Die alten Hochkulturen von Asamura sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt. Die √ľberlebenden V√∂lker beginnen zu ahnen, dass der Schl√ľssel zur Herrschaft √ľber Asamura in den Relikten liegt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien in diesem Wettlauf. W√§hrend die Almanen auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Naridier den Fortschritt voran. Die Geheimb√ľnde der Schatten sehen in der Magie die m√§chtigste Waffe und f√ľr die Rakshaner ist Krieg die passende Antwort. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen?

Einsamkeit gesucht

An der mediterranen K√ľste des Dhunischen Ozeans gedeiht Naridien, das reiche und multikulturelle Imperium der Handelsallianz. Doch die wuchernde Wirtschaft hat ihren Preis. Wer den Fortschritt mehr sch√§tzt als die Tradition, ist hier willkommen.
Naridien
An der mediterranen K√ľste des Dhunischen Ozeans gedeiht Naridien, das reiche und multikulturelle Imperium der Handelsallianz. Doch die wuchernde Wirtschaft hat ihren Preis. Wer den Fortschritt mehr sch√§tzt als die Tradition, ist hier willkommen.
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Einsamkeit gesucht

#1

Beitrag von Sven Olafsson » Mi 24. Okt 2018, 20:17

Ein neues Zuhause

Die Ankunft in Obenza hatte Svens Sinne und Bef√ľrchtungen in seiner G√§nze √ľberfordert. Kaum war er von den Grauen der √úberfahrt befreit gewesen, musste er sich der schieren Masse an Personen stellen. An allen Ecken dr√§ngten sich die anwesenden V√∂lker, sodass Sven den inneren Drang versp√ľrte so schnell es ging die Stadt vorerst wieder zu verlassen, was er letztlich auch tat. Ohne auch nur ein paar Stunden in der Stadt zu verbringen, verlie√ü er sie in Richtung S√ľden.

Je weiter er von der Stadt sich entfernte, desto weniger Leuten begegnete er. Als es nur noch eine handvoll waren, welche seinem Weg kreuzten, verlie√ü er die vorgeschriebenen Pfade und wandte sich der erst besten Waldgrenze zu, welche er ersp√§hen konnte. Sein eigener Weg f√ľhrte ihn schlie√ülich √ľber weite Wiesen und H√ľgel weit abseits von Obenza, bis er die Stadtgrenze nicht einmal mehr sehen konnte. Dennoch wollte er sich dem Unwohlsein unter Anderen stellen, auch wenn dies vermutlich noch ein weiter Weg war. Sein Vorhaben blieb dennoch bestehen, so dass er es versuchte h√∂chstens eine Tagesreise von der Stadt entfernt zu bleiben.

Ein paar Stunden waren bereits vergangen und die Sonne begann langsam sich dem Horizont zu n√§hern, als Sven eine f√ľr ihn geeignete Stelle im Wald abseits von allem gefunden hatte. Er ging gerade einen Bachlauf entlang, welche sich an einer Erdkante entlang hangelte. Gezwungener Ma√üen musste er dabei √ľber einen umgest√ľrzten Baum klettern, welcher oberhalb der Erdkante seine Wurzeln hatte. H√§tte er sich nicht noch einmal zu diesem ein paar Schritte sp√§ter umgedreht, so h√§tte er sein neues Zuhause vermutlich √ľbersehen. Direkt hinter dem Baumstamm war ein kleinerer H√∂hleneingang, gro√ü genug um in Menschengestalt halbwegs aufrecht hindurch zu passen. Direkt stoppte er bei dieser Sichtung seinen urspr√ľnglichen Weg und ging zur H√∂hle. Viel konnte er anfangs nicht sehen, da es drau√üen immer noch zu hell war und seine Augen sich erst wieder an die absolute Dunkelheit konzentrieren mussten. Langsam tastete er sich voran, wobei seine Sinne in alle Richtungen achteten, um Gefahren fr√ľhzeitig zu erkennen. Irgendjemand oder irgendetwas muss diese H√∂hle gegraben haben... Nat√ľrlich sieht sie nicht aus... schoss es ihm durch den Kopf, als er nach ein paar wenigen Metern in einem etwas gr√∂√üeren Bereich angelangt war. Neben dem schmalen Eingangsgang konnte er hier hinten ohne Probleme aufrecht stehen und sich sogar recht frei bewegen. Es war zwar l√§ngst ein Vergleich zum Inneren irgend eines Hauses, jedoch w√ľrde es reichen.

Sven nahm den Rucksack von den Schultern und warf ihn achtlos zur Seite, was einen ungew√∂hnlichen Klang verursachte. Verwundert hockte sich Sven neben seinen Rucksack und schob diesen zur Seite. Im ersten Moment konnte er nichts au√üer dem Dreck auf dem Boden erkennen. Behutsam strich er mit der flachen linken Hand √ľber den Boden und offenbarte... Holz? Sven grub nun mit beiden H√§nden das aus, was sich dort befand. Nach einigen Minuten hatte er bereits die komplette Oberseite und ein wenig des darum liegenden Drecks freiger√§umt. Vor ihm im Boden befand sich eine Holztruhe. Unverschlossen, wie Sven feststellte, noch dazu. Vorsichtig √∂ffnete er diese, doch bis auf g√§hnende Leere war nichts zu entdecken. Nun begann er zu gr√ľbeln √ľber die Entstehung der H√∂hle und warum es gut versteckt war. Hier hat jemand etwas versteckt... Vermutlich sich selbst direkt mit... Ein Versteck und Unterkunft zugleich... Ein J√§ger? Eher nicht... Ein S√∂ldner? Unwahrscheinlich... Auf Grund mangelnder Beweise konnte er den genauen Grund dieser H√∂hle nicht am ersten Abend enth√ľllen, doch eines wusste er nun. Es wurde zu einem bestimmten Zweck geschaffen und vielleicht auch noch genutzt. Er w√ľrde vorsichtig sein m√ľssen...
Zuletzt geändert von Sven Olafsson am Do 25. Okt 2018, 19:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einsamkeit gesucht

#2

Beitrag von Sven Olafsson » Do 25. Okt 2018, 19:00

Der erste Morgen

Die Nacht war bereits herein gebrochen, ehe Sven sich von seinen Gedanken √ľber die Gefahren, welche die H√∂hle mit sich brachte, los rei√üen konnte. An diesem Tag w√ľrde er daher nicht mehr viel machen k√∂nnen und die M√ľdigkeit √ľbermannte ihn sowie so schon. Viel Schlaf hatte er auf der √úberfahrt nicht finden k√∂nnen, weswegen er zu allererst einen gesunden Schlaf brauchte. Annehmlichkeiten wie ein Bett oder vergleichbares waren dabei jedoch nicht zwingend notwendig. Er schlief seit seiner Verbannung bereits auf dem Boden, auch wenn er zu jener Zeit, in der sein Mentor noch lebte, zumindest ein Lager aus Moos und Bl√§tter sein eigen nennen konnte. Doch alles zu seiner Zeit. Sein Rucksack als Kopfkissen w√ľrden f√ľr die erste Nacht in der neuen Heimat ausreichen. Heimat... Noch f√ľhlte sich nichts danach an, doch Sven war optimistisch genug, was das anging. Es w√ľrde zu seiner Heimat werden. Es brauchte nur die ein oder andere Verbesserung oder besser Anpassung der H√∂hle.
Sven legte sich hin, schob den Rucksack noch ein paar mal zurecht und fiel dann bei den Geräuschen des Waldes schnell in einen tiefen Schlaf.

Der eigentliche Sonnenaufgang war bereits l√§ngst vor√ľber, als Svens Augen zu blinzeln begannen. Mit einem ausf√ľhrlichen G√§hnen, gefolgt von ausgiebigen Streckungen setzte sich Sven auf und sah sich in seiner kleinen H√∂hle um. Das erste was er neben den Ger√§uschen des Waldes bemerkte, war der Durst und Hunger, welche nach Stillung verlangten. Sven verzog leicht das Gesicht, als sein Magen sich stark zu Wort meldete. Dann wollen wir mal... sagte er sich innerlich und stand auf. Den Rucksack stellte er erst einmal tief in eine der hinteren Ecken und warf noch dazu seinen Mantel r√ľber. Sie sollten so wenigstens f√ľrs Erste versteckt genug sein, sollte der unwahrscheinlich Fall eintreten, dass jemand die H√∂hle betrat.

Kaum verlie√ü er die H√∂hle, blendeten ihn leicht die Sonnenstrahlen, welche sich vereinzelt durch das ansonsten dichte Bl√§tterdach ihren Weg bahnten. Sein Blick schweifte teils tief durch den Wald, soweit er jedenfalls sehen konnte. Er kannte bisher fast gar nichts von dieser neuen Umgebung bis auf den Weg von und zur Stadt. Bevor er sich jedoch auf einen ausf√ľhrlichen Erkundsgang aufmachte, kniete er vor dem Bach lauf, um mit zur Schale geformten H√§nden ein wenig des frischen, kalten Wassers zu trinken. Anschlie√üend nahm er noch einmal soviel Wasser, wie er mit seinen H√§nden halten konnte und warf es sich ins Gesicht. Erfrischt stellte er sich nun wieder auf und atmete die Waldluft tief ein.

Bevor er nun zur Erkundung aufbrach, ging er noch einmal in die Höhle und holte sich Pfeile und Bogen, um sich im Falle der Fälle ein Tier zu jagen. Ausreichend ausgestattet, verließ er nun die Höhle und begann seinen Weg durch den Wald.
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Re: Einsamkeit gesucht

#3

Beitrag von Sven Olafsson » Fr 26. Okt 2018, 17:17

Das neue Jagdgebiet

Sven war begeistert von der Umgebung, welche er sich urspr√ľnglich nur notd√ľrftig gesucht hatte. Der Wald war gro√ü, die Pflanzen- und Tierwelt reich an Arten und das Wetter angenehm. Zwar h√§tte er nichts dagegen, wenn es ein paar Grad k√ľhler w√§re, allerdings konnte man nicht alles haben. So arrangierte er sich mit den Temperaturen. Dar√ľber hinaus war der Wald auch nicht eben, sondern bot durch H√ľgel und Steinformationen genug Abwechslung und M√∂glichkeiten sich ideal an Beute heran zu schleichen.

Nach gut einer Stunde stand Sven vor einer Mannshohen Steinformation. Sonderlich breit schien sie nicht zu sein, h√∂chstens einige Meter in beide Richtungen, doch wo bliebe der Spa√ü, wenn er jedes Hindernis umgehen w√ľrde. Die Pfeile schob er sich in den G√ľrtel, den Bogen h√§ngte er sich um sein breites Kreuz. Vor dem Aufstieg suchte er jedoch erst einmal geeignete Stellen, um sich fest halten zu k√∂nnen. Nicht einfach, da der Fels vor seinen Augen fast komplett abgerundet und glatt war. Weiter oben konnte er doch einen Riss erkennen, den er nun mit seinen H√§nden festhielt. Nachdem er noch kurz pr√ľfte, wie stabil die Stelle war, zog er sich mit einem Ruck empor. Als er jedoch sein rechtes Knie aufsetzte, rutschte es sofort ab und Sven flog fast wieder hinab. Der Sturz w√§re zwar nicht so tief gewesen, dennoch war Sven froh dar√ľber, dass er sich immer noch fest genug hielt. Beim zweiten Anlauf gelang ihm der Aufstieg dann schlie√ülich, sodass er den Riss los lassen und sich hinstellen konnte.

Er schaute zur√ľck zu der Richtung aus der er kam, doch bis auf seinen Weg, den er sich durch das Unterholz gebahnt hatte, konnte er nicht viel erkennen. Kaum viel sein Blick wieder nach vorne, entdeckte er einzelnes Rehkitz, welches in gut 50 Metern Entfernung aus dem Dickicht wagte. Sven ging direkt in die Knie und duckte sein massigen Oberk√∂rper hinter einem Stein, welcher oben auf dem ansonsten ebenfalls steinigem H√ľgel zu finden war. Den Bogen nahm er nun wieder hervor und auch einen der Pfeile, welchen er direkt in den Bogen legte. Doch er spannte den Bogen noch nicht. Die Schussbahn war noch nicht ideal genug. Sein Magen knurrte erneut, sodass er die Augen schloss. Er mochte das Gef√ľhl nicht, vor allem wenn es bereits so stark war. Als er die Augen wieder √∂ffnete, stand das Kitz nun mit aufmerksamen Blick an Ort und Stelle. Das Knurren h√§tte es unm√∂glich h√∂ren k√∂nnen... Bin noch viel zu weit entfernt! Aufmerksam beobachtete er die Umgebung. Er war sich sicher, dass etwas die Aufmerksamkeit des Kitz erregt hatte, war sich jedoch nicht sicher was genau es war. Er selbst hatte n√§mlich nichts bemerkt, wobei er mit seinem Magen kurzzeitig abgelenkt war. Noch bevor er etwas weiteres bemerken konnte, begann das Kitz mit seiner Flucht. Svens Instinkt riss ihn innerlich zur Verfolgung, doch Sven hielt sich mit gestreckten Arm gegen den Stein davon ab. Das Verlangen nach Jagd und Blut wurde immer st√§rke. Sven schloss erneut die Augen, um seinen tierischen Instinkten Herr zu werden. Nicht jetzt... flehte er f√∂rmlich sich selbst in Gedanken an. Sein Hunger war bereits zu stark und eine Verwandlung w√ľrde seinem K√∂rper √ľberhaupt nicht gut tun.

Es dauerte eine Weile, bis Sven den inneren Drang √ľberwinden konnte. Zu lange. Vom Reh war nichts mehr zu sehen. Sven nahm den Pfeil wieder aus dem Bogen und hielt ihn l√§ngs des Bogens mit der linken Hand. Etwas frustriert sprang er den Fels wieder herunter, jedoch auf der Seite, in der er das Kitz gesehen hatte. Irgendetwas schien es verscheucht zu haben und Svens Neugierde √ľbermannte seine Vorsicht. Aufrecht, aber aufmerksam n√§herte er sich der Stelle, an der das Tier gestanden hatte. Kaum kam er dort an, drehte er sich langsam und sah sich jegliche Details der Umgebung an. Doch bis auf den Wald konnte er nichts erkennen. Er ging auf die Knie und untersuchte die Spuren, denen er erst einmal folgte. Etwas hat es erschrocken oder ihm Angst gemacht...
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Re: Einsamkeit gesucht

#4

Beitrag von Sven Olafsson » Sa 27. Okt 2018, 03:28

Ein neuer Freund

Sven folgte der Spur nun bereits eine ganze Weile und immer noch gab es keine Spur von dem Reh, doch langsam roch er etwas, dass nicht in den eigentlichen Waldgeruchmix passte. Es war der Geruch von frischem Blut. Kaum hatte er diesen Geruch identifizieren k√∂nnen, stoppte er in seiner Bewegung und lauschte. Der Wind rauschte durch die Baumkronen. Hier und dort waren Ger√§usche anderer, meist kleinerer, Tiere zu h√∂ren. Keines dieser Ger√§usche h√§tte dagegen etwas mit frischem Blut zu tun. Vorsichtig ging er weiter, bei jedem Schritt aufpassend, dass er nicht mehr Ger√§usche als n√∂tig machte, bis er es schlie√ülich sah, das Rehkitz oder was von ihm √ľbrig geblieben war. Die Spur endete bei den √úberresten eines jungen Rehs. Kopf und K√∂rper v√∂llig Blut √ľberstr√∂mt. Vom Bauch war keine Spur mehr, au√üer dass die Eingeweide in einem breitem Kreis verteilt lagen. Alles was Fleisch gebracht h√§tte, war verschwunden. Jemand oder besser etwas war schneller... Entt√§uscht lie√ü er die Arme sinken, drehte sich einmal im Kreis, wobei er ein markersch√ľtternden Schrei von sich lie√ü, als der B√§r in seinem Inneren kurz die Oberhand √ľbernehmen konnte. Schnell hatte er sich jedoch notd√ľrftig im Griff und kniete vor dem Leichnam nieder.

Er untersuchte den Bereich um die √úberreste auf weitere Spuren. Was auch immer das Reh get√∂tet hatte, w√ľrde auch seine Spuren hinterlassen haben. Noch w√§hrend er zu Boden sah, bemerkte er ein knackendes Ger√§usch hinter sich. Blitzschnell drehte er sich um, riss den Bogen nach oben und hatte auch den Pfeil eingelegt sowie die Sehne gespannt. Ein einsamer Wolf war in einigen Metern Abstand zu ihm, doch griff er nicht an. Vielmehr blieb er schlicht auf Abstand und schnupperte. Das Maul des Wolfes war √ľber und √ľber mit Blut, was die Erkl√§rung f√ľr den Verbleib des Rehfleisches war. Dar√ľber hinaus war der Wolf fast g√§nzlich mit schwarzem Fell √ľberseht, nur eine Stelle auf seiner Stirn war wei√ü. Sven behielt den Bogen oben, da er genau wusste, wie ein Wolf reagieren k√∂nnte, schlie√ülich trug er selbst einen in sich. Doch von dem Wolf schien keine Gefahr auszugehen, was Sven verwunderte. Sp√ľrte dieser Wolf einen Artgenossen in ihm? Vermutlich. Langsam senkte Sven den Bogen, legte Bogen und Pfeil auf den Boden und hielt die nun freie rechte Hand in Richtung des Wolfes. Es war riskant bei dieser Tierart, jedoch hatte Sven, so wie offenbar auch der Wolf, wenig Interesse den einzigen Artgenossen in der Umgebung zu erledigen. Jedenfalls ging Sven davon aus, dass auch er alleine war, sonst h√§tte er von seinem Rudel l√§ngst etwas mit bekommen. Langsam kam der Wolf n√§her, den Kopf leicht gesenkt. Als er nah vor Sven war, dr√ľckte er seinen Kopf sanft gegen Svens Handfl√§che. Ein L√§cheln huschte √ľber Svens Gesicht. "Bist wohl auch allein..." sprach er freundlich vor sich hin in der Gewissheit, dass der Wolf ihn so nicht verstand. Sanft streichelte er ihm √ľber den Kopf.

Es waren nur wenige Sekunden, in dem dieser Moment bestand. Der Wolf wandte sich von Sven ab und ging einige Schritte, ehe er sich noch einmal zu Sven umsah und dann weiter lief. Sven verstand sofort, griff sich Pfeil sowie Bogen und stand auf. Noch einmal sah er zu dem Rehkitz hinab, ehe er seinem neuen Begleiter folgte.
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Re: Einsamkeit gesucht

#5

Beitrag von Sven Olafsson » Fr 2. Nov 2018, 01:44

Lebensgrundlage geschaffen

Der Wolf f√ľhrte Sven einige Minuten quer durch Dickicht und √ľber Holzansammlungen von umgefallenen B√§umen und abgefallenen √Ąsten. W√§hrend der Wolf recht einfach √ľberall hoch und runter sprang, fiel es Sven teils schwer, da er in seiner menschlichen Form einfach viel zu viel Gewicht und Gr√∂√üe aufbrachte. Jedoch hielt sein neuer Begleiter stets an, wenn Sven durch das Unterholz brach oder sich erst einmal einen Weg durchs Dickicht bahnen musste. An mancher Stelle blieb der Wolf stehen, streckte die Nase in die H√∂he, spitzte die Ohren, lauschte und roch. Er war auf der Suche nach etwas. Sven konnte allerdings nicht genau ausmachen, was es war.

Weitere Minuten vergingen, in denen sein Begleiter nun die Nasenspitze dicht √ľber den Boden hatte. Wir m√ľssen nah dran sein... Am Fu√ü eines H√ľgels blieb er stehen und sah Sven erwartungsvoll an. Mit einem Nicken best√§tigte Sven, legte den Pfeil in den Bogen, welchen er die ganze Zeit in der Hand getragen hatte und n√§herte sich dem H√ľgel. Je h√∂her er kam, desto mehr ging er in die Hocke. Er blieb er stehen, als er √ľber den H√ľgel hinweg sehen konnte. Ein leichtes Grinsen bildete sich auf seinen Lippen. Er h√∂rte, wie sein Wolf nun auch n√§her kam und streichelte ihm kurz √ľber den Kopf. "Dann wollen wir mal..." Auf der anderen Seite des H√ľgels graste auf einer kleinen Lichtung eine ganze Gruppe von Rehen. Wieso das eine Rehkitz vorhin allein unterwegs war, war nun offensichtlich. Es hatte die Herde verloren und es nicht einmal mitbekommen. Sven spannte den Bogen und lie√ü seinen Blick √ľber die anwesenden Tiere streifen. Sein Blick verharrte bei einem Hirsch, den er im ersten Moment gar nicht bemerkt hatte. Das Geweih war gut ausgebildet und recht gro√ü. Er musste also schon etwas √§lter sein. Ein paar wenige Enden waren abgebrochen, so wie es schien. Also musste es noch j√ľngere Hirsche in diesem Rudel geben. Sven legte an. Sein Blick ging nun direkt am Pfeil entlang. Noch ein letztes Mal korrigierte er den Winkel. Die Entfernung war nicht all zu weit, deswegen nur leicht nach oben. Wind war hier durch den dichten Wald fast nicht vorhanden, also konnte er horizontal gesehen direkt auf dem Hirsch bleiben. Sein Ziel war der Hals, speziell die nahe der Mitte entlang gehende Halsschlagader. Er wusste, dass seine Pfeile mangels Metallspitze es nur schwer durch den Sch√§del des Tieres schaffen w√ľrden, zumindest w√ľrde es dort schwerer sein. Traf er die Halsschlagader, w√ľrde das Tier ein relativ schnelles Ende finden. Den K√∂rper brauchte er gar nicht erst in Betracht zu ziehen, da hier nur das Herz t√∂dlich gewesen w√§re und das zu treffen war ein Blattschuss, den er nicht empfehlen konnte. Er atmete noch einmal ein, wartete bis der Hirsch sein Kopf hob und lie√ü mit der rechten Hand die Sehne los. Leicht bog sich der Pfeil, w√§hrend er seine rotierende Bahn auf den Hals des Hirsches zu flog. Mit blo√üem Auge war das allerdings nicht zu erkenne, doch Olaf hatte es ihm damals erkl√§rt.

Der Pfeil traf wie gewollt und ein marksch√ľtterndes Ger√§usch war das letzte, was der Hirsch noch von sich gab, ehe er zusammen brach. Sven versuchte gar nicht erst die anderen zu treffen, da sich die Herde sofort in alle Richtungen auf machte und davon rannte. Sven stand gem√ľtlich auf, blickte konzentriert auf den sich noch leicht windenden Hirsch, um gar nicht erst in Versuchung zu verfallen, dem Rest hinter her zu jagen. Langsamen Schrittes und begleitet vom Wolf n√§herte er sich dem toten Tier. Kurz vor diesem legte er sich den Bogen wieder √ľber, z√ľckte das Messer aus seiner Scheide und kniete sich neben den Hirsch. Die Hand legte er sanft auf dessen oberen Hals und dr√ľckte ihn schlie√ülich nach unten, dass er seinen Kopf nicht mehr gro√ü winden konnte. "Sssscchhhh.." mit diesem Laut versuchte er seine Beute ein letztes Mal zu beruhigen, bevor er sein Ende vollends besiegelte. Mit einem Augen, in dem der Schmerz und das Ende geschrieben stand, blickte der Hirsch zu Sven empor. Mit einem einzigen Stich rammte er das Messer tief in den Kopf des Tieres, sodass es nun endg√ľltig ruhig blieb und eine gewisse Leere im Blick entstand. Sven verharrte nicht lang, zog erst das Messer heraus und s√§uberte es leicht mithilfe vom Moos auf dem Boden, ehe er es weg steckte und schlie√ülich mit dem Pfeil das selbige tat. Mit beiden H√§nden packte er den frischen Leichnam und schmiss ihn sich beim Aufstehen √ľber die Schulter, welche noch vom Bogen freigelassen wurde. Mit einem Wink seiner Hand, signalisierte er dem Wolf ihm zu folgen und sie machten sich auf den Weg zur√ľck zu Svens H√∂hle.
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Re: Einsamkeit gesucht

#6

Beitrag von Sven Olafsson » So 4. Nov 2018, 23:40

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F√ľr den R√ľckweg zu Svens H√∂hle brauchten die beiden erstaunlich wenig Zeit, in der sie stumm neben einander her gingen. Was h√§tten sie auch bereden k√∂nnen? Hey, woher kommst du? Mit der Antwort knurr - heul? Sven musste bei dem Gedanken leicht grinsen. Doch schon bald verging sein Grinsen, als sie der H√∂hle n√§her kamen. Bereits von weitem konnte Sven erkennen, dass dort auf der anderen Seite des Bachlaufes einige mehr Fu√üspuren zu finden, als sie noch waren, kurz nachdem er aufgebrochen war. Den Hirsch hielt er nun nur noch mit dem linken Arm auf der linken Schulter und z√ľckte mit der nun freien Rechten sein Messer. Vorsichtig n√§herte er sich der √Ėffnung. Sein w√∂lfischer Begleiter merkte durch seine Art auch recht schnell, dass etwas nicht zu stimmen schien und senkte den Kopf. Auch seine Schritte wurden deutlich vorsichtiger. Vor dem H√∂hleneingang nahm Sven den Leichnam des Tieres von der Schulter und legte sie m√∂glichst leise auf den Boden. Bisher konnte er weder jemanden h√∂ren noch sehen. Das Messer verstaute er wieder und nahm sich statt dessen Pfeil und Bogen zur Hand. Noch einmal blickte er sich um, doch weit und breit war niemand zu sehen. Langsam betrat er die H√∂hle, doch auch hier musste er nach einigen Schritten feststellen, dass niemand hier war. Hatte er es sich doch nur eingebildet? Gerade als Sven sich umdrehen wollte, um den Hirsch rein zu bringen, als er bemerkte, dass sein Mantel in der Ecke fehlte. Energisch ging er in die Ecke, in der er seinen Mantel √ľber seinen Rucksack gelegt hatte, doch von beidem fehlte jede Spur. Sven schluckte kurz, als er realisierte, dass tats√§chlich jemand hier gewesen sein musste und dieser jemand seine Sachen mitgenommen hatte.

Nach einigen Augenblicken, in denen der Wolf drau√üen gewartet hatte, kam er wieder heraus gest√ľrmt und sah noch einmal in die Entfernung. Sein Blick fiel dabei jedoch recht bald auf die Spuren auf der anderen Seite des Bachlaufes. Langsam n√§herte er sich diesen und kniete sich schlie√ülich vor sie. Eingehend untersuchte er sie, bis er sich sicher war, dass hier mindestens 4 Personen gewesen sein mussten. Erneut ging sein Blick in die Ferne, wobei er dieses Mal den m√∂glichen Weg der Gruppe versuchte nachzuvollziehen. Bevor er sich jedoch auf machte, die Verfolgung anzutreten, w√ľrde er erst einmal sich ausreichend mit dem Fleisch des Hirsches st√§rken. Er wusste nicht was auf ihn zu kommen w√ľrde und dadurch musste er auch vom schlimmsten Fall, einer m√∂glichen Verwandlung seinerseits, ausgehen.

Er entschied sich daf√ľr, den Kadaver au√üerhalb der H√∂hle aus zunehmen, um das Innere der H√∂hle nicht direkt am ersten Tag zu versauen. Er stellte seinen Bogen und die Pfeile an die Erdwand, in der sich der Eingang zur H√∂hle befand. Dann legte er sich den Hirsch zurecht, sodass er nahe dem Bachlauf lag, aber eine m√∂glichst ebene und halbwegs gro√üz√ľgige Unterlage hatte. Daf√ľr bot sich ein gr√∂√üerer Stein ein paar Meter Bach aufw√§rts an, der f√ľr Sven auf H√ľfth√∂he eine halbwegs glatte und ebene Oberfl√§che aufwies. Das Messer in der rechten Hand und mit der linken Hand die Beine anhebend, begann Sven einen sauberen Schnitt an der Bauchseite. Danach schnitt er jeweils an den Innenseiten der Beine noch einmal entlang, sowie auf halber Strecke einmal um das. Das tat er auch beim Hals. Nun legte er das Messer erst einmal zur Seite und begann die Haut des Tieres mit kr√§ftigen Rucken vom Fleisch zu trennen. Ab und an ging er mit dem Messer noch einmal zwischen Haut und Fleisch, um letzte Stellen zu l√∂sen. Am Ende hielt er ein recht gut erhaltendes St√ľck Hirschhaut in H√§nden. Aus Mangel an M√∂glichkeiten h√§ngte er es erst einmal √ľber eines der √Ąste des umgest√ľrzten Baumes. Dort w√ľrde es zwar nicht ideal trocknen, doch Sven hatte gerade keine Zeit oder Equipment, um es ordentlich trocknen zu lassen. Als n√§chstes entfernte er das Geweih mit gezielten Schl√§gen seines Messers vom Sch√§del und legte diese unter die Haut auf den Boden. Nun machte er sich an das Fleisch. Die Innereien lie√ü er dabei jedoch vorerst intakt, da er sie stets lieber mied. Er schnitt sich dagegen gr√∂√üere St√ľcke Fleisch aus dem K√∂rper des Hirsches und spie√üte diese auf abgebrochene, aber stabile √Ąste, welche in der Umgebung einfach zu finden waren. Er sammelte auch genug Trockenholz, um noch schnell ein Feuer zu entfachen. Ohne seine Feuersteine, welche sich im Rucksack befanden, w√ľrde er auf die eher schwere Methode zur√ľck greifen m√ľssen, in der er einen Holzstab auf einem Holzblock solange rieb, bis das dazwischen befindende trockene Gras, zu brennen begann.

Das Feuer dauerte eine Weile, bis es endlich an war und auch gut genug brannte, sodass Sven die St√∂cke mit dem Fleisch am Rand in den Boden rammen konnte, sodass das Fleisch leicht √ľber dem Feuer hing. Jetzt hie√ü es warten. Sein Blick ging erneut entlang der Spur der Gruppe. Am sinnvollsten w√§re es gewesen, direkt hinter her zu jagen, doch mit Hunger war ein ein zu leichter Gegner f√ľr eine kleine oder vielleicht auch gr√∂√üere Gruppe. Sven hatte keine Ahnung mit wem genau er es zu tun hatte.
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