Das verborgene Tal


Famlie von Hohenfelde
Diese alte Adelsfamilie hat zahlreiche Geistmagier und Nekromanten hervorgebracht. Das Familienleben ist gepr├Ągt von Intrigen. Morde, auch innerhalb der eigenen Reihen, und arrangierte Ehen zur Erweiterung der Macht sind an der Tagesordnung. Als Familienmitglied ben├Âtigt man starke Nerven und gleicherma├čen ein H├Ąndchen f├╝r B├╝ndnisse und Hinterhalte.
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Wolfram von Wigberg
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Re: Das verborgene Tal

#41

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Do 30. Nov 2017, 09:44

Wolfram war gerade in ein ├Ąu├čerst angenehmes Gespr├Ąch mit Kasimir vertieft, als es gegen die T├╝r h├Ąmmerte als g├Ąbe es keinen Morgen. Wolfram fuhr erschrocken zusammen. Die Miene des Kampfmagiers verfinsterte sich, er stand in einer flie├čenden Bewegung auf, ging schnurstracks zur Haust├╝r und schnappte sich unterwegs seine Waffe.

F├╝r einen kurzen Moment b├╝ndelte er seine Gedanken um der Person auf der anderen T├╝rseite zur Not einen Mentalschlag zu verpassen, als er eine bekannte Aura sp├╝rte. Wolfram steckte sein Schwert weg und ├Âffnete die T├╝r.

Der Magier schaute Brandur einen Moment tadelnd an, ehe er grinsen musste mit wem Brandur scheinbar alles anger├╝ckt war.

"Sch├Ân Dich zu sehen Brandur, Dein Kasimir erwartet sehns├╝chtig Deine R├╝ckkehr. Hat es irgendeinen besonderen Grund, dass Du meine Haust├╝r einschlagen m├Âchtest? Ich erkl├Ąre Dir gerne die Funktion einer T├╝rklinke.
Spa├č beiseite, kommt rein und f├╝hlt Euch wie Zuhause.

Es kam leider zu einem kleinen bedauerlichen Missgeschick, was Kasimir betrifft. Ich erkl├Ąre es Dir direkt vorab, bevor Du den Keller hinab steigst um ihn aufzusuchen. Dir ist sicher als Nekromant der Erdh├╝gel aufgefallen. Mal etwas seicht umschrieben, Beaunois hat das gemeinsame Trinkgelage mit Kasimir nicht ├╝berlebt. Kasi hat meinen Diener... leider ausgetrunken.

Er nimmt sich diesen Fauxpas sehr zu Herzen und ist extrem bek├╝mmert ├╝ber seine Unbeherrschtheit. Ich pers├Ânlich habe ihm verziehen Brandur und gleiches erwarte ich auch von Dir in meinem Haus.

Du kannst und darfst Kasimir keinen Vorwurf machen, ich glaube es lag einfach nicht in seiner Gewalt, ob er dem Drang widerstehen kann oder nicht. Er hat sich selbst gegeisselt f├╝r sein Vergehen und es nagt noch immer an seiner Seele",
erkl├Ąrte Wolfram leise.

Wolf gab den Weg frei, damit alle eintreten konnten und deutete dann Richtung Keller.

"Folgt mir bitte", sagte er freundlich und ging vor.
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Re: Das verborgene Tal

#42

Beitragvon Brandur von Hohenfelde » Mo 4. Dez 2017, 08:56

"Das letzte Mal bin ich anders empfangen worden", beschwerte sich Brandur. "Heutzutage muss ich offenbar jedes Mal zuvor eine Moralpredigt gefallen lassen, ehe es mir gestattet ist, ├╝ber die Schwelle zu treten. Wolfram, ich bin 62 Jahre alt, kenne Begriffe wie Gastrecht und mir wurde in der Kinderstube angemessenes Benimm beigebracht."

Zu Tode beleidigt ob der Belehrung schob Brandur Wolfram mit dem Gehstock aus dem Weg. Dahinter stand auch schon Kasimir, der sich sogleich elegant verneigte. "Willkommen zur├╝ck, Herr von Hohenfelde! Eure Anwesenheit wurde schmerzlich Vermisst."

Brandur musterte den Schleimer einen Augenblick mit nicht zu deutender Miene, w├Ąhrend Kasimir vorsichtshalber in verneigter Haltung verharrte, auf das Donnerwetter wartend. Brandur schob das spitze Ende des Spazierstocks in dessen Kragen und hob das Hemd vom R├╝cken, so dass er hineinschauen konnte. Am R├╝cken war von der Haut nicht mehr viel ├ťbrig.

"So, du meinst also, wenn du die Strafe vornewegnimmst, entgehst du meinem Zorn?", sprach Brandur leise. "Wolfram hat mich vorhin ja so freundlich darum gebeten, dir zu vergeben. Gut. Ich vergebe dir."

Damit drosch er Kasimir mehrmals auf den offenliegenden R├╝cken. Kasimir kreischte und br├╝llte immer wieder: "Ich habe es verdient! Ich habe es verdient!", wie um den Schmerz vor sich selbst und den anderen Anwesenden zu rechtfertigen w├Ąhrend das Trommelgewitter auf ihn niederprasselte. Brandur schlug so hart zu, als wolle er Holz spalten. Er hatte einen seiner seltenen Wutausbr├╝che, zu denen scheinbar jeder von Hohenfelde f├Ąhig war, sogar ein so abgebr├╝htes Exemplar wie er.

"Den guten Beaunois ermordet! Den t├╝chtigen und zuvorkommenden und obendrein Leibdiener meines Gastgebers! Und dann glaubst du, wenn du dich selbst gei├čelst, entgehst du der gerechten Strafe! Wir sind hier in Naridien und nicht in Almanien, aber wenn du glaubst, diese l├Ącherlichen Gesetze zur Unversehrtheit von Leib und Leben w├╝rden dich sch├╝tzen, hast du dich geirrt! Du bist mein Leibdiener und als solcher hast du dich meinem Wort zu beugen! Habe ich dir die Anweisung gegeben, Beaunois zu beseitigen? Hattest du einen Befehl von mir? Nein! Warum hast du es dann getan? Ich lass mir doch von dir nicht auf der Nase herumtanzen!"

Brandur hielt erst wieder inne, nachdem er Kasimir zu einem wimmernden H├Ąuflein Elend verarbeitet hatte. Er beachtete ihn nicht weiter und trat ins Innere des Hauses, um Wolfram in den Keller zu folgen. "Linhard, denk dann bitte an unser Gep├Ąck."
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Re: Das verborgene Tal

#43

Beitragvon Dunwins Geist » Mo 4. Dez 2017, 09:17

Dunwin musterte das Schauspiel zwischen seinem Bruder und dessen Leibdiener. Das der Vampir Wolframs Leibdiener ausgesaugt hatte, war wirklich ein Fauxpas. Wenigstens h├Ątte er vorher um Erlaubnis fragen k├Ânnen. Soweit Dunwin wusste, war Wolfram auch ein Magier und h├Ątte Brandur f├╝r Kasimir fragen k├Ânnen.

ÔÇ×Deine Rumheulerei ist widerw├ĄrtigÔÇŽ unw├╝rdigÔÇŽ l├ĄcherlichÔÇŽ
Stirb mit mehr W├╝rde Du WurmÔÇŽÔÇť,
zischte Duwin und schwebte durch Kasimir hindurch um Brandur zu folgen.
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Re: Das verborgene Tal

#44

Beitragvon Linhard von Hohenfelde » Mo 4. Dez 2017, 09:37

Linhard h├Ârte Wolfram etwas irritiert zu und a├č erstmal noch einen Pfefferkuchen. Ihm war nicht ganz bewusst, wieso Brandur Kasimir verzeihen sollte. Gut Lin war es von Zuhause nicht anders gew├Âhnt, Personal war ersetzbar, im Grunde war jeder ersetzbar, der seinen Posten nicht mit Klauen und Z├Ąhnen zu verteidigen wusste.

Was Ansgar ja am eigenen Leib zu sp├╝ren bekommen hatte. Oder vielmehr noch sp├╝ren wird, dachte Lin und grinste ├╝ber beide Ohren. Immerhin hatte er ihn nicht nur vor die T├╝r gesetzt, sondern ihm alles genommen, was er hatte. Von daher empfand Linhard kein Mitleid mit dem Kerl.

Mit Kasimir allerdings genauso wenig und mit dem Leibdiener noch weniger. Kasimir hatte sich seine Tracht Pr├╝gel redlich verdient, da er Brandur blo├čgestellt hatte. Und Wolframs Worte machten die ganze Sache noch schlimmer. Vermutlich hatte Kasimir Wolfram angebettelt, ein gutes Wort f├╝r ihn einzulegen. Im Grunde hatte er allein daf├╝r schon eine weitere Tracht Pr├╝gel verdient. Aber es stand Lin nicht zu, dar├╝ber zu entscheiden.

Mit absolut gleichg├╝ltigem Gesichtsausdruck schaute er der Bestrafung zu. Sein Geisterhafter Gro├čvater Dunwin konnte sich einen Spruch nicht verkneifen, der mehr als passend f├╝r einen Hohenfelde war. Es war wirklich eine Schande wie Kasimir jammerte. Dabei hatte er selbst zugegeben Schuld zu sein.

Lin zuckte mit den Schultern und kramte nach einem weiteren Pfefferkuchen, aber da war nichts mehr in seinen Taschen, au├čer Leere und Kr├╝mel. Wortlos folgte er Brandur. Jedes Wort war f├╝r Lin ein Wort zu viel und w├╝rde nur erneut Kasimir in seinem Ungehorsam best├Ątigten. Ihn etwas an der ausgestreckten Hand verhungern zu lassen, w├╝rde dem Vampir gut tun, nachdem er sich unerlaubt so vollgefressen hatte.

Brandur hatte Recht gehabt, sie waren in Eile. Aber wer konnte schon ahnen, dass Kasimir es derma├čen schamlos ausnutzen w├╝rde, dass sein Herr nicht anwesend war? Das erst Beste was dem Vampir eingefallen war, war den Diener von Wolfram anzufallen. Und dieser Idiot schien zu bl├Âde zu sein sich zu verteidigen. Beide hatten bekommen was sie verdient hatten. Der eine Senge und der andere den Tod.

Lin knuffte Brandur als er neben ihn her schritt.

ÔÇ×Was hast Du als n├Ąchstes vor Paps? Ich meine bezogen auf Ansgar?ÔÇť, fragte Lin.

Erstens da es ihn interessierte und zweitens um das Thema zu wechseln. Brandur sollte sich nicht derma├čen aufregen. Daf├╝r war der Mann zu alt und Lin mochte ihn zu sehr.
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Re: Das verborgene Tal

#45

Beitragvon Archibald von Dornburg » Mo 4. Dez 2017, 10:12

Als Brandur auf Kasimir einschlug, heulte Sklave auf, hockte sich neben Archibald und klammerte sich schutzsuchend an dessen Bein fest.

"Araagraaa aa daaa daaa", jaulte Sklave.

Arch legte ihm eine Hand auf den kahlen Sch├Ądel und das Wesen verstummte sofort. Es blinzelte nur ├Ąngstlich und zuckte bei jedem Hieb den Kasimir einstecken musste zusammen.

Archibald konnte nicht die Worte Kasimirs unterschreiben. W├Ąre dieser besagte Beaunois so ein guter Leibdiener gewesen, w├Ąre es vermutlich gar nicht m├Âglich gewesen, dass er ausgesaugt worden w├Ąre. Wo hatte sich der Bursche herum getrieben, dass er aus dem Blickfeld seines Herren verschwunden war? Nun was ging das Archi an. Ihn interessierte der tote Diener nicht im Geringsten.

Als Brandur mit Kasimir fertig war, gab Dunwin einen Spruch zum Besten, der Arch an ihre guten, alten Zeiten erinnerte. Er schmunzelte f├╝r einen kurzen Moment wehm├╝tig, ehe sein Gesicht wieder ausdrucklos wurde. Als Brandur mit seiner Delegation im Schlepptau Richtung Keller davon marschierte, blieb Arch zur├╝ck.

Von Dornburg trat neben Kasimir und hielt ihm die krallenbewehrte Hand hin um den geschlagenen Vampir beim Aufstehen zu helfen.

ÔÇ×Hier nimm, ich helfe Dir hoch. Du bist also ein VampirÔÇŽ hochinteressantÔÇť, sagte Archibald freundlich, w├Ąhrend Sklave Kasimirs R├╝cken bef├╝hlte.
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Re: Das verborgene Tal

#46

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Mo 4. Dez 2017, 10:55

Wolfram starrte Brandur wie vom Donner ger├╝hrt an. Was war an "sch├Ân Dich zu sehen" so falsch gewesen? Brandur hatte doch an der T├╝r gescheppert, als hatte er vor das Haus niederzurei├čen. Wolfram hatte gerade vor, zu einer Erwiderung anzusetzen, da wurde er mit dem Stock aus dem Weg geschoben. Keine zwei Sekunden sp├Ąter erkl├Ąrte Brandur, er w├╝rde Kasimir vergeben und schlug zu.

Wolf dachte in der gleichen Sekunde, der Schlag w├╝rde ihm gelten. Aber anstatt das er den Stock ├╝bergezogen bekam, f├╝r was auch immer, wurde nun Kasimir windelweich gepr├╝gelt!

Kasimir kreischte dass er es verdient habe.
Dunwin gab seinen Senf dazu.
Und der komische, gelbe Kerl in Begleitung von Dornburg jaulte dass sich einem die Nackenhaare aufstellten.

Brandur zog gemeinsam mit seinen Leuten ab, w├Ąhrend nur von Dornburg zur├╝ckblieb und Kasimir die Hand zum Aufstehen anbot. Der gelbe Kerl hatte sein Gejaule eingestellt, als der Junker es ber├╝hrte. Wolfram rieb sich den schmerzenden Sch├Ądel.

Nach Marlo zu rufen, hielt Wolfram f├╝r eine ├╝berzogene Reaktion, aber irgendwie war ihm danach. Er schaute Brandur und seinen Leuten nach, ehe er Archibald musterte.

"Danke. K├╝mmert Ihr Euch um Kasimir, ich werde die Koffer reinholen. Scheinbar hat das Linhard bewusst ignoriert. Und ich muss Brandur im Moment nicht sofort begegnen. Keine Ahnung, warum er derma├čen erbost war. Die Schelte habe ich mit einem Augenzwinkern gemeint und ich war doch freundlich zu ihm oder nicht?", fragte Wolf verunsichert.
"Sklave, Koffer!", befahl Arch und deutete nach drau├čen.

Das gelbe Wesen lie├č sofort von Kasimir ab und huschte nach drau├čen, den Befehl seines Meisters umzusetzen. Ein Gep├Ąckst├╝ck nach dem anderen wuchtete es ├Ąchzend ins Haus.

"Brandur kann Sarkasmus nichts abgewinnen und der Gute leidet etwas unter... Stress", schmunzelte Arch. Er hakte Kasimir unter und zog ihn auf die F├╝├če.

"Geht es Dir gut? Dusslige Frage, nat├╝rlich geht es Dir nicht gut. Es tut mir leid Kasimir, ich h├Ątte nicht gedacht, dass er derma├čen ausrastet. Vielleicht h├Ątte ich in Ruhe mit ihm sprechen sollen. Dabei hatte ich nur vor Dir zu helfen", erkl├Ąrte Wolfram und st├╝tzte Kasimir von der anderen Seite.

"Ich k├╝mmere mich um ihn, geht Euren G├Ąsten nach. Wer wei├č, wen Brandur sonst noch z├╝chtigt. Habt Ihr einen dunklen Ort, an dem ich mich sp├Ąter ausruhen kann? Richtig dunkel, ohne Tageslicht, falls m├Âglich", bat Arch.
"Nutzt die Speisekammer hinter dem Haus. Es handelt sich dabei um eine nat├╝rliche H├Âhle, die mit einer T├╝r versehen ist. Dort d├╝rfte es dunkel genug sein. Es tut mir wirklich von Herzen leid Kasimir, dass habe ich nicht gewollt. Das lag garantiert nicht in meiner Absicht", erkl├Ąrte Wolfram erneut und wollte Kasimir die Hand auf den R├╝cken legen. Er f├╝hrte die Geste aber nicht zu Ende, da ihm einfiel, dass er Kasi damit mehr schaden als tr├Âsten w├╝rde.

Wolfram nickte knapp und folgte dann Brandur in den Keller.

"Was hat Dich derma├čen aufgebracht Brandur? Meine Begr├╝├čung war nicht despektierlich gemeint!", sagte Wolfram und zeigte die offenen Handfl├Ąchen.
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Re: Das verborgene Tal

#47

Beitragvon Kasimir » Mo 4. Dez 2017, 13:33

Kasimir ergriff die dargebotene Hand lie├č sich von dem Freund seines Herrn auf die Beine ziehen. "Danke, Herr!" Er schielte und taumelte herum und hatte sichtlich M├╝he, sich auf den F├╝├čen zu halten. "Mein Name ist Kasimir LaVaney, ich bin der Leibdiener von Herrn Brandur von Hohenfelde. Mit wem habe ich die Ehre?"

Er war dankbar, dass der Mann ihn unterhakte, denn es w├╝rde eine Weile dauern, bis er wieder sicher stehen konnte. Nach der wohlverdienten Tracht Pr├╝gel drehte sich alles. Der offenbar geistig behinderter Begleiter des Herrn m├╝hte sich mit einem viel zu gro├čen Gep├Ąckst├╝ck ab.

"Wenn ich eine Empfehlung aussprechen darf: Lasst es ruhig liegen, ich k├╝mmere mich sofort darum, sobald ich wieder ohne Hilfe stehen kann. Die Herrschaften werden sich wohl erst einmal miteinander besprechen und das Gep├Ąck nicht sofort ben├Âtigen. Und gestohlen werden kann hier nichts, dazu ist das Tal zu verborgen und zu abgelegen. Euer Begleiter sieht krank aus. Ich habe medizinische Kenntnisse, m├Âchtet Ihr, dass ich ihn mir einmal ansehe?"

Fragend und schielend versuchte Kasimir, dem Mann mit dem schwarzen Mantel ins Gesicht zu schauen, das Problem dabei war, dass er ihn doppelt sah und wom├Âglich an ihm vorbeischaute. Da der Herr einen dunklen Aufenthaltsort gew├╝nscht hatte, f├╝hrte Kasimir ihn und seinen Begleiter zu der von Wolfram erw├Ąhnten Speisekammer. Kasimir taumelte tapfer durch die Gegend, machte alles finster und schob m├╝hsam ein paar Kisten als Sitzgelegenheiten zusammen. Da der behinderte Begleiter offenbar gern auf dem Boden herumkroch oder vielleicht auch gar nicht aufrecht laufen konnte, legte Kasimir ihm eine mehrfach zusammengefaltete Decke neben seinen Herrn, so dass er es weich hatte.

"Darf ich Euch etwas zu Essen oder zu Trinken holen oder kann ich sonst etwas f├╝r Euch tun?", fragte Kasimir freundlich und stellte fest, dass er inzwischen wieder ganz gut stehen konnte und aufgeh├Ârt hatte, zu schielen, denn er sah den Herrn nur noch einmal.

Hier geht es weiter mit Archibald und Kasimir >>
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"Herr, wer euch dient f├╝r Gut und Geld und nur gehorcht zum Schein,
packt ein, sobald ein Regen f├Ąllt, l├Ą├čt euch im Sturm allein." - William Shakespeare

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Re: Das verborgene Tal

#48

Beitragvon Marlo von Falkenberg » Di 5. Dez 2017, 00:28

Marlo

h├Ârte es an der T├╝r scheppern. Als er aufstand h├Ârte er schon Wolf. Er sagte Brandur seine Meinung. Danach wurde Kasimir geschlagen und dieser schrie vor Schmerzen. Marlo war verwirrt. Der Trubel klang nach einen Streit, aber Wolfram rief ihn nicht. Vielleicht war er der Meinung er m├╝sste nicht. Marlo war das egal. Er packte sich seine Waffe und folgte Wolfram. Wolf fragte Brandur gerade, was ihn so w├╝tend gemacht hatte. Marlo stellte sich sch├╝tzend neben Wolfram und zog ihn ein St├╝ck zu sich. Irgendwie schien W├Âlfchen total durcheinander zu sein. Am liebsten h├Ątte er ihn weggezogen und in den Arm genommen, aber das ging jetzt nicht. Daf├╝r war jetzt nicht die Zeit.

"Ist alles gut bei dir Wolf? Was soll das Geschrei? Regt euch alle ab. Ihr wisst genau das er das nicht b├Âse gemeint hat. Wenn es um das ging, was oben an der T├╝r passierte. Das hab ich bis zur Leseecke geh├Ârt. Oder war er jemals zu einen von euch schlecht? Ich glaub nicht. Wolf hat hier jeden von uns aufgenommen und war zu jeden freundlich."

W├Ąhrend Marlo auf seine Antwort wartete faste er Wolfram kurz bei der Hand. Er wusste nicht worum es beim Streit ging, aber er w├╝rde Wolf beistehen. Marlo w├╝rde auf sein Mann aufpassen.
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Re: Das verborgene Tal

#49

Beitragvon Wolfram von Wigberg » Di 5. Dez 2017, 21:23

Wolfram atmete erleichtert auf, als Marlo sich zu ihm gesellte. Marlo war genauso erbost, wie der Rest der Gruppe. Allerdings galt Marlos Wut nicht ihm, sondern den G├Ąsten und ihrem Benehmen. Wolfram f├╝hlte sich geschmeichelt, wie Marlo ├╝ber ihn sprach.

F├╝r ihn war es selbstverst├Ąndlich, Leute die er mochte willkommen zu hei├čen und ihnen Unterschlupf zu gew├Ąhren. Aber was er f├╝r selbstverst├Ąndlich oder normal erachtete, werteten andere Familienmitglieder als verr├╝ckt. Als Marlo kurz nach seiner Hand fasste, verschr├Ąnkte Wolfram seine Finger mit denen von seinem Gef├Ąhrten.

Wolf war sich der Geste durchaus bewusst. Mit drei Hohenfelde im Raum, die jede noch so kleine und minimale Geste wie ein Raubvogel ersp├Ąhten, h├Ątte er auch aus vollem Hals herausbr├╝llen k├Ânnen Marlo und ich sind ein Paar. Die Geste war f├╝r andere kaum merklich, da sie dicht beieinander standen. Aber keinem Hohenfelde w├╝rde so eine Geste entgehen.

Und Brandur, wie auch Dunwin waren alt, sie hatten mehr noch als Linhard gelernt in Personen wie in offenen B├╝chern zu lesen. Wolfram war sich der damit verbundenen Botschaft durchaus bewusst, er hatte ihre Partnerschaft damit ├Âffentlich gemacht. Er ging sogar bewusst noch ein St├╝ck weiter, indem er die Finger von Marlo streichelte.

"Mir geht es gut, Danke der Nachfrage. Mit meinem Hinweis, hatte ich nicht vor einen Streit anzufangen", antwortete Wolfram auf Marlos Frage.

`Danke f├╝r Deinen Beistand Marlo, ich hatte eigentlich vor nach Dir zu rufen, aber dann kam ich mir albern vor Dich um Hilfe zu bitten. Aber ich bin froh dass Du hier bist. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich verbrochen habe, ich m├Âchte mich doch gar nicht streiten.

Ich habe vorhin mit Kasimir gesprochen, leider wurden wir unterbrochen. Unser Thema waren Beziehungen und wie man es seinem Gegen├╝ber gesteht, dass man mit ihm zusammenbleiben m├Âchte. Und wie man ihm sagen k├Ânnte, dass man unheimlich gerne noch einmal mit ihm so eine sch├Âne Zeit verbringen m├Âchte. Ich m├Âchte beides┬┤,
├╝bermittelte Wolf liebevoll und massierte Marlos Finger.
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Re: Das verborgene Tal

#50

Beitragvon Brandur von Hohenfelde » Mi 6. Dez 2017, 08:53

Wohlwollend registrierte Brandur, wie Dunwin seinen Teil dazu beitrug, Kasimir in seine Schranken zu verweisen. Er vermochte zwar nicht mehr, jemanden physisch z├╝chtigen, ohne dass Brandur ihn dazu anwies, aber er konnte nach wie vor psychisch sehr effektiv agieren. Stolz erf├╝llte Brandur. Das war sein kleiner Bruder!

Sie gingen ins Innere des Hauses. Brandur bekam nicht mehr mit, wie Archibald dem niedergeschlagenen Kasimir auf die F├╝├če half und sie gemeinsam in der Speisekammer verschwanden. Er glaubte, Kasimi w├╝rde sich nun um das Gep├Ąck k├╝mmern und Archibald sich in ein Kellerloch verkriechen um in seinem Hass auf die "Diebe" zu schwelen und den Verlust seiner menschlichen Sammlung zu bedauern. Im Gehen plauderte er mit seinem Sohn.

"Bez├╝glich Ansgar - nun, der Mann wird selbstredend aus der Familie versto├čen. Wir sind in der N├Ąhe von Daijian. Sobald wir ein wenig Luft haben, werde ich ein entsprechendes Schreiben anfertigen lassen. Doch jetzt brauche ich ersteinmal Pause. Wir haben die Auseinandersetzung auf der Hochzeit von Shohiro ├╝berlebt. Ich habe euch die Nachtburg gezeigt und das Geheimnis, das sie birgt. Wir haben Anwolf aufgefordert, mein Erbe herauszur├╝cken und die von Archibald entf├╝hrten Kinder befreit. Ich bin alt, Linhard. Und ich merke die Anstrengung mittlerweile sehr deutlich. Das Schreiben f├╝r Ansgar hat noch zwei oder drei Tage Zeit."

Er blickte sich um, ob Archibald zuf├Ąllig in H├Ârweite aufgetaucht war. Als das nicht der Fall war, sagte er:

"Beim Sturz damals vom Dach des Herrenhauses ist etwas in meinem R├╝cken kaputtgegangen. Darum das Korsett, das Archibald so verspottet. Mag er es ruhig auf Eitelkeiten schieben, meine Gebrechen gehen ihn nichts an. Wegen diesem uns├Ąglichen Kasimir, der eine Z├╝chtigung von mir abverlangt hat, habe ich mir das Kreuz verrenkt. Ich hoffe, Kasimir beeilt sich mit dem Gep├Ąck, ich ben├Âtige dringend eine Massage."

In der Tat sah man Brandur an, dass er noch langsamer ging als sonst und M├╝he hatte, eine normale K├Ârperhaltung zu wahren. Wolfram schloss zu der kleinen Prozession auf und fragte, was denn los war. Brandur lie├č sich erst zu einer Antwort herab, nachdem er eine Sitzgruppe gefunden und sich dort niedergelassen hatte.

"Nun, wie ich sagte, die letzte Begr├╝├čung war sehr viel herzlicher und beinhaltete keine unaufgeforderten Ratschl├Ąge, wie ich ├╝ber meinen Leibdiener zu verf├╝gen habe. Wie gut du mit jemandem wie Kasimir umzugehen vermagst, ja, das habe ich in der Tat an dem Erdh├╝gel gesehen, unter dem der arme Beaunois nun ruht! Ich lebe mit Kasimir seit einigen Jahren zusammen und mich hat er bislang nicht ausgesaugt. Bei dir bin ich mir nicht sicher, inwieweit das lange zugetroffen h├Ątte. In einem Monat w├Ąre Kasimir vermutlich der einzige Bewohner dieses Hauses hier gewesen."

Brandur klopfte mit dem Gehstock zwischen seinen F├╝├čen auf den Boden.

"Mein lieber Wolfram, nun bin ich an der Reihe, dir einen unaufgeforderten Rat erteilen. Wir Magier sind es gewohnt, gro├če Macht innezuhaben und die meisten unserer Gegner bequem mit einem Fingerzeig kampfunf├Ąhig machen oder ausschalten zu k├Ânnen. Nur sind wir alle beide, du als Geistmagier und ich als Nekromant, mit unseren gewohnten Waffen jedoch machtlos gegen jemanden wie Kasimir! H├╝te dich vor ihm, Wolfram, und sei er noch so freundlich. kasimir ist ein Wolf im Schafspelz, der sich vergebens darum bem├╝ht, das Schaf zu werden, dessen Gewandt er tr├Ągt wie einen Mantel und unter dem eine Bestie lauert, die er selbst f├╝rchtet. Aber ein Wolf kann kein Schaf werden, wie sehr er es sich auch w├╝nscht. Und so sehr wir dies alle bedauern. Vampirismus in diesem Stadium ist nicht heilbar. Es n├╝tzt niemandem etwas, wenn Kasimir den Tod seiner Opfer hinterher bedauert. Nicht umsonst werden Vampire ├╝blicher Weise ohne viel Federlesen beseitigt, sobald man ihrer habhaft werden kann. Dass ich Kasimir als Leibdiener akzeptiere, ist ein gro├čes Entgegenkommen. Aber erwarte nicht von mir, dass ich ihm seine Triebe ungestraft durchgehen lasse, nur, weil er sich zwischendurch charmant verh├Ąlt. Kasimir ist zum Gl├╝ck unausgebildet, da er fr├╝h von seinem vampirischen Meister getrennt wurde. Wenn ihm erst bewusst wird, dass sein naturgegebener Charme und seine zuvorkommende Freundlichkeit ausgerechnet seine t├Âdlichsten Waffen werden k├Ânnten, wenn er sie noch mit einer Portion Intriganz und Verschlagenheit w├╝rzt, dann gute Nacht. Sollte es je so weit kommen, werde ich daher die notwendigen Konsequenzen ziehen."

Ohne die Miene zu verziehen betrachtete Brandur die verschr├Ąnkten H├Ąnde von Wolfram und dessen Gast. Diese neumodischen Sitten machten offenbar gerade die Runde. Wahrscheinlich war es gerade modern, sich als Mann mit einem Mann einzulassen. Besorgt dachte Brandur an seinen Sohn, der die verschr├Ąnkten H├Ąnde nat├╝rlich ebenfalls bemerken w├╝rde und hoffte, dass dieser sich das nicht abschaute. Doch Brandur war zu gut erzogen, um irgendeinen negativen Kommentar dazu im Hause seines Gastgebers von sich zu geben. Er fragte stattdessen:

"D├╝rfen wir bald zu einer weiteren Hochzeit gratulieren?"

Marlo begr├╝├čte er nicht. Da er der ├ältere von beiden war, durfte er doch wohl erwarten, von diesem begr├╝├čt zu werden!
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