Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Macht und Machtwechsel

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr√§gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben√∂tigt man starke Nerven und gleicherma√üen ein H√§ndchen f√ľr B√ľndnisse und Hinterhalte.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Macht und Machtwechsel

#21

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Sa 9. Dez 2017, 02:28

Einige Stunden sp√§ter hielt eine schwarz-violette Kutsche vor dem Geisterhaus. Ein Diener sprang von dem Kutschbock herab und √∂ffnete geschwind seinem Herrn die Kutscht√ľr. Osmund stieg aus der Kutsche und schritt langsam zum Geisterhaus. Mit seinem Stab deutete er etwas ungehalten auf die T√ľr und sein Diener, der sich gerade noch mit seinem Gep√§ck abm√ľhte, klopfte sofort f√ľr ihn.

Es dauerte einen Moment, dann wurde von Anwolf die T√ľr aufgerissen. Wolfi grinste zu Osmund hoch und machte eine einladende Geste ins Haus.

"Schön dass Du gekommen bist", freute sich Wolfi.
"Nat√ľrlich bin ich das Wolfi", antwortete Osmund wohlwollend.

Der alte Nekromant legte kurz fragend den Kopf leicht schief. Aber da Wolfi ihn nur weiterhin angrinste, blieb ihm nichts anderes √ľbrig als nachzufragen.

"F√ľhre mich zu Dave Wolfi. Wie ich sp√ľre ist Maghilia ebenfalls schon anwesend. Danach richte meinem Diener aus, wo er mein Gep√§ck abstellen kann. Deine Freude freut mich zu tiefst Wolfi, aber ein bisschen mehr Kontenance. Auch wenn ich den Hintergrund Deiner Freude nur zu gut verstehen kann. Wie dem auch sei, beruhige Dich positiv wie negativ Kleiner. Maghilia und ich werden die Situation entsch√§rfen k√∂nnen. Ganz gewiss sogar, notfalls auf die alt hergebrachte Art und Weise", grinste Osmund diabolisch.
"Du siehst Paps ziemlich √§hnlich, sobald Du grinst sogar noch etwas mehr. Das wollte ich Dir schon mal gesagt haben, hatte es aber wieder vergessen. Und gerade f√§llt es mir wieder ein, vermutlich weil ich Paps ganz sch√∂n vermisse", erkl√§rte Anwolf und f√ľhrte Osmund in die Schreibstube.

"Ratet mal wer da ist!", grinste Wolfi von einem Ohr zum anderen. Einen Augenblick später war Wolfi wieder aus der Schreibstube verschwunden.

"Meine besten Gr√ľ√üe", gr√ľ√üt Osmund in die Runde als er die Schreibstube betrat und es sich auf einem Stuhl gem√ľtlich machte.

Sein uns√§glicher Leibdiener war vermutlich immer noch mit den Koffern besch√§ftigt, anstatt ihm zu folgen und seinen Stuhl zurecht zu r√ľcken. Daf√ľr w√ľrde er ihm nachher den Kopf zurecht r√ľcken. Gutes Personal war heute tats√§chlich Mangelware. Es ging einfach nichts √ľber einen anst√§ndigen Ghul.

"Willkommen Osmund, sch√∂n dass Du unserem Ruf gefolgt bist", erkl√§rte Dave gerade, als Anwolf zur√ľckkam und auch Osmund einen Kaffee vor die Nase stellte. Wolfi holte die Kanne samt Tassen nach und machte sich dann direkt auf den Weg zu Osmunds Leibdiener.
"Er kann tatsächlich sehr gehorsam sein", grinste Osmund.

"Geht alles, wenn er möchte. Von mir auch herzlich willkommen Osmund. Dave hat Dir ja schon alles erklärt. Ich hoffe Du schließt Dich uns ebenfalls an. Maghilia hat sich uns bereits angeschlossen", sagte Varmikan und gönnte sich ebenfalls eine Tasse Kaffee.
"Deshalb bin ich hier", antwortete Osmund und trank seinen Kaffee.

"Wir haben hier mehrere Quartiere die Du beziehen k√∂nntest. Dann hatte ich mir vor einiger Zeit √ľberlegt, ob Du mit Maghilia eventuell eine Wohngemeinschaft gr√ľnden m√∂chtest. Also gegen√ľber von unserem Haus hier, steht das gro√üe Geb√§ude zum Verkauf. Ich hatte nur das Haus links und rechts neben diesem hier erworben.
Das Haus genau gegen√ľber war mir pers√∂nlich zu gro√ü. Allerdings k√∂nntet Ihr beiden dort Eure Sammlungen unterbringen. Und wir w√ľrden alle auf der N√§he wohnen. Pr√§misse w√§re allerdings, Ihr m√ľsstet es aus eigener Tasche finanzieren. Wie es in Zukunft um unsere Finanzen steht, wissen wir nicht. √úberlegt es Euch einfach, das Haus ist jedenfalls innen wie au√üen in einem topp Zustand und es ist sein Geld wert. Zudem w√ľrden wir uns dar√ľber freuen, solltet Ihr hier direkt in n√§chster N√§he wohnen.

Sind wir ehrlich, selbstverst√§ndlich provitieren wir von Euch mehr, als Ihr von uns. Aber gleichg√ľltig, was Ihr beiden je ben√∂tigt oder verlangt, Mahilia und Osmund, sollte es in unserer M√∂glichkeit liegen, werden wir dem Wunsch nachkommen. Und eventuell findet Ihr den Vorschlag gar nicht so schlecht, ein paar Leute auf der N√§he zu haben, mit denen man auch einfach mal nur quatschen kann.

Falls Ihr nicht m√∂gt, w√§re das bedauerlich, aber es ist letztendlich Eure Entscheidung. Nur f√ľr die Zeit des Beistands wohnt Ihr bitte hier. Darum bitte ich Euch inst√§ndig",
bat Dave.

"Mein Diener wird mir eines der Quartiere herrichten. Das Haus schaue ich mir gerne nachher einmal an. Danach reden wir weiter Dave. Aber zuerst muss ich hier ankommen. Und wie ich im Flur bereits Wolfi sagte, wir werden das Problem ganz sicher lösen. Ich werde versuchen mit Brandur zu reden. Er wird weder den Jungen, Deinen Mann noch Dich töten Dave. Dazu wird es nicht kommen", antwortete Osmund entschieden und trank in Ruhe seinen Kaffee.

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Re: Macht und Machtwechsel

#22

Beitrag von Marcella » Sa 9. Dez 2017, 08:49

Marcella
 
setzte sich neben Dave. Sie war froh, wieder bei ihren Meister zu sein. Die alte Frau die zu ihre Rettung kam, sah nett aber uralt aus. Wenn der alte Goblin wieder seinen Spruch bringen w√ľrde, und fragte wer wer ist, dann wollte Marci ihn diesmal in den Arsch treten. Maghilia war so alt, dass sie wahrscheinlich selber ihr Alter nicht mehr wusste. Aber alle hatten Respekt vor ihr. Sie musste eine sehr m√§chtige Magierin sein. Wolfi war als er endlich bei Dave und Varmikan war, total fertig. Marci konnte es ihm nicht verdenken. Er musste die ganze Zeit tapfer sein. Er hatte sich zusammen gerissen. Erst hatte er seine Familie verloren, dann sein Erbe. Und dann wollte ihn sein widerw√§rtiger Bruder und der alte Sack tot sehen. Das er mit den Nerven fertig war, verstand sie sehr gut. Sie f√ľhlte sich genauso mies. Aber die alte Frau wollte sie alle besch√ľtzen und Marci war sehr froh darum. Ihr Meister und Varmikan waren m√§chtig. Dave hatte noch einen anderen Mann gerufen. Das war der Priester der die beiden getraut hatte. Marci konnte sich nicht so genau an ihn erinnern, nur dass er eine lila Robe trug und das er alt war.
Aber das war egal. Wenn er Ansgars Freund war, dann w√ľrde er Wolfi besch√ľtzen. Dave hatte gesagt, dass er ihnen helfen wollte und genauso wie Maghila auf den Weg zu ihnen war. Marcella war gespannt auf ihn. Irgendwie war sie aufgeregt und neugierig. Und sie war froh, so m√§chtige Verb√ľndete in der Familie zu haben.

"Wolfi ich hab eine gute Idee. Wir verkaufen meine Ausgehrobe und davon kaufst du dir neue Kleidung. Das reicht f√ľr uns beide. Sie war sehr teuer. Das restliche Geld sparen wir. Mach dir keine Sorgen um deine Kleidung, dass schaffen wir. Dein Onkel und sein Mann und du, ihr verdient hier Geld als Buchhalter. Vielleicht kann ich hier genauso Geld verdienen mit Hilfsarbeiten. Dann lege ich es dazu.
Das mit dem Hund ist traurig, aber es geht nicht anders. Bevor dich der alte Sack deshalb anzeigt oder pf√§nden l√§sst, dann geben wir den Hund zur√ľck. Wir haben ihn noch nicht lang und sein Z√ľchter nimmt ihn bestimmt zur√ľck. Er ist ein gutes Tier. Ich werd mir noch Gedanken machen, wie wir sparen k√∂nnen. Aber jetzt k√∂nnen wir erstmal durchschnaufen. Der alte Sack und dein widerw√§rtiger Bruder werden sich nicht mehr wagen uns umzubringen. Das hoff ich jedenfalls.
Wenn deine Tante und der andere Verwandte hier bleiben, dann sind wir sicher. Das meine ich nicht gegen deine F√§higkeiten Dave. Aber der alte Sack hat dich und Ansgar angegriffen. Zum Gl√ľck hat dich Varmikan besch√ľtzt. Wenn wir alle zusammenhalten, dann kann uns nichts passieren. Wenn wir alle den anderen beistehen und helfen. Einzeln kann er uns alle umbringen. Aber uns alle zusammen wird er nicht schaffen. Das hoff ich jedenfalls und eine Familie muss zusammenhalten.
Dave du musst dein Bruder Ansgar hierher rufen. Wenn der allein da draussen rumrennt, wird ihn der Verr√§ter und der alte Sack bestimmt t√∂ten. Allein kann er das nicht schaffen. Ich denke, Ansgar hat sich verzogen um die Feinde von uns wegzulocken. Sie haben ihn als ersten angegriffen. Also werden sie ihn zuerst suchen. Drum hat er Wolfi zur√ľckgelassen um die Feinde wegzulocken. So machen das auch Rehe mit ihre Kitze. Die Kitze verstecken sich und die Rehe locken die Feinde von dem kleinen weg, dass sich nicht sch√ľtzen kann. Aber in der Gruppe mit dir und Varmi und Wolfi muss Ansgar keine Angst um Wolfi haben. Und jetzt ist Maghilia noch in der Gruppe und dieser Osmund kommt hierher. Wenn Ansgar vern√ľnftig ist, muss er hierher kommen.
Kannst du ihn rufen und ihn das sagen? Als wir ihn zuletzt gesehen haben, hat er gesagt dass er mit niemand reden möchte und eine Auszeit braucht. Aber wenn ihn der Verräter erwischt, dann hat er allein keine Chance. Bitte ruf ihn."

Marcella kramte in ihre Geldkatze und z√§hlte nach. Sie hatte noch etwas √ľber 20 Taler. Das war gutes Geld.

"Dave muss ich auch meine Reitziege abgeben? Oder wurde sie von deinen Geld bezahlt? Es w√§re gut, wenn ich sie behalten kann. Hier in der N√§he ist ein kleiner Markt, ich √ľberlege was wir anbieten k√∂nnen. Vielleicht k√∂nnte ich auf den Markt was von Pavos Tinkturen verkaufen. Er k√∂nnte mir daf√ľr ja ein bisschen was abgeben pro verkaufte Tinktur. Das stecken wir dann in unser Spardose. Oder ich backe S√ľsskuchen und verkaufe sie morgens auf dem Markt. Dann muss ich nur gucken, was die Zutaten kosten, damit ich ausrechnen kann, was ein Kuchen kosten muss. Im Hof k√∂nnten wir genauso G√§nse halten. Ihre Eier bringen gutes Geld. Aber daf√ľr m√ľssen wir vorher G√§nse kaufen."

Marci schrieb alle ihre Ideen auf einen Zettel.

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Re: Macht und Machtwechsel

#23

Beitrag von Anwolf » So 10. Dez 2017, 16:48

Da Anwolf nichts gegen die Herausgabe des Erbes unternehmen konnte und Brandur der rechtm√§√üige Erbe war, setzte er sich umgehend daran, ihm die Aush√§ndigungserkl√§rung aufzusetzen. Was danach geschehen w√ľrde, w√ľrde sich zeigen. Aber Anwolf erwartete trotzdem nichts Gutes.

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Die Gedanken die sich Marcella machte, freuten Anwolf sehr. Sie war sogar bereit ihre teure Robe zu verkaufen, nur damit er sich eigene Kleidung kaufen konnte.

"Die Reitziege haben wir glaube ich von Daves Geld gekauft, ansonsten leihen wir uns das Geld von jemanden und zahlen es aus, damit die B√ľcher stimmen. Mach Dir dar√ľber keine Gedanken Marci und Danke f√ľr Deinen Beistand. Sich G√§nse zu halten ist gar keine schlechte Idee. Man kann mit ihnen Geld verdienen und man sagt doch, es sind sehr gute Wachhunde. Sie w√ľrden alles sofort h√∂ren und anschlagen. Und genau das ben√∂tigen wir im Moment genauso, wie Geld.

Ich habe jedenfalls Brandur seine Erb-Aushändigung geschrieben. Vielleicht gibt er sich damit bereits zu Frieden. Wobei, dass ist wohl utoptisch gedacht, genauso wie von Ansgar. Ein Hohenfelde gibt erst dann Ruhe, wenn er alles hat. Das Geld, die Sachvermögen und die Verwandten unter der Erde",
erklärte Anwolf, während er eine zusätzliche Ausfertigung als Aushang schrieb.

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Re: Macht und Machtwechsel

#24

Beitrag von Maghilia von Hohenfelde » Di 12. Dez 2017, 16:12

Maghilia
 
gr√ľsste Osmund freundlich. Er war ein m√§chtiger Nekromant, dass sp√ľrte sie. Er war auf ihre Seite und gemeinsam mit allen Verb√ľndeten war ihre Macht sehr gross. Trotzdem war sie zuerst da gewesen und sie w√ľrde sich zuerst ihr Quartier aussuchen. Das geh√∂rte sich so, dass er ihr den Vortritt liess. Sie war eine Dame und er war ein Mann. Also durfte sie zuerst w√§hlen. Aber Maghilia wollte gar nicht das gr√∂sste Zimmer, sie wollte einfach ein Zimmer in den sie sich wohl f√ľhlte. Wichtiger war f√ľr sie, dass sie einen sch√∂nen Platz f√ľr ihre Glassammlung fand.
Der alte Goblin der hier wohnte hatte genauso eine Sammlung von seltsamen Apparaten und Ger√ľmpel. Wenn er den Plunder etwas zur Seite r√§umte, dann k√∂nnte sie dort ihre Sammlung hinstellen und er seine seltsamen Sachen drum herum bauen.
Der Vorschlag mit den Haus auf der N√§he gefiel Maghilia. Wenn dort genug Platz war, konnte sie dort ihre Sammlung unterbringen und mit Osmund eine Wohngemeinschaft zu gr√ľnden war sicher lustig. Zudem konnte sie dann in seinen B√ľchern lesen und vielleicht hatte er genauso eine Sammlung wie sie.
 
‚ÄěDa ich die Dame bin werde ich zuerst mein Quartier aussuchen. Wenn ihr beide das Haus nachher anguckt, komm ich mit. Eine Wohngemeinschaft w√§re nicht schlecht. Hast du eine Sammlung Osmund? Falls ja, was sammelst du? Jedenfalls k√∂nnten wir unsere B√ľcher zusammenlegen und voneinander lernen. Ich hoffe du hast eine Buchsammlung, alles andere w√ľrde mich sehr entt√§uschen. Wobei wenn ich dich so angucke, sammelst du Schmuck. Du hast ja mehr von dem Zeug als ich. Dass die Frau in der N√§he wohnt ist sehr gut. Hol sie her Dave. Ich m√∂chte sie kennenlernen und mit ihr reden.‚Äú

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Re: Macht und Machtwechsel

#25

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 13. Dez 2017, 08:14

Dave schob Marcella schmunzelnd ein St√ľck zur Seite, damit er sich ganz dicht neben Varmikan setzen konnte.

"Wir m√ľssen noch einmal in das Herrenhaus, bevor Brandur es bezieht. Ich habe dort etwas versteckt, was mir fr√ľher sehr wichtig war. Ich m√∂chte nicht, dass es ihm in die H√§nde f√§llt oder dass es zerst√∂rt wird‚Äú, erkl√§rte Dave und trank einen Schluck aus Varmikans Kaffeetasse.

‚ÄěMachen wir, worum handelt es sich denn?‚Äú, fragte Varmi neugierig und legte Dave einen Arm um die H√ľfte.
‚ÄěUm ein Spielzeug. Weder sollte es die Bestie als Troph√§e erhalten, noch sollte es Dunwin zerst√∂ren. Ich konnte es also nirgendwo stehen lassen. Vor langer Zeit habe ich es gefunden. Es ist ein Holzpferd. Oben gibt es einen Bereich zwischen der Decke und dem eigentlichen Dachboden. Diesen Zwischenboden erreicht man durch eine schmale Luke. Damals habe ich durchgepasst, wir m√ľssten Jeelen mitnehmen, ich wei√ü nicht ob ich noch durch das Loch passe‚Äú, antwortete Dave und goss sich eine Tasse Kaffee ein.

‚ÄěDort hast Du Dich vor denen versteckt, falls es zu schlimm wurde oder?‚Äú, fl√ľsterte Varmi und kraulte Dave das Kreuz.
‚ÄěKorrekt, dahin habe ich mich verkrochen, sobald ich eine Spezialhandlung kassiert hatte. Sicher war, dass ich daf√ľr bestraft wurde, wenn sie mich nicht gefunden haben. Aber das war mir in dem Moment gleichg√ľltig. Da oben war alles gut. Es gab dort zwar nichts au√üer das Holzpferd und Staub, aber da hatte ich meine Ruhe. Das ist auch kein riesiger Dachboden, wie Du Dir das vielleicht vorstellst Klingenohr, man kann dort nicht stehen. Ich konnte dort als Kind nur sitzen. Man bewegt sich auf allen Vieren fort. Wof√ľr der Ort gedacht war, wei√ü ich nicht. Kann ich Dir nicht sagen, ich war nur froh, dass es ihn gab‚Äú, erkl√§rte Dave und trank einen gro√üen Schluck Kaffee.

‚ÄěDu hast mich angeschwindelt zu Anfang Davy. Aber ich kann mir denken warum ‚Äď Angst‚Äú, sagte Varmi und trank einen Schluck aus Daves Becher.
‚ÄěAngst ist gar kein Ausdruck. Ich hatte Angst Dich zu verlieren, nun wei√ü ich es ja besser‚Äú, grinste Dave.
‚ÄěGrins nicht bei dem Thema, dass ist‚Ķ lass es einfach‚Äú,
bat Varmikan ernst.

‚ÄěIch habe nicht wegen dem Thema gegrinst, sondern wegen Dir. Weil Du so bist wie ich es mir gew√ľnscht hatte, anstatt wie ich bef√ľrchtet hatte‚Äú, raunte Dave Varmi ins Ohr.
‚ÄěDu ebenso. Ich hatte mir immer einen frechen, ungehorsamen, dreisten, mich beleidigenden menschlichen Mann gew√ľnscht‚Äú, murrte Varmi gespielt.

‚ÄěSei froh, dass Du statt dessen mich gefunden hast‚Äú, fl√∂tete Dave und k√ľsste Varmikan felsenfest auf den Mund.
‚ÄěBin ich auch‚Äú, grinste Varmi.

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Re: Macht und Machtwechsel

#26

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 20. Dez 2017, 10:39

Osmund von Wigberg


Osmund kräuselte belustigt die Lippen, was ihm ein unheimliches Aussehen verlieh.

‚ÄěEs spricht nichts dagegen meine liebste Maghilia, dass Du Dir zuerst Dein Quartier aussuchen darfst. H√§tte ich mir mein Quartier bereits ausgesucht und wir beide w√§ren in einen Interessenkonflikt geraten, h√§tte ich Dir als Kavalier selbstverst√§ndlich das Zimmer √ľberlassen.

F√ľr mich stellt das kein Problem dar, ich reise stets mit Leibdiener. Wie verh√§lt es sich √ľbrigens mit Dir? Hast Du keine Zofe mehr? Oder wo versteckt sich die Gute? Sage bitte nicht, in einem Einmachglas Deiner Sammlung.

Wobei, falls dem so ist, ich k√∂nnte es nachvollziehen. Mein Leibdiener ist auch von der ehr tr√§gen Sorte. Ich habe schon √ľberlegt ob ein treuer Ghul nicht die bessere Wahl gewesen w√§re, anstatt diesen uns√§glichen Faulpelzes. Aber irgendwie habe ich mich auch an ihn und seine Gesellschaft gew√∂hnt.

Du wei√üt ja wie das ist, wie eine verlauste Topfpflanze. Ehe man sich erstmal durchgerungen hat, sie mit Topf wegzuwerfen dauert es eine Weile, da sie einen vorher erfreute. √Ąhnlich verh√§lt es sich mit den Domestiken. Wer wei√ü, ob man mit dem n√§chsten nicht noch ungl√ľcklicher w√§re? Auf der anderen Seite k√∂nnte sich auch schlagartig alles zum Guten wenden. Ich bin mir jedenfalls noch unschl√ľssig.

Eine gemeinsam Bibliothek h√§tte durchaus seine Reize, dass gebe ich gerne zu. Aber bevor wir soweit planen liebste Maghilia, sollten wir uns erst einmal das Haus angeschaut haben. Falls es jenes Haus ist, das ich bei meiner Anreise sah, macht es optisch von au√üen einen sehr guten Eindruck. Ausreichend Platz f√ľr unsere Sammlungen d√ľrfte vorhanden sein.

Nur sollte Deine Glassammlung im Keller stehen, da sie ja doch etwas empfindlicher ist, als B√ľcher oder dergleichen. Und auslaufende Konzervierungsbeh√§lter sind nun wirklich nicht schicklich.

Gute Frage, lass mich mal nachdenken, was ich neben Wissen, Macht, Geld, B√ľchern und Schmuck noch so sammele. Fr√ľher einmal interessierte ich mich f√ľr entsprechende Bilder, Vanitas-Bilder, um genau zu sein. Vor allem jene Bilder mit Totenkopf als Memento-Mori-Darstellung. Die Bilder kann man auch als Erweiterung der Sanduhr und somit des Glaubensbekenntnisses an Ainuwar sehen.

Aber irgendwie verliert sich doch der Reiz eines Bildes im Gegensatz zu unserer tatsächlich schaffenden Kunst.

Ein Stillleben bleibt nichts anderes als still. Aber die Schaffung eines Ghuls ist ein Kunstwerk dem man Leben eingehaucht hat. Ob Du Deine Kunst tatsächlich beherrscht, siehst Du daran ob sich Dein untotes Geschöpf erhebt“,
erklärte Osmund freundlich und trank noch einen Schluck Kaffee.

‚ÄěDas Eindringen in das Herrenhaus, dass nunmehr Brandur geh√∂rt, streiche so schnell aus Deinem Ideeschatz, wie Dir diese Idee gekommen ist Dave. Solange Brandur nicht wei√ü, weshalb Du Dich in sein Haus eingeschlichen hast, wird er dies bestenfalls als Affront werten ‚Äď schlimmstenfalls als Angriff. Er muss immerhin davon ausgehen, dass Du ihm im eigenen Haus eine Falle gestellt hast.

Und erfahren wird er von Deinem Besuch. Die Schatten werden ihn dar√ľber informieren, wer sein Haus betreten und wieder verlassen hat. Die Schatten halten sich aus Euren Zwisten heraus, sie dienen stets dem Hohenfelde der die Familie leitet. Folglich dienen sie nun Brandur.

Sollten sie davon schon Kenntnis haben, könnten sie Dich sogar als feindlichen Eindringling erachten und angreifen. Davon gehe ich zwar nicht aus, aber wir wissen nicht um ihren Kenntnisstand und ob Brandur Dich samt Ansgar explizit als Feinde benannt hat.
Keiner hat gerne die m√∂rderische Verwandtschaft w√§hrend seiner Abwesenheit im eigenen Haus herum laufen. Dar√ľber w√§rst Du ebenso ungehalten wie Brandur es sein wird.

Wie ich zu Anfang bereits sagte, werde ich versuchen eine friedliche Lösung zu erreichen. Weder soll Brandur Anwolf, Dich noch die Deinen angreifen. Eure Familie täte gut daran zur Ruhe zu kommen und einen friedlichen Konsens zu suchen. Dazu wärt Ihr bereit, dass weiß ich.

Bei einer Verhandlung erwartet Ihr das Gleiche von Brandur, dazu d√ľrft Ihr ihn aber vorher nicht derart provozieren, dass er sich angegriffen und hintergangen f√ľhlt. Mit einer solchen kleinen Fehlentscheidung, kannst Du alles zu Nichte machen. Und ich glaube ein Holzpferd, so wichtig es Dir auch sein mag, ist keine Blutfehde wert.

Mach es doch anders, sollte es zu einer friedlichen Aussprache kommen, bitte Brandur darum.

Sollte er sich jeglicher Aussprache verweigern, wissen wir woran wir sind. Und dann Dave, wirst Du in ferner Zukunft einfach Anwolf bitte, Dir das Pferd auszuhändigen. Aber bevor Eure Familie oder unsere gesamte Sippe erneut in eine Fehde verfällt, sollte vorher das Gespräch gesucht werden.

Zumal, wie Anwolf schon richtig erkannt hat, dass Recht ist momentan eindeutig auf Brandurs Seite. Was dem guten Amand nat√ľrlich keine Unsterblichkeit schenkt, aber wir k√∂nnen keine Friedfertigkeit erwarten, wenn wir sofort die Waffen z√ľcken.

Frei nach dem Motto, alles was wir benötigen ist Zeit Dave. Vertraue Maghilia und mir. Wie das alte Familienmotto schon sagt, es wird geregelt, auf die eine oder andere Weise.

Wir warten erstmal die Gegenreaktion von Brandur auf Anwolfs Schreiben ab. Dann sehen wir weiter“,
erklärte Osmund freundlich und trank in Ruhe seinen Kaffee aus.

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Re: Macht und Machtwechsel

#27

Beitrag von Marcella » Mo 25. Dez 2017, 21:47

Marcella

sch√ľttelte die Hand von Osmund zur Begr√ľssung. Dann nahm sie sich genau wie alle anderen einen Kaffee. Er sah wirklich aus wie Ansgar und er war genauso lieb. Marcella mochte ihn direkt. Er sagte dass der alte Knacker und der Verr√§ter sie nicht t√∂ten w√ľrden. Das war eine gute Nachricht. Nur wollte Osmund vorher mit denen reden. Marcella glaubte nicht, dass die kommen w√ľrden um zu schwatzen. Dann w√§re der ganze Angriff auf der Hochzeit nicht passiert. Aber da war Osmund schon weggewesen. Der hatte das gar nicht selber mitbekommen, was dort alles geschehen war.
Das war nicht n√∂tig, denn jetzt wurde er informiert und er wollte ihnen beistehen. Marcella hoffte f√ľr Wolfi, dass die beiden Verr√§ter nach dem Erbe Ruhe gaben. Die hatten dann alles. Das ganze Geld und was alles dazugeh√∂rte. Wolfi hatte es ihr erkl√§rt. Vermutlich wollten die noch die Unterhosen von den Leuten haben, so gierig wie die waren.
Marci schob ihre fertige Sparliste Wolfi r√ľber, so dass er sie lesen konnte. Alle ihre Ideen zum Sparen hatte sie aufgeschrieben. Und was sie auf den Markt verkaufen konnten. Sie konnten Kleinvieh halten und Federvieh. Damit konnten sie Taler verdienen. Oder sie konnten backen und die Backwaren verkaufen. Und alles was sie nicht brauchten, mussten sie aufschreiben und verkaufen. Jetzt mussten sie genau rechnen. Marcella wollte ihre Eltern fragen, ob sie vielleicht zwei oder drei G√§nse bekam, damit sie einen Anfang hatten. Das war ein guter Start, denn G√§nseeier brachte gute Taler.

"Ich freu mich, dass ihr gekommen seid um uns zu helfen. Wolfi hat schon viel √ľber euch erz√§hlt. Falls nachher ein alter Goblin reinkommt und wieder behauptet der w√ľsste nicht, wer von uns der √Ąlteste ist m√ľsst ihr den ignorieren. Dass macht die ein√§ugige Kr√∂te um mich zu √§rgern. Kein Schimmer was ich dem alten Knacker getan hab, aber der beleidigt mich bei jeder Begr√ľssung, dass ich uralt bin.
Osmund du siehst aus wie Ansgar, dass haben dir bestimmt schon einige gesagt. Von welcher Familie stammst du und sagst du mir wie alt du bist? Und du bist ein Nekromant nicht wahr? so wie Maghilia. Ich bin Marcella, mit ganzen Name Marcella Schwarzstein. Ich bin die Sch√ľlerin¬† von Dave und ich bin 16 Jahre alt. Nicht dass die Kr√∂te nachher wieder behauptet ich w√§re √§lter als die Steine. Ich bin ein Lehrling in Geistmagie, dass musst du wissen. Woher stammst du denn? Ich komme aus Kalthorst, dort haben meine Eltern einen kleinen Hof. Wir halten Federvieh. Drum war meine Idee zum Sparen, dass wir uns G√§nse halten und damit Taler verdienen. Wenn du mit Maghilia zusammenziehen willst, bist du nicht verheiratet oder? Das k√∂nnte deine Frau sonst stinkig machen, ich wollte nur drauf hinweisen, wir haben schon genug die uns umbringen wollen. Da brauchen wir keine w√ľtende Ehefrau vor der T√ľr.
Dein Diener ist glaube ich ein ganz sch√∂n fauler Sack Osmund, der kommt nicht her und der bedient dich nicht. Du wolltest √ľberlegen ob du den entl√§sst. Also ich w√ľrde den rauswerfen. Der macht sicher irgendwo Pause und schl√§ft. Solche faulen Leute kann niemand gebrauchen. Jeder muss die Arbeit sehen, sonst mach die am Ende keiner. Wie siehst du das? Hast du viele eigene Ghule? Weil du gesagt hast, du wolltest einen davon sonst zu deinen Diener machen. Ansgar hatte genauso Ghule, aber leider haben die¬† gar nichts getan um uns zu besch√ľtzen. Das w√§ren nutzlose Fresser. Er h√§tte sie alle verbrennen sollen.
Dabei waren einige wirklich niedlich. Aber geholfen hat ihm niemand.
Als der abscheuliche Geist Ansgar angreifen wollte, da war ich die einzige die ihn verteidigt hat. Und weisst du wer den Geist gerufen hat? Nein woher sollst du. Der verräterische alte Sack Brandur. Wie kann man wie Schnaps heissen? Kein Wunder dass der handelt als wär der besoffen. Ich hasse ihn. Er hat uns grundlos alle umbringen wollen. Schleicht sich auf eine Hochzeit ein wie eine Made und frisst sich durch und dann ruiniert er alles.
Falls der herkommt um unsere Sachen einzustreichen, dass siehst du ja was das f√ľr ein St√§nkerbolzen und Sippenm√∂rder ist. Ich w√ľrde nicht mit dem schwatzen Osmund. Der wird wieder eine Abscheuchlichkeit aus den Abgr√ľnden rufen. Vielleicht einen von deinen toten Verwandten und auf dich hetzen. Wir k√∂nnen dich nur warnen. Der und der verr√§terische Linhard wollten alle umbringen. Ansgar hat ihn eine Natter aus seinen eigenen Lenden genannt. Ich glaube entt√§uschter kann niemand von seinen eigenen Sohn sein als Ansgar. Sein Sohn hat ihn bedroht und sich auf die Seite von dem Verr√§ter gestellt. Es war sehr schrecklich, ich dachte der Geist t√∂tet uns alle. Er war widerw√§rtig und eiskalt, ich hatte sehr viel Angst vor ihm. Weisst du vielleicht wie wir einen Geist t√∂ten k√∂nnen? Geister sind doch schon tot, k√∂nnen die trotzdem verletzt werden? Ich rede was viel, ich bin was aufgeregt."

Marcella wischte sich ihre H√§nde an ihre Robe ab und l√§chelte Osmund freundlich an. Er w√ľrde bestimmt eine Fragen beantworten k√∂nnen. Sie war sich ganz sicher. Gut w√§re es, wenn Osmund wusste wie sie den widerw√§rtigen Geist erschlagen konnten.

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Re: Macht und Machtwechsel

#28

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 26. Dez 2017, 00:38

Osmund von Wigberg

Wolfi schenkte Osmund Kaffee nach, während er Marcella einen etwas verzweifelten Blick zuwarf. Aber Osmund schien die Verhörstunde nicht zu stören. Im Gegenteil, er blieb wie immer völlig ruhig und gelassen.

"Die Neugier der Jugend, es freut mich Deine Bekanntschaft zu machen Marcella Schwarzstein. Ich geh√∂re der Familie der Wigbergs an, mein voller Name ist Freiherr Osmund von Wigberg. Eigentlich ist es ungeb√ľhrlich nach dem Alter zu fragen, aber soweit ich wei√ü, gilt dies nur f√ľr Damen.

Aber da Du so offen √ľber Dein Alter gesprochen hast, und mir verraten hast, dass Du gerade erst zarte 16 Jahre alt bist, verrate ich Dir im Gegenzug dass ich genau 110 Jahre √§lter bin als Du. Folglich bin ich 126 Jahre alt.

Demzufolge sehe ich auch nicht Ansgar √§hnlich, sondern er mir, da ich der √Ąltere von uns beiden bin. Ich werte es einfach als Kompliment.

Nun ich glaube dieser Golin wollte mit seinem Einwand nicht behaupten, dass Du √§lter w√§rst als die Steine, sondern er hatte sicher einer √§lteren Dame schmeicheln wollen. Sprich dass diese genauso jung aussieht wie Du. Von daher, gr√§me Dich nicht √ľber die Aussage des Goblins.

Geistmagie und Nekromantie beruhen auf der selben Basis Marcella. Die Nekromantie ist eine Form der Geistmagie. Falls Du Dich sp√§ter daf√ľr interessieren solltest, kannst Du Deinen Meister bitten mich zu kontaktieren. Oder sicher auch gerne Maghilia. Sollten wir das Haus in der N√§he tats√§chlich beziehen, d√ľrfte Anschauungsunterricht kein Problem darstellen.

Manchmal ben√∂tigt man praktischen Anschauungsunterricht um sich f√ľr oder gegen eine Lehre entscheiden zu k√∂nnen. Aber lerne erst einmal flei√üig wof√ľr Du hergekommen bist. Du stehst noch ganz am Anfang Deiner magischen Ausbildung, da w√§re es unsinnig √ľber weitere Fachgebiete zu debattieren. Ich wollte Dur nur aufzeigen, dass Du zwei m√∂gliche Richtungen hast, die Du einschlagen kannst.

Nein ich bin nicht verheiratet, eine w√ľtende Ehefrau musst Du also nicht vor Deiner Haust√ľr f√ľrchten",
grinste Osmund und trank einen Schluck von seinem Kaffee.

"F√ľrwahr mutig sich einem Geist zu stellen. Eigentlich haben beschworene Geister keinerlei Auswirkungen auf die Lebenden, mit Ausnahme dessen, dass sie einen mit prek√§ren wie auch wichtigen Informationen versorgen k√∂nnen. Desweiteren darf man ihre Macht nicht untersch√§tzen, die sie auf die Psyche der meist schockierten Anwesenden aus√ľben.

Nat√ľrlich k√∂nnte der Geist Dir auch schaden. Nehmen wir an, Du w√§rst bei schwacher Gesundheit und er langt mit seiner eiskalten Hand durch Deinen K√∂rper. Dies k√∂nnte alle m√∂glichen Auswirkungen auf Dich haben. Allein dass Du einen Schock erleidest, wurde schon ausreichen.

Ein reiner Geist kann auch von Dir Besitz ergreifen. Dann benötigst Du magischen Beistand, der Dich von der Besessenheit befreit.

Aber das ist nicht das beabsichtige Vorgehen eines Nekromanten. Beabsichtigt ist Furcht und die hat der Geist ausgel√∂st. Ansonsten zwingt man Totengeister in ihre eigene Leichen zur√ľck, zwingt sie in fremde Leichen oder zwingt sie in Skelette oder aus Knochen geformte Kreaturen. In dem Fall kann Dir dieser Geist sehr wohl schaden, denn er verf√ľgt √ľber einen K√∂rper",
erklärte Osmund und trankt noch einen Schluck Kaffee.

"Meine Beschwerden √ľber meinen Diener, darf man sonst eigentlich nicht ernst nehmen, da ich mich permanent √ľber ihn beschwere. Ein alter Mann braucht ein Hobby, wei√üt Du? Aber heute √ľbertreibt er es tats√§chlich.

Sicher mag ein Ghul zuverl√§ssig sein, aber Ghule sind nur insoweit zuverl√§ssig, wie sie auch gut gef√ľttert werden. Ansonsten setzt die Verwesung ein und Dein Ghul denkt irgendwann nur noch rudiment√§r. Warum Ansgars Ghule nicht eingegriffen haben, ist vermutlich schnell erkl√§rt - er wird es ihnen nicht befohlen haben. Zudem gebietet er √ľber zwei Golems. Einen von beiden wird er genutzt haben, oder beide im Wechsel.

Ich glaube was sich dort zwischen allen Beteiligten wirklich abgespielt hat Marcella, wird sich von Bericht zu Bericht unterscheiden, w√ľrden wir jeden anh√∂ren. Dazu geh√∂rt n√§mlich weitaus mehr, als rein dass, was an diesem Tag dort passierte.

Aus welchem Grund war Linhard so erbost, dass er seinen Vater angriff?
Warum war Ansgar so erbost, dass er Brandur gleich drohte?
Weshalb fing Brandur diese Fehde ausgerechnet auf Davards Hochzeit an?

Im Grunde h√§tten sie alle miteinander sprechen k√∂nnen, nur tat es niemand, da jeder f√ľr sich garantiert sehr gute Gr√ľnde f√ľr seine Handlungen hatte. Oft ist es leider so, dass alle Recht und Unrecht zugleich haben.

In unserer Sippe wird dies dann aber sehr selten mit Gesprächen gelöst, sondern auf einfache Art - der, der als Letzter von den Streithähnen noch lebt, hat Recht.

Es ist nicht so lange her, da starbt Dunwin, Daves und Ansgars Vater. Danach hat sich Ansgar mir anvertraut. Was er mir sagte, l√§sst vieles in einem v√∂llig anderen Licht erscheinen und es tat mir von Herzen leid, da ich ihn als Person sehr sch√§tze. Er ist mein Freund. Wie die Hohenfeldes Familieninterna regeln ist meiner Meinung nach zu hart. Diese H√§rte hat man Feinden zu zeigen, aber nicht den seinen. Es mag durchaus berechtigt sein, dass man in der Sippe behauptet, die von Wigbergs w√§ren dort etwas sanftm√ľtiger gestrickt. Aber jedes verlorene Familienmitglied schw√§cht Deine Familie Marcella. Selbst falls eine Person nicht so m√§chtig in der Gabe ist, wird sie bei uns mit etwas betraut. Nat√ľrlich w√ľrde sie nie die Familie leiten und garantiert niemals die gesamte Sippe, aber f√ľr jeden hat sich immer noch ein passender Platz gefunden.

Und sind wir ehrlich, wenn Du im Kampf 3 hervorragenden Magier gegen√ľberstehst, hast Du ein Problem. Aber glaube mir auch 20 mittelm√§√üige k√∂nnen 3 Meistern Kopfzerbrechen bereiten, solange sie zusammen halten.

Darum geht es uns, eine verschworene Gemeinschaft zu sein. Maghilia wird mir da sicher widersprechen, da sich die von Hohenfelde auf extreme Auslese ausgerichtet haben, aber das ist deren familiärer Weg und nicht der Weg der kompletten Sippe.

Ich pers√∂nlich w√§re froh drum, sie w√ľrden davon Abstand nehmen. Aus diesem Grund habe ich auch Ansgar und Dave in ihrem Vorhaben unterst√ľtzt. Und darum unterst√ľtze ich Euch auch heute. Meiner Meinung nach muss hier niemand sterben, nur damit Brandur seinen Willen bekommt. Es geht auch miteinander, jedenfalls werde ich versuchen ein Miteinander zu erm√∂glichen. Falls nicht, k√∂nnen wir immer noch die alten Wege beschreiten. Aber man sollte sich selbst schon die Chance auf eine Verbesserung geben. Das ist meine Meinung dazu.

Zu Deiner Frage, man kann keinen Geist t√∂ten, da er wie Du schon richtig erw√§hnt hast, bereits tot ist. Aber ein anderer Nekromant, der dem Kontrollierenden √ľberlegen ist, kann den Geist bannen. Sprich er k√∂nnte ihn fortschicken. Das w√§re eine M√∂glichkeit. Allerdings w√ľrde man dies auch als Gewaltakt werten. Bevor nicht verhandelt wurde, sollten wir keine derartigen Aktionen starten.

Warten wir ab, danach richten wir unsere Handlungen aus. Und nebenbei bemerkt, es ist nicht schlimm dass Du so viel redest, nervös sind wir alle einmal... oder einmal gewesen",
grinste Osmund und trank einen Schluck Kaffee.

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Re: Macht und Machtwechsel

#29

Beitrag von Marcella » Di 9. Jan 2018, 00:20

Marcella

musste schlucken als Osmund ihr sein Alter sagte.

"126 Jahre bist du alt? So alt siehst du gar nicht aus. Ich meine ich hätte nie gedacht, dass jemand so alt werden kann. Das klingt jetzt sicher voll wie eine Beleidigung, aber ich meine das nett. Also wenn ich dich schätzen soll, dann hätte ich so gesagt du bist bestimmt so 70 Jahre alt. Aber 126 Jahre darauf wäre ich nicht gekommen. Wie bist du so alt geworden? Sag nicht, weil du nicht gestorben bist Osmund, dass kann ich mir denken. Ich meine bist du durch Magie so alt geworden? Kann man durch Magie unsterblich werden?
Ja Ansgar sieht dann dir √§hnlich, er ist ja noch jung gegen dich. Er ist glaube ich √ľber 40 Jahre alt. Wolfi wie alt ist dein Vater?
Der Goblin die alte Kr√∂te meinte das nicht freundlich. Der versucht mir immer Spr√ľche reinzudr√ľcken. Ich glaube er ist eifers√ľchtig auf mich. Warum, dass kann ich dir nicht sagen Osmund. Aber wenn der herkommt wirst du es selber erleben wie er drauf ist. Ich glaube der ist gerne frech zu anderen.
Gut du hast keine Ehefrau, dass kann ja noch werden. Mach dir keine Sorgen, du siehst gut aus f√ľr dein so hohes Alter. Ich kenne wirklich niemanden der so uralt ist Osmund. Das ist erstaunlich. Ich habe noch nicht viel Geistmagiererfahrung, ich kann dir nicht sagen ob ich sp√§ter Nekromantie lernen m√∂chte. Zuerst m√∂chte ich alles an Geistmagie lernen. Ich kann dir und Maghilia aber gerne mal zugucken, was ihr so zaubert und arbeitet. Dann kann ich dir gerne sagen, ob ich mich sp√§ter daf√ľr interessen werde. Ob das f√ľr mich interessant ist.
Von Besessenheit habe ich schon geh√∂rt. Dann werden doch die Priester gerufen. Das dachte ich jedenfalls. Es muss sich schrecklich anf√ľhlen von einen Geist besessen zu werden. Gibt es dagegen einen Schutz Osmund? Kann ich was tun, damit der Geist mich nicht einfangen kann? Ich m√∂chte nicht von diesen widerlichen Geist eingenommen werden. Er war abscheulich Osmund. Du bist doch m√§chtig, schick den Geist dahin zur√ľck wo der hergekommen ist.
Was du √ľber die Familie sagst stimmt. Oft haben alle irgendwie zeitgleich Recht. Aber diesmal hier nicht. Der Geist war tot, der soll sich mal sch√∂n aus den Streitereien raushalten. Sonst kannst du auch alle verstorbenen Familienmitglieder beschw√∂ren und hunderte von Geistern geben ihren Senf dazu. Wer hat denn dann Recht? Der √§lteste Geist oder wer die meisten Geister kennt und herbeizaubert?."

Marcella trank wie alle anderen ebenso ihren Kaffee.

"Was hat Ansgar dir anvertraut Osmund? Was hat sein Vater ihm angetan? Du sagst die Familie regelt das anders als deine. Aber ihr redet immer in Geheimnisse, ihr verratet ein St√ľck und der Rest bleibt im Dunkeln. Wolfi und ich standen da und wussten nicht wohin wir uns wenden sollen. Wir wussten gar nichts. Wir wissen immer nur von allen die H√§lfte. Ein bisschen hier, ein bisschen dort, eine L√ľge hier, ein Verschweigen da. Was soll denn dass?
F√ľr mich selber ist das nicht wichtig. Aber Wolfi hat verdient zu wissen was geschehen ist. Wie soll er richtig handeln, wenn er das nicht weiss? Sein Vater sagte er soll nicht die alten Wege gehen. Gut, toller Tipp. Was sind die alten Wege? Gehen wir die versehentlich schon, weil wir nicht wissen wie die aussehen?
Dann sagte er zu Wolfi, dass irgendwas schreckliches passiert ist. Was hat er nicht gesagt. Wie sollen wir nun was richtig machen, wenn wir nicht wissen was ihm passiert ist? Wir verhandeln nachher noch mit Leute, die daran schuld sind. Warum Osmund? Weil wir das nicht wissen.
Wenn du der Familie helfen willst und wenn wir alle hier zusammenhalten wollen, dann m√ľssen wir alle gleichviel bescheid wissen. Sonst k√∂nnen die uns gegenseitig ausspielen und uns verarschen. Ach was, du weisst das nicht, der Osmund weiss das. Der Wolfi hat das aber gewusst und so gesagt. So l√§uft dass dann, wie bei die Tratschweiber auf dem Markt. Wenn wir aber alle wissen was geschehen ist, dann kann keiner uns verarschen Osmund. Wenn einer sagt, Ansgar ist das passiert, dann kann jeder von uns sagen nein du l√ľgst. Wir wissen was passiert ist. Das musst du doch verstehen.
Bei euch in der Familie sind die Regeln gut. Bei uns Zuhause sind die besser. Wir sind alle ehrlich zueinander und wir haben keine Geheimnisse. Du tust Ansgar kein Gefallen f√ľr ihn zu schweigen. Der kann doch gar nichts daf√ľr, wenn ihm wer was angetan hat. Wir m√ľssen wissen was es war. Oder sag wenigstens wer das war. War das der Vater wie beim Meister?
Verzeih mir das Dave, aber das m√ľssen wir wissen. Ich m√∂chte euch nur besch√ľtzten, dass euch nichts passiert. Du musst genauso wie Wolfi wissen, was passiert ist. Und Ansgar muss wissen was dir passiert ist. Wenn wir ihn jemals wiedersehen.
Wir warten ab wie du gesagt hast Osmund. Aber der Verräter und Linhard werden nicht mit uns reden. Die wollten uns alle umbringen, du warst nicht dabei. Versuch mit ihnen zu reden. Vielleicht klappt es, aber ich glaube nicht daran. Ich hab trotzdem Angst."

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Re: Macht und Machtwechsel

#30

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 9. Jan 2018, 19:20

Dave musterte Marcella während er sich selbst seinen Kaffee schmecken ließ. Er war genau wie alle anderen Anwesenden froh, dass Maghilia und Osmund seinem Hilferuf gefolgt waren.

"Marcella was mit Ansgar und mir geschah, habe ich Dir bereits erkl√§rt. Erinnere Dich, dass war an dem Tag, nun wo ich mal wieder das Weite gesucht habe, nach einem Streit mit Urako der nicht h√§tte sein m√ľssen. Du bist mir gemeinsam mit Wolfi und den Centauren gefolgt und wir sind dann in der Stadt in eine Taverne eingekehrt. Dort hast Du mir Deine Hilfe angeboten, nachdem ich Dir anvertraut hatte, was mein Vater getan hat. Gut exakt habe ich es nicht erl√§utert, aber umschrieben.

Zum einen Marcella hast Du völlig Recht.
Die Schuld liegt nicht bei Ansgar oder mir, sondern bei unseren Peinigern.
Zum anderen m√∂chte ich Dir aber vorher sagen, dass wissen und f√ľhlen zweierlei ist.

Damit gleich zum Punkt.
Nat√ľrlich wissen Ansgar und ich, dass wir nichts daf√ľr k√∂nnen, dass uns unser Vater misshandeln und missbrauchen lie√ü. Das √§ndert aber leider nichts daran, wie wir f√ľhlen.

Ich pers√∂nlich kann Dir nur sagen, dass ich mich bis ich Varmikan und Urako fand immer schuldig gef√ľhlt habe. Nicht vor anderen, sondern vor mir selbst. Und ich denke mal, genau dass war der Plan meines Vaters. Bei all dem Wissen und der angeblichen Macht die Ansgar oder ich haben, waren wir nicht in der Lage meinen Vater oder einen seiner Spie√ügesellen daran zu hindern, zu tun was sie mit uns tun wollten. Gleichg√ľltig was.

Das hat ihnen diebische Freude bereitet, allen voran meinem Vater, Archibald und zwei von dessen Freunden. Das hat aber auch unseren Gro√üvater Alastair nicht im Geringsten gest√∂rt, denn der folterte uns auf seine medizinische Art und Weise. Dass ich Dir das Grauen nicht im Detail erl√§utern werde, d√ľrfte klar sein. Du kannst es Dir denken.

Zudem kann Osmund zu so etwas keine Stellung nehmen, es steht ihm nicht zu.
Ansgar hat sich ihm anvertraut, dass wird seinen Grund haben.

Ich habe mich Varmikan und Urako anvertraut, auch das hat einen trifftigen Grund.
Und Marcella, ich habe mich Dir teilweise anvertraut, da ich Dir vertraue und Dich als eine angenommene Tochter sehe. Dementsprechend verhalte Dich bitte. Bring Osmund nicht in Verlegenheit √ľber Dinge reden zu m√ľssen, √ľber die er nicht reden darf, da er sein Wort gab.

Ich verstehe Deine Beweggr√ľnde, aber wenn Du so etwas wissen m√∂chtest, frage einen Betroffenen, frage mich. Ob, wann und was ich Dir dann davon erl√§utere, entscheide ebenfalls ich und kein anderer. Einzige Ausnahme ist hier Ansgar.

Das ist weder etwas das man mal zur lustigen Unterhaltung nebenbei erz√§hlt, noch um sich den Nachmittag zu vers√ľ√üen. Gut, diese Anmerkung war ungerecht, dass hast Du auch nicht gewollt. Aber mit der Nase in den Dreck gesto√üen werden, den man am liebsten vergessen m√∂chte Marcella, ist nicht gerade die feine Art. Ich unterstelle Dir nichts b√∂ses und keine b√∂sen Absichten, nur denk zuk√ľnftig ein bisschen besser nach, nach was Du so vehement fragst. Selbst wenn Du mir helfen m√∂chtest. Sonst erweist Du mir einen B√§rendienst, weil es nach hinten los geht.

Aber da es hier um uns alle geht, habe ich die Dinge beim Namen genannt, soweit mir das m√∂glich ist. Ich nannte Euch was geschah, die Details muss ich daf√ľr nicht benennen.

Also wie gesagt unser Großvater, unser Vater und dessen bester Freund wie auch einige seiner Spießgesellen haben uns Jahrzehnte lang misshandelt. Grausam misshandelt. Aber nicht nur Ansgar und ich waren deren Opfer, sondern auch Melisande - unsere Mutter. Die sollten wir dabei mal nicht vergessen.

Gewusst haben dass alle die im Herrenhaus gewohnt haben, das waren Kunwolf und Brandur samt deren Familien. Kunwolf und Brandur sind die √§lteren Br√ľder von unserem Vater. Sie haben es gewusst, es hat sie nicht interessiert und getan haben sie nichts dagegen. Das es ihr eigener Vater, also unser Gro√üvater hinnahm haben sie es ebenso hingenommen.

Wie sie mit ihren eigenen Kindern und Frauen umgegangen sind, dass kann ich Dir nicht sagen, da wir zu ihnen keinen Kontakt hatten. Wir selbst, Melisande, Ansgar und ich, haben selbst mehr oder weniger isoliert von einander gelebt. Sinn und Zweck d√ľrfte klar sein, keiner konnte dem anderen gro√ü beistehen.

Aber was sich innerhalb der Mauern des Herrenhauses abspielte Marci, dass wusste Osmund nicht. Das wusste keiner der von Wigbergs, keiner der von Eibenbergs und auch keiner der von Hohenfelde wie Maghilia, die nicht dort lebten. Das Alastair oder später Dunwin nicht gerade zart beseitet mit ihren Sprößlingen umsprangen, mag man gewusst haben, aber wie grausam oder hart, dass nicht.

Selbst die Familie de la Cantillion wusste nichts davon. Die Ehefrau von Brandur entstammte dieser Familie. Der Mann, der uns zum Schluss gegen die anderen beistand, Massimo, war ihr Bruder. Auch er hat nicht gewusst, was man uns antat. Ansgars Frage wo er war, entstand aus einer gewaltig tiefen Verletzung heraus, aber sie war unfair. Ich denke hätte Massimo gewusst, was Dunwin und die anderen dort taten, er hätte uns beigestanden und versucht sie abzuschlachten.

Aber so grausam mein Vater auch war, so gut war er mit den Waffen. Sein Wahlbruder und seine rechte Hand Archibald die Bestie, stand ihm in fast nichts nach. Und der Rest seiner direkten Untergebenen waren erstklassige K√§mpfer. Massimo h√§tte da schon mit einer Einheit, sprich einem Heer also einer Hundertschaft anr√ľcken m√ľssen um die kalt zu machen. Und mein Vater besa√ü neben seinem Stab von zw√∂lf extrem geistesgest√∂rten Massenm√∂rdern noch zig Fu√üsoldaten.

H√§tte uns also wer helfen wollen, h√§tte er erstmal die M√∂glichkeit finden m√ľssen uns helfen zu k√∂nnen Marci. Wir waren Gefangene in einer Art Hochsicherheitstrakt, das Haus war ein Abgrund, es gab kein Entkommen und es gab kein Eindringen von Fremden, wenn das der Hausherr nicht w√ľnscht. Das Haus ist m√§chtig, auf seine Art und Weise. Wir sagten immer es "lebt".

Nun Brandur und Kunwolf haben auf ihre Weise f√ľr ihre Unt√§tigkeit gezahlt, f√ľrs Wegschauen.
Beide schauten einmal zuviel weg.

Da holte sie dann Dunwin persönlich.

Er folterte ihre Familien nicht nur, er schlachtete sie ab. Kunwolf samt Familie, Brandur samt Familie. Alle starben, weil niemand sehen wollte was Dunwin und seine Meute wirklich war. In dem Moment wo sie es sahen, war es zu sp√§t. Wir blieben alleine zur√ľck in diesem Abgrund, aus dem es kein Entkommen gab.

Nun bis zu dem Tag wo ich meinen Unfall hatte und Pavo mich einfach hier behalten hat. Ab dato war ich frei. Nur Ansgar nicht, er blieb dort allein mit seiner Frau und seinen Kindern und er schaffte es wer weiß wie, dass weder Dunwin noch Alastair jemals ihre Hand an Linhard oder Anwolf legten.

Das ist eine Leistung die ich hochhalte, eine beachtliche Leistung, wie immer er sie vollbracht hat.
Eine Leistung von der Linhard nicht mal ansatzweise die Tragweite begreift, oder Wolfi.
Aber beide waren genauso unwissend wie Osmund oder Maghilia.

Unser Plan war es Marci, dass niemand mehr durch den Abgrund gehen muss, durch den wir gewatet sind. Selbst das Haus wollten wir vernichten. Tja aber wie immer, hat "das Haus" gesiegt.

Warten wir ab, was geschieht, sobald Brandur dort auf dem Thron sitzt.
Verlangt er unsere Köpfe, wirft er uns lediglich aus der Familie oder liegt ihm an Aussöhnung?
Ich kann es nicht abschätzen.

Ich weiß nur eines, dass ich meine Familie bis zum letzten Atemzug verteidigen werde.
Und zu meiner Familie gehörst Du ebenfalls Marci",
erläuterte Dave ruhig.

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