Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Das Verh├Âr der alten Duchesse

Souvagne ist politisch neutral und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt.
Gro├čherzogtum Souvagne
Das almanische Gro├čherzogtum Souvagne ist gepr├Ągt von sanfte H├╝geln, auf denen Weinbau betrieben wird, fruchtbaren Feldern und weiten Obstplantagen. Souvagne h├Ąlt sich aus Kriegen gr├Â├čtenteils heraus und hat sich als einziges Gro├čherzogtum nicht am Feldzug gegen das Chaos beteiligt. Stattdessen setzt Duc Maximilien Rivenet de Souvagne auf politische Neutralit├Ąt. Von allen Herrschern ist er der Gem├Ą├čigtste. Die Grenzen Souvagnes wurden inzwischen gr├Â├čtenteils durch eine Wallanlage gesichert. Nur erlesenen Personen ist die Einreise nach strengen Kriterien noch gestattet.
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Ciel Felicien de Souvagne
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Volk: Almanen

Das Verh├Âr der alten Duchesse

#1

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Fr 14. Sep 2018, 12:44

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel begab sich nach unten zum Verh├Ârraum des Palastes. Er trug strenge, schlichte Kleidung, denn es war keineswegs ein feierlicher Anlass. Ferrau hatte in dieser Zeit frei und durfte, wenn er wollte, sich dem M├╝├čiggang hingeben, den er fr├╝her so gesch├Ątzt hatte. Ciel war extrem angespannt, den heute verh├Ârte er nicht irgendwen, sondern seine eigene Gro├čmutter. Er trat ein und schaute sich im Verh├Ârraum um.

Gilbert Jardine
Gilbert Jardine befand sich im Raum, ebenso eine alte Frau die in ├Ąu├čerst teurer Robe gekleidet war, allerdings auf dem Verh├Ârstuhl sa├č. Gilbert gr├╝├čte Ciel mit freundlichem Nicken und einer leichten Verbeugung. ┬╗Eure Majest├Ąt, Eure Gro├čmutter ist bereits anwesend┬ź, sagte Gil unn├Âtigerweise.

Antoine
Am wenigsten angespannt wirkte Antoine. Er wirkte sogar regelrecht gut gelaunt und der Eindruck entsprach der Tatsache. Er freute sich ├╝ber die spannende Abwechslung und dar├╝ber, dass er dabei sein durfte. Sein Aussehen hatte sich ver├Ąndert. Er war nicht mehr der heruntergekommene Obdachlose, sondern trug ordentliche Kleidung, die ihn als B├╝ttelgehilfe erkennen lie├č. Er wartete, bis der Prince sich gesetzt hatte und reichte ihm die Akte, die er mit der Hilfe von Gilbert f├╝r diesen Fall vorbereitet hatte.

Gilbert Jardine
┬╗Herr ich wusste nicht, ob Ihr die Anwesenheit eines Himmelsauges w├╝nscht, oder die eines anderen Geistmagiers. Es sind einige am Hofe. Aber ich dachte vorab starten wir das Verh├Âr so und k├Ânnten zum Schluss den Wahrheitsgehalt pr├╝fen lassen. Wie seht Ihr dies?┬ź, fragte Gil h├Âflich und respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Doch, Gilbert, ich w├╝nsche sofort die Anwesenheit eines Himmelsauges. Das ist eine so ernste Sache, da m├Âchte ich keine Zweifel im Raum stehen lassen. Da Jules und Parcival jeder auf seine Weise verhindert sind, schicken Sie bitte nach Maurice. Mein Schwager wird einige Zeit ohne ihn auskommen.┬ź Ciel blickte die Papiere durch, bis Maurice eintreffen w├╝rde.

Gilbert Jardine
Gil nickte. ┬╗Ich werde sofort nach ihm schicken┬ź, sagte Gil und bat eine der Wachen vor der T├╝r, nach Maurice zu schicken. Der Mann eilte von dannen und kam einige Minuten sp├Ąter mit Maurice zur├╝ck. Das Himmelsauge gr├╝├čte freundlich und beide gingen zur├╝ck in den Verh├Ârraum.

Maurice de la Cantillion
Maurice verneigte sich tief vor Prince Ciel, da er wusste wie schwierig der Prince ihm gegen├╝ber sein konnte. ┬╗Herr ich bin bereit Euch beizustehen┬ź, sagte Maurice respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erwiderte den Gru├č, indem er den Kopf hob und den Blick erwiderte. Sein Blick war ernst, aber heute nicht feindselig. Als alle sich sortiert hatten, wandte er seine Aufmerksamkeit seiner Gro├čmutter zu. ┬╗Hoheit, seid Ihr dar├╝ber im Bilde, weshalb man Euch hierher gebeten hat?┬ź

Duchesse Francoise Esme de Souvagne
Die alte Duchesse, deren Titel eigentlich nur noch ehrenhalber ausgesprochen wurde, musterte ihren Enkel ernst. Ihr Mann war nicht mehr Duc, folglich war sie keine Duchesse mehr. Dies war nun eine andere Frau durch ihren j├╝ngsten Sohn Maximilien. Und nun stand ihr Enkel vor ihr um ihr zu verk├╝nden, weshalb Parcival gestorben war. Denn davon hatte sie schon geh├Ârt. Ernst, w├╝rdevoll aber auch misstraurisch musterte sie Ciel. Er sah seinem Vater sehr ├Ąhnlich. Aber mit ihrem Sohn hatte sie seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr gehabt. Gute drei Jahrzehnte hatte Francoise nicht mehr mit Maximilien gesprochen. Und der junge Mann der vor ihr stand, sah ihm nicht nur einfach ├Ąhnlich, auch seine Gestik und Mimik ├Ąhnelte ihrem Max. ┬╗Setzt mich dar├╝ber in Bilde┬ź, bat sie umg├Ąnglich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Beginnen wir am besten st├╝ckweise. Vor seinem Tod hatte ich ein Gespr├Ąch mit Parcival. Unter anderem gab er an, Euer Liebhaber gewesen zu sein. Entspricht dies den Tatsachen?┬ź

Maurice de la Cantillion
┬╗Was interessieren Euch die Liebschaften einer alten Frau? Ich bin Witwe, h├Ątte ich meinen Sohn um Erlaubnis bitten sollen junger Prince?┬ź, fragte Francoise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Die Fragen stelle ich┬ź, stellte Ciel klar. ┬╗Bitte beantwortet die Frage.┬ź

Duchesse
Der Blick der alten Duchesse verfinsterte sich. ┬╗Ja┬ź, sagte sie knapp und kalt. W├Ąhrend Maurice zustimmend nickte, dass sie die Wahrheit gesprochen hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte sich eine Notiz. ┬╗Ferner gab Parcival an, dass Ihr ungl├╝cklich wart in Eurer Ehe und ihn daher damit beauftragt habt, Euren Mann und dessen S├Âhne zu ermorden und den Mord wie einen Unfall aussehen zu lassen.┬ź Ciel blickte sie sehr aufmerksam an. ┬╗Duc Alain de Etienne und der Kronprince, mein Onkel Pomeroy, h├Ątten in Eurem Auftrag den Tod gefunden. Was m├Âchtet Ihr dazu sagen?┬ź

Duchesse
┬╗Ich habe nicht den Tod meines Kindes in Auftrag gegeben, den meines Mannes sehrwohl┬ź, antwortete sie bar jeder Emotion und musterte Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel versetzte es einen Stich, sie so reden zu h├Âren, aber er durfte sich nichts anmerken lassen. Dabei half ihm, dass die Tode schon lange zur├╝cklagen und er weder Alain noch Pomeroy je kennengelernt hatte. ┬╗Warum?┬ź, wollte Ciel wissen. ┬╗Es wird wohl kaum aus Liebe zu Parcival geschehen sein.┬ź

Duchesse
┬╗Ihr habt Euch bereits eine Meinung ├╝ber mich gebildet. Was schert es Euch, was ich empfinde? Es hat niemals irgendwen geschert, warum Euch? Weder meinen Vater, noch meinen Bruder, noch meinen Mann oder meine S├Âhne. Falls es Euch tats├Ąchlich interessiert, fangt Ihr zu sp├Ąt damit an. Mein Tod wird l├Ąngst beschlossene Sache sein, weil ihr nur das seht, was Ihr sehen wollt und sehen k├Ânnt. Ihr habt keine Vorstellung davon was es bedeutet als Frau geboren zu sein von Stand. Jeder Mann und sei er noch so gering hat eine Wahl. Jede geringe Frau, kann aus Liebe heiraten. Wisst Ihr weshalb Frauen von Stand heiraten Prince? Sie werden verheiratet um B├╝ndnisse zu schlie├čen, um B├╝ndnisse zu festigen und um ihren M├Ąnnern S├Âhne zu geb├Ąren. M├Âglichst viele in m├Âglichst kurzer Zeit. Habt Ihr einmal dar├╝ber nachgedacht, wie es sich anf├╝hlt, von jedem nur als Tauschgegenstand gewertet zu werden? Zwar wertvoll und auch machtvoll, aber dennoch nur ein Gegenstand. Eine Frau hat niemals pers├Ânlich etwas zu sagen oder die M├Âglichkeit ├╝ber ihr eigenes Leben zu bestimmen. Ist Euch das bewusst als Mann? Ist Euch bewusst, dass die Frau immer abh├Ąngig ist von Vater oder sp├Ąter ihrem Ehemann? Hat sie keinen Vater mehr und keinen Mann, dann ist der n├Ąchste m├Ąnnliche Verwandte zust├Ąndig, Br├╝der, Onkel. Sie selbst wird niemals rechtsf├Ąhig sein, sie selbst bleibt seit ihrer Geburt das Anh├Ąngsel eines Mannes. Und nun verratet mir, wo soll eine Frau dort ihr Gl├╝ck finden? Oh nat├╝rlich mein lieber Junge gibt es auch die Frauen von Stand die sich gerne mit Gesellschaftern umgeben. Die liebe und gute Adlige als Freunde haben. Nat├╝rlich gibt es darunter auch solche, die bereit sind f├╝r ein Spiel mit dem Feuer und es wagen das Feuer einer verheirateten Frau anzufachen oder den Brand zu l├Âschen. Aber sollte der Ehemann davon erfahren, wenn man die erste Ehefrau ist, hat dies ganz andere Konsequenzen, da es sich um die Erblinie handelt. Also was ist diese Frau als eine Sklavin ihres Standes? Ihre Aufgabe ist der Fortbesand der Linie. Aber meint Ihr nicht auch, dass sie dennoch ein Mensch ist? Mit W├╝nschen, Sehns├╝chten und sogar Gef├╝hlen? Also was wisst Ihr von der Liebe um diese mir abzusprechen? Was junger Mann?┬ź

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte sich alles an. ┬╗Es ist richtig, dass ich diese Zw├Ąnge nicht in ihrer G├Ąnze nachempfinden kann. Dennoch wei├č ich, was es bedeutet, Gef├╝hle zu haben und diese nicht ausleben zu k├Ânnen. Daf├╝r, wie unsere Gesellschaft und unser Rechtssystem funktioniert, k├Ânnen wir beide nichts, aber wir alle m├╝ssen uns ihm beugen, denn sonst herrschen hier bald rakshanische Zust├Ąnde. Ich habe mir mein Urteil noch nicht gebildet, nein. Sonst w├╝rdet Ihr hier nicht sitzen, sondern bereits einen Kopf k├╝rzer sein. Habt Ihr Parcival denn geliebt? Wenn ja, warum lie├čet Ihr ihn 33 Jahre warten? Und nicht zuletzt - habt Ihr mit Eurem Mann dar├╝ber gesprochen, ob Ihr einen Liebhaber haben d├╝rft? Vielleicht h├Ątte er es ja gar nicht verneint.┬ź

Duchesse
Die Duchesse musterte Ciel etwas milder. ┬╗H├Ątte ich Paricval nicht geliebt, w├Ąre Alain noch am Leben. Alain war kein Mann mit dem Mann gro├če Worte wechseln konnte, besa├č man nicht sein Herz. Und ich besa├č es nicht. Ich besa├č nur den Rang der ersten Ehefrau. Seine Zuneigung oder gar Liebe geb├╝hrte anderen. Alain liebte seine Beifrauen Danielle Lereau Descoteaux und Madelene Larocque gleicherma├čen. F├╝r mich war in seinem Herzen kein Platz. Aber sehr wohl in seinem Bett. Er hat mich mit Anstand behandelt, dass ist vielleicht mehr als manche Frau sagen kann. Aber es war ein Gesch├Ąft. Titel und Reichtum, gegen S├Âhne. Und nicht mal mir galt das Gesch├Ąft, sondern zum Vorteil meiner Familie. Ich schenkte ihm zwei S├Âhne, Bernard und Maximilien. Ab dato verband uns nichts mehr au├čer der Name. Er war stets h├Âflich aber distanziert. Wann sahen wir uns? Wann sprachen wir uns? Er lebte sein Leben mit zwei Frauen und v├Âlliger Zufriedenheit. Und ich lebte das meine, allein, wartend, hoffend, auf etwas das nie geschehen w├╝rde. Eine Frau denkt manchmal genauso dumm und hoffnungsvoll wie die M├Ąnner junger Prinz. Eine zeitlang hatte ich gehofft, dass sich unsere Situation bessern w├╝rde, vor allem nach dem ersten Sohn. Aber es gab keine Zeit wo er mich liebte. Mich respektierte - ja, die gab es. Aber es gab keine Zeit in der wir uns Siezten oder Duzten, wir waren beim Ihr - sogar im Bett. Es lag keine Z├Ąrtlichkeit darin in seinen Armen zu liegen und ich denke f├╝r ihn wird es auch nicht angenehm gewesen sein. Aber er hatte neben mir eine andere Welt - seine Welt Ciel. Ich hatte nichts. Ich hatte teure Kleider, Schmuck, ein Leben am Hof, ich war ein Vogel im goldenen K├Ąfig, aber ich war allein. Und dann lernte ich eines Tages Parcival kennen┬ź, sagte die Duchesse.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es war in so vielen Jahrzehnten nicht ein einziges Mal m├Âglich, mit Eurem Mann zu sprechen?┬ź, hakte Ciel nach. ┬╗Ihr liebtet also Parcival. Was war es, dass Euch an ihm gefiel? Parcival wusste nichts von Euren Gef├╝hlen, er starb in der ├ťberzeugung, f├╝r Euch bedeutungslos gewesen zu sein und nur ein Werkzeug. Und offen gestanden wirkt Ihr sehr gefasst daf├╝r, dass Eure gro├če Liebe auf diese blutige Weise ein Ende genommen hat.┬ź

Duchesse
┬╗Unsere Familie liebt Sprichworte nicht wahr? ...Das Du geweint hast ist wahrschein, doch starke Frauen weinen heimlich... Muss ich meine Gef├╝hle vor Dir oder sonstwem breit tragen? Jahrelang musste ich sie verschweigen, damit wir ein Paar sein konnten. W├Ąre es aufgeflogen, w├Ąre er hingerichtet worden. Gleich was man ihm befahl, gleich wie schwer er verletzt wurde, ich hatte die Maske der Distanz zu tragen. Etwas zu viel Interesse und es w├Ąre aufgeflogen. Ja es mag alles f├╝r Dich nicht echt wirken, aber Du kannst nicht in mein Herz blicken. Und nach all den Jahren, wo man vorgeben muss ein Eisberg zu sein, wird man langsam auch einer. Er ist tot, ich wei├č. Aber wir waren schon lange tot, alle beide. Gelebt haben wir nur in den Moment, wo wir f├╝r uns waren, ungest├Ârt und frei. Und danach war jeder wieder in seiner Welt und in seinem Amt gefangen. Er als Oberster der Himmelsaugen, ich als die Duchesse, sp├Ąter Mutter des Duc. Eine Gegenfrage, wenn es mein Sohn Maximilien schafft, seit 33 Jahren nicht mit mir zu reden, wie glaubst Du war sein Vater? Und ich sage Dir Alain war so stur, dass Dir Dein eigener Vater wie ein verr├╝ckter Freigeist vorkommen w├╝rde. Er war streng, er war genau, er war geradezu pedantisch, dass war Alain. Obwohl er auch eine andere sehr liebensw├╝rdige Seite hatte. Er war charmant, geistreich, extrem gut gebildet, er konnte sogar recht witzig sein und hatte Esprit. Aber ich hatte nichts davon Ciel. Unsere Beziehung bestand aus dem Gru├č bevor wir das Bett teilten. Wir kamen unserer Pflicht nach. Warum ich Parcival nach all den Jahren nie als Partner nahm, ist eine gute Frage. Vermutlich Angst┬ź, gestand die Duchesse.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel warf einen r├╝ckversichernden Blick zu Maurice. Der Gro├čteil der Erkl├Ąrungen h├Ârten sich glaubw├╝rdig an, aber ein Detail nicht. ┬╗Ihr habt Euch davor gef├╝rchtet, Parcival zum Liebhaber zu nehmen - aber nicht davor, Euren Mann und die Agenten der Autarkie ermorden zu lassen? Wie weit ging Eure Liebschaft ├╝berhaupt, wenn Ihr von solchen Gef├╝hlen sprecht, aber nicht einmal Parcival von diesen wusste?┬ź

Maurice de la Cantillion
Maurice nickte knapp, dass Ciel Recht hatte. Die Duchesse sprach die Wahrheit, aber sie verriet nicht alles.

Duchesse
┬╗Wie meint Ihr das? Ich habe... so sch├Ąndlich das sich f├╝r Euch anh├Âren mag, als junge Frau den Unfall meines Mannes geplant. Und dabei kam mein Sohn Bernard mit ums Leben. Sei versichert, meine S├Âhne habe ich stets geachtet und geliebt, auch wenn ich sie nie so geliebt habe, wie eine Mutter die ihr Kind selbst gro├čzieht. Ich habe sie entbunden, gehalten und man nahm sie mir aus den Armen. Nur eine Mutter wei├č, was das hei├čt. Manche sind froh ihre Kinder in die Obhut anderer zu geben. Ich w├Ąre froh gewesen sie aufziehen zu d├╝rfen. Es h├Ątte meine Einsamkeit gelindert und ich h├Ątte doch dabei eine Amme zur Unterst├╝tzung haben k├Ânnen. Davon wollte mein Mann nichts wissen. Und irgendwann als mich die Einsamkeit fast aufgefressen hatte und das obwohl Parcival an meiner Seite war, beschloss ich, dass Alain einen Unfall erleiden musste. Das Bernard mit in der Kutsche sa├č, brach mir das Herz. Das habe ich nicht gewollt. Aber Parcival sagte, wir m├╝ssen schweigen, denn sonst landen wir auf dem Block. Ich habe nicht den Tod der Agenten angeordnet. Parcival sagte sie h├Ątten uns in der Hand, sie m├╝ssten weg und er w├╝sste schon wie. Ich verstand nicht wieso, bis sie alle hingerichtet wurden durch die Himmelsaugen. Da verstand ich. Sie wussten von uns, oder einige von ihnen. Und sie wussten was ich getan hatte. Er hatte mich besch├╝tzt mein Parcival und dennoch nahm er anderen Frauen die M├Ąnner. Und nahm Kindern die Eltern. Er tat dies um mich zu besch├╝tzen. Aber besch├╝tzte er mich, oder sein Verh├Ąltnis zu mir? Und ich beschwerte mich ├╝ber Alains K├Ąlte... aber so etwas h├Ątte Alain niemals getan. Er mag nicht mein Ehemann gewesen sein vom Herzen her, er mag auch nicht mein Freund oder Gesellschafter gewesen sein, aber trotz allem war er ein anst├Ąndiger Mann. Und in dem Moment als ich begriff was dort geschehen war, kam ich mir sehr dumm und naiv vor. Der eine Mann benutzte mich um Kinder zu zeugen, der andere... als was? Und da fing ich an, ihn zu benutzten. An einer Leine kann man von beiden Seiten aus ziehen┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war betr├╝bt. Er spielte ein wenig mit der Schreibfeder, ohne etwas aufzuschreiben. Lange schwieg er. ┬╗Trotz allem verstehe ich nicht, warum Ihr nicht wenigstens versucht habt, Euren Mann um eine Liebschaft zu bitten. Ihr seid eine intelligente Frau und wart kaltherzig genug, einen Mord zu planen. Warum nicht ein letzter Versuch, es auf unblutigem Wege zu l├Âsen? Was verschweigt Ihr mir, Gro├čmutter?┬ź

Duchesse
┬╗Nichts. Oh... Moment, doch. Dir ist nicht die Strafe bekannt f├╝r Ehebruch oder? Schau, geb├Ąre ich dem Duc einen Sohn, ist er Kronprince. So war es, so kam es als Bernard starb und Maximilien den Thron bestieg. Alle meine Kinder mit Alain waren Kronprincen. H├Ątte ich offiziell um eine Liebschaft gebeten, h├Ątte Alain das als Affront sehen k├Ânnen. Er h├Ątte zustimmen k├Ânnen mit der Auflage dass nichts passieren darf. Er h├Ątte schlicht ablehnen k├Ânnen. Er h├Ątte mich f├╝r die Frage auf den Block schicken k├Ânnen. Denn w├Ąre dann das Kind wirklich von ihm oder von meinem Liebhaber? Er muss ganz sicher sein, dass es seine Kinder sind und nicht jene eines Nebenbuhlers. Folglich h├Ątte er es mir vermutlich nicht erlaubt. Ob er tats├Ąchlich abgelehnt h├Ątte, wei├č ich nat├╝rlich nicht. Aber dies ist der Hintergrund warum ich ihn nie fragte. Es ist nicht so, dass kein normales Gespr├Ąch zwischen uns m├Âglich war. So wie wir jetzt reden, konnte ich auch mit ihm reden. Nur ├╝ber andere Themen. Aber das wagte ich nicht anzusprechen. Vielleicht war dies ein gro├čer Fehler von mir. Aber ich hatte Angst und ich war allein. Schau einmal hinaus, tausende Menschen umgeben uns, wie ein Ameisenhaufen arbeiten sie flei├čig, der Hof funktioniert wie ein Uhrwerk. Und dennoch bist Du allein nicht wahr? Und ich war ebenso allein, noch einsamer. Ich sa├č eigentlich immer nur in meinem Zimmer und wartete. Doch worauf, dass sagte mir niemand┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dennoch droht Euch nun der Block, auch unter Ber├╝cksichtigung aller mildernden Umst├Ąnde. Ihr habt den Mord an Duc Alain Etienne de Souvagne in Auftrag gegeben und den des Kronprice mitverschuldet. Parcival hat f├╝r seine Taten bereits bezahlt. Nun seid Ihr an der Reihe.┬ź Er betrachtete seine Gro├čmutter mit einem Blick, der m├╝de wirkte, aber tiefe Trauer bedeutete. ┬╗Wenn all das Leid, das der Agentenfamilien, dass von Parcival und das Eure, einen Sinn gehabt hat, dann jenen, dass die Zukunft anders aussehen wird. Wir haben daraus gelernt. Meine Schwester hat ihren Ehemann selbst w├Ąhlen d├╝rfen unter all den M├Ąnnern da drau├čen. Wie ihre Gro├čmutter entschied sie sich f├╝r einen Chevalier der Himmelsaugen und ich hoffe, sie ist mit ihm gl├╝cklich. Gibt es noch etwas, das Ihr sagen m├Âchtet?┬ź

Duchesse
┬╗Ich habe nicht gewollt dass es so kommt, vielleicht h├Ątte ich einfach in den Tempel oder ins Kloster gehen sollen. Aber auch so eine Entscheidung steht einem als Frau alleine nicht zu. Letztendlich f├╝hrt keine Macht dazu, dass man manchmal die Macht des Todes w├Ąhlt. Vielleicht solltet Ihr dies bedenken und den Frauen etwas mehr zugestehen. Dass Deine Schwester frei w├Ąhlen durfte freut mich. Ich m├Âchte Dir sagen, dass ich meine S├Âhne geliebt habe und ihnen nichts b├Âses wollte. Gleich was andere dachten. Ich wei├č, dass Leon mich f├╝r eine Gefahr hielt und Maximilien von mir abschirmte. Und ich habe den Agenten nicht schaden wollen, dies lag in Parcivals Hand und er f├╝hrte es auch aus. Mein Verbrechen bestand darin es nicht zu verhindern. Vielleicht bin ich nichts weiter als eine verbitterte alte Frau, aber sag meinem Sohn, dass ich ihm nie etwas B├Âses wollte. Und dass mir der Tod seines Bruders leid tut. Ebenso wie der Tod von den unschuldigen Frauen. Letztendlich wei├č ich nicht ob meine Liebe danach zu Parcival erlosch. Vielleicht wollte ich mir einfach mein Versagen nicht eingestehen. Ich h├Ątte meinen Mann nicht um ein Verh├Ąltnis bitten sollen, sondern um das Recht mich in ein Kloster zur├╝ckzuziehen┬ź, sagte die Duchesse.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte langsam. ┬╗M├Âchtet Ihr es Eurem Sohn selbst sagen?┬ź

Duchesse
┬╗Nein, er ist immerhin der Mann und das Familienoberhaupt dieser Familie. Er m├Âchte seit 33 Jahren nicht mit mir sprechen. Was sollte sich heute ge├Ąndert haben?┬ź, fragte sie ruhig.

Maurice de la Cantillion
Maurice tippte Ciel freundlich an und fl├╝sterte ihm ins Ohr. ┬╗Sie l├╝gt┬ź, wisperte er.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte kurz, als Maurice ihm ins Ohr fl├╝sterte und blickte seine Gro├čmutter dann an. ┬╗Will er seit 33 Jahren nicht mit Euch sprechen - oder Ihr nicht mit ihm? Ich werde das Gef├╝hl nicht los, dass ein wichtiges Detail noch fehlt, dass Ihr mit in Euer Grab nehmen m├Âchtet. Seht, ich spreche hier zu Euch, weil ich verstehen m├Âchte, was geschehen ist - damit sich eine solche Katastrophe nicht noch einmal wiederholt. Wir sind die Krone, wir haben die M├Âglichkeit, die Dinge zu ver├Ąndern und vieles, was sich als nicht optimal erwiesen hat, wurde auch bereits ge├Ąndert. Ihr k├Ânnt dazu beitragen, dass es denen, die nach Euch kommen, besser geht, als es Euch ergangen ist. Das geht nur, indem ihr diese Eure letzte Chance nutzt, bevor Ihr von dieser Welt scheidet.┬ź

Duchesse
┬╗Ich denke er wusste es die ganze Zeit und er hat geschwiegen. Er wollte nicht mit mir sprechen, stets lag eine Anklage in seinem Blick. Aber er sprach es nie aus, er sagte kein Wort. Er hat mir nie vorgeworfen seinen Vater und Bruder get├Âtet zu haben, aber er wusste es. Er hat es genauso hingenommen wie ich. Vielleicht kam es ihm sogar ganz Recht?┬ź.

Maurice de la Cantillion
Maurice blinzelte irrtiert ehe er sich an Ciel wandte. Er schrieb kurz etwas auf einen Zettel. `Sie glaubt wirklich, dass Max von dem Mordanschlag wusste und schwieg. Sie ist der Meinung, er h├Ątte ihr dankbar zu sein, dass sie ihn dadurch auf den Thron brachte. Wenn auch versehentlich. Das glaubt die Frau┬┤ - stand auf dem Zettel.

Ciel Felicien de Souvagne
Das Entsetzen ob dieser Anschuldigung war nun deutlich in Ciels Gesicht zu lesen. Hilfesuchend starrte er Maurice an, nachdem dieser ihm den Zettel ├╝berreicht hatte und dann Gilbert. ┬╗M├Âchten Sie noch etwas anf├╝gen, Gilbert?┬ź, fragte er und klemmte den Zettel von Maurice in seine Kladde.

Maurice de la Cantillion
Maurice schrieb erneut etwas auf einen Zettel. ┬╗Euer Vater ist nicht so ein Mann, Euer Vater hatte keine Anschuldigung im Blick, sondern Trauer! Diese Frau l├╝gt. Lasst sie mich auslesen!┬ź, bat Maurice.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel klemmte auch diesen Zettel zu den Unterlagen und lie├č sich von Antoine ein Glas Wasser reichen. Er trank einen Schluck und verschr├Ąnkte dann die Finger. ┬╗Genehmigung zum Auslesen erteilt.┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert bezog neben Ciel Stellung. ┬╗Nun ich w├╝rde gerne wissen, weshalb sich Euer Sohn dann nicht mit Euch verb├╝ndete, wenn er Euch doch seine jetzige Stellung verdankt. W├Ąre das nicht das mindeste, dass er Euch in einen besonderen Stand erhoben h├Ątte? Nein das hat er nicht. Vielmehr hat ihn sogar sein alter Leibdiener vor Euch abgeschirmt. Wie wir wissen tagt├Ąglich, st├╝ndlich, rund um die Uhr wurde Euer Sohn bewacht. Er war der letzte m├Ąnnliche Souvagne, der letzte seiner Art der die Familie fortf├╝hren konnte. Wenn von Euch keine Gefahr ausging, warum sollte Euch dann sogar so jemand harmloses wie der alte Leon gef├╝rchtet haben? H├Ątte dieser Mann Euch nicht vielmehr den Kontakt erlaubt, damit sein Sch├╝tzling die Trauer ├╝bersteht und Ihr Euch gegenseitig Halt geben k├Ânnt? Verzeiht Hoheit die Ihr keine mehr seid, aber Eure Erl├Ąuterungen hinken ganz gewaltig┬ź, sagte Gil.

Duchesse
Die Duchesse musterte Ciel und Gil kalt. ┬╗Ja das h├Ątte er tun sollen, aber hat er es getan?┬ź, fragte die Duchesse. Die alte Frau stand blitzartig auf, griff sich in ihren gewaltigen Haarballen und in der gleichen Sekunde zuckte ihre Hand nach vorne.

Maurice de la Cantillion
Es sah aus als wollte sie Ciel von sich sto├čen oder vor die Brust schlagen, aber Maurice wusste es besser, denn zeitgleich warf sich das ehemalige Himmelsauge sch├╝tzend vor seinen Herrn. Er zuckte wie von einem Schlag getroffen zusammen und riss die alte Frau mit zu Boden. Als er ├Ąchzend auf die Seite rollte, sah Ciel dass eine 20 cm lange, stiletartige Nadel aus seiner Brust ragte.

Duchesse
M├╝hsam k├Ąmpfte sich die alte Frau wieder auf die Beine. ┬╗Das dachtest Du Dir so?┬ź, fragte sie erbost.

Antoine
Antoine wusste nicht, ob sie noch mehr solche Haarnadeln in ihrer Frisur trug und ob diese wom├Âglich vergiftet waren. Die M├Âbel waren alle am Boden festgeschraubt, nichts davon taugte als Waffe. Er selbst trug als Gehilfe eines B├╝ttels auch keine. Normalerweise sah er Gilbert nur bei der Arbeit zu, kochte Kaffee und verteilte Post. Er war kein B├╝ttel, nicht mal ein halber, er war nur ein Praktikant. Aber er wusste, wie man sich pr├╝gelte. Er tat das, was man auf der Stra├če in solchen Situationen meist als erste Sofortma├čnahme tat - er schlug mit der Faust nach dem Gesicht der Frau.

Gilbert Jardine
Gilbert zerrte Ciel von dem Kampf weg und eilte Toni dann sofort zur Hilfe. Er riss die alte Frau herum und fesselte ihre H├Ąnde auf dem R├╝cken, ehe er sie recht unsanft auf den Stuhl donnerte und dort fixierte. Sie musterte die M├Ąnner mit gl├╝henden hasserf├╝llten Augen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wehrte sich gegen Gilbert wie ein zappelnder Fisch und br├╝llte nach den Gardisten vor der T├╝r. Aber Gilbert w├Ąre kein B├╝ttel, wenn er nicht einen biestigen jungen Prince b├Ąndigen und aus einer Gefahrenzone bugsieren k├Ânnte. Als seine Gro├čmutter festgezurrt war, was nur wenige Sekunden dauerte, st├╝rzte Ciel zu Maurice und pr├╝fte, ob er noch lebte.

Duchesse
┬╗Was habt Ihr erwartet? Er war 17! 17 war der dusslige Bengel und bestieg den Thron! Was war mit mir? Mit der Mutter, die dieses undankbare Mistst├╝ck geboren hatte? Genauso dumm und undankbar wie Parcival diese nutzlose Sackratte! Ich schenkte ihm meine Gunst und er war zu d├Ąmlich alle drei zu beseitigen. Dieser verblendete Ordensidiot! Und dann die Schonung der Agenteng├Âren! Sogar die Weiber wollte er schonen. Drei Leute k├Ânnen nur dann ein Geheimnis bewahren wenn zwei davon tot sind! Aber nein, Parcival lie├č sie leben, wie oft habe ich ihm gesagt, was ich erwarte, was ich mir w├╝nsche, was ich verlange. Und dann dieser uns├Ągliche seltsame Diener, der stets bei der kleinen Schwuchtel schlief. Oder was machte der alte Tattergreis dort? Zuerst war er der Diener meines Mannes, dann von Max? Er h├Ątte mit in der Kutsche sitzen sollen! Genau wie alle anderen! Dann w├╝rde es Dich nicht geben! Aber selbst da hat Parcival versagt! Er meint er war nur ein Werkzeug? Oh nein das war er nicht! Werkzeuge sind n├╝tzlich!┬ź, lachte die Duchesse geh├Ąssig.

Maurice de la Cantillion
Als Ciel pr├╝fte ob er noch lebte, ergriff Maurice die Hand von Ciel. Er wollte etwas sagen, aber schwarzes Blut rann aus seinen Mundwinkeln. ┬╗...ilf... mi..r┬ź, konnte er gerade noch hervorpressen, ehe er ohnm├Ąchtig wurde.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Schwarz?┬ź, kreischte Ciel. Er riss sich s├Ąmtliche Oberteile vom Leib, damit ihn die ├ärmel nicht st├Ârten und behielt nur sein Korsett an. Man sah die schlimmen Narben an seinen Armen und die kaum verheilten Spuren der letzten Selbstgei├čelung. Unbekleidet sah er keineswegs so aus, wie man sich einen Prince gemeinhin vorstellte und ganz besonders nicht den d├╝nnen, blassen Ciel. Er wirkte regelrecht zerfleischt.
┬╗Gilbert, rufen Sie Benito!┬ź
Er nahm sein Ritualmesser, das so scharf war wie ein Skalpell, und trennte mit einem Schnitt Maurices Kleidung auf, so dass die Wunde, in der das Stilett steckte, blo├člag. Dann schnitt er sich die Pulsadern auf. Seine linke Hand war von den vielen Schnitten inzwischen stark beeintr├Ąchtigt, er sp├╝rte sie kaum noch und die Motorik war wenig gegeben. Meist konnte er das ganz gut kaschieren, indem er einfach die rechte Hand benutzte oder passende Befehle erteilte. Der eine Schnitt mehr w├╝rde es auch nicht schlimmer machen. Er lie├č das Blut auf Maurices Wunde tropfen und zog langsam das Stilett heraus.

Gilbert Jardine
Gilbert packte Toni und zerrte ihn zu sich. ┬╗Bewach den Prince und Maurice gut. Schick die Alte ins Land der Tr├Ąume, ich bin sofort wieder da mit Hilfe!┬ź, sagte Gil und rannte so schnell er konnte los. So schnell wie man ihn vermutlich noch nie laufen sah. Er rannte bis ihm die Lunge schmerzte und rannte dennoch weiter bis in die Heistube. Die T├╝r trat er kurzerhand ein, packte Benito am Kragen und zerrte ihn hinter sich her. ┬╗Keine Zeit f├╝r Erkl├Ąrungen!┬ź, keuchte er und rannte den gleichen Weg wieder zur├╝ck. Binnen k├╝rzester Zeit stand Gilbert wieder schnaufend im Verh├Ârraum, neben ihm ein nach Luft japsender Benito. ┬╗Hallooo... Herr┬ź, keuchte Ben und gesellte sich sofort zu Ciel, auch wenn er etwas blass um die Nase war.

Benito
Ben hielt Ciels Hand fest, so das die Nadel blieb wo sie war. ┬╗Noch nicht Herr. Ihr zieht wenn ich es Euch sage, die Nadel hat sein Herz durchbohrt┬ź, sagte der Heilmagier und legte vorsichtig eine Hand um die grausame Waffe. Ben konzentrierte sich und lie├č seine Magie in Maurice flie├čen. ┬╗Zieht, beeilt Euch┬ź, bat der Heiler und gab alle magische Kraft die er aufbringen konnte in Maurice K├Ârper und das Herz dass nach der Entfernung der Nadel ein Loch hatte zu heilen und die Vergiftung aus ihm zu vertreiben.

Antoine
Antoine stand v├Âllig neben der Spur, da dies sein erster Einsatz war, wo jemand so schwer verletzt wurde. Da er Angst hatte, die alte Frau umzubringen, wenn er ihr den Sch├Ądel irgendwie falsch einschlug, w├╝rgte er sie mit zitternden H├Ąnden, bis ihr Kopf niedersank.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ârte sofort auf zu ziehen, bis Benito ihm das Signal gab. Ihm wurde ├╝bel, als Benito sagte, dass Maurices Herz durchbohrt worden war. Er konzentrierte sich und hielt Maurices Seele gewaltsam in dessen K├Ârper. Das konnte er nicht ewig aufrechterhalten, aber er hoffte, es w├╝rde reichen, bis Benito und er die Wunde behandelt hatten. Er war Bluthexer, doch seine Macht war alles andere als unbegrenzt, da er schon fast in die Kategorie Kampfmagier fiel. Er verbrachte viel Zeit im Feld, sehr viel mehr, als ihm lieb war und darunter litt seine magische Ausbildung. ┬╗Was soll ich machen?┬ź, keifte er au├čer sich. ┬╗Schafft er es?!┬ź

Benito
Das Gesicht des Heilmagiers war hochkonzentriert und seine Augen leicht zusammengekniffen. ┬╗Nat├╝rlich schafft er es! Wir lassen ihn einfach nicht sterben, soweit kommt es noch!┬ź, knurrte Ben und die Kampfansage galt nicht Ciel, sondern der Nadel die in Maurice steckte. Langsam und gleichm├Ą├čig zog Benito sie nun heraus, w├Ąhrend die andere Hand auf Maurice Brustkorb ruhte und die heilende Magie in seinen K├Ârper schleuste. Blass war er und irgendwie sah das Himmelsauge kleiner aus, obwohl er das gar nicht war. Schwarz ge├Ądert war sein Brustkorb. Benito legte die Nadel beiseite und Ciel sah, dass dieses Mordinstrument doppelt so lang gewesen war. Voller Blut und schwarzen ├ľl, war sie jetzt immer noch eine t├Âdliche Waffe. Benito presste nun beide H├Ąnde auf Maurice Brustkorb und die Verf├Ąrbung verschwand langsam aber sicher. Es dauerte gut und gerne eine halbe Stunde, die der Heiler mit dem Gift k├Ąmpfen musste, aber dann war es geschafft. Das Loch im Herzen war geschlossen und die Vergiftung besiegt. Schwei├čnass hockte Ben neben dem Prince und wischte sich die Stirn ab. ┬╗Meine G├╝te, in letzter Zeit ist hier aber auch was los. Er hat es gepackt Herr, er ist ├╝ber dem Berg, aber er braucht absolute Ruhe. Es war knapp, aber ich gebe keinen meiner Patienten auf┬ź, sagte Ben und blieb erstmal hocken um wieder Kraft zu sch├Âpfen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war nicht minder ersch├Âpft. Er hatte viel Blut verloren, ihm lief kalter Schwei├č, er hatte Durst und zitterte. Er streckte die Hand aus und lie├č sich von Antoine das Wasser geben, dass er in einem Zug leertrank. ┬╗Ich f├╝rchte langsam, ich ziehe das Ungl├╝ck an, wie die Duponts. Was war das f├╝r Gift und warum sind seine Adern schwarz gewesen?┬ź Er t├Ątschelte die Wange ihres Patienten, damit dieser wieder zu sich kam.

Benito
Ben legte Ciel eine Hand auf den Kopf und schlagartig f├╝hlte sich der junge Prince etwas kr├Ąftiger und ges├╝nder. ┬╗Die Adern selbst wurden nicht schwarz, sondern das Blut darin ver├Ąnderte, verf├Ąrbte sich Hoheit. Da das Herz vergiftet wurde. Die Art des Giftes ist mir unbekannt, es ist sehr aggressiv und hartn├Ąckig. Wir m├╝ssen die Nadel aufheben und untersuchen um ein Gegenmittel zu erforschen. Ihr zieht das Ungl├╝ck nicht an Herr, Ihr bek├Ąmpft es. Darum kommt Euch dies so vor┬ź, sagte Benito und verpackte die gef├Ąhrliche Nadel sicher.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel st├╝tzte sich an Benito auf und erhob sich. ┬╗Antoine, bringen Sie Maurice in sein Bett. Da er k├Ârperlich so weit wieder hergestellt ist, wird es am besten sein, wenn er sich zu Hause wieder auskuriert. Gilbert, Sie verbringen meine Gro├čmutter in ein Verlies. Unterwegs d├╝rfen Sie sich ├╝berlegen, warum die Frau nicht durchsucht und auf dem Stuhl fixiert war, w├Ąhrend ich mit ihr sprach! Benito, bringen Sie mich zu meinem Vater. Gehen Sie dabei einen Weg, der kaum begangen wird, da ich ihnen unterwegs etwas sagen m├Âchte.┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert schaute besch├Ąmt zu Boden. ┬╗Weil Sie Eure Gro├čmutter und eine alte Frau war, ich wollte Euch nicht besch├Ąmen und habe Euch gef├Ąhrdet Herr┬ź, entschuldigte sich Gil extrem betreten.

Benito
Benito hakte Ciel unter und f├╝hrte ihn auf den Putz- und Wartungswegen langsam Richtung Gem├Ącher des Duc. ┬╗Hier ist selten jemand unterwegs. Die G├Ąnge sind f├╝r eilige Erledigungen und schnelle Wartungen, Reparaturen. Was m├Âchtet Ihr besprechen?┬ź, fragte der Heiler.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das war dumm von ihnen und fahrl├Ąssig!┬ź, schrie Ciel Gilbert noch hinterher, w├Ąhrend Benito ihn wegf├╝hrte. ┬╗Unit├Ę B w├Ąre das sicher nicht passiert, vielleicht sollten Sie dort f├╝r eine Weile in die Lehre gehen! Sorgen Sie daf├╝r, dass so etwas nicht noch einmal vorkommt!┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert trollte sich gemeinsam mit Toni und der Gefangenen wie ein gepr├╝gelter Hund. Er musterte seinen Sch├╝ler und sagte eine ganze Zeit lang keinen Ton. Erst als sie au├čer H├Ârweite waren, wandte er sich an Toni. ┬╗Wie kann ich das wieder gut machen? Ich habe wirklich gedacht, nein ich habe gar nicht richtig nachgedacht. Stell Dir nur vor, wegen mir w├Ąre dem Prince etwas passiert. Ich k├Ânnte mich so in den Arsch bei├čen┬ź, fl├╝sterte Gil aufgel├Âst.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Kopf fuhr herum und er starrte nun Benito an. ┬╗Zun├Ąchst einmal haben Sie hervorragende Arbeit geleistet, wie Sie das immer tun. Sie wissen, dass Sie f├╝r die Krone nahezu unentbehrlich sind. Doch machen Sie nicht den Fehler, zu glauben, Sie seien es absolut. Es wird ohne Parcival weitergehen und es wird auch ohne Sie weitergehen, sollte mir noch ein einziges Mal zu Ohren bekommen, dass Sie Ihre l├╝sternen Greisenfinger in meine Schwester Verrill schieben!┬ź

Benito
Ben wurde so blass wie seine Robe und starrte Ciel nerv├Âs an. ┬╗Ihr missversteht da etwas, ich bin Ihr Arzt┬ź, versuchte sich Benito herauszureden, in der Hoffnung nicht einen Kopf k├╝rzer gemacht zu werden. Das sein Bruder Verrill ebenso untersuchte, erw├Ąhnte er nicht. Immerhin war Dan wirklich rein der Arzt von Greg, seitdem Linhard ihn dazu bestimmt hatte. ┬╗Eure Schwester ist eine v├Âllig andere Person als ein normaler Mensch und wie glaubt Ihr Herr untersucht man Frauen dort?┬ź, fragte er vorsichtig.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel platzte der Kragen. Er stie├č Benito r├╝cklings gegen eine Wand, die neu verputzt werden sollte, so dass der marode Putz auf die Halbglatze des Heilers hinab rieselte. ┬╗Glauben Sie, Verrill sei zu dumm, ├Ąrztliche Sorgfalt von Grabscherei zu unterscheiden?!┬ź

Benito
Ben legte ganz vorsichtig die H├Ąnde auf Ciels Schultern und dr├╝ckte ihn behutsam ein St├╝ck weg. ┬╗Nein das ist sie nicht, sie ist alles andere als dumm. Sie ist... perfekt┬ź, fl├╝sterte Benito. ┬╗Ich wollte ihr nicht wehtun, ich wollte... ich wei├č nicht genau was ich wollte. Ich wollte alles notieren, sie vermessen, sie unsterblich werden lassen indem ich alles von ihr aufschrieb. Sie ist wundersch├Ân, ich wollte ihr nicht schaden. Ich schw├Âre es Euch┬ź, antwortete Ben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schlug Benitos H├Ąnde weg, packte ihn am Kragen und schleuderte ihn ein zweites Mal gegen die Wand, diesmal so heftig, dass Benito sich den Hinterkopf einschlug. ┬╗Dann helfe ich ihnen auf die Spr├╝nge! Wie w├Ąre es mit einem Geistmagier, der ├╝berpr├╝ft, wie weit ihre Neugier wirklich reichte? Es interessiert niemanden, was sie wollten, Ihre Aufgabe war das Wohlergehen Verrills sicherzustellen. Stattdessen haben sie ihr eine derartige Angst gemacht, dass Sie sich nun vor allen Heilern f├╝rchtet! Sie sind dieser Aufgabe enthoben, fortan wird ausschlie├člich Dantoine sich um Verrill k├╝mmern. Sie werden Ihr nicht mehr nahekommen.┬ź Er lie├č Benito wieder los und starrte ihn w├╝tend an.

Benito
Ben musterte Ciel und man sah ihm eindeutig an, dass er Angst vor dem Prince hatte. ┬╗Ich halte mich von ihr fern, ich werde meinem Bruder die Unterlagen geben. Zur Sicherheit wegen ihrem Kind. Ich wollte Ihr Wohlergehen sicherstellen, aber ich habe mich hinrei├čen lassen. Es... es tut mir leid. Ihr k├Ânnt meine Neugier ├╝berpr├╝fen lassen Herr. Ich hatte nie vor ihr etwas anzutun, nie┬ź, schwor Ben und machte sich auf die n├Ąchste Tracht gefasst.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie haben Sie wie ein Objekt betrachtet und w├╝rden Sie vermutlich am liebsten aufschneiden, nachdem Sie Ihre Vorz├╝ge auch k├Ârperlich getestet h├Ątten, vielleicht Ihre Tiefe mit dem k├Ârpereigenen Messstab ermitteln, alles im Sinne der Wissenschaft, versteht sich! Ihr Angebot, sich auslesen zu lassen, werde ich in Anspruch nehmen, sobald ich die Zeit finde. Vielleicht werde ich auch Verrill bitten, mich die Erinnerung einmal nachf├╝hlen zu lassen. Dann kenne ich beide Seiten aus erster Hand. Sie haben Gl├╝ck, dass ich mich momentan mit einem Lich herumzuschlagen habe. Kein weiterer Fehltritt bis dahin mehr, Benito┬ź, sagte Ciel streng. ┬╗Und jetzt bringen Sie mich zu meinem Vater.┬ź

Benito
Benito nickte. ┬╗Aber Ihr versteht das Ausma├č nicht. Ich meine das Ausma├č ihrer Besonderheit, dass kann nicht einfach brach liegen, ich wollte es f├╝r die Nachwelt festhalten und mit ihrem Namen, w├Ąre auch meiner unsterblich geworden. Gemeinsam, ich war ihr Heiler versteht Ihr? Ihre Seite? Nun, also d├╝rfte ich Ihre Seite ebenso erfahren? Und d├╝rfte ich mich wenigstens entschuldigen, dass ich zu weit gegangen bin in meiner... Gier?┬ź, bat er leise und f├╝hrte Ciel zu seinem Vater.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Entschuldigen? Sicher d├╝rfen Sie das, ob Verrill dies annimmt, obliegt jedoch ihr. Allerdings werden Sie nicht zu Ihr gehen, wenn Sie beide allein sind, es wird einer von Verrills Br├╝dern oder ihr Mann dabei sein. Ebenso wie es Verrill selbst obliegt, ob sie m├Âchte, dass Sie oder irgendjemand sonst ihre Besonderheit wissenschaftlich erfasst. Haben Sie Verrill jemals gefragt, ob sie das w├╝nsch? Ich denke nicht. Und L├╝sternheit tr├Ągt wohl kaum zu einer objektiven Betrachtung bei.┬ź

Benito
┬╗Ihr habt Recht Herr und ich m├Âchte mich nicht mit Euch streiten. Ich h├Ątte Verrill oder ihren Vater um Erlaubnis fragen m├╝ssen. Den Rest k├Ânnt Ihr aus meinen Gedanken lesen lassen. Sie soll selbst entscheiden ob sie meine Entschuldigung annehmen m├Âchte, es tut mir leid dass sie durch meine Dummheit Angst hat. Ich halte mich an Eure Befehle┬ź, sagte Benito und blieb vor dem Gemach des Duc stehen. ┬╗Die Gem├Ącher Eures Vaters Herr┬ź, sagte Ben.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musterte Benito etwas weniger streng. Er wusste selbst zu gut um Verrills Anziehungskraft und abgesehen von diesem Fehltritt war Benito immer ein zuverl├Ąssiger Heiler gewesen, den Ciel gut leiden konnte. ┬╗Ich w├╝rde es bedauern, wenn sie gehen m├╝ssten┬ź, sagte er ehrlich. ┬╗Gehen Sie in Ihre Gem├Ącher und nehmen sich f├╝r den Rest des Tages frei.┬ź Dann wandte er sich ab und gab den Gardisten ein Zeichen, f├╝r ihn zu klopfen.

Benito
┬╗Danke Herr, ich w├╝rde es ebenso bedauern. Ihr werdet es nach dem Auslesen vielleicht etwas verstehen. Ich werde mich um Maurice k├╝mmern, gehabt Euch wohl┬ź, sagte Benito und machte sich auf den Weg zur├╝ck zur Heilstube.

Davard von Hohenfelde
Gardist: Der Gardist klopfte f├╝r Ciel an der T├╝r. Es dauerte einen Moment dann wurde von Fabien ge├Âffnet. Der Leibdiener musterte Ciel kurz, ehe er zur Seite trat. ┬╗Tetet bitte ein Herr┬ź, bat Fabien respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel trug noch immer blo├č sein Korsett als Oberteil und sein Handgelenk blutete, obwohl er es zu hielt. Seine ganze Hand war rot, weil er den st├Ârrischen Benito hatte ma├čregeln m├╝ssen. ┬╗Bitte kurz verbinden┬ź, sprach Ciel, trat ein und setzte sich zu seinem Vater, wo er wartete, dass Fabien die Verletzung versorgte. Er hoffte, der Leibdiener war wenigstens dazu f├Ąhig. Ciel sah im Gesicht noch schlimmer aus als sonst. ┬╗Oma hat ein wenig ├ärger gemacht. Aber ich glaube, ich kenne nun die Wahrheit.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien holte sofort Verbandszeug und machte sich sogar ziemlich fachm├Ąnnisch daran Ciels Wunde zu verbinden. Als er damit fertig war, packte er alles ordentlich ein, zog Ciel sein Korsett aus, reinigte mit feuchten T├╝chern dessen Oberk├Ârper und zog ihm ein geborgtes Hemd von Maximilien ├╝ber, danach r├Ąumte er alles weg und ging Kaffee kochen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max k├╝sste Ciel auf die Stirn. ┬╗Du siehst schlimm aus, war Bellamy nicht bei Dir? Berichte mein Kleiner, gleich gibt es Kaffee. Entspann Dich, berichte in Ruhe und dann schauen wir weiter. Danke f├╝r Deine M├╝he, ich kann mit der Frau nicht reden Ciel┬ź, erkl├Ąrte Max sanft.
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Ciel Felicien de Souvagne
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#2

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 15. Sep 2018, 12:05

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Warum eigentlich nicht?┬ź, wollte Ciel wissen, bevor er seinem Vater den bisherigen Stand mitzuteilen gedachte. ┬╗Warum kannst du mit deiner eigenen Mutter nicht sprechen? Sag blo├č, du hast von dem gewusst, was sie getan hat?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien setzte sich gem├╝tlich hin und nahm den Kaffeebecher entgegen, den Fabien ihm reichte. Max nahm in aller Ruhe einen Schluck und schaute Ciel ruhig an. ┬╗Glaubst Du das wirklich? Ciel ich habe noch NIE mit meiner Mutter gesprochen. Das Verh├Ąltnis zwischen meiner Mutter und mir, kann ich Dir ganz leicht erl├Ąutern. Sie empfing mich, sie trug mich aus, sie gebar mich. Die Nabelschnur wurde durchtrennt und ich wurde als Baby der Amme Bernadette Rusque nach der ersten Untersuchung ausgeh├Ąndigt. Sie zog mich auf, so ist das bei jedem Prince der Erstfrau Ciel. Meine Mutter schrieb mir zu jedem Geburtstag einen Brief - Lieber Maximilien, wir w├╝nschen Euch alles gute zum neuen Lebensjahr. Nicht einmal der Text hat sich ver├Ąndert. Bernadette hingegen war meine Mama Ciel. Sie hat mich geliebt, aufgezogen, gestillt, all dass was eine Mama macht. Sie hat mir die aufgeschlagenen Knien versorgt, oder mir den Kopf gewaschen, wenn ich es beim Fechttraining ├╝bertrieben habe. Ammen Ciel sind wahre M├╝tter. Sie sind Mamas, die meisten von ihnen lieben ihre Z├Âglinge mehr, als es die leibliche Mutter von Stand je tun k├Ânnte. Es ist ein verrtraktes System. Gleichg├╝ltig dessen, wieso sollte ich je einen Grund versp├╝rt haben mit der Frau zu reden, die mich komplett einer Amme ├╝berlie├č? Wei├čt Du, sie h├Ątte sich ja nicht pers├Ânlich um mich k├╝mmern m├╝ssen. Keine Person von Stand wickelt ein Baby, sind wir ehrlich. Aber einfach mal ein lieber Gru├č, ein liebes Wort. Geht das nicht? Das ging bei mir mit Euch doch auch. Sie wollte nicht Ciel. Und als sie anfing zu ┬╗wollen┬ź, da wollte Leon nicht, denn ihr Interesse nach 17 Jahren, nach dem Tod von meinem Vater und meinem Bruder war ihm gelinde gesagt sehr suspekt. Und ich stimme ihm da heute noch zu. Also um auf Deine Frage zur├╝ckzukommen, nein ich habe nichts davon gewusst. H├Ątte ich damals davon gewusst als junger Mann h├Ątte ich sie umgehend hinrichten lassen┬ź, sagte Max liebevoll und deutete Ciel an, sich zu setzen und seinen Kaffee zu trinken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kam der Aufforderung nach, ditschte einen Keks in den Kaffee und lutschte die weiche Ecke ab, ehe er das harte St├╝ck verzehrte. ┬╗Zusammenfassend hat sie den Mordanschlag auf ihren Mann gestanden. Zun├Ąchst behauptete sie, dass Onkel Pomys Tod ein Versehen gewesen w├Ąre, aber am Ende meinte sie, dass ihr alle drei h├Ąttet sterben sollen. Opa Alain, Onkel Pomy und du, Papa. Sie hat Parcival nicht einmal geliebt und gemeint, er sei nicht einmal ein Werkzeug gewesen, denn Werkzeuge seien n├╝tzlich. Als Grund f├╝r ihren Hass gab sie an, dass sie gegen ihren Wunsch verheiratet worden sei und keine M├Âglichkeit gehabt h├Ątte, der unertr├Ąglichen Einsamkeit zu entfliehen. Sie h├Ątte nicht einmal gewagt, ihren Mann um die Genehmigung einer Liebschaft zu bitten, da sie bereits mit der Frage ihr Leben riskiert h├Ątte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max nahm einen weiteren Schluck Kaffee und verschr├Ąnkte seine Finger um den Becher. ┬╗Irgendwie ├╝berrascht mich das nicht. F├╝r mich war sie stets unnahbar und ein eiskaltes Mistst├╝ck, wenn ich das so sagen darf. Wei├čt Du Ciel, ich denke jeder von uns hat in seiner Position Probleme oder ├ängste. Der kleinste Bauer ebenso wie ich. Nur h├Ąngen unterschiedlich viele Personen oder gar Leben davon ab. Sie war also einsam. Und das rechtfertig Mord? Sogar einen Mord an der Krone? L├Ącherlich mein Kleiner. Schau, stell Dir einmal vor Du bist in ihrer Situation und sehr sehr einsam. Dein Mann liebt Dich nicht, Du hast keinen Liebhaber und Du f├╝hlst Dich allein. Gut, nehmen wir das hin. Du bist die Duchesse dieses Landes. Wieso hast Du keine Zofe? Aha... Du hast ja eine. Und Du f├╝hlst Dich immer noch einsam? Vielleicht ist sie nicht die richtige Zofe f├╝r Dich. Suche Dir eine neue oder gleich mehrere zur Gesellschaft. Gesellschaft ist ein gutes Stichwort. Du stehst in der ├ľffentlichkeit. Das kann einen ├Ąngstigen, sie kommen Dir sehr nahe. Oder Du sagst Dir, dass sind meine Leute. Sie kommen mir nahe und ich hei├če sie willkommen. Du k├Ânntest jemanden kennenlernen. Du k├Ânntest gemeinn├╝tzig t├Ątig werden. Du hast einen Namen, Du hast Macht, Du hast Einfluss, Du hast Geld und Du hast den Duc als Ehemann. Du kannst aus dem Fenster schauen und siehst einen kompletten Hofstaat. Deinen Hofstaat. Und Du bist immer noch allein? Wieso gehst Du nicht raus und redest mit einem von ihnen? Sie bei├čen nicht, es sind Deine Untertanen. Ein Hallo oder ein freundlicher Plausch freut Deine Untertanen und auch Dich. Nat├╝rlich lass Dein Gespr├Ąch nicht zu einem Verh├Âr verkommen, sondern frag dort wo Du Dich wirklich interessierst. Das merken sich die Leute und Du Dir doch auch. Und schon beim n├Ąchsten Mal verneigen sie sich nicht einfach vor Dir, sondern Du bekommst vielleicht sogar ein L├Ącheln geschenkt. Das zwar gar nicht in den Gru├č geh├Ârt, aber Dich trotzdem freut. Denn trotz aller Macht und so weiter, bist Du trotzdem nicht der Duc. Du bist kein Geheimnistr├Ąger. Und selbst der Duc darf Freunde haben Ciel. Ich k├Ânnte Freunde haben, nur war ich vermutlich einfach zu lange damit besch├Ąftigt alles abzuw├Ągen. Die Schildkr├Âte, Du verstehst schon. Mein Vater hatte einige Freunde. Von Wissenschaftlern ├╝ber S├Ąnger und andere K├╝nstler, mit denen er sich traf oder per Brief austauschte. Ebenso andere Adlige. Nun sag mir mein Kleiner, wieso m├Âchtest Du Dich nicht um ein Projekt f├╝r Hilfsbed├╝rftige k├╝mmern, wo jeder sagt, man die Duchesse ist eine Gute und Du bist gar nicht mehr einsam da Du zu einem Ehrenamt geh├Ârst. Wieso planst Du lieber einen Mord? Du siehst, so weh Einsamkeit auch tun kann, ausweglos ist sie nicht. Und sie ist noch lange kein Grund andere zu t├Âten┬ź, sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich stimme dir zu. Es fehlt ein Puzzelteil in all ihren Ausf├╝hrungen. Aber wo? An manchen Stellen widersprach Sie sich. Und der arme Parcival, der muss zumindest teilweise rehabilitiert werden. Parcival h├Ątte ihr Werkzeug sein sollen, war aber nach ihrer Aussage zu zimperlich. Er w├Ąre verantwortlich daf├╝r gewesen, dass die Kinder der Agenten ├╝berlebt h├Ątten. Er h├Ątte auch die Frauen schonen wollen. Doch die Agenten wurden ja erst ermordet, nachdem sie dem Mord an Alain und Pomy auf die Schliche gekommen sind! Das h├Ątte eigentlich alles nicht passieren sollen. Wozu brauchte sie Parcival also wirklich, wenn es eigentlich nur um einen Mord ging? Wozu das Ordensoberhaupt der Himmelsaugen, wenn auch ein gew├Âhnlicher Kammerdiener die Bremsen der Kutsche h├Ątte sabotieren k├Ânnen?┬ź Ciel seufzte gestresst. ┬╗Am Ende f├╝hlte sie sich von meiner Fragerei in die Ecke gedr├Ąngt und ging mit einer vergifteten Haarnadel auf mich los. Maurice warf sich dazwischen und kassierte den Stich ins Herz. Benito und ich konnten ihn retten, aber es war knapp. Ich habe Oma erst einmal ins Verlies sperren lassen nach dieser Aktion, um mit dir zu sprechen.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Denk doch einfach mal scharf nach Ciel. Parcival als liebestrunkenen Trottel in der Hand und damit zeitgleich die schlagkr├Ąftigste Macht in unserem Land, die Himmelsaugen. Krieger und Magier indirekt unter ihrem Befehl. Jene die sich ihnen entgegenstellen konnten - die Agenten - tot. Alle. Was kann man mit so einer Macht erreichen, wenn man sich so einen Mann warm h├Ąlt? Ich vermute sie wollte den Thron besteigen. Daf├╝r all das morden und all das Leid. Eine verbitterte, verh├Ąrmte alte Frau und das bereits in jungen Jahren. Zerfressen voller Selbstsucht und Hass. Wie sagte Vater einst? Ich kann mit ihr nicht reden, ihr Lieblingswort ICH. Morgen wird sie es sein die den Kopf und das Leben verliert. Ja Parcival mag teilweise unschuldig sein Ciel, dass glaube ich mittlerweile auch. Aber auch er hatte einen Kopf und auch er hatte ein Herz. Nun gut, es sind schon einige Kriege f├╝r oder wegen einer Frau angezettelt worden. Und genau deshalb sollte keine von ihnen auf dem Thron sitzen. Du siehst was dabei herauskommt - t├Âdliche Willk├╝r. Nun wir beide schieben auch ab und an unseren Bock vor uns her in unseren dollen f├╝nf Minuten, aber deshalb l├Âsen wir keinen Massenmord oder einen Krieg aus. Sie hat es getan wie sich nun zeigt. Das Parcival sich so benutzen lie├č ist besch├Ąmend und zeitgleich tut er mir leid. Allerdings kann ich ihm nicht verzeihen, dass er versucht hat, Dich zu t├Âten. Das ist unverzeihlich. Und auch allein f├╝r den Angriff auf Dich mit der Nadel verdient sie den Tod. Wie geht es Dir? Wie geht es Maurice jetzt? Ihm geb├╝hrt unser Dank┬ź, fragte Max ehrlich besorgt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mir geht es gut┬ź, behauptete Ciel. ┬╗Maurice war nach der Heilung bewusstlos, aber die Wunde verschlossen worden und das Gift aus seinem Organismus entfernt. Ich habe ihn nicht in die H├Ąuser der Heilung, sondern in Remys Quartier bringen lassen. Ich denke, da genest er besser. Die vier, also Remy, Maurice, Olivie und Jeanne, scheinen sich gut zu verstehen, auch wenn ich nicht wissen will, was sie den ganzen Tag treiben. Jedes Mal, wenn man etwas von ihnen mitbekommt, geht es wahlweise um Beischlaf, Essen oder Pferde. Remy ist das Paradebeispiel der Dekadenz. Dass Parcival ein liebeskranker Trottel gewesen sein soll, kann ich einfach nicht glauben! Nicht, nachdem sie ihn 33 Jahre hat warten lassen, es war ja nicht so, dass sie sich gemeinsam etwas aufgebaut hatten! Aber gut, nehmen wir an, es war so. Reicht pers├Ânliche Machtgier der ehemaligen Duchesse aus, um so etwas anzuzetteln? Was h├Ątte sie von ihrer Macht gehabt? Was wollte sie damit? Einfach nur auf dem Thron sitzen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wir wissen nicht womit sie ihn gek├Âdert hat. Vielleicht die Macht mit ihm zu teilen? Nun der Thron bedeutet ja nicht einfach eine neue, luxeri├Âse Sitzgelegenheit. Sondern er symbolisiert die Macht dahinter. Was sie h├Ątte tun k├Ânnen? Den kompletten Adel absetzen und mit Himmelsaugen besetzen. Sie h├Ątte einen Krieg erkl├Ąren k├Ânnen, sie h├Ątte einen kompletten Umsturz befehlen k├Ânnen, weg vom Feudalsystem - hin zum Absolutismus. Ich bin die K├Ânigin, der Rest ist Dreck. Sie h├Ątte alles befehlen k├Ânnen, sobald sie die Macht inne gehabt h├Ątte. Ciel was gibt es, dass ich nicht befehlen k├Ânnte, wenn ich wollte? Das was mich daran hindert ein Despot zu sein ist, dass ich mein Volk und mein Land liebe. Das sie etwas wert sind. Und auch meine Erziehung, mein Wissen und so weiter. Ich wei├č darum, was man dem Volk antun w├╝rde, ich wei├č was es bedeutet, wenn jemand dazu verdammt w├Ąre, so einer Tyrannin zu dienen. Schau Dir doch L├Ąnder an, in denen Despoten geherrscht haben. Nach einiger Zeit ist das Land ein Tr├╝mmerhaufen, die Menschen sind gebrochene Seelen oder sie begehren auf und das zu Recht. Treue und Loyalit├Ąt gegen Schutz und Schirm. Man sagt es so leicht, aber was bedeutet es? Es ist ein Schwur Ciel. Ein Schwur beider Seiten. Dein Volk ist Dir treu und loyal. Daf├╝r besch├╝tzt Du es und beschirmst also beh├╝test es - der Schwur lautet tats├Ąchlich.... Schutz, F├Ârderung, Hingabe, Loyalit├Ąt und Verpflichtung das Leben aller Souvagner zu sch├╝tzen, zu beschirmen und die Lebensqualit├Ąt aller Souvagner zu sichern, wie wenn m├Âglich zu verbessern. So lautet der Spruch. Jetzt stell Dir vor Du w├Ąrst eine machtgeile Frau, die sich ihre W├╝nsche mit einem Fingerschnippen erf├╝llen kann, gleichg├╝ltig der Kosten, gleichg├╝ltig der Konsequenzen. Deine Helfershelfer werden ebenso wie Du wie die Made im Speck leben. Und all jene anderen, die f├╝r Euch ackern und sterben, ├╝berleben so gerade. Vermutlich allem ausgesetzt, wovor Du Dich und Deine Freunde dann besch├╝tzt. Hunger, K├Ąlte, Wind und Wetter, Krankheit, Seuche, Krieg... es ist doch gleich. Sie sterben und es werden auch neue geboren, aber Du und Deine Freunde, Ihr macht Party... das sind Despoten Ciel. Schau nur ein Land weiter. ├ťbertreiben wir es mal mit der Beschreibung, wir sind privat mein Kleiner. Ein gro├čer, fetter, b├Ąrtiger ungepflegter Mann mit extrem miserablem Selbstbewusstsein beschloss der Parcival f├╝r Felipe zu sein. Weil er sich selbst f├╝r ein kleines W├╝rstchen hielt, beschloss er sich und sein Ego mal so richtig aufzupolieren. Wie bekommt man das als Taugenichts hin? Richtig, Orden m├╝ssen her, aber nicht zu knapp. Und da hat sich der gute Roderlich direkt angesprochen gef├╝hlt, als Felipe ihm die einmalige Chance bot, f├╝r ihn und seine Interessen zu sterben. Nat├╝rlich hat Felipe ihm das als Ehvosser Teppich-H├Ąndler anders verkauft. Ruhm, Ehre warten auf Dich auf dem Schlachtfeld Roddy mein Freunde. Stell Dir nur vor, Du als strahlender Retter der Zwerge, Held der Einheit, gloreicher Streiter der Almanen, angeritten auf einem stolzen wie starken Kriegsb├Ąren! Oh was wird man Dir huldigen, sie werden in hundert Jahren noch Deinen Namen singen... nat├╝rlich, weil er auf dem Friedhof liegt. Was hat Gro├čherzog Roderich der Weiche nun f├╝r sein Volk erreicht gehabt, dank seines Dranges sich zu profilieren? Sein Volk starb f├╝r ein Volk mit dem ihn nicht einmal ein B├╝ndnis verband. Ebenso kein Friedensvertrag. Was hatten die Zwerge je f├╝r die Almanen der Hohen Mark getan? Nichts. Warum sollten sie f├╝r die Zwerge sterben? Warum hat Roderich nicht f├╝r sein Volk entschieden? Er war einst Gro├čherzog der Hohen Mark und nicht von ganz Asamura, er war nicht der Retter der Welt Ciel. Aber er wollte sich genau als das aufspielen. Und da hat Felipe eingehakt. Er wusste den Mann zu benutzen. Ebenso wusste das scheinbar die Duchesse mit Parcival┬ź, erkl├Ąrte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Momentan sind das aber alles Spekulationen┬ź, warf Ciel ein. ┬╗Sie selbst hat ihre Motivation nicht verraten. Wollte sie wirklich einfach das perfekte Leben f├╝hren, das sie nie hatte - auf dem R├╝cken von Souvagne? Oder reicht das ├ťbel, das sie plante, tiefer? Ich will es verstehen, Papa, damit wir es mit Stumpf und Stiel herausziehen k├Ânnen. War wirklich nur Parcival involviert? Er wird unter den Himmelsaugen Freunde gehabt haben und wer wei├č, wer noch alles f├╝r Oma als Werkzeug herhalten sollte. Mit Parcival allein l├Ąsst sich kein Land regieren, das wei├č sie so gut wie jeder von uns. Zumal die rechtm├Ą├čige Erbfolge dann die Neufvilles auf den Plan gerufen h├Ątte. Gro├čmutter war vielleicht kaltherzig und grausam - aber sie war nicht dumm.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist wohl wahr, ich kann Dir nur zustimmen. Vermutlich hatte sie in der oberen Riege mehr als nur einen Freund. Also bei den Himmelsaugen. Was hast Du in der Erinnerung der Agentens├Âhne gesehen? Allein mit Parcival kann man kein Land regieren, aber mit dem Orden? Nun wenn man es geschickt anstellt, bekommt man sehr schnell jeden Widerstand mundtot, da sie tot sind. Siehe die Agenten. Allerdings denken so halt Despoten. Was sie wirklich gewollt hat, kann nur sie uns sagen. Wir k├Ânnen sie auslesen lassen. Vielleicht wollte sie auch einfach nur wie Du es sagt mit Stumpf und Stiel uns ausrotten, f├╝r ihren Groll und ihr vermeintliches Leid. Was glaubst Du, wenn Du spekulieren solltest, was ihr Plan war Ciel?┬ź, fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sie hat einen Hass auf M├Ąnner┬ź, meinte Ciel. ┬╗Man kann es ihr nicht einmal ver├╝beln, nur, dass so etwas keine solch schwarzen Bl├╝ten treiben darf. M├╝sste ich raten, w├╝rde ich sagen, dass sie eine v├Âllig neue Regierungsform einf├╝hren w├╝rde, bei welcher sie eine Art grausame Mutterrolle ├╝bernimmt. Eine Duchesse, welche die Geschicke des Landes bestimmt und bei welcher die M├Ąnner nur den Platz von Werkzeugen einnehmen. Vielleicht h├Ątte sie sich sogar eine Frau genommen, anstelle eines Mannes. Die Frage ist, ob sie nur die Rolle der Krone daf├╝r umkrempeln w├Âllte - oder gleich den kompletten Adel. W├Ąre sie so egoistisch, wie sie momentan erscheint, w├╝rde sie das Schicksal anderer Frauen nicht scheren. Wenn sie auch nur einen Hauch von Eignung f├╝r die Rolle als Staatsoberhaupt in sich tr├╝ge, so w├╝rde sie die Position aller Frauen verbessern wollen. Und was vermutest du? M├Âchtest du dabei sein, wenn wir sie auslesen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Damit w├╝rde sie ja sogar widererwartend positiv f├╝r einen Teil des Volkes denken. Sprich sie w├Ąre grausam um ihr Volk, oder die Frauen davon zu besch├╝tzen. Oder zu befreien, wenn man es aus ihrer wahnsinnigen Perspektive sieht. Nun Au├čenstehende k├Ânnten mich auch f├╝r grausam gehalten haben. Als die Fl├╝chtlinge auf unser Land zuflohen, habe ich die Grenzen schlie├čen lassen. Ich h├Ątte sie aufnehmen k├Ânnen. Die Frage w├Ąre wozu? Jeder Fl├╝chtling den ich hineingelassen h├Ątte, h├Ątte die Chancen meiner Landsleute zu ├╝berleben geschw├Ącht. Sie haben nicht nur Bed├╝rfnisse wie Hunger und Nahrung. Sie sind teilweise krank oder verletzt. Heiler werden gebunden, Krankheiten werden eingeschleppt, Nahrung wird knapp, Trinkwasser wird knapp - wof├╝r? Daf├╝r das mich wildfremde Menschen mit denen ich ├╝berhaupt nichts zu tun habe, f├╝r einen gn├Ądigen Herrscher halten? Es ist mir v├Âllig gleich, wie andere Menschen oder Personen mich sehen. Ob sie mich g├╝tig oder grausam schimpfen. Einzig und allein mein Volk bedeutet mir etwas. Denn so soll es sein, mein Augnmerk und Schutz gilt nur ihnen. Und aus diesem Grund traf ich die einzige richtige Entscheidung, gleichg├╝ltig wie grausam sie f├╝r die unbekannten Fremden war - Grenzen zu und vollst├Ąndige, gnadenlose Verteidigung im Kriegszustand. Keiner meiner Leute f├Ąllt, wenn ich dies verhindern kann. Kein Souvagner wird verhungern, weil ich sein letztes Brot mit einem Fremden teile. Wer bin ich ihn f├╝r einen Fremden in den Tod zu schicken? Was w├╝rde ich mir anma├čen meine Landsleute derma├čen zu verraten? Nein, wenn ich auch nur den Hauch einer Gefahr f├╝r einen Landzer sehe, handele ich dementsprechend. Ja ich wei├č, auch die Verteidigung birgt Gefahren f├╝r unsere Mannen, aber sie haben dieses aufopferungsvolle Amt gew├Ąhlt. Nicht wahr? Dennoch schmerzt mich auch ihr Verlust. Und wenn wir zu meiner Mutter zur├╝ckkehren, vielleicht hat sie so gedacht und wollte die Frauen vor den M├Ąnnern besch├╝tzen. In ihrem Wahn hat dieser Irrsinn schon Logik. Allerdings sind die M├Ąnner es, die seit jeher die Frauen besch├╝tzen und ihre Geschicke lenken. Das hat sie wohl nicht begriffen. Ich werde dabei sein bei der Auslesung┬ź, sagte Max schlicht und schaute in seinen Kaffee. ┬╗Ich werde mich ihr wohl nicht auf ewig entziehen k├Ânnen, auch wenn ich das gerne w├╝rde┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. ┬╗Der Duc dient dem Volk von Souvagne, wenn man so will. Herrschen hei├čt in meinen Augen lenken und Entscheidungen f├Ąllen - zum Wohle von m├Âglichst vielen des eigenen Volkes. Es hei├čt nicht be-herrschen im Sinne von Herumkommandieren, um die egoistischen Interessen von Einzelpersonen durchzusetzen. Du verstehst manchmal nicht, warum ich mich so gegen das Zurschaustellen von Luxus str├Ąube, aber es vermittelt dem Gemeinen ein v├Âllig falsches Bild. Es ist aus der Tradition erwachsen und ich verstehe die Hintergr├╝nde, aber ich m├Âchte testen, ob es nicht auch anders geht. Bisweilen bekomme ich die Folgen zu sp├╝ren, nicht jeder nimmt mich als Prince f├╝r voll. Im Feld jedoch hatte ich mit den Soldaten nie Probleme. Der Hohn kommt aus anderen Ecken. Vielleicht dachte Gro├čmutter in ├Ąhnlichen Bahnen, wollte Traditionen abschaffen oder abwandeln, um Souvagne zu optimieren. Vielleicht ist sie aber auch einfach eine egoistische alte Frau. Fragen wir sie selbst, widmen wir uns Gro├čmutter.┬ź Ciel erhob sich. ┬╗Fabien, kann ich so rausgehen? Sonst zieh mir bitte fix etwas anderes ├╝ber oder lass nach Ferrau schicken, damit er mir meine Kleider bringt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das hast Du sehr sch├Ân gesagt Ciel, dazu ein Zitat von Leon. Herrschen ist Unsinn, aber regieren ist Weisheit. Man herrscht also, weil man nicht regieren kann. Herrschen von andere Be-herrschen. Du regierst sie, dass ist die wahre Weisheit. Du hast es selbst erkannt. Nein ich verstehe es nicht, aber ich bin offen und neugierig genug, es zu hinterfragen und mir erkl├Ąren zu lassen Ciel. Solange Du es so ruhig und sachlich vortr├Ągst wie jetzt und mir nicht die Gef├╝hlsrepetierarmbrust auf die Brust setzt. Schau so wie wir jetzt miteinander reden, w├╝rde dies niemand f├╝r einen Streit halten. Aber wir streiten, wir streiten ergo k├Ąmpfen f├╝r die gleiche Sache. Tauschen unsere Meinungen aus, erg├Ąnzen uns, suchen eine L├Âsung. Meist sachlich, mal mit etwas Witz, alles legitim, solange man den anderen dabei nicht angeht. Dabei sollten wir es belassen, oder besser gesagt, wir sollten es als neue Tradition zwischen uns beiden einf├╝hren. Ich rede sehr gerne so mit Dir. Ebenso genoss ich unser Gespr├Ąch ├╝ber den Adler und die Schildkr├Âte. Wir haben unterschiedliche Sichtweisen Ciel, dass es eine Schande ist sie im Streit gegeneinander zu verschwenden, anstatt uns mit der Sicht des anderen zu bereichern. Du kannst von mir genauso viel lernen wie ich von Dir. Und im besten Fall finden wir dadurch die goldene Mitte. Setz Dich noch einen Moment, die Frau hat 50 Jahre gewartet, sie kann noch f├╝nf weitere Minuten warten. Ich m├Âchte dass Du Deinen Zwist mit Fabien hier kl├Ąrst, er m├Âchte Dir etwas sagen. Rede bitte mit ihm. Fabien wird Dir Kleidung von mir geben, mach Dir keine Gedanken┬ź, sagte Max und Fabien nickte zustimmend.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich wieder in den gepolsterten Stuhl fallen. ┬╗Das ist mir auch recht. In dieser Sache sind wir einer Meinung, es ist v├Âlliger Unsinn, mit seinen Energien und Gef├╝hlen derart verschwenderisch umzugehen, wie wir das beim letzten Streit getan haben. Es hat niemandem etwas gebracht und unseren K├Ąmpfern im ung├╝nstigsten Falle Angst gemacht, weil sie f├╝rchten, wir w├╝rden uns in pers├Ânlichen Konflikten aufhalten, anstatt den Krieg im Auge zu behalten, der um uns tobt. Und damit haben sie recht. Drum ist es f├╝r den Notfall gut, eine zuverl├Ąssige Vertretung bei sich zu haben und die habe ich in Massimo. W├Ąhrend wir gestritten haben, hat er sich um alle gek├╝mmert.┬ź Ciel bediente sich bei dem Wasser und trank ein gro├čes Glas. ┬╗Besser w├Ąre aber, es gar nicht erst eskalieren zu lassen. Wir sollten, wenn wir so aufgew├╝hlt sind, uns in Zukunft vielleicht erst einmal voreinander zur├╝ckziehen, bis die Gem├╝ter abgek├╝hlt sind.┬ź Er betrachtete den Diener seines Vaters, der ganz sch├Ân faltig aussah in letzter Zeit. ┬╗Was m├Âchtest du mir sagen, Fabien?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Oder wir sollten einfach offen sagen, was uns tats├Ąchlich gerade gegen den Strich geht und zwar ruhig. Anstatt Dich rund zu machen, h├Ątte ich Dir auch sagen k├Ânnen, Dein Verhalten verletzt mich gerade Ciel. Denk bitte dr├╝ber nach, warum ich Parcival gerichtet habe. Gleich was immer Du f├╝r ihn empfindest, es kratzt nicht einmal ann├Ąhernd daran wie sehr ich Dich liebe. Stattdessen haben wir uns verbal die Z├Ąhne eingeschlagen nur um uns mit voller Brutalit├Ąt vorzuf├╝hren, wie sehr wir uns m├Âgen, aber Recht behalten wollen. Und als mir Leon genau das sagte, habe ich sogar ihn vor den Kopf gesto├čen, es war nicht mein Tag. Es stand zuviel pers├Ânliches im Raum, zuviel Gef├╝hl, denn ich stand da nicht in Amt und w├╝rden, sondern ich stand da als Dein Papa. Das hast Du einfach nicht gesehen Ciel. Aber die Erkenntnis Dir in den Sch├Ądel pr├╝geln zu wollen, ist genauso nutzlos, wie mir Deine Zuneigung zu Parcival in den Kopf h├Ąmmern zu wollen. Ich wei├č welchen Teil Du an ihm gemocht hast. Aber in dem Moment wollte ich davon einfach nichts h├Âren. Und nein, wir sollten in so einem Moment gar nichts eskalieren lassen, sondern uns bewusst ins Ged├Ąchtnis rufen, warum wir da stehen und wie wir f├╝reinander empfinden. Ich wollte Dich weder schlagen noch anschreien, dass habe ich nie gewollt. Ich bin doch froh das ich Euch habe Kleiner. Und gleich wie alt Ihr werdet, Ihr bleibt immer meine Kinder┬ź, grinste Max.

Fabien Lacomb
Fabien nickte. ┬╗Ich wollte mich f├╝r mein Verhalten Euch gegen├╝ber entschuldigen. Ich wei├č der Grund ist bedeutungslos und Ihr hattet eine Vereinbarung mit Eurem Vater. Aber ich hatte Heimweh und ich f├╝hlte mich Euch ausgeliefert. Das ist dennoch kein Grund so unfl├Ątig mit Euch zu reden, denn Ihr seid der Sohn von Maximilien. Ihr seid ein Prince de Souvagne und ich habe Euch mit Respekt zu behandeln und Euch zu dienen. Ich entschuldige mich in aller Form bei Euch┬ź, sagte Fabien respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blinzelte freundlich. ┬╗Wir waren beide nicht gerade freundlich zueinander. So wenig, wie du dich wie ein guter Diener benommen hast, so wenig war ich ein guter Herr, sondern habe dich ziemlich schikaniert. Dass ich Ferrau da mit eingespannt habe, hat dich gedem├╝tigt und es stand dadurch zwei gegen einen. Das war nicht fair. Ich nehme deine Entschuldigung an und hoffe, wir k├Ânnen k├╝nftig vern├╝nftig miteinander umgehen. Wie geht es dir jetzt und was soll mit dem Zimmer von dir und Nathan geschehen? Und dich m├Âchte ich dann auch noch etwas fragen, Papa.┬ź

Fabien Lacomb
Fabien kratzte sich etwas verlegen am Kopf. ┬╗Danke f├╝r die freundlichen Worte Herr, machen wir einen Strich drunter und setzen heute einen Neuanfang, dass ist f├╝r beide Seiten fair und keiner muss dem anderen b├Âse sein. Das w├Ąre mein Vorschlag. Tja das ist eine gute Frage - Nathan. Ich vermisse ihn und ich hatte gehofft, dass wir uns ein kleines Leben aufgebaut haben. Man braucht eigentlich gar nicht viel um gl├╝cklich zu sein. Aber er wird nicht zur├╝ckkommen Herr, daran glaube ich nicht mehr. Seine Sachen w├╝rde ich gerne einpacken und verwahren. Falls er doch eines Tages irgendwann zur├╝ckkehrt, dann kann er sie abholen. Trotz allem geh├Âren sie ihm. Und... so soll es bleiben. Er hat sich damals mit diesem Vampir zusammengetan, Ihr erinnert Euch noch? Als wir dar├╝ber sprachen? Ich vermute dies war der Wendepunkt in seinem Leben. Letztendlich geh├Âre ich zu Eurem Vater, so war es und so wird es immer bleiben. Ihr wisst wie ich ├╝ber ihn denke. Das ist kein Geheimnis f├╝r Euch. Nathan... nunja, ich denke er hat uns beiden das Messer der Unschuld ins Herz gerammt und es mehrfach umgedreht bevor er ging. Jedenfalls f├╝hlt es sich so an. Ich lege Euch einige Sachen von Eurem Vater raus Herr┬ź, sagte Fabien freundlich und verlie├č das Zimmer. Nicht nur wegen der Kleidung, sondern weil Ciel sicher allein mit Max reden wollte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Was m├Âchtest Du mich fragen Ciel? Es freut mich, dass Ihr Euch vertragen habt. Tja Nathan, klein, unschuldig und dennoch hinterl├Ąsst er solche Tr├╝mmer┬ź, sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wie ein so sanftm├╝tiges Wesen wie Nathan es schaffen kann, derart viel Schmerz zu s├Ąhen, w├Ąre das Thema einer Magisterarbeit. Der Funke der G├Âttlichkeit in ihm brennt sehr hell. Es ist dieses Licht, nach dem wir uns sehnen und an dem wir uns w├Ąrmen wollen. Und wenn er auf einmal verschwindet, dann wiegt die Dunkelheit, die er hinterl├Ąsst, wie der Abgrund selbst. Nathan macht s├╝chtig, daran l├Ąsst sich nichts r├╝tteln. Ich vermisse ihn noch immer und so wie Fabien habe auch ich unsere kleine geheime Ecke hinter dem Wandteppich unangetastet gelassen. Das ist der Teil in mir, der ihn nicht loslassen kann. Was glaubst du, w├╝rde geschehen, wenn Nathan pl├Âtzlich einf├Ąllt, dass der Vampir doch nicht so das Wahre ist und er lieber im Palast leben w├╝rde? Wenn du glaubst, Archibald sei ein Monster, warte nur darauf, was er danach ist. Er w├╝rde die Armee der Schatten entfesseln, nur um das kleine Unschuldsl├Ąmmchen zur├╝ckzuholen. Und was glaubst du, wie wir reagieren, sollte Archibald, wie geplant, fallen und Nathan st├╝nde dann ohne Herrn da? W├╝rde einer von uns die H├Ąrte in sich finden, ihn der verdienten Strafe zuzuf├╝hren?┬ź Ciel lehnte sich im Stuhl zur├╝ck und tupfte seine Augen mit einem Taschentuch trocken. ┬╗Wie auch immer. Das ist nicht, wor├╝ber ich mit dir sprechen wollte. Vielmehr geht es um dich und Fabien. Wie tief reicht eure Verbundenheit wirklich? Seid ihr ein Paar?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien h├Ârte Ciel aufmerksam zu und fragte sich das Gleiche. W├╝rden sie Nathan verurteilen? Und war er ├╝berhaupt zu verurteilen, nur weil er seinem Herzen gefolgt war? W├Ąhrend er ├╝ber die Worte nachdachte und seinen Kaffee trank, fragte ihn Ciel ob er und Fabien ein Paar waren. Max hielt inne und stellte den Becher beiseite. Er schaute seinem Sohn direkt in die Augen, ohne zu antworten. ┬╗Das kann ich Dir nicht beantworten. Nach normalen Ma├čst├Ąben Ciel lautet die Antwort nein wir sind kein Paar. Auf der anderen Seite was ist der normale Ma├čstab? Unsere Verbundenehit ist extrem tief. Wir sind den ganzen Tag zusammen, fast rund um die Uhr. Ich vertraue Fabien und Du wei├čt, ich vertraue ihm schon bei der Rasur mein Leben an. Er ist nicht einfach ein sehr geflissentlicher Liebdiener f├╝r mich. Er ist auch ein Freund. Wenn ich alleine und einsam bin, oder Angst habe, schl├Ąft er mit in meinem Bett. Ja auch ich f├╝rchte mich vor manchen Dingen oder Situationen Ciel und dann m├Âchte ich hier auch nicht allein sein. Max ist auch nur ein Mensch. Ist es so dass jemand uns sehen k├Ânnte wie in Ehveros, wahrt er die Form und schl├Ąft am Fu├čende oder im Sessel neben dem Bett. Sind wir unter uns, ist das ehr so eine Pyjamaparty. Er schl├Ąft direkt neben mir, wie fr├╝her Leon. Meist bleibt er wach, bis ich eingeschlafen bin und das liebe ich. Ich vertraue ihm fast alles an. Fast da es Dinge gibt, die ich nicht erw├Ąhnen darf der Sicherheit wegen. Wobei ich denke, auch die k├Ânnte ich ihm anvertrauen. Was Gef├╝hle angeht, da vertraue ich ihm alles an. Momentan w├╝rde er sich gerne mir anvertrauen, sich einmal ausweinen und neben mir im Bett liegen. Aber er versagt es sich selbst, da wir genug um die Ohren haben. Aber ich sehe es an seinem Blick. Und ich denke er w├╝nscht sich dabei noch etwas ganz anderes. Thema Sex Ciel. Ich denke auch darum geht es Dir. Ich hatte mit Fabien Sex Ciel. Wir sind beide erwachsen, h├Âre bitte einfach zu. Das erste Mal hatte ich mit ihm Sex in Ehveros. Wir waren als Gruppe nach den Verhandlungen unterwegs und zogen durch die Stadt und kehrten in einer Taverne ein. Domi, Bellamy, Edo, Nathan, Fabs und ich. Wir haben getrunken, gel├Ąstert und gelacht und wir haben gut gegessen. Am Ende hatten wir so einen in der Krone, dass wir dort ├╝bernachtet haben. Selten habe ich mich so gut, so gl├╝cklich und frei gef├╝hlt. An dem Abend war ich einfach mal ich - der Max. Ich habe etwas zu viel getrunken, denn ich hatte einen Sch├Ądel wie ein Rathaus. Wir schliefen also auf Strohmatratzen im Gemeinschaftsraum und selbst das hat mir gefallen. Der Morgen danach. Ich bin aufgewacht und sp├╝rte dass jemand so dicht hinter mir lag, dass ich seine Morgenlatte sp├╝rte. Eine Hand war bei mir in der Hose. Nicht so wie Du denkst, sondern so eingehakt im Hosenbund. Zuerst hatte ich Panik, aber rief mich zur Ruhe. F├╝hle, denke nach, kein Panik, sonst kannst Du nicht handeln. Als ich das tat wusste ich schlagartig wer das war - Fabien. Die Hand erkannte ich sofort. Er fing an ein bisschen rumzuschmusen und ich lie├č ihn gew├Ąhren. Es f├╝hlte sich gut an, verstehst Du? Es f├╝hlte sich richtig an. Er war einfach lieb zu mir. Also habe ich mir die Hose runtergezogen und ihn eingeladen. Ich hatte es vorher noch nie mit einem Mann versucht. Es war anders als ich es mir vorgestellt hatte, ganz anders, aber nach den anf├Ąnglichen Schwierigkeiten war es wirklich gut. Er behandelte mich gut und ich genoss es. Das zweite mal war ebenfalls in Ehveros. In unserem Quartier, als wir gemeinsam im Bett lagen. Das war es. Ich wei├č nicht was ich Dir noch sagen soll, au├čer vielleicht wie ich f├╝r ihn empfinde? Ich k├Ânnte nicht ohne ihn leben┬ź, erkl├Ąrte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kratzte, w├Ąhrend sein Vater diese pers├Ânlichen Dinge erz├Ąhlte, mit dem Zeigefinger auf der Armlehne seines Stuhls herum und guckte grimmiger, als er wollte. Er h├Ârte sich alles bis zu Ende an. ┬╗Wei├č Mama davon?┬ź, fragte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nein dass wei├č sie nicht Ciel. Ich hatte vor es ihr zu sagen, aber ich habe mich nicht getraut, aus Angst sie nimmt mir das ├╝bel┬ź, gestand Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Blick verwandelte sich in Anklage. Er rang sichtlich mit sich. Dann presste er die Lippen aufeinander und sagte gar nichts dazu. ┬╗Lass uns zu Gro├čmutter gehen┬ź, empfahl er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nein, keine Heimlichkeiten mehr zwischen uns sprich es aus Ciel. Gleich was Du von mir h├Ąltst, von mir aus halt mir eine Standpauke, aber sei ehrlich. Na komm┬ź, bat Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel machte die Augen schmal. ┬╗Ich werde es ihr sagen┬ź, erkl├Ąrte er. ┬╗Sie ist meine Mutter und ich dulde nicht, dass du so respektlos mir ihr umgehst. Du hast Angst. Was glaubst du, wie sie sich f├╝hlt, wenn du so hinter ihrem R├╝cken agierst? Was w├╝rdest du f├╝hlen und vor allem, was w├╝rdest du tun, w├╝rdest du davon erfahren, dass sie sich heimlich mit einem Diener vergn├╝gt?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Vermutlich w├Ąre ich stinksauer und geil┬ź, grinste Max, ehe er wieder ernst wurde. ┬╗Nun zuerst w├Ąre ich wirklich stinksauer. Aber irgendwie auch im Gef├╝hl es ihr beweisen zu m├╝ssen und es k├Ąme drauf an wer es w├Ąre. Jemanden den ich pers├Ânlich nicht mag, das w├Ąre schlecht. Den ich nicht kenne, w├Ąre am besten. Ich meine es nicht respektlos, denn ich liebe Deine Mutter ├╝ber alles. Und genau deshalb habe ich Angst. Aber dann h├Ątte ich vorher ├╝berlegen m├╝ssen, nicht wahr? Habe ich aber nicht. Ich werde es ihr sagen┬ź, sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Und was, wenn sie verlangt, dass Fabien weg muss?┬ź, bohrte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max lehnte sich im Sessel zur├╝ck und schmunzelte. ┬╗Das w├Ąre ganz sch├Ân unfair, wo sie mich doch liebt und m├Âchte dass es mir gut geht, dann darf sie sowas nicht verlangen┬ź, schmollte Max gespielt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Angenommen, sie w├Ąre genau so eifers├╝chtig wie andere Familienmitglieder und w├╝rde darauf bestehen?┬ź, wollte Ciel wissen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das w├Ąre ein starkes St├╝ck, aber sie wei├č dass ich das nicht ertrage wenn sie weint oder ich Fabien verliere┬ź, hielt Max dagegen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č nicht locker. ┬╗Was, wenn ICH darauf bestehe?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das w├╝rdest Du niemals Deinem alten Vater antun, da Du ihn ja verstehst. Du selbst hast ja mit Ferrau Dein Gl├╝ck gefunden, wie k├Ânntest Du da so missg├╝nstig sein? Zudem hast Du Dich doch gerade erst mit Fabien vertragen. Nein, sowas w├╝rdest Du nie verlangen und ich nie von Dir┬ź, grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich finde es unfair, dass du es Mama beichtest und einfach weitermachst, egal, ob es ihr weh tut oder mir┬ź, erkl├Ąrte Ciel. ┬╗Sicher bin ich mit Ferrau gl├╝cklich. Aber ich habe keine Frau, hinter deren R├╝cken ich das bin. Ich habe nur ihn.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Oh lala Ciel, Du hattest Olivie und hast da genauso geschwindelt. Deine Mutter ist mir nicht gleichg├╝ltig und w├╝rde sie es st├Âren, w├╝rde ich es nicht wieder tun. Wobei ich es gar nicht wieder getan habe nach Ehveros. Sprich ich mache nicht einfach weiter mein Kleiner, ich mache doch gar nichts. Es war zweimal in Ehveros. Und wie oft hattest Du schon Sex mit Ferrau? Erz├Ąhl┬ź, bat Max schmunzelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wieso willst du das wissen? Ich war so ehrlich zu mir und meiner Frau, Olivie wieder freizugeben, als ich erkannte, dass das mit uns nichts wird. Sie ist mit Remy gl├╝cklich, der sie ├╝berhaupt nicht verdient hat. Du willst einfach alle haben, Mama und die andern beiden und Fabien und was wei├č ich wen noch alles.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ja Ciel und ich darf das sogar. Du ebenso, wenn Du wollen w├╝rdest. Aber Du hast Recht, sie sollten voneinander wissen. Alles andere ist unfair. W├Ąrst Du mit Olivie und Ferrau gl├╝cklich, w├Ąre das genauso legitim und Dir zu w├╝nschen┬ź, sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Am besten du heiratest noch dieses Chevrettem├Ądchen dazu, damit Mama sich noch mieser f├╝hlt┬ź, schmollte Ciel. ┬╗Nat├╝rlich darfst du das. Aber bei solchem Verhalten wundert es nicht, wie Gro├čmutter wurde!┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun mal die Flappserei beiseite, was aus Pflichtehen entsteht, habe ich gesehen. Was w├Ąre die Ehe anderes mit Francesca? Ich hatte tats├Ąchlich ├╝berlegt, sie zu heiraten um Mayhew und den anderen zu zeigen, dass wir ihm nicht b├Âse sind. Aber wie gesagt, w├Ąre dies ebenso eine Pflichtehe, eine Zweckeehe. Was der jungen Frau und mir unfair gegen├╝ber w├Ąre. Und wieso sollte ich wem etwas beweisen m├╝ssen? Er soll seinen Treueschwur best├Ątigen, erneuern und damit soll es gut sein. Und Ciel, ich verletzte Deine Mutter garantiert nicht absichtlich oder bewusst. Nichts l├Ąge mir ferner. Als ich mich selbst allein w├Ąhnte, war sie f├╝r mich da. Sie hielt mich im Arm als ich geheult habe. Nicht Du, nicht Dreux, nicht Greg, nicht Fabien oder eine meiner beiden anderen Frauen. Sie hielt mich. Wieso denkst Du so schlecht von mir?┬ź, fragte Max leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Weil du dich selbst bel├╝gst┬ź, antwortete Ciel. ┬╗Nat├╝rlich verletzt du sie mit Absicht. Sonst w├╝rdest du es ihr ja nicht verschweigen, oder? Und ich liebe meine Mutter und kein liebender Sohn sieht gern, wenn der Vater so mit seiner Mutter umspringt. Vielleicht kannst du das nicht nachempfinden, da du nie solch ein Verh├Ąltnis zu deiner Mutter hattest. Aber ich verstehe Gro├čmutter immer besser und bedaure, dass sie mit mir als Mann nicht so redet, wie ich es mir w├╝nschen w├╝rde. Sie sieht in mir einen der Feinde, die ihr das Leben verbauten. Aber Geistmagie wird zu Tage bringen, was ihre Zunge verschweigt. Kommst du nun mit oder soll ich allein gehen?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Du kannst nicht mit mir reden ohne kr├Ąnkend zu werden oder? Die Duchesse war nicht meine Mutter, aber ich hatte sehr wohl eine andere. Was m├Âchtest Du denn von ihr erfahren? Vielleicht solltest Du ihr sagen, was Du mir einst sagtest - dass lockert sicher ihre Zunge und von Feind wirst Du schlagartig zum Freund Ciel. Aber ich versprach mich nicht zu streiten und daran halte ich mich auch. Du kannst alleine gehen, ich dr├╝cke mich wie ├╝blich┬ź, antwortete Max und schnappte sich seinen Kaffeebecher. ┬╗Manches l├Ąsst man wirklich besser ungesagt - darin bin ich sogar mit meiner Mutter einmal einer Meinung┬ź, f├╝gte er an.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umklammerte ebenfalls seinen Kaffeebecher. ┬╗Es tut mir leid, dass ich wieder provoziert habe. Aber es macht mich w├╝tend, wenn du so mit Mama umspringst. Und dass du keinen Anlass siehst, mit ihr anders umzugehen, als man mit deiner Mutter umging. Es ist dein gutes Recht, Mama zu verletzen. Und du nimmst es in Anspruch.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Aha. Und was sollte ich Deiner Meinung nach tun?┬ź, hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ihr zum Beispiel eine symbolische Entschuldigung zukommen lassen┬ź, meinte Ciel. ┬╗Und du h├Ąttest sie wenigstens pro forma fragen k├Ânnen, finde ich.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das ist wohl wahr, aber ich hatte es nicht geplant. Das hei├čt, ich habe es selbst vorher nicht gewusst. Also konnte ich sie nicht fragen. Gut ich h├Ątte ablehnen k├Ânnen. Und wie soll die Entschuldigung aussehen? Ich h├Ątte es ihr gestanden, nun nicht sofort, irgendwann. Das gebe ich zu┬ź, gestand Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel glaubte nicht, dass sein Vater es wirklich irgendwann aus freien St├╝cken gebeichtet h├Ątte, aber w├╝rde er das aussprechen, w├Ąre es eine weitere Anschuldigung. Die wollte er sich sparen, jetzt, wo sein Vater scheinbar zug├Ąnglich wurde. ┬╗Eine Entschuldigung darfst du dir ├╝berlegen, da ich grauenvoll in so etwas bin. Meine Versuche, jemandem eine Freude zu machen, enden stets in Kr├Ąnkung oder v├Âlligem Unverst├Ąndnis. Au├čerdem muss es von Herzen kommen, und zwar von deinem Herzen, nicht von meinem.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ich f├╝rchte Ihre Reaktion, trotz aller Macht. Aber ich denke das ist so wenn man jemanden liebt, dann muss man auch damit leben. Nun ich werde sie einfach selbst fragen. Und nebenbei, ich wollte mit Deiner Mutter dar├╝ber sprechen, ob ich ├╝berhaupt eine weitere Ehe eingehen soll. Das nur am Rande. Du meist Deine Gro├čmutter h├Ątte wegen dem Umstand der Ehen so gehandelt?┬ź, fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das war, was sie als Grund angab. Und ich bin langsam geneigt, ihr zu glauben, ja. Es muss schlimm sein, sich derart ausgeliefert und machtlos zu f├╝hlen. Dass du Mama gefragt h├Ąttest wegen diesem M├Ądchen, finde ich gut. Aber das gibt dir keinen Freifahrtsschein┬ź, beharrte Ciel. ┬╗Wenn Greg und Dreaux egal ist, wie du mit ihrer Mutter umgehst, ist das ihre Sache, aber meine Mama hat nur mich.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ja das ist der Unterschied Ciel. Deine Mama hat Dich und Du sie. Aber Nathalie interessiert sich so wenig f├╝r Dreux und Greg, wie es meine Mutter f├╝r uns tat. Nun wenn sie es nur als Gesch├Ąft sehen, was es auch ist, ist das verst├Ąndlich. Trotzdem schmerzt es einen als Kind. Das gebe ich zu. Mich hat es geschmerzt und auch Deine Br├╝der schmerzt es. Ich stelle mir auch keinen Freifahrtschein aus Ciel. Aber wie man so sch├Ân sagt, w├Ąhrend man das Leben plant - passiert es. Und so ist es mir mit Fabien passiert. Ich h├Ątte nicht gedacht, dass er mich mal anfassen w├╝rde┬ź.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du bist der Duc und stellst dich gerade als v├Âllig wehrlos hin, wenn ein l├╝sterner Diener grabscht. Ich f├Ąnde es gut, wenn du wenigstens das R├╝ckgrat h├Ąttest, zuzugeben, dass du es wolltest. Es geh├Âren zwei dazu. Ich gehe jetzt zu Oma.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das habe ich nie behauptet. Ich habe nicht gesagt ich bin wehrlos und ich habe gestanden, dass ich ihn eingeladen habe. Aber es gibt Dinge die kann man nicht planen. Das sollte Dir genauso bewusst sein. Dein Lebensplan sah auch anders aus und dann kam Ferrau. Und nein, damit m├Âchte ich Dir nichts, im Gegenteil, ich bin ihm sehr dankbar daf├╝r, dass er Dich gl├╝cklich macht. Nun dann viel Spa├č bei Oma┬ź, sagte Max und mummelte sich in seine Tagesdecke.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du h├Ąttest ein Nein planen k├Ânnen, doch, das h├Ąttest du gekonnt - wenn du es nur gewollt h├Ąttest┬ź, sagte Ciel beleidigt. ┬╗Wir sind nicht Spielb├Ąlle des Schicksals, wir sind schlie├člich keine Rakshaner, die in den Tag hineinleben. Wir haben einen Kopf zum Denken. Bis vor wenigen Minuten wolltest du mich noch zu deiner Mutter begleiten und jetzt versteckst du dich da in der Kuscheldecke┬ź, klagte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Das stimmt und wo war Dein Nein f├╝r Verrill Ciel? Es ist leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen. Aber Du bist weder besser noch schlechter als ich, Du bist einfach anders. Ganz ohne jede Wertung. Bis vor einigen Minuten wollte ich das auch noch, ja. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Eine Packung reicht, da muss ich mir nicht noch meine Mutter geben. Es reicht aus, dass ich sie morgen t├Âten muss. Gleich was ich von ihr halte, sie ist trotzdem die Frau die mich geboren hat. Auch wenn sie mich lieber tot s├Ąhe. Und das zu h├Âren ist auch keine leichte Kost. Gleich was sie von mir h├Ąlt oder ich von ihr, dass zu h├Âren tut weh┬ź, gestand Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Dann gehe ich eben allein, wie immer┬ź, seufzte Ciel. Er stand auf, um zu gehen, blieb aber vor der T├╝r noch einmal stehen. Er drehte sich um und druckste herum. ┬╗Wir haben schon wieder gestritten┬ź, stellte er fest.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Ein ewiger Kreislauf, es ├Ąndert sich nichts. Gleich was wir im Inneren f├╝r einander empfinden m├Âgen, wir hassen uns doch. So unterschiedlich sind wir nicht zu den Hohenfeldes. Wir schweigen uns nur dar├╝ber aus. Genau wie sie w├╝nschen wir uns eine liebende Familie und w├╝nschen zeitgleich jedem Mitglied den Tod. Wir sehen uns nach N├Ąhe und verletzten die anderen mit Worte. Nun morgen ist es eine Person weniger, die auf mein Ableben lauert. Seltsam, so wie man zu Anfang denkt, so denkt man auch gen Ende. Es liegt schon eine Weisheit darin, dass man angeblich zu allem zur├╝ckkehrt, also zum Ursprung. Vielleicht sollten wir es wirklich dabei bewenden lassen und uns meiden. Die besten Vors├Ątze scheinen nicht zu fruchten. Sprich nur mit ihr, es ist leider die letzte Gelegenheit und ich meine das leider ehrlich┬ź, sagte Max traurig.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Du tust es schon wieder┬ź, stellte Ciel fest. ┬╗Mir verletzende Dinge unterstellen. Ich wollte mich gerade wieder vertragen, ich wei├č nur keinen Anfang.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte Ciel und zuckte die Schultern. ┬╗Darin sind wir beide Meister oder Versager, wie man es nimmt. Eben Vater und Sohn. Also was willst Du von ihr wissen?┬ź, fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Den wahren Grund f├╝r all die Morde.┬ź Ciel guckte seinen Vater traurig an. ┬╗F├╝r den Tod von Opa, Onkel Pomy, die Agenten der Autarkie und ihrer Familien, der Gardisten, die beteiligt waren und den der gefallenen Himmelsaugen. Den Grund, f├╝r den letztendlich auch Parcival sterben musste und morgen sie.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Die Frage der Fragen, ich vermute die Antwort ist Hass. Lass mir ausrichten, was sie sagte, sprich was bei der Auslesung herausgekommen ist. Ich wei├č es sollte mich pers├Ânlich nicht interessieren, aber es interessiert mich doch┬ź, gestand Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č die Schultern h├Ąngen und den Kopf gegen den T├╝rrahmen sinken. Er schloss kurz die Augen. ┬╗Werde ich.┬ź Er schob sich von dem T├╝rrahmen ab, ├Âffnete die T├╝r eigenh├Ąndig und schloss sie hinter sich wieder. Er ging ein paar Meter, dann blieb er stehen und wusste nicht, an wen er sich nun wenden sollte. Jules war nicht da. Maurice war schwerverletzt. Parcival war tot. Er k├Ânnte ein wildfremdes Himmelsauge fragen, aber er wollte nicht. Er wischte sich die Augen ab. Dann ging er v├Âllig allein ins Verlies hinab und schaute, wer Dienst hatte.
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Flucht aus Souvagne

#3

Beitrag von Ciel Felicien de Souvagne » Sa 15. Sep 2018, 12:07

Gilbert Jardine
Gilbert verneigte sich zum Gru├č vor Ciel. ┬╗Herr, Eure Gro├čmutter ist sicher verwahrt, diesmal habe ich keine Fehler gemacht. Sie nun ist nicht sehr zug├Ąnglich, was man verstehen kann. M├Âchtet Ihr zu ihr?┬ź, fragte Gil respektvoll.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich, dass Gilbert vor Ort war, war aber zu ersch├Âpft, als dass man ihm irgendwelche Freude ansehen w├╝rde. ┬╗Unit├Ę B ist leider nicht vor Ort. Aber auch Sie sind in der Kunst des Verh├Ârs geschult, Gilbert┬ź, stellte Ciel fest. ┬╗Verh├Âren Sie meine Gro├čmutter auf eine Weise, dass sie ausspricht, was sie zu sagen hat, als w├╝rde ein Himmelsauge ihren Geist auspressen wie eine Zitrone. Kein Geheimnis soll in ihrem Geist bleiben, alles soll offenbart werden. Es ist mir gleich, in welchem Zustand diese Frau dabei zur├╝ckbleibt. Morgen ist sie ohnehin tot. Ich will wissen, warum! Die gro├če Frage, wof├╝r so viele Menschen sterben mussten!┬ź

Gilbert Jardine
Gilbert nickte zustimmend. ┬╗Soll ich nicht einfach einen Geistmagier herholen? Ich meine, dann kann sie nicht l├╝gen. Damit w├Ąren wir auf der sicheren Seite. Manche Personen k├Ânnen trotz schlimmster Schmerzen l├╝gen und das Eure Gro├čmutter sogar im negativen eine au├čergew├Âhnliche Frau ist, hat sie bewiesen. M├Âglich w├Ąre auch, dass sie ihrem Sohn, Eurem Vater die Wahrheit an den Kopf knallen w├╝rde. Folgt er Euch?┬ź, fragte Gil freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gab ein kurzes, freudloses Lachen von sich. ┬╗Sch├Ân. Lassen Sie mir irgendeinen Geistmagier bringen. Keinen Pfuscher, ich will jemanden, der wirklich gut ist. Sobald er da ist, werden SIE Ihre Verh├Ârkunst beweisen. Der Geistmagier wird lediglich den Wahrheitsgehalt ├╝berpr├╝fen.┬ź

Gilbert Jardine
┬╗Ich wollte Euch nicht kr├Ąnken┬ź, sagte Gil. Er verneigte sich tief, als die T├╝r erneut auf ging. ┬╗Eure Majest├Ąt┬ź, sagte er ehrerbietig.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gilbert, wo ist sie?┬ź, fragte Maximilien, w├Ąhrend sich Fabien etwas unbehaglich umschaute.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fuhr herum und starrte seinen Vater an. Man sah ihm an, dass er sich sehr unwohl f├╝hlte.

Gilbert Jardine
┬╗Ich f├╝hre Euch zu Eurer Frau Mutter. Sie ist in einer kleinen Zelle, bitte haltet Abstand aus Sicherheitsgr├╝nden Eure Hoheit┬ź, bat Gil. Er f├╝hrte Maximilien, Ciel und Fabien in den Raum, in dem die kleine Zelle eingelassen war. So konnte man Personen auch verh├Âren, indem sie eingekerkert war. ┬╗Ich wollte sie verh├Âren und wir hatten vor einen Geistmagier zu uns zu holen, zwecks Unterst├╝tzung┬ź, sagte Gil h├Âflich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien musterte Ciel. ┬╗Wir haben Eure Information vernommen Gilbert. Fabien wir ben├Âtigen die Dienste von Marquis von Hohenfelde, schicke nach ihm. Was ist Dir Ciel?┬ź, fragte Max.

Fabien Lacomb
┬╗Sofort Herr┬ź, sagte Fabien und eilte sofort davon.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blickte sich nerv├Âs um. ┬╗Nichts┬ź, log er.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Nun wenn Ihr so fortfahren wollt, verfahren wir so fort. Was habt Ihr geplant? Wolltet Ihr sie per Folter verh├Âren? Wir wissen dass der Marquis dazu in der Lage ist, einer Person die Gedanken gewaltsam zu entrei├čen. Wir zogen in Erw├Ągung genau dies zu tun und dann unserer werten Frau Mama ein Geschenk zu hinterlassen. Auf das sie in der Nacht von heute auf morgen fr├╝h entschlafen m├Âge. Ainuwar soll auch ihrer Seele gn├Ądig sein┬ź, erkl├Ąrte der Duc.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel gab ein kurzes Keuchen von sich und sch├╝ttelte den Kopf. Man konnte nicht erkennen, ob es ein Lachen sein oder was es sonst bedeuten sollte. ┬╗Wir sind uns zu ├Ąhnlich, Papa. Viel zu ├Ąhnlich. Ich war der Meinung, dass deine Muter dir die Aufgabe f├╝r Morgen abnehmen sollte.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Uns deucht unsere Personen teilten tats├Ąchlich den gleichen Gedankengang, erquickend. Dann wollen wir doch den Marquis darum bitten unsere werte Frau Mama von ihren weltlichen Leiden zu erl├Âsen, nachdem genau jener das von uns ben├Âtigte Wissen geboren hat. Stimmt Ihr dort mit uns ├╝berein?┬ź, hakte Max nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nicht der Marquis, Majest├Ąt. Das sollte sie selbst tun┬ź, fand Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Wohlan, dies ist nur Recht. Immerhin hat dieser Mann bereits genug Unbill dieser abtr├Ąglichen Art erdulden m├╝ssen. Warum sollte sie es nicht selbst tun? Warum sollte er f├╝r ihre Fehler leiden? Eine Person mehr die Opfer ihrer Intrige w├Ąre. Fragt Eure Frage Prince Ciel, sobald der Marquis zugegen ist. Unsereins hofft, damit ist Eure Neugier befriedigt┬ź, gab der Duc zur├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Sehr wohl, Majest├Ąt┬ź, antwortete Ciel.

Duchesse
Die alte Duchesse musterte die beiden M├Ąnner. ┬╗Anstatt ├╝ber eine Person zu reden, kann man auch mit ihr reden. Aber dass ist nicht die St├Ąrke dieser Familie. Und wieso sollte ich mich selbst entleiben? Ich kann doch wohl das bisschen Anstand verlangen, dass mein Sohn mich h├Âchstpers├Ânlich richtet, oder stellvertretend sein Sohn. Sch├Ân dass Ihr beiden Euch auch so gut versteht wie ich mich einst mit Alain. Bevor ich sterbe, habe ich einen letzten Vorschlag zur G├╝te. Ein Vorschlag der Eure Zustimmung findet wird. Schafft eine weitere Anspracheform. Du, Sie, Ihr... viel zu nah. Mindestens noch zwei oder drei m├Âgliche Formen der Ansprache solltet Ihr in Erw├Ągung ziehen um zu verdeutlichen wieviel Euch trennt und wie sehr Ihr Euch verabscheut. Man kann nie genug verbale Distanz zwischen sich bringen, nicht wahr Maximilien? Es sei denn man schweigt┬ź, sagte die Duchesse und funkelte beide an.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Die Bissigkeiten einer toten Verr├Ąterin tangieren uns nicht. Ihr werdet gestehen ob Ihr dies nun beabsichtigt oder nicht. Und solltet Ihr nicht gewillt sein, Euch selbst zu entleiben dann wird Euch magisch unter die Arme gegriffen. Ihr seid doch bewandert in den F├Ąhigkeiten der Himmelsaugen. Seid versichert dieser Mann ├╝bertrifft die meisten Himmelsaugen. Es wird Euch also gleich eine Freude sein, in den Abgrund zu fahren und uns ebenso. Aber bitte sprecht nicht so abf├Ąllig von Eurem Enkel. Euch und ihn verbindet soviel, vor allem der Wunsch nach unserem Tod. Deshalb w├Ąre es ihm eine au├čerordentliche Freude, w├╝rdet Ihr ihm die Wahrheit Eurer Handlungen offenbaren. Und vielleicht, falls es Euch nichts ausmacht, schildert ihr ihm als Amuse-Gueule Eure genaue geplante Vorgehensweise. W├Ąre dies nicht recht und billig als liebende Gro├čmutter? Nur zu┬ź, sagte Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war tief getroffen. Nicht nur, dass Maximilien ihm diesen Vorwurf unter vier Augen gemacht hatte, nun sprach er auch noch vor Fabien, vor Gilbert und vor seiner Gro├čmutter davon. Ciel w├╝rde seinem Vater nicht vor diesen Leuten wiedersprechen. ┬╗Wo bleibt der Magier?┬ź, fragte er und starrte in Richtung der T├╝r.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗So ungeduldig auf jene Information? Uns deucht Ihr h├Ąttet etwas l├Ąnger darauf warten k├Ânnen. Aber unsereins lag des├Âfteren in letzter Zeit falsch. Vor allem was das Zwischenmenschliche angeht, aber wollen wir dies nicht vor einer Verr├Ąterin breittreten. Vielleicht erhaltet Ihr ja einige Tipps... f├╝r die Zukunft. Ihr wisst ja Zeiten und M├Âglichkeiten ├Ąndern sich Prince Ciel. Nur solltet Ihr den Unmut uns betreffend nicht an Eurem Bruder auslassen. Wir hoffen dort auf Eure Um- und Weitsicht. Aber wir werden uns nicht allein darauf verlassen, da Ihr beabsichtigt habt mit einer Verr├Ąterin zu sprechen um Details zu erfahren. Unsereins selbstredend ebenso, allerdings um weiteres Unheil zu verhindern. Wie steht es mit Euch? Es w├╝rde uns und Eurer Mutter das Herz brechen, m├╝ssten wir Euch hier binnen der n├Ąchsten Tage besuchen┬ź, sagte Maximilien tonlos, aber sein Augen sprachen andere B├Ąnde. Er war w├╝tend, gewaltig w├╝tend.

Davard von Hohenfelde
Dave betrat gemeinsam mit Fabien den Verh├Ârraum und verneigte sich vor dem Duc und danach vor seinem Sohn. ┬╗Majest├Ąt Ihr habt nach mir schicken lassen┬ź, sagte er freundlich. ┬╗Was kann ich f├╝r Euch tun?┬ź, fragte Dave und schaute zuerst Max dann Ciel an.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ihr seid der Meinung, ich wollte ... mir bei meiner Gro├čmutter Inspiration holen?┬ź, fragte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
┬╗Gr├Ąmt Euch nicht Prince Ciel, die Liebe Eurer werten Frau Ma┬┤ma sch├╝tzt Euren Hals. Auch wir sind nicht frei von Gef├╝hl oder Gnade. Aber uns ist sehr wohl aufgefallen, was Ihr uns w├╝nscht und welches ungesunde hege Interesse Ihr an Eurer Gro├čmutter und deren Interessen hegt. Ihr m├╝sst uns dies nicht erst beweisen. Um Euer Selbst Willen und um das Seelenheil Eurer werten Frau Mutter, solltet Ihr es auch nicht beweisen. Denn auch uns ist das eigene Leben wert und teuer. Und seid versichert, es ist gesch├╝tzt... aber nun genie├čt weshalb Ihr hierher gekommen seid. Denn die Gedanken sind frei werter Prince. In Gedanken d├╝rft Ihr jederzeit jede Person t├Âten. Nur geht es an die konkrete Planung, endet die Freiheit der Gedanken und Eure k├Ârperliche ebenso. Wir haben verstanden was Ihr vorhin bezweckt habt. Die gereichte Hand wurde ausgeschlagen. Nun es stimmt, wir sind uns zu ├Ąhnlich. Ihr wie auch wir halten stur an unseren Zielen fest. Vielleicht ist dies auch einfach nur ein Interessenkonflikt f├╝r Euch? Ihr w├╝rdet gerne Dreux oder Euch selbst auf dem Thron sehen und uns in der Gruft. Wir hingegen erfreuen uns mit Freude noch bester Gesundheit und haben vor, dass dies auch noch einige Zeit so bleiben m├Âge. Folglich plant gut und weise Eure Taten und Gedanken. Wir werden sehen, wessen W├╝nsche am Ende in Erf├╝llung gegangen sind. Und um unsere eigenen Interessen zu wahren, muss ich Euch untersagen unseren Palastfl├╝gel aufsuchen zu d├╝rfen. Die weiteren Sicherheitsdetails und wie wir zuk├╝nftig einander aus dem Wege gehen unser lieber Sohn kl├Ąren wir gleich nach dem Verh├Âr. Auch wenn Ihr nichts au├čer Hass und Verachtung f├╝r uns empfindet, lieben wir Euch zuwider jeder Logik immer noch und trachten Euch nicht nach dem Leben. Seid dessen versichert. Und nun bitte, waltet Eures Amtes Prince Ciel┬ź, sagte Maximilien liebevoll, w├Ąhrend Fabien die Kinnlade herabfiel. Gil schaute so, als st├Ąnde er unter Drogen, nur Dave behielt ein absolut ausdrucksloses Gesicht. Er sah er danach aus als wollte er sagen - willkommen Zuhause.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wenn Ihr gestattet, w├╝rde ich zuvor noch einmal das Badezimmer aufsuchen┬ź, sagte Ciel, verneigte sich tief und ging r├╝ckw├Ąrts aus dem Raum. Er wartete, bis die T├╝r von den Gardisten verschlossen worden war, dann rannte er, was seine Beine hergaben. Die W├Ąnde flogen an ihm vorbei und er rannte so schnell er konnte in Richtung seines Quartiers. ┬╗Ferrau┬ź, br├╝llte er.

Ferrau Du Trieux
Ferrau riss die T├╝r auf und sp├Ąhte heraus. ┬╗Ciel, was ist denn los?┬ź, fragte er und fing seinen Schatz aus dem Lauf ab und zog ihn in das Quartier.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wir m├╝ssen sofort hier weg┬ź, keuchte er, packte Ferrau an der Hand und ohne irgendetwas an Gep├Ąck mitzunehmen, st├╝rzte er mit ihm nach drau├čen zu den St├Ąllen. ┬╗Sattelt mir Parcivals Hahn!┬ź, br├╝llte er die Stallburschen an. So schnell sie konnten, kamen sie der Aufforderung nach. ┬╗Du zuerst!┬ź, befahl er Ferrau. ┬╗Rasch!┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau kletterte mit etwas mulmigem Gef├╝hl auf den Hahn und schaute Ciel verunsichert an. ┬╗Was ist denn passiert?┬ź, fragte er und hielt Ciel die Hand hin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kletterte hinauf und schnallte Ferrau an, der es nat├╝rlich wieder vergessen hatte. Dann setzte er sich vor ihn und schnallte sich ebenfalls hektisch fest, ehe er das Tierstarten lie├č. Er war froh, dass er bei Linhard gesehen hatte, wie man einen Cockatrice lenkte. Das gro├če, wei├čgefiederte Tier schwang sich mit lautem Kr├Ąhen in die L├╝fte. Der ganze Hof wusste nun Bescheid, dass es gestartet war. Erst, als sie Beaufort nicht mehr unter sich sehen konnten, nahm sich Ciel den Atem, um Ferrau zu erkl├Ąren, was geschehen war. ┬╗Vater meint, ich will ihn umbringen und hat mir eine sehr eindeutige Drohung ausgesprochen.┬ź

Ferrau Du Trieux
Ferrau quollen fast die Augen aus dem Kopf. ┬╗Was ist denn nun schon wieder geschehen? Ich dachte Ihr h├Ąttet Euch ausges├Âhnt? Warum streitet Ihr Euch immer derma├čen? Ich verstehe dass nicht, ich habe mich mit meinen Eltern immer verstanden und ich hatte gehofft Du Dich auch. Er ist der Duc, warum sollte er Dich ermorden wollen? Das ist doch verr├╝ckt. Was ist denn hier nur los?┬ź, fragte Ferrau ├Ąngstlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Er wil mich ermorden, weil er paranoid ist┬ź, br├╝llte Ciel sich die Verzweiflung heraus. ┬╗Du hast es doch in der Gewitterfeste erlebt, wo er mich vor meinen M├Ąnnern l├Ącherlich gemacht und wie einen kleinen Jungen behandelt hat! Er war schon damals der Meinung, dass ich mit Parcival unter einer Decke stecke. Nun glaubt er, ich wollte mir von meiner zum Tode verurteilten Gro├čmutter Tipps holen, wie ich es wie einen Unfall aussehen lassen kann und worauf ich sonst noch zu achten habe. Ich werde ihm keinen Anlass zur Sorge mehr geben. Ferrau, wir ziehen um.┬ź

Ferrau Du Trieux
┬╗Bist Du sicher, dass Du nicht noch einmal mit ihm reden m├Âchtest? Wohin m├Âchtest Du umziehen? Dein Vater ist der Duc von Souvagne. Wenn Ihr nicht aufh├Ârt Euch so anzugehen, dann ist es vorbei. Wollt Ihr beide das? Ich meine ich zweifele Dich nicht an und nicht den Duc. Aber Ihr tut Euch immer weh. Warum nur?┬ź, fragte Ferrau verzweifelt.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Nach Wolfsfels. Ich werde schauen, wie weit die Bauma├čnahmen der Magierakademie vorangekommen sind und den Bau des S├╝dwalls beaufsichtigen. Die Jagd nach dem Lich lege ich in Massimos H├Ąnde. Er ist ein f├Ąhiger Mann und hat machtvolle magische Verb├╝ndete. Unit├Ę B werde ich nach Wolfsfels versetzen. Diese M├Ąnner sind mir treu ergeben. Und Bellamy wird wieder eine Aufgabe erhalten, die seinen F├Ąhigkeiten w├╝rdig ist. Wir m├╝ssen ihn abholen, bevor Vater mir seine Lakaien auf den Hals hetzt.┬ź Ciel trieb den Cockatrice in einem Gewaltflug in Richtung Norden, in Richtung der Choucas.

Ferrau Du Trieux
Ferrau klammerte sich an dem gro├čen Tier fest. ┬╗Bist Du sicher? Wolfsfels ist doch auch das Gebiet Deines Vaters. Was ist, wenn er Dich verhaften l├Ąsst? Wenn Du ihn damit noch w├╝tender machst Ciel? Was dann? Und was m├Âchtest Du Bellamy f├╝r eine Aufgabe geben?┬ź, fragte Ferrau w├Ąhrend er sich noch fester klammerte. Mit einem Drachenhuhn war es von Beaufort nicht weit bis nach Cantillion. Ciel sah nach einer Viertelstunde bereits den Hafen, Massimo samt Leute, aber das Schiff fehlte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Wolfsfels liegt in der ehemaligen Hohen Mark und das ist mein Furisto-Lehen. Ich hoffe, es gen├╝gt ihm, dass ich mich dorthin zur├╝ckziehe und er mich nicht ganz aus Souvagne heraushaben will. Aber auch damit w├╝rden wir zurechtkommen, Ferrau. Ich kann es, an der Front war das Leben alles andere als ein Zuckerschlecken und du w├╝rdest es lernen. Verdammt, wo ist das Schiff?!┬ź Ciel lie├č den Hahn h├Âher steigen und weitl├Ąufig kreisen.

Ferrau Du Trieux
┬╗Ja ich kann es auch, ganz bestimmt sogar┬ź, sagte Ferrau und verkniff sich zu weinen. Er deutete auf eine entfernte Stelle auf dem Meer. ┬╗Da hinten steht es, warum steht es im Meer und nicht im Hafen? Sind die abgetrieben ohne das zu merken? Das geht doch nicht oder? Schau mal, da hinten!┬ź, sagte Ferrau.

Davard von Hohenfelde
`Eure Hoheit, eine Nachricht von Eurem Vater. Ich soll Euch folgendes ausrichten: Ein sehr erwachsenes Verhalten, Deine Flucht. Ob dies ein Schuldanerkenntnis ist, oder eine Ablehnung wei├č ich nicht. Vielleicht ├╝bertreiben wir beide es gerade wieder. Die Wahl liegt bei Dir, kehre zur├╝ck oder verlasse Souvagne. Die Wahl ist endg├╝ltig. Das soll ich Euch ausrichten┬┤, ├╝bermittelte Dave.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ciel diese Botschaft h├Ârte, sackte er in sich zusammen. Ein Schluchzen sch├╝ttelte ihn. Dann verwandelte es sich in Wut. ┬╗Was hat der alte Kn├Ąrzlich f├╝r ein Problem mit mir?┬ź, br├╝llte er. ┬╗Ich riskiere mein Leben, w├Ąhrend meine Br├╝der und Schwester sich die ├ärsche plattsitzen und er selber auch! Ich frage mich gerade, wer hier wessen Tod w├╝nscht!┬ź W├╝tend blickte er in Richtung Beaufort, dann musste er wieder weinen, ehe sich sein Gesicht erneut verfinsterte. Ohne Davard zu antworten, beschleunigte er den Flug seines Drachenhahns, um das Schiff einzuholen.

Davard von Hohenfelde
`Ich wei├č es nicht Herr, aber ich f├╝hle was Ihr f├╝hlt und Ihr liebt den ┬╗alten Kn├Ąrzlich┬ź. Was er f├╝r ein Problem hat ist, er glaubt Ihr trachtet ihm nach dem Leben. Warum auch immer. Wobei er das sicher nicht glaubt, sondern gerade etwas neben sich ist. Wenn ich dies so sagen darf. Nicht jeder verkraftet es seine Verwandten t├Âten zu m├╝ssen. Und mit Verlaub, ich w├╝rde meine Mutter auch nicht t├Âten k├Ânnen. Nun sie war allerdings auch keine Person wie die Mutter Eures Vaters. Soll ich ihm etwas f├╝r Euch ausrichten Herr? Vielleicht Zeit erbitten? Eine Aussprache? In Euren Gedanken ist weder Hass noch ein Mordplan, dass kann ich Eurem Vater ausrichten┬┤, ├╝bermittelte Dave, w├Ąhrend das Schiff unter ihnen auftauchte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ach, deswegen hat er Euch mir auf den Hals gehetzt. Um zu sehen, was ich nun vorhabe. Ob ich eine Armee versammle, um den Thron gewaltsam an mich zu rei├čen oder doch eher einen kleinen Unfall bevorzuge. Sie haben ja nun gesehen, dass ich nichts dergleichen plane und blo├č noch weg will. Wenn ihm mein Exil in Wolfsfels nicht weit genug weg ist, dann verlasse ich eben unser Land.┬ź Ciel wurde von einer Welle inneren Schmerzes ├╝berrollt, die schwer zu ertragen war. Ihm liefen die Tr├Ąnen das Gesicht hinab. ┬╗Und nun verlassen Sie meinen Verstand und kommen Sie nie wieder hier her.┬ź

Davard von Hohenfelde
`Was soll der Unfug? Ihr seid genauso stur wie Euer Vater. Ich werde weder dies noch etwas anderes negatives ├╝ber Euch sagen. Dazu besteht kein Grund und mein Neffe sieht Euch als Freund. Euer Vater ist genauso beleidigt wie Ihr und er forderte nur die ├ťbersendung der Botschaft. Keine ├ťberpr├╝fung oder der gleichen. Das ergibt sich automatisch bei so einem Kontakt. Euer Leid schmerzt mich, aber es ist unn├Âtig. Etwas weniger Sturheit, etwas weniger Stolz und ein bisschen mehr Mumm dazu, das zu sagen was man wirklich f├╝hlt Herr und es klappt. Vertraut einem alten Feigling wie mir, der selbst nie den Mund aufbekam. In diesem Sinne, lebt wohl┬┤, antwortete Dave und trennte ihre Verbindung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel wischte sich sein Gesicht sauber und hielt weiter auf das Kriegsschiff zu, bis er langsam in Schussreichweite kam. Er beobachtete, was die Mannschaft nun tat, ob man ihn erkannte. Es gab nicht gerade viele Leute, die einen Cockatrice flogen.

Jaques Philipp de Dusoulier
┬╗ALARM!!! Flugvieh n├Ąhert sich von S├╝den, direkt aufs Schiff zuhaltend! Skorpion feuerbereit!┬ź, donnerte der erste Offizier und das Schiff drehte langsam zu einer Breitseite bei.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č den Cockatrice so steigen, dass er ├╝ber das Schiff kam. Er hoffte, dass die Skorpione nicht senkrecht nach oben feuern konnten, aber wenn dies der Fall war, dann w├╝rde der Cockatrice im Sturz den Hauptmast samt Segel zerst├Âren. Ciel beschimpfte den Mann, der da an den Skorpionen herumbr├╝llte, aber der verstand ihn vermutlich wegen der Lautst├Ąrke der Fl├╝gel genau so wenig wie Ciel ihn.

Anacleto Pagnotto
Anacleto schnappte sich sein Fernglas um sich das Tier, dass direkt auf sie zuhielt genauer anzuschauen und um gegebenenfalls die Sch├╝tzen einzuweisen. ┬╗NICHT FEUERN, dass ist einer der Princen!┬ź, bellte Anacleto.

Jaques Philipp de Dusoulier
┬╗Skorpione sichern und auf weitere Befehle warten!┬ź, bellte Jaques und schappte sich sein eigenes Fernrohr. Er musterte Ciel und pr├Ągte sich sein Gesicht ein. ┬╗Die Schei├če ist am dampfen Ana, der ist sicher hier um uns kielzuholen f├╝r die Menschenfresser┬ź, zischte Jaques seinem Kameraden zu.

Boldiszàr
Boldisz├ár kam bei dem Geschrei sofort an Deck gest├╝rzt. Er traute seinen Augen kaum. ┬╗Das ist das Huhn vom ollen Parcival┬ź, stellte er fest. Er nahm Anacleto das Fernglas weg und schaute selbst durch. ┬╗Prince Ciel ist das!┬ź, informierte er. ┬╗Das war`s dann wohl┬ź, best├Ątigte er die Einsch├Ątzung des Offiziers.

Anacleto
┬╗Nein ist er nicht, schau ihm ins Gesicht, der ist fertig, da ist irgendwas anderes im Busch...┬ź, erkl├Ąrte der zweite Offizier leise.

Jaques Philipp de Dusoulier
┬╗Kapit├Ąn auf Deck!┬ź, donnerte Jaques hinter Boldi und nickte Vano zum Gru├č zu, ebenso gr├╝├čte die anwesende Mannschaft.

Silvano de Mancini
Silvano starrte nach oben und schirmte seinen Blick mit der Hand ab. ┬╗Status?┬ź, hakte er nach. ┬╗Flugvieh von S├╝den kommen, laut zweitem Offizier ein Prince an Bord. Scheinbar angeschlagen┬ź, erstattete Jaques Bericht. ┬╗LANDET!┬ź, rief Vano nach oben.

Ciel Felicien de Souvagne
Als Ciel bemerkte, dass man ihn erkannt hatte, lie├č er den Drachenhahn in der Mitte des Decks landen, damit das Schiff nicht in Schieflage geriet. Dennoch sp├╝rte man, als das gro├če Tier aufsetzte. Ciel schnallte sich ab, half Ferrau ebenfalls beim Abschnallen und lie├č sich hinabrutschen. Er blickte sich suchend unter den Anwesenden um. Sein Blick verharrte kurz auf Boldisz├ár, aber dann suchte er weiter. ┬╗Ist mein Schwertmeister an Bord?┬ź, erkundigte er sich.

Silvano de Mancini
Silvano ging auf das gro├če Tier zu und blieb vor dem Princen stehen. ┬╗Nun willkommen an Bord Prince Ciel, so schnell sieht man sich wieder. Auch wenn Eure Anreise etwas gew├Âhnungsbed├╝rtig ist┬ź, sagte Vano und reichte dem Prinzen ein seidenes Taschentuch. ┬╗Schickt Euren Vogel bitte auf die Kampanje, da st├Ârt er niemanden. Euer Schwertmeister ist an Bord, er befindet sich in meiner Kaj├╝te┬ź, erkl├Ąrte Vano freundlich.

Jaques Philipp de Dusoulier
┬╗Herr die Kampanje auch Kampanjedeck bezeichnete den Aufbau auf dem hinteren Schiffsoberdeck, also das erh├Âhte Oberdeck ├╝ber der Kapit├Ąnskaj├╝te. Der freie Platz am Schiffsende, das erh├Âhte Podest┬ź, erl├Ąuterte Jaques hilfreich. Woher sollte der Prince sonst wissen, wohin der Riesenvogel sollte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke f├╝r die Erkl├Ąrung.┬ź Ciel nahm das Taschentuch entgegen und reichte es Ferrau, damit dieser ihm das Gesicht putzte, da er es offenbar allein nicht vern├╝nftig hinbekam. Er brachte den Hahn an die gew├╝nschte Stelle und lie├č ihn ablegen. Danach kehrte er zum Kapit├Ąn zur├╝ck. ┬╗Ja, ich hatte es eilig. Den Lich haben Sie an Land zur├╝ckgelassen?┬ź, vergewisserte sich und stellte nebenbei die Anwesenheit von Archibald an Bord fest. Ihn r├╝hrte diese Erkenntnis erstaunlich wenig.

Silvano de Mancini
┬╗Folgt mir zu Eurem Schwertmeister Herr. Bitte mir nach┬ź, sagte Silvano zuvorkommend und gab den Weg vor. ┬╗Der Lich ist nicht an Bord Herr, seid unbesorgt┬ź, warf Vano ein und f├╝hrte Ciel und Ferrau in seine Kaj├╝te. Bellamy lag quer ├╝ber dem gewaltigen Kartentisch und schnarchte vor sich hin. In einer Hand hielt er eine Rumflasche, in der anderen seinen Schwanz.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel freute sich, Bellamy zu sehen. Er freute sich so, dass er schon wieder anfing zu weinen und sich das Taschentuch ins Gesicht dr├╝ckte. ┬╗Den Vampir im Unterdeck sollten sie via Aderlass f├╝ttern, bevor er sich selbst bedient┬ź, empfahl Ciel mit erstickter Stimme. ┬╗Lassen Sie uns bitte allein.┬ź

Silvano de Mancini
┬╗Was immer mit Euch ist Herr, Ihr seid hier in Sicherheit. Wir sind in der Komb├╝se. Folgt uns sp├Ąter┬ź, sagte Vano und dr├╝ckte ihm kurz die Schulter, ehe er Ciel und Ferrau mit dem schlafenden Bellamy allein lie├č. Er schob seine Hand in die von Boldi und zog ihn mit sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm die Flasche aus Bellamys Hand, ├╝berpr├╝fte, ob sie verschlossen war und stellte sie auf den Boden. Dann holte er ein zusammengelegtes B├╝ndel Tuch und schob es ihm unter den Kopf. Dann kletterte er selbst auf den Kartentisch und legte sich der L├Ąnge nach neben Bellamy. Den freigewordenen Arm zog er ├╝ber sich und klopfte dann hinter sich auf den Tisch, damit Ferrau sich auf der anderen Seite dazu legte. Ciel kuschelte sein Gesicht bei Bellamy ein.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schob etwas und legte sich auf die andere Seite von Bellamy. Der Mann war gro├č und ein Brecher, Ferrau f├╝hlte sich klein neben ihm, aber er hatte keine Angst vor Bellamy. Er hatte ihn aus der Kutsche gerettet, sie hatten schon einiges erlebt. Ferrau blinzelte zu Ciel her├╝ber und deutete auf die andere Hand.

Ciel Felicien de Souvagne
Ferrau verstand nat├╝rlich mal wieder alles falsch. Anstatt sich hinter Ciel zu legen, damit er sch├Ân geborgen zwischen den beiden lag, hatte er sich neben Bellamy gekuschelt. Nun, dann freute sich Bellamy vielleicht, wenn er munter wurde, oder bekam einen Schreikrampf. Ciel folgte Ferraus ausgestrecktem Finger und entdeckte, was Bellamy da gerade im Schlaf trieb. Ciel strich mit einem Finger das St├╝ck des Schaftes entlang, das nicht von den Fingern umklammert wurde, ehe er Ferrau k├╝sste, seine H├Ąnde unter Bellamys Oberk├Ârper schob und seine Augen schloss. Ihm rannen die Tr├Ąnen die Wange hinab, aber er f├╝hlte sich ein wenig besser.

Bellamy Bourgeois
Bellamy wachte auf, als ihm jemand ├╝ber den Schwanz strich und er N├Ąsse an seinem Hals sp├╝rte. Er ├Âffnete die Augen und zuckte zusammen. ┬╗Ciel, wie, warte, wo?┬ź, sagte Bell und schaute sich kurz orientierend um. Als er merkte dass er seinen Schwanz in der Hand hatte, packte er ihn in die Hose und l├Ąchelte entschuldigend. Er strich Ciel ├╝ber den Kopf. ┬╗Warum weinst Du?┬ź, fl├╝sterte er.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Mein Vater hat mich aus Souvagne verbannt┬ź, sagte er m├╝de. ┬╗Begleiten Sie mich?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ich begleite Dich ├╝berall hin, sogar in den Abgrund. Sag Du wenn Du weinst. Wieso hat er das getan? Er liebt Dich, was war denn los? Na komm her┬ź, sagte Belly und nahm ihn fest in beide Arme. ┬╗Ich passe auf Dich auf, dass wei├čt Du doch. Ehm sei nicht b├Âse, aber ich bin hier, da ich meinen Bruder zu seinem Mann begleitet habe┬ź, erkl├Ąrte er freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich bin nicht b├Âse, ich bin einfach nur traurig!┬ź Ciel wurde von mehreren Schluchzern durchgesch├╝ttelt. ┬╗Er war der Meinung, ich wolle ihn ermorden und drohte mir seinerseits mit dem Tode. Er sagte sehr deutlich, dass wir uns r├Ąumlich trennen sollten, er w├╝rde die Sicherheitsma├čnahmen verst├Ąrken, ich darf nicht mehr in seinen Fl├╝gel und so weiter. Die Botschaft war klar. Als ich mit dem Cockatrice flog, sandte er mir durch Geistmagie die Information nach, dass ich entweder umkehren - also mich meinem Urteil stellen - oder Souvagne f├╝r immer verlassen soll. Ich habe mich f├╝r das Exil entschieden. Ich bin froh, dass Sie bei mir bleiben. Ferrau ist auch da, wir sind also zu dritt.┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Beruhige Dich etwas und lass uns in Ruhe reden, wenn es Dir besser geht. Ihr streitet Euch oft, obwohl Ihr Euch nahesteht. Wenn das Schiff au├čerhalb der Souvagnischen Gew├Ąsser ist, bist Du nicht mehr in Souvagne. Boldi und Vano sind anst├Ąndige Typen, die tun Dir nichts. Und Dein Vater war bestimmt genau gepl├Ąttet wie Du. Ich vermute das hast Du schon hundertmal geh├Ârt, aber Ihr solltet froh sein Euch zu haben. Ich hatte nichts dergleichen, kein Bruder, kein Vater, nichts┬ź, sagte Bell.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich auch nicht mehr. Ich hoffe nur, dass er seine Wut nicht an meiner Mutter ausl├Ąsst. Ich habe viel Blut verloren ... erinnere Silvano daran, den Vampir zu f├╝ttern, damit ich guten Gewissens schlafen kann ... ich bin am Ende, Belly, am Ende. Passt du auf mich auf?┬ź

Bellamy Bourgeois
┬╗Ja das tue ich, versprochen und geschworen. Schlaf in Ruhe, ich bin da und halte Wache. Nein ich denke nicht, dass er es an Deiner Mutter ausl├Ąsst, er liebt die Frau. Daran werde ich Vano erinnern, er soll den Vampir f├╝ttern. Sonst sage ich es Boldi. Schlaf in meinen Armen, na los┬ź, sagte Bell und dr├╝ckte Ciel liebevoll an sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich widerstandslos an Bellamy herandr├╝cken. Er hatte ein Loch in der Seele ├╝berlebt, all seine Haare verloren und unwahrscheinlich viel Blut, um seine verletzten Gef├Ąhrten zu heilen. Vor seinen Augen war ein jahrelanger Kampfgef├Ąhrte enthauptet worden, ein anderer binnen Sekunden bei lebendigem Leibe fast verfault. Ciel hatte weder Zeit gehabt, sich zu erholen noch um zu trauern. Und wof├╝r das alles? Wof├╝r? Daf├╝r, dass der Duc ihn aus dem Land verbannte, f├╝r das er so hart gek├Ąmpft hatte. Ciel gab seinen Kampfeswillen auf, der ihn all die Wochen aufrecht gehalten hatte, seit er mit Linhard ausgezogen war, um den Lich zu jagen. Sein innerer Widerstand brach zusammen wie ein Kartenhaus und er gab sich ganz in Bellamys Obhut hin. Wenn Bellamy gewollt h├Ątte, h├Ątte er dem in Ungnade gefallenen Prince nun mit einem kurzen Handgriff das Genick brechen k├Ânnen, ohne dass Ciel auch nur den Versuch unternommen h├Ątte, sich zu wehren. Er schmiegte sich an den Schwertmeister und schlief ein.

Bellamy Bourgeois
Bellamy hielt ihn fest und sicher. Er bedauerte, dass manche einfach nicht sahen was sie besa├čen, aber vielleicht machte die Menge an Besitz auch irgendwie blind. Er wusste es nicht, er kam nie in den Genuss soviel zu besitzen um den ├ťberblick zu verlieren. Aber das war unerheblich. Er stand zu seinem Wort. Sie hatten Souvagne f├╝r immer den R├╝cken gekehrt. Von nun an waren sie vogelfrei. Der Lich, die Gefahr, die K├Ąmpfe, all das war nicht mehr ihre Welt. Andere mussten sich darum k├╝mmern. Bellamy bedauerte, dass der Prince sich derma├čen mit seinem Vater ├╝berworfen hatte. Er h├Ątte seinen eigenen gerne ein einziges Mal gesprochen, auch wenn sie sich gestritten h├Ątten. Aber wenigstens war es ihm verg├Ânnt gewesen ihn einmal zu sehen. Wie weit der Duc gehen w├╝rde, wusste er nicht. Ciel hatte hoffentlich nichts verbrochen, dass man ihn auch au├čer Landes verfolgen w├╝rde. Aber Bellamy schn├╝rte sich trotzdem das Herz zu. Souvagne war seine Heimat gewesen, trotz allem. Alles was er kannte. Nun brachen sie im wahrsten Sinne des Wortes zu ganz neuen Ufern auf. Sie w├╝rden das Land Ihrer Heimat niemals wiedersehen. Er wusste nicht ob Boldiszar ihn begleiten w├╝rde oder ob er nach Hause zur├╝ckkehrte. Das stand noch offen.
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Silvano de Mancini
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An Bord

#4

Beitrag von Silvano de Mancini » So 16. Sep 2018, 13:34

An Bord

Silvano de Mancini
Prince Ciel war gemeinsam mit seinem Kammerdiener per Riesenvogel zur Choucas gereist und nun hockte das gro├če Drachenhuhn brav auf der noch gr├Â├čeren Dohle. Der Prince sah alles andere als gut aus, er war fertig und scheinbar mit den Nerven am Ende. Wieso, weshalb, warum? Alles Dinge die Vano nicht wusste, aber erfragen konnte. Zuerst hatte Ciel darum gebeten, zu seinem Schwertmeister gef├╝hrt zu werden. Der Mann schien einen nat├╝rlich Sp├╝rsinn f├╝r Peinlichkeiten und Fettn├Ąpfchen zu haben, denn als sie die Kaj├╝te betraten, in der Bellamy warten sollte, lag dieser dort gr├Ątenbreit mit einer Pulle Schnaps in der Hand. In der anderen hielt er seinen Schwanz wie ein Zepter. Vano hatte nichts dazu gesagt, sondern war der Bitte gefolgt Ciel mit Bellamy allein zu lassen. Er hatte sich Boldi geschnappt und war mit ihm abgezogen. Nun sa├čen sie wieder in der Komb├╝se und er lie├č sich den zweiten Teller Suppe schmecken. Er hatte zu ├╝berlegen. Das der Prince aufgrund der Rettung der Menschenfresser angereist war, war unwahrscheinlich. Danach sah der Mann nicht aus. Er war viel zu sehr mit sich selbst besch├Ąftigt, seine Probleme waren gr├Â├čer, da interessierten ihn die Menschenfresser nicht. Allein schon der Tipp, wie der Vampir zu f├╝ttern war, verdeutlichte das mehr als alles andere. Vano a├č wie immer im Zeitlupentempo, wenn er dabei nachdachte. Er musterte kurz seinen Mann und schenkte ihm ein kurzes Schmunzeln. Die Bei├čer hatten sich zur├╝ckgezogen und waren sicher schon l├Ąngst in den Matten. Conni und Fran waren noch nicht zur├╝ck. Jaques h├Ątte schon l├Ąngst ihre Sichtung melden m├╝ssen. Wenn er dem Princen schon Zuflucht auf der Chocas gew├Ąhrte, konnte dieser sich mit seinem gro├čen Vogel auch n├╝tzlich machen und Conni und Fran zur├╝ck an Bord bringen. Genau das w├╝rde er dem jungen Mann auftragen und dann hatten sie zu besprechen, wie sie weiter vorgehen wollten. Wenn es nach Vano ging, konnte er solange bleiben wie er wollte. Solange er die Hierarchie beachtete und sich n├╝tzlich machte. "Bin gleich wieder da Schatz", sagte Vano und k├╝sste Boldi liebevoll. Er schob ihm den Rest seiner Suppe hin, damit er diese aufa├č. Vano mochte keine Verschwendung von Lebensmitteln. Er verlie├č die Komb├╝se und ging zur├╝ck in seine Kaj├╝te. Sanft r├╝ttelte er den Prince wach.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel regte sich und pellte sich ganz langsam aus Bellamys Umarmung, damit sein Schwertmeister weiterschlafen konnte. Mit einem pr├╝fenden Blick versicherte er sich, dass Ferrau wohlauf war. Aus irgendeinem Grund hatte er st├Ąndig Angst, dass Ferrau im Schlaf aufh├Âren k├Ânnte zu atmen und kontrollierte mehrmals in der Nacht nach, ob er noch lebte. Als das der Fall war, lie├č er sich vom Tisch gleiten und blickte Silvano aufmerksam an.

Silvano de Mancini
Silvano zog Ciel sanft mit sich nach drau├čen, so das Bellamy und der Leibdiener weiterschlafen konnten. "Ihr seid hier an Bord meines Schiffes willkommen Prince Ciel und ich denke ich gehe Recht in der Annahme dass Ihr in friedlicher Absicht gekommen seid. Vielmehr seht Ihr so aus, als ben├Âtigt Ihr eine Zuflucht. Ihr habt sie auf der Choucas. Ich ben├Âtige einen Abholservice f├╝r zwei meiner M├Ąnner die noch an Land sind. Francois und Costatino, beide waren in meinem Auftrag unterwegs. Wir k├Ânnten an einem Strand anlanden um die beiden abzufangen, aber das ist nicht n├Âtig. Ihr k├Ânnten sie mit Eurem Riesenvogel bequem abholen. Seid so gut und ├╝bernehmt das, damit ist Euch meine dauerhafte uneingeschr├Ąnkte Gastfreundschaft gewiss. Eine Hand w├Ąscht die andere Prince und es handelt sich um zwei sehr gute M├Ąnner. Zuverl├Ąssig, treu, loyal, dass werdet Ihr noch feststellen und vielleicht sogar einmal ben├Âtigen. Sie kamen aus Beaufort und m├╝ssten sich da wir abgereist sind am Strand von Cantillion befinden oder in dortiger N├Ąhe. Erledigt Ihr den Auftrag f├╝r mich?", fragte Vano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Danke f├╝r Ihre Gastfreundschaft. Das Angebot der Zuflucht nehme ich gern an, ich kann jedoch noch keinen Zeitraum nennen, innerhalb dessen ich wieder abreisen werde. Ich lag bereits wach, als Sie versucht haben, mich zu wecken. Es tut niemandem gut, schlaflos herumzuliegen und finstere Gedanken zu w├Ąlzen. Ich werde daher Ihrem Wunsch gern entsprechen. Haben Sie den Vampir gef├╝ttert?┬ź

Silvano de Mancini
"Die L├Ąnge Ihres Aufenthalts spielt f├╝r mich keine Rolle, 1 Tag, 1 Woche, 1 Jahr, 1 Jahrzehnt, ab 1 Jahrhundert redet mit meinem Nachfolger. Nein ich habe den Vampir nicht gef├╝ttert, noch nicht. Ich habe schlichtweg keinen Mann an Bord den ich f├╝r diese Kreatur opfern k├Ânnte oder wollte. Ihr k├Ânnt mit mir die finsteren Gedanken teilen. Nach Eurer R├╝ckkehr sollten wir beide eh in der Komb├╝se miteinander reden, was Euren Aufenthalt hier anbelangt. Aber keine Angst, dass wird ein positives Gespr├Ąch. Ich erw├Ąhne dies lieber vorab, da Ihr nicht so ausseht, als k├Ânntet Ihr noch eine schlechte Botschaft vertragen. Reist bitte umgehend ab um meine Leute sicher nach Hause zu bringen, alles andere folgt bei Eurer R├╝ckkehr. Gespr├Ąch, Rum, Essen. Danke f├╝r die Hilfe", sagte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es braucht niemand geopfert zu werden, ein Aderlass gen├╝gt, den der Schiffsmedicus durchf├╝hren kann. Bei einem gesunden Mann nicht mehr als f├╝nfhundert Milliliter pro Person und Monat, eher weniger. Sonst wird der Vampir sich ├╝ber kurz oder lang selbst bedienen. Die Alternative w├Ąre, dem Spitzzahn auf anderem Wege Einhalt zu gebieten. Euer Schiff, eure Entscheidung. Denkt dar├╝ber nach, so lange ich unterwegs bin.┬ź Ciel stapfte zu dem Hahn. Er fand, dass das Tier traurig wirkte. Vermutlich vermisste es seinen alten Herrn. Ciel strich ihm ├╝ber den Kamm, ehe er sich auf seinen R├╝cken schwang. Der Hahn erhob sich und stie├č sich mit hartem Fl├╝gelschlag vom Schiff ab. Ein Ruck ging durch den Rumpf und der Wind der Fl├╝gel bauschte die Segel. Bald wurde die Choucas hinter ihnen kleiner und das d├╝nne, helle Band, welches den Strand bildete, wuchs. ┬╗Du brauchst einen Namen, mein Gro├čer┬ź, fand Ciel. ┬╗Gib mir ein wenig Zeit zum ├ťberlegen, und dann sollst du einen erhalten.┬ź Der Strand war in Sicht. Ciel hielt Ausschau nach zwei Gestalten, die nach Seem├Ąnnern aussahen und so wirkten, als ob sie auf jemanden warteten.

Francois Grimard
Am Strand standen zwei sehr unterschiedliche Personen. Ein hochgewachsener Mann im schwarzen langen Mantel mit Dreispitz und Brille, neben ihm stand ein etwas kleinerer Mann der scheinbar einen Pyjama trug und ansonsten aussah als hatte er vor gerade auf einen der h├Âfischen B├Ąlle zu gehen. Sogar das Haar war passend frisiert, beide starrten hinaus auf das Meer und musterten nun etwas verunsichert das gro├če sich n├Ąhernde Tier. Langsam wichen sie zur├╝ck aber nur um dem Wesen Platz zu machen.

Ciel Felicien de Souvagne
Der Cockatrice wirbelte bei der Landung einiges an Sand auf. ┬╗Francois und Costantino?┬ź, fragte Ciel vom Hahn hinab und musterte die beiden Gestalten. Er vermutete, dass der Mann im Schlafanzug betrunken war, doch auf den ersten Blick schien er zumindest nicht herum zu taumeln.

Francois Grimard
"Richtig, wer seid Ihr?", fragte der Medicus und schirmte sein Gesicht gegen den aufwirbelnden Sand ab. "Hat Euch Vano geschickt?", hakte er nach.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Prince Ciel Felicien de Souvagne. Euer Kapit├Ąn bat mich, euch vom Strand abzuholen.┬ź Er lie├č seinen Hahn ablegen. ┬╗Bitte steigen Sie auf und schnallen Sie sich an. Ist Ihr Begleiter betrunken? Dann sollte er in der Mitte sitzen.┬ź

Costantino Marchesi
"Mon Ange ich Danke Euch f├╝r die Rettung, aber wieso glaubt Ihr ich w├Ąre betrunken? Mon Cher ich versichere Euch ich bin v├Âllig n├╝chtern, n├╝chterner als ich um diese Zeit sein sollte", antwortete Costantino und stieg auf den gro├čen Vogel. Er schnallte sich an und half dann Fran auf das Tier, der sich ebenfalls sicherte. "Dies ist unser Schiffs-Medicus Francois Grimard und meine Wenigkeit ist Costantino Marchesi 8. Offizier der Choucas, zu Euren Dienst", l├Ąchelte der 8. Offizier.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ├╝berpr├╝fte, ob beide richtig angeschnallt waren, dann lie├č er den Hahn starten. ┬╗Es ist nicht gerade ├╝blich, sich derart gewandet in der ├ľffentlichkeit zu zeigen. Darum war ich f├╝r einen Moment irritiert. Welchen Grund hat Ihr Aufzug?┬ź, fragte er, w├Ąhrend er den Cockatrice zur├╝ck zum Schiff fliegen lie├č.

Costantino Marchesi
"Mon Mignon meint Ihr mich? Nun ist es eines Edelmannes nicht w├╝rdig sich zu schminken?", fragte Conni irritiert, w├Ąhrend Fran hinter ihm leise seine tiefe brummende Lache lachte.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ja, Sie, Constantin! Aber ich meine Irritation betrifft vielmehr ihre Untergewandung. Warum tragen Sie einen Schlafanzug?┬ź

Costantino Marchesi
"Ah das meint Ihr Mon Chou. Ja dies hat praktische Erw├Ąggr├╝nde. Seht wenn man sich zur Ruhe bettet tr├Ągt sich doch so ein Schlafgewandt ├Ąu├čerst angenehm. Und es sieht auch angenehm aus. Da habe ich mir gedacht, warum sollte ich diesen wundervollen Umstand ausschlie├člich auf die Nacht beschr├Ąnken? Sind wir nicht frei in Wille und Geist zu erkennen wo es wir unn├Âtig eingeengt werden? Mich engte der Hosenbund ein Mon Cher und so kam ich mit mir selbst zur ├ťbereinkunft nicht l├Ąnger die Einengung meiner Eingeweide hinzunehmen und fortan nur noch Schlafgewandung zu tragen. Sie l├Ąsst sich wunderbar leicht wechseln, ist formsch├Ân und bequem. Und sollte sich ein Beischlaf ergeben ist man sehr leicht unbekleidet", erkl├Ąrte Conni h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel hob die Brauen. ┬╗Mon courge, eine eigenwillige Angewohnheit, aber sie zeugt auch von Kreativit├Ąt. Da w├Ąren wir.┬ź Er lie├č den Hahn diesmal gleich auf der richtigen Stelle landen, wo das Tier sich folgsam ablegte und seine Passagiere absteigen lie├č.

Costantino Marchesi
"Merci", sagte Conni und stieg von dem gewaltigen Vogel und wartete auf den Doc.

Francois Grimard
"Danke f├╝r die schnelle ├ťberf├╝hrung, macht Euch nichts draus, Conni ist etwas... gew├Âhnungsbed├╝rftig... aber er hat ein Herz aus Gold und den Verstand... nun lassen wir dass", lachte der Doc leise und folgte seinem Kameraden. "Gesellen wir uns zum K├Ąptn", bat der Medicus.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh, da machen Sie sich mal keine Sorgen, Francois┬ź, sagte Ciel umg├Ąnglich. ┬╗Constantino hat mir einen sehr finsteren Tag vers├╝├čt. Ich sch├Ątze Menschen mit Charakter und mag er noch so eigenwillig anmuten.┬ź Er folgte dem Manne zu Silvano.

Francois Grimard
Als Francois die Gruppe zu Vano f├╝hrte, sah man dem Kapit├Ąn eindeutig an, wie froh er ├╝ber die R├╝ckkehr seiner beiden Leute war. Er musterte beide mit leicht schr├Ąg gelegtem Kopf, wie er es immer tat, wenn er jemanden im Blick behalten wollte. Aber hier war dies reine Freundlichkeit. "K├Ąptn wir haben die Aufgabe erfolgreich erledigt und Dank des Princen sind wir zur├╝ck. Weshalb stehen wir auf See?", fragte Fran.

Costantino Marchesi
"Aye K├Ąptn Mon Dieu Du kannst Dir nicht vorstellen wie geschockt wir waren, als wir eine Truppe am Hafen erblickten, aber nicht die Choucas. Wir hatten schon Sorge, kurzum stellten wir fest, dass das gewaltige Merde ist. Der Auftrag ist aber zur vollen Zufriedenheit ├╝ber die B├╝hne gegangen, dazu sp├Ąter mehr. Danke f├╝r den Abholservice Mon Cher. Ist alles in Ordnung? Wir stehen auf See und Du bist nicht geschminkt, ist etwas am Hofe geschehen?", fragte Conni besorgt.

Silvano de Mancini
"Willkommen zur├╝ck an Bord, gut, sehr gut. Die Lagebesprechung erfolgt sp├Ąter. Am Hof hat es soweit keinen ├ärger gegeben, au├čer das meine Bitte abgelehnt wurde, im Hafen hat es ├ärger gegeben mit einem ├╝bergeschnappten Palaisin, der mir br├╝hwarm mental mitteilen lie├č, dass die Choucas zu versenken sei, da er an Bord einen verfolgten Lich vermutete. Also habe ich umgehend den Hafen verlassen. Der Mann stand vermutlich zu lange in R├╝stung in praller Sonne. Keine Ahnung. Jedenfalls blieb mir nichts anderes ├╝brig um meine Lady zu retten. Wir blieben in Reichweite und h├Ątten Euch per Anlandung geholt ├╝bers Dingi, aber da wir einen Riesenvogel an Bord haben samt Prince Ciel, war dieser so freundlich f├╝r Euch das Flugdingi zu geben. Maat Tekuro die Auffischung, vermutlich Bugraum", befahl Vano freundlich und wandte sich Ciel zu, w├Ąhrend der Doc und Conni sich auf den Weg machten. "Dankesch├Ân nochmals f├╝r die Abholung. Vorher war kein Aderlass m├Âglich, unser Med befand sich nicht an Bord. Ich denke die beiden haben sich Euch vorgestellt? Folgt mir in die Komb├╝se", bat Vano und gab den Weg vor. Dort angekommen setzte er sich an seinen ├╝blichen Platz, k├╝sste Boldi zur Begr├╝├čung und deutete Ciel an, sich ihm gegen├╝ber zu setzen. Der Smutje brachte eine neue Flasche Rum, drei frische Humpen und eine neue Sch├╝ssel Suppe samt dazugeh├Âriger Schalen.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich und freute sich dar├╝ber, dass es etwas zu Essen und zu trinken gab. Auch freute er sich, dass Boldisz├ár anwesend war, auch wenn er diesem momentan nicht so ganz ├╝ber den Weg traute. Aber er war der Coutilier von Ciels Lieblingseinheit Unit├Ę B, mit der Ciel tagt├Ąglich zu tun hatte, da diese Gardisten in der Regel f├╝r die Bewachung seines Fl├╝gel zust├Ąndig waren und sie kannten einander seit vielen Jahren. ┬╗Mir sind die Begriffe nicht gel├Ąufig. Was ist mit Dingi gemeint und mit Auffischung?┬ź, erkundigte er sich bei Silvano.

Boldiszàr
Boldisz├ár k├╝sste seinen Mann innig zur├╝ck. Seine Aufmerksamkeit f├╝r Silvano ging j├Ąh fl├Âten, als dieser Essen auftischen lie├č. Fortan sa├č Boldisz├ár sehr angespannt am Tisch und starrte seine Suppe an, den L├Âffel in der Hand und auf das Signal wartend, dass er losessen konnte.

Silvano de Mancini
Vano schmunzelte Ciel freundlich an und goss ihm gro├čz├╝gig einen Schluck Rum ein, dann bekam Boldi seinen Anteil, zum Schluss f├╝llte er seinen eigenen Humpen. "Das Beiboot ist das Dingi und eine Auffischung ist etwas dass man aus dem Wasser geangelt hat, weil man es verloren hat. Quasi rausgefischt, aufgefischt wenn es noch oben auf dem Wasser schwamm. Willkommen an Bord", sagte Vano und prostete Ciel zu, ehe er einen Schluck trank. "Iss Schatz ehe es kalt wird, warte doch nicht jedesmal auf mich. Ich brauche immer ein bisschen l├Ąnger, also hau rein", fl├╝sterte Vano seinem Mann liebevoll zu und strich ihm ├╝ber den Nacken. Er sch├Âpfte sich selbst etwas Suppe auf den Teller und deutete Ciel an sich zu bedienen, wie er mochte. "Zuerst Prince Ciel, an Bord der Choucas seid Ihr von nun an Ciel. Ihr untersteht meinem Schutz, aber auch meinem Kommando. Dass Du deshalb keinen Schaden nimmst, sondern dass das ein Vorteil f├╝r Dich ist, kannst Du jeden an Bord fragen. Niemand wird Dich ohne meine Zustimmung von Bord holen. Jedenfalls bekommt Dich niemand kampflos. Trink Du bist einer von uns. Und erz├Ąhl mir, weshalb Du notgew├Ąssert hast auf meinem Schiff, also notgelandet wohl ehr. Was ist geschehen?", fragte Vano offen.

Boldiszàr
Boldisz├ár fing auf Silvanos Aufforderung nicht zu essen an, sondern zu fressen. Ciel hatte sich noch nich teinmal fertig eingesch├Âpft, da war Boldisz├árs erster Teller schon leer und er wartete angespannt darauf, sich nachschenken zu k├Ânnen. Er betrachtete die Kelle, mit der Ciel sich in aller Ruhe die besten St├╝ckchen heraus angelte, als w├╝rde er diese Ciel am liebsten aus der Hand rei├čen. Endlich war Ciel fertig und Boldisz├ár schenkte sich viel nach. Er war vermutlich die einzige Person, die es schaffte, so einzuschenken, dass die Suppe in der Mitte des Tellers einen Berg aus den festen St├╝cken bildete und die Fl├╝ssigkeit nur wie eine Sauce anmutete. Dann fra├č er weiter und erst, nachdem auch dieser Teller fast zur H├Ąlfte leer gegessen war, hatte er sich so weit beruhigt, dass er in normalem Tempo weiter essen konnte. Sein Herzschlag verlangsamte sich und die Gier wich Zufriedenheit. ┬╗Lecker┬ź, fand er und trank einen Schluck Rum.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gut, ich bin also Ciel┬ź, best├Ątigte eben jener, w├Ąhrend er Boldisz├ár etwas erstaunt beim Essen zusah. ┬╗Und wie darf ich Sie fortan ansprechen? Ich bin leider hier, da ich einen heftigen Streit mit meinem Vater hatte. Er stellte mich vor die Wahl, sofort nach Hause zur├╝ckzukehren oder aus Souvagne verbannt zu werden. Offensichtlich habe ich mich gegen die Heimkehr entschieden. Noch ist es nicht offiziell, aber da ich seiner Aufforderung nicht nachkam, ist anzunehmen, dass Sie sich bald strafbar damit machen, mich zu bef├Ârdern.┬ź

Silvano de Mancini
"Ich bin Vano oder K├Ąptn. Die Bordgewalt auf den Schiffen obliegt den Kapit├Ąnen. Nun solange Du nicht offiziell ein Krimineller bist, habe ich nichts verbrochen. Und da ich auf See bin, kann ich davon nichts wissen. Das darf man auch bedenken. Zudem bist Du nicht mehr in Souvagne, oder gleich nicht mehr. 12 Meilen, dass sind genau 22,22 Kilometer aufs Meer hinaus geh├Ârt die See noch noch zu dem angrenzenden Land. Man nennt die Hoheitsgew├Ąsser oder Territorialgew├Ąsser. Alles hinter den 12 Meilen von der K├╝ste aufs Meer hinaus ist ab hier also nicht mehr Souvagne. Wir fahren schlie├člich aus folgendem Grund Patrouille, wobei wir auch im freien Gew├Ąsser nach dem Rechten schauen, sprich Rakshanerbewegungen, Zwergebewegungen etc. alles was auf eine Gefahr hindeuten k├Ânnte. Das K├╝stenmeer z├Ąhlt zum Staatsgebiet des K├╝stenstaates. Der K├╝stenstaat besitzt souver├Ąne Hoheitsrechte im K├╝stenmeer, das hei├čt, hier gilt das nationale Recht des jeweiligen K├╝stenstaates, insbesondere auf dem Gebiet der Gefahrenabwehr - des Umweltrechts und der Strafverfolgung. Dies setzten wir f├╝r Souvagne um. Diese k├Ânnen gegen├╝ber Schiffen aller Flaggen ÔÇô mit Ausnahme von Kriegsschiffen ÔÇô geltend gemacht und durchgesetzt werden. Nur zu Deiner Erl├Ąuterung. Worum ging es bei dem Streit? Wie gesagt, Du hast mein Wort ich liefere Dich nicht aus", sagte Vano und nahm einen Schluck Rum. Er gab dem Smutje ein Zeichen, dieser brachte Brot und starken Kaffee f├╝r alle.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Es ging um meine Gro├čmutter, die, wie du ja wei├čt, eine Aff├Ąre mit Parcival hatte und f├╝r den Tod der Agentenfamilien verantwortlich war. Sie harrt derzeit ihrer Hinrichtung. Ich habe sie verh├Ârt und anschlie├čend mit meinem Vater ein pers├Ânliches Gespr├Ąch gef├╝hrt, was auch sehr angenehm begann, aber in gegenseitigen Schm├Ąhungen endete. Meinen Vater belastet sehr, dass er morgen - also heute - seine eigene Mutter hinzurichten hat. Diese Aufgabe wollte ich ihm abnehmen und daf├╝r sorgen, dass sie aus freien St├╝cken aus dieser Welt scheidet. Jedoch folgte mir mein Vater ins Verlies und als er mich dort erwischte, nahm er an, ich wollte mir Inspiration holen, um ihn zu beseitigen. Er unterstellte mir, ich w├╝rde seinen Tod w├╝nschen und nun die ersten Schritte zur Planung in die Wege leiten.┬ź

Silvano de Mancini
"Und wie kommt er auf diesen Schwachsinn?", fragte Vano und schob Boldi seine Suppenschale vor die Nase und nahm sich ein St├╝ck Brot, dass er langsam und gen├╝sslich a├č. "Ich meine wir haben doch gesehen, was los war. Nun jedenfalls was uns betraf. Wieso solltest Du Deinen Vater t├Âten wollen? Und mal ganz ehrlich, da wartest Du bist Du herausfindest, dass Deine Gro├čmutter so etwas bereits durchgezogen hat? Wenn Du Deinen Vater tot sehen wolltest, bist Du wie Deine Br├╝der einer der wenigen die das ohne Probleme durchziehen k├Ânnten. Bis dato hattest Du zu ihm Zugang. Du kannst ihm nahekommen wie sein Leibdiener. Du wirst nicht ├╝berpr├╝ft, ebenso wenig wie Deine Br├╝der. Alle anderen die in seiner N├Ąhe sind oder in seine N├Ąhe wollen, werden ├╝berpr├╝ft, k├Ârperlich, geistig und sicher auch ausgelesen. Sp├╝rt irgendwo so ein wachsames Himmelsauge einen feindlichen oder aggressiven Gedanken wird man sicher schon an den Eiern aus dem Palast geschleift. Also Du gehst Papa besuchen und erw├╝rgst ihn. Tot w├Ąre er, gut Du vermutlich danach auch, je nachdem. Aber Du k├Ânntest so etwas tun. Und h├Ąttest Du so etwas tun wollten, wartest Du auf was? Auf irgendeine Offenbarung durch Oma? Daf├╝r ziehst Du f├╝r ihn in den Krieg? Daf├╝r k├╝mmerst Du Dich um Dein Lehen und die Mauer? Ich meine sicher, das ist zweiseitig. W├╝rde er Dich nicht lieben, w├Ąrst Du nicht anerkannt wordne, h├Ąttest Du gar kein Lehen und er w├╝rde Dir gar nicht derma├čen vertrauen dass Du die Mauer bauen d├╝rftest, in seinem Namen in die Schlacht ziehst und und und. Also weder scheinst Du ihm was zu wollen, noch er Dir. Was war also gestern mit Euch beiden los? Ich vermute dass, was ich auch vorher vermutete. Dein Vater ist uns gar nicht so un├Ąhnlich. Wir verloren durch Parcival und die alte Duchesse unsere Eltern und landeten im Heim. Allein, verlassen, ohne Erinnerung. Dein Vater hat das Gleiche durch Ciel. Nur war er nicht im Heim. Mit dem Tod seines Vaters und Bruders verlor er wie wir alles. Er behielt allerdings seine Erinnerung, denn er musste sie nicht verlieren. Er wusste von nichts. Er war ab dato allein. Denn ich denke seine Bezugspersonen waren sein Vater und sein Bruder und wie im Adel ├╝blich seine Amme. Er hat ein Land unter sich, aber er steht allein an der Spitze. Und er hatte nur diesen Diener, der leuchtend als Geist anwesend war. Eine Person der er noch vertrauen konnte. Und dann sieht er Dich bei der Feindin stehen, die all die Personen denen er vertraute und liebte t├Âtete. Ich wei├č nicht was ich gedacht h├Ątte. Aber ich denke ich h├Ątte erstmal gefragt, was Du dort verloren hast. Ich h├Ątte auch Parcival gerne get├Âtet, aber ich h├Ątte ihn vorher gerne gefragt, wieso. Und ich h├Ątte gerne gewusst, warum er mich so hasst. Und ich h├Ątte gerne gewusst, wer der alte Kerl neben ihm war, der Mancini dazu aufforderte mich herauszur├╝cken. Der hatte doch mehr zu sagen als Parcival. Wer war das? Lebt der noch? Das muss man wissen, aber Parcival ist tot, also werden wir es nicht erfahren. Es sei denn von Deiner Oma. Parcival war nicht allein, das steht fest", sagte Vano und rutschte ganz nah zu Boldi auf um sich anlehnen zu k├Ânnen.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Den alten Mann hatte ich nicht gesehen in eurer Erinnerung, ich war auf Parcival fokussiert. Nein, er kann nicht allein gewesen sein, ebenso wie meine Gro├čmutter, es muss weitere Helfer geben. Wir k├Ânnten Parcivals Geist beschw├Âren lassen ... aber ich habe keine Kraft mehr, Silvano. Der Lich hat mich fast aufgezehrt, du siehst, wie ich aussehe. Parcival wurde vor meinen Augen enthauptet, einem unserer Himmelsaugen ein Stilett ins Herz gejagt und die Bei├čer interessieren mich nicht mehr. Sollen sie entkommen, ihr Unwesen treiben und Leute auffressen. Ich habe den Fluch nach Souvagne gebracht, uns drohen ganz andere Probleme. Es liegt an mir, ich trage das ├ťbel nach wie vor im Herzen, wurde magisch vergiftet und es greift nach meinem Vater. Er versteht nicht, warum ich Distanz zwischen uns bringen wollte. Er scheint ├╝berhaupt nichts mehr zu verstehen. Und langsam frage ich mich, ob es nur noch einen Weg gibt, diesen Kreis zu durchbrechen.┬ź

Silvano de Mancini
"Du meinst Dich zu t├Âten? Das ist nie eine L├Âsung, denn dann ist nur eines erreicht, Du bist tot. ├ändert sich dann was? Zieht der Lich vor Gram um? H├Âren die Menschenfresser das Fressen auf? Werden die damaligen Verschw├Ârer sich voller Schuld zur├╝ckziehen? Nein wenn man tot ist, ist man einfach nur tot. Solange man lebt, egal wie kann man handeln, kann man k├Ąmpfen, kann man etwas bewirken. Sich selbst zu t├Âten, hei├čt den Feinden die Arbeit abnehmen Ciel. Es gibt nur einen gerechtfertigten Tod und der ist seiner Liebe auf die andere Seite zu folgen. Und sogar dass kann einem verwehrt sein. Mir war es zum Gl├╝ck verwehrt, sonst h├Ątte ich niemals Boldi wiedergefunden. Mein Mann wurde ermordet, meine Aufgabe war seinen M├Ârder zu stellen und zu t├Âten. Ohne diese Aufgabe h├Ątte ich keinen Grund gehabt zu bleiben. Gut bis auf meinen Hund, den er mir damals zur Verlobung im Jahr 188 schenkte. Fou Fou kann aber auch durch wen anderes versorgt werden zur Not. Aber seinen M├Ârder konnte nur ich jagen und ich habe ihn gejagt. Und dabei kam es dazu, dass ich erneut Blutrache schw├Âren musste nun ist nicht 1 M├Ârder und 1000 K├Âpfe offen, sondern genau 49.000 K├Âpfe muss ich noch holen. Naja wie hei├čt es so sch├Ân? Irgendwas ist immer.Schwamm dr├╝ber, dass erledige ich wie ich jede Aufgabe zu Ende bringe. Aber da sie noch im Raum stand, gibt es mich noch. Drum sage ich immer, meine h├Ąrtester Kampf war um mein Leben zu k├Ąmpfen, als ich sterben wollte. Ich wollte, glaub es mir, als mir das halbe Gesicht fehlte. Ich hatte Schmerzen von denen Du nicht die geringste Ahnung hast und das ist gut so. Aber ich blieb, ich hatte meinem Mann was geschworen. Und ich glaube ich verdanke es Davet, dass ich heute bin wer ich bin. Vor allem verdanke ich ihm, dass ich Boldi zur├╝ck habe. Egal wie, er war ein Meilenstein. Andere w├╝rden sagen, vielleicht nur eine Zwischenstation zu Boldi, mag sein, aber das schm├Ąlert nicht mein Andenken oder meine Liebe zu ihm. Er steht f├╝r sich, genau wie Boldi. Drum es gibt nur einen Weg all das zu durchbrechen. Der Weg ist etwas l├Ąnger. Aber Du bist jung, Du hast Zeit. Der Weg der vor Dir liegt hat mehrere H├Ąfen die Du anlaufen musst. Erster Hafen - t├Âte den Lich. Zweiter Hafen - t├Âte die versteckten Feinde. Dritter Hafen - fisch Deinen Vater aus dem Hafenbecken er ging Baden da er durch seine Mutter nichts mehr sieht. Vierter Hafen - verh├Âre Oma und t├Âte sie. Reihenfolge ist egal. Danach wirst Du gesund werden, glaub es mir. Nichts macht Dich so gesund und gl├╝cklich wie das Wissen wie hart und taff Du sein kannst und das Wissen was Du geleistet hast", sagte Vano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich WEI├č, was ich kann┬ź, schrie Ciel und schlug auf den Tisch. Boldisz├ár a├č unger├╝hrt weiter, er kannte Ciel gut genug um zu wissen, dass der Prince gern mal laut wurde, ohne dass man deswegen f├╝rchten musste, dass K├Âpfe rollten. ┬╗Aber was ich auch tue, es ist nie genug! Ich habe den Nordwall gebaut und einen Feldzug gegen die Rakshaner angef├╝hrt, da war ich 15! Ich jage seit Wochen diesen Lich und stehe seit jeher immer selbst in vorderster Reihe! Ich war nie jemand, der andere die Arbeit machen lie├č, da ich zu denen geh├Âre, die der Meinung sind, dass es am besten wird, wenn man die Dinge selbst anpackt. Nun muss ich mir von meinem Vater anh├Âren, dass ich ihn ermorden will und f├╝r immer das Land zu verlassen habe, wenn ich nicht sofort umkehre. Was auch immer mit Vater los ist, ich kann es nicht ├Ąndern. Er hat mich anerkannt als seinen Sohn, nur um mich zur├╝ck in den Staub zu treten. Ich achte das Leid, welches du durchleben musstest, Vano und ich bedaure, dass wir uns damals nicht kannten, denn ich h├Ątte dir helfen k├Ânnen. Es gibt so vieles, was ich kann, aber das eine kann ich nicht - meinem Vater ein guter Sohn sein.┬ź Ciel goss sich Wasser ein und trank ein Glas. ┬╗Wenigstens ein guter Prince sollte ich dennoch sein und die Dinge zu Ende bringen. Da gebe ich dir recht. Ich bin nur wahnsinnig m├╝de.┬ź Er schloss die Augen. ┬╗Mit meiner Gro├čmutter m├╝sste ich beginnen, wenn sie ├╝berhaupt noch lebt. Denn ihre Uhr tickt. Und da scheitert es schon. Ich kann nicht mehr in den Palast zur├╝ck.┬ź

Silvano de Mancini
"Oh bitte", grinste Vano, "Ein Schreiwettbewerb w├╝rdest Du gegen mich verlieren, da frag meinen Mann Boldi. Wei├čt Du was ich letztens festgestellt habe Ciel? Ich hatte das gleiche Problem wie Du. Ich habe alles getan um meinem Adoptivvater ein guter Sohn zu sein. Ich benahm mich adliger als jeder Adlige, ich habe nie nur den geringsten Anlass gegeben daran zu zweifeln, dass es richtig war mich zu adoptieren. Ich war der perfekte Sohn, doch es hat nie ausgereicht. Niemals. Genauso wie bei Dir. Anerkannt und doch au├čen vor. Aber wei├čt Du was mein Problem war und auch Dein Problem ist? Wir beide sind die einzigen die glauben dass wir nicht ausreichen. Hat Dein Vater das je zu Dir gesagt oder der meine zu mir? Nein, nie. Bei mir bin ich mir sicher und bei Dir fast auch. Wir sind es, die st├Ąndig an uns selbst zweifeln und insgeheim bei jeder noch so kleinen Kritik denken, weil wir angenommen deshalb sagt Vater nun dies oder das. Ist dem wirklich so? Wei├čt Du, bei Davet oder Boldi kann ich sein wer ich wirklich bin, auch wenn diese Person bis dato namenlos war. Seitdem Du uns die R├╝ckf├╝hrung erm├Âglicht hast, wei├č ich zwei sehr wichtige Dinge. Erstens wie diese Person die ich wirklich bin hei├čt - Delancy. Und zweitens, dass mein Adoptivvater nur eines wollte, was ich bin - gl├╝cklich. Ciel das gilt auch f├╝r Dich. Kein Mann stellt sich den Himmelsaugen entgegen und adoptiert ein gebranntes Kind, wenn er es dressieren wollte. Kein Mann k├Âpft ein Himmelsauge und ist au├čer sich bar jeder Maske, wenn er seinen Sohn nicht lieben w├╝rde. Und noch eine Erkenntnis, die ich durch die R├╝ckf├╝hrung erlangte. Um ein guter Sohn zu sein, sollte man auch einmal seinem Vater widersprechen, vor allem wenn er Unrecht hat. Denn das macht wahre Liebe aus. Was n├╝tzt es, wenn ich Boldi aus Liebe zustimme und ihn in seinen Untergang segeln lasse? Das hat nichts mit Liebe zu tun, sondern mit Feigheit. Und ich war feige, ich hatte Angst irgendwie anzuecken als Sohn, weil ich dachte, dann tritt mich mein Vater zur├╝ck in den Staub vorher ich kam. Das dachte ich seit dem ich f├╝nf Jahre alt war. Und Du denkst ganz genauso. Also ├╝berleg nochmal von vorne und antworte mir, aber bitte leise. Du verschwendest Deine Kraft, die Du dringender ben├Âtigst. Bei Deinen K├Ąmpfen stehe ich Dir zur Seite, mein Wort drauf", sagte Vano.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel atmete durch. ┬╗Du hast Recht, schreien bringt nichts. Ich wei├č nur langsam nicht mehr, wohin mit all dem, was in mir tobt. Dass unsere beiden V├Ąter uns lieben steht au├čer Frage. Aber sch├╝tzt Liebe vor Bosheit? Wohl kaum. Ich selbst mache da keine Ausnahme, auch ich habe vor einige Zeit den damals wichtigsten Menschen in meinem Leben grausam behandelt. Verstehe mich nicht falsch, ich nehme mich nicht davon aus, Fehler zu machen. Aber uns beide unterscheidet etwas Grundlegendes. Dein Vater hat dir nie gesagt, du seist nie genug - meiner ist der festen ├ťberzeugung, ich w├╝nsche seinen Tod. Ich muss fairerweise dazu sagen, dass mir einmal genau diese ├äu├čerung herausgerutscht ist, als ich sehr zornig war. Das hat er sich sehr zu Herzen genommen und keine Entschuldigung der Welt kann diese Worte zur├╝cknehmen. Doch dass er sie wirklich f├╝r bare M├╝nze nimmt, so weit gehend, mich nicht mehr in seinen Fl├╝gel zu lassen und sich mit der Leibgarde von mir abzuschirmen ... Silvano, ich wurde des Landes verwiesen. Verrate mir bitte, wie ich diesem Manne noch ein weiteres Mal widersprechen sollte, ohne f├╝rchten zu m├╝ssen, dass sofort mein Kopf rollt?┬ź

Silvano de Mancini
"Verwechsele Bosheit nicht mit Dummheit oder Gemeinheit. Bosheit hat eine ganz andere Dimension Ciel. Und solange das Opfer Deiner Gemeinheit noch lebt, hast Du immer noch die Chance umzukehren. Geh niemals im Streit auseinander mit jenen die Du liebst und gehe niemals mit ├ärger im Bauch ins Bett. Den Fehler den Du begehst machen viele. Du fragst Dich bei jedem Wort oder bei allem was man missverstehen k├Ânnte, warum Dich Dein Vater, Freund oder wer auch immer angreift. Die Frage hingegen stelle ich mir nicht. Bezogen auf meine Partner oder Freunde gehe ich immer davon aus, dass alles was sie sagen oder tun gut ist. Also dass sie es gut mit mir meinen. Nat├╝rlich war auch ich auch schon entt├Ąuscht, wenn ich etwas h├Ârte was mich verletzte. Aber dann habe ich mich selbst zur Ruhe gerufen. Gut Davet hat DAS gesagt, wieso? Wieso sagt er mir das? Um mir zu schaden sicher nicht, sondern entweder um mir aufzuzeigen wo mein Fehler war, damit ich etwas lerne oder mich zu warnen. Oder weil er es im Moment selbst nicht besser wusste. Ihn anschreien? Ihm b├Âse sein? Schmollen? Was soll das, damit gef├Ąhrde ich schlimmstenfalls die Beziehung, wenn ich mich meinem Mann gegen├╝ber so dumm verhalte. Also frage ich, was das sollte. Dann wei├č ich es. Eine Beziehung bietet keinen Platz f├╝r Spekulationen, es ist ein Ort der absoluten Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Gut manchmal zeitverz├Âgert, aus Angst oder weil man nicht sofort die richtigen Worte findet. Aber Du kannst einige aus der alten Mannschaft fragen, oder auch Boldi. Ich streite mich niemals f├╝r Kleinschei├č, weil ich mir einrede mein Partner wollte mir gerade eine mitgeben. Warum sollte er das wollen? Und will er das, soll er es klar und deutlich sagen. Geh doch einfach mal von Guten statt vom Schlechten aus. Du wirst sehen, dass passt ganz genauso gut auf die Situation und meist ist es die Wahrheit. Gut Dir ist das herausgerutscht, dann entschuldige Dich daf├╝r. Sag ihm Paps dass was ich sagte war unter aller Sau und hat Dich verletzt. Aber wenn Du mir genau das jetzt unterstellst, verletzt das mich. Du wei├čt ich war damals so neben mir wie Du heute. Beruhige Dich bitte und h├Âr mir zu. Und dann sag ihm was Du ihm sagen m├Âchtest. Wie Du mit ihm reden sollst? Du redest mit Deinem Papa und nicht mit dem Duc. Sicher man kann Worte nicht zur├╝ckholen. Aber ganz ehrlich Ciel, wer hat in richtiger Rage noch nie Schei├če gelabert? Du genau wie ich. Und Dein Vater ist nicht nur Duc sondern Privatperson. Der gute Max wird sich auch schon mal in der Wortwahl vergriffen haben. Falls nicht, ist es genau dass was ihn irgendwann zum platzen bringt. Frust angestaut von Jahrzehnten den er nicht mal herausschreien kann. Wenn gar nichts geht, hilft genau dass. Stell Dich hin und br├╝ll Dir die Seele aus dem Leib bis Du vor Ersch├Âpfung zusammenklappst. Dann ist gut, dann ist es raus. Denn nicht immer kannst Du genau das tun, was Du tun musst um den Frust zu besiegen. Das mit dem Fl├╝gel ist genauso eine ├ťberreaktion wie Deine Morddrohung. H├Ąttet Ihr Euch weitergestritten h├Ąttet Ihr Euch den Krieg erkl├Ąrt, das schaukelt sich immer weiter hoch, weil von Euch beiden keiner mehr den Ausgang findet. Der ist aber leicht zu finden. Du oder er - Ihr beide k├Ânnt mittendrin abbrechen. Ciel warte mal, was reden wir hier eigentlich. Du willst mich nicht t├Âten, ich will Dich nicht verbannen. Lass uns mal einen Schlussstrich unter diese Schei├če ziehen verdammt. H├Âren wir auf mit dem Dreck. Es tut mir weh dass Du sowas gesagt hast. Antworte da jetzt drauf. Und schon habt Ihr den Dreh bekommen. Aber jeder von Euch setzt noch einen drauf, und noch einen. Am Ende folgt was? Das ist wie mit Blutfeden, Leute sterben, weil Klein-Oma die Bratpfanne nicht zur├╝ckgab und keiner mit dem anderen redet. Manche wissen schon gar nicht mehr, warum sie seit Generationen eine Fehde laufen haben, m├Âgen sich sogar aber schlagen sich die Sch├Ądel ein, war doch ein so und so. Was beim Abgrund soll das? Vorschlag, wenn Du mit ihm reden m├Âchtest und Angst hast, rede mit ihm hier. Angebot, hier ist er nicht in Souvagne, hier ist er auf offener See und vielleicht beruhigt ihn das auch. Manche macht die Weite verr├╝ckt, andere wie mich beruhigt sie. Kein Fixpunkt nur Weite. Kl├Ąrt den Geist. Was sagst Du?", bot Vano an. "Das Du uns beigestanden h├Ąttest, h├Ątte es Dich dort schon gegeben, glaube ich Dir. Du hast wenn Du ehrlich bist, trotz aller Familie das gleiche durch wie Belly, Boldi, Rob, ich oder auch Dein Vater Ciel. Denk mal dr├╝ber nach", sagte Vano freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel sch├╝ttelte den Kopf. ┬╗Nein, Silvano. Ich habe keinerlei Grund, mich zu beschweren. Ich hatte alles, was ich ben├Âtige, um gl├╝cklich zu sein. Vergleiche mich nicht mit dem, was du durchmachen musstest. Ich lebte bis gestern wie die Made im Speck. Aber mich aus dem Land zu verbannen, das war einen Schritt zu weit gegangen. Andererseits ... noch hat er es vielleicht nicht getan. Vielleicht war er genau so ├╝bereilig in seiner ├äu├čerung wie ich. Gut. Ich lasse es darauf ankommen. Ich unternehme einen letzten Versuch, das zu kitten. Aber nicht hier auf dem Schiff. Denn dies wird meine Insel sein, sollte er seine Drohung wahr machen. Solltest du nicht damit einverstanden sein, hast du nun gen├╝gend Zeit, die Segel zu setzen. Und f├╝tter den Vampir oder schmei├č ihn ├╝ber Bord!┬ź Ciel tupfte seinen Mund ab und erhob sich. ┬╗Falls ich nicht zur├╝ckkehren sollte, sage ich jetzt schon einmal danke f├╝r die Gastfreundschaft und f├╝r den Rat. Ich werde allein fliegen. Ferrau und Bellamy bleiben hier. Gib gut auf die beiden Acht, besonders auf Ferrau.┬ź Ciel ging zu seinem Cockatrice, kletterte hinauf und schnallte sich fest.

Silvano de Mancini
Vano folgte ihm nach drau├čen. "Nun Mancini lie├č mich nicht verhungern. Von daher ist es kein Vergleich wem es schlechter oder besser ging. Maaten stehen sich bei Ciel. Ich passe auf Deinen Mann auf und wir warten hier auf Dich. Boldi und ich, wir wissen das Du zur├╝ckkehrst. Du hast Recht, wie gesagt, dass war genauso eine ├äu├čerung wie Deine. Und das Ende vom Lied ist Du liegst weinend im Bett und er auch. So ist das, wenn man nicht rechtzeitig den Absprung schafft. Am besten ist, man l├Ąsst diesen Schei├č. Wenn Ihr es gekittet bekommt, versuch es mal auf meine Art, jedenfalls die wie ich mit meinem Mann umgehe. Sobald Du zur├╝ck bist, sollte ich meinen Vater besuchen, gleiches Ziel. Ich m├Âchte ihm sagen, dass ich verstanden habe und die Distanz die ich hochzog fallenlassen. Ich habe ihn zwar nicht des Landes verwiesen, aber ich habe ihn auf Abstand gehalten. Und das hat er nicht verdient, wie ich nun wei├č. Das war auch nur meiner Angst und Unwissenheit geschuldet. Aber noch kann ich es ihm sagen, genau wie Du. Warte nicht zulange. Viel Gl├╝ck Maat und sichere Reise", sagte Vano und streichelte den gro├čen Drachenhahn.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ferrau ist mein Leibdiener, nicht mein Mann┬ź, korrigierte Ciel. ┬╗Was seinen pers├Ânlichen Wert nicht schm├Ąlert, sondern eher noch erh├Âht. Falls ich nicht zur├╝ckkehre, vererbe ich ihn dir und du magst mit ihm besprechen, was fortan f├╝r ihn das Beste ist. Er ist ein sensibler Mann, geht entsprechend mit ihm um.┬ź W├Ąre Ciel nicht zu der ├ťberzeugung gelangt, dass Silvano genau das tun w├╝rde, h├Ątte er diese Entscheidung nicht getroffen. ┬╗Danke f├╝r alles.┬ź Ciel lie├č den Cockatrice starten und flog zur├╝ck nach Beaufort. Dort lie├č er das Tier mit Futter und Wasser versorgen, aber nicht ausschirren. Ciel behielt die Gardisten im Auge und wartete, ob man ihn angreifen w├╝rde, w├Ąhrend er zum Fl├╝gel seines Vaters stapfte.

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Vers├Âhnung Vater und Sohn

#5

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » So 16. Sep 2018, 13:40

Vers├Âhnung Vater und Sohn


Maximilien Rivenet de Souvagne
Die Palastwachen reagierten wie immer, es schien noch keinen Befehl gegeben zu haben, gleich in welche Richtung.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel blieb vor dem Fl├╝gel seines Vaters stehen, ohne diesen zu betreten und informierte einen Dienstboten, seinen Vater dar├╝ber in Kenntnis zu setzen, dass er um ein Gespr├Ąch b├Ąte.

Fabien Lacomb
Der Dienstbote verneigte sich geflissentlich und eilte davon. Einige Minuten sp├Ąter kam er mit Fabien zur├╝ck. "Seid gegr├╝├čt Herr, Ihr seht schlecht aus. Sicher k├Ânnt Ihr mit Eurem Vater sprechen, es w├Ąre sch├Ân wenn es diesmal etwas ruhiger ginge f├╝r Euch beide. Folgt mir bitte", sagte Fabien h├Âflich und f├╝hrte Ciel in die Gem├Ącher seines Vaters.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das liegt wohl nicht nur an mir┬ź, murrte Ciel. ┬╗Aber ja, ich w├╝rde mir das auch w├╝nschen.┬ź Er folgte Fabien und hielt Ausschau nach seinem Vater.

Fabien Lacomb
"Das wei├č ich Herr, Euer beider Nerven lagen blank. Ich kann einiges Herr und ich wei├č Euren Vater auch oft zu beruhigen oder aufzumuntern, aber das war schwere Kost. Ich konnte ihn leider nicht irgendwie beruhigen. Nun ich meine er ist der Duc, aber manchmal l├Ąsst er sich trotzdem von mir oder anderen beruhigen. Ich denke es ist der Verrat seiner Mutter. Nicht nur, wie sie zueinander stehen. K├Ąlte untereinander ist traurig wisst Ihr, aber das was diese Frau tat war ungeheuerlich. Und zu h├Âren, dass sie ihm das gleiche Schicksal w├╝nschte, hat ihn sehr verletzt. Er war sehr aufgebracht, er ist im Schlafzimmer und liest. Ich k├╝ndige Euch an, wartet bitte kurz", sagte Fabien. Er verschwand im Schlafzimmer und es dauerte einige Minuten, ehe Fabien wieder erschien und dann etwas scheu l├Ąchelte. "Er empf├Ąngt Euch Herr", sagte Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Gut, dass du es versucht hast. Allein das wird ihm gut getan haben, selbst wenn es nicht geholfen hat.┬ź Ciel blieb einen Moment vor der T├╝r stehen, in dem er sich nicht traute, einzutreten. Es f├╝hlte sich an wie der Gang zum Schafott. Dann atmete er durch und machte einen gro├čen Schritt.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien sa├č in seinem Bett mit angezogenen Beinen und hatte sein Buch auf dem Scho├č liegen. Er schaute auf und Ciel sah f├Ârmlich, was in seinen Gedanken vor sich ging. Meckern? Aufstehen und ihn einfach umarmen? Letztendlich blieb Max sitzen und schaute wieder in sein Buch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel setzte sich zu Maximilien, nahm ihm das Buch aus der Hand, schlug es ohne Lesezeichen zu und legte es hinter sich, so dass sein Vater nicht herankam.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musterte Ciel und sagte einige Minuten nichts. "Warum bist Du hier?", fragte er nach einer Weile leise.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Um dir zu sagen, dass ich deinen Tod nie wirklich gew├╝nscht habe. Das war eine dumme ├äu├čerung im Zorn, die nie h├Ątte gesagt werden d├╝rfen. Dennoch ist es geschehen. Worte sind wie Pfeile, einmal ausgesprochen, kann man sie nie wieder zur├╝cknehmen und es mag sein, dass man mitten ins Herz trifft. Ich kann die Zeit leider nicht zur├╝ckdrehen, ich kann mich nur wiederholt entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich das gesagt habe.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Wir beide haben viel gesagt, was besser ungesagt geblieben w├Ąre, vor allem da wir es nicht so gemeint haben. Ich nehme Deine Entschuldigung an und entschuldige mich f├╝r mein unwirsche Art ebenso", sagte Max und nahm Ciel fest in die Arme.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bin ich nicht verbannt?┬ź, fragte Ciel sicherheitshalber nach.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Irgendwo Fahnen auf Halbmast gesehen, da Du tot bist?", schmunzelte Max und rutschte ein St├╝ck, dass Ciel sich mit ins Bett legen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nahm das Angebot an und krabbelte hinein, wo er sich an seinen Vater kuschelte. ┬╗Es h├Ątte eine Falle sein k├Ânnen┬ź, antwortete er. ┬╗So h├Ątte ich das gemacht - und dann die Fahnen auf Halbmast gesetzt.┬ź Er blinzelte. ┬╗Parcival war nicht allein, Papa. Mir ist wieder eingefallen, dass ein weiterer Mann neben ihm stand w├Ąhrend der R├╝ckf├╝hrung.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Ciel bekam einen ziemlichen groben Klaps vor den Hinterkopf. "H├Ârst Du jetzt auf? Hat es nicht gereicht? Ich stelle Dir keine Falle, oder Du mir. Lass es jetzt gut sein, leg Dich hin und lass uns endlich wieder gut zueinander sein", sagte Max streng ehe er Ciel in den Arm nahm und sich mit ihm zudeckte. "Wer war der Mann? Beschreib ihn mir bitte", bat Max und dr├╝ckte Ciel einen Kuss auf die Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Das war nur ein Scherz┬ź, murrte Ciel kleinlaut und kuschelte sich bei seinem Papa ein. ┬╗Ich wei├č nicht mehr, wie er aussah.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max musste bei der Info lachen, dass es nur ein Scherz war. "Ja gut, unterlass solche Scherze, die tun weh auf die eine oder andere Art. Gut in wessen Erinnerung kam der Kerl denn vor? Der muss sich einfach nochmal erinnern, ich hoffe er wei├č es noch", sagte Max. "Wei├čt Du noch was der Kerl getan hat?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗In der Erinnerung von Silvano. Ich wei├č nichts N├Ąheres mehr. Ich glaube, LinhardsHumor f├Ąrbt auf mich ab.┬ź Er grinste verlegen und pl├Âtzlich vermisste er Linhard schrecklich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ach deshalb hat Linhards Vater damals schlagartig, fluchtartig das Land verlassen mit einem Loch im Herzen. So wird echt ein Schuh draus", grinste Max. "Silvano der Boldik├Ąufer?", fragte Max schmunzelnd.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Oh, mit Ansgars Loch im Herzen hatte Linhard nichts zu tun, das war Brandurs Werk, der hier gem├╝tlich und auf Alexandres Kosten verj├╝ngt einherspaziert - der nebenbei auch Ansgars Wunde verschlossen hat. Ja, Silvano war der Chevalier, der dir Boldisz├ár abkaufen wollte. Ich glaube, er lieb├Ąugelt auch mit Bellamy, aber den r├╝cke ich nicht heraus, und wenn er sich auf den Kopf stellt.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Bellamy? Nun da soll er lieber die Finger von lassen, sonst sind sie mehrfach gebrochen und dass auch nur wenn Belly ihn sehr lieb hat. Wobei ist oder war Belly nicht der Bruder von Boldi? Ja ich wei├č, dass war ein genauso schlechter Witz zur├╝ck Ciel. Wieso, ist Dir Bellamy so an Herz gewachsen? Nun warum nicht, f├Ąhig ist er", stimmte Max zu.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Bellamy ist nicht nur sehr f├Ąhig, er ist mir auch ein wichtiger Berater und ein guter Freund geworden┬ź, sprach Ciel ernst. ┬╗D├╝rfte ich in diesen Dimensionen sprechen, w├╝rde ich sagen: Er ist mein bester Freund. Ja, er ist der Bruder von Boldisz├ár und ich habe den Eindruck, Silvano w├╝rde ihn f├╝r eben diesen gern abkaufen. Um Boldisz├ár eine Freude zu machen. Aber das kommt nicht in Frage, ein Mindestma├č an Egoismus muss auch einem Bluthexer gestattet sein.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"W├╝rdest Du ihm nach allem was Du wei├čt Boldi ├╝bereigenen? Er kann Bellamy nicht kaufen, Bellamy ist ein freier Mann oder hatte er seine Freiheit verloren? Ich wei├č das gar nicht mehr. Im Moment habe ich nur Watte im Kopf", antwortete Max entschuldigend.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Was? Ich dachte Bellamy geh├Ârt nun mir┬ź, rief Ciel entsetzt. ┬╗Dass du ihn mir geschenkt hast!┬ź Ciel wurde kreidewei├č. ┬╗Ich muss einen Vertrag aufsetzen, der ihm verbietet, eigener Wege zu gehen, ungeachtet seines Status┬ź, beschloss er. ┬╗Und den muss er unterzeichnen!┬ź Ciel br├╝tete finster in Maximiliens Armbeuge vor sich hin. ┬╗Silvano Boldisz├ár ├╝bereignen? Von der Sache her ... jein. Was ist mit Unit├Ę B?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich habe ihn Dir ├╝bereignet? Ja dann hat er seine Freiheit verloren, stimmt er war ja wieder nur Garde. Hast Recht. Die Unite B wird dann ein anderer f├╝hren und Boldi wird entweder das Eigentum von Silvano de Mancini bleiben oder dieser wird ihn freilassen", antwortete Max und kraulte Ciel den Kopf.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Also hat Bellamy seine Freiheit wieder verloren?┬ź, fragte Ciel erleichtert. ┬╗Du gehst zu freim├╝tig damit um, Leuten ihre Leibeigenschaft zu nehmen. Ich w├Ąre damit sehr viel geiziger. Unit├Ę B ohne Boldi und ohne Robby, kaum vorstellbar ... es wird schwer, w├╝rdigen Ersatz zu finden, der, nun ja, gen├╝gend Biss hat. Und du willst Boldisz├ár verschenken, das ist beschlossene Sache?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein das ist noch nicht beschlossen, wir reden doch gerade dar├╝ber. Du kannst den Nachersatz bestimmen, wenn Du m├Âchtest. Es ist Deine liebste Einheit und es gibt viele gute M├Ąnner mit viel Biss. Such sie doch mit Bellamy aus. Aber mich schmerzt der Umstand was den Agenten angetan wurde und die beiden sind wohl wirklich Liebende. Ich meine das bedeutet nicht, dass ich Boldi abtreten muss. Aber vielleicht macht es ein klein wenig wieder gut. Was meinst Du?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel murmelte leise vor sich hin. ┬╗Jaaa ... schon irgendwie ....┬ź, sagte er unroyal. ┬╗Und man kann nicht abstreiten, dass sie sich wirklich gern haben. Boldisz├ár ist zudem leider ohnehin bald zu alt f├╝r die Leibgarde. Jaaa ... du hast recht. Man hat ihnen die Familien genommen, man sollte ihnen gestatten, eine eigene zu gr├╝nden.┬ź Ciel seufzte. ┬╗Was ist mit Robby, also Robere? Er ist j├╝nger.┬ź Ciel verschwieg, dass er wusste, wo er und die anderen Bei├čer sich aufhielten.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Robere ist kein Agentensohn und die Leibeigenschaft ist keine Strafe Ciel. Ich wollte Boldi nicht belohnen indem ich die Leibeigenschaft aufhebe, sondern indem ich ihm erm├Âgliche mit seinem Partner zusammen zu sein. Robere wird bleiben wer und was er ist. Wieso auch nicht? Gilbert k├Ânnte Dir ebenso helfen passende Bewerber auszusuchen. Ja das kommt dazu, Boldi ist nicht mehr der J├╝ngste, jedenfalls ist er bald zu alt f├╝r die Garde, dass muss man ebenso ehrlich gestehen. Deshalb w├╝rde ich ihm f├╝r all das was er die Jahre ├╝ber leistete und wie er ins Heim kam, welche Umst├Ąnde urs├Ąchlich waren, gerne einen guten Neustart mit seinem Mann g├Ânnen", sagte Max. "Hast Du denn Wunschkandidaten die Du gerne in der Unite h├Ąttest?"

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich meinte nicht, dass Robere die Freiheit geschenkt bekommen sollte. Ich wollte nur wissen, ob er in der Leibgarde bleiben darf, denn ungeachtet aller Verfehlungen w├╝rde ich ihn gern dort behalten. Mir macht die Struktur der Unit├Ę B Kopfzerbrechen, seit er fort ist und Boldisz├ár auch wegzubrechen scheint. Es werden noch Weitere aus Altersgr├╝nden ausscheiden. An Wunschkandidaten habe ich momentan niemanden pers├Ânlich, aber es sollten M├Ąnner sein, die in diese Einheit passen und ihr Profil unterstreichen. Keine, die ├╝berkorrekt sind, sondern wissen, wann man das Gesetz auch mal gro├čz├╝gig auslegen darf. Ich w├╝nsche mir, dass Unit├Ę B die Sch├Ąrfe beh├Ąlt, auf die sie in den letzten Jahren selektiert wurde. Eine Einheit aus Bellamys und Roberes, in deren Anwesenheit man unbesorgt schlafen kann.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"So sind alle Einheiten Ciel, nur die einen zeigen es offen, die anderen verdecken es. Aber ich verstehe was Du meinst. Dann sollten wir eine Ausschreibung in die Lehen fertigen oder so die Augen offen halten. Die Einheit muss ihre St├Ąrke behalten. Vielleicht kennt Boldi Leute die er selbst empfehlen w├╝rde Ciel. Das w├Ąre wohl die beste und einfachste L├Âsung, er w├╝rde niemanden empfehlen, der nicht in die Einheit passt", schlug Max vor.

Ciel Felicien de Souvagne
"Sicher, aber diese Einheit hat eben ihren besonderen Ruf und den hat sie nicht ohne Grund. Es ist "meine" Einheit, auch wenn sie nat├╝rlich alle Mitglieder unserer Familie sch├╝tzen, aber du verstehst schon. Ich habe eine besondere Beziehung zu ihnen, da sie mich zur Front und zu weiteren wichtigen Aufgaben begleiteten. Es besteht einfach ein ganz anderes Vertrauensverh├Ąltnis." Er starrte aufgekratzt an die Decke. "Lebt Gro├čmutter noch oder ist sie bereits entschlafen?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Die ├╝berlebt uns alle", murmelte Max und sch├╝ttelte dann den Kopf. "Sie lebt noch, die Betonung liegt auf noch. Ich verstehe Dich nur zu gut, es sind Deine Bellamys, alle samt wie ich einst Bellamy und nun Massimo vertraue oder meiner pers├Ânlichen Leibgarde. Dann werden wir passende M├Ąnner suchen. Wieso fragst Du wegen Gro├čmutter? Und was meintest Du vor all dem Streit mit dem Luxus? Du hast gesagt es ist aus der Tradition heraus erwachsen, dass stimmt. Welchen anderen Weg w├╝rdest Du beschreiten?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Ich f├Ąnde es gut, wenn wir nicht alle gleich gediegen auftreten in der Familie, sondern dem Volk unterschiedliche M├Âglichkeiten b├Âten, sich durch uns angesprochen zu f├╝hlen. Momentan stehst du f├╝r Gerechtigkeit, Dreaux f├╝r Tatkraft, Gregoire f├╝r Weisheit und ich mime den Feldherren. Aber wer steht f├╝r die geistigen Tugenden? Ich bin gern unter Soldaten, Papa. Aber es zieht mich, seit ich denken kann, in Richtung der Tempel. Wer von uns ehrt Ainuwar? Die Religion l├Ąuft eher so nebenbei und Ainuwars Segen ist f├╝r uns selbstverst├Ąndlich geworden. Ich w├╝rde, wenn ich frei w├Ąhlen k├Ânnte, gern ohne all den weltlichen Plunder auftreten, da ich mich zum einen nicht mit all dem Pomp identifizieren kann und zum anderen w├╝rde auch das Volk sehen, dass da jemand ist, der sie versteht. Der ihnen nicht fremd vorkommt wie von einer anderen Welt. Ist das halbwegs gut erkl├Ąrt?┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja das ist es. Aber das Fremde nicht von dieser Welt hat genau mit dem Thema Gerechtigkeit zu tun. Man sitzt auf dem Thron als ein Wesen wie von einer fremden Welt, da man ohne Ansehen der Person und ohne weltliche Interessen dahinter zu entscheiden hat. Frei von Zw├Ąngen reine Gerechtigkeit ├╝ben soll. Daher die Schminke, daher das Ornat samt Schuhe und Handschuhe, Du bist nichts Weltliches mehr, Du ber├╝hrst nichts Weltliches. Das ist nicht um anderen zu zeigen wieviel Geld wir haben, sondern es zeigt ich entscheide absolut rein. Ob Du alt oder jung, sch├Ân oder h├Ąsslich, adlig oder leibeigen vor mir stehst, all das ist vor mir als Duc gleich. Ich werte Dich als Person und spreche so das Urteil. Das sagt die gesamte "Tracht" aus. Die weit irdischeren Ansprechpartner als letztendlich der Duc sind die ersten Lehnsherren die Chevalier Ciel. Aber ich verstehe was Du meinst. Aber nicht alles hat die Bedeutung, die man zuerst vermutet. Die Religion beziehungsweise die Verehrung Ainuwars ist Staatsreligion bei uns. Wenn Du mehr die Religion in Dein Leben stellen m├Âchtest, kannst Du das tun. Aber bitte diesmal in normalen Bahnen, sonst steht uns der n├Ąchste Streit bevor und ich m├Âchte nicht mehr streiten", sagte Max ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es waren nur Gedanken, Papa, und die Robe hast du mir ja bereits genehmigt, wof├╝r ich dir sehr dankbar bin. Ich f├╝rchte nur, dass ich in diesem Leben nicht mehr die Gelegenheit bekomme, sie ├╝berhaupt auch nur schneidern zu lassen. Ich trage fast nur noch R├╝stung und es sieht nicht aus, als ob es sich in absehbarer Zeit ├Ąndert. Aber ich denke, in der Theorie w├Ąre das zumindest ein angemessener Kompromiss zwischen der Tradition, die ja ihren berechtigten Nutzen hat und meinem Bed├╝rfnis nach Optimierung. Im Feld trage ich ja auch keine Prunkr├╝stung und Schminke nebst Per├╝cke. Vielleicht w├╝rde man das von mir erwarten, ich wei├č es offen gestanden nicht. Aber da ich den S├Ąbel in vorderster Reihe f├╝hre, halte ich Pragmatismus f├╝r angebracht. Was ist mit dir, Papa? Hast du nie den Wunsch, etwas zu optimieren?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Doch ich habe so manche W├╝nsche gehabt als junger Mann, aber ich habe mir gesagt es ist besser Altbew├Ąhrtes zu sichern und zu st├Ąrken, als einiges ├╝ber den Haufen zu werfen. Manches war auch gut so. Denn wie eben an dem Beispiel erl├Ąutert, ergibt sich die wahre Bedeutung nicht immer sofort. Man muss einen Blick hinter die Kulissen werfen. Bei einigen Dingen sagte ich mir dann, gut dass Du die Finger davon gelassen hast, genau so ist es richtig. Bei anderen Dingen h├Ątte ich handeln sollen, anstatt es einfach in Stein gemei├čelt zu lassen. Nein niemand muss im Feld Schminke oder Prunkr├╝stung tragen. Sich zu schminken, oder derma├čen zu schminken hat sich beim Adel am Hofe eingeb├╝rgert oder besser gesagt eingeadelt um dem Duc ├Ąhnlicher zu sein. Um zu zeigen, wenn wir hier sind, halten wir es genauso wie er. Wir sind eins mit ihm, einer Meinung und so weiter. Das war der Grundtenor. Manche machen es auch einfach, weil sie Spa├č dran haben, an dem Schminken an sich, daran sich besonders gepflegt zu f├╝hlen, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, oder sich hinter einer Maske zu verbergen. Letzteres kann wieder viele Gr├╝nde haben. Das ewige Amt ist ein dienstlicher Grund der Duc oder sagen wir der Hofmarschall, versteckst Du Dich hinter einer Maske hat es einen pers├Ânlichen Grund. Ich selbst w├Ąre froh ich m├╝sste keine Maske tragen. Und ebenso hatte ich als junger Mann etwas ├Ąhnliches vor wie Du. Es gibt offizielle Audienzen, aber ich dachte es k├Ânnte auch kleine Audienzen geben, wo man dem Duc ebenso begegnet, aber als Maximilien und normaler Amtsperson. Nicht jenem Wesen auf dem Thron im vollen Ornat. Jemand mit dem man ganz anders zu reden wagt, als mit der wei├čen Lichtgestalt, die Tonnen von Gold tr├Ągt. Jedenfalls f├╝hlt es sich so an. Sozusagen der kleine Dienstweg den Besch├Ąftigte des Hofes auch in Anspruch nehmen zuweil. Solche Dinge, viele kleine Dinge, einige gro├če. Fr├╝her hatte ich die Ideen sogar mal aufgeschrieben, aber irgendwann habe ich es gelassen, da ich sie nie umsetze", sagte Max mit etwas Wehmut in der Stimme.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel l├Ąchelte. "Siehst du, das ist es, was mir so gef├Ąllt, wenn ich mit den Soldaten im Feld bin. Nat├╝rlich haben sie Respekt, aber sie reden da drau├čen v├Âllig anders mit einem als hierin Beaufort. Es sterben Kameraden oder werden sterben, wenn Fehler gemacht werden und manchmal sterben sie auch, wenn man eigentlich alles richtig gemacht hat. Das schwei├čt zusammen. Wir lagen alle bereits im selben Dreck. Ob das hier m├Âglich w├Ąre, ein Gespr├Ąch auf Augenh├Âhe zu f├╝hren, um zu f├╝hlen, wie tief wir doch alle gemeinsam miteinander verbunden sind? Es w├Ąre ein interessantes Experiment. Dreaux und ich hatten es im Kleinen gewagt, indem wir uns in Ehveros davongestohlen und unters Volk gemischt haben. Vermutlich war ├Ąhnliches das, was dir bei unserem Urlaub dort so gefallen hat - einfach mal Max sein."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja ich denke damit hast Du Recht, einfach man selbst sein auch im Amt. Das kannst Du auch, wenn Du durch Volk ziehst, sie s├Ąumen die Stra├če, oder manche stellen sich auch mal in den Weg weil sie dann was erbitten wollen, oder Dich mal ber├╝hren wollen. Das ist normal, aber hier am Hofe betreten sie eine andere Welt, dass stimmt schon. Vielleicht wagen es auch zu wenige, statt das es nur abgrenzt, schreckt es auch ab. Dabei ist es ein Palast, sprich extra offen in der Gestaltung gehalten. Eine nonverbale Botschaft an unser Volk ihr seid willkommen, wie zu den Festen. Es ist keine Trutzburg die wehrhaft nach au├čen blickt und alle fernh├Ąlt. Es umgibt den Palast auch keine Mauer, sondern ein Zaun, man kann hineinsehen auf das Gel├Ąnde. Gleicher Grund. Aber ja es ist schon was anderes, ob hier jemand vor mir kniet w├Ąhrend ich auf dem Thron sitze, oder ob jemand einem das Baby entgegenh├Ąlt dass man es einmal anfasst, wenn man auf dem Pferd sitzt. Das hat etwas Besonderes. Drum war das damals so mein Gedanke. Dreux wird vielleicht einige ├änderungen durchf├╝hren in seiner Amtszeit, dass hat er ja bereits", schmunzelte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
┬╗Aber es reicht nicht┬ź, fand Ciel. ┬╗Wie die Sache mit den Pflichthochzeiten f├╝r die Frau, man sollte da zumindest eine Regulierung finden. Ich habe viel nachgedacht ├╝ber die Worte deiner Mutter und auch ├╝ber die von Olivie, die sie mir an den Kopf warf. Gro├čmutter mag eine b├Âsartige Frau gewesen sein, aber sie hat in manchen Dingen recht. Und das ist nur ein Beispiel. Du ├╝berlegst ja auch, keine weitere Pflichtehe mehr einzugehen. Auf jeden Fall sollten wir das Verh├Âr bis zum Ende f├╝hren.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Keine Pflichtehe bedeutet Du w├╝rdest Dich darauf verlassen eine Frau zu finden. Findest Du keine stirbt Deine Erblinie einfach aus. Das geht nicht auf uns bezogen, oder hast Du eine andere L├Âsung f├╝r das Problem? Was warf Dir Olivie an den Kopf? Deine Gro├čmutter habe ich von Davard auslesen lassen. Ich war nicht dabei. Er war mit Gilbert allein. Kurzum ich erteilte ihm den Befehl sie auszulesen und ├╝ber das Gelesene einen Bericht zu verfassen. Ich hatte die Schnauze voll um es sagen wie es ist", gestand Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel zuckte mit den Schultern. ┬╗Es kann doch nicht so schwer sein, in unserer Position eine freiwillige Kandidatin zu finden, seien wir doch ehrlich. Macht zieht nun einmal an. Ob es immer die Richtigen sind, sei dahingestellt, aber die Wahrscheinlichkeit ist auch nicht geringer, als wenn man irgendeine aufs Auge gedr├╝ckt bekommt, weil die Familienpolitik es gerade erforderlich macht.┬ź

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun ich sage es mal so, Du kannst nie genug S├Âhne haben. Von mir aus habe 5 Frauen und 10 Geliebte und 25 S├Âhne, dass passt. Nur keine Frau zu finden und keinen einzigen Sohn zu zeugen, dass w├Ąre fatal. Nun damit hast Du auch Recht, nicht umsonst hat mir Mayhew seine Tochter offeriert als Ehefrau. Man bekommt sie vorgestellt und serviert, man muss nicht zwangsl├Ąufig selbst suchen, w├╝rde man nicht wollen. Aber es gibt ja die ber├╝hmten Wenn-F├Ąlle. Siehe Deinen armen Bruder Dreux. Ist er h├Ąsslich oder dumm? Nein. Er findet keine Frau, er findet keinen Leibdiener, der arme w├╝rde nicht mal eine Pflanze abbekommen, wenn sie ihm keiner mitbringt. Das sage ich lapidar, aber mir tut das weh ihn so zu sehen. Und als ich es gut meinte, griff ich voll in die Merde. Das Gegenteil von gut ist wirklich gut gemeint. Ich dachte, verschreib ihm einen Leibdiener, dass muss doch hinhauen. Von wegen".

Ciel Felicien de Souvagne
"Aber hat Dreaux denn je ernsthaft gesucht? Ich glaube, er ist da auch ein wenig faul. Er hofft einfach und wartet und wartet. So kann das nichts werden, es sei denn, er hat wirklich gro├čes Gl├╝ck oder Ainuwar f├╝hrt seine Wege ohne Dreaux` Zutun mit seiner besseren H├Ąlfte zusammen. Man k├Ânnte doch beispielsweise B├Ąlle veranstalten, wo man sich kennenlernt und dann eine geeignete Braut findet."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ganz ehrlich unter uns beiden? Er gibt manchmal den Brutalo, aber er ist total sch├╝chtern. Mich hat ja schon gewundert, dass er bei Alex Schwester mal den Mund aufbekam. Meist versteckt er genau das hinter einer pampigen Antwort oder Gehabe. Und dann guckt er sich suchend um und wundert sich wenn nichts klappt. Dann doch einfach mal den Mund halten und sich zur Not ansprechen lassen. Und dann etwas zug├Ąnglich reagieren. Aber bei ihr war er ja wirklich freundlich, auch wenn ich wei├č wieviel Angst er hatte. Ich kenne ihn schlie├člich. Das gleiche Spiel war mit Ferrau, das war meine Schuld, ich h├Ątte Dreux Ferrau nicht aufs Auge dr├╝cken sollen und ich h├Ątte ihn dort wieder abziehen m├╝ssen. Allerdings glaube ich, die Zeit auf dem Thron wo ich in Ehveros war hat Dreux einen gewaltigen Schritt nach vorne gebracht. Siehe seine Art, seine Gesetze. Euch alle, Dich ebenso wie Greg auch. Nun warten wir ab, was aus ihm und seiner neuen Bekannten wird, ansonsten geben wir einfach mal einen Ball".

Ciel Felicien de Souvagne
"Die Schwester von Alex nimmt ihm viel Arbeit ab, wenn er wirklich so sch├╝chtern ist, wie du sagst, denn sch├╝chtern ist sie genau so wenig wie ihr Bruder. Nur gepflegter und an ihre Hutmoden muss man sich gew├Âhnen. Aber sie ist eine unterhaltsame Gespr├Ąchspartnerin, nicht dumm, manchmal zu L├Ąstereien neigend, aber wenn man sie braucht, ist sie f├╝r einen da. Nicht zuletzt k├╝mmert sie sich r├╝hrend um Alex, wenn sie vor Ort ist. Ich denke, das k├Ânnte passen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ich hoffe das passt, das w├╝rde mich f├╝r ihn freuen. Das er sich eine Frau w├╝nscht, die er liebt ist doch verst├Ąndlich. Das habe ich ebenso. Und im Amt ist er nicht sch├╝chtern, vielleicht etwas unsicher, aber das war ich auch. M├Âglich dass er wirklich eine Frau braucht, die Zuhause die Hosen anhat und ihn bei der Hand nimmt. Macht Deine Mutter auch manchmal, allerdings auf andere Art. Aber ohne sie als Gegenpart, k├Ânnte ich auch manche Entscheidung nicht treffen. Oder sie danach nicht so gut verdauen. M├Âchtest Du Gro├čmutter noch einmal selbst sprechen?", fragte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ist sie nach dem Auslesen zug├Ąnglicher oder immer noch b├Âsartig? Auf weitere Beschimpfungen kann ich getrost verzichten", meinte Ciel. "Gil, so sehr ich ihn sch├Ątze, ist da auch einfach zu zimperlich! Darum wollte ich, dass er sie verh├Ârt, damit er lernt, auch mal ernst zu machen. Er ist viel zu freundlich f├╝r einen B├╝ttel. Ich schlug ein Praktikum f├╝r ihn bei Unit├Ę B vor."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Da stimme ich mit Dir ├╝berein, er ist ehr der Ermittler anstatt der Folterer. W├Ąre Dave kein Marquis, h├Ątte ich vorgeschlagen ihn die Unite B f├╝hren zu lassen. Aber er ist daf├╝r selbst schon zu alt und f├╝hrt die Fantome in unserem Namen. Zudem ist er als freier Magier ├Ąu├čerst wichtig wie auch n├╝tzlich. Man kann ihm vielleicht manchmal einen sehr schr├Ągen Humor nachsagen, aber zimperlich ist er nicht. Ich denke Deine Gro├čmutter ist zug├Ąnglicher ja", best├Ątigte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
"In der Unit├Ę m├Âchte ich keine Magier haben, sondern reine K├Ąmpfer. Vielleicht bin ich in der Hinsicht altmodisch. Linhard w├╝rde sich vermutlich gut dort machen, aber der ist beruflich leider anderweitig gebunden", schmunzelte Ciel. "Ich hatte auch an Antoine gedacht, der hatte keine Hemmungen, einer alten Frau ins Gesicht zu schlagen, aber ich f├╝rchte, das w├╝rde Boldisz├ár mir sehr krumm nehmen und er w├╝rde wohl auch keinen Fu├č bei dieser Einheit in die T├╝r kriegen. Auch fehlt ihm die entsprechende Ausbildung, momentan kann er nur Papiere reichen und einem auf die Nase hauen. Dann lass es uns noch einmal mit Gro├čmutter versuchen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Die Einheit w├╝rde Toni zerfleischen Ciel, dass kannst Du nicht machen. F├╝r sie ist er ein Feind von Boldi, somit ihr Feind. Ich meinte rein als Vergleich, Dave ist nicht zimperlich, ebensowenig Linhard. Linhard k├Ânnte Dir auch bei der Wahl helfen. M├Âchtest Du sie jetzt noch aufsuchen?", fragte Max. "Ich wei├č ich dr├╝cke mich wieder", gestand er.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, m├Âchte ich", best├Ątigte Ciel und setzte sich auf. "Ich werde mich gern von Linhard beraten lassen, ebenso von Bellamy und Boldisz├ár. Ich hoffe, wir finden w├╝rdigen Ersatz f├╝r jene, die gehen", seufzte Ciel. "Und ich hoffe immer noch, dass das mit Robere ein gutes Ende nimmt und er der Unit├Ę B noch eine Weile erhalten bleibt und er mir bei der Auswahl der Neuen hilft und sie vor allem einarbeitet. Etienne ist ein guter Kerl und auch umg├Ąnglich. Aber ob er die Einheit ohne Qualit├Ątseinbu├čen neu aufbauen k├Ânnte, wenn sie derart zerst├╝ckelt ist? Na, wir werden sehen." Ciel reichte seinem Vater das Buch zur├╝ck. "Die Seite musst du leider neu suchen."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Falls Robere bleiben kann, wird er vielleicht einige neue Leute mitbringen. Warten wir ab un Etienne wird der Einheit seinen Stempel aufdr├╝cken, dass wird er und dass muss er auch Ciel. Seite 233", schmunzelte Max und strich Ciel liebevoll ├╝ber den Kopf. "Stellen wir uns der Vergangenheit gemeinsam, so wie es sein sollte als Vater und Sohn. So wie es uns Leon gesagt hat und diesmal wollen wir auf ihn h├Âren. Und ich w├╝rde ihn gerne wiedersehen, ein einziges Mal. Ich habe mich bei ihm zu entschuldigen", sagte Max und k├╝sste Ciel auf die Stirn.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel schloss gl├╝cklich die Augen bei der Liebkosung. ┬╗Gemeinsam┬ź, wiederholte er und schlug das Buch auf der richtigen Seite auf, um ein Lesezeichen hineinzustecken, ehe er es auf dem Nachttisch platzierte und seinem Vater die T├╝r aufhielt. "Du kannst Leon jederzeit wiedersehen. Alles, was du tun musst, ist den uns├Ąglichen Nekromanten mit dem Dreispitz darum zu bitten."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Du meinst Brandur meinen Fast-Freund, wie mir mein Sohn Ciel empfahl? Gute Idee. Danke f├╝r das Lesezeichen. Gemeinsam Kleiner, komm", sagte Max und lie├č sich Ciel einhenkeln.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Verh├Âr von Oma

#6

Beitrag von Maximilien Rivenet de Souvagne » Mo 17. Sep 2018, 16:55

Verh├Âr von Oma

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war nerv├Âs, als er mit seinem Vater erneut in den Gef├Ąngnistrakt des Palastes hinabstieg. Aber seine Nervosit├Ąt war optimistischer Natur, da er diesmal Seite an Seite mit seinem Vater hinabschritt. "Ist Marquis von Hohenfelde ebenso zugegen?", erkundigte er sich.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nein Ciel, er hat das Verh├Âr durchgef├╝hrt und ist danach abgezogen um den Bericht zu schreiben. Er ist nicht mehr vor Ort. Wir k├Ânnen ihn aber jederzeit dazu rufen lassen. Wobei ich vermute, dass die Androhung ihn zu rufen, schon ausreicht", grinste Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Ich hoffe, sie sagt diesmal die Wahrheit. Ich m├Âchte sie ungern ein drittes Mal besuchen. Mir geht es wie dir - ich habe von ihr die Nase voll."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun ich kann die Aussage von Vater verstehen, dass jedes Gespr├Ąch mit ihr an seinen Nerven zerrte. Mir geht es genauso, gut vielleicht auch weil ich seit jeher versuchte genau das zu vermeiden. Trotzdem macht sie mich irgendwie m├╝rbe und m├╝de", sagte Max und betrat den Kerker, wo die Wachen umgehend salutierten. Er neigte leicht den Kopf und f├╝hrte seinen Sohn in eine der hintersten Ecken, so die alte Duchesse in einem "Ein-Mann-K├Ąfig" eingesperrt war und zwei Wachen daneben postiert waren. Die Wachen gr├╝├čten mit Salut und nahmen Haltung an, w├Ąhrend Max mit seinem Sohn vor dem K├Ąfig stehen blieb.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Duchesse: Die alte Duchesse musterte sie mit verquollenen Augen und lehnte ihren Kopf wieder gegen die Gitterst├Ąbe.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ist sie diesmal durchsucht und fixiert?", erkundigte Ciel sich ungeachtet des desolaten Zustandes seiner Gro├čmutter. Das konnte t├Ąuschen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Gardist: "Sie ist durchsucht, gesichert und hirnp├╝riert Herr", sagte der Gardist h├Âflich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Kann sie ├╝berhaupt noch reden?", wollte Ciel wissen. "Sonst muss der Marquis sofort hier aufkreuzen und seinen Bericht m├╝ndlich vollenden."

Maximilien Rivenet de Souvagne
Gardist: "Ja Herr leider kann sie noch reden, oder m├Âchtet Ihr dass wir sie knebeln? Wenn sie sich nicht gerade br├╝tend ausschweigt, klagt sie uns ihr Leid", antwortete der Gardist ehrlich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel winkte ab. "Danke, aber sie wird noch fr├╝h genug schweigen und dann f├╝r immer. Gro├čmutter! Wir sind gekommen, um das Verh├Âr zu Ende zu bringen!", rief er eine Spur zu enthusiastisch.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max Augenbraue zuckte nach oben, w├Ąhrend er seinen Sohn musterte. Irgendwie schien seine Gro├čmutter ihn st├Ąndig in seltsame Verz├╝ckung zu versetzen. So langsam aber sicher freundete sich Maximilien mit dem Gedanken an, seiner Mutter den Kopf abzuschlagen. Was er vorher so vehement abgelehnt hatte, bekam auch einmal eine w├╝nschenswerte Note.


Duchesse:
"Von mir aus, frage Deine Fragen. Der Magier wei├č eh schon alles", sagte sie matt.

Ciel Felicien de Souvagne
"Warum?", verlangte Ciel zu wissen. "Warum das alles? Was wolltest du wirklich erreichen mit all den Morden?"

Duchesse:
Die alte Frau setzte sich etwas auf, so dass sie Max und Ciel besser sehen konnte. Sie schaute ihren Sohn lange an, der ruhig, scheinbar gelassen ihren Blick erwiderte. Aber das sagte nur sein Gesicht, seine Augen sprachen andere B├Ąnde. Er verachtete und verabscheute sie. H├Ątte Max auf ein widerliches, groteskes Insekt geblickt, w├Ąre sein Blick vermutlich milder gewesen. "Nun... alles in allem hatte es eigentlich nur einen Grund, den M├Ąnner nicht verstehen k├Ânnen. Ich wollte frei sein. Du kannst all das auch Deinen Scho├čmagier fragen, der mir fl├╝ssige Flammen in den Kopf sch├╝ttete, es gibt f├╝r mich keinen Grund mehr zu l├╝gen. Morgen bin ich tot und damit wohl auch frei. Anders als erwartet, anders als erhofft und gew├╝nscht, aber frei", sagte sie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Frei, indem du alle ermordest? Und danach? Du bist eine intelligente Frau. Du musst dir doch ├╝berlegt haben, was du mit der Freiheit anzufangen gedenkst."

Duchesse:
"Andere freilassen nat├╝rlich! Es gibt genug die nicht frei leben, aber scheinbar frei sind. Du verstehst es nicht, Du bist keine Frau. Es ist schon ein Unterschied ob man ein Mann oder ein Ding ist, dass nur zur Zierde neben einem herl├Ąuft und S├Âhne zu geb├Ąren hat. Jede Magd hatte mehr Freiheiten als ich. Und was w├Ąre schon anders gewesen, w├Ąre ich an Parcivals Seite einher geschritten? Er war auch nur ein Mann! Er wollte das gleiche wie alle anderen. Ich h├Ątte nur meinen Besitzer gewechselt. Und wozu das alles? So waren sie tot, ich war wenigstens etwas frei, auch wenn die Zw├Ąnge immer noch gro├č genug waren. Jemanden zu w├Ąhlen den ich mag oder liebe stand nie zur Debatte. Und was mit Frustration begann, wurde Wut. Und Wut wurde eines Tages zu Hass. Ja vielleicht h├Ątte ich mit meinem Mann reden sollen. Aber er war ein Mann, er h├Ątte es nicht verstanden. Er kennt kein Leben wo adlige M├Ądchen von klein auf darauf gedrillt werden ihren M├Ąnnern zu gefallen. Wie sie theoretisch lernen, was sie als Frauen in der ersten Nacht zu leisten haben. Es gibt im Grunde kein Du. Du bist als Frau das Anh├Ąngsel Deines Mannes die Frau von Alain - habe ich keinen Namen?", knurrte sie.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciels Enthusiasmus versickerte in Trauer. "Dar├╝ber habe ich mit Vater bereits gesprochen. Du hast Recht, das ist kein w├╝rdiger Zustand f├╝r unsere M├╝tter, Schwestern und T├Âchter. Gleichwohl kann man ein System nicht optimieren, indem man es vollends zerst├Ârt. Oder was war dein Ziel? Eine Gesellschaft ganz ohne M├Ąnner? Wenn du die Wahl gehabt h├Ąttest - wen h├Ąttest du geehelicht?"

Duchesse:
Die Duchesse musterte ihn interessiert aber auch melancholisch. "Ich wei├č es nicht, denn ich hatte nie eine Wahl. Es gab niemanden den ich vom Herzen her gew├Ąhlt h├Ątte. Mein Herz hat nie jemanden kennengelernt. Aber eines muss man mir doch lassen. Ich als scheinbar so dumme Frau, t├Âtete den Duc, l├Âschte einen ganzen Orden Spezialisten mit den gef├Ąhrlichsten Krieger aus und hielt mir einen Mann als Handlanger und wie erreichte ich das? Etwas Augenklimpern und Arschgewackel. Wer von uns ist schwach?", lachte sie leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Man k├Ânnte auch fragen, wer von uns mehr Herz hat", entgegnete Ciel barsch. "Ich f├╝r meinen Teil h├Ątte Parcival gern noch einige Jahre als Kamerad behalten, ganz zu schweigen von Onkel Pomy!", rief er w├╝tend. "Du hast dir keine Gedanken gemacht. Du schl├Ągst alles kaputt, aber hast keine Ahnung, wie du es wieder aufbauen sollst, damit es dir gef├Ąllt. Du h├Ąttest einen Tr├╝mmerhaufen regiert und w├Ąrst auch noch stolz darauf gewesen. Was w├Ąre, wenn du eine Tochter geboren h├Ąttest? H├Ątte auch sie in der Kutsche gesessen?"

Duchesse:
"Ja nat├╝rlich h├Ątte sie in einer Kutsche gesessen, eine Kutsche die aus Souvagne herausf├╝hrt. Was h├Ątte ich ihr geben sollen? Was h├Ątte ich ihr beibringen sollen? Wie man kokett guckt? Wie man so tut, als ob einen dr├Âge, langweilige Gespr├Ąche interessieren? Wie man Freundlichkeit heuchelt? Oder wie man sich gedanklich besch├Ąftigt ohne zu sehr abzurutschen, w├Ąhrend offizieller Anl├Ąsse? Wo es das beste Parf├╝m gibt und die sch├Ânsten Seiden? Das Mathematik nur zum Errechnen der furchtbaren Tage geeignet ist f├╝r eine Frau? Wie man einen Mann bei Laune h├Ąlt, der keine Launen hat oder davon zuviele? Wie man seine Einsamkeit ├╝berspielt und ├╝ber einen Mann nur positiv redet, der f├╝r einen nichts als Ignoranz und Verachtung ├╝brig hat? Was Ciel?", fragte sie erbost.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und warum ... hast du nicht deine Zeit darauf verwandt, deine S├Âhne zu lehren, ihre Frauen anst├Ąndig zu behandeln?", fragte Ciel weiter. Ihn zerm├╝rbte das Gespr├Ąch, es machte ihn traurig. Die Motive seiner Gro├čmutter waren f├╝r ihn nachvollziehbar. Sie hatte nur die falschen Mittel gew├Ąhlt. Andererseits ... hatte sie je eine Wahl gehabt?

Duchesse:
"Weil sie nie meine S├Âhne waren Ciel, sondern seine. Sie geh├Ârten Alain und ich hatte mich aus der Erziehung herauszuhalten. Und ob Du es glaubst oder nicht Maximilien, genauso ist es gewesen! Nicht ich habe mich abgewandt! Vielleicht waren meine Mittel falsch, vielleicht war auch mein Gedanke falsch. Aber zu f├╝hlen kann niemals falsch sein. Denn w├Ąre das alles richtig, warum f├╝hlt es sich falsch an? Noch heute? Verrate mir das. Das die Frauen und Kinder starben, war meine Schuld. Es war mein Hass, meine Wut, ich habe es ihm befohlen und er f├╝hrte es aus. Dieser willf├Ąhige Idiot, nicht besser als alle anderen M├Ąnner. Er sah nur ein Loch, dass er erobern und f├╝llen wollte. Daf├╝r ging er ├╝ber Leichen. Und in meiner Wut war ich nicht besser als Ihr, Ihr beiden hier! Die es jetzt wagen mich zu verurteilen, aber selbst Teil des Systems sind. Ihr schimpft die Sklaverei Tradition! Jeder Leibeigene, jeder Diener ist freier als Eure Frauen und T├Âchter. Und ja in meinem Hass zerschlug ich mehr, als ich wollte. Ich habe so einiges bereut, aber so manches genie├če ich heute noch. Ab und an h├Ątte ich vielleicht doch auf Quennel h├Âren sollen, aber als mir dies bewusst wurde starb er und er starb durch meine Hand. Auch er wusste zuviel. Sie alle wussten zuviel und ich wusste am Ende gar nichts mehr, nicht mal mehr wof├╝r ich t├Âtete und wer ich war, au├čer eine H├╝lle die treue H├╝llen trug und ein Puppengesicht mit Falten hatte".

Ciel Felicien de Souvagne
"Olivie hat, wie ich bereits sagte, ihren Mann frei w├Ąhlen d├╝rfen. Er ist nur ein Chevalier, ein Angeber und Pleitegeier, aber sie liebt ihn und so durfte sie ihn erw├Ąhlen. Ich hoffe, er w├Ąchst noch an seiner Aufgabe. Was mich darauf bringt, ihm einen Lehrer an die Seite zu stellen, woher soll er es besser wissen. Eine Tochter werde ich nie haben, ebenso wenig wie einen Sohn. Vielleicht beruhigt es dich. Wer war Quennel?"

Duchesse:
"Wieso sollte mich das beruhigen? Es w├Ąre nur Recht Du h├Ąttest eine Tochter und siehst wie sie als kleines Kind voller Freude Dinge entdeckt, aufbl├╝ht, heranreift und dann h├Ąndigst Du sie einem alten Tattergreis aus, oder einem Adligen der nur ihr Gesicht sieht und sie so oft besteigt, bis sie endlich schwanger ist. Der sich weder f├╝r ihren Namen, noch f├╝r ihre Interessen, geschweige denn f├╝r ihre Seele interessiert. Und aus Deiner bunten Blume, wir ein tristes graues Gestr├╝pp. Und vielleicht wagt sie sich sogar, es Dir zu sagen. Wie ungl├╝cklich sie ist, wie sehr sie leidet. Und dann darfst Du ihr erkl├Ąren wof├╝r das alles gut ist. F├╝r die Familie, f├╝r den Zusammenhalt, f├╝r die Tradition, f├╝r den Fortbestand der Linie - daf├╝r habe ich Dich geopfert. Also gehe zur├╝ck, sei brav, tue Deine Pflicht und lass ihn gew├Ąhren... das ist Dein Schicksal. Warum sollte ich Dir das denn nicht g├Ânnen Ciel? Quennel war ein Wegbegleiter, ├Ąhnlich wie Parcival nur etwas schlauer, darum fr├╝her tot", grinste sie verschlagen.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wenn du glaubst, dass ich meine Tochter an einen Mann abtreten w├╝rde, den sie verabscheut, muss ich dich entt├Ąuschen. Das w├╝rde ich nicht. Sie d├╝rfte auch nicht v├Âllig frei w├Ąhlen, einen Bauern als Erstmann w├╝rde ich ihr nicht durchgehen lassen. Aber sie h├Ątte durchaus ein W├Ârtchen mitzureden. Erz├Ąhl mir, welche Rolle Quennel spielte. Hattest du au├čer ihm und Parcival weitere Handlanger?"

Duchesse:
"Das glaube ich Dir nicht Du verlogene Natter. Nein die beiden waren mein Sprachrohr, es hat schon genug M├╝he gekostet die beiden Deppen bei Laune zu halten. Oder meinst Du mich hat dass alles nichts gekostet? Dass die beiden f├╝r ein paar br├╝hwarmer Worte losgezogen sind? Da hat schon mehr zugeh├Ârt. Aber wenn jemand etwas von Dir will, ist das Zusammentreffen wesentlich angenehmer als wenn er etwas zu fordern hat. Parcival und Quennel waren meine Boten, meine Vollstrecker. Wie das oblag ihnen, Hauptsache sie haben erreicht, was ich erreichen wollte. Und das haben sie. Nun fast, Parcival hatte seine Fehler, er war zu weich. Und nun dieses dumme Geseier mit den S├Âhnen. Ich habe ihm gesagt er soll sie beseitigen, aber er war scheinbar schon alt, senil und weichherzig um seinen damaligen Fehler einzusehen und sie zu holen. Stattdessen hat er tatenlos zugesehen wie aus ihnen gef├Ąhrliche M├Ąnner wurden. M├Ąnner die ihn eines Tages holen w├╝rden. Aber dazu ist es nicht gekommen, denn er hat sich selbst geholt, durch seine Unf├Ąhigkeit. Jeder bekommt was er verdient, auch Du kleiner Bastard", lachte die Duchesse leise. "Oh ich wei├č wie jeder andere aus wessen Lenden Du stammst und ich wei├č wie sehr Deine Br├╝der Dich verabscheuen. Deine Mutter wird geliebt nicht wahr? Ja Max Minette ist Dein ein und alles. Dein Liebchen, Dein ganzes Augenmerk richtet sich auf sie und ihre kleine wertlose Brut. Aber auch Du hast eine Duchesse im Haus. Auch sie ist allein... nun was uns das wohl sagt?".

Ciel Felicien de Souvagne
"Bedauerlicherweise muss ich dich dar├╝ber informieren, dass meine Geschwister und ich uns hervorragend verstehen. Dass du mir nicht glaubst, wie ich mit meinen Kindern verfahren w├Ąre, spielt keine Rolle, denn es wird dazu nicht kommen. In welcher Beziehung stehst du zu Nathalie? War Quennel ein Himmelsauge?"

Duchesse:
"In keiner Beziehung, ja das war er, er war ein Himmelsauge wie kein zweites. Fast zu schade um ihn. Fast. Er war einer der wenigen anst├Ąndigen M├Ąnner, w├╝rde ich heute sagen. Ohne Groll und Hass in Gedanken, war er stets anst├Ąndig und klug. Nicht klug genug um meinen Hass zu durchschauen, aber auf seine Art klug. Deine Br├╝der heucheln, wie wir alle heucheln. Sie wissen doch, dass Du kein de Souvagne bist. Sie lassen sich mit Dir ein und lachen hinter Deinem R├╝cken ├╝ber Dich. Der kleine Bastard, der krankhaft versucht in unsere Fu├čstapfen zu treten. Der die Schei├če wegputzen muss, die andere hinterlassen. Du stehst im Dreck, Dir fliegen die Bolzen um die Ohren. Dreux auch? Greg auch? Ich w├╝sste nicht, waren sie da je freiwillig an Deiner Seite oder nur zum Mittagstee? Wie kann man nur so blind sein".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel musste schlucken. Das war schwere Kost. "Wie lautete der vollst├Ąndige Name von Quennel?", fragte er so sachlich wie m├Âglich weiter. Einer seiner Finger zitterte, so dass er die H├Ąnde hinter dem R├╝cken verschr├Ąnkte.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Maximilien ergriff die Hand von Ciel und dr├╝ckte sie ganz fest. "Oh ja, dass waren sie. Gregoire sa├č auf dem Thron w├Ąhrend meiner Abwesenheit, bis Dreux ihn abl├Âste. Und Dreux war ebenfalls an der Front, bis er sich mit Ciel an der Nordfront, dem Nordwall vereinigte. Und wenn Du schon Dein Gift verspritzen musst MUTTER, Dreux und Greg trinken Kaffee statt Tee. Wie kann man nur so desinformiert sein. Die einzige Heuchlerin in der Familie bist Du. Nathalie mag mich nicht lieben oder ich sie nicht, dass stimmt. Und unsere Ehe ist genauso arrangiert wie die Deine war, auch korrekt. Aber dennoch verbindet uns Freundschaft. Und das was Du nicht zu sagen wagtest, k├Ânnte sie mir sagen. Nun vielleicht auch nicht, bei der von Dir erw├Ąhnen Erziehung. Ich werde sie fragen, ob sie gl├╝cklich ist. Und falls nicht, wie man dies so ├Ąndern k├Ânnte, dass sie es ist. Dazu muss sie aber weder zur hassenden Furie oder rasenden M├Ârderin werden. Dazu muss sie nur bereit sein mit mir zu sprechen. Und daf├╝r muss sie sich nicht auff├╝hren wie die letzte... Dirne. Das sie sich nicht um ihre Kinder k├╝mmere, ist nicht dem Umstand geschuldet dass sie eine Frau ist. Keine Adlige k├╝mmert sich um ihre Kinder. Jedenfalls nicht allein. Es h├Ątte Dir sicher keiner verboten mich bei meiner Amme zu besuchen, oder wenigstens einmal den Text Deiner Gru├čkarten abzu├Ąndern. Vermutlich hast Du davon noch weitere 1000 in der Bude rumfliegen, f├╝r den Fall der F├Ąlle wo Du nur den Name austauschen musst. Quennel Perreault war kein Himmelsauge, er war ein Agent der Autarkie!", zischte Maximilien.

Ciel Felicien de Souvagne
"Dann waren die Agenten der Autarkie ... doppelt verraten worden. Mindestens." Ciel erwiderte den H├Ąndedruck seines Vaters. "Sie bel├╝gt uns also noch immer. Davard sollte herkommen."

Duchesse:
Die Duchesse setzte sich auf und musterte ihren Sohn ernst. "Er sagte er w├Ąre ein Himmelsauge, er hat behauptet er w├Ąre einer von Parcivals Freunden! Diese Natter", zischte die Duchesse, w├Ąhrend Max mit seinen Fingern die Handfl├Ąche von seinem Sohn grabbelte. Er sollte das Spiel mitspielen.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max Gesichtsausdruck blieb eisig. "Die betrogene Betr├╝gerin, unwissenderweise schlief sie mit einem der Feinde und hielt ihn f├╝r einen Freund. Eine uralte Regel hast Du gebrochen Ma┬┤ma, beobachte stets Deine Freunde. Was Deine Feinde tun, wei├čt Du. Du warst eine miserable Beobachterin. Und wer sagt Dir denn nicht, dass Deine kleinen Gef├Ąlligkeiten genau jene waren, die die S├Âhne retteten? Soweit ich wei├č, war es doch Quennel, der die Kinder reinigte als vermeintliches Himmelsauge und der sie in die Heime schaffen lie├č. Dein Quennel der sie t├Âten sollte. Da stimmt dann doch was nicht", sagte Max.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel war v├Âllig aus dem Konzept. Sein Vater wollte entweder den Spie├č umkehren, um sich zu r├Ąchen und sie sich in Hilflosigkeit winden zu sehen, oder um letzte Informationen aus ihr herauszukitzeln. Nur wusste Ciel nun nicht, was er sagen sollte. Er war kein L├╝gner, seine Waffe war die Wahrheit. Aber war es eine L├╝ge - oder stimmte es tats├Ąchlich? Ciel begn├╝gte sich damit, seine Gro├čmutter sehr ernst anzusehen.

Duchesse:
"Das h├Ątte er nie gewagt!", knurrte sie erbost.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Er hat, sonst h├Ątte Dein Parcival kaum als letzter Mann versagen k├Ânnen. Schon ein dummes Gef├╝hl, wenn f├╝r ein bisschen Augengeklimper und Arschgewackel auf die Worte eines Mannes hereinf├Ąllt und er damit wievielen Kindern das Leben rettete? M├Ąnnlichen Kindern, die Du tot sehen wolltest? Wir werden das Unrecht s├╝hnen und im Namen der Quennel Stiftung die S├Âhne entsch├Ądigen, die T├Âchter selbstverst├Ąndlich nicht. Sie werden ja beizeiten verheiratet", antwortet Max kalt.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel h├Ątte gern gewusst, ob all das stimmte, aber das konnte er jetzt nicht fragen. "Irgendwelche letzten Worte?", fragte er die Frau, die seine Gro├čmutter war.

Duchesse:
"Ich w├╝nschte ich h├Ątte sauberer gearbeitet und diesen alten Faltenhund Leon zuerst beseitigt. Ich w├╝nsche Euch, dass Euch Eure Frauen nachts die Kehlen durchbei├čen", spie sie aus.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. "Zum Gl├╝ck habe ich einen Mann an meiner Seite", sprach er voller Genugtuung.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Richtig, er hat einen Mann keine Frau und er wird wissen warum. Und meine Frauen haben zwar Biss, aber nicht solchen wie Du es Dir w├╝nscht. Leon wusste Dich als Einziger von Anfang an richtig einzusch├Ątzen, nur ist es ihm nicht gelungen Vater und Pom vor Dir zu besch├╝tzen. Leider. Ich wei├č nicht, wie man derma├čen von Hass zerfressen sein kann. Unsere Schuld besteht nur darin m├Ąnnlich zu sein. Weder hat Dir Ciel noch ich je ein Leid angetan. Aber f├╝r Deinen Zustand gibt es im Volksmund ein Wort - unterv├Âgelt. Wir gehen Ciel", sagte Max, er wandte sich ab, nickte den Gardisten knapp zu und ging langsam nach drau├čen damit Ciel ihm folgen konnte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel marschierte hinter seinem Vater her. Drau├čen umarmte er ihn ersteinmal fest, ehe er sich wieder seri├Âs hinstellte. "Traurig", fand er. "Bitte sprich mit Nathalie. War Quennel wirklich ein Agent?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Woher soll ich wissen wer Quennel war?", grinste Max und k├╝sste Ciel auf die Stirn. "Ja ich werde mit Nathalie reden, dass auf alle F├Ąlle und so ehrlich wie ich es da drinnen gesagt habe. Sie kann mir alles sagen. Gleich was sie sich w├╝nscht. Komm lass uns nach oben gehen und wir ruhen uns aus. Wir haben einiges zu besprechen, komm", bat Max und gab den Weg vor.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel folgte seinem Vater. "Aber Davard muss es wissen, er hat sie ausgequetscht."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja er wird es wissen, aber er kann auch nur wissen, was meine Mutter wusste Ciel. Und ich dachte, lass sie zum Abgrund fahren mit Zweifel und Angst, mit ├ärger dar├╝ber selbst verarscht worden zu sein. Sie hat genug Leute manipuliert. Etwas von der eigenen Medizin schadet nicht. Nur nunja in einigen Dingen hat sie wohl Recht, was das Gef├╝hl angeht, jemanden ausgeliefert zu sein als Frau. Das glaube ich ihr und kann ich bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Denn jeder Mann hat das Recht seine Frau zu versto├čen, oder sie in ein Kloster zu sperren, oder sie zu z├╝chtigen. Sie sind stets seine Anvertrauten, vom rechtlichen Stand her wie ewige Kinder. Aber man sah an ihr auch warum. Vater war einfach nicht streng genug zu ihr", sagte Max und legte Ciel einen Arm um die Schulter.

Ciel Felicien de Souvagne
"Den Umkehrschluss finde ich riskant und nicht gerechtfertigt", meinte Ciel und sah weg. "Ich erinnere daran, wie du selbst mit meiner Mutter umgehst. Willst du sie nun auch noch schlagen?"

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max schaute Ciel nicht verstehend an. "Nein wieso sollte ich sie schlagen? Ich meine, dass war das letzte Mal, dass ich sie sah. Ich verstehe gerade nicht, was Du meinst. Erkl├Ąr mir das bitte", bat Max seinen Sohn.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du bist der Meinung, dass wir unsere Frauen, die wir doch vorgeben zu lieben, nicht achtungsvoller behandeln, sondern weiter einengen sollten", erkl├Ąrte Ciel.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Naja ich meinte eigentlich meine Mutter und meinen Vater. Sprich das Alain h├Ątte sich nicht so auf der Nase herumtanzen lassen sollen. Wobei das hat er ja nicht, er hat sie komplett gemieden... wie ich Nata meist... Du hast Recht, wir m├╝ssen das Pferd neu aufz├Ąumen und ich versprach mit ihr zu reden. Daran werde ich mich auch halten", sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Und wegen der Zwangshochzeit ... ich verstehe, dass es manchmal aus Gr├╝nden der Familienpolitik und der Erbfolge n├Âtig ist. Aber man sollte doch einf├╝hren, seine Tochter zumindest anzuh├Âren und ihr mehrere M├Ąnner zur Auswahl zu stellen, welche sie vorher pers├Ânlich kennenlernt. Ich zumindest w├╝rde nicht wollen, dass meine Tochter ein Leben f├╝hren muss, wie Gro├čmutter. So b├Âsartig die Frau war, sie hatte in manchen Dingen nicht Unrecht."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Das stimmt, sie hatte in einigen Dingen wirklich Recht. Ebenso wie Dreux, der die Thron├╝bergabe mit warmen H├Ąnden als Gesetz erlie├č, anstatt mit kalten. H├Ątte sie den Vorschlag so unterbreitet, w├Ąre er vielleicht sogar umgesetzt worden Ciel. Ganz ohne Tote nicht wahr? Wenigstens ein Wort", sagte Max, w├Ąhrend er mit ihm zur├╝ck in seine Gem├Ącher schritt. "Dann handhaben wir es so, wir ├Ąndern es. Sie haben bis zu einem gewissen Grad Mitbestimmungsrecht", erkl├Ąrte Max, w├Ąhrend Fabien beide in Empfang nahm, entkleidete und ihnen ihre Schlafkleidung wieder anzog.

Ciel Felicien de Souvagne
"Oh, danke Fabien, aber ..." Ciel wehrte sich. "Ich muss wieder fort. Ferrau ..."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Bleib, wir haben uns gerade erst vers├Âhnt und ich m├Âchte mit Dir noch einiges besprechen. Auch einfach so ein bisschen plaudern. Wo immer Ferrau ist, Du wirst ihn in Sicherheit zur├╝ckgelassen haben", sagte Max freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Schon ... aber er wird mich vermissen und sich Sorgen machen. Und soooo sicher ist es da nicht." Ciel war ernsthaft besorgt.

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Nun betteln dass Du bleibst werde ich nicht Ciel. Du kannst ihn abholen und wieder herkommen oder abreisen, wie Du magst", sagte Max n├╝chtern.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel dachte an den Vampir und die Menschenfresser. Er nagte auf seiner Lippe und legte sich angekleidet dazu. "Ich werde noch eine Stunde bleiben oder zwei. Dann muss ich wirklich abreisen. Wenn ihm was passiert, werde ich mir das nie verzeihen und das zu Recht."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dann hole ihn ab oder lass ihn warnen vor was auch immer. Wieso ist er nicht sicher?", fragte Max und rutschte ein St├╝ck.

Ciel Felicien de Souvagne
"Weil ich mich an einem Ort verstecken wollte, an dem du mich nicht vermutest. Und das war nat├╝rlich ein absolut unsicherer und gef├Ąhrlicher wie unbequemer Ort. Ich werde ihn holen. Ich bin in einer Stunde wieder da." Ciel eilte los, kletterte auf seinen Cockatrice und landete wenig sp├Ąter auf dem Schiff. Er stieg gar nicht erst ab sondern rief vom R├╝cken des Tieres aus nach seinem Leibdiener. "FERRAU!"

Ferrau Du Trieux
Ferrau wurde von den Rufen wach und schaute sich erst einmal um. Mit dem Umschauen kam die Erinnerung zur├╝ck. Langsam lie├č er sich von dem gro├čen Tisch gleiten und deckte Bellamy wieder richtig zu. Wer immer ihnen eine Decke ├╝bergeworfen hatte, hatte es gut gemeint. Leise verlie├č Ferrau die Kaj├╝te und sp├Ąhte nach drau├čen. Da sa├č Ciel auf dem Cockatrice und er schlich ihm vorsichtig entgegen. "Hallo", grinste er hoch.

Ciel Felicien de Souvagne
"Steig auf", befahl Ciel. "Und schnall dich ordentlich an."

Ferrau Du Trieux
Ferrau gehorchte, krabbelte auf das Drachenhuhn und schnallte sich sicher an. Zeitgleich klammerte er sich an Ciel fest und dr├╝ckte sich an ihn. "Jemand hat uns zugedeckt", fl├╝sterte er ihm ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č den Cockatrice starten. Als sie au├čer Sicht waren, drehte er sich um und k├╝sste Ferrau liebevoll. "Hab dich vermisst, Schatz. Silvano wird das gewesen sein. Wir sind doch nicht verbannt worden, Vater hatte nur einen ziemlichen Hals, aber wir haben uns vers├Âhnt." Der Cockatrice landete geraume Zeit sp├Ąter im Hof des Palastes und Ciel half Ferrau beim Absteigen.

Ferrau Du Trieux
Ferrau hielt Ciel an den Ohren fest und k├╝sste ihn lange und leidenschaftlich mit, ehe er ihn behutsam loslie├č. "Ja das kann sein, er mochte Dich. Und Bellamy hat die ganze Zeit geschnarcht wie ein S├Ągewerk. Warum der da auf dem Tisch geschlafen hat, verstehe ich nicht. Egal. Das freut mich, ich hatte Angst um Dich Schatz, solche Angst", sagte Ferrau und klammerte sich an Ciel fest, w├Ąhrend dieser abstieg, nur mit Ferrau wie ein Maik├Ąfer auf dem R├╝cken.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel erfreute sich bester Laune ├╝ber so viel Wiedersehensfreude und buckelte seinen Leibdiener Huckepack durch den Palast. "Belly schnarcht immer, wenn er gesoffen hat. So habe ich einen ganz guten ├ťberblick dar├╝ber, wie viel er trinkt. Vielleicht fand er die H├Ąngematten unbequem." Ferrau war ganz sch├Ân schwer geworden. Er m├╝sste ihn mal wiegen, um zu schauen, wie gut es ihm bei ihm ging. Ciel schleppte ihn bis zu den Gem├Ąchern seines Vaters und lie├č so anklopfen.

Fabien Lacomb
Fabien ├Âffnete die T├╝r und machte eine einladende Geste. "Ihr schlaf bei Eurem Vater Herr und Ferrau kann bei uns auf der Couch schlafen, wenn er m├Âchte", bot Fabien freundlich an und deutete auf die bereitgelegte Kleidung. Nun da Ferrau anwesend war, war es seine Aufgabe seinen Herrn umzukleiden.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č Ferrau von sich herunterrutschen und k├╝sste ihn. "Du darfst", sagte er gut gelaunt.

Ferrau Du Trieux
Ferrau zog Ciel um und zog ihm die Schlafkleidung an. Er strich sie besonders ordentlich glatt und das rein zuf├Ąllig an besonderen Stellen sehr gr├╝ndlich. "So bist Du bettfein, ich freue mich, dass Du Dich mit Deinem Vater wieder vertragen hast. Wobei es da auch sch├Ân war. Es war wie Urlaub. Nur waren die Leute so laut", wisperte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel liebkoste Ferraus Ohr mit den Fingern. "Danke, Ferrau. Wir werden sie wiedersehen und vielleicht haben wir dann wirklich Urlaub. Da f├Ąllt mir ein ... dein Geschenk. Ich werde es dir vor unserer Abreise ├╝berreichen. Nicht erst bei unserer Wiederkehr."

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte neugierig und machte sich die Couch zu Recht. "Fabien war freundlich", fl├╝sterte er gut gelaunt und legte sich die Kissen gem├╝tlich zu Recht. "Schlaf sch├Ân bei Deinem Papa. Wir m├╝ssen sie wiedersehen, wegen Bellamy und so", sagte Ferrau. Er zog die Schuhe aus und legte sich auf die Couch.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel deckte ihn zu. "Wir holen ihn ab, keine Sorge. Vielleicht k├Ânnen wir auch noch ein paar Tage vor Ort bleiben." Er k├╝sste ihn und kroch zu seinem Vater ins Bett, wo es schon sch├Ân warm war unter der Decke.

Maximilien Rivenet de Souvagne
Max rutschte erneut und machte seinem Sohn Platz, so dass sich dieser neben ihn legen konnte. "Willkommen zur├╝ck, sch├Ân dass Du wieder da bist. Leg Dich zu mir. Wenn Du magst, reden wir noch ein bisschen, ansonsten morgen fr├╝h", sagte Max und l├Âschte dass Licht, so dass der Raum nur noch von dem knisternden Feuer des kleinen Zimmerkamins erhellt wurde. "Es hat ein gutes Ende genommen. Ich hatte bef├╝rchtet, dass wir trotz aller Zuneigung als Feinde auseinander gehen. Das h├Ątte mich geschmerzt und es hat mich getroffen", sagte Max leise.

Ciel Felicien de Souvagne
"Mich auch, Papa ... dennoch glaube ich, sollte ich in absehbarer Zeit ersteinmal fernab vom Palast meinen Aufgaben nachkommen. Ich vermute, dass es meine Anwesenheit ist, die dich so w├╝tend macht, der Fluch, den ich aus Naridien in unsere sch├Âne Heimat brachte."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dass das Unsinn ist, solltest Du wissen. Was mich w├╝tend macht ist der Verrat meiner Mutter und sonst nichts. Jedenfalls momentan. Vorher war es Parcival der Dein Leben bedrohte. Alles andere ist Regierungsgesch├Ąft und kann erledigt werden. Dieser Lich ist im Grunde auch nichts weiter als eine Gef├Ąhrdung der Sicherheitslage und ist in den Griff zu bekommen wie eine ausgebrochene Seuche Ciel. Er ist nichts weiter als eine magische Krankheit mit eingebautem H├Âhenkoller. Er ist weder allm├Ąchtig, noch ein Gott. Er ist einfach ein grenzenlos arroganter sehr m├Ąchtiger Bazillus den wir ausr├Ąuchern m├╝ssen. Du hast ihn nicht nach Souvagne geholt Ciel. Du hast ihn in seinen halbtoten Nekro-Hintern getreten, hast ihn demontiert und dabei nicht nur k├Ârperlich, sondern vor allem auch in seiner Eitelkeit und Ehre verletzt. Und deshalb ist er Dir blind vor Rachegel├╝sten gefolgt. Weil Du ihn getroffen hast, an seinen empfindlichsten Stellen. Deshalb ist er hier. Nicht wegen eines Fehlers Deinerseits, Du hast keinen Fehler gemacht. Er bestand aus drei Teilen und eines gibt es noch. Zwar das m├Ąchtigste, aber auch dass werden wir vernichten. Wie war klar, durch die Himmelsaugen und Ansgar. Es muss bald geschehen, damit er sich nicht erholt von seiner momentanen Schw├Ąche. Du solltest mit Lin den Angriff leiten, denn Ihr beide habt ihn aufgescheucht und fast ausger├Ąuchert. Erledigt ihn ganz, meine volle Unterst├╝tzung habt Ihr. Aber rede Dir nicht so etwas ein, was nicht stimmt. Er folgte Dir im Grunde aus Angst. Er will Dich und Lin vernichtet sehen, bevor Ihr ihn komplett wegfegt", sagte Max und nahm Ciel in den Arm. "So ist das und nicht anders", f├╝gte er liebevoll an.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich vermisse Lin ... ich muss ihn mitnehmen. Auch Marcello h├Ątte ich gern dabei. Ich habe das Gef├╝hl, dass meine Anwesenheit Ungl├╝ck bringt, seit der Lich mir die Seele ausgeschl├╝rft hat. Denk an Parcival und Maurice, diese schrecklichen Schicksale in so kurzer Zeit und nun ist Oma an der Reihe. Magisch manifestiertes Ungl├╝ck, wie bei den Duponts ..." Ciel machte sich kleiner. "H├Ąttest du ein Problem damit, wenn ich dennoch ersteinmal etwas Urlaub mache fernab vom Palast? Nur zur Sicherheit. Denk an Verrill..."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Dagegen habe ich nichts, Du kannst Urlaub machen solange Du m├Âchtest und wo Du m├Âchtest. Aber bitte weil Du den Urlaub w├╝nscht und nicht, weil Du Dir etwas einredest. Sieh es doch mal von der anderen Seite. Den Lich aus dem Haus vertrieben und ├╝ber 300 Jahre Unrecht ausger├Ąuchert, Omas Verrat aufgedeckt, Parcivals Mitschuld aufgedeckt, die Agenten rehabilitiert, den Kindern der Agenten geholfen. Was ist daran ein Ungl├╝ck, au├čer das es weh tut und wir ganz sch├Ân ackern m├╝ssen? Sind wir doch froh dass es so kam. Preislos gibt es sowas nicht und morgen fr├╝h werde ich auch keinen Freundentanz auff├╝hren. Aber diese Frau hier lebend und eine Gefahr f├╝r Euch? Niemals", sagte Max vehement. "Nimm Lin und Marcello mit, erhole Dich und denke nichts von Dir, wor├╝ber sich dieser Lich freuen w├╝rde. Du hattest ihn an den Eiern", fl├╝stert Max Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
"Es wird kein Urlaub im Sinne von auf der faulen Haut liegen ... eher ein Urlaub vom Alltag, der momentan sehr wenig erbaulich ist. Ich wollte nach Wolfsfels reisen und mich dort um den Ausbau der Akademie und den Wall k├╝mmern. Und vielleicht ein paar Wochen auf einem Schiff verbringen, so lange das Wetter noch mitspielt und die Herbstst├╝rme noch fern sind."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Mache das, wobei sich auch Greg f├╝r Dich um die Akademie k├╝mmern kann, damit Du Dich auf dem Schiff entspannen kannst. Das macht er sicher gerne. An sowas hat er Spa├č und Du kannst Dir Deinen Urlaub g├Ânnen. Nur zu und ich bin ja auch noch da, ich kann ebenso ein Auge darauf haben", sagte Max liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das ist eine gute Idee", freute sich Ciel. "Da kommt Verrill auf andere Gedanken und nimmt es nicht so schwer, wenn ich Linhard mitnehme. Ich muss ihn dabei haben, das geht nicht anders. Wir haben uns zwar ausges├Âhnt, aber wir m├╝ssen unsere junge Freundschaft vertiefen." Ciel wurde etwas verlegen und r├Ąusperte sich leise. "W├╝rdest du Verrill das bitte auftragen? Sofern sein Zustand das erlaubt."

Maximilien Rivenet de Souvagne
"Ja das werde ich, zudem glaube mir, die Ablenkung wird ihrem Zustand gut tun. Und die beiden Duponts werden gut auf sie aufpassen, dar├╝ber m├╝sst Ihr Euch nicht sorgen. Nur sollte Linhard sich ordentlich von ihr verabschieden. Du wei├čt wie sie zueinander stehen, dass w├╝rde sie sonst extrem verletzen. Er muss sich pers├Ânlich verabschieden und Du bitte auch. In solchen Dingen ist sie empfindlich. Und nun schlaf mein Kleiner, gute Nacht bis morgen fr├╝h. Wie sagte Leon zu mir immer damals? Tr├Ąume s├╝├č von sauren Gurken", schmunzelte Max und mummelte sich ein.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du auch, Papa", sagte Ciel zufrieden und kuschelte sich ein. "Das machen wir so." Das erste Mal seit vielen Tagen weinte er sich nicht in den Schlaf, sondern l├Ąchelte, als er ins Land der Tr├Ąume entglitt.
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"Der Edle verlangt alles von sich selbst. Der Primitive stellt nur Forderungen an andere."
"Eine Entscheidung f├╝r etwas ist auch immer eine Entscheidung gegen vieles andere."

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Linhard von Hohenfelde
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Urlaubsplanungen

#7

Beitrag von Linhard von Hohenfelde » Mo 17. Sep 2018, 22:05

Urlaubsplanungen

Ciel Felicien de Souvagne
Schwager! :-D

Linhard von Hohenfelde
Schwager! Lange nicht gesehen! Wie geht es Dir :D

Ciel Felicien de Souvagne
Oma war garstig und Papa anstrengend. Aber Ferrau war s├╝├č.

Linhard von Hohenfelde
"Das ist seine Mama :/ das tut besonders weh Ciel. Bei mir waren es beide. Keiner interessierte sich, man f├╝hlt sich wie der letzte Arsch. Daf├╝r war Ferrau gut zu Dir. Was hast Du nun vor?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Der Lich", seufzte Ciel. "Und danach Urlaub auf dem Meer. Bei dem du mich begleiten wirst."

Linhard von Hohenfelde
"Ich bin dabei, ich muss nur Verrill gut und sicher Zuhause wissen. Mit welchem Boot? Und wo geht es hin? Hast Du jetzt den Hahn von Parci? Dann k├Ânnten wir ├Âfter Ausfl├╝ge machen", freute sich Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, er hat ihn mir vererbt. Wir nehmen ein Kriegsschiff, mit dessen Kapit├Ąn ich mich gut verstehe. Ferrau und Bellamy werden uns ebenso begleiten und auch Boldisz├ár ist mit von der Partie. Verill wird von ihren Duponts besch├╝tzt, oder nicht?"

Linhard von Hohenfelde
"Nat├╝rlich wird sie dass, aber auf hohe See, wo sie sonst schon so brechen muss? Das geht nicht. Und ich k├Ânnte auch etwas Erholung gebrauchen. Der Lich wird sterben, f├╝r alles was er tat. Danach Urlaub auf dem Meer und dann im Tal. Bist Du dabei?"

Ciel Felicien de Souvagne
"Wir k├Ânnten nach der Vernichtung des Lichs auch erst einen Abstecher ins Tal unternehmen", bemerkte Ciel eine Spur zu beil├Ąufig.

Linhard von Hohenfelde
Lin rutschte n├Ąher und legte ihm einen Arm um die Schulter. "Wir k├Ânnen jederzeit einen Abstecher ins Tal unternehmen, sobald Du m├Âchtest. Das Tal hat was oder?", fragte Lin grinsend.

Ciel Felicien de Souvagne
"Hm, ja, es ist da sehr wohnlich, von dem Leichenberg im Vorratsraum abgesehen", fand Ciel und lehnte sich an Linhard an.

Linhard von Hohenfelde
"Der Leichenberg geh├Ârt nicht zur Ausstattung", grinste Lin und lehnte sich ebenfalls an. "Mir hat es da auch gefallen, mit meinem Paps und den anderen und genauso mit Dir allein. Man ist sicher vor der Welt hier drau├čen. Ich wei├č warum Wolfram das Tal so liebt. Wir machen es uns dort gem├╝tlich, f├╝r eine Woche oder mehr nur wir zwei...", fl├Âtete Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
"Meinst du?", gurrte Ciel zur├╝ck. "Ich glaube, es sind die hohen Felsw├Ąnde, die das Tal umschlie├čen, wie ein riesiges Nest oder, wie mein Vater sagen w├╝rde, wie eine riesige Mauer. Aber was mach ich mit Ferrau in der Zeit?", ├╝berlegte Ciel besorgt.

Linhard von Hohenfelde
"Vielleicht schon auf das Boot geben? Damit er sich eingew├Âhnt? Bei Verrill bleibt er besser nicht, sie f├╝hlt sich gerade irgendwie etwas aufgebraucht und liebebed├╝rftig. Eine manchmal extreme Kombination. Aber Du kennst sie, die beiden Duponts sind immer bei ihr und Dan".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich sollte mit ihm reden", fand Ciel. "Es hat seinen Reiz, etwas Verbotenes zu tun ... aber mit Ferrau, das ist mir sehr Ernst. Ich denke, das w├╝rde ihn verletzen, wenn ich es ihm nicht wenigstens vorher sage."

Linhard von Hohenfelde
"Wie Du magst, sag es ihm", sagte Lin und kraulte Ciel den Nacken. "Vor dem Urlaub muss ich Verrill bescheid sagen und mich um sie k├╝mmern, sonst gibts ein Donnerwetter", grinste Lin.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel drehte den Kopf und schloss gen├╝sslich die Augen. "Irgendwer muss ihn herholen."

Linhard von Hohenfelde
"Wo ist er denn?", fragte Lin und schmiegte seinen Kopf gegen den von Ciel.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das letzte Mal war er bei Papa und lag auf dem Sofa herum." Ciel setzte sich ruckartig auf. "Er braucht sein Geschenk bevor wir abreisen!"

Linhard von Hohenfelde
"Dann lass uns zu Deinem Vater gehen, er ist ja auch mein Schwiegerpapa", sagte Lin und zog Ciel mit sich. "Er schl├Ąft sich sicher aus, hoffe ich f├╝r ihn".

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel lie├č sich mit zu den Gem├Ąchern des Ducs ziehen, wo er den Leibgardisten, die Wache schoben, ein Zeichen gab, f├╝r ihn zu klopfen.

Linhard von Hohenfelde
Die Gardisten klopften und nach einem kurzen Moment ├Âffnete ihnen Fabien. Er macht eine einladende Geste, sagte aber nichts. Warum sahen sie, weil Ferrau auf der Couch schlief. Von Max war nichts zu sehen. Fabien deutete aufs Schlafzimmer. Linhard schlich vorsichtig hin und ├Âffnete lautlos die T├╝r. So verschloss er sie auch wieder. "Dein Papa schl├Ąft", fl├╝sterte er Ciel ins Ohr.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel nickte. "Sehr gut." Er trat ans Sofa heran und k├╝sste Ferrau auf den Mund.

Ferrau Du Trieux
Ferrau ├Âffnete die Augen, k├╝sste Ciel liebevoll mit und mummelte sich dann wieder gem├╝tlich ein.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel streichelte ihm mit der Nasenspitze durch die Bartstoppeln. "Aufwachen, Schlafm├╝tze. Du kannst gleich weiter schlafen, aber vorher wollte ich dir dein Geschenk ├╝berreichen und etwas besprechen. Was m├Âchtest du zuerst?"

Ferrau Du Trieux
Ferrau setzte sich verschlafen auf, g├Ąhnte und schmiegte sich an Ciel. "Zuerst mein Geschenk und dann k├Ânnen wir uns hinlegen", freute er sich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging zur T├╝r, schickte einen Dienstboten los und setzte sich zu Ferrau. Er kraulte ihm den Kopf, bis es erneut klopfte. "Dein Geschenk ist da", grinste er.

Ferrau Du Trieux
Ferrau schaute gebannt zur T├╝r und wartete ab, was nun kommen w├╝rde. Er hoffte auf etwas leckeres zu Essen. Eine Portion Nudeln mit frischen Seeigeln.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel ging zur T├╝r, ├Âffnete sie und dahinter stand - der Diener Jerome. Ciel grinste und machte eine einladende Geste.

Ferrau Du Trieux
Ferrau musterte Jerome misstrauisch und kroch ein St├╝ck von der T├╝r weg. "Was macht er hier?", fragte Ferrau verunsichert. "Ich habe meine Arbeiten immer gut erledigt".

Ciel Felicien de Souvagne
"Ich wei├č und darum, finde ich, hast du dir auch mal eine Pause verdient. Dir hatte das Herumscheuchen von Fabien so gefallen, da dachte ich, dass du einen eigenen Diener gebrauchen k├Ânntest."

Ferrau Du Trieux
"Ein Leibdiener f├╝r mich, der meine Arbeiten ├╝bernimmt?", fragte Ferrau grinsend. "Hole mir eine Portion Nudeln mit Seeigel", befahl Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja, ein Leibdiener f├╝r dich, Schatz", meinte Ciel und k├╝sste Ferrau. "Wenn du ihn haben m├Âchtest."

Ferrau Du Trieux
"Ich behalte ihn, leg Dich zu mir", bat Ferrau gl├╝cklich und hielt Ciel die Decke auf.

Ciel Felicien de Souvagne
"Warte, ich wollte doch noch was mit dir besprechen. Und zwar wollten Linhard und ich gern einen Urlaub zu zweit unternehmen. Dazu wollte ich gern deine Meinung h├Âren."

Ferrau Du Trieux
Ferrau richtete sich wieder auf und seine Haare standen in alle Richtungen ab. "Wohin reisen wir denn?", fragte er gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel fuhr ihm mit den Fingern durch seine Wuschelhaare. "Mit zu zweit meinte ich, dass nur Linhard und ich reisen. Wenn du einverstanden bist. Darum wollte ich dir Jerome vorher schenken."

Ferrau Du Trieux
"Jaaa vielleicht, wohin reist Ihr denn? Jerome muss aber gehorchen und wo wohne ich solange?", fragte Ferrau nerv├Âs.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nach Naridien. Wir wollten es uns da in einem abgelegenen H├Ąuslein von Lins Verwandtschaft gem├╝tlich machen. Du wohnst am besten hier im Palast in dieser Zeit in unserer Wohnung. Ob Jerome gehorcht, wei├č ich nicht, aber Fabien kann es uns sagen. Fabien, ist Jerome ein gehorsamer Diener?"

Fabien Lacomb
"Ja Herr das ist er, wir haben ihn damals grundlos aufs Korn genommen, da wir um unsere Pl├Ątze f├╝rchteten. Aber er hat Eurem Vater gut und treu gedient. Alles andere w├Ąre gelogen und Euer Vater war zufrieden", antwortete Fabien freundlich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Siehst du", sagte Ciel freundlich und kraulte Ferrau. "Und was sagst du?"

Ferrau Du Trieux
"Von mir aus, aber erholt Euch schnell, ich werde warten. Und ich werde mit Jerome alles in Ordnung halten. Muss ich was erledigen, wenn Du im Urlaub bist Schatz?", fragte Ferrau und guckte dabei Jerome an, damit er auch ja mitbekam, dass er Schatz gesagt hatte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Du kannst die F├╝├če hochlegen und dich einfach nur ausruhen. W├╝rde es dich st├Âren, wenn Linhard und ich ein wenig kuscheln ... falls uns danach ist?"

Ferrau Du Trieux
Ferrau h├╝llte sich in die Tagesdecke und dachte gut nach. "Nein, dass st├Ârt mich nicht", murrte Ferrau und blickte finster.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel kroch auf allen vieren zu ihm ins Bett und nahm ihn in die Arme. "Ich habe dich gefragt, weil ich deine ehrliche Meinung h├Âren m├Âchte. Sie ist mir wichtig. Ist das deine ehrliche Meinung?"

Ferrau Du Trieux
"Nein, warum wollt Ihr denn kuscheln? Magst Du mich noch?", fragte Ferrau offen und nahm Ciel mit unter die Decke.

Ciel Felicien de Souvagne
"Ja", sagte Ciel und kuschelte sich zu Ferrau. "Mehr noch, ich liebe dich. Mir war nur danach, da ich Lin auch gern mag. Aber wenn es dich st├Ârt, dann lassen wir das und machen einfach einen Erholungsurlaub."

Ferrau Du Trieux
"Wenn Ihr nur kuschelt erlaube ich es Euch, solange Du mich noch liebst und die Wahrheit sagst. Wolltest Du nicht auf dem Schiff Urlaub machen? Gut ich erlaube es und ich darf essen was ich will in der Zeit", beharrte Ferrau.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was f├Ąllt f├╝r dich alles unter kuscheln?", wollte Ciel wissen und streichelte Ferraus Bauch. "Iss so viel du m├Âchtest und was du m├Âchtest. Das kannst du doch immer. Hab ich dir je dein Essen vorgeschrieben?"

Ferrau Du Trieux
"Nein noch nicht, keine Ahnung alles was man so zusammenkuscheln kann. Ich habe da keine Liste Ciel", sagte Ferrau und strich ihm ├╝ber den Kopf. "Deine Haare kommen bald zur├╝ck, Du hast schon Flaum", sagte er gl├╝cklich.

Ciel Felicien de Souvagne
"Das w├Ąre sch├Ân, hoffentlich nicht noch sp├Ąrlicher als vorher. Noch weniger Haare als Brandur, das ist dem├╝tigend. Also kein Beischlaf, aber ein wenig schmusen ist gestattet, einverstanden", freute sich Ciel.

Ferrau Du Trieux
"Du meinst Sex? K├╝ssen ist verboten, Du darfst ihn nicht k├╝ssen. Brandur hat doch Haare, lange sch├Âne braune Wallehaare. Oder ich verwechsele den gerade mit jemanden Schatz. Ich m├Âchte nicht dass Du rumknutscht", fl├╝sterte Ferrau und k├╝sste Ciel liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Was, Beischlaf ist jetzt doch erlaubt, aber kein K├╝ssen?", lachte Ciel und erwiderte Ferraus Kuss.

Ferrau Du Trieux
"Ja Du hast vorher nichts von Schlaf gesagt, nur von Kuscheln. Und ich sagte darum, dass ich keine Kuschelliste habe", lachte Ferrau, ehe er ernst wurde. "Das mit dem K├╝ssen meine ich ernst, das zeigt wie sehr man jemanden liebt. Und wie nahe man sich ist und wie gerne".

Ciel Felicien de Souvagne
"Versprochen", sagte Ciel und k├╝sste Ferrau.

Ferrau Du Trieux
Ferrau dr├╝ckte Ciel liebevoll an sich und k├╝sste ihn lang und innig. "Und wenn Du zur├╝ckkommst bekomme ich meine T├Ątowierung vom roten Goldfisch. Damit wir zusammengeh├Âren. Kann mir die wer auf dem Schiff machen? Seeleute t├Ątowieren sich gerne, sagt man. Oder haben einige, ich m├Âchte den Fisch. Ich hab Dir das Bild schon gegeben Schatz, denk nach. Und denk auch im Urlaub an mich", bat Ferrau und umarmte ihn fest und liebevoll. "Viel Spa├č, vergiss mich nicht".

Ciel Felicien de Souvagne
"Wie k├Ânnte ich dich vergessen", antwortete Ciel. "Wenn ich nicht gerade an meine zahllosen Sorgen denken muss, denke ich an dich. Deinen Goldfisch bekommst du, aber ich muss dabei sein, wenn er dir gestochen wird. Wir fragen Silvano, ob er jemanden empfehlen kann der das macht." Ciel k├╝sste ihn lange und z├Ąrtlich, dann kroch er langsam von ihm davon. "Mach Jerome nicht kaputt", sagte er schmunzelnd. "Der Mann hat genug durch."

Ferrau Du Trieux
Ferrau nickte und l├Ąchelte freundlich. "Ich mache gar nichts, wir machen es uns gem├╝tlich und er holt das Essen ran", lachte Ferrau und hielt Ciel so lange fest, bis der Abstand zu gro├č war. "Komm schnell zur├╝ck", bat er liebevoll.

Ciel Felicien de Souvagne
"Nur ein paar Tage", sagte er, blinzelte ihn freundlich an und ging r├╝ckw├Ąrts. Er war gl├╝cklich dar├╝ber, dass Ferrau sein Geschenk angenommen hatte. So hatte Ferrau etwas zu tun und zudem jemanden zur Gesellschaft. Er griff nach Linhards Hand und nahm ihn mit nach drau├čen, um sich auch noch von Verrill zu verabschieden.

Linhard von Hohenfelde
Linhard f├╝hrte Ciel zu Greg in die Bibliothek. Wie ├╝blich sa├č Verrill ├╝ber einem Buch, hatte einen Haufen Kekse in Greifn├Ąhe und einen gro├čen Becher Kaffee vor der Nase. Lin umarmte seinen Schatz zur Begr├╝├čung. "Hier bist Du, nun wie immer zwischen all Deinen B├╝cher mein B├╝cherw├╝rmchen. Wie gehts Dir heute? Also Ciel und ich m├Âchten Dir was sagen,aber sei nicht b├Âse ja?", bat Lin und k├╝sste Greg, w├Ąhrend Verrill zu ihm hochschmunzelte.

Ciel Felicien de Souvagne
"Sehr wohl. Linhard und ich werden Urlaub machen", erkl├Ąrte Ciel. "Der Kampf mit dem Lich hat uns geschw├Ącht und wir ben├Âtigen eine Kur."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wo soll ich denn sonst sein? Hier f├╝hle ich mich wohl. Heute ist was besser, ich habe das Fr├╝hst├╝ck drin behalten. Und sie macht auch keinen ├ärger, sie schl├Ąft dass sp├╝re ich. Dan holt mir gerade einen Beruhigungstee. Er ist ganz anders als sein widerlicher Bruder", erkl├Ąrte Greg.

Ciel Felicien de Souvagne
"Mit dem widerlichen Bruder habe ich ein ernstes W├Ârtchen geredet. Er wird Dan alle Unterlagen ├╝berreichen und sich von dir fernhalten."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Urlaub? In Ordnung, von mir aus. Nur bleibt nicht zu lange weg. Ich verstehe ja warum Ihr Urlaub braucht, aber Massimo soll diesen Lich endlich erschlagen oder die Himmelsaugen. Ich mag nicht dass er hier rumschleicht", erkl├Ąrte Greg und musterte Ciel dann sehr lange ohne ein Wort zu sagen. Verrill schaute verlegen in ihr Buch und dann wieder auf. Er sah, dass sie die Tr├Ąnen zur├╝ckhielt. "Danke", war alles was sie fl├╝sterte.

Ciel Felicien de Souvagne
Ciel umarmte sie vorsichtig, damit er nicht gegen ihren Bauch stie├č, auch wenn der noch flach war. "Das h├Ątte schon viel fr├╝her geschehen sollen, du h├Ąttest nur mal den Mund aufmachen m├╝ssen. Benito wird eine Auslesung ├╝ber sich ergehen lassen und je nachdem, was dabei herauskommt, kann er sich auf was gefasst machen."

Linhard von Hohenfelde
"Von mir auch Danke Ciel", sagte Lin und k├╝sste zuerst Verrill und dann seinen Schwager. "Wir wollten Urlaubauf einem Boot machen. Da kannst Du leider nicht mit, aber ich bringe Dir was Sch├Ânes mit, wie immer. Dass wei├čt Du. Die beiden Duponts werden Dich besch├╝tzen und Dan auch. Und zur Not sicher auch Melville... Oder eben alle anderen. Aber bitte bleib bei den Duponts und Dan. Treib Dich nicht rum, sonst habe ich Angst um Dich und h├Âr was der Heiler sagt. Wir sind bald zur├╝ck, aber ein bisschen Urlaub wird uns allen gut tun. Du k├Ânntest auch einen Urlaub machen mit den dreien, vielleicht an der K├╝ste? ├ťberleg es Dir. Und Ciel hat Recht, sowas musst Du uns sagen. Du kannst doch nicht schweigen bei sowas. Der kann was erleben, dass schw├Âre ich Dir. Und Dir danke ich Schwager", sagte Lin ger├╝hrt.

Ciel Felicien de Souvagne
"Wir sollen nicht k├╝ssen", erinnerte Ciel Linhard und grinste. "Keine Ursache und jetzt lass uns abreisen."

Gregoire Verrill de Souvagne
"Wohl wahr aber ich hatte Angst, dass er seine Wut dann an mir ausl├Ąsst, mit irgendwelchen Untersuchungen und Behandlungen. Er soll weg bleiben. Bringt mir Erz├Ąhlungen mit oder B├╝cher aus anderen L├Ąndern, wenn Ihr hinkommt ja?", freute sich Greg und k├╝sste beide liebevoll. "Meine M├Ąuse macht keinen Schei├č. K├╝stenurlaub in Cantillion, K├╝stenurlaub, nichts anderes. Versprochen Linny, ich schaue was ich Dir aus meinem Urlaub mitbringe. Passt auf Euch auf und viel Spa├č. Ich gr├╝├če die anderen von Euch, auch "meine Duponts", grinste Greg und gab beide frei.

Ciel Felicien de Souvagne
"Vor einer Minute Ferrau ein Versprechen gegeben und schon zwei Mal gebrochen", erwiderte Ciel stirnrunzelnd. "Bitte k├╝sst mich nicht auf den Mund. Pass auf euch auf, Verrill. Und nun komm, Lin. Wir haben einen Lich zu t├Âten."
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"Niemand wendet sich gegen die Familie, sonst wendet sich die Familie gegen Dich" - Linhard von Hohenfelde

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