Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterließen Relikte, deren Erforschung noch in den AnfĂ€ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. WĂ€hrend die Urvölker auf AltbewĂ€hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. GeheimbĂŒnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Von Blut, Sold und Liebe

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Söldnerlager der Raubvögel
Ein wilder Haufen von arbeitslosen Söldnern schloss sich zusammen, um ein eigenes Söldnerlager aus dem Boden zu stampfen. Ihr Ziel: Geld zu verdienen und dabei noch Spaß zu haben. Jeder Haudegen, der sich an ein paar Regeln halten kann, ist hier willkommen.
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Farael Dornenwind
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#21

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 17:06

Argwöhnische betrachtete Farael die Truppe vor sich, die unterschiedlicher nicht hĂ€tte sein können. Sie alle wirkten etwas verwahrlost, offensichtlich waren es, wie der Norkara sagte, ĂŒberlebende des Feuers. Wobei der Norkara sicher schon mehr durchgemacht hatte, als das Feuer. Dessen war sich Farael auch absolut sicher, doch es war wohl besser, dies beiseite zu schieben. Vorerst zumindest, wenn die Fronten zwischen ihnen nicht ganz gerklĂ€rt waren.

FĂŒr einen Moment schwieg Farael. ZunĂ€chst beĂ€ugte er ausschließlich ihr Tun, doch dann holte er einen Zettel vor, wie sie meist an Anschlagsbrettern hingen. Er faltete ihn auf und legte ihn vor die Nase der Söldner, ehe er sich mit seinen HĂ€nden auf den Tisch abstĂŒtzte und jeden von ihnen abwechselnd anblickte.

Sein erster Blick ging auf den Typen, der ihm die LĂŒge auf den Tisch gesetzt hatte. "Mich anzulĂŒgen ist so oder so keine gute Verhandlungsgrundlage. Eins vorweg: Ihr seid keine SĂŒdnaridischen Söldner. Keiner von euch trĂ€gt ein Wappen und eine RĂŒstung der dortigen Kompanien. Also spart euch Scheiße dieser Art und seid besser ehrlich." Faraels Blick bleib ernst und machte mehr als deutlich, dass er es nicht hinnehmen wĂŒrde, wenn so etwa snoch einmal passieren sollte. "Um es kurz zu halten: Farael Dornenwind. Freiberufler."

"Und nein, ich habe keine Arbeit fĂŒr euch. Auch bin ich niemand, der nach einem Schuldigen fĂŒr das abgefackelte Lager sucht. Das ist mir echt egal, wer's war. Worum es mir geht, ist mein Geld fĂŒr den Auftrag." Farael tippte auf den Zettel, der vor den Nasen der Jungs lag. "Ich will mein Geld dafĂŒr haben, oder zumindest etwas im entsprechenden Gegenwert. Da ihr aber relativ - mittellos erscheint, frage ich besser nicht direkt nach einer Bezahlung. Irgendwelche Ideen, wie wir diesen kleinen Umstand bereinigen können? Ich habe keine Lust irgend etwas aus euch rausprĂŒgeln zu mĂŒssen, also gehen wir das ganz sachte an. Ich bin ganz Ohr."

Noch immer stand Farael vor dem Tisch, stieß sich wieder von diesem ab. Die Linke auf den Griff seines Schwertes gelegt, die Rechte in die HĂŒfte gestemmt. Eines war er sich sicher: Er wĂŒrde mit Geld, WertgegenstĂ€nden oder aber Informationen zur Geldbeschaffung heraus marschieren. Andere Dinge nahm er nicht hin.

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Sodo Mio
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#22

Beitrag von Sodo Mio » Mo 19. Feb 2018, 18:36

Sodos Blick verdunkelte sich, als der Mann seine Hand in Richtung seiner Waffe bewegte. Er blieb ruhig sitzen, als wĂŒrde er ganz entspannt bleiben, doch er war kampfbereit. Im Gegensatz zu dem, was die meisten anhand seines Aussehends vermuteten, kĂ€mpfte er keineswegs wie ein Ork, sondern wie sein menschliches Erbe. Er war nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig stark, aber schnell, ausdauernd, hinterhĂ€ltig und mit allerlei schmutzigen Wassern gewaschen. Noch war jedoch nicht entschieden, ob es ĂŒberhaupt zu einem Kampf kommen wĂŒrde. Er ĂŒberließ in Anbetracht der kritischen Lage Cherax das Wort. So war es in Situationen wie diesen seit jeher am Besten gewesen und sie arbeiteten schon seit sehr vielen Jahren zusammen.

"Sein GegenĂŒber zu bedrohen ist auch keine gute Verhandlungsgrundlage, Farael", antwortete der Troll ruhig. "Lass die Waffe wo sie ist. Lass uns einfach reden. Setz dich zu uns, trink was und zeig mir den Wisch." Er trat unter dem Tisch gegen einen Stuhl, der zu Farael herĂŒberschlitterte und schob ihm seine Weißweinschorle rĂŒber.

"Es war `ne scheiß Idee, ins Shorty`s zu gehen", knurrte Sodo. "Nicht mal in `ner Homokneipe hat man seine Ruhe."
"Die Preise sprechen fĂŒr sich", erwiderte Cherax.
"Ja und zum Ausgleich wird man von den Homos wegen irgendwelcher verpfuschter AuftrĂ€ge bedroht!" Sodo wies mit dem Strohhalm in Faraels Richtung. Dann winkte er die Bedienung herbei, ließ sich Limo nachschenken und eine neue Zitronenscheibe ans Glas stecken. "EiswĂŒrfel will ich auch noch, ich bezahl schließlich dafĂŒr! Und einen zweiten Strohhalm", rief er dem Kellner hinterher.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#23

Beitrag von Farael Dornenwind » Mo 19. Feb 2018, 19:14

NatĂŒrlich nahm Farael die HĂ€nde von seiner Waffe und setzte sich auf dem von ihm dargebotenen Stuhl. Bedacht und mit hoher Achtsamkeit zugleich schaute er die Gruppe an, konzentrierte sich darauf Gebahren und Mimik seiner GegenĂŒber genau zu beobachten. Es wĂŒrde eine Verhandlung anstehen, mit großer Sicherheit. Und wie es schien, waren die Jungs vor ihm nicht der ĂŒbliche Geist eines rauen Söldners, den man sonst in den untersten RĂ€ngen fand. Im Gegenteil. Farael war ĂŒberrascht - positiv.

Nun etwas entspannter lehnte sich Farael in seinen Stuhl zurĂŒck. "Okay. Offensichtlich seid ihr nicht die Art von Söldner, die es auf die harte Tour braucht. Ist schon einmal ein Anfang", sprach er schließlich seine Gedanken aus. Behutsam reichte er dem Troll den Auftrag fĂŒr das Töten von ein paar Banditen und die versprochene Belohnung von 200 Handelstalern. Gleichzeitig musterte er den Norkara, der mit am Tisch saß und die gesamte Zeit Farael anschaute. "Ist irgendwas?", fragte Farael ruppig, jedoch nicht feindselig.

Nach einem kurzen Zögern schĂŒttelte er den Kopf, sog dann aber Luft ein und sprach: "Du bist doch Farael Dornenwind, oder? Also DER Farael Dornenwind. Du hast doch den Außenposten nahe Shohiro angefĂŒhrt. Klar, ich kenne dich! Ich habe unter dir gedient!" Na toll. Entweder ein Bewunderer oder jemand der Farael die Schuld fĂŒr das Ganze geben wollte.

"Ja, mag sein. Lang' her. Ich meinte dein Gesicht irgendwo schon einmal gesehen zu haben, jetzt weiß ich auch woher. Hast du ein Problem damit?", entgegnete Farael trocken.

"Nein! Gar nich'! Ich dachte nur du wĂ€rst, naja, tot. Hab' gehört, dass du möglichst einigen Kameraden das Leben gerettet haben sollst." Offensichtlich haben sich Faraels "Heldentaten" unter den Überlebenden herumgesprochen. Die Wahrheit war wesentlich ernĂŒchternder und die Zahl der Toten so immens, dass die Stimmen der Lebenden mit Leichtigkeit verstummten.

Sachte schĂŒttelte Farael mit dem Kopf und blickte Bolgur entgegen. "DafĂŒr bin ich nicht hier. Um ĂŒber alte Zeiten zu reden. Oder ĂŒber das was passiert ist. Sondern deswegen." Eindringlich tippte Farael auf den Zettel, genauer auf die versprochene Summe. Der Norkara hingegen schaute betreten ins Glas. Sein Großes Vorbild war vermutlich doch nicht so toll. Sei's drum.

"Also, wo waren wir?", orientierte sich Farael erneut und goss sich dabei ein Glas der Weißweinschorle hinter die Binde. "Ach ja. Also, ich sitze. Und bin ganz Ohr. Und nur um das klar zu stellen. Ich habe die gesamte Stadt auf den Kopf gestellt, um Leute wie euch zu finden. Nicht weil ich Spaß an der Kneipe hier habe." Farael gruselte es bei dem Gedanken, hier von einem Mann angemacht zu werden.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#24

Beitrag von Schwarze Ana » Mo 19. Feb 2018, 20:59

Ana trĂ€umte von den Rabeninseln. Warm kitzelte die Sonne sie auf der Haut und in ihren Ohren rauschte das Meer. Sie war glĂŒcklich. Wohlig schmiegte sie sich in das GerĂ€uschbett um sich herum, das sie StĂŒck fĂŒr StĂŒck aus dem Schlaf in die RealitĂ€t holte, obwohl sie sich noch sehnsĂŒchtig an den Traum klammerte. Dann wurde es still und Ana schlug kurz darauf die Augen auf. Im ersten Moment wusste sie nicht, wo sie war, wie so oft, bedingt durch den stĂ€ndigen Schlafplatzwechsel und vor allem, wenn sie tief getrĂ€umt hatte. Am ungewöhnlichsten war, dass sie sich ausgeruht und gut fĂŒhlte, keine angeschwollenen Augen, keine Kopfschmerzen, kein fauliger Geschmack im Mund. Der letzte Schleier des Schlafes löste sich auf und sie wusste es: Sie war bei Farael zu Hause. Ana setzte sich auf und sah sich im Raum um, doch von dem Alben war nichts zu sehen. Zögerlich schwang sie die Beine aus dem Bett und stand auf, streckte sich ausgiebig und spĂ€hte aus dem Fenster. Helligkeit und Trubel nach zu urteilen, ging es bereits auf Mittag zu. Hatte Farael sie etwa alleine zurĂŒck gelassen? Sie dachte an den gestrigen Abend und ertappte sich dabei, wie sie lĂ€chelte. Wohl oder ĂŒbel musste sie sich eingestehen, dass es ihr gefallen und sie sich aufgehoben gefĂŒhlt hatte. Trotzdem schwang noch immer das SchamgefĂŒhl darĂŒber mit, dass sie sich ihm beinahe an den Hals geworfen und dann sanft und höflich zurĂŒckgewiesen worden war. Wenn er gewollt hĂ€tte, hĂ€tte er sie haben können. Er hĂ€tte nur den kleinen Finger ausstrecken mĂŒssen und sie hĂ€tte die ganze Hand genommen. Doch dazu war es nicht gekommen und Anas GefĂŒhle diesbezĂŒglich waren gespalten. Da war eine wohlige WĂ€rme in ihr, denn Farael hatte ihr mit seinem Handeln etwas geschenkt, dessen Existenz sie beinahe schon vergessen hatte. Doch dunkel rankten sich Zweifel daneben und Furcht, dem Alben zu nahe zu kommen und entweder sich selbst oder ihn in Gefahr zu bringen. Eigentlich war sie ganz froh, dass Farael nicht hier war. So hatte sie Zeit, alles sacken zu lassen. Ana begann durch den Wohnraum zu gehen und sah sich um, falls der Alb doch irgendwo zugange war. Recht schnell entdeckte sie den Zettel auf dem Tisch und automatisch griff sie danach, obwohl sie kaum lesen konnte. Der Brief war von Farael, so viel verstand sie. Hatte er es sich anders ĂŒberlegt? Nein. Das konnte Ana sich nicht vorstellen. Warum hĂ€tte er sie sonst alleine in seinem trauten Heim lassen sollen? Sie steckte den Brief ein. Möglicherweise traf sie spĂ€ter jemanden, der ihr den Text vorlesen konnte.

Sie ĂŒberlegte direkt zu gehen. Was sollte sie noch hier? Sie wusste nicht, wann Farael zurĂŒckkam und auch nicht, ob er sie dann ĂŒberhaupt noch vor Ort wĂŒnschte. Und keinesfalls wollte sie ihm das GefĂŒhl geben, dass sie den ganzen Tag hier wartete, nur um ihn wiederzusehen und auch nicht, dass sie abhĂ€ngig von seiner GroßzĂŒgigkeit war, sie hier aufzunehmen. Noch nicht. Am besten nie. Gerade wollte sie zur TĂŒr hinaus, da kam ihr der Gedanke, dass Farael bestimmt ĂŒber eine Waschmöglichkeit verfĂŒgte. Nach einer Zeit ohne feste Bleibe lernte man die Möglichkeit sich zu reinigen erst richtig als Privileg zu schĂ€tzen und den Alben wĂŒrde es vermutlich nicht sonderlich stören. Schnell fand sie die HintertĂŒr und draußen eine ordentliche Wasserpumpe. Der Boden war noch feucht, Farael musste vor nicht allzu langer Zeit ebenfalls hier zugange gewesen sein. Das Wasser war kalt, doch Ana mochte den Effekt, den es auf ihren Körper hatte. Augenblicklich zog sich eine GĂ€nsehaut ĂŒber ihre Glieder und straffte ihre Haut, fĂ€rbte sie rosig ein. Sie sah an sich selbst hinab. „Abgemagert“, murmelte sie. Wie lange war es her, dass sie gegessen hatte? Stunden, Tage? Es wurde Zeit.

Ana wrang ihr Haar aus, bevor sie wieder nach innen ging. Nun fröstelte sie und griff nach ihrem Lautenkasten, um den Umhang heraus zu holen, ĂŒberlegte es sich dann aber anders. Vorsichtig und nicht ohne sich zur Sicherheit doch noch einmal umzusehen, zog sie eine Schublade von Faraels Kommode auf, dann noch eine und noch eine, bis sie ein dunkelgrĂŒnes Hemd fand, das sie sich kurzerhand ĂŒber den nackten Körper zog. Es war weich und fiel ihr locker ĂŒber die schmalen Schultern. „Ein kleiner Diebstahl muss sein“, sagte sie leise. „Wenn du lieb bist, gebe ich es dir zurĂŒck.“

Mit gepackten Sachen, ausgeschlafen und erfrischt zog Ana schließlich die TĂŒr von Faraels kleinem Reich hinter sich zu. Bevor sie fortging, sah sie sich noch einmal um, damit sie die Straße wieder fand. Nun hing es ganz von ihr ab, wann sie sich wieder sahen. Zumindest dachte Ana das und war ĂŒberaus zufrieden mit dieser Begebenheit.


Der Tag war wundervoll. Die Luft war noch recht kĂŒhl und wirkte damit um einiges reiner und frischer, als sie wirklich war und der blaue Himmel versprach viel Sonnenschein. Anas Stimmung war famos und genau das stimmte sie ein wenig skeptisch. Sie musste aufpassen.
Als erstes machte sie sich auf den Weg zum Markt. Dort kaufte sie sich eine kleine Kruste Brot bei einem BĂ€cker, den sie mochte und stahl eine Pastete bei einem, den sich nicht mochte. Einen Augenblick kĂ€mpfte sie gegen die Versuchung an, dann wanderte auch eine Pulle Rum in ihren Besitz. Wieder zog es sie an den Hafen, dieses Mal jedoch an den Anlegeplatz der Skua. Ana kam hĂ€ufig hierher, einfach nur, um das Schiff zu betrachten und manchmal traf sie Terry zufĂ€llig. Nun hatte sie ihn schon lĂ€nger nicht gesehen, und wusste gar nicht, wie es ihm ging. Als sie am Kai ankam, fand sie diesen ĂŒberraschend verwaist vor. Ana sah sich um, doch es gab keinen Zweifel. War Terry in See gestochen? Sie hoffte, dass dies der Grund fĂŒr die Abwesenheit war, auch wenn sie schon ein wenig neidisch wĂ€re. Sie seufzte. Gerne hĂ€tte sie ihren kleinen Riesen gesehen.
Schließlich suchte sie sich trotzdem einen Platz in der NĂ€he. Sie lehnte sich an die Wand eines eingefallenen, leer stehenden HĂ€uschens und aß die Pastete. Mehr aus Gewohnheit als aus Verlangen war auch der Rum recht schnell entkorkt und nach den ersten paar Schluck holte Ana die Laute heraus. Die Sonne wĂ€rmte sie von außen und der Rum von innen und Ana dachte klimpernd ĂŒber die neuesten Ereignisse nach. Schnell entstand eine Melodie, die ihren Ursprung vor allem in dem GefĂŒhl der Geborgenheit hatte, dass sie in Faraels Umarmung verspĂŒrt hatte. Ana spielte einige Minuten lang, dann stoppte sie abrupt. Nun, da sie den Moment in einem Lied gebannt hatte, hatte sie ihm endgĂŒltig Bedeutung verliehen und Ana vergaß nie eines ihrer StĂŒcke. War sie zu weit gegangen? Hatte sie den Alben jetzt schon zu nah an sich heran gelassen? Das war doch kaum möglich, immerhin kannte sie ihn gerade einmal einen Tag. Möglicherweise war es besser, wenn sie Farael erst einmal nicht mehr sah
 Gemeinsam mit dem Instrument sperrte Ana die Erinnerungen an die Nacht in den Kasten und beschloss, nach einer Taverne und Arbeit fĂŒr den Abend zu suchen. Faraels Hemd aber behielt sie an.
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Sodo Mio
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#25

Beitrag von Sodo Mio » Fr 23. Feb 2018, 15:34

Sodo erhielt seine geforderten EiswĂŒrfel. In jedem war ein Blatt Zitronenmelisse eingefroren. Damit war seine Limo komplettiert und er trank zufrieden aus dem Strohhalm. Wie immer saugte er zuerst den Rohrzucker vom Grund des Glases auf. Cherax betrachtete derweile den Zettel, wĂ€hrend Bolgur und Farael ein paar Worte miteinander wechselten. Offenbar kannte man sich und Farael wurde als Kommandant der Konkurrenz aus Shohiro identifiziert. Cherax ergriff wieder das Wort.

"Dir geht es also um die 200 Taler. Du wolltest einen Trupp Banditen ausheben und dir die 200 Taler verdienen, die dir nun entgangen sind. Wenn du von dem Lager bei Shohiro kommst, frage ich mich allerdings, was wir damit zu tun haben sollen. Das erschließt sich mir nicht. Ob das Lager hier in Obenza abgefackelt ist oder nicht, kann den Banditen und dir doch völlig egal sein. Oder suchst du einfach MĂ€nner? 200 Taler sind aber echt mager dafĂŒr, dass wir unseren Arsch riskieren und dann mĂŒsste man das Bisschen auch noch aufteilen. Du hast hier keine Amateure, sondern ausgebildete Profis vor dir. Wie stellst du dir die Aufteilung denn vor? Jeder zu gleichen Teilen oder willst du dir den Löwenanteil einheimsen?"

"Der stellt der sich was ganz anderes vor", murrte Sodo. "Das ist bloß ne billige Anmache. Das nĂ€chste Mal gehen wir in den Alten Alfons. Das hier muss man sich echt nicht geben."

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Farael Dornenwind
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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#26

Beitrag von Farael Dornenwind » Fr 23. Feb 2018, 16:12

Mit einer hochgezogenen Augenbraue betrachtete Farael den Troll und WortfĂŒhrer der kleinen Truppe. Er schien ihn misszuverstehen. Offen gestanden hat sich Farael wohl zu flach und zurĂŒckhaltend ausgerdrĂŒckt. Etwas, was er sofort zu beheben gedachte. "Nein, nein. Ich drĂŒckte mich falsch aus. Der Auftrag kam von eurem Lager bevor es abgefackelt wurde. Ich hab diesen Auftrag erledigt und will das Geld dafĂŒr sehen. Mir ist's egal von wem es stammt, Hauptsache ich werde dafĂŒr entlohnt. Mit ein paar schlecht ausgebildeten Banditen komme ich auch allein klar."

Das Murren und Meckern des anderen Söldners musste Farael mit einem Grinsen quittieren. Die Zeit mit dem er mit der Gruppe sich unterhalten hatte, meckerte er nur ĂŒber die kleinsten Dinge herum. Das er dachte, Farael wolle sie angraben, ist eine unterhaltsame Sache und fĂŒr einen Moment ĂŒberlegte Farael, ob er das nicht wirklich tun sollte. Schnell verwarf er den Gedanken wieder. So wĂŒrde das GesprĂ€ch zu unseriös wirken und besonders bei der Verhandlung kontraproduktiv sein.

Just in diesem Moment kam Farael ein anderer Gedanke. Das GesprĂ€ch mit Ana kam ihm wieder in den Sinn. Ihre Frage, was seine Ziele fĂŒr die Welt wĂ€ren. Seine Antwort war das GrĂŒnden eines erfolgreichen Söldnerlagers. Ein neuer Versuch, zudem die Wiedergutmachung fĂŒr seine alten Fehler. "Obwohl, ich hĂ€tte noch eine andere Idee. Ihr seid Profis sagt ihr? Dann kennt ihr euch sicher im GeschĂ€ft aus und offensichtlich seid ihr auch knapp bei Kasse. Eure Schwerter als Bezahlung zu nehmen wĂ€re Verschwendung", erklĂ€rte Farael und beugte sich ein StĂŒck vor. Dabei wanderte eine weitere Portion des Schnapses in seine Kehle. "Ihr seid sicherlich an Arbeit interessiert und vielleicht kann man sich einigen. Das Söldnerlager nahe Shohiro gibt es nicht mehr. Schon lang nicht." Bulgor nickte, der Blick im Glas versenkt. "Ihr arbeitet die Schulden ab, mĂŒsst nichts bezahlen. Im Gegenzug will ich alles ĂŒber das abgefackelte Söldnerlager wissen. Und wie es gelaufen ist. So wie ob es die Möglichkeit gibt, es wieder aufzubauen. Wenn ja, brauche ich MĂ€nner um dort aufzurĂ€umen."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#27

Beitrag von Sodo Mio » Mo 12. MĂ€r 2018, 19:26

"Also noch mal langsam", sagte Sodo. "ICH soll dafĂŒr zahlen, das irgendein SPINNER das Söldnerlager abgefackelt hat, weshalb dir die Bezahlung fĂŒr deinen letzten Auftrag entging? Verstehe ich das richtig? Sag mal, bist du lebensmĂŒde? Weißt du, wen du hier vor dir hast?!"

Cherax warf ihm einen Blick zu. Sie beide wussten sehr genau, wer Schuld war an dem abgebrannten Söldnerlager und sie waren nicht die Einzigen. Von der Sache her brauchte es sie nicht zu scheren, wenn sie sich einfach vom Acker machen wollten. Aber das wollten sie nicht, sie gedachten, vorerst in Obenza zu bleiben. Da war es besser, die Anzahl seiner Feinde in Grenzen zu halten und sich vielleicht sogar Freunde zu machen.

"Also SCHÖN", schnauzte Sodo und nahm die HĂ€nde in die Luft. "Ihr habt mich weichgeklopft und das verdankt ihr nur meinem großmĂŒtigen Herzen! Siebzig Kröten pro Kopf sind ja ĂŒberschaubar. DafĂŒr wollen wir noch Unterkunft und Verpflegung, klar? Dann gehört unsere Muskelkraft dir."

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#28

Beitrag von Farael Dornenwind » Di 13. MĂ€r 2018, 14:58

Auf die Antwort des Söldners vor sich, lehnte sich Farael ganz entspannt in seinen Stuhl zurĂŒck. Offensichtlich wussten sie, was sie wert waren und wie sie verhandelten. Das musste ihnen Farael lassen und er repsektierte das auch. Was es aber nicht leichter fĂŒr seine geschundene Brieftasche machte.

Einen Moment lang ließ er die Stille zwischen ihnen und sich wirken. Er dachte ĂŒber einen Kompromiss nach. Einen Gegenvorschlag, der ihn nicht in den Ruin treiben und dennoch die UnterstĂŒtzung dieser Söldner sichern wĂŒrde. Eigentlich war es vorgesehen, dass sie seine Bezahlung abarbeiten. Nicht, dass er ihnen etwas zahlte, damit sie arbeiteten. Doch Farael wollte nicht so engstirnig sein. Die MĂ€nner vor ihn hatten Potential und die Chance verdient. Nach reiflicher Überlegung antwortete er: "Wie ich merke bist du jemand, der gern feilscht und entsprechend seinen eigenen Wert kennt. Doch darfst du eines nicht vergessen: Wir reden nicht von einem Auftrag mit Gefahrenzulage. Ihr werdet nicht kĂ€mpfen. Ihr werdet nicht töten. Das Einzige was getan werden muss, ist es aufzurĂ€umen und euch ein neues Zuhause zu beschaffen.

Mit einer Geste orderte Farael je ein Glas Birnenschnaps fĂŒr jeden am Tisch, den er natĂŒrlich entsprechend bezahlte. "Ich mache mal einen Gegenvorschlag", fuhr er schließlich fort. Wir können gern bei den siebzig Talern pro Kopf bleiben. Davon kauft ihr euch aber selbst Unterkunft und Verpflegung. Im Gegenzug erhaltet ihr die eine HĂ€lfte im Vorraus, die Andere nach getaner Arbeit. Vergesst nicht, dass wir gemeinsam den Grundstein fĂŒr etwas Neues legen können. Ein neues Zuhause und eine neue Arbeit fĂŒr euch.

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#29

Beitrag von Sodo Mio » Mi 14. MĂ€r 2018, 00:11

Sodos abweisendes Gesicht verwandelte sich in ein Abbild der fleischgewordenen Selbstzufriedenheit, als Farael ihm gekonnt Honig ums Maul schmierte. So grantig der Halbork werden konnte - gegenĂŒber Schmeicheleien war er so anfĂ€llig wie ApfelbĂ€ume fĂŒr Gitterrost. Er sonnte sich im fortschreitenden Lob. Seinen Birnenschnaps schob er allerdings Cherax herĂŒber. Wenn er einmal anfing, konnte er nicht mehr stoppen, der Troll hatte sich da besser im Griff.

"Tja, man muss schon sagen dass du verdammtes GlĂŒck hast, ausgerechnet uns hier getroffen zu haben, insbesondere meine PrĂ€chtigkeit", erklĂ€rte er Farael. "AufrĂ€umen ist mal was anderes, als den eigenen Arsch riskieren, hĂ€tte ich nix dagegen. Ist doch entspannend!"

Er blickte zu seinen beiden GefÀhrten, die zustimmend dreinblickten, was er auch als Zustimmung nahm.

"Einverstanden, wir sind im GeschĂ€ft. Siebzig Kröten fĂŒr jeden von uns fĂŒrs AufrĂ€umen und wir kĂŒmmern uns selber um Kost und Logis. Wenn dir danach sein sollte, habe keine Hemmungen, meine Stiefel fĂŒr diesen Handel zu kĂŒssen. Wann geht es los?"

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Re: Von Blut, Sold und Liebe

#30

Beitrag von Farael Dornenwind » Do 15. MĂ€r 2018, 09:32

Abwechselnd schaute Farael zwischen den drei Söldnern hin und her. Er suchte nach einem Funken der Missgunst oder gar der Ablehnung nach den zustimmenden Worten. Doch nichts davon war zu erblicken und in den Gesichtern der Anwesenden zeichnete sich stumme Zustimmung ab. Damit war die Verhandlung entsprechend abgeschlossen. Zugegeben, Farael hĂ€tte nicht gedacht diese Söldner fĂŒr solch eine geringe Summe zu bekommen. Im Normalfall, hĂ€tte er ein grĂ¶ĂŸeres Budget und eine feste Schar an Söldner, wĂ€ren die drei mit einem wesentlich höheren Sold herausgegangen. Allerdings mussten sie das nicht unbedingt wissen. Im Gegenteil.

Stattdessen lĂ€chelte Farael so aufrichtig wie nur möglich und nickte dem Halbork zu. „Du bist ein wirklich zĂ€her Verhandlungspartner, da gebe ich dir Recht. Mein GlĂŒck, dass ich dich an einem guten Tag erwischt habe.“ Damit erhob sich Farael von seinem Stuhl und streckte sich. „Es geht morgen Mittag los. Wir treffen uns am Söldnerlager. Da bekommt ihr die erste HĂ€lfte eurer Bezahlung. Ob ihr gefundene Wertsachen die ihr aus den TrĂŒmmern zieht selbst nehmt oder mir zur VerfĂŒgung stellt, ist euch ĂŒberlassen. SchĂ€tzt einfach nur ab, was euch lieber ist. Investition in die Zukunft oder kurzweiliges VergnĂŒgen.“ Die Sache mit dem StiefelkĂŒssen ĂŒberhörte Farael bewusst. Darauf einzugehen, hĂ€tte den kompletten Handel gefĂ€hrdet.

Farael bedachte die Truppe schließlich noch mit einem fragenden Blick: „Habt ihr noch irgendwelche Fragen? Ansonsten sehen wir uns morgen.“

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