Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie├čen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf├Ąngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W├Ąhrend die Urv├Âlker auf Altbew├Ąhrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb├╝nde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Macht und Machtwechsel

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte. Unter der F├╝hrung des neuen Oberhauptes Linhard verlie├č die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Ansgar von Hohenfelde
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Macht und Machtwechsel

#1

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Do 12. Okt 2017, 20:22

Macht und Machtwechsel

Freiherr Ansgar von Hohenfelde war f├╝r vieles bekannt, allerdings nicht f├╝r seine Geduld oder sein ruhiges Wesen. Und so verwunderte er vermutlich kaum einen der Sippen- oder Familienangeh├Ârigen der von Hohenfelde, von Wigbergs oder von Eibenbergs, dass sich einige Tage nach der Hochzeit von Dave und Varmikan ein ├Âffentlicher Aushang am Rathaus befand.

Wer genau hinschaute, erkannte dass Ansgar nicht einen Tag verschwendet hatte. Er hatte umgehend den Verrat von Linhard einen Tag nach Daves Hochzeit abgestraft.

Ansgar stellte damit eindeutig klar, was er von den Machenschaften seines ├Ąltesten Sohnes hielt.


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Marcella
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Re: Macht und Machtwechsel

#2

Beitrag von Marcella » Di 17. Okt 2017, 15:02

Marcella
 
freute sich als Ansgar sie dr├╝ckte. Dann schob er sie vorsichtig weg. Er war bestimmt nicht gew├Âhnt, dass er zum Trost gedr├╝ckt wurde, aber das war Marcella gleich. Wenn das sonst niemand tat, sie machte das. Ihren Vater h├Ątte sie genauso gedr├╝ckt, wenn er traurig war.
Das ihr Hund schon da war, freute sie genauso. Sie wollte ihn so schnell wie m├Âglich mit Wolfi abholen. Dann wurde alles anders. Fin kam zur├╝ck und was sie schwatzte schlug den Fass den Boden aus. Sie hatte Dave beschwatzt, damit er Linhard warnte und den alten Knacker gleich mit. Warum hatte sie nicht einfach heimlich nachts die T├╝r ge├Âffnet um ihre Feinde ins Haus zu lassen? Klar war sie genauso die Mutter von Linhard, aber das fiel der alten Ziege ganz sch├Ân fr├╝h ein! Am K├╝chentisch bei Dave in seinen Haus hatte sie nicht gross was gesagt. Sie war wohl die ganzen Jahre von Ansgar der Meinung gewesen und jetzt spielte sie sich als Heilige auf. Und dabei brachte sie noch ihren Mann und ihren Sohn in Gefahr. Und sogar noch von Marcella den Meister, weil sie alleine zu feige war den alten Saftsack zu warnen. Da hatte sie mal schnell den armen Dave vorgeschickt.
Ihr Meister war noch so d├Ąmlich und half der verr├Ąterischen Ziege noch. Das durfte alles nicht die Wahrheit sein. Wolfi bekam es mit der Angst zu tun, dass sein Vater seine Mutter die falsche Schlange aufkn├╝pfen w├╝rde und Dave gleich mit. Marcella hatte nur Angst um ihren Meister. Aber Ansgar blieb ganz ruhig. Marci vermutete, dass er zu geschockt und entt├Ąuscht war, was seine Frau angerichtet hatte.
Er wollte Wolfi nicht seine Mutter wegnehmen und er mochte seine Frau immer noch. Was er sagte zeigte, dass er wirklich ein guter Mann war, auch wenn er gerne rummeckerte. Seine Frau wusste gar nicht, was sie getan hatte. Sie war nicht dabei gewesen, als der alte Saftsack sie alle ermorden wollte. Nein sie hatte sich verdr├╝ckt und Wolfi mitgenommen. Und da war ihr Linhard noch ganz sch├Ân egal gewesen, sie hatte ihn und Ansgar zur├╝ckgelassen und nun tat sie so, als wollte sie Linhard retten. Wenn das so war, war sie zu sp├Ąt dran. Und alle Schuld ihren Mann in die Schuhe zu schieben war leicht.
Das Ansgar sich von seine Frau trennte, fand Marcella trotzdem hart. Jeder sah doch wie sehr er sie liebte. Er wollte ihr nichts antun, er verlangte nichts von ihr, nur sollte sie Wolfi beistehen in seinen neuen Amt, dass er bald erhalten sollte.
Was Ansgar ├╝ber Verrat sagte, tat Marcella weh. Seine Frau war wohl die einzige die ihn sonst mochte und zu ihm hielt und jetzt hatte sie ihn genauso verraten wie alle anderen. Marcella sch├Ąmte sich daf├╝r, obwohl es nicht ihre Schuld war. Ansgar hatte jetzt nur noch Wolfi und sie und hoffentlich Urako. Ansonsten hatte der alte Sack ihm jeden weggenommen. Sogar seine Frau, weil sie so bl├Âde war ihren Verr├Ątersohn hinterher zu rennen. Und den alten Saftsack hatte sie dazu gewarnt.
Marcella wollte noch etwas zu Ansgar sagen, aber er ging entt├Ąuscht weg. Vermutlich wollte er alleine sein nach all der Scheisse. Marci dr├╝ckte die Hand von Wolfi. Sie wartete ab was er tun wollte.
 

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Terry
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Re: Macht und Machtwechsel

#3

Beitrag von Terry » Di 17. Okt 2017, 15:57

In dem Moment, als der Familienalpha sich von seiner Gef├Ąhrtin lossagte, stimmte das H├╝ndchen, dass Fingard stets begleitete, ein Klagegeheul an. Wie ein winziger Wolf stand es da, mit hochgereckter Schnauze, die Lefzen ein O formend, und heulte sich schrill die Seele aus dem Leib. Die anderen Hunde des Anwesens, die das h├Ârten, stimmten in das Geheul ein und bald war das ganze Herrenhaus von den Stimmen klagender Hunde erf├╝llt. Wer die Hundesprache verstand, erkannte den Chor tiefster Verzweiflung, den sie sonst nur anstimmten, wenn jemand der ihren gestorben war.

Als alle Hunde jaulten, richtete Terry sich auf die Hinterbeine und st├╝tzte sich an seinem Frauchen ab, damit sie ihn hochnahm. Das ganze Rudel war zerbrochen. Es war schrecklich! Er w├╝rde sein Bestes geben, Fin zu tr├Âsten und nebenbei sich selbst von ihr tr├Âsten lassen.
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Anwolf
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Re: Macht und Machtwechsel

#4

Beitrag von Anwolf » Do 19. Okt 2017, 09:04

Wolfi schaute seinem Vater wie ein gepr├╝gelter Hund hinterher, als dieser nach seiner Klarstellung ohne einen weiteren Ton den Raum verlie├č. Er konnte ihn verstehen, aber er verstand genauso gut die Handlung seiner Mutter.

Als der kleine Hund seiner Mutter zu wehklagen begann, h├Ątte Wolfi am liebsten eingestimmt. Terry gab seinem eigenen Gef├╝hl einen Ausdruck. W├Ąhrend Fin ihren kleinen Liebling auf den Arm nahm und tr├Âstend wie schutzsuchend an sich dr├╝ckte, strich sich Wolfi m├╝de ├╝ber das Gesicht und musterte seine Mutter.

"Ma Du musst Du musst Dich mit Paps vers├Âhnen! Ich wei├č warum Du das getan hast und er wei├č es ebenso. Aber ihm das ausgerechnet jetzt an den Kopf zu werfen, war wirklich nicht n├Âtig!", schnauzte Wolfi.

"Anwolf, h├Âr mir mal zu", setzte Fin erbost an, wurde aber umgehend von ihrem Sohn unterbrochen.

"Nein Ma, Du h├Ârst mir zu! Ich habe verdammt noch mal Angst um Dich und Paps! Ich liebe Euch, geht das nicht in Deinen Kopf, warum ich mich hier gerade aufrege?

Denk mal nach! Was sollte das denn? Solltest Du Dich nicht mit Paps vers├Âhnen, dann hat Brandur doch erreicht was er beabsichtigt hatte!

Er hat unsere Familie zerst├Ârt und Paps fast alles genommen! Angefangen von seinem Leibdiener, einen seiner S├Âhne, seinem Bruder und auch noch Dich. Seine engsten Vertrauten wurde ihm weggenommen und Du mischt auch noch mit!
Bei Ainuwars Eiern, dass glaube ich nicht, ehrlich!

Wie sollte Paps denn reagieren Deiner Meinung nach?

Sollte sich Paps dar├╝ber freuen, dass Du so weitsichtig warst Linhard trotz aller Differenzen zu warnen? Paps bestand darauf dass wir fliehen, damit er unsere Leben retten kann. Er blieb freiwillig zur├╝ck und... und w├Ąre vermutlich sogar f├╝r uns gestorben!

Du hast uns damit in Gefahr gebracht. Klar bedeutet Dir Lin etwas und sicher liebst Du ihn auch als Deinen Sohn, aber mal ehrlich - er h├Ątte uns nicht verraten m├╝ssen! Er h├Ątte die Sache mit Paps und Dir selbst kl├Ąren k├Ânnen! Dave hatte den Vermittler gegeben und Lin und Paps gaben sich doch quasi in der K├╝che die Hand. Paps war doch bereit es zu versuchen.

Ich bin ja nicht d├Ąmlich, mir ist selbst bewusst, dass ich ein anderes Verh├Ąltnis zu Paps habe als Lin es hat oder je haben wird. Und Paps hat es vorhin sogar best├Ątigt. Und ich glaube ihm. Es ist eine Illusion, dass man zwei Personen gleich lieben kann.

Paps hat offen zugegeben, mich mehr zu m├Âgen als Lin. Ja dann ist das eben so. Daf├╝r habe ich Lin als Bruder geliebt, aber ich war ihm schei├čegal!
Kann ich auch nicht ├Ąndern!

Du h├Ąttest Dich ja um Lin k├╝mmern k├Ânnen, aber scheinbar war ich Dir ja auch wichtiger.

Das meine ich nicht als Beleidigung oder um was abzustauben. Falls Dir die Ungerechtigkeit gerade aufgefallen ist, ist das auch so Mama!

Deshalb musst Du aber nicht Paps oder mich in die Pfanne hauen und in Gefahr bringen. Zudem hast Du Dich selbst damit auch in Gefahr gebracht! Nicht nur das Paps Dir am liebsten an die Gurgel gegangen w├Ąre, sondern der liebe Lin wird auf Deine Warnung schei├čen. Lin und Brandur bedanken sich f├╝r die Warnung, Du hast ihnen damit einen Vorteil verschafft. M├Âchtest Du Dein eigenes Grab schaufeln?

Paps liebt Dich ├╝ber alles Mama, echt dass Du ihn dazu bringst, dass er sogar in Betracht zieht Dich anzugehen. Geh ihm nach. Er ist ma├člos entt├Ąuscht von Dir und nicht nur er. Trotzdem liebe ich Dich Mama. Ihr m├╝sst Euch wieder vertragen",
motzte Wolfi.

"Du verstehst nicht was eine Mutter empfindet Wolfi, trotzdem hast Du Recht. Ich werde versuchen mit Ans zu sprechen. Aber sofort wird das nicht m├Âglich sein. Du wei├čt wie stur und bockig er reagiert", antwortete Fin.
"Je l├Ąnger Du wartest, je sturer wird er. Zudem wird er Dir jede Minute ankreiden, wo Du Dich nicht entschuldigst! Du machst es nur schlimmer Ma. Vertraue mir bitte, geh ihm nach und bitte ihn um eine Aussprache. Er schl├Ągt Dir nie was ab, er wird es diesmal auch nicht tun. Erkl├Ąr Dich ihm und vers├Âhnt Euch bitte wieder. Falls Du Hilfe ben├Âtigst vermittele ich, ich kann Paps ja manchmal beruhigen. Aber bitte geh sofort und vers├Âhnt Euch", flehte Wolfi.

"Du hast Recht Kurzer, ich hatte nur solche Angst Lin zu verlieren", erkl├Ąrte Fin betr├╝bt.
"Ja klar, verst├Ąndlich! Daf├╝r hast Du nun Paps verloren und er Dich, Dave und Lin, falls Du Dich nicht vers├Âhnst. Mama geh bitte! Ich flehe Dich an", antwortete Anwolf.

Fingard nickte knapp und folgte Ansgar, dabei dr├╝ckte sie Terry fest an ihre Brust.
Anwolf sah seiner Mutter hinterher, sch├╝ttelte verzweifelt den Kopf und ergriff die Hand von Marcella fester.

"Entschuldige, dass alles hier. Komm wir gehen Deinen Hund holen", seufzte Wolfi und zog Marcella mit sich.

Gemeinsam ging er mit ihr nach unten zu den Stallungen und den dortigen Zwingern. Der Kriegshund lag in einem der penibel sauber gehaltenen Zwinger auf Stroh und schien zu d├Âsen. Als sie an seinen Verschlag heran traten erhob sich das Tier und Marcella konnte sehen um was f├╝r einen m├Ąchtigen Hund es sich dabei handelte.

"Er ist perfekt, er wird Dich besch├╝tzten S├╝├če", grinste Wolfi ├╝ber beide Ohren.
Wenigstens das mit dem Hund f├╝r seine Freundin hatte funktioniert.


***

Kriegshund
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Re: Macht und Machtwechsel

#5

Beitrag von Marcella » Sa 28. Okt 2017, 08:52

Marcella
 
Konnte Wolfi nur zustimmen. Was seine Mutter sagte, war nur eine Ausrede. Sie wollte bestimmt nicht von Linhard umgebracht und aufgeschlitzt werden. Dass sie ihren grossen Sohn liebte, glaubte Marcella ihr. Aber dann h├Ątte sie vorher mit Ansgar sprechen m├╝ssen. Und nicht erst, wo ihr Sohn schon weggelaufen war. H├Ątte sie vorher mit Linhard geschwatzt, dann w├Ąre das gar nicht passiert. Das war doch ihre Aufgabe als Mutter die Kinder zu besch├╝tzen und ihren Mann das zu erkl├Ąren. Sie h├Ątte die beiden zusammenf├╝hren m├╝ssen. Und sie h├Ątte Ansgar erkl├Ąren m├╝ssen, was passieren kann. Aber sie war faul und feige und hatte gar nichts gesagt. Sie wollte sich nicht mit ihren Mann streiten und wollte nur Spass haben. Da war ihr Linhard ganz egal gewesen. Jetzt erinnerte sie sich, wo ihr eigener Arsch in Gefahr war durch ihren Sohn. Marcella glaubte nicht, dass Linhard sie verschonen w├╝rde, nur weil seine Mama ihn gewarnt hatte. Vermutlich w├╝rde er sie als erstes t├Âten. Das machten Verr├Ąter so. Er hatte seine Mutter schon verraten.
Das Wolfi seine Mutter ├╝berredete sich mit Ansgar zu vers├Âhnen war vern├╝nftig. Ansgar liebte seine Frau sehr. Er sollte seine Frau nicht verlieren. Er hatte schon genug verloren auf der Hochzeit. Ansgar musste aber mit seiner Frau ein ernstes Wort reden. Sie beide mussten miteinander reden. Marcella sagte aber nichts dazu, da ihr das nicht zustand. Wolfi durfte das sagen. Er wollte nur seine Familie sch├╝tzen. Marcella wollte das genauso. Wolfi war ihr sehr wichtig, sie mochte ihn sehr gerne. Und Ansgar mochte sie genauso.
Also Wolfis Mutter Ansgar nachging, war Marcella sehr erleichtert. Sie war doch noch vern├╝nftig geworden. Marci hoffte das alles zwischen Ansgar und Fingard wieder gut werden w├╝rde. Dass sich die zwei vers├Âhnen w├╝rden.
Als sich Wolfi f├╝r alles bei ihr entschuldigte, dr├╝ckte Marci ihn feste. Er konnte doch gar nichts daf├╝r, dass der verr├╝ckte alte Knacker sie angegriffen hatte.
 
ÔÇ×Nein, du musst dich nicht entschuldigen Wolfi. Es ist nicht deine schuld, dass der alte Sack uns angegriffen hat. Er wollte deine Familie zerst├Âren. Er war sicher neidisch, dass ihr es anders versucht. Drum hat er gedacht er schl├Ągt alles zu Scherben. Er hat deinen Bruder um den Finger gewickelt, aber das ist nicht deine schuld. Linhard wollte dem Verr├Ąter folgen. Seine Entscheidung ist nicht deine oder Ansgar seine. Fingard sollte das verstehen. Sie h├Ątte entweder deinen Bruder und deinen Vater fr├╝her zusammenf├╝hren m├╝ssen, oder sie h├Ątte mit Ansgar reden m├╝ssen. Jetzt zu tun, als w├Ąre alles seine schuld gewesen ist ganz sch├Ân unfair. Sie sind beide Linhards Eltern, nicht nur Ansgar. Und was Ansgar sagt, glaube ich. Jeder hat seine Meinung. Wenn er dich mehr liebt ist das so. Was ist denn mit ihr? Sie scheint dich auch mehr zu lieben. Sie h├Ątte das ausgleichen k├Ânnen. Fingard h├Ątte sich um Lin k├╝mmern k├Ânnen, wenn Ansgar sich um dich k├╝mmert. Das hat sie nicht getan. Warum fragt sie sich dass nicht? Das h├Ątte Ansgar mal sagen sollen. Deine Mutter ist mit dir geflohen, sie h├Ątte Linhard mitnehmen k├Ânnen. Hat sie aber nicht.
Aber du kannst f├╝r gar nichts Wolfi. ┬áWas hier noch passiert, ich halte immer zu dir und werde dir so gut helfen wie ich kann. Und ich werde immer zu Dave meinen Meister halten und zu Ansgar. Er hat mich besch├╝tzt und das vergesse ich ihn nie. Und ich vergesse dir und Dave nie, wie nett ihr mich aufgenommen habt und wie grossz├╝gig ihr zu mir seid. Das zahle ich gerne zur├╝ck. Ich hab nicht vergessen was du unten beim Heiler zu mir gesagt hast Wolfi, ich mag dich auch ganz dolle.ÔÇť
 
Wolfi f├╝hrte sie zu den Stall wo ihr Hund sein sollte. Und da war er. Ein riesiger Hund mit Muskel wie ein kleiner Berg. Seine Farbe war genial und er war sch├Ân bemalt. Marcella liess ihn an ihre Hand schn├╝ffeln und streichelte dann seine weiche Ohren. Sie ├Âffnete die Stallt├╝r und streichelte seinen grossen Kopf.
 
ÔÇ×Vielen Dank f├╝r das geniale Geschenk Wolfi. Er wird uns gut besch├╝tzen. Wie nennen wir ihn? Gib ihn einen Namen.ÔÇť
 

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Ansgar von Hohenfelde
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Re: Macht und Machtwechsel

#6

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Sa 28. Okt 2017, 17:52

Einige Zeit sp├Ąter erschien Ansgar im Stall und nahm Wolfi beiseite.

"Das hier ist f├╝r Dich Wolfi, mit meinen besten W├╝nschen", erkl├Ąrte Ansgar freundlich und reichte Anwolf eine Schriftrolle und ein Buch.

"Wir verzichten auf das Fest, denn Familienfeste beinhalten wie der Name schon sagt, die Anwesenheit der Familie. Und dass die unsereins noch nie Gl├╝ck gebracht hat, muss ich Dir nicht erl├Ąutern.

Die Schriftrolle ist meine Abdikation und Deine Ernennung. Du bist ab heute Familienoberhaupt der von Hohenfelde Anwolf mit allen Rechten, Pflichten, Privilegien und dem dazugeh├Ârigen Familienverm├Âgen. Es geh├Ârt Dir, verwalte es nach besten Wissen und Gewissen und nach Deinem pers├Ânlichen Gutd├╝nken.

Mein pers├Ânliches Verm├Âgen habe ich behalten, ich muss selbstredend auch von etwas leben. Ebenso meinen pers├Ânlichen Besitz.

Das Buch beinhaltet alle meine gedanklichen Notizen zu dieser Aufgabe. Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen und das Letzte was ich je getan h├Ątte, w├Ąren meinen Vater um Rat zu fragen. Also habe ich mir meine Informationen selbst zusammengetragen. Vielleicht n├╝tzen sie Dir etwas.
Dave wird Dir ebenso zur Seite stehen und Deine Mutter ebenfalls.

Eine Anmerkung, gleichg├╝ltig wie gut Du Dich mit Veyd verstehst, lass Dich weder Veyd von Eibenberg noch von Wolfgang von Wigberg zu irgendeiner Handlung, Investition oder dergleichen ├╝berreden. Letztendlich sind sich alle selbst die n├Ąchsten und es leichter anderer Leute Geld zu verlieren als das eigene. Hinterfrage gedanklich also jeden noch so gut gemeinten Rat und Tipp - frage Dich was es ihnen einbringt oder Dir. Und bist Du Dir unsicher, dann lehne ab.
Ich wei├č sehr wohl, dass ich Dir das nicht sagen muss, trotzdem sage ich es Dir Wolfi.

Eine weitere Warnung, diese betrifft Linhard.
Linhard ist seit dem 15.09.202 nicht mehr Dein Bruder. Gleichg├╝ltig unter welchen Gegebenheiten Du ihm begegnest und v├Âllig irrelevant was er zu Dir sagt, er ist Dein Todfeind. Nichts anderes! Er wurde enterbt und aus der Familie geworfen von mir. Das hei├čt, er wird versuchen sich zu r├Ąchen. Vermutlich an mir, aber das ist mir mittlerweile gleichg├╝ltig. An Dir soll sich das Mistst├╝ck nicht vergreifen. W├Ąhle f├╝r den schlimmsten Fall einen Nachfolger Wolfi... oder zeuge einen.

Damit w├Ąre fast alles gesagt, pass gut auf Dich auf. Ich hab Dich lieb Kurzer",
sagte Ansgar, dr├╝ckte seinen Sohn kurz und dr├╝ckte ihm einen Kuss auf den Kopf.

Anwolf dr├╝ckte seinen Vater ebenfalls und presste dann die Urkunde wie auch das Buch an seine Brust. Sein Vater war selten so zutraulich.

"Danke Paps, aber wieso sollte ich Dave oder Mama fragen, ich kann doch Dich fragen... oder?", hakte Wolfi nach.
"In n├Ąchster Zeit nicht Wolfi, ich brauche etwas Abstand um ├╝ber einige Dinge in Ruhe nachdenken zu k├Ânnen. Dies betrifft aber nicht uns beide, genau genommen bist Du sogar die einzige famili├Ąre Ausnahme. Du bist der Einzige der mich niemals entt├Ąuscht oder je verraten hat", antwortete Ansgar ehrlich.

"Papa bitte, Mama hatte eigentlich vor mit Dir zu reden. H├Âre sie doch wenigstens an", bat Wolfi.
"Vielleicht sp├Ąter, im Moment nicht. Ich m├Âchte nicht, ich hab die Faxen dicke, was Fin, Dave oder Linhard betrifft. Ganz ehrlich. Schau, ich habe Dave immer beigestanden. Gleichg├╝ltig was dies f├╝r mich bedeutet hat, von unserer Kindheit an. Das er niemanden richtig vertraut, nach dem was geschehen ist, kann ich verstehen. Das er mir nicht vertraut, obwohl ich ihm mehrfach den Arsch und sogar das Leben gerettet habe, tut irgendwann weh. Das er Fins Bitte erf├╝llt hat, kann ich ebenfalls verstehen, der Verrat war vorher nicht mich um Erlaubnis zu fragen - ob diese Warnung in Ordnung geht. Ging sie nicht.

Was Deine Mutter anbelangt, wir waren stets ein Paar, ein Duo, eine verschworene Gemeinschaft. Sie meint ich w├╝rde sie dort nicht verstehen. H├Ąlt sie mich f├╝r so d├Ąmlich? Nat├╝rlich verstehe ich, dass sie Linhard liebt. Ich habe auch nie behauptet, ich w├╝rde ihn nicht lieben. Ich sprach lediglich die Wahrheit aus, dass ich Dich mehr liebe und auf andere Weise liebe als Lin. Du bist mir nahe, er ist es nicht. Kurzum, sie h├Ątte mich fragen k├Ânnen, ob sie ihm eine Warnung zukommen lassen darf ├╝ber Dave. Damit w├Ąre die Sache ehrlich gelaufen.

Meinst Du allen Ernstes Dave hat Linhard pers├Ânlich gewarnt? Das Problem ist weder die Warnung, noch der Wunsch danach, sondern dass es hinter meinem R├╝cken geschah. Und dass sie damit Brandur mit ins Boot holten, obwohl das eine Sache unserer Familie wahr. Brandur ist und bleibt ein St├Ârfaktor.

Ich habe dieser widerw├Ąrtigen Zecke die Hand gereicht, aber er ist meinem Vater n├Ąher als ich es je wahr. Er ist genauso wie Dunwin und er war es schon immer. Ich war nur zu verblendet und zu gutgl├Ąubig dass zu begreifen. Er hat es mir bewiesen und ich habe es nicht anders verdient.
Was habe ich von einem Mann erwartet, der die Augen verschlie├čt, wenn sein Bruder seine Kinder misshandelt oder misshandeln l├Ąsst?

Was h├Ątte Dave getan, h├Ątte ich Dich gr├╝n und blau geschlagen? Meinst Du er h├Ątte zugeschaut?
Oder was meinst Du w├╝rde ich tun, w├╝rde Dave sein Kind zusammenschlagen?
Weder er noch ich haben Euch je geschlagen und wir h├Ątten es auch nicht zugelassen. Und glaube mir Anwolf, Dunwin hat mehr zugelassen, als dass man uns nur schl├Ągt. Aber das ist ein anderes Thema und l├Ąngst vorbei. Es geh├Ârt einer Vergangenheit an, die Du nicht kennen solltest. Nur eines noch, es hat schon einen Grund warum wir sind - was und wer wir sind Wolfi.

Ich werde mir eine Auszeit g├Ânnen, Socke satteln, meine Hunde mitnehmen und mich von Annabelle begleiten lassen. Immerhin steht mir ja Janko im Moment nicht zur Verf├╝gung und es wird Deine Mutter auf die Palme bringen. Hoffe ich",
grinste Ansgar.

"Da hoffst Du vermutlich richtig Paps. Du kommst doch wieder zur├╝ck oder? Sag ehrlich", fl├╝sterte Wolfi.
"Ja ich komme wieder zu Dir zur├╝ck, zudem bin ich immer bei Dir hm? Gleichg├╝ltig wo ich mich k├Ârperlich tats├Ąchlich aufhalte, Du kannst jederzeit zu mir Kontakt aufnehmen", antwortete Ansgar und tippte Wolfi gegen die Stirn.

"Das ist nicht das Gleiche...", murmelte Anwolf.
"Warte Kurzer", bat Ansgar, l├Âste seine schwere, goldene Ainuwar-Brosche von seiner Robe und dr├╝ckte sie Wolfi in die Hand.
"Von mir f├╝r Dich mein Kleiner, etwas Pers├Ânliches. Pass auf Dich auf Wolfi", erkl├Ąrte Ans.

"Danke... dito Papa", gab Wolfi kleinlaut zur├╝ck.
Ansgar nickte knapp, dr├╝ckte seinen Sohn noch einmal und lie├č ihn dann mit Marcella wieder allein.

Wolfi schaute seinem Vater noch eine lange Zeit nach und schien Marcella und den Hund neben sich v├Âllig vergessen zu haben. Er steckte sich die Brosche in die Hosentasche und rollte die Urkunde aus.

Daf├╝r hatten Brandur und Linhard seine Familie zerst├Ârt.
Und genau daf├╝r w├╝rden sie bezahlen.

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Re: Macht und Machtwechsel

#7

Beitrag von Anwolf » Sa 4. Nov 2017, 13:30

Wolfi hatte lange gedankenverloren nachgedacht. Sein Vater hatte es besser machen wollen, als sein Vorg├Ąnger und war dabei gescheiert. Er hatte mit Dave den alten Wegen entsagen wollen, was auch immer die alten Wege tats├Ąchlich bedeuteten. Neben dem Umstand, dass der Cleverste und gleichzeitig Brutalste Sohn alles erbte, schien an dem Weg noch wesentlich mehr dran zu h├Ąngen, als ihm sein Vater je offenbart hatte.

Da Ansgar die alten Wege verlassen wollte, war er ma├člos abgestraft worden. Vielleicht waren die alten Wege schon so ausgetreten, dass ein Richtungswechsel nicht mehr m├Âglich war.

Zudem schienen Brandur und Linhard genau daf├╝r zu k├Ąmpfen, den Erhalt des Gegenseitigen Abschlachtens. Wolfi beschloss ihnen ihren Wunsch zu erf├╝llen. Das Erbe dass sein Vater ihn ├╝berreicht hatte, lastete schwer auf seinen Schultern. Nicht nur Ansgar wurde einst ins kalte Wasser geworfen. Ansgar hatte es mit ihm ebenso gehalten, denn tats├Ąchlich aufgekl├Ąrt ├╝ber die alten Wege hatte er ihn nicht.

Dabei handelte es sich um Dinge die er nicht wissen sollte...
Wunderbar, aber genau dies waren jene Dinge, die er nun wissen musste!

Wolfi war sich mittlerweile durchaus im klaren dar├╝ber, dass seine Familie auf Daves Hochzeit zerbrochen war. Er hoffte von ganzem Herzen, dass wenigstens Dave den Absprung schaffte und eine neue, eigene und bessere Familie gr├╝ndete, die nach ganz anderen Regeln, leben, lieben und agieren w├╝rde.

Anwolf selbst beschloss ebenfalls sein Leben zu ├Ąndern. Er w├╝rde eine 180 Grad Wendung vollziehen. Um Brandur und Linhard in ihre Schranken zu verweisen und f├╝r den Frevel bezahlen zu lassen, musste er die alten Wege zu seinen eigenen Wegen machen.

Er musste die alten Wege der Finsternis finden und sie beschreiten.
Es w├Ąre das erste Mal, dass er einen Fu├č auf sie setzte. Es w├Ąre f├╝r ihn v├Âllig unbekanntes Gebiet und Brandur kannte sich dort wie in seiner Westentasche aus.

Aber es gab auch jemanden, der die Wege noch l├Ąnger kannte als Brandur...
Wesentlich l├Ąnger. Sie war alt, schlau, brutal, mordl├╝stern und sie hatte schon so manchen Hohenfelde kommen und gehen sehen - Maghilia von Hohenfelde.

Mit allem was ihm die alte Nekromantin gesagt und geraten hatte, hatte sie Recht gehabt! Jedes einzelne Wort dieser uralten Frau, die wahrscheinlich l├Ąnger gelebt hatte, als je ein Mensch gelebt hatte, war aus purer Wahrheit gemeisselt.

Sein Vater war Schuld an der ganzen Misere. Wolfi machte Ansgar keinen Vowurf. Sein Paps hatte sich nur das gew├╝nscht, was sich wohl die meisten V├Ąter f├╝r ihre Kinder w├╝nschten - ein besseres Leben, als es das eigene war.

Es war ein sch├Âner Traum gewesen, aber es war nur ein Traum.
Nicht mehr. Und er endete auf Daves Hochzeit in einem Albtraum.

Wolfi beschloss sich die Worte von Maghilia zu Herzen zu nehmen. Mehr noch, er w├╝rde ihr Angebot annehmen und den nichtmagischen Bastard, diese widerw├Ąrtige Kreatur die einst sein Bruder gewesen war, vom Anlitz dieser Welt wischen. Und zwar so brutal und nachhaltig, dass man seinen Namen noch Generationen nach seinem Ableben mit Abscheu und Respekt aussprach.

Brandur und Linhard wollten die alten Wege zur├╝ckgewinnen?
Er w├╝rden sie ihnen servieren und zwar kalt - so kalt wie ein Grab.

Wolfi drehte sich zu Marcella um und l├Ąchelte sie an.

"Lust auf eine Reise nach Alessa? Ich m├Âchte meine Tante besuchen. Sie wird uns helfen. Eine ├Ąu├čerst liebe und charmante alte Dame", grinste Wolfi.

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Ansgar von Hohenfelde
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Re: Macht und Machtwechsel

#8

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Mo 6. Nov 2017, 08:09

Ansgar sa├č hinter seinem kleinen Haus in Gr├╝nbachtal. Der Ort war klein und beschaulich. Der kleine Ort lag weit ├Âstlich von Kalthorst, in der N├Ąhe des Flusses und fast am Ausl├Ąufer des Gebirges. Selten verirrten sich Reisende hierher.

Ansgar hockte auf dem h├Âlzernen Steg, lie├č die Beine ins Wasser des kleinen Fisch- und Badeteichs baumeln, der hinter dem Haus lag und hing dabei seinen Gedanken nach.

Er vermisste seine Frau Fingard. Sie war nicht nur seine Frau, sondern auch seine beste Freundin und Vertraute gewesen.

Was er f├╝r sie gewesen war, dar├╝ber spekulierte er seit Tagen. Ansgar war durchaus bewusst, dass er einen gro├čen Teil dazu beigetragen hatte, dass alles derma├čen aus dem Ruder lief.

Allen voran hatten sie es seiner Kurzsichtigkeit und seiner Handlungsf├Ąhigkeit zu verdanken, dass sie nun vor dem Scherbenhaufen ihrer Familie standen. Er hatte sich Frieden gew├╝nscht. Aber den gab es weder f├╝r ihn noch f├╝r einen anderen von Hohenfelde.

Und falls es ihn doch gab, dann hatte er die M├Âglichkeit den Frieden zu verteidigen verpasst. Er h├Ątte Brandur sofort t├Âten m├╝ssen. Umgehend und ohne das geringste Z├Âgern. Dunwin h├Ątte dies vermutlich zu Lebzeiten getan. Aber Ansgar war nicht Dunwin und er legte auch keinen Wert darauf, mit seinem Vater verglichen zu werden.

Er hatte versagt, dass stand fest.
Versagt Dave und sich als Kinder zu besch├╝tzen.
Versagt seine Familie zusammenzuhalten.
Versagt seine Frau zu halten und ebenso seine Kinder.

Und das obwohl er sich tats├Ąchlich nach besten Wissen und Gewissen bem├╝ht hatte. Vielleicht war ihm Erhalt einfach nicht verg├Ânnt. Er war ein Hohenfelde, sie zerst├Ârten. Es war utopisch etwas anderes anzunehmen.

Ebenso blau├Ąugig war es zu glauben, dass man nicht betrogen wurde, nur weil man selbst treu und loyal war.

Ansgar konnte beschw├Âren niemals seine Frau betrogen zu haben. Er mochte und liebte Fin gleicherma├čen. Sie bedeutete ihm einst alles. Umso schwerer wog ihr Verrat.

Ihm war bewusst, warum sie es getan hatte. M├Âglicherweise h├Ątte er in umgekehrter Situation Wolfi ebenfalls gewarnt. Aber er h├Ątte mit Fin dar├╝ber gesprochen und keinen Alleingang gewagt. Tja Fin war nicht er. Er konnte nicht von sich auf andere schlie├čen.

Linhard war Fin wichtiger als ihr Mann, ihr j├╝ngster Sohn, ihr Leben oder ihre Ehe. Das hatte sie ihm eindeutig klar gemacht.

Ansgar beschloss seinen pers├Ânlichen Besitz auf das Notwendigste zu reduzieren und den Rest in Taler zu verwandeln. Er hatte vor nur das Haus in Gr├╝nbachtal zu behalten. Die restlichen H├Ąuser wollte er verkaufen. Ebenso wollte er nur seine drei Hunde und sein Pferd Socke behalten und vielleicht den einen oder anderen Ghul.

Im Fall des Falles floh man leichter mit wenig Besitz und viel Geld, als anders herum.

Das Haus in Gr├╝nbachtal kannte seine Familie nicht. Er hatte es eigentlich gewinnbringend weiterverkaufen wollen. Nun war Ansgar froh, dass er dies nicht getan hatte.

Die einzige Person, die ihn nie hintergangen oder etwas nachgetragen hatte war Wolfi. Der Kurze liebte ihn aufrichtig. Ansgar erging es nicht anders, er vermisste seinen J├╝ngsten schlagartig.

Ans dachte dar├╝ber nach, was f├╝r Wolfi und ihn besser w├Ąre. Fingard per Assassine beseitigen zu lassen, oder eine Lossagung aufgrund ihres Verrates.

W├Ąhrend er ├╝berlegte, zogen dunkle Wolken auf. Passend zu seiner Stimmung fand Ansgar. Er zog sich ins Haus zur├╝ck und machte es sich vor dem Kamin mit seinen Hunden gem├╝tlich, w├Ąhrend drau├čen ein Unwetter losbrach.

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Re: Macht und Machtwechsel

#9

Beitrag von Tsacko » Mo 6. Nov 2017, 09:41

Ein Winseln kam von Ansgars T├╝r.

Vor Angst schlotternd und mit eingekniffenem Schwanz hoffte Tsacko darauf, dass Ansgar ihn einlassen w├╝rde. Nat├╝rlich war er dem Mann gefolgt, der sich so selbstlos um ihn gek├╝mmert hatte, als dieser alles, was ihm etwas bedeutete, hinter sich gelassen hatte.

Tsacko hatte nicht nur entsetzliche Angst vor Gewitter, ihm war schwer ums Herz. Niemand sollte derma├čen einsam sein, wie Ansgar es heute war. Terry war Fingard gefolgt, um ihr beizustehen und er w├╝rde Ansgar Gesellschaft leisten.
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Re: Macht und Machtwechsel

#10

Beitrag von Ansgar von Hohenfelde » Mo 6. Nov 2017, 11:34

Annabelle kam aus der K├╝che und legte Ansgar kurz eine Hand auf die Schulter.

"Irgendwer kratzt an der T├╝r", sagte sie mit Unbehagen in der Stimme.
"Ja oder irgendwas", stimmte Ansgar zu.

"W├╝rdest Du bitte nachschauen?", bat Annabelle.
"Mach Dir keine Sorgen", antwortete Ansgar und ging gemeinsam mit einem seiner Hunde zur T├╝r.

Er ├Âffnete sie einen Spaltbreit und als er Tsacko erkannte, packte er den Sch├Ąferhund im Nacken und zerrte ihn schnell ins Haus.

"Na schau mal einer an, wen wir hier haben. Eine zweite treue Seele. Wo drei satt werden, wird auch ein vierter Hund satt. Na komm, ab ans Feuer", sagte Ansgar freundlich und machte es sich wieder vor dem Kamin gem├╝tlich.
Annabelle musterte den Neuank├Âmmling, kraulte ihn hinter den Ohren und setzte sich ebenfalls vor den Kamin.

"Und wirst Du mit Deiner Frau reden?", hakte sie nach einer Weile nach und nippte von ihrem Tee.
"Nicht, wenn es sich vermeiden l├Ąsst. Ich w├╝sste auch nicht, was ich noch mit Fin bereden soll. Es gibt tausend Dinge die ich ihr gerne sagen m├Âchte. Ebenso zig Dinge die ich sie gerne fragen w├╝rde. Auf der anderen Seite wei├č ich genau, dass sie das alles nicht interessiert. Sonst h├Ątte sie schlie├člich anderes gehandelt. Von daher, nein Danke", gab Ansgar zur├╝ck.

"W├╝rdest Du Dich gerne mit ihr vers├Âhnen?", fragte Annabelle.
"Schwierige Frage, ja und nein. Ich vermisse sie. Allerdings vermisse ich die Fin, die ich als Gef├Ąhrtin kannte. Ansonsten bin ich froh, dass ich hier erstmal meine Ruhe vor der Verwandtschaft habe", grinste Ansgar.

"Wer wei├č f├╝r wie lange", schmunzelte Annabelle zur├╝ck.
"So lange ich m├Âchte, niemand von der buckligen Verwandtschaft kennt dieses Haus Anna", gab Ansgar gut gelaunt zur├╝ck.

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