Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Ehrungen am Hofe

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Die Souvagner sind bekannt für ihre Sturheit, vor allem aber für die Mauer, die ihr Land umschließt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprägt von sanfte Hügeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hält sich aus Kriegen größtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralität. Von allen Herrschern ist er der Gemäßigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen größtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Maximilien Rivenet de Souvagne

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Ehrungen am Hofe

#1

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Fr 15. Jun 2018, 11:52

Ehrungen am Hofe

Der Duc de Souvagne hatte Comte Massimo de la Cantillion, Khawa Laurent Rousseau und Chevalier Jules Seymour de Mireault zum Großherzoglichen Hof beordert. Beiden sollte eine besondere Ehre verliehen werden. Mündlich wurde Massimo de la Cantillion bereits zum neuen Palaisin und ersten Schwertes des Duc ausgerufen, nun folgte die offizielle, urkundliche Ernennung. Auch Khawa sollte für seine geleisteten Dienste bezüglich der Friedensverhandlungen belohnt werden. Der gebürgte Rakshaner hatte sich nach seiner Einbürgerung mehr als würdig erwiesen. So hart und unerbittlich wie der Duc de Souvagne mit Feinden seines Landes umging, so großzügig war er gegenüber jenen, die sich mit allen Kräften für Souvagne einsetzen.

Da Khawa von höfischer Etikette keine Ahnung hatte, wurde Chevalier Jules Seymour de Mireault ebenfalls zum Hofe beordert. Gemeinsam hatten die drei vor dem großen Audienzsaal des Duc zu warten. Die große, reich mit Intarsien verzierte Doppeltür war zur Zeit noch geschlossen. Leibgardisten flankierten die Tür und hielten wie jeden Tag aufmerksam Wache. Der Comte wie auch der Chevalier waren das Warten vor dem Thronsaal gewöhnt, während der Audienzzeiten konnten Bittsteller, gleich welchen Ranges, bei dem Duc vorstellig werden und ihre Anliegen vortragen. Manche dieser Anliegen waren von kleiner Natur, andere gestalteten sich schwieriger, wenn es dabei um Streitigkeiten ging. Handelte es sich um Streitigkeiten zwischen zwei Adelshäusern, dann konnte sich so eine Audienz schon einmal in die Länge ziehen, aber letztendlich hatte der Duc das letzte Wort. Bezog man ihn im Streitfall ein, musste man sich seinem Urteil beugen.
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Re: Ehrungen am Hofe

#2

Beitrag von Jules de Mireault » Fr 15. Jun 2018, 11:56

Jules schmunzelte Khawa aufmunternd an. Sein Freund wusste vermutlich nicht, wie er den Befehl des Duc werten sollte. Aber de Mireault wusste, dass es sich nur um etwas Positives handeln konnte. Ansonsten wären sie nicht gemeinsam mit dem neuen Palaisin eingeladen worden. Auch wenn der Comte und Khawa sich nicht gerade freundschaftlich gegenüberstanden. Massimo wurde von seiner Frau Monique begleitet. Jules erinnerte sich nur zu gut daran, wie der Comte mental von Leder gezogen hatte in Ehveros und zwar über Felipe von Ehveros. Dass die Souvagnischen Magier nicht in schallendes Gelächter ausgebrochen waren, war alles. Wobei Jules in vielen Dingen Massimo zustimmen musste. Generell hatte der Comte eine genauso konservative Einstellung wie Jules selbst. Jedenfalls hatte Jules einst eine derart harte und unnachgiebige Einstellung gegenüber Fremdländern, bis er von Khawa davon überzeugt worden war, dass man in speziellen Einzelfällen durchaus eine Ausnahme machen musste. Auch wenn Khawa dafür sehr ungewöhnliche Methoden gewählt hatte.

Die Verhandlungen hatten ergeben, dass keiner der Almanischen Staaten weiter an einem Krieg interessiert war. Der eigentliche Gastgeber Felipe, der zu den Friedensverhandlungen eingeladen hatte, schien selbst nur an Machtgewinn interessiert gewesen zu sein. Ledwick war sein Ziel gewesen, aber da hatte er die Rechnung ohne die Counts aus Ledwick gemacht.

Letztendlich war es Felipes Tochter Ricarda gewesen, die sich für den Frieden Almaniens einsetze und diesen auch angestrebt hatte. Alle almanischen Völker, die einst den Krieg unterstützt hatten waren des Kämpfens müde. Und niemand konnte es ihnen verdenken. Die Zwerge hingegen sannen auf Rache, jedenfalls hatte es sich für Jules so angehört. Auch wenn es zu keinem Großbündnis der almanischen Völker mehr kam, herrschte nun doch endlich Frieden vor ihrer Haustür. Vielleicht war es auch besser so, denn das letzte Bündnis hatte sich als nicht tragbar erwiesen.

Wobei das letzte Bündnis von Roderich, Felipe und den Goblins gebrochen worden war. Nun standen Ledwick und Ehveros, wie auch die Hohe Mark unter neuen Herrschern, schon allein dadurch wurde ein neues Zeitalter eingeläutet. Wie Jules hoffte ein friedfertiges. Jeder würde sich um sein Land kümmern, sich dessen Auf- und Ausbau widmen und damit war allen gedient.

Die Zwerge würden sich in ihre unterirdischen Städte zurückziehen und dort genauso autark leben, wie sie es seit Jahrhunderten taten. Sie umgaben sich komplett mit schützendem Fels und verschanzten sich hinter Tonnen von Gestein.

Souvagne umgab sich mit einer schützenden Mauer aus Stein und verschanzte sich dahinter.

So viel Unterschied in der Geisteshaltung von Souvagnern und Zwergen gab es nicht, was die Liebe zur Eigenständigkeit anging. Beide lebten gerne abgeschottet von der Welt, lebten ihre eigenen Werte und Traditionen und ließen sich nicht von Fremdländern in ihre Belange hineinreden. Beide Völker bevorzugten schützende Wälle aus tonnenschwerem Gestein. Die Zwerge lebten sogar komplett darin, tief eingebettet im Felsen der Gebirge wie in einem Mutterschoß, während die Souvagner eine gewaltige Mauer um ihr Land errichteten.

Die einen sahen die Mauer als Abschottung, aber Jules sah sie als das was sie war – das äußere Bollwerk eines sicheren Rückzugsortes. Die Mauer umschloss schützend ihr Land, sie bildete sozusagen das Nest für den Souvagnischen Adler.

Der Luftraum Souvagnes war das Hoheitsgebiet der Himmelsaugen. Mit ihren treuen Greifvögeln und ihrer Magie sicherten sie den Himmel und waren das allgegenwärtige, wachende Auge Souvagnes. Jules freute sich auf die Zukunft, in der Luftschiffe als feste Himmelsbasen eingerichtet werden sollen. Eines dieser gigantischen, fliegenden Kunstwerke war auf der Doppelhochzeit der Prinzen am Himmel über den Palast aufgetaucht. Der junge Duc hatte zudem den Bau der Souvagnischen Speere befolgen. Zwillingstürme die den Prinzen Gregoire und Ciel gewidmet waren. Die Türme sollten einen Großteil der Sicherheit Souvagnes beherbergen und dennoch genügend Platz für andere Institutionen aufweisen. Jules konnte sich gut eine Akademie in den Hallen der Türme vorstellen.

Schon jetzt gab es Pläne, dass die Türme als Luftschiffandockstation genutzt werden sollten.

Auch sollte ein Teil der Cockatrice-Zucht, der Zucht der Drachenhühner auf staatlicher Basis dort einziehen. Der Name Drachenhuhn war genau wie Cockatrice irreführend. Weder handelte es sich bei den Tieren um Drachen, noch um Hühner, noch um eine Sagengestalt. Es war eine eigenständige Art, eines Urvogels. Sie hatten mehr mit einem Papageien gemein, als mit einem Huhn, bis auf die Optik. Zudem waren es gefährliche Jäger und so entstand im Volksmund der Name der Tiere – Drachenhuhn.

Der Chevalier hoffte, dass er eines Tages ebenfalls eines der edlen Tiere verliehen bekam. Der Ehemann von Prince Gregoire führte die erste eigene private Zucht dieser großartigen urigen Vögel. Nun andere konnten den Tieren vielleicht nichts abgewinnen, aber der Orden der Himmelsaugen war seit jeher mit Greifvögeln verbandelt. Ein Himmelsauge war nichts ohne seinen Greifvogel, denn der Vogel war das tatsächliche Auge am Himmel. Und so war es nur verständlich, dass es die Himmelsaugen waren die als erste versucht hatten, die Drachenhühner zu domestizieren. Was ihnen letztendlich auch gelang.

Wo Jules über seinen Orden, die neue Wirkstätte und die Drachenhühner nachdachte, fiel sein Blick auf seinen großen Uhu Gufo. Wie immer saß das imposante Tier auf seiner Schulter und behielt alles wachsam im Auge. Im Moment musterte Gufo mit glühenden Augen Khawa, ehe sein Kopf zu Massimo herumschwenkte. Auch Gufo wollte nicht länger warten, er wollte seinen Mittagsrundflug drehen. Jules musste sich ein Grinsen verkneifen, als er daran zurück dachte, wie Gufo Khawa seinen Turban entwendet hatte. Selbstverständlich hatte niemand dem Rakshaner geglaubt. Wieso auch? Immerhin stand das Wort eines Wilden, gegen das eines Chevalier. Was danach geschah ließ Jules nun doch breit grinsen. Gut gelaunt rämpelte er Khawa an.

Endlich ging die Tür auf und der Hofmarschall trat heraus. Jules erinnerte sich vage daran, dass der Mann üblicherweise nach Brathähnchen roch, schob den Gedanken aber schnell beiseite um sich voll und ganz auf das Geschehen konzentrieren zu können.

„Seine Majestät Duc Maximilien Rivenet de Souvagne, sowie seine Majestät Archi-Duc Dreux Gifford de Souvagne empfangen nun den Palaisin Comte Massimo de la Cantillion samt Begleitung, sowie den Bürgerlichen Khawa Laurent Rousseau in Begleitung des persönlichen Himmelsauges des Duc - Chevalier Jules Seymour de Mireault“, verkündete der Hofmarschall und machte eine einladende Geste.

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Re: Ehrungen am Hofe

#3

Beitrag von Khawa » Fr 15. Jun 2018, 18:56

Khawa war etwas nervös, aber er war niemand, der sich von einer bevorstehenden Audienz die gute Laune verderben ließ, selbst wenn es eine Audienz beim Duc war. Er knabberte Rosinen, um sich die Zeit beim Warten zu vertreiben, warf einige davon hinterrücks auf Massimo und hoffte, dass sie in seinen Kragen fielen und schwatzte mit Jules. Nachdem die Rosinen alle waren, stellte Khawa sich strategisch geschickt hin, so dass er zwischen Jules und Massimo stand, damit die beiden sich nicht miteinander unterhalten konnten, ohne dass er sich einmischte und ihnen das Gespräch durch absichtlich dumme Anmerkungen verdarb. Er hasste den Comte und wollte nicht, dass der mit Jules quatschte. Schlimm genug, dass die beiden sich als Geistmagier mental unterhalten konnten, ohne dass er etwas dagegen tun konnte.

Als Jules ihn gut gelaunt anrempelte, stolperte Khawa absichtlich stärker als nötig, rempelte so seinerseits gegen Massimo und trat ihm auf den Fuß. »Verzeihung, Comte«, sagte er und guckte betreten.

In dem Moment öffnete der Hofmarschall von innen die gewaltige Pforte. Khawa stelle sich rasch ordentlich hin und setzte seinen seriösen Blick auf. Jetzt wurde ihm doch langsam etwas mulmig. Er ging dicht neben Jules, so dass ihre Arme sich im Gehen berührten. Er war gespannt, was sie erwartete.
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Re: Ehrungen am Hofe

#4

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 18. Jun 2018, 08:59

Massimo
 
hätte Khawa am liebsten den Kopf abgeschlagen. Wobei dass bei dem Rakshaner nichts nützte. Die brauchten ihre Köpfe nicht. Khawa benahm sich wieder wie der typische Wilde. Dass er nicht noch mit seiner Kacke, war alles. Der Wüstenwilde hatte kein Benehmen, aber das war sowas von klar. Massimo blieb so ruhig wie konnte. Aber seine Hand wanderte wie von selber zum Schwertknauf. Das Gehampel und das Bewerfen ignorierte er. Das würde er dem Rakshaner gleich ganz anders heimzahlen. Dann ging die Tür zum Thronsaal auf und ein Hauch Hähnchen wehte ihnen entgegen. Der Wilde stellte sich schnell ordentlich hin und schaute als könnte er kein Wasser trüben. Massimo stellte sich hinter ihm und verpasste ihm mit der geballten Faust einen Nierenhaken mit volle Wucht ins Kreuz. Zeitgleich übermittelte er dem widerlichen Wilden grauenvolle Gedankenbilder. Die Rosinen die er gefressen hatte, waren fette, blutsaugende Zecken, die sich in seine Magenwände bohrten.  Gerade als Khawas Panik vor den Parasiten grauenvoll wurde, brach Massimo den Kontakt zu dem Wüstenwilden ab. Gut gelaunt lächelte er Monique an und legte seinen Arm um sie.
 
„Wenn der Wüstenwilde meint,  der kann mich verarschen ist der an der falschen Adresse“.
 
Massimo starrte Khawa so an, dass der seinen Blick im Nacken spürte.
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#5

Beitrag von Khawa » Mo 18. Jun 2018, 09:36

Khawa gab ein kurzes Ächzen von sich, ansonsten verkniff er sich jeden Schmerzenslaut und ertrug die Pein in seiner Niere, aber ihm trat kalter Schweiß auf die Stirn. Er zog es vor, vor Schmerzen in die Knie zu gehen, anstatt sich an Jules festzukrallen und ging zu Boden. Als sich auch noch die Rosinen in Zecken verwandelten und anfingen, sich durch seine Eingeweide zu fressen, krallte er die Finger auf seinen Bauch. Ihm schoss die Frage durch den Kopf, ob es eine Magieform gab, welche tatsächlich in der Lage war, eine solche Verwandlung zu vollbringen oder ob es nur eine Illusion war, da brach der Angriff ab. Die Rosinen waren wieder harmlose Rosinen, aber seine Niere fühlte sich an, als würde ihm ein Dolch im Rücken stecken.

Massimo stand hinter ihm, Khawa konnte seinen Blick spüren. Verärgert quälte Khawa sich wieder auf die Füße. Ihm war von dem Nierenhaken kotzübel. "Ein paar Meter zu zeitig auf die Knie gefallen, oder?", sagte er grinsend zum Hofmarschall. Falls Massimo noch in seinem Kopf rumspukte, konnte der nun lesen, was sich Khawa vorstellte, mit ihm zu machen.
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Re: Ehrungen am Hofe

#6

Beitrag von Comte Massimo de la Cantillion » Mo 18. Jun 2018, 13:57

Massimo
 
musste schnaufen so sehr verkniff er sich ein lachen. Er versteckte sein grinsen hinter vorgehaltene Hand.
 
„Verzeihung Khawa, ich bin gestolpert. Ich hoff ich hab dich nicht zu feste geschubst. Das könnte ich mir nicht verzeihen. Der Boden ist aber auch was glatt hier. Kommst du alleine hoch, oder soll ich dir helfen? Hoffentlich hast du dich nicht verletzt und dir deine zarten schokobraunen Knie aufgeschlagen. Vielleicht gehst du besser zum Medicus, du scheinst nicht ganz anwesend zu sein. Und Bauchweh hast du auch. Dich hats aber auch erwischt Khawa. Kann das sein, dass du keine Flugrosinen verträgst? Ich hab mal gehört die liegen schwer im Magen und verursachen Durchfall. Gut bei dir fällt der nicht weiter auf“.
 
Antwortete Massimo und las die Gedanken von Khawa.
 
(was liest er?)
 
 

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Re: Ehrungen am Hofe

#7

Beitrag von Khawa » Mi 20. Jun 2018, 10:24

Massimo las in Khawas Gedanken, wie er nackt hinter einer Hyäne her geschliffen wurde, bis er nur noch ein mit Steppenstaub bedeckter, zuckender, blutiger Klumpen war, mit dem die Hyänen zum Abschluss ein Zerrspiel veranstalteten. Es war eine Form der Todesstrafe, die in Rakshanistan besonders unliebsamen Feinden vorbehalten war, denn sie konnte sich über Stunden hinziehen, ohne dass das Opfer bewusstlos wurde oder starb. Wenn man wollte, auch Tage.

Über den Vergleich seiner Hautfarbe mit Ausscheidungen ärgerte Khawa sich maßlos. Für Almanen gab es in der Steppe auch alle möglichen mehr oder weniger lustigen Beschimpfungen, aber die würde er hier nicht aussprechen. Damit würde er nicht nur Massimo, sondern unweigerlich auch Jules beleidigen, den Hofmarschall und sogar den Duc, der am anderen Ende des Saals noch immer auf seinem Thron ausharren musste, während seine Gäste sich stritten.

»Keine Ursache«, sagte Khawa so normal wie möglich. »Unfälle passieren.«
>Arschloch<, fügte er gedanklich hinzu, nicht daran denkend, dass Massimo das vermutlich lesen würde.

Er klopfte sich seine Knie ab, obwohl sie sauber waren. Der Boden des Audienzsaals war natürlich spiegelblank gewienert. Er trug heute vollständig souvagnische Kleidung, allerdings von der bequemen Sorte.
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Re: Ehrungen am Hofe

#8

Beitrag von Monique de la Cantillion » Do 21. Jun 2018, 16:34

Monique hakte sich bei Massimo ein und krallte ihm die Hand in den Arm.

„Hör auf Massimo, Du bist gemeinsam mit Khawa vom Duc eingeladen worden. Wenigstens für die Zeit der Audienz solltet Ihr beiden nicht streiten. Khawa unterlässt seine kindischen Scherze und Du unterlässt es ihn als Fäkalie zu bezeichnen. Und Ihr beiden hört bitte auf versehentlich zu stolpern, zu torkeln und zu verunfallen. Was soll das denn? Ihr müsst Euch nicht mögen, aber Ihr habt die Form im Hofe zu wahren. Am Ende werden wir alle noch herausgeworfen und Ihr wisst nicht einmal weshalb Ihr zum Duc bestellt worden seid. Ist das wirklich nötig? Ich ermahne an Euren Verstand.

Und ich ermahne Dich als meinen Mann Massimo, ich kann mich nicht über so etwas aufregen. Denk an unsere Familie und an unser Kind. Und nun lasst uns bitte endlich hineingehen, denn der Hofmarschall schaut schon sehr mitgenommen. Ich glaube kaum, dass Ihr beiden von einem der Gardisten oder sogar einem der Leibwächter vom Duc in den Thronsaal verbracht werden wollt. Ich vermute dies hier ist eigentlich eine Ehrung, sprich eine Auszeichnung. Ihr müsst nicht auf den Rat einer Frau hören, aber es sei Euch beiden gesagt Massimo und Khawa, wenn Euch das gestrichen wird, was Euch hier gewunken hätte durch Euren Streit, seid Ihr beiden selbst Schuld.

Gehen wir hinein und bitte fangt drinnen nicht wieder einen Streit an, denn diesen wird dann wohl Maximilien beenden und zwar so, dass er das Gesicht nicht verliert.

Was Ihr dafür verlieren könntet, sollte Euch bewusst sein“,
sagte Monique ernst, löste sich von ihrem Mann und schritt voran in den Thronsaal.

Sie schritt bis zum gebührlichen Abstand vor den Doppelthron von Maximilien und Dreux de Souvagne und verbeugte sich tief mit einem Knicks.

„Eure Majestät ich grüße Euch herzlichst, wir danken Euch für die Einladung“, sagte Monique freundlich, blieb in der Verbeugung und blickte gen Boden.
„Wir grüßen Euch ebenso und sind erfreut Euch zu sehen Comtes de la Cantillion aus dem Hause de Neufville. Erhebt Euch, in Eurem Zustand bedarf es keiner Verbeugung vor uns“, antwortete Maximilien freundlich.

„Ihr seid zu gütig, meinen aufrichtigen Dank für diese Ehre. Mein Gatte und die beiden anderen Herren folgen umgehend. Leider ist Monsieur Rousseau ausgeglitten, ihm ist aber nichts geschehen“, versicherte Monique.

„Ausgeglitten…“, bemerkte Dreux tonlos.
"Ausgeglitten", wiederholte die Comtes und bestätigte es mit sanftem Nicken.

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Re: Ehrungen am Hofe

#9

Beitrag von Jules de Mireault » Do 21. Jun 2018, 16:36

Jules packte Khawa unter dem Arm und wuchtete ihn wie einen Sack Kartoffeln zurück auf die Beine und tastete ihn kurz ab.

„Etwas mehr Respekte Comte! Gleichgültig Eures Ranges hat mein Verlobter Euch nicht öffentlich beleidigt oder in Misskredit gebracht. Wir sollten nicht nur dem Rat, sondern generell Eurer Frau folgen. Und ich rate Euch, meinen Mann nicht noch einmal tätlich anzugreifen.

Wir beide waren stets in Kameradschaft verbunden, wenn dies so bleiben soll, achtet meinen Gefährten. Und Du Khawa hörst auf Trockenobst durch die Gegend zu schleudern. Wir haben eine Audienz beim Duc verflucht noch mal , was ist denn nur los mit Euch? Könnt Ihr Eure gepflegte und gewachsene Feindschaft bitte ein anderes Mal pflegen?

Zur allgemeinen Erheiterung sage ich eines vorneweg werter Comte, auf meine Hochzeit möchte ich Euch nicht sehen. Es ist nicht gerade erbaulich, wenn man mitten im Hof gesagt bekommt, dass der eigene Mann aussieht wie Dünnschiss!

Eine passende, bösartige Erwiderung erspare ich Euch, denn Eure Frau kann nichts für Eure verbale Entgleisung und sie hat genauso wenig wie Khawa so eine Bösartigkeit verdient!

Also folgen wir jetzt der Comtes und jeder behält sein Obst, seine Fäuste und seine Füße bitte bei sich!“,
befahl Jules.

Er grabschte sich Khawa und Massimo und schritt mit ihnen gemeinsam huldvoll in den Thronsaal. Auch er blieb kurz vor dem Doppelthron stehen und ließ sich auf ein Knie nieder. Er deutete beiden an es ihm gleich zu tun.

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Re: Ehrungen am Hofe

#10

Beitrag von Khawa » Do 21. Jun 2018, 20:11

"Ein paar geworfene Rosinen sind wohl harmlos. Der soll sich mal nicht so haben, an einer Rosine im Kragen ist noch keiner gestorben. Es war ein harmloser Scherz, mehr nicht. Der soll mal wieder runterfahren", murrte Khawa.

Khawa ließ sich von Jules abführen, Jules hatte ihn fest fixiert und schliff ihn mit. Auf der anderen Seite bugsierte Jules den Comte. "Und lass den Kerl los, der kann allein gehen, ich mag es nicht, wenn du ihn anfasst." Khawa war von der Sache her nicht sonderlich eifersüchtig, da er selbst auch gern mit anderen herumschäkerte, aber den Comte hasste er dermaßen, dass er richtig wütend darüber wurde, dass Jules den Mann ebenfalls untergehakt hatte. Wären sie außerhalb des Thronsaals gewesen, hätte er nun dafür gesorgt, dass die Berührung endete, aber so beließ er es dabei, leise rumzugiften. Wenigstens hatte Jules Massimo von ihrer Hochzeit ausgeladen. Dass der Läuterer da aufkreuzte, hätte noch gefehlt.

Vor dem Duc angelangt hatte er immer noch einen erhöhten Puls, aber vor Maximilien würde er sich keine Respektlosigkeit erlauben. Der Mann war es, der ihn vom Sklaven zu einem freien Bürger gemacht hatte. So zögerte Khawa auch nicht, sich ehrerbietig vor dem Duc zu verneigen.
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