Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Ehrungen am Hofe

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprĂ€gt von sanfte HĂŒgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hĂ€lt sich aus Kriegen grĂ¶ĂŸtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische NeutralitĂ€t. Von allen Herrschern ist er der GemĂ€ĂŸigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen grĂ¶ĂŸtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
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Ehrungen am Hofe

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Fr 15. Jun 2018, 11:52

Ehrungen am Hofe

Der Duc de Souvagne hatte Comte Massimo de la Cantillion, Khawa Laurent Rousseau und Chevalier Jules Seymour de Mireault zum Großherzoglichen Hof beordert. Beiden sollte eine besondere Ehre verliehen werden. MĂŒndlich wurde Massimo de la Cantillion bereits zum neuen Palaisin und ersten Schwertes des Duc ausgerufen, nun folgte die offizielle, urkundliche Ernennung. Auch Khawa sollte fĂŒr seine geleisteten Dienste bezĂŒglich der Friedensverhandlungen belohnt werden. Der gebĂŒrgte Rakshaner hatte sich nach seiner EinbĂŒrgerung mehr als wĂŒrdig erwiesen. So hart und unerbittlich wie der Duc de Souvagne mit Feinden seines Landes umging, so großzĂŒgig war er gegenĂŒber jenen, die sich mit allen KrĂ€ften fĂŒr Souvagne einsetzen.

Da Khawa von höfischer Etikette keine Ahnung hatte, wurde Chevalier Jules Seymour de Mireault ebenfalls zum Hofe beordert. Gemeinsam hatten die drei vor dem großen Audienzsaal des Duc zu warten. Die große, reich mit Intarsien verzierte DoppeltĂŒr war zur Zeit noch geschlossen. Leibgardisten flankierten die TĂŒr und hielten wie jeden Tag aufmerksam Wache. Der Comte wie auch der Chevalier waren das Warten vor dem Thronsaal gewöhnt, wĂ€hrend der Audienzzeiten konnten Bittsteller, gleich welchen Ranges, bei dem Duc vorstellig werden und ihre Anliegen vortragen. Manche dieser Anliegen waren von kleiner Natur, andere gestalteten sich schwieriger, wenn es dabei um Streitigkeiten ging. Handelte es sich um Streitigkeiten zwischen zwei AdelshĂ€usern, dann konnte sich so eine Audienz schon einmal in die LĂ€nge ziehen, aber letztendlich hatte der Duc das letzte Wort. Bezog man ihn im Streitfall ein, musste man sich seinem Urteil beugen.
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Re: Ehrungen am Hofe

#2

Beitrag von Jules de Mireault » Fr 15. Jun 2018, 11:56

Jules schmunzelte Khawa aufmunternd an. Sein Freund wusste vermutlich nicht, wie er den Befehl des Duc werten sollte. Aber de Mireault wusste, dass es sich nur um etwas Positives handeln konnte. Ansonsten wĂ€ren sie nicht gemeinsam mit dem neuen Palaisin eingeladen worden. Auch wenn der Comte und Khawa sich nicht gerade freundschaftlich gegenĂŒberstanden. Massimo wurde von seiner Frau Monique begleitet. Jules erinnerte sich nur zu gut daran, wie der Comte mental von Leder gezogen hatte in Ehveros und zwar ĂŒber Felipe von Ehveros. Dass die Souvagnischen Magier nicht in schallendes GelĂ€chter ausgebrochen waren, war alles. Wobei Jules in vielen Dingen Massimo zustimmen musste. Generell hatte der Comte eine genauso konservative Einstellung wie Jules selbst. Jedenfalls hatte Jules einst eine derart harte und unnachgiebige Einstellung gegenĂŒber FremdlĂ€ndern, bis er von Khawa davon ĂŒberzeugt worden war, dass man in speziellen EinzelfĂ€llen durchaus eine Ausnahme machen musste. Auch wenn Khawa dafĂŒr sehr ungewöhnliche Methoden gewĂ€hlt hatte.

Die Verhandlungen hatten ergeben, dass keiner der Almanischen Staaten weiter an einem Krieg interessiert war. Der eigentliche Gastgeber Felipe, der zu den Friedensverhandlungen eingeladen hatte, schien selbst nur an Machtgewinn interessiert gewesen zu sein. Ledwick war sein Ziel gewesen, aber da hatte er die Rechnung ohne die Counts aus Ledwick gemacht.

Letztendlich war es Felipes Tochter Ricarda gewesen, die sich fĂŒr den Frieden Almaniens einsetze und diesen auch angestrebt hatte. Alle almanischen Völker, die einst den Krieg unterstĂŒtzt hatten waren des KĂ€mpfens mĂŒde. Und niemand konnte es ihnen verdenken. Die Zwerge hingegen sannen auf Rache, jedenfalls hatte es sich fĂŒr Jules so angehört. Auch wenn es zu keinem GroßbĂŒndnis der almanischen Völker mehr kam, herrschte nun doch endlich Frieden vor ihrer HaustĂŒr. Vielleicht war es auch besser so, denn das letzte BĂŒndnis hatte sich als nicht tragbar erwiesen.

Wobei das letzte BĂŒndnis von Roderich, Felipe und den Goblins gebrochen worden war. Nun standen Ledwick und Ehveros, wie auch die Hohe Mark unter neuen Herrschern, schon allein dadurch wurde ein neues Zeitalter eingelĂ€utet. Wie Jules hoffte ein friedfertiges. Jeder wĂŒrde sich um sein Land kĂŒmmern, sich dessen Auf- und Ausbau widmen und damit war allen gedient.

Die Zwerge wĂŒrden sich in ihre unterirdischen StĂ€dte zurĂŒckziehen und dort genauso autark leben, wie sie es seit Jahrhunderten taten. Sie umgaben sich komplett mit schĂŒtzendem Fels und verschanzten sich hinter Tonnen von Gestein.

Souvagne umgab sich mit einer schĂŒtzenden Mauer aus Stein und verschanzte sich dahinter.

So viel Unterschied in der Geisteshaltung von Souvagnern und Zwergen gab es nicht, was die Liebe zur EigenstĂ€ndigkeit anging. Beide lebten gerne abgeschottet von der Welt, lebten ihre eigenen Werte und Traditionen und ließen sich nicht von FremdlĂ€ndern in ihre Belange hineinreden. Beide Völker bevorzugten schĂŒtzende WĂ€lle aus tonnenschwerem Gestein. Die Zwerge lebten sogar komplett darin, tief eingebettet im Felsen der Gebirge wie in einem Mutterschoß, wĂ€hrend die Souvagner eine gewaltige Mauer um ihr Land errichteten.

Die einen sahen die Mauer als Abschottung, aber Jules sah sie als das was sie war – das Ă€ußere Bollwerk eines sicheren RĂŒckzugsortes. Die Mauer umschloss schĂŒtzend ihr Land, sie bildete sozusagen das Nest fĂŒr den Souvagnischen Adler.

Der Luftraum Souvagnes war das Hoheitsgebiet der Himmelsaugen. Mit ihren treuen Greifvögeln und ihrer Magie sicherten sie den Himmel und waren das allgegenwĂ€rtige, wachende Auge Souvagnes. Jules freute sich auf die Zukunft, in der Luftschiffe als feste Himmelsbasen eingerichtet werden sollen. Eines dieser gigantischen, fliegenden Kunstwerke war auf der Doppelhochzeit der Prinzen am Himmel ĂŒber den Palast aufgetaucht. Der junge Duc hatte zudem den Bau der Souvagnischen Speere befolgen. ZwillingstĂŒrme die den Prinzen Gregoire und Ciel gewidmet waren. Die TĂŒrme sollten einen Großteil der Sicherheit Souvagnes beherbergen und dennoch genĂŒgend Platz fĂŒr andere Institutionen aufweisen. Jules konnte sich gut eine Akademie in den Hallen der TĂŒrme vorstellen.

Schon jetzt gab es PlĂ€ne, dass die TĂŒrme als Luftschiffandockstation genutzt werden sollten.

Auch sollte ein Teil der Cockatrice-Zucht, der Zucht der DrachenhĂŒhner auf staatlicher Basis dort einziehen. Der Name Drachenhuhn war genau wie Cockatrice irrefĂŒhrend. Weder handelte es sich bei den Tieren um Drachen, noch um HĂŒhner, noch um eine Sagengestalt. Es war eine eigenstĂ€ndige Art, eines Urvogels. Sie hatten mehr mit einem Papageien gemein, als mit einem Huhn, bis auf die Optik. Zudem waren es gefĂ€hrliche JĂ€ger und so entstand im Volksmund der Name der Tiere – Drachenhuhn.

Der Chevalier hoffte, dass er eines Tages ebenfalls eines der edlen Tiere verliehen bekam. Der Ehemann von Prince Gregoire fĂŒhrte die erste eigene private Zucht dieser großartigen urigen Vögel. Nun andere konnten den Tieren vielleicht nichts abgewinnen, aber der Orden der Himmelsaugen war seit jeher mit Greifvögeln verbandelt. Ein Himmelsauge war nichts ohne seinen Greifvogel, denn der Vogel war das tatsĂ€chliche Auge am Himmel. Und so war es nur verstĂ€ndlich, dass es die Himmelsaugen waren die als erste versucht hatten, die DrachenhĂŒhner zu domestizieren. Was ihnen letztendlich auch gelang.

Wo Jules ĂŒber seinen Orden, die neue WirkstĂ€tte und die DrachenhĂŒhner nachdachte, fiel sein Blick auf seinen großen Uhu Gufo. Wie immer saß das imposante Tier auf seiner Schulter und behielt alles wachsam im Auge. Im Moment musterte Gufo mit glĂŒhenden Augen Khawa, ehe sein Kopf zu Massimo herumschwenkte. Auch Gufo wollte nicht lĂ€nger warten, er wollte seinen Mittagsrundflug drehen. Jules musste sich ein Grinsen verkneifen, als er daran zurĂŒck dachte, wie Gufo Khawa seinen Turban entwendet hatte. SelbstverstĂ€ndlich hatte niemand dem Rakshaner geglaubt. Wieso auch? Immerhin stand das Wort eines Wilden, gegen das eines Chevalier. Was danach geschah ließ Jules nun doch breit grinsen. Gut gelaunt rĂ€mpelte er Khawa an.

Endlich ging die TĂŒr auf und der Hofmarschall trat heraus. Jules erinnerte sich vage daran, dass der Mann ĂŒblicherweise nach BrathĂ€hnchen roch, schob den Gedanken aber schnell beiseite um sich voll und ganz auf das Geschehen konzentrieren zu können.

„Seine MajestĂ€t Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, sowie seine MajestĂ€t Archi-Duc Dreux Gifford de Souvagne empfangen nun den Palaisin Comte Massimo de la Cantillion samt Begleitung, sowie den BĂŒrgerlichen Khawa Laurent Rousseau in Begleitung des persönlichen Himmelsauges des Duc - Chevalier Jules Seymour de Mireault“, verkĂŒndete der Hofmarschall und machte eine einladende Geste.

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Re: Ehrungen am Hofe

#3

Beitrag von Khawa » Fr 15. Jun 2018, 18:56

Khawa war etwas nervös, aber er war niemand, der sich von einer bevorstehenden Audienz die gute Laune verderben ließ, selbst wenn es eine Audienz beim Duc war. Er knabberte Rosinen, um sich die Zeit beim Warten zu vertreiben, warf einige davon hinterrĂŒcks auf Massimo und hoffte, dass sie in seinen Kragen fielen und schwatzte mit Jules. Nachdem die Rosinen alle waren, stellte Khawa sich strategisch geschickt hin, so dass er zwischen Jules und Massimo stand, damit die beiden sich nicht miteinander unterhalten konnten, ohne dass er sich einmischte und ihnen das GesprĂ€ch durch absichtlich dumme Anmerkungen verdarb. Er hasste den Comte und wollte nicht, dass der mit Jules quatschte. Schlimm genug, dass die beiden sich als Geistmagier mental unterhalten konnten, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.

Als Jules ihn gut gelaunt anrempelte, stolperte Khawa absichtlich stĂ€rker als nötig, rempelte so seinerseits gegen Massimo und trat ihm auf den Fuß. »Verzeihung, Comte«, sagte er und guckte betreten.

In dem Moment öffnete der Hofmarschall von innen die gewaltige Pforte. Khawa stelle sich rasch ordentlich hin und setzte seinen seriösen Blick auf. Jetzt wurde ihm doch langsam etwas mulmig. Er ging dicht neben Jules, so dass ihre Arme sich im Gehen berĂŒhrten. Er war gespannt, was sie erwartete.
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Re: Ehrungen am Hofe

#4

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 18. Jun 2018, 08:59

Massimo
 
hĂ€tte Khawa am liebsten den Kopf abgeschlagen. Wobei dass bei dem Rakshaner nichts nĂŒtzte. Die brauchten ihre Köpfe nicht. Khawa benahm sich wieder wie der typische Wilde. Dass er nicht noch mit seiner Kacke, war alles. Der WĂŒstenwilde hatte kein Benehmen, aber das war sowas von klar. Massimo blieb so ruhig wie konnte. Aber seine Hand wanderte wie von selber zum Schwertknauf. Das Gehampel und das Bewerfen ignorierte er. Das wĂŒrde er dem Rakshaner gleich ganz anders heimzahlen. Dann ging die TĂŒr zum Thronsaal auf und ein Hauch HĂ€hnchen wehte ihnen entgegen. Der Wilde stellte sich schnell ordentlich hin und schaute als könnte er kein Wasser trĂŒben. Massimo stellte sich hinter ihm und verpasste ihm mit der geballten Faust einen Nierenhaken mit volle Wucht ins Kreuz. Zeitgleich ĂŒbermittelte er dem widerlichen Wilden grauenvolle Gedankenbilder. Die Rosinen die er gefressen hatte, waren fette, blutsaugende Zecken, die sich in seine MagenwĂ€nde bohrten.  Gerade als Khawas Panik vor den Parasiten grauenvoll wurde, brach Massimo den Kontakt zu dem WĂŒstenwilden ab. Gut gelaunt lĂ€chelte er Monique an und legte seinen Arm um sie.
 
„Wenn der WĂŒstenwilde meint,  der kann mich verarschen ist der an der falschen Adresse“.
 
Massimo starrte Khawa so an, dass der seinen Blick im Nacken spĂŒrte.
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#5

Beitrag von Khawa » Mo 18. Jun 2018, 09:36

Khawa gab ein kurzes Ächzen von sich, ansonsten verkniff er sich jeden Schmerzenslaut und ertrug die Pein in seiner Niere, aber ihm trat kalter Schweiß auf die Stirn. Er zog es vor, vor Schmerzen in die Knie zu gehen, anstatt sich an Jules festzukrallen und ging zu Boden. Als sich auch noch die Rosinen in Zecken verwandelten und anfingen, sich durch seine Eingeweide zu fressen, krallte er die Finger auf seinen Bauch. Ihm schoss die Frage durch den Kopf, ob es eine Magieform gab, welche tatsĂ€chlich in der Lage war, eine solche Verwandlung zu vollbringen oder ob es nur eine Illusion war, da brach der Angriff ab. Die Rosinen waren wieder harmlose Rosinen, aber seine Niere fĂŒhlte sich an, als wĂŒrde ihm ein Dolch im RĂŒcken stecken.

Massimo stand hinter ihm, Khawa konnte seinen Blick spĂŒren. VerĂ€rgert quĂ€lte Khawa sich wieder auf die FĂŒĂŸe. Ihm war von dem Nierenhaken kotzĂŒbel. "Ein paar Meter zu zeitig auf die Knie gefallen, oder?", sagte er grinsend zum Hofmarschall. Falls Massimo noch in seinem Kopf rumspukte, konnte der nun lesen, was sich Khawa vorstellte, mit ihm zu machen.
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Re: Ehrungen am Hofe

#6

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 18. Jun 2018, 13:57

Massimo
 
musste schnaufen so sehr verkniff er sich ein lachen. Er versteckte sein grinsen hinter vorgehaltene Hand.
 
„Verzeihung Khawa, ich bin gestolpert. Ich hoff ich hab dich nicht zu feste geschubst. Das könnte ich mir nicht verzeihen. Der Boden ist aber auch was glatt hier. Kommst du alleine hoch, oder soll ich dir helfen? Hoffentlich hast du dich nicht verletzt und dir deine zarten schokobraunen Knie aufgeschlagen. Vielleicht gehst du besser zum Medicus, du scheinst nicht ganz anwesend zu sein. Und Bauchweh hast du auch. Dich hats aber auch erwischt Khawa. Kann das sein, dass du keine Flugrosinen vertrĂ€gst? Ich hab mal gehört die liegen schwer im Magen und verursachen Durchfall. Gut bei dir fĂ€llt der nicht weiter auf“.
 
Antwortete Massimo und las die Gedanken von Khawa.
 
(was liest er?)
 
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#7

Beitrag von Khawa » Mi 20. Jun 2018, 10:24

Massimo las in Khawas Gedanken, wie er nackt hinter einer HyĂ€ne her geschliffen wurde, bis er nur noch ein mit Steppenstaub bedeckter, zuckender, blutiger Klumpen war, mit dem die HyĂ€nen zum Abschluss ein Zerrspiel veranstalteten. Es war eine Form der Todesstrafe, die in Rakshanistan besonders unliebsamen Feinden vorbehalten war, denn sie konnte sich ĂŒber Stunden hinziehen, ohne dass das Opfer bewusstlos wurde oder starb. Wenn man wollte, auch Tage.

Über den Vergleich seiner Hautfarbe mit Ausscheidungen Ă€rgerte Khawa sich maßlos. FĂŒr Almanen gab es in der Steppe auch alle möglichen mehr oder weniger lustigen Beschimpfungen, aber die wĂŒrde er hier nicht aussprechen. Damit wĂŒrde er nicht nur Massimo, sondern unweigerlich auch Jules beleidigen, den Hofmarschall und sogar den Duc, der am anderen Ende des Saals noch immer auf seinem Thron ausharren musste, wĂ€hrend seine GĂ€ste sich stritten.

»Keine Ursache«, sagte Khawa so normal wie möglich. »UnfÀlle passieren.«
>Arschloch<, fĂŒgte er gedanklich hinzu, nicht daran denkend, dass Massimo das vermutlich lesen wĂŒrde.

Er klopfte sich seine Knie ab, obwohl sie sauber waren. Der Boden des Audienzsaals war natĂŒrlich spiegelblank gewienert. Er trug heute vollstĂ€ndig souvagnische Kleidung, allerdings von der bequemen Sorte.
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Re: Ehrungen am Hofe

#8

Beitrag von Monique de la Cantillion » Do 21. Jun 2018, 16:34

Monique hakte sich bei Massimo ein und krallte ihm die Hand in den Arm.

„Hör auf Massimo, Du bist gemeinsam mit Khawa vom Duc eingeladen worden. Wenigstens fĂŒr die Zeit der Audienz solltet Ihr beiden nicht streiten. Khawa unterlĂ€sst seine kindischen Scherze und Du unterlĂ€sst es ihn als FĂ€kalie zu bezeichnen. Und Ihr beiden hört bitte auf versehentlich zu stolpern, zu torkeln und zu verunfallen. Was soll das denn? Ihr mĂŒsst Euch nicht mögen, aber Ihr habt die Form im Hofe zu wahren. Am Ende werden wir alle noch herausgeworfen und Ihr wisst nicht einmal weshalb Ihr zum Duc bestellt worden seid. Ist das wirklich nötig? Ich ermahne an Euren Verstand.

Und ich ermahne Dich als meinen Mann Massimo, ich kann mich nicht ĂŒber so etwas aufregen. Denk an unsere Familie und an unser Kind. Und nun lasst uns bitte endlich hineingehen, denn der Hofmarschall schaut schon sehr mitgenommen. Ich glaube kaum, dass Ihr beiden von einem der Gardisten oder sogar einem der LeibwĂ€chter vom Duc in den Thronsaal verbracht werden wollt. Ich vermute dies hier ist eigentlich eine Ehrung, sprich eine Auszeichnung. Ihr mĂŒsst nicht auf den Rat einer Frau hören, aber es sei Euch beiden gesagt Massimo und Khawa, wenn Euch das gestrichen wird, was Euch hier gewunken hĂ€tte durch Euren Streit, seid Ihr beiden selbst Schuld.

Gehen wir hinein und bitte fangt drinnen nicht wieder einen Streit an, denn diesen wird dann wohl Maximilien beenden und zwar so, dass er das Gesicht nicht verliert.

Was Ihr dafĂŒr verlieren könntet, sollte Euch bewusst sein“,
sagte Monique ernst, löste sich von ihrem Mann und schritt voran in den Thronsaal.

Sie schritt bis zum gebĂŒhrlichen Abstand vor den Doppelthron von Maximilien und Dreux de Souvagne und verbeugte sich tief mit einem Knicks.

„Eure MajestĂ€t ich grĂŒĂŸe Euch herzlichst, wir danken Euch fĂŒr die Einladung“, sagte Monique freundlich, blieb in der Verbeugung und blickte gen Boden.
„Wir grĂŒĂŸen Euch ebenso und sind erfreut Euch zu sehen Comtes de la Cantillion aus dem Hause de Neufville. Erhebt Euch, in Eurem Zustand bedarf es keiner Verbeugung vor uns“, antwortete Maximilien freundlich.

„Ihr seid zu gĂŒtig, meinen aufrichtigen Dank fĂŒr diese Ehre. Mein Gatte und die beiden anderen Herren folgen umgehend. Leider ist Monsieur Rousseau ausgeglitten, ihm ist aber nichts geschehen“, versicherte Monique.

„Ausgeglitten
“, bemerkte Dreux tonlos.
"Ausgeglitten", wiederholte die Comtes und bestÀtigte es mit sanftem Nicken.

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Re: Ehrungen am Hofe

#9

Beitrag von Jules de Mireault » Do 21. Jun 2018, 16:36

Jules packte Khawa unter dem Arm und wuchtete ihn wie einen Sack Kartoffeln zurĂŒck auf die Beine und tastete ihn kurz ab.

„Etwas mehr Respekte Comte! GleichgĂŒltig Eures Ranges hat mein Verlobter Euch nicht öffentlich beleidigt oder in Misskredit gebracht. Wir sollten nicht nur dem Rat, sondern generell Eurer Frau folgen. Und ich rate Euch, meinen Mann nicht noch einmal tĂ€tlich anzugreifen.

Wir beide waren stets in Kameradschaft verbunden, wenn dies so bleiben soll, achtet meinen GefÀhrten. Und Du Khawa hörst auf Trockenobst durch die Gegend zu schleudern. Wir haben eine Audienz beim Duc verflucht noch mal , was ist denn nur los mit Euch? Könnt Ihr Eure gepflegte und gewachsene Feindschaft bitte ein anderes Mal pflegen?

Zur allgemeinen Erheiterung sage ich eines vorneweg werter Comte, auf meine Hochzeit möchte ich Euch nicht sehen. Es ist nicht gerade erbaulich, wenn man mitten im Hof gesagt bekommt, dass der eigene Mann aussieht wie DĂŒnnschiss!

Eine passende, bösartige Erwiderung erspare ich Euch, denn Eure Frau kann nichts fĂŒr Eure verbale Entgleisung und sie hat genauso wenig wie Khawa so eine Bösartigkeit verdient!

Also folgen wir jetzt der Comtes und jeder behĂ€lt sein Obst, seine FĂ€uste und seine FĂŒĂŸe bitte bei sich!“,
befahl Jules.

Er grabschte sich Khawa und Massimo und schritt mit ihnen gemeinsam huldvoll in den Thronsaal. Auch er blieb kurz vor dem Doppelthron stehen und ließ sich auf ein Knie nieder. Er deutete beiden an es ihm gleich zu tun.

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Re: Ehrungen am Hofe

#10

Beitrag von Khawa » Do 21. Jun 2018, 20:11

"Ein paar geworfene Rosinen sind wohl harmlos. Der soll sich mal nicht so haben, an einer Rosine im Kragen ist noch keiner gestorben. Es war ein harmloser Scherz, mehr nicht. Der soll mal wieder runterfahren", murrte Khawa.

Khawa ließ sich von Jules abfĂŒhren, Jules hatte ihn fest fixiert und schliff ihn mit. Auf der anderen Seite bugsierte Jules den Comte. "Und lass den Kerl los, der kann allein gehen, ich mag es nicht, wenn du ihn anfasst." Khawa war von der Sache her nicht sonderlich eifersĂŒchtig, da er selbst auch gern mit anderen herumschĂ€kerte, aber den Comte hasste er dermaßen, dass er richtig wĂŒtend darĂŒber wurde, dass Jules den Mann ebenfalls untergehakt hatte. WĂ€ren sie außerhalb des Thronsaals gewesen, hĂ€tte er nun dafĂŒr gesorgt, dass die BerĂŒhrung endete, aber so beließ er es dabei, leise rumzugiften. Wenigstens hatte Jules Massimo von ihrer Hochzeit ausgeladen. Dass der LĂ€uterer da aufkreuzte, hĂ€tte noch gefehlt.

Vor dem Duc angelangt hatte er immer noch einen erhöhten Puls, aber vor Maximilien wĂŒrde er sich keine Respektlosigkeit erlauben. Der Mann war es, der ihn vom Sklaven zu einem freien BĂŒrger gemacht hatte. So zögerte Khawa auch nicht, sich ehrerbietig vor dem Duc zu verneigen.
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