Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Von Blut, Sold und Liebe

Moderator: Dimicus

S├Âldnerlager der Raubv├Âgel
Ein wilder Haufen von arbeitslosen S├Âldnern schloss sich zusammen, um ein eigenes S├Âldnerlager aus dem Boden zu stampfen. Ihr Ziel: Geld zu verdienen und dabei noch Spa├č zu haben. Jeder Haudegen, der sich an ein paar Regeln halten kann, ist hier willkommen.
Benutzeravatar
Farael Dornenwind
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 26
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:52
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Top Charakterbogen

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#21

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 17:06

Argw├Âhnische betrachtete Farael die Truppe vor sich, die unterschiedlicher nicht h├Ątte sein k├Ânnen. Sie alle wirkten etwas verwahrlost, offensichtlich waren es, wie der Norkara sagte, ├╝berlebende des Feuers. Wobei der Norkara sicher schon mehr durchgemacht hatte, als das Feuer. Dessen war sich Farael auch absolut sicher, doch es war wohl besser, dies beiseite zu schieben. Vorerst zumindest, wenn die Fronten zwischen ihnen nicht ganz gerkl├Ąrt waren.

F├╝r einen Moment schwieg Farael. Zun├Ąchst be├Ąugte er ausschlie├člich ihr Tun, doch dann holte er einen Zettel vor, wie sie meist an Anschlagsbrettern hingen. Er faltete ihn auf und legte ihn vor die Nase der S├Âldner, ehe er sich mit seinen H├Ąnden auf den Tisch abst├╝tzte und jeden von ihnen abwechselnd anblickte.

Sein erster Blick ging auf den Typen, der ihm die L├╝ge auf den Tisch gesetzt hatte. "Mich anzul├╝gen ist so oder so keine gute Verhandlungsgrundlage. Eins vorweg: Ihr seid keine S├╝dnaridischen S├Âldner. Keiner von euch tr├Ągt ein Wappen und eine R├╝stung der dortigen Kompanien. Also spart euch Schei├če dieser Art und seid besser ehrlich." Faraels Blick bleib ernst und machte mehr als deutlich, dass er es nicht hinnehmen w├╝rde, wenn so etwa snoch einmal passieren sollte. "Um es kurz zu halten: Farael Dornenwind. Freiberufler."

"Und nein, ich habe keine Arbeit f├╝r euch. Auch bin ich niemand, der nach einem Schuldigen f├╝r das abgefackelte Lager sucht. Das ist mir echt egal, wer's war. Worum es mir geht, ist mein Geld f├╝r den Auftrag." Farael tippte auf den Zettel, der vor den Nasen der Jungs lag. "Ich will mein Geld daf├╝r haben, oder zumindest etwas im entsprechenden Gegenwert. Da ihr aber relativ - mittellos erscheint, frage ich besser nicht direkt nach einer Bezahlung. Irgendwelche Ideen, wie wir diesen kleinen Umstand bereinigen k├Ânnen? Ich habe keine Lust irgend etwas aus euch rauspr├╝geln zu m├╝ssen, also gehen wir das ganz sachte an. Ich bin ganz Ohr."

Noch immer stand Farael vor dem Tisch, stie├č sich wieder von diesem ab. Die Linke auf den Griff seines Schwertes gelegt, die Rechte in die H├╝fte gestemmt. Eines war er sich sicher: Er w├╝rde mit Geld, Wertgegenst├Ąnden oder aber Informationen zur Geldbeschaffung heraus marschieren. Andere Dinge nahm er nicht hin.

Benutzeravatar
Sodo Mio
Bengel erster G├╝te
Beitr├Ąge: 13
Registriert: So 3. Dez 2017, 18:04
Guthaben: Gesperrt

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#22

Beitrag von Sodo Mio » Mo 19. Feb 2018, 18:36

Sodos Blick verdunkelte sich, als der Mann seine Hand in Richtung seiner Waffe bewegte. Er blieb ruhig sitzen, als w├╝rde er ganz entspannt bleiben, doch er war kampfbereit. Im Gegensatz zu dem, was die meisten anhand seines Aussehends vermuteten, k├Ąmpfte er keineswegs wie ein Ork, sondern wie sein menschliches Erbe. Er war nicht ├╝berm├Ą├čig stark, aber schnell, ausdauernd, hinterh├Ąltig und mit allerlei schmutzigen Wassern gewaschen. Noch war jedoch nicht entschieden, ob es ├╝berhaupt zu einem Kampf kommen w├╝rde. Er ├╝berlie├č in Anbetracht der kritischen Lage Cherax das Wort. So war es in Situationen wie diesen seit jeher am Besten gewesen und sie arbeiteten schon seit sehr vielen Jahren zusammen.

"Sein Gegen├╝ber zu bedrohen ist auch keine gute Verhandlungsgrundlage, Farael", antwortete der Troll ruhig. "Lass die Waffe wo sie ist. Lass uns einfach reden. Setz dich zu uns, trink was und zeig mir den Wisch." Er trat unter dem Tisch gegen einen Stuhl, der zu Farael her├╝berschlitterte und schob ihm seine Wei├čweinschorle r├╝ber.

"Es war `ne schei├č Idee, ins Shorty`s zu gehen", knurrte Sodo. "Nicht mal in `ner Homokneipe hat man seine Ruhe."
"Die Preise sprechen f├╝r sich", erwiderte Cherax.
"Ja und zum Ausgleich wird man von den Homos wegen irgendwelcher verpfuschter Auftr├Ąge bedroht!" Sodo wies mit dem Strohhalm in Faraels Richtung. Dann winkte er die Bedienung herbei, lie├č sich Limo nachschenken und eine neue Zitronenscheibe ans Glas stecken. "Eisw├╝rfel will ich auch noch, ich bezahl schlie├člich daf├╝r! Und einen zweiten Strohhalm", rief er dem Kellner hinterher.

Benutzeravatar
Farael Dornenwind
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 26
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:52
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Top Charakterbogen

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#23

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 19:14

Nat├╝rlich nahm Farael die H├Ąnde von seiner Waffe und setzte sich auf dem von ihm dargebotenen Stuhl. Bedacht und mit hoher Achtsamkeit zugleich schaute er die Gruppe an, konzentrierte sich darauf Gebahren und Mimik seiner Gegen├╝ber genau zu beobachten. Es w├╝rde eine Verhandlung anstehen, mit gro├čer Sicherheit. Und wie es schien, waren die Jungs vor ihm nicht der ├╝bliche Geist eines rauen S├Âldners, den man sonst in den untersten R├Ąngen fand. Im Gegenteil. Farael war ├╝berrascht - positiv.

Nun etwas entspannter lehnte sich Farael in seinen Stuhl zur├╝ck. "Okay. Offensichtlich seid ihr nicht die Art von S├Âldner, die es auf die harte Tour braucht. Ist schon einmal ein Anfang", sprach er schlie├člich seine Gedanken aus. Behutsam reichte er dem Troll den Auftrag f├╝r das T├Âten von ein paar Banditen und die versprochene Belohnung von 200 Handelstalern. Gleichzeitig musterte er den Norkara, der mit am Tisch sa├č und die gesamte Zeit Farael anschaute. "Ist irgendwas?", fragte Farael ruppig, jedoch nicht feindselig.

Nach einem kurzen Z├Âgern sch├╝ttelte er den Kopf, sog dann aber Luft ein und sprach: "Du bist doch Farael Dornenwind, oder? Also DER Farael Dornenwind. Du hast doch den Au├čenposten nahe Shohiro angef├╝hrt. Klar, ich kenne dich! Ich habe unter dir gedient!" Na toll. Entweder ein Bewunderer oder jemand der Farael die Schuld f├╝r das Ganze geben wollte.

"Ja, mag sein. Lang' her. Ich meinte dein Gesicht irgendwo schon einmal gesehen zu haben, jetzt wei├č ich auch woher. Hast du ein Problem damit?", entgegnete Farael trocken.

"Nein! Gar nich'! Ich dachte nur du w├Ąrst, naja, tot. Hab' geh├Ârt, dass du m├Âglichst einigen Kameraden das Leben gerettet haben sollst." Offensichtlich haben sich Faraels "Heldentaten" unter den ├ťberlebenden herumgesprochen. Die Wahrheit war wesentlich ern├╝chternder und die Zahl der Toten so immens, dass die Stimmen der Lebenden mit Leichtigkeit verstummten.

Sachte sch├╝ttelte Farael mit dem Kopf und blickte Bolgur entgegen. "Daf├╝r bin ich nicht hier. Um ├╝ber alte Zeiten zu reden. Oder ├╝ber das was passiert ist. Sondern deswegen." Eindringlich tippte Farael auf den Zettel, genauer auf die versprochene Summe. Der Norkara hingegen schaute betreten ins Glas. Sein Gro├čes Vorbild war vermutlich doch nicht so toll. Sei's drum.

"Also, wo waren wir?", orientierte sich Farael erneut und goss sich dabei ein Glas der Wei├čweinschorle hinter die Binde. "Ach ja. Also, ich sitze. Und bin ganz Ohr. Und nur um das klar zu stellen. Ich habe die gesamte Stadt auf den Kopf gestellt, um Leute wie euch zu finden. Nicht weil ich Spa├č an der Kneipe hier habe." Farael gruselte es bei dem Gedanken, hier von einem Mann angemacht zu werden.

Benutzeravatar
Schwarze Ana
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 24
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:48
Auszeichnungen: 2
Guthaben: Gesperrt
Volk: Rabennorkara
Steckbrief: Bild

Die Freien V├Âlker Rote Laterne

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#24

Beitrag von Schwarze Ana » Mo 19. Feb 2018, 20:59

Ana tr├Ąumte von den Rabeninseln. Warm kitzelte die Sonne sie auf der Haut und in ihren Ohren rauschte das Meer. Sie war gl├╝cklich. Wohlig schmiegte sie sich in das Ger├Ąuschbett um sich herum, das sie St├╝ck f├╝r St├╝ck aus dem Schlaf in die Realit├Ąt holte, obwohl sie sich noch sehns├╝chtig an den Traum klammerte. Dann wurde es still und Ana schlug kurz darauf die Augen auf. Im ersten Moment wusste sie nicht, wo sie war, wie so oft, bedingt durch den st├Ąndigen Schlafplatzwechsel und vor allem, wenn sie tief getr├Ąumt hatte. Am ungew├Âhnlichsten war, dass sie sich ausgeruht und gut f├╝hlte, keine angeschwollenen Augen, keine Kopfschmerzen, kein fauliger Geschmack im Mund. Der letzte Schleier des Schlafes l├Âste sich auf und sie wusste es: Sie war bei Farael zu Hause. Ana setzte sich auf und sah sich im Raum um, doch von dem Alben war nichts zu sehen. Z├Âgerlich schwang sie die Beine aus dem Bett und stand auf, streckte sich ausgiebig und sp├Ąhte aus dem Fenster. Helligkeit und Trubel nach zu urteilen, ging es bereits auf Mittag zu. Hatte Farael sie etwa alleine zur├╝ck gelassen? Sie dachte an den gestrigen Abend und ertappte sich dabei, wie sie l├Ąchelte. Wohl oder ├╝bel musste sie sich eingestehen, dass es ihr gefallen und sie sich aufgehoben gef├╝hlt hatte. Trotzdem schwang noch immer das Schamgef├╝hl dar├╝ber mit, dass sie sich ihm beinahe an den Hals geworfen und dann sanft und h├Âflich zur├╝ckgewiesen worden war. Wenn er gewollt h├Ątte, h├Ątte er sie haben k├Ânnen. Er h├Ątte nur den kleinen Finger ausstrecken m├╝ssen und sie h├Ątte die ganze Hand genommen. Doch dazu war es nicht gekommen und Anas Gef├╝hle diesbez├╝glich waren gespalten. Da war eine wohlige W├Ąrme in ihr, denn Farael hatte ihr mit seinem Handeln etwas geschenkt, dessen Existenz sie beinahe schon vergessen hatte. Doch dunkel rankten sich Zweifel daneben und Furcht, dem Alben zu nahe zu kommen und entweder sich selbst oder ihn in Gefahr zu bringen. Eigentlich war sie ganz froh, dass Farael nicht hier war. So hatte sie Zeit, alles sacken zu lassen. Ana begann durch den Wohnraum zu gehen und sah sich um, falls der Alb doch irgendwo zugange war. Recht schnell entdeckte sie den Zettel auf dem Tisch und automatisch griff sie danach, obwohl sie kaum lesen konnte. Der Brief war von Farael, so viel verstand sie. Hatte er es sich anders ├╝berlegt? Nein. Das konnte Ana sich nicht vorstellen. Warum h├Ątte er sie sonst alleine in seinem trauten Heim lassen sollen? Sie steckte den Brief ein. M├Âglicherweise traf sie sp├Ąter jemanden, der ihr den Text vorlesen konnte.

Sie ├╝berlegte direkt zu gehen. Was sollte sie noch hier? Sie wusste nicht, wann Farael zur├╝ckkam und auch nicht, ob er sie dann ├╝berhaupt noch vor Ort w├╝nschte. Und keinesfalls wollte sie ihm das Gef├╝hl geben, dass sie den ganzen Tag hier wartete, nur um ihn wiederzusehen und auch nicht, dass sie abh├Ąngig von seiner Gro├čz├╝gigkeit war, sie hier aufzunehmen. Noch nicht. Am besten nie. Gerade wollte sie zur T├╝r hinaus, da kam ihr der Gedanke, dass Farael bestimmt ├╝ber eine Waschm├Âglichkeit verf├╝gte. Nach einer Zeit ohne feste Bleibe lernte man die M├Âglichkeit sich zu reinigen erst richtig als Privileg zu sch├Ątzen und den Alben w├╝rde es vermutlich nicht sonderlich st├Âren. Schnell fand sie die Hintert├╝r und drau├čen eine ordentliche Wasserpumpe. Der Boden war noch feucht, Farael musste vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls hier zugange gewesen sein. Das Wasser war kalt, doch Ana mochte den Effekt, den es auf ihren K├Ârper hatte. Augenblicklich zog sich eine G├Ąnsehaut ├╝ber ihre Glieder und straffte ihre Haut, f├Ąrbte sie rosig ein. Sie sah an sich selbst hinab. ÔÇ×AbgemagertÔÇť, murmelte sie. Wie lange war es her, dass sie gegessen hatte? Stunden, Tage? Es wurde Zeit.

Ana wrang ihr Haar aus, bevor sie wieder nach innen ging. Nun fr├Âstelte sie und griff nach ihrem Lautenkasten, um den Umhang heraus zu holen, ├╝berlegte es sich dann aber anders. Vorsichtig und nicht ohne sich zur Sicherheit doch noch einmal umzusehen, zog sie eine Schublade von Faraels Kommode auf, dann noch eine und noch eine, bis sie ein dunkelgr├╝nes Hemd fand, das sie sich kurzerhand ├╝ber den nackten K├Ârper zog. Es war weich und fiel ihr locker ├╝ber die schmalen Schultern. ÔÇ×Ein kleiner Diebstahl muss seinÔÇť, sagte sie leise. ÔÇ×Wenn du lieb bist, gebe ich es dir zur├╝ck.ÔÇť

Mit gepackten Sachen, ausgeschlafen und erfrischt zog Ana schlie├člich die T├╝r von Faraels kleinem Reich hinter sich zu. Bevor sie fortging, sah sie sich noch einmal um, damit sie die Stra├če wieder fand. Nun hing es ganz von ihr ab, wann sie sich wieder sahen. Zumindest dachte Ana das und war ├╝beraus zufrieden mit dieser Begebenheit.


Der Tag war wundervoll. Die Luft war noch recht k├╝hl und wirkte damit um einiges reiner und frischer, als sie wirklich war und der blaue Himmel versprach viel Sonnenschein. Anas Stimmung war famos und genau das stimmte sie ein wenig skeptisch. Sie musste aufpassen.
Als erstes machte sie sich auf den Weg zum Markt. Dort kaufte sie sich eine kleine Kruste Brot bei einem B├Ącker, den sie mochte und stahl eine Pastete bei einem, den sich nicht mochte. Einen Augenblick k├Ąmpfte sie gegen die Versuchung an, dann wanderte auch eine Pulle Rum in ihren Besitz. Wieder zog es sie an den Hafen, dieses Mal jedoch an den Anlegeplatz der Skua. Ana kam h├Ąufig hierher, einfach nur, um das Schiff zu betrachten und manchmal traf sie Terry zuf├Ąllig. Nun hatte sie ihn schon l├Ąnger nicht gesehen, und wusste gar nicht, wie es ihm ging. Als sie am Kai ankam, fand sie diesen ├╝berraschend verwaist vor. Ana sah sich um, doch es gab keinen Zweifel. War Terry in See gestochen? Sie hoffte, dass dies der Grund f├╝r die Abwesenheit war, auch wenn sie schon ein wenig neidisch w├Ąre. Sie seufzte. Gerne h├Ątte sie ihren kleinen Riesen gesehen.
Schlie├člich suchte sie sich trotzdem einen Platz in der N├Ąhe. Sie lehnte sich an die Wand eines eingefallenen, leer stehenden H├Ąuschens und a├č die Pastete. Mehr aus Gewohnheit als aus Verlangen war auch der Rum recht schnell entkorkt und nach den ersten paar Schluck holte Ana die Laute heraus. Die Sonne w├Ąrmte sie von au├čen und der Rum von innen und Ana dachte klimpernd ├╝ber die neuesten Ereignisse nach. Schnell entstand eine Melodie, die ihren Ursprung vor allem in dem Gef├╝hl der Geborgenheit hatte, dass sie in Faraels Umarmung versp├╝rt hatte. Ana spielte einige Minuten lang, dann stoppte sie abrupt. Nun, da sie den Moment in einem Lied gebannt hatte, hatte sie ihm endg├╝ltig Bedeutung verliehen und Ana verga├č nie eines ihrer St├╝cke. War sie zu weit gegangen? Hatte sie den Alben jetzt schon zu nah an sich heran gelassen? Das war doch kaum m├Âglich, immerhin kannte sie ihn gerade einmal einen Tag. M├Âglicherweise war es besser, wenn sie Farael erst einmal nicht mehr sahÔÇŽ Gemeinsam mit dem Instrument sperrte Ana die Erinnerungen an die Nacht in den Kasten und beschloss, nach einer Taverne und Arbeit f├╝r den Abend zu suchen. Faraels Hemd aber behielt sie an.
Whisk(e)y ist fl├╝ssiges Sonnenlicht
~ George Bernard Shaw ~

Benutzeravatar
Sodo Mio
Bengel erster G├╝te
Beitr├Ąge: 13
Registriert: So 3. Dez 2017, 18:04
Guthaben: Gesperrt

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#25

Beitrag von Sodo Mio » Fr 23. Feb 2018, 15:34

Sodo erhielt seine geforderten Eisw├╝rfel. In jedem war ein Blatt Zitronenmelisse eingefroren. Damit war seine Limo komplettiert und er trank zufrieden aus dem Strohhalm. Wie immer saugte er zuerst den Rohrzucker vom Grund des Glases auf. Cherax betrachtete derweile den Zettel, w├Ąhrend Bolgur und Farael ein paar Worte miteinander wechselten. Offenbar kannte man sich und Farael wurde als Kommandant der Konkurrenz aus Shohiro identifiziert. Cherax ergriff wieder das Wort.

"Dir geht es also um die 200 Taler. Du wolltest einen Trupp Banditen ausheben und dir die 200 Taler verdienen, die dir nun entgangen sind. Wenn du von dem Lager bei Shohiro kommst, frage ich mich allerdings, was wir damit zu tun haben sollen. Das erschlie├čt sich mir nicht. Ob das Lager hier in Obenza abgefackelt ist oder nicht, kann den Banditen und dir doch v├Âllig egal sein. Oder suchst du einfach M├Ąnner? 200 Taler sind aber echt mager daf├╝r, dass wir unseren Arsch riskieren und dann m├╝sste man das Bisschen auch noch aufteilen. Du hast hier keine Amateure, sondern ausgebildete Profis vor dir. Wie stellst du dir die Aufteilung denn vor? Jeder zu gleichen Teilen oder willst du dir den L├Âwenanteil einheimsen?"

"Der stellt der sich was ganz anderes vor", murrte Sodo. "Das ist blo├č ne billige Anmache. Das n├Ąchste Mal gehen wir in den Alten Alfons. Das hier muss man sich echt nicht geben."

Benutzeravatar
Farael Dornenwind
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 26
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:52
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Top Charakterbogen

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#26

Beitrag von Farael Dornenwind » Fr 23. Feb 2018, 16:12

Mit einer hochgezogenen Augenbraue betrachtete Farael den Troll und Wortf├╝hrer der kleinen Truppe. Er schien ihn misszuverstehen. Offen gestanden hat sich Farael wohl zu flach und zur├╝ckhaltend ausgerdr├╝ckt. Etwas, was er sofort zu beheben gedachte. "Nein, nein. Ich dr├╝ckte mich falsch aus. Der Auftrag kam von eurem Lager bevor es abgefackelt wurde. Ich hab diesen Auftrag erledigt und will das Geld daf├╝r sehen. Mir ist's egal von wem es stammt, Hauptsache ich werde daf├╝r entlohnt. Mit ein paar schlecht ausgebildeten Banditen komme ich auch allein klar."

Das Murren und Meckern des anderen S├Âldners musste Farael mit einem Grinsen quittieren. Die Zeit mit dem er mit der Gruppe sich unterhalten hatte, meckerte er nur ├╝ber die kleinsten Dinge herum. Das er dachte, Farael wolle sie angraben, ist eine unterhaltsame Sache und f├╝r einen Moment ├╝berlegte Farael, ob er das nicht wirklich tun sollte. Schnell verwarf er den Gedanken wieder. So w├╝rde das Gespr├Ąch zu unseri├Âs wirken und besonders bei der Verhandlung kontraproduktiv sein.

Just in diesem Moment kam Farael ein anderer Gedanke. Das Gespr├Ąch mit Ana kam ihm wieder in den Sinn. Ihre Frage, was seine Ziele f├╝r die Welt w├Ąren. Seine Antwort war das Gr├╝nden eines erfolgreichen S├Âldnerlagers. Ein neuer Versuch, zudem die Wiedergutmachung f├╝r seine alten Fehler. "Obwohl, ich h├Ątte noch eine andere Idee. Ihr seid Profis sagt ihr? Dann kennt ihr euch sicher im Gesch├Ąft aus und offensichtlich seid ihr auch knapp bei Kasse. Eure Schwerter als Bezahlung zu nehmen w├Ąre Verschwendung", erkl├Ąrte Farael und beugte sich ein St├╝ck vor. Dabei wanderte eine weitere Portion des Schnapses in seine Kehle. "Ihr seid sicherlich an Arbeit interessiert und vielleicht kann man sich einigen. Das S├Âldnerlager nahe Shohiro gibt es nicht mehr. Schon lang nicht." Bulgor nickte, der Blick im Glas versenkt. "Ihr arbeitet die Schulden ab, m├╝sst nichts bezahlen. Im Gegenzug will ich alles ├╝ber das abgefackelte S├Âldnerlager wissen. Und wie es gelaufen ist. So wie ob es die M├Âglichkeit gibt, es wieder aufzubauen. Wenn ja, brauche ich M├Ąnner um dort aufzur├Ąumen."

Benutzeravatar
Sodo Mio
Bengel erster G├╝te
Beitr├Ąge: 13
Registriert: So 3. Dez 2017, 18:04
Guthaben: Gesperrt

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#27

Beitrag von Sodo Mio » Mo 12. M├Ąr 2018, 19:26

"Also noch mal langsam", sagte Sodo. "ICH soll daf├╝r zahlen, das irgendein SPINNER das S├Âldnerlager abgefackelt hat, weshalb dir die Bezahlung f├╝r deinen letzten Auftrag entging? Verstehe ich das richtig? Sag mal, bist du lebensm├╝de? Wei├čt du, wen du hier vor dir hast?!"

Cherax warf ihm einen Blick zu. Sie beide wussten sehr genau, wer Schuld war an dem abgebrannten S├Âldnerlager und sie waren nicht die Einzigen. Von der Sache her brauchte es sie nicht zu scheren, wenn sie sich einfach vom Acker machen wollten. Aber das wollten sie nicht, sie gedachten, vorerst in Obenza zu bleiben. Da war es besser, die Anzahl seiner Feinde in Grenzen zu halten und sich vielleicht sogar Freunde zu machen.

"Also SCH├ľN", schnauzte Sodo und nahm die H├Ąnde in die Luft. "Ihr habt mich weichgeklopft und das verdankt ihr nur meinem gro├čm├╝tigen Herzen! Siebzig Kr├Âten pro Kopf sind ja ├╝berschaubar. Daf├╝r wollen wir noch Unterkunft und Verpflegung, klar? Dann geh├Ârt unsere Muskelkraft dir."

Benutzeravatar
Farael Dornenwind
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 26
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:52
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Top Charakterbogen

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#28

Beitrag von Farael Dornenwind » Di 13. M├Ąr 2018, 14:58

Auf die Antwort des S├Âldners vor sich, lehnte sich Farael ganz entspannt in seinen Stuhl zur├╝ck. Offensichtlich wussten sie, was sie wert waren und wie sie verhandelten. Das musste ihnen Farael lassen und er repsektierte das auch. Was es aber nicht leichter f├╝r seine geschundene Brieftasche machte.

Einen Moment lang lie├č er die Stille zwischen ihnen und sich wirken. Er dachte ├╝ber einen Kompromiss nach. Einen Gegenvorschlag, der ihn nicht in den Ruin treiben und dennoch die Unterst├╝tzung dieser S├Âldner sichern w├╝rde. Eigentlich war es vorgesehen, dass sie seine Bezahlung abarbeiten. Nicht, dass er ihnen etwas zahlte, damit sie arbeiteten. Doch Farael wollte nicht so engstirnig sein. Die M├Ąnner vor ihn hatten Potential und die Chance verdient. Nach reiflicher ├ťberlegung antwortete er: "Wie ich merke bist du jemand, der gern feilscht und entsprechend seinen eigenen Wert kennt. Doch darfst du eines nicht vergessen: Wir reden nicht von einem Auftrag mit Gefahrenzulage. Ihr werdet nicht k├Ąmpfen. Ihr werdet nicht t├Âten. Das Einzige was getan werden muss, ist es aufzur├Ąumen und euch ein neues Zuhause zu beschaffen.

Mit einer Geste orderte Farael je ein Glas Birnenschnaps f├╝r jeden am Tisch, den er nat├╝rlich entsprechend bezahlte. "Ich mache mal einen Gegenvorschlag", fuhr er schlie├člich fort. Wir k├Ânnen gern bei den siebzig Talern pro Kopf bleiben. Davon kauft ihr euch aber selbst Unterkunft und Verpflegung. Im Gegenzug erhaltet ihr die eine H├Ąlfte im Vorraus, die Andere nach getaner Arbeit. Vergesst nicht, dass wir gemeinsam den Grundstein f├╝r etwas Neues legen k├Ânnen. Ein neues Zuhause und eine neue Arbeit f├╝r euch.

Benutzeravatar
Sodo Mio
Bengel erster G├╝te
Beitr├Ąge: 13
Registriert: So 3. Dez 2017, 18:04
Guthaben: Gesperrt

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#29

Beitrag von Sodo Mio » Mi 14. M├Ąr 2018, 00:11

Sodos abweisendes Gesicht verwandelte sich in ein Abbild der fleischgewordenen Selbstzufriedenheit, als Farael ihm gekonnt Honig ums Maul schmierte. So grantig der Halbork werden konnte - gegen├╝ber Schmeicheleien war er so anf├Ąllig wie Apfelb├Ąume f├╝r Gitterrost. Er sonnte sich im fortschreitenden Lob. Seinen Birnenschnaps schob er allerdings Cherax her├╝ber. Wenn er einmal anfing, konnte er nicht mehr stoppen, der Troll hatte sich da besser im Griff.

"Tja, man muss schon sagen dass du verdammtes Gl├╝ck hast, ausgerechnet uns hier getroffen zu haben, insbesondere meine Pr├Ąchtigkeit", erkl├Ąrte er Farael. "Aufr├Ąumen ist mal was anderes, als den eigenen Arsch riskieren, h├Ątte ich nix dagegen. Ist doch entspannend!"

Er blickte zu seinen beiden Gef├Ąhrten, die zustimmend dreinblickten, was er auch als Zustimmung nahm.

"Einverstanden, wir sind im Gesch├Ąft. Siebzig Kr├Âten f├╝r jeden von uns f├╝rs Aufr├Ąumen und wir k├╝mmern uns selber um Kost und Logis. Wenn dir danach sein sollte, habe keine Hemmungen, meine Stiefel f├╝r diesen Handel zu k├╝ssen. Wann geht es los?"

Benutzeravatar
Farael Dornenwind
Zweitcharakter
Beitr├Ąge: 26
Registriert: Mi 20. Dez 2017, 18:52
Auszeichnungen: 1
Guthaben: Gesperrt

Top Charakterbogen

Re: Von Blut, Sold und Liebe

#30

Beitrag von Farael Dornenwind » Do 15. M├Ąr 2018, 09:32

Abwechselnd schaute Farael zwischen den drei S├Âldnern hin und her. Er suchte nach einem Funken der Missgunst oder gar der Ablehnung nach den zustimmenden Worten. Doch nichts davon war zu erblicken und in den Gesichtern der Anwesenden zeichnete sich stumme Zustimmung ab. Damit war die Verhandlung entsprechend abgeschlossen. Zugegeben, Farael h├Ątte nicht gedacht diese S├Âldner f├╝r solch eine geringe Summe zu bekommen. Im Normalfall, h├Ątte er ein gr├Â├čeres Budget und eine feste Schar an S├Âldner, w├Ąren die drei mit einem wesentlich h├Âheren Sold herausgegangen. Allerdings mussten sie das nicht unbedingt wissen. Im Gegenteil.

Stattdessen l├Ąchelte Farael so aufrichtig wie nur m├Âglich und nickte dem Halbork zu. ÔÇ×Du bist ein wirklich z├Ąher Verhandlungspartner, da gebe ich dir Recht. Mein Gl├╝ck, dass ich dich an einem guten Tag erwischt habe.ÔÇť Damit erhob sich Farael von seinem Stuhl und streckte sich. ÔÇ×Es geht morgen Mittag los. Wir treffen uns am S├Âldnerlager. Da bekommt ihr die erste H├Ąlfte eurer Bezahlung. Ob ihr gefundene Wertsachen die ihr aus den Tr├╝mmern zieht selbst nehmt oder mir zur Verf├╝gung stellt, ist euch ├╝berlassen. Sch├Ątzt einfach nur ab, was euch lieber ist. Investition in die Zukunft oder kurzweiliges Vergn├╝gen.ÔÇť Die Sache mit dem Stiefelk├╝ssen ├╝berh├Ârte Farael bewusst. Darauf einzugehen, h├Ątte den kompletten Handel gef├Ąhrdet.

Farael bedachte die Truppe schlie├člich noch mit einem fragenden Blick: ÔÇ×Habt ihr noch irgendwelche Fragen? Ansonsten sehen wir uns morgen.ÔÇť

Antworten