vormachen und dazu ben├Âtige ich eine Frau┬ź, erkl├Ąrte Zerbino grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja doch, du solltest es mir an Olivie zeigen┬ź, erkl├Ąrte Ciel.

Zerbino
┬╗An Olivie Herr? Seid Ihr sicher? Ich dachte ich demonstriere es Euch an einer anderen Frau und Ihr macht es einfach mit Olivie nach┬ź, schlug Zerbino vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich will keine wildfremde Person in meinem Schlafzimmer haben┬ź, sagte Ciel entschieden. ┬╗Dich kennen wir beide und dir kann man vertrauen. Du bist alt und im Umgang mit Damen erfahren, so sagtest du.┬ź

Zerbino
┬╗So ist es auch. Also meint Ihr ich soll Hand an Eure Frau legen? Oder es nur verbal demonstrieren? Herr Ihr musst das bitte genau sagen, nicht dass ich f├╝r meine Hilfe auf dem Block lande!┬ź, st├Âhnte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich habe es doch bereits erkl├Ąrt. Du sollst mir vormachen, wie es ihr gef├Ąllt und gegebenenfalls eine Anleitung geben. Ich kann Frauen schwer einsch├Ątzen. Aber Verrill meinte, bei dir f├╝hlte sie sich wohl und geborgen, also wird auch Olivie sich in deinen H├Ąnden wohl f├╝hlen.┬ź

Zerbino
┬╗Sie? Ihr wisst... Ihr wisst davon?┬ź, keuchte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, wei├č ich. Und?┬ź

Zerbino
┬╗Aber nicht von mir! Ich habe niemals meinen Schwur gebrochen. Woher wisst Ihr das? Von wem? Von wem?┬ź, fragte Zerbino ernst und packte Ciel an den Schultern. ┬╗Ihr m├╝sst schweigen, Ihr d├╝rft Euch nie wieder versprechen, Herr! Ich beschw├Âre Euch!┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm einen Finger von Zerbino und pfl├╝ckte die Hand von seiner Schulter. Das selbe machte er mit der zweiten Hand. ┬╗Mein lieber Zerbino, ich habe mich nicht versprochen. Ich sprach von ihr, damit du wei├čt, warum ich dich ausw├Ąhlte. Olivie soll sich wohlf├╝hlen. Und warum sollte sie anders f├╝hlen, als mein anderes Schwesterchen, hm?┬ź

Zerbino
┬╗Herr sagt sowas nicht. Wen Euch jemand h├Ârt. Ich habe geschwiegen und Ihr m├╝sst auch schweigen. Es ist verboten dar├╝ber zu sprechen. Wenn Euch jemand Eingeweihtes h├Ârt, werden sie denken ich habe gesprochen und mich wegen Hochverrat hinrichten lassen, oder schlimmeres, Pf├Ąhlen lassen oder Vierteilen lassen. Er muss gesch├╝tzt werden, er ist etwas besonderes. Dass m├╝sst Ihr dann doch wissen. Er ist v├Âllig eins, Ihr bringt ihn in Gefahr. Es gibt Leute die jene t├Âten und abschlachten wie Albinos. Wisst Ihr das nicht? Wollt Ihr Euren Bruder gef├Ąhrden? Es gibt auch Menschen die sich grundlos vor ihnen f├╝rchten. Er ist ein ER Herr. Ich helfe Euch, aber beim Abgrund so schweigt endlich!┬ź, flehte Zerbino.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mir ist bekannt, wie dumm und b├Âsartig Menschen sind. Wie einf├Ąltig und wie blind gegen├╝ber den Botschaften Ainuwars. Dar├╝ber habe ich mir meine Gedanken gemacht. Das darf so nicht bleiben. Ich arbeite bereits an einem neuen Gesetzesentwurf, der genau jene Verbrechen nicht nur zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern auch zur L├Ąsterung der G├Âtter erkl├Ąrt. Aber vorerst werde ich schweigen. Du hast Recht, Zerbino. Hilfst du mir nun aus Angst? So war es nicht gedacht, ich dachte, ich mache dir eine Freude mit dieser Ehre. Nun gut. Dann wird Ferrau mir beistehen.┬ź Ciel blickte zur Seite. Es wollte ihm einfach nicht gelingen, irgendwen mit einem seiner Geschenke zu erfreuen.

Zerbino
┬╗Nein Herr ich helfe Euch aus Freude und stehe Euch bei. Aber ich besch├╝tzte auch Euren Bruder, ob ich ihm noch diene oder nicht. Mein Schwur ist nicht gebrochen. Versteht mich doch. Und ja, Ihr habt Recht, Menschen k├Ânnen grundlos sehr dumm und sehr grausam sein. Das ist leider wahr. Er ist nicht missgestaltet, falls Ihr ihn gesehen habt. Sondern ihm fehlt nichts und das ist genau das, was ihn besonders macht. Was Ihr vorhabt freut mich sehr. F├╝r all jene die anderes und doch jene von uns sind. Ihr tut sehr gut daran. In jedem Gesch├Âpf lebt schlie├člich der Geist Ainuwars nicht wahr? Und in solchen Wesen, wenn ich dies so sagen darf, manifestiert er sich. Er zeigt uns eine andere Wahrheit, jene hinter der Norm und Gleichheit der anderen. Und b├Âse Menschen Herr sehen dies sehr wohl. Aber sie sind neidvoll wollen Ainuwars Werk zerst├Âren. Oder es vernichten und sich damit einen Teil von ihm, von dieser Macht aneignen. Dabei hat niemand an Macht gewonnen der ein St├╝ck eines Albino a├č und keiner konnte jemals hinter den Schleier blicken oder bekam das zweite Gesicht, der einen Zwitter a├č. Ich helfe Euch, nat├╝rlich helfe ich Euch. Aber die Hilfe hat nicht mit meiner Angst um ihn zu tun. Ihr seid mein Herr, aber ich bitte f├╝r das Wohl Eures Bruders. Ihr habt es doch selbst im Auge, wie ich sehe┬ź, bat Zerbino freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel betrachtete Zerbino sehr intensiv. ┬╗Jetzt ist es an mir zu fragen: Woher wei├čt du von den Schleiern? Meinen Geschwistern wird nichts geschehen. Ich wache ├╝ber sie. Jetzt, wo du Alexandre n├Ąher kennst, wei├čt du auch, wie sehr ich das wirklich tue. Du hilfst mir also, Olivie in dieser Nacht gl├╝cklich zu machen?┬ź

Zerbino
┬╗Ja selbstverst├Ąndlich helfe ich Euch, sehr gerne sogar. Euer Bruder kl├Ąrte mich dar├╝ber auf. Nun das ist vielleicht zuviel des Guten. Er erz├Ąhlte davon. Er hat sich oft damit befasst, da man annimmt, dass jene die zwei sind - oder besser gesagt ein Ganzes, das zweite Gesicht haben. Ihrer Sicht fehlt keine H├Ąlfte. Das soll ihnen erm├Âglichen hinter den Schleier zu blicken. ├ähnliches sagt man Menschen mit zwei unterschiedlichen Augenfarben nach. Sie k├Ânnen scheinbar ab und an in den Nexus blicken, ohne Magie wirken zu k├Ânnen. Ob es stimmt wissen die Magier oder die B├╝cher Eures Bruders Herr. Ich h├Ârte oft nur zu und schnappte einiges auf┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Gut, dann halte dich f├╝r sp├Ąter bereit. Du darfst dich bis dahin wieder um Alexandre k├╝mmern, aber sag ihm schon einmal bescheid, dass du dann einige Stunden nicht anwesend sein wirst, aber vielleicht wird er sich dann ohnehin schon wieder zur├╝ckgezogen haben. Und bitte schick mir Ferrau her.┬ź

Zerbino
┬╗Ja Herr, habt Dank und verzeiht meinen ├Ąngstlichen Ausbruch┬ź, bat Zerbino und eilte zur├╝ck zu Alexandre. ┬╗Ferrau Du sollst zu Deinem Herrn zur├╝ckkehren, er verlangt sofort nach Dir┬ź, wies Zerbino den anderen Leibdiener an. Ferrau eilte sofort los zu Ciel. ┬╗Herr hier bin ich wieder. Zerbino sagte es w├Ąre eilig┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hatte sich inzwischen mit einem Glas alkoholfreier Bowle versorgt und naschte mit einem Spie├č ein paar Obstst├╝ckchen daraus. ┬╗So eilig ist es nun auch wieder nicht, aber es freut mich, dass du auch schnell zu Fu├č sein kannst, wenn du es musst. Ich habe endlich eine L├Âsung f├╝r das heutige Hauptproblem gefunden. Welche den positiven Nebeneffekt hat, dass du heute die gesamte Nacht Freizeit hast.┬ź

Ferrau
┬╗Welches Hautproblem habt Ihr?┬ź, keuchte Ferrau, ┬╗ich k├╝mmere mich sofort darum!┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte irritiert. ┬╗Es war jenes Problem, das zu k├╝mmern dir solche Sorgen und Kopfzerbrechen bereitet hat. Die Hochzeitsnacht!┬ź

Ferrau
┬╗Was hat das mit Eurer Haut zu tun? Herr ich bin verwirrt. Soll ich Euch vorher ein├Âlen?┬ź, schlug Ferrau vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗HAUPTproblem┬ź, wiederholte Ciel noch einmal deutlich.

Ferrau
┬╗Ahhhhh, verzeiht Herr. Ich war in Sorge um Eure Gesundheit und Euer Wohlbefinden. Ja dass ist gut, Zerbino wird sich um das HAUPTPROBLEM k├╝mmern, sehr wohl der Herr┬ź, antwortete Ferrau knallrot.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir alle sind etwas durcheinander. Du wirst also die gesamte Nacht so verbringen d├╝rfen, wie es dir beliebt, mit den bekannten Einschr├Ąnkungen. Zerbino hat sich bereit erkl├Ąrt, mich bei der Hochzeitsnacht zu unterst├╝tzen.┬ź

Ferrau
┬╗Dann werde ich feiern Herr und mir den Bauch vollschlagen┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war erleichtert, dass Ferrau die Botschaft so gut aufnahm. ┬╗Dann ist es mir offenbar endlich einmal gelungen, jemandem eine Freude zu machen.┬ź

Ferrau
┬╗Ja mir auf alle F├Ąlle. Ich dachte zuerst ver├Ąngstigt Ihr h├Ąttet Pickel oder Ausschlag bekommen von meiner Pflege und das heute! Zum Gl├╝ck nicht und ich darf feiern┬ź, freute sich Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vorausgesetzt┬ź, Ciel hob einen Finger, ┬╗Alexandre gibt dir ebenfalls f├╝r diese Zeit frei. Ich vermute, er wird die Feier recht schnell wieder verlassen wollen, aber ich wei├č es nat├╝rlich nicht genau. Sollte er bleiben, wird er deiner Anwesenheit bed├╝rfen.┬ź

Ferrau
┬╗Wieso denn das? Kann er nicht bei einem der neuen Adligen bleiben? Wo ich einmal im Jahr frei habe?┬ź, fragte Ferrau zerknirscht

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Frag ihn das doch bitte selbst. Er war wenig erfreut, dass ich ihm Zerbino entf├╝hre und so ist es das mindeste, ihm einen vertrauensw├╝rdigen Ersatz zur Seite zu stellen.┬ź

Ferrau
┬╗Ja Herr, ich werde mich um den Marquis k├╝mmern. Wie Ihr w├╝nscht. Vielleicht dauert mein Dienst bei ihm gar nicht so lange. Verzeiht┬ź, sagte Ferrau und schlich davon.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zwinkerte verdutzt. Ferrau hatte ihn einfach stehen gelassen. Etwas hilflos stocherte er in seiner Bowle herum, ehe er sich entschied, zu Gregoire zur├╝ckzugehen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg grinste seinen Bruder breit an. ┬╗Na alles gut bei Dir? Du wirkst etwas fahrig┬ź, kicherte Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm seinen Bruder noch einmal beiseite. ┬╗Nichts, es ist alles in Ordnung, Ferrau schleicht nur schon wieder, das ist immer etwas verst├Ârend, ihn so zu sehen. Ich habe eine L├Âsung f├╝r mein Problem gefunden! Zerbino wird mich bei der Hochzeitsnacht unterst├╝tzen!┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Oh darauf h├Ątte ich auch einmal Lust, Du meinst eine Menage a trois? Als Beziehung w├╝nsche ich mir dies, aber rein als Dreier vielleicht nicht schlecht hm? Zerbino hilft Dir also, dass freut mich f├╝r Euch. Sch├╝tzenhilfe?┬ź, fragte Verrill fl├╝sternd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sch├╝tzenhilfe? Was meinst du?┬ź, fragte Ciel zur├╝ck. ┬╗Er soll es vormachen. Habe ich ihm gesagt. Aber eigentlich soll er es mir abnehmen. Ich liege dabei und schaue zu, schmuse vielleicht ein bisschen mit Oli. Wie stellst du dir deinen Dreier vor?┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Bequem und liebevoll zwischen zwei M├Ąnnern. Zuerst darf ich beide begl├╝cken und sie mich danach auf beide Weisen. Aber das ist nur Spinnerei, weil es beide Weisen nicht f├╝r sie gibt. Sagen wir der zweite Durchgang w├Ąre ich liege in Deinen Armen und wir k├╝ssen uns, w├Ąhrend mein Mann mich verw├Âhnt und dann drehe ich mich um und Du darf mich verw├Âhnen, w├Ąrend ich ihn k├╝sse. Wobei eben etwas mehr m├Âglich w├Ąre - aber nun der Schritt ist gef├Ąhrlich. Du wei├čt schon. Eine andere Vorstellung von mir ist, dass ich Mann und Frau habe. Eine Frau die zu uns beiden passt, wo er sich mit mir und ihr besch├Ąftigt. hast Du nie solche Gedanken? Ah Zerbino soll also Oli best├Ąuben, nun warum nicht. Zerbino wird es gefallen┬ź, kicherte Greg und knuffte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bekam rosige Wangen, als Verrill ihn als Bestandteil des Dreiers erw├Ąhnte. ┬╗Du hast ... solche Fantasien ... in denen ich vorkomme? Oder sagst du das nur so? Ich selbst verbiete mir solche Gedanken. Sie sind nicht zielf├╝hrend. Ich habe mich auf deinen Tipp verlassen. Du meinstest, du hast dich bei ihm immer wohl und gut aufgehoben gef├╝hlt. Also dachte ich, dass Olivie sich bei ihm sicher ebenso wohl f├╝hlt. Er ist alt und erfahren. Ich werde von ihm lernen, falls ich es doch noch irgendwann ben├Âtige und wenn nicht, wird er sich fortan um Olivies Bed├╝rfnisse k├╝mmern. Dann kommt sie nicht auf dumme Gedanken, falls ihr doch etwas von mir fehlen sollte.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Sicher habe ich das ab und an, wieso sollte ich Dir sonst das Angebot unterbreitet haben? Und tue nicht so, als f├╝hlst Du nichts. Abgesehen davon, ja bei Zerbino habe ich mich immer sicher und gut aufgehoben gef├╝hlt. Er ist ein guter Leibdiener und ich werde mir einen suchen, wo ich erneut so f├╝hle. Ebenso sicher f├╝hle ich mich bei Euch, bei meinen Lieben. Aber noch ein St├╝ck mehr, ein gewaltiges St├╝ck mehr und das gilt auch f├╝r Lin. Er ist zwar manchmal etwas seltsam und schr├Ąg, aber auf eine niedliche Art. Du wei├čt was ich f├╝r ihn empfinde. Und deshalb hast Du mir eine sehr gro├če Freude damit gemacht, Dich mit ihm auszus├Âhnen Ciel┬ź, sagte Greg sanft und nahm seine Hand. ┬╗Dankesch├Ân daf├╝r┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel merkte, wie ihm hei├č wurde. ┬╗Seit wann machst du dir ... diese Gedanken? Seit ich sagte, dass ich eigentlich dich heiraten wollte? Doch, ich f├╝hle etwas. Das bestreite ich ja gar nicht.┬ź Er dr├╝ckte sanft Verrills Finger. Eigentlich hatte er bewusst Gregoire um seinen Rat gefragt und nun stand schon wieder Verrill vor ihm.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Unn├Âtige Frage Ciel, da meine Antwort JA gewesen w├Ąre. Also wohl kaum erst seit der Frage. Heute gar nicht so logisch hm? Aber wieso auch an unserem Hochzeitstag? Nun manchmal hegte ich solche Gedanken und aufeinmal stand der besagte Naridier vor uns und es war mit einem Schlag alles anders. Gewaltig anders, denn ich wollte ihn und ich wollte nicht mehr schweigen m├╝ssen. Nicht vor ihm, nicht vor Dir - oder vor anderen aus der Familie. Aber er ist was besonders wie Du. Bei Euch habe ich keine Angst zu sein wer ich bin. Aber Du solltest davor auch keine Angst haben, schon gar nicht was Olivie angeht. Ich werde heute Abend zu ihm als sein Mann ins Bett steigen und er wird auf diese Art mein Mann werden. Das ist klar, er geh├Ârt mir und er geh├Ârt zu mir. Auch wenn er mich vorher schon als Mann lieben durfte. Heute ist er meiner, absolut und so vollziehen wir die Ehe. Zuerst wird er meiner und dann werde ich seiner. Und so steigst Du auch zu Olivie ins Bett, als Ihr Mann Ciel. Merk Dir das┬ź, grinste Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte, als w├╝rde er aus einem Traum erwachen. ┬╗Sie meinte, ich bin in erster Linie immer noch ihr Bruder. Es muss sich zeigen, ob wir mehr f├╝reinander empfinden k├Ânnen. Aber f├╝r den Notfall habe ich ja Zerbino.┬ź Sie hatten noch immer ihre H├Ąnde in einander verschr├Ąnkt. Ciel l├Âste vorsichtig die Ber├╝hrung.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Daran ist doch nichts Schlechtes, und falls Du weitere Frauen ehelichen m├Âchtest, steht Dir das offen. Wer wei├č, vielleicht findest Du eines Tages eine Frau die Du liebst, begehrst und heiraten m├Âchten aus v├Âllig anderen Gr├╝nden. Ich wusste immer, dass ich zwei Personen heiraten m├Âchte. Dar├╝ber hinaus wird es sich zeigen. Vater hat auch drei Frauen. Und ich w├╝nsche, dass ich mit ihnen befreundet bin. Mit Linhard bin ich auf einem guten Weg dahin. Wir m├Âgen uns, wir sind verliebt, wir verstehen und wir zanken uns. Also es passt. Bei Euch wird es auch bald passen, trau Dich mal ein bisschen was. Du hast ganz andere Schlachten gewonnen Ciel┬ź, antwortete Greg und legte ihm die Hand auf die Schulter. ┬╗Darf ich etwas fragen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte nur.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Du bittest Zerbino um Hilfe bei Olivie, weil Du dort nicht m├Âchtest. Bei mir w├╝rdest Du dieses Geschenk annehmen. Hei├čt das Du begehrst mich und sie nicht? Ich m├Âchte es nur wissen, ich werte es nicht. Du kennst meine Neugier und es betrifft halt mich. Falls dem so ist, sag mir bitte warum┬ź, bat Gregoire.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wei├č es nicht genau. Diese ganze Thematik ist Neuland f├╝r mich. Sie verwirrt mich. Und ich stehe ... allein da. An der Front hatte ich Berater. Ich hatte Menschen, von denen ich lernen und mir ihr Verhalten abschauen konnte. Aber wenn ich das jetzt versuche ... dann er scheinen mir diese Menschen, von denen ich lernen k├Ânnte, so absto├čend. Wie Tiere. Und jene, die mir nicht absto├čend erscheinen ... jene, bei denen ich es vielleicht als etwas Sch├Ânes empfinden w├╝rde, jene, von denen ich wirklich lernen will ... jene k├Ânnen mir nicht helfen. Kein Buch beantwortet mir wirklich meine Fragen. Ich kann nur vermuten. Vielleicht ist es ... weil ich dich als etwas so Besonderes sehe, w├Ąhrend Olivie eine gew├Âhnliche Frau ist? Oder weil wir Br├╝der uns schon immer n├Ąher standen? Ich wei├č es nicht, Verrill, Greg, ich wei├č es wirklich nicht.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Das hast Du sch├Ân gesagt und ich Danke Dir f├╝r die Worte. Im Herzen bef├╝rchtete ich etwas anderes, obwohl Du mir schon einmal gesagt hast f├╝r was Du mich h├Ąltst, f├╝r etwas von Ainuwar wie Deinen Nathan. Und ja, er ist und bleibt auf seine Art Dein Nathan. Nun ich bin Dein Bruder und Deine Schwester zugleich. Ja wir standen uns immer nahe, auch wenn wir manchmal nicht so viel miteinander zu tun hatten. Ihr seid die Macher, ich bin der Leser und Sammler. Dennoch, als wir einmal Streit hatten, gleichg├╝ltig wie kurz er war, hat sich meine Kehle zusammengeschn├╝rt. Lass sowas nie wieder vorkommen. Ich habe mich Dir offenbart, Dir noch vor Dreux, da ich Dir absolut vertraue. Ich hatte es schon lange vor, aber weder den Mut noch die Gelegenheit. Oder sagen wir es so, ich suchte Ausreden. Ich hatte Angst dass Du mich absto├čend finden k├Ânntest, mich als Bruder zur├╝ckweist. Aber so wie Du reagiert hast, das war Balsam f├╝r meine Seele. So reagierte Lin auch, so wie Du, oder so wie Vater mich sieht. Es ist nichts Falsches an mir. Dennoch habe ich manchmal die Angst, das mich Leute so sehen. Das w├Ąre so nicht schlimm, aber w├╝rdest Du mich so sehen, oder Dreux, dass k├Ânnte nich nicht ertragen... nicht verkraften... es w├Ąre... reden wir nicht davon. Beraten kann Dich nur jeder theoretisch Ciel. Es gibt keinen tats├Ąchlichen Schlachtplan. Und das was es an Wissen gibt mein Lieber, dass steht in Deinem Notizbuch. Alles weitere bringt Dir das Leben und die Erfahrung bei. Ich w├╝nsche Dir trotz allem heute Nacht eine herrliche Zeit und mir nat├╝rlich auch. Ich hoffe Lin hat keine Angst, oder nicht zu gro├če. Aber zuerst freue ich mich auf die Trauung. Du sieht sehr gut aus Ciel, Dein Ferrau hat gut gew├Ąhlt. Du bist ein h├╝bscher Kerl, Olivie kann froh sein Dich bekommen zu haben, eindeutig┬ź, schmunzelte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dass du dich mir anvertraut hast, bedeutet mir sehr viel. Was hast du denn bef├╝rchtet? Ich werde versuchen, so oder so das Beste aus dieser Nacht zu machen. Zerbino wird dabei helfen, dass es keine v├Âllige Entt├Ąuschung f├╝r Olivie wird, sollte sie sich mehr erhofft haben, als ich ihr vielleicht bieten kann. Ich wei├č nicht, ob ich es hinbekomme. Ob ich es will. Ich will nicht, dass sie mich mit solchen Schmerzen sieht. Es w├╝rde ihr nur Angst machen.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg beugte sich zu Ciel und fl├╝sterte ihm ins Ohr. ┬╗Dann erleichtere Dich vorher selbst etwas, dass hilft Dir Anspannung und Druck zu nehmen. Sonst ist es so wie im Schrank Ciel. Du musst den ├ťberdruck loswerden. Was ich st├Ąndig bef├╝rchte ist, wenn es jemand wei├č, dann m├Âchte er es einmal mit einem Monster, einem Freak getan haben. Ich habe Angst dass mir jemand sowas sagt, mir ins Gesicht knallt was ich f├╝r eine... Missgeburt bin... sowas. Wenn man manche Leute reden h├Ârt bekommt man Angst, bei anderen f├╝hlt man sich geschmeichelt. Drum verstehe ich Vaters Warnung. Und ich wusste nicht wie Ihr reagiert. Gesagt ist viel, was wenn Du so jemand gegen├╝berstehst? Du hast Dein Wort gehalten Ciel, auch wenn Du mir nie eines gegeben hast - nicht bewusst. Ebenso hat Lin sein Wort gehalten, auch wenn er nie eines gab. Ihr seid beide tief in Eurem Herzen absolut gute Kerle, dass sollt Ihr wissen und lasst Euch nichts anderes einreden┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sehe dich auch als etwas Besonderes. Nicht im negativen Sinne aber ... es w├Ąre gelogen, wenn ich behaupten w├╝rde, dass es mich nicht anzieht. Du gef├Ąllst mir, sehr. Ich hoffe, das st├Â├čt dich nun nicht ab, dass ich das gesagt habe. Es ist nichts ... B├Âswilliges in meinen Gedanken. Nur unendliche Zuneigung f├╝r dich mit allem, was du bist. Vielleicht ist es auch der Reiz der verbotenen Fr├╝chte? Du geh├Ârst nun Lin und ich bin bestenfalls ein Gast. Ich m├Âchte mich nicht erleichtern. Ich mag das nicht, Greg. Ich f├╝hle mich dabei sch├Ąbig.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Nein das st├Â├čt mich nicht ab, es ist eines der gr├Â├čten Komplimente die ich je geh├Ârt habe. Denn Du sagst, Du magst mich nicht nur trotz meiner anderen Art. Sondern wegen meiner anderen Art. Du verachtest nichts an mir, Du liebst es. Was kann es Sch├Âneres geben? F├╝r Dich und ihn ist es kein Makel, sondern Sch├Ânheit und das zu h├Âren ist wundervoll. Ich wei├č, dass Du nichts B├Âsartiges empfindest. Aber etwas wissen, oder es gesagt zu bekommen ist schon was anderes. Es zu h├Âren beruhigt und freut mich sehr. Wie sehr, daf├╝r finde ich keine passenden Worte. Danke ist nicht ann├Ąhernd dass Gl├╝ck, dass es ausdr├╝cken kann. Aber Dankbarkbeit ist dabei und Liebe. Ob Du Gast bleibst, bleiben musst oder wir einen anderen Weg w├Ąhlen, dass k├Ânnen wir sp├Ąter immer noch entscheiden Ciel. Du musst Dich nicht sch├Ąbig f├╝hlen, aber wenn Du es nicht magst, binde es doch ein und lass es sie ganz sanft tun. Sie k├Ânnte Dich streicheln und Dich sanft und liebevoll erleichtern, ohne dass Du etwas geben musst. Das w├Ąre doch ein seichter Einstieg f├╝r Euch. Sie massiert Dich und Du schmust mit ihr. Ansonsten sei einfach lieb und z├Ąrtlich zu ihr. Ja ich geh├Âre Lin und ich werde ihm das heute beweisen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich wollte versuchen, ├╝berhaupt nicht in ihrem Beisein zu kommen. Das h├Ąngt aber auch davon ab, wie sehr sie es sich w├╝nscht, und wie hartn├Ąckig sie ist. Vielleicht mag ich es ja dann doch. Ich m├Âchte es gern ausprobieren, nachdem Zerbino es vorgemacht hat. Oder er soll mich anleiten, je nachdem, wie es Olivie besser gef├Ąllt. Aber kommen wollte ich dabei nicht. Mal schauen. Wie weit wir kommen. Und ob ├╝berhaupt.┬ź Ciel dr├╝ckte Greg einen Kuss auf die Wange. ┬╗Ich danke dir f├╝r deine Worte und deinen Rat. Ich beginne langsam, mich auch ein wenig darauf zu freuen und nicht nur Angst zu haben. Ja, du bist Sch├Ânheit pur. So wie Alexandre, auch wenn die meisten das anders sehen w├╝rden. Ich gehe noch ein wenig zu ihm, bevor der Ernst losgeht.┬ź Er l├Ąchelte zum Abschied und ging zu Alexandre. Er war gespannt, ob Ferrau inzwischen bei dem Erzhexer angelangt war oder ob er einen besonders gro├čen Umweg gegangen war.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire schaute seinem Bruder hinterher und strich sich ├╝ber die Wange. ┬╗Du ebenfalls mein gro├čer Besch├╝tzer - innen wie au├čen. Euch nur das Beste und davon sehr viel...┬ź, fl├╝sterte Verrill auch wenn sein Bruder ihn nicht mehr h├Âren konnte. Er drehte sich um und kehrte zu Linhard zur├╝ck. Greg umarmte seinen zuk├╝nftigen Mann und k├╝sste ihn liebevoll. ┬╗Ihr zwei...┬ź, schmunzelte Verrill und lehnte sich gl├╝cklich an.

Gregoire Verrill de Souvagne
Ferrau stand bei Alexandre und musterte seinen Herrn gl├╝cklich. Er sah lockerer aus, entspannter. Ferrau freute sich f├╝r Ciel. Die Trauung konnte kommen, fand der treue Leibdiener. F├╝r beide Paare.
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