Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Reederei Cheverette

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Großherzogtum Souvagne
Das almanische Großherzogtum Souvagne ist geprĂ€gt von sanfte HĂŒgeln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne hĂ€lt sich aus Kriegen grĂ¶ĂŸtenteils heraus und hat sich als einziges Großherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische NeutralitĂ€t. Von allen Herrschern ist er der GemĂ€ĂŸigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen grĂ¶ĂŸtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
Mayhew de Chevrette
Marquis
BeitrÀge: 6
Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:28

Reederei Cheverette

#1

Beitrag von Mayhew de Chevrette » So 12. Aug 2018, 14:33

Mayhew
 
beobachtete die VerĂ€nderungen in Souvagne. Der Krieg draussen war endlich vorbei. Die Rakshaner waren verschwunden und Mayhew war froh darĂŒber. Die Rakshaner brachten nur Unheil, mordeten und raubten. Genau wie alle anderen Adeligen hatte er sich auf die Verteidigung vorbereitet. Solange der Krieg tobte, waren seine Bauern in seine Festung gezogen. Auch in die Festungen der anderen Adligen die seine Untertanen waren. Mayhew war froh um die schwere Festung in der er mit seine Familie lebte. Wie jeder Souvagner liebte er starke Mauern und die Traditionen.
Er war stolz auf ihren Duc. Sein Herr hatte nicht gezögert sofort alles dicht zu machen um die Feinde auszusperren. Im inneren von Souvagne hatten die Adligen gleichgezogen. Mauern aussen beschĂŒtzen die Mauern der Burgen im inneren. Und die inneren Mauern schĂŒtzen die Burgen. Die Burgen beschĂŒtzten die Menschen.
Er stand auf der BrĂŒstung von seiner Festung Chevrette. Die Festung erhob sich hoch auf einen Felsen. Hinter sich sah er Wald und vor sich dass Meer. Der Marquis war gerne hier oben.  Der Wind am Morgen war kalt und frisch. Mayhew schaute hinaus aufs Meer. Sogar hier oben konnte er den Geruch vom Meer riechen. Er dachte an die Schiffe im Hafen. An die GerĂ€usche der Wellen an den Stegen. Mayhew liebte das Meer. Die Flotte von Souvagne lag immer noch im Hafen von Bariere. Oft ritt er hin und schaute sie sich an. Mayhew hatte sich zur Hochzeit der Princen das Schiff von Prince Gregoire de Souvagne angeschaut. Wann das wohl in See stach, fragte er sich. Und ob es auch einmal in seinen Hafen liegen wĂŒrde.
Er stĂŒtzte sich auf der Mauer der Zinnen ab. Sein Diener stand neben ihn. Der Wind war rau aber das machte ihn nichts aus. Er trank seinen warmen GewĂŒrz Wein und ĂŒberlegte. Er wollte seinen Herrn unterstĂŒtzen beim Aufbau der neuen Gebiete. Ihr Land war grösser als jemals zuvor. Die neuen Gebiete erholten sich vom Krieg. Die neuen Adligen gaben alles. Die Princen ganz genauso.
Mayhew war kein junger Mann mehr. In seinen Leben hatte er viele Kriege gesehen. Zu viele Schlachten, darum freute ihn die Mauer um Souvagne so. Er wollte tatkrÀftig helfen.
FĂŒr sein Alter sah der Marquis noch gut aus. Er war gross und schlank. Er war gut in Form und hatte nur ein bisschen Bauchansatz. Er war noch gut in Schuss.
Der Marquis wollte die Verbindung von seine Familie zum Hof stĂ€rken. Er war sein Herrn treu ergeben. Seine Tochter Francesca war noch nicht verheiratet. Zudem war sie eine Verehrerin des Duc. Viele Adelsfamilien hatten in ihre Burgen Bilder von ihren Herrn hĂ€ngen. Das zeigte ihre Treue. Und das sollte GlĂŒck bringen fĂŒr beide Seiten. Francesca hatte sogar ein Bild von Maximilien de Souvagne in ihre GemĂ€cher.
Manchmal schĂŒttelte der alte Cheverette darĂŒber den Kopf. Aber er selber hatte ein Portrait von seinen Herrn in ihrem Saal hĂ€ngen gehabt. Und eines von den alten Duc. Sie waren gute MĂ€nner. Bis seine Tochter Maximilien mitgenommen hatte. Sie hatte ihn abgehĂ€ngt und bei sich aufgehĂ€ngt.
Dass seine Tochter zu so ein Mann aufblickte war klar. Sie wusste alles, was eine Frau so ĂŒber den Duc erfahren konnte. DarĂŒber musste Meyhew oft lachen. Bestimmt wusste seine Tochter mehr vom Duc als der selber ĂŒber sich.
Mayhew wollte heute gemeinsam mit seine Tochter zum Hof reiten. Er hoffte, dass er mit dem Duc sprechen konnte. Was er vorzutragen hatte war schwer. Er wollte das seine Tochter im Hof unterkam. Aber Mayhew wollte noch mehr. Er wollte dass der Duc seine Tochter heiratete.
Francesca war eine hĂŒbsche und junge Frau. Sie war 23 Jahre alt und manchmal eigenwillig. Vielleicht ĂŒberlegte sich der Duc das. War der Duc nicht einverstanden, dann hoffte Mayhew dass Francesca als Adlige am Hof anfangen durfte. Sie war klug und konnte eine Gesellschafterin werden. Vom Duc oder von eine seine Frauen.
Der Marquis hoffte seine Tochter benahm sich ordentlich und war nicht total durcheinander vor Aufregung. Seine Haare lösten sich im Wind und Àrgerten ihn. Sein Diener band sie zu einen Zopf zusammen und steckte sie unter seinen Umhang. Mayhew trank seinen Becher aus. Er schaute noch einmal auf das Meer. Eine Stunde spÀter reiste er mit seinen Leuten und seine Tochter zum Hof.  
 
 
 
 
 
 
 

Francesca de Chevrette
Marquise
BeitrÀge: 1
Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:31

Re: Reederei Cheverette

#2

Beitrag von Francesca de Chevrette » Mo 13. Aug 2018, 00:37

Francesca

genoss den Ritt durch Souvagne. Sie reisten nicht quer durch das Land nach Beaufort, sondern an der KĂŒste entlang. Francesca wusste dass ihr Vater den Weg wĂ€hlte. DafĂŒr liebte er das Meer zu sehr.  Sie reisten durch Bariere, Lanteigne, Chasseaux und Cantillion, von da zogen sie weiter nach Grivois und erreichten dann die Hauptstadt Beaufort.
Die Hauptstadt war prĂ€chtig und bunt. Francesca war selten von Zuhause fort. Sie war noch nie in der Hauptstadt gewesen. Hier war alles sauber und geschmĂŒckt. Ihre Landsleute liebten es bunt. Die Hauptstadt zeigte das besonders. Sie hielten diesmal nirgendwo an. Sie ritten weiter. Dann kam der Hof mit dem Palast in Sicht. Das Tor stand offen und was dahinter lag verschlug Francesaca den Atem.
Der Palast war gewaltig. So riesengross hĂ€tte sie sich das nicht vorgestellt. Ihr Vater verkĂŒndete wer er war und sie durften hinein reiten. Gepflegte GĂ€rten, HĂ€user und dann ritten sie auf den Palast selber zu.
Sie hielten vor der grossen Treppe. Ihr Vater und seine Leute sammelten sich und betraten den Palast. Die Diener kĂŒmmerten sich um den Rest. Francesca war sehr aufgeregt im Palast vom Duc zu sein. Hier wohnte und arbeitete er. Sie hoffte, dass sie ihn sehen wĂŒrde. Aber sie sah nur Diener, Beamte und Gardisten. Francesca folgte ihren Vater und ihren Bruder in einigen Abstand wie es sich fĂŒr eine junge Frau gehörte. Sie schaute sich die Bilder und GemĂ€lde an. Die WĂ€nde und Decken waren geschmĂŒckt. Alles war wunderschön und hell. Der Palast war keine Burg. Er war wie ein MĂ€rchenschloss und sie war mittendrin. Vor einige Bilder an den WĂ€nden blieb sie stehen und guckte sie sich genau an. Sogar die Decken waren bemalt. Francesca legte den Kopf in den Nacken und guckte nach oben. Das musste harte Arbeit gewesen zu sein, da oben zu hocken und ĂŒber Kopf zu malen.
Sie strich ihr Kleid glatt als sie merkte, dass sie fast ihre Familie verloren hatte. Schnell eilte sie hinterher. Ihr Vater guckte sich gerade um, da war sie wieder bei ihnen. Mayhew erkundigte sich gerade beim Hofmarschall nach einen Termin beim Duc.
Francesca konnte es nicht fassen. Sie wĂŒrde den Duc persönlich kennenlernen und mit ihm sprechen. Ihr Vater hatte sie auf der Reise aufgeklĂ€rt. Ob der Duc die Verbindung eingehen wollte, wusste sie nicht. Das ihr Vater es versuchte freute sie. Er wollte ihr ein gutes Leben am Hof schenken. Mayhew wusste wie sehr sie fĂŒr den Duc schwĂ€rmte. Der Hofmarschall blĂ€tterte wild in seinen Papieren und ihr Bruder Marcello wurde langsam ungeduldig. Er schickte einen Boten fĂŒr einen persönlichen Termin zum Duc. Mayhew bat um Zimmer fĂŒr den Aufenthalt.
Ein Diener fĂŒhrte sie auf die Zimmer. Francesca richtete sich mit ihre Zofe ein. Sie entspannte sich und wartete auf den Termin. Ihre Zofe legte ihr schönstes Kleid und den besten Schmuck raus. Francesa freute sich sehr den Duc endlich kennenzulernen, sie konnte es kaum abwarten.

Marcello de Chevrette
Marquis
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Re: Reederei Cheverette

#3

Beitrag von Marcello de Chevrette » Di 14. Aug 2018, 08:36

Marcello

war seinen Vater zum Hof des Duc gefolgt. Seine Schwester interessierte sich fĂŒr die Deko vom Palast. Er interessierte sich fĂŒr die Personen die er hier kennenlernen konnte. Im Hof konnte wurden Kontakte geknĂŒpft. Das hatte er von seinen Vater gelernt. Hier konnte ein Adliger und ein GeschĂ€ftsmann mĂ€chtige VerbĂŒndete finden. Aber sich auch mĂ€chtige Feinde machen. Marcello wĂŒrde bald Nachfolger seines Vaters. Er hatte schon viele Freunde von seinen Vater kennengelernt. Er wollte sich aber auch einen eigenen Freundeskreis aufbauen. Als GeschĂ€ftsmann konnte er nie genug Freunde haben.
Marcello war dafĂŒr bereit, ebenso ein Freund und Gönner zu sein. Er wollte nicht immer nur in der Amtsstube der Reederei sitzen und ĂŒber die GeschĂ€fte brĂŒten. Sein Wunsch war, wenigstens einmal mit einem ihrer Schiffe zur See zu fahren. Das Problem kannte sicher jeder Handwerker. Ein Schneider trug seine genĂ€hte Kleidung genauso wenig wie der BĂ€cker nicht selber seine Brote aufass.
Am Hof trafen sich auch andere hohe Leute. Marcello wollte nach Leute von der Marine Ausschau halten. Das war wichtig. So konnte er als GeschÀftsmann erfahren wie die Schiffe sich im Alltag bewÀhrten. Umso besser die waren, je mehr konnten sie verkaufen. Und wenn nicht, dann mussten die neuen Modelle angepasst werden. Sowas konnte einen nur ein Experte sagen.
Marcello redete gerne mit solche Leute, weil sie die gleichen Sachen liebten wie er. Das Meer und die Segelschiffe. Und was noch ganz wichtig war, war neue Kunden zu werben. Marcello wollte seinen Besuch nutzen, neue Leute kennenzulernen.

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Alexandre de la Grange
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Re: Ankunft in Souvagne

#4

Beitrag von Alexandre de la Grange » Di 14. Aug 2018, 21:08

Zur VerblĂŒffung des Hofstaates eilte dem Erzhexer heute keine Wolke von schwerem Schweißgeruch voraus. Alexandre erwartete Besuch. Er hatte Zerbino gestattet, ihn so sauber zu schrubben, wie es fĂŒr einen Marquis angemessen war, ihn zu rasieren und ihm die ZĂ€hne zu putzen und ihn mit sauberen Roben anzukleiden. Manch einer erkannte Alexandre ohne seine kultivierte Unsauberkeit kaum wieder, doch diesen scherte es nicht, was der Hofstaat oder der Pöbel von ihm hielt.

Pferdehufe klapperten und KutschrĂ€der knirschten ĂŒber das Pflaster des Hofes. Die Kutsche mit dem Wappen der de la Granges fuhr vor, ein roter Hahn auf goldenem Grund. Begleitet wurde sie von einem kleinen, aber sehr aufgetakelten Gefolge mit gelben Wappenröcken, auf denen ebenso der rote Hahn prangte. Eine Frau, die Ende 20 sein musste, stieg mit Hilfe ihrer Zofe aus. Sie war nicht so filigran gebaut wie die meisten Damen, sondern sehr groß und muskulös. Sie war mit ihren Absatzschuhen genau so groß wie Alexandre und der war 1,84 m. Der rote Federbusch in ihrer braunen PerrĂŒcke ließ sie allerdings noch grĂ¶ĂŸer wirken. Sie hatte ein rundes Gesicht mit einem prominenten Kinn und trug roten Lippenstift, der zu den Federn passte. Estelle Nolwenn de la Grange wurde von ihrem Bruder und ihren engsten Vertrauten Stella genannt - Stern.

Estelle und Alexandre umarmten sich und sie kĂŒsste ihren Bruder. »Gut siehst du aus, Alex!« Er sagte dazu nichts und bot ihr seinen Arm an. Er fĂŒhrte sie ins Innere des Palasts, wĂ€hrend ihre Zofe hinterherging, die einen abgedeckten Korb in beiden HĂ€nden trug, und Zerbino fĂŒr die Beiden die TĂŒren aufhielt. Um das GepĂ€ck kĂŒmmerten sich die Dienstboten. WĂ€hrend des kurzen Fußmarschs lĂ€sterte Estelle ĂŒber die Damen ihres eigenen Hofs in La Grange. Auch dazu sagte Alexandre nichts.

Bevor sie ihr eigentliches Ziel ansteuerten, den Thronsaal, empfing sie Ciel, der ebenfalls schon aufgetakelt war. Mit seinem weiß geschminkten Gesicht und der weißhaarigen, unmodisch lockenlosen PerĂŒcke blendete er regelrecht. Obendrein trug er heute sehr dunkelrote Kleidung, fast schwarz, so dass sein Kopf noch weißer wirkte. Alexandre war es nicht gewohnt, seinen SchĂŒler in diesem bedauernswerten Zustand weltlicher Verbundenheit zu sehen. Ciel hatte sich einen Schönheitsfleck in Form eines Fisches auf die rechte Wange kleben lassen. Der Kenner wusste, dass ein Schönheitsfleck auf der rechten Wange bedeutete, dass der TrĂ€ger keine AnnĂ€herungsversuche wĂŒnschte. Mit dem Motiv des Fischs outete Ciel sich obendrein als kĂŒhl, prĂŒde und langweilig, um die Leute zusĂ€tzlich abzuschrecken. Wer genau hinsah, erkannte, dass der kleine Fisch ein dicker Karpfen war, der erstaunliche Ähnlichkeiten zu dem etwas moppelig gewordenen Ferrau aufwies, der in viel zu enger Kleidung herumwuselte. Und wer noch genauer hinsah, bemerkte einen viel schlankeren Fisch an Ferraus Hals unterhalb seines Ohres, wo er einen Knutschfleck mehr betonte als abdeckte.

Ciel, der Alexandres Blick bemerkte, schmunzelte etwas und widmete sich dann dem korrekten BegrĂŒĂŸungszeremoniell, als Alexandre ihm seine Schwester vorstellte. Anschließend zog die kleine Prozession, zu der nun auch Ciel und sein Leibdiener Ferrau gehörten, in Richtung des Thronsaales.

Als Familienmitglied war es Ciel vergönnt, gleich in den Thronsaal einzutreten, die gesamte Gefolgschaft im Schlepptau. Er stellte sogleich fest, dass bislang nur Familienmitglieder anwesend waren, denn seine Mutter verhielt sich entsprechend. Strahlend erhob sie sich von dem Platz neben Maximilien, um ihren Sohn herzlich zu umarmen und auf die fischlose Wange zu kĂŒssen. Ciel schĂ€mte sich in Grund und Boden. Minette war noch nicht fertig, lautstark lobte sie Alexandres Äußeres, der sich schmallippig bedankte. Immerhin musste er keine Kussattacke ertragen, da er nicht zur Familie gehörte, aber sie nestelte am Stoff seiner Roben herum, um sie zu befĂŒhlen. Danach war Estelle an der Reihe, deren Kleid und Federkopfputz sie mit vielen Ahs und Ohs bewunderte. Ciel fand Estelles Äußeres hingegen vollkommen ĂŒbertrieben, es passte zu dem roten Gockel im Wappen und Ciel meinte, tatsĂ€chlich rot gefĂ€rbte Hahnenfedern in ihrem Haar auszumachen. Auch die Zofe wurde herzlich begrĂŒĂŸt. Minette schloss ihre BegrĂŒĂŸung damit, dass sie Ferrau liebevoll in die feiste Wange kniff und ihm zuschmunzelte, ehe sie sich bester Stimmung wieder bei ihrem Mann niederließ, um diesen nun mit ihrer Herzlichkeit zu quĂ€len. Dass die Duchesse ebenfalls anwesend war, die Erstfrau des Ducs, schien Minette in ihrer Herzlichkeit noch zu bestĂ€rken, sie fummelte unentwegt an Maximiliens Hand herum, strahlte ihn an und plauderte mit glĂ€nzenden Augen Belanglosigkeiten.

Ciel nahm bei seinen Geschwistern und seinen Schwagern Platz, weit genug entfernt von Minette, dass sie ihn nicht ohne weiteres erreichen konnte, aber nah genug, um auch noch mit seinem Vater sprechen zu können. Remy fĂŒhlte sich sichtlich fehl am Platz, aber er gab sein Bestes, eine gute Figur zu machen - indem er die Klappe hielt. Er hatte Angst.

Alexandre und seine Schwester begrĂŒĂŸten soeben den Duc und die Duchesse.
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Maximilien Rivenet de Souvagne
Duc
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Re: Reederei Cheverette

#5

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Di 14. Aug 2018, 21:46

Maximilien und Nathalie begrĂŒĂŸten Marquis Alexandre de la Grange und seine Schwester indem sie minimal das Haupt neigten. Eine standesgemĂ€ĂŸe und freundliche BegrĂŒĂŸung. Josette, Maximiliens dritte Ehefrau grĂŒĂŸte etwas schwungvoller und schaute ebenfalls auf die prĂ€chtige Robe der jungen Marquise.

Max schmunzelte seinen Sohn Ciel wissend an, als seine Mutter Minette dazu ĂŒberging jeden entsprechend ihrer Art zu begrĂŒĂŸen, bevor sie sich wieder ihm widmete. Sein Blick fiel fĂŒr einen winzigen Augenblick auf das Mouche und Max blinzelte seinem Sohn zu.

Von Dreux bekam Ciel ein herzliches LĂ€cheln geschenkt, ebenso war die BegrĂŒĂŸung offen und freundlich, was Alexandre und vor allem seine Schwester anging. Der Archi-Duc deutete eine Verbeugung an, um Estelle zu verdeutlichen, wie gut sie ihm gefiel.

Der Gruß von Gregoire und Linhard war freundlich, aber knapp, da sie Dreux nicht dazwischen funken wollten. So wie Dreux schaute, gefiel ihm was er sah. Estelle war eine Schönheit und sogar Alexandre unterstrich diesen besonderen Anlass indem er absolut perfekt gekleidet und gewaschen erschienen war.

"Nehmt doch bitte Platz und setzt Euch zu mir", bat Dreux Alexandre und Estelle höflich.

WĂ€hrend es sich Verrill an Linhards Seite bequem machte und genĂŒsslich einen heißen Tee trank, nahm Olivie Remys Hand in die ihre und streichelte ihn beruhigend. Das ausgerechnet die Plaudertasche Remy so leise war, besorgte sie. Er schien regelrecht ĂŒberwĂ€ltig zu sein und Angst vor ihrer Familie zu haben.

Als sich Minette wieder neben Maximilien setzte, rutschte er ein kleines StĂŒck, damit sie neben ihm genug Platz hatte. Er verschrĂ€nkte seine Finger liebevoll mit ihren und streichelte dabei zĂ€rtlich ihre HandflĂ€che. Auf der anderen Seite neben Min saß Josette und hörte ihr zu. Sie war neugierig, was Min Maximilien erzĂ€hlte.

"Marquis Mayhew de Cheverette hat um einen Privattermin mit mir gebeten. Eine solche Bitte erfolgt nicht grundlos und genau aus jenem Grund haben wir uns heute hier zusammengefunden. Ich möchte dass wir uns gemeinsam als Familie seine Bitte anhören.

Fabien sei so gut und suche den Marquis de Cheverette auf. Er soll sich bei uns samt seinem Anhang einfinden, zwecks Privattermin",
sagte Maximilien freundlich.

"Sofort Eure MajestÀt", bestÀtigte Fabien und machte sich umgehend auf den Weg.

"Nun der Marquis ist mit seinem ledigen Sohn und seiner ledigen Tochter am Hofe erschienen. Entweder wĂŒnscht er sie in höchste Kreise zu verheiraten, oder zu vermitteln. Ich bin gespannt was uns der gute Mayhew vorzuschlagen hat. Zwei heiratsfĂ€hige Kandidaten wĂ€ren noch zu haben, wobei ich glaube wir haben nur noch einen", schmunzelte Maximilien und nahm sein einen Keks von der Etagere.

"Nun ich glaube unsere beiden Kandidaten machen zur Zeit einen sehr glĂŒcklichen Eindruck. Und der junge Mann könnte auch an einem Posten am Hofe Interesse haben, nicht wahr Minette?", fragte Jossy gut gelaunt.

"Warten oder wetten?", schlug Verrill grinsend vor.
"Warten", lachte Max leise.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung fĂŒr etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Fabien Lacomb
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Re: Reederei Cheverette

#6

Beitrag von Fabien Lacomb » Di 14. Aug 2018, 21:53

Der treue Leibdiener des Duc machte sie sofort auf den Weg zu Marquis Mayhew de Chevrette. Am Gemach des Gastes angekommen, klopfte Fabien und wartete einen Augenblick. Der Leibdiener des Marquis öffnete ihm und fragte nach seinem Begehr. Fabien stellte sich dem fremden Leibdiener kurz vor und erhielt umgehend Einlass.

Fabien trat vor den Marquis und verbeugte sich formvollendet.

"Meine besten GrĂŒĂŸe werter Marquis. Mein Name ist Fabien Lacomb, ich bin der Leibdiener seiner MajestĂ€t Duc Maximilien Rivenet de Souvagne. Mein Herr ist nun bereit Euch zu einer Privataudienz zu empfangen. Bitte erscheint innerhalb der nĂ€chsten Stunde im Thronsaal, Ihr werdet erwartet", sagte Fabien respektvoll, verneigte sich erneut und machte sich auf den RĂŒckweg zu Maximilien.

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Minette de Thibodeau
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Re: Reederei Cheverette

#7

Beitrag von Minette de Thibodeau » Di 14. Aug 2018, 22:00

FĂŒr einen Moment erlosch Minettes LĂ€cheln und sie tauschte mit Jossy einen Blick, der höchste Besorgnis verriet. Dann wechselte sie einen Blick mit ihrer Schwertmeisterin Arienne, die nicht nur fĂŒr ihren leiblichen Schutz, sondern auch fĂŒr ihr emotionales SicherheitsbedĂŒrfnis zustĂ€ndig war. Dann sah sie wieder nach vorn. Warum Estelle angereist war, hatte sie gewusst - Ciel, der liebe Junge, hatte es ihr im Vorfeld erklĂ€rt, um seine Mutter zu beruhigen. Das Werben galt in Estelles Fall nur Dreaux und entsprechend freundlich war Estelle auch begrĂŒĂŸt worden. Doch was war mit der Tochter des Marquis de Chevrette? FĂŒr eine Frau wie Minette, die ihren Mann aus ganzem Herzen liebte und nicht nur als gute Partie betrachtete, waren solche Termine eine Zerreißprobe. Ängstlich schloss sie ihre Finger fester um die Hand von Maximilien und starrte auf die TĂŒr.
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Mayhew de Chevrette
Marquis
BeitrÀge: 6
Registriert: Do 13. Sep 2018, 13:28

Re: Reederei Cheverette

#8

Beitrag von Mayhew de Chevrette » Mi 15. Aug 2018, 11:47

Mayhew
 
bedankte sich bei den Fabien. Sofort schickte er seinen Diener, seine Tochter und seinen Sohn zu informieren. Sie sollten sich schnell fertig machen, damit sie pĂŒnktlich zum Termin kamen. Endlich war es soweit. Mayhew ging es um viel. Er wĂŒnschte sich fĂŒr seine Kinder eine gute Zukunft. FĂŒr Francesca hoffte er, dass er sie am Hof unterbringen konnte. FĂŒr seinen Sohn und sich selber hoffte er auf gute GeschĂ€fte. Aber er wollte nicht nur bitten. Das gehörte sich nicht. Er wollte vor allen den Duc seine Hilfe anbieten beim Aufbau der neuen Gebiete. Geben und Nehmen. Wenn er gute GeschĂ€fte machte, konnte er davon was abgeben und andere unterstĂŒtzten.
Sein Diener kam zurĂŒck. Er wusste wie Mayhew gerne aussah. Darum kleidete er ihn mit seinen besten Kleidern und kĂ€mmte ihn so, dass er seine Haare offen tragen konnte. Auf dem Flur traf sich Mayhew mit seine Kinder. Sie hatten sich genauso rausgeptutzt wie ihr Vater.
Francesca sah wunderschön aus. Mayhew wollte seinen Herrn vorschlagen, seine Tochter zu Frau zu nehmen. Der Duc wĂŒrde sie hoffentlich nicht abweisen. Falls er Francesca nicht heiraten wollte, hoffte Mayhew dass sie als Gesellschafterin beim Duc bleiben durfte oder bei einer Dame. Sein Sohn sah genauso gut aus. Der Duc hatte nur eine Tochter und die war schon verheiratet. Aber am Hof gab es noch andere Damen, die eine gute Partie waren. Hier konnten sie viele Leute zeitgleich treffen und die lange Schreiberei war nicht nötig. FĂŒr sich und Marcello wollte er nach weiteren AuftrĂ€gen und Auftraggebern fragen. Gute GeschĂ€ftskontakte waren wichtig. Mayhew wusste, dass es sein Sohn genauso sah.
Die Privataudienz war eine grosse Ehre. Der Marquis ging gemeinsam mit seine Kinder zum Thronsaal.
Dort wurde er von seinen Diener angekĂŒndigt. Die Familie de Cheverette trat ein und verbeugte sich vor ihren Herrn. Mayhew und Marcello verbeugten sich elegant. Francesca verbeugte sich langsam und tief. Damit der Duc sie genau betrachten konnte. Als sie sich aufrichtete strahlte sie ihren Herrn an. Mayhew trat einen Schritt nach vorne.
 
„Vielen dank fĂŒr die Privataudienz Hoheit. Ich habe einige Bitten und VorschlĂ€ge fĂŒr euch. Zuerst möchte ich euch meinen Sohn Marcello vorstellen. Er arbeitet bei mir in der Reederei und ist sehr fleissig. Er wird bald in meine Fussstapfen treten und meine GeschĂ€fte ĂŒbernehmen. Deshalb wĂŒnschte ich, dass ihr ihn persönlich kennenlernt. Und Marcello sollte den Hof kennenlernen. Wenn ihr Fragen oder WĂŒnsche habt was unsere Schiffe oder die Marine betrifft, könnt ihr euch jederzeit genauso an meinen Sohn Marcello wenden wie an mich Herr. Das wollte ich euch versprechen. Die Reederei de Cheverette ist immer fĂŒr Souvagne da.
Wir haben den Fleiss gesehen, mit den die neuen LĂ€nder aufgebaut werden. Und wir sind bereit unseren Anteil zu leisten Herr. FĂŒr den Transport von Baumaterial braucht ihr vielleicht Flussschiffe. Möglicherweise können wir euch bei Transportproblemen helfen. Wir wĂŒrden genauso die neuen LĂ€nder mit Gelder unterstĂŒtzen wie den Mauerbau. Unsere Familie war dankbar und froh, dass ihr uns vor den Krieg bewahrt habt. Ihr seid ein guter und weiser Herr, genauso wie euer Vater. Das Mauerprojekt unterstĂŒtzen wir komplett. Souvagne wird zu eine grossen Burg werden, mit vielen kleinen Burgen in der Mitte. DafĂŒr braucht ihr genauso Baumaterial. An der KĂŒste gibt es einiges davon. Wir können euch mit Gestein und Holz beliefern. Und wir können es sogar dahin transportieren, wohin ihr das Material haben wollt Herr.
Mein Wunsch ist es, noch enger mit dem Hof verbunden zu sein. FĂŒr meine Familie und fĂŒr mein GeschĂ€ft. Es wĂ€re eine gute Verbindung fĂŒr uns beide.
Deshalb möchte ich euch meine Tochter Francesca de Cheverette vorstellen. Francesca ist eine glĂŒhende Verehrerin von euch Herr. Ich könnte euch so viel darĂŒber erzĂ€hlen, aber ich finde dass soll sie selber tun. Es wĂ€re mir eine grosse Ehre. Ihr könnt sie gern privat kennenlernen. Es wĂŒrde mich sehr freuen, wenn ihr an meine Tochter als Ehefrau Interesse hĂ€ttet.
Das wĂŒrde unsere Familien verbinden und wir alle hĂ€tten Vorteile davon. Ihr hĂ€ttet eine weitere gute Frau Herr. Francesca ist jung und hĂŒbsch. Sie ist gehorsam und neugierig. Wenn ihr nicht heiraten wollt, wĂ€re es schön wenn Francesca als Gesellschafterin am Hof bleiben könnte. Bei euch selber Herr, oder bei jemanden den ihr aussucht.  Sie besitzt Schönheit, Anmut und Geschmack was Kleidung und Schmuck betrifft Herr. Sie hat Unterhaltungstalent sowie Witz. Und sie verfĂŒgt ĂŒber Verstand und Bildung. Genauso beherrscht sie  gutes Benehmen, ein wĂŒrdiges Auftreten und sie hat viel TaktgefĂŒhl. Ihr Charakter ist freundlich, sanft und gĂŒtig. Und das wichtigste ist, sie verehrt euch zutiefst Herr. Darf ich fragen, was ihr von meinen VorschlĂ€gen haltet?.“
 
Mayhew verbeugte sich erneut. Er hoffte der Duc ging auf seine VorschlĂ€ge ein. Oder noch besser, er wĂŒrde mit ihm verhandeln. Der Marquis schaute sich dabei die Familie des Duc an. Seine Söhne waren im gleichen Alter wie seine Tochter. Seine Tochter war noch jĂŒnger und sass neben einen Mann den er nicht kannte. Dabei dachte Mayhew, sie war mit einem der Princen verheiratet. Zwei weitere Personen waren noch zu Besuch. Marquis Alexandre de la Grange und seine Schwester. Marquis de Cheverette grĂŒsste seinen Amtskollege mit freundliche Verneigung.
 
 

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Remy de Remuer
Chevalier
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Volk: Almane (Souvagner)

Re: Reederei Cheverette

#9

Beitrag von Remy de Remuer » Mi 15. Aug 2018, 12:17

Remy war jedoch keineswegs so schweigsam, wie es den Anschein hatte - er redete nur gerade nicht mit dem Mundwerk. Er knetete nervös die Hand seiner Frau, als er sÀmtliche Frequenzen des Nexus im nÀheren Umfeld mit einem Lamento blockierte, wÀhrend sein Habicht auf seiner Schulter herumturnte.

»Maurice, die Lage spitzt sich zu, es wird immer schlimmer«, jammerte er sich den Stress von der Seele. »Reicht nicht, dass die de la Granges mit eindeutigen Absichten hier angerĂŒckt sind. Jetzt ist auch noch der Marquis de Chevrette aufgetaucht samt Anhang! Der will seine Tochter Francesca mit Max verheiraten, also mit meinem Schwiegervater, der MajestĂ€t, du weißt schon! Die ist ziemlich hĂŒbsch und ich darf sie mir nicht mal anschauen, weil mir sonst der Domi mit dem Richtbeil winkt. Den zwei Nebenfrauen vom Duc fĂ€llt auch gerade das FrĂŒhstĂŒck wieder aus dem Gesicht, symbolisch natĂŒrlich. Denen gefĂ€llt die Dame scheinbar weniger als mir. Gleich endet das in einer SchlĂ€gerei oder in einer Heulorgie oder in allem zusammen. Und ich sitz mittendrin! Was soll ich machen, wenn sich zwei oder drei Damen schlagen? Darf man sich da einmischen oder klĂ€ren sie das unter sich? Seinen Sohn Marcello hat der Chevrette auch angeschleift, der ist genau so im heiratsfĂ€higen Alter, ich glaub Oli findet den scharf, das ist ein Alptraum, Maurice! Maurice, hörst du ĂŒberhaupt noch zu?! Es geht hier um mein seelisches und körperliches Wohl! Ich war bisher nur ein popliger Chevalier und nun hab ich plötzlich â€șPrinceâ€č vor meinem Namen stehen. Man erwartet von mir, dass ich mich wie einer benehme und ich hab keine Ahnung, was ich machen soll! Du bist doch Comte, gib mir mal ein paar Tipps«, lamentierte Remy weiter. »Du bist sogar mein Lehnsherr gewesen, du bist zustĂ€ndig fĂŒr meinen Schutz und Schirm! Also sag gefĂ€lligst was! Der andere Prince, ich trau mich kaum seinen Namen zu denken, der hat sich als Mouche `nen Fisch auf die Backe geklebt. Und er sitzt mir gegenĂŒber! Ist das eine Warnung, wie wenn man einem einen Fisch an die TĂŒr nagelt? Will der mich beseitigen lassen, weil ich ihm die Frau ausgespannt habe? Hey, Oli wollte mich unbedingt und ich hab nur mitgemacht, sie ist die Prinzessin, da kann ich schlecht Nein sagen, oder? Das wĂ€re Befehlsverweigerung gewesen. Darauf hĂ€tte garantiert der Block gewunken! Mauri-ice! Schweig da nicht rum! Ich bin hier echt in Not!«
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Maurice de la Cantillion
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Re: Reederei Cheverette

#10

Beitrag von Maurice de la Cantillion » Mi 15. Aug 2018, 22:50

Maurice benötigte einen Moment um sich darĂŒber klar zu werden, wer ihn gerade mental mit Informationen flutete, da er kurz gedöst hatte. Bei dem Redeschwall konnte es sich nur um seinen Kollegen Remy handeln. Maurice benötigte einen Moment, um die geballte Ladung an Infos erst einmal zu entwirren und neu zu ordnen.

`Ganz ruhig Remy, ich bin hier. Wo bist Du? Im Palast? Also langsam, Du hast die Prinzessin geheiratet? Sonst wÀrst Du wohl kein Prince. Lass mich mal die Infos dazu auslesenŽ, bat das andere Himmelsauge und las so behutsam wie möglich die Erinnerungen von Remy aus.

Er staunte nicht schlecht und fragte sich zeitgleich, wieso ausgerechnet er die mentale Übertragung der Kutschfahrt mit Spritztour verpasst hatte. Was Remys Dillema anging war Maurice nun im Bilde. Allerdings konnte er nicht gleich antworten, da er einen Lachanfall herunterkĂ€mpfen musste.

Remy der heiße Hecht im Karpfenteich war nun an der Angel und der Haken war keine geringere als Prinzessin Olivie Solvain de Souvagne. So manch einer hĂ€tte sich ĂŒber die Bestrafung gefreut, die Remy zu erdulden hatte. Jetzt saß der arme Kerl bei einem Familientreffen der Krone und wusste nicht wie er sich verhalten sollte.

Schlimmer noch, er war nun selbst Teil der Krone, stellte Maurice schlagartig fest und er war ihm Treue und Gehorsam schuldig. Naja er hatte eh nicht vorgehabt, einen Kollegen hĂ€ngen zu lassen. GleichgĂŒltig war fĂŒr ein SchĂŒrzenjĂ€ger Remy war, Maurice mochte ihn. Sein Bruder Melville war schließlich kein Deut besser, nur einige Jahre Ă€lter. Er kannte sich also mit den Problemen von Remy aus. Wenn auch aus zweiter Hand.

Familie Marquis de la Grange waren vor Ort erschienen und ebenso war der Marquis de Cheverette aufgetaucht. Beide Familien schienen sich der Großherzoglichen Familie anschließen und einheiraten zu wollen. Das war nur verstĂ€ndlich. Allerdings auch die BefĂŒrchtungen von Remy.

Das Marquis de Cheverette seine Tochter mit seiner MajestĂ€t Maximilien Rivenet de Souvagne verheiraten wollte, war tatsĂ€chlich eine brandheiße Neuigkeit. Wenn es zu dieser Hochzeit kĂ€me, hĂ€tten der Marquis ĂŒber seine Tochter erstklassige Verbindungen zum Hof. Er musste diese nicht einmal nutzen, allein den Duc als Schwiegersohn benennen zu dĂŒrfen, war eine erstklassige Werbung fĂŒr seine Werft.

Und so wie Remy die junge Frau beschrieb, sah sie zu allem Überfluss auch noch richtig gut aus. Maurice schmunzelte in sich hinein. EifersĂŒchtige Frauen konnten blitzartig zu Rachegöttinnen umschlagen, den kein Pardon und keine Gnade kannten. Jedenfalls nicht mit der Konkurrenz.

Seine MajestĂ€t musste sich genau ĂŒberlegen, ob er das familiĂ€re MachtgefĂŒge durch eine weitere Frau auf die Probe stellte. Notfalls musste er mit drei wĂŒtenden Ehefrauen auskommen. Und eine davon reichte schon aus, um einen Mann in den Wahnsinn oder an den Rand der Verzweiflung zu treiben.

Auf der anderen Seite reihte sich die neue Frau in der Hierarchie der Ehefrauen hinten an. Allerdings wusste, dass EhemĂ€nner mit mehreren Frauen stets eine Lieblingsfrau hatten. Zu dieser fĂŒhlte sich der Ehemann besonders hingezogen. Die Hierarchie wich in dem Moment der Gunst.

Und rein nach der Gunst, war Minette die erste Ehefrau von Maximilien, hierarchisch war es die Duchesse. Folglich wĂŒrden alle Ehefrauen sehr eifersĂŒchtig darĂŒber wachen, ihren Stand zu halten. Der Eintritt in die Familie wĂŒrde fĂŒr die neue Ehefrau nicht leicht werden, falls die drei ersten ihr die Ehe nicht vorab schon austrieben.

Aber Maurice konnte Remys Urteil nur bestĂ€tigen. Das was er sah, ließ auch ihn schmunzeln. Wobei beide vorgestellten jungen Damen sahen nicht nur zauberhaft, sondern umwerfend aus. Maurice hĂ€tte keine von beiden abgewiesen und Remy erging es ganz Ă€hnlich.

Durch seine Spritztour war er nun an Olivie gekettet, aber soweit er dies in Remys Erinnerung gelesen hatte, war die Prinzessin nichts, wo man eine Kette bereute. Auf diese Art gefesselt zu werden, hatte schon was VerfĂŒhrerisches.

Ob Olivie etwas fĂŒr den jungen Marquis de Cheverette empfand, konnte Maurice weder bestĂ€tigen noch dementieren. Allerdings schien sie ehr damit beschĂ€ftigt zu sein, Remy zu beruhigen. Maurice hĂ€tte Olivie gerne fĂŒr seinen Kollegen mental abgetastet, aber bei der Krone war dies ohne trifftigen Anlass aufs schĂ€rfste verboten und kam einem Verrat gleich.

`Also wenn dort gleich der Abgrund losbricht Remy, kannst Du gar nichts weiter tun, außer Dich aus der Krallenreichweite der Frauen zu halten. Frauen können da sehr ĂŒbel werden, lass Dir das gesagt sein. Ich erlebe es oft bei meinem Bruder. Melville ist kein KostverĂ€chter, ich denke dass hast Du auch schon mitbekommen.

Der Mouche, also der Schönheitsfleck des Princen bedeutet, er verbittet sich jeden Flirt und jeden AnnĂ€herungsversuch Remy, dass ist keine Todesdrohung wie eine tote Ratte oder ein an die TĂŒr genagelter Hering.

Du hast also die Prinzessin klar gemacht... wieso erfahre ich sowas erst jetzt mein Bester?ÂŽ,
lachte Maurice mental.

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