Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den Anfängen liegt. Die überlebenden Völker beginnen zu ahnen, dass der Schlüssel zur Herrschaft über Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. Während die Almanen auf Altbewährtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimbünde der Schatten sehen in der Magie die mächtigste Waffe und für die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Von Blut, Sold und Liebe

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Söldnerlager der Raubvögel
Ein wilder Haufen von arbeitslosen Söldnern schloss sich zusammen, um ein eigenes Söldnerlager aus dem Boden zu stampfen. Ihr Ziel: Geld zu verdienen und dabei noch Spaß zu haben. Jeder Haudegen, der sich an ein paar Regeln halten kann, ist hier willkommen.
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Farael Dornenwind

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#21

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 17:06

Argwöhnische betrachtete Farael die Truppe vor sich, die unterschiedlicher nicht hätte sein können. Sie alle wirkten etwas verwahrlost, offensichtlich waren es, wie der Norkara sagte, überlebende des Feuers. Wobei der Norkara sicher schon mehr durchgemacht hatte, als das Feuer. Dessen war sich Farael auch absolut sicher, doch es war wohl besser, dies beiseite zu schieben. Vorerst zumindest, wenn die Fronten zwischen ihnen nicht ganz gerklärt waren.

Für einen Moment schwieg Farael. Zunächst beäugte er ausschließlich ihr Tun, doch dann holte er einen Zettel vor, wie sie meist an Anschlagsbrettern hingen. Er faltete ihn auf und legte ihn vor die Nase der Söldner, ehe er sich mit seinen Händen auf den Tisch abstützte und jeden von ihnen abwechselnd anblickte.

Sein erster Blick ging auf den Typen, der ihm die Lüge auf den Tisch gesetzt hatte. "Mich anzulügen ist so oder so keine gute Verhandlungsgrundlage. Eins vorweg: Ihr seid keine Südnaridischen Söldner. Keiner von euch trägt ein Wappen und eine Rüstung der dortigen Kompanien. Also spart euch Scheiße dieser Art und seid besser ehrlich." Faraels Blick bleib ernst und machte mehr als deutlich, dass er es nicht hinnehmen würde, wenn so etwa snoch einmal passieren sollte. "Um es kurz zu halten: Farael Dornenwind. Freiberufler."

"Und nein, ich habe keine Arbeit für euch. Auch bin ich niemand, der nach einem Schuldigen für das abgefackelte Lager sucht. Das ist mir echt egal, wer's war. Worum es mir geht, ist mein Geld für den Auftrag." Farael tippte auf den Zettel, der vor den Nasen der Jungs lag. "Ich will mein Geld dafür haben, oder zumindest etwas im entsprechenden Gegenwert. Da ihr aber relativ - mittellos erscheint, frage ich besser nicht direkt nach einer Bezahlung. Irgendwelche Ideen, wie wir diesen kleinen Umstand bereinigen können? Ich habe keine Lust irgend etwas aus euch rausprügeln zu müssen, also gehen wir das ganz sachte an. Ich bin ganz Ohr."

Noch immer stand Farael vor dem Tisch, stieß sich wieder von diesem ab. Die Linke auf den Griff seines Schwertes gelegt, die Rechte in die Hüfte gestemmt. Eines war er sich sicher: Er würde mit Geld, Wertgegenständen oder aber Informationen zur Geldbeschaffung heraus marschieren. Andere Dinge nahm er nicht hin.

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Sodo Mio
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#22

Beitrag von Sodo Mio » Mo 19. Feb 2018, 18:36

Sodos Blick verdunkelte sich, als der Mann seine Hand in Richtung seiner Waffe bewegte. Er blieb ruhig sitzen, als würde er ganz entspannt bleiben, doch er war kampfbereit. Im Gegensatz zu dem, was die meisten anhand seines Aussehends vermuteten, kämpfte er keineswegs wie ein Ork, sondern wie sein menschliches Erbe. Er war nicht übermäßig stark, aber schnell, ausdauernd, hinterhältig und mit allerlei schmutzigen Wassern gewaschen. Noch war jedoch nicht entschieden, ob es überhaupt zu einem Kampf kommen würde. Er überließ in Anbetracht der kritischen Lage Cherax das Wort. So war es in Situationen wie diesen seit jeher am Besten gewesen und sie arbeiteten schon seit sehr vielen Jahren zusammen.

"Sein Gegenüber zu bedrohen ist auch keine gute Verhandlungsgrundlage, Farael", antwortete der Troll ruhig. "Lass die Waffe wo sie ist. Lass uns einfach reden. Setz dich zu uns, trink was und zeig mir den Wisch." Er trat unter dem Tisch gegen einen Stuhl, der zu Farael herüberschlitterte und schob ihm seine Weißweinschorle rüber.

"Es war `ne scheiß Idee, ins Shorty`s zu gehen", knurrte Sodo. "Nicht mal in `ner Homokneipe hat man seine Ruhe."
"Die Preise sprechen für sich", erwiderte Cherax.
"Ja und zum Ausgleich wird man von den Homos wegen irgendwelcher verpfuschter Aufträge bedroht!" Sodo wies mit dem Strohhalm in Faraels Richtung. Dann winkte er die Bedienung herbei, ließ sich Limo nachschenken und eine neue Zitronenscheibe ans Glas stecken. "Eiswürfel will ich auch noch, ich bezahl schließlich dafür! Und einen zweiten Strohhalm", rief er dem Kellner hinterher.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#23

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 19:14

Natürlich nahm Farael die Hände von seiner Waffe und setzte sich auf dem von ihm dargebotenen Stuhl. Bedacht und mit hoher Achtsamkeit zugleich schaute er die Gruppe an, konzentrierte sich darauf Gebahren und Mimik seiner Gegenüber genau zu beobachten. Es würde eine Verhandlung anstehen, mit großer Sicherheit. Und wie es schien, waren die Jungs vor ihm nicht der übliche Geist eines rauen Söldners, den man sonst in den untersten Rängen fand. Im Gegenteil. Farael war überrascht - positiv.

Nun etwas entspannter lehnte sich Farael in seinen Stuhl zurück. "Okay. Offensichtlich seid ihr nicht die Art von Söldner, die es auf die harte Tour braucht. Ist schon einmal ein Anfang", sprach er schließlich seine Gedanken aus. Behutsam reichte er dem Troll den Auftrag für das Töten von ein paar Banditen und die versprochene Belohnung von 200 Handelstalern. Gleichzeitig musterte er den Norkara, der mit am Tisch saß und die gesamte Zeit Farael anschaute. "Ist irgendwas?", fragte Farael ruppig, jedoch nicht feindselig.

Nach einem kurzen Zögern schüttelte er den Kopf, sog dann aber Luft ein und sprach: "Du bist doch Farael Dornenwind, oder? Also DER Farael Dornenwind. Du hast doch den Außenposten nahe Shohiro angeführt. Klar, ich kenne dich! Ich habe unter dir gedient!" Na toll. Entweder ein Bewunderer oder jemand der Farael die Schuld für das Ganze geben wollte.

"Ja, mag sein. Lang' her. Ich meinte dein Gesicht irgendwo schon einmal gesehen zu haben, jetzt weiß ich auch woher. Hast du ein Problem damit?", entgegnete Farael trocken.

"Nein! Gar nich'! Ich dachte nur du wärst, naja, tot. Hab' gehört, dass du möglichst einigen Kameraden das Leben gerettet haben sollst." Offensichtlich haben sich Faraels "Heldentaten" unter den Überlebenden herumgesprochen. Die Wahrheit war wesentlich ernüchternder und die Zahl der Toten so immens, dass die Stimmen der Lebenden mit Leichtigkeit verstummten.

Sachte schüttelte Farael mit dem Kopf und blickte Bolgur entgegen. "Dafür bin ich nicht hier. Um über alte Zeiten zu reden. Oder über das was passiert ist. Sondern deswegen." Eindringlich tippte Farael auf den Zettel, genauer auf die versprochene Summe. Der Norkara hingegen schaute betreten ins Glas. Sein Großes Vorbild war vermutlich doch nicht so toll. Sei's drum.

"Also, wo waren wir?", orientierte sich Farael erneut und goss sich dabei ein Glas der Weißweinschorle hinter die Binde. "Ach ja. Also, ich sitze. Und bin ganz Ohr. Und nur um das klar zu stellen. Ich habe die gesamte Stadt auf den Kopf gestellt, um Leute wie euch zu finden. Nicht weil ich Spaß an der Kneipe hier habe." Farael gruselte es bei dem Gedanken, hier von einem Mann angemacht zu werden.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#24

Beitrag von Schwarze Ana » Mo 19. Feb 2018, 20:59

Ana träumte von den Rabeninseln. Warm kitzelte die Sonne sie auf der Haut und in ihren Ohren rauschte das Meer. Sie war glücklich. Wohlig schmiegte sie sich in das Geräuschbett um sich herum, das sie Stück für Stück aus dem Schlaf in die Realität holte, obwohl sie sich noch sehnsüchtig an den Traum klammerte. Dann wurde es still und Ana schlug kurz darauf die Augen auf. Im ersten Moment wusste sie nicht, wo sie war, wie so oft, bedingt durch den ständigen Schlafplatzwechsel und vor allem, wenn sie tief geträumt hatte. Am ungewöhnlichsten war, dass sie sich ausgeruht und gut fühlte, keine angeschwollenen Augen, keine Kopfschmerzen, kein fauliger Geschmack im Mund. Der letzte Schleier des Schlafes löste sich auf und sie wusste es: Sie war bei Farael zu Hause. Ana setzte sich auf und sah sich im Raum um, doch von dem Alben war nichts zu sehen. Zögerlich schwang sie die Beine aus dem Bett und stand auf, streckte sich ausgiebig und spähte aus dem Fenster. Helligkeit und Trubel nach zu urteilen, ging es bereits auf Mittag zu. Hatte Farael sie etwa alleine zurück gelassen? Sie dachte an den gestrigen Abend und ertappte sich dabei, wie sie lächelte. Wohl oder übel musste sie sich eingestehen, dass es ihr gefallen und sie sich aufgehoben gefühlt hatte. Trotzdem schwang noch immer das Schamgefühl darüber mit, dass sie sich ihm beinahe an den Hals geworfen und dann sanft und höflich zurückgewiesen worden war. Wenn er gewollt hätte, hätte er sie haben können. Er hätte nur den kleinen Finger ausstrecken müssen und sie hätte die ganze Hand genommen. Doch dazu war es nicht gekommen und Anas Gefühle diesbezüglich waren gespalten. Da war eine wohlige Wärme in ihr, denn Farael hatte ihr mit seinem Handeln etwas geschenkt, dessen Existenz sie beinahe schon vergessen hatte. Doch dunkel rankten sich Zweifel daneben und Furcht, dem Alben zu nahe zu kommen und entweder sich selbst oder ihn in Gefahr zu bringen. Eigentlich war sie ganz froh, dass Farael nicht hier war. So hatte sie Zeit, alles sacken zu lassen. Ana begann durch den Wohnraum zu gehen und sah sich um, falls der Alb doch irgendwo zugange war. Recht schnell entdeckte sie den Zettel auf dem Tisch und automatisch griff sie danach, obwohl sie kaum lesen konnte. Der Brief war von Farael, so viel verstand sie. Hatte er es sich anders überlegt? Nein. Das konnte Ana sich nicht vorstellen. Warum hätte er sie sonst alleine in seinem trauten Heim lassen sollen? Sie steckte den Brief ein. Möglicherweise traf sie später jemanden, der ihr den Text vorlesen konnte.

Sie überlegte direkt zu gehen. Was sollte sie noch hier? Sie wusste nicht, wann Farael zurückkam und auch nicht, ob er sie dann überhaupt noch vor Ort wünschte. Und keinesfalls wollte sie ihm das Gefühl geben, dass sie den ganzen Tag hier wartete, nur um ihn wiederzusehen und auch nicht, dass sie abhängig von seiner Großzügigkeit war, sie hier aufzunehmen. Noch nicht. Am besten nie. Gerade wollte sie zur Tür hinaus, da kam ihr der Gedanke, dass Farael bestimmt über eine Waschmöglichkeit verfügte. Nach einer Zeit ohne feste Bleibe lernte man die Möglichkeit sich zu reinigen erst richtig als Privileg zu schätzen und den Alben würde es vermutlich nicht sonderlich stören. Schnell fand sie die Hintertür und draußen eine ordentliche Wasserpumpe. Der Boden war noch feucht, Farael musste vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls hier zugange gewesen sein. Das Wasser war kalt, doch Ana mochte den Effekt, den es auf ihren Körper hatte. Augenblicklich zog sich eine Gänsehaut über ihre Glieder und straffte ihre Haut, färbte sie rosig ein. Sie sah an sich selbst hinab. „Abgemagert“, murmelte sie. Wie lange war es her, dass sie gegessen hatte? Stunden, Tage? Es wurde Zeit.

Ana wrang ihr Haar aus, bevor sie wieder nach innen ging. Nun fröstelte sie und griff nach ihrem Lautenkasten, um den Umhang heraus zu holen, überlegte es sich dann aber anders. Vorsichtig und nicht ohne sich zur Sicherheit doch noch einmal umzusehen, zog sie eine Schublade von Faraels Kommode auf, dann noch eine und noch eine, bis sie ein dunkelgrünes Hemd fand, das sie sich kurzerhand über den nackten Körper zog. Es war weich und fiel ihr locker über die schmalen Schultern. „Ein kleiner Diebstahl muss sein“, sagte sie leise. „Wenn du lieb bist, gebe ich es dir zurück.“

Mit gepackten Sachen, ausgeschlafen und erfrischt zog Ana schließlich die Tür von Faraels kleinem Reich hinter sich zu. Bevor sie fortging, sah sie sich noch einmal um, damit sie die Straße wieder fand. Nun hing es ganz von ihr ab, wann sie sich wieder sahen. Zumindest dachte Ana das und war überaus zufrieden mit dieser Begebenheit.


Der Tag war wundervoll. Die Luft war noch recht kühl und wirkte damit um einiges reiner und frischer, als sie wirklich war und der blaue Himmel versprach viel Sonnenschein. Anas Stimmung war famos und genau das stimmte sie ein wenig skeptisch. Sie musste aufpassen.
Als erstes machte sie sich auf den Weg zum Markt. Dort kaufte sie sich eine kleine Kruste Brot bei einem Bäcker, den sie mochte und stahl eine Pastete bei einem, den sich nicht mochte. Einen Augenblick kämpfte sie gegen die Versuchung an, dann wanderte auch eine Pulle Rum in ihren Besitz. Wieder zog es sie an den Hafen, dieses Mal jedoch an den Anlegeplatz der Skua. Ana kam häufig hierher, einfach nur, um das Schiff zu betrachten und manchmal traf sie Terry zufällig. Nun hatte sie ihn schon länger nicht gesehen, und wusste gar nicht, wie es ihm ging. Als sie am Kai ankam, fand sie diesen überraschend verwaist vor. Ana sah sich um, doch es gab keinen Zweifel. War Terry in See gestochen? Sie hoffte, dass dies der Grund für die Abwesenheit war, auch wenn sie schon ein wenig neidisch wäre. Sie seufzte. Gerne hätte sie ihren kleinen Riesen gesehen.
Schließlich suchte sie sich trotzdem einen Platz in der Nähe. Sie lehnte sich an die Wand eines eingefallenen, leer stehenden Häuschens und aß die Pastete. Mehr aus Gewohnheit als aus Verlangen war auch der Rum recht schnell entkorkt und nach den ersten paar Schluck holte Ana die Laute heraus. Die Sonne wärmte sie von außen und der Rum von innen und Ana dachte klimpernd über die neuesten Ereignisse nach. Schnell entstand eine Melodie, die ihren Ursprung vor allem in dem Gefühl der Geborgenheit hatte, dass sie in Faraels Umarmung verspürt hatte. Ana spielte einige Minuten lang, dann stoppte sie abrupt. Nun, da sie den Moment in einem Lied gebannt hatte, hatte sie ihm endgültig Bedeutung verliehen und Ana vergaß nie eines ihrer Stücke. War sie zu weit gegangen? Hatte sie den Alben jetzt schon zu nah an sich heran gelassen? Das war doch kaum möglich, immerhin kannte sie ihn gerade einmal einen Tag. Möglicherweise war es besser, wenn sie Farael erst einmal nicht mehr sah… Gemeinsam mit dem Instrument sperrte Ana die Erinnerungen an die Nacht in den Kasten und beschloss, nach einer Taverne und Arbeit für den Abend zu suchen. Faraels Hemd aber behielt sie an.
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#25

Beitrag von Sodo Mio » Fr 23. Feb 2018, 15:34

Sodo erhielt seine geforderten Eiswürfel. In jedem war ein Blatt Zitronenmelisse eingefroren. Damit war seine Limo komplettiert und er trank zufrieden aus dem Strohhalm. Wie immer saugte er zuerst den Rohrzucker vom Grund des Glases auf. Cherax betrachtete derweile den Zettel, während Bolgur und Farael ein paar Worte miteinander wechselten. Offenbar kannte man sich und Farael wurde als Kommandant der Konkurrenz aus Shohiro identifiziert. Cherax ergriff wieder das Wort.

"Dir geht es also um die 200 Taler. Du wolltest einen Trupp Banditen ausheben und dir die 200 Taler verdienen, die dir nun entgangen sind. Wenn du von dem Lager bei Shohiro kommst, frage ich mich allerdings, was wir damit zu tun haben sollen. Das erschließt sich mir nicht. Ob das Lager hier in Obenza abgefackelt ist oder nicht, kann den Banditen und dir doch völlig egal sein. Oder suchst du einfach Männer? 200 Taler sind aber echt mager dafür, dass wir unseren Arsch riskieren und dann müsste man das Bisschen auch noch aufteilen. Du hast hier keine Amateure, sondern ausgebildete Profis vor dir. Wie stellst du dir die Aufteilung denn vor? Jeder zu gleichen Teilen oder willst du dir den Löwenanteil einheimsen?"

"Der stellt der sich was ganz anderes vor", murrte Sodo. "Das ist bloß ne billige Anmache. Das nächste Mal gehen wir in den Alten Alfons. Das hier muss man sich echt nicht geben."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#26

Beitrag von Farael Dornenwind » Fr 23. Feb 2018, 16:12

Mit einer hochgezogenen Augenbraue betrachtete Farael den Troll und Wortführer der kleinen Truppe. Er schien ihn misszuverstehen. Offen gestanden hat sich Farael wohl zu flach und zurückhaltend ausgerdrückt. Etwas, was er sofort zu beheben gedachte. "Nein, nein. Ich drückte mich falsch aus. Der Auftrag kam von eurem Lager bevor es abgefackelt wurde. Ich hab diesen Auftrag erledigt und will das Geld dafür sehen. Mir ist's egal von wem es stammt, Hauptsache ich werde dafür entlohnt. Mit ein paar schlecht ausgebildeten Banditen komme ich auch allein klar."

Das Murren und Meckern des anderen Söldners musste Farael mit einem Grinsen quittieren. Die Zeit mit dem er mit der Gruppe sich unterhalten hatte, meckerte er nur über die kleinsten Dinge herum. Das er dachte, Farael wolle sie angraben, ist eine unterhaltsame Sache und für einen Moment überlegte Farael, ob er das nicht wirklich tun sollte. Schnell verwarf er den Gedanken wieder. So würde das Gespräch zu unseriös wirken und besonders bei der Verhandlung kontraproduktiv sein.

Just in diesem Moment kam Farael ein anderer Gedanke. Das Gespräch mit Ana kam ihm wieder in den Sinn. Ihre Frage, was seine Ziele für die Welt wären. Seine Antwort war das Gründen eines erfolgreichen Söldnerlagers. Ein neuer Versuch, zudem die Wiedergutmachung für seine alten Fehler. "Obwohl, ich hätte noch eine andere Idee. Ihr seid Profis sagt ihr? Dann kennt ihr euch sicher im Geschäft aus und offensichtlich seid ihr auch knapp bei Kasse. Eure Schwerter als Bezahlung zu nehmen wäre Verschwendung", erklärte Farael und beugte sich ein Stück vor. Dabei wanderte eine weitere Portion des Schnapses in seine Kehle. "Ihr seid sicherlich an Arbeit interessiert und vielleicht kann man sich einigen. Das Söldnerlager nahe Shohiro gibt es nicht mehr. Schon lang nicht." Bulgor nickte, der Blick im Glas versenkt. "Ihr arbeitet die Schulden ab, müsst nichts bezahlen. Im Gegenzug will ich alles über das abgefackelte Söldnerlager wissen. Und wie es gelaufen ist. So wie ob es die Möglichkeit gibt, es wieder aufzubauen. Wenn ja, brauche ich Männer um dort aufzuräumen."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#27

Beitrag von Sodo Mio » Mo 12. Mär 2018, 19:26

"Also noch mal langsam", sagte Sodo. "ICH soll dafür zahlen, das irgendein SPINNER das Söldnerlager abgefackelt hat, weshalb dir die Bezahlung für deinen letzten Auftrag entging? Verstehe ich das richtig? Sag mal, bist du lebensmüde? Weißt du, wen du hier vor dir hast?!"

Cherax warf ihm einen Blick zu. Sie beide wussten sehr genau, wer Schuld war an dem abgebrannten Söldnerlager und sie waren nicht die Einzigen. Von der Sache her brauchte es sie nicht zu scheren, wenn sie sich einfach vom Acker machen wollten. Aber das wollten sie nicht, sie gedachten, vorerst in Obenza zu bleiben. Da war es besser, die Anzahl seiner Feinde in Grenzen zu halten und sich vielleicht sogar Freunde zu machen.

"Also SCHÖN", schnauzte Sodo und nahm die Hände in die Luft. "Ihr habt mich weichgeklopft und das verdankt ihr nur meinem großmütigen Herzen! Siebzig Kröten pro Kopf sind ja überschaubar. Dafür wollen wir noch Unterkunft und Verpflegung, klar? Dann gehört unsere Muskelkraft dir."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#28

Beitrag von Farael Dornenwind » Di 13. Mär 2018, 14:58

Auf die Antwort des Söldners vor sich, lehnte sich Farael ganz entspannt in seinen Stuhl zurück. Offensichtlich wussten sie, was sie wert waren und wie sie verhandelten. Das musste ihnen Farael lassen und er repsektierte das auch. Was es aber nicht leichter für seine geschundene Brieftasche machte.

Einen Moment lang ließ er die Stille zwischen ihnen und sich wirken. Er dachte über einen Kompromiss nach. Einen Gegenvorschlag, der ihn nicht in den Ruin treiben und dennoch die Unterstützung dieser Söldner sichern würde. Eigentlich war es vorgesehen, dass sie seine Bezahlung abarbeiten. Nicht, dass er ihnen etwas zahlte, damit sie arbeiteten. Doch Farael wollte nicht so engstirnig sein. Die Männer vor ihn hatten Potential und die Chance verdient. Nach reiflicher Überlegung antwortete er: "Wie ich merke bist du jemand, der gern feilscht und entsprechend seinen eigenen Wert kennt. Doch darfst du eines nicht vergessen: Wir reden nicht von einem Auftrag mit Gefahrenzulage. Ihr werdet nicht kämpfen. Ihr werdet nicht töten. Das Einzige was getan werden muss, ist es aufzuräumen und euch ein neues Zuhause zu beschaffen.

Mit einer Geste orderte Farael je ein Glas Birnenschnaps für jeden am Tisch, den er natürlich entsprechend bezahlte. "Ich mache mal einen Gegenvorschlag", fuhr er schließlich fort. Wir können gern bei den siebzig Talern pro Kopf bleiben. Davon kauft ihr euch aber selbst Unterkunft und Verpflegung. Im Gegenzug erhaltet ihr die eine Hälfte im Vorraus, die Andere nach getaner Arbeit. Vergesst nicht, dass wir gemeinsam den Grundstein für etwas Neues legen können. Ein neues Zuhause und eine neue Arbeit für euch.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#29

Beitrag von Sodo Mio » Mi 14. Mär 2018, 00:11

Sodos abweisendes Gesicht verwandelte sich in ein Abbild der fleischgewordenen Selbstzufriedenheit, als Farael ihm gekonnt Honig ums Maul schmierte. So grantig der Halbork werden konnte - gegenüber Schmeicheleien war er so anfällig wie Apfelbäume für Gitterrost. Er sonnte sich im fortschreitenden Lob. Seinen Birnenschnaps schob er allerdings Cherax herüber. Wenn er einmal anfing, konnte er nicht mehr stoppen, der Troll hatte sich da besser im Griff.

"Tja, man muss schon sagen dass du verdammtes Glück hast, ausgerechnet uns hier getroffen zu haben, insbesondere meine Prächtigkeit", erklärte er Farael. "Aufräumen ist mal was anderes, als den eigenen Arsch riskieren, hätte ich nix dagegen. Ist doch entspannend!"

Er blickte zu seinen beiden Gefährten, die zustimmend dreinblickten, was er auch als Zustimmung nahm.

"Einverstanden, wir sind im Geschäft. Siebzig Kröten für jeden von uns fürs Aufräumen und wir kümmern uns selber um Kost und Logis. Wenn dir danach sein sollte, habe keine Hemmungen, meine Stiefel für diesen Handel zu küssen. Wann geht es los?"

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#30

Beitrag von Farael Dornenwind » Do 15. Mär 2018, 09:32

Abwechselnd schaute Farael zwischen den drei Söldnern hin und her. Er suchte nach einem Funken der Missgunst oder gar der Ablehnung nach den zustimmenden Worten. Doch nichts davon war zu erblicken und in den Gesichtern der Anwesenden zeichnete sich stumme Zustimmung ab. Damit war die Verhandlung entsprechend abgeschlossen. Zugegeben, Farael hätte nicht gedacht diese Söldner für solch eine geringe Summe zu bekommen. Im Normalfall, hätte er ein größeres Budget und eine feste Schar an Söldner, wären die drei mit einem wesentlich höheren Sold herausgegangen. Allerdings mussten sie das nicht unbedingt wissen. Im Gegenteil.

Stattdessen lächelte Farael so aufrichtig wie nur möglich und nickte dem Halbork zu. „Du bist ein wirklich zäher Verhandlungspartner, da gebe ich dir Recht. Mein Glück, dass ich dich an einem guten Tag erwischt habe.“ Damit erhob sich Farael von seinem Stuhl und streckte sich. „Es geht morgen Mittag los. Wir treffen uns am Söldnerlager. Da bekommt ihr die erste Hälfte eurer Bezahlung. Ob ihr gefundene Wertsachen die ihr aus den Trümmern zieht selbst nehmt oder mir zur Verfügung stellt, ist euch überlassen. Schätzt einfach nur ab, was euch lieber ist. Investition in die Zukunft oder kurzweiliges Vergnügen.“ Die Sache mit dem Stiefelküssen überhörte Farael bewusst. Darauf einzugehen, hätte den kompletten Handel gefährdet.

Farael bedachte die Truppe schließlich noch mit einem fragenden Blick: „Habt ihr noch irgendwelche Fragen? Ansonsten sehen wir uns morgen.“

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