Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Die Altlasten der Agenten der Autarkie

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 24. Aug 2018, 01:50

<< Reederei Chevrette

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vater?┬ź, fragte Ciel, nachdem die T├╝r verschlossen wurde und sie unter sich waren.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien deutete Ciel an, sich hinzusetzen. ┬╗Setz Dich Ciel, ich ben├Âtige Deinen Rat. Die Bitte des Chevalier de Mancini ist ein Pulverfass. Dir ist die Geschichte der Agenten der Autarkie bekannt? Sie planten einen Staatsstreich, ihre Macht reichte ihnen nicht aus, dabei hatten sie bereits derma├čen weitreichende Befugnisse, wie niemals ein Bund zuvor. Und genau das, lie├č sie vermutlich einem H├Âhenkoller unterliegen. Letztendlich wurde der Staatsstreich, sprich der Verrat in Spee von den Himmelsaugen aufgedeckt, niedergeschlagen und die Agenten bis auf den letzten Mann vernichtet. Auf Verrat gibt es nur eine Antwort - Tod. Aber wir, sprich der damalige Duc, wie auch die Himmelsaugen sind nicht ohne Gnade. Die meisten Agenten hatten Familien. Vor ihrer vollst├Ąndigen Vernichtung baten die Redelsf├╝hrer um die Verschonung ihrer Kinder. Die Himmelsaugen kamen dem Wunsch nach. Die Agenten wurden ausgel├Âscht bis auf den letzten Mann Ciel. Ihren Kindern jedoch raubte man die Erinnerung, damit diese ein freies, neues, unbeschwertes Leben f├╝hren k├Ânnen. Dennoch stehen diese Kinder unter Beobachtung. Nicht alle unsere Entscheidungen sind bewusste Entscheidungen Ciel. Vieles ist uralt, man spricht auch von vererbbaren Erinnerungen. Und auch der K├Ârper hat eine eigene Form der Erinnerung. Siehe dass ich Dich fast unbewusst auf die Stirn k├╝sse, um Dir zu zeigen dass ich Dich liebe. Das tue ich bewusst, aber ich tue es auch v├Âllig automatisch, da mein K├Ârper es so m├Âchte. Sohn zeigen, das man ihn gerne hat. Hier haben wir nun eine problematische Konstellation - Boldiszar Boucher ist der Sohn von Berzan Bovier, einem der Redelsf├╝hrer der Agenten der Autarkie. Ebenso ist Bellamy einer seiner S├Âhne. Boldizar und Bellamy sind Br├╝der Ciel. Silvano de Mancini ist in Wahrheit der Sohn von Agent Mercer Desnoyer, dem anderen Redelsf├╝hrer. Berzan und Mercer damals und heute Boldizar und Silvano? Du verstehst nun warum ich Silvano de Mancini Boldizar nicht einfach aush├Ąndigen kann? Wissen sie wer und was sie sind? Oder mehr noch, planen sie etwas im Hintergrund? Oder ist dies sein sehr verd├Ąchtiger Zufall? Was steckt dahinter?┬ź, gr├╝belte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Von den Agenten wusste ich bisher nichts, nein. Ich nehme an, dass es eine vollst├Ąndige S├Ąuberung gab und ihre Existenz bewusst vergessen werden sollte. Dieser ... Zufall ist in der Tat verd├Ąchtig. War die L├Âschung des Ged├Ąchtnisses nicht vollst├Ąndig? Es ist bekannt, dass manche Erinnerungen, besonders wenn sie traumatischer Natur sind, mitunter wiederkehren. Keine Ged├Ąchtnisl├Âschung ist wirklich perfekt. Dass Boldisz├ár und Bellamy Br├╝der sind, ├╝berrascht mich nicht. Sie sehen sich so ├Ąhnlich und verstehen sich sehr gut. Fast hat man Mitleid, dass sie nichts davon wissen, aber es ist besser so. Was machen wir nun bez├╝glich Chevalier de Mancini?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Genau dass ist die Frage Ciel! Die Agenten der Autarkie waren ausschlie├člich dem Duc Rechenschaft schuldig. Damit standen sie ├╝ber jeder sonstigen Exekutive innerhalb des Landes.
Zu einem Agenten der Autarkie wurden nur die f├Ąhigsten K├Ąmpfer erhoben. Zudem gab es keine tats├Ąchliche Ausbildung zu einem Agenten, denn die Agenten wurden aufgrund ihrer Bef├Ąhigung oder besonderen Leistung im B├╝ttel- oder Milit├Ąrdienst auserw├Ąhlt. Die Agenten waren Elitesoldaten, die zur Wahrung von Frieden und Stabilit├Ąt innerhalb Souvagnes mit allen Rechten und Freiheiten ausgestattet waren. Sie arbeiteten allein oder in Gruppen von zwei bis drei Personen. Ihr einziges Ziel war es, den Frieden und die Freiheit Souvagnes mit allen Mitteln zu sch├╝tzen. Einige von ihnen waren engagierte K├Ąmpfer, andere versuchten Konflikte mit Diplomatie zu l├Âsen. Wiederum andere waren gnadenlose Schl├Ąchter, die zur Probleml├Âsung jedes st├Ârende Individuum skrupellos beseitigten. Der Einsatz eines Agent war bei Streitigkeiten zwischen Hochadligen wesentlich einfacher, als eine eventuell notwendige Milit├Ąraktion. Jedoch wies ihr Einsatz stets auf ein ernstes Problem hin. Da sie au├čerhalb des Rechtssystems standen und weder den Lehnsherren, noch dem Milit├Ąr unterstellt waren, waren sie von den meisten rechtlichen Konsequenzen komplett ausgeschlossen. Diese Straffreiheit war besonders den Adligen ein Dorn im Auge. Vor allem da die Agenten zum Schutz der Krone wie auch zum Schutze Souvagnes auf jeder Scholle l├Ąutern, sprich t├Âten durften, ohne dem Adelsstand anzugeh├Âren. Einst waren die Agenten eine angesehene Organisation, welche von vielen B├╝rger zeitgleich verehrt wie auch gef├╝rchtet wurde. Als Duc Alain Etienne de Souvagne die Rechte der Agenten der Autarkie beschneiden und anpassen wollte, planten diese einen Staatsstreich. Verhindert wurde dieser durch die Himmelsaugen am 01.11.168. An diesem folgenschweren Tag wurden alle Agenten der Autarkie entweder von den Himmelsaugen pers├Ânlich gerichtet, oder landeten am gleichen Tag noch auf dem Richtblock. Keinem Agenten war es m├Âglich, sich dem Zugriff der Geistmagier des Ordens der Himmelsaugen zu entziehen. Die beiden K├Âpfe des Verrates waren Agent Berzan Bovier und Agent Mercer Desnoyer. Sie k├Ąmpften Seite an Seite, fast w├Ąre ich geneigt zu sagen wie es sich f├╝r Souvagner geh├Ârt, nur leider k├Ąmpften sie f├╝r den Verrat. Du wei├čt wie effektiv Boldi und Bellamy sind und wie knallhart. Ebenso hart ist Silvano auf hoher See. Sie sind die S├Âhne ihrer V├Ąter, nur auf den guten Pfad gelenkt, gel├Ąutert durch Unwissenheit wenn Du so m├Âchtest. Aber besteht diese Unwissenheit noch? Oder schwelt unterschwellig schon Verrat durch? Das Bellamy, Boldiszar und Silvano unter der Oberfl├Ąche Schl├Ąchter und Sadisten sind, ist mir bekannt. Jeder Mann in so einer Position muss dazu in der Lage sein, knallhart zu handeln und so eine Handlung selbst durchzuf├╝hren. Ein Schwert im Guten zu f├╝hren, aber als t├Âdliche Waffe. Sind Boldiszar und Silvano noch unsere Waffen? Und wie kamen die beiden zusammen? Ich k├Ânnte den Chevalier sogar bestrafen lassen. Er hat sich nicht mit meinem Eigentum einzulassen┬ź, warf Max ein.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Haben die beiden sich ├╝berhaupt schon miteinander eingelassen? Er sagte nur, dass sie einander zugetan sind. Wenn man vom bestm├Âglichen Fall ausgeht, sind die beiden sich einfach nur sympathisch aufgrund ihrer ├Ąhnlichen Art, die Dinge zu sehen und de Mancini w├╝nscht darum, Boldisz├ár zu erwerben. Im ung├╝nstigsten Fall wissen die beiden, wer sie sind und, schlimmer, wer ihre V├Ąter waren und was mit ihnen geschah. Was wiegt in dem Fall schwerer, ein Verdacht oder die Unschuldsvermutung?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien umarmte seinen Sohn und sch├╝ttelte leicht den Kopf. ┬╗Ciel Du bist ein ausgezeichneter Stratege, ein kluger Kopf, aber f├╝r menschliche Regungen bist Du leider blind. Pass auf, Du musst lernen genauer zuzuh├Âren. Der Kapit├Ąn hat sich selbst verraten. Er sagte folgendes. ...Ich habe der Welt keine geheimen Botschaften in Sachen Get├Ąndel mitzuteilen. Das kleine, leise und heimliche Spiel der Koketterie ist nicht das meine. Es mag Personen meines Berufes und Standes geben, die in jedem Hafen eine andere Gespielin oder einen Gespielen ihr Eigen nennen, ich geh├Âre nicht dazu. In Herzensangelegenheiten bin ich ein Mann der offenen Worte.Deshalb hat ein Mouche auf meinem Gesicht nichts verloren. Ich bin ein gl├╝cklich vergebener und treuer Mann. Ich trage die gleichen Eigenschaften im Herzen wie die Choucas, die Dohle. Ich liebe die Geselligkeit, das Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl mit Schiff und Mannschaft, aber eine Partnerschaft ist f├╝r mich eine monogame Angelegenheit. Am besten ewigw├Ąhrend wie die See. Es gibt von meiner Seite aus also keinen Mitteilungsbedarf, nicht einmal ein ablehnender Mouche. Treue tr├Ągt man im Herzen, sonst nirgendwo Marquis.... ERGO er ist vergeben und hat einen festen Partner. Nun stelle Dir einmal vor Deine Vermutung stimmt. Zwischen ihm und seinem Mann w├╝rde der Abgrund losbrechen, wenn er sich einen Leibeigenen wie Boldiszar zulegt. Da w├╝rde jeder die Alarmglocken l├Ąuten h├Âren. Er sagte er ist ihm zugetan, dass hei├čt Zuneigung. Sie sind verliebt oder lieben sich. Das ist der springende Punkt. Das hei├čt dann um auf Deine Frage zur├╝ckzukommen, es reicht aus, wenn einer von beiden wei├č wer sie sind und einen Verrat plant, denn der andere wird mitziehen. Noch wiegt nichts Ciel. Ich muss in anderen Bahnen denken. Sollten sie einen Putsch oder einen Anschlag planen, werde ich sie hinrichten lassen. Wenn ich zwei Leute hinrichten muss um meine Familie zu sch├╝tzen, werden sie sterben. Aber es k├Ânnte auch alles ein total verr├╝ckter Zufall sein. Manche Dinge sind so verr├╝ckt, das kann nur Zufall sein. Aber Spekulation n├╝tzt uns allen nichts, deshalb sollten sie ├╝berpr├╝ft und ausgelesen werden. Wir haben dahingehend etwas Luft, da Boldiszar gemeinsam mit unserem neuen Palaisin und Jules abgereist ist. Hei├čt w├Ąre er der planende Kopf, hat er gleich seine W├Ąchter und gegebenenfalls seine Henker im Schlepptau. Am einfachsten sieht man was Sache ist, w├Ąren die beiden beieinander, aber darin liegt auch die gr├Â├čte Gefahr. Wie w├╝rdest Du vorgehen? Ich vermute ehr Boldiszar als den f├╝hrenden Part in ihrer Beziehung. Siehe Bellamy, er ist ebenso wie sein Bruder ein Macher. Im liegt es im Blut zu planen und zu organisieren und er steht seinen Leuten bei┬ź, erkl├Ąrte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Vielleicht sind sie nur befreundet, das w├Ąre mein Gedanke gewesen. Boldisz├ár ist niemand, den ich mir als einen Partner vorstellen k├Ânnte oder als liebenswert ... den Chevalier schon eher. Aber er und Boldisz├ár? Das passt doch ├╝berhaupt nicht. Vielleicht ist der Grund nur vorgeschoben. Linhard und ich werden bald abreisen in Richtung Gewitterfeste. Dort treffen wir uns mit Massimo, Jules und Unit├Ę B unter der F├╝hrung von Boldisz├ár. Soll ich irgendetwas tun, ihn von Jules auslesen lassen oder ihn vorerst beobachten? Und wie wirst du Chevalier de Mancini antworten? Er sollte vielleicht keinen Verdacht sch├Âpfen - oder aber, im Gegenteil, wir k├Âdern ihn und sprechen eine verschl├╝sselte Warnung aus. So k├Ânnten wir herausfinden, ob er oder sie beide Bescheid wissen, was ihre V├Ąter betrifft. Ich kenne de Mancini nicht, aber wenn er eine Flotte f├╝hrt, k├Ânnte auch er der treibende Part sein.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Er ist einer unserer Kriegsschiff Kapit├Ąne und k├Ânnte auch eine Armada leiten, dass steht au├čer Frage. Aber soweit ich geh├Ârt habe ist er ein zweischneidiges Schwert. Privat ein Pantoffelheld, dienstlich ein Schl├Ąchter. Wobei er nat├╝rlich einen m├Âglichen Verrat als Dienst sehen k├Ânnte und nichts als Freizeitbesch├Ąftigung. Ciel... stille Wasser sind tief um einmal bei dem Kapit├Ąn zu bleiben. Meinst Du nur weil Boldi das Aussehen eines schroffen Felsens hat, kann sich darunter keine Glut befinden? Er wirkt nach au├čen hin unnahbar, kalt, eisern, aber das ist sein Beruf. Ich bin privat auch nicht der Duc, der auf dem Thron sitzt und ├╝berweltlich f├╝rs weltliche entscheiden muss. Ebenso ergeht es Boldiszar. Er ist knallhart, weil er es sein muss. Seine Feinde sind hart, also ist er h├Ąrter wie sein Bruder. Und gerade solche Personen k├Ânnen mit einer Inbrunst und Intensit├Ąt lieben, die an Selbstaufgabe grenzt. Lass Dich da nicht t├Ąuschen. So einen Fall hatten wir noch nie, ich bin das erste Mal unschl├╝ssig, weil von jeder m├Âglichen Entscheidung gleich wieder hundert weitere M├Âglichkeiten abzweigen. Vorwarnen w├╝rde ich ihn nicht. Falls er nichts wei├č, schn├╝ffelt er vielleicht aufgrund der seltsamen Warnung herum. Ich werde einfach nicht auf Boldi verzichten k├Ânnen. Er kann ihn eventuell sp├Ąter erwerben. Ich ├╝berlege mir dies. Er versichert mit das Boldi wie immer arbeitet? Sch├Ân. Ich m├Âchte das von Boldi selbst h├Âren┬ź, gab Max zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zugegeben, ich hatte mit Boldisz├ár privat noch nichts zu tun. Mit Bellamy, also seinem Bruder, schon. Er ist als Freund zuverl├Ąssig und bisweilen ├╝berraschend einf├╝hlsam - aber was Partnerschaften angeht, hat er eine sehr eindeutige Meinung. Eine, die dazu f├╝hrt, dass jeder Interessent die Beine in die Hand nehmen w├╝rde, w├╝sste er davon. Der Chevalier de Mancini macht einen v├Âllig anderen Eindruck. Umso mehr finde ich, dass du mit deinem Verdacht recht hast. Er und Boldisz├ár passen eigentlich nicht zusammen, es riecht eher nach einem Vorwand. Gut, ich werde mich auf das Beobachten beschr├Ąnken. Aber wohl ist mir nicht dabei ... er hat Unit├Ę B unter seinem Kommando, die schon oft genug negativ aufgefallen ist. Und Robere Moreau, einer von ihnen, ist mit dem Schwerverbrecher Archibald von Dornburg durchgebrannt! Samt meinem Nathan!┬ź Ciel wurde immer lauter und nerv├Âser.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien dr├╝ckte Ciel beruhigend. ┬╗Dein Einwand ist absolut berechtigt, wer sagt uns denn nicht, dass die Unite B genau das Abbild von Boldi ist? Wir vermuten Archibald als Kopf. Aber stell Dir vor, Boldi war so clever sich den Kapti├Ąn zu angeln, sich Archibald unter den Nagel zu rei├čen und Robere ist vor Ort sein Handlanger. Er hat von diesem ├ältesten geh├Ârt, er hat die besten Kontakte. Folglich wird er ihn ebenso in sein Team aufnehmen. Stell Dir dann seine Truppe vor, mit den Menschenfressern, mit diesem Ur-Lich, mit dem Kapit├Ąn und seiner Unite und vielleicht seinem Bruder, dass ist eine Bedrohung!┬ź, warnte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wurde schlecht. Er musste sich sammeln. ┬╗Papa, nimm es mir nicht ├╝bel ... aber ich werde die Zusammenkunft im Thronsaal verlassen, sobald wir beide hier alles besprochen haben. Ich setze mich nicht wieder dazu. Noch heute reise ich Unit├Ę B mit Linhard hinterher. Boldisz├ár wird, noch bevor er die Bei├čer erreicht, einen Unfall erleiden.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nein das wird er nicht Ciel, das war nur eine von vielen M├Âglichkeiten. Denn es gibt auch jene, dass Archibald sich ├╝ber andere an die Leute heranwanzt. ├ťber Nathan an den Hof. ├ťber Robere an Boldi und seine Truppe. ├ťber Boldi sp├Ąter an dem Kapit├Ąn. Und wer lenkt Archibald? Der ├älteste. Du siehst, man kann es blitzschnell umdrehen. Das sind die tausend M├Âglichkeiten die mich meine. Wenn Boldi ein guter treuer Mann ist, steht er unter meinem Schutz wie ich sonst unter seinem Ciel. Wir wissen nicht, wer hier die Natter im Nest ist, dass ist gerade unser Problem. Und gibt es ├╝berhaupt eine Natter im Nest? Falls nicht, haben wir die Feinde nur au├čerhalb und sie vom Nest abzuwehren. Diesen ├ältesten, Archibald und seine Menschenfresserbrut. Und wer k├Ânnte das besser, als die Leibgarde und unsere Streiter? Das ist meine Zwickm├╝hle. Du musst Boldi beobachten und schauen auf wessen Seite er steht. Steht er auf unserer? Ich hoffe es, denn er reiste mit dem Palaisin und Jules. Aber hoffen ist nicht wissen und damals hoffte auch ein anderer Duc mit den Agenten der Autarkie ein machtvolles Instrument in H├Ąnden zu halten, dass den Frieden sichert. Letztendlich ist es sogar m├Âglich, dass der ├älteste und Archibald die Feinde sind und Boldi und Silvano sind einfach nur zwei Personen die sich per purem Zufall kennen und lieben lernten und sich so lieben wie Du Ferrau. Das w├Ąre die sch├Ânste aller M├Âglichkeiten. Der ├älteste wird sterben, er hat Dich angegriffen und schwerst verwundet. Er muss sterben, etwas anderes akzeptiere ich nicht. Aber Robere, Nathan, Boldi, Bellamy oder Silvano stehen auf einem anderen Blatt┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte nach. Ihm gefiel nicht, wie sein Vater die Dinge sah. Er hatte Angst um ihn. Fieberhaft suchte er nach einer M├Âglichkeit, ihre beiden Vorstellungen, wie nun zu verfahren sei, unter einen Hut zu bekommen. ┬╗Papa, ich habe noch eine andere Idee┬ź, sagte er schlie├člich. ┬╗Wir konfrontieren die beiden mit ihrer Herkunft. Silvano und Boldisz├ár. Wir sagen ihnen: ÔÇ║Wir wissen, wer eure V├Ąter waren und was sie getan haben. Und ihr wisst, warum ihr als Waisen aufwachsen musstet.ÔÇ╣ Dann wissen sie, dass wir Bescheid wissen und doppelt so genau hinsehen. Sie werden sich gut ├╝berlegen, ob sie etwas planen, wenn sie wissen, wir sind gewarnt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist richtig, ein guter Gedanke. Was ist, wenn sie selbst ihre Herkunft nicht kennen? W├╝rdest Du sie ihnen offenbaren als ultimativer Treuetest uns gegen├╝ber?┬ź, fragte Max offen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte nach. ┬╗Offen gestanden - ja. Schon aus purer Neugier heraus. Und wir umgehen damit das Problem, dass wir nicht wissen, von welchem Standpunkt sie ausgehen. Sind sie unwissend oder sinnen sie auf Rache f├╝r ihre V├Ąter? Gut w├Ąre, sie w├╝rden akzeptieren, dass ihre V├Ąter Hochverr├Ąter waren und ihre Strafe verdienten - und dass ihre Existenz ein Zeichen unserer Gnade ist und der Dankbarkeit f├╝r die Dienste der Agenten, bevor die Gier sie ├╝bermannte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du m├Âchtest sie an ihrer pers├Ânlichen Ehre und Dankbarkeit packen. Das gef├Ąllt mir, sie sollen ihren eigenen Mann stehen. Tun sie dass, m├╝ssen wir ihnen aber auch im Umkehrschluss ihre Partnerschaft g├Ânnen. Sollte dem so sein, dass sie Treue und Loyalit├Ąt wahren, wird Silvano Boldi nicht kaufen m├╝ssen. Sollten sie sich als Feinde herausstellen, ebensowenig aber aus einem anderen Grund. Du bist ein kluger Kopf. Raffinesse mit der Wahrheit als Waffe touche┬┤Ciel┬ź, schmunzelte Max anerkennend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte dankbar. Er freute sich sehr ├╝ber das Lob. Dann stand er auf. ┬╗Ich werde sogleich damit beginnen, wenn du erlaubst. Mit Bellamy.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nat├╝rlich erlaube ich es. Wie handhaben wir es mit den beiden? Gemeinsame Aufkl├Ąrung?┬ź, hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich werde Bellamy, je nachdem, wie er reagiert, mitnehmen - ich vermute, er wird es Boldisz├ár nicht lange verheimlichen k├Ânnen. Aber Silvano und Bellamy sind vor Ort. Ich Belly und du Silvano? Ich w├╝rde es Bellamy gern pers├Ânlich mitteilen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun Du wirst es Bellamy mitteilen und ihr gemeinsam Boldi. W├Ąre es nicht angebracht wenn Ihr drei es dann Silvano erz├Ąhlt? Sozusagen weitertragt unter Deiner Aufsicht? So h├Ârt er es bestenfalls von zwei Personen die sein Schicksal teilen und hoffentlich wohlgesonnen sind┬ź, schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Mein Gedanke war, dass man so etwas Pers├Ânliches am Besten unter vier Augen bespricht. Eine emotionale Reaktion vor so vielen Zeugen? Aber wenn das dien Wunsch ist, dann werde ich es auf diesem Wege handhaben.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Rede keinen Unsinn Ciel, wir beide diskutieren, ich habe keinen Befehl erteilt. Wir sind immer noch privat Vater und Sohn die sich beraten. Du musst sowas genauso lernen wie ich es damals musste. Und umzudenken oder in anderen Bahnen zu denken, gedanklich nie starr zu verharren, lerne ich heute immer noch. Es ist ein ewiger Prozess, mein Bruder beherrschte ihn so. Ich verlasse mich gerne auf starre, feste, Sicherheit versprechende Dinge - ich sage nur Mauer. Gut, dann informierst Du Bellamy, er Boldi und Boldi Silvano? Wer ├╝berwacht die Gespr├Ąche? Die Himmelsaugen w├╝rde ich sagen, Jules und Parcival┬ź, schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Jules und Parcival┬ź, best├Ątigte Ciel. ┬╗Ich werde Bellamy informieren. Er Boldisz├ár, das wird sich ohnehin nicht vermeiden lassen und dieser kann es dem Chevalier de Mancini mitteilen. Darf ich gehen? Ich w├╝rde Bellamy sehr gern nun die ├ťberraschung bereiten um zu sehen, wie er reagiert.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ja nat├╝rlich darfst Du dass, danke f├╝r die Beratung. Sprich mit Bellamy, ich wei├č wie neugierig Du auf solche Reaktionen bist. Es sei Dir geg├Ânnt, rede mit ihm. Sobald Boldiszar zur├╝ck ist, soll er mit ihm sprechen. Oder vor Ort, wenn Du mit Lin und Bellamy nachreist┬ź, sagte Max und k├╝sste Ciel auf die Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Kuss auf die Stirn bei seinem Vater. ┬╗Ich danke dir auch f├╝r dein Vertrauen. Hab dich lieb, Papa. Bitte informiere Parcival, auf Bellamy zu achten, wenn ich mit ihm spreche.┬ź Ciel verlie├č die Amtsstube und begab sich zu seinem Palaisin.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien stellte sich vor Arlette und musterte den Vogel. Als sie ihm die volle Aufmerksamkeit schenkte, erl├Ąuerte er dem Verstand hinter dem des Vogels, dass dieser seinen Sohn Ciel zu beh├╝ten hatte. Die Antwort kam prompt mit einem Vogel untypischen Kopfnicken.
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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#2

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 24. Aug 2018, 01:56

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bellamy, auf ein Wort in meine Gem├Ącher┬ź, sagte Ciel freundlich.

Bellamy Bourgeois
Bellamy folgte seinem Herrn in dessen Gem├Ącher. Was los war, wusste er nicht genau, aber er vermutete es ging um den Einsatz, den sein Herr mit Linhard geleistet hatte. ┬╗Hier bin ich┬ź, sagte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Setzen Sie sich bitte┬ź, sagte Ciel und setzte sich auch. Er betrachtete genau Bellamys Gesicht. Momentan konnte man nicht wirklich etwas darin lesen, nicht einmal Ciel, der gut darin war, Leute einzusch├Ątzen, so lange es nicht um Beziehungsdinge ging. ┬╗Was w├╝rden Sie sagen, wenn ich Ihre Treue auf eine Probe stellen w├╝rde?┬ź, begann er, wohlwissend, dass diese Worte einen provokanten Unterton mitklingen lie├čen, auch wenn er noch so freundlich dreinschaute. Sie klangen nach Zweifel und genau den enthielten sie schlie├člich auch. ┬╗G├Ąbe es eine Pr├╝fung, welche Ihre Treue ersch├╝ttern k├Ânnte?┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Ciel ernst. ┬╗Herr was immer irgendwer Euch erz├Ąhlt haben mag, ich habe Euch mein Wort gegeben und es gehalten. Ich wei├č, dass Ihr mich gerettet habt und Ainuwar wei├č, wo ich heute ohne Euch w├Ąre. Stellt mich auf die Probe, wenn Ihr das f├╝r n├Âtig haltet, aber ich habe Euch nicht hintergangen┬ź, erkl├Ąrte Bellamy mit felsenfester ├ťberzeugung.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Keine Sorge. Ich wei├č Ihre Dienste im Gegenteil sehr zu sch├Ątzen. Darum m├Âchte ich Ihnen ein Geschenk machen. Es ist jedoch eines, das Geschenk und B├╝rde zugleich sein wird. Aber ich finde, Sie haben es sich verdient. Es ist ein Zeichen meines Vertrauens. Jedoch wird es f├╝r Sie auch eine Pr├╝fung sein und ihren Willen wom├Âglich sehr strapazieren. M├Âchten Sie es dennoch haben? Es betrifft Ihre Herkunft.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy versuchte nun seinerseits in Ciels Gesicht zu lesen, aber er las dort nichts als Offenheit. Warum sollte ihn dieser Mann retten um ihn dann zu vernichten? Ein Wort gen├╝gte und er w├Ąre einen Kopf k├╝rzer. Zudem standen sie sich auch auf andere Art n├Ąher, hatten sich einander anvertraut. Das Gespr├Ąch nahm eine ganz andere Wendung, als Bellamy bef├╝rchtet hatte. Er lehnte sich etwas zur├╝ck und nickte dann langsam. ┬╗Ja ich m├Âchte das Geschenk haben, ich m├Âchte meine Wurzeln kennen, es ist wie ein blinder Fleck in meiner Erinnerung. Wer gab mich ab und warum? Diese Frage stellt man sich zwangsl├Ąufig als Kind und wenn man ehrlich ist, als Erwachsener auch noch oft genug. Lag es m├Âglicherweise an einem selbst? War man zu laut? Zu unbequem? War die Mutter zu arm, der Vater zu betrunken? Oder starben sie sogar, durch einen Unfall? Habe ich andere Verwandte? Aber das kann nicht sein, dann w├Ąre ich bei ihnen gelandet. Oder doch nicht? Wollten diese mich auch nicht? Oder gibt es einfach keine und ich hatte nur eine Mutter, die froh war, wenn das Essen f├╝r sie alleine reichte. Eine heimlich geschw├Ąngerte Magd, die froh war den Bastard loszuwerden, wenn es mit einem anderen gezeugt war und der Lehnsherr nichts davon wusste. Fragen die noch mehr Fragen aufwerfen und niemals eine Antwort liefern. Ja ich m├Âchte wissen wer ich bin┬ź, sagte Bellamy ungew├Âhnlich sanft und leise.
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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#3

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 25. Aug 2018, 09:10

Ciel Felicien de Souvagne
Bellamy hatte sehr offene Worte gew├Ąhlt. Ein Krieger sprach Ciels Erfahrung nach nur selten von seinen Gef├╝hlen. Entsprechende Fragen wurden abgew├╝rgt oder mit allgemein g├╝ltigen S├Ątzen abgespeist. Wie geht es dir - gut. Auch wenn das Gegenteil der Fall war. Die meisten Krieger trugen zwei R├╝stungen, eine um ihren K├Ârper und eine zweite, unsichtbare, um ihre Seele. Diesen Panzer legten sie nur selten ab, manche im gemeinsamen Suff, um alles auf einmal herauszulassen, und manche nie. Am liebsten war es den meisten von ihnen, wenn ihr Gegen├╝ber annahm, sie h├Ątten schlichtweg keine Gef├╝hle. Ciel, der seine Jugend unter Kriegern verbracht hatte und von Massimo dem L├Ąuterer an der Front ausgebildet worden war, einem der h├Ąrtesten und f├Ąhigsten Streiter Souvagnes ├╝berhaupt, wusste umso mehr zu sch├Ątzen, dass Bellamy ihm so weit vertraute, sich zu offenbaren. Gleichzeitig machte es ihm Angst, diesen Mann an seine Vergangenheit zu verlieren. Aber auch Ciel konnte Krieger sein, sonst h├Ątte Massimo in seinem Auftrag versagt. Ciel hatte dieses Spiel begonnen und er w├╝rde es zu Ende bringen.
┬╗Mit dem blinden Fleck liegen Sie gar nicht so falsch, Bellamy, denn Ihr Ged├Ąchtnis wurde von einem Geistmagier gel├Âscht. Es enthielt die Erinnerung an ein Verbrechen, von dem gewollt war, dass es f├╝r immer vergessen bleiben w├╝rde. Doch f├╝r dieses Verbrechen konnten weder Sie noch Ihr Bruder etwas und darum weilen Sie beide als einzige Mitglieder Ihrer Familie noch unter den Lebenden. Ich habe beschlossen, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu l├╝ften, auf die Gefahr hin, Sie als meinen Schwertmeister zu verlieren.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy ├╝berlegte fieberhaft, wieso Ciel ihn verlieren sollte. Gut einerseits konnte er fallen. Oder Ciel bef├╝rchtete selbst zu fallen. Aber dann h├Ątte er nicht von einem Geschenk gesprochen und h├Ątte sich gewiss nicht so freim├╝tig mit ihm allein zur├╝ckgezogen. Bellamy war einst Palaisin, er wusste um die Macht hinter den Kullissen. Viele Besch├╝tzer und Beh├╝ter wussten nichts voneinander, aber sie waren da. Die Leibgarde, die Leibw├Ąchter, die Himmelsaugen, dass waren alles offizielle ├ämter, die sich dem Schutz der Krone verschrieben hatten. Aber ebenso gab es jene die bewusst im verborgenen agierten, v├Âllig versteckt, sonst w├Ąre es ihnen nicht m├Âglich ihre Aufgabe zu gew├Ąhrleisten. Und der Duc war nicht dumm. Wenn es drei Geheime Bunde gab, w├╝rden sich genau die drei wie im Dreieck selbst im Auge behalten, oder es existierte wieder ein vierter. Oben an der Macht war es einsam und auch wenn das Volk einen liebte und die Adligen einen folgten, es reichte ein Verr├╝ckter der meinte Gott spr├Ąche zu ihm und er m├╝sse den Duc t├Âten. Selbst f├╝r diesen Wenn-Fall musste ein Herrscher ger├╝stet sein, gleich wie gut er sich mit seinen Untertanen verstand. Die offizielle letzte Instanz war das Schwert des Duc, der Palaisin. Die letzte inoffizielle Instanz kannte Bellamy nicht, aber er wusste dass es sie gab - weil es sie geben musste. Umso verwirrter lie├č ihn Ciels Aussage zur├╝ck. Vielleicht war er all die Jahre gar nicht der Palaisin gewesen, vielleicht war er... ein Feind? Aber das ergab keinen Sinn, denn er erinnerte sich an seine Kindheit - jedenfalls ab einem bestimmten Alter, an seine Jugend, an seine Zeit als junger Mann. Aber Magie war zu vielem f├Ąhig, zu Einfl├╝sterungen jenseits jeder Vorstellungskraft. Sie konnte M├Ąnner zu Bestie formen und Bestien zu Bettvorlegern. Er wusste nicht was er sagen sollte. Was war er? Oder wer war er? Und welchen Preis hatte das Wissen? Verbannung? Belly ├╝berlegte fieberhaft wie er antworten sollte. ┬╗Ich wei├č nicht was ich sagen soll. Ich wei├č nicht ob ich wissen m├Âchte, ob ich ein v├Âllig anderer bin. Das alles was ich kenne oder woran ich mich erinnere eine L├╝ge ist, eine geistmagische Illusion. Falls dem so ist... nein Danke┬ź, antwortete er rau.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Eine Illusion? Nein. Nur Unwissenheit. Zu Ihrem Schutze und zum Schutze der Krone. Ich habe R├╝cksprache mit meinem Vater gehalten. Da ich der Meinung bin, dass ich Ihnen so weit vertrauen k├Ânnen sollte, dass Sie auch mit diesem Wissen bleiben, wer Sie sind. Ob Sie dann aber noch in meinem Dienst stehen wollen, steht auf einem anderen Blatt.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy nickte in Zeitlupe, verstand aber ├╝berhaupt nichts mehr, da sich alle Informationen, Gedanken und Vermutungen in seinem Kopf zu einem Kn├Ąul verhedderten, das er kaum entwirren konnte. Auf der anderen Seite w├╝rde die Aufkl├Ąrung alles entwirren. Soweit, dass sogar der blinde Fleck verschwinden w├╝rde. Keine Illusion hatte Prince Ciel gesagt. Zum Schutze von der Krone und ihm selbst? Das ergab doch keinen Sinn, warum sollte man ihn sch├╝tzen m├╝ssen, wie die Krone? Neugier und die Angst vor dem Unbekannten wechselten sich ab und Bellamy wusste nicht, wem von beiden er den Vorzug gab. Er war kein Feigling, aber er stand gerade an einer Weggabelung und musste sich entscheiden ob er Bellamy blieb oder eine Person wurde die er gar nicht kannte. Vielleicht war ihm diese Person lieb und teuer... vielleicht hasste er sie auch abgrundtief... wobei er musste sie nicht annehmen, er konnte auch bewusst Bellamy w├Ąhlen, sein ich, zu dem er selbst gefunden und sich aus eigener Kraft geschmiedet hatte. ┬╗Ich bin bereit zuzuh├Âren┬ź, sagte er fast heiser, da es ihn alle Kraft kostete.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich bequemer hin.
┬╗Die Geschichte von Berzan Bovier ist, wie so viele souvagnische Geschichten, eine traurige┬ź, begann der Prince. ┬╗Und seine Geschichte ist die Geschichte Ihres Vaters. Leider ist es auch die Geschichte eines Verr├Ąters. Berzan Bovier war ein f├╝hrender Kopf der Agenten der Autarkie, eine Elitetruppe mit weitrechenden Befugnissen. Warum die Agenten sich gegen die Krone wandten, kann man heute nur mutma├čen. Manche sagen, es war Gier, andere sagen, es war Gr├Â├čenwahn, wieder andere gehen von gekr├Ąnktem Stolz aus, da eine Gesetzes├Ąnderung ihre allzu gro├č bemessenen Freiheiten beschneiden sollte. Fakt ist, dass sie einen Staatsstreich planten. W├Ąren die Agenten mit ihrem Putschversuch erfolgreich gewesen, so w├Ąre es heute nicht mein Vater, der auf dem Thron von Souvagne s├Ą├če - sondern ein Nachfahre der Agenten. Vielleicht sogar einer der beiden S├Âhne Berzan Boviers. Es kam jedoch so, dass Berzan Bovier im Jahr 168 nach der Asche zusammen mit seiner gesamten Einheit fiel. Die Himmelsaugen waren es, welche den Staatsstreich mit Magie und Schwert vereitelten. Die Familien der Agenten wurden w├Ąhrend der folgenden S├Ąuberung ausgel├Âscht. Nur die minderj├Ąhrigen Kinder verschonte man, ein letzter Akt der Gnade. Denn die Agenten der Autarkie waren nicht immer die Feinde der Krone gewesen.┬ź In Ermangelung eines anwesenden Dieners goss Ciel seinem Schwertmeister ein Glas Wasser ein. ┬╗Ben├Âtigen Sie eine Pause, Bellamy?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ihr meint ich bin einer von ihnen? Ihr meint... weil mein Vater ein Verr├Ąter war, w├Ąre ich ebenfalls ein Verr├Ąter? Ich habe niemals jemanden Anlass zu der Vermutung gegeben. Und Verrat liegt mir nicht im Blu... nun doch es liegt mir im Blut... Ich verstehe Euren Vater nicht, wieso w├Ąhlte er mich als seinen Palaisin, wenn er wei├č wer ich bin? Ich verstehe es nicht, suchte er den Nervenkitzel? Oder suchte er sogar einen Grund zu vollenden, was die Himmelsaugen nicht taten? Oder zeigte er Gnade auf seine Art, wobei... im Jahre 168 war Euer Vater gar nicht Duc! Euer Vater bestieg den Thron 170 mit 17 Jahre, was erz├Ąhlt Ihr da! Was ist das f├╝r ein Spiel?┬ź, regte sich Bellamy auf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es war ja auch mein Gro├čvater, Alain Etienne de Souvagne, unter dem dies alles geschah. Warum mein Vater Sie als Palaisin ausw├Ąhlte, kann ich Ihnen sagen - aufgrund Ihrer F├Ąhigkeiten. Ob er damals ├╝berhaupt schon wusste, wessen Nachfahre Sie sind, steht auf einem anderen Blatt. Das fragen Sie ihn am besten selbst, denn ich kann Ihnen diese Frage nicht beantworten. Ich habe selbst erst heute davon erfahren. Und ich war der Meinung, man sollte es Ihnen nicht l├Ąnger verheimlichen, sondern Ihnen sagen, wer Ihr Vater war und wer Ihr Bruder ist. In meiner eigenen Familie stehen wir alle uns sehr nahe und die Vorstellung, niemanden von ihnen zu haben, tut weh. F├╝r Sie ist es kein Gedankenspiel, sondern Wirklichkeit. Wenn Ihnen das alles zu viel wird, k├Ânnen wir das Gespr├Ąch aber auch abbrechen. Von meiner Seite aus wird sich zwischen uns nichts ├Ąndern aufgrund der Information ├╝ber Ihre Abstammung. Sie sind mein Palaisin und das bleiben Sie, wenn Sie es w├╝nschen.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy st├╝tzte seinen Kopf auf der Hand ab und seinen Arm auf seinem Knie. Aus dieser Position heraus, mit einem runden R├╝cken wie eine abw├Ąhrende Katze musterte er Ciel aus seinen stechend blauen Augen. ┬╗K├Ânnte ich einen Schnaps oder einen Kaffee bekommen? Oder besser noch beides in einem bitte?┬ź, fragte er nach einigen Minuten die er wortlos hatte verstreichen lassen. ┬╗Ich versuche es mal zu entwirren f├╝r uns beide. Ihr seid nicht Euer Gro├čvater, ich bin nicht mein Vater. Auch wenn man viel von seinen Vorfahren erbt, erbt man doch nicht die Seele oder? Man geh├Ârt zur Familie und dennoch steht jeder f├╝r sich selbst mit seinen Taten und seiner Einstellung. Ich habe Euch nie daf├╝r verurteilt, was mir auf dem Marktplatz geschah. Ich war w├╝tend auf Euren Vater, dass gebe ich zu - aber wenn ich ehrlich bin, war ich letztendlich doch nur w├╝tend auf mich, dass ich so dumm war so einen Schei├č zuzulassen. F├╝r was? Was dabei heraus kam habe ich ja gesehen. Euer Vater hat nur das getan, was ich h├Ątte tun sollen, er besch├╝tzte jemanden, der sich nicht selbst besch├╝tzen konnte. War das f├╝r mich angenehm? Nein. Es war beschissen, es war der Abgrund und es war die Pest an Gesichtsverlust. Und wie f├╝hlte Nathan? Vielleicht f├╝hlte er das gleiche, oder er f├╝hlte noch schlimmer. Und selbst wenn er gar nichts f├╝hlte, ich habe meine Aufgabe vernachl├Ąssigt. Das war nicht die Schuld Eures Vaters, sondern meine. Ihm dann anzukreiden mich abzustrafen ist l├Ącherlich... aber es ist bequem und es ist einfach und es tut gut sich mal den Frust von der Seele zu kotzen indem man ├╝ber wen schimpft, den man eigentlich mag. Und dem man bis dato bedingungslos vertraute. Und w├Ąre ich an der Stelle des Opfers gewesen, nun ich denke ich h├Ątte mir auch gew├╝nscht, dass mein Peiniger bestraft wird. Aber jeder sieht nun einmal zuerst sich. Aber was rede ich, ich m├Âchte nicht ablenken, ich bin nur etwas durch den Wind. Der Bogen schlie├čt sich dort, wo Ihr mir grundlos beigestanden habt. Ihr wart auch nicht Euer Vater. Ihr habt die Bestrafung durchbrochen. Ihr habt mir in der Strafe noch Gnade gezeigt durch das Schmerzmittel und das Ihr mich danach aufgenommen habt. Ihr habt mir Eure Dunkelheit gezeigt - Ihr habt mir gezeigt, dass Ihr auch einen Kern davon in Euch tragt. Vor allem in der K├╝che.... und ich habe gerne f├╝r Euch abgesp├╝lt Ciel. Ich wollte Euch nicht anfahren und ich m├Âchte Euch auch nicht verlassen. Denn weder Ihr noch ich k├Ânnen doch etwas f├╝r diesen Umstand. Auch Euer Vater kann nichts daf├╝r, wenn es sein Vater war. Gibt es Aufzeichnungen ├╝ber die Agenten? Nun vergesst es. Es gibt nur eine Antwort auf Verrat, so sagt es jeder Duc, so sagt es das Gesetz - Block. Verzeiht mir, ich sch├Ąme mich f├╝r die Taten meines Vaters und dennoch w├╝rde ich den Mann gerne einmal kennenlernen. Sprich verstehen wer er war oder einige Informationen ├╝ber ihn erhalten. Einfach um zu wissen, wo meine Wurzeln sind. Das der alte Duc und die Himmelsaugen die Kinder verschont haben, zeigt Gnade. Ich m├Âchte wissen, was mit den Ehefrauen und M├Ąnnern geschah Herr┬ź, bat Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ątte Bellamy sagen k├Ânnen, wo er Kaffee und Schnaps fand, aber er stand auf und mixte ihm selber etwas zurecht mit dem Kaffee, den Ferrau heute morgen zubereitet hatte. Er gab auch noch einen dicken L├Âffel Sahne obendrauf. Er wusste nicht, ob Bellamy Sahne mochte, aber er hatte das Bed├╝rfnis, ihm welche zu geben. Sie war s├╝├č und s├╝├č tat gut.
┬╗Ich sehe es ebenso wie Sie, Bellamy. Jeder ist nur er selbst. Und Sie waren es nicht, der Nathan qu├Ąlte, Sie machten nur den Fehler, wegzusehen. Sie haben daf├╝r bezahlt und f├╝r mich ist die Sache damit auch erledigt. Wenn es eine Bereinigung gab, dann gibt es keine Aufzeichnungen mehr. Eventuell vielleicht in den Geburtsregistern der Tempel ... aber wahrscheinlich wurde auch daran gedacht. Es gibt nur noch die Erinnerungen von denen, die daran beteiligt waren und es ├╝berlebten - die ├ältesten der Himmelsaugen. Wom├Âglich k├Ânnte Parcival Ihnen von Ihrem Vater erz├Ąhlen. Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass niemand aus Ihrer Familie mehr lebt, der damals vollj├Ąhrig war.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy nahm den Kaffee mit beiden H├Ąnden entgegen und hielt ihn einen Moment fest um sich daran zu w├Ąrmen. Er wusste die Geste von Ciel sehr zu sch├Ątzen, besonders den Klecks Leckerchen obendrauf. Er blinzelte mehrfach um nicht vor seinem Chef einige Tr├Ąnen zu vergie├čen und ├Ąrgerte sich zeitgleich ├╝ber die Schw├Ąche. Er hatte weder seinen Vater noch seine Mutter gekannt und trotzdem ging im die Information nahe. Vielleicht war das der Lauf der Welt. ┬╗Mein Vater hat mich als Waisen zur├╝ckgelassen und meine Mutter war durch die Entscheidung meines Vaters gefallen. Vielleicht gibt es wirklich einen Gott, denn ich kann einer Partnerschaft nichts abgewinnen. H├Ątte ich diesen Fehler begangen, w├Ąre ich allein gestorben. Wobei, auch hier scheint es eine h├Âhere Macht zu geben, denn im Gegensatz zu meinem Vater bedeutet mir Kameradschaft und Treue genau wie Loyalit├Ąt alles. Vielleicht ist gar nicht die Frage ob ich nach meinem Vater komme, vielleicht komme ich nach meiner Mutter. Sie war ebenso ein Opfer von ihm und seiner Entscheidung wie ich...┬ź, fl├╝sterte Bellamy. ┬╗Warum erz├Ąhlt Ihr mir das Ciel?┬ź, fragte Bell und trank langsam den Kaffee. ┬╗Danke f├╝r den Kaffee und die Sahne┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum ich Ihnen das erz├Ąhle? Damit Sie sich nicht l├Ąnger mit Fragen plagen. Sie waren als Kind nicht zu laut oder zu unbequem, Bellamy. Vermutlich wurden Sie von Ihren Eltern geliebt. Verrat an der Krone war es, was Ihre Familie zerst├Ârte. Und es gibt einen zweiten Grund. Vielleicht haben Sie ihn absichtlich ├╝berh├Ârt oder einfach in der Aufregung verdr├Ąngt. Ich sagte, dass die Kinder verschont wurden. Weiterhin sagte ich, dass Berzan Bovier zwei S├Âhne hatte. Weinen Sie ruhig, Bellamy. Ich hatte in letzter Zeit auch viel Grund zum Weinen.┬ź Er legte ihm ein frisches, zusammengelegtes Stofftaschentuch hin.

Bellamy Bourgeois
Bellamy w├Ąre bei dem was Ciel nachschob fast der Kaffeebecher aus der Hand gefallen. Aber dank seiner Reflexe passierte nichts, weiter au├čer dass der Teppich einen gro├čen Fleck Kaffee kassierte. ┬╗Verdammte Drecksschei... ich werde das nachher wieder in Ordnung bringen┬ź, l├Ąchelte er gezwungen, ehe er wieder ernst wurde. ┬╗Ihr meint ich habe einen Bruder... ich verstehe... was hat er getan und wer ist es? Wenn ich ihn t├Âten soll, muss ich wissen wer er ist. Aber es w├Ąre mir einfach gefallen nicht zu wissen das er mit mir verwandt ist Herr. Das macht die Sache nicht leichter, glaubt mir das... vielleicht ist es auch besser Ihr sagt mir nicht welche Verfehlung er beging. Oder war es... Verrat?┬ź, fragte Bellamy und st├╝rzte den hei├čen Kaffee herunter. Danach liefen ihm allerdings nun doch die Tr├Ąnen die Wangen herab, aber der Grund war ein anderer.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ignorierte den beschmutzten Teppich, der spielte nun gerade wirklich keine Rolle. Teppiche waren ersetzlich, Menschen nicht. ┬╗Sie m├╝ssen mich f├╝r einen Sadisten halten. Wenn es darum ginge, Ihren Bruder zu t├Âten, w├╝rde ich nicht wissentlich Sie beauftragen, das kann ich Ihnen versichern. Das w├Ąre ein sehr b├Âsartiger Humor, der absolut nicht der meine ist, oder ein effizienter Weg, jemanden bewusst innerlich zu zerst├Âren. Warum sollte ich mir das f├╝r Sie w├╝nschen? Sie sind mein Palaisin. Abgesehen davon besteht keinerlei Anlass, sich dahingehende Gedanken zu machen. Ihr Bruder hat sich keiner Verfehlung schuldig gemacht, au├čer der selben wie Sie - dass er gern wegsieht.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Wie hei├čt ein Sprichwort, es braucht ein Monster um ein Monster zu jagen. Und wer k├Ânnte vielleicht besser einen Mann jagen, als der eigene Bruder? Dass Ihr nicht so denkt ehrt Euch und zeigt, dass ich wohl in falschen Bahnen denke. Ich sehe Euch nicht nur als Herrn, sondern als Retter und Freund. Dass sollt Ihr wissen. Dann sagt mir, wo mein Bruder wegsah und verratet mir ob ich ihn kenne.Falls nicht, sagt mir trotzdem bitte seinen Namen┬ź, bat Bellamy inst├Ąndig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte etwas, da er ger├╝hrt war. Das Blinzeln stand bei ihm f├╝r alle m├Âglichen Emotionen, es ersetzte auch ein Lachen, wo Lachen nicht angemessen war, oder wie jetzt, den Drang, Bellamy einfach in den Arm zu nehmen. Ciel war niemand, der es leicht ertragen konnte, wenn seine Schutzbefohlenen litten. ┬╗Ihr Bruder sah in der selben Sache weg wie Sie. Aber darum geht es heute nicht, all das wurde l├Ąngst gekl├Ąrt. Vielleicht muntert es Sie auf, wenn ich Ihnen sage, dass Sie beide sich kennen. Ihr Bruder arbeitet sogar ebenfalls hier im Palast. Ihr ├Ąhnliches Aussehen fiel ihnen vielleicht schon auf, doch sie m├Âgen es f├╝r eine Laune der Natur gehalten haben. Ich spanne Sie nicht l├Ąnger auf die Folter, Bellamy. Ihr Bruder ist Boldisz├ár Boucher von Unit├Ę B.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Boldi ist mein Bruder? Heilige Schei├če bei Ainuwars Eiern wieso hat er nie was gesa... er wei├č es nicht oder? Er wei├č es genauso wenig wie ich. Was hat er getan? Ich meine Ihr verratet mir das doch nicht grundlos Ciel, was ist mit ihm los? Er war bis dato nie mein Bruder, aber er war mein Kamerad und das bedeutete mir alles, wie jeder meiner Leute. Ihr versteht den Begriff. Steckt er in der Schei├če?┬ź, fragte Bellamy besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie kaufen mir nicht ab, dass ich Ihnen das nur aus Nettigkeit heraus offenbare?┬ź Nun schmunzelte Ciel etwas. ┬╗Er hat nichts getan, au├čer, dass er aus einem mir unbekannten Grunde mit einem weiteren Agentensohn anb├Ąndelte. Das gab meinem Vater Anlass zur Sorge. Ob Boldisz├ár davon wei├č, wei├č ich allerdings nicht. Vielleicht ist es nur ein Zufall - vielleicht aber auch nicht. Aber es war in jedem Fall der Anlass daf├╝r, Ihnen Ihre Herkunft mitzuteilen.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Nun ich meine warum solltet Ihr... auf der anderen Seite, warum solltet Ihr nicht? Ihr h├Ąttet mich nicht retten m├╝ssen. Ihr h├Ąttet mich nicht aufkl├Ąren m├╝ssen. Wir reden aber ├╝ber Boldiszar ja? Seid Ihr sicher, dass Ihr Boldi meint? Wer ist der andere Agentensohn? Oh... bei den Kl├Âten von Ainuwar... es ist Robere! Ich habe es immer gewusst. Der Skorpion, es ist Robere, die beiden standen sich aber schon immer nahe Herr. Seid Ihr sicher, dass Ihr dort nicht Freundschaft und Partnerschaft verwechselt? Und wenn Ihr Recht habt, haben die beiden aber ganz sch├Ân lange ben├Âtigt. Wobei Robere... hm┬ź, gr├╝belte Belly.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nicht Robere┬ź, keifte Ciel. ┬╗Robere ist nicht einmal mehr im Palast, er ist desertiert, frisst Menschenfleisch und Boldisz├ár hat sein Fernbleiben vom Dienst nicht einmal gemeldet! Die Person seines Interesses ist Chevalier Silvano de Mancini, womit er Geschmack beweist, den Kapit├Ąn eines Kriegsschiffes, der ebenfalls gerade hier im Palast weilt - und der so wie Sie und Boldisz├ár der Sohn eines Agenten der Autarkie ist. Er bat darum, Boldisz├ár erwerben zu d├╝rfen.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Bitte wen? Ich kenne die Riege der Marine nicht, ich h├Ątte ihnen zwar Befehle erteilen k├Ânnen im Notfall, aber ich hatte nie mit ihnen pers├Ânlich zu tun. Robere ist dessertiert und Boldi hat zugesehen? Seid Ihr sicher, dass Robere so etwas tut? Erz├Ąhlt mir von meinem Bruder, erz├Ąhlt mir von seinem Partner und erz├Ąhlt mir von Robere. Bitte Herr┬ź, bat Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel beruhigte sich wieder und goss Bellamy Kaffee nach. Wie zuvor gab er einen ordentlichen Schuss Schnaps hinein und einen gro├čen L├Âffel voll Sahne. ┬╗Um ehrlich zu sein, wei├č ich nicht, ob er wirklich desertiert ist in dem Sinne, aber dass er seit l├Ąngerer Zeit unerlaubt vom Dienst fortbleibt und sich mit Schwerverbrechern abgibt, ist ein unbestreitbarer Fakt. Allzu tief reicht mein Wissen ├╝ber die beiden nicht. Mir ist bekannt, dass sie aus dem selben Waisenhaus stammen und einander als Br├╝der nennen. Ebenso ist mir bekannt, dass eindeutig Robere der Nutznie├čer dieser fragw├╝rdigen Freundschaft ist, w├Ąhrend Boldisz├ár sein Fehlverhalten deckt. Ob Boldisz├ár und de Mancini wirklich Partner sind, kann ich nicht beantworten. Es gibt einige Anzeichen, die daf├╝r sprechen, aber vielleicht m├Âgen sie einander auch auf andere Weise. Was m├Âchten Sie noch wissen? Die besten Antworten w├╝rden Sie erhalten, wenn Sie Boldisz├ár selbst befragen. Nur leider ist er schon abgereist.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Herr was ist, wenn Ihr Robere v├Âllig falsch einsch├Ątzt? Folgendes, Robere mag hart sein, er mag unleidlich sein, er mag ein Kotzbrocken sein, aber er steht immer f├╝r seine Leute ein. Und mit immer, meine ich immer. Vielleicht hat er sich den Menschenfressern gar nicht angeschlossen. Vielleicht doch. Aber wer sagt Euch denn, dass er dies tat um Euch oder uns allen zu schaden? Denkt einmal bitte an die B├╝ttel. Es gibt auch B├╝ttel, die sich in Kartelle einschleusen um diese auffliegen zu lassen. Robere ist sich f├╝r nichts zu schade und erledigt jede Arbeit. Vielleicht sah er es als seine einzige M├Âglichkeit, sogar als seine Pflicht dieses Kartell auszuhorchen oder auf diese Weise sogar zu sprengen. Wenn Ihr dar├╝ber nichts wisst, dann k├Ânnt Ihr seine Beweggr├╝nde doch auch nicht gleich verdammen. M├Âglicherweise zahlt er einen sehr hohen Preis f├╝r uns, wissen wir das? Boldiszar reiste ab und ich schenkte ihm noch meinen Panzerbrecher... damit ihm nichts geschieht. Ich wollte einen Freund gesch├╝tzt wissen und ich sch├╝tzte meinen Bruder mit meiner besten und sichersten Waffe. Nennt es Vorhersehung, aber ich hoffe, falls es zu einem Kampf kommt, dass der Zachel ihn besch├╝tzt. Wisst Ihr wohin er abgereist ist? Und darf ich ihm folgen?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir werden ihm gemeinsam folgen. Linhard und ich reisen noch heute ab und Sie als mein Palaisin werden mich begleiten. Wir treffen uns mit Unit├Ę B und den anderen bei der Gewitterfeste der Duponts. Wir wissen, dass die Menschenfresser dorthin unterwegs sind und werden ihnen einen sch├Ânen Empfang bereiten. Vielleicht irre ich mich, was Robere anbelangt. Ich bete zu Ainuwar, dass dem so ist. Aber das werden wir herausfinden. Dass Sie Ihrem Bruder den Panzerbrecher ├╝berreichten, macht die Geste noch bedeutsamer. Interessant w├Ąre zu erfahren, ob Boldisz├ár die ganze Zeit Bescheid wusste oder ob er genau so unwissend war wie Sie. Und welche Rolle de Mancini in dem Ganzen spielt.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ich kann mir Boldi nicht vergeben vorstellen, er ist ein Arbeitstier wie ich. Sein Dienst, seine Einheit, die Garde bedeutet ihm alles. Wie ist der Mann, den er sich aussuchte, falls es tats├Ąchlich sein Partner ist? Ich werde Euch besch├╝tzten, Ihr k├Ânnt Euch wie immer auf mich verlassen. Ihr seid zwar nach au├čen hin ein feiner Pinkel, aber unter all der Maske seid Ihr aus Stahl. Ich wei├č wem Ihr Euch gestellt habt, wenn der Flurfunk stimmt, habt Ihr einem Gott die Stirn geboten. Einem vergessenen, gewaltigen Gott┬ź, sagte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und darum braucht Ferrau nun fr├╝h doppelt so lange, um mich alltagstauglich zu schminken und zu kleiden. Ein Gott war es nicht, nur ein alter, besonders widerw├Ąrtiger Lich. Der Flurfunk kann aber auch gar nichts f├╝r sich behalten. Ich stimme Ihnen zu, Boldisz├ár wirkt absolut nicht wie ein Beziehungsmensch. Das Gefrotzel, dass er mit Robere zusammen w├Ąre, habe ich nie f├╝r voll genommen. Und ich nehme auch nicht f├╝r voll, dass er nun mit de Mancini eine Verbindung eingegangen haben soll, ganz abgesehen davon, dass Boldisz├ár der Leibeigene meines Vaters ist und de Mancini sich damit strafbar machen w├╝rde. De Mancini kann ich Ihnen beschreiben. Wenn Sie meinen, ich sei ein feiner Pinkel, dann multiplizieren Sie das mit einer sehr hohen Zahl und dann haben sie den Chevalier vor sich. Allerdings ist er vermutlich alles andere als der Geck, der er zu sein scheint, denn keiner unserer Flottenkapit├Ąne bekommt seinen Posten zum Spa├č.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ehm ja, jetzt kann ich mir vorstellen wie er aussieht, aber danach wird Boldi niemals gehen. Ob er nun eine Tonnenschwere Per├╝cke tr├Ągt, die jeden Rakshanischen Turban das f├╝rchten lehrt, ist v├Âllig gleichg├╝ltig Herr. Die Optik ist oft nur Tarnung. Ich meine wie ist dieser Mann als Person? War Boldis Wahl eine gute, wenn er ihn w├Ąhlte? Sprich war es eine gef├Ąhrliche Wahl, falls Boldi... Ihr wisst schon, vielleicht anders dachte als ich? Mein Bruder ist kein St├╝mper, er wird nicht umsonst in die Schlacht gezogen sein und dort wo er eingesetzt wird, w├Ąchst kein Gras mehr. Er f├╝hrt die beste, h├Ąrteste Truppe und - er f├╝hrt sie an! Also wen hat er sich da an die Seite genommen? Wohl kaum eine laufende Puderquaste┬ź, grinste Belly und musterte Ciel. ┬╗Das seid Ihr doch auch nicht, Ihr seid ein Krieger im Hofrock und nicht umgekehrt ein Hofrock in der R├╝stung┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Bei der bildhaften Beschreibung von Bellamy musste Ciel schmunzeln. ┬╗Wie ich soeben h├Ârte, haben Sie Humor. Danke f├╝r das Kompliment. Ich kann ├╝ber de Mancini leider nichts weiter berichten. Ich habe ihn heut selbst das erste Mal gesehen. Aber wenn Boldisz├ár wirklich ├ťbles im Schilde f├╝hren sollte ... dann h├Ątte er sich meiner Einsch├Ątzung nach kaum eine geeignetere Person ausw├Ąhlen k├Ânnen. Mein Vater meint, der Chevalier w├Ąre durchaus in der Lage, nicht nur ein Schiff, sondern eine ganze Armada zu f├╝hren und man darf der Einsch├Ątzung meines Vaters da durchaus vertrauen.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Zu Lande, zu Wasser und zur Luft - wer ist der Truppf├╝hrer der den Himmel befehligt? Das w├Ąre die Frage, sollten die beiden etwas in der Art planen. Aber ich will einfach nicht akzeptieren, dass Boldi so denkt. Er war aufgeregt, er kam zu mir um sich zu verabschieden, er hatte es eilig. Ich schenkte ihm meine Waffe. Wozu das alles, wenn er einen Verrat begehen w├╝rde? Dann h├Ątte er alles daran gesetzt Euch zu schw├Ąchen und nicht Euch den R├╝cken freizuhalten. Nein Boldi ist unschuldig, er muss es sein. Wann reisen wir ab? Ex-Dupont ist Chouinard Herr die alte Feste steht nicht mehr. Was wollen unsere Feinde dort? Humor m├╝ssen wir uns immer bewahren, aber er darf durchaus schwarz sein┬ź, schmunzelte Bellamy zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Zur Luft? Ich kann es Ihnen nicht einmal sagen ... vermutlich die Himmelsaugen, also Parcival. Die alte Dupontfestung wurde geschleift, doch der Keller ist scheinbar noch intakt. Zumindest war das die Information, die Nathan den Bei├čern zukommen lie├č, als diese sich wegen einem erneuten Unterschlupf berieten. Ja, Sie haben richtig geh├Ârt, Nathan ist auch mit von der Partie. Ich bin geneigt, an Boldisz├árs Unschuld zu glauben ... aber nicht an die von Robere. Doch ich bin durchaus bereit, mich vom Gegenteil ├╝berzeugen zu lassen. Wir reisen noch heute ab - sobald wir mit dieser Unterredung fertig sind und Ferrau mich umgekleidet hat.┬ź


Bellamy Bourgeois
┬╗Herr wieso glaubt Ihr Robere h├Ątte Euch verraten, wenn Nathan die Feinde durch unser Land f├╝hrt, wie ein Fremdenf├╝hrer? Verzeiht, wenn ich das sage, aber was ist mit dem Mann los? Er scheint den ├ärger anzuziehen wie ein Magnet und ist seltsamerweise immer dort zu finden, wo der ├ärger am dicksten ist. Wer spaziert freiwillig mit Menschenfressern durch die Gegend? K├Ânntet Ihr dort ein Auge zutun? Da stimmt doch was nicht. Wollt Ihr Euch r├╝sten? Ich kann Euch r├╝sten, Ihr habt mir Kaffee gemacht┬ź, schlug Belly vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Einmal mehr blinzelte Ciel. Diesmal, weil er von dem Vorschlag ├╝berrascht war. Nach kurzem Nachdenken nickte er. ┬╗Dann pellen Sie mich bitte aus diesem Kost├╝m und ziehen mir meine richtigen Kleider an. Meine R├╝stung, absolut korrekt. Die Leichte, ich bin geschw├Ącht. Was ich bei Nathans Erziehung falsch gemacht habe, wei├č ich nicht. Aus dem wilden Tarrik Khawa Steppensturm habe ich versehentlich einen souvagnischen Chevalier gemacht und aus dem einstmals liebenswerten Barden Nathan einen Handlanger der Menschenfresser ...┬ź Ciel stand auf, damit sie keine unn├Âtige Zeit verloren.

Bellamy Bourgeois
┬╗Das glaube ich kaum Herr┬ź, sagte Bellamy und stellte den Kaffeebecher beiseite. Sofort machte er sich daran Ciel auszuziehen und f├╝hrte ihn ins Schlafzimmer. Wenn jemand einen gekonnt und schnell r├╝sten konnte, dann war dies Bellamy. Jeder Handgriff sa├č, denn er hatte den Gro├čteil seines Lebens nichts anderes getan, als sich mit R├╝stungen und Waffen zu besch├Ąftigen. Er beschaute sich sein Werk, ├╝berpr├╝fte den Sitz der R├╝stung und nickte zufrieden. ┬╗Ihr seid abreise bereit Herr aber vorher noch etwas┬ź, sagte Bellamy. Er musterte Ciel ernst, dann dr├╝ckte er ihn felsenfest an sich. ┬╗Danke┬ź, sagte er schlicht, ehe er seinen Herrn wieder freigab.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte die Umarmung. ┬╗Schon gut, Bellamy. Ich bin froh, dass Sie mir erhalten bleiben. Das R├╝sten ging fix┬ź, freute sich Ciel. Der arme Ferrau hatte sich das letzte Mal ziemlich abgem├╝ht, ihn zu r├╝sten. Er hatte dabei keinen Fehler gemacht, aber bei Bellamy merkte man einfach, dass dies seine Bestimmung war. ┬╗Bitte r├╝sten Sie auch noch meinen Ferrau, er muss mitkommen. Aber so leicht wie m├Âglich, vielleicht mit einer Lederr├╝stung und ohne Helm, damit kommt er nicht zurecht. Er ist noch im Thronsaal┬ź, bat Ciel. ┬╗Und sagen Sie bei der Gelegenheit meinem Schwager Linhard, ebenso auch Parcival, Ansgar und dem uns├Ąglichen Brandur, dass wir uns drau├čen bei den H├╝hnern treffen. Nehme ich Remy mit?┬ź, ├╝berlegte Ciel. ┬╗Nein, ich glaube, ihn w├╝rde es mehr ├Ąrgern, wenn er zur├╝ckbleiben muss.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy starrte Ciel an und grinste d├╝mmlich. ┬╗Ich soll ihren Verwandten sagen wir treffen uns bei den H├╝hnern? Also im Frauenfl├╝gel? Herr das ist vielleicht nicht die beste Idee jetzt... ganz wie Ihr w├╝nscht. Kein Helm f├╝r Ferrau, nachher erstickt er uns!┬ź, st├Âhnte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bei den Drachenh├╝hnern┬ź, rief Ciel h├Ąnderingend.

Bellamy Bourgeois
┬╗Drachenh├╝hner! Richtig! Drachen ... Herr, dass war doch nur ein Scherz┬ź, grinste Bellamy verlegen und eilte sofort los, um Ferrau zu r├╝sten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging derweil nach drau├čen und wartete an besagtem Ort. Er tat etwas, dass er nur selten tat - er rauchte. Er w├╝rde es nie zugeben, aber er hatte Angst, dem Lich erneut die Stirn zu bieten. Aber es musste sein. Diese Bedrohung konnte nicht unbehelligt durch Souvagne wandeln. Und er als Bluthexer hatte sich freiwillig dazu verpflichtet, in vorderster magischer Front gegen die Untoten zu k├Ąmpfen. Nerv├Âs ging er auf und ab.

Bellamy Bourgeois
Als Ciel auf und ab lief, fiel ein gro├čer Schatten auf ihn und etwas pickte ihm sanft auf den Kopf. Aquilla musterte ihn und die Krallen an ihren Fl├╝geln klackerten.

Ciel Felicien de Souvagne
Erschrocken wich Ciel ein paar Schritte zur├╝ck. Dieses Huhn hatte seine Kutsche demoliert und ihn fast zu Tode gepickt. Verstohlen hielt er nach Linhard Ausschau, in der Hoffnung, dass das Tier nicht unbeaufsichtigt frei herumlief. ┬╗Schwager?┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy beeilte sich Ferrau abzuholen und diesen zu r├╝sten. Den Leibdiener in eine R├╝stung zu quetschen war wesentlich schwerer als Ciel. Erstens schien er etwas zugelegt zu haben und zweitens hielt der Kerl nicht still. Als es endlich geschafft war, schleifte Bellamy Ferrau hinter sich her und bat Linhard und Brandur sich bei den St├Ąllen einzufinden, dann machte er sich selbst auf den Weg.

Brandur von Hohenfelde
Brandur erschien p├╝nktlich, w├╝rdevoll und bestens gekleidet. Er nickte Ciel zu. Zu dessen Ver├Ąrgerung hatte er Alexandre bei sich untergehakt, der nicht erfreut dreinblickte, das gem├╝tliche Gespr├Ąch im Thronsaal verlassen zu m├╝ssen, aber immerhin froh zu sein schien, dass Linhard ihn nicht wieder trug. ┬╗Hoheit┬ź, gr├╝├čten sie beide.

Bellamy Bourgeois
Bellamy erschien wenig sp├Ąter mit Ferrau. Der Leibdiener sah alles andere als gl├╝cklich aus, aber als er Ciel erblickte hellte sich seine Miene schlagartig auf. Nun konnte er sich allerdings denken, weshalb sie sich versammelt hatten. Er sah, wer seinen Schatz und Herrn begleitete und das lie├č keinen anderen R├╝ckschlu├č zu, als dass sie erneut in die Schlacht zogen. Ferrau eilte auf Ciel zu und umarmte ihn felsenfest. ┬╗Geht es zur Endschlacht?┬ź, fragte er nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte ihn fest und gab ihm einen Kuss. ┬╗Du siehst durch den Wind aus. Hast du dich erschreckt? Ja, wir reisen ab, um den Lich zu stellen. Ich wollte damit noch warten, doch die Dinge haben sich ge├Ąndert.┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard verabschiedete sich von Verrill und kraulte ihm kurz den Bauch,allerdings so, dass es keiner sehen konnte. ┬╗Wir werden die Sache heute beenden┬ź, fl├╝sterte er Greg zu und k├╝sste ihn. Er dr├╝ckte Verrill kurz, dann machte er sich umgehend auf den Weg zu den St├Ąllen. ┬╗Hallo┬ź, gr├╝├čte er freundlich in die Runde und knuffte Ciel zur Begr├╝├čung. Seinen Paps umarmte er liebevoll, ehe er Aquilla einfing und sattelte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dein Huhn hat mich auf den Kopf gepickt┬ź, beschwerte sich Ciel, als Linhard das Tier sattelte. ┬╗Wo bleibt Parcival? Kommt er nicht mit?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Lin streichelte Aquilla liebevoll, so dass sie die Federn aufplusterte. ┬╗Sie meint das lieb. Sie ist eine Sch├Ânheit nicht wahr? Nicht wahr Du bist h├╝bsch!┬ź, grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie ist ein Huhn┬ź, stellte Ciel leidenschaftslos fest. ┬╗Ein Reittier, wie ein Pferd. Ein Transportmittel, wie Remys Kutsche. Und meine, die von irgendwem zerst├Ârt wurde.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau versuchte das Drachenhuhn zur Seite zu schieben, damit es nicht wieder auf die Idee kam, seinen Schatz zu pieken. Danach gesellte er sich wieder zu Ciel und klammerte sich an ihm fest. ┬╗Ja oder wie ein Huhn, dass in die Suppe kommt, wenn es frech wird┬ź, f├╝gte Ferrau mutig an, klammerte sich aber fester und streichelte Ciels Hintern.

Parcival
Das alte Himmelsauge fand sich mit seinem Drachenhahn ebenfalls bei den St├Ąllen ein und musterte Bellamy kopfsch├╝ttelnd. Sein Blick fiel auf Ciel und er nickte dem Princen freundlich zu. ┬╗Ich w├Ąre bereit f├╝r den Aufbruch. Ich hoffe diesmal erledigen wir diese Kreatur┬ź, sagte er vehement.

Linhard von Hohenfelde
Lin klopfte Aquilla auf den Hals und schwang sich auf sein Huhn. ┬╗Sie ist mehr, sie hat mir mein Leben gerettet, als ich von dem Vampir gebissen wurde. Und sie piekt nur auf Freundlichkeit. Paps hock Dich mit auf Aquilla, Ciel?┬ź, fragte Linhard.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aquila kommt in die Suppe, wenn ich nach der Schlacht keine neue Kutsche bekomme, die nicht mindestens so komfortabel ist wie die alte┬ź, bestimmte Ciel und legte den Arm um Ferrau. Dabei musterte er ihn und freute sich ├╝ber die Speckr├Âllchen, die sich hier und da ihren Weg aus der R├╝stung bahnten. Seine Betrachtung wurde von Parcivals Ankunft unterbrochen. ┬╗Sehr richtig! Wir erledigen diesen Lich, der sich als Gott ausgibt. Wo ist Ihr Huhn, Parcival?┬ź Er blickte zu Linhard hinauf und sch├╝ttelte leicht den Kopf. ┬╗Die Sitzordnung f├╝r die Reise ist diesmal etwas anders, da wir bestimmte Dinge unterwegs besprechen m├╝ssen. Ich reise mit Parcival und Bellamy. Ferrau begleitet uns. Die anderen reisen mit Linhard. Auf dem R├╝ckweg w├╝rde ich mir jedoch das Pl├Ątzchen hinter dir gern reservieren.┬ź Er blinzelte seinem Schwager freundlich zu.

Linhard von Hohenfelde
┬╗Das ist direkt unter ihm, er sitzt doch drauf!┬ź, lachte sich Linhard schlapp. ┬╗Du bekommst Deine Kutsche, Aquilla kommt niemals in die Suppe. Alles klar, dann starten wir jetzt durch┬ź, sagte Lin gut gelaunt.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schwang sich hinter Parcival auf den gro├čen Drachenhahn und reichte Ciel die Hand, damit dieser problemlos aufsteigen konnte. ┬╗Beeilt Euch, wer wei├č was mit unseren Leuten geschieht, wenn sie die Menschenfresser stellen┬ź, mahnte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel starrte kurz auf den Stummel seiner Rauchstange. Er sch├╝ttelte den Kopf. Er sollte sich das Rauchen ganz schnell wieder abgew├Âhnen. Er warf den Stummel zu Boden und trat ihn aus, ehe er ihn wieder auflas und vorbildlich in einen M├╝lleimer warf. Er ergriff Bellamys Hand und lie├č sich von ihm auf das Huhn ziehen, ehe er Ferrau hinaufzerrte. ┬╗Schnall dich gut an┬ź, ermahnte Ciel seinen Diener.

Ferrau Du Trieux
Die Augen von Ferrau quollen aus den H├Âhlen, als er h├Ârte dass sie Menschenfresser jagten. Die letzte Jagd war schon schlimm genug gewesen, aber nun das? ┬╗Ciel was hie├čt dass?┬ź, fragte er nerv├Âs und klammerte sich an ihm fest und machte sich so schwer wie m├Âglich.

Ferrau Du Trieux
Parcival gab seinem Drachenhahn die Sporen und das gro├če Tier, schoss mit seinen Reitern in den Himmel davon. ┬╗Richtung Chourinard wurde mir gesagt┬ź, sagte das Himmelsauge und flog in die besagte Richtung.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Absolut richtig, Parcival. Chouinard, die Ruine der Gewitterfeste der Duponts! Derrau, das hei├čt, dass wir ihnen die Z├Ąhne ziehen werden, jedem Einzelnen. In Souvagne werden keine Menschen gegessen! Die Menschenfresser sind die Gruppe, die den Lich unterst├╝tzen. Auch er ist ein Menschenfresser und ich vermute, sie teilen sich ihre Opfer: Der Lich frisst die Seelen und seine Anh├Ąnger den Rest.┬ź Er hoffte, dass der Gurt noch um Ferraus H├╝fte passte. ┬╗Bist du angeschnallt, Schatz?┬ź, fragte er besorgt.

Linhard von Hohenfelde
Aquilla folgte mit Linhard und Brandur den anderen. Knapp ├╝ber ihre K├Âpfe schoss dass kleinere Drachenhuhn ├╝ber sie hinweg und gab die F├╝hrung. Parcival musterte kurz grimmig Linhard, der bei der Flugeinlage seinen Spa├č zu haben schien.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Schwager┬ź, keifte Ciel ihm hinterher, aber dann musste er lachen.

Ferrau Du Trieux
Ferrau hatte die Gurte einfach um seinen Bauch zusammengeknotet. Irgendwie w├╝rden sie schon halten, das wusste er. ┬╗Ja es ist alles in Ordnung┬ź, sagte Ferrau und w├Ąre beinahe vom Drachenhahn gest├╝rzt als Auqilla ├╝ber sie hinweg fegte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel bemerkte das Gefummel hinter sich, griff nach hinten und machte einen ordentlichen Knoten, der sich nicht von allein l├Âsen w├╝rde. ┬╗So ist es besser. Parcival, sagen Sie, waren Sie damals eigentlich beim Fall der Agenten der Autarkie dabei?┬ź

Parcival
Das alte Himmelsauge nickte. ┬╗Ja das war ich Herr, eine schreckliche Angelegenheit. Es wurde eine Bereinigung f├Ąllig, wir setzten alles auf Stand Null. Die Agenten bedrohten die innere Sicherheit massiv┬ź, sagte der alte Mann ernst.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Kannten sie Berzan Bovier?┬ź, wollte Ciel wissen. ┬╗Wenn ja, dann berichten Sie mir bitte von dem Mann.┬ź

Parcival
`Ihr wisst wer in Eurer Begleitung ist, wei├č er Bescheid?┬┤, fragte Parcival mental zur R├╝cksicherung.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Er wei├č Bescheid. Er bat mich um Informationen zu seinem Vater und seinem Bruder, aber weder das Eine noch das Andere konnte ich ihm geben. Von beiden wei├č ich wenig mehr als den Namen und den Beruf. Vielleicht k├Ânnen Sie Bellamy helfen.ÔÇ╣

Parcival
Das alte Himmelsauge nickte. ┬╗Bevor man versteht, was der Verrat der Agenten der Autarkie bedeutet, muss man wissen, wer und was die Agenten waren. Ich fange von vorne an. Die Agenten der Autarkie waren ausschlie├člich dem Duc Rechenschaft schuldig. Damit standen sie ├╝ber jeder sonstigen Exekutive innerhalb des Landes. Zu einem Agenten der Autarkie wurden nur die f├Ąhigsten K├Ąmpfer erhoben. Zudem gab es keine tats├Ąchliche Ausbildung zu einem Agenten, denn die Agenten wurden aufgrund ihrer Bef├Ąhigung oder besonderen Leistung im B├╝ttel- oder Milit├Ąrdienst auserw├Ąhlt. Die Agenten waren Elitesoldaten, die zur Wahrung von Frieden und Stabilit├Ąt innerhalb Souvagnes mit allen Rechten und Freiheiten ausgestattet waren. Sie arbeiteten allein oder in Gruppen von zwei bis drei Personen. Ihr einziges Ziel war es, den Frieden und die Freiheit Souvagnes mit allen Mitteln zu sch├╝tzen. Einige von ihnen waren engagierte K├Ąmpfer, andere versuchten Konflikte mit Diplomatie zu l├Âsen. Wiederum andere waren gnadenlose Schl├Ąchter, die zur Probleml├Âsung jedes st├Ârende Individuum skrupellos beseitigten. Der Einsatz eines Agent war bei Streitigkeiten zwischen Hochadligen wesentlich einfacher, als eine eventuell notwendige Milit├Ąraktion. Jedoch wies ihr Einsatz stets auf ein ernstes Problem hin. Da sie au├čerhalb des Rechtssystems standen und weder den Lehnsherren, noch dem Milit├Ąr unterstellt waren, waren sie von den meisten rechtlichen Konsequenzen komplett ausgeschlossen. Diese Straffreiheit war besonders den Adligen ein Dorn im Auge. Vor allem da die Agenten zum Schutz der Krone wie auch zum Schutze Souvagnes auf jeder Scholle l├Ąutern, sprich t├Âten durften, ohne dem Adelsstand anzugeh├Âren. Einst waren die Agenten eine angesehene Organisation, welche von vielen B├╝rger zeitgleich verehrt wie auch gef├╝rchtet wurde. Als Duc Alain Etienne de Souvagne die Rechte der Agenten der Autarkie beschneiden und anpassen wollte, planten diese einen Staatsstreich. Verhindert wurde dieser durch die Himmelsaugen am 01.11.168. An diesem folgenschweren Tag wurden alle Agenten der Autarkie entweder von den Himmelsaugen pers├Ânlich gerichtet, oder landeten am gleichen Tag noch auf dem Richtblock. Keinem Agenten war es m├Âglich, sich dem Zugriff der Geistmagier des Ordens der Himmelsaugen zu entziehen. Die Redelsf├╝hrer des Aufstandes der Agenten waren Mercer Desnoyer und Berzan Bovier. So wie sie gemeinsam k├Ąmpften, so sind sie auch gemeinsam gefallen. Mercer war der Kommandant und Freund von Bovier, man k├Ânnte sagen sie waren wie Br├╝der. Sie k├Ąmpften bis zum Schluss, also bestand nur eine M├Âglichkeit - da Mercer leider ein zu schlauer Kopf war. Wir benutzten ihn als Waffe gegen seine eigenen Leute. Er hat Verrat an der Krone ver├╝bt, wer w├╝rde ihm da nicht zutrauen auch seine Kameraden zu verraten? Er wurde von einem Himmelsauge mental ├╝bernommen und er t├Âtete zig seiner Kollegen, als er sich gegen sie wandte. F├╝r seinen Verrat ging er als Doppelverr├Ąter in den Tod. Er s├╝hnte damit dass, was er angerichtet hatte. Die schmutzige Waffe wurde am Ende eine saubere durch unsere Nutzung. Seine Kameraden kannten keine Gnade, sie zerfetzten ihn regelrecht. Bovier hat versucht seinen Freund zu retten, aber f├╝r ihn kam jede Rettung zu sp├Ąt, ebenso f├╝r alle anderen. Nicht erst dort, sondern schon da, wo sie den Verrat umsetzten. Sie hatten weitreichende Befugnisse, aber es reichte ihnen nicht aus. Ihre M├Âglichkeiten wurden f├╝r sie zum Selbstl├Ąufer. Jeder Mann und jede Frau die dort diente - ja es dienten auch Frauen - waren knallharte K├Ąmpfer. Bovier versuchte gen Ende zu kapitulieren und aufzugeben. Aber wieviel ist das Wort eines Verr├Ąters noch wert? Und wann schl├Ągt er wieder um? Dennoch wollten wir ihm glauben und erwiesen ihm einen letzten Akt der Gnade, wir schenkten ihren Kindern das Leben. Sie wurden mental bereinigt und auf die Heime verteilt. Und so endete ein Orden, der glorreich und mit den besten Vors├Ątzen anfing. Einst waren es M├Ąnner und Frauen voller Ehre und Stolz. Aber je weiter sie gingen, je m├Ąchtiger sie wurden, je mehr Schranken fielen um so gr├Â├čer wurde ihre Gier und je gr├Â├čer wurden auch ihre Ausuferungen. Der Duc sah nur eine M├Âglichkeit - Machtbeschneidung. Die Agenten sahen dies als pers├Ânliche Kriegserkl├Ąrung und erkl├Ąren nun ihrerseits den Duc f├╝r das Problem. Wohlwissend, dass dem nicht so war. Sie hatten ihre Grenzen missbraucht. Sie t├Âteten nicht mehr im Namen der Krone, sie schlachteten, wenn ihnen danach war. Nun nicht alle, aber ein Gro├čteil sehr wohl. Die wenigsten Agenten waren zum Ende noch friedlich. Aber auch die friedlichen hatten sich dem Widerstand angeschlossen. Ein Staatsstreich, Hochverrat duldet kein Duc und Etienne hat dies ebenfalls mit aller H├Ąrte unterbunden, er befahl ihre v├Âllige Vernichtung und wir vernichteten die Feinde unserer Majest├Ąt und unseres Landes. Und dennoch schenkten wir ihren Kindern Gnade, denn die Kinder waren unschuldig. In Euch lebt das Erbe von Berzan weiter Bellamy┬ź, sagte Parcival. ┬╗In einem anderen Mann lebt das Erbe von Mercer weiter. Und man sieht, die F├Ąhigkeiten, die Euch Eure V├Ąter vererbten zum Guten angewandt, sind ein Segen. Leider haben Eure V├Ąter dies aus den Augen verloren. Sie verloren sind im Hass, in der Gier und vor allem in der Rachsucht. Mercer war am Ende nichts weiter als ein rachezerfressener, hasserf├╝llter Schl├Ąchter, der jeden seiner Feinde tot sehen wollte. Berzan hingegen versuchte noch im letzten Moment zu verhandeln, seine eigenen Leute zu sch├╝tzen und nicht alle samt in den glorreichen Untergang mitzurei├čen wie es Mercer getan h├Ątte. Er konnte seine Kameraden nicht sch├╝tzen, dass musste Berzan verstehen, denn sie alle waren Verr├Ąter. Unentschuldbar. Aber mit seiner letzten guten Tat, rettete er alle Kinder der Agenten - sogar den Sohn Mercers. Er starb dennoch als aufrichtiger Mann, so m├Âchte man meinen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kuschelte sich von hinten an Bellamy an. Er legte seinen Kopf auf dem breiten R├╝cken ab. F├╝r ihn selbst war es interessant zu h├Âren, was Parcival berichtete, f├╝r Bellamy w├╝rde es harte Kost sein. Er merkte nicht viel von Bellamy durch ihre zwei R├╝stungen und er wusste auch nicht, ob Bellamy das leiden mochte, aber wenn nicht, w├╝rde er schon irgendwie zeigen, dass er mehr Abstand brauchte. Im Gegenzug w├╝rde er jedoch nie einr├Ąumen, wenn er nach solch einer Botschaft Beistand ben├Âtigte. ┬╗Chevalier Silvano de Mancini ist der Sohn von Mercer Desnoyer┬ź, erg├Ąnzte Ciel.

Parcival
┬╗Ja das ist korrekt und er steht unter ├ťberwachung, wie jedes Kind der Agenten. Zu unserem wie zu ihrem Schutz. Zwei seiner st├Ąndigen Begleiter sind seine W├Ąchter unsere Augen Herr┬ź, erg├Ąnzte Parcival um Ciel die m├Âgliche Sorge zu nehmen.

Bellamy Bourgeois
Bellamy dr├╝ckte sich gegen Ciel und umfasste mit seiner in einem Panzerhandschuh steckenden Hand die seines Freundes. ┬╗Danke f├╝r die offenen Worte Parcival und Danke Ciel, dass ich sie h├Âren durfte. Ich denke wir alle sind einfach froh, eine Kindheit hinter uns gelassen zu haben, die keine war. Und auch wenn unser Vater ein Verr├Ąter war, hat er uns nicht verraten. Ich kann nicht beurteilen, was ihn oder seine Leute dazu bewogen hat so zu handeln, oder so zu entscheiden. Vielleicht fing es harmlos an... mit einem Wegschauen. Und irgendwann gab es kein Hinschauen mehr, sondern man gab sich dem Kampf v├Âllig hin. Aber das ist nur eine Vermutung, denn auch in der Gruppe die scheinbar ein Feind ist, wie es die Agenten waren findet der Ausgesto├čene Halt. Ein Agent der kein Verr├Ąter sein wollte hatte keine Chance. Entweder geh├Ârt er dazu oder nicht. So kann ich es mir nur vorstellen. Wer verr├Ąt seinen Kameraden? Er hat vielleicht versucht anders zu handeln, ich wei├č es nicht. Vielleicht rede ich mir auch nur etwas sch├Ân. Aber eine gute Tat hat er vollbracht, er rettete die Kinder. Zu welchem Preis? Tja, dass steht auf einem anderen Blatt. Aber ohne diese Rettung h├Ątte es gar keine m├Âgliche Zukunft f├╝r uns gegeben┬ź, sagte Bellamy und dr├╝ckte Ciels Hand dankbar.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den H├Ąndedruck. ┬╗Ich denke, da haben Sie recht, Belly. So, wie Parcival ihn beschrieb, war Berzan auf seine Weise ein ehrbarer Mann. Wissen Sie etwas Pers├Ânliches von ihm zu berichten? Etwas, dass man als Sohn gern von seinem Vater im Ged├Ąchtnis behalten w├╝rde. Und wie sah er aus?┬ź

Parcival
┬╗An das was ich mich besonders erinnere sind seine nachtschwarzen Haare und seine himmelblauen Augen. Ein gro├čer Kontrast, aber das gab ihm ein sehr markantes Aussehen. Er war ein kr├Ąftiger, bulliger Typ, er war ein Mann von enormer Kraft, seine S├Âhne haben genau diese Merkmale von ihm geerbt und ich denke dass ist nicht zu Eurem Nachteil. Ein Mann mit der Statur eines Kriegers, eines K├Ąmpfers, eines Ritters wenn Ihr so m├Âchtet. Und so handelte und agierte er auch. Einen Rest Ehre war ihm geblieben, hatte er niemals verloren. Und er k├Ąmpfte bis zum Schluss f├╝r seine Leute, mit Wort und Schwert, oder besser gesagt der Armbrust. Das ist etwas das mir in Erinnerung blieb und das ich achte. Auch wenn er f├╝r die falschen Ziele einstand. Das tragt Ihr in Euch und ebenso sein anderer Sohn, er vielleicht sogar noch mehr als Ihr, auch wenn Ihr dies sicher nicht gerne h├Ârt┬ź, schmunzelte Paricval.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich, dass Parcival gute Worte ├╝ber Berzan gefunden hatte. Er hoffte, dass dies dazu beitrug, dass Bellamy nicht in Hass an das Geschehen dachte, wenn er sah, dass man seinen Vater trotz aller Verfehlungen in gewisser Weise noch ehrte, anstatt auf sein Andenken zu spucken. ┬╗Ich bin sicher, Berzan w├Ąre stolz auf seine S├Âhne┬ź, sprach Ciel und er meinte es so, wie er es sagte. ┬╗Er hat am Schluss bereut, aber er konnte nicht mehr umkehren. Ab einem bestimmten Punkt ist das nicht mehr m├Âglich. Seine S├Âhne gingen in ihrem Leben den Weg, den er sich wohl insgeheim auch f├╝r sich selbst gew├╝nscht h├Ątte und ganz sicher f├╝r seine Kinder. M├Âchten Sie es Boldisz├ár selbst sagen, wenn wir ihm begegnen, Belly, oder soll ich das f├╝r Sie tun?┬ź

Parcival
┬╗Richtig Herr, der Punkt ohne Wiederkehr. Der Punkt ohne Wiederkehr von Berzan, wurde der m├Âgliche Wende- und Rettungspunkt f├╝r seine S├Âhne und alle anderen Agentenkinder. Wobei wir ├╝berlegt haben, ob der Sohn Mercers ├╝berleben darf. Mercer war die Giftschlange, er war der Kommandant. Treu seinen Leuten gegen├╝ber, aber vergiftete Gedanken bezogen auf den Rest der Welt. H├Ątten sie gewonnen, h├Ątte es so einige von uns nach seinem Urteil nicht mehr gegeben. In dem Fall h├Ątten wir nur auf Berzan hoffen k├Ânnen. Aber wir entschieden uns daf├╝r das Opfer und den letzten Versuch zu ehren von Berzan und so ├╝berlebten alle. Wir standen zu unserem Wort┬ź, sagte das Himmelsauge.

Bellamy Bourgeois
┬╗Es w├╝rde mich freuen, wenn wir das gemeinsam tun k├Ânnten Ciel. Ich m├Âchte es meinem Bruder pers├Ânlich sagen, ich m├Âchte ihm sagen wer ich bin und wie ich f├╝r ihn empfinde. Ohne dass es jetzt l├Ącherlich oder falsch klingt. Ich m├Âchte ihm sagen, dass er nicht allein ist, dass wir nicht alleine sind, sondern das wir uns haben und schon immer hatten. Nur wenn mir die Stimme versagt oder ich was ins Auge bekomme, w├Ąre sch├Ân wenn Du da w├Ąrst┬ź, sagte Bellamy ohne zu merken, dass er den Prince geduzt hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte br├╝skiert. Das tat er immer, wenn jemand eine Grenze ├╝berschritt. Da er so jung und obendrein d├╝nn und blass war, nahm ihn nicht jeder Untertan so ernst, wie er sich das w├╝nschte. Doch dann entspannte er sich. Bellamy und er hatten im sportlichen Wettkampf die Klingen gekreuzt und sein Schwertmeister war sicher der Letzte, der ihn verkannte. ┬╗Ich werde da sein, Belly┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Und es ist in Ordnung, wenn du mich duzt, wenn wir unter uns sind. Nur bitte nicht in der ├ľffentlichkeit. Man nimmt mich auch so schon kaum f├╝r voll. Ich denke, dass Boldisz├ár deine Worte genau so verstehen wird, wie sie gemeint sind. Und Mercers Sohn sollte erfahren, dass die Himmelsaugen ihm besondere Gnade erwiesen haben, wenn er den ersten Schock verdaut hat.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute Ciel ├╝ber die Schulter an. ┬╗Das war keine Beleidigung ich war gedanklich, bei Euch als Kamerad. Ich werde nat├╝rlich die Form wahren in der ├ľffentlichkeit und daf├╝r sorgen, dass man Euch den Respekt erweist, der Euch geb├╝hrt. Nur dort, seid bitte als Kumpel anwesend. Seid einfach da. Ich kenne den Mann nicht Herr, entweder m├╝sst Ihr ihn aufkl├Ąren oder Boldi. Ich denke nicht, dass mir das zusteht. Meinen Bruder hingegen m├Âchte ich pers├Ânlich aufkl├Ąren, er ist mein Bruder, was kann man einem Sch├Âneres sagen, der allein ist? Mir konnte man nichts besseres sagen. Ihr habt erlebt wie wir denken, wie ich dachte. In so eine Richtung h├Ątte ich doch nie gedacht. Leider┬ź, sagte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗┬╗Es ist schon in Ordnung, Belly. Nehmen Sie mir mein gelegentliches Gezicke nicht krumm, ich habe viel durchgemacht, unter anderem die Leichen zweier von den Menschenfressern angefressenen Babys geborgen. Meine Nerven liegen blank und dann neige ich dazu, launisch zu werden. Ich werde froh sein, wenn der ganze ├ärger vorbei ist. Welche Richtung meinen Sie, in die Sie nie gedacht h├Ątten? Sie haben Recht, Boldisz├ár sollte es dem Chevalier de Mancini selbst ├╝bermitteln, wenn die beiden sich wirklich so nahestehen, wie behauptet wird.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ich wei├č das Herr, ich wollte Euch damit nur sagen, egal wo und wie, ich bin f├╝r Euch da. Mit dem Ihr, Sie oder Du, wie Ihr es w├╝nscht oder erlaubt. Nur dort ben├Âtige ich keinen Herrn, ich ben├Âtige einen Freund. Denn versteht mich bitte nicht falsch, meinem einzigen Garde Kumpel muss ich sagen dass er mein Bruder ist. Er kann mir also nicht beistehen und wen habe ich sonst noch? Euch. Das ist Euer Part mir das H├Ąndchen zu halten, ja ich gebe es zu ich ben├Âtige es, weil ich mich tierisch freue und zeitgleich soviel Angst habe keinen Ton herauszubekommen. Wie sagt man so etwas gewaltiges ohne dass einem die Stimme versagt, man l├Ącherlich klingt oder piepsig wie ein M├Ądchen? Darf man ihn dr├╝cken, boxen oder knuffen? Oder ist das zu locker und wirkt deplaziert? Darf ich ihn umarmen und weinen? Oder wirke ich dann wie eine Memme? Was ist richtig? Was falsch, ich wei├č es nicht und ich hoffe ich wei├č es sobald ich ihm dabei ins Gesicht sehe. Damit ich wei├č was ich tun darf. Ich m├Âchte ihm einfach sagen wir geh├Âren zusammen und ich bin immer f├╝r Dich da. Das soll er h├Âren und sehen und sp├╝ren wenn er es zul├Ąsst. Wer das ├╝berlebt hat, was Ihr ├╝berlebt habt, Eure K├Ąmpfe k├Ąmpfte und sich Eure Gedanken machen musste, soll mir beweisen dass er nicht launisch w├Ąre. Wir kl├Ąren dass Herr, wir lassen nicht zu dass diese Kreatur einen von uns bedroht, oder Euch schadet. Sie wird niemandem mehr schaden┬ź, sagte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte Bellamy. ┬╗Wir reden ja gerade privat. Sag du zu mir, bis es ans Eingemachte geht. Boldisz├ár wird genau so wenig wissen, was er darf und ebenso keine Stimme haben. Aber er ist unkompliziert und du bist einf├╝hlsamer, als du zugeben magst. Ihr werdet in diesem Augenblick wissen, was zu tun ist. Du solltest abends nicht so oft allein vor dem Palast sitzen und rauchen. Gesell dich zu den Kameraden, die Feierabend machen. Boldisz├ár und Robere lassen den Abend oft drau├čen gemeinsam ausklingen und plaudern noch ein wenig oder gehen mit den Kameraden in die Stadt. Du kommst doch mit beiden gut aus. Oder ansonsten werden andere Gardisten deine Wellenl├Ąnge sein. Du bist aber auch bei mir willkommen, wenn meine Zeit und Ferrau es erlauben. Ein wenig Freizeit brauche sogar ich und die verbringe ich gern mit Leuten, die ich mag.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Danke, ich werde Dich gerne nach Feierabend besuchen und falls Du keine Zeit oder Lust hast, klincke ich mich an die anderen. Aber nach dem Verlust meines Postens musste ich einfach f├╝r mich sein und nachdenken. Vielleicht habe ich es damit ├╝bertrieben. Ich hoffe er sieht es genauso und freut sich┬ź, gr├╝belte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh, ich bin sicher, dass er das wird. Warum sollte er auch nicht? Er war genau so sein Leben lang allein, von seinem Ersatzbruder abgesehen. Siehst du, da hast du die Antwort. Er hat sich sogar einen Ersatzbruder gesucht. Er wird aus allen Wolken fallen, wenn ihm das Original seine Identit├Ąt offenbart, aber im guten Sinne. Und ihr beide solltet ├╝berlegen, ob ihr eine ├änderung des Nachnamens beantragt ... Bellamy Bovier und Boldisz├ár Bovier.┬ź
Souvagne zog unter ihnen hinweg und Linhard hatte seine Flugeinlagen eingestellt. Der restliche Flug verlief ruhig und sie sammelten ihre Kr├Ąfte und ihre Konzentration f├╝r den bevorstehenden Kampf.
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Silvano de Mancini
Chevalier
Beitr├Ąge: 73
Registriert: Sa 18. Aug 2018, 21:53
Volk: Souvagner

Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#4

Beitrag von Silvano de Mancini » So 26. Aug 2018, 03:45

Ciel Felicien de Souvagne
Die Burgruine lag im dichten Nebel, der vom Moor heraufstieg. Es war ein warmer Abend und der wei├če Dunstschleier verdeckte die Sicht auf das Tal, welches die Gewitterfeste umgab. Der felsige Berg in der Mitte war auf traurige Weise gekr├Ânt von den ├╝brig gebliebenen Wandst├╝cken. Ein Eingang ins Gew├Âlbe war unter dem Unkraut und den wild wachseneden B├Ąumen aus der Luft nicht zu erkennen. ┬╗Da unten sind sie┬ź, rief Ciel. Durch den Nebel schob sich eine Reihe schwarz ger├╝steter Gestalten auf schwarzen Pferden samt einiger Begleiter. Khawa schon vor l├Ąngerer Zeit vorgegangen und hatten zu Fu├č den Weg durch das Moor erkundet und in der Ruine ein Feuer vorbereitet, das nun den Reitern ebenso den Weg wies wie den Neuank├Âmmlingen aus der Luft. ┬╗Gehen wir runter┬ź, befahl Ciel. Die Cockatrices landeten etwas abseits, ebenso wie der Pferde au├čerhalb der Ruine grasen durften. Die Reiter aller Tiere hingegen trafen sich beim Feuer und es gab ein lautstarkes Begr├╝├čungszeremon.

Bellamy Bourgeois
Bellamy sprang wie alle anderen ebenfalls von dem gro├čen Drachenhahn. Die Burgruine war etwas Beklemmendes. Hier hatte eine Familie gelebt, geliebt und gelacht und ├╝brig blieben davon nur eine alte Ruine, alte Steine die von vergangenen Zeiten sprechen konnten. Sein Gang kam der Ruine gleich, er hatte Boldiszar davon zu berichten, welche Steine sie beide in ihrer Familienruine waren. Aber im Gegensatz zu ihm, schien Boldi einen Stein wieder aufgehoben und auf einen anderen gestellt zu haben. Oder sogar mehr als einen, denn durch seine Freundschaft, Partnerschaft oder was auch immer er mit dem fremden Chevalier eingegangen war, war ein Stein ins Rollen gekommen, der eine uralte versch├╝ttete Wahrheit wieder ans Tageslicht bef├Ârdert hatte. Vielleicht w├╝rde dies eines Tages auch mit den Duponts geschehen, denn dass sie genau hier an dieser Ruine standen, war doch sicher kein Zufall. So wie der Name Dupont f├╝r Ungl├╝ck stand, so hoffte Bellamy heute, w├╝rden ihm die Ahnen all jener die hier grundlos starben, den R├╝cken st├Ąrken und ihm beistehen. Ihr Leben waren vergangen und im Nebel der Zeit davongeweht, vielleicht aber auch schauten sie aus der seltsamen Nebelbank zu und wunderten sich, warum ihre tote Burg heute mehr Leben als in den letzten Jahren enthielt. M├Âglicherweise fragte sie sich sogar, was hier unten los war oder wussten es bereits. Bellamy schaute zu dem Nebel auf, aber was immer er hoffte dort zu finden, er sah es nicht. Wozu auch? Alles was er ben├Âtigte trug er im Hirn und im Herzen. Langsam ging er auf Boldiszar zu und schaute seinen alten Kameraden lange an. "Lange nicht gesehen und doch wiedererkannt Boldi. Auf eine Zigarette? Ich muss mit Dir dringend sprechen", bat Bellamy.

Boldiszàr
Boldisz├ár, der sich gerade mit Etienne besprochen hatte, ├╝bergab dem rothaarigen Gardisten das Kommando und begleitete Bellamy. Sie stapften durch das feuchte Gras, bis sie in ausreichender Entfernung zu den anderen waren. ┬╗Was gibt`s?┬ź, fragte Boldisz├ár auf die ihm eigene pragmatische Art und Weise.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute Boldiszar ernst an und wusste schlagartig nicht wie er anfangen sollte. Nun wenn man jemanden auf eine Zigarette einlud, war es am besten ihm auch eine anzubieten. Bellamy grinste schr├Ąg und hielt Boldi eine Rauchstange hin. "Wir haben zu reden, privat, es ist wichtig und ich tue mich echt schwer damit. H├Âr mir zu in Ordnung? Bitte", bat Bell.

Boldiszàr
┬╗Noch sind die Bei├čer nicht da, wir haben also Zeit f├╝r einen Plausch.┬ź Boldisz├ár fragte sich, worum es Bellamy gehen mochte. ┬╗Wegen Vano?┬ź, riet er. Er nahm die Rauchstange entgegen, klemmte sie zwischen seine Lippen und wartete, das Bellamy sie entz├╝ndete.

Bellamy Bourgeois
Bellamy z├╝ndete Boldiszars Rachstange an und dann die eigene, gleichzeitig erleichterte ihm Boldi den Einstieg, wof├╝r Belly ihm dankbar war. "Unter anderem auch, denn genau dass f├╝hrte zu der Offenbarung eines alten Geheimnisses. Erz├Ąhl mir von ihm. Seid Ihr Freunde oder seid Ihr mehr? Du wirst gleich verstehen, warum ich Dich das frage. Und Du wirst begreifen, dass mich das weit mehr angeht, als Du jetzt gerade glaubst. Aber aus einem guten Grund, aus einem sch├Ânen Grund Boldi. Ich wei├č nur noch nicht Recht wie ich anfangen soll. Es sind sehr viele und tiefe Infos auf einmal. Und Du sollst nicht ohne das Wissen in die Schlacht ziehen. Drum hock Dich und erz├Ąhl mir von dem Mann, von dem scheinbar jeder die Maske kennt, aber nicht den Kerl dahinter. Freund oder Geliebter Boldi? Was ist er? Wer ist er?", fragte Belly und knuffte Boldi vor die Schulter. Es f├╝hlte sich ganz anders an mit dem Wissen, ├╝ber das er jetzt verf├╝gte.

Boldiszàr
Boldisz├ár grunzte, als Bellamy ihn mit der Faust knuffte. Nachdem er sich daran gew├Âhnt hatte, dass der kein Palaisin mehr war, fand er, dass sich die Kameradschaft zwischen ihnen zu einer Freundschaft entwickelt hatte. Sie hatten sich schon immer gut verstanden, aber seit das offizielle Ranggef├Ąlle weg war, konnten sie ungezwungener miteinander umgehen. So setzte er sich, wie Bellamy gemeint hatte, auf einen Mauerrest, der nun eine Bank bildete. ┬╗Du wei├čt, dass Silvano ├ärger bekommt, wenn ich jetzt was Falsches sage. Drum muss ich dich bitten, zu schweigen. Du hast oft f├╝r mich geschwiegen und f├╝r meine M├Ąnner. Du hast daf├╝r hart bezahlt. Wenn du es trotzdem noch einmal tun w├╝rdest, werde ich dir sagen, was du zu h├Âren w├╝nschst.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy setzte sich direkt neben Boldi und nickte grinsend. "Ich schweige f├╝r Dich, aber glaube mir, was Du im Gegenzug von mir erf├Ąhrst, ist nichts gegen das was Du mit Silvano getan haben k├Ânntest. Ein paar verstohlene K├╝sse in einem Seitenflur ist wirklich niedlich dagegen, was ich Dir offenbaren muss und werde. Ich m├Âchte nur einen guten Einstieg finden, einen wo Du siehst, was mir wichtig ist, wer. Es geht um Dich. Aber auch um Silvano. Also ich schw├Âre Dir ich schweige. Allerdings wirst Du nicht schweigen und dass was ich Dir gleich erkl├Ąre Silvano erl├Ąutern m├╝ssen. Falls ich stocke, mal nicht weiterwei├č oder so, denk nicht ich habe sie nicht mehr alle. Das f├Ąllt mir schwer. Drum probiere ich es etwas ├╝ber die Flanke", grinste Bell und nahm einen tiefen Zug aus der Rauchstange. "Erz├Ąhl mir alles ├╝ber Euch, ich schweige wof├╝r Du oder er ├ärger bekommen k├Ânnte. Ich m├Âchte es aus einem guten Grund wissen".

Boldiszàr
Boldisz├ár nahm einen tiefen Zug von seiner Rauchstange und pustete den Rauch langsam wieder aus. ┬╗Vano und ich sind zusammen. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig, mit Treuegel├Âbnis und Zukunftspl├Ąnen und allem Drum und Dran. Er hat mich damit ziemlich ├╝berfahren, aber dann fand ich`s geil. Inzwischen find ich es weitaus mehr, er ist nicht nur ein hei├čer Feger, sondern hat einen wirklich anst├Ąndigen Charakter. Ich h├Ątte nicht gedacht, dass ich solche Worte mal in den Mund nehmen w├╝rde, aber ich liebe den Typen. Hab mich voll in den verschossen. Er hat eine romantische Ader und wir waren nachts unterm Sternenhimmel im Meer baden. Meine Zeit bei der Leibgarde neigt sich dem Ende, Belly. Ich werde nicht j├╝nger und nun wei├č ich, wie es danach weitergehen wird. Das war eine Sache, die ich lange vor mir hergeschoben hatte und Vano hat mir die L├Âsung pr├Ąsentiert. Sobald alles in Sack und T├╝ten ist, ├╝bergebe ich Unit├Ę B in die H├Ąnde von Etienne und fang auf seinem Kriegsschiff an.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy h├Ârte Boldi zu und rauchte dabei gen├╝sslich seine Rauchstange. Einerseits konnte er kaum glauben, was er da h├Ârte. Boldi, verliebt? Verschossen? Zukunftpl├Ąne? Und das mit einer m├Ąnnlichen Modepuppe vom Hof? Auf der anderen Seite hatte Ciel zu Recht gesagt, Kapit├Ąn der Kriegsmarine wurde man sicher nicht weil man bei hohem Seegang noch zielsicher Lidschatten auftragen konnte. Und so anst├Ąndig wie Boldi von ihm redete, musste es ein guter Kerl sein. Selbst wenn er die bef├╝rchtete Modepuppe w├Ąre, daf├╝r Boldi aber genau das Gef├╝hl schenkte, einfach nur gut zu ihm war und ihn ebenso liebte, was w├Ąre daran falsch? Nichts, ├╝berhaupt nichts, denn wann hatten sie diesen Umstand je? Es war ein Privileg geliebt zu werden und Bellamy freute sich derma├čen f├╝r seinen Bruder, dass er daf├╝r keine Worte fand. Er grinste ihn bl├Âde an und legte ihm einen Arm um die Schulter. Er f├╝hlte das Gl├╝ck mit, aber er f├╝hlte auch einen Stich, dass er so etwas nicht empfinden konnte. Oder es zumindest glaubte. Aber das hatte hier nichts verloren. Es ging um die Beziehung von seinem Bruder. Das er keine haben w├╝rde, war sein Bier. Er hatte hier seinem Bruder den Hintern, die Zukunft und die Beziehung zu retten. Bellamy r├Ąusperte sich. "Also habe ich einen Schwager ja?", fragte er ger├╝hrt und lehnte seine Stirn gegen die von Boldi.

Boldiszàr
┬╗Wenn man so will┬ź, schmunzelte Boldisz├ár. Er freute sich, dass Bellamy ihn als Wahlbruder betrachtete. Er hatte nichts dagegen. Vielleicht war Bellamy sogar ein bisschen wehm├╝tig, weil sein Kamerad die Leibgarde verlie├č und auf ein Schiff zog. Wann und ob sie sich wiedersehen w├╝rden, stand danach in den Sternen. ┬╗Wir sollten einen trinken gehen, bevor ich abreise┬ź, meinte Boldisz├ár.

Bellamy Bourgeois
"Ich meine das nicht im ├ťbertragenen Sinne Boldi, Du bist mein Bruder. Unser Vater war Berzan Bovier. Berzan Bovier war ein Agent der Autarkie. Sein bester Freund und Kommandant war ein Agent namens Mercer Desnoyer. Mercer Desnoyer und Berzan Bovier begingen mit den Agenten der Autarkie Hochverrat und wurden daf├╝r vernichtet Boldi. Du bist der leibliche Sohn eines der R├Ądelsf├╝hrer und zwar von Bovier. Dein Mann Silvano de Mancini ist der leibliche Sohn von Mercer Desnoyer. Ihr beiden, wir drei haben den gleichen Hintergrund. Aus dem Grund erst, wurde mir die Wahrheit offenbart. Du und Silvano, mit Euch beiden haben sich zwei S├Âhne zusammengetan, deren V├Ąter die K├Âpfe einer Verschw├Ârung waren. Ich erkl├Ąrte Dir gleich wer die Agenten waren und was passierte, so wie man es mir erl├Ąuterte Boldi. Aber vorher m├Âchte ich wissen, dass Du mir immer sehr nahe gestanden hast, dass ich mehr als bei jedem anderen ein Auge zudr├╝ckte und nicht wusste warum, nun wei├č ich es Bruder", sagte Belly und dr├╝ckte Boldi fest an sich.

Boldiszàr
Boldisz├ár konnte als hauptberuflicher K├Ąmpfer Informationen sehr schnell verarbeiten und darauf reagieren. Doch jetzt war es, als ob sein Gehirn kurz aussetzte. Einen Moment lang wusste er nicht, ob er das alles richtig verstanden oder nur getr├Ąumt hatte. Als Bellamy ihn felsenfest umarmte, wusste er, dass er sich weder verh├Ârt noch eingebildet hatte. Einen langen Moment hing er schweigend in Bellamys Umarmung, ehe er ihn vorsichtig zur├╝ck umarmte. Dann wich er zur├╝ck, wobei er ihn an den Schultern festhielt und ihm ins Gesicht starrte. Es war ein analytisches Starren, weil er nach ├ähnlichkeiten suchte. Sie waren nicht zu verleugnen. Nicht nur, was das tiefschwarze Haar und die hellblauen Augen betraf, sondern auch ihre kr├Ąftige Kiefermuskulatur und die dichten Brauen ├Ąhnelten sich. Genau genommen war das Einzige, was sie optisch deutlich unterschied, die Nase. ┬╗Bei der Verteilung der Nasen hast du eindeutig als erstes Hier gerufen, so das f├╝r mich nur eine Kartoffel ├╝brig geblieben ist, die obendrein nach oben zeigt. Das ist das Privileg der Erstgeborenen. Dann bist du ja mein gro├čer Bruder! Ich ... bin von den Socken┬ź, stammelte Boldisz├ár. ┬╗Mann, Belly, das ist ja ... das ist ja fabelhaft! Wir zwei sind Br├╝der! Ist das geil?┬ź Sein bis gerade eben vor Schreck noch starres Gesicht lockerte sich auf und er feixte. Das Feixen wurde zu einem Lachen.

Bellamy Bourgeois
Bellamy grinste Boldi genauso breit an und musste bl├Âde lachen. "Unser Vater sah wohl ebenso aus. Schwarze Haare, blaue Augen und unsere Statur. H├Âr mir nun genau zu Boldi, denn Du musst Deinem Mann die Geschichte erz├Ąhlen. Er hat es etwas ung├╝nstiger getroffen als wir. Bevor man versteht, was der Verrat der Agenten der Autarkie bedeutet, muss man wissen, wer und was die Agenten waren. Ich fange von vorne an. Die Agenten der Autarkie waren ausschlie├člich dem Duc Rechenschaft schuldig. Damit standen sie ├╝ber jeder sonstigen Exekutive innerhalb des Landes. Zu einem Agenten der Autarkie wurden nur die f├Ąhigsten K├Ąmpfer erhoben. Zudem gab es keine tats├Ąchliche Ausbildung zu einem Agenten, denn die Agenten wurden aufgrund ihrer Bef├Ąhigung oder besonderen Leistung im B├╝ttel- oder Milit├Ąrdienst auserw├Ąhlt. Die Agenten waren Elitesoldaten, die zur Wahrung von Frieden und Stabilit├Ąt innerhalb Souvagnes mit allen Rechten und Freiheiten ausgestattet waren. Sie arbeiteten allein oder in Gruppen von zwei bis drei Personen. Ihr einziges Ziel war es, den Frieden und die Freiheit Souvagnes mit allen Mitteln zu sch├╝tzen. Einige von ihnen waren engagierte K├Ąmpfer, andere versuchten Konflikte mit Diplomatie zu l├Âsen. Wiederum andere waren gnadenlose Schl├Ąchter, die zur Probleml├Âsung jedes st├Ârende Individuum skrupellos beseitigten. Der Einsatz eines Agent war bei Streitigkeiten zwischen Hochadligen wesentlich einfacher, als eine eventuell notwendige Milit├Ąraktion. Jedoch wies ihr Einsatz stets auf ein ernstes Problem hin. Da sie au├čerhalb des Rechtssystems standen und weder den Lehnsherren, noch dem Milit├Ąr unterstellt waren, waren sie von den meisten rechtlichen Konsequenzen komplett ausgeschlossen. Diese Straffreiheit war besonders den Adligen ein Dorn im Auge. Vor allem da die Agenten zum Schutz der Krone wie auch zum Schutze Souvagnes auf jeder Scholle l├Ąutern, sprich t├Âten durften, ohne dem Adelsstand anzugeh├Âren. Einst waren die Agenten eine angesehene Organisation, welche von vielen B├╝rger zeitgleich verehrt wie auch gef├╝rchtet wurde. Als Duc Alain Etienne de Souvagne die Rechte der Agenten der Autarkie beschneiden und anpassen wollte, planten diese einen Staatsstreich. Verhindert wurde dieser durch die Himmelsaugen am 01.11.168. An diesem folgenschweren Tag wurden alle Agenten der Autarkie entweder von den Himmelsaugen pers├Ânlich gerichtet, oder landeten am gleichen Tag noch auf dem Richtblock. Keinem Agenten war es m├Âglich, sich dem Zugriff der Geistmagier des Ordens der Himmelsaugen zu entziehen.

Bellamy Bourgeois
Die R├Ądelsf├╝hrer des Aufstandes der Agenten waren Mercer Desnoyer und Berzan Bovier. So wie sie gemeinsam k├Ąmpften, so sind sie auch gemeinsam gefallen. Mercer war der Kommandant und Freund von Bovier, man k├Ânnte sagen sie waren wie Br├╝der. Sie k├Ąmpften bis zum Schluss, also bestand nur eine M├Âglichkeit - da Mercer leider ein zu schlauer Kopf war. Wir benutzten ihn als Waffe gegen seine eigenen Leute. Er hat Verrat an der Krone ver├╝bt, wer w├╝rde ihm da nicht zutrauen auch seine Kameraden zu verraten? Er wurde von einem Himmelsauge mental ├╝bernommen und er t├Âtete zig seiner Kollegen, als er sich gegen sie wandte. F├╝r seinen Verrat ging er als Doppelverr├Ąter in den Tod. Er s├╝hnte damit dass, was er angerichtet hatte. Die schmutzige Waffe wurde am Ende eine saubere durch unsere Nutzung. Seine Kameraden kannten keine Gnade, sie zerfetzten ihn regelrecht. Bovier hat versucht seinen Freund zu retten, aber f├╝r ihn kam jede Rettung zu sp├Ąt, ebenso f├╝r alle anderen. Nicht erst dort, sondern schon da, wo sie den Verrat umsetzten. Sie hatten weitreichende Befugnisse, aber es reichte ihnen nicht aus. Ihre M├Âglichkeiten wurden f├╝r sie zum Selbstl├Ąufer. Jeder Mann und jede Frau die dort diente - ja es dienten auch Frauen - waren knallharte K├Ąmpfer. Bovier versuchte gen Ende zu kapitulieren und aufzugeben. Aber wieviel ist das Wort eines Verr├Ąters noch wert? Und wann schl├Ągt er wieder um? Dennoch wollten wir ihm glauben und erwiesen ihm einen letzten Akt der Gnade, wir schenkten ihren Kindern das Leben. Sie wurden mental bereinigt und auf die Heime verteilt.

Bellamy Bourgeois
Und so endete ein Orden, der glorreich und mit den besten Vors├Ątzen anfing. Einst waren es M├Ąnner und Frauen voller Ehre und Stolz. Aber je weiter sie gingen, je m├Ąchtiger sie wurden, je mehr Schranken fielen um so gr├Â├čer wurde ihre Gier und je gr├Â├čer wurden auch ihre Ausuferungen. Der Duc sah nur eine M├Âglichkeit - Machtbeschneidung. Die Agenten sahen dies als pers├Ânliche Kriegserkl├Ąrung und erkl├Ąren nun ihrerseits den Duc f├╝r das Problem. Wohlwissend, dass dem nicht so war. Sie hatten ihre Grenzen missbraucht. Sie t├Âteten nicht mehr im Namen der Krone, sie schlachteten, wenn ihnen danach war. Nun nicht alle, aber ein Gro├čteil sehr wohl. Die wenigsten Agenten waren zum Ende noch friedlich. Aber auch die friedlichen hatten sich dem Widerstand angeschlossen. Ein Staatsstreich, Hochverrat duldet kein Duc und Etienne hat dies ebenfalls mit aller H├Ąrte unterbunden, er befahl ihre v├Âllige Vernichtung und wir vernichteten die Feinde unserer Majest├Ąt und unseres Landes. Und dennoch schenkten wir ihren Kindern Gnade, denn die Kinder waren unschuldig. In Euch lebt das Erbe von Berzan weiter Bellamy..... dass war es, was Parcival mir ├╝ber unseren Vater und den Vater von Silvano erz├Ąhlte. Aber es geht noch weiter.

Bellamy Bourgeois
In einem anderen Mann lebt das Erbe von Mercer weiter. Und man sieht, die F├Ąhigkeiten, die Euch Eure V├Ąter vererbten zum Guten angewandt, sind ein Segen. Leider haben Eure V├Ąter dies aus den Augen verloren. Sie verloren sind im Hass, in der Gier und vor allem in der Rachsucht. Mercer war am Ende nichts weiter als ein rachezerfressener, hasserf├╝llter Schl├Ąchter, der jeden seiner Feinde tot sehen wollte. Berzan hingegen versuchte noch im letzten Moment zu verhandeln, seine eigenen Leute zu sch├╝tzen und nicht alle samt in den glorreichen Untergang mitzurei├čen wie es Mercer getan h├Ątte. Er konnte seine Kameraden nicht sch├╝tzen, dass musste Berzan verstehen, denn sie alle waren Verr├Ąter. Unentschuldbar. Aber mit seiner letzten guten Tat, rettete er alle Kinder der Agenten - sogar den Sohn Mercers. Er starb dennoch als aufrichtiger Mann, so m├Âchte man meinen. Damit endete die Erkl├Ąrung von Parcival.

Bellamy Bourgeois
Du und Silvano bedeutet f├╝r die Krone und die Himmelsaugen die Auferstehung von Bovier und Desnoyer. Und deshalb wurden wir informiert, damit wir beweisen k├Ânnen, dass wir f├╝r uns selbst stehen und nicht die Spiegelbilder unserer V├Ąter sind Boldi", sagte Bellamy und strich seinem Bruder ├╝ber die struppigen Haare.

Boldiszàr
Boldisz├ár fiel es schwer, wieder etwas Abstand zwischen sie zu bringen, damit sie vern├╝nftig reden konnten. Die Kameraden oben auf der Burg guckten schon neugierig, was sie hier trieben. Zuf├Ąllig mussten sie genau so laufen, dass sie Bellamy und Boldisz├ár auf der Mauer sahen. Sie drehten nicht den Kopf in ihre Richtung, aber nat├╝rlich guckten sie trotzdem. Die Informationen, die sein Bruder ihm gab, waren heftig. ┬╗Schei├če gelaufen┬ź, murrte er und warf einen Blick in Richtung Parcival und Jules. ┬╗Lass mich raten. Sie wollen uns auslesen, nicht wahr? Berzan Bovier ... Vater. Total seltsam, auf einmal seinen Namen zu kennen. Und Mercer, der Schl├Ąchter. Deswegen schei├čt der Duc sich jetzt also ein?┬ź Boldisz├ár runzelte besorgt die Stirn. ┬╗Wieso haben die uns das nicht schon vorher gesagt, wenn sie wussten, dass wir Br├╝der sind? Das ist unfair, oder? H├Ątten wir das eher gewusst, h├Ątten wir viel mehr Zeit miteinander verbracht.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Vermutlich hatten sie Angst, dass die ├ťberlebenden Kinder einander suchen. Und nat├╝rlich h├Ątten wir mehr Zeit miteinander verbracht. Was ist mit Robere? Ist er einer von uns? Lass das blo├č keinen h├Âren, nachher meinen die wirklich noch wir planen den Weltuntergang. Hast Du Dich anders im Bezug zu mir gef├╝hlt als zu anderen, so wie ich? Ich f├╝hlte mich bei Dir irgendwie immer... anders halt. Ich habe immer angenommen, es beruht auf unserer gemeinsamen Vergangenheit. Man es beruht sogar darauf! Nur hielt ich unsere gemeinsame Vergangenheit f├╝r das Gleichnis wir beide sind Heimkinder! Das wir tats├Ąchlich eine gemeinsame Vergangenheit haben, dass habe ich nicht gewusst. Aber irgendwie warst Du mir vertraut und ich dachte eben, weil Du mich verstehst, weil Du das Gleiche durchgemacht hast. Was ist mit Robere? Ist er ein Agentenkind? Was meinst Du? Und was ist mit Silvano? Hast Du zu ihm einen guten Draht? Kannst Du ihm das sagen? Oder hast Du Bedenken, dass er abweisend reagiert? Tja wie sagt man sowas auch? Hallo Liebling, wusstest Du dass ausgerechnet unsere beiden V├Ąter Hochverr├Ąter waren? Stell Dir dass mal vor! Unsere Familien arbeiteten schon immer zusammen. Und wie war Dein Tag? Viele Krabben gefangen? Oder was sagt man da?", gr├╝belte Bell.

Boldiszàr
┬╗Doch┬ź, sagte Boldisz├ár und nickte. Da ihm die Rauchstange heruntergefallen war, drehte er sich eine neue und brauchte daf├╝r doppelt so lange wie sonst. ┬╗Doch, ich hab auch was gesp├╝rt. Aber ich hab das beiseitegeschoben, weil ich dachte, na ja, ich dachte, mein Hirn will sich in dich verknallen. Das konnte ich nicht gebrauchen und wusste ja, wie du tickst, drum bin ich etwas auf Abstand geblieben. Dabei war das Bruderliebe ... wir haben das unterbewusst gesp├╝rt! H├Ątte ich das gewusst! Man darf nicht trennen, was zusammengeh├Ârt. Wir h├Ątten so eine geile Zeit verbringen k├Ânnen. Stattdessen erfahre ich, was los ist, kurz bevor ich abreise. Ich k├Ânnt grad...! Ich hab ein total komisches Gemisch aus Freude und Wut in mir! Belly...!┬ź Er umarmte ihn noch einmal fest. ┬╗Wieso haben Sie unsere Mutter get├Âtet und die anderen? Vielleicht hatten wir noch Tanten und Onkel und Cousins und Cousinen! Was soll jetzt mit uns passieren? Ich bin grad bisschen durch den Wind. Was mit Robby ist, wei├č ich nicht. Wir haben uns immer vorgestellt, dass wir wirklich Br├╝der sind, weil wir beide schwarzes Haar haben und uns sehr nahestehen. Wir sind miteinander umgegangen, als w├Ąren wir es wirklich. Aber das war nur Fantasterei. Stattdessen hatte ich meinen leiblichen Bruder die ganze Zeit vor der Nase! ├ťber Robbys Eltern wei├č ich nichts. Aber ich vermute, dass er einen Sohn hat, der bei Silvano auf dem Schiff dient. Zu Silvano habe ich einen sehr guten Draht und ja, ich werde es ihm einfach so sagen. Wozu um den hei├čen Brei herum reden?┬ź

Bellamy Bourgeois
"Weil ich vermute, dass er deshalb ├ärger am Hof hatte, ich wei├č leider nichts genaues. Robby ist und bleibt Dein Wahlbruder Boldi, schm├Ąlere das nicht. Er war alles was Du hattest und Du warst alles f├╝r ihn. Warum sie alle get├Âtet haben, kann ich Dir nicht sagen. Vermutlich um wie es Parcival sagte auf Stand Null zu setzten. Jeder der direkt und indirekt mit dem Verrat zu tun hatte ist tot. Ja ich f├╝hle das gleiche wie Du. Freude dass wir uns nun haben, Verwirrung wegen den Informationen zu unserem Vater, Trauer um die verlorene Zeit. Wozu hat man uns denn getrennt? Das h├Ątte man uns doch lassen k├Ânnen. Angst um die Zukunft, vor allem Angst um Dich, Angst um Silvano - um einen f├╝r mich Unbekannten! Angst Dich zu verlieren, dass Du nicht wieder zur├╝ckkommst. Dabei bin ich als erster gegangen da ich geflogen bin. Wer hat mich vom Richtplatz geholt und mir die weitere Schande erspart? Du Boldi. Und wem habe ich scheinbar einfach so meine effektivste Waffe geschenkt, f├╝r den Wenn-Fall? Dir Boldi. Ja sie werden uns auslesen, aber allen voran Dich und Silvano. Ihr habt nie etwas anderes besprochen, als Eure Zukunft ja? Ihr habt nie irgendein eine sagen wir mal Gemeinheit geplant die man ├╝bel auffassen k├Ânnte? Du kennst doch solche Abendspinnereien - was w├╝rde ich tun wenn ich Duc w├Ąre? Nun das solltet Ihr nicht durchgesponnen haben, wobei das ja nur ein Witz w├Ąre. Was w├╝rde ich tun, w├Ąre ich ein Greif, w├Ąre da wohl ein besserer Scherz. Also falls Du sowas gedacht hast, sag es mir", fl├╝sterte Bell.

Boldiszàr
┬╗Wir haben ... wir haben im Prinzip die Familie gesch├╝tzt, die unsere Familie ausgel├Âscht hat. Wir haben sie mit unserem Leben besch├╝tzt! Ob das eine Art von Humor war? Dass sie uns die ganze Zeit beobachteten und auslachten? Gar nichts haben Vano und ich geplant, als unsere gemeinsame Zukunft - auf dem Meer und nicht im Palast! Wer will bittesch├Ân freiwillig Duc sein? Ich nicht! Und Vater sicher auch nicht, er h├Ątte diesem Mercer den Vortritt gelassen. Mercer ist derjenige, von dem die gr├Â├čte Gefahr ausging und darum haben sie nun Vano auf dem Kieker. Das ist nicht fair, Belly┬ź, regte Boldisz├ár sich auf. ┬╗Sie haben uns nur verschont, um unsere V├Ąter noch Jahrzehnte sp├Ąter zu dem├╝tigen! Ich werde wieder zur├╝ckkommen, sofern sie uns nicht umbringen, weil wir nun wissen, wer wir sind. Eigentlich will ein Teil von mir jetzt ├╝berhaupt nicht mehr abreisen. Aber ich muss dir ganz ehrlich sagen: Ich wei├č nicht, ob ich unter diesen Voraussetzungen dem Duc noch dienen will. Ich f├╝hle mich verarscht.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Das verstehe ich, aber ich verstehe auch warum sie damals so handelten. Weil unsere V├Ąter auf ihren Dienst spuckten, wie ich einmal und was kam dabei heraus? Und vergiss eines nicht, unsere V├Ąter waren das. Der von uns, der von Silvano und der von Maximilien. Ich bin mal so frech und nenne ihn so. Weder kann Max was daf├╝r, noch Du, noch ich noch Silvano! Wenn dann war es eine Sache zwischen Ettienne, Mercer und Berzan! Das ist es was mich ├Ąrgert. Sie alle drei haben uns allen den Schei├č vor die F├╝├če gekotzt. Echt wie sollen wir damit umgehen? Keine Ahnung oder Silvano? Wird er nicht wissen, oder Maximilien? Entweder folgen wir unseren V├Ątern, was dumm w├Ąre oder wir nutzen die Chance die wir dank unseres Vaters haben Boldi, wir ziehen einen Strich unter die Sache und beweisen allen, dass wir es besser k├Ânnen. Und damit meine ich nicht Max oder die aus unserer Generation, sondern diesem verteufelten alten Himmelsauge. Denn glaubst Du allen ernstes die Idee kam von Max Vater? Seit dem Tag sind die Himmelsaugen DASS war die Agenten waren. Und seltsamerweise starb Ettienne und sein erster Sohn. Der der mit allem nichts zu tun hatte, der der keine Thronvorbereitung hatte ├╝berlebte - Max. Und er kennt nur das was ihm die Himmelsaugen sagten. Soweit ich wei├č, war sein einziger Vertrauter ein uralter Leibdiener und die Himmelsaugen. Ein 17 J├Ąhriger der den Thron sein eigen nennt, f├╝r das Land sprechen muss und niemanden hat. ├ťberleg doch mal Boldi, er war im Grunde wie wir - er verlor alles. Ein bisschen viel Zufall oder? WER wacht ├╝ber die W├Ąchter? Ja wer eigentlich? Wer liest die Himmelsaugen aus? Oder meinten gar nicht die Agenten der Duc ist das Problem, sondern meinten die Agenten die Himmelsaugen sind das Problem? Also kamen die Agenten weg und dann der Duc... ein Schelm der b├Âses dabei denkt...", fl├╝sterte Bellamy.

Boldiszàr
┬╗Versteh mich nicht falsch, ich hege keine Rachegedanken oder will zu Ende bringen, was unser Vater plante. Gar nicht. Ich bin nur gerade so aufgebracht. Ich freue mich so, dass wir endlich wissen, wer wir sind, aber das Wissen ist auch ziemlich schwere Kost.┬ź Er rieb sich ├╝ber das Gesicht und lehnte sich an Bellamy an. ┬╗Du bist echt mein gro├čer Bruder ... daf├╝r hast du mich erstaunlich wenig ge├Ąrgert. Ich werde nun immer, wenn ich ├ärger habe, zu dir kommen, mich ausheulen und dann musst du den ├ťbelt├Ąter verpr├╝geln. Du k├Ânntest mit Archibald von Dornburg anfangen, der Sau, die uns unseren kleinen Adoptivbruder Robby entf├╝hrt hat. Das mit den Himmelsaugen ... so habe ich es noch nie gesehen. Ich sag dir, wer ├╝ber sie wacht: Niemand! Weil niemand sie auslesen kann! Sie sind ein Kollektiv, ein Schwarm. Ein Geistmagier von au├čerhalb w├╝rde nicht durchkommen. Und wenn einer von innen gegen sie ist, bemerken sie es sofort und er erleidet einen tragischen Unfall. Wie Alain Etienne.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Nicht wahr? Sie sind ein Kollektiv, ein Schwarm, ein Superorganismus und das Hirn hei├čt Parcival. Und sie sind vehement daf├╝r, dass sich jeder Geistmagier ihnen anschlie├čt. Wieviele freie Geistmagier kennst Du? Mir ist nur Marquis Davard bekannt, aber er wuchs hier nicht auf und seine Lehrlinge. Wie lange glaubst Du sind sie noch frei? Selbst jene die unter den Adligen geboren werden, gehen in den Orden. Wer in Souvagne Geistmagier ist, wird Himmelsauge. Er wird Teil des Kollektivs. Was w├Ąre denn wenn sagen wir mal ein Sohn des Duc die Gabe h├Ątte? Ich glaube er w├Ąre schlagartig Alleinerbe und nat├╝rlich Himmelsauge. Bevorzugt zuerst Himmelsauge und dann Duc. Du hast Recht, der m├Ąchtigste Magier kann nicht gegen den gesamten Orden bestehen und es werden nicht weniger sondern mehr. Das ist ihre Macht. Einer sieht was, alle wissen es. Hier siehtst Du einen Straft├Ąter, am anderen Ende des Landes, wobei ├╝berall im Land wei├č es jedes Himmelsauge. Jeder sucht Dich, jeder Vogel kann ein feindliches Auge sein. Sie werden Dich finden, es reicht dass Dich wer sieht oder Deine Gedanken aufschnappt. Also wovor f├╝rchten sie sich eigentlich? Es gibt nur eines was M├Ąchtige f├╝rchten die Wahrheit Boldi. Mal den Duc beim L├╝gen erwischt? Also Maxi? Er lie├č uns ja sogar das sagen. Vielleicht zum Test, vielleicht aus anderen Gr├╝nden, aber er handelt doch so, dass man sagen kann er ist edlem├╝tig und ehrlich. Parcival auch? Was wei├čt Du ├╝ber ihn oder ich? Wir sollten einmal mit Maximilien reden. Ich dachte auch zuerst, warum tat er es uns an? War das f├╝r ihn lustig? Aber wei├čt Du nach langer ├ťberlegung denke ich war es dass ganz sicher nicht, denn guckt wie geht er mit seinen Leuten um? Wonach sehnt sich der Mann, wie hat er gelebt? Er war wie wir. Und mal ganz dunkel weitergedacht, vielleicht m├Âchte ja jemand, dass wir Rachegedanken hegen gegen Maxi... der nie eine Entscheidung in der Sache traf, sondern es serviert bekam, wie wir. Denn Maxi hat seinen eigenen Kopf, den hatte er immer. Vielleicht bereut jemand die Wahl des Schicksal, wer auf dem Thron sitzt und h├Ątte lieber Pom dort oben gehabt, den der f├╝r viele Ideen offen war. Komm Max mal mit einer Idee, ich war sein Pala. Er denkt dar├╝ber nach und denkt und denkt. Und zur Sicherheit fragt er Experten. Denkt ├╝ber sein Gedachtes nach und ist er sich nicht sicher lautet die Antwort nein. Er startet keinen Versuch. Das kann schon nerven, wenn man was m├Âchte und selbst gar nicht Duc ist, sondern nur der Oberguru von einem Gefl├╝gelclub", wisperte Bell.

Boldiszàr
┬╗Warte mal ... Prince Ciel h├Ąngt viel mit Magiern rum. Mit diesem Alexandre, von dem keiner Wei├č, was ├╝berhaupt seine wirkliche Aufgabe ist, aber auch mit anderen. Und er spricht in den h├Âchsten T├Ânen von seinem Onkel Pomy! Wessen Idee war es, uns dieses Wissen zu servieren?┬ź

Bellamy Bourgeois
"Ich glaube die des Duc oder von Ciel, wieso? Ohhhhhh verstehe... Du meinst Ciel ist es ebenso aufgefallen, das Parcival ein bisschen zuviel Macht hat und er m├Âchte korrigieren? Ja so kenne ich meinen Ciel, er ist ein schlauer Fuchs und er m├Âchte in den H├╝hnerstall...", grinste Belly.

Boldiszàr
┬╗Ja, denk doch mal nach┬ź, fl├╝sterte Boldisz├ár. ┬╗Es ist kein Zufall, dass er ausgerechnet dich zu seinem Schwertmeister gemacht hat. Einen Agentensohn! Und dass er Unit├Ę B bevorzugt, die Einheit eines anderen Angentensohns. Er hat uns schalten und walten lassen. Ansonsten hat er uns scharf gehalten. An der Leine f├Ąngt der Hund keinen Hasen, sagt man doch. Erst als es Nathan ans Leder ging, hat er mal was gesagt. Hast du die Sache mit Remy mitgekriegt? Remy ist auch ein Himmelsauge und hat Ciels Frau geknallt. Das wird der ausschlaggebende Punkt gewesen sein, wo er entschied, zu handeln.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Remy "die Plaudertasche" de Muer? Man ich sollte sein Gesicht in die Butterpfanne dr├╝cken. Er hat die Frau von Ciel gev├Âgelt? Wobei Boldi, bei Ainuwars Eiern... denk nach! Remy hat sich Olivie auf den Riemen gezogen und ein ganzer Orden erlebt hautnah in Gedanken mit wie er seinen Liebesdorn in der Spalte der Prinzessin versenkt. Er war sicher der Hengst des Monats! Und das schreit nach Rache. Aber das k├Ânnte er uns ehrlich sagen".

Boldiszàr
┬╗Ich denke, Ciel wird schon lange die Himmelsaugen beobachten. Er wei├č, dass sein Vater manchmal z├Âgerlich ist mit Entscheidungen und sich dann von denen reinquatschen l├Ąsst. Den eigenen Vater als Marionette zu erleben, muss ihn ├Ąrgern. Sein Vater l├Ąsst sich von Parcival beraten, von Jules und von Massimo - alles drei Geistmagier. Und Remy, das Himmelsauge, das munter die Tochter seines Sohnes poppte - verheiratet er prompt mit ihr. Von wem l├Ąsst Ciel sich beraten? Ganz klar - von dir. Das spricht doch eine eindeutige Sprache.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Und Massimos Bruder ist Maurice. Der Bruder des Palaisin ist ein Himmelsauge. Ergo der neue Pala kann jederzeit mental sofort die Himmelsaugen kontaktieren. Er selbst oder ├╝ber seinen Bruder. Ich glaube gar nicht, dass Max sich reinquatschen l├Ąsst, es ist viel schlimmer - er stellt es gar nicht mehr in Frage. Die Himmelsaugen waren immer f├╝r ihn da, sie sind die Rettung wenn was geschieht. Er ist damit aufgewachsen, dass sie die Nation, sein Land, sein Leben gerettet haben. Und sie sind immer f├╝r ihn da... war das auch so, als Leon noch lebte? Hatten sie da die gleiche Macht und die gleiche Stellung? Als dieser uralte Leibdiener seinen jungen Sch├╝tzling an der Hand hielt und ihm den R├╝cken st├Ąrkte? Ich glaube nicht. Erst als Leon starb, war der Weg frei, dass sie die alleinigen Berater wurden. Wei├č Fabien soviel wie Leon wusste? Ist Fabien vielleicht heimlich ein Himmelsauge dass alles beobachtet? Sie wissen doch sicher alles von Max, nat├╝rlich nur zum Schutz! Ist doch klar! So schleicht Fabien da herum, sieht alles, h├Ârt alles, ├╝bertr├Ągt alles direkt durch seine Augen in den Kopf von Penner Parciv... der Vogel... nicht Fabien... der Vogel!", keuchte Belly.

Boldiszàr
┬╗Welcher Vogel denn?┬ź, fragte Boldisz├ár aufgebracht.

Bellamy Bourgeois
"Maximilien hat einen Adler, Arlette und sie ist immer da wo er ist. Und sie guckt verdammt schlau. Man kann sie hinterher schicken, man kann ihr Aufgaben geben und der Federball schnallt das alles. Denk doch mal nach, dass ist kein echter reiner Vogel. Das ist ein Team! Ein Team wie Jules und Gufo! Arlette und wer? Max schleppt seine Hunde nicht mal ├╝berall mit hin, aber Arlette ist sogar im Thronsaal, oder hockt im B├╝ro. Sie ist ├╝berall!"

Boldiszàr
"Dann geh├Ârt sie einem Himmelsauge! Aber welchem? Und wei├č Max das ├╝berhaupt? Was machen wir jetzt? Warnen wir ihn oder kl├Ąren wir das mit Prince Ciel? Oder warten wir einfach ab? Sorgen ├╝ber Sorgen", st├Âhnte Boldisz├ár gestresst.

Bellamy Bourgeois
"Oh nein, wir spielen das Spiel erstmal mit und Du redest mit Silvano. Und berichte ihm von unserem Verdacht. Wenn er nur ann├Ąhernd so tickt wie sein Vater, wird er den Sumpf strategisch aufdr├Âseln k├Ânnen. Und warum wurde sein Vater als Waffe missbraucht? Warum durfte ausgerechnet er nicht ├╝berleben? Warum wurde er seinen Leuten zum Fra├č vorgeworfen? Und warum sollte Vano sterben als Kind? WARUM? Was wusste er? Was hatte Papa ihm erz├Ąhlt und wof├╝r reichte dann die L├Âschung nicht? Wir erinnern uns schlie├člich auch nicht! Wir bekamen es erz├Ąhlt. Wir ben├Âtigen einen Magier, der die Blockade oder was da immer in unseren K├Âpfen ist aufheben kann. Oder einen Heiler? K├Ânnen Heiler so etwas? Oder besser noch! Wir ben├Âtigen einen Geistmagier, der uns ausliest, einen neutralen! Einen der jede Schranke knackt und dann haben wir ihn, wer immer dahinter steckt! Rede mit Deinem Mann und Boldi, falls es Fakt ist was wir bef├╝rchten, dann waren unsere V├Ąter keine Verr├Ąter sondern M├Ąrtyrer. Sie starben weil sie zuviel wussten und mundtot gemacht werden mussten. Vielleicht verrennen wir uns auch in etwas. Aber eines ist Fakt - Parcival hat eindeutig zuviel Macht. Die Macht sollte allein beim Duc liegen. Der Duc sollte Oberhaupt des Ordens sein. Nicht wahr?", wisperte Bell.

Boldiszàr
┬╗Absolut richtig.┬ź Boldisz├ár hatte ziemliche Kopfschmerzen. ┬╗Dann wurden unsere V├Ąter nicht hingerichtet ... sondern ermordet. Und Vano ist in Gefahr, den behalten sie besonders im Auge. Ich will nicht, dass sie alles ├╝ber ihn und mich wissen, vermutlich konnten wir nicht mal zusammen rummachen, ohne dass der gesamte Orden zugeschaut hat. Hat man eigentlich ├╝berhaupt irgendwo Privatsph├Ąre? Wir drei sicherlich nicht als Agentens├Âhne. Wahrscheinlich ist auch in meiner eigenen Einheit irgendwer ein Himmelsauge. Ich werde Vano warnen. Irgendwo, wo keiner Zugriff hat. Die Himmelsaugen ben├Âtigen Blickkontakt, um Gedanken auslesen zu k├Ânnen. Wir m├╝ssen k├╝nftig auf jeden Fall Blickkontakt zu Parcival, Jules und ihren V├Âgeln vermeiden.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Augenkontakt? Sie starren einem dazu in die Augen? Hat Silvano einen Magier an Bord? Frag ihn danach! Auf alle F├Ąlle, was ist mit Jules? Er ist auch einer von ihnen, wobei er eigentlich Dein Kumpel ist. Aber was er sieht, sehen auch die anderen. Was geschieht wenn er sich sagen wir mal aus diesem Konsenz l├Âst?", fragte Bellamy und rieb sich die Schl├Ąfen vor Kopfschmerzen.

Boldiszàr
┬╗Ja, Jules hat mir bisschen was erkl├Ąrt, als wir nach Robby gesucht haben. Er hat es mit Geistmagie versucht und dabei aus dem N├Ąhk├Ąstchen geplaudert. Jules scheint mir ein anst├Ąndiger Kerl zu sein und ich glaube nicht, dass er uns was B├Âses will. Er hat auch stets f├╝r Robby gesprochen. Aber momentan h├Ąngt er in ihrem Schwarm drin. Das hei├čt, wenn wir ihn einweihen, dann wei├č kurz darauf jeder von ihnen Bescheid. Aber hundertprozentig kann ich es dir nicht sagen. Frag das doch Ciel, der sich so viel mit Magiern abgibt, die keine Himmelsaugen sind. Er wird es wissen.┬ź

Bellamy Bourgeois
"Ja ich habe Angst Ciel dann in Gefahr zu bringen, ich muss vorsichtig rumhorchen. Ganz vorsichtig wie mit geklemmten Eiern Mann Schei├če", st├Âhnte Belly.

Boldiszàr
"Wir sollten, wie du schon sagtest, am besten erstmal die F├╝├če stillhalten. Zuerst beseitigen wir diesen Lich und retten Robby. Anschlie├čend informiere ich Silvano. Und dann?"

Bellamy Bourgeois
"Du solltest ihn vorher informieren, denn wer wei├č was Parcival nun denkt, wo die Katze aus dem Sack ist. Stell Dir vor er f├Ąllt ├╝ber Bord und das Himmelsauge stand verstehentlich hinter ihm. Du bist doch nicht dabei! Der Lich ist doch gar nicht hier, ich glaube der ist nur eine Erfindung von Parcival. Oder Parcival ist der Lich, wer wei├č das schon", murmelte Bellamy. "Wo war Silvano zum Schluss? Und wo habt Ihr Euch getroffen? Ich meine wo wohnt Dein Mann zur Zeit? Wei├č sein Adoptivvater wer er urspr├╝nglich war? Vermutlich nicht oder?", fragte Belly. "Noch etwas, kommt Dir die ganze Sache mit Robere auch nicht komisch vor? Sein Sohn auf Vanos Schiff. Robere st├Ąndig irgendwie ein Hochverr├Ąter. Und wenn man hinter all das schaut, was hat er gemacht? Nichts! Daf├╝r hatte immer Nathan seine Finger im Spiel. ├ťberall wo der Abgrund seinen Schlund aufrei├čt springt Nathan heraus! Die Duponts! Tot! Nathans Gesang! Robere die Kimme aufgestemmt! Nathans Beschuldigung und meinen Arsch haben auch gleich aufgebohrt. Und angeblich f├╝hrt Nathan diese Gruppe hierher. Zu den Duponts, weil noch drei Steine stehen. Das kann nicht so stehen bleiben. Wer beim Abgrund ist Nathan? Sein Vater dient nur Dreux. Wer wei├č, pass auf die kommenden Tage verliert der die Haare oder den ganzen Kopf".

Boldiszàr
┬╗Vergiss nicht, dass zuvor Robbys Arm von Edoardo ausgekugelt wurde wegen Nathans L├╝gen. Nathan ist eine absolute Pest! So wie Robby das schilderte, war das zwischen ihnen einvernehmlich. Nathan hat sich ihm sogar aufgedr├Ąngt und ist ihm andauernd hinterhergelaufen. Was mit dem Kerl nicht stimmt, wei├č ich nicht, aber der hat sie nicht mehr alle. Wenn er in diesem Spiel eine Rolle spielt, dann steht er nicht auf der Seite der Agentens├Âhne. So wie Parcival unser gr├Â├čter Gegner ist. Silvano ist momentan im Palast, wenn er nicht schon abgereist ist. Sein Schiff liegt hier in Cantillion vor Anker. Bis zur K├╝ste ist es von hier aus gar nicht so weit.┬ź

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute sich verstohlen um. Er konnte niemanden sehen, vermutlich hatten sie es Ciel zu verdanken, dass sie einige ruhige Minuten f├╝r sich hatten. "Wollen wir Deinem Mann einen Besuch abstatten? Ich meine falls er noch nicht zur├╝ck auf dem Schiff ist, ist er unterwegs dorthin. Entweder l├Ąufst Du ihm oder er Dir in die Arme. Nathan hat Robere absichtlich den Arm auskugeln lassen? Das ist doch die H├Âhe. Da stimmt was gewaltig nicht mit ihm. Aber Nathan muss warten, jetzt m├╝ssen wir Dich und Deinen Mann retten. Also sag was Boldi, ich bin dabei. Wir schleichen uns weg und wieder her. Erkennst Du sein Schiff?", fragte Belly leise.

Boldiszàr
┬╗Die Choucas w├╝rde ich wiedererkennen, ja. Gut, abgemacht. Gehen wir zu Fu├č oder nehmen wir die Pferde? Mann, ich mach mir gerade ziemliche Sorgen. Danke, dass du mir das alles gesagt hast, Gro├čer.┬ź Er strich ihm einmal mit gespreizten Fingern vom Nacken hinauf durchs Haar.

Bellamy Bourgeois
"Die Pferde fallen auf, wir rennen, wenn es nicht sehr weit ist. Dauerlauf. Erkennt Dich an Bord wer wieder? Der Sohn von Robere wird uns hoffentlich rein lassen. Komm Kleiner", fl├╝sterte Bellamy und bei dem Wort Kleiner f├╝hlte sich sein Herz unheimlich schwer und leicht zugleich an. Das war sein kleiner Bruder und verdammt nochmal, er w├╝rde daf├╝r sorgen dass Boldi seinen Kerl behielt und wenn das Rakshor pers├Ânlich w├Ąre. Was ging das andere ├╝berhaupt an? Diesen alten Tattergreis Parcival oder die anderen Spanner? Nichts! Boldi war durch die Schei├če seiner Kindheit geschwommen, hatte eine Verletzung ├╝berlebt, die kaum jemand ├╝berlebte! Und die er niemals erlitten h├Ątte, wenn er nicht ins Heim gestopft worden w├Ąre von den Himmelsaugen. Nein, so nicht, dachte sich Bellamy. Nicht erneut w├╝rden sie seinen kleinen Bruder bestehlen. Erst Mutter und Vater, dann seinen Bruder und nun auch noch den Mann? Wenn es das letzte war, war er sicherte, dann war es Boldis Leben und seine Liebe. Dann lebte er in der Erinnerung von seinem Bruder fort und er war ein letztes Mal ein Pala - f├╝r Boldi. Der wohl beste Job den man auf ganz Asamura haben konnte -gro├čer Bruder. Belly boxte Boldi und schlich vor, f├╝hrte ihn hinaus auf die offene Stra├če ohne dass man ihr Verschwinden bemerkte.

Boldiszàr
Boldisz├ár folgte Bellamy durch das Moor. Zu Fu├č war es wegen des ungew├Âhnlich langen und trockenen Sommers gut begehbar, nur f├╝r die Pferde hatten sie eine Weile nach einem ausreichend stabilen Weg suchen m├╝ssen. ┬╗Du kannst mich ruhig Kleiner nennen, auch wenn wir beide nicht gerade Riesen sind. Es f├╝hlt sich richtig an.┬ź Zur K├╝ste waren es nur wenige Kilometer und die zwei gut trainierten Krieger waren bald da. Auch die Stadt mit dem Hafen war bald gefunden - und das Schiff war nicht zu ├╝bersehen. Boldisz├ár kr├Ąhte am Steg herum, bis jemand das Beiboot herunterlie├č und zu ihnen gerudert kam. Als das Beiboot sich n├Ąherte, stie├č Boldisz├ár Bellamy an. ┬╗Das ist er. Sacha, den ich f├╝r Robbys Sohn halte. Schau ihn dir an!┬ź Sacha ruderte derweil bis an den Steg heran und machte das Boot fest. Er stand auf. ┬╗Steigt ein┬ź, forderte er sie auf und bot ihnen Hilfe beim einsteigen an.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schlich Boldi hinterher und musterte seinen Bruder mit anderen Augen. Ja selbst die Statur war ihnen auf den Leib geschrieben. Er h├Ątte sich gerne mal gemeinsam mit Boldi neben seinen Vater gestellt. Sie mit den nachtschwarzen Haaren und den himmelblauen Augen. Als sie an dem Schiff ankamen staunte Belly nicht schlecht, wie riesig so ein Schiff war. Man h├Ârte Schiff, aber er hatte noch nie vor einem gestanden. Wie auch oder wozu auch? Und dann kam ein junger Robere sie abholen. Boldi h├Ątte nichts sagen m├╝ssen, er h├Ątte genauso baff geschaut ohne Kommentar. "Das ist Robby in jung", fl├╝sterte Bellamy. "Danke", sagte er zu dem jungen Mann und kletterte an Bord. Er knuffte Boldi zum Zeichen, dass er es genauso wie der Kleine sah.

Sacha Bonnet
Sacha ruderte die beiden G├Ąste an die Choucas heran. Steil ragte die jetzt am Abend dunkel wirkende Bordwand neben ihnen hinauf, hoch und massig wie ein ├╝berh├Ąngender Felsen. Das Beiboot wurde mit den drei Insassen hinaufgezogen, das Holz und die dicken Taue knarrten. Oben angelangt half er den beiden Passagieren ├╝ber die Reling auf Deck. ┬╗Willkommen an Bord┬ź, begr├╝├čte er sie. ┬╗Einmal Boldisz├ár und wen darf ich noch ank├╝ndigen?┬ź

Bellamy Bourgeois
"Vielen Dank, seinen Bruder Bellamy", sagte Bell und sch├╝ttelte dem jungen Mann gut gelaunt die Hand. Staunend schaute er sich auf dem Schiff um, auch wenn er kaum etwas sah. Einige Laternen erhellten das Schiff, aber nur so eben die Konturen.

Sacha Bonnet
┬╗Kommt mit, Bellamy und Boldisz├ár┬ź, sagte Sacha freundlich und brachte sie in die Komb├╝se. ┬╗Besuch vom Capitaine┬ź, informierte er den Smut, damit dieser nicht anfing rumzugeizen. ┬╗Macht es euch gem├╝tlich.┬ź Er machte eine einladende Geste.

Bellamy Bourgeois
Smut: Der Schiffskoch guckte auf die Uhr und schaute was er gerade gutes zubereitet hatte. Er war gerade dabei den Mittelw├Ąchter vorzubereiten, eine warme Mahlzeit bestehend aus Kaffee und belegte Br├Âtchen um Mitternacht um die W├Ąchter bei Laune zu halten. Und er hoffte dass ihr Kapit├Ąn bald wieder an Bord sein w├╝rde. Er stellte Boldi und Belly einen gro├čen Teller hin, dazu gab es reichlich Kaffee, aber vor der Sorte der die Farbe von Teer hatte und genauso stark duftete.

Sacha Bonnet
"Wenn ihr was braucht, entweder den Smut fragen oder mich, ich bin drau├čen." Sacha verschwand wieder aus der Komb├╝se, um seiner Arbeit nachzugehen.

Boldiszàr
Boldisz├ár freute sich ├╝ber den extrem starken Kaffee, auch wenn der kaum trinkbar war und ├╝ber die Mahlzeit. "Verhungern muss man nicht, wenn man der Anhang vom Kapit├Ąn ist", freute er sich. "Sind alle nett zu mir, man muss nur Vano erw├Ąhnen. Merk dir den Trick."

Bellamy Bourgeois
Bellamy machte sich sofort ├╝ber den Kaffee her und schl├╝fte das schwarze Gebr├Ąu mit einer wohligen Imbrunst, als drau├čen eine Person derma├čen laut br├╝llte, dass er auf seinem Stuhl zusammenzuckte als h├Ątte ihm jemand eine Peitsche ├╝bers Kreuz gezogen. "K├Ąptn zur├╝ck auf Schiff!", bellte einer in einer Lautst├Ąrke dass Belly Boldi anstarrte.

Boldiszàr
Bestens gelaunt schl├╝rfte Boldisz├ár seinen Kaffee herunter, stand auf und nickte Bellamy zu. "Komm, ich stell dich ihm vor." Er ging nach drau├čen, voller Vorfreude, seinen Mann wiederzusehen.

Bellamy Bourgeois
Leicht verunsichert mit seiner Kaffeetasse in der Hand folgte Bellamy seinen Bruder. Er hoffte der Mann w├╝rde an Bord nicht ebenso herumschreien, sonst h├Ątten sie w├Ąhrend des Kampfes einen Geh├Ârsturz und w├╝rden nicht einen Befehl verstehen. Vermutlich waren sie danach taub wie T├╝rknaufe.

Silvano de Mancini
Nachdem Sacha Silvano wieder an Bord gebracht hat, entspannte sich Mancini etwas. Landratten waren die Pest. Wenn er jedesmal Jahre f├╝r eine Entscheidung ben├Âtigen w├╝rde, w├Ąren sie schon l├Ąngst gekentert und das zu Recht! Er schaute nach dem ersten Offizier und erteilte ihm knapp den Befehl die Glocke zur baldigen Abfahrt zu Leuten. Damit wusste die Mannschaft auf Landgang dass die Choucas nicht mehr lange im Hafen liegen w├╝rde. M├╝de lief Mancini Richtung Kaj├╝te und blieb wie angewurzelt stehen als er Boldi entdeckte. "Ach n├Ą...", grinste er ├╝ber beide Ohren.

Boldiszàr
┬╗Hast du mich vermisst?┬ź, schnurrte Boldisz├ár trat auf seinen Schatz zu, packte ihn und k├╝sste ihn innig. Speichel lief an seinem Kinn hinab. ┬╗Ich f├╝r meinen Teil hab kaum an etwas anderes gedacht. Ich muss dir jemanden vorstellen, meinen Bruder Bellamy! Meinen gro├čen Bruder┬ź, stellte er heraus, weil es ihn derart freute, fortan einen solchen sein Eigen nennen zu k├Ânnen. ┬╗Silvano, das ist Bellamy oder Belly. Belly, das ist Chevalier Silvano de Mancini, mein Partner, mein Mann.┬ź

Silvano de Mancini
Vano erwiderte die Umarmung von seinem Schatz und dr├╝ckte ihn fest an sich. Er genoss den Kuss und wischte Boldi den Mund sauber. Er schmuste seinen Kopf an den von Boldi und musterte ihn m├╝de. "Vermisst ist kein Ausdruck, aber ich habe es irgendwie geschafft den Duc zu vergr├Ątzen mit meiner Frage. Frag mich nicht warum, ich wei├č es nicht Boldi. Das erz├Ąhle ich Dir sp├Ąter. Dein Bruder? Ich dachte Du w├Ąrst allein... hattest Du das nicht gesagt?", fragte Vano verwirrt und legte Boldi einen Arm um die H├╝fte, so wie er es gerne tat. "Willkommen", gr├╝├čte Vano Bellamy freundlich.

Bellamy Bourgeois
Bellamy sch├╝ttelte Vano gut gelaunt die Hand, die gar nicht so zart war, wie er vermutet hatte. Bell versuchte ihm nicht auf die Narbe im Gesicht zu starren, aber das war leichter gedacht als getan. Vermutlich war Vano das gew├Âhnt. "Nun wir wissen es auch erst seit heute Silvano. Rede mit Deinem Mann, bitte. Es ist wichtig und ich meine sehr wichtig. Vertrau uns", bat Belly und nahm einen gro├čen Schluck Kaffee. Er knuffte beide. "Ich bin nicht unfreundlich, aber ich gehe zur├╝ck in die ehm... K├╝che? Und esse weiter, kurzum Ihr seid ungest├Ârt Ihr zwei. Bis sp├Ąter hoffe ich", grinste Bell.

Boldiszàr
┬╗Bis sp├Ąter, Belly. Lass es dir schmecken. Robby w├╝rde jetzt vor lauter Freude noch sagen: Schei├če. In diesem Sinne, bis nachher. Wenn dir langweilig wird, plauder ein wenig mit Sacha.┬ź Er legte den Arm um die Schultern von Silvano und grinste extrem breit, so dass seine Mundwinkel fast symmetrisch aussahen. Er zog ihn fest an sich heran und k├╝sste ihn noch einmal, bevor er mit ihm in Richtung Kaj├╝te zusteuerte. ┬╗Belly hat Recht, es ist sehr wichtig. Leg dich einfach gem├╝tlich hin und h├Âr mir zu, du siehst fertig aus.┬ź

Silvano de Mancini
"Eben bis sp├Ąter. Aber der Blaue Peter ist gehisst. Ach ja f├╝r Euch Landr..g├Ąnger die Signalflagge zeigt an, dass das Schiff binnen 24 Stunden den Hafen verlassen wird, wir reisen ab. Ich hab die Schnauze voll, weshalb erkl├Ąre ich nach einem Schnaps. Allerdings nur Boldi", sagte Vano und zog Boldi hinter sich her in die Kaj├╝te. Dort lie├č er ihn los und k├╝sste ihn so fest, dass er ihn damit gegen die T├╝r dr├╝ckte. Boldi sp├╝rte der l├Ąnge nach Silvanos ganzen K├Ârper, ehe dieser sich mit einem L├Ącheln von ihm l├Âste und sich daran machte sich auszuziehen. "Was ist denn los? Du zuerst Schatz. Und ich habe etwas f├╝r Dich, dass ich Dir geben werde", g├Ąhnte Mancini.

Boldiszàr
Boldisz├ár wurde sichtlich nerv├Âs, als sein Mann begann, sich zu entkleiden. Dass der ihn an die Wand gedr├╝ckt hatte und so innig k├╝sste, weckte die Erinnerung an die leidenschaftlichen Stunden, die sie miteinander verbracht hatten. ┬╗Gab es gro├čen ├ärger? Ich hab dir auch eine ... nun ja, durchwachsene Botschaft zu ├╝berbringen. Ein Teil davon wird dich vielleicht freuen, der andere wird dir viel Stoff zum Nachdenken bescheren.┬ź Er wartete, bis Silvano sich ausgezogen hatte. ┬╗Setz oder leg dich bitte hin, Schnucki.┬ź

Silvano de Mancini
"Gleich. Nun dann ich zuerst, es geht schnell und schmerzhaft. Der Duc war grundlos w├╝tend auf mich. Er sagte nicht nein, er sagte er m├╝sse es sich ├╝berlegen und teilt mir die Entscheidung mit, sobald er sie getrofffen hat", sagte Vano. Er goss Wasser in die Waschtischschale und wusch sich sauber, wusch sich die Haare und schminkte sich ab. So musterte er Boldi einen Moment, ehe er sich abtrocknete und die H├Ąngematte ausrollte. Er band sich seine nassen Haare zusammen und kroch in die H├Ąngematte. "Gut, besser, Zuhause. Erz├Ąhl, ich h├Âre Dir zu. Nur zur Info, ich werde mir eine L├Âsung f├╝r uns ├╝berlegen oder einfach nochmal fragen. Wie kommst Du an Deinen Bruder Boldi? Komm her, lass Dich knuddeln".

Boldiszàr
Boldisz├ár folgte Silvano und legte sich zu ihm in ihre herrlich breite Zwei-Mann-H├Ąngematte. Er streichelte ihn, w├Ąhrend er sprach. ┬╗Die Laune des Ducs h├Ąngt mit dem zusammen, was ich dir sagen muss. Ich habe heute nicht nur erfahren, dass Bellamy mein Bruder ist, sondern auch, wer unser Vater war - Berzan Bovier. Umgebracht, da er mit seiner Einheit einen Staatsstreich plante. Der Name seiner Einheit: Die Agenten der Autarkie. Der Name der M├Ârder: Die Himmelsaugen. Es geht aber noch weiter. Unser Vater war mit dem Anf├╝hrer der Agenten befreundet. Und jetzt kommt`s. Der Anf├╝hrer der Agenten war dein Vater und sein Name lautet Mercer Desnoyer.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano rollte sich auf die Seite, um sich nicht den Hals verrenken zu m├╝ssen und schaute Boldi total verwirrt an. "Mein Vater hie├č Mercer Desnoyer? Woher wei├čt Du das? Dann waren unsere V├Ąter Freunde? Freunde... und wir beide sind Partner... denen geht der Arsch auf Grundeis...", sagte Vano leise und rutschte so nah wie m├Âglich zu Boldi auf. "Glaubst Du immer noch an einen Zufall?", fragte Mancini und schmiegte sich an Boldi.

Boldiszàr
┬╗Unsere V├Ąter waren nicht nur Freunde, sie starben Seite an Seite. Unser Treffen und alles andere, das kann kein Zufall sein! Genau so wenig, wie dass Robbys Sohn auf deinem Schiff ist. Ich bin mir sicher, dass er sein Sohn ist und Belly glaubt das auch. Es ist Bestimmung, dass wir uns trafen und es ist doch nicht normal, dass wir uns von Anfang an derart liebten. Wir haben uns vielleicht als Kinder schon gekannt, bevor sie unsere V├Ąter umbrachten, uns alle auseinanderrissen und jeden in ein anderes Heim sperrte. Ich wei├č das alles von Bellamy und der hat es von dem alten Himmelsauge Parcival erfahren. Der Kerl war dabei. Sie beobachten uns schon unser gesamtes Leben lang und wir fanden trotz Ged├Ąchtnisl├Âschung alle drei zueinander. Ihnen schlottern die Knie, das kannst du wetten.┬ź

Silvano de Mancini
"...beobachten uns schon unser gesamtes Leben lang...", echote Mancini. Er sch├╝ttelte sich kurz und war mit einem Satz aus der H├Ąngematte. Nackt, ungeschminkt und ohne Augenklappe wie er war, schnappte er sich seinen Dolch und verlie├č die Kaj├╝tte. "Bin gleich zur├╝ck...", h├Ârte Boldi ihn sagen und davon tapsen.

Boldiszàr
Boldisz├ár sprang auf die F├╝├če und war keinen Wimpernschlag sp├Ąter hinter ihm. Was auch immer er vorhatte - er w├╝rde bei ihm sein.

Silvano de Mancini
Silvano ging schnurstracks und lautlos in die Kaj├╝te des Bordmagiers, ohne zu z├Âgern schnitt er ihm die Kehle von einem Ohr zum anderen auf und presste dabei dessen Gesicht in die H├Ąngematte. Er sagte kein einziges Wort, gab keinen Ton von sich und wartete bis der Mann aufgeh├Ârt hatte zu zappeln. Danach wickelte er ihn wie eine Spinne in seine H├Ąngematte ein, schnitt die Seile ab und schn├╝rte sie damit zu. Er drehte sich zu Boldi um, immer noch wortlos und k├╝sste ihn mit Zunge. Danach zog er ihn hinter sich her, teilte kurz dem ersten Offizier auf Wachgang mit, dass die Kaj├╝te vom Magier gesperrt war. Der Mann nickte knapp und f├╝r einen winzigen Moment sah Boldi dessen Mundwinkel versteckt zucken, ehe er seinen Wachgang fortsetzte. Vano zog Boldi weiter und sie gingen zur├╝ck in die Kaj├╝te. Mancini warf seinen Dolch in die Waschschale und kroch zur├╝ck in seine H├Ąngematte. "Also sie beobachten hier nichts mehr. Erz├Ąhl weiter Schatz", bat er liebevoll. "Und guck in die erste Schublade meiner Kleiderkommode. Nimm die Uhr heraus, sie ist f├╝r Dich", sagte Vano.

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Boldiszàr
Boldisz├ár folgte ihm zur├╝ck in die Kaj├╝te. Er war nicht im Plaudermodus. Silvano hatte get├Âtet, obendrein nackt, und Boldisz├ár war erregt bis unter die Sch├Ądeldecke. In der H├Ąngematte r├╝ckte er so dicht auf, wie es nur ging, packte Silvanos H├╝fte und seinen Schritt an ihn. Er grunzte leise und sammelte sich eine Minute. Dann erst stand er auf und holte das K├Ąstchen aus der Schublade. Er trug es mit in die H├Ąngematte und legte ein Bein ├╝ber Silvano, w├Ąhrend er es ├Âffnete und eine Taschenuhr zu Tage f├Ârderte. Boldisz├ár hob sie an der Kette hoch und betrachtete sie. ┬╗Danke ... Vano. Man sieht ... das Uhrwerk. Entschuldige, ich ... ja, das hast du angerichtet.┬ź Er rang nach Atem und riss sich zusammen. ┬╗Wir werden heute nicht viel schlafen oder ich schlaf auf dem Fu├čboden, damit du deine Ruhe hast. Sie sieht solide gearbeitet aus, mit diesem Eisenhenkel, an dem die Kette ist. Woher hast du sie?┬ź

Silvano de Mancini
"Warum sollte ich schlafen, wenn Du Dich derma├čen freust mich zu sehen? Du schl├Ąfst nicht auf dem Boden, sondern liegst auf mir. Ich habe sie von Davet geschenkt bekommen, sie sollte mir Gl├╝ck bringen, das besondere an ihr ist ihr rundes Glas, sie ist wasserfest gearbeitet. Er hat sie mir geschenkt, damit ich bald mein eigenes Schiff bek├Ąme, damit ich sie zur Navigation benutze. In ein besseres Leben, ich habe mein Schiff und mein besseres Leben, sprich Dich. Jetzt wird sie Dir Gl├╝ck bringen, aber ich schenke sie Dir nicht, ich leihe sie Dir, so wie sie mir Davet lieh, bis sie Gl├╝ck gebracht hat. Denn man verschenkt keine Uhren, man verleiht sie. Ich leihe sie Dir auf Lebenszeit. Oder l├Ąnger, wie Du magst Schatz. Mit Ihr wirst Du navigieren lernen", sagte Mancini und strich Boldi das Bein entlang hoch. "Wei├čt Du warum unsere V├Ąter diese Meuterei planten? Und gegen wen meuterten sie? Gegen die Himmelsaugen oder gegen den Duc selbst? Ich habe den Zusammenhang nicht so ganz verstanden. Nimm es mir nicht ├╝bel, aber zu erfahren dass unsere V├Ąter Maaten waren und wir Macker sind - meine Kameraden waren und wir Partner sind, war wir ein Hammerschlag vor den Sch├Ądel. Also wer aggierte da wirklich gegen wen? Ich muss Dir unseren Slang beibringen, dass ist besser glaube ich. Boldi h├Ąng da nicht so rum ja?", lachte Mancini leise.

Boldiszàr
┬╗Ich hatte noch nie eine Uhr ... danke f├╝r die Leihgabe. Sie ist wirklich sch├Ân. Ich pass drauf auf und freu mich drauf, sie auszuprobieren. Also pass auf, wegen unseren V├Ątern ... Belly und ich haben da eine Vermutung. Die offizielle Version lautet: Die Agenten der Autarkie wollten den Duc st├╝rzen. Wegen einer Gesetzes├Ąnderung, die ihre Rechte einschr├Ąnken sollte. Ist das glaubw├╝rdig? Nur mit viel Fantasie. Wir vermuten, dass es um etwas ganz anderes ging: Der Angriff galt in Wahrheit den Himmelsaugen. Sie sind die Macht im Hintergrund, sie sind immer da. Sie wissen alles. Duc Alain Etienne starb nur zwei Jahre nach dem Tod der Agenten, samt seinem Thronerben - an die Macht kam der erst 17 Jahre alte Max. Beraten von, ja, klingelt`s - den Himmelsaugen. Und auch heute hast du einen von dieser Pest an Bord gehabt. Ich wette, ich hab einen von denen in meiner Einheit! Doch sie bewachen uns nicht, weil sie eine Meuterei gegen├╝ber dem Duc f├╝rchten - sondern weil wir unterbewusst noch wissen, wer sie waren und was sie verbrachen! Unsere V├Ąter waren keine Verr├Ąter, sondern sie starben den M├Ąrtyrertod.┬ź

Silvano de Mancini
Vano kraulte Boldi w├Ąhrend er ├╝ber das Geh├Ârte nachdachte. "Die Agenten hatten Sonderbefugnisse wie die Himmelsaugen? Gut, wer l├Ąsst sich schon gerne in die Suppe spucken. Vermutlich war es ein Machtkampf Agenten versus Himmelsaugen. Wer ist der m├Ąchtigere Bund im Land und dabei zogen unsere V├Ąter den k├╝rzeren. Aber wenn man mit seinem Schmutzfinger auf andere deutet zeigt einer gen Himmel und drei auf einen selbst zur├╝ck, so sagt man. Der Duc starb zwei Jahre nach der Beseitigung der Agenten. Zwei Jahre zuvor war Maximilien Rivenet de Souvagne noch 15 Jahre alt, also nicht vollj├Ąhrig. Ein Jahr sp├Ąter war er das, aber das w├Ąre sehr auff├Ąllig. Also lie├č man ihn 17 Jahre alt werden, alt genug um den Thron zu besteigen und vollj├Ąhrig. Kein n├Ąchster Verwandter als Mitregent der in seinem Namen mit entscheidet. Denn das w├Ąre ja nicht die Mama gewesen, sondern ein m├Ąnnlicher Verwandter, ein Onkel oder dergleichen, der solange mitentscheidet. Wie praktisch einen v├Âllig isolierten Jungen auf dem Thron zu haben, der niemals Thronerbe war. Entweder ist das ein grandioser Zufall, oder ein toter Fisch der zum Himmel stinkt. Zur Zeit als die Agenten starben war unser Duc 15 Jahre alt, Duc Ettienne de Souvagne war an der Macht. Und er lebte danach nur noch zwei Jahre. In Ordnung. Was geschah w├Ąhrend dieser zwei Jahre noch, in der Duc Maximilien de Souvagne Zeit hatte vollj├Ąhrig zu werden. Wie alt war sein Bruder? Wieviele Jahre waren die beiden auseinander? Und was tat der Bruder, dass man ihn auch loswerden wollen w├╝rde als Himmelsauge? Das ist jetzt die Frage. Nach den offiziellen Angaben kamen sie bei einem Unfall ums Leben. Der war welcher Art?", fragte Mancini und kroch auf Boldi.

Boldiszàr
Boldisz├ár legte seine H├Ąnde um Silvanos Flanken. ┬╗Ein Kutschenunfall, wenn ich mich recht entsinne ... was ansonsten geschah, wei├č ich nicht. Prince Ciel und Prince Linhard sind nur wenige Kilometer von hier bei einer Burgruine. Dort hab ich eigentlich gerade Einsatz ... vielleicht wissen die mehr.┬ź

Silvano de Mancini
Die Finger von Vano fuhren durch Boldis schwarze Haare und massierten ihm den Sch├Ądel und zwar so, dass er es zwischen den Beinen sp├╝rte. Mancini dachte lange Zeit nach, er hatte Prince Ciel de Souvagne nur kurz gesehen, aber er machte einen aufrichtigen Eindruck. Der Mann war kein Sesselfurzer oder Hofbeamter, er war ein Feldherr, er kannte sich in der Kriegsf├╝hrung und in strategischen Fragen an Land aus, wie er sich zu Wasser. Aber konnte er ihm vertrauen? Die Frage war eigentlich unsinnig, denn er sollte ihm vertrauen. Einem Teil der Krone, dem Sohn des Duc. Nicht nur als Kapit├Ąn der Marine, nicht nur als W├Ąchter der K├╝ste oder als Chevalier, sondern auch als ganz normaler Zivilist. Und wenn es stimmte, was sie bef├╝rchteten, dann konnte sogar Prince Ciel in Gefahr sein, falls sich ein gewisses Himmelsauge auf den Schlips getreten f├╝hlte. Oder es war falscher Alarm, was Silvano hoffte. Nicht f├╝r sich, sondern f├╝r Prince Ciel. F├╝r ihn war der Alarm mehr als real, nur konnte er nichts f├╝r seine Abstammung. "Falls mein Vater davon erf├Ąhrt, wird er mich enterben... ich kann die Enterbung schon f├Ârmlich riechen... Wie siehst Du die Sache? Was w├╝rde er tun, w├╝sste er wer ich bin? Darum nehmen sich viele keine Kinder aus dem Heim, wer wei├č was unter der Oberf├Ąlche brodelt, oder wer sie wirklich sind, was sie erlebt haben. Ebenso ist es mit Heimtieren, nicht wahr? Was sagst Du dazu?", fragte Mancini hilfesuchend.

Boldiszàr
┬╗Ich kenne deinen Vater nicht und kenne mich auch so nicht gut mit V├Ątern aus. Warum sollte er davon erfahren, wenn er bisher nichts davon wusste? Von wem denn? Vielleicht wei├č er es sogar und ist einer von den W├Ąchtern, die man uns auf den Hals hetzte. Vielleicht hat dein Vater dich aber auch einfach adoptiert, weil er dich mochte. Belly und ich haben beschlossen, die Sache ganz langsam angehen zu lassen. Wichtig: Schau keinem Himmelsauge in die Augen und auch keinem Vogel. Sonst haben sie Zugriff auf deine Gedanken. So lange kein Blickkontakt besteht, k├Ânnen sie nur belauschen, was wir sprechen. Wir vermuten, dass Prince Ciel ebenso die Himmelsaugen ein Dorn im Auge sind. W├Ąhrend sein Vater den Himmelsaugen h├Ârig ist, l├Ąsst er sich von Bellamy beraten. Auch hat er Bellamy, nachdem dieser seine Stelle als Palaisin verlor, aufgenommen. Und meine Einheit ist jene, die er bevorzugt in seinem Fl├╝gel haben will, obwohl wir schon einiges ausgefressen haben. Alles Zuf├Ąlle? Bei einem Strategen wie Ciel? Er war es auch, der Bellamy seine Identit├Ąt mitteilte. Ich denke, er sammelt vielleicht eine Truppe.┬ź

Silvano de Mancini
"Wie soll ich jemanden in die Augen schauen? Ich kann jemanden nur anschauen Boldi. Nein ich denke nicht dass es mein Vater wei├č, er ist sehr konservativ aber ein guter Vater gewesen. Streng, sehr streng, aber stets gerecht und er hat niemals die Hand gegen mich erhoben. Er hat mich nie geschlagen, nicht mal geohrfeigt. Er hat auch nie geschrieen, er hat erkl├Ąrt. Er mag einige Eigenschaften haben, die ich nicht gut hei├če, aber im Gro├čen und Ganzen war er ein guter Vater. Er sagte immer er w├╝sste wof├╝r er es t├Ąte. Oh und da m├╝ssen wir nichts hinein denken, denn er erkl├Ąrte auch was er meinte - er m├╝sse aus mir einen Adligen formen und zwar so, dass ich tats├Ąchlich zu einem werde. Damit ich das werden kann, was ich mir w├╝nsche. Also vielleicht denke ich da falsch ├╝ber ihn, weil ich immer eine Distanz zu ihm wahrte. So als letzten Selbstschutz, falls er es sich anders ├╝berlegt, verstehst Du? ...Schwachsinn, sicher verstehst Du es, wenn nicht Du, wer dann? Du verstehst mich... hast es direkt von Anfang an... belassen wir es dabei, dass er mich als Eliot zu sich nahm und einen Silvano aus mir machte. Ich mag den Namen... gut, reden wir mit Ciel. Vielleicht ist er wirklich dabei eine Truppe zu sammeln, dann sollten wir ihm beistehen. M├Âchtest Du das?", fragte Mancini liebevoll.

Boldiszàr
┬╗Vielleicht wei├č dein Vater es trotzdem ... er muss deswegen ja kein schlechter Vater gewesen sein. Vielleicht wollte er dich sch├╝tzen, abkapseln von dem, der du vorher warst. Bevor dein leiblicher Vater fiel, zusammen mit meinem. Ein Geistmagier kann dich sicher auch mit einem Auge auslesen. Wenn man jemandem beistehen sollte, dann Ciel. Sein Vater ist ein guter und gerechter Mann, aber er ist von Himmelsaugen umringt. Sogar sein neuer Palaisin ist ein Geistmagier! Wir w├╝rden dem Duc helfen, indem wir ihn aus diesem Spinnennetz herausholen. Und Ciel ist die ersten Schritte schon gegangen. Wir w├╝rden das Werk unserer V├Ąter, den Duc vor den Himmelsaugen zu sch├╝tzen, beenden. Wenn du und Belly das wollt, dann bin auch ich dabei. Ansonsten verkr├╝mel ich mich mit dir auf die Choucas und geh nie wieder an Land.┬ź

Silvano de Mancini
Bei dem letzten Satz lachte Vano schallend auf. "Gef├Ąhrliche Versuchung Boldi. Nun wenn unsere V├Ąter ehrlich waren, f├╝hren wir ihr Werk zuende. Wenn unser V├Ąter Verr├Ąter waren, waschen wir ihre Namen rein. So oder so, haben wir nichts zu verlieren... eigentlich. Verloren haben wir bereits alles, wobei wir uns ein neues Leben aufgebaut haben, mit dem was uns zur Verf├╝gung stand... tja... Der neue Palaisin ist aber kein Himmelsauge, dass muss doch einen Grund haben. Den sollten wir herausbekommen. Du meinst wir sollen den Fisch aus dem Netz schneiden? Allein schon, dass sie uns beobachten st├Ârt mich. Ich habe nichts verbrochen au├čer das ich geboren wurde und werde st├Ąndig beobachtet, wieso? Weil sie Verrat vermuten? Gab ich je Veranlassung dazu, dass man mir das unterstellt? Hat mich jemand verpfiffen als ich die Krokos angriff oder was? Ich werde sie wieder angreifen, bis ich sie alle ausgel├Âscht habe. Wenn man das als Verrat wertet, sollte man sich vielleicht ├╝berlegen, ob man als Kroko gewertet werden m├Âchte. Ich kann mir auch eine Augenklappe aus Parcivals Arschhaut n├Ąhen lassen", murrte Vano.

Boldiszàr
Boldisz├ár k├╝sste Silvano. Er packte und knetete ihn durch. ┬╗Es ist schwer, jetzt aufzuh├Âren ... aber ich muss zur├╝ck zu meiner Unit├Ę. Wir warten auf einen Lich und Robby ist in dessen Gefolgschaft. Ich muss meinen kleinen Adoptivbruder retten. Dieser letzte Einsatz muss noch unter Duc Max an Land erfolgen, dann steig ich zu dir an Bord und stehe fortan unter deinem Kommando. Dann bringen wir entweder die Himmelsaugen dazu, sich aus dem Dunstkreis des Ducs zur├╝ckzuziehen oder heizen diesen Reptos ein.┬ź M├╝hsam zwang er sich, aufzustehen. Er war noch immer ma├člos erregt. ┬╗Zieh dir was an. Du brauchst dich nicht zu schminken, die Augenklappe reicht, um die Wunde zu sch├╝tzen. Da sind nur meine M├Ąnner und eine Handvoll Begleiter.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano kletterte ebenfalls aus der H├Ąngematte und zog sich wieder an. "Manche Wesen geh├Âren nicht in Gefangenschaft, sie ersticken elendig in Netzen - Belugas, Orcas, oder Narwale - Wale generell. Damit unser Duc nicht erstickt, werden wir das Netz zerschneiden, ich bin dabei. Daf├╝r erbitte ich eine Anerkennung - Dich. Gehen wir Schatz", sagte Mancini liebevoll.

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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#5

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mo 27. Aug 2018, 01:28

Ciel Felicien de Souvagne
Ver├Ąrgert stapfte Ciel durch die Ruine, die H├Ąnde hinter dem R├╝cken verschr├Ąnkt.

Etienne
┬╗Sie werden nur mal kurz im Geb├╝sch verschwunden sein┬ź, versuchte Etienne ihn zu beruhigen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb stehen. ┬╗Aber m├╝ssen sie genau jetzt ihre Gef├╝hle f├╝reinander entdecken?┬ź, regte er sich auf. ┬╗Sind Sie sicher? Ich kann mir das ├╝berhaupt nicht vorstellen!┬ź Insbesondere nicht, weil Boldisz├ár ja - angeblich - auch mit dem guten Chevalier de Mancini zusammen war.

Etienne
┬╗Ja, Herr┬ź, best├Ątigte Etienne. ┬╗Sie waren sehr gut zueinander da unten auf der Mauer. Haben gekuschelt.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Trotzdem haben sie deswegen nicht ihren Dienst zu vernachl├Ąssigen!┬ź, echauffierte der Prince sich weiter. ┬╗Was, wenn die Bei├čer genau jetzt hier eintreffen w├╝rden? Wenn sie von da unten durch das Moor schleichen w├╝rden, um uns hinterr├╝cks zu ├╝berfallen, was...┬ź Er hielt inne. Von da unten n├Ąherten sich wirklich drei Gestalten.

Etienne
Etienne bemerkte sie ebenso. ┬╗BESUCH┬ź, bellte er und sofort kam Bewegung in die Gardisten.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fragte sich, ob ÔÇ║BesuchÔÇ╣ ein Kommando war, mit dem jeder eindeutig etwas anzufangen wusste, aber scheinbar war dem so. Er selbst zog seinen S├Ąbel.

Bellamy Bourgeois
Bellamy hielt Boldi und Silvano kurz fest. ┬╗Also zur Begr├╝├čung rufen ist sicher keine gute Idee, da wir sonst die Bei├čer ebenfalls warnen w├╝rden. Auf der anderen Seite wissen wir gar nicht ob die Gruppe nicht schon hier ist, oder ob sie ├╝berhaupt hierher unterwegs sich. Das personifizierte Chaos namens Nathan kann ja seine Meinung ge├Ąndert haben┬ź, sagte Bellamy zu seinen Begleitern und winkte Richtung Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie provozieren┬ź, kreischte Ciel. ┬╗Etienne, einen Warnschuss!┬ź

Etienne
Etienne ballerte eine Salve mit der Repetierarmbrust vor den drei Gestalten quer durch den Sumpf. Sie wurden von oben bis unten mit stinkendem Schlamm bespritzt.

Boldiszàr
┬╗Geht`s noch┬ź, br├╝llte Boldisz├ár zur Burgruine hinauf.

Silvano de Mancini
┬╗Bist Du blind Du schwachsinniger Idiot? Wer wird wohl winken, der Feind? Das sind Deine Kollegen Bellamy und Boldiszar, mach die Augen! Guckt Euch das an, den G├Âttern sei Dank dass wir nur Alltagskleidung tragen, man. Wer stellt solche St├╝mper ein?┬ź, br├╝llte Vano stinksauer zu der Gruppe hoch, w├Ąhrend sich Bellamy die Ohren rieb. Er hatte es gewusst!

Bellamy Bourgeois
Bellamy wischte sich in Zeitlupe den Schlamm aus den Augen und hoffte dass das H├Ąmmern in seinem Sch├Ądel bald nachlassen w├╝rde. ┬╗Wer hat da geschossen? WER?┬ź, verlangte er zu wissen und br├╝llte fast so laut wie Silvano, allerdings nur, da er seine eigene Stimme kaum noch h├Ârte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zog scharf die Luft zwischen den Z├Ąhnen ein. ┬╗Chevalier de Mancini, bis gerade eben hielt ich hohe St├╝cke auf Sie!┬ź, rief er kaum leiser herunter. ┬╗ICH habe Etienne den Befehl gegeben, zu schie├čen! Was schleichen Sie drei da unten durch den Sumpf? Kommen Sie rauf!┬ź

Silvano de Mancini
Silvano blieb wie angewurzelt stehen, so dass Bellamy ihm fast ins Kreuz gelaufen w├Ąre. Mit einer Seitw├Ąrtsdrehung wich er aus und glitt im hochgespritzen Schlamm aus und der L├Ąnge nach mit rudernden Armen hinein. Mancini musterte Bellamy wie ein treuer Hund mit schr├Ąg gelegtem Kopf. Nur der Blick sprach andere B├Ąnde. Er zerrte Bell wieder auf die F├╝├če und versuchte zu erkennen, wer ihn da gerade zur Sau gemacht hatte. Die Stimme erkannte er nicht, aber irgendwer H├Âheres schien es zu sein. ┬╗Wers das?┬ź, fl├╝sterte er Boldi zu, ┬╗ich erkenne ihn nicht und die Stimme sagt mir nichts. Wer ist das?┬ź

Boldiszàr
Boldisz├ár half Bellamy gemeinsam mit Silvano wieder auf die F├╝├če und fegte ihm den Schlamm von der R├╝stung. ┬╗Prince Ciel de Souvagne ... der kleine Prince┬ź, erkl├Ąrte er.

Bellamy Bourgeois
┬╗Herr verzeiht uns, aber wir haben von hier unten aus eine sehr schlechte Sicht und eigentlich wollte ich nicht br├╝llen um den Feind nicht auf uns aufmerksam zu machen! Wir wollten Euch nicht ├Ąngstigen oder in Panik versetzen!┬ź, rief Belly und war dankbar ├╝ber Boldis Hilfe.

Silvano de Mancini
┬╗Verzeiht Herr ich habe Euch nicht erkannt, ich wollte Euch nicht beleidigen┬ź, rief Mancini und ging gemeinsam mit Bellamy und Boldiszar nach oben. Er hoffte der Abriss w├╝rde nicht zu schlimm ausfallen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das w├Ąre uns allen erspart geblieben, wenn Sie sich nicht zur Befriedigung Ihrer niederen Gel├╝ste von unserem Lager davongestohlen h├Ątten! Und jetzt kommen Sie alle drei herauf.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Wir haben nicht... nun wir kommen┬ź, antwortete Vano umg├Ąnglich, da es kaum schicklich war quer ├╝bers Moor zu schreien was sie nicht getan hatten zu seinem Bedauern.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwartete sie mit finsterem Blick. ┬╗Wo kommen SIE ├╝berhaupt her, Chevalier?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Herr ich bin doch auch dabei, die beiden waren hochanst├Ąndig und hatten sogar die H├Ąnden ├╝ber der Bettdecke, also bildlich gesprochen. Es gab einiges zu kl├Ąren, bitte seid nicht w├╝tend. Ihr selbst habt mir doch dazu geraten alles zu kl├Ąren!┬ź, rief Belly.

Silvano de Mancini
┬╗Herr ich wurde von Boldiszar abgeholt und dieser bat mich ihn zu begleiten, da es um eine wichtige Sache geht. Viel Zeit habe ich nicht, da wir den blauen Peter drau├čen h├Ąngen haben, also sollten wir uns sputen┬ź, sagte Silvano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel rieb sich die Ohren, da ihm nun auch noch Bellamy genau ins Gesicht gebr├╝llt hatte. ┬╗Wir alle sollten unsere Lautst├Ąrke m├Ą├čigen┬ź, schlug er diplomatisch vor. ┬╗Dass Chevalier de Mancini hochanst├Ąndig mit Boldisz├ár umging, glaube ich gern. Ich habe nie daran geglaubt, dass sie einander auf diese Weise zugetan sind. Belly, es ist vollkommen in Ordnung, wenn Sie mit Boldisz├ár ein Paar bilden.┬ź Er wandte sich de Mancini zu. ┬╗Um welche Sache geht es?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ja damit habt Ihr Recht, reden wir leiser und bitte allein┬ź, sagte Bellamy und zog Ciel mit sich. Die anderen beiden folgten ihm. ┬╗Herr, Ihr habt doch selbst erlebt, dass er mein Bruder ist! Ich w├╝rde doch nie meinen Bruder bum... ehm zu nahe treten. Wir standen uns immer sehr nahe, aber nicht so. Es ist eine andere N├Ąhe die wir nun ergr├╝nden konnten mit der Hintergrundinfo welcher Herkunft wir sind. Chevalier de Mancini und mein Bruder hingegen lieben sich tats├Ąchlich, aber seid Ihnen deshalb nicht b├Âse. Wir haben ├╝berlegt und sind zu einem Schluss gekommen. Aber wir haben auch Fragen, die ganze Sache der Agenten betreffend, w├╝rdet Ihr sie uns beantworten und uns zuh├Âren?┬ź, bat Belly.

Silvano de Mancini
┬╗Richtig m├Ą├čigen wir unseren Ton, Bellamy hat Recht Herr. Boldi und ich sind uns zugetan, auf voller Linie. Aus diesem Grunde hatte ich vor, ihn von Eurem Vater zu erwerben, so dass er nach seiner Zeit bei der Garde bei mir arbeiten kann. Die Hintergr├╝nde f├╝r die Ablehnung Eures Vaters sehen nun anders aus. Wir haben uns Gedanken zu der gesamten Konstellation gemacht und einige Ungereimtheiten entdeckt. M├Âglicherweise k├Ânnt Ihr sie kl├Ąren, oder Ihr seht es genauso wie wir┬ź, sagte Silvano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte Bellamy schief an. ┬╗Was w├Ąre so ungew├Âhnlich daran, seine Geschwister zu lieben? Bekanntlich war ich mit meiner Schwester liiert. Aber ich nehme es Ihnen nicht ├╝bel. Nat├╝rlich h├Âre ich Ihnen zu, das tue ich doch immer.┬ź Er wandte seine Aufmerksamkeit de Mancini zu - der ungeschminkt war! Neugierig schaute sich Ciel die lange Narbe auf dessen Wange an, die eine interessante Struktur aufwies und sich unter der Augenklappe vielversprechend weitete. Zu gern w├╝rde Ciel einmal nachschauen, wie es darunter aussah. ┬╗Fragen Sie, Silvano┬ź, sagte er freundlich.

Silvano de Mancini
Silvano blickte etwas verunsichert zur├╝ck und bereute, dass er sich nicht geschminkt oder zumindest eine Maske aufgesetzt hatte. Nun Ciel war sein Herr, also durfte er starren, trotzdem machte es ihn nerv├Âs. Vano versuchte sich einzureden, dass ihn jemand aus der Mannschaft anschaute, so ging es. ┬╗Herr die Agenten starben alle, keiner blieb ├╝brig. Die Himmelsaugen erwiesen ihren Kindern Gnade, aus diesem Grund leben wir noch. Aber wir wurden stets beobachtet. Weshalb? Sippenhaft ist nicht mehr m├Âglich, da unsere V├Ąter tot sind Herr. Mein Vater kann mich nicht indoktriniert haben, denn er zog mich nicht auf. Und mit Verlaub, Bellamy, Boldi oder ich gaben Euch sicher nie Grund zur Sorge, sonst h├Ątten wir unsere ├ämter nicht inne. Grund zur Sorge haben allerdings wir, bezogen auf Euren Vater und Euch. Schaut die Himmelsaugen vernichteten die Agenten vollst├Ąndig, es ist niemand mehr da, der davon berichten k├Ânnte, mit Ausnahme einer Person - Parcival. Waren nicht mehr Himmelsaugen daran beteiligt? Wo sind sie geblieben? Zum Zeitpunkt des Todes aller Agenten, war Euer Vater 15 Jahre alt. Unm├╝ndig. Zwei Jahre sp├Ąter - ein Jahr nach Erreichen seiner Vollj├Ąhrigkeit stirbt sein Vater Duc Ettienne samt seinem ersten Sohn dem Thronerben Pomery. Zufall? Zufall dass nun ein junger Mann auf dem Thron sitzt, der nicht in gleicher Weise darauf vorbereitet wurde, wie sein ├Ąlterer Bruder? Schaut, wir waren allein und isoliert. Aber Euer Vater war das ebenso. Das was den Agentenkindern geschah, geschah auch ihm. Er verlor jeden R├╝ckhalt. Er stand nun vor der Aufgabe ein ganzes Land zu leiten und er war selbst im Grunde nicht mehr als ein Kind. Wir alle waren einst 17 Jahre alt, wir alle wissen wie ┬╗erwachsen┬ź man dort wirklich ist. Er ben├Âtigte Berater und wer bot sich dort besser an, als jene, die bereits einmal das Land vor dem Verrat gerettet haben? Die damit seine Familie sch├╝tzen, seinen Vater, seinen Bruder, ihn selbst? Er verlie├č sich auf die Himmelsaugen. Sie waren vielleicht so etwas wie entfernte Ersatzverwandte f├╝r ihn. Es gab niemals einen Grund sie anzuzweifeln. Ich zweifele nicht alle Himmelsaugen an, wie ich auch nicht alle Agenten angezweifelt h├Ątte. Aber es scheint jemanden gest├Ârt zu haben, dass es einen weiteren Orden mit fast gleicher Macht gab, sprich mit gleichen Machtbefugnissen wie die Himmelsaugen. Was wenn die Agenten gar keinen Verrat am Duc planten, sondern selbst von einem Verrat innerhalb der Himmelsaugen wussten? Bekommt dann diese knallharte Vorgehensweise nicht einen ganz anderen Geschmack? Meine n├Ąchste Frage Herr, was wei├č der Leibdiener des Duc? Sein jetztiger Leibdiener? Ich denke viel, aber nicht alles. Von meinem Vater wei├č ich, dass der Duc seinerzeit als junger Mann einen Leibdiener bei sich hatte, der uralt war. Sehr alt, stets bewaffnet und auch mit Waffen umzugehen wusste. Dieser ┬╗Leibdiener┬ź war permanent an der Seite Eures Vaters. Und wollte jemand mit dem Duc sprechen, schirmte er diesen ab oder erlaubte es, wenn die Person genehm war. Dieser Mann wusste alles. Wer war dieser Mann wirklich Herr? Leibdiener sind selten bewaffnet, vermute ich. Ich selbst besitze keinen deshalb die Vermutung. Wenn ich ├╝ber alles nachdenke bleib ein sehr unsch├Âner Verdacht ├╝brig - der einzige ├ťberlebende ist Parcival. Er ist das Oberhaupt der Himmelsaugen. Das Oberhaupt eines Ordens, dass wie ein Scharm denkt, wie ein Superorganismus handelt. Und jeder Geistmagier wird diesem Organismus eingepflegt. Warum ist der neue Palaisin trotz Magie kein Himmelsauge Herr? Und wieso wird Euer Vater permanent ├╝berwacht? Boldi berichtete, dass sie mit V├Âgeln arbeiten. Das ist Fakt, ich habe es gesehen. Was macht der Adler bei Euch in privater Runde? Ist das Tier tats├Ąchlich das Tier Eures Vaters? Oder ist es eine Zecke, ein Spion, sind es die Augen von einer anderen Person? M├Âglicherweise eines gewissen Parcival? Schaut - waren unsere V├Ąter wirklich Verr├Ąter, m├Âchten wir ihre und unsere Namen reinwaschen. Waren sie aber einem Verrat auf der Spur, starben sie um Euch zu sch├╝tzen. Die Waffe Eures Feindes war ein indoktrinierter Orden. Und jeden Mitwisser hat dieser Mann beseitigt. Wenn dies alles nicht den Tatsachen entspricht, scheint ein Gott einen sehr grausamen Geschmack von Zynismus zu haben. Wir erbitten Eure Sichtweise Herr┬ź, erkl├Ąrte Silvano leise und freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte sich alles an. Dann schwieg er eine geraume Weile. Die Minuten verstrichen. Dann erhob er leise das Wort. ┬╗Sie m├╝ssen mir sehr vertrauen, wenn Sie mich in diesen Verdacht einweihen. Ihre Ausf├╝hrungen erscheinen schl├╝ssig. Sie drei haben sich viele Gedanken gemacht. Ich entnehme Ihren Worten Sorge. Ein trauriger Fakt ist, dass ich meinen Onkel und meinen Gro├čvater nie kennenlernen durfte und die Umst├Ąnde ihres Ablebens mir stets nur sehr vage beschrieben wurden. Weiterhin ist Fakt, dass Sie drei beaufsichtigt wurden und unter einem Generalverdacht stehen. Ebenso wie alle anderen Agentens├Âhne. Ich pers├Ânlich h├Ątte das anders gehandhabt. Welchen Verrat genau vermuten Sie? Glauben Sie, die Himmelsaugen w├╝rden meinen Vater st├╝rzen wollen? Oder dass sie ihn marionettengleich fremdsteuern?┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Nicht die Himmelsaugen Herr, Parcival. Schaut, jene Himmelsaugen die damals dabei waren, sind fort vermutlich tot. Die heutigen Himmelsaugen folgen Parcival wie einer Bienenk├Ânigin. Boldi erkl├Ąrte es mir etwas, aber weder er noch ich verstehen etwas von Magie. Sie sind alle verbunden, was der eine sieht, h├Ârt oder wie auch immer wahrnimmt, wissen alle Himmelsaugen. Sie sind irgendwie geistig in einem gro├čen Raum zusammen und jeder h├Ârt, f├╝hlt, sieht, riecht mit. Wer etwas alleine tun m├Âchte, muss den Raum verlassen - bewusst. Nun fragt sich aber jedes andere Auge, wo geht den Vano hin? Wenn ich ein Himmelsauge w├Ąre. Der Zusammenhalt, die Gruppe, der Schutz, das Gemeinschaftsgef├╝hl wird auf einmal verkehrt zur Kontrolle. Parivcal betritt den Raum, er darf kommen und gehen wie er mag, als Oberster wird er nicht in Frage gestellt. Als Berater des Duc nie. Nun erz├Ąhlt man ihm, dass Vano heute f├╝r eine Stunde weg war. Was dann? Wie oft er selbst weg war, wird nicht kontrolliert, dass w├Ąre ja Anma├čung. Wieso eigentlich? Wenn man doch alles teilt? Ich denke und seid mir da nicht b├Âse, dass es nicht die Himmelsaugen gibt. Die gibt es nicht. Es gab auch nicht die Agenten, es gibt nicht die Krone, es gibt nicht die Marine. Aber es gibt Maximilien Rivenet de Souvagne, es gibt Ciel Felicien de Souvagne, es gibt Silvano und so weiter. Was ich Euch damit sagen m├Âchte ist, jede Organisation besteht durch ihre einzelnen Mitglieder und die sind stets ein Durchschnitt durch die Gesellschaft. Nicht die Himmelsaugen begingen einen Fehler, sondern Parcival! Nicht die Agenten begingen Verrat - sondern wer bittesch├Ân? Namen und Verurteilung der Schuldigen, kein Generalverdacht. Wenn Ihr einen Fehler begeht, wart Ihr dies Herr, aber doch nicht Eure ganze Familie. In tragischen Einzelf├Ąllen, mag es solche Familien geben. Sie wussten alles, sie lie├čen es zu, so trifft sie kollektiv die Schuld. Aber das gilt nur in Ausnahmef├Ąllen. Jede Person die in einer Organisation ist, tr├Ągt zu deren Erscheinungsbild bei. Begnet Ihr mir, habt Ihr ein anderes Bild von der Marine als wenn Ihr Kapit├Ąn Rene Lothair de Brisay begnet. Drum mache ich meine Urteile an einer Person fest, nie an einer Gruppe. Ich lasse nicht die ganze Mannschaft Kiel holen, wenn ein Matrose Schei├če gebaut hat. Euer Vater ebensowenig - nun bis auf diese eine Ausnahme, die wohl so ein Einzelfall des Gruppenirrsinns war. Ich glaube um es auf den Punkt zu bringen, dass Parcival die Konkurrenz ausl├Âschte und es legalisierte indem er sie diskreditierte. Dann beseitige er die Zeugen in den eigenen Reihen. Danach die Zeugen in Euren Reihen - Euren Gro├čvater und Onkel. Dann versuchte er ├╝ber Euren Vater an mehr Macht zu kommen. Er war jung, aber so weit wie er kommen wollte kam er nicht, denn es gab eine letzte Mauer - einen Schutzwall und die pers├Ânliche Mauer von Duc Maximilien hie├č LEON. Daran ist Parcival gescheitert. Was kann nun passieren, damit Leon f├Ąllt? Es gab nichts. Dieser Mann beging nie einen Verrat, nie eine Straftat, er tat nie etwas unrechtes. Seltsam oder? Ein Mann mit Paricvals M├Âglichkeiten h├Ątte Leon doch einfach dazu manipulieren k├Ânnen seinen Sch├╝tzling Max bei einer Verfehlung zu ohrfeigen, er w├Ąre sofort seinen Posten losgeworden und wer w├Ąre alleiniger Berater von Maximilien gewesen? Der gute alte stets zuverl├Ąssige Parcival. Aber Leon ging nicht. Leon blieb unbeweglich, unnachgiebig und stets sch├╝tzend wie jede Burgmauer sein sollte. Ein Paradebeispiel einer menschlichen Mauer. Vater sagte, er sah sogar verwittert aus und meinte dies als Kompliment. Was war dieser Mann? Wer war dieser Mann? Ein Magier? Und nun kochte die alte Angst wieder auf, als Parcival sah, dass sich sein gemachtes Nest, mit dem er sich nun abgefunden hatte, in Schieflage ger├Ąt. Nun zweite Geige statt Machtzenit - aber immerhin sehr nahe an der Sonne. Und nun tun sich zwei aus l├Ąngst vergangener Zeit zusammen, die einst seinen Thron zum wackeln brachten. Nicht die V├Ąter, die sind tot - aber die S├Âhne. Weshalb so eine Angst vor zwei Personen wie uns? Wer sind wir schon, mal ehrlich gefragt? Wer bin ich, dass mich ein Orden wie die Himmelsaugen f├╝rchten m├╝sste? Ein niemand. Aber mich f├╝rchten auch nicht die Himmelsaugen, sondern Parcival - er f├╝rchtet meine Erinnerungen... richtig? Das w├Ąre meine n├Ąchste Frage, wie komme ich daran?┬ź, fl├╝sterte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie sprechen sehr ├╝berlegt, Silvano, Sie differenzieren. Meine Frage war, zugegeben, bewusst provokant gestellt. Was Leon betrifft, kann ich mir vorstellen, dass er vielleicht Messing trug. Messing ist in der Lage, Magie abzuschirmen. In welchem Ausma├č, das wei├č ich nicht, aber dies w├Ąre eine Richtung, in die man denken k├Ânnte. Manche Leibdiener verstehen sich ├╝brigens hervorragend auf Kampfkunst, das kommt ganz darauf an, wen man als Leibdiener erw├Ąhlt. Prince Linhard hat sich beispielsweise einen Chevalier de Dupont geangelt. Einen Dupont!┬ź Ciel schmunzelte, als ihm auffiel, dass sie auf der alten Dupontfeste standen. ┬╗Zum Gl├╝ck ist er nicht dabei, um uns mit seinem Gejammer die Mission zu erschweren. Wie man an Parcivals Erinnerung kommt, das ist ganz einfach - man fragt ihn oder liest ihn aus. Er ist gut, aber nicht allm├Ąchtig und gegen eine ├ťberzahl von Meistermagiern ist auch er machtlos. Und letztlich steht uns noch die gute alte Folter zur Verf├╝gung. Suchen Sie sich etwas aus.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Danke Herr. Ihr missversteht mich, wie kommen wir an die alten Erinnerungen von Boldi, Belly und mir? Wenn es nichts zu erinnern gab, warum wurde es gel├Âscht? An die Erinnerungen von Parcival zu kommen w├Ąre die Fundgrube schlechthin Herr. Aber er hat die Macht eines ganzen magischen Ordens auf seiner Seite. Und sollten wir ihn angreifen w├Ąre er gewarnt. Hat er Vertraute? Das was er tun kann, k├Ânnen wir doch auch versuchen. Der Palaisin ist Geistmagier aber kein Himmelsauge. Er k├Ânnte Parcival versuchen auszulesen. Aber ich denke, wenn er das versucht taucht er in dem Gemeinschaftsraum auf und alle fragen sich was er im Himmelsaugenaufenthaltsraum m├Âchte. Also so stelle ich mir das vor, wie es funktioniert. Er m├╝sste sich einschleichen ├╝ber wen und ich wei├č auch ├╝ber wen - seinen Bruder Maurice┬ź, grinste Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗An Ihre alte Erinnerung ... vielleicht ├╝ber einen Geistmagier. Wir haben einen dabei! Jules! Aber m├Âchten Sie das wirklich? Es wird Sie wom├Âglich sehr aufw├╝hlen.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Nicht Jules,Herr! Er ist ein Himmelsauge, damit informieren wir Parcival. Wir haben bis jetzt keine andere Wahl. Sicher m├Âchte ich das, aber nicht jetzt und nicht unvorbereitet und ganz sicher nicht von einem Untertanen Parcivals. Ich m├Âchte es von einem freien Mann, nicht von einem Knecht. Und ich ben├Âtige danach Zeit, die Informationen zu verdauen, wenn es welche gibt. Dass kann ich nicht hier, also an Land. Das geht nicht. Meine Welt ist das Meer, ich bin sozusagen wie eine Robbe - ich ruhe hier nur gerade aus und verdaue das Futter. Ich lebe hier nicht, ich kann es nicht und m├Âchte es nicht. Drum muss ich das anders planen, es mag f├╝r Euch verr├╝ckt klingen, aber Eure Welt engt mich ein, obwohl mein Schiff viel enger und begrenzter ist als ein ganzes Land. Aber sie ist ein Teil von mir und wir leben grenzenlos auf See. Dort m├Âchte ich sein, wenn es geschieht und nicht wie ein Tier im K├Ąfig. Es geht auch nicht darum, was mir genommen wurde, damit musste ich mich schon lange abfinden. Es geht darum an Informationen zu kommen, die Parcival versteckt halten will. Sprich Tatgr├╝nde oder Aufkl├Ąrungsmaterial, m├Âglicherweise auch ├╝ber den Tod Eures Gro├čvaters und Onkels. Wer wei├č wann dies geplant wurde?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Jules k├Ânnte sich abschirmen gegen Parcival, wenn ich ihm dies befehle. Notfalls auch dauerhaft, sofern Parcival sich nicht gewaltsam Zutritt verschaffen w├╝rde. Oder wie w├Ąre es mit meinem lieben Schwager Remy? Dieser Mann ist Himmelsauge, aber Teil der Krone - was bedeutet, kein anderes Himmelsauge darf ihn mehr auslesen. Ansonsten hat die Familie Hohenfelde viele gute Geistmagier und mit Davard trifft man auf jeden Fall eine gute Wahl.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Die Entscheidung liegt bei Euch wer f├Ąhig ist. Wie ich h├Ârte seid Ihr des ├Âfteren mit Magiern zusammen. Ich habe keine Ahnung davon, wem ich mich anvertrauen kann und soll. Aber es muss jemand sein, der nicht ausgelesen werden darf. Vertraut Ihr diesem Remy?┬ź, fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gestattete sich ein kurzes, b├Âses Lachen. Dieser Mann hatte hinter Ciels R├╝cken dessen Ehefrau vernascht. ┬╗Remy als Privatmensch vertrauen - nein. Er ist hochverschuldet gewesen vor der Hochzeit mit Olivie, ein L├╝gner und Angeber und nennt noch eine endlose Liste weiterer Verfehlungen sein eigen. Aber als Himmelsauge war er stets zuverl├Ąssig, so ehrlich muss man sein.┬ź

Silvano de Mancini
Vano guckte als h├Ątte er in eine Zitrone gebissen. ┬╗Ja Herr, was wenn er dann die ganzen Tatsachen verdreht? Nachher war mein Vater laut diesem Remy ein Monster, weil er drei Fliegen totschlug und daraus wurden dann schlagartig drei Himmelsaugen. Seemannsgarn, Ihr versteht schon. Habt Ihr keinen ehrlichen Magier? Oder k├Ânnt Ihr ihn zwingen ehrlich zu sein?┬ź, fragte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, Jules ist ehrlich, wenn es schnell gehen soll. Ansonsten auch Davard von Hohenfelde. Massimo ist ebenso zuverl├Ąssig, aber er neigt zur Ungeduld und in diesem sensiblen Thema w├╝rde ich einen anderen Magier vorschlagen.┬ź

Silvano de Mancini
Silvano schaute Bellamy und Boldi hilfesuchend an. ┬╗Sagt was, wen w├╝rdet Ihr nehmen? Ich kenne diese Personen alle nicht┬ź, gestand Vano ehrlich.

Boldiszàr
┬╗Jules┬ź, sagte Boldisz├ár ├╝berzeugt. ┬╗Der Mann hat Ehre und Verstand.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Dann Jules, so wie es Boldi vorschl├Ągt┬ź, stimmte Vano dankbar zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗JULES┬ź, rief Ciel durch die Nacht.

Jules de Mireault
Jules deutete Khawa an zu warten wo er war und hoffte dass dieser nicht mit irgendwelchen Dingen nach dem Palaisin in seiner Abwesenheit warf. Die beiden schenkten sich schlie├člich nichts. Er eilte zu seinem Herrn und verbeugte sich. ┬╗Wie kann ich behilflich sein Herr?┬ź, fragte Jules.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zeigte auf de Mancini. ┬╗Ihr Chevalierskollege ben├Âtigt die Rekonstruktion eines hoffentlich reversibel amnesierten Ged├Ąchtnises. K├Ânnen Sie das?┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Und bevor Sie beginnen, trennen Sie sich bitte von Ihrem Orden. Diese Informationen unterstehen der h├Âchsten Geheimhaltung, sie sind somit auch nicht f├╝r Ihren Oberstens bestimmt, sondern ausschlie├člich f├╝r die Krone, da wir in deren Namen ermitteln. Sollten Sie nichts finden, habe ich keine Ahnung wie sie an meine Informationen kommen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte langsam und sah Jules fest in die Augen. Er griff ihm an die Schulter und dr├╝ckte etwas zu. ┬╗Allerh├Âchste Geheimhaltungsstufe. K├Ânnen Sie gegebenenfalls brisantes Wissen dauerhaft von Ihrem Orden abschirmen, Jules?┬ź

Jules de Mireault
Jules nickte zur Best├Ątigung und trennte sich von seinen Kollegen. ┬╗Ich habe verstanden, was ich lese bleibt bei mir. Darauf k├Ânnt Ihr Euch verlassen. Hoheit, macht Euch keine Sorgen um meinen Kollegen, ich werde zur Not seinen Verstand wieder herstellen. M├Âglich ist aber auch, dass es mit einer anderen Information ├╝berdeckt wurde. Ihr m├╝sst keine Sorge haben Chevalier, sollte ich nichts lesen, dann ist dies erstmal so. Aber ich werde einfach andere Gedankeng├Ąnge abgehen, nachverfolgen und schauen, ob ich so hinter die Blockade komme. Oder was Euch ├╝berhaupt blockiert. Oft ist es ein grauenvolles traumatisches Erlebnis. In dem Falle stehe ich Euch bei. Ihr m├╝sst Euch jedoch kooperativ verhalten. Das hei├čt, wehrt Euch nicht gegen das Auslesen und versucht Euch zu entspannen. Am besten hei├čt mich willkommen und wir gehen gemeinsam die Erinnerungen ab, dass ist leichter f├╝r uns beide. Ihr werdet mich als fremde Pr├Ąsenz in Eurem Bewusstsein sp├╝ren. Aber Ihr werdet sp├╝ren, dass ich dort bin um Euch zu helfen. Was Ihr denkt, erfahre ich und umgekehrt. Also auch wenn Ihr zuf├Ąllig denkt, jetzt ben├Âtige ich einen Kaffee. Drum versucht Eure Gedanken auf das Ziel gerichtet zu halten, sonst haben wir einen langen Weg vor uns. Also wann immer Ihr bereit seid. Setzen wir uns┬ź, bat Jules.

Boldiszàr
Boldisz├ár setzte sich hinter Silvano und rutschte so nah wie m├Âglich an ihn heran. ┬╗Du kannst dich an mich anlehnen, Vano. Ich bin da, falls es schwer wird.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel legte sich etwas unter und setzte sich neben Jules. Er legte ihm die Hand auf die Schulter. ┬╗Bitte lassen Sie es mich gleich mitlesen. Das erspart ihnen, die Dinge zu wiederholen, sollten diese sich tats├Ąchlich als traumatisch entpuppen. Von meiner Seite aus kann es losgehen. Sind Sie bereit, Silvano?┬ź

Silvano de Mancini
Silvano schlang sich die Arme von Boldi um den Bauch und lehnte sich fest an ihn an. Er atmete einmal durch und konzentrierte sich dann auf seine Kindheit. ┬╗Ja Herr, ich bin bereit┬ź, best├Ątigte Silvano mit mulmigem Gef├╝hl in der Magengrube. Seine Finger umklammerten halt- und schutzsuchend die von Boldi. Er war froh, dass er ihm den R├╝cken st├Ąrkte. Er konzentrierte sich auf das Gef├╝hl, das was er mit Boldi verband - pure Liebe und das was sie verband. Er musste sich erinnern, f├╝r sie alle, f├╝r ihre V├Ąter und f├╝r sich selbst. Das war er ihnen schuldig. ┬╗Beginnen wir┬ź, bat er.
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Silvano de Mancini
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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#6

Beitrag von Silvano de Mancini » Mo 27. Aug 2018, 19:16

Jules verband sich mental mit Silvano.
Der Chevalier leistete keinen Widerstand, im Gegenteil, er hie├č Jules in seinen Gedanken willkommen.

Die meisten seelischen Umarmungen f├╝hlten sich wie fl├╝ssiges Licht an, mal mehr oder minder schwach. Die Gedankenflut des Kapit├Ąns bestand scheinbar aus seinem Element - Wasser. Und nicht irgendein Wasser, sondern dem Meer.

Das Himmelsauge f├╝hlte sich wie einer dieser ber├╝hmten Felsenspringer. Sein Seelensturz f├╝hlte sich an wie ein Sturz in die Brandung. Anstatt sich Schicht f├╝r Schicht vorzuarbeiten, rauschten sie hinab in die Tiefe, die Luft, das Licht, eine blo├če Erinnerung...

Langsam stiegen sie wieder auf. Ihre Blicke den Luftblasen folgenden, die wie durch Geisterhand den Weg nach oben fanden...

Ein lachendes Gesicht, mit strahlend wei├čen Z├Ąhnen und braunen Haaren...
Geborgenheit... Schmerz... Verlust... Angst...

Schwarze Schuppen, Unheilverk├╝ndend und blutbesudelt....
Nicht genug... Gier... Hass... Wut...

Schwarze Haare, blaue Augen... blau wie die See...
Nestw├Ąrme... Liebe... Schutz...


~~~~


Delancy Desnoyer

Ein kleiner, vielleicht gerade einmal vierj├Ąhriger Junge spielte unten am Strand. Dick eingepackt in wetterfeste Sachen bastelt er an einem kleinen h├Âlzernen Segelschiff mit wei├čen Segeln. Ein klirrendkalter Wintertag, der jedes Wort und den Atem von den Lippen rei├čt. Delancy machten die Elemente nichts aus. Der Wind geh├Ârt zur See und die See geh├Ârt zu seinem Leben. Im Fr├╝hling sp├╝lt sie die leuchtenden Lichter an den Strand, im Sommer schenkt sie einem Nahrung in H├╝lle und F├╝lle, Badespa├č und Krabbenfang. Im Herbst wird sie rau, tost und donnert ans Land und erinnerte alle mit ihrem eisigen Atem an ihre Macht. Im Winter h├Ąlt sie es so wie alle anderen, sie schl├Ąft im Hafen unter dickem Eise und kommt zur Ruhe. Sie wartet auf den Fr├╝hling. Ein immerw├Ąhrender Kreislauf von Werden und Vergehen. Die See ist f├╝r Delancy dass was f├╝r andere ein Kalender ist. Sie ist eine Weltenuhr, f├╝r all jene die bereit sind ihre oft raue Sprache zu verstehen.

Der kleine Junge versteht und liebt sie, liebt die leichten Sommerbriesen ebenso wie die tosenden Herbstst├╝rme. Die Sonne scheint trotz des eisigen Wintertages auf ihn herab und l├Ąsst seine blonden Haare wie Goldf├Ąden im Sturm tanzen.
Seine Mutter winkt dem kleinen Jungen gut gelaunt von ihrer Kate aus zu. Er winkt zur├╝ck, ruft etwas und lacht gl├╝cklich. Die Worte wie das Lachen werden vom Sturm davongetragen. Seine Mutter wird sie niemals h├Âren und dennoch strahlt ihr Gesicht genauso wie das Haar ihres Kindes.

Mit einem liebenden L├Ącheln, dass einem nur eine Mutter schenken kann, wandte sie sich ab und begann W├Ąsche aufzuh├Ąngen.
Wie Segel bauschten sich die Laken im Wind. Korb, Leine, Klammern und ein neues Segel flatterte im salzigen Wind.

Als sich die Mutter erneut mit einem Laken in den H├Ąnden aufrichtet, stockt sie. Etwas silbern gl├Ąnzendes ragt aus dem R├╝cken seiner Mutter!
Sie st├╝rzt zur Seite weg, zieht sich so das Schwert selbst aus ihrem Brustkorb und gibt den Blick auf einen Mann preis.

Delancy sah wie das Blut von der Klinge des Mannes tropfte.

Seine Mutter lag niedergestreckt mit aufgebrochenen Brustkorb im Gras. Ihr K├Ârper zitterte spastisch, ihre Augen suchen seine. F├╝r den Bruchteil einer Sekunde schaut sie ihn an. Ihre blass-blauen Lippen formen nur ein einziges Wort, ein Wort dass der Sturm ihr ebenso von den Lippen riss ÔÇô LAUF.

Der Mann folgte dem Blick seiner Mutter. Einen Moment herrschte Ruhe, sogar der Sturm schien sich gelegt zu haben.
Die See hielt den Atem an.

Dann kam Bewegung in den Mann, seine Hand deutete verdammend auf den kleinen Jungen. Ein gro├čer Raubvogel schoss wie aus dem Nichts vom Himmel herab, hielt genau auf den kleinen blonden Jungen zu. Messerscharfe Krallen griffen von oben nach dem Jungen. Eine Windb├Âe von der See aus kommen, nahm dem gefiederten Angreifer das Tempo aus den Schwingen. Die kleinen H├Ąnde des Jungen rissen sch├╝tzend das Spielzeugschiff nach oben. Ein gellender Vogelschrei zerriss die Luft und mischte sich mit dem ohrenbet├Ąubenden Br├╝llen des Mannes.

Der Vogel war von den zwei Masten des Spielzeugschiffes durchbohrt und aufgespie├čt worden.

Mit einem Satz sprang der Mann ├╝ber die sterbende Frau und jagte auf den Jungen mit gez├╝cktem Schwert zu. Sein Gesicht eine wutverzerrte Fratze, seine Augen gl├╝hende Kohlen. Die Klinge raste ├╝ber den Kopf des Jungen hinweg, der kleine K├Ârper warf sich zur Seite, schlug einen Haken und rannte die B├Âschung hoch, w├Ąhrend der Vogel von der Brandung davongesp├╝lt wurde und in den eisigen Fluten des Herbstmeeres versank.

Delancy st├╝rzte zu seiner Mutter, riss ihr den Dolch aus dem G├╝rtel und warf sich sch├╝tzend ├╝ber sie. Als das Schwert ausholte um ihn zu erschlagen, spritze dem Jungen das Blut seiner Mutter hei├č ins Gesicht. Der Dolch in seinen winzigen, zitternden H├Ąnden w├╝rden die Klinge niemals aufhalten. Unbarmherzig zischte die Klinge herab. Kurz vor seiner Kehle wurde sie von einem anderen Schwert abgefangen und fortgeschlagen.

"Seid Ihr von Sinnen? Was treibt Ihr hier? Das ist ein kleiner Junge und dies ist meine Scholle! Wachen!", bellte ein Mann herrisch und au├čer sich vor rechtschaffener Wut.
"Das ist kein Kind, sondern die m├Ârderische Brut eines Hochverr├Ąters Mancini! Ihr behindert die Krone", donnerte der Mann der die Mutter des Jungen get├Âtet hatte und sein seltsamer Schnauzer str├Ąubte sich wie der eines w├╝tenden Walrosses.
ÔÇ×Chevalier de Mancini f├╝r Euch elender Lump! Ihr steht auf meinem Land! Ihr habt eine der meinen niedergestreckt und wollt Euch an einem unschuldigen Kind vergreifen? Ihr seid nicht die Krone, Ihr seid erb├Ąrmlich!ÔÇť, donnerte der Chevalier und spie vor dem anderen aus und wich keinen Zollbreit.

Eine Gruppe angef├╝hrt von einem anderen, wesentlich ├Ąlteren Mann trat hinzu. Fl├╝sternd sprach der Alte auf den Chevalier ein und ├╝berreichte ihm einen Befehl. Der Wind trug seine Worte davon, aber nicht hinaus aufs Meer, sondern an Delancys Ohr.

"Es hat einen Vorfall gegeben Chevalier de Mancini, die Umst├Ąnde sind f├╝r Euch nicht von Interesse und unterliegen der absoluten Geheimhaltung. Der Junge wird uns begleiten. Er ist eine Gefahr, aber wir gew├Ąhren ihm Gnade. Er wird bereinigt werden, aber er wird leben, Ihr habt mein Wort!ÔÇť, fl├╝sterte der Mann. Die Stimme lie├č den kleinen Jungen, der nicht einmal bei tosenden Herbstst├╝rmen fror, fr├Âsteln.
ÔÇ×Bereinigt? Was redet Ihr da? Der Junge bleibt wo erÔÇŽÔÇť, setzte der Chevalier an und schwieg, als der Mann ihn starr musterte.

ÔÇ×Wenn Ihr den Jungen sch├╝tzen wollt Chevalier de Mancini, dann nach der Bereinigung. Er begleitet uns und bekommt die versprochene Chance. Der Junge geht in Euer Heim, wenn Ihr Interesse an der Made habt. Gebt den Jungen freiÔÇŽ", befahl der Mann.
ÔÇ×ÔÇŽden Jungen freigebenÔÇŽÔÇť, sagte de Mancini und senkte sein Schwert.

Delancy sprang auf, zeitgleich wurde dem Kind brutal ein Schwertknauf vor die Schl├Ąfe geh├Ąmmert. Gef├Ąllt st├╝rzte er neben seine sterbende Mutter.
Die eisigen Finger seiner Mutter strichen mit letzter Kraft ├╝ber die Wange des blonden Jungen.
Dann riss ihn der Sturm der Dunkelheit davon.


~~~~


Eliot Lyon

Man sagte mir, meine Eltern h├Ątten mich abgegeben. Aber mir fehlte jede Erinnerung an sie. Ihr Grund - Angst, Abscheu, sucht es Euch aus. Ich lebe im Kinderheim. Vorher habe ich frei gelebt, bei meinen Eltern. Wie sie aussahen oder wer sie waren, wei├č ich nicht. Ich wei├č fast gar nichts mehr.

Die See - Wasser und Strand, daran erinnere ich mich noch.
Es ist alles woran ich mich erinnere.
Wie sie klingt, wie sie schmeckt und riecht.
Niemand hat mich gefragt ob ich all das wollte, es ist einfach so gekommen.
Was? Auch das wei├č ich nicht.

Sie nennen mit Eliot Lyon, das ist mein Name.
Er schmeckt falsch.

Eines Tages befand ich mich mit zwei Aufpassern hier. Woher ich kam? Ich wei├č es nicht.
Ich wei├č gar nichts.

Sie sagten, hier w├Ąre nun mein Zuhause. Dann gingen sie fort. Sie drehten sich nicht um und sie kamen auch nie wieder zur├╝ck.

In der ersten Zeit habe ich jeden Abend vor der T├╝r gewartet. Ich weigerte mich, diese seltsame Kleidung zu tragen und behielt stur meine Kleidung an. Es waren doch bestimmt die Sachen, die mir meine Ma gegeben hatten. Irgendwann waren sie nur noch Lumpen, aber aus einem Grund den ich bis heute nicht nachvollziehen kann, haben sie mir die Sachen so lange wie m├Âglich gelassen.

Wie jeden Abend, nach dem man mich abgeschoben hatte, wartete ich vor der T├╝r.

Irgendwann kam Kab vorbei. Er hat sich einfach neben mich gehockt und mich gefragt was ich da mache oder auf wen ich warte. Was ich f├╝r Kleidung trug, wollte er wissen. Ich habe ihm erz├Ąhlt, dass ich auf meine Eltern warte.

Sobald sie sich erinnerten, k├Ąmen sie zu mir zur├╝ck.

Die Kleidung w├Ąre ganz normale Kleidung, sie war nur "kaputt".
Wer will schon mit einem braunen Wollhemd von seinen Eltern abgeholt werden?
Keiner.

Aber das versuchte ich gar nicht erst zu erkl├Ąren. Irgendwie waren die alten Lumpen eine Verbindung zu meinen Eltern. Das bildete ich mir ein. Auf die Erkl├Ąrung, dass ich vor der T├╝r auf meine Eltern warte, hat Kabir mich gestupst und mir geantwortet ÔÇô sie kommen nicht zur├╝ck.

Niemand kam je zur├╝ck, noch nie wurde jemand wieder abgeholt.
Wir sind Kinder ohne Erinnerung und ohne Namen.


~~~~


Silvano Giovanni de Mancini

Kabir irrte sich, denn als ich f├╝nf Jahre alt war, erschien ein Mann und nahm mich mit. Brachte mich in sein Heim, in eine Burg und gab mir einen Namen - Silvano Giovanni de Mancini. Das bin ich, das werde ich sein.

Er deutete auf eine T├╝r und schob mich dann in ein Zimmer.

"Was soll ich hier tun?", fragte ich leise.
"Dich einrichten? W├Ąre jetzt mein Vorschlag", antwortete er freundlich.

Ich nickte knapp, legte meinen Beutel auf mein Bett und drehte mich wieder zu ihm um.
"Eingerichtet", l├Ąchelte ich zur├╝ck.

"Na dann, viel Spa├č Kurzer. Schau Dich in der Burg um, ich bin unten. Heute Abend gehen wir zum Hafen, zu den Schiffen, wenn Du magst", sagte er freundlich, knuffte mich und lie├č mich einfach stehen.

Mein Quartier war winzig. Es bestand aus einem Bett, einer Waschsch├╝ssel, einem Tisch, einem Waschbecken, einem Nachttopf und so einigem anderen Zeug. Neugierig schaute ich mich in meinem ersten eigenen Zimmer um. Es geh├Ârte mir allein und ich war stolz darauf.

Sehns├╝chtig starrte ich die Waschsch├╝ssel an. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal sauber gewesen war. ├ťberhaupt konnte ich mich kaum an das Gef├╝hl von Wasser auf der Haut erinnern. Von salzigem Wasser ganz zu schweigen...

Langsam zog ich mich aus und warf meine Sachen einfach auf den Boden. Gerade als ich mich abwaschen wollte, fiel mir etwas ├╝ber dem Waschbecken auf.

Perplex blieb ich davor stehen und starrte mein Spiegelbild an - nicht begreifend, dass ich die Person war, die der Spiegel zeigte.

Der Bursche der mir entgegen starrte war fremd. D├╝rre war er, kahlk├Âpfig, mit blasser grau-wei├čer Haut unter der sich die Adern deutlich abzeichneten. Seine Augen waren eingesunken und dunkel, genau wie die Ringe darunter. Irgendwie d├Ąmmerte mir, dass etwas nicht stimmte da seine und meine Bewegungen synchron verliefen.

Daran, dass ich wie am Spie├č geschrien habe, erinnere ich mich nicht mehr. Ich wei├č nur noch, dass mein Vater in mein Quartier gest├╝rmt kam.

"Ruhig! Ganz ruhig! Du bist in Sicherheit", sprach er beruhigend auf mich ein.
"Wer ist der Kerl?", br├╝llte ich meinen Vater panisch an und deutete auf den Spiegel.

"Du", fl├╝sterte Mancini ganz leise.
"Das bin... ich? Ich?!?", stammelte ich.

"Ja das bist Du, das ist ein Spiegel, schau ich bin neben Dir. Vergleiche es doch Silvano", sagte er, dr├╝ckte mich an sich und hielt mich fest. Ich erwiderte die Umarmung und versuchte zu begreifen, wie viel Zeit vergangen war.

"Magst Du Dich mal in Ruhe angucken? Komm versuch es mal", sagte Mancini und reichte mir seine Hand.

Vorsichtig nahm ich seine Hand und gemeinsam stellten wir uns vor den Spiegel.
Er dr├╝ckte seine Wange gegen meine und gemeinsam starrten wir hinein - Vater und Sohn.


~~~~

Silvano de Mancini
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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#7

Beitrag von Silvano de Mancini » Di 28. Aug 2018, 00:11

Silvano de Mancini
Jules hatte ihn hinter den blinden Fleck hinter das Vergessen gef├╝hrt. Wie? Das wusste Vano nicht und mittlerweile hasste er den Satz abgrundtief. Er hatte gesehen wo alles begann, er hatte sich als Kind am Meer gesehen, seine Mutter, ihren M├Ârder - Parcival. Er hatte seinen Adoptivvater gesehen wie dieser ihm das Leben rettete, wie hatte er nur f├╝r eine Sekunde daran glauben k├Ânnen dieser Mann w├╝rde ihn enterben? Weil glauben nicht wissen war. Nun wusste er es besser. Ein Nichts zu sein mit nichts als Erinnerung lie├č einen farbloser zur├╝ck als jedes Gespenst und so hatte er auch im Spiegel ausgesehen. Aber den Umstand konnte man ├Ąndern, rot war eine Signalfarbe und damit wieder er sich streichen und zwar mit Parcivals Blut! F├╝r seine Mutter, f├╝r seinen Vater, f├╝r Kabir und alle anderen namen- und erinnerungslosen Kinder wie Belly, Boldi, Kab und ihn. Silvano zuckte nach hinten und schnappte dabei nach Luft als w├Ąre er tats├Ąchlich am Ertrinken. Ruckartig hatte er sich damit aus der Verbindung von Jules gerissen. Schwindel und ├ťbelkeit ├╝berfielen ihn, aber er schob sie beiseite, nichts was er nicht schon hundertmal auf See getan hatte bei zu hohem Wellengang. Aber dieser Wellengang erforderte ein Opfer. Er ben├Âtigte einen Moment um sich zu ortientieren, dann schnappte er sich seinen Haken und stand auf. Keine Sekunde sp├Ąter sa├č er wieder, denn Boldi hielt ihn immer noch fest umschlungen. Total irritiert musterte Vano seinen Freund und versuchte sich freizuk├Ąmpfen.

Boldiszàr
Boldisz├ár hielt ihn mit beiden Armen fest umschlungen. Er hatte viel Kraft, doch Silvano k├Ąmpfte mit der Macht der Verzweiflung. ┬╗Ruhig, Vano┬ź, stie├č er hervor und k├Ânnte sich selbst daf├╝r ohrfeigen, dass es wie ein Befehl klang. ┬╗Ruhig, ich bin da┬ź, versuchte er es noch einmal, in der Hoffnung, dass der Klang seiner Stimme irgendetwas bewirkte und er nun nicht selbst den Haken zu sp├╝ren kann. ┬╗Vano, ich bin`s, Boldi. Dein Mann. Du bist hier an Land, in der Ruine Dupont. Du bist hier in Sicherheit, wir sind alle f├╝r dich da.┬ź Er hoffte, dass Silvano so die Orientierung wiederfand und es ihn irgendwie zur├╝ckholte aus dem, was er gerade durchmachte.

Silvano de Mancini
Was ihm nicht mit Kraft gelang, versuchte er mit der Gewandtheit eines Aals, aber das Vorhaben war genauso zum Scheitern verurteilt. Boldi lie├č ihn nicht los und eigentlich wollte er auch gar nicht losgelassen werden. Von einer Sekunde zur anderen gab Vano seine Gegenwehr auf und dr├╝ckte sich fest an Boldi. "Er hat... meine Mutter get├Âtet... Parcival... ", keuchte Vano tonlos und verdreht sich so, dass er sich an Boldi anlehnen konnte. "Er hat mich vor ihm besch├╝tzt... und abgeholt... verstehst Du, ich frag Dich immer ob Du verstehst... Du verstehst es. Muss ich mir abgew├Âhnen... lass mich los", bat Silvano und machte sich klein in Boldis Armen.

Boldiszàr
┬╗Ich lass dich gar nicht los, du bleibst jetzt hier und beruhigst dich. Du hast deine Eltern gesehen? Deine leiblichen Eltern? Und was ist mit Parcival? Es ist f├╝nfunddrei├čig Jahre her, sie alle sind l├Ąngst tot. Meine Eltern auch. Aber wir leben und wir sind jetzt hier, alle zusammen.┬ź

Silvano de Mancini
Vano schaute Boldi an, blinzelte und nickte langsam. Er wollte sich gerade ├╝ber die Kehle reiben, als er erschrocken feststellte, dass er noch den in der Hand hielt. Er legte die Waffe beiseite und lie├č sie los. Vano umarmte Boldis Arme und hielt sich an ihm fest. "Ich bin total durcheinander. Ich habe gesehen wie er meine Mutter get├Âtet hat. Meinen Vater habe ich nicht gesehen Boldi. Aber meinen Adoptivvater, Mancini. Er hat verhindert dass er mich erschlug wie einen Hund. Sein sch├Ąbiger Vogel, er sollte mich am Strand zerrei├čen und ich habe ihn aufgespie├čt. Versehentlich. Ich habe mich gesehen, wie ich aussah als ich aus dem Heim kam, ich sah... grauenvoll aus. Fast verhungert, keine Haare, blass grau und einfach nur erb├Ąrmlich. Mancini hat mit mir in den Spiegel geschaut... Ich muss mit ihm reden. Ich wei├č nicht warum ich das vergessen habe, ausgerechnet DAS! Er war gut zu mir. Aber ich jammere Dir hier einen vor und Dir erging es keinen Deut besser. Ich habe nichts gesehen was uns hilft, ich habe nur gesehen dass ich dreimal wer anderes wurde. Wir sind zusammen ja, wir bleiben zusammen versprichs. Kabir, merk Dir den Namen - Kabir... er war einer von uns", antwortete Silvano und musterte Ciel. "Tut mir leid dass ich abgebrochen habe, verzeiht", bat er inst├Ąndig.

Boldiszàr
┬╗Ich verspreche es dir. Wir bleiben zusammen und ich liebe dich. Parcival war also leibhaftig dabei ... und er wollte dich erschlagen. Nachdem er deine Mutter umgebracht hatte. Kabir ist gut zu merken, vielleicht l├Ąsst er sich finden. Dein Adoptivvater h├Ąlt vielleicht noch heute seine sch├╝tzende Hand ├╝ber dich. Vielleicht verhindert nur das, dass Parcival es beendet. Was sagst DU dazu eigentlich, Jules?┬ź Boldisz├ár betrachtete das Himmelsauge, w├Ąhrend er Silvano fest hielt und streichelte.

Jules de Mireault
Jules setzte sich wieder aufrecht hin und schaute von Ciel zu Boldi und dann zu Silvano. "Es tut mir unendlich leid, was sie mit Euch gemacht haben. Beziehungsweise was Parcival in wessen Namen auch immer getan hat, im Namen des Duc oder des Ordens handelte er sicher nicht. Mental kann man nicht l├╝gen. Und selbst wenn, kein Vierj├Ąhriger denkt sich so einen Angriff aus. Ich vermute das Chevalier de Mancini von dem anderen Himmelsauge beeinflusst wurde, damit er Dich heraus gibt. Ich bin so frei und sage einfach Du, da wir Deine Gedanken und Gef├╝hle teilten. Ich sah keine Veranlassung dazu, Deine Mutter zu t├Âten. Sie war eine einfache Frau und sie war eine gute Mutter. Eine liebende Mutter und ihr letzter Gedanke galt Dir. Wer die Personen am Anfang waren, die Du liebst kann ich nur spekulieren und ist Deine Privatsache, aber Boldi hat es Dir gestanden, so darfst Du das auch. Hinweise wieso es Euch erwischt hat, haben wir keine gefunden. Aber trotzdem ist das eine Best├Ątigung das etwas nicht stimmte. Und ich finde auch, dass Du mit Deinem Vater sprechen solltest. Wenn Du etwas Zeit hast, besuche ihn gemeinsam mit Boldi und Belly. Falls ihr ihn mitnehmen m├Âgt. Nachdem wir den Lich zur Strecke gebracht haben und vielleicht etwas Dunkel in eine sehr dunkel Vergangenheit. Was sagt Ihr Herr?", sagte Jules zu Ciel, der ebenso alles direkt miterlebt hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Der Prince war noch bleicher als sonst und zitterte etwas. Er hatte de Mancinis Angst hautnah gesp├╝rt. Er selbst war jemand, der sehr an seinen Eltern hing, ja, klettete und er hatte nun gesp├╝rt, wie man sich f├╝hlte, wenn sie einem entrissen wurden. ┬╗Was ich sage?┬ź, wiederholte Ciel leise. ┬╗Ich sage etwas, dass ich nur sehr ungern sage. Sehr ungern! Aber wir werden ausnahmsweise die Dienste ... eines Nekromanten in Anspruch nehmen. Wir werden die Toten befragen. Und ich werde Waisen fortan mit anderen Augen sehen. Bei diesen gr├Ąsslichen Waisenh├Ąusern muss etwas geschehen, ich werde ├╝berpr├╝fen lassen, ob die Zust├Ąnde noch immer so grauenhaft sind und wenn ja, muss daran sofort gearbeitet werden!┬ź

Bellamy Bourgeois
"Das habt Ihr sehr gut gesagt Herr und ich freue mich ├╝ber Eure Worte. Waisenh├Ąuser und Armenh├Ąuser bitte. Denkt immer daran Kinder und Alte ohne Familie sie haben niemanden und sind niemandem etwas wert, wenn der Lehnsherr sich nicht k├╝mmert. Ihr wollt einen Nekromanten befragen? Wen? Bitte nicht diesen Lich Herr, vor dieser Kreatur kann ich Euch nicht besch├╝tzen, niemand kann das. Wen habt Ihr im Sinn? Und Danke f├╝r Euer Mitgef├╝hl, es ist selten. Als Kind ist man den meisten l├Ąstig. Ich h├Ątte einen Vorschlag zu unterbreiten. Wieso sind Kinderheime sprich die Waisenh├Ąuser in der Hand der jeweiligen Lehnsherren, warum nicht in der Hand der Krone? W├Ąren dort fest angestellte Bedienstete, h├Ątten die Kinder ein gutes Auskommen und die Mitarbeiter auch. Und sie k├Ânnten Schulbildung bekommen, etwas lernen. Es w├Ąre eine Chance, nicht ein Aufbewahren", schlug Bellamy vor. Dass Parcival die Mutter von Vano erschlagen hatte, ging Bellamy nicht in den Kopf. Aber das musste es auch nicht. Sie w├╝rden herausfinden was geschehen war und ob er nun Palaisin war oder nicht, niemand ging so mit seinem Schwager um. Auf der anderen Seite fragte er sich gerade, was man mit Boldi und ihm angestellt hatte. Besser was Parcival angestellt hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wieso ist Ansgar nicht dabei?┬ź, rief Ciel w├╝tend und stand auf. ┬╗Jetzt muss ich Brandur fragen. LINHARD! Warum hast du nicht einmal mitgedacht? Kannst du Ansgar herholen?┬ź Er wandte sich wieder Bellamy zu. Er atmete langsam durch, um seine aufsteigende Hysterie herunter zu k├Ąmpfen. ┬╗Ihren Vorschlag werde ich mit meinem Vater besprechen. Mein Bruder Gregoire hat momentan eine Schonzeit. Vielleicht hat er Freude daran, sich der Kinderheime anzunehmen, er mag Kinder. Die Armenh├Ąuser w├Ąren auch so eine Baustelle ... aber all das muss in Ruhe geplant werden. Ich werde Sie einbeziehen mit Ihren Erfahrungen, Bellamy. Was ist nun mit ihnen? M├Âchten Sie und ihr Partner auch erfahren, was geschah?┬ź

Linhard von Hohenfelde
Linhard gesellte sich zu Ciel und musterte ihn betr├╝bt. "Aber Paps ist wirklich ein hervorragender Nekromant, wenn er nicht gerade erste Hilfe leistet und Transplantationen vornimmt. Ich hole Ansgar her Ciel, mach Dir keine Sorgen. Du musst Dich abregen Schwager, wir sind ein Team", sagte Lin und dr├╝ckte ihn liebevoll. "Ansgar wohnt doch hier um die Ecke, wir sind auf seiner Scholle, alles ist gut", sagte Lin und k├╝sste Ciel auf die Stirn. "Bin sofort wieder da", grinste er und machte sich auf den Weg.

Bellamy Bourgeois
"Ich danke Euch und ich denke auch das Euer Bruder Freude an der T├Ątigkeit h├Ątte. Mit Verlaub, so w├Ąre er auch etwas seelisch ausgelastet, denkt an Euren lieben Ferrau. Gregoire k├Ânnte dort sein Wissen anwenden, sehr nutzbringend sogar. Also ich w├╝rde es schon gerne wissen und Du Boldi? Geht das auch im Duett?", fragte Bellamy nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dr├╝ckte Linhard zur├╝ck und gab ihm zum Abschied einen Kuss auf die Wange. "Nimm es mir nicht krumm, ich bin nur gerade aufgebracht. Bitte beeil dich, wir wissen nicht, wann die Bei├čer hier eintreffen." Er wandte seine Aufmerksamkeit Bellamy zu. "Doch, das geht. Wenn Sie noch Kraft haben, Jules, bitte walten Sie Ihres Amtes."

Jules de Mireault
"Eine Mitreise ja, aber wir k├Ânnen nicht zeitgleich eine Reise in zwei Richtungen antreten. Also einer nach dem anderen, und einer ist stets als Gast dabei", erl├Ąuterte Jules und verkniff sich ein Schmunzeln, wie Lin mit Ciel umging. Die beiden waren sich n├Ąher als sie zugaben.

Boldiszàr
"Ich m├Âchte es auch erfahren. Darf ich zuerst, Belly? Wenn es zu heftig ist, kann ich dich warnen. Bitte halt mich fest."

Bellamy Bourgeois
Bellamy setzte sich so hinter Boldi, wie dieser hinter Silvano sa├č. Irgendwie hatte dies etwas total Sch├Ânes und beruhigendes, w├Ąre der Anlass nicht so ein trauriger. Er beschloss mit seinem Bruder und seinem Schwager mehr Zeit zu verbringen und ihnen nach Feierabend ├Âfter auf den Keks zu gehen, so lange beide anwesend waren. Ansonsten ging er zuk├╝nftig Ciel auf den Keks, dass hatte er ihm versprochen. "Ich halte Dich und bin f├╝r Dich da. Falls es zu schlimm wird, brich ab Boldi", sagte Bell.

Boldiszàr
Boldisz├ár lehnte sich nach hinten, bis er ganz an seinem gro├čen Bruder lehnte. Er lie├č das Gef├╝hl auf sich wirken und sog es in sich auf. Gleichzeitig ruhten seine H├Ąnde um Silvano. ┬╗Gro├čer┬ź, sagte er zufrieden und rieb seine struppigen Haare an Bellamys Wange. ┬╗Ich bin so weit, Jules.┬ź Er blickte dem Himmelsauge in die Augen.

Jules de Mireault
Jules schaute Boldiszar tief in die Augen und schlagartig f├╝hlte Boldi, dass er nicht mehr allein in seinen Gedanken war. Eine andere Pr├Ąsenz war zugegen. Aber sie war ihm rein wohlgesonnen, er sp├╝rte, dass sie es gut mit ihm meinte, ihn f├╝hren wollte und an seiner Heilung mitwirken wollte. Dazu musste er sich erinnern. Jules reichte ihm mental die Hand, so dass sie ihre Gedanken v├Âllig verweben konnten um hinab in das Gedankengeflecht zu steigen, dass Boldi von seiner Erinnerung abhielt.

Boldiszàr
Boldisz├ár entspannte sich, so gut er konnte. Er war niemand, dem es leicht fiel, Leute nah an sich heranzulassen. Er gab sein Bestes, sich zu ├Âffnen. Das f├╝hlte sich falsch an, insbesondere weil es nicht Silvano war. Aber er wollte erfahren, was passiert war. "Bereit", murmelte er.

Jules de Mireault
`Keine Angst ich bin bei Dir um Dir zu helfen. Dein Mann hat sich ebenso entspannt. M├Âchtest Du wie er Dich einfach komplett in die Tiefe fallen lassen? Oder m├Âchtest Du St├╝ck f├╝r St├╝ck in die Tiefe vordringen? Ich rate zu einzelnen Schritten, ein freier Fall ist nicht dass, was einem selbst gut tut. Aber Dein Mann ist eh anders, hart wenn es sein muss, aber einer seiner ersten Gedanken galt Dir. Das wei├čt Du jetzt heimlich ohne dass er es Dir sagte. Er liebt Dich. Also Boldi, wohin zuerst?┬┤, ├╝bermittelte Jules und lie├č sich langsam in die Tiefen von Boldiszars Erinnerungen treiben. Noch waren sie in den bekannten Regionen. Hier kannte Boldi sich aus, wusste wann er welche Erinnerung tats├Ąchlich erlebt hatte. Die letzten Erinnerung waren besonders frisch und intensiv, mit dem Wissen das er zur├╝ckgeliebt wurde umso mehr.

Boldiszàr
Die momentanen Erinnerungen waren ein Feld voller Sorgen, vor allem was Robere und Patrice betraf, aber darauf tauchte, wie ein bunter Farbtupfer, die sch├Âne Zeit mit Silvano auf. '├äh .... bitte St├╝ckchenweise. Und nicht die geheimen Sachen anschauen. Kann man die irgendwie umgehen?'

Jules de Mireault
`Aber sicher, Du erinnerst Dich einfach nicht daran, oder falls doch ziehen wir einfach vorr├╝ber Boldi. Nebenbei ich habe ebenfalls solche Erinnerungen mit Khawa. Sie sind mein Halt, wenn es mir schlecht geht. Sch├Ąme Dich nicht daf├╝r, sie sind Dein Seelenpolster. Ich schaue mir nicht an, was Du nicht m├Âchtest. Ziehen wir weiter komm mein Freund┬┤, ├╝bermittelte Jules und zog mit Boldi tiefer hinab. Nun war er wieder im Kinderheim. Mit Robere. Lag im Bett und seine Wunde wollte nicht heilen.

Boldiszàr
Boldisz├árs K├Ârper spannte sich an und er begann heftig zu atmen. Sein Herz raste und er sch├╝ttelte wie wild den Kopf. Reflexartig fuhr er mit der Faust ├╝ber seine Wange, als wolle er die Narbe abstreifen. Mental jedoch lag Boldisz├ár mit Fieber im Bett und wachte gerade auf, als Robere seine Lippen auf seine legte und zerkautes Fleisch in seinen Mund f├╝llte. Vor dem Eiter, der von Boldisz├árs Mundwinkel lief und dar├╝ber eine Kruste bildete, schien er sich nicht zu ekeln. Gierig schluckte Boldisz├ár den Brei herunter. Es war die erste Mahlzeit seit ungez├Ąhlten Tagen. Wortlos hob Robere die tote Katze an den Mund, um weiteres Fleisch herauszurei├čen. Er m├╝hte sich und verlor dabei im Laufe der Malzeit fast alle noch verbliebenen Milchz├Ąhne. Jules sp├╝rte die extreme Dankbarkeit, die Boldisz├ár empfand und die bis heute unvermindert anhielt. Gleichzeitig stellte Jules fest, dass Boldisz├ár Massimo belogen hatte - er w├╝rde Robere nicht t├Âten, sondern daf├╝r sorgen, dass er entkam.

Jules de Mireault
Jules musterte die Szene stumm. Was immer Robere verbrochen hatte, oder warum er so tickte wie er tickte - hier lag der Anfang. Man konnte es mit dem Tod beenden, aber wie einst einmal ein weiser Mann sagte, man kann nichts t├Âten, dass nie gelebt hat. Wobei Mann? Junge - Backfisch - Stirnk├╝sser. Nein, er wusste was Robere dort f├╝r Boldi getan hatte. Er hatte get├Âtet, damit Boldi leben konnte. Er hatte selbst kein Fleisch auf den Rippen und gab bereitwillig die Nahrung fort, schenkte sie seinem Bruder, damit dieser ├╝berlebte. Niemand der nicht ihre Not versp├╝rt hatte, w├╝rde diesese Geschenk begreifen. Selbst er, der es mitempfand, konnte nur an der Tiefe der Liebe und Verzweiflung kratzen. Er verstand was Boldi f├╝r Robere empfand und warum er ihn verschonen wollte. Und Jules w├╝rde ihm dabei helfen. Und er verstand, was Boldi und Vano einander bedeuteten. Das winzige Gedicht, dass Boldi aufmuntern sollte, hatte mehr als ins Schwarze getroffen. Robere w├╝rde leben, das sp├╝rte Boldiszar. Langsam zogen sie weiter, in die Zeit davor, bevor er die Narbe erhalten hatte. Er war ein kleiner Junge, vielleicht f├╝nf oder sechs Jahre und stand in diesem Heim, das alles gewesen war nur nie ein Zuhause.

Boldiszàr
Boldisz├árs K├Ârper wurde wieder schlaff. In seinen Gedanken war er der Junge, der auf dem Bretterboden eines wildfremden Ortes stand. Wo war er? Wer war er? Und am wichtigsten - wo waren seine Eltern? Etwas in ihm wusste, dass er Eltern haben musste, eine Mutter und einen Vater! Hilflos drehte er sich und blickte sich um, ├╝berall nur dunkles, nicht lackiertes Holz und Steine. Ein Priester, riesengro├č, starrte unter einer schwarzen Kapuze auf ihn herab. ┬╗Komm, Boldisz├ár. Ich zeige dir dein Bett.┬ź Boldisz├ár hatte Angst vor dem viel zu riesigen fremden Mann, von dem er das Gesicht kaum erkennen konnte und fing schrecklich an zu weinen. Auch dem erwachsenen Boldisz├ár liefen Tr├Ąnen.

Silvano de Mancini
Silvano wischte Boldiszar die Tr├Ąnen von den Wangen und schlang ihm einen Arm um den Hals, w├Ąhrend Bellamy seinen kleinen Bruder fester an sich dr├╝ckte. Seine gro├če Hand strich ihm die stets struppig wirkenden Haare glatt und hielten ihn von hinten, w├Ąhrens sich Mancini von vorne an ihn dr├╝ckte. So war Boldi eingeklemmt zwischen zwei Leuten die ihn liebten.

Boldiszàr
Boldisz├ár wurde ein St├╝ck wieder zur├╝ckgeholt, schlug kurz die Augen auf und stellte fest, dass alles in Ordnung war. Er beruhigte sich auf ein ertr├Ągliches Ma├č. Noch war nichts weiter geschehen, als dass er sich an die Dinge erinnerte, die er versuchte, zu vergessen. Er machte die Augen wieder zu. 'Weiter, Jules', bat er.

Silvano de Mancini
Jules nahm Boldi erneut bei der Hand und sie tauchten tiefer ein. Es wurde dunkler, finsterer, es war ein seltsamer Ort und er sah die eigene Hand vor Augen nicht mehr. Er wusste nicht was los war, oder ob etwas mit seinen Augen nicht stimmte. Dann wurde ihm die Dunkelheit vom Kopf gerissen und eine gepanzerte Hand schlug dem kleinen Jungen ins Gesicht. "Verr├Ąterische Made, hast wohl gedacht Du kannst Dich verstecken? Wir bekommen Euch alle", bellte ihn ein Kerl an, dessen Schnauzer sich vor ihm str├Ąubte. Der Mann schaute ihm in die Augen und Boldis kleiner Kopf explodierte vor Schmerzen.

Boldiszàr
Der kleine Junge Boldisz├ár riss reflexartig die H├Ąndchen hoch. Wie klein und weich diese H├Ąndchen waren und wie unbezwingbar die Hand in dem Panzerhandschuh! Wie er auch schrie und zappelte, weder kamen seine Eltern noch h├Ârte der Mann auf.

Silvano de Mancini
Hinter all dem, hinter den grauen starrenden Augen, die im Grunde wie kalte, tote Kieselsteine wirken, lag die Unendlichkeit und Boldi wurde von der Schw├Ąrze verschlungen. Mit ihm seine Erinnerungen an all das, was vor der Zeit auf diesem Folterstuhl geschah. `Schaffst Du es weiter?┬┤, fragte Jules vorsichtig und hielt ihn mental fest.

Boldiszàr
Boldsiszàr brauchte einen Moment. 'Ja', antwortete er mit brüchiger mentaler Stimme. 'Ich muss das wissen ... ich muss es einfach.'

Silvano de Mancini
Weiter f├╝hrte ihn Jules hinab, vorbei an den Schmerzen, dem Gr├Ąul tiefer hinab als Boldi jemals allein steigen konnte. Licht, Luft, Freude und der Duft von frischem Sonntagsbraten erf├╝llte die Luft. Gl├╝cklich schmatzend sa├č er am Tisch, ihm gegen├╝ber ein Bellamy der wesentlich j├╝nger als er ihn in Erinnerung hatte. Boldi war vier Jahre alt, sein Bruder Bellamy war acht. Ihre Mutter stellte gerade eine h├Âlzerne Schale auf den Tisch, die gef├╝llt war mit frischen Erbsen und M├Âhren, der Saft des Gem├╝ses war mit Mehlschwitze angedickt, so wie es die Jungs gerne a├čen. Neben dem Fleisch schaufelte ihre Mutter ihnen mit liebevollem L├Ącheln Kartoffeln auf den Teller und legte jedem ein knuspriges St├╝ck Brot dazu. Es klopfte an der T├╝r. Sie strich ihren beiden Jungs liebevoll ├╝ber die Haare, strich die Sch├╝rze glatt und ging zur T├╝r. Sie r├Ąusperte sich und ├Âffnete. Mit einem ratschenden Ger├Ąusch durchdrang das Schwert den Brustkorb seiner Mutter. Hilflos versuchte die Frau sich zu befreien, die ihnen gerade noch liebevoll ├╝ber den Kopf gestrichen hatte. Ihr Angreifer half nach und trat sie brachial in den Unterleib, so das sie von der Waffe gezogen wurde. Noch w├Ąhrend seine Mutter st├╝rzte war Bellamy auf den Beinen und griff den Fremden mit dem Brotmesser an. Ein knallharter Schlag ins Gesicht lie├č den Achtj├Ąhrigen wie eine Stoffpuppe zusammenklappen und bewusstlos auf dem Boden aufschlagen. Wie ein Kaninchen hob der Feind seinen Bruder hoch, musterte den Jungen und schmiss ihn durch die offene T├╝r nach drau├čen. Boldi schleuderte seinen Teller in die Richtung des Feindes und gab Fersengeld. Mit einem schmerzhaften Klong donnerte dem Angreifer der Metallteller vor die Stirn, w├Ąhrend Boldi nach oben fl├╝chtete. Wohin sollte er sonst? Der Feind stand unten. Er verkroch sich in der Kleiderkiste seiner Mutter. H├Ârte den Mann fluchen und suchen, schimpfen und grollen. Dann war es pl├Âtzlich totenstill. Boldi hielt den Atem an in der gleichen Sekunde wurde die Truhe aufgerissen und ein Hagel aus brutalen Faustschl├Ągen ging auf den kleinen Jungen nieder, die ihn in die Schw├Ąrze pr├╝gelten.

Boldiszàr
Boldisz├ár wand sich in Bellamys Umarmung, die zu einer Umklammerung wurde, um ihn festzuhalten. Angstschwei├č lief von seinen Haaren und seinen Hals hinab. Aber diesmal konnte er nicht zur├╝ck, er versank zu tief in dieser Erinnerung. "Mama", kreischte Boldisz├ár, ohne aufzuwachen, "Belly!!!"

Silvano de Mancini
Jules umklammerte Boldiszar mental und tauchte mit ihm gemeinsam aus der Erinnerung wieder auf. Er machte an besonders sch├Ânen Erinnerungen halt, damit sich Boldi daran festhalten und erfreuen konnte. Mit zugeschn├╝rter Kehle stellte er fest, dass Boldi nicht gerade ├╝ber viele solcher Anker verf├╝gte. Jules hoffte dass sein Mann dazu in der Lage war sie ihm zu schenken. Ein Kapit├Ąn sollte ├╝ber Anker verf├╝gen, zumindest ├╝ber Rettungsbojen. Jules zog Boldi immer weiter hoch, bis zu den letzten Erinnerungen wo ihm Bellamy offenbart hatte, wer sie wirklich waren und dass sie beide Br├╝der waren. Das ihre Liebe einen tieferen Grund als reine Freundschaft hatte. Und dass er genau in jener Zeit seine erste Liebe kennengelernt hatte. Dort verharrte Jules mit Boldis Seele, lie├č sie zur Ruhe kommen, bevor er mit ihr wieder ins Bewusstsein auftauchte. Boldi sp├╝rte schlagartig die Pranken von Bellamy um sich herum wie Schraubzwingen und einen drahtigen Arm um seinen Hals, der seinem Mann geh├Ârte. "Alles in Ordnung?", fragte Jules und hielt Boldi ebenfalls fest.

Boldiszàr
Boldisz├ár stand vollkommen neben sich. Er setzte sich auf und blickte sich verwirrt um. Nach und nach setzten die Erinnerungsst├╝cken sich zusammen wie ein Puzzle. Er k├╝sste Silvano mit einem feuchten Kuss. Dann drehte er sich um. ┬╗Be-Belly┬ź, stammelte er. Alle Erinnerungen waren wieder da. Er betrachtete seinen Bruder mit neuen Augen. Er erinnerte sich an alles, wie sie gemeinsam gespielt hatten, auch, wie sie sich stritten und gegenseitig ├Ąrgerten. Obwohl Bellamy sich oft genug ├╝ber ┬╗den Kleinen┬ź aufgeregt hatte, wenn er diesen irgendwo mit hinnehmen musste oder gezwungen war, auf ihn aufzupassen, so hatten sie einander dennoch lieb. Boldisz├ár eiferte seinem gro├čen Bruder in allem nach, nat├╝rlich bevorzugt bei den Untaten und als sie ├Ąlter geworden waren, wurde er sein Komplize. Nachts war Boldisz├ár heimlich zu seinem Bruder ins Bett gekrochen und sie hatten getobt, anstatt zu schlafen. Alles war wieder da. ┬╗Belly┬ź, wiederholte Boldisz├ár und umarmte ihn felsenfest. So schlimm die Erinnerung auch gewesen war - sie hatte ihm seinen Bruder vollends zur├╝ckgegeben.

Bellamy Bourgeois
Bellamy umarmte Boldiszar und hielt ihn fest an sich gedr├╝ckt. "Ich bin doch hier, wir beide sind hier. Du bist bei uns sicher, so sicher wie Du nur sein kannst. Versuch Dich zu beruhigen Kleiner, atme langsam ein und aus, halt Dich fest oder kuschel Dich an", sagte Bellamy sanft und legt seinen Kopf auf den von Boldi ab. Mit einem Arm zog er Vano mit heran, so das er beide dr├╝ckte und besch├╝tzte. "Hab Dich lieb Boldi", fl├╝sterte er ihm ins Ohr.

Boldiszàr
"Hab dich auch lieb, Belly ... wir haben uns damals schon Belly und Boldi genannt. Unsere Eltern hatten die Namen extra so ausgesucht, dass sie zusammen passen." Boldisz├ár war niemand, der viel kuschelte. Eigentlich hatte er in seinem gesamten Leben, seit der Zeit des Waisenhauses, nie gekuschelt. Er hielt eher Abstand. Aber Belly und er waren sich nun seelisch so nah, wie man sich nur nah sein konnte, zumindest von Boldisz├árs Seite aus. Er kuschelte sich fest an seinen gro├čen Bruder, wie damals, wenn er zu ihm unter die Bettdecke gekrabbelt war. "Du musst es auch machen", sagte er. "Du brauchst diese Erinnerung. Sie tut weh wie Sau. Aber es ist sch├Ân, sich wieder an unsere gemeinsame Zeit zu erinnern, unsere vier gemeinsamen Jahre." Er griff nach hinten und zog Silvanos Arme um sich. Irgendwo oben auf einem Mauerrest sch├╝ttelte Etienne verst├Ąndnislos den Kopf.

Bellamy Bourgeois
Bellamy k├╝sste Boldi auf den Kopf. "Kleiner ich habe alles gesehen, ich war bei Dir. Ich war zwar nicht so zu sehen wie Du, aber ich war wie ein Zuschauer dabei. So wie Ciel, er hat ebenfalls alles gesehen, damit Du es nicht noch einmal erz├Ąhlen und durchleiden musst. Er war dabei so wie ich. Und ich k├Ânnte gerade schreien vor Wut, aber auf der anderen Seite, wo wir beide am Tisch sa├čen, wo unsere Mama uns Erbsen und M├Âhren brachte, erinnerst Du Dich? So dick wie Pamps, jetzt wei├č ich woher ich das so gerne esse. Irgendwas ist immer noch da. Ich hab Dich besch├╝tzen wollen und hab es nicht geschafft Boldi", fl├╝sterte Bell.

Boldiszàr
"Du warst so mutig ... schon damals warst du ein kleiner Palaisin. Ich hab dich angehimmelt, ich wollte immer sein wie du, sogar bei den Dingen, f├╝r die du Schimpfe bekommen hast. Und jetzt schau dir an ... ich bin fast geworden wie du. Du warst Palaisin, ich Coutilier. Sogar als Erwachsener habe ich dir noch nachgeeifert. Und Mama ... wie lieb sie aussah. Man m├╝sste zeichnen k├Ânnen, dann k├Ânnte man sie aus dem Ged├Ąchtnis nachmalen. Aber Papa ... wir haben Papa nicht gesehen, Jules!"

Jules de Mireault
Jules schaute alle drei ernst an. "Weil Eure V├Ąter zu dem Zeitpunkt bereits tot waren Boldi. Wir sind die Zeit angereist um zu schauen, was mit Euch geschah. Als sie Eure M├╝tter holten und auch jeden anderen erwachsenen Verwandten, wie Tanten und so weiter, waren Eure V├Ąter schon l├Ąngst tot. Oder glaubst Du, dass h├Ątten sie zugelassen? Kein Vater h├Ątte das", erkl├Ąrte Jules ehrlich.

Boldiszàr
"Dann bitte tauche noch einmal mit uns zur├╝ck ... zu einer Zeit, als sie noch lebten. Unsere V├Ąter hatten sich gekannt, Berzan und Mercer. Vielleicht haben Vano und wir uns gekannt, von einem Familientreff. W├╝rdest du uns drei noch einmal in unsere Vergangenhei f├╝hren?"

Jules de Mireault
Jules schaute Boldiszar ernst an und nickte knapp. "Ja dass mache ich. Bellamy, Vano und Ciel reisen mit. Wir beide kehren zur├╝ck. Entspanne Dich Boldi", bat Jules und starrte seinem Kumpel erneut in die Augen. Diesmal kannte Boldiszar den Weg, er f├╝hrte in Tiefen hinab die sie nun wesentlich schneller hinter sich lie├čen, da sie dort nicht verharren wollten. Weiter zur├╝ck, viel weiter, noch weiter als er je gereist war oder es ihm bewusst m├Âglich war. "BOLDI Booo...lllldiii guck doch Schnell!", gurrte jemand. Als er mental die Augen aufschlug klatschte ihm eine Qualle ins Gesicht. Zwei M├Ąnner bekamen sich nicht mehr ein vor lachen, w├Ąhrend Bellamy die Verfolgung von einem kleinen blonden Jungen aufnahm, w├Ąhrend Boldi sich mit spitzen Fingern die Qualle vom Gesicht sch├Ąlte.

Boldiszàr
Boldisz├ár heulte, als er feststellte, dass seine Haut zu brennen begann. Es war eine Feuerqualle gewesen, sie war harmlos, aber weh tat es trotzdem, wenn man ihre Nesseln ber├╝hrte. Irgendjemand erbarmte sich und wusch sein Gesicht ab, das sich anf├╝hlte, als w├Ąre er kopf├╝ber in einen Ameisenhaufen gesprungen. Es war eine gro├če M├Ąnnerhand. Boldisz├ár h├Ârte auf zu heulen, als er umk├╝mmert wurde - offenbar war er eine ziemliche Heulsuse gewesen, die gern um Hilfe pl├Ąrrte - und versuchte, den Kopf nach oben zu drehen, um zu sehen, wer ihn gerettet hatte.

Jules de Mireault
Ein Mann mit schwarzen Haaren und stahlblauen Augen grinste ihn schr├Ąg an und wusch ihm vorsichtig mit einem Lappen das Gesicht sauber. "So schlimm war das doch gar nicht", sagte er liebevoll und strich Boldi die Haare aus dem Gesicht. "Hier nimm einen Schluck, das heilt jeden Quallenbrand!", sagte ein Mann hinter seinem Vater Berzan. Onkel Mercer reichte ihm einen Krug und Boldi nahm einen kr├Ąftigen Schluck. "Was gibst Du dem Jungen da?", fragte eine blonde Frau kopfsch├╝ttelnd und lachte. "Limonade!", rief Boldi bevor sein Onkel antworten konnte. Auch ihren Namen kannte Boldi, Tante Genevre, die Frau von Onkel Mercer. Die Mama von Del, mit ganzen Namen Delancy, sein bester Kumpel und hinterh├Ąltiger Quallenwerfer. Seine eigene Mama gesellte sich dazu und die Frauen beobachteten belustigt wie Berzan Boldi verarztete, w├Ąhrend dieser Apfellimonade schl├╝pfte. Mariette so hie├č ihre Mama. Sein Bruder hatte Del eingefangen und schliff den ├ťbelt├Ąter zu Boldi. Die Entschuldigung war ein breites Grinsen und Boldi reichte Del seinen Limonadenhumpen. "Ich trinke Bier! Wie alle M├Ąnner", verk├╝ndete er und nickte auffordernd, was die Gruppe loswiehern lie├č.

Boldiszàr
Nur wenige Augenblicke sp├Ąter war der Streich vergessen. Kinder waren in diesem Alter nicht nachtragend, Streit und Vers├Âhnung wechselten manchmal im Minutentankt, doch dann mussten die drei schon einen schlechten Tag haben. Wenn es hie├č, dass sie die Desnoyers besuchen gingen, war das Grund zur Freude. Da Boldi und Del gleich alt waren, spielten sie wunderbar zusammen. Nachdem sie die Limo ausgetrunken hatten, bauten sie eine Sandburg, bis Bellamy mit einem selbstgebauten Katapult anr├╝ckte. Er bombardierte sie mit Kartoffeln, was dazu f├╝hrte, dass Boldisz├ár wieder heulte und so eine weitere Limonade abstaubte. Es steckten drei Strohhalme darin und alle drei Kinder schl├╝rften gierig. Als es Abend wurde, wurden die zwei kleinen M├╝de und kuschelten sich auf dem Scho├č ihrer Eltern ein, die noch beisammensa├čen und redeten. Boldisz├ár erinnerte sich daran, wie sein Papa ihn in eine Decke gewickelt zur├╝ck zur Kutsche trug. Als sie sich hineinsetzten, zeigte Bellamy ihm, dass er den Desnoyers die Strohhalme geklaut hatte, um die es in den n├Ąchsten Tagen einen regelrechten Kult unter ihnen gab. Vom gleichm├Ą├čigen Rumpeln der Kutschenr├Ąder und dem Trappeln des Ochsen schlief Boldisz├ár ein. Gleichzeitig wachte er auf. Er grinste gl├╝cklich mit dem Mundwinkel, der das noch konnte.

Silvano de Mancini
Vano k├╝sste Boldi liebevoll auf den Mund als sie wieder zu sich kamen. "Ich darf nicht heulen, sonst sehe ich nicht mehr so gut. Hat sich angef├╝hlt, als w├╝rden wir uns uns schon immer kennen", sagte er liebevoll. "Die Qualle tut mir leid", lachte Vano leise und k├╝sste Boldi erneut.

Boldiszàr
"Und wir schulden dir drei Strohhalme", lachte Boldisz├ár. "Das erkl├Ąrt, warum es bei uns mit dem Kennenlernen so schnell ging ... wir brauchten uns nicht kennenlernen. Wir kannten uns schon!" Er k├╝sste ihn innig.

Silvano de Mancini
"So gesehen ja", freute sich Vano und schmiegte sich an. "Lasst uns Parcival umlegen ja?", sagte er gut gelaunt.

Boldiszàr
Boldisz├ár guckte etwas verunsichert in Richtung von Prince Ciel und Jules, die noch daneben sa├čen.

Bellamy Bourgeois
"Er macht nur Spa├č!", grinste Bellamy ein so falsches Grinsen, dass selbst Jules dar├╝ber lachen musste. "Aber verdient h├Ątte er es, wir sollten ihm vorher die Haut abziehen und dann kannst Du ihn mit Feuerquallen einreiben", murrte er w├╝tend. "Wir m├╝ssen herausfinden was da wirklich lief. Wo ist Linhard?", fragte Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel guckte ausdruckslos. "Er holt uns einen Nekromanten her. Ansgar de Chouinard. Er wird uns helfen, Licht ins Dunkel zu bringen."

Bellamy Bourgeois
Bellamy musterte Ciel und knuffte ihn. "Danke", sagte er freundlich, dass war zwar nur ein schlichtes Wort, aber Ciel w├╝rde verstehen, was Bellamy alles damit meinte. F├╝r das was er empfand, gab es kein Wort.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte Bellamy zu, indem er kaum merklich beide Augen schmaler machte. Bellamy kannte Ciel inzwischen gut genug, dass er damit Gef├╝hle symbolisierte, die er nicht zeigen durfte. Er konnte hier nicht mit Pauken und Trompeten einen spontanen Vernichtungsfeldzug gegen Parcival und im schlimmsten Fall die Himmelsaugen beginnen. Er w├╝rde nachdenken und alles genau ├╝berpr├╝fen, bevor er handelte, aber er w├╝rde etwas tun, das war gewiss.

Silvano de Mancini
"Wir werden die Sache klug angehen, wir werden den Mann Scheibchen f├╝r Scheibchen demontieren und aus seiner Schale sch├Ąlen. Damit jeder sieht, wer und was er tats├Ąchlich ist. Erst dann k├Ânnen wir ihn angreifen. Denn erst dann sieht jeder, dass er ein Feind aller Souvagner ist einschlie├člich der Himmelsaugen. Im Moment w├╝rden ihn die anderen aus Loyalit├Ąt besch├╝tzen. Wie jeder aus der Garde Boldi, oder meine Mannschaft mich. Wir werden ihm seine ganz eigene Erleuchtung bringen", fl├╝sterte Vano.

Boldiszàr
┬╗Er wird trotz allem nicht allein stehen. Daf├╝r ist er zu klug, zu alt und zu erfahren. Er ist selber ein uralter grimmiger Kauz geworden, wie die Uhus der Himmelsaugen. Den muss man ebenso klug und grimmig fertigmachen. Das Kluge ├╝bernehmen Ciel und seine Magierfreunde und wir k├╝mmern uns ums Grobe!┬ź Boldisz├ár grinste breit. Ihm wurde angenehm warm, als er sich vorstellte, wie Silvano Parcival zerfetzte. ┬╗Ich werd mir das aus der zweiten Reihe anschauen, sobald wir ihn so weit haben. Du wei├č warum, Vano. Und ich kann dir nebenbei den R├╝cken decken. Anschlie├čend holen wir zu dritt die Zeit nach, die man uns nahm. Wir werden die alten Erinnerungen hervorkramen, aber nicht nur die Schlimmen, sondern vor allem die Guten, wie die Besuche bei den Desnoyers und werden dar├╝ber philosophieren, wieso der ehemalige Palaisin, der eigentlich aufpassen soll, als Kind so gern almanische Burgen zerschoss.┬ź Er knuffte mit der Faust die Faust seines Bruders. Und Silvano bekam einen weiteren Sabberkuss, diesmal mit Zunge.

Osmund von Wigberg
Zweitcharakter
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Re: Die Altlasten der Agenten der Autarkie

#8

Beitrag von Osmund von Wigberg » Di 28. Aug 2018, 18:55

Jeder Magier, aber auch alle anderen Anwesenden sp├╝rten dass sich schlagartig etwas im Machtgef├╝ge ver├Ąndert hatte. Ged├Ąmpft, nicht in ihrer vollen Macht greifbar n├Ąherte sich eine Wesenheit.

Alt, m├Ąchtig, misstrauisch und kampfbereit.

Dieses Macht magische Wettergrollen im Nexus, dass sogar die Nichtmagier in der Physis sp├╝rten war eine Warnung. Eine winzige Kostprobe dessen, zu was dieses Wesen imstande war, sollte man die Dreistigkeit besitzen es anzugreifen. Sie durften die Nase f├╝r einen Moment in die Briese halten und einen Hauch von seiner dunklen Erhabenheit erschnuppern. Wer die Warnung in den Wind schlug, w├╝rde im Unwetter seiner finsteren Macht untergehen.

Unwillk├╝rlich richteten sich die winzigen H├Ąrchen an den Armen und Beinen auf, ein Schauer rann den Umstehenden den R├╝cken herunter. Dann f├╝hlten sie es. In der Erde unter ihren F├╝├čen, regte sich das erste unheilige untote Leben. Die Wesenheit die sich n├Ąherte streckte ihre magischen F├╝hler aus und hatte die uralten Gebeine der Duponts entdeckt.

Die Gruppe r├╝ckte n├Ąher zusammen, ohne dass Ciel auch nur einen Befehl h├Ątte erteilen m├╝ssen, standen alle mit blankgezogenem Stahl um ihn herum, bereit den Princen zu verteidigten.

Ein Mann erschien oben auf der Felskuppe. Alt, untersetzt, in einer dunklen, violetten Robe geh├╝llt. Er st├╝tzte sich auf einen Stab, der zu leben schien. Die Tentakeln die von seiner Spitze ausgingen peitschten durch die Luft. Die mit messerscharfen krallenbewehrte Hand des Mannes schloss sich fester um den Stab, mit stechendblauen Augen starrte er zu ihnen herab.

Hinter ihm stand ein junges M├Ądchen in einer schwarzen Robe geh├╝llt.

Die Augen der Gruppe wanderten zu Ciel, w├Ąhrend man in der Luft die Spannung geradezu sp├╝ren konnte.
Der uralte Magier hingegen schien die Gruppe nach einem bekannten Gesicht abzusuchen.

ÔÇ×Wer seid Ihr? Was sucht Ihr hier?ÔÇť, verlangte er zu wissen, w├Ąhrend er seine freie Hand mit gespreizten Fingern gen Boden ausstreckte.

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Lichbesuch bei der Gewitterfeste

#9

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 29. Aug 2018, 15:58

Chirag de Dupont
Chirag betrachtete den Magier, der sich ├╝ber ihnen auf dem Felsen aufgebaut hatte. ┬╗Ich `abe es gewusst, dass wir scheitern w├╝rden. Jetzt werden wir alle sterben.┬ź Besorgt stellte er das Beben des Erdbodens fest. ┬╗Das sind meine Altvorderen, nehme ich an ... ermordet von den eigenen Lieben und deren Dienstpersonal. Eine sehr unsch├Âne Weise, um aus dem Leben zu treten, wenn ich das anmerken darf.┬ź Chirag hatte Linhard als Vertrauter und Mitglied seines pers├Ânlichen Stabes begleitet. Unter anderem auch, weil er Archibald gut kannte und lange Jahre mit ihm zusammen gedient hatte. Doch wie es aussah, w├╝rde nun der Lich dem Vampir die Arbeit abnehmen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin Prince Ciel Felicien de Souvagne, Sohn des Ducs! Und ich darf Sie daran erinnern, dass Nekromantie seit dem 1. des f├╝nften Mondes diesen Jahres einem landesweiten Verbot unterliegt┬ź, rief Ciel und stellte sich dem Lich entgegen. Die Leibgardisten sch├╝tzten ihn mit gezogenen Repetierarmbr├╝sten. ┬╗Also denken Sie gut nach, was Sie nun tun. Ich bin Ihnen ├╝ber unser Sinnen und Trachten keine Rechenschaft schuldig. Sie aber mir! Ich verlange, Ihren Namen zu erfahren!┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ahhh seit dem 01.05.... hochinteressant. Wigberg... VON Wigberg, Osmund. Und nun geh Deiner Wege Kind des Duc, ehe Du zwischen die Fronten ger├Ątst. Wir erwarten einen m├Ąchtigen Feind, da k├Ânnen wir Kindergeschrei nicht gebrauchen┬ź, sagte Osmund fast v├Ąterlich freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte ihn feindselig. ┬╗Oh ... ich erinnere mich an Sie. Wir hatten im Palast bereits das Vergn├╝gen. Sie sind einer der Verwandten Linhards. Und ein Lich! Sie hatten die Weisung, das Land zu verlassen. Unter Androhung der Todesstrafe. Offensichtlich sind Sie dem nicht nachgekommen. Bellamy, bitte walten Sie Ihres Amtes.┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Du drohst mir? Ich kenne Dich nicht, aber sei es drum!┬ź, antwortete Osmund leichthin und griff auf seine Gabe zu. Um sie herum bohrten sich die ersten kn├Âchernen und verfaulten H├Ąnde aus dem Boden.

Bellamy Bourgeois
Bellamy bezog neben Ciel Stellung, nickte knapp und schritt dann dem Lich entgegen, indem er die Leichenteile abhakte. Grimmig behielt er den alten Mann ins Auge gefasst, der scheinbar blendende Laune hatte. Er l├Ąchelte freundlich und schlagartig f├╝hlte sich Bellamy als m├╝sste er durch z├Ąhen Sirup waten. Er k├Ąmpfte sich weiter und fragte sich was das f├╝r eine grauenvolle Magie war, denn aus dem Sirup wurde Teer und aus Teer wurde gef├╝hlt ein Sumpf. Das Schwert in seiner Hand wurde unglaublich schwer...

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Parcival┬ź, kreischte Ciel und schlug die H├Ąnde vor seinen F├╝├čen mit dem S├Ąbel ab. ┬╗Blockieren Sie dem Mann das Hirn! Brandur! Wirken Sie dieser Leichensch├Ąndung entgegen, so gut Sie k├Ânnen!┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ich w├╝rde einen Zahn zulegen, wenn Du hier lebend ankommen m├Âchtest┬ź, lachte Osmund.

Boldiszàr
┬╗Das wird so nichts!┬ź, br├╝llte Boldisz├ár. ┬╗Sichert mich.┬ź Er rannte zu seinem Bruder, warf ihn sich ├╝ber die Schultern und schleppte ihn zur├╝ck zur Truppe.

Osmund von Wigberg
Parcival: versuchte Bellamy vor dem Zugriff des Lich abzuschirmen, aber der alte Magier bediente sich eines der schrecklichsten Zauber. Zeitgleich versuchte er Bellamy etwas Essenz zu ├╝bertragen, aber damit w├╝rde er nur sich und letztendlich seinen Orden leerpumpen. Also versuchte Parcival mit der Macht des Ordens im Geiste, die mentale Mauer von dem Feind zu durchbrechen.

Brandur von Hohenfelde
Brandur versuchte, die Leichen, die sich ausgruben, aufzuhalten. Einem Lich war er nicht gewachsen, aber er konnte ihn st├Âren und ablenken. ┬╗Was soll das, Osmund?┬ź, zischte er. ┬╗Hatten wir diese Zeiten nicht hinter uns gelassen?┬ź

Silvano de Mancini
Silvano sicherte Boldiszar und begleitete ihn zu Bellamy. Boldi schnappte sich seinen Bruder, wuchtete ihn ├╝ber die Schulter und kehrte mit ihm zur Truppe zur├╝ck. Belly sah total fertig aus und so verschrumpelt, als w├Ąre er drei Wochen auf hoher See getrieben. Vano sprach kein Wort, sondern starrte den Lich nur an, ehe sein Blick auf Parcival fiel.

Osmund von Wigberg
Osmund stellte seinen Angriff ein und nutzte seine Magie um sich zu sch├╝tzen. ┬╗Brandur?!? Bei Ainuwar, wie siehst Du denn aus? So... gesund?!? Was machst Du bei Dunwolfs Schergen? Komm hierher!┬ź, befahl Osmund seinem Verwandten.

Bellamy Bourgeois
Bellamy k├Ąmpfte um jeden Atemzug. Scheinbar schien ihn niemand zu beachten nur Boldi und Vano. ┬╗...ieso... ilft... mia kei...na?┬ź, keuchte er v├Âllig au├čer Atem und streckte hilfesuchend nach Boldiszar die Hand aus.

Boldiszàr
Boldisz├ár schleppte seinen Bruder hinter eine Mauer und winkte Gaspard ran, einen der ├Ąlteren und erfahreneren Gardisten. Er und Bellamy kannten sich. ┬╗Pardi, du bleibst bei ihm. JULES!┬ź, br├╝llte er quer ├╝ber die Ruine. ┬╗Hierher! Rasch!┬ź Er hielt Boldisz├árs Hand fest. Das durfte doch nicht wahr sein, hatte er seinen Bruder gefunden, um ihn sogleich wieder zu verlieren? ┬╗Gro├čer, durchhalten! Ich muss nach vorn, ich mach den Schei├čkerl kalt!┬ź Nerv├Âs blickte er sich nach dem Himmelsauge um. ┬╗JULES, ZUM HENKER!┬ź

Brandur von Hohenfelde
┬╗Dunwolfs Schergen? Wir sind hier, um den Fluch der Hohenfelde zu stellen┬ź, erboste sich Brandur und r├╝ckte seinen Dreispitz zurecht. ┬╗Und was machst du, wenn man fragen darf?┬ź

Jules de Mireault
Jules eilte an die Seite von Bellamy, Boldi und Silvano. Er musste schwer mit sich k├Ąmpfen, als er Bellamy so auszehrt dort auf dem Boden liegen sah. Sogar Gufo str├Ąubte erschrocken das Gefieder. ┬╗Verdammt, er hat ihn angezapft, er hat ihm Lebenszeit gestohlen. Wir ben├Âtigen eine Spende, jemand muss ihm Lebensessenz spenden, sonst stirbt er. Er ist gerade wie ein hundertj├Ąhriger Mann! Schei├če, verdammte MERDE!┬ź, keuchte Jules. ┬╗Ich kann es nicht, wir sind Kampfmagier, Parcival muss ihm helfen. Wo ist dieser... man wie hie├č der Kerl? Dave! Dave genau, wo ist Dave? Er hat das drauf, er kann ihn retten!┬ź, warf Jules ein, gl├╝cklich eine L├Âsung gefunden zu haben.

Boldiszàr
┬╗Nimm meine Lebenszeit┬ź, flehte Boldisz├ár. ┬╗Davard ist nicht hier und Parcival muss den Lich aufhalten!┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ich suche gemeinsam mit Marci nach Anwolf um ihn von Dunwin zu befreien. Ich meine von Dunwolf! Die Kleine hat mich um Hilfe gebeten und etwas hier gehorcht und da gebohrt und schon wusste ich wohin... nun ich bin ein Wigberg nicht wahr? Wo ist Anwolf?┬ź, fragte Osmund umg├Ąnglich und die Bedrohung in der Luft l├Âste sich schlagartig auf.

Bellamy Bourgeois
Bellamy starrte seinen Bruder an, dann schloss er die Augen. ┬╗Ich... ver...biete es┬ź, keuchte er und nahm Boldis Hand. Boldiszar sp├╝rte wie schwach und unregelm├Ą├čig nur noch Bellamys Puls ging. Sein Leben neigte sich dem Ende zu. Er l├Ąchelte Boldi tapfer an. ┬╗Hei...rate... ih..n┬ź, hustete Bellamy.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Parcival, helfen sie meinem Palaisin┬ź, flehte Ciel, als er sp├╝rte, dass die Bedrohung gewichen war. Offenbar ging es nun ans Verhandeln. ┬╗Beeilen Sie sich!┬ź

Boldiszàr
┬╗Und ich verbiete, dass du stirbst┬ź, befahl Boldisz├ár und hielt Bellamys eiskalte Hand umklammert. ┬╗Rei├č dich zusammen! Wir haben so viel nachzuholen, tu mir das nicht an, Gro├čer!┬ź Tr├Ąnen stiegen in Boldisz├árs Augen.

Ansgar von Hohenfelde
Linhard und Ansgar landeten mit Aquilla. Ansgar starrte auf den am Boden liegenden Mann, der aussah wie eine lebende Trockenpflaume. Er musterte Osmund und sch├╝ttelte kaum merklich den Kopf und beugte sich zu Bellamy herab. Ansgar hielt dessen Seele fest, so wie er es intuitiv einst bei Dave und bei Brandur getan hatte. ┬╗Linhard starr nicht so rum, hol Dave oder einen der Heiler. Wer ist hier ein Geistmagier 4. Grades? WER? Der Mann stirbt, also wer immer, bewegt Deinen Arsch her!┬ź, donnerte Ansgar.

Parcival
┬╗Es ist zu sp├Ąt, ich kann nichts mehr f├╝r ihn tun Herr, es tut mir leid┬ź, sagte Parcival traurig.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Ansgar, den G├Âttern sei dank. Schau dir das an, Osmund hat uns angegriffen! Osmund! Was h├Ârst du auf den Rat eines kleinen M├Ądchens, alter Mann, und greifst die Krone an, die Hand, die dich f├╝ttert! Der Fluch lastet auf der gesamten Sippe, nicht nur ├╝ber den Hohenfeldes. Die Wigbergs und Ebenbergs liegen genauso darunter, denn der Lich besteht aus drei Komponenten - einer aus jeder Familie. Dunwolf ist nur der Hohenfelde und war der f├╝hrende Kopf, aber er war nicht allein.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel richtete seinen S├Ąbel auf Parcivals Brust. ┬╗Helfen Sie ihm┬ź, wiederholte er eisig.

Jules de Mireault
Jules starrte wie vom Donner ger├╝hrt sein Ordensoberhaupt an. ┬╗Ich versuche es┬ź, knurrte er und hockte sich neben Bellamy. Niemals zuvor hatte er versucht eine solche Macht an sich zu reizen und diese weiterzugeben. Er wusste theoretisch wie es geht, aber Theorie... Jules sp├╝rte nach dem eigenen Zugriff wie ihm sein eigenes Leben zwischen den Fingern zerrann, hektisch gab er es an Bellamy weiter und musste dann den Versuch abbrechen. Tr├Ąnen der Wut stiegen ihm in die Augen. ┬╗Ich pack das nicht!┬ź, knurrte er.

Alexandre de la Grange
Schweigend trat Alexandre aus dem Hintergrund, wo er sich verborgen gehalten hatte. In einem solchen Kampf hatte er nichts an vorderster Front verloren. Er schob Gaspard unwirsch beiseite und kniete sich neben Bellamy. Er legte ihm die Hand auf das Herz und Bellamy sp├╝rte, wie sein Herz wieder regelm├Ą├čig schlug. ┬╗Ich halte Sie hier, Bellamy. Linhard, holen Sie Davard, rasch.┬ź

Parcival
Das alte Himmelsauge musterte Ciel und nickte ganz bed├Ąchtigt. ┬╗Ich versuche es Herr, aber Ihr m├╝sst mir nicht drohen┬ź, sagte Parcival ruhig und beugte sich zu Bellamy herab. Was immer er gerade dachte war nicht in seinem Gesicht zu erkennen oder gar abzulesen. Er verband sich mit Bellamy aber zeitgleich tat dies auch Jules um zu schauen, was Paricval dort trieb. Er stellte eine Verbindung her und spendete Bellamy tats├Ąchlich einige Essenz, so dass er nach einigen Minuten wieder besser, frischer und lebendiger aussah. Seine Wangen waren nicht mehr so eingefallen und sein Gesicht nicht mehr so blass. Auch das Atmen ging wieder leichter. ┬╗Mehr geht nicht Herr, ich kann nicht andere oder gar mich f├╝r den Leichtsinn dieses Mannes gef├Ąhrden┬ź, sagte Parcival h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und Sie┬ź, wandte sich Ciel feindselig an Osmund. ┬╗Verschwinden aus unserem Land. Jetzt. Es ist Ihre letzte Gelegenheit und ich gew├Ąhre Sie Ihnen nur aufgrund unseres Verwandschaftsverh├Ąltnisses. Betrachten Sie es als einen Gefallen f├╝r Linhard

Osmund von Wigberg
Osmund blickte auf die Gruppe herab. ┬╗Ich wei├č die anderen beiden sind tot, ich habe nach ihnen gesp├╝rt. Nun da habe ich mich geirrt, sehr bedauerlich. Ich hatte nicht vor die Krone anzugreifen, ich hielt Euch f├╝r Dunwins Mitstreiter. Herje DUNWOLF! Brandur richte dem Prinzen aus, dass es mir leid tut und es nicht in meiner Absicht lag ihm zu schaden. Ich hatte vor Dun-WOLF zu t├Âten um Anwolf zu retten. F├╝r Marcella. Immerhin hat sie mir als einzige wohlgemerkt davon berichtet, dass Anwolf geraubt wurde und man sich seiner bem├Ąchtigt hatte!┬ź, hielt Osmund verst├Ârt dagegen.

Brandur von Hohenfelde
┬╗Der Prince hat gerade mit dir gesprochen┬ź, entgegnete Brandur und gab sich keine M├╝he, seine Schadenfreude zu verbergen.

Osmund von Wigberg
┬╗Ja ich wei├č, aber er ist kein Magier und ich f├╝hle mich gerade recht verwirrt, dass muss ich zugegeben. Was hat es mit diesem Verbot auf sich? Meint er das ernst? Ich habe f├╝r die Krone gehandelt. Da will man mal helfen und dann das!┬ź, murrte Ossi.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ob ich Magier bin oder nicht tut nichts zur Sache┬ź, kreischte Ciel. ┬╗Gardisten, zeigen Sie diesem Lich den Weg in den Nexus, wenn er nicht in zehn Sekunden hier verschwunden ist! Eins, zwei, drei ...┬ź

Silvano de Mancini
Silvano schlich sich seitlich aus der Gruppe und so langsam und unsichtbar wie m├Âglich auf Osmund zu. Lautlos z├╝ckte er den Haken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte nicht den Fehler, in die Richtung von Silvano zu schauen. Er hielt seinen Blick weiter auf Osmund gerichtet. ┬╗Vier, f├╝nf, sechs...┬ź

Jules de Mireault
Jules rempelte Boldi an. ┬╗Halt Deinen Kerl auf!┬ź, zischte er leise und richtete sich auf. ┬╗Du beleidigst unseren Herrn, Du beleidigst die Krone, Du missachtest einen direkten Befehl von seiner Majest├Ąt. Geht oder Du hast nicht mal mehr die Chance auf den Block. Was Du gewollt hast interessiert hier niemanden!!┬ź, knurrte Jules und wappnete sich f├╝r den Angriff.

Parcival
┬╗Letzte Warnung, Du hast den Princen geh├Ârt, weiche oder stirb durch die Macht des Ordens!┬ź, bellte das Ordensoberhaupt der Himmelsaugen.

Boldiszàr
┬╗Soll er ihn kaltmachen┬ź, entgegnete Boldisz├ár. ┬╗Soll der Prince ihn doch aufhalten. Den st├Ârt`s nicht, siehst du? Ich bleib bei Belly.┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sieben ... acht ...┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ich gehe und beuge mich dem Befehl, freiwillig. Es ist ja nicht so, als dass ich von Eurer Gnade abh├Ąngig w├Ąre... ich k├Ânnte Euch alle fr├╝hst├╝cken, aber mittlerweile habe ich Euch satt. Ich gehe, ich habe mich entschuldigt und gehe┬ź, sagte Osmund und tat genau das, er wandte sich ab und stolzierte davon.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar lie├č Bellamy vorsichtig los, da er nun keinen magischen Anker mehr ben├Âtigte. Er schaute Osmund hinterher und warf dann einen Blick auf Ciel. ┬╗Wir haben nichts mit seiner Kurzsichtigkeit und Sturheit zu tun Herr. Euer Palaisin lebt┬ź, sagte Ansgar ergeben und schaute Linhard an.

Ciel Felicien de Souvagne
Zufrieden beobachtete Ciel, wie Osmund sich umdrehte. Er ignorierte Ansgar. Ciel gab den Gardisten das Zeichen, zu feuern. Ein vielstimmiges Klacken ert├Ânte. Die Salven von neun Repetierarmbr├╝sten rasten auf den R├╝cken des Nekromanten zu.

Linhard von Hohenfelde
Linhard dr├╝ckte die Schulter von Ciel, Brandur und Ansgar ehe er sich neben Ciel stellte. ┬╗Nein aber Ihr seht was dabei rauskommt, wenn man immer noch die alten Wege im Kopf hat. Erst t├Âten dann fragen, ist sehr uneffektiv, wenn man etwas wissen m├Âchte. Und wie bei den G├Âttern hat er das gemacht. Was hat er mit ihm gemacht? Wir sollten zuk├╝nftig Dave mitnehmen. Ehrlich? Mir gef├Ąllt es besser wie er Leute rettet, als wie Dunwolf oder Osmund Leute aussaugen. Du hast die Leichen nicht gesehen Ans, wobei vielleicht doch┬ź, sagte Lin.

Osmund von Wigberg
Osmund beschwor um sich eine physische Barriere, so dass ihm weder Waffen noch Geschosse etwas anhaben konnten. ┬╗Schau an... ein Hohenfelde im Kleid eines Souvagne... meine Hochachtung Prince...┬ź, antwortete der alte Nekromant und setzte seinen Weg fort.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Bellamys Rettung

#10

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Mi 29. Aug 2018, 16:04

Ciel Felicien de Souvagne
W├╝tend starrte Ciel dem Manne hinterher. Er steckte den S├Ąbel in die Scheide und wandte sich seinerseits zum Gehen. ┬╗Brandur, behalten Sie die Toten hier im Auge. Etienne, Sie ├╝bernehmen das Kommando ├╝ber die Leibgarde. Parcival, sie haben das Kommando ├╝ber die Magier.┬ź Er ging zu Bellamy und kniete bei ihm nieder, auch wenn da kaum noch Platz war. Boldisz├ár tat etwas, das noch nie jemand bei ihm gesehen hatte, von Robere abgesehen - er weinte. ┬╗Wir bekommen Bellamy wieder hin, ich war k├╝rzlich in einem ├Ąhnlichen Zustand. Er muss hier fort.┬ź Er strich Bellamy, der unsagbar alt und regelrecht verfault aussah, durch das Haar. ┬╗Wir bringen Sie zu Benito.┬ź Er winkte Gaspard und einen anderen kr├Ąftig aussehenden Gardisten herbei, damit sie Bellamy auf den Greif tragen konnten.

Jules de Mireault
Jules knuffte Boldi und gesellte sich zu Ciel. ┬╗R├╝ck er tats├Ąchlich ab, oder geht der Kerl einfach zur├╝ck nach Irminabourg? Wie viele von solchen Personen gibt es Herr? Ich meine unsere Macht ist gro├č, aber ich habe den G├Âttern sei Dank noch nie diese Macht in Anwendung gesehen. Von einer Minute auf die andere ist unser Kamerad vor unseren Augen gealtert und in sich zusammengefallen. Herr wir m├╝ssen uns was ├╝berlegen, damit Euch so etwas nicht geschehen kann. Und wie m├Ąchtig ist dieser Dunwolf zu dem Burschen da?┬ź, fragte Jules besorgt um Ciel Sicherheit.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sehr m├Ąchtig ... noch m├Ąchtiger┬ź, sagte Ciel tonlos. ┬╗Ich wei├č es nicht, Jules. Ich hatte bereits mit meinem Vater gesprochen, aber ihn interessiert das Problem nicht. Wie es aussieht, stehe ich wieder allein da.┬ź Betr├╝bt beobachtete er, wie die Gardisten Bellamy zum Greif trugen. Boldisz├ár ging neben ihm her.

Bellamy Bourgeois
Bellamy schaute seinen Herrn dankbar an, auch wenn er ihn nur noch schemenhaft erkennen konnte und suchte die Hand von Boldi. ┬╗Es geht schon, sag pack ich das?┬ź, fragte Bellamy der sich uns├Ąglich schwach f├╝hlte. ┬╗Versprich mir... versprich mir dass Ihr es packt... Du wei├čt schon... versprichs... sags...┬ź, flehte Belly.

Jules de Mireault
Jules fielen fast die Augen aus dem Kopf. ┬╗Dass kann doch nicht sein! Und das dort alles, so eine magische Verletzung nur wegen einem Missverst├Ąndnis? Gut ich habe gesp├╝rt was der andere angerichtet h├Ątte, h├Ątte er mich gepackt statt weggeschleudert. Wartet Herr ich kl├Ąre dass sofort!┬ź, sagte Jules vehement und rief mental nach Remy. `Remy h├Ârst Du mich? Eine Eilmeldung f├╝r den Duc! Bellamy wurde von einem Lich angegriffen und muss sofort magisch behandelt werden, wir ben├Âtigen die Hilfe von Benito und Dan, am besten auch Dave! Und bitte frag den Duc nach dem Vorgehen bez├╝glich der Lichs! Prince Ciel hat keine klare Order, wie er vorgehen soll. Ich glaube kaum, dass bei so einer Gefahr kein Interesse des Duc besteht. Es k├Ânnte um die Nationale Sicherheit gehen! Bitte erstattet umgehend - SOFORT Meldung Remy, hier brennt es!┬┤, teilte Jules mit.

Boldiszàr
Als Bellamy auf den Greif geschnallt war, sp├╝rte er, wie Boldisz├ár seine Hand festhielt. ┬╗Du packst das. Du hast gesehen, wie Ciel nach der letzten Lichattacke aussah und er kann auch schon wieder keifen. Ich verspreche es. Wir bringen ihn um┬ź, fl├╝sterte er. ┬╗Das Schwein wollte dich sterben lassen.┬ź Er k├╝sste die herabh├Ąngende Hand. ┬╗Soll ich dich begleiten oder dir einen anderen Gardisten mitgeben?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Jules passt auf mich auf und Du auf Deinen... Deinen Quallenwerfer... ich h├Ątte Dich zum Altar gef├╝hrt... versuchs immer noch... falls nicht... falls... ich bin mit Paps bei Dir... Boldi... Wird schon... muss... wie immer...┬ź, presste Bellamy aus seiner geschundenen Kehle hervor.

Remy de Remuer
ÔÇ║Was?!`, keuchte Remy mental. `Moment, ich wiederhole. Ich hab nicht richtig zugeh├Ârt, ich war grad in einer anderen ├ťbertragung ... den Duc kontaktieren, Lichangriff, magische Behandlung f├╝r Bellamy erforderlich, Vorgehen wegen Lichs erfragen! Nationale Sicherheit in Gefahr! Bei Ainuwar, was f├╝r Zeiten`, ├Ąchzte Remy. Jules h├Ârte noch, wie Remy rief: ┬╗Schwiegerpapa, Max! Bellamy, dein SOHN, LICH, schnell!┬ź Seine Stimme ├╝berschlug sich vor lauter Panik. ┬╗Der LICH ist wieder da!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte Remy und hielt ihn fest. ┬╗Ruhig!┬ź, befahl er besonnen. ┬╗Richte Ciel aus, er hat absolute Befehlsgewalt und Handlungsbefugnis was die Lichsache betrifft. Ich vertraue meinem Sohn, gleich welche Entscheidung er trifft, es ist ebenso meine. Jedes Staatsorgan und jeder einzelne Landsmann hat ihm bei der Erf├╝llung seiner Aufgabe beizustehen. Ausrichten Remy!┬ź, sagte Max.

Boldiszàr
Boldisz├ár dr├╝ckte Bellamys Hand fest gegen sein Gesicht. ┬╗Du wirst leben┬ź, sprach er und es war gleichzeitig ein Gebet. ┬╗Du wirst leben, Bellamy!┬ź Ihre H├Ąnde l├Âsten sich, als das Tier sich in Bewegung setzte. Boldisz├ár sah ihm nach, wie es sich mit Jules und seinem Bruder in die Luft erhob und immer kleiner wurde. Er wischte sich die Tr├Ąnen weg und konzentrierte sich wieder auf seine Arbeit.

Remy de Remuer
ÔÇ║CielÔÇ╣, rief Remy, kein bisschen beruhigter. ÔÇ║Ich wei├č, du hasst mich! Ich hasse dich auch! Aber wir m├╝ssen jetzt zusammenhalten! Also h├Âr mir zu. Dein Vater ├╝bertr├Ągt dir absolute Befehlsgewalt. Ich wiederhole: Ich vertraue meinem Sohn, gleich welche Entscheidung er trifft, es ist ebenso meine. Jedes Staatsorgan und jeder einzelne Landsmann hat ihm bei der Erf├╝llung seiner Aufgabe beizustehen. Verstanden, Ciel? Mach den Schei├člich platt!ÔÇ╣

Silvano de Mancini
Silvano kehrte zur Gruppe zur├╝ck und musterte Boldi. Liebevoll legte er ihm einen Arm um die Schulter und k├╝sste ihn auf die narbige Wange. Ihm war gleich was die Leute dachten, Hauptsache er konnte seinen Mann tr├Âsten. ┬╗Es tut mir leid. W├Ąre Francois hier gewesen, h├Ątte er vielleicht helfen k├Ânnen, er ist ein guter Heiler, hat mich auch wieder zusammengeflickt. Ich hole ihn her und lasse ihn Bell untersuchen, sprich wir reisen ihm nach. Wir bekommen das wieder hin. Der Lich sitzt da oben auf einem Felsen und wartet... worauf keine Ahnung, aber er scheint geknickt zu sein. Er m├Âchte mit Ciel reden. Ich bin gleich wieder da┬ź, sagte Vano und ging zu Ciel hin├╝ber. ┬╗Herr, der Lich wird abr├╝cken, aber momentan sitzt er da oben noch auf einem Felsen. Er m├Âchte mit Euch reden, friedlich merkte er an┬ź, teilte Silvano mit.

Ciel Felicien de Souvagne
ÔÇ║Verstanden, Remy. Absolute Befehlsgewalt wird freudig in Empfang genommen und zur G├Ąnze benutzt, um Souvagne vor der nekromantischen Bedrohung zu sch├╝tzen! Sag meinem Vater ... sag ihm ... egal. Denkt an Bellamy, er wird bald eintreffen, ich erwarte, dass er ├╝berlebt und dulde kein Versagen!ÔÇ╣ Ciel wandte seine Aufmerksamkeit Silvano zu. ┬╗Der LICH tut WAS?!┬ź W├╝tend blickte er nach oben, wo er die Gestalt sitzen sah. Er ballte eine Faust und schloss die Augen. Dann stieg er zu Osmund hinauf. ┬╗Mein Vater ist informiert, wenn Sie mich nun in eine Rosine verwandeln, werden Sie es bereuen. Ganz Souvagne wird wissen, wessen Schuld dies war.┬ź

Osmund von Wigberg
Osmund zeigte Ciel kurz die offenen Handfl├Ąchen, was bei seiner Krallenl├Ąnge ehr an die Klauen eines Greifvogels denken lie├č. Aber die Bedeutung war keine Drohnung, sondern genau das Gegenteil, ein Zeichen friedlich zu bleiben. ┬╗Ich mag kein D├Ârrobst, setzt Euch. Ihr wisst wie sehr ich Euch schaden kann und ich wei├č, dass Ihr mir schaden k├Ânnt... und gegebenenfalls sogar hinterh├Ąltig, feige, dreckig und niedertr├Ąchtigt agiert... Ihr geh├Ârt zur Familie durch Linhard und deshalb m├Âchte ich mich mit Euch aussprechen. Zuerst ich wollte Euch nicht schaden, ich hielt Euch f├╝r den Feind. Zweitens, berichtet mir bitte von dem Verbot, drittens... m├Âchtet Ihr dass ich das Leben zur├╝ckgebe? Eine Offerte die unsereins einem Familiemitglied zubilligt┬ź, sagte Osmund freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete tief durch und blieb stehen. Ihm fiel es schwer, in Anbetracht dessen, was gerade geschehen war, ruhig zu bleiben. Besonders, wenn man seine mehr als angeschlagene Gesundheit ber├╝cksichtigte. ┬╗Ja┬ź, sagte er so neutral, wie er konnte. ┬╗Geben Sie meinem Palaisin sein Leben zur├╝ck. Anschlie├čend k├Ânnen wir sprechen.┬ź

Osmund von Wigberg
Osmund gab die gestohlene Lebensenergie ├╝ber den Nexus wieder frei, so dass Bellamy auf dem R├╝cken des Greifen zusehends wieder gesundete und augenscheinlich wieder der alte Belly war. Auch wenn er von dem Angriff immer noch stark geschw├Ącht war. Jules starrte Bellamy an und ├╝bermittelte Ciel die Botschaft, allerdings nicht in Worten, da diese ihm im Halse stecken blieben, sondern schlicht und ergreifend, dass was er sah. Es war etwas verschwommen, da er sich die Tr├Ąnen wegblinzeln musste. ┬╗Geschehen, wie versprochen┬ź, sagte Osmund freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss die Augen. ┬╗Nie wieder, Osmund┬ź, sagte er und bat Jules, w├Ąhrend dieser in seinem Geist war, die Botschaft umgehend an Ansgar weiterzuleiten, damit er Boldisz├ár und Silvano informieren konnte. ┬╗Was m├Âchten Sie besprechen?┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Das was ich Euch eben fragte, dann gehen wir getrennter Wege, friedfertig, Ihr wie ich. Was hat es mit dem Verbot auf sich? Wir sind Verwandte, Linhard unser Sippenoberhaupt sch├Ątzt Euch. Nun ich gebe zu, ich konnte mich nicht an Euch erinnern, geschweige denn wie Ihr ausseht, was mein Fehler war. Man sollte seine Familie kennen. Aber ich war hier um das zu tun, wozu scheinbar keiner im Stande ist, Dunwolf zu t├Âten um Anwolf zu retten. Ich hatte nicht vor Euch anzugreifen, wozu sollte ich Ciel? Verratet mir wo Anwolf ist┬ź, bat Osmund.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Nekromantie unterliegt einer landesweiten ├ächtung, einem vollst├Ąndigen Verbot. Nekromanten haben umzuschulen, wobei sie finanzielle Unterst├╝tzung erhalten oder ihre Arbeit vollst├Ąndig einzustellen. Lichs und Ghule haben das Land mit sofortiger Wirkung zu verlassen, ohne Ausnahme. Nekrotische Wesenheiten, wie Geister und Zombies, sind ebenfalls sofort zu entlassen. Anwolf ist in Sicherheit, Dunwolf weilt nicht l├Ąnger in seinem Fleisch.┬ź

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar erhielt ebenso die Nachricht des Himmelsauges, erleichtert atmete er auf. So fertig wie er war wohl noch niemand mit der Nekromantie gewesen. Ans packte Boldi bei den Schultern und schaute ihn ernst an. ┬╗Dein Bruder ist ├╝ber dem Berg, er hat es geschafft. Osmund hat ihm seine Energie zur├╝ckgegeben. Er ist wieder der Alte, bis auf die seelische Verletzung. Er ist wieder gesund, oder fast. Er muss sich nur von dem Schock des Lebensraubes erholen. H├Ârst Du Boldiszar? Es tut mir leid was ihm wiederfahren ist, ein Grund mehr f├╝r mich, die Nekromantie an den Nagel zu h├Ąngen. Ich glaube ich werde meinem Bruder folgen, was die Wege der Magie angeht. Retten scheint doch befriedigender zu sein als vernichten. Das habe ich ebenso schmerzlich gelernt. H├Ątte ich Daves F├Ąhigkeiten, statt meine... nun ich h├Ątte Deinem Bruder helfen k├Ânnen. Zuk├╝nftig, werde ich es. Boldi Dein Bruder lebt, er ist in Sicherheit┬ź, sagte Ansgar gl├╝cklich.

Boldiszàr
Boldisz├ár drehte sich herum und umarmte Ansgar wortlos. Er dr├╝ckte ihn lange und fest. Er kannte den Mann nicht, aber er war derjenige, der ihm gesagt hatte, dass sein Bruder leben w├╝rde - gesund. Dann trat er von ihm zur├╝ck und nickte knapp. ┬╗Verstanden.┬ź

Osmund von Wigberg
Osmund strich sich ├╝bers Kinn und dachte einen Moment lang nach. ┬╗Nun ich bin weder in der Lage noch Willens umzuschulen. Ich habe vor langer Zeit einen Weg ohne Wiederkehr eingeschlagen. Der Nekromantie entsagen, hei├čt f├╝r mich sterben. Und ich w├Ąhlte die Nekromantie um genau das zu verhindern. Es ist ein einsamer Weg, denn man ern├Ąhrt sich ab einem gewissen Punkt st├Ąndig, permanent von der Umgebung, von seinen Mitmenschen, gut wie schlecht, verwandt oder fremd. Darum leben wir allein. Einige ertragen die Isoaltion nicht, sie w├Ąhlten den falschen Weg, aber f├╝rchten die Abwahl. F├╝r mich hingegen war es der richtige Weg, ich war schon immer ein Eigenbr├Âdler, ein Eremit... Ich sage Euch dies um Euch mitzuteilen, dass ich Euer Gesetz respektierte, da ich Euch respektiere. Ihr wart bereit alles zu tun um mich aufzuhalten, dass erkenne ich an. Folglich auch Eure Order. Ich werde Euer Land verlassen und nach Naridien zur├╝ckkehren. Damit denke ich k├Ânnen wir beide leben oder? Wie steht es mit Besuch? D├╝rfte ich meine Verwandten hier besuchen, oder haben diese mich zu besuchen?┬ź, fragte Osmund.

Ansgar von Hohenfelde
Ansgar umarmte Boldiszar ebenso und hielt ihn fest. Nachdem was er gesehen hatte, ben├Âtigte der Mann einen k├Ârperlichen Halt. Die erl├Âsende Nachricht musste erst einmal in Ruhe sein Herz erreichen. ┬╗Sch├Ân, eine bessere Nachricht konnte Jules nicht ├╝bermitteln. Geh zu Deinem Freund, er guckt die ganze Zeit schon etwas giftig┬ź, grinste Ansgar und gab Boldi frei.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie d├╝rfen das Land nicht mehr betreten, da Sie, wie Sie richtig sagen, die Energie der Lebenden aufnehmen. Das ist nicht vereinbar mit dem Schutzauftrag der Krone f├╝r die Bev├Âlkerung. Ihre Familie darf Sie in Naridien besuchen kommen. Ich freue mich, dass Sie einsichtig sind.┬ź

Boldiszàr
Damit Silvano gar nicht erst auf falsche Gedanken kam, trat Boldisz├ár entschlossen auf ihn zu, packte ihn an den Eiern und zerrte ihn an sich heran. Er umarmte ihn und k├╝sste ihn so tief mit der Zunge, dass Silvano einen Moment keine Luft bekam. ┬╗Belly ist wieder gesund┬ź, erkl├Ąrte Boldisz├ár anschlie├čend mit klatschnassem Mund. ┬╗Der Lich hat sein Leben zur├╝ckflie├čen lassen!┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ich bin nur alt nicht bl├Âde┬ź, schmunzelte Osmund. ┬╗Wir beide haben unseren Standpunkt klar gemacht und hatten sogar den gleichen. Der Angriff beruhte auf einem Missverst├Ąndnis. Sagt mir wo sich Anwolf befindet. Danach reise ich ab und werde Euch von meiner Heimat aus kontaktieren. Als Beweis meiner Aufrichtigkeit. Ihr seid Euch bewusst wem Ihr Euch stellt?┬ź, fragte Osmund und die Frage klang ehrlich besorgt.

Silvano de Mancini
Silvano grunzte erschrocken auf, als Boldi ihm genau in die Juwelen griff und ihn daran zu sich zerrte, keine Sekunde sp├Ąter wurde er so gek├╝sst, dass ihm tats├Ąchlich die Luft wegblieb. Er schlang Boldi die Arme um den Hals, presste sich an ihn und k├╝sste ihn voller inniger Leidenschaft mit. Dass was er zu erz├Ąhlen hatte, kr├Ânte das Ganze. ┬╗Perfekt┬ź, hauchte er ihm ins Ohr und wischte Boldi den Mund sauber.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich sagte doch, dass Anwolf in Sicherheit ist┬ź, wiederholte Ciel. ┬╗Wir haben Dun-Haru-Mar bereits Auge in Auge gegen├╝bergestanden und ihn gezwungen, zwei seiner Pers├Ânlichkeiten zu absorbieren. Es ist nurmehr blo├č noch Dunwolf und den kriegen wir auch noch klein. Wir m├╝ssen!┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Ja dass m├╝sst Ihr wahrhaftig, denn von den Dreien war er der m├Ąchtigste Magier. Sagt Marcella wo sich Anwolf befindet, sie ist seine Freundin und hatte gro├če Sorge um ihn. Deal f├╝r meine Familie - ich stehe Euch gegen ihn bei, sprich gegen Dunwolf┬ź, bot Osmund an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel winkte ab. ┬╗Nein, es muss ohne Sie gehen. Sie werden uns weiter schw├Ąchen, allein durch Ihre Anwesenheit. Dennoch danke ich Ihnen f├╝r das Angebot. Ich werde weder Marcella noch Ihnen mitteilen, wo Anwolf sich befindet. Sie muss einfach akzeptieren, dass er auf dem Wege der Besserung ist. Er wird sich von sich aus zeitnah bei seiner Familie melden.┬ź

Osmund von Wigberg
┬╗Dem kann ich nicht widersprechen, aber ich h├Ątte Euch auch anders unterst├╝tzt. Allerdings verstehe ich Eure Vorbehalte. Ich w├╝nsche Euch viel Gl├╝ck, denn glaubt mir Ihr werdet es ben├Âtigen. Dass was Dunwolf einigen meiner Sippe antat ist unverzeihlich. Ich mag kein unbeschriebenes Blatt sein, ebensowenig wie Ihr, aber dass war jenseits aller Vorstellungskraft. Glaubt es oder lasst es, mein Segen mit Euch, alles Gute f├╝r Euch┬ź, sagte der alte Nekromant. Er stand auf, klopfte sich die Robe sauber, nickte Ciel noch einmal zu und machte sich auf den Weg.
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