Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Kapitel 1 - Der Schwarze Skorpion

Ein kleiner Trupp vom Ring der Menschenfresser hat Naridien verlassen, um nun in Souvagne zu jagen. Angef├╝hrt werden die Bei├čer von dem als Bestie bekannte Archibald von Dornburg. Ihr Ziel: nach der Niederlage nun einen neuen Fleischtempel f├╝r den ├ältesten zu finden.
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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Kapitel 1 - Der Schwarze Skorpion

#1

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Fr 25. Mai 2018, 23:50

Der Schwarze Skorpion

Robere tastete nach der T├Ątowierung auf seiner rechten Hand. Er sp├╝rte die leichten Erhebungen, wo die Tinte ihm unter die Haut gestochen worden war. Der schwarze Skorpion war so t├Ątowiert, dass eine Schere auf dem Zeigefinger lag und die andere auf dem Daumen, so dass das Tier sich kampfbereit zu bewegen schienen, wenn Robere die Finger spreizte oder zur Faust ballte. Es war die Hand, mit der er seine Waffe f├╝hrte und die selbst zur Waffe werden konnte. Jene Hand, die das Gesicht eines Menschen zu einer blutigen Masse verarbeiten, ihn gegen eine Wand pressen und sich um einen Hals legen und zudr├╝cken konnte. Die Hand, die ungez├Ąhlte M├Ąnner so fixiert hatte, dass es kein Entkommen vor dem Stich des Skorpions gab. Aber weder Stachel noch Scheren n├╝tzten ihm jetzt etwas. Der Panzer war es, der nun seine H├Ąrte unter Beweis stellen musste ...

<< Die Bestrafung von Bellamy & Robere

Archibald von Dornburg
Archibald wartete bis der Hauptpulk mit dem Ex-Palaisin verschwunden war, ehe er sich zum Blutger├╝st begab und Robere ohne jede Scheu von oben bis unten musterte. Archs Augen bohrten sich in die von Robere. Einen Moment sp├Ąter grinste Arch z├Ąhnefletschend, so dass Robby die Bedrohung sah, die auf ihn herabl├Ąchelte wie ein Todesengel. ┬╗Genauso dumm und unf├Ąhig wie der Vater. Wie das Schaf, so dass Lamm.... der Apfel f├Ąllt nicht weit vom Stamm... Robere... Kazrar... beides seid Ihr Versager auf ganzer Linie. Der eine l├Ąsst sich beim Fressen erwischen, der n├Ąchste beim Bumsen.... Ich hoffe Du hast keine Kinder... wobei.... b├Âser Scherz von mir... mit Senf bekommst Du schlie├člich alles runter nicht wahr? ...Nur muss es Dir serviert werden....┬ź, s├Ąuselte Arch am├╝siert und grinste Robere an. ┬╗Eine Schande dass sich jene wie Du in unseren Kreisen bewegen... aber vielleicht bist Du im Gegensatz zu Deinem Vater.... sagen wir mal lernf├Ąhig┬ź, lachte Arch.

Robere
Robere drehte in Zeitlupe seinen Kopf dorthin, woher die Stimme kam. Unter normalen Umst├Ąnden h├Ątte er getan, als w├╝rde er bewusstlos sein. Doch der Fremde hatte ein Wort gesagt, dass ihn dazu brachte, ihm seine Aufmerksamkeit in dieser schmachvollen Situation zu widmen. ┬╗Ich ... habe keinen ... Vater┬ź, schnauzte Robere erb├Ąrmlich kraftlos. Er schaute dem Fremden nicht in die Augen, sondern die ganze Zeit auf die Z├Ąhne. ┬╗Hau ... ab ... Saftsack.┬ź

Archibald von Dornburg
"Nicht so schroff, ihm Gegensatz zu Dir habe ich Krallen die ich ausfahren kann", lachte Arch und lie├č Robere davon kosten indem er ihm einen Cut ├╝ber die Wange zog. "Du hast einen Vater, Dein Gesicht h├Ątte ich unter tausenden wieder erkannt. Du bist der Sohn von Kazrar, meinem... einstigen M├╝ndel. Meinem Lehrling. Du bist ihm nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten, Du bist auch genauso unf├Ąhig. Wie kommst Du darauf, dass Du keinen Vater h├Ąttest? Er hatte nur kein Interesse an Dir, gab Dich ab, hielt Dich f├╝r wertlos...", lachte Arch, "so wie ich ihn... nun seine Unf├Ąhigkeit hat ihn dahingerafft. Solltest Du vermeiden, ein gut gemeinter Rat von einem Bei├čer zum anderen... und Du hast das falsche Kind gebissen".

Robere
Robere f├╝hlte sich so elend, wie man sich gerade noch f├╝hlen konnte, ohne das Bewusstsein zu verlieren. Der Fremde zeigte ihm, was ihn erwartete, wenn er weiter den gro├čen Mund hatte. Robere funkelte ihn aus dunklen Augen an, doch er verkniff sich weitere Beschimpfungen. Sein Leben lang hatte er nichts ├╝ber seine Eltern gewusst, als dass diese ihn schon als S├Ąugling in einem Waisenhaus abgegeben hatten. Er hatte nie damit gerechnet, zu erfahren, wer sie waren und es hatte ihn auch nur am Rande interessiert. Er hatte Boldi und die Leibgarde. Doch nun, da er unerwartet eine Spur pr├Ąsentiert bekam, die ihn zu seinen wahren Wurzeln f├╝hren w├╝rde, wollte er mehr. Pl├Âtzlich war es ihm ganz und gar nicht mehr egal, wer seine Eltern waren. ┬╗Wer waren ... meine Eltern?┬ź, verlangte Robere zu wissen. ┬╗Wieso ... Bei├čer? Und der Kleine ... war kein Kind.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Er ist ein Infant, von infantil - kindlich, ergo ein Kind. Aber er geh├Ârt mir, lass die Finger von ihm, sonst sind sie ab. Ein Kind muss nicht zwangsl├Ąufig vier oder f├╝nf Jahre alt sein. Manche ├╝berleben das Erwachsenwerden, manche nicht. Die meisten nicht. Dein Vater war ein Bei├čer, ein Menschenfresser, ein Kinderfresser und er war grottenschlecht darin Robby. Er geh├Ârte unserem Zirkel an, dem Ring der Menschenfresser. So kam ich an das Anh├Ąngsel. Aber so dumm und unf├Ąhig er auch war, in einer Welt voller Fremder, war er einer von uns. Nur halt ein Klappspaten, zu allem bereit aber zu nichts zu gebrauchen. H├Ątte er sich etwas mehr angestrengt, als nur so zu tun, w├Ąre noch tats├Ąchlich was aus ihm geworden. Aber so kam es nicht. Kazar war ein Halb-Arashi - er hie├č mit Nachnamen Chud. Deine Mutter war eines seiner Spielzeuge, kurzum Beute. Sie war unerheblich. Normalerweise nehmen wir uns der Kinder anderer an, da wir unsere eigenen Kinder nicht aufziehen k├Ânnen. Was verst├Ąndlich ist... logisch... niemand m├Âchte das eigene Kind... bei├čen. Drum sehen wir zu dass sie gut unterkommen und versorgt sind. Das warst Du. Aber da Kaz den Arsch zugemacht hat und ich Dich hier sah, wie man Dir Deinen aufgestemmt hat, dachte ich - ich sag mal Hallo┬ź, lachte Archibald.

Robere
┬╗Halt`s Maul┬ź, br├╝llte Robere w├╝tend und schlug verzweifelt aus seiner liegenden Position nach dem Gesicht des ├╝ber ihm gebeugten Fremden. Er wollte nicht, dass dieser Kerl so von seinem Vater sprach, auch wenn er ihn nicht kannte, es war trotzdem sein Vater! ┬╗Wie hei├čt meine Mutter, sag mir, wie meine Mutter hei├čt, du verlogenes Schwein! Rede nicht so von meinem Vater! Ich bring dich um, h├Ârst du? Ich bring dich mit blo├čen H├Ąnden um!┬ź Er packte den Mantel des Fremden und machte eine rei├čende, drehende Bewegung, um ihn zu sich herunter zu zerren.

Archibald von Dornburg
Die Finger von Archibald schlossen sich wie eine Schraubzwinge um die Kehle von Robere. Er f├╝hlte wie sein Kehlkopf gequetscht wurde. ┬╗Findest Du nicht, dass Du schon genug Abreibungen f├╝r heute erhalten hast? Meine w├Ąre weniger... z├Ąrtlich...┬ź, grinste Arch und erh├Âhte kurz den Druck auf Roberes Hals, ehe er sich mit einem Ruck befreite und den Mann zur├╝ck in seinen Unrat dr├╝ckte. ┬╗Einmal schenke ich Dir, beim n├Ąchsten Mal lernst Du mich kennen Larve. Deine Mutter war wie gesagt nur Fra├č - Beute, atmendes Fleisch. Und eigentlich bin ich deshalb hier... ich werde Dir Deine Bestimmung zeigen Du Tropf. Und dann werden wir sehen, was aus Dir wird. Vielleicht wird sich nach dem Begreifen Dein Leben ├Ąndern. Aber vorher musst Du Deine Natur erkennen und Deiner Bestimmung folgen. Sobald Du das getan hast, wirst Du nicht mehr f├╝r so einen Unsinn jagen, sondern f├╝r das was Du bist. Schon mal was gegessen in Deinem Leben? Ich spreche von Fleisch... Menschenfleisch...┬ź, schnurrte Arch.

Robere
Er musste w├╝rgen und erbrach einen Schluck Magens├Ąure. Die Schmerzen in seinem K├Ârper machten jede ernsthafte Gegenwehr zunichte. Robere musste aufgeben, die Schmerzen und die ├ťbelkeit waren ├╝berm├Ąchtig. Diesen Kampf hatte er verloren. Er lie├č sich willenlos zur├╝ck in die das Gemisch aus Urin und Schei├če dr├╝cken. Er sehnte sich nach Boldi, das war alles, was er noch wollte, dass Boldi ihn abholte und zur├╝ck in sein Quartier brachte, ein paar Befehle verteilte und alles wieder in Ordnung war. ┬╗Ich bin kein Kannibale, Hundsfott ...┬ź, sagte er kraftlos. ┬╗Ich bin ... Leibgardist ... des Ducs. Friss ... den Kleinen ... auf. Die verlogene ... Natter.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗So leicht kommst Du mir nicht davon Kazrar Junior. Du wirst Deiner Bestimmungen folgen, so wie es Dein Erbe verlangt, Dein Blut. Ein klein wenig Chaos wirst auch Du in die Welt zaubern, bevor Du sie verl├Ąsst und Du tust es im Papas Namen. Sei unbesorgt, ich bin f├╝r Dich da. Du solltest nichts verurteilen, was Du nicht kennst. Ich schw├Âre Dir, einmal gegessen wird es Dir eine Offenbarung sein. Du wirst Dich an etwas erinnern, woran Du ├╝berhaupt keine Erinnerung haben d├╝rftest... bei mir war es so. Scheinbar war mein Vater kein Kanibale. Ich bef├╝rchte lieber Robby, er war er es doch. Mehr sogar noch, er war ein ausgezeichneter L├╝gner. Aber gut, er h├Ątte nicht so lange ├╝berlebt als einer von uns, w├Ąre er nicht in der Lage gewesen, eine Maske zu tragen. Was auch erkl├Ąrte, wieso ich genauso fr├╝h abgegeben wurde wie Du. Nun wie dem auch sei, Du bist bereit zu lernen wie ich sehe und ich werde Dir auf die Beine helfen. Nun jetzt vielleicht nicht wo Du so stinkst, aber sp├Ąter... ich wei├č wo ich Dich finde... und das werde ich Robby. Dann werden wir zwei einen sch├Ânen Ausflug machen und gemeinsam speisen. Er ist keine verlogene Natter... Robby, wie dumm muss man den sein? Such Dir einen Gegner, der ├╝berhaupt nicht Deine Kragenweite ist. Such Dir jemanden von dem Du wei├čt, das er wehrlos ist. Scheinbar hast Du keine Augen im Kopf. Nathan ist nicht wehrlos er hat m├Ąchtige Freunde. Such Dir ein echtes Kind, jemanden den Du zur Not tragen kannst. Handlich, klein, ich bringe es Dir bei. Irgendwie f├╝hle ich mich sentimental in Deiner N├Ąhe... hmmmm┬ź, gurrte Arch.

Robere
Robere bekam es mit der Angst zu tun, als der Fremde ihm drohte, ihn zu finden. Das war tats├Ąchlich nicht schwer, denn Robere hatte keine richtige Wohnung irgendwo, sondern nur ein Zimmer im Palast, wo er bei Dienstfrei wohnte, um selbst dann seinen Kameraden nahe sein zu k├Ânnen. Wo sonst sollte er hin? Es gab niemanden als Unit├Ę B in seinem Leben. Was immer dieser Kerl vorhatte - wenn er Robere wirklich finden wollte, w├╝rde er ihn finden. ┬╗Wir sind ... viele. Wir sind ... hervorragend ausgebildet. Wir sind die Leibgarde. H├╝te dich. Bei├čer. Der Kleine ... wollte es. Er bettelte ... nach meinem Schwanz. Es war ... keine ... Jagd. Sieh.┬ź Er hob die Hand und zeigte Archibald die T├Ątowierung des schwarzen Skorpions. ┬╗Falls ... du verstehst.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Der Stachel eines Skorpions... Fleischeslust in anderer Form. Du kannst auch Deinen Mund gebrauchen Rob, aber dazu sp├Ąter mehr┬ź, sagte Arch und musterte Robere so genau, als wollte er ihn mit den Augen sezieren. ┬╗Du hast wie Dein Vater gute Veranlagungen und sieht f├╝r einen Kerl attraktiv aus, dass sollte nicht brach liegen... meiner Meinung nach. Drum werden wir beiden dass in Angriff nehmen sobald Dein Hintern wieder Normalma├č erreicht hat ohne das die M├Ąuse drin tanzen. Sie betteln alle Rob, fr├╝her oder sp├Ąter, um mehr oder ums Ende, es ist gleich was sie wollen. Es ist nur wichtig was Du m├Âchtest. Dein Skorpion geh├Ârt dazu, dass passiert von allein┬ź, versprach Archibald und kraulte Robby kurz den Kopf ehe er sich langsam zur├╝ckzog. ┬╗Du bekommst Besuch, hohen Besuch... sei sch├Ân artig┬ź, fl├╝sterte Archibald. Linhard n├Ąherte sich gemeinsam mit Gregoire. Arch deutete eine Verbeugung an und schmunzelte. ┬╗Hoheit... Li-La... meine Verehrung┬ź, grinste Arch und lie├č die beiden mit Robby allein.
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Re: Der Schwarze Skorpion

#2

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Sa 26. Mai 2018, 00:34

Robere
Entgegen dem, was Robere erwartet hatte, verstand der Kerl tats├Ąchlich. Er verstand den schwarzen Skorpion. Ohne dass Robere es ihm erkl├Ąrte. Zumindest verstand er die Kernaussage. Damit er ihn in allen Details begriff - dazu musste man selbst Skorpion sein. Dennoch war es ungew├Âhnlich. Die meisten hielten seine T├Ątowierung f├╝r nichts als eine Mode. Erstaunt blickte Robere dem Fremden nach, der verschwand, als sei er nichts als eine Einbildung gewesen.

Gregoire Verrill de Souvagne
Gregoire nickte knapp zur├╝ck und blieb genau vor Robere stehen. Nun wurde der Gardist vom Prince von oben bis unten gemustert. Ohne Scham schaute er ihm genau in den Schritt und schien gr├╝ndlich zu ├╝berlegen, w├Ąhrend sein Mann ganz dicht neben ihm stand. ┬╗Ihr seid nicht rasiert, weshalb?┬ź, fragte Greg neugierig.

Robere
Einer der Prinzen trat an ihn heran - und schaute sich ungeniert seinen von dickem schwarzen Pelz ums├Ąumten Unterleib an. Was f├╝r ein Tag! Robere hatte keine Wahl, als liegen zu bleiben und sich der Befragung zu stellen. ┬╗Ich w├╝sste nicht ... wozu┬ź, antwortete er ehrlich.

Gregoire Verrill de Souvagne
"Nun rein um den Sch├Ânheitsideal zu entsprechen und der Hygiene, so wurde es uns beigebracht. Du hast da ja einen undurchdringlichen Urwald wuchern. Kratzt Dich das nicht?", fragte Greg grinsend.

Robere
┬╗Man kann ... duschen┬ź, murrte Robere. ┬╗Es kratzt nicht ... es ist weich. Stoppeln ... die kratzen wirklich. Ich bin nun mal ... haarig. Bisher ... hat sich noch keiner ... beschwert. Das alles rasieren ... nein.┬ź

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Wirklich nicht? Ich h├Ątte gedacht es f├╝hlt sich an wie ein Reibeisen auf der Haut, oder Stahlwolle. Man kann sich sogar komplett baden. Ich war erstaunt dass Du so behaart bist. Keine Ahnung ich habe weder Busch noch Stoppeln, deshalb meine Neugier. Bist Du geduscht?┬ź, fragte Greg.

Robere
┬╗Ich war geduscht┬ź, maulte Robere. ┬╗Jetzt nicht mehr ... offensichtlich. Schei├če! Boldi!┬ź Er fragte sich, wie lange der Coutilier noch brauchen w├╝rde, um ihn endlich von hier wegzuholen. Andererseits konnte der auch nichts machen, wenn der Prince ihn gerade begaffen wollte. ┬╗Es ist weich┬ź, versicherte Robere.

Gregoire Verrill de Souvagne
Greg nickte, w├Ąhrend Linhard ihn vorsichtshalber festhielt. Er wusste nicht, was sein Mann als n├Ąchstes testen wollte. ┬╗Entspann Dich, reine Neugier. Ich habe noch niemanden gesehen, der so behaart war wie Du. Das sieht aus wie ein Teppich. Drum frage ich┬ź, lachte Greg. Er warf Lin einen Blick ├╝ber die Schulter zu, da ihn dieser festhielt und zwinkerte ihm zu.

Robere
Robere war nicht sicher, ob das ein Kompliment war, eine Beleidigung oder nur eine sachliche Feststellung. ┬╗Nach eine Vollrasur ... w├Ąre ich wie eine Drahtb├╝rste┬ź, versicherte er. ┬╗So ist es ... besser. Und einfacher.┬ź Er strich sich beil├Ąufig ├╝ber den wirklich ausgesprochen haarigen Bauch. Er mochte seine Behaarung.

Gregoire Verrill de Souvagne
┬╗Sobald Ihr einmal sauber und absolut geschrubbt seid, werde ich das austesten. Reines Interesse, keine Angst┬ź, lachte Greg und sch├╝ttelte belustigt den Kopf ├╝ber Linhards Gesichtsausdruck.

Boldiszàr
Boldisz├ár hatte sich beeilt, aber Bellamy war schwer und kaum f├Ąhig gewesen, zu gehen. Es hatte seine Zeit gedauert, den Mann in den vorgesehenen Raum zu buckeln. So schnell wie m├Âglich war der Coutilier danach zum Richtplatz zur├╝ckgekehrt. Prince Gregoire und sein Gemahl standen vor den auf der Seite in seinem Dreck liegenden Robere und starrten auf ihn nieder. Es sah so aus, als w├╝rden sie ihm ungeniert zwischen die Beine glotzen. ┬╗Hoheiten┬ź, sagte Boldisz├ár knapp und hielt sich nicht damit auf zu fragen, ob es in Ordnung war, dass er nun das Objekt ihrer Betrachtungen entwendete. Robere streckte ihm froh die Arme entgegen und gemeinsam mit Etienne wuchteten sie ihren Kameraden auf die F├╝├če. Boldisz├ár legte ihm notd├╝rftig ein Tuch um den Leib und dann brachten sie auch ihn Schritt f├╝r Schritt weg von dem Ort seiner Schande.
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Re: Der Schwarze Skorpion

#3

Beitrag von Boldisz├ár » Mi 30. Mai 2018, 14:43

Boldisz├ár und Etienne schleiften Robere in die Heilstube. Der Gardist war unf├Ąhig, auch nur einen Schritt zu gehen und br├╝llte und fluchte vor Schmerzen. Als sie ihn auf die Liege des Heilers verfrachtete, setzte er sich zur Wehr, doch seine Kameraden machten kurzen Prozess. Er wurde ohne R├╝cksicht angepackt und dorthin gelegt, wo er liegen sollte. Keiner von ihnen war sonderlich sensibel und sie wussten, dass Robere behandelt werden musste, wenn er nicht elendig krepieren oder ├╝ber Wochen vor sich hinsiechen wollte.

Boldiszàr hielt sich nicht lange mit irgendwas auf. Er knallte Benito einen Sack voller Münzen auf seinen Arbeitstisch.

┬╗Tausend Kronen. Sollte das nicht reichen, nenn mir den Preis. Ich wei├č nicht, was deine Heilk├╝nste kosten, normalerweise behandelst du ja nur die Herrschaften. Mach f├╝r Robby eine Ausnahme und sag mir, wie viel du haben willst.┬ź

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Re: Der Schwarze Skorpion

#4

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 30. Mai 2018, 18:39

Benito

Benito eilte in seine Heilstube und schaute was der L├Ąrm zu bedeuten hatte. Zwei der Gardisten hatten den Verurteilten Robere in seine Stube geschliffen und ihn auf der Liege abgelegt. Robere wehrte sich mit H├Ąnden und F├╝├čen gegen seine Kollegen.

Der Heiler zog eine Spritze auf und verpasste sie Robere in den Hintern. Der geschundene Gardist sp├╝rte, wie seine Muskulatur binnen eines Augenblickes weich wie Butter in der Sonne wurde und jede Gegenwehr v├Âllig nutzlos wurde. Nachdem Benito den zappelnden Robere ruhig gestellt hatte, widmete er sich Boldisz├ár.

"Von mir wird niemand abgewiesen, kein wahrer Heiler w├╝rde einen Hilfebed├╝rftigen abweisen. Ich helfe Deinem Freund, die tausend Kronen sind mehr als ausreichend. Allerdings k├Ânntest Du mir einen Gefallen erweisen, bitte Nathan Garcia den Leibdiener des jungen Duc zu mir. Bei ihm steht noch eine Nachuntersuchung aus. Dann muss ich nicht die Heilstube verlassen und kann mich Deinem Kollegen widmen", sagte Benito.

Mit diesen Worten wandte er sich von Boldiszàr ab und Robere zu. Benito untersuchte Robere mit gekonnten Handgriffen. Den Gardisten hatte es schwer erwischt, sein Rücken war nur noch eine blutige Masse und seine Hautstreifen hingen in Fetzen an ihm herab. Sein Rektum stand seinem Rücken in nichts nach.

Benito rief einige Helfer herbei. Sie reinigten Robere vorsichtig, danach mache sich Benito daran Robere mit Heilkunst und Heilmagie wieder herzustellen. Es verlangte ihm einiges an Kraft und K├Ânnen ab, aber letztendlich bewies Ben erneut, weshalb er der Heiler der Krone war.

Als Robere nach einigen Stunden wieder langsam zu sich kam, lag er ersch├Âpft und total entkr├Ąftet in Zimmer in de Heilstube. Seine bedrohlichen, innerlichen Verletzungen waren verschwunden, dass sp├╝rte er eindeutig. Magie war hier am Werk gewesen. Alles andere war ges├Ąubert und behandelt worden. Jemand hatte ihm eine kleine Mahlzeit auf den Beistelltisch gestellt, wie auch etwas Tee, damit er sich in Ruhe erholen konnte.

Nathan in der Heilstube >>

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Re: Der Schwarze Skorpion

#5

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Mi 30. Mai 2018, 19:21

Es war, als h├Ątte er eine Nacht voller Alptr├Ąume hinter sich. Nur, dass diese Wirklichkeit gewesen waren. Als Robere nach der Narkose wieder zu sich kam, ging es ihm nach wie vor schlecht, aber die extremen Unterleibsschmerzen, die sich angef├╝hlt hatten, als w├╝rde ein Messer in seinem Darm stecken, waren verschwunden. Robere untersuchte sich selbst und stellte fest, dass das Wichtigste wieder intakt war. Erleichterung. Er war Boldi was schuldig. Sein R├╝cken sah allerdings nach wie vor aus, als w├Ąre ein Zwerg mit einem Pflug hin und her gefahren und h├Ątte Ackerfurchen gezogen. Wieso hatte Benito den nicht gleich mit behandelt? Wahrscheinlich waren die Wunden belassen worden, um ihn weiter zu qu├Ąlen, so wie er auch auf dem Richtplatz liegen gelassen worden war wie ein St├╝ck Abfall. Irgendwer w├╝rde daf├╝r b├╝├čen, ob er Schuld daran hatte oder nicht. Robere trank und a├č etwas, dann drehte er sich zur Wand, um seinen finsteren Gedanken nachzuh├Ąngen.
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Erstes Fleisch

#6

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Sa 2. Jun 2018, 02:50

Archibald von Dornburg
Es war sp├Ąter Abend, fast Nacht. Die Sonne war bereits untergegangen und die meisten B├╝rger in und rund um Beaufort waren l├Ąngst von ihrem Tagewerk in ihren Betten verschwunden. Jene die sich noch auf den Stra├čen aufhielten, hatten es entweder eilig, oder einen trifftigen Grund noch auf den Stra├čen zu verweilen. Die einen sorgten f├╝r die entsprechende Sicherheit, wie B├╝ttel, Gardisten und auch Nachtw├Ąchter, die anderen z├╝ndeten die Lichter der Stra├čenlaternen an und verk├╝ndeten trotz der Nachtstunden ab und an die Zeit, damit auch die Menschen zur sp├Ąter oder sehr fr├╝her Stunde nicht ihre Arbeit vers├Ąumten. Ganz leer waren die Stra├čen von Beaufort somit niemals. Heute bewegte sich eine weitere Gestalt unter ihnen. Weder B├╝ttel, noch Nachtw├Ąchter aber eine Kreatur der Nacht. Schon seit Angebinn seiner Geburt, seit dem Biss eines Vampires mehr denn je. Und diese Bestie war nun unterwegs um einer kleineren Bestie ihre Aufwartung zu machen. Sie war noch nicht geboren worden, jedenfalls so wie es Archibald als Geburt empfand. Aber das w├╝rde sich heute ├Ąndern. Robere w├╝rde lernen was er tats├Ąchlich war, was in seinem Blut schlummerte und wof├╝r er ├╝berhaupt geboren wurde. Archibald betrat die gro├če Heilstube und fragte bei der ├Ąlteren Frau am Empfang, nach seinem Neffen Robere. Die Frau musterte ihn einen Moment, aber da der junge Mann bis dato keinen Besuch bekommen hatte, wollte sie sich auch nicht quer stellen. Wer wusste was der Mann arbeitete und f├╝r die Genesung wirkte ein Besuch oft Wunder. Immerhin war Robere nicht mit Verletzungen der Stra├če eingeliefert worden, so dass man nicht bef├╝rchten musste, dass er Mann ihm etwas antun wollte. Die Frau beschrieb Archibald kurz den Weg. Dieser bedankte sich und suchte das Krankenzimmer von Kazrars Sohn auf. Arch ├Âffnete die T├╝r und trat in den Raum, beides erfolgte lautlos. Der Krankenzimmer lag in Dunkelheit. Keine Kerze war entz├╝ndet worden, da sich der Patient v├Âllig erholen sollte. ┬╗Guten Abend Robere┬ź, gr├╝├čte Arch freundlich und setzte sich aufs Bett.

Robere
Robere hatte noch nicht geschlafen, sondern sich der Welt seiner finsteren Gedanken hingegeben. Er schlief schlecht au├čerhalb seines eigenen Bettes, die fremde Schw├Ąrze um ihn herum schien ihn verschlingen zu wollen, so dass er nachts wach lag und erst am Morgen nach der Visite, wenn alles hell war und der Heilstubenbetrieb eingekehrt war, einschlief. Er erschrak, als die Matratze auf einer Seite einsank, weil sich jemand darauf setzte. Er hatte niemanden kommen geh├Ârt. So schnell, wie seine Schmerzen es zulie├čen, fuhr er verteidigungsbereit herum. Doch der Mann sa├č da nur und blickte ihn an. Es war finster, Robere konnte nichts sehen, doch er glaubte, die Stimme zu erkennen. Wenn ihn nicht alles t├Ąuschte, war das der Mann, der seinen Vater beleidigt hatte. ┬╗Hau ab┬ź, schnauzte er.

Archibald von Dornburg
┬╗Nie wieder Robere und das wei├čt Du. ├ťber den Punkt sind wir doch schon l├Ąngst hinaus. Wie geht es Dir? Ich habe mir ├╝berlegt, wir beide machen heute einen Ausflug. Du k├Ânntest etwas zu Essen vertragen, so blass und entkr├Ąftet wie Du bist. Was gibt es hier so zu essen mein Bester?┬ź, s├Ąuselte Arch und legte Robere kurz die Hand auf den Arm.

Robere
┬╗Klopf an wie jeder normale Mensch. Dann passiert das nicht. Einen Ausflug?┬ź Robere verzog das Gesicht. ┬╗Ich hab keine Lust. Zu Essen gibt es irgendeine Gr├╝tzensuppe. Geht schon.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Anklopfen? Das w├Ąre ja langweilig, wenn jeder w├╝sste das ich komme, oder gehe. Wo bleibt da die ├ťberraschung mein lieber Robere. Gr├╝tze? Du findest Gr├╝tze akzeptabel? Vermutlich weil Du das selbe Zeug im Sch├Ądel hast... nun ich bin daf├╝r dass Du ein sch├Ânes, saftiges St├╝ck Fleisch isst. Und glaube mir, Babybrei war gestern. Ab heute werde ich daf├╝r sorgen, dass auch Du erwachsen wirst Robere. Du m├Âchtest Deinem Vater doch alle Ehre bereiten ja? Und falls nicht, was nicht weiter schlimm ist, denn viel Ehre hatte dieser Klappspaten nicht, wirst Du Dir eine eigene anlachen. Nun steig aus dem Bett Prinzessin, wir haben was zu erledigen. Du hast lang genug auf der faulen Haut gelegen┬ź, sagte Archibald freundlich.

Robere
Robere dachte nach. Auf der einen Seite f├╝hlte er sich grauenvoll und hatte keine Lust, sich zu bewegen. Auf der anderen Seite w├╝rde er ohnehin nur wach liegen, d├╝ster vor sich hinstarren und schlechte Laune schieben, wenn er hier liegen blieb. ┬╗Wenn du mich unbedingt zum Essen einladen willst ... warum nicht.┬ź Ohne sich zwischendurch hinzusetzen, rollte er sich aus dem Bett und kam auf die Beine. Er zog sich was ├╝ber und stieg in seine Stiefel. Leider kam er nicht ran, um sie zu binden. ┬╗Hilf mir mal.┬ź Er legte einen Fu├č auf das Bett. ┬╗Wo soll`s denn hingehen?┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald musterte Robere erstaunt, aber er war eine Larve und Kinder konnten sich scheinbar egal im welchem Stadium einfach nicht die Schuhe zu binden, also ├╝bernahm Archibald die Aufgabe f├╝r ihn. Schlie├člich n├╝tzte es ihm nichts, wenn sein Z├Âgling bei der Jagd ├╝ber die eigenen F├╝├če stolperte. ┬╗Ich dachte wir sehen uns das W├Ąschereiviertel an, oder vielleicht eine Reise hinab zum Meer? Also entweder bleiben wir in Beaufort oder wir reisen Richtung Cantillion. Wie es Dir lieber ist. Hauptsache abseits aller Hauptstra├čen┬ź, grinste Archibald.

Robere
┬╗Bis zum Meer? Mir ist das eigentlich egal, aber nichts, wo man sitzen muss. Irgendwas, wo wir zu Fu├č hink├Ânnen. Und von wo aus ich einfach wieder hierher komme.┬ź Robere konnte sich nicht vorstellen, was er ausgerechnet im W├Ąschereiviertel sollte.

Archibald von Dornburg
┬╗Verstehe, Du bist noch zu schwach. Dann werde ich Deine Kr├Ąfte schonen und gut einteilen. Wir werden zum W├Ąscherviertel gehen und dort einen Happen essen. Hast Du gro├čen Hunger?┬ź, fragte Archbibald, bequemte sich vom Bett und gab den Weg vor.

Robere
┬╗Das war ja nicht eben mal eine Kleinigkeit. Was zu Essen w├Ąr nicht schlecht. Ich esse eigentlich alles, aber immer nur Gr├╝tze, nein. Fleisch w├Ąre gut. Aber im W├Ąschereiviertel?┬ź Er begleitete Archibald, ziemlich langsam und steifbeinig.

Archibald von Dornburg
┬╗Ja dort ist es angenehm k├╝hl und dunkel Robere. F├╝hlst Du Dich bei Dunkelheit nicht ebenso wohler wie ich? Du m├Âchtest Du nicht am hellichten Tag essen oder? Wir suchen uns eine ruhige Ecke, in der wir speisen k├Ânnen. Welches Fleisch bevorzugst Du? Brust oder Keule?┬ź, lachte Arch leise.

Robere
┬╗Ich sagte doch, ich esse alles. Kruste schmeckt. Nein, ich hasse die Dunkelheit, ist doch Mist, wenn man nichts sieht und die ganzen Ratten aus den L├Âchern kommen. Was magst du daran, im Dunkeln zu essen?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Fr├╝her mochte ich an der Dunkelheit, dass ich schmerzfrei war. Demzufolge ohne Probleme essen konnte und mich nicht erbrechen musste im schlimmsten Fall. Je l├Ąnger Du in der Dunkelheit lebst, je besser passen sich Deine Augen an. Das funktioniert schon innerhalb k├╝rzester Zeit. Denk nach Robere, wenn Du genug Zeit in die Dunkelheit starrst, erkennst Du sehr gut Dinge. Nur wenn Du von der Helligkeit in die Dunkelheit kommst, ist die Umstellung schwierig. Es ist also eine Sache der Perspektive. Ratten musst Du nicht f├╝rchten, es sind Opportunisten. Sie sind was sie sind, sie kennen und akzeptieren ihre Natur. Der Mensch hat die Unsitte erfunden, seine Bestimmung suchen zu m├╝ssen. Was f├╝r eine Ladung geb├╝ndelter Schwachsinn. Wenn Du tief in Dich hineinh├Ârst, dann h├Ârst Du welches Verlangen in Dir ruft. Und das bist Du. Entweder ein Raubtier oder Beute. Und Du Robere bist ein Raubtier, nur leider stellst Du Dich bei der Jagd genauso geschickt an wie Dein Vater mit zwei linken F├╝├čen. Aber nun hast Du ja mich, der es Dir beibringt. Und wildere nicht dort wo Du lebst. Niemand jagdt wo er lebt, man h├Ąlt sein Revier sauber. Nathan anzugehen war ein gewaltig gro├čer Fehler. Erstens geh├Ârt Nathan jetzt mir und wir beide wollen keinen Streit nicht wahr? Und zweitens war Nathan einer aus Deinem Dunstkreis. Wenn Du Kahlschlag in Deinem Garten betreibst, verlierst Du die Deckung. Also lass die Statisten, das Gr├╝nzeug stehen. Jage dort, wo Du nicht hingeh├Ârst, damit bringt Dich dann auch niemand in Verbindung. Dass bisschen laufen rettet Dir Deinen Hintern und nebenbei h├Ąlt es Dich fit. Du stehst nur auf Kerle?┬ź

Robere
┬╗Ja, aber was hat das damit zu tun? Der Kleine hat es dir also angetan. Die verlogene Giftspinne. Ich w├╝rd ihn umbringen, wenn ich k├Ânnte. Hoffentlich st├╝rzt er die Palasttreppe runter und bricht sich das Genick. Mit Ratten meinte ich Menschen. Nachts muss die Leibgarde besonders wachsam sein und nicht nur die. Wieso war die Dunkelheit f├╝r dich schmerzfrei? Was war tags├╝ber?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich wei├č dass Du menschliche Ratten gemeint hast und ich erkl├Ąrte Dir ihre wahre Natur Robere. Der kleine ist ein Kind, ein Infant im Adult-K├Ârper. Und bitte Robere, w├╝nsche ihm nichts Schlechtes. Denn so gerne ich Dich habe, Bei├čer-Neffe, was immer Nathan geschieht, so grausam es auch werden mag, werde ich auch Dir antun. Wenn man Nathan also ausgeweidet an einem Baum h├Ąngend findet Robere, wirst Du 24 Stunden sp├Ąter einen Ast weiter h├Ąngen. Verschuldet, unverschuldet, danach frage ich nicht. Du solltest Nathan also ein langes Leben w├╝nschen und aus der ferne ein wachsames Auge auf mein Kind haben, es ist zu Deinem eigenen Besten. So bewache ich Dich schlie├člich auch. Nur Undank tolleriere ich nicht. Ich erwarte Loyalit├Ąt f├╝r meine Lehre und meinen Schutz. Allein wirst Du es nicht packen Robere, sind wir ehrlich. Einmal einen weggesteckt und schon passiert Dir das. F├╝r f├╝nf Sekunden zucken, hat man Dir den Arsch aufgestemmt dass die Backen die Ohren kitzelten. Also was glaubst Du, wie weit Du bei der n├Ąchsten Nummer kommst? Ziehen sie Dir Deinen Sch├Ądel durchs Arschloch? Ich sage Dir, Du bist ein lausiger J├Ąger. Aber das werden wir ├Ąndern. Du wirst Essen und wirst einen wegstecken und Du wirst dies voller Genuss und Freude tun, ganz ohne die Sorge entdeckt zu werden. Inwieweit kannst Du Leute ausschalten? Ich meine nicht t├Âten, sondern ausknipsen. Erz├Ąhl ein bisschen┬ź, bat Arch.

Robere
┬╗Ich raff immer noch nicht, was genau du mir beibringen willst und wieso du meinst, mich bewachen zu m├╝ssen. Ich kann alles, was ich zum Leben brauche. Ich bin bei der Leibgarde, was glaubst du, wie viele Techniken ich beherrsche, Leute ganz oder teilweise auszuschalten? Ich mag┬┤s nicht, wenn man mir droht, wei├čt du. Das k├Ânnte auch f├╝r dich ├╝bel ausgehen. Der Giftzwerg, das war schiefgelaufen, daf├╝r kann ich nichts. Er hat geplappert und gelogen. Wie weit gehen wir noch?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Niemand droht Dir, ich weise Dich auf etwas hin. Das ist ein Unterschied, denn ich m├Âchte Dir nicht schaden. Und die Garde ist was Robere? Schiefgelaufen, richtig, weil Du zu nachl├Ąssig warst. Du hast nicht vorabgeplant. Wir suchen uns eine abgelegene Nebenstra├če. Dann sind wir da. Halt die Augen offen Kurzer┬ź, bat Arch.

Robere
┬╗Kurzer.┬ź Robere dachte sich seinen Teil. Er war fast einen Kopf gr├Â├čer als der Kerl in dem schwarzen Ledermantel und deutlich schwerer. Langsam war er gespannt, was der heute vorhatte. Er nickte mit dem Kopf nach vorn. ┬╗Da ist eine Gasse. Keiner Tipp vorab, mir in einer dunklen Gasse dumm zu kommen, ist keine gute Idee. Nur, damit wir uns verstehen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Robere...┬ź, lachte Archi fast liebevoll, ┬╗Dein Hintern interessiert mich nicht auf diese Art. Daf├╝r bist Du mir viel zu alt. Er interessiert mich nur dahingehend, dass ich ihn Dir rette. Und bitte, sieh zu, dass Du nicht auf dem Block landest. Auch da w├╝rde ich Dich raushauen, aber es ist nicht gerade mein Hobby H├Ąlse vor dem Block zu retten. Wovor hast Du eigentlich solche Angst? Vor mir? Vor dem Unbekannten? Weder musst Du mich f├╝rchten, noch gibt es hier etwas Unbekanntes. Noch verstehst Du es nicht. Vertraue mir und Du wirst Dich selbst kennenlernen, besser als Du es Dir vorstellen kannst. Schlagartig werden manche Deiner geheimsten W├╝nsche klar, sie werden Dir logisch erscheinen. Da wo Du heute stehst, also in jener Situation war ich damals mit 14 Jahren auch. Leider hatte ich niemanden der mich anleitete. Als ich dem Zirkel beitrat, nahm ich Deinen Vater an um ihm den ersten Schritt zu erleichtern. Dass er immer eine Hand ben├Âtigen w├╝rde, die ihn f├╝hrt, damit haben wir beide wohl nicht gerechnet. Ich hoffe und w├╝nsche mir einfach, dass Du selbst├Ąndig wirst und unsere Werte in die Welt hinaustr├Ągst. Das klingt hochgestochen, aber ich meine es wirklich so. Auch wir haben Werte und Prinzipien. Packst Du den ersten Schritt, werde ich Dich dem Zirkel vorstellen. Ab dato Robby, hast Du eine Familie auf die Du immer z├Ąhlen kannst. Gleichg├╝ltig was Du angestellt hast, egal wie hungrig Du bist, oder wer Dich jagt - der Zirkel wird Dir Unterschlupf, Nahrung und Hilfe gew├Ąhren. Und bist Du gut Robere, dann wirst Du Deinen Beitrag leisten. Selbst etwas zu Essen spenden f├╝r jene die weniger geschickt sind als Du. Manche sind schon alt und k├Ânnen sich kein Essen mehr erarbeiten. Dein Vater war leider nicht f├Ąhig genug. Aber Du bist in guter Verfassung, hochtrainiert und Du hast ein h├╝bsches ├äu├čeres, was man ebenfalls nutzen kann. All jenes hatte Dein Vater auch, vielleicht sogar von der Optik etwas mehr als Du... aber er wusste es nicht als K├Âder einzusetzen. Er war ein Arashi-Mischling, ich sollte ihn einmal f├╝r Dich zeichnen... Du sollst sehen von wem Du abstammst. Aber genug geredet, jetzt geht es ans Eingemachte. Kurzum... lass uns essen┬ź, grinste Arch.

Robere
Robere h├Ârte aufmerksam zu. Das meiste davon verstand er nicht oder ma├č dem gegenw├Ąrtig keine Bedeutung f├╝r sich bei. Was bei ihm h├Ąngen blieb, war ein Zirkel, der ihm bedingungslos alles Lebensnotwendige organisieren w├╝rde, wenn er in Not war. Als jemand, dessen Leben derart hart begonnen hatte wie seines, wurde er dabei hellh├Ârig. Und dass sein Vater gut ausgesehen haben sollte. ┬╗Beschreib ihn mir┬ź, bat Robere. ┬╗Sag mir, wie er aussah. Und wieso ist er tot?┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald blieb stehen und lehnte sich an eine der H├Ąuserw├Ąnde. ┬╗Dein Vater hie├č Kazrar Chad. Wie bereits erw├Ąhnt Robere war er ein Arashi-Mischling. Kazrar, kurz Kaz hatte ungef├Ąhr meine Gr├Â├če, er war schlank, trainiert, hatte lange, schwarze volle und leicht gewellte Haare. Meist aus einem modischen Spleen heraus trug er die vorderste Haarstr├Ąhne seines Ponys rot gef├Ąrbt. Was einen ziemlichen Kontrast zu seinem restlichen Haar bildete. Seine Haut hatte eine ziemlich dunkle T├Ânung, er war braun. Er hatte die markanten, typischen Gesichtsz├╝ge eines Arashi. Hohe Wangenknochen, eine kurze und gerade, spitzzulaufende Nase. Dein Vater hatte volle Lippen und schmale Augen. Mandelaugen w├╝rdet Ihr wohl sagen. Sie waren braun. Kaz arbeitete f├╝r Dunwin von Hohenfelde als Fu├čsoldat. Dunwin war ebenfalls mein Arbeitgeber und zeitgleich mein bester Freund. Ich war sein Schwertmeister. Als ich Kaz im Zirkel kennenlernte, brachte ich ihn also bei Dunwin unter. Mir unterstand Dunwins Stab als erster Mann und folglich damit auch die Fu├čsoldaten - ergo Dein Vater. Kaz und Narbenfresse waren mir die liebsten, es waren meine M├╝ndel. Kaz war tats├Ąchlich mein M├╝ndel und Narbenfresse war der beste Freund Deines Vaters. Er schwamm in unserem Kielwasser mit. Sobald ich ein Spielzeug an Land gezogen hatte, dass ich teilen wollte bekam Kaz als mein M├╝ndel seinen Anteil. Er durfte ihn genauso durchnehmen. Und Kaz teilte sein Betth├Ąschen dann oft genug auch mit Narbenfresse. Deinem Vater war das Geschlecht seiner Betth├Ąschen gleichg├╝ltig, ebenso wie mir. Also haben wir uns meine Beute ├Âfter geteilt. Nicht gleichzeitig, darauf stehe ich nicht und das ist technisch auch unm├Âglich... weil ich versehentlich den Spielgef├Ąhrten t├Âdlich verletzen k├Ânnte. Aber ich habe Deinem Vater meine Beute ├╝berlassen, wenn ich fertig war. Dunwin hatte zwei S├Âhne und er hat mir erlaubt mit ihnen zu spielen. Einziges Dogma - sie d├╝rfen nicht sterben. Daf├╝r h├Ątte ihn sonst sein eigener Vater umgebracht. Dunwins S├Âhne waren Magier, Dunwins Vater war ein Magier, ein Verseuchter, ein Mistst├╝ck sonder gleichen. Er qu├Ąlte Dunwin. Die einzige Antwort die Dunwin ihm geben konnte, war die Enkel von seinem Vater zu qu├Ąlen. Er selbst bedeutete seinem Vater nichts, aber Alastair bedeuteten seine Enkel alles. Nicht pers├Ânlich... nein... soweit konnte das Schwein nicht empfinden, ihm war nur wichtig, dass zwei dort waren die die Gabe besa├čen und sie vererben w├╝rden. Nur darum ging es dem Verseuchten. Und da Dunwin meine Vorlieben f├╝r Kinder kannte, erlaubte er mir sie zu lieben, wann immer ich das Bed├╝rfnis danach hatte. Nun da ich dies durfte und tat und ein sehr feinf├╝hliger und anst├Ąndiger Mensch bin, habe ich die Erlaubnis erweitert und auch andere Bed├╝rftige versorgt, wie Deinen Vater. Er hatte die gleiche Neigung, er mochte es jung. So bist Du entstanden. Eines seiner Spielzeuge wurde schwanger und ein Regel unter uns besagt, dass man niemals die eigenen K├╝ken angeht. Den einzigen Schutz, die einzige Form von Liebe die wir gefahrlos unseren Kindern gew├Ąhren k├Ânnen ist, dass wir sie abgeben. Weit genug weg, am besten f├╝r zwei Jahrzehnte aus unserer Reichweite. Niemand m├Âchte sein eigenes Kind zwischen den Klauen halten. Weder bewusst, noch versehentlich.... Oh nat├╝rlich gibt es auch solche Personen, aber die sind krank, verdreht, Perverse. Sein eigen Fleisch und Blut geht man nicht an, es ist unantastbar. So hat er Deiner Mutter die Freiheit geschenkt, damit sie Dich in Freiheit geb├Ąren und aufziehen konnte. Ich selbst habe einige Kinder. Zwei wuchsen beim Zirkel auf, eines bei seiner Mutter, andere in Freiheit. Die S├Âhne von Dunwin, Ansgar und Dave - sie t├Âteten Deinen Vater┬ź.

Robere
Robere h├Ârte sehr aufmerksam zu. ┬╗Von Hohenfelde ... der Stecher von Prince Gregoire hei├čt so. Ist das die selbe Brut?┬ź Robere f├╝hlte, wie seine Muskeln sich instinktiv spannten. ┬╗Wenn du sie kennst ... die M├Ârder meines Vaters ... und wenn sie in Souvagne sind ... zeig sie mir. Bring mich auf ihre F├Ąhrte. Ansgar und Dave von Hohenfelde. Mein Vater gab mich aus Liebe weg, nicht aus Desinteresse. Ich bin es ihm schuldig, seine M├Ârder bluten zu lassen auf eine Weise, die ihm gefallen h├Ątte. Kazrar zu Ehren bringe ich die Schweine ... auf bestialische Weise ... um. Unterrichte mich, Archibald. Zeig mir, wie mein Vater es haben wollte. Diese beiden ... werden genau das bekommen.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Get├Âtet hat ihn Ansgar von Hohenfelde... Dave... sein j├╝ngerer Bruder war nur der Grund, nicht wirklich der M├Ârder. Und Dave ist mein Eigentum, er geh├Ârt mir und er untersteht noch immer meiner Macht ob er es nun wahrhaben m├Âchte oder nicht. Ansgar wurde bei Euch eingeb├╝rgert, er tr├Ągt nun einen anderen Namen. Ich wei├č leider nicht welchen, sonst w├╝rde ich ihn Dir verraten. Linhard von Hohenfelde, der Stecher von Prince Gregoire Robere ist der Enkel von meinem Wahlbruder Dunwin. Linhard wurde von Ansgar genauso missachtet - dem M├Ârder Deines Vaters, wie Dunwin seinerzeit von seinem Vater. Linhards und Dunwins Schuld besteht nur darin ohne magische Gabe geboren worden zu sein. Dunwin war von der Ausbildung her ein Schwertmeister wie ich, manchmal um einiges besser, manchmal um eine Ecke schlechter - je nach Tagesform. Aber wir waren Br├╝der im Geiste und wir liebten uns aufrichtig. Und Dunwin liebte seinen Enkel Linhard aufrichtig, denn dieser wurde genauso verachtet wie er. Lin verf├╝gt ├╝ber die gleichen Anlagen, ├╝ber die gleichen F├Ąhigkeiten und auch ihn werde ich ausbilden. F├╝r meinen Bruder, in dessen Gedenken. Und ich werde Dave t├Âten - in Namen Dunwins, aber auf andere Art und Weise. Das ist eine Privatsache zwischen ihm und mir. Denn Dave t├Âtete Dunwin - nicht jedoch Kazrar. Verstehst Du? Linhard verabscheut diese Linie genauso wie wir. Vor nicht allzulanger Zeit arbeiteten wir in einer Gruppe zusammen. Linhard war gemeinsam mit dem Bruder seines Opas Dunwin von einer Hochzeit gefohlen. Der Mann hatte nichts weiter verbrochen, als auf einer Hochzeit zu erscheinen und nicht tot zu sein, wie es sich geh├Ârte. Auch er wurde einst umgebracht. Von Dunwin, da sein Paps es so wollte. Jedenfalls erschien er auf der Hochzeit von Dave und so einem Ekel-Alben und sah sich einer Rotte von Feinden gegen├╝ber. Nur Linhard bezog f├╝r ihn Stellung. Um ├╝berhaupt fliehen zu k├Ânnen, beschwor Brandur, so hei├čt der Fettsack seinen toten Bruder Dunwin. Er rief also seinen eigenen Bruder und M├Ârder zur Hilfe herbei. Dieser half beiden, Brandur wie Linhard zu entkommen. Ab dato arbeiteten die drei zusammen. Dunwin, Brandur und Lin wollten Dunwins alten Stab zusammenbringen um die Familie von den alten Wegen loszueisen. Was Linhard letztendlich auch gelang. Aber zu welchem Preis? Sein eigener Vater Ansgar verstie├č ihn, enterbte ihn und wollte ihn sogar umbringen lassen. Und wieso? Da er f├╝r Brandur und f├╝r Familienfrieden sprach. Vermutlich war die Wahrheit, dass Ansgar hier die perfekte Gelegenheit sah, den nichtmagischen Bastard Linhard loszuwerden. Er war f├╝r seinen Vater auf ganzer Linie eine Entt├Ąuschung. Dabei ist er alles andere als das. Er ist clever, er ist ein erstklassiger Kamerad und er hat genauso einen rabenschwarzen Humor wie sein Gro├čvater. Also bitte, rede nicht schlecht ├╝ber den Jungen, ├╝ber den schon seine eigene Familie herzog wie eine Ausgeburt des Abgrunds. Verstehst Du das Ausma├č des Wahnsinns dieser Familie? Kann man Linhard dann verdenken, dass er andere Wege einschlug? Ansgar hingegen, sah bis zum Schluss nicht mal sein Fehlverhalten ein. Er verstie├č seinen Sohn aus Verachtung! Dein Vater gab Dich ab aus Liebe! DAS ist der Unterschied. Vielleicht h├Ątte Lin ein leichteres Leben gef├╝hrt, h├Ątte auch Ansgar die Traute gehabt ihn abzugeben, an jemanden der den Kleinen wirklich gewollt h├Ątte. Brandur sein Gro├čonkel wollte ihn, adoptierte ihn und zog ihn auf. Das klingt komisch, ich wei├č. Denn immerhin war er da schon 18 Jahre, aber er sagte es einmal treffen, in den drei Monaten wo er mit Brandur und Dunwins Geist Seite an Seite k├Ąmpfte hat er mehr gelebt als sein Leben zuvor. Und das steht Dir auch offen Robere. Du hast viel verpasst, aber es war nicht Deine Schuld. Ich bin vielleicht nicht die beste aller L├Âsungen f├╝r Dein Problem, aber ich bin eine. Und gleich was ich Deinem Vater sagte oder verschwieg - er geh├Ârte zu mir.┬ź

Robere
┬╗Du meinst, in Linhard ... k├Ânnte ich einen Verb├╝ndeten finden? Ja ... er zeigt mir die F├Ąhrte zu seinem verhassten Vater und ich erledige den Rest. Er wird leiden, wie nie zuvor ein Schwein gelitten hat. Zu dumm, dass die Hochzeit vorbei ist und ich sie ihm Verlies verbracht habe. Ich wette, Ansgar war da.┬ź Hasserf├╝llt ballte Robere eine Faust, als w├╝rde er den Kehlkopf des M├Ârder seines Vaters bereits darin zerquetschen. Dann hob er den Blick und sah Archibald in die Augen. ┬╗Was muss ich tun?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Lernen, Dein Schl├╝ssel zum Sieg ist Zeit, denn Dein Feind ist ein Nekromant und kein ungef├Ąhrlicher Robere. Aber auch Nekromanten haben Schwachstellen. Ob er auf Linhards Hochzeit war, kann ich Dir nicht sagen. Aber eines sage ich Dir, Linhard hat keinen einzigen seiner Verwandten eingeladen, sagt das nicht alles? Ich denke in Lin wirst Du mehr finden als einen Verb├╝ndeten. Im Zweifelsfall, falls es Dir zu brenzlig wird, vielleicht sogar einen neuen Herrn. Er f├╝hrt den Stab von Dunwin weiter und erweitert ihn um junge Leute. Uns alte Hasen stellt er damit weitere K├Ąmpfer zur Seite. Solltest Du also einmal wechseln wollen oder m├╝ssen, werde ich f├╝r Dich sprechen. Linhard kann Dir bestimmt sagen wie sein Vater jetzt hei├čt. Ansonsten h├Âre ich mich im Stab um, ob jemand den Namen kennt. Ah ich wei├č wen ich fragen kann, ich werde den Namen bald herausgefunden haben. Keine Sorge┬ź, grinste Archibald und dachte gut gelaunt an Dunwin-Aimeric. Er war schlie├člich dabei gewesen, als Brandur Ansgar besuchte. ┬╗Nun wollen wir aber was essen gehen ja? Komm┬ź, sagte Arch, stie├č sich von der Wand ab und schlich in die dunkle Seitengasse hinein. Dort verharrte er im Schatten und zog Robere an seine Seite. Er beobachtete die Leute die mal mehr mal minder schnell vorbei hetzten um schnell nach Hause zu kommen. ┬╗Halte Dich bereit┬ź, fl├╝sterte Arch.

Robere
Robere nickte knapp, als h├Ątte er einen Befehl erhalten, als Archibald ihn aufforderte zu lernen. Oh ja, er war lernf├Ąhig ... anders h├Ątte er nicht bis heute ├╝berlebt. Und wenn das hie├č, g├Ąnzlich neue Wege einzuschlagen. Er folgte seinem neuen Lehrmeister in die dunkle Gasse, wo sie lauerten. Er hielt sich bereit, auch wenn er nicht wusste, wof├╝r. Ein paar klarere Befehle w├Ąren gut. Aber das w├╝rde er Archibald sp├Ąter sagen. Er w├╝rde schon sehen, was zu tun war. Gemeinsam starrten sie in die Nacht hinaus.

Archibald von Dornburg
Archibald wartete geduldig und wartete noch l├Ąnger. Als Robere schon annehmen musste, dass sein Begleiter im Stehen mit offenen Augen eingeschlafen war, schoss dieser um die Ecke davon um einen jungen Mann mit gekonntem Kehlgriff auszuschalten und in die dunkle Gasse zu zerren. Das ganze hatte nur einen Wimperschlag lang an Zeit gekostet und Robere sah in der Art wie Archibald zupackte und die Handgriffe legte, dass jahrzehntelange Routine in den Griffen lag. Archibald legte den Mann auf den Boden ab und hockte sich auf ihn. Sein Knie dr├╝ckte auf dessen Kehle, so dass er, falls er aufwachen sollte, weder einen Laut von sich geben - noch sich wehren konnte. ┬╗Ich zuerst, dann Du. Oder m├Âchtest Du vorher einen wegstecken?┬ź, grinste Arch zu Robere hoch.

Robere
Robere nickte schon eisig, als Archibald noch eine Frage nachschob. Er hatte angenommen, genau das war gemeint gewesen. Wenn es nicht darum ging - worum ging es dann? Ging es wirklich darum, jemanden aufzuessen? Robere str├Ąubte sich. Aber sein Vater ... Kazrar ... hatte es auch getan. Er hatte es genossen, er hatte daf├╝r gelebt. Er war ein Menschenfresser gewesen. Er h├Ątte gewollt, dass sein Sohn sein Werk fortsetzte und dies war die Weise, auf die Ansgar sterben w├╝rde. Es war Zeit, das zu tun, was Archibald ihm aufgetragen hatte. Zu lernen. Einen wegstecken konnte er sp├Ąter immer noch. Erst wollte er sehen, worum es hier ging. Der junge Kerl gefiel ihm. ┬╗Gute Wahl ... wir haben den selben Geschmack. Du beginnst.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Leider ist mir das Fleisch nach meiner Erhebung nun verwehrt, mir geh├Ârt das Blut, Dir das Fleisch von unserer ersten gemeinsamen Beute Robere. Da Du weder ├╝ber Z├Ąhne noch ├╝ber Klauen verf├╝gst, nimm das┬ź, sagte Archibald und legte Robere ein rasiermesserscharfes Messer in die Hand. ┬╗Dein Ersatzzahn, bist Du selbst ├╝ber Z├Ąhne verf├╝gst┬ź, grinste Archibald, so dass Robere dessen Z├Ąhne sah. ┬╗Steh Schmiere┬ź, bat Archibald. Arch packte den ohnm├Ąchtigen Mann am Kragen, zerrte ihn in eine sitzende Position und hockte sich dazu. Er nahm ihn fest in die Arme und biss dann mit aller Gewalt in dessen Hals. Gen├╝sslich schloss er die Augen, als er den Kerl mit einer Gier austrank die einem Angst machen konnte. Der Mann ├Âffnete durch den Schmerz die Augen, aber die Hand die sich wie ein Schraubstock um seine Kehle gelegt hatte, erstickte jeden Laut. Stumm und bleich starbt er in den Armen von Archibald. Arch wartete einen Moment, ehe er dem Mann die Kleider vom Leib riss, ihn quasi wie eine Banane aus der Schale sch├Ąlte. Er riss sein Maul soweit auf wie er konnte und biss zu. Robere h├Ârte, dass er nichts hinaus biss, sondern h├Ârte das Reizen von Fleischfasern, als Archibald den Kopf ruckartig zur Seite riss. Langsam stand der Vampir auf und legte den warmen, nassen, blutigen Fleischstreifen Robere in die H├Ąnde. ┬╗Iss mein Kind┬ź, bat er liebevoll.

Robere
Anfangs erregte das Spiel Robere. Er sp├╝rte Lust, das zu tun, was der Skorpion sonst mit seiner Beute tat. Doch als Archibald von dem Mann ablie├č, war dieser bereits tot. Roberes Laune sank in bitterer Entt├Ąuschung. Doch er sagte nichts. Archibalds Z├Ąhne, als dieser ihn nach vollbrachtem Werke angrinste ... sie waren die eines Haifisches. ┬╗Du bist ein Vampir. Doch die Z├Ąhne sind von Menschenhand ver├Ąndert. Hatte mein Vater auch solche Z├Ąhne?┬ź Er nahm das warme, ausgefranste Fleischst├╝ck entgegen. Er wog es in der Hand und bef├╝hlte es, indem er die Finger darum schloss und es knetete. Dann steckte er es sich im Ganzen in den Mund und schloss die Augen. Langsam begann er zu kauen. Der Bursche war z├Ąh, aber er schmeckte ... gut. Robere weitete die Nasenl├Âcher, um den Geschmackssinn zu verst├Ąrken und sp├╝rte den Geschmack bis in die Lenden. Das Ger├Ąusch zwischen seinen Z├Ąhnen war wie eine sanfte Musik. Die z├Ąhen, fast st├Ârrischen Fasern zwischen seinen Z├Ąhnen gefielen ihm. Vielleicht war das der Charakter des Burschen gewesen. Und auch das verbliebene Blut, dass bei jedem Kauen hervorgepresst wurde, geh├Ârte zu ihm, um nun das von Robere zu werden. Doch es war mehr als nur der blo├če Geschmack ... dies hier war kein namenloses Tier ... es war eine Beute, die eine Seele gehabt hatte. Und diese Seele glaubte Robere sich entfalten zu f├╝hlen, als er sie bei jedem Kauen mehr aus ihrem Fleisch befreite. Als w├╝rde dem Kerl ... er etwas Gutes damit tun. Sie waren eins. Robere erzitterte vor Erregung. Er schloss die Augen und genoss seinen ersten Bissen Menschenfleisch.

Archibald von Dornburg
┬╗Er hatte sich die Z├Ąhne nie verdient... leider. Wer Rei├čz├Ąhne sein Eigen nennen m├Âchte Robere... der muss Beute rei├čen... Nutz Dein Messer und verleibe Dir ein, was Dir geh├Ârt. Fr├Âhliches Erwachen.... Willkommen im Leben Robby┬ź, antwortete Arch und k├╝sste Robere auf die Stirn.

Robere
Robere lie├č sich nicht weiter bitten. Er betrachtete sich den Burschen mit dem aufgerissenen Hals. Ein Jammer, das er schon tot war ... aber das n├Ąchste Mal, w├╝rde es anders ablaufen. Er wusste nun, worauf es ankam. Robere setzte sich auf ihn und strich dem Toten ├╝ber die Brust. Dann entschied er sich f├╝r ein St├╝ck Schulter. Er zog an dieser Stelle die Haut ab und trennte mit wenigen Schnitten den Muskel heraus. Als Gardist wusste er ├╝ber die Anatomie des Menschen bestens Bescheid. Gern w├Ąre er mit dem Burschen allein gewesen, um ein wenig zu experimentieren. Doch er f├╝hlte sich hier nicht sicher und hatte keine Lust, ein zweites und somit letztes Mal erwischt zu werden. ┬╗Er sollte nicht hier liegen bleiben. Sie finden ihn und vielleicht dann uns. Ich nehm mir was mit. Aber was machen wir mit dem Rest?┬ź Robere trennte sich auch noch die andere Schulter heraus. Er roch daran und vergrub Nase und Mund in dem Fleisch. Wie von selbst weiteten sich seine Nasenl├Âcher erneut und ein Beben ging durch seinen K├Ârper. ┬╗Ich werde ... die Z├Ąhne verdienen. Die mein Vater nie bekam.┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald hockte sich dazu und strich Robere mit den Krallen durch die Haare. ┬╗Ja das wirst Du und sie werden Dein eigener Stolz sein. Sobald es soweit ist, werde ich sie Dir schenken. Ich k├╝mmere mich um den Rest. Du hast noch keine Ahnung davon wie man Reste beseitigt. Das ist... etwas komplizierter. Oder eigentlich nicht... heute halten wir es einfach┬ź, schmunzelte Archibald, stand auf und z├╝ckte sein Jian. Er verarbeitete ihr Opfer binnen weniger Augenblicke zu groben, gewaltigen W├╝rfeln, die er noch kleiner schlug. Die Klinge fra├č sich gleicherma├čen durch Fleisch, Sehnen, Knorpel und Knochen. Robere sah wie dabei manchmal Zeichen auf ihr aufflammten, aber sie schien durch den K├Ârper des Toten zu rasen, wie ein hei├čes Messer durch Butter. Arch wischte das Schwert sauber und verstaute es wieder. Dann dr├╝ckte er Robere einen Beutel in die Hand. Er selbst machte sich ebenfalls daran die ├ťberreste ihres Opfer einzusacken. ┬╗In kleinen Teilen kann man sie leichter fortschaffen. Gibt es hier einen Fischteich in der N├Ąhe? oder einen sch├Ânen Flu├č?┬ź, fragte Arch gut gelaunt.

Robere
Der Anblick, wie der Bursche, der ihm bis gerade eben noch gefallen hatte, vom Kopf bis Fu├č zerw├╝rfelt wurde, war selbst f├╝r einen Robere zu viel. Er taumelte einen Schritt zur├╝ck, bis er an die Wand stie├č und kotzte sein erstes Fleischst├╝ck wieder heraus. ┬╗Ver ... hu├Ą├Ą├Ąrgh ... dammte ... ├Â├Â├Ârgh ...┬ź Damit war sein Lustgef├╝hl dahin. Er machte sich nicht die M├╝he, in der Pf├╝tze nach dem Fleisch zu suchen. Er wischte sich den Mund ab und lie├č Archibald die W├╝rfel einr├Ąumen. Er war froh, dass er sich schon zuvor zwei sch├Âne Filets gesichert hatte. ┬╗Jede Stadt hat einen Fluss. Und das hier ist das W├Ąschereiviertel. Zum Wasser geht es da runter. Dein Schwert. Was ist damit?┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald legte den Kopf schief und musterte Robere. ┬╗Nichts es funktioniert einwandfrei, oder sah es nach etwas anderem aus? Sehr zuverl├Ąssig, mein Jian. Ah dass ist gut, Fl├╝sse sind ein herrlicher Ort und Fische sind dankbare Abnehmer f├╝r die kleinen Spenden, komm. Du musst Dir ein dickeres Fell anschaffen Robere. Du hast doch schon Schnitzel gegessen. Auch das Schwein stirbt und wird nicht zu Tode gestreichelt┬ź, sagte Arch und schulterte den Sack. F├╝r Robere der um den Inhalt wusste, war es ein seltsamer Anblick. Wie wenig von einem Menschen ├╝brig blieb, dass er in so einen Sack hineinpasste. Archibald folgte den Ger├Ąuschen des Wassers und wanderte dann am Flu├čufer entlang. So als w├╝rde er aus einem Brotbeutel Enten f├╝ttern, warf er die Fleischklumpen ins Wasser des Flusses. ┬╗Atme tief durch, dann geht es Deinem Magen gleich besser┬ź, grinste er Robere an.

Robere
Robere wusch sich am Wasser Mund und H├Ąnde sauber. ┬╗Der war grad noch h├╝bsch. Und du hast es versaut. Beim n├Ąchsten Mal m├╝ssen wir das anders machen. Ich will ihn zuerst. Dann bekommst du ihn zum Trinken. Dann, wenn du ihn ausgesaugt hast, wieder ich und schneide mir die besten Sachen raus. Anschlie├čend kannst du den Rest w├╝rfeln, ohne mich. Also ich - du - ich - du. Abgemacht? Dein Schwert hat geleuchtet.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Abgemacht┬ź, grinste Archibald. ┬╗Das meinst Du, es ist eine Artefakt-Waffe. Seine Klinge wird niemals stumpf, es durchtrennt alles. Und mit alles, meine ich alles. Zudem kann man mit diesem Jian auch andere Waffen blocken. Was man mit einem Jian ohne diese Versauberung nur ein einziges Mal tun kann, danach ist Schwert hin├╝ber und Dir fehlt eine Hand. Hast Du von dem Vorfall von Derya geh├Ârt? Der Menschenfresserin und ihre Befreiung? Dieses Schwert hat sie befreit┬ź, erkl├Ąrte Arch freundlich. Er hob einen Stein auf, stopfte ihn in den Sack und verknotete ihn. Dann warf er ihn weit hinaus in den Flu├č. ┬╗Derya ist meine Tochter┬ź, erkl├Ąrte er freundlich.

Robere
┬╗Sagt mir nix. Da hat die Leibgarde nichts mit zu tun, so was ist Sache der B├╝ttel und der Himmelsaugen. Warum erz├Ąhlst du mir das? Das Jian ... eine hervorragende Waffe. Du sagst, es durchtrennt alles. Auch Stein?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Damit wir uns besser kennenlernen nat├╝rlich, darum erz├Ąhle ich Dir das. Zu verlieren habe ich nichts. Du bist ein M├Ârder so wie ich. Ein falsches Wort und Dein Kopf rollt noch ehr als meiner Robere. Von daher, warum sollte ich nicht offen und ehrlich zu Dir sein? Wir beide geh├Âren zusammen. Ja es kann Stein durchtrennen, aber eigentlich ist es nicht das Schwert, sondern die Verzauberung, wenn man so m├Âchte. Ich besa├č auch ein Katana mit ├Ąhnlicher Verzauberung, aber das habe ich verschenkt, an einen sehr lieben Freund. Er hat mir mein Leben gerettet, indem er es mir nahm. Mein Meister. Er schenkte mir den Vampirsegen, er hat sich die Waffe redlich verdient. Wie geht es Dir und wie f├╝hlst Du Dich? Noch wichtiger Robere, was hast Du bei Deinem ersten Bissen empfunden? Berichte┬ź, bat Arch neugierig.

Robere
Roberes Gesicht wurde hart. ┬╗Ich bin kein M├Ârder. Ich bin Gardist. Ich habe gegessen, was du mir gegeben hast. Es hat ... mehr als gut geschmeckt. Als ob ich nicht nur mit der Zunge, sondern mit dem ganzen K├Ârper geschmeckt h├Ątte. Schwer zu erkl├Ąren. Ich hab den Burschen ├╝berall gesp├╝rt. Und es f├╝hlt sich an, als ob ein St├╝ck von ihm noch da ist. W├╝sste ich es nicht besser, w├╝rde ich sagen, ich bin verknallt. An deiner Stelle h├Ątte ich die Waffe behalten und ihm irgendwas anderes geschenkt.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ein Teil seiner Seele hast Du verschlungen und sie bleibt f├╝r immer ein Teil von Dir. So erkl├Ąren wir es, so f├╝hlt es sich an. Falls Du jemals in einen Rausch verf├Ąllst, wirst Du essen und ihn Dir vornehmen. Bewusst tust Du das nicht mehr, es ist v├Âlliger Kontrollverlust. Also solltest Du daf├╝r einen Ort w├Ąhlen, wo Du tats├Ąchlich sicher bist. Man schmeckt sie tats├Ąchlich mit allen Sinnen. Er hat sich die Waffe verdient und er soll sich damit zur Not verteidigen. Mir liegt das Jian mehr als das Katana, von daher ist das Geschenk schon in Ordnung. Ein Schwert geh├Ârt in die Hand und nicht an eine Wand. Was soll die Klinge bei mir Zuhause, wenn sie meinen Meister sch├╝tzen kann? Und ich k├Ąmpfe eh meist nur mit einer Waffe, dass passt schon. Deine bevorzugte Waffe ist welche Robere?┬ź

Robere
┬╗Die Armbrust ist mein Ding. Aus der Ferne, in Ruhe zielen, ganz in Ruhe, zack, und Ruhe f├╝r immer. Aber meist f├╝hre ich ein Standardschwert der Garde oder Hellebarde, was halt so ansteht. Kontrollverlust, das passiert mir nicht.┬ź Robere dachte nach. ┬╗Dann sind es die Seelen, die so gut schmecken. Was erkl├Ąrt, warum das nicht passiert, wenn man ein Viech frisst.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Nun das erkl├Ąrt es ehr nicht. Auch Viecher haben Seelen, es kommt auf die Gleichheit an. Wir erschmecken eine verwandte Seele - ein Mensch schmeckt einen anderen Menschen. Es ist die erhabenste Beute, der Klecks Bonus beim Essen. Eine Beute die eigentlich verboten ist. Ein Rind zu essen ist legitim und erlaubt Dir Mutter Natur. Deine eigene Art zu verspeisen, dazu musst Du geboren sein. Und bist Du dazu geboren, dann kannst Du auch die Seele erschmecken. W├╝rde jetzt ein Ex-Beliebiger von unserem Mahl kosten, w├╝rde er dabei nichts empfinden. Ghule empfinden zum Beispiel nichts dabei, obwohl sie einst Menschen waren und Menschen fressen. Aber das ist ein anderer Hintergrund. Ah Du bist also ein Fernk├Ąmpfer. Gut, aber f├╝r die Jagd musst Du auch Nahkampf beherrschen. Manche Beute ist wehrhaft, aber daf├╝r besonders lecker. Eine Hellebarde ist eine hervorragende Waffe f├╝r alle Distanzen. Aber auch verdammt gef├Ąhrlich, wenn man sich einer gegen├╝ber sieht. Komm ich bringe Dich heim, Du sollst Dich noch etwas schonen und Du wir k├Ânnen noch reden, wenn Du gem├╝tlich im Bett liegst Robere┬ź.

Robere
┬╗Viecher haben keine Seele┬ź, beharrte Robere. ┬╗Als Kind hab ich mit K├Ątzchen gespielt. Glaub mir, da ist nichts. Ist das Licht aus, macht das keinen Unterschied. Aber er hier ... er hatte eine Seele. Seinen Namen h├Ątt ich gern gewusst und der interessiert mich sonst einen Dreck. Ich glaub, ich bin doch verknallt. Ich war es noch nie, aber ich denke zumindest, dass es das ist. Zum Gl├╝ck hab ich noch was von ihm dabei. Ich werd`s mir mit ihm gem├╝tlich machen. Ihn bei Kerzenschein essen. Das hat er verdient.┬ź Er folgte Archibald zur├╝ck in Richtung des Krankenhauses.

Archibald von Dornburg
┬╗Ich verstehe Dich, als ich 14 war, war ich das erste Mal verliebt. Er war wirklich s├╝├č und so schmeckte er auch┬ź, lachte Archibald. ┬╗Ich wei├č heute noch wo er liegt. Einen sch├Ânen Platz habe ich ihm ausgesucht. Er sollte es gut haben, sein Leben war schon schlimm genug. Er lebte auf einer M├╝llhalde, so sah er auch aus. Aber ich habe ihn befreit und durch mich lebt er weiter. Du kannst es Dir mit ihm gem├╝tlich machen und ├╝ber seinen Namen nachsinnen, dann schenke ihm einen. So geht er nicht anonym, wenn Dir das lieber ist... hm? Besonders gut schmeckt es mit Rotwein oder Schokolade, der Geschmack erg├Ąnzt sich. Vielleicht weil manche Schokoladensorten mit Blut anger├╝hrt werden, aber es schmeckt┬ź.

Robere
┬╗Verstehe. Im Krankenhaus wird es keinen Rotwein geben. Ich genie├če ihn einfach so, wie die Natur ihn geschaffen hat. Seinen puren Geschmack. Ja, ich geb ihm einen Namen. Du, sag mal. Macht das s├╝chtig? Es f├╝hlt sich so an. Und funktioniert das in beide Richtungen? Wenn ich jetzt umgekehrt schon mal jemanden mag, krieg ich dann auch ... Hunger auf ihn? Oder funktioniert das nur andersrum.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Es macht s├╝chtig und Du wirst es immer wieder in immer k├╝rzeren Abst├Ąnden tun. Jedenfalls denkt man zuerst es ist eine Sucht. Es ist Deine Natur, es ist das tats├Ąchliche Essen. Als Ersatz kannst Du Dir angew├Âhnen rohes Rindfleisch zu essen, kein Schwein. Schwein darfst Du niemals roh essen, Du wirst davon krank und kannst elendig dran eingehen. Zuk├╝nftig musst Du mit Deiner Zuneigung aufpassen. Wenn Du jemanden wirklich hei├č findest, kann es sein, dass Du Sex hast und gleichzeitig frisst. Also falls Du das nicht m├Âchtest, sei satt vor dem Sex. Dann geht es, wobei das keine Garantie ist. Manchmal isst man auch ohne Hunger. Ein Risiko ist also immer gegeben┬ź, warnte Archibald ernst.

Robere
┬╗Mir passiert das nicht, Archibald. Ich sagte doch, ich bin kein M├Ârder, ich bin Gardist. Ich wei├č, wann und wen ich t├Âte. Und warum. Aber ich will ... keinen Hunger auf meine Leute bekommen! Sie sind die Einzigen. Ich habe nur sie. Wenn ich da Mist baue, nein! Das darf nicht passieren. Ist es nur, wenn man wen hei├č findet oder immer, wenn man wen mag? Antworte mir!┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ja Du sp├╝rst, wenn Du richtig Hei├č-Hunger auf wen bekommst. Meinen Leuten habe ich nie etwas angetan und sie auch nie als Beute gesehen oder gar empfunden. Ich habe einen Partner und ich hatte einst sogar eine Frau. Wir waren und sind intim, aber f├╝r mich ist das einfach nur angenehme N├Ąhe, f├╝r ihn ist es mehr. Gef├Ąhrdet habe ich niemals ihn, noch meine Frau. Davor musst Du keine Angst haben Robere. Freunde und Vertraute bleiben Dir┬ź, versicherte Arch.

Robere
┬╗Sie d├╝rfen das nie erfahren┬ź, sagte Robere fest. ┬╗Du sagst, du unterrichtest mich. Du hilfst mir, Ansgar zu vernichten. Ich bin dir dankbar, dass du mir das alles gezeigt hast. Aber du musst f├╝r mich schweigen, h├Ârst du? Ich kann die Leibgarde nicht verlassen!┬ź

Archibald von Dornburg
Archibald packte Robere bei den Schultern und schaute ihn ernst an. ┬╗Ich schweige! Ich wei├č wie wichtig Dir diese Leute sind, sie sind Deine Familie. Mein Stab ist meine Familie. Im Gegensatz zu Dir habe ich das Gl├╝ck, dass meine Wahl-Familie meinen Hunger akzeptiert Robere. Deine kann und darf dies nicht und sie werden es auch nie erfahren. Mache Dir darum keine Gedanken, Du wirst Deine Familie nicht verlieren. Das verspreche ich Dir┬ź, sagte Arch fest und lie├č Robere los. ┬╗Komm wir sind gleich da. Dann hast Du den ersten Ausflug f├╝r heute hinter Dir┬ź, erkl├Ąrte Archibald und f├╝hrte Robere zur├╝ck in die gro├če Heilstube und zur├╝ck auf sein Zimmer. Die Dame am Empfang schaute etwas verwirrt, aber widmete sich dann wieder ihren Unterlagen. Arch ├Âffnete die Zimmert├╝r und zog Robere hinein. ┬╗Kommst Du allein aus den Sachen?┬ź

Robere
┬╗Die Schuhe┬ź, bat Robere. ┬╗Rest schaff ich allein. Die Leibgarde ist nicht meine Familie. Ich hatte nie eine, ich pfeif darauf. Sie sind mehr. Sie sind meine Freunde, meine Kameraden. Sie sind alles, was ich habe.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Nenne es wie Du willst, Du wei├čt doch was ich meine. Sie sind Deine Leute, Dein Clan, Dein Rudel, was auch immer. Jeder im Stab hat eine andere Bezeichnung daf├╝r┬ź, sagte Archibald gut gelaunt und half Robere aus den Schuhen. Er ├Âffnete das Fenster und schaute kurz hinaus. Danach zog er sich einen Stuhl heran und nahm neben dem Bett Platz. ┬╗Etwas Frischluft, kann nicht schaden┬ź, sagte Arch freundlich.

Robere
Robere zog sich die Oberbekleidung aus und legte sich auf sein Bett. Nachdem er ein wenig herumgep├Âbelt hatte, hatte man ihm ein Einzelzimmer zugewiesen, das sonst nur f├╝r Adlige vorbehalten war. Manchmal waren schlechte Manieren eben doch zu was n├╝tze. Er zog die Schulterfilets hervor und knetete sie ein wenig. Dann legte er sie in die Nierenschale auf seinem Nachttisch. Niemand w├╝rde auf die Idee kommen, was das wirklich war, sie w├╝rden glauben, er h├Ątte sich was beim Fleischer organisiert. ┬╗Was gibt es da drau├čen zu sehen┬ź, wollte Robere wissen.

Archibald von Dornburg
┬╗Nichts besonderes Robere, nur der Ort Beaufort bei Nacht. Ich schaue mir gerne an wo noch Lichter brennen und versuche mir auszumalen, was diese Leute wohl Zuhause um die Stunden noch treiben. Eine uralte Angewohnheit um die Zeit zu ├╝berbr├╝cken. Manchmal habe ich mir vorgestellt wie es wohl in den H├Ąusern aussieht. Wer dort vor dem Kamin oder den Kerzen sitzt, was sie gerade tun? Ich selbst bin Nachts wach, meist schnitze ich etwas, bastele oder lese. Und wenn ich es am Fenster tat, habe ich mich gefragt, wer neben mir noch wach ist zu der Stunde und was sie so treiben. Was hast Du f├╝r Hobbys?┬ź

Robere
┬╗Keine┬ź, sagte Robere. ┬╗Nach Dienstschluss mit den M├Ąnnern aus meiner Einheit rumh├Ąngen. Ich mach das mit, was sie tun. Nebenbei nach Beute schauen. Sie anlocken, k├Âdern, Spa├č haben und wieder freilassen. Sonst nichts. Warum interessiert dich, was die Typen da in ihren H├Ąusern treiben?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Das wei├č ich selbst nicht... Robere, ich kann es Dir nicht beantworten. Gut Hobbys hast Du keine, aber vielleicht kommt da ja noch. Gehst Du auf Jagd und k├Âderst Dir wen?┬ź

Robere
┬╗Ich jage nicht in dem Sinne.┬ź Er bewegte die Hand mit der T├Ątowierung und lie├č den Skorpion sich bewegen. ┬╗Der Skorpion ist ein Lauerj├Ąger. Er sitzt an einem sicheren Ort und wartet. Dann packt er sie mit den Scheren und sticht zu. Ich muss nicht jagen. Sie kommen von ganz allein. Man braucht nur ... das Auge f├╝r gute Beute zu haben. Und ein kleines Bisschen nett zu sein. Und dann - guten Appetit. Nathan hab ich sogar gesagt, er soll abhauen und trotzdem kam er immer wieder. Das war ein Spielchen nach meinem Geschmack. Er w├╝rde auch jetzt noch kommen, w├╝rde ich es darauf anlegen. Wie jagst du?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Das ist jagen, sogar eine Stufe h├Âher als jeder Anf├Ąnger, man nennt es Angeln. Du k├Âderst mit einem charmanten L├Ącheln und musst nicht laufen. Ich jage auf ├Ąhnliche Art. Zuerst schaue ich nach einer Beute. Sehr h├Ąufig finde ich sie zuf├Ąllig. Dann gehe ich die Wege die sie geht, nur immer ein St├╝ck um mir seinen Bewegungsradius einzupr├Ągen. Nicht ganz, dass f├Ąllt auf. Aber die Teile ergeben dann den gesamten Radius. Irgendwann gr├╝├čte ich ihn einfach, nur ein kurzes Hallo. Mehr nicht und ich bleibe auch nicht in seiner N├Ąhe stehen, ich warte auch keine Antwort ab. Einfach nur ein Hallo. Wenn die Zeit reif ist und er wieder bettelt, gehe ich vorbei und dr├╝ckte ihm etwas zu essen in die Hand. Etwas gutes, etwas gro├čes. Und auch dann bleibe ich nicht stehen. Bleibe niemals stehen, drehe Dich niemals nach Deiner Beute um, geh weiter. Irgendwann, Du braucht ein bisschen Geduld, kannst Du ihm das Essen nur noch reichen. Nicht in die Hand dr├╝cken, sondern hinhalten. Er wird es nehmen. Erlaube es und verlasse ihn. Sp├Ąter, wenn das ein- zweimal geschehen ist, halt es aus Spa├č etwas fest. Wenn er sich beschwert oder lacht, gleich lache kurz oder lache mit und ber├╝hre ihn freundschaftlich und geh. L├Ąsst er die Ber├╝hrung zu - bist Du ein Schritt weiter. Wenn nicht, musst Du noch etwas f├╝ttern. Hat er die Ber├╝hrung zugelassen f├╝tterst Du ihn und ber├╝hrst ihn l├Ąnger. Du machst Dich ihm vertraut. Irgendwann kommt er dann zu Dir, er ist nicht dumm, er erkennt Dich und er hat jede Scheu vor Dir verloren. Du begr├╝├čt ihn, legst ihm die Hand auf die Schulter und gibst ihm was leckeres. Du nimmst ihn ein St├╝ck Weg mit. Der ├ťberteilte schnappt jetzt zu - Du bist nicht ├╝bereilt, Du warstest und wiederholst dieses Spiel einige male. Denn geht Dein Griff ins Leere ist das Spiel aus. Vertraut er Dir, denkt er sich nichts beim Zugriff. Die letzte Phase ist, er kommt zu Dir und Du hei├čt ihn willkommen. Ihr begr├╝├čt Euch, Du knuffst ihn, ihr lacht Du gibst ihm was leckeres. Ihr geht ein St├╝ck - wohin solltest Du gut ausgekundschaftet haben. Sobald er isst, packst Du ihn von unten an der Kehle und dr├╝ckst zu. Deine Finger dr├╝ckst Du hinter seine Ohren. Er wird nicht schreien k├Ânnen und er wird ohnm├Ąchtig. Halt weiter fest, dreht die Hand mit einem Schwung samt Arm nach oben und Du hast ihn wie Dein Kind auf dem Arm.... guten Appetit. Es ist ein Spiel, mit reichlich Vorspiel... Manchmal jage ich auch auf Zeit. Das hei├čt es ist ein Ort voller Leute. Jeder k├Ânnte mich sehen, wie bekomme ich jetzt eine Person von der Herde getrennt? Ein R├Ątselspa├č, der sich oft lohnt Robere┬ź, schmunzelte Archibald.

Robere
Robere h├Ârte so aufmerksam zu, wie er selten jemandem zugeh├Ârt hatte. ┬╗Du hast Recht ... das ist nach meinem Geschmack. Nur dass deine Beute stets verschwindet. In jeder Faser von der Welt verschwindet. Drum jagst du sauberer als ich. Meine aber lasse ich nach dem Spiel immer laufen. Bislang lief das gut so, bis dieser Giftzwerg L├╝gen ├╝ber mich erz├Ąhlte, weil`s ihm zu kurz war. Wenn ich k├╝nftig ... esse, werde ich deine Taktik lernen m├╝ssen. Du jagst Bettler, richtig? Meine erste Beute aber, mit der ich meine Z├Ąhne verdiene, soll Ansgar von Hohenfelde sein. Er wird nicht vom Betteln leben, er ist adlig. Und wenn er obendrein nicht auf Kerle steht, wird es schwierig. Das muss anders laufen. Kleine Schwuchteln sind sonst meine Beute. Jene, die Schutz suchen vor den b├Âsen anderen. Ich kann ihnen das bieten, glauben sie. K├Ânnte ich, aber das ist nicht, was ich will.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich jage kleine Stra├čenkinder so um die vier oder f├╝nf rum, mag ich sie am liebsten. Nein Ansgar ist nicht schwul oder bi, er steht nicht auf M├Ąnner nur auf Frauen. Was nichts bedeutet, Du musst nur ein bisschen umplanen. Ja meine Beute verschwindet, nicht immer sofort, manche habe ich auch mit nach Hause genommen und aufgehoben. F├╝r sp├Ąter oder um mir Gesellschaft zu leisten. Es ist ein K├Âder den Du auswirfst Robere, Du hast ihnen nie versprochen was sie in Dir sehen. Du hast sie lediglich im eigenen Irrglauben gelassen┬ź.

Robere
┬╗Ja, drum seh ich auch nicht ein, dass ich jetzt der Dumme sein soll wegen Nathan! Ich kann nichts f├╝r die Bl├Âdheit der anderen, ja? Aber schei├če, Ansgar kann man nicht k├Âdern. Nicht auf die Weise, die du oder ich gewohnt sind. Der hat alles, was er will. Wir m├╝ssen ihn observieren. Linhard befragen. Und notfalls muss das ohne K├Âdern gehen ├╝ber pure Gewalt.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Aber wir k├Ânnen ihn doch k├Âdern, ├╝ber Linhard. Wenn er uns hilft umso besser. Oder ├╝ber zig andere Familienmitglieder. Es wird mehr als nur einen geben, der Ansgar genauso gerne tot sehen m├Âchte wie wir beide, da bin ich mir ganz sicher. Ansonsten wie Du schon richtig sagst, m├╝ssen wir ihn auskundschaften und ihn systematisch auf Schwachstellen ├╝berpr├╝fen, da setzen wir dann an. Inwieweit ihm seine Frau noch etwas bedeutet, kann ich Dir nicht sagen, aber nach der Hochzeit hat er sich auch von ihr losgesagt. In seinen Augen war sie ebenso eine Verr├Ąterin wie Linhard. Aber das hei├čt nichts, wir k├Ânnten die alte Schachtel vielleicht davon ├╝berzeugen ihn einzuladen. Und dann haben wir Ansgar dort, wo wir ihn haben wollen┬ź, schlug Archibald vor.

Robere
Robere zeigte das erste Mal in Archibalds Gegenwart die Andeutung eines L├Ąchelns. ┬╗Das wird eine spannende Jagd. Ich mach dir ein Angebot, was den Spa├č noch erh├Âht. Nachdem wir Ansgar beseitigt haben, helf ich dir bei Dave. Unter deiner Anleitung, nur so weit, wie du es w├╝nschst. Da du sagtest, es ist was Pers├Ânliches. Da will ich nicht dazwischen stehen. Und wenn ich Ansgar get├Âtet hab und meine neuen Z├Ąhne trage - sprichst du nie wieder schlecht ├╝ber meinen Vater. Einverstanden?┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Das ist eine Abmachung ganz nach meinem Geschmack, Deal Robere. Dave m├╝ssen wir lebend einfangen, was ein klein wenig schwierig wird, da er ein Geistmagier ist. Aber ich habe ihn schon mal ein wenig nerv├Âs gemacht. Da habe ich mich in seinem Haus einquartiert und zwei seiner Mitbewohner ausgeknipst. Die eine habe ich halbiert und den anderen ausgetrunken. Er war fast liebevoll dabei, fast h├Ątte ich so etwas wie Mitleid empfunden. Aber er hat viel zu gut geschmeckt, als dass ich ihn h├Ątte laufen lassen k├Ânnen. Da siehst Du mal, wie ungesund ein gesunder Lebenswandeln sein kann. H├Ątte er beschissen geschmeckt, w├╝rde er heute noch leben┬ź, lachte sich Archibald schlapp. ┬╗Du tr├Ągst die Z├Ąhne dann f├╝r Kazrar mit Robere┬ź.

Robere
┬╗Dann ist die Ehre meines Vaters wieder reingewaschen. Das ist mein Dank daf├╝r, das er mich liebte und darum fortgab. Die M├Âglichkeit bedeutet mir viel. Lass mich nun mit ihm hier allein.┬ź Robere wies mit dem Kopf in Richtung der Nierenschale. ┬╗Wenn ich wieder im Palast bin, wird es schwierig, mit weiteren Treffen. Lass mir sonst ├╝ber Linhard eine Nachricht zukommen, wann und wo wir uns wiedersehen, um die Jagd zu planen. Ich bin Robere Moreau, zweiter Mann von Unit├Ę B. So wird er mich finden.┬ź

Archibald von Dornburg
┬╗Ich w├╝nsche Dir eine angenehme Nachtruhe - Robere Moreau, zweiter Mann von Unite┬┤B... viel Spa├č und guten Hunger. Pass auf Dich auf...┬ź, sagte Archibald und knuffte Robere, ehe er aufstand und das Krankenzimmer von Robere verlie├č und sich selbst auf Richtung Heimat machte. Oder vielmehr auf in Richtung seines Zimmers in einer Taverne.
"Not all those who wander are lost."
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Re: Der Schwarze Skorpion

#7

Beitrag von Boldisz├ár » Sa 2. Jun 2018, 17:34

Als Boldiszàr seinen Kameraden besuchte, sah dieser im Gesicht seltsam aus. Irgendwie guckte er komisch. Nachdenklich vielleicht. Boldiszar schob es auf die Ereignisse und auf Roberes gesundheitlichen Zustand und zog sich einen Stuhl ans Bett.
┬╗Na, alles klar?┬ź
┬╗Geht schon. Was gibt`s Neues?┬ź
┬╗Wei├č nicht, ob du das noch mitbekommen hattest. Der Duc hat einen neuen Palaisin, einen von den Cantillions.┬ź
┬╗Ja, Massimo den L├Ąuterer. Das hab ich am Rande mitgekriegt. Wie geht`s dem alten Palaisin?┬ź
┬╗Bellamy ist wieder fit, ich glaub, den haben sie mit Heilmagie behandelt. Er steht jetzt im Dienst von Prince Ciel.┬ź
┬╗Echt? Na da hat er Schwein gehabt. Mit dem versteht er sich ja.┬ź
Boldisz├ár betrachtete den Inhalt der Nierenschale auf dem Nachttisch. Da lag ein frisches, blutiges Filet. ┬╗H├Ąttest ja mal Bescheid sagen k├Ânnen, dann h├Ątte ich dir was zu Essen organisiert, wenn sie dich hier so schlecht f├╝ttern.┬ź
┬╗Sonst gibt`s hier nur Gr├╝tze. Das da ist was Besonderes, das kann man nicht so einfach organisieren. Probier mal.┬ź
Boldisz├ár winkte ab. ┬╗Nee, ich ess kein rohes Fleisch. Du solltest es auch nicht so essen, davon holst du dir W├╝rmer und alles M├Âgliche.┬ź
┬╗Das muss man roh und ungew├╝rzt essen, es ist was Spezielles. Eine Delikatesse. Geschirr und Besteck liegt da dr├╝ben noch vom Mittagessen. Leg`s dir auf den Teller und schneid dir was ab.┬ź
┬╗Was ist das ├╝berhaupt?┬ź
┬╗Wenn ich es dir sage, bist du voreingenommen. Tu┬┤s f├╝r mich und nasch einfach mal ein St├╝ck. Ich will wissen, ob es dir genau so gut schmeckt wie mir.┬ź
┬╗Na sch├Ân. Auf deine Verantwortung. Aber wehe ich krieg W├╝rmer.┬ź
Boldisz├ár spie├čte das Fleisch auf eine Gabel, legte es auf den schmutzigen Teller und schnitt sich einen Streifen ab. Er kaute es langsam, um den Geschmack der angeblichen Delikatesse auf sich wirken zu lassen. Robere lie├č ihn dabei nicht aus den Augen. Fast war es Boldisz├ár unheimlich, wie sein Kamerad ihn anstarrte. Er kannte diesen Blick an ihm - er lauerte.
┬╗Und?┬ź, fragte Robere, als Boldisz├ár schwieg.
┬╗Nicht schlecht. Bisschen z├Ąh. Mit Zwiebeln scharf angebraten w├╝rde es besser schmecken. Verr├Ątst du mir jetzt, was es ist?┬ź
Robere wirkte entt├Ąuscht. ┬╗Da es eh nichts Besonderes f├╝r dich ist, er├╝brigt sich das. H├Ątte es dir geschmeckt, h├Ątte ich es dir gesagt.┬ź
┬╗Alles klar bei dir im Oberst├╝bchen? Es ist nur ein St├╝ck Fleisch! Was soll das Gewese? Fr├╝her hast du die Abf├Ąlle aus den Tonnen gefressen und nun machst du einen auf Gourmet? Robby, das kauf ich dir nicht ab.┬ź Boldisz├ár schnitt sich noch ein zweites St├╝ck ab und kaute es noch konzentrierter als beim ersten Mal. ┬╗Keine Ahnung, was du daran so Besonders findest. Schlecht schmeckt es wie gesagt nicht. Aber ich sagte dir ja, dass ich kein rohes Fleisch mag. Vielleicht liegt es daran.┬ź
┬╗Dann nimm es dir mit. Ich hatte zwei davon. Brat es dir so, wie du magst und dann sag mir nochmal, was du davon h├Ąltst. Noch was anderes. Wegen den Behandlungskosten ...┬ź
Boldisz├ár winkte ab. ┬╗Lass stecken. Sie einfach zu, dass du wieder gesund wirst.┬ź
┬╗Das ist aber `ne ganz sch├Âne Summe. Ich will nicht, dass du mir so viel Geld schenkst.┬ź
┬╗Ist nicht nur von mir. Die ganze Unit├Ę B hat zusammengelegt, damit du zu Benito kannst. Der eine mehr, der andere weniger, je nachdem, wie viel er geben konnte. Wir wollen dich schlie├člich alle wieder heil zur├╝ckhaben.┬ź
Robere mahlte mit den Z├Ąhnen. ┬╗Ich wei├č gar nicht, was ich sagen soll.┬ź
┬╗Dass wir die Besten sind┬ź, erwiderte Boldisz├ár grinsend.
┬╗Das seid ihr. Ihr seid die Besten.┬ź
┬╗Was glaubst du, wof├╝r das B steht? Aber das n├Ąchste mal h├Âre ich von dir: Wir sind die Besten. Du geh├Ârst schlie├člich auch dazu. So will ich es das n├Ąchste mal h├Âren.┬ź Er klopfte ihm den Arm. ┬╗Ich muss jetzt wieder. Genie├č deinen Urlaub und meld dich, wenn du noch was brauchst. Ich werd zusehen, dass jeden Tag einer bei dir vorbeischaut. Ob ich es selber bin, kann ich nicht sagen, hab ganz sch├Ân was um die Ohren durch den Wechsel. Ansonsten sehen wir uns wieder, sobald du hier rauskommst.┬ź
Er dr├╝ckte zum Abschied Roberes Schulter, wickelte sich das Fleisch in Papier und verlie├č das Zimmer. Robere blickte ihm nachdenklich hinterher.

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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Fressen

#8

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Do 21. Jun 2018, 23:55

Er hatte sich noch einmal davon ├╝berzeugt, dass die T├╝r verriegelt war. Zwar war es nahezu ausgeschlossen, dass irgendwer Verdacht sch├Âpfen w├╝rde, was die wahre Natur des Fleischst├╝ckes betraf, doch er wollte bei diesem ehrw├╝rdigen Moment nicht unangenehm ├╝berrascht werden.
Robere drehte das Fleisch in den H├Ąnden, w├Ąhrend er auf dem R├╝cken in seinem Bett lag. An den R├Ąndern war es inzwischen ausgeblichen, weil er zum Einschlafen daran gesaugt hatte und in der Mitte wurde es schon braun. Das noch enthaltene Restblut reagierte mit der Luft. Das sah nicht nur unappetitlich auch, sondern war auch nicht, was Patrice verdiente. Das Kerzenlicht konnte nicht dar├╝ber hinwegt├Ąuschen, dass der finale Tag gekommen war. So lange wie m├Âglich hatte Robere es sich aufgespart, doch nun wurde es Zeit, auch das letzte St├╝ck zu einem Teil von sich zu machen. Er f├╝hlte sich ergriffen, ohne die Emotion richtig deuten oder ihr einen Namen geben zu k├Ânnen. Er drehte sich auf die Seite und legte das Schulterst├╝ck zur├╝ck auf das fleckige Handtuch neben sich. Er hatte sich am Rand der Matratze positioniert, damit f├╝r Patrice gen├╝gend Platz war. Er streichelte das Fleisch unbeholfen mit den Fingerspitzen. Diese H├Ąnde waren es nicht gewohnt, z├Ąrtlich zu sein. Es waren die muskul├Âsen, vernarbten und t├Ątowierten Pranken eines Gardisten. Diese H├Ąnde wurden seit zwei Jahrzehnten dazu ausgebildet, Waffen zu f├╝hren und selbst Waffen zu sein. Sie dienten, seit er denken konnte, dazu, Schmerz zuzuf├╝gen und Leben effektiv zu zerst├Âren. Das Gegenteil hatten sie nie gelernt.
Seine streichelnde Hand stockte. Ziemlich schwul. Er sollte es lassen.
Er rollte sich auf den Bauch, so dass seine H├Ąnde zu beiden Seiten des Fleisches zum liegen kamen und starrte darauf hinab, die dunklen Augen kalt und hart wie Basalt. Langsam leckte er ├╝ber die glatten Fasern. Erst nur mit der Spitze, dann, mit wachsender Gier, mit der ganzen Zunge. Der t├Ątowierte Skorpion auf seiner Hand spannte sich. Seine Erregung bohrte sich gegen die Matratze, Aufmerksamkeit fordernd, doch Robere hielt sich zur├╝ck. Dies war ihr gemeinsamer Abend. Er wollte ihn mit Patrice in Ruhe genie├čen. Drum sa├č er auch nicht mit ihm am Esstisch, sondern lag mit ihm im Bett.
Sein Magen knurrte und sein Herz h├Ąmmerte. Sehns├╝chtig liebkoste er das Fleisch mit Zunge, Z├Ąhnen und Lippen.
Langsam biss er nun fester zu, seine Kiefermuskeln spannten sich und die ersten Fasern gaben nach. Der Geschmack breitete sich auf seiner Zunge aus, rutschte seine Kehle und den Bauch hinab, um sich in seinen Lenden zu verdichten. Eine Wellenbewegung ging durch seinen K├Ârper. Der Schwarze Skorpion st├Âhnte mit so tiefer Stimme, dass sie kaum zu h├Âren war. Er biss ein weiteres Mal zu.
Am Ende war Patrice in jeder Faser vom Antlitz der Welt verschwunden und Robere lag schwer atmend auf seinem Kissen und genoss den Nachhall. Sein Hunger war gestillt, allumf├Ąnglich. Die Sattheit beschr├Ąnkte sich nicht nur auf seinen vollen Magen, sondern es war, als ob auch sein Seelenhunger gestillt worden war. Robere war vollkommen ausgef├╝llt, eins mit sich und der Welt und eins mit Patrice. Er f├╝hlte sich rundum gut.
Patrice war nicht mehr zu sehen, aber er war nicht fort. Er war noch immer da, sein Fleisch und seine Seele in Robere konserviert f├╝r immer. Er war nun ein Teil von ihm, bis der Schwarze Skorpion dereinst selbst sterben w├╝rde. Dann w├╝rden sie gemeinsam in den ewigen Abgrund fallen.
Robere beschloss, dass er sich zu gut f├╝hlte, um seine Zeit mit unt├Ątigem Rumliegen zu vergeuden und nicht l├Ąnger hier verweilen wollte. Er r├Ąumte sein Quartier auf. Das fleckige Tuch landete im W├Ąschekorb und w├╝rde mit der anderen Schmutzw├Ąsche in die W├Ąscherei gebracht werden. Seine Ohren gl├╝hten. Noch immer f├╝hlte er sich, als h├Ątte er Schmetterlinge im Bauch, ein so ungewohntes wie unpassendes Gef├╝hl f├╝r den Schwarzen Skorpion, aber das w├╝rde bald wieder vergehen.
Er rasierte sich nach, korrigierte seinen Haarschnitt, wusch sich von Kopf bis Fu├č an der Waschsch├╝ssel, putzte die Z├Ąhne, kontrollierte die N├Ągel an H├Ąnden und F├╝├čen und kleidete sich an. Er war so ordentlich, wie er als Leibgardist auszusehen hatte. Niemand w├╝rde je von dem kurzen Schw├Ącheanfall erfahren, der sich hier zugetragen hatte. Au├čer vielleicht Boldi, je nachdem, wie er auf seine eigene Mahlzeit reagierte.
Robere verlie├č sein Zimmer und marschierte durch den Palast bis zum Quartier seiner Einheit. Es war fr├╝h am Morgen und die Nachtschicht von Unit├Ę B gerade beendet. Die Diener schoben W├Ąschewagen durch die Flure oder das Fr├╝hst├╝ck f├╝r die Herrschaften. Unit├Ę A hatte schon die Posten bezogen.
Als Robere die schwere, eisenbeschlagene Holzt├╝r zum Gemach seiner Einheit ├Âffnete, schlugen ihm die vertrauten Ger├Ąusche und Ger├╝che entgegen. Obwohl das Mannschaftsquartier W├Ąnde aus grauem Mauerwerk besa├č, massive Holzbetten mit einheitlich wei├čem Bettzeug, die gemeinsam mit den schmucklosen Wandschr├Ąnken nicht gerade f├╝r Heimeligkeit sorgten, war dies f├╝r Robere der gem├╝tlichste Ort von ganz Souvagne. Dies hier war sein wirkliches zu Hause, nicht das gemietete Zimmer, das er bei Urlaub oder, wie jetzt, bei Krankheit im Gesindefl├╝gel des Palastes bewohnte. Obwohl er oft m├╝rrisch dreinblickte und eher wenig sprach, war Robere durchaus gesellig. Man merkte es daran, dass er oft die Gesellschaft seiner Kameraden suchte, auch wenn er seiner Freude ├╝ber das Wiedersehen in der Regel keinen Ausdruck verlieh. Er schlief bestens, wenn um ihn herum Bettzeug raschelte, Bettgestelle knarrten, irgendwer im Schlaf vor sich hin murmelte oder lautstark schnarchte. Jene Dinge, die andere Leute an Gruppenschlafr├Ąumen st├Ârten, waren genau das, was Robere gefiel.
Die Gardisten machten sie sich bettfertig. Einige waren schon umgezogen und lagen in den schmalen Etagenbetten herum, die sich an den W├Ąnden entlang reihten, von wo aus sie sich miteinander unterhielten. Weitere Gardisten sa├čen am Tisch, tranken und spielten mit W├╝rfeln. Die Letzten zogen sich gerade um.
Als Robere durch die T├╝r trat, wurde er lautstark begr├╝├čt. Er gr├╝├čte mit ernstem Nicken zur├╝ck, befreite sich von seiner zivilen Kleidung, zog sich die lange Unterw├Ąsche an, in der die Gardisten schliefen und bezog sein Bett, dass sich gegen├╝ber von dem des echten Patrice befand. Der sch├╝ttelte sein fluffiges, von zu Hause mitgebrachtes Kissen auf, das drei Mal so dick war wie das der anderen Gardisten und drehte ihm dabei den Hintern zu. Robere beobachtete ihn.
In dem Augenblick kam Boldisz├ár herein. Da er nach Seife roch und feuchtes Haar hatte, war er wohl im Bad gewesen. Er hockte sich zu Robere vor das Bett. ┬╗Na, das ging ja fix┬ź, gr├╝├čte er und ging dann ├╝bergangslos zum formellen Teil des Gespr├Ąchs ├╝ber. ┬╗Du bist bis morgen krankgeschrieben.┬ź
┬╗Ich bin wieder fit┬ź, erkl├Ąrte Robere, nicht bereit, sein Bett freiwillig zu verlassen.
┬╗Wenn du uns zusammenklappst, ist auch keinem geholfen.┬ź
┬╗Mir geht`s gut. Oder soll ich wirklich wieder gehen?┬ź
┬╗Nein, bleib hier. Du wirst das schon richtig einsch├Ątzen. Aber sag das n├Ąchste Mal ein paar Stunden eher Bescheid, wenn es dir wieder besser geht. Um die Uhrzeit hab ich keinen Bock, den Dienstplan nochmal anzupassen.┬ź Boldisz├ár musterte Roberes Gesicht. ┬╗Du siehst immer noch komisch aus.┬ź
┬╗Erholt nennt man das.┬ź
┬╗Nah. Ich kenn dich. Irgendwas stimmt nicht mit dir. Ich w├╝rd sagen, du brauchst noch paar Tage Ruhe. Aber das musst du wissen.┬ź
Robere zuckte die Schultern. ┬╗Ich will nicht l├Ąnger als n├Âtig in meinem Zimmer rumliegen.┬ź
┬╗Schon klar. Wir beide sind nicht gern allein. Bleib nur hier, Benito hat dir ja keine Quarant├Ąne verordnet. Spielst du eine Runde mit oder liegst du weiter im Bett und schaust Patti den Arsch weg?┬ź Boldi sagte das furztrocken.
Robere hielt seinem Blick stand. Der beil├Ąufige Kommentar war ein Hinweis, dass Boldisz├ár bemerkt hatte, auf welche Weise Robere sich f├╝r Patrice interessierte. Eine Warnung, es nicht zu weit zu treiben.
┬╗Schon verstanden┬ź, sagte Robere beschwichtigend und setzte sich auf. ┬╗Ich spiel mit.┬ź Er folgte Boldisz├ár zu den anderen an den Tisch, um noch eine Runde mit ihnen zu w├╝rfeln, w├Ąhrend Patrice ihm verunsichert hinterher sah.
"Not all those who wander are lost."
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Robere Tekuro Chud-Moreau
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Abreise nach Obenza

#9

Beitrag von Robere Tekuro Chud-Moreau » Do 21. Jun 2018, 23:56

Robere
Schlecht gelaunt sog Robere am Rest seiner Rauchstange. Er warf den Stummel zu Boden und trat ihn aus. Archibald hatte ihn im Stich gelassen, nachdem er ihn mit Frischfleisch gek├Âdert und ihm Informationen ├╝ber seinen Vater vorgegaukelt hatte. Wer wusste, ob die ├╝berhaupt stimmten. Robere ├Ąrgerte sich ├╝ber sich selbst, dass er den Kerl so nah an sein Seelenleben herangelassen hatte. Archibald wusste viel zu viel von ihm und nun war er sonst wo, mitsamt seinem Wissen. Robere drehte sich eine weitere Rauchstange. Er war kein Trinker, aber gerade war ihm nach einer Flasche Hochprozentigem zumute.

Arbogast
Und just in dem Moment hielt ihm jemand einen Flachmann unter die Nase. ┬╗Du siehst aus, als k├Ânntest Du einen Schluck gebrauchen... Bruder┬ź, sagte ein abgehalfteter Kerl der ungef├Ąhr in seinem Alter war. Er trug braune zerschlissene Klamotten, und wie man an seinen H├Ąnden erkennen konnte, schien er ├╝ber und ├╝ber mit T├Ątowierungen geschm├╝ckt zu sein. Sogar sein Gesicht war nicht verschont worden, sondern er trug eine Knasttr├Ąne am Auge. Seine Erscheinung hatte etwas Lauerndes, wie die von Archibald, aber bei dem Mann mischte sich etwas Linkisches und Nerv├Âses darunter, wie ein Wiesel oder Frettchen. Er beobachtete Robere genau und schenkte ihm ein Grinsen, ohne die Z├Ąhne zu entbl├Â├čen. ┬╗Archibald schickt mich. Ich soll nach Dir sehen Larve┬ź, verk├╝ndete er und warf Robere den Flachmann in den Scho├č.

Robere
┬╗So nennst du mich kein zweites Mal┬ź, knurrte Robere. Er nahm den Flachmann von seinen Beinen, aber ├Âffnete ihn nicht. Der Kerl sah nicht aus, als ob man ihm trauen sollte und f├╝r so etwas hatte Robere ein ganz gutes Gesp├╝r. ┬╗Wer bist du und woher kommst du┬ź, wollte er wissen. ┬╗Du siehst aus wie ein Naridier.┬ź

Arbogast
Der Kerl lachte leise und heiser. Selbst seine Lache klang, als h├Ątte er es eilig. ┬╗Liegt wohl dran, dass ich ein Naridier bin. Mein Name ist Arbogast, ich bin der Sohn von Archibald. Und mein Vater sagte, ich solle nach Dir schauen. Du bist noch eine Larve, er arbeitet dran, dass Du Dich verpuppst. Aber Du hast erst das erste Mal gegessen, Du bist noch einen Ozean weit davon entfernt Dich zu verpuppen Robere, Sohn von Kazrar - einst M├╝ndel der Bestie. So ist Euer Verh├Ąltnis und ich bin hier um die Vertretung f├╝r meinen Alten zu geben. Also was ist nun, willst Du Dir einen t├╝ddeln oder nicht?┬ź, fragte Arbo und deutete auf den Schnaps.

Robere
┬╗Sollst du mich weiter ausbilden oder was?┬ź, wollte Robere wissen. ┬╗Archibald sprach davon, dass er mich ausbilden will. Meinst du das mit verpuppen? Ich nehm nix zu trinken von irgendwelchen dahergelaufenen Naridiern. Am Ende hast du reingepisst. Wahrscheinlich hast du nicht mal eine Aufenthaltserlaubnis, aber mir ist das egal, das ist nicht meine Aufgabe.┬ź Er warf Arbogast die Flasche zur├╝ck. Er hatte wirklich Appetit auf einen Schluck, aber der Kerl wirkte derma├čen wenig vertrauenerweckend, dass er lieber verzichtete.

Arbogast
Arbogast zuckte die Schultern und fing zeitgleich die Flasche auf, was f├╝r sein nerv├Âses Wesen aber auch f├╝r seine Reflexe sprach. Er entkorkte die Flasche und nahm einen kr├Ąftigen Schluck. ┬╗Wenn mein Alter Dich tot sehen wollte, w├Ąrst Du tot. Ihr scheint hier nicht die Hellsten zu sein. Wei├čt Du was Giftet kostet? Daf├╝r kann man sich echt andere Dinge kaufen. Archibald musste irgendwas wichtiges erkunden, drum ist er wer wei├č wo. W├Ąrst Du ihm nicht wichtig, h├Ątte er mich nicht zu Dir geschickt oder den Zirkel informiert. Du wirst Dich zum J├Ąger verpuppen. Jemand der in der Lage ist, sich selbst sein Fressen ranzuschaffen. Zur Zeit wirst Du ern├Ąhrt, wie ich gesagt bekam. Eine Aufenthaltserlaubnis habe ich, zweifelst Du etwa an mir? Man Du stellst Dich vielleicht an, wovor hast Du eigentlich so einen Schiss sag mal? Die Anreise war nicht gerade gem├╝tlich. Also pass auf, wenn Du nicht angelernt werden willst von mir, ist mir das nur Recht. Ich gebe nicht gerne den Babysitter, ich werde die kommenden Tage Abends hier aufschlagen. Bist Du da, super. Wenn nicht, dann nicht. Ist schlie├člich nicht mein Problem, ob man Dich erwischt und aufkn├╝pft. Du hast den Ruf geh├Ârt, folge ihm oder lass es Larve┬ź, sagte Arbo leichthin und immitierte sp├Âttisch eine Verbeugung aus Adelskreises und r├╝lpste dabei wie ein Bauer.

Robere
┬╗Ganz sch├Ân gro├če Klappe. Offensichtlich bin ich hier. Ich bin Leibgardist, ich habe mehr als nur einen Ruf zu verlieren. Ich kann und will mir keine unn├Âtigen Risiken leisten. Wie stellst du dir die Ausbildung vor?┬ź Das unerh├Ârte R├╝lpsen st├Ârte Robere nicht. Au├čerhalb ihrer Schichten benahmen sich die meisten Leibgardisten auch nicht gerade sonderlich vornehm.

Arbogast
┬╗Ruf? Achso, ja gut Dein Ruf. Ich habe keinen Ruf zu verlieren, mich gibts gar nicht. Das macht die Sache einfacher┬ź, erkl├Ąrte Arbo und dachte angestrengt nach, ehe sich seine Miene aufhellte. ┬╗Wie hat Dich der Alte denn ausgebildet? Habt Ihr sowas wie einen Lehrplan? Dann mache ich dort weiter. Er hat mir f├╝r Dich keine Vorgaben gegeben, nur gesagt dass ich mich um Dich k├╝mmern soll, Dich im Auge behalten soll da Du noch nicht reif w├Ąrst und ich Dich unter meine Fittiche nehmen soll f├╝r die Zeit seiner Abwesenheit. Wie lange das immer ist. Habt Ihr sowas wie einen Plan? Sonst ├╝berlege ich mir einen. Du solltest Urlaub nehmen, wir reisen nach Obenza┬ź, sagte Arbo entschieden.

Robere
┬╗Was soll ich in Obenza, diesem Dreckloch? Urlaub ginge klar, ich bin noch krankgeschrieben. Warum sonst sollte ich mich hier drau├čen langweilen? Seh ich aus, als w├╝rde ich das sch├Âne Wetter genie├čen? Einen Lehrplan gibt`s nicht, ich hab keine Ahnung, was Archibald plante. Aber ich kann dir mein erstes Ziel sagen: Ansgar Durand de Chouinard. Mit seinem Fleisch werde ich mir die Z├Ąhne verdienen, die mein Vater nie tragen durfte.┬ź

Arbogast
┬╗Das klingt doch schon mal nach einem Plan... Z├Ąhne verdienen... H├Âr zu, das Drecksloch ist mein Zuhause und ein idealer Ort um das Jagen zu ├╝ben. Niemand der dort wohnt, schert sich um andere. Es ist ein gesetzloser Sumpf, ein Moloch in dem nur die St├Ąrksten und Cleversten ├╝berleben. Also ein idealer Ort um zu lernen Ansgar zu erbeuten. Irgendwo muss man anfangen, also warum nicht dort, wo eine Leiche nicht auff├Ąllt?┬ź, schlug Arbo vor.

Robere
Robere ├╝berlegte. Dann nickte er. ┬╗Besser, als hier zu ├╝ben. Was ich au├čerhalb der Grenzen treibe, interessiert hier niemanden. Ich will meine Arbeit nicht verlieren und ich hab schon einmal schei├če gebaut. Aber wie kommt man von hier aus da hin? Ist ja nicht gerade ein Katzensprung. Dass es dich nicht gibt, bedeutet wohl, du bist da irgendwo in Obenza auf der Stra├če geboren. War deine Mutter eine Hure?┬ź

Arbogast
Arbogast drehte sich in Zeitlupe zu Robere um. ┬╗Nein, Deine etwa?┬ź, zischte er giftig zur├╝ck. ┬╗Ich habe meine Mutter nie kennengelernt in Ordnung? Ich wuchs im Zirkel auf. Sie war eines von Archibalds Spielzeugen, sagte er. Wie wir dahin kommen? Na wir laufen ein St├╝ck und nehmen dann einen Wagen. Oder was hast Du gedacht? Hast Du einen Gaul?┬ź, fragte Arbo.

Robere
┬╗Meine war das Spielzeug von Kazrar. Sagt Archibald. Mehr wei├č ich nicht von ihr, aber ich wei├č das Wichtigste: Sie hat mich in ein Schei├č Waisenhaus gegeben. Selbst wenn sie noch lebt, will ich nichts von ihr wissen. Mein Vater war anders. Er gab mich fort aus Liebe, damit mir nichts geschieht. Sie gab mich fort aus Hass oder Schw├Ąche. Ein Pferd hab ich nicht, zu teuer, zu viel Arbeit. Wann willst du aufbrechen?┬ź

Arbogast
┬╗Mein Vater brachte mich aus dem gleichen Grund in den Zirkel. Dort zog mich eine Frau auf, wir nennen sie nur die Gr├Ąfin. Er selbst konnte mich nicht aufziehen, ist klar warum. Dein Vater konnte es auch nicht. Wir brechen jetzt auf. Ich habe auch kein Pferd, wo sollte ich es auch lassen, oder woher sollte ich es kaufen. Wir k├Ânnten uns welche leihen┬ź, schlug Arbo eine Spur freundlicher vor.

Robere
┬╗Ich muss vorher Bescheid sagen. Am besten Bellamy. Boldi w├╝rde es mir ausreden wollen┬ź, gr├╝belte Robere. ┬╗Ja, ich sag Bellamy Bescheid. Warte hier.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy sa├č gerade drau├čen und lie├č sich seine abendliche Rauchstange schmecken. Nun da er kein Palaisin mehr war, hatte er zwar mehr Freizeit, aber er hatte auch weit weniger Privilegien. Er war ein normaler Mann, der ein Schwert f├╝hrte und er gebot nicht mehr ├╝ber das Millit├Ąr des Duc. Im Grunde hatte er alles verloren, wof├╝r er gearbeitet hatte und weshalb? Nur weil er einmal beide Augen zugedr├╝ckt hatte. Aber wo andere ein Auge zudr├╝ckten, machte der Duc scheinbar manchmal ein drittes Auge auf und starrte einem bis auf die Seele. Und wof├╝r? F├╝r Nathan, den kleinen Vollpfosten der Robere provoziert hatte. Gut, das war unerheblich, als erstes Schwert im Staat h├Ątte er dar├╝ber stehen m├╝ssen. Auch Kinder provozierten und das nicht zu knapp und deshalb durfte man sie trotzdem nicht erschlagen. Selbst Ciel hatte ihn als Kind st├Ąndig provoziert. Seine Aufgabe w├Ąre der Schutz der Schwachen gewesen, in dem Fall der Schutz von Nathan. Aber wer entschied sich gegen die Familie f├╝r einen Fremden? Wobei Robere nicht mal seine Familie, er hatte keine Familie. Er hatte niemanden, bis auf seinen neuen Herrn. Trotzdem vermisste er seine alte Garde, seine Leute, seinen Job, seine Macht. Und er hockte wie jeden Abend im Garten und dachte genau dar├╝ber nach, wie es dazu hatte kommen k├Ânnen. Domi hatte es nicht gesagt, aber es stand in seinem Gesicht geschrieben, der Fall des Bellamy B. wie konnte er nur soweit sinken? Wie konnte er sich nur dabei erwischen lassen? Weil Robere erwischt worden war. So einfach war das manchmal. Mitgefangen und mitgehangen. Bellamy lie├č sich auf der Parkbank etwas herunterrutschen und dachte ├╝ber den neuen Palaisin nach. Massimo war ein guter Schwertk├Ąmpfer, aber er war sturer als ein Stein. Er hatte fast die Sicherheit gekostet, da er von dem Krieg und dem Schiffsraub wusste, aber ihm wurde verziehen. Warum man ihm nicht verzieh wusste Bellamy nicht. Wobei, dass war eine glatte L├╝ge, er wusste es sehr wohl. Massimo bereute seinen Fehler und beging ihn versehentlich. Er bereute nichts und beging die Tat wissentlich. Er schnipste seine Rauchstange weg und biss in sein Brot.

Robere
Robere entdeckte Bellamy auf einer der Parkb├Ąnke, die im Palastgarten ├╝berall herumstanden. Er ging zu ihm und salutierte. Ihm lag die falsche Anrede auf der Zunge, fast h├Ątte er Bellamy mit Palaisin angesprochen. ┬╗Monsieur Bourgeois, ich bitte um kurze Information, wie Sie fortan korrekt anzusprechen sind. Desweiteren m├Âchte ich dar├╝ber informieren, dass ich f├╝r die Zeit meiner Krankschreibung eine Erholungsreise nach Obenza unternehmen werde.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute zu Robere auf und hielt beim Kauen inne. ┬╗Bellamy reicht v├Âllig, ich bin weder Palaisin noch Dein Vorgesetzter, ich bin nicht einmal mehr Dein Kollege Robere. Ich diene nun Prince Ciel, wof├╝r ich ihm dankbar bin. Ich wei├č nicht, was sonst geworden w├Ąre. Wieso erz├Ąhlt Du mir, dass Du Urlaub nimmst? Wohin willst Du? Nach Obenza? Das liegt doch... irgendwo in der Fremde. Vielleicht keine schlechte Idee Robby. Erhole Dich gut und viel Spa├č, Du verstehst schon...┬ź, grinste Bellamy und a├č weiter.

Robere
Robere stellte sich auf die Information hin normal hin. ┬╗Das f├╝hlt sich komisch an. Du h├Ąttest Palaisin bleiben sollen┬ź, murrte er. ┬╗Ich erz├Ąhl dir das, weil Boldi mich vermutlich aufhalten w├Âllte und ich will keine Diskussion mit ihm. Richte es ihm bitte aus, wo ich bin. Obenza liegt irgendwo in Naridien. Ein s├╝ndiges Dreckloch. Ich will mir das mal aus der N├Ąhe anschauen.┬ź Er grinste zur├╝ck.

Bellamy Bourgeois
┬╗Ich richte es ihm aus, keine Sorge. Na dann knall eine f├╝r mich mit. Ich werde hierbleiben und meine zweite Chance nutzen. Etwas ├Ąhnliches dachte ich vorher auch, aber ich denke an der Seite von Prince Ciel k├Ânnte ich freier sein, als ich als Palaisin war. M├Âglicherweise, abwarten┬ź, grinste Bellamy und knuffte Robere.

Robere
Robere freute sich ├╝ber den Knuff und nahm ihn gleich zum Anlass, sich einen Moment neben Bellamy auf die Bank zu setzen. ┬╗Danke. Ich kann dir h├Âchstens `nen Typen mit knallen. Ich mach`s mir da richtig fett gem├╝tlich. In Obenza interessiert so was keine Sau, hab ich mir sagen lassen. Gl├╝ckwunsch zum neuen Job. Ciel scheint bisschen lockerer drauf zu sein bei so was, meinst du?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ich wei├č es, wir hatten schon das Vergn├╝gen uns zu verstehen. Mehr darf ich nicht sagen, aber ja er ist da etwas flexibler als der werte Herr Papa. Und ich vermute dieser war nur so w├╝tend auf uns, da es Nathan betraf. Wobei nein war er nicht, er war w├╝tend, weil es jemanden betraf der sich nicht wehren konnte. Von mir aus knall einen Kerl f├╝r mich mit. Das es dort niemanden interessiert, ist heftig. Naridien scheint v├Âllig anders als Souvagne zu sein. Ob Du Dich dort zurecht findest, wird sich zeigen. Kehrst Du zur├╝ck?┬ź, fragte Bellamy leise.

Robere
Robere nickte ernst. ┬╗Ich komme zur├╝ck, p├╝nktlich am letzten Urlaubstag und stehe am ersten Arbeitstag wieder auf der Matte. Die Leibgarde ist mein zu Hause. Ich kann hier nicht weg. Es ist nur ein Urlaub. Ich hab eine Spur, was meinen Vater betrifft. Ich will mehr ├╝ber ihn herausfinden und nebenbei bisschen Spa├č haben. Wenn es da sch├Ân ist, wirst du davon erfahren. Vielleicht kannst du auch mal da vorbeischauen, wenn es sich lohnt. Dass Ciel das so locker sieht, h├Ątte man fr├╝her wissen m├╝ssen und dass ausgerechnet der dumme Giftzwerg die Ausnahme bildet. Kann ja keiner ahnen! Diener gibt`s doch wie Sand am Meer.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Aber Leibdiener genie├čen einen Sonderstatus, allein wegen dem Vertrauen dass die Herren ihnen entgegenbringen. Nicht nur jene am Hofe, generell Robere, dass war das Problem. F├╝r die meisten Adligen sind sie beste Freunde, Br├╝der, Vertraute, und ein bisschen Mama und Papa in einem. Volles H├Ątschelprogramm, die Schulter an der man sich anlehnen kann und die einem jeden Wunsch von den Augen abliest. Prince Gregoire hat einen neuen Leibdiener, sei also vorsichtig, nicht dass Du ihn Dir packst┬ź, lachte Bellamy ehe er wehm├╝tig schmunzelte. ┬╗War nur Spa├č, sei vorsichtig in Naridien, man h├Ârt von dort nichts Gutes. Ja w├╝rde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen. Ciel hat mir sogar vor der Bestrafung geholfen und mir ein Schmerzmittel gegeben. Aber wir wurden so pl├Âtzlich abgeholt, dass ich es nicht nehmen konnte┬ź, st├Âhnte Bell.

Robere
Robere lachte. ┬╗Na dann zieh es dir doch jetzt rein und mach dir ein paar sch├Âne Stunden! Du musst einen Stein bei dem im Brett haben, nutz das. Man, so viel ├ärger ... woher soll man das als einfacher Gardist wissen, dass die Leibdiener so einen Sonderstatus haben. Die sollten ein Umh├Ąngeschild tragen. Danke f├╝r deine Sorge, ich pass auf mich auf. Aber mein Vater stammt wohl von dort ... ich werd sozusagen auf seinen Spuren wandeln. Der Sohn von seinem Ausbilder holt mich ab, er wartet schon. Ich werd mal mein Gep├Ąck holen.┬ź Robere stand auf, fummelte sein Pfeifenkraut hervor und drehte eine Rauchstange, die er Bellamy zum Abschied reichte. Vermutlich verstand er die Geste nicht so wie Robere, aber das machte nichts. Es gen├╝gte, wenn er sich dar├╝ber freute.

Bellamy Bourgeois
┬╗Danke Robby, melde Dich wenn Du zur├╝ck bist. Falls ich vorher mit Ciel umgezogen bin, hinterlasse ich Dir bei Boldi eine Nachricht. Viel Gl├╝ck was die Spur Deines Vaters angeht, meine Spuren sind kalt.... sehr kalt... Nutze es, man hat nur selten so eine Chance und vielleicht lernst Du dadurch auch etwas ├╝ber Dich selbst. Das sagt man doch, wenn man seine Wurzeln kennt. Du hast Recht, ich werde mir das Zeug heute Abend geben. Geh, der Kerl wird sicher nicht ewig warten┬ź, sagte Bellamy und z├╝ndete sich Roberes Rauchstange an und tippte sich gr├╝├čend gegen die Schl├Ąfe.

Robere
┬╗Vielleicht findest du auch noch heraus, woher du stammst. Manchmal gibt es komische Zuf├Ąlle.┬ź Robere nickte zum Abschied und ging. Er ging zu seinem Privatquartier im Palast, zog sich reisefertig um und packte sich einen Rucksack. Er nahm eine Nebentreppe, damit er niemandem aus seiner Einheit ├╝ber den Weg lief. Abschiede waren nicht sein Ding. Er suchte Arbogast im Palastgarten auf. ┬╗Bin so weit. Wir k├Ânnen los.┬ź

Arbo
Arbogast musterte Robere, viel Gep├Ąck hatte er nicht, aber wozu auch? Alles was er ben├Âtigte, w├╝rde er ihm in Obenza stellen. ┬╗Das ging schnell, leichtes Reisegep├Ąck? Sehr gut. Wir beeilen uns, je fr├╝her wir in Obenza sind, je mehr hast Du davon. Was Dir fehlt, wirst Du von mir in Obenza bekommen. Auf gehts┬ź, grinste Arbo und gab den Weg vor in ein neues Leben mit gesch├Ąrften Z├Ąhnen.
"Not all those who wander are lost."
J.R.R. Tolkien

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