Die alten Hochkulturen sind gefallen. Sie hinterlie√üen Relikte, deren Erforschung noch in den Anf√§ngen liegt und die Karten der Macht werden neu gemischt. Jedes Volk entwickelt seine eigenen Strategien. W√§hrend die Urv√∂lker auf Altbew√§hrtes setzen, treiben die Siedler den Fortschritt voran. Geheimb√ľnde sehen die Zukunft in der Magie. Auf welchem Weg wirst du deine Spuren hinterlassen? Ob Krieger, Gelehrter oder Magier oder welcher Berufung auch immer du sonst folgen wirst - ihr seid jene, welche die Geschichte Asamuras gemeinsam schreiben.

Macht und Machtwechsel

Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr√§gt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben√∂tigt man starke Nerven und gleicherma√üen ein H√§ndchen f√ľr B√ľndnisse und Hinterhalte. Unter der F√ľhrung des neuen Oberhauptes Linhard verlie√ü die Familie Naridien und versucht nun in Souvagne ein neues Leben zu beginnen, fernab des dunklen Pfades.
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Davard von Hohenfelde
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Re: Macht und Machtwechsel

#31

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Di 9. Jan 2018, 21:27

Osmund von Wigberg

Osmund dr√ľckte mitf√ľhlend Daves Schulter.

"Das ist Tatsache, bis zu dem Zeitpunkt der Offenbarung von Ansgar habe ich es leider nicht gewusst. Und ich hätte die Möglichkeit gehabt den beiden zu helfen und ihre Peiniger aufzuhalten. Aus diesem Grund bin ich hier, ich hole das Versäumte nach.

Wobei ich davon ausgehe, dass Kunwolf und Brandur nicht aus Boshaftigkeit weggeschaut haben, sondern allein um sich und ihre Familien zu sch√ľtzen. √úber all dem Hing immer noch das Schwert namens Alastair. Er hat es durchgehen lassen. Laut seiner damaligen Aussage, wie auch der Familientradition geschuldet, w√ľnschte er sich Kinder und Enkel mit der Gabe.

Laut Ansgars Erkl√§rung hasste Dunwin Euch und seine beiden Br√ľder, da Ihr die Gabe besitzt.
W√§re es da nicht Alastairs Aufgabe gewesen, die Nachkommen mit Gabe vor dem Purie zu besch√ľtzen?
Er h√§tte Euch vernichten k√∂nnen, er hat Euch vernichten wollen. Jedenfalls soweit, dass Ihr ihm als Waffen dient und nicht aufmuckt, gleichg√ľltig bei was.

Folglich sehe ich erstmal keine Schuld bei Kunwolf und Brandur, die beiden werden ebenso um sich wie um ihre Kinder gef√ľrchtet haben. Und sie werden Alastair gef√ľrchtet haben. Niemand sagt Dir, dass der Kelch an ihnen vor√ľberging Dave. Du wei√üt es nicht, also verurteile die beiden genauso wenig vorschnell, wie Du verurteilt werden m√∂chtest. In dem Moment, wo Dir einer der beiden geholfen h√§tte, h√§tte er seine Familie schutzlos zur√ľckgelassen. Und was glaubst Du h√§tte Dunwin getan, h√§tte sich Kunwolf oder Brandur in seine Familienangelegenheiten eingemischt?

Ich möchte Euer Leid nicht schmälern, es gibt nichts Grausameres. Aber vielleicht haben sie genau das Gleiche durch Alastair erfahren wie Du Dave. Drum lass uns in Ruhe verhandeln, ich werde mit ihm reden.

Wie ich bereits erkl√§rte, hat jeder von Euch Recht und Unrecht zu gleich. Brandur m√∂chte sicher keine Familienfehde lostreten und Du m√∂chtest keine durchstreiten m√ľssen Dave. Geht es nach mir, w√ľrden wir die Tradition der von Hohenfelde "der St√§rkste √ľberlebt" beenden. Das werden wir versuchen und ich denke nicht, dass Brandur dem widerspricht. Er k√§mpft genau wie Du um die Dinge, die ihm geblieben sind Dave. Das kannst Du ihm nicht vorwerfen. Nur die Mittel, die eventuell",
antwortete Osmund und wandte sich an Marci.

"Mein so hohes Alter hat selbstverst√§ndlich mit Magie zu tun. Ich werte den freundlichen Wink mit dem Zaunpfahl mal als Kompliment Marci. Ja ich bin uralt und ich habe vor noch wesentlich √§lter zu werden. Du kannst mir jederzeit bei meiner Arbeit zuschauen, Du solltest nur ein unersch√ľtterliches Gem√ľt und einen Pferdemagen besitzen.

Solltest Du von einem Geist heimgesucht werden, kannst Du gerne einen Priester rufen, der steht Dir bei, nur ändern kann er an Deiner Besesssenheit nichts. Solltest Du an tatsächlicher Rettung Interesse haben, dann solltest Du einen fähigen Nekromanten rufen. Ein Priester tätschelt Dir nur die Seele, wir retten sie und den Rest gleich mit",
grinste Osmund.

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Re: Macht und Machtwechsel

#32

Beitrag von Marcella » Mi 10. Jan 2018, 03:00

Marcella

stand auf und dr√ľckte Dave feste.

"Was du mir anvertraut hast, hab ich nicht vergessen Dave. Und ich wollte dich nicht ver√§rgern mit meine Fragen. Bitte sei nicht mehr b√∂se auf mich. Wolfi und ich hatten soviel Angst. Wir wollten zuerst zu Maghilia reiten. Und Wolfi wollte die alten Wege von ihr lernen. Jeder redet von den Wegen. Aber wir wussten nicht mal was das ist. Drum dachte ich, sag uns doch was passiert ist. Ich will doch gar nicht, dass du es so erkl√§rst. Und ich hab niemals gesagt, dass du schuld bist dave. Das darfst du nicht denken. Nicht mal f√ľr dich selber. Die T√§ter sind schuld und nicht du. Dein Grossvater und Vater und seine widerlichen Freunde.
Wolfi und ich haben sogar √ľberlegt, wie wir den Verr√§ter und Linhard aufhalten k√∂nnen. Nur k√∂nnen wir nicht k√§mpfen und Linhard der abscheuliche Vaterverr√§ter ist schnell und gut. Wir wollten sie in ein Hinterhalt locken. Das konnten wir genauso wenig, da wir keine Hinterhalterfahrung haben. Alles was uns eingefallen ist, war am Ende einfach nur grosse Scheisse Dave. Und wir haben das doch gemacht um alle zu besch√ľtzen. Wolfi will nicht sterben, ich nicht, du nicht, niemand hier. Ich will nicht, dass du dich schlecht und schuldig f√ľhlst. Es tut mir leid, wenn du das so verstanden hast. Ich hab gedacht, dass es gut w√§re alles zu wissen. Damit sie uns nicht gegeneinander aufhetzen k√∂nnen. Das war mein Grund. Ich hoffe du glaubst mir."

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Re: Macht und Machtwechsel

#33

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 10. Jan 2018, 17:51

Dave dr√ľckte Marci ebenfalls.

"Ich bin Dir nicht b√∂se Marci, sondern ich habe Dir etwas erkl√§rt. Uns dar√ľber zu streiten w√§re doch unsinnig. Was mir nicht gefiel, habe ich Dir gesagt. Du kannst noch weniger f√ľr den Umstand, als alle anderen hier. Und dass es Dir nur um unser aller Wohl ging, das glaube ich Dir aufs Wort. Du hast es mehrfach bewiesen, wie Du zu uns stehst. Und Du hast mir mehrfach bewiesen, wie Du zu mir pers√∂nlich stehst. Es ist alles gut zwischen uns.

Nun mit dem Einwand könntest Du Recht haben Osmund. Mehr als abwarten und uns mental auf alles vorbereiten können wir eh nicht tun. Ob Kunwolf und Brandur das Gleiche durchgemacht haben, weiß ich nicht. Falls dem so war, war vermutlich Alastair ihr Peiniger. Unserer war Dunwin, Alastair hatte nur Gastauftritte des Grauens in unserem Leben.

Sollte es tats√§chlich so kommen wie Du sagst, w√ľrde ich mich nicht querstellen. Wolfi hat alles in seiner Macht stehende getan, damit eine Einigung m√∂glich ist. Nun ist die andere Seite am Zug",
erklärte Dave und goss sich Kaffee in seinen Becher nach.

Varmikan rutschte zu Dave auf und lehnte sich an ihn an.

"Sollte es zu keiner Einigung kommen, gehe kein Risiko ein Sternchen. Das ist es nicht wert. Es ist nur ein Name und nicht mal einer der Dir irgendwie Gl√ľck gebracht hat. Falls er Dir droht, lege den Namen ab. Ab dato hei√üt Du eben nur noch Eisseher und einen Job wo Du Geld verdienst hast Du auch.

Nat√ľrlich nicht mehr die selben M√∂glichkeiten und sicher bei weitem nicht mehr die selben Mittel Davy, aber M√∂glichkeiten und Mittel sind ersetzbar - Du nicht. Sollte es hart auf hart kommen, ziehe Dich zur√ľck und verlasse diese Familie. K√§mpfe nicht um etwas, dass dem Du eh den R√ľcken gekehrt hast aus Angst. Versprich mir das. Du geh√∂rst genauso zu meiner Familie und dort h√§lt man zusammen.

Ich denke genau dass hatte Marcella vor Dir zu sagen. Du wei√üt ich habe mich selbst auch schon einmal verplappert. Das war von mir nicht gut √ľberlegt, aber damals ging es mir auch nur um Dich. Das Thema ist ein gewaltig schweres und sie ist jung f√ľr einen Menschen",
sagte Varmikan und nahm einen Schluck aus Daves Kaffeebecher.

Dave k√ľsste Varmikan auf den Kopf und schmunzelt ihn an.

"Versprochen", stimmte er liebevoll zu.

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Re: Macht und Machtwechsel

#34

Beitrag von Davard von Hohenfelde » Mi 31. Jan 2018, 09:45

Familien-Friedensverhandlungen der von Hohenfeldes -- Chat - RPG

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http://asamura.de/viewtopic.php?f=64&t=1290

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Re: Macht und Machtwechsel

#35

Beitrag von Anwolf » Mi 31. Jan 2018, 12:40

Anwolf sa√ü alleine zur Mittagspause auf der Treppe des Hinterausgangs des Geisterhauses. Er f√ľhlte sich von der Friedensverhandlung der Familie immer noch wie bet√§ubt. Irgendwie war alles ganz anders verlaufen, als er es sich vorgestellt hatte. Im Grunde konnte er von Gl√ľck sagen, dass dem so war, denn Wolfi war von der schlimmsten M√∂glichkeit ausgegangen.

Frieden war vereinbart worden, etwas das es bis dahin nicht in ihrer Familie oder Sippe gegeben hatte. Vor der Zeit des Schwurs Dun-Haru-Mar, zu einer Zeit als der Zusammenschluss der Familien von Hohenfelde, von Wigberg und von Eibenberg zu einer Sippe noch nicht vollzogen war hatte es vielleicht Frieden gegeben. Oder zumindest Ruhe.

Oder es war nur eine Illusion der Unwissenheit. Aufzeichnungen vor dieser Vereinigung gab es so gut wie keine. Jedenfalls waren Anwolf keine gro√üen Aufzeichnungen √ľber seine eigene Familie vor der Sippe bekannt. Die Gr√ľnder der Sippe hatten auch den Grundstein f√ľr die Selektion in ihren Familien gelegt. Und soweit Wolfi wusste war der Grundstein f√ľr diesen Zusammenschluss ganz profan, in der Gemeinschaft waren sie stark und ein √úberleben in der Fremde war leichter wenn man sich zu einem starken Verbund zusammenschloss.

Jeder Zweig hatte sich auf das spezialisiert, was er am besten konnte um das √úberleben der Sippe zu sichern. Sp√§ter nutzen sie ihre F√§higkeiten um einen gr√∂√ütm√∂glichen Macht- und Geldgewinn f√ľr die gesamte Sippschaft zu gew√§hrleisten. Der Grund f√ľr den Zusammenschluss gab es schon lange nicht mehr, aber die Selektion und das Einfl√∂√üen der Sch√§rfe wurden bis vor kurzem beibehalten.

Bis zu dem Zeitpunkt von Daves Hochzeit, ab dato √§nderte sich alles. F√ľr die meisten zum Besseren. Ob es f√ľr ihn zum Besseren war, konnte Wolfi nicht absch√§tzen. In der Sippe war erstmalig ein friedliches Zeitalter eingel√§utet worden. Aber wie lange der Frieden bestehen bleiben w√ľrde, musste sich noch erweisen.

Eine Umgehung von friedlichen Absichten war immer m√∂glich und niemand als ein Hohenfelde war besser darin im Nachhinein f√ľr seine Tat eine passende Rechtfertigung zusammen zu stricken. Notfalls machte man aus dem entfernten Verwandten vorab eben einen Unbekannten, kurzum man verstie√ü ihn aus der Familie. Damit war er vogelfrei f√ľr jeden Hohenfelde und zum Abschuss freigegeben.

Brandur hatte es in der Verhandlung schließlich erläutert, der Schutz galt nur Familienangehörigen. War man kein Familienmitglied mehr, genoss man auch keinen Schutz. Folglich war man genau dort wo man vorher auch war.

Nur bevor man nun das Messer z√ľckte, war vorher die Schreibfeder zu z√ľcken um den Verwandten zu versto√üen, sinnierte Wolfi.

Anwolf st√ľtzte seinen Kopf auf seiner Hand ab und schnipste den Rauchstangenstummel in den nahegelegenen Bach. Einen Augenblick sp√§ter z√ľndete er sich direkt die n√§chste Rauchstange an. Er wusste nicht ob er die Sache zu schwarz oder die anderen die Sache zu rosa sahen, Wolfi wusste nur dass er seine alte Familie schmerzlich vermisste.

Aber diese Familie gab es nicht mehr. Seine Mutter war wer weiß wo, sein Vater war geflohen und sein Bruder war nicht mehr sein Bruder, sondern sein Onkel oder Großonkel. Was auch immer, er war nun der Sohn von Brandur und nicht mehr der Sohn von Ansgar.

Folglich w√ľrde er irgendwann von Brandur alles erben und er selbst nichts.

Wolfi warf kurz einen Blick √ľber die Schulter auf das Geisterhaus. Nun was sollte es, es n√ľtzte nichts sich √ľber Dinge zu beklagen die er nicht √§ndern konnte. Er war schlie√ülich nicht d√§mlich und er hatte einen guten Beruf bei den Geistern. Und selbst wenn dieser letzte Strick rei√üen sollte, konnte er sich zur Not als Buchhalter durchschlagen. Er beschloss noch einige Zeit bei Dave zu lernen, sowohl dass was Magie anging und auch das was die Buchhaltung betraf. Den Spezialberuf den er bereits einmal bei den Geistern ausgef√ľhrt hatte, w√ľrde er vielleicht anderweitig noch ben√∂tigen.

Wolfi wollte seinen magischen Werdegang noch einmal √ľberlegen. Noch musste er sich nicht endg√ľltig festlegen. Geistmagie oder Nekromantie, beides stand ihm offen. Er konnte sich f√ľr beides entscheiden, was seine Macht schw√§chen w√ľrde oder sich f√ľr einen Zweig der Magie entscheiden. Oder nat√ľrlich auch der Magie komplett entsagen. Als guter Buchhalter, vor allem in weniger lauteren Kreisen war der Verdienst weitaus besser, als der eines Magiers an irgendeiner Akademie. Wer alles sch√∂n rechnen konnte, der durfte auch mit einem sch√∂nen Lohn rechnen.

Anwolf schmunzelte √ľber sein Gedankenspiel und schnipste die n√§chste Kippe in den kleinen Bach vor ihrem Haus. Gerade als er sich die dritte Rauchstange ansteckte, hielt ein Reiter vor ihm und stieg ab.

‚ÄěGuten Tag, Anwolf von Hohenfelde? Man sagte mir, dass ich Sie hier hinter dem Haus finde, ich habe eine pers√∂nliche Botschaft f√ľr Sie. Eine Botschaft die ich nur Ihnen pers√∂nlich aush√§ndigen darf von der Bank Kleingranter und S√∂hne‚Äú, erl√§uterte der Kurier und reichte Wolfi die versiegelte Nachricht.
‚ÄěJa korrekt, dass bin ich‚Äú, best√§tigte Anwolf und klemmte sich die Rauchstange zwischen die Z√§hne, w√§hrend er die Botschaft entgegennahm.

Der Kurier nickte knapp und ritt davon. Wolfi wunderte sich einen Moment, warum dieser keine Quittierung verlangte, vermutete dann aber einen Brief seiner Mutter. Auf der anderen Seite, weshalb sollte sie einen Bankkurier schicken? Spekulationen waren √ľberfl√ľssig, lesen half weiter.

Anwolf brach das Siegel und öffnete die Nachricht.
Hallo Wolfi,

sobald Du diese Nachricht in Händen hältst, bin ich seit einer Woche unterwegs. Ich hoffe wir schaffen es zu unserem Ziel. Sollte alles gut verlaufen, werde ich Dich nachholen. Aber ob und wann dies der Fall sein wird, kann ich nicht absehen.

Ich weiß dass ich Dir scheinbar nichts weiter als Schwierigkeiten hinterlassen habe.

Gleichg√ľltig dessen was Dir andere erz√§hlen werden Anwolf, ich liebe Dich von ganzem Herzen. Ich habe Dich bereits vor Deiner Geburt geliebt und solange ich auf irgendeine Art existierte wird sich daran auch nichts √§ndern.

Ich habe Dich nicht im Stich gelassen mein Kleiner, dass h√§tte ich niemals √ľbers Herz gebracht.
Mein einziger Schutz den ich Dir schenken konnte war, Dich nicht mit in die Fehde hineinzuziehen. Wärst Du bei an meiner Seite gewesen und hätten sie mich gestellt, wärst Du mit mir gefallen.
Das konnte ich nicht riskieren. Ich hoffe Du verstehst und verzeihst mir diese Entscheidung.

Du bist der Einzige der nie eine Entt√§uschung f√ľr mich war Wolfi und die einzige Person die stets loyal zu mir gewesen ist. Aus diesem Grund habe ich Dir etwas √ľberschrieben. Ich habe es von meinem eigenen Verm√∂gen gekauft und niemand wei√ü davon.

Es handelt sich um ein kleines Haus in Gr√ľnbachthal.
Gr√ľnbachthal ist ein sehr kleines Dorf in der N√§he von Kalthorst.

Das Haus ist weder den Verwandten bekannt, noch der famili√§ren Bank, sprich selbst ‚Äěder Schrabsack‚Äú wei√ü nichts davon. Eigentlich habe ich es erworben um es gewinnbringend zu ver√§u√üern, aber nun in der schw√§rzesten Stunde unserer Familie war es mein sicherer Unterschlupf.

Es soll Dir so gut dienen wie es mir diente und es m√∂ge Dir von ganzen Herzen Gl√ľck bringen.

Dein Haus ist das Haus auf Grundst√ľck/Parzelle Nr. 01-19 in Gr√ľnbachthal.
Die Besitzurkunde ist auf Deinen Namen umgeschrieben worden und sie liegt bei der Bank Kleingranter und Söhne in Verwahrung. Die kleine Bank befindet sich in Kalthorst.

Im Haus habe ich Dir ein paar persönliche Zeilen hinterlassen und ein persönliches Geschenk.
Sollten wir unseren Zielort erreichen, wird sich eine Person mental an Dich wenden. Falls nicht, haben wir uns alles gesagt, was es jemals zu sagen gab. Der Rest steht im Brief mein Kleiner.

Vernichte das Schreiben, nachdem Du es gelesen hast.

Gleichg√ľltig wo Du bist, mit dem Herzen bin ich bei Dir W√∂lfchen.
Pass gut auf Dich auf Wolfi, es tut sonst keiner.

Dein Paps

Wolfi las den Brief zweimal durch, dr√ľckte ihn kurz an sich und unterdr√ľckte seine Tr√§nen. Dann ging er zum Bach und weichte den Brief im Wasser so lange auf, bis das gleiche von ihm √ľbrig war, wie von seiner Familie ‚Äď nichts.
Wortlos ging er zur√ľck zum Geisterhaus, sattelte Tempestas und machte sich auf den Weg Richtung Gr√ľnbachthal.

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Re: Macht und Machtwechsel

#36

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mi 31. Jan 2018, 21:37

Brandur und die seinen machten sich mit dem Wyvern auf den Heimflug. Aus ihrem luftigen Gef√§hrt erblickten sie Anwolf, der gerade sein Pferd die Stra√üe herunterf√ľhrte. Er lie√ü Dunwin landen und begab sich zu dem Jungen. Anwolf sah fix und fertig aus. Er hatte sich wacker geschlagen bei den Verhandlungen und Brandur hatte ihm deutlich angemerkt, wie sehr er darunter litt, dass sein Vater ihn zur√ľckgelassen hatte. Brandur betrachtete seinen Gro√üneffen. Er sah so ersch√∂pft noch j√ľnger aus, als er ohnehin schon war. Er war ein gro√ües Kind, mehr nicht. Ein Kind, was wie sie alle zu viel hatte erleben m√ľssen.

Brandur stand vor ihm, viel zu weit entfernt, und hielt ein kleines Paket in den H√§nden. So selbstbewusst der alte Hexenmeister sonst auftrat, wenn es um Emotionen ging, bewegte er sich wie auf br√ľchigem Eis. Steifbeinig, da ohne Kr√ľcke, trat er ein paar Schritte n√§her, gerade weit genug, als das ihre H√§nde sich ber√ľhren w√ľrden, wenn sie diese ausstreckten. Brandur hielt Anwolf wortlos das kleine Paket hin.

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Re: Macht und Machtwechsel

#37

Beitrag von Anwolf » Mi 31. Jan 2018, 22:28

Anwolf war gerade losgeritten, als Brandur samt seiner Leute seinen Weg kreuzten. Das konnte nat√ľrlich nur ihm passieren. Statt das sie vorbeizogen oder einfach ihrer Wege zogen und ihn in Ruhe weiter ziehen lie√üen, fingen sie ihn ab und Brandur kam ihm auch noch entgegen.

Wolfi z√ľgelte Tempestas, stieg ab und wartete angespannt ab was Brandur von ihm wollte. Ihr neues Familienoberhaupt ging steifbeinig und man sah ihm die Qualen an, die er beim Laufen versp√ľren musste. Wolfi w√§re ihm eigentlich einige Schritte entgegen gegangen, aber er erinnerte sich an Ansgars Worte und verharrte misstrauisch und nerv√∂s wo er war.

Entgegen dem was eigentlich √ľblich oder sicher war, schlang sich Anwolf den Z√ľgel von Tempestas um den Arm und klopfte seinem Hengst kurz auf den Hals, damit das Tier ruhig stehen blieb.

Brandur trat nah zu ihm heran und reichte ihm ein P√§ckchen. Die Gr√∂√üe sah erst einmal unverd√§chtig aus. Gut, allerdings war in dieser Familie nichts ungef√§hrlich, in das kleinste P√§ckchen passte eine zusammengerollte Giftschlange die nach dem sch√ľttelnden Transport wie ein Springteufel die Schachtel verlassen konnte. Und das war nur eine von vielen M√∂glichkeiten, die man in so einer Schachtel verbergen konnte.

Bei seinem Gl√ľck lag unter der Viper dann noch seine Versto√üung, damit auch gar nichts schief lief. Anwolfs Gesicht blieb eine ausdruckslose Maske, jedenfalls f√ľr jede andere Person, Brandur war ein Hohenfelde er sah ihm an, dass er nerv√∂s war.

Anwolf zog fragend eine Augenbraue hoch, ehe er das P√§ckchen vorsichtig entgegennahm. Eine mentale Abtastung Brandurs war unn√∂tig. Wolfis Gegen√ľber war so m√§chtig, da konnte er auch versuchen Osmund auszulesen gegen dessen Willen oder besser noch Maghilia, oder Ainuwar selbst. Den Versuch konnte er sich schenken, er w√ľrde sich nur l√§cherlich machen.

Nun falls heute sein Tag X war, hatte er wenigstens vorher noch einmal seinen Vater "gesprochen", auch wenn er dessen Worte nur in einem Brief gelesen hatte.

Wolfi versuchte sich ins Gedächtnis zu rufen, was sie vereinbart hatten und das Dave Brandur vertraute. Er musste es nun auch, er musste das Päckchen öffnen. Entweder er öffnete es, oder er war offen feindlich eingestellt. Am liebsten hätte er es weggeworfen und wäre kreischend weggerannt. Gut mit einem 500 kg Pferd am Arm, rannte es sich nicht so leicht los.

"In Ordnung", antwortete Wolfi zögerlich, schluckte seine Angst vor Brandur wie auch sein Misstrauen herunter und öffnete das Päckchen.

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Re: Macht und Machtwechsel

#38

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Mi 31. Jan 2018, 22:33

Auch Brandur war nervös, aufgrund seines höheren Alters konnte er dies jedoch besser verbergen als der Junge. Er beobachtete jede Bewegung, als Anwolf das Paket öffnete. Darin lag ein Päckchen mit Keksen.

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Re: Macht und Machtwechsel

#39

Beitrag von Anwolf » Mi 31. Jan 2018, 22:50

Wolfi schaute in das Päckchen. Kekse. Total verdattert musterte er Brandur und kratzte sich kurz seinen Ziegenbart. Er kannte zig Bedeutungen von Geschenken, die zwar ein Geschenk wiederspiegelten - aber eine unterschwellige Botschaft oder sogar Drohung enthielten. Kekse gehörten allerdings nicht in diese Kategorie.

Warum schenkte ihm Brandur Kekse?
Gut, warum w√ľrde ihm sein Paps, seine Ma oder Dave Kekse schenken?
Um ihm eine Freude zu machen.

Von seinen Eltern hatte er schon √∂fter etwas S√ľ√ües geschenkt bekommen, meist S√ľ√ükuchen. Sein Onkel verschenkte selten etwas zu Essen, doch falls Dave ein Lebensmittel verschenkte, dann war es meist Kaffee. Aber einen Kuchen hatte er auch schon geschenkt bekommen und Kekse waren ja im Grunde nichts anderes als Minikuchen.

Die Zwischenlandung von Brandur hatte scheinbar eine ganz andere Bedeutung als er bef√ľrchtet hatte. Anwolf nahm sich einen der Kekse, stopfte ihn sich in den Mund und a√ü ihn auf. Zeitgleich hielt er Brandur die Packung hin.

"Danke, wie komme ich zu dieser Ehre Brandur?", fragte Wolfi nun doch neugierig.

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Re: Macht und Machtwechsel

#40

Beitrag von Brandur von Hohenfelde » Do 1. Feb 2018, 16:29

"Ich komme meiner Verantwortung als amtierendes Oberhaupt der Familie nach", antwortete Brandur. Im gleichen Moment fiel ihm auf, wie steif und f√∂rmlich das klang. Sicher nicht die richtige Art, um einen Jungen, der seinen Vater und seine Mutter vermisste, zu tr√∂sten. Hilflos fuchtelte Brandur mit einer Hand, seine Lippen zuckten, als wolle er noch etwas sagen, dann machte er auf dem Absatz kehrt und fl√ľchtete in den Wyvern. Er sp√ľrte f√∂rmlich Anwolfs entgeisterten Blick im R√ľcken, gro√üe dunkle Augen, was ihn nur noch schneller davonhumpeln lie√ü. Erleichtert setzte er sich in den Knochenkorpus und atmete durch.

"Das waren null Punkte, Brandy", erklärte Damir vorwurfsvoll. "Die Flucht ergriffen vor einem Backfisch."
"Ach, halten Sie den Mund", schnauzte Brandur.

Er w√ľhlte nach seinem Gehstock, nur um ihn in der Hand zu sp√ľren. Der Gedanke, dass er irgendwem damit auf den Sch√§del hauen konnte, beruhigte ihn. Er lehnte sich an. Sein Herz schlug wie nach einem Dauerlauf. Was regte er sich √ľberhaupt so auf? Anwolf war Davards Sch√ľtzling und Davard war sehr verantwortungsbewusst, es ging ihm gut. Kein Grund, sich Sorgen oder gar Vorw√ľrfe zu machen. Brandur zog den Dreispitz tief in sein Gesicht und verschr√§nkte die Arme vor der Brust, als wolle er d√∂sen.

"Willst du dich noch von Anwolf verabschieden, Linhard? Sonst fliegen wir ab."

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