Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt. Die ├╝berlebenden V├Âlker beginnen zu ahnen, dass der Schl├╝ssel zur Herrschaft ├╝ber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W├Ąhrend die Almanen auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb├╝nde der Schatten sehen in der Magie die m├Ąchtigste Waffe und f├╝r die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Lebewohl

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Nathan
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Lebewohl

#1

Beitrag von Nathan » So 9. Sep 2018, 01:42

Nathan
Kazrar und Robere, der nun Tekuro hie├č, waren schwer angeschlagen. Die Bei├čer kamen langsamer voran als sonst und ben├Âtigten viele Pausen auf ihrem Weg zur Gewitterfeste. Es zeigte sich, dass Tekuro sich mit seiner Einsch├Ątzung, dass sie in nur drei Stunden da seien, weil man die alte Festungsruine schon sehen konnte, au├čerordentlich versch├Ątzt hatte. Das Gebiet sah nur auf den ersten Blick aus wie eine Wald- und Wiesenlandschaft - es war ein Auengebiet und stand mehrmals im Jahr zu gro├čen Teilen unter Wasser. Genau jetzt, als der Herbstregen langsam einsetzte, begann es damit und sie mussten gro├če Umwege gehen, weil der Weg nass und matschig war. So legten sie eine weitere gro├če Rast in einer verlassenen J├Ągerh├╝tte ein, wo Archibald sicher war vor dem Sonnenlicht. W├Ąhrend die Bei├čer ihre unappetitlichen Gespr├Ąche f├╝hrten und Patrice v├Âllig fehl am Platz wirkend dazwischen sa├č, meldete sich Nathan zu einem l├Ąngeren Spaziergang ab. Er wurde sehr lang, denn seine F├╝├če trugen ihn bis nach Beaufort. Je n├Ąher er seinem zu Hause kam, umso schneller ging er und als er nicht mehr konnte, lie├č er sich von einem Fuhrwerk das letzte St├╝ck mitnehmen. Als die Sonne gerade unterging, stand er vor dem Palast, heruntergekommen, unrasiert, mit schmutzigen, verschlissenen Kleidern und ungek├Ąmmtem Haar. Er starrte auf die gro├če Treppe, die zum Eingang hinauff├╝hrte. Wenn er jetzt hineinging, konnte er vielleicht nicht mehr zur├╝ck. Unschl├╝ssig tapste er umher, bis er sich zu seiner Lieblingsparkbank zur├╝ckzog. Sie zeigte in Richtung der untergehenden Sonne. Allein sa├č er da und beobachtete, wie der Himmel sich rot f├Ąrbte und wusste nicht, was er nun machen sollte.

Fabien Lacomb
Fabien f├╝hlte sich hundeelend. Eigentlich h├Ątte er sich schon l├Ąngst bei Prince Ciel entschuldigen sollen und das hatte er auch vor, aber ihm fehlte die Kraft dazu. Er kannte den Prince gut genug um zu wissen, dass dies nicht ohne verbalen Schlagabtausch vonstatten gegen w├╝rde. Nur schlug der Prince verbal zu und er hatte es ├╝ber sich ergehen zu lassen. Im Moment konnte er das nicht und er konnte es sich nicht erlauben, sein Leben zu gef├Ąhrden. Denn den Hass und den ├ärger hatte er auch Dank Nathan auf sich gezogen. Alles was er jemals hatte, alles was verl├Ąsslich in seinem Leben war, war sein Herr Maximilien Rivenet de Souvagne - der Duc de Souvagne. Max war die einzige Konstante in seinem Leben. Sonst besa├č er nichts. Gut Max besa├č er auch nicht und dennoch auf gewisse weise schon. Wie sehr sehnte er sich danach, Max von seinem Problemen und Gef├╝hlen, von seiner Sorge und seiner Wut Nathan betreffend zu erz├Ąhlen. Am liebsten h├Ątte er ihn dabei auf einen Stuhl gepflanzt, ihm einen Kaffee in die Hand gedr├╝ckt und sich alles von der Seele gesprochen, w├Ąhrend er ihn k├Ąmmte. Das hatte den Vorteil, dass Max ihn dabei nicht ansah. Denn Fabien hatte das Gef├╝hl, dass Max ihm manchmal bis auf die Seele schaute und genau wusste, was er sagte und tats├Ąchlich dachte. Vielleicht war dem auch so. Und wenn er ganz ehrlich war, hoffte er dass Max ihn in den Arm nahm, ihn tr├Âstend an sich dr├╝ckte und er ihm so nah sein durfte wie in Ehveros. Dass er die Stelle von Nathan einnehmen w├╝rde. Aber das war nur Wunschdenken und selbst wenn Max dies tun w├╝rde, sie waren kein Paar. Jedenfalls nicht, dass was man ├╝blicherweise als Paar bezeichnen w├╝rde. Sie waren vermutlich enger verbunden als manche Eheleute je sein konnten. Fabien liebte Maximilien und dieser wusste darum. Aber er liebte ebenso Nathan. Nathan Garcia der ihn in eine Lage gebracht hatte, die er nicht f├╝r m├Âglich gehalten hatte. Sie hatten sich ein winziges, kleines eigenes Leben aufgebaut. Es hatte sich so gut angef├╝hlt. So richtig. Er hatte Nathan seiner Mutter vorgestellt und Nat hatte sogar bei Max mit im Bett schlafen d├╝rfen. Es war eine tolle Zeit gewesen und nun war schlagartig alles vorbei und Fabien wusste nicht warum. Ihm war nach heulen zu Mute. Aber er heulte nicht, denn die kommenden Tage w├╝rden f├╝r alle noch schwer genug werden. Er z├╝ndete sich eine Rauchstange an und drehte eine Runde durch den abendlichen Hofgarten um die Gedanken frei zu bekommen. Max hatte sich zur├╝ckgezogen und hatte ihm einige Stunden frei gegeben. Falls er nachher noch wach war, w├╝rde Fabien mit ihm reden. Und falls nicht, nun dann w├╝rde er sich neben ihn ins Bett legen und ihm leise trotzdem alles erz├Ąhlen. Wenn Max w├╝sste, was er so alles wusste, dachte Fabs. Er hatte wieder und immer wieder die kleinen Holzfiguren betrachtet, die in ihrem Zimmer standen. Sogar sie hatte er gefragt, ob sie wussten, was mit Nathan los war, oder mit ihm? Was stimmte mit ihm nicht? Was stimmte mit Nathan nicht? Was stimmte ├╝berhaupt nicht? Aber sie gaben ihm keine Antwort, keiner von ihnen nicht mal das Honigb├Ąrchen, dass er f├╝r Nathan extra gekauft hatte und so sorgsam nach Souvagne transportiert hatte. Schlagartig war alles nichts mehr wert, jedenfalls in seinem kleinen Privatleben. Vielleicht sollte er es mit dem Rest bestatten, aber er brachte es nicht ├╝bers Herz das Zimmer auszur├Ąumen. Zudem geh├Ârten ihm die Figuren gar nicht. Fabs schlenderte Richtung Parkbank, auf der er gerne mit Nathan gesessen hatte. Freundlich gr├╝├čte er einige andere Diener, verneigte sich vor einigen H├Âflingen und dann hatte er endlich die Bank erreicht... samt Nathan! Fabien starrte seinen Freund an und zwar derma├čen hart, dass Nathan nicht wusste ob Fabs ihm um oder an den Hals fallen wollte.

Nathan
Nathan starrte erschrocken zur├╝ck. Nun wusste er noch weniger, was er tun sollte. Fabien, Fabs, sein Fabs. Der Mann, der ihn k├Ârperliche Liebe gelehrt hatte, von der er seither nicht genug bekommen konnte. ┬╗Fabs?┬ź, fragte er zaghaft.

Fabien Lacomb
┬╗Duuuu....┬ź, knurrte Fabien so tief, dass Nathan die Vibration des Barriton noch auf der Bank in seinen Eingeweiden sp├╝rte. Fabien hatte den Kiefer so fest aufeinander gebissen, dass seine Halssehen wie Schn├╝re abstanden. Unbewusst hatte er die F├Ąuste geballt. Alles in allem war er eine ziemlich bedrohliche Erscheinung auch wenn ihm das selbst im Moment nicht bewusst war. Er setzte an, etwas zu sagen, schaute aber einen Moment kurz weg um sich zu fangen, ehe er Nathan wieder anstarrte, diesmal sogar noch w├╝tender als zuvor. ┬╗Wo warst Du?┬ź, donnerte Fabien Nathan an.

Nathan
Nathan kniff ganz fest die Augen zu und zitterte. ┬╗Ich ... war bei, bei, bei Archi┬ź, stammelte er.

Fabien Lacomb
┬╗Guck Dich mal an! Du siehst aus wie aus der Gosse gezogen! Wo hast Du gelebt?!? Und bei diesem Vampir, von wegen! Ich wei├č wo Du warst! Ich wei├č was Du treibst, jeder wei├č das! Wieso Nathan, wieso hast Du Dich dieser Kreatur an den Hals geworfen? H├Ą? Und was ist mit uns? Mit unserem Leben? Mit Dir und mir? Mit unserer Beziehungen? Hatten wir je eine? Oder hatte Robere Recht h├Ą? Du kleine Nutte?┬ź, br├╝llte Fabien.

Nathan
Nathan presste ganz fest die Lippen aufeinander und die Augen noch fester zusammen. Er wartete darauf, dass er verpr├╝gelt werden w├╝rde, stattdessen legte sich eine bedrohliche Stille ├╝ber ihn, als Fabien auf seine Antwort wartete. Vorsichtig machte Nathan ein Auge auf und als keine Faust darauf landete, auch das andere. Er hatte einen roten Kopf und sch├Ąmte sich, wie verlottert er war. Bei den Bei├čern hatte er sich nicht gesch├Ąmt, denn diese sahen momentan kaum besser aus als er, mit blutverkruster Kleidung, die sie in all der Zeit nirgends gewaschen hatten. ┬╗Ich ... war wirklich bei Archi┬ź, sagte er leise. ┬╗Aber ich, ich ... bitte schrei nicht so b├Âse, ich hab Angst!┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Du hast Angst? DU? Vor was denn? Vor mir? Wieso? Du treibst Dich mit M├Ârdern, Vampiren, Menschenfressern und was wei├č ich noch alles rum und Du hast Angst vor mir? Also dass muss ich mir auf der Zunge zergehen lassen. Was ist an mir denn so be├Ąngstigend? Der Bart? Dein Archibald ist ein Monster! Ich habe Dich geliebt verstehst Du das?!? GELIEBT und Du trittst mich in den Arsch! Meldest Dich nicht mal, sagst mir nicht bescheid. Keinen Brief, keine Nachricht nichts! Gar nichts war ich Dir wert! Weder ich noch unsere Beziehung. Du hast meine Mutter kennengelernt, weil es mir wichtig war, weil ich es fest machen wollte. Du warst bei uns Zuhause. Also bei Max und mir. Du hast dazugeh├Ârt und das wirfst Du weg f├╝r eine Horde Irrer? Was stimmt mit Dir nicht? Ich habe vielleicht nicht viel Geld oder sonst nichts zu bieten, aber ich dachte dass... also dass was wir haben w├╝rde Dir reichen... und ich dachte es w├Ąre echt... Nichts war echt!┬ź, knurrte Fabien.

Nathan
Eine Weile gab Nathan kein anderes Ger├Ąusch von sich, als ein Schniefen, w├Ąhrend er versuchte, m├Âglichst leise zu weinen. ┬╗Aber ich lieb dich doch┬ź, sagte er ganz leise. ┬╗Darum bin ich ja hier. Ich ha... hab dich vermisst. Woher wusstest du, wo ich bin? Ich, also ich bin mit Archi unterwegs gewesen, weil du nie Zeit hast f├╝r mich, weil du so viel arbeiten musst. Und dann wolltest du lieber zu Max, was ja nicht schlimm ist, er ist dein Herr und er ist ganz lieb. Aber ich war so allein, Fabs ... obwohl ich dabei war ... macht das Sinn?┬ź Er weinte.

Fabien Lacomb
┬╗Nein das ergibt ├╝berhaupt keinen Sinn f├╝r mich! Du liebst mich und darum verl├Ąsst Du mich und rennst Archibald nach. Wo soll das Sinn ergeben? Und mein lieber Nathan ich glaube Du hast auch zu arbeiten. Es sei denn Du hast neben mir auch noch Dreux vergessen, was Du ja hast. Alles f├╝r Archibald, der Mann muss ein Zauberer im Bett sein oder eine neunschw├Ąnzige Katze, nur sitzen die wohl woanders. Ich hatte nie Zeit f├╝r Dich, witzig Nathan. Wirklich witzig! Ich habe gearbeitet und jede freie Minute mit Dir verbracht. Ich habe immer an Dich gedacht, mich um Dich gesorgt, mich um Dich gek├╝mmert. Ich habe Dir sogar von Ehveros aus geschrieben, wo wir unterwegs waren. Ich habe Dir was mitgebracht, meinst Du das mache ich, weil Du mir gleichg├╝ltig bist? Und wenn Du alleine warst, wieso hast Du nichts gesagt, anstatt Dich diesem Untier an den Hals zu werfen?┬ź, fragte Fabien etwas umg├Ąnglicher.

Nathan
┬╗Ich wei├č es nicht, Fabs┬ź, sagte er ganz leise und rieb sich die Augen mit den F├Ąusten. ┬╗Ich hab dich so lieb ... bitte sei nicht so b├Âse zu mir. Ich wei├č, dass du sehr flei├čig bist und ich war es auch immer. Immer flei├čig und immer lieb zu anderen. Aber wie viel Zeit geh├Ârt wirklich uns? Wir m├╝ssen immer mit einem Ohr lauschen, dass es den Herren an nichts mangelt, sogar wenn wir schlafen. Und Dreaux ist ein lieber und guter Herr ... aber er ist nicht mein Herr. Mein Herr ist Ciel.┬ź Er fing wieder an zu weinen.

Fabien Lacomb
Fabien setzte zu einer scharfen Erwiderung an, verkniff sie sich aber. Das Nathan auf einer Art Recht hatte, konnte er nicht abstreiten. Denn einst hatte es ihm sogar Max gesagt. ┬╗Es ist wahr, sogar mein Herr sagte es einst. Wir haben kein eigenes Leben, denn wir leben das Leben unserer Herrn mit. Wir tragen die stumme und stille B├╝rde. Aber ohne uns g├Ąbe es die Herrschaften nicht, denn allein k├Ânnen sie das Amt oder die Position die sie darstellen nicht bekleiden. Weder ist das leicht f├╝r sie noch f├╝r uns. Oder meinst Du das Maximilien jeden Tag Lust auf sein Amt versp├╝rt? Sicher nicht, es ist gr├Â├čtenteils Verantwortung und Pflicht. Lust wird daraus oder Freude, wenn er einer Aufgabe nachkommen kann, mit der er Gutes bewirkt, die andere besch├╝tzt oder f├Ârdert. Wie die Mauer. Aber das was ihm jetzt bevorsteht, zerrt auch an seinen Nerven und das m├Âchte etwas hei├čen, wo er sonst stets die Ruhe selbst ist. Aber seine jetzigen Probleme sind pers├Ânlich und das ist das Schlimme. Wenn Dein Herr Ciel ist, h├Ąttest Du Dich auch bei Ciel abmelden k├Ânnen. Bei wem auch immer Nathan. Ich wei├č es auch nicht Nathan, ich wei├č gar nichts mehr was uns betrifft... was war ich f├╝r Dich?┬ź, fragte Fabs leise.

Nathan
┬╗War? Du bist mein Fabs┬ź, schluchzte Nathan.

Fabien Lacomb
┬╗Und was ist Fabs f├╝r Dich? Ein L├╝ckenb├╝├čer, falls Arch keine Zeit hat Nathan?┬ź, fragte Fabien verletzt.

Nathan
Nathan senkte den Blick. ┬╗Ich ... bitte nicht schreien. Es stimmt, ich hab Archi lieb. Ich will dich nicht anschwindeln. Es war falsch, dass ich einfach weggelaufen bin. Ich wei├č auch nicht, warum ... vielleicht, weil ich pl├Âtzlich den ganzen Tag Zeit hatte, f├╝r mich und Archi. Wir hatten den ganzen Tag Spa├č, hatten viel gelacht und Robere hat dank Archi sogar seinen Papa kennengelernt. Jeder ist f├╝r den andern da, die Bei├čer sind wie eine Familie, also teilweise sind sie das auch, sie sind ja miteinander verwandt ... und ich war seit meiner Kindheit noch nie so lange am St├╝ck so gl├╝cklich. Willst du denn niemals manchmal weglaufen und einfach mit Max in Ruhe in einer kleinen H├╝tte wohnen? Ohne all das hier?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Das ist der Punkt Nathan, es geht nicht darum was ich will, sondern was meine Bestimmung ist. Meine Bestimmung ist meinem Herrn zu dienen und ich liebe meinen Herrn. Was erwartest Du? Das ich mit Max Hand in Hand fliehe und dann in einer H├╝tte im Wald lebe? Selbst wenn das m├Âglich w├Ąre, selbst wenn wir dort leben und uns lieben w├╝rden, wovon sollten wird leben? Das ist ein sch├Âner Traum Nathan. Oder willst Du in ein anderes Land fliehen? Das ginge, klar. Dann w├Ąren wir beide ganz normale Personen, die sogar verheiratet sein k├Ânnten. Die sich lieben k├Ânnten, die ein einfaches Leben, mit einem einfachen Job haben w├╝rden mit einfachen allt├Ąglichen Problemen die nur uns betreffen und niemand anderes sonst. Wo man sich mehr oder minder gut jede Nacht ins Bett legen kann und morgen w├Ąre ein neuer Tag. So w├Ąre es. Aber das wird nicht so kommen. Also kann ich bestenfalls davon tr├Ąumen. Aber wer w├Ąre ich denn w├Ąre ich frei? Wer Nathan? M├Âchtest Du ohne all das hier leben?┬ź, fragte Fabien und er f├╝hlte sich unbehaglich dabei in welche Richtung ihr Gespr├Ąch verlief. Er dachte so gut wie nie dar├╝ber nach, was w├Ąre sobald er eine freie Person w├Ąre. F├╝r einige war dies erstrebenswert wie f├╝r Bellamy, der sich dies immer gew├╝nscht hatte. Aber f├╝r Fabien war dies kein Wunsch, sondern ein Albtraum. Frei, zu niemanden dazugeh├Ârend, v├Âllig auf sich alleingestellt, das hatte f├╝r ihn nichts verlockendes. Die Vorstellung war pure Bedrohung.

Nathan
┬╗Meine Bestimmung war, Ciel zu dienen┬ź, antwortete Nathan. ┬╗Aber er will mich nicht mehr.┬ź Er musste wieder weinen. ┬╗Und deine Bestimmung ist Max. Das wei├č ich. Ich bin dir nicht b├Âse. Du willst mich nicht teilen, aber ich muss verstehen, dass Max vor mir da war. Das versteh ich aber ich bin trotzdem traurig. Du liebst mich, aber Max liebst du noch mehr. Das ist in Ordnung. Aber warum bist du jetzt so gemein zu mir?┬ź

Fabien Lacomb
┬╗Weil ich Angst um Dich hatte, weil ich Dich vermisst habe und weil Du mein Freund warst oder bist. Ich wei├č es nicht. Wir waren zusammen Nathan oder sind wir es noch? Max h├Ątte jeden haben k├Ânnen, er kann jeden in diesem Land zu seinem Leibdiener bestimmen, wenn er das m├Âchte. Aber er w├Ąhlte mich. Das muss doch einen Grund haben. Er ist keine leichte Person, auch wenn er freundlich ist. Er ist auf seine Art manchmal schwierig, aber wer von uns ist leicht zu verstehen? Du? Ich? Ciel hat Dich erst in meine Arme getrieben und dann hat er alles dran gesetzt uns zu trennen. Er hat mich wie Dreck behandelt. Mag sein, dass ich das im Vergleich zu ihm bin, aber muss er es mir deshalb unter die Nase reiben? Ich kenne meinen Stand. Er scheint seinen nicht zu kennen. So wie man den Geringsten behandelt, das sagt eine Menge ├╝ber den Charakter aus. Und ich habe noch bei der Hinreise nach Ehveros Max gesagt, dass er von der F├Ąhigkeit her der Beste w├Ąre f├╝r den Thron. Selten habe ich mich so geirrt Nathan. Aber Max und Ciel haben nichts mit unserer Partnerschaft zu tun. Vielleicht doch, vielleicht sogar alles. Nathan ich wei├č nicht, wie Du denkst. Was denkst Du Dir? Ich will nicht gemein zu Dir sein, ich bin einfach so unheimlich w├╝tend, entt├Ąuscht, traurig und... ach alles auf einmal eben┬ź, st├Âhnte Fabien ergeben.

Nathan
Zaghaft streckte Nathan seine Hand aus und strich mit den Fingerspitzen ├╝ber Fabiens Wange. ┬╗Ich bin zur├╝ckgekommen ... weil ich dir was sagen wollte.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien musterte Nathan. ┬╗In Ordnung und was m├Âchtest Du mir sagen? Ich flehe Dich an, sag mir nicht, dass Du ein Vampir bist┬ź, st├Âhnte Fabien.

Nathan
Nathan sch├╝ttelte leicht den Kopf. Er stand auf und umarmte Fabien. Er dr├╝ckte sein Gesicht an Fabiens Hals und Fabien merkte die Feuchtigkeit. ┬╗Ich bin gekommen, um dir Lebewohl zu sagen. Ich liebe dich, Fabs und ich werde dich immer lieben. Ich gebe dich hiermit Max zur├╝ck, deinem wahren Mann.┬ź Er trat einen Schritt zur├╝ck und blickte Fabien aus ger├Âteten Augen an. Tr├Ąnen rannen seine Wangen hinab. Er zog den kleinen Holzb├Ąren aus seiner Tasche, den kleinen B├Ąren mit dem Honigtopf. Das Holz war abgegriffen und gl├Ąnzte speckig, woran man sah, dass er ihn h├Ąufig in den H├Ąnden gehalten hatte. Nathan dr├╝ckte ihn Fabien in die H├Ąnde und schloss sch├╝tzend seine Finger darum. ┬╗Pass auf ihn auf. Vergiss mich nicht ganz, Fabs┬ź, bat er.

Fabien Lacomb
Fabien wischte sich ebenfalls ├╝ber die Augen und k├╝sste Nathan auf die Stirn, als dieser seine Finger um den kleinen B├Ąren schloss. ┬╗Das werde ich nicht. Aber warum? Warum gehst Du?┬ź, fragte Fabien und musste selbst mit den Tr├Ąnen k├Ąmpfen. ┬╗Ich verstehe es nicht┬ź, fl├╝stere er.

Nathan
┬╗Ich habe dich angeschwindelt und war hinterh├Ąltig zu dir. Es tut mir von Herzen leid, das hast du nicht verdient und du sollst nicht l├Ąnger auf meine R├╝ckkehr warten. Denn wahrscheinlich komme ich nicht zur├╝ck. Schau, mein Leben war gut, bis wir aus dem Krieg zur├╝ckgekehrt sind. Khawa war in unserem Gefolge. Ich dachte erst, dass es Khawas Schuld sei, dass ich nicht mehr bei Ciel im Bett schlafen durfte, aber ich hab herausgefunden, dass es die Schuld von Alex war. Ich hab mich bem├╝ht, trotzdem zu l├Ącheln und Khawa hat sich M├╝he gegeben, mich aufzumuntern, nachdem er sich eingelebt hatte. So war es ertr├Ąglich, auch wenn ich Ciels N├Ąhe sehr vermisst habe. Aber es war nicht mehr wie zuvor, Alex hat es vergiftet. Dann hast du mir gezeigt, wie man miteinander schl├Ąft und es war wundersch├Ân. Ich hab mich in dich verliebt und du in mich. Ich dachte, nun wird alles gut und das Gift ist leichter zu ertragen, aber Ciel erfuhr davon und wollte mich nicht mehr. Dreaux erbarmte sich meiner und er war ein guter Herr, ich kann mich nicht beklagen. Aber er ist nicht Ciel, er ist der Archi-Duc. Er muss immer w├╝rdevoll und ernst sein und gab sich sehr professionell. Es ist keine Freundschaft, obwohl ich ihn mag. Wenn ich bei dir und Max schlief, war es immer, als ob ich nur der Gast sei. Ich war vielleicht sogar erw├╝nscht, aber nicht notwendig. Ihr beide funktioniert auch ohne mich, so wie Dreaux. Mich braucht hier niemand wirklich, Fabs. Auch du nicht.┬ź Er sagte dies ohne Vorwurf in der Stimme.

Fabien Lacomb
Fabien musterte Nathan stumm, lautlos rannen ihm die Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen. Er nahm Nathan fest in die Arme, dr├╝ckte ihn liebevoll an sich und k├╝sste ihn so, wie er seinen Mann k├╝sste. ┬╗Leider kann ich Dir nichts anderes sagen, als Du hast Recht. Sei vorsichtig da drau├čen Nathan Garcia... und pass auf Dich auf. Ich werde Deine Sachen einr├Ąumen und darauf aufpassen. Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder, wenn nicht hier, dann in einem anderen Leben. Ich wollte Dir nie etwas B├Âses und vielleicht habe ich Dich nie gebraucht Nathan, aber gewollt schon. Geh und lass Dich nicht erwischen, Du wei├čt was die Strafe w├Ąre. Leb wohl┬ź, sagte Fabien und gab Nathan frei.

Nathan
┬╗Ich werde dich nie vergessen und dir einen Brief schreiben, wenn wir mal bei einer Stadt mit einem Postamt sind. Den kannst du nicht beantworten, weil unser Versteck geheim ist. Aber dann wei├čt du, dass es mir gut geht. Mit Archi bin ich zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder richtig gl├╝cklich.┬ź Er trat von Fabien zur├╝ck und l├Ąchelte, w├Ąhrend er weinte. ┬╗Wir hatten eine kurze Zeit zusammen, aber sie war trotz allem sch├Ân. Lebe wohl, Fabs.┬ź Er ging ein paar Schritte r├╝ckw├Ąrts, immer noch l├Ąchelnd, w├Ąhrend ihm die Tr├Ąnen vom Kinn tropften, ehe er sich umdrehte und in Richtung Ausgang ging. Hinter ihm erstrahlte der Palast im Sonnenuntergang, vor ihm lag lang sein eigener Schatten.

Fabien Lacomb
Fabien schaute ihm nach, Nathan Schatten wurde l├Ąnger und irgendwann war er ganz verschwunden. So wie er einst als Lichtstrahl in sein Leben gestolpert war, stolperte er nun in die Nacht hinaus. Fabien fr├Âstelte, aber nicht allein wegen der aufziehenden Nacht, sondern aufgrund der Bildnisses wie Nathan verschwand. Das ewige Kind war erwachsen geworden und hatte die Nacht zu seinem Begleiter gew├Ąhlt. Fabien drehte sich um und ging zur├╝ck nach Hause, zur├╝ck zu Maximilien und diesmal hoffte er, Max w├╝rde schon schlafen.

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